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Zur Beurteilung historischer Abituraufsätze
Kerrin Klinger, Pia Rojahn, Britta Zach
Projekt:
Abiturprüfungspraxis u. Abituraufsatz 1882-1972
• Kooperationsprojekt zwischen der BBF Berlin, eine Abteilung des Leibniz-Instituts
DIPF, und der HU Berlin
• Untersuchung der Abiturprüfung im Fach Deutsch für einzelne Schulen in den
Regionen Preußen, Bayern sowie Baden und Württemberg
• Prüfung als eine der zentralen schulischen Praktiken
• Analyse und historische Kontextualisierung der Wandlungen in Aufgabenstellungen,
Aufsatzformen und Lehrerkommentaren und -beurteilungen
Stuttgart, 17.02.17 | Kerrin Klinger, Pia Rojahn, Britta Zach | DIDACTA 2017 | Lehrerkommentare im Vergleich 2
Gliederung
1. Gesetzlicher Rahmen der Reifeprüfungen in West-Berlin, 1945-1970
2. Fachdidaktischer Diskurs
3. Auswertung der Lehrerbeurteilungen
Stuttgart, 17.02.17 | Kerrin Klinger, Pia Rojahn, Britta Zach | DIDACTA 2017 | Lehrerkommentare im Vergleich 3
Gesetzlicher Rahmen der
Reifeprüfungen in West-Berlin, 1945-1970
Stuttgart, 17.02.17 | Kerrin Klinger, Pia Rojahn, Britta Zach | DIDACTA 2017 | Lehrerkommentare im Vergleich 4
Gesetzlicher Rahmen der
Reifeprüfungen in West-Berlin, 1945-1970
„Aufgabe der Schule ist es, alle wertvollen Anlagen der Kinder und Jugendlichen zur
vollen Entfaltung zu bringen und ihnen ein Höchstmaß an Urteilskraft, gründlichem
Wissen und Können zu vermitteln. Ziel muß die Heranbildung von Persönlichkeiten sein,
welche fähig sind, die vollständige Umgestaltung der deutschen Lebensweise auf
demokratischer und friedlicher Grundlage zustande zu bringen und welche der
nazistischen Ideologie unerbittlich entgegenstehen sowie auch von dem Gefühl ihrer
Verpflichtung der Menschheit gegenüber durchdrungen sind. [...]“
(Schulgesetz für Groß-Berlin vom 1.6.1948, §1)
Stuttgart, 17.02.17 | Kerrin Klinger, Pia Rojahn, Britta Zach | DIDACTA 2017 | Lehrerkommentare im Vergleich 5
Fachdidaktischer Diskurs
Ausgewertete
Fachzeitschriften
Stuttgart, 17.02.17 | Kerrin Klinger, Pia Rojahn, Britta Zach | DIDACTA 2017 | Lehrerkommentare im Vergleich 6
Der Deutschunterricht, 1952 Der Mathematikunterricht, 1956
Deutschdidaktischer Diskurs
„Aufsatz ist ja Ausdruck der Persönlichkeit: als selbsterlebte Einsicht, persönliches
Bekenntnis, freischöpferisches Schaffen ist er gewiß auch Wesensausdruck der
Persönlichkeit. Kann uns nicht der Aufsatz helfen, die geistige Eigenart unserer Schüler
besser zu erkennen und zu verstehen? Nicht um interessanter psychologischer
Feststellungen willen, sondern um die persönliche geistige Eigenart eines ganz
bestimmten Schülers kennen zu lernen, dem man unterrichtlich und erzieherisch
weiterhelfen möchte. […]“
(Roth, H. (1952): Wie läßt sich der Aufsatz psychologisch auswerten. In Der
Deutschunterricht 3/1952, S. 67-79. Hier: S. 67)
Stuttgart, 17.02.17 | Kerrin Klinger, Pia Rojahn, Britta Zach | DIDACTA 2017 | Lehrerkommentare im Vergleich 7
Deutschdidaktischer Diskurs
„Der deutsche Aufsatz ist ein Gradmesser der geleisteten Bildungsarbeit. In ihm spricht
sich der ganze Mensch aus: Gefühl und Verstand, Phantasie und Wille, planende und
schöpferische Kraft, geistige Zucht und allgemein-menschliche Reife. Er soll deshalb
auch auslesend wirken“
(Ulshöfer, R. (1949): Was kann der Aufsatzunterricht beitragen zur Neubesinnung über
die Aufgaben der höheren Schulen? In Der Deutschunterricht 5/1949, S. 5-44. Hier: S. 9)
„Die Schwierigkeiten einer einheitlichen Bewertung von Aufsätzen sind bekannt; sie
liegen in der Natur der Sache und lassen sich nicht restlos beseitigen. Es muß aber
vermieden werden, daß die Bewertung nach rein willkürlichen oder persönlichen
Gesichtspunkten erfolgt. Nötig ist zweierlei: Es muß der einzelne Lehrer in sich ein
Wertbewußtsein und ein Bildungsziel besitzen; er muß sich darüber im klaren sein, was
er mit dem Aufsatzunterricht erreichen will. Dies genügt jedoch nicht: es müssen die
Wertmaßstäbe der einzelnen Lehrer, ja sogar der Länder einander angeglichen werden“
(ebd., S. 18)
Stuttgart, 17.02.17 | Kerrin Klinger, Pia Rojahn, Britta Zach | DIDACTA 2017 | Lehrerkommentare im Vergleich 8
Auswertung der Lehrerbeurteilungen
1951, 1961, 1971
Stuttgart, 17.02.17 | Kerrin Klinger, Pia Rojahn, Britta Zach | DIDACTA 2017 | Lehrerkommentare im Vergleich 9
(DIPF/BBF/Archiv: GHO)
Auswertung Deutsch 1951 –
Schlussfolgerung auf persönliche Merkmale
„Die Verfasserin bekundet ihre Oberflächlichkeit, wenn sie einen "getreuen Begleiter"
vorführt, den sie gar nicht kennt; denn sie hat offenbar das Gedicht nicht verstanden […]“
(DIPF/BBF/Archiv: GHO)
Stuttgart, 17.02.17 | Kerrin Klinger, Pia Rojahn, Britta Zach | DIDACTA 2017 | Lehrerkommentare im Vergleich 10
Auswertung Mathematik 1951 –
Fokus auf Verständnis und Kenntnissen
Stuttgart, 17.02.17 | Kerrin Klinger, Pia Rojahn, Britta Zach | DIDACTA 2017 | Lehrerkommentare im Vergleich 11
„Dazu kommt ein deutlicher Mangel an geistigen Kenntnissen und Unsicherheit im
elementaren Rechnen“ (DIPF/BBF/Archiv: GHO)
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
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klinger@dipf.de
rojahn@dipf.de
zach@dipf.de

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Dr. Kerrin Klinger, Pia Rojahn, Britta Zach: Lehrerkommentare im Vergleich – Zur Beurteilung historischer Abituraufsätze

  • 1. Zur Beurteilung historischer Abituraufsätze Kerrin Klinger, Pia Rojahn, Britta Zach
  • 2. Projekt: Abiturprüfungspraxis u. Abituraufsatz 1882-1972 • Kooperationsprojekt zwischen der BBF Berlin, eine Abteilung des Leibniz-Instituts DIPF, und der HU Berlin • Untersuchung der Abiturprüfung im Fach Deutsch für einzelne Schulen in den Regionen Preußen, Bayern sowie Baden und Württemberg • Prüfung als eine der zentralen schulischen Praktiken • Analyse und historische Kontextualisierung der Wandlungen in Aufgabenstellungen, Aufsatzformen und Lehrerkommentaren und -beurteilungen Stuttgart, 17.02.17 | Kerrin Klinger, Pia Rojahn, Britta Zach | DIDACTA 2017 | Lehrerkommentare im Vergleich 2
  • 3. Gliederung 1. Gesetzlicher Rahmen der Reifeprüfungen in West-Berlin, 1945-1970 2. Fachdidaktischer Diskurs 3. Auswertung der Lehrerbeurteilungen Stuttgart, 17.02.17 | Kerrin Klinger, Pia Rojahn, Britta Zach | DIDACTA 2017 | Lehrerkommentare im Vergleich 3
  • 4. Gesetzlicher Rahmen der Reifeprüfungen in West-Berlin, 1945-1970 Stuttgart, 17.02.17 | Kerrin Klinger, Pia Rojahn, Britta Zach | DIDACTA 2017 | Lehrerkommentare im Vergleich 4
  • 5. Gesetzlicher Rahmen der Reifeprüfungen in West-Berlin, 1945-1970 „Aufgabe der Schule ist es, alle wertvollen Anlagen der Kinder und Jugendlichen zur vollen Entfaltung zu bringen und ihnen ein Höchstmaß an Urteilskraft, gründlichem Wissen und Können zu vermitteln. Ziel muß die Heranbildung von Persönlichkeiten sein, welche fähig sind, die vollständige Umgestaltung der deutschen Lebensweise auf demokratischer und friedlicher Grundlage zustande zu bringen und welche der nazistischen Ideologie unerbittlich entgegenstehen sowie auch von dem Gefühl ihrer Verpflichtung der Menschheit gegenüber durchdrungen sind. [...]“ (Schulgesetz für Groß-Berlin vom 1.6.1948, §1) Stuttgart, 17.02.17 | Kerrin Klinger, Pia Rojahn, Britta Zach | DIDACTA 2017 | Lehrerkommentare im Vergleich 5
  • 6. Fachdidaktischer Diskurs Ausgewertete Fachzeitschriften Stuttgart, 17.02.17 | Kerrin Klinger, Pia Rojahn, Britta Zach | DIDACTA 2017 | Lehrerkommentare im Vergleich 6 Der Deutschunterricht, 1952 Der Mathematikunterricht, 1956
  • 7. Deutschdidaktischer Diskurs „Aufsatz ist ja Ausdruck der Persönlichkeit: als selbsterlebte Einsicht, persönliches Bekenntnis, freischöpferisches Schaffen ist er gewiß auch Wesensausdruck der Persönlichkeit. Kann uns nicht der Aufsatz helfen, die geistige Eigenart unserer Schüler besser zu erkennen und zu verstehen? Nicht um interessanter psychologischer Feststellungen willen, sondern um die persönliche geistige Eigenart eines ganz bestimmten Schülers kennen zu lernen, dem man unterrichtlich und erzieherisch weiterhelfen möchte. […]“ (Roth, H. (1952): Wie läßt sich der Aufsatz psychologisch auswerten. In Der Deutschunterricht 3/1952, S. 67-79. Hier: S. 67) Stuttgart, 17.02.17 | Kerrin Klinger, Pia Rojahn, Britta Zach | DIDACTA 2017 | Lehrerkommentare im Vergleich 7
  • 8. Deutschdidaktischer Diskurs „Der deutsche Aufsatz ist ein Gradmesser der geleisteten Bildungsarbeit. In ihm spricht sich der ganze Mensch aus: Gefühl und Verstand, Phantasie und Wille, planende und schöpferische Kraft, geistige Zucht und allgemein-menschliche Reife. Er soll deshalb auch auslesend wirken“ (Ulshöfer, R. (1949): Was kann der Aufsatzunterricht beitragen zur Neubesinnung über die Aufgaben der höheren Schulen? In Der Deutschunterricht 5/1949, S. 5-44. Hier: S. 9) „Die Schwierigkeiten einer einheitlichen Bewertung von Aufsätzen sind bekannt; sie liegen in der Natur der Sache und lassen sich nicht restlos beseitigen. Es muß aber vermieden werden, daß die Bewertung nach rein willkürlichen oder persönlichen Gesichtspunkten erfolgt. Nötig ist zweierlei: Es muß der einzelne Lehrer in sich ein Wertbewußtsein und ein Bildungsziel besitzen; er muß sich darüber im klaren sein, was er mit dem Aufsatzunterricht erreichen will. Dies genügt jedoch nicht: es müssen die Wertmaßstäbe der einzelnen Lehrer, ja sogar der Länder einander angeglichen werden“ (ebd., S. 18) Stuttgart, 17.02.17 | Kerrin Klinger, Pia Rojahn, Britta Zach | DIDACTA 2017 | Lehrerkommentare im Vergleich 8
  • 9. Auswertung der Lehrerbeurteilungen 1951, 1961, 1971 Stuttgart, 17.02.17 | Kerrin Klinger, Pia Rojahn, Britta Zach | DIDACTA 2017 | Lehrerkommentare im Vergleich 9 (DIPF/BBF/Archiv: GHO)
  • 10. Auswertung Deutsch 1951 – Schlussfolgerung auf persönliche Merkmale „Die Verfasserin bekundet ihre Oberflächlichkeit, wenn sie einen "getreuen Begleiter" vorführt, den sie gar nicht kennt; denn sie hat offenbar das Gedicht nicht verstanden […]“ (DIPF/BBF/Archiv: GHO) Stuttgart, 17.02.17 | Kerrin Klinger, Pia Rojahn, Britta Zach | DIDACTA 2017 | Lehrerkommentare im Vergleich 10
  • 11. Auswertung Mathematik 1951 – Fokus auf Verständnis und Kenntnissen Stuttgart, 17.02.17 | Kerrin Klinger, Pia Rojahn, Britta Zach | DIDACTA 2017 | Lehrerkommentare im Vergleich 11 „Dazu kommt ein deutlicher Mangel an geistigen Kenntnissen und Unsicherheit im elementaren Rechnen“ (DIPF/BBF/Archiv: GHO)
  • 12. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Kontakt: klinger@dipf.de rojahn@dipf.de zach@dipf.de