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Frauen in OpenStreetMap.
Oder: Vielfältigere Gruppen
für OSM begeistern.
Manuela Schmidt und Silvia Klettner, TU Wien
Renate Steinmann und Elisabeth Häusler, Salzburg Research
Frauen in OpenStreetMap 2
Ausgangspunkt unserer Forschung
Budhathoki 2010 (3%)
Lechner 2011 (1,8%)
Stark 2009 (5%), 2011 (4%)
~97%
~3%
OpenStreetMap
Male Female
Frauen in OpenStreetMap 3
Hans-Jörg Stark, FOSSGIS 2011: Warum Herr Schmidt in OSM
mitmacht, Frau Müller hingegen nicht
Frauen in OpenStreetMap 4
 geringere Teilnehmendenzahlen
 weniger generierte Inhalte
 potentiell fehlende Heterogenität der
Beiträge
− Diversität der Beitragenden erhöhen!
Warum ist das relevant?
Frauen in OpenStreetMap 5
 Um mehr und unterschiedlichere Gruppen zu aktivieren:
− Was kann diese zur Beteiligung motivieren?
− Welche Barrieren behindern eine Teilnahme?
 Fokus der Studie: Frauen
 Forschungsmethoden:
− Langzeitstudie
− Interviews mit aktiven OSM-Mitgliedern
− Internetfragebogen
Wie kommt man zu mehr Diversität?
Frauen in OpenStreetMap 6
Forschungsdesign Langzeitstudie
Session 1:
Kartieren mit
Walking Papers
Mapping-Übungen
Nachbefragungen
Mapping-Tagebuch
Session 2: Mapping
auf Basis von
Satellitenbildern
Session 3:
Outdoor mapping
mit GPS
(Gruppenaktivität)
Session 4:
Freies Mappen und
Reflexion
2 Monate später 4 Monate später
Frauen in OpenStreetMap 7
Stichprobe und Erhebung
 Entsprechend dem “typischen” OSM-Beitragenden:
− technologieversiert
− gut ausgebildet
− zwischen 20 und 40 Jahren
 12 Teilnehmerinnen
− Studierende der TU Wien
− 23-38 Jahre
− Kartographie, Raumplanung, Informatik
− Anreiz zur Teilnahme: Course Credits
 Qualitative Studie zur Generierung von Hypothesen über
Barrieren und Motivationen
Frauen in OpenStreetMap 8
Ziel: Einstieg in OSM durch
selbstständiges Mappen
 Sammeln von Daten mit
Walking Papers
 Eintragen der erhobenen
Punkte mit Editor
 Hilfestellung: OSM-Wiki,
Tutorien, OpenStreetBugs
Session 1: Walking Papers
Frauen in OpenStreetMap 9
Ziel: Umgang mit Editoren, Mappen
von Luftbildern
 Hilfestellung von OSM-Mitglied
aus der lokalen Community
Session 2: Armchair Mapping
Frauen in OpenStreetMap 10
Ziel: Umgang mit GPS-
Geräten, Datentransfer
in OSM, Verarbeitung
der Tracks
 Exkursion in den
Wienerwald
 Hilfestellung von
OSM-Usern aus der
lokalen Community
Session 3: Outdoor Mapping
Frauen in OpenStreetMap 11
a) Selbstständiges Mappen zweier frei gewählter Gebiete
b) Reflexion der Erfahrungen mit OSM in Gruppen
(2-4 Personen).
 4 Wochen Zeit für freies Arbeiten
 Präsentationstermin
Aufgabe für die Teilnehmerinnen
Frauen in OpenStreetMap 12
Frauen in OpenStreetMap 13
Vorher/Nachher-Screenshots der Arbeit einer Teilnehmerin
Frauen in OpenStreetMap 14
Frauen in OpenStreetMap 15
Positive Erfahrungen
Sozialer Kontakt
Freie Daten
„We use our own knowledge to
map something and other people
can see that and maybe it is useful
for them and it makes you happy if
your contribution is used by
others.”
„After tagging so many
points the map will be
more complete.”
Frauen in OpenStreetMap 16
Positive Erfahrungen
Sozialer Kontakt
Freie Daten
Frauen in OpenStreetMap 17
Positive Erfahrungen
Sozialer Kontakt
Freie Daten
„You get to know your
city when you go and
map.”
„Especially being
outside to map is really
a lot of fun.”
Frauen in OpenStreetMap 18
Positive Erfahrungen
Sozialer Kontakt
Freie Daten
„A motivating experience is
when results are immediately
visible.”
Frauen in OpenStreetMap 19
Positive Erfahrungen
„As I look back, I would say that mapping is
all about interaction – with people, with
space, with maps."
Freie Daten
Sozialer Kontakt
Frauen in OpenStreetMap 20
Negative Erfahrungen
Einstieg und
Komplexität
Technisches Feedback
Einstieg und
Komplexität
Technisches Feedback
„There is a possibility
to ask a question but
there isn’t something
for beginners to know
what to do.”
„It takes time to find the
right symbols and tags –
if they exist.”
Frauen in OpenStreetMap 21
Einstieg und
Komplexität
Negative Erfahrungen
Technisches FeedbackTechnisches Feedback
„Mapped Points of
Interest sometimes do
not appear on the map
– depending on
different zoom levels.”
„Result cannot be seen
on the map.”
Frauen in OpenStreetMap 22
Einstieg und
Komplexität
Negative Erfahrungen
Technisches Feedback
„When you did a lot of
work and you cannot
upload it, it’s really
frustrating.”
„It would be useful if
mistakes would be
highlighted once you
try to upload your
edited parts.”
Frauen in OpenStreetMap 23
Einstieg und
Komplexität
Negative Erfahrungen
Technisches FeedbackTechnisches Feedback
„In general it would be an advantage, if
the contribution process didn’t take that
long, because less passionate users might
lose interest during long mapping
sessions."
Frauen in OpenStreetMap 24
Vereinfachung des Einstiegs
(derzeit komplex und uneinheitlich)
− einfach auffindbares, nutzungsfreundliches Tutorium für den
Einstieg
− intuitiv, nutzungsfreundlich,
wenig zeitaufwändig (z.B. Smartphone App)
Vorgeschlagene Maßnahmen
Frauen in OpenStreetMap 25
Visuelles und technisches Feedback
− Rückmeldung als entscheidender motivierender/
frustrierender Faktor
− Verbesserung der Rückmeldungen bei Fehlern
− positive Rückmeldung (Dankeschön!)
bei erfolgreichem Upload
Vorgeschlagene Maßnahmen
„Always when I finish
mapping it showed: error,
wrong information. They
should rather encourage and
tell me: good work!”
Frauen in OpenStreetMap 26
Projektbasiertes Mapping
− OSM durch gezielte Projekte stärker in das Bewusstsein der
Menschen zu rücken
− Mapping-Events mit speziellem Ziel, spezieller Zielgruppe
Vorgeschlagene Maßnahmen
Frauen in OpenStreetMap 27
Alyssa Wright, SotM US 2013: OpenThreads: The Community
of OpenStreetMap Mailing List (slides/video)
Frauen in OpenStreetMap 28
Soziale Events
− … um Beitragende zu gewinnen,
− … um Beitragende aktiv zu halten,
− … um direkten persönlichen Austausch fördern
Vorgeschlagene Maßnahmen
„Motivating is meeting new people
and doing something together.”
„For the fun to go out
with the people and map,
yes, maybe [I would
contribute again].” http://wiki.openstreetmap.org/wiki/File:Wie
nerStammtisch_Jan2011.jpg
Frauen in OpenStreetMap 29
 Interviews mit 18 erfahrenen OSM-Beitragenden (9w/9m)
 Fokus: Mapping-Werdegang, Motivation, Erfahrungen mit der
Community
 Interessante Aspekte:
− Weibliche Interviewpartner haben OSM zum Großteil in einem sozialen
Kontext gelernt (Kurs, Mapping-Treffen, mit Freunden); Männer eher im
Alleingang (learning by doing)
− Generell positive Erfahrungen mit der Community
 teilweise fast schon familiäre Atmosphäre; man arbeitet an einem gemeinsamen
Ziel; Diskussionen sind nötig und wichtig
 teilweise aber auch aggressive RTFM-Attitüde
 starker Fokus auf Daten und Tools, wenig sozialer Charakter
− Gründe für Gender-Gap:
 nicht OSM-spezifisch, sondern Domänen-spezifisch
 hohe technische Einstiegshürden, schlechte Usability
 zu wenig soziale Interaktion
Telefoninterviews
Frauen in OpenStreetMap 30
 Umfragezeitraum: Februar 2013
 Hauptsächliche Zielgruppe:
Personen, die OSM kennen, aber nicht (mehr) aktiv sind
 Ausgesandt über:
− Mailinglists in der generellen Geo-/Kartographie-Community
− Twitter
− OSM-Community
 Fokus:
− Was hält derzeit inaktive Personen von der Teilnahme ab?
− Was könnte sie motivieren?
− + 2 Genderfragen
 516 vollständige Antworten (davon 24% Frauen)
Online-Umfrage
Frauen in OpenStreetMap 31
Erfahrung und Geschlecht
 218 Personen in den derzeit nicht aktiven Gruppen
Frauen in OpenStreetMap 32
Bezug zu OSM nach Geschlecht
Frauen in OpenStreetMap 33
Warum Personen nicht (mehr) teilnehmen
10.3
16.4
22
25
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29.7
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40.1
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52.6
65.1
0 10 20 30 40 50 60 70
Unfriendly or hostile communication.
Edits are not immediately visible on the map.
I lost interest in the aims of OSM.
Help and support are insufficient/confusing.
Lack of communication/interaction with…
I am afraid to do something wrong.
In my work/project I do not need OSM…
Editing is too complex.
I forgot about it.
Map seems complete in my area.
Contributing process is too time-consuming.
Percentage
 Keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen oder den Geschlechtern
Frauen in OpenStreetMap 34
Was würde Personen zur
(Wieder-)Teilnahme motivieren?
 Signifikanz nur bei Gruppen, nicht Geschlechtern
Frauen in OpenStreetMap 35
Hier nochmal die wichtigsten Punkte (in deutsch & lesbar):
 Mapping für einen konkreten Zweck (48%)
 Weniger zeitaufwändige Mapping-Lösungen (44%)
 Tutorial für OSM-Neulinge (39%)
 Nutzungsfreundlicheres Interface (35%)
Was würde Personen zur
(Wieder-)Teilnahme motivieren?
Frauen in OpenStreetMap 36
 Zeitaufwand für Mapping/Editieren
 „Nerd“-Community
 wenige weibliche „role models“
 hohe technische Einstiegshürden
 generell wenige Frauen im Technologie-/Kartographie-Bereich
 Angst, etwas falsch/kaputt zu machen
 zu wenige relevante Anwendungen von OSM für den Alltag
 Wert von offenen Daten ist schwer vermittelbar
 biologistische Gründe („Maps have always been a ‘man thing’“)
Was sind die Gründe für den Gendergap
aus Sicht der Community?
Frauen in OpenStreetMap 37
129 von 318 Personen haben die offene Frage beantwortet.
Zusammenfassung:
 Technische Einstiegshürden verringern
 OSM besser in den Alltag integrieren
 OSM bereits in der Ausbildung (Schule/Universität) verwenden
 Relevantere OSM-Anwendungen
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Antworten aus Sicht der Community
Frauen in OpenStreetMap 38
ZUSAMMENFASSUNG
Frauen in OpenStreetMap 39
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 Was kann jeder einzelne von uns tun?
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Wege zu mehr Diversität
Frauen in OpenStreetMap 40
Danke!
Anonymisierte Umfrageergebnisse ab
August 2013 auf der Projektwebsite:
http://cartography.tuwien.ac.at/fem2map
manuela.schmidt@tuwien.ac.at
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Frauen in OpenStreetMap. Oder: Vielfältigere Gruppen für OSM begeistern.

  • 1. Frauen in OpenStreetMap. Oder: Vielfältigere Gruppen für OSM begeistern. Manuela Schmidt und Silvia Klettner, TU Wien Renate Steinmann und Elisabeth Häusler, Salzburg Research
  • 2. Frauen in OpenStreetMap 2 Ausgangspunkt unserer Forschung Budhathoki 2010 (3%) Lechner 2011 (1,8%) Stark 2009 (5%), 2011 (4%) ~97% ~3% OpenStreetMap Male Female
  • 3. Frauen in OpenStreetMap 3 Hans-Jörg Stark, FOSSGIS 2011: Warum Herr Schmidt in OSM mitmacht, Frau Müller hingegen nicht
  • 4. Frauen in OpenStreetMap 4  geringere Teilnehmendenzahlen  weniger generierte Inhalte  potentiell fehlende Heterogenität der Beiträge − Diversität der Beitragenden erhöhen! Warum ist das relevant?
  • 5. Frauen in OpenStreetMap 5  Um mehr und unterschiedlichere Gruppen zu aktivieren: − Was kann diese zur Beteiligung motivieren? − Welche Barrieren behindern eine Teilnahme?  Fokus der Studie: Frauen  Forschungsmethoden: − Langzeitstudie − Interviews mit aktiven OSM-Mitgliedern − Internetfragebogen Wie kommt man zu mehr Diversität?
  • 6. Frauen in OpenStreetMap 6 Forschungsdesign Langzeitstudie Session 1: Kartieren mit Walking Papers Mapping-Übungen Nachbefragungen Mapping-Tagebuch Session 2: Mapping auf Basis von Satellitenbildern Session 3: Outdoor mapping mit GPS (Gruppenaktivität) Session 4: Freies Mappen und Reflexion 2 Monate später 4 Monate später
  • 7. Frauen in OpenStreetMap 7 Stichprobe und Erhebung  Entsprechend dem “typischen” OSM-Beitragenden: − technologieversiert − gut ausgebildet − zwischen 20 und 40 Jahren  12 Teilnehmerinnen − Studierende der TU Wien − 23-38 Jahre − Kartographie, Raumplanung, Informatik − Anreiz zur Teilnahme: Course Credits  Qualitative Studie zur Generierung von Hypothesen über Barrieren und Motivationen
  • 8. Frauen in OpenStreetMap 8 Ziel: Einstieg in OSM durch selbstständiges Mappen  Sammeln von Daten mit Walking Papers  Eintragen der erhobenen Punkte mit Editor  Hilfestellung: OSM-Wiki, Tutorien, OpenStreetBugs Session 1: Walking Papers
  • 9. Frauen in OpenStreetMap 9 Ziel: Umgang mit Editoren, Mappen von Luftbildern  Hilfestellung von OSM-Mitglied aus der lokalen Community Session 2: Armchair Mapping
  • 10. Frauen in OpenStreetMap 10 Ziel: Umgang mit GPS- Geräten, Datentransfer in OSM, Verarbeitung der Tracks  Exkursion in den Wienerwald  Hilfestellung von OSM-Usern aus der lokalen Community Session 3: Outdoor Mapping
  • 11. Frauen in OpenStreetMap 11 a) Selbstständiges Mappen zweier frei gewählter Gebiete b) Reflexion der Erfahrungen mit OSM in Gruppen (2-4 Personen).  4 Wochen Zeit für freies Arbeiten  Präsentationstermin Aufgabe für die Teilnehmerinnen
  • 13. Frauen in OpenStreetMap 13 Vorher/Nachher-Screenshots der Arbeit einer Teilnehmerin
  • 15. Frauen in OpenStreetMap 15 Positive Erfahrungen Sozialer Kontakt Freie Daten „We use our own knowledge to map something and other people can see that and maybe it is useful for them and it makes you happy if your contribution is used by others.” „After tagging so many points the map will be more complete.”
  • 16. Frauen in OpenStreetMap 16 Positive Erfahrungen Sozialer Kontakt Freie Daten
  • 17. Frauen in OpenStreetMap 17 Positive Erfahrungen Sozialer Kontakt Freie Daten „You get to know your city when you go and map.” „Especially being outside to map is really a lot of fun.”
  • 18. Frauen in OpenStreetMap 18 Positive Erfahrungen Sozialer Kontakt Freie Daten „A motivating experience is when results are immediately visible.”
  • 19. Frauen in OpenStreetMap 19 Positive Erfahrungen „As I look back, I would say that mapping is all about interaction – with people, with space, with maps." Freie Daten Sozialer Kontakt
  • 20. Frauen in OpenStreetMap 20 Negative Erfahrungen Einstieg und Komplexität Technisches Feedback Einstieg und Komplexität Technisches Feedback „There is a possibility to ask a question but there isn’t something for beginners to know what to do.” „It takes time to find the right symbols and tags – if they exist.”
  • 21. Frauen in OpenStreetMap 21 Einstieg und Komplexität Negative Erfahrungen Technisches FeedbackTechnisches Feedback „Mapped Points of Interest sometimes do not appear on the map – depending on different zoom levels.” „Result cannot be seen on the map.”
  • 22. Frauen in OpenStreetMap 22 Einstieg und Komplexität Negative Erfahrungen Technisches Feedback „When you did a lot of work and you cannot upload it, it’s really frustrating.” „It would be useful if mistakes would be highlighted once you try to upload your edited parts.”
  • 23. Frauen in OpenStreetMap 23 Einstieg und Komplexität Negative Erfahrungen Technisches FeedbackTechnisches Feedback „In general it would be an advantage, if the contribution process didn’t take that long, because less passionate users might lose interest during long mapping sessions."
  • 24. Frauen in OpenStreetMap 24 Vereinfachung des Einstiegs (derzeit komplex und uneinheitlich) − einfach auffindbares, nutzungsfreundliches Tutorium für den Einstieg − intuitiv, nutzungsfreundlich, wenig zeitaufwändig (z.B. Smartphone App) Vorgeschlagene Maßnahmen
  • 25. Frauen in OpenStreetMap 25 Visuelles und technisches Feedback − Rückmeldung als entscheidender motivierender/ frustrierender Faktor − Verbesserung der Rückmeldungen bei Fehlern − positive Rückmeldung (Dankeschön!) bei erfolgreichem Upload Vorgeschlagene Maßnahmen „Always when I finish mapping it showed: error, wrong information. They should rather encourage and tell me: good work!”
  • 26. Frauen in OpenStreetMap 26 Projektbasiertes Mapping − OSM durch gezielte Projekte stärker in das Bewusstsein der Menschen zu rücken − Mapping-Events mit speziellem Ziel, spezieller Zielgruppe Vorgeschlagene Maßnahmen
  • 27. Frauen in OpenStreetMap 27 Alyssa Wright, SotM US 2013: OpenThreads: The Community of OpenStreetMap Mailing List (slides/video)
  • 28. Frauen in OpenStreetMap 28 Soziale Events − … um Beitragende zu gewinnen, − … um Beitragende aktiv zu halten, − … um direkten persönlichen Austausch fördern Vorgeschlagene Maßnahmen „Motivating is meeting new people and doing something together.” „For the fun to go out with the people and map, yes, maybe [I would contribute again].” http://wiki.openstreetmap.org/wiki/File:Wie nerStammtisch_Jan2011.jpg
  • 29. Frauen in OpenStreetMap 29  Interviews mit 18 erfahrenen OSM-Beitragenden (9w/9m)  Fokus: Mapping-Werdegang, Motivation, Erfahrungen mit der Community  Interessante Aspekte: − Weibliche Interviewpartner haben OSM zum Großteil in einem sozialen Kontext gelernt (Kurs, Mapping-Treffen, mit Freunden); Männer eher im Alleingang (learning by doing) − Generell positive Erfahrungen mit der Community  teilweise fast schon familiäre Atmosphäre; man arbeitet an einem gemeinsamen Ziel; Diskussionen sind nötig und wichtig  teilweise aber auch aggressive RTFM-Attitüde  starker Fokus auf Daten und Tools, wenig sozialer Charakter − Gründe für Gender-Gap:  nicht OSM-spezifisch, sondern Domänen-spezifisch  hohe technische Einstiegshürden, schlechte Usability  zu wenig soziale Interaktion Telefoninterviews
  • 30. Frauen in OpenStreetMap 30  Umfragezeitraum: Februar 2013  Hauptsächliche Zielgruppe: Personen, die OSM kennen, aber nicht (mehr) aktiv sind  Ausgesandt über: − Mailinglists in der generellen Geo-/Kartographie-Community − Twitter − OSM-Community  Fokus: − Was hält derzeit inaktive Personen von der Teilnahme ab? − Was könnte sie motivieren? − + 2 Genderfragen  516 vollständige Antworten (davon 24% Frauen) Online-Umfrage
  • 31. Frauen in OpenStreetMap 31 Erfahrung und Geschlecht  218 Personen in den derzeit nicht aktiven Gruppen
  • 32. Frauen in OpenStreetMap 32 Bezug zu OSM nach Geschlecht
  • 33. Frauen in OpenStreetMap 33 Warum Personen nicht (mehr) teilnehmen 10.3 16.4 22 25 25.4 29.7 33.2 40.1 44.8 52.6 65.1 0 10 20 30 40 50 60 70 Unfriendly or hostile communication. Edits are not immediately visible on the map. I lost interest in the aims of OSM. Help and support are insufficient/confusing. Lack of communication/interaction with… I am afraid to do something wrong. In my work/project I do not need OSM… Editing is too complex. I forgot about it. Map seems complete in my area. Contributing process is too time-consuming. Percentage  Keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen oder den Geschlechtern
  • 34. Frauen in OpenStreetMap 34 Was würde Personen zur (Wieder-)Teilnahme motivieren?  Signifikanz nur bei Gruppen, nicht Geschlechtern
  • 35. Frauen in OpenStreetMap 35 Hier nochmal die wichtigsten Punkte (in deutsch & lesbar):  Mapping für einen konkreten Zweck (48%)  Weniger zeitaufwändige Mapping-Lösungen (44%)  Tutorial für OSM-Neulinge (39%)  Nutzungsfreundlicheres Interface (35%) Was würde Personen zur (Wieder-)Teilnahme motivieren?
  • 36. Frauen in OpenStreetMap 36  Zeitaufwand für Mapping/Editieren  „Nerd“-Community  wenige weibliche „role models“  hohe technische Einstiegshürden  generell wenige Frauen im Technologie-/Kartographie-Bereich  Angst, etwas falsch/kaputt zu machen  zu wenige relevante Anwendungen von OSM für den Alltag  Wert von offenen Daten ist schwer vermittelbar  biologistische Gründe („Maps have always been a ‘man thing’“) Was sind die Gründe für den Gendergap aus Sicht der Community?
  • 37. Frauen in OpenStreetMap 37 129 von 318 Personen haben die offene Frage beantwortet. Zusammenfassung:  Technische Einstiegshürden verringern  OSM besser in den Alltag integrieren  OSM bereits in der Ausbildung (Schule/Universität) verwenden  Relevantere OSM-Anwendungen  Verbesserung der sozialen Aspekte  Anreize (Belohnungen, Spiele, etc.)  Es sollte nichts getan werden (11%) Was sollte getan werden? Antworten aus Sicht der Community
  • 38. Frauen in OpenStreetMap 38 ZUSAMMENFASSUNG
  • 39. Frauen in OpenStreetMap 39  Welche gesellschaftlichen Änderungen könnten helfen?  Was kann die OSMF tun? − Diversity-Förderung als konkretes Ziel der OSMF z.B. analog zu Wikimedia… http://meta.wikimedia.org/wiki/Gender_Gap_Manifesto  Was kann jeder einzelne von uns tun? − Usability schon bei der Entwicklung von Tools berücksichtigen (frühzeitig mit unterschiedlichen Zielgruppen testen) − breiter angelegte soziale Aktivitäten − mehr OSM-Anwendungen und -Projekte, die an die Lebensrealitäten von potentiellen neuen Mapperinnen und Mapper anknüpfen − … − Jeder kann auch mit kleinen Schritten dazu beitragen, OSM noch besser, freundlicher und erfolgreicher zu machen  Wege zu mehr Diversität
  • 40. Frauen in OpenStreetMap 40 Danke! Anonymisierte Umfrageergebnisse ab August 2013 auf der Projektwebsite: http://cartography.tuwien.ac.at/fem2map manuela.schmidt@tuwien.ac.at Projekt gefördert im Rahmen des Förderprogramms FEMtech des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit)