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Zum 70ervon Wolfgang Kaufmann
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03
	 Special zum 70. Geburtstag von Wolfgang Kaufmann | ImmoFokus 2017
Und er nahm sich für die entscheidenden Momente im Leben Zeit: So be-
suchte er uns spontan im Ferienlager oder beim Studieren in Wien bzw.
Innsbruck. Dank der Einführung des Mobilfunks gab es regelmäßige,
tägliche Telefonate, wobei wir uns nicht sicher waren, ob er in unserer
Studienzeit nicht deswegen um 7 Uhr angerufen hat, damit wir nur ja
nicht nicht studieren. Sei es drum. Er war greifbar und er prägte uns mit
seinen Ideen und Werten. Vertrauen ist dabei ein Schlüsselbegriff und
die Einstellung, dass Ziele mit Disziplin und Ausdauer erreichbar sind.
4. Von Geburt an „Kaufmann“!
UnserVateristArchitektunddieseBerufungistseinBeruf.MitihmBaustel-
lenzubesichtigenoderIdeenzuPapierzubringen,sindmagischeMomente.
Er denkt sich in die Nutzer hinein, antizipiert die Anforderungen an ein
Gebäude und schafft es, die Komplexität einer Immobilie, einer Stadt auf
wenige Striche zu reduzieren. Gleichzeitig ist er von Geburt „Kaufmann“:
seit '72 ist er unternehmerisch derart erfolgreich, dass er zeitlebens keine
finanziellen Sorgen mehr haben muss. Er hat Unternehmen aufgebaut und
alsBauträgerzahlreicheImmobilienentwickelt.Abererhatauch„Stehsätze“
in Gesprächen verwendet, die uns oftmals genervt haben, auch wenn diese
natürlich einen wahren Kern haben: So braucht für ihn ein gutes Produkt kein
Marketing. Stimmt. Wer weniger ausgibt, muss weniger verdienen. Stimmt.
Reich wird der, der mehr verdient als er fürs Leben braucht. Stimmt. Ein gutes
Geschäftist,wennnachAbschlussbeideSeitenzufriedensind. Stimmt. Vertraue
Dir.VertraueMitarbeitern.VertraueDirinderFührungderMitarbeiter.Stimmt.
5. Zu Recht stolz!
Niedarfvergessenwerden,dasserausdemNichtsvielaufgebauthat.Dafür
gebührt ihm höchste Hochachtung. Beruflich hat er großartige Gebäude
gebaut und gerade in Linz einige Gegenden städtebaulich geprägt. Viele
KundenbegleiteterseitJahrzehntenunderhateinFamilienunternehmen
imbestenSinnegegründet.SeineSöhnesindstolzaufihnunddankbarfür
jedeMinute,diewirgemeinsamverbringen/telefonieren.
Geschafft! Eine Seite kann der Aufgabe gar nicht gerecht werden – hof-
fentlich ist es uns gelungen zu zeigen, wie lieb wir ihn mit all seinen
Stärken und Schwächen haben. Und wie schön es ist, die nächste Genera-
tion Kaufmänner zu sein. n
5Gedankenzum
70erunseresVaters
D
ieSeitedreieinesMagazinsgehörttraditionelldemHeraus-
geber, so steht es auch im Plan für diesen Sonderdruck.
Seitdem wir den Verlag als Brüderpaar führen, ist uns das
Schreiben des Herausgeberbriefs immer leichtgefallen.
Dieses Mal war es eine über Tage dauernde Mammutaufgabe, deren
Ausgangoffenist.DieFrage,wasSöhneöffentlichihremVaterschreiben,
quälte uns. Um diese Seite nicht leer zu lassen, näherten wir uns dem
Thema mit fünf „gewagten“ Gedanken:
1. Beruf geht vor!
Wenn das Kinderzimmer bei der Geburt untertags das Büro ist, steht
von vornherein fest, wo die Prioritäten liegen. An diese erste Zeit kann
ich mich nicht erinnern, aber wer weiß schon alles, was er in den ersten
MonatenaufErdenerlebt.Erzähltwurdeesmiroftundsoweißichheute:
wo ich nachts schlafen (sollte), wurden untertags Häuser geplant und ein
Unternehmen aufgebaut. Das Büro übersiedelte und unser Vater bis auf
wenige Stunden Schlaf und ein Frühstück auch. So ist es, wenn ein Vater
aus Leidenschaft arbeitet und der Beruf vorgeht.
Erwähnt muss werden, dass das Kinderzimmer von Julian und Carolina,
auch zuerst ein Büro war – einziger Unterschied: Bei der Geburt war das
Büro schon weg.
2. Erich Fromm hat Recht!
Wir wurden älter. An Familienurlaube oder gemeinsamen Zeiten, wie es
laut Erzählungen in Familien oftmals üblich ist, können wir uns trotzdem
nichterinnern.Esgabdieseeinfachnicht.Wirwarenundsindzufrieden,so
wie es war. Von außen kamen immer wieder Fragen und verwunderte Be-
merkungen, warum wir nicht samstags einfach gemeinsam Sport machen.
BeiErichFrommhabenwireineErklärunggefunden:WirhattendasGlück
einermütterlichenLiebe,diebedingungslosist,undeinerväterlichenLiebe,
welchedieAufgabehat,dasKindzulehrenundanzuleiten.UnserVaterhat
uns gezeigt, wie wir uns in der Gesellschaft bewegen, welche Tugenden
notwendigsindbzw.wasnotwendigist,umerfolgreichzusein.
3. Werte für Generationen!
Eine traditionelle Vater-Söhne-Beziehung hatten wir nie, aber wir ha-
ben einen Vater, der immer für uns da war. Nicht „immer“ im Sinne ab
17 Uhr nach der Arbeit und am Wochenende. Aber wir konnten ihn jed-
erzeit anrufen oder ihn im Büro besuchen – er hob ab und wir konnten
immer zu ihm ins Zimmer. Seine Stärke ist, dass wir seine Anspannung,
seinen Stress, vielleicht auch seine Sorgen nie gespürt haben. Für uns
war er ruhig und greifbar.
Philipp Kaufmann
geboren 1974
Fabian Kaufmann
geboren 1975
04 05
	 Special zum 70. Geburtstag von Wolfgang Kaufmann | ImmoFokus 2017
ImmoFokus 2017 | Special zum 70. Geburtstag von Wolfgang Kaufmann	
Architekt richtig berät, kann das sehr positiv
sein. Die Gefahr ist, dass sich der Planer selbst
verwirklichenwill.Dannwirdesgefährlich.Ein
Haus zu planen, das dem Planer gefällt, im dem
sich der Bauherr aber nicht wohl fühlt, ist das
Schlimmste, was ein Architekt tun kann – ei-
gentlich ein Verbrechen.
Heißt das, ein guter Architekt ist der, der
sich in die Rolle des Bauherrn versetzt...
 
 Selbstverständlich. Er muss ihn ja beraten
und korrigieren. Er muss ihn rundherum ser-
vicieren. Ein Architekt kann eine Familie zer-
stören, wenn sie ein Haus um 500.000 Euro
bestellen und nach der Planung eine Million
Euro dafür zahlen müssen – dann werden sie
nicht mehr glücklich sein.
Für einen Architekten oder Planer sollte es
aber verpflichtend sein, dass er die Kosten
richtig einschätzt. Wobei es zum Beispiel im
öffentlichen Bereich durchaus Sinn ergeben
kann, wenn zu Beginn gesagt wird, das kos-
tet 100 Millionen Euro und in Wirklichkeit
sind es 200 Millionen. Würden von Anfang
an 200 Millionen Euro im Raum stehen,
würde es nie gebaut werden. Bei 100 Mil-
lionen wird es gebaut. Wenn die Wahr-
heit dann am Tisch liegt, gibt es
kurz einen riesen Stunk
und dann ist
ImGespräch
Mein Beruf ist mein Hobby. Man nimmt es mir vielleicht nicht ab, aber
ich habe nie wegen des Geldes gearbeitet, meint Wolfgang Kaufmann im
Interview mit dem ImmoFokus.
Autor: Michael Neubauer in der Nacht Taxi gefahren – Vorteil: Ich war
mobil. Ich habe alle möglichen Aushilfstätig-
keiten gemacht und mir so das Studium selbst
finanziert. Daher weiß ich auch, was es heißt,
sparsam leben zu müssen.
Nach dem ersten Studienabschnitt habe ich ein
Stipendium bekommen. Ich war Assistent am
Geometrie-Lehrstuhl.DamitistdieSachefinan-
ziell relativ gut gegangen. Ich konnte mir sogar
ein kleines Auto leisten. Es ist mir eigentlich
geweigert, mich im Semester zu korrigieren
und nur gemeint: „Wir sehen uns dann bei der
Schlussbesprechung.“ Er hat mich als jungen,
netten Kollegen akzeptiert – und ich habe mit
sehr guten Noten abgeschnitten.
Wieso haben Sie in München studiert? Was
hat Sie nach Bayern verschlagen?
 
 Es war die Ausbildung. Zu meiner Zeit gab
es in München die bessere Ausbildung. Heute
würde ich in die Schweiz gehen.
Warum sind die Schweizer heute „besser“?
 
 Das hängt primär an den Professoren.
WaresimmerschonIhrWunsch,Architekt
zu werden?
 
 Wäre ich ein Politiker, würde ich sagen: be-
reits in der Sandkiste. Aber ich bin kein Poli-
tiker. Im Laufe der HTL-Zeit kam die Ausein-
andersetzung mit der dritten Dimension und
vor allem mit dem Menschen. Architektur ist
ja nicht nur Selbstzweck, sondern eine Form,
Lebensräume zu gestalten.
MachendasdieheutigenArchitektenauch?
 
 Ich hoffe.
Dies klingt nicht gerade euphorisch?
 
 Ich möchte nie einen Kollegen kritisieren.
Warum sind Sie nach Studienabschluss
nach Linz zurückgekommen und nicht in
München geblieben?
 
 Anfang der siebziger Jahre ist wegen der
OlympischenSommerspielejeder,dereinenge-
raden Strich zeichnen konnte, nach München
gegangen. Da habe ich mir gedacht, wenn alle
draußen in Bayern sind, dann gehe ich zurück.
Eigentlich müsste ich dort gebraucht werden.
Die These ist aufgegangen. Es war kein Fehler.
Ich habe mich dann relativ schnell – unerlaub-
terweise – unter der Baumeisterkonzession mit
einer GesmbH selbstständig gemacht und war
als Planer tätig. Etwas verzögert bin ich dann
Ziviltechniker geworden, weil man mich in der
Ingenieurkammer nicht besonders hofiert hat.
Wie darf man das verstehen?
 
Ichwarnieangestellt.AlsZiviltechnikermusste
man damals aber fünf Jahre Praxis haben. Den
Nachweiszuerbringen,warfürmichsehrschwer,
aberschlussendlichhabeichesgeschafft.
Es wird kolportiert, Sie wären zu Grund-
stückskäufen auch mit einem Koffer voll
Geld gekommen?
 
 Ja, schon. Aber [lacht] zuerst war ich bei der
Bank und habe es offiziell abgehoben. Der
Architekturberuf lebt meines Erachtens nach
vom Vertrauen, wie der medizinische Beruf.
Ich würde mir nie einen Herzschrittmacher
vom praktischen Arzt einbauen lassen. Ich
frage drei Mal, hat er das schon oft gemacht?
Ist er zuverlässig? Kann er es? Ist er der Beste
oder der Zweitbeste in der Region? Zum Besten
gehe ich dann auch.
Referenzen und Vertrauen sind die wesentli-
chen Punkte im Verhältnis Bauherr und Archi-
tekt. Wenn das Vertrauen nicht da ist, tut sich
der Architekt schwer und der Bauherr hinter-
fragt jeden kleinen Schritt. Da wird man nie
zusammenkommen.
Architektur heißt, für den Bauherren tätig
zu sein. Dass man ihn richtig berät, damit er
das richtige Objekt am richtigen Platz ent-
sprechend seinen Gepflogenheiten bekommt.
Wenn man ein Einfamilienhaus baut, müsste
der Architekt eigentlich ein oder zwei Monate
bei den Auftraggebern leben, damit er weiß, wo
die Reise hingeht. Es kann sich jeder Bauherr
nur das wünschen, was er kennt. Als Archi-
tekt hat man den Vorteil, dass das Spektrum
der Erfahrung größer ist – ganz klar. Wenn der
immer gut gegangen. Im siebten Semester habe
ich dann gemeinsam mit Kollegen einen vom
Städtebauprofessor von der Technischen Uni-
versität München ausgelobten städtebaulichen
Wettbewerbgewonnen.BeidiesemWettbewerb
haben auch einige Assistenten der TU mitge-
macht. Aber wir Studenten haben gewonnen.
Wie haben die darauf reagiert?
 
 Freundlich. Professor Weber selbst hat sich
nach dem gewonnenen Wettbewerb charmant
„Ein guter Architekt
ist der, der sich in die
Rolle des Bauherrn
versetzt.“
Fotos:
Fotolia
Mir wurde erzählt, Sie wären ein äußerst
eifriger Student gewesen und hätten Ihr
Architekturstudium in rekordverdächti-
gem Tempo abgeschlossen?
Kaufmann: Ein Semester unter der Min-
deststudienzeit. Aber nicht, weil ich eifrig,
sondern weil ich talentiert war. Mindestzeit
war damals zehn Semester. Im Schnitt sind bei
vielen Studenten 18 Semester daraus gewor-
den. Ich habe studiert, musste aber auch Geld
verdienen: So bin ich während des Studiums
Horn
1947 - 1950
Steyr
1950 - 1959
Linz
München
1966 - 1970
06 07
	 Special zum 70. Geburtstag von Wolfgang Kaufmann | ImmoFokus 2017
ImmoFokus 2017 | Special zum 70. Geburtstag von Wolfgang Kaufmann	
Fehlt den Architekten die kaufmännische
Ausbildung?
 
 Das ist im Architekturstudium überhaupt
kein Thema. Ein Absolvent hat keine Ahnung,
wie die Preissituation ist. Bitte nicht missver-
stehen: Es muss auch nicht alles über den Preis
entschieden werden. Wenn aber der Bauherr
etwas Bestimmtes fordert, dann wird es ge-
fährlich. Wenn ich heute in einem Konzern für
dieAuswahlderFirmenautoszumVersandvon
Paketen verantwortlich bin und Mercedes 500
liebe, dann ist es möglich, dass sich die Chauf-
feure bei mir bedanken, aber der Chef wird
mich rausschmeißen, weil ich keine Ahnung
habe. So ist es auch im Baumanagement. Das
wurde dem Architekten entzogen.
Einfamilienhäuser, Büros… es gibt kaum
eine Assetklasse, in der Sie nicht tätig wa-
ren. Haben Sie ein Lieblingsprojekt?
 
 Immer das nächste.
Was ist das nächste?
 
 Das ist das, was ich noch nicht kenne, aber es
wird mein Lieblingsprojekt. (lacht)
Wie lang möchten Sie noch tätig bleiben?
Andere sind mit 70 schon lange im – wie
es dann heißt – wohlverdienten Ruhestand
und gehen angeln?
 
 Ichwürdeessosagen:Wenneinerangeltund
den Wurm noch am Haken hat, soll er fischen.
Mein Lebensziel, mein Hobby und meine Frei-
zeitgestaltung ist Architektur – die dritte Di-
mension, wenn man will. Solange ich noch die
Sehkraft und den Hausverstand habe, möchte
ich noch in der Architektur fischen. Abgese-
hen davon ist 70 Jahre der Beginn des dritten
oder vierten Frühlings.
Ist der Beruf dann Hobby gewesen?
 
 Mein Beruf ist mein Hobby. Man nimmt es
mir vielleicht nicht ab, aber ich habe nie we-
gen des Geldes gearbeitet. Ich bin immer der
Meinung, wenn man sich einbringt, wenn man
Leistung bringt und wenn man den Gesprächs-
partner für etwas begeistern kann, dann wird
dir das am Ende des Tages, wenn es erfolgreich
ist, honoriert. So war es auch. Und anschlie-
ßendwurdeichweitergereicht.Wirhabenzum
Teil Bauherren, die uns über 30 oder 35 Jahre
das Vertrauen schenken und mit uns mitgehen
und wir gehen mit ihnen. Das finde ich schon
sehr schön. Wir haben auch Mitarbeiter, die 35
Jahre bei uns beschäftigt sind.
die Sache auch wieder erledigt. Dann ist
aber das Objekt gebaut und wird vielleicht
zum Denkmal. Siehe die Elbphilharmonie
in Hamburg. Sicher ein Denkmal für die Zu-
kunft. Dass es sich jedoch so verteuert hat,
ist trotzdem peinlich.
Wo liegen die Ursachen, dass sich ein Pro-
jekt wie die Oper in Hamburg um den Fak-
tor 10 verteuern kann? Sind die Themen
schon so komplex geworden?
 
 Da geht es um echtes Geld. Das ist schon
sehr schlimm. Das passiert nur dann, wenn
werksfremde Leute am Ruder sind und be-
stimmen müssen und, weil sie selbst keine
Erfahrung haben, einen Gutachter nach dem
anderen verbrauchen. Jeder Gutachter ver-
tritt seine persönliche Meinung. Am Schluss
explodiert das Ding.
Die Entscheidungskräfte sind in meinen Au-
gen zum Teil nur deshalb befähigt, dass sie
das machen, weil sie eingesetzt wurden. Sie
sind nur am Papier befähigt und nicht von der
Fachkenntnis her. Wir haben heute sehr viele
Betriebswirte, die einfach drüberfahren und
glauben,siekönnenbeiFragenderArchitektur
mitreden. Da muss man leider sagen, natürlich
– kraft Amtes – können sie mitreden, aber in
der Praxis haben sie sehr wenig Erfahrung. Sie
sind aber zumeist rhetorisch so begabt, dass ih-
nen nie ein Strick gedreht wird.
Ist das in der Vergangenheit einfacher ge-
wesen oder hat sich das Verhältnis mit den
Jahren verkompliziert?
 
 Jetzt komme ich wieder zu dem Ausgangs-
punkt: Früher hat der Bauherr dem Architekten
vertraut.HeutebrauchenvielejedeMengeFach-
leute,diedemArchitektensagen:„Dasgeht.“
Wann ist dieses Vertrauen in den Architek-
ten verloren gegangen?
 
 Bedauerlicherweise sind halt sehr viele Feh-
ler passiert. Weil Architekten Termine und die
Kosten in keiner Weise eingehalten haben, sich
selbst verwirklicht haben und am Schluss der
Bauherr unglücklich war.
Am Lerchenfeld 4a, 4020 Linz
1971-1974
Hasnerstr. 9 (3. Stock)
1974-1980
Pillweinstr. 30, 4020 Linz
1980-2009
Huemerstr. 21, 4020 Linz
seit 2009
BÜROADRESSEN
„Wenn es darauf
ankommt, muss man
schon sagen, das
muss so sein.“
08 09
	 Special zum 70. Geburtstag von Wolfgang Kaufmann | ImmoFokus 2017
ImmoFokus 2017 | Special zum 70. Geburtstag von Wolfgang Kaufmann	
Der Bentley – ein Fahrzeug fürs Leben?
 
 Dasistrichtig.IchraucheauchinmeinenAu-
tos. Es sind meine Autos und wenn mir einer
erklärt, das drückt den Wiederverkaufswert
enorm, dann interessiert mich das überhaupt
nicht. Wenn einer es nicht will, wird er es nicht
kaufen. Abgesehen davon denke ich gar nicht
daran, meine Bentleys zu verkaufen. Übrigens:
Das Leder des Bentleys assimiliert den Rauch
hervorragend.
Ist es ein Problem, von den jungen nachrü-
ckenden Mitarbeitern und Partnern akzep-
tiert zu werden?
 
 Es ist überhaupt kein Problem. Ich sehe es
von der anderen Seite: Als älterer Mensch
schulmeistertman.Erstensweißmanallesbes-
ser und zweitens langweilt man die Jugend mit
Geschichten, die sie in keiner Weise interessie-
ren. Aus diesem Grund ist Disziplin angesagt,
bei den Geschichten sich auf die Zunge zu bei-
ßen und Stopp zu sagen. Tunlichst ist nicht zu
erwähnen, wie oft man Dinge schon gemacht
hat und es deshalb so viel besser wüsste. Druck
erzeugt Gegendruck. Möglichst einfühlsam.
Wenn es darauf ankommt, muss man schon
sagen, das muss so sein. Aber das ist das Ende
eines Prozesses. Wenn man sich an das hält,
kommt man mit den Jungen gut aus.
IchhabezudiesennachrückendenPersonenein
ganz natürliches, charmantes Verhältnis. Wenn
sie mir das Vertrauen schenken – liebend gern.
Und wenn nicht – Du kannst Vertrauen nicht er-
schwindeln, erkaufen oder mit der Brechstange
erreichen. Ohne Vertrauen geht es nicht.
Haben Sie sich schon einmal in einer Per-
son getäuscht?
 
 In vielen, freilich. Das ist ganz klar.
Wenn man so lange wie Sie tätig ist, ver-
mengt sich der Freundeskreis mit den be-
ruflichen Kontakten. Gibt es einen, der
Ihnen Freund ist, aber mit Ihnen beruflich
nichts zu tun hat?
 
 Selbstverständlich. Das sind wahrschein-
lich auch die Freunde ohne Hintergedanken
– wechselseitig. Jeder Freund, der einem über
die Arbeitswelt begegnet, hat vermutlich auch
das Gefühl: „Ich habe jetzt einen Auftrag ver-
mittelt.“ Auf der anderen Seite steht: „Der ist
ein wirklicher Freund, der hat einen Auftrag
vermittelt.“ Das fällt bei Freunden, wo kein
wirtschaftlicher Hintergrund besteht, komplett
weg, das ist sehr angenehm. Aber es gibt im Be-
rufsleben auch Bauherren, mit denen es wirk-
Haben Sie noch Kontakt zu ehemaligen
Studienkollegen? Gibt es so etwas wie le-
benslange Freundschaften?
 
 ZuStudienkollegennichtmehr,dadiealleim
Bayrischen oder Norddeutschen Raum sind.
Kontakt schon, aber keine freundschaftlichen
Kontakte. Zu den HTL-Kollegen natürlich. Was
mich entscheidend geprägt hat, ist der Mittel-
schulkartellverband. Da gibt es Lebensfreund-
schaften, die sind sehr schön.
Womit kann man Sie enttäuschen? Wann
würden Sie eine Freundschaft kündigen,
was sind No-Gos?
 
 Die Unwahrheit sagen. Wissentlich die Un-
wahrheit sagen.
Haben Sie dadurch schon die eine oder an-
dere Verbindung gekappt?
 
 Selbstverständlich, ja.
Gibt es eine zweite Chance?
 
 Schwierig. Es gibt das Sprichwort „Wer ein-
mal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er
dann die Wahrheit spricht.“ Man erwartet auch
immer, dass es nochmal passiert. Wobei: Not-
lügen sind wieder etwas ganz anderes.
Gibt es eine Nachfolgeregelung?
 
 Die Übergabe ist bereits klar geregelt. Auf
Mathias Hass und Christoph Schaumberger
kann ich mich verlassen. Beide sind schon seit
längerem im Unternehmen.
Sie sind auch Honorarkonsul der Republik
KroatieninOberösterreich.Wiekamesdazu?
 
 Vor knapp zehn Jahren haben wir, das heißt
mein Sohn Fabian mit seinem Unternehmen
der CC Real, mit der Entwicklung eines Shop-
pingcentersinZagrebersteAktivitätengesetzt.
Wir waren damals sogar kurzfristig der größte
private Investor in Kroatien. Da haben sich
viele Kontakte ergeben, die ich nicht missen
möchte. 2011 hat man mich dann darauf an-
gesprochen, ob ich nicht Honorarkonsul der
Republik Kroatien in Österreich werden wolle.
Dieser Bitte bin ich gerne nachgekommen.
Sie sind bekennender Bentley-Fahrer? Wie
kam die Liebe zum Auto?
 
 Eine Mischung aus Technik und möglicher
Geschwindigkeit – wobei man in Österreich
das ja nicht ausleben kann, aber in Deutsch-
land. Die einen finden Segelboote toll oder vier
Wochen Skifahren Lech am Arlberg. Mich ha-
ben Autos immer fasziniert. Es macht wirklich
Spaß, Bentleys zu fahren.
08.03.1947	 Geburt in Horn
1972	Atelier4020
08.07.1977	 Lentia Immobilien
1978	Architekt
1978	Architekturbüro
kaufmann und part-
ner als Einzelunter-
nehmen
2003	 Berufstitel Professor
2009	 Honorarkonsul von
Kroatien
22.09.2005	GmbH-Gründung
08.03.2017	 70. Geburtstag
FACTBOX
Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?
Nur Fachzeitschriften. Man könnte mich als Fachidioten eingliedern und ich
würde es auch akzeptieren.
Musik, Theater?
Theater ja, aber nicht unbedingt. Ich habe das Problem, dass ich sehr viel arbeite
– immer noch. Wenn es ruhig und beschaulich wird und gerade im Musik-
bereich, wenn es nichts Hitziges ist, sondern was Klassisches, beginnt mein
Körper müde zu werden und wacht am Schluss der Szene wieder auf.
Sport?
IchwareinmalsportlichundhabedasallesdemBerufgeopfert–undeswarkein
Opfer. Ich habe in der Jugend Handball gespielt, war in der oberösterreichischen
Jugendauswahl. Da muss man groß und dynamisch sein. Es war sehr schön, der
Mannschaftssport war eine sehr positive Erfahrung. Ich habe vor Kurzem wieder
einmalversucht,Tenniszuspielen.Esisterstaunlich,wiedieTreffsicherheitnach-
lässt. Der Geist weiß, wo der Ball hingehört, nur der Körper tut es nicht. Beim
Fußballspielen ist es genauso: Das hat mir immer Spaß gemacht. Aber der Geist
ist vorne und der Körper versteckt sich hinten.
Lieblingsspeise?
Tafelspitz und Wiener Schnitzel. Bodenständig.
Zigarre? Spezielle Marke?
Partagas No. 4. Ich habe früher sehr viele Zigaretten (zu viele) geraucht. Dann
hat mich eine Freundesgruppe animiert, einer Zigarrenrunde beizutreten – gut
essen, gut trinken und Zigarren rauchen - muss man aber nicht. Die Geselligkeit
steht im Vordergrund. Ich habe mich überreden lassen und eine Zigarre probiert
und jetzt bin ich der intensivste Zigarrenraucher aus dieser Gruppe...
Wie erholen Sie sich?
Ich regeneriere irrsinnig gut im Schlafen. Ich lege mich hin und schlafe – das
ist perfekt.
Kurz- oder Langschläfer?
Mit vier Stunden kommt mein Körper nicht aus, der braucht mehr. Das würde ich
gerne verdoppeln. Meistens gebe ich es ihm. Ich muss auch fairerweise sagen,
ichbeginneumhalbneunbisneun–nichtmehrwiefrüherzwischen7und8Uhr.
Ich genieße den Morgen.
Kaum eine Wand im Büro, die nicht von einem Bild geschmückt ist.
Die Kunstwerke müssen mir gefallen. Sie sind weder Spekulationsobjekte noch
eine Geldanlage. Die Künstler und Stile sind daher auch breit gestreut: Christian
Ludwig Attersee, Hermann Nitsch, Gunter Damisch oder Maria Moser. Kunst
schmeichelt meinem Auge.
Wordrap mit Wolfgang Kaufmann
lich ein Vergnügen ist. Das ist kein Ausschluss-
grund. Im Gegenteil: Man sieht sich oft vier
oder fünf Jahre nicht und dann trifft man sich
und hat das Gefühl, man ist gestern auseinan-
dergegangen. Sofern die Wellenlänge stimmt.
In der Öffentlichkeit werden sie als der
Mann mit Hut wahrgenommen. Gibt es be-
treffend Stil und Marke Präferenzen?
 
 Ich trage ausschließlich Borsalino – aller-
dings ohne Band, das ist das erste, was ich bei
einem neuen Hut weggebe. Er darf ein biss-
chen schlabbrig sein. Ohne Haare am Kopf
kann es schon einmal kalt werden. Eine Haube
wollte ich mir nicht aufsetzen. Also habe ich
mir einen Hut zugelegt.
Zu Beginn haben alle gelacht. Aber wenn man
verhöhnt wird, dann muss man es durchste-
hen. Das ist 20 oder 25 Jahre her, seitdem gehe
ich nur mit Hut in der Öffentlichkeit. Seit rund
15 Jahren auch mit Zigarre. Hut und Zigarre
sind mittlerweile ein nicht unwesentliches
Markenzeichen geworden. Es hebt nicht un-
bedingt die Vertrauensposition, für ein Ein-
trittsgespräch ist es aber sehr vorteilhaft. Neu-
deutsch würde man „Marketing“ dazu sagen.
Ich habe auch einmal einen Schnauzbart ge-
habt, das war so zwischen 25 und 35 Jahren. Da
habe ich so bubenhaft ausgesehen, dass mich
keinerernstgenommenhat.MitdemSchnauz-
bart habe ich dann mindestens fünf Jahre
älter ausgesehen. Irgendwann war es unange-
nehm und dann habe ich ihn wieder entfernt.
Schauen wir einmal, was sich noch ändert.  n
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ImmoFokus 2017 | Special zum 70. Geburtstag von Wolfgang Kaufmann	
DIE FRAGEN:
Was charakterisiert Wolfgang Kaufmann am besten?
Was verbindet Sie beruflich und/oder privat mit dem Jubilar?
Zeit spielt keine Rolle. Was würden Sie gerne mit Wolfgang Kaufmann persönlich unternehmen?
Klaus Luger
Bürgermeister
der Landeshauptstadt Linz
Als Bürgermeister der Stadt Linz ist es mir eine besondere Freude, Professor Wolfgang Kaufmann zu
seinem 70. Geburtstag sowohl persönlich als auch in dieser Festschrift gratulieren zu dürfen. Als früherer
Planungsreferent der oberösterreichischen Landeshauptstadt verbindet mich mit Architekten Kaufmann
eine langjährige, professionelle und wertschätzende Zusammenarbeit.
Mit dem Power-Tower der Energie AG war Professor Wolfgang Kaufmann zweifelsohne ein
Wegbereiter für die neue Linzer Skyline im Zentrum der Stadt. Er setzte mit diesem Bauwerk auch einen
neuen Meilenstein in Sachen Nachhaltigkeit. Das von ihm geplante Landesdienstleistungszentrum
ist ein zukunftsorientiertes Verwaltungsgebäude, das sich architektonisch an den neugestalteten
Hauptbahnhof wie aus einem Guss annähert, zugleich moderne Eigenschaften einer Verwaltung wie
Transparenz und klare Strukturierung repräsentiert.
Neben seinem architektonischen Werk verbindet uns, Professor Wolfgang Kaufmann noch etwas Anderes:
die Begeisterung für Kroatien. Und so würde ich, spielte Zeit keine Rolle, mit ihm jeden Winkel „seines“
Kroatiens besuchen wollen und ihm anschließend die besten Plätze „meines“ Kroatiens zeigen. Da er aller-
dings so wie ich nach wie vor höchstaktiv ist, werden wir das wohl noch etwas verschieben müssen.
Ich wünsche dir, geschätzter Professor Kaufmann, lieber Wolfgang, alles Gute zu deinem Jubiläum,
noch viele, viele Jahre, in denen du deinen Vorlieben nachgehen sowie weiterhin Städte wie Linz
architektonisch bereichern kannst, und dafür vor allem Gesundheit!
Wolfgang Kaufmann ist nicht nur einer der erfolgreichsten Architekten Oberösterreichs, sondern
zugleich einer der profiliertesten Persönlichkeiten der österreichischen Architektur, die den Umgang
mit Form und Gestaltung perfekt beherrschen. Wenn wir heute durch Linz gehen oder fahren, beglei-
ten uns die zahlreichen von ihm geplanten Bauwerke in einigen Stadtteilen nicht nur auf Schritt und
Tritt, sondern drücken diesen Vierteln gleichsam ihren Stempel auf – als lebendige urbane Zentren, die
Wohnen und Arbeiten miteinander verbinden. Als Musterbeispiel sei auch der Europaplatz genannt.
Dr. Josef Pühringer
Landeshauptmann Oberösterreich
Persönlich verbindet mich mit Wolfgang Kaufmann ein gemeinsames Wertefundament. Wir kommen
beide aus dem Kartellverband. Auch beruflich haben uns unsere Wege zusammengeführt. Etwa beim
Bau des neuen Landesdienstleistungszentrums.
Ich habe vor der Architektur höchsten Respekt, weil es sich um einen schöpferischen Beruf handelt.
Bei allen schöpferischen Berufen sind die Grenzen zwischen Handwerk und Kunst fließend. Ich wäre
daher Wolfgang Kaufmann für ein paar Einblicke in seinen Beruf dankbar, den er so virtuos beherrscht.
Dass er weithin sichtbare Spuren hinterlässt. Die Liste seiner erfolgreichen Projekte ist beinahe
endlos. Zu seinen wichtigsten Bauten gehören die Raiffeisen Landesbank, das Marriott Hotel, das
Bürocenter Europaplatz, das Genossenschaftsrechenzentrum, die Konzernzentrale der Energie AG,
das Fußballstadion in Ried, aber auch Wohnbauten wie die solarCity in Linz.
Dr. Heinrich Schaller
Generaldirektor
RLB Oberösterreich
Die architektonische Handschrift von Wolfgang Kaufmann findet sich in einer ganzen Reihe von
Projekten der Raiffeisenlandesbank OÖ sowie der gesamten Raiffeisenbankengruppe OÖ. Nachdem
Wolfgang Kaufmann für seine Auftraggeber immer so baut und gestaltet, als würde er dies für sich
selbst tun, sind es immer auch ein bisschen „seine“ Häuser und Projekte. Das führt letztlich auch zu
einer freundschaftlichen Verbundenheit, die ich sehr schätze.
Ein gemütliches Beisammensein mit netten Gesprächen und einem Glas Wein.
Unter dem obligatorischen schwarzen Hut stecken jede Menge Kreativität und besonderes Gespür
dafür, Funktionalität und Ästhetik zu verbinden. Und die Fähigkeit, diese Ideen - vorzugsweise beglei-
tet von Zigarrenduft - auch im Rahmen der budgetären sowie zeitlichen Möglichkeiten umzusetzen.
Media
Impressum:
Medieneigentümer: GNK Media House GmbH, 4020 Linz, Breitwiesergutstraße 10, Tel. +43.1.813 03 46-0, office@media-house.at,
Geschäftsführer: Ronald Goigitzer, MMag. Philipp Kaufmann, Mag. Michael Neubauer
Chefredaktion: Mag. Michael Neubauer
DesignLayout: Peter Prearo, Siegfried Gansch Lektorat: Ulrike Riedl
Photos: wenn nicht anders angegeben: www.cityfoto.at Druck: Niederösterreichisches Pressehaus
Der ImmoFokus wendet sich im Sinne der Gleichstellung gleichermaßen an Frauen und Männer. Aus Gründen der Übersichtlichkeit und
Verständlichkeit kann es bei den Beiträgen vorkommen, dass nur die maskuline Ansprechform verwendet wird.
www.media-house.at
Dr. Christoph Leitl
Präsident der
Wirtschaftskammer Österreich
Der sachliche und menschliche Gleichklang! Was immer wir ansprechen, wir verstehen uns! Gleiche
Wellenlänge und übereinstimmende Chemie sind bei uns so gegeben, dass wir uns gelegentlich
selbst darüber amüsieren!
Ganz einfach: Bei einem guten Glas Wein über Gott und die Welt philosophieren. Und wenn aus dem
Glaserl ein Flascherl wird, hätten wir beide nichts dagegen!
Nein: nicht der Hut! Sondern das, was unter dem Hut ist! Ein Mensch mit klarem Verstand, mit
Orientierung an zeitlos gültigen Werten und mit menschlicher Zuwendung! Und vor allem: Er hat
Humor! Lachen zu können, auch über sich selbst, ist eine wunderbare Eigenschaft von Wolfgang!
12 13
	 Special zum 70. Geburtstag von Wolfgang Kaufmann | ImmoFokus 2017
ImmoFokus 2017 | Special zum 70. Geburtstag von Wolfgang Kaufmann	
Wo liegt die Zukunft von Kaufmann 
Partner? Wird sich an der strategischen
Ausrichtung etwas ändern?
Mathias Haas: Eine der Qualitäten des
Architekturbüros Kaufmann ist es, ein sehr
gesamtheitliches Leistungspaket anbieten zu
können. Ich bin Ende der 90er Jahre über mei-
nen Studienkollegen Fabian Kaufmann zum
Unternehmen gestoßen. Der erste Eindruck
war nicht unbedingt ihre Architekturkom-
petenz. Ich habe schnell gesehen, dass diese
nicht vordergründig ist – sondern das Gesamt-
leistungspaket, welches aber heute von der
Auftraggeberseite nicht mehr immer so stark
nachgefragt wird.
Wie kam es zu dieser Entwicklung?
Haas: Das haben sich die Architekturbüros
selbst zuzuschreiben. Wir, und das Wir be-
zieht sich auf die gesamte Architektenschaft,
haben uns von vielen Belangen verabschie-
det. Beispielsweise sind wir Fassaden-ver-
liebt. Wir wollen uns nicht mit irgendwelchen
technischen Sachen plagen, die vermeintlich
nicht interessant sind. Das ist ein fataler Feh-
ler. Diese Kompetenz versucht die Architek-
tenschaft jetzt wieder zurückzuerobern, weil
sie gesehen hat, dass man bei dem, was den
Architekten ansonsten übrigbleibt, nur mehr
zum Experten der Raumfarbe wird – und das
ist, schlichtweg gesagt, fad. Dann definieren
andere die Dinge, die bisher unser Metier wa-
ren und sein müssen.
Christoph Schaumberger: Wir 
wollen die
Kompetenz und Stärke von Kaufmann  Part-
ner weiterführen. Dafür müssen wir uns stra-
tegisch anders aufstellen – nicht nur beim
Gesamtpaket, sondern auch bei unseren Ein-
zelleistungen. Zu diesen gehören einerseits die
Architektur, die Gestaltung bzw. das Konzept
und andererseits das Projektmanagement, die
Steuerung sowie die Kompetenz in der Umset-
zung auf der Baustelle.
Wir haben Ende vorigen Jahres ein Wohnpro-
jekt in Steyregg übergeben. Die wollten bei
der Fertigstellung wissen, was andere oder
sie selbst falsch gemacht haben, weil sie sich
um nichts kümmern mussten. Das ist genau
der Punkt, wo wir ansetzen müssen: Funti-
onierende und leistbare Gebäude zu planen
ist Grundvoraussetzung. Es geht uns um das
SchaffeneinesdarüberhinausgehendenMehr-
werts: Einen nachhaltigen added value für
den Bauherren, für die Gesellschaft, für die
Baukultur - dafür stehen wir.
WolfgangKaufmannsprichtdavon,dassdas
Vertrauen zwischen Architekt und Bauher-
ren verschwunden ist.
Haas: Vertrauen ist natürlich die Grundvoraus-
setzung. So wie es Wolfgang Kaufmann kannte,
dass der Architekt eine Person als Auftraggeber
hat, das gibt es in der modernen Welt nicht
mehr. Wir haben es in der Regel mit institutio-
nellen Bauherren zu tun, die durch einen Kon-
zern und Projektleiter repräsentiert werden. Die
Strukturen haben sich geändert. Das Vertrauen
bleibt aber ein wesentlicher Punkt. Aber allein
das reicht heutzutage nicht mehr aus, um bei
der Projektvergabe punkten zu können.
Schaumberger: Da gibt es viele Pferdeflüste-
rer, die sich als externe Berater einmischen.
Scharlatane, die kommen und irgendeinen
Blödsinn erzählen. Wir müssen dann viel
Arbeit investieren, damit diese Irrgedanken
DasperfekteDuo
Kontinuität. Mathias Haas und Christoph Schaumberger wollen die Kompetenz und Stärke von
Kaufmann  Partner weiterführen. Zu diesen gehören einerseits die Architektur, die Gestaltung bzw.
das Konzept und andererseits das Projektmanagement, die Steuerung sowie die Kompetenz in der
Umsetzung auf der Baustelle.
„Funtionierende und leistbare Gebäude zu planen ist Grundvoraussetzung.
Es geht uns um das Schaffen eines darüber hinausgehenden Mehrwerts: Einen
nachhaltigen added value für den Bauherren, für die Gesellschaft, für die
Baukultur - dafür stehen wir.“
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	 Special zum 70. Geburtstag von Wolfgang Kaufmann | ImmoFokus 2017
ImmoFokus 2017 | Special zum 70. Geburtstag von Wolfgang Kaufmann	
wieder ausgeräumt werden. Das ist auch ein
Hauptproblem, mit dem wir in sehr vielen Be-
langen kämpfen.
Haas: Aber grundsätzlich glauben wir, dass
ein rein funktionaler Ansatz heute nicht mehr
ausreicht. Die Erwartungshaltung unserer
Kunden an die Architektur ist höher. Es reicht
nicht mehr, dass man etwas hinstellt, das „nur“
funktioniert. Gefragt sind Architekturkompe-
tenzundGestaltungskompetenz,dieabernicht
losgelöst sind von den Kosten oder Nachhal-
tigkeit. Die Welt ist komplexer geworden und
unsere Tätigkeit ist komplexer geworden. Wir
sind der Meinung, dass wir diese komplexen
Anforderungen auch abbilden und umsetzen
können. Um das geht es in der Zukunft.
Schaumberger: Zudem hat sich in den letz-
ten Jahren herauskristallisiert, dass zu den
üblichen Aufgabengebieten, wie Wohnbau,
Bürobau, Verwaltung, Industrie oder Ge-
werbe,ShoppingundEntertainmenthinzuge-
kommen sind wie auch der Gesundheitssek-
tor mit Reha-Zentren oder Krankenhäusern.
Ein wichtiger Punkt ist auch das Thema der
Umnutzung und Revitalisierung. Wenn wir
wüssten, wo die Märkte der Zukunft liegen,
wäre es leichter. In vielen Bereichen weiß
man das derzeit einfach nicht.
Bisher hat sich Kaufmann  Partner auf
Oberösterreich konzentriert …
Haas: Das funktioniert heute nicht mehr so.
Wir haben ein Wettbewerbswesen, das EU-weit
offen ist. Wir müssen damit leben. Das kann
manhinterfragen,obdasintelligentist,aberdie
Welt funktioniert so. Das führt dazu, dass wir
auch mobiler sein müssen. Das ist aber nicht
etwas, was wir zwingend angestrebt haben.
Schaumberger: In Oberösterreich wird die
Luft dünner. Es wird auch im Gegensatz zu
Wien wesentlich weniger gebaut. Gerade Wien
ist für uns ein Hoffnungsmarkt, wo wir uns mit
unseren Leistungen durchsetzen können.
Haas: Es wird auch nicht mehr reichen, dass
wir warten, bis ein Auftraggeber kommt. Wir
müssen selbst aktiv werden. Eine Stärke von
uns ist, wenn wir Fragen beantworten, zuerst
darauf zu achten, dass die Fragestellung die
richtige ist – es gibt ein Querdenken. Aber es
gehört genauso dazu, dem Kunden zu sagen,
wenn etwas nicht funktioniert. Nein sagen
ist das Allerschwierigste. Es gibt aber Barri-
eren, die nicht überwindbar sind bzw. sein
sollen – sei es gesetzlich oder technisch. Diese
Kompetenzen des Querdenkens und der Ehr-
lichkeit müssen auch in Zukunft weitergelebt,
vielleicht sogar ausgebaut und sogar kommu-
niziert werden.
Es wird zunehmend wichtig, dass Kosten
und Termine transparent nachvollziehbar
eingehalten werden. Das geht nur über eine
professionelle Projektsteuerung. Dass man
dafür auch eine Gegenleistung – also Hono-
rare – bekommen muss, ist bisher nicht jedem
Bauherren klar. Eines ist aber auch klar: Als
Architekturbüro werden wir zukünftig noch
mehr an der Termintreue und dem Einhalten
der Kostenrahmen gemessen.
Die Herausforderung für uns drei (Anmerkung
der Redaktion: drei steht für W. Kaufmann, M.
Haas und C. Schaumberger) – und das sage ich
ganzbewusst–wirdsein,dieseTransformation
zu schaffen. Das geht nicht mit simplen Ant-
worten. Wir müssen uns sehr präzise überle-
gen, wo sind unsere Stärken, wo ist der zukünf-
tige Markt oder welche Leistungen wollen wir
anbieten? Dieser Prozess findet gerade statt.
Schaumberger: Wichtig bei dieser Trans-
formation ist auch das Sich-Verbinden mit
den bestehenden Kontakten von Wolfgang
Kaufmann. Er hat ein sehr breit gefächertes
Netzwerk
Wolfgang Kaufmann hat gemeint, er könne
sich im operativen Geschäft zurückneh-
men und delegieren. Können Sie das unter-
schreiben?
Haas: In Teilbereichen sicher. Aber das betrifft
uns auch. Wenn ich will, dass die Mitarbeiter
irgendwann eigenständig agieren, dann muss
ich ihnen auch ein gewisses Grundvertrauen
entgegenbringen. Aber dass er in allen ope-
rativen Bereichen komplett loslassen kann,
das können wir zwei so nicht unterschreiben.
(lacht) Das ist auch nicht gewünscht, wir wären
ja dumm, nicht auf die langjährige Erfahrung
von Wolfgang Kaufmann zurückzugreifen.  n
BM Ing. Christoph Schaumberger
1979	 geboren in Linz
	 HTBLA Hochbau in Linz
2005	 Baumeister
seit 2014	 Partner bei Prof Kaufmann |
Partner ZT GmbH
Arch Dipl. Ing. Mathias Haas
1974	 geboren in Salzburg
	 Studium der Architektur an der
TU Innsbruck
2000	 Partner bei factoryDA
ZT GmbH
seit 2008	 Partner bei Prof Kaufmann |
Partner ZT GmbH
2010	 Architekt
16 17
	 Special zum 70. Geburtstag von Wolfgang Kaufmann | ImmoFokus 2017
ImmoFokus 2017 | Special zum 70. Geburtstag von Wolfgang Kaufmann	
Bauwerke
Mehr als 500 Projekte. Beeindruckend ist die Vielfalt an
unterschiedlichen Immobilienarten: vom Krankenhaus bis
zum Logistikzentrum. Insbesondere im Großraum Linz
prägt das Schaffen von Professor Kaufmann das Startbild.
KURHOTEL BAD LEONFELDEN
2016 - 2018
LDZ - LANDESDIENST-
LEISTUNGSZENTRUM
1999 - 2014
REHAKLINIK ENNS
2013 - 2015
HOFBEBAUUNG HONAUERSTRASSE
OÖ VERSICHERUNG
2012 - 2015
POWER TOWER -
ENERGIE AG KONZERNZENTRALE
2004 - 2008
18 ImmoFokus 2017 | Special zum 70. Geburtstag von Wolfgang Kaufmann	
MILLENNIUM CITY WIEN
2014 - 2017, Refurbishment
LINZ.PUNKT - BUSINESS- UND WOHNVIERTEL
2009 - 2013
RAIFFEISEN FORUM
1999 - 2002
XXX FOKUS BILDTEXT
Eque con reictatiam fugit facerum quas aut volutem
ollessed eossit volupta quatecust, inume audi Nam
nimus apient recesec aborem deribus.
• FOKUS_Bildtext. mt noch ein Text hier
• kommt noch ein Text hier kommt noch
• ein Text hier kommt noch ein Text
WOHNANLAGE
GRILLPARZERSTRASSE
2006 - 2012
S.HOUSE VILLA
2004 - 2006
PRODUKTIONSHALLE
BERNECKER+RAINER
1998 - 2017, vier Bauphasen
WOHNANLAGE
LILIENGUT - ENNS
2013 - 2015
Wolfgang
Kaufmann
inZahlen
bewegte
Bürostühle
ca
16.000
gerauchte Zigarren
pro Jahr
ca. 1.721
Fern-
seher
17
Plotterpapier
pro Jahr
12 km
Distanz
Büro-Wohnung
• 14 Höhenmeter (Aufzug)
• 40 Meter Weglänge (indoor)
EIN
Markenzeichen
Beruf
=
Hobby
19
	 Special zum 70. Geburtstag von Wolfgang Kaufmann | ImmoFokus 2017
2 Autos

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Wolfgang Kaufmann zum 70er

  • 1. Zum 70ervon Wolfgang Kaufmann Kaufmann-Special 2017 ...und die Basis dafür sind starke Muskeln! M.A.N.D.U. bietet individuelles Personal-Coaching, kombiniert mit effizientem EMS-Training für Figur, Rücken & Power in Rekordzeit. Das Leben ist Bewegung... Die Revolution des Muskeltrainings Für Freunde von Wolfgang Kaufmann für ein Kennenlerncoaching inkl. Ganzkörper-Analyse Jetzt Termin vereinbaren unter +43 5 98 90 oder auf www.mandu.at G.U.T.S.C.H.E.I.N.* * gültig für max. 2 Personen im Wert von € 58, einlösbar bis 31.12.2017 in allen M.A.N.D.U. Stores! Jetzt kostenlos & unverbindlich testen: ✁ VIEL KRAFT zum70. GEBURTSTAG EMS-Training (elektrische Muskelstimulation) - 15 Minuten, 1x pro Woche Individuell betreut durch Ihren Personal Coach Wäsche-Service (kein Sport-Outfit mitzubringen) Trainieren in Privatsphäre (max. 2 Kunden, 1 Trainer) Persönliches Training nach Terminvereinbarung individuell. effizient. einfach genial. www.mandu.at
  • 2. 03 Special zum 70. Geburtstag von Wolfgang Kaufmann | ImmoFokus 2017 Und er nahm sich für die entscheidenden Momente im Leben Zeit: So be- suchte er uns spontan im Ferienlager oder beim Studieren in Wien bzw. Innsbruck. Dank der Einführung des Mobilfunks gab es regelmäßige, tägliche Telefonate, wobei wir uns nicht sicher waren, ob er in unserer Studienzeit nicht deswegen um 7 Uhr angerufen hat, damit wir nur ja nicht nicht studieren. Sei es drum. Er war greifbar und er prägte uns mit seinen Ideen und Werten. Vertrauen ist dabei ein Schlüsselbegriff und die Einstellung, dass Ziele mit Disziplin und Ausdauer erreichbar sind. 4. Von Geburt an „Kaufmann“! UnserVateristArchitektunddieseBerufungistseinBeruf.MitihmBaustel- lenzubesichtigenoderIdeenzuPapierzubringen,sindmagischeMomente. Er denkt sich in die Nutzer hinein, antizipiert die Anforderungen an ein Gebäude und schafft es, die Komplexität einer Immobilie, einer Stadt auf wenige Striche zu reduzieren. Gleichzeitig ist er von Geburt „Kaufmann“: seit '72 ist er unternehmerisch derart erfolgreich, dass er zeitlebens keine finanziellen Sorgen mehr haben muss. Er hat Unternehmen aufgebaut und alsBauträgerzahlreicheImmobilienentwickelt.Abererhatauch„Stehsätze“ in Gesprächen verwendet, die uns oftmals genervt haben, auch wenn diese natürlich einen wahren Kern haben: So braucht für ihn ein gutes Produkt kein Marketing. Stimmt. Wer weniger ausgibt, muss weniger verdienen. Stimmt. Reich wird der, der mehr verdient als er fürs Leben braucht. Stimmt. Ein gutes Geschäftist,wennnachAbschlussbeideSeitenzufriedensind. Stimmt. Vertraue Dir.VertraueMitarbeitern.VertraueDirinderFührungderMitarbeiter.Stimmt. 5. Zu Recht stolz! Niedarfvergessenwerden,dasserausdemNichtsvielaufgebauthat.Dafür gebührt ihm höchste Hochachtung. Beruflich hat er großartige Gebäude gebaut und gerade in Linz einige Gegenden städtebaulich geprägt. Viele KundenbegleiteterseitJahrzehntenunderhateinFamilienunternehmen imbestenSinnegegründet.SeineSöhnesindstolzaufihnunddankbarfür jedeMinute,diewirgemeinsamverbringen/telefonieren. Geschafft! Eine Seite kann der Aufgabe gar nicht gerecht werden – hof- fentlich ist es uns gelungen zu zeigen, wie lieb wir ihn mit all seinen Stärken und Schwächen haben. Und wie schön es ist, die nächste Genera- tion Kaufmänner zu sein. n 5Gedankenzum 70erunseresVaters D ieSeitedreieinesMagazinsgehörttraditionelldemHeraus- geber, so steht es auch im Plan für diesen Sonderdruck. Seitdem wir den Verlag als Brüderpaar führen, ist uns das Schreiben des Herausgeberbriefs immer leichtgefallen. Dieses Mal war es eine über Tage dauernde Mammutaufgabe, deren Ausgangoffenist.DieFrage,wasSöhneöffentlichihremVaterschreiben, quälte uns. Um diese Seite nicht leer zu lassen, näherten wir uns dem Thema mit fünf „gewagten“ Gedanken: 1. Beruf geht vor! Wenn das Kinderzimmer bei der Geburt untertags das Büro ist, steht von vornherein fest, wo die Prioritäten liegen. An diese erste Zeit kann ich mich nicht erinnern, aber wer weiß schon alles, was er in den ersten MonatenaufErdenerlebt.Erzähltwurdeesmiroftundsoweißichheute: wo ich nachts schlafen (sollte), wurden untertags Häuser geplant und ein Unternehmen aufgebaut. Das Büro übersiedelte und unser Vater bis auf wenige Stunden Schlaf und ein Frühstück auch. So ist es, wenn ein Vater aus Leidenschaft arbeitet und der Beruf vorgeht. Erwähnt muss werden, dass das Kinderzimmer von Julian und Carolina, auch zuerst ein Büro war – einziger Unterschied: Bei der Geburt war das Büro schon weg. 2. Erich Fromm hat Recht! Wir wurden älter. An Familienurlaube oder gemeinsamen Zeiten, wie es laut Erzählungen in Familien oftmals üblich ist, können wir uns trotzdem nichterinnern.Esgabdieseeinfachnicht.Wirwarenundsindzufrieden,so wie es war. Von außen kamen immer wieder Fragen und verwunderte Be- merkungen, warum wir nicht samstags einfach gemeinsam Sport machen. BeiErichFrommhabenwireineErklärunggefunden:WirhattendasGlück einermütterlichenLiebe,diebedingungslosist,undeinerväterlichenLiebe, welchedieAufgabehat,dasKindzulehrenundanzuleiten.UnserVaterhat uns gezeigt, wie wir uns in der Gesellschaft bewegen, welche Tugenden notwendigsindbzw.wasnotwendigist,umerfolgreichzusein. 3. Werte für Generationen! Eine traditionelle Vater-Söhne-Beziehung hatten wir nie, aber wir ha- ben einen Vater, der immer für uns da war. Nicht „immer“ im Sinne ab 17 Uhr nach der Arbeit und am Wochenende. Aber wir konnten ihn jed- erzeit anrufen oder ihn im Büro besuchen – er hob ab und wir konnten immer zu ihm ins Zimmer. Seine Stärke ist, dass wir seine Anspannung, seinen Stress, vielleicht auch seine Sorgen nie gespürt haben. Für uns war er ruhig und greifbar. Philipp Kaufmann geboren 1974 Fabian Kaufmann geboren 1975
  • 3. 04 05 Special zum 70. Geburtstag von Wolfgang Kaufmann | ImmoFokus 2017 ImmoFokus 2017 | Special zum 70. Geburtstag von Wolfgang Kaufmann Architekt richtig berät, kann das sehr positiv sein. Die Gefahr ist, dass sich der Planer selbst verwirklichenwill.Dannwirdesgefährlich.Ein Haus zu planen, das dem Planer gefällt, im dem sich der Bauherr aber nicht wohl fühlt, ist das Schlimmste, was ein Architekt tun kann – ei- gentlich ein Verbrechen. Heißt das, ein guter Architekt ist der, der sich in die Rolle des Bauherrn versetzt...   Selbstverständlich. Er muss ihn ja beraten und korrigieren. Er muss ihn rundherum ser- vicieren. Ein Architekt kann eine Familie zer- stören, wenn sie ein Haus um 500.000 Euro bestellen und nach der Planung eine Million Euro dafür zahlen müssen – dann werden sie nicht mehr glücklich sein. Für einen Architekten oder Planer sollte es aber verpflichtend sein, dass er die Kosten richtig einschätzt. Wobei es zum Beispiel im öffentlichen Bereich durchaus Sinn ergeben kann, wenn zu Beginn gesagt wird, das kos- tet 100 Millionen Euro und in Wirklichkeit sind es 200 Millionen. Würden von Anfang an 200 Millionen Euro im Raum stehen, würde es nie gebaut werden. Bei 100 Mil- lionen wird es gebaut. Wenn die Wahr- heit dann am Tisch liegt, gibt es kurz einen riesen Stunk und dann ist ImGespräch Mein Beruf ist mein Hobby. Man nimmt es mir vielleicht nicht ab, aber ich habe nie wegen des Geldes gearbeitet, meint Wolfgang Kaufmann im Interview mit dem ImmoFokus. Autor: Michael Neubauer in der Nacht Taxi gefahren – Vorteil: Ich war mobil. Ich habe alle möglichen Aushilfstätig- keiten gemacht und mir so das Studium selbst finanziert. Daher weiß ich auch, was es heißt, sparsam leben zu müssen. Nach dem ersten Studienabschnitt habe ich ein Stipendium bekommen. Ich war Assistent am Geometrie-Lehrstuhl.DamitistdieSachefinan- ziell relativ gut gegangen. Ich konnte mir sogar ein kleines Auto leisten. Es ist mir eigentlich geweigert, mich im Semester zu korrigieren und nur gemeint: „Wir sehen uns dann bei der Schlussbesprechung.“ Er hat mich als jungen, netten Kollegen akzeptiert – und ich habe mit sehr guten Noten abgeschnitten. Wieso haben Sie in München studiert? Was hat Sie nach Bayern verschlagen?   Es war die Ausbildung. Zu meiner Zeit gab es in München die bessere Ausbildung. Heute würde ich in die Schweiz gehen. Warum sind die Schweizer heute „besser“?   Das hängt primär an den Professoren. WaresimmerschonIhrWunsch,Architekt zu werden?   Wäre ich ein Politiker, würde ich sagen: be- reits in der Sandkiste. Aber ich bin kein Poli- tiker. Im Laufe der HTL-Zeit kam die Ausein- andersetzung mit der dritten Dimension und vor allem mit dem Menschen. Architektur ist ja nicht nur Selbstzweck, sondern eine Form, Lebensräume zu gestalten. MachendasdieheutigenArchitektenauch?   Ich hoffe. Dies klingt nicht gerade euphorisch?   Ich möchte nie einen Kollegen kritisieren. Warum sind Sie nach Studienabschluss nach Linz zurückgekommen und nicht in München geblieben?   Anfang der siebziger Jahre ist wegen der OlympischenSommerspielejeder,dereinenge- raden Strich zeichnen konnte, nach München gegangen. Da habe ich mir gedacht, wenn alle draußen in Bayern sind, dann gehe ich zurück. Eigentlich müsste ich dort gebraucht werden. Die These ist aufgegangen. Es war kein Fehler. Ich habe mich dann relativ schnell – unerlaub- terweise – unter der Baumeisterkonzession mit einer GesmbH selbstständig gemacht und war als Planer tätig. Etwas verzögert bin ich dann Ziviltechniker geworden, weil man mich in der Ingenieurkammer nicht besonders hofiert hat. Wie darf man das verstehen?   Ichwarnieangestellt.AlsZiviltechnikermusste man damals aber fünf Jahre Praxis haben. Den Nachweiszuerbringen,warfürmichsehrschwer, aberschlussendlichhabeichesgeschafft. Es wird kolportiert, Sie wären zu Grund- stückskäufen auch mit einem Koffer voll Geld gekommen?   Ja, schon. Aber [lacht] zuerst war ich bei der Bank und habe es offiziell abgehoben. Der Architekturberuf lebt meines Erachtens nach vom Vertrauen, wie der medizinische Beruf. Ich würde mir nie einen Herzschrittmacher vom praktischen Arzt einbauen lassen. Ich frage drei Mal, hat er das schon oft gemacht? Ist er zuverlässig? Kann er es? Ist er der Beste oder der Zweitbeste in der Region? Zum Besten gehe ich dann auch. Referenzen und Vertrauen sind die wesentli- chen Punkte im Verhältnis Bauherr und Archi- tekt. Wenn das Vertrauen nicht da ist, tut sich der Architekt schwer und der Bauherr hinter- fragt jeden kleinen Schritt. Da wird man nie zusammenkommen. Architektur heißt, für den Bauherren tätig zu sein. Dass man ihn richtig berät, damit er das richtige Objekt am richtigen Platz ent- sprechend seinen Gepflogenheiten bekommt. Wenn man ein Einfamilienhaus baut, müsste der Architekt eigentlich ein oder zwei Monate bei den Auftraggebern leben, damit er weiß, wo die Reise hingeht. Es kann sich jeder Bauherr nur das wünschen, was er kennt. Als Archi- tekt hat man den Vorteil, dass das Spektrum der Erfahrung größer ist – ganz klar. Wenn der immer gut gegangen. Im siebten Semester habe ich dann gemeinsam mit Kollegen einen vom Städtebauprofessor von der Technischen Uni- versität München ausgelobten städtebaulichen Wettbewerbgewonnen.BeidiesemWettbewerb haben auch einige Assistenten der TU mitge- macht. Aber wir Studenten haben gewonnen. Wie haben die darauf reagiert?   Freundlich. Professor Weber selbst hat sich nach dem gewonnenen Wettbewerb charmant „Ein guter Architekt ist der, der sich in die Rolle des Bauherrn versetzt.“ Fotos: Fotolia Mir wurde erzählt, Sie wären ein äußerst eifriger Student gewesen und hätten Ihr Architekturstudium in rekordverdächti- gem Tempo abgeschlossen? Kaufmann: Ein Semester unter der Min- deststudienzeit. Aber nicht, weil ich eifrig, sondern weil ich talentiert war. Mindestzeit war damals zehn Semester. Im Schnitt sind bei vielen Studenten 18 Semester daraus gewor- den. Ich habe studiert, musste aber auch Geld verdienen: So bin ich während des Studiums Horn 1947 - 1950 Steyr 1950 - 1959 Linz München 1966 - 1970
  • 4. 06 07 Special zum 70. Geburtstag von Wolfgang Kaufmann | ImmoFokus 2017 ImmoFokus 2017 | Special zum 70. Geburtstag von Wolfgang Kaufmann Fehlt den Architekten die kaufmännische Ausbildung?   Das ist im Architekturstudium überhaupt kein Thema. Ein Absolvent hat keine Ahnung, wie die Preissituation ist. Bitte nicht missver- stehen: Es muss auch nicht alles über den Preis entschieden werden. Wenn aber der Bauherr etwas Bestimmtes fordert, dann wird es ge- fährlich. Wenn ich heute in einem Konzern für dieAuswahlderFirmenautoszumVersandvon Paketen verantwortlich bin und Mercedes 500 liebe, dann ist es möglich, dass sich die Chauf- feure bei mir bedanken, aber der Chef wird mich rausschmeißen, weil ich keine Ahnung habe. So ist es auch im Baumanagement. Das wurde dem Architekten entzogen. Einfamilienhäuser, Büros… es gibt kaum eine Assetklasse, in der Sie nicht tätig wa- ren. Haben Sie ein Lieblingsprojekt?   Immer das nächste. Was ist das nächste?   Das ist das, was ich noch nicht kenne, aber es wird mein Lieblingsprojekt. (lacht) Wie lang möchten Sie noch tätig bleiben? Andere sind mit 70 schon lange im – wie es dann heißt – wohlverdienten Ruhestand und gehen angeln?   Ichwürdeessosagen:Wenneinerangeltund den Wurm noch am Haken hat, soll er fischen. Mein Lebensziel, mein Hobby und meine Frei- zeitgestaltung ist Architektur – die dritte Di- mension, wenn man will. Solange ich noch die Sehkraft und den Hausverstand habe, möchte ich noch in der Architektur fischen. Abgese- hen davon ist 70 Jahre der Beginn des dritten oder vierten Frühlings. Ist der Beruf dann Hobby gewesen?   Mein Beruf ist mein Hobby. Man nimmt es mir vielleicht nicht ab, aber ich habe nie we- gen des Geldes gearbeitet. Ich bin immer der Meinung, wenn man sich einbringt, wenn man Leistung bringt und wenn man den Gesprächs- partner für etwas begeistern kann, dann wird dir das am Ende des Tages, wenn es erfolgreich ist, honoriert. So war es auch. Und anschlie- ßendwurdeichweitergereicht.Wirhabenzum Teil Bauherren, die uns über 30 oder 35 Jahre das Vertrauen schenken und mit uns mitgehen und wir gehen mit ihnen. Das finde ich schon sehr schön. Wir haben auch Mitarbeiter, die 35 Jahre bei uns beschäftigt sind. die Sache auch wieder erledigt. Dann ist aber das Objekt gebaut und wird vielleicht zum Denkmal. Siehe die Elbphilharmonie in Hamburg. Sicher ein Denkmal für die Zu- kunft. Dass es sich jedoch so verteuert hat, ist trotzdem peinlich. Wo liegen die Ursachen, dass sich ein Pro- jekt wie die Oper in Hamburg um den Fak- tor 10 verteuern kann? Sind die Themen schon so komplex geworden?   Da geht es um echtes Geld. Das ist schon sehr schlimm. Das passiert nur dann, wenn werksfremde Leute am Ruder sind und be- stimmen müssen und, weil sie selbst keine Erfahrung haben, einen Gutachter nach dem anderen verbrauchen. Jeder Gutachter ver- tritt seine persönliche Meinung. Am Schluss explodiert das Ding. Die Entscheidungskräfte sind in meinen Au- gen zum Teil nur deshalb befähigt, dass sie das machen, weil sie eingesetzt wurden. Sie sind nur am Papier befähigt und nicht von der Fachkenntnis her. Wir haben heute sehr viele Betriebswirte, die einfach drüberfahren und glauben,siekönnenbeiFragenderArchitektur mitreden. Da muss man leider sagen, natürlich – kraft Amtes – können sie mitreden, aber in der Praxis haben sie sehr wenig Erfahrung. Sie sind aber zumeist rhetorisch so begabt, dass ih- nen nie ein Strick gedreht wird. Ist das in der Vergangenheit einfacher ge- wesen oder hat sich das Verhältnis mit den Jahren verkompliziert?   Jetzt komme ich wieder zu dem Ausgangs- punkt: Früher hat der Bauherr dem Architekten vertraut.HeutebrauchenvielejedeMengeFach- leute,diedemArchitektensagen:„Dasgeht.“ Wann ist dieses Vertrauen in den Architek- ten verloren gegangen?   Bedauerlicherweise sind halt sehr viele Feh- ler passiert. Weil Architekten Termine und die Kosten in keiner Weise eingehalten haben, sich selbst verwirklicht haben und am Schluss der Bauherr unglücklich war. Am Lerchenfeld 4a, 4020 Linz 1971-1974 Hasnerstr. 9 (3. Stock) 1974-1980 Pillweinstr. 30, 4020 Linz 1980-2009 Huemerstr. 21, 4020 Linz seit 2009 BÜROADRESSEN „Wenn es darauf ankommt, muss man schon sagen, das muss so sein.“
  • 5. 08 09 Special zum 70. Geburtstag von Wolfgang Kaufmann | ImmoFokus 2017 ImmoFokus 2017 | Special zum 70. Geburtstag von Wolfgang Kaufmann Der Bentley – ein Fahrzeug fürs Leben?   Dasistrichtig.IchraucheauchinmeinenAu- tos. Es sind meine Autos und wenn mir einer erklärt, das drückt den Wiederverkaufswert enorm, dann interessiert mich das überhaupt nicht. Wenn einer es nicht will, wird er es nicht kaufen. Abgesehen davon denke ich gar nicht daran, meine Bentleys zu verkaufen. Übrigens: Das Leder des Bentleys assimiliert den Rauch hervorragend. Ist es ein Problem, von den jungen nachrü- ckenden Mitarbeitern und Partnern akzep- tiert zu werden?   Es ist überhaupt kein Problem. Ich sehe es von der anderen Seite: Als älterer Mensch schulmeistertman.Erstensweißmanallesbes- ser und zweitens langweilt man die Jugend mit Geschichten, die sie in keiner Weise interessie- ren. Aus diesem Grund ist Disziplin angesagt, bei den Geschichten sich auf die Zunge zu bei- ßen und Stopp zu sagen. Tunlichst ist nicht zu erwähnen, wie oft man Dinge schon gemacht hat und es deshalb so viel besser wüsste. Druck erzeugt Gegendruck. Möglichst einfühlsam. Wenn es darauf ankommt, muss man schon sagen, das muss so sein. Aber das ist das Ende eines Prozesses. Wenn man sich an das hält, kommt man mit den Jungen gut aus. IchhabezudiesennachrückendenPersonenein ganz natürliches, charmantes Verhältnis. Wenn sie mir das Vertrauen schenken – liebend gern. Und wenn nicht – Du kannst Vertrauen nicht er- schwindeln, erkaufen oder mit der Brechstange erreichen. Ohne Vertrauen geht es nicht. Haben Sie sich schon einmal in einer Per- son getäuscht?   In vielen, freilich. Das ist ganz klar. Wenn man so lange wie Sie tätig ist, ver- mengt sich der Freundeskreis mit den be- ruflichen Kontakten. Gibt es einen, der Ihnen Freund ist, aber mit Ihnen beruflich nichts zu tun hat?   Selbstverständlich. Das sind wahrschein- lich auch die Freunde ohne Hintergedanken – wechselseitig. Jeder Freund, der einem über die Arbeitswelt begegnet, hat vermutlich auch das Gefühl: „Ich habe jetzt einen Auftrag ver- mittelt.“ Auf der anderen Seite steht: „Der ist ein wirklicher Freund, der hat einen Auftrag vermittelt.“ Das fällt bei Freunden, wo kein wirtschaftlicher Hintergrund besteht, komplett weg, das ist sehr angenehm. Aber es gibt im Be- rufsleben auch Bauherren, mit denen es wirk- Haben Sie noch Kontakt zu ehemaligen Studienkollegen? Gibt es so etwas wie le- benslange Freundschaften?   ZuStudienkollegennichtmehr,dadiealleim Bayrischen oder Norddeutschen Raum sind. Kontakt schon, aber keine freundschaftlichen Kontakte. Zu den HTL-Kollegen natürlich. Was mich entscheidend geprägt hat, ist der Mittel- schulkartellverband. Da gibt es Lebensfreund- schaften, die sind sehr schön. Womit kann man Sie enttäuschen? Wann würden Sie eine Freundschaft kündigen, was sind No-Gos?   Die Unwahrheit sagen. Wissentlich die Un- wahrheit sagen. Haben Sie dadurch schon die eine oder an- dere Verbindung gekappt?   Selbstverständlich, ja. Gibt es eine zweite Chance?   Schwierig. Es gibt das Sprichwort „Wer ein- mal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er dann die Wahrheit spricht.“ Man erwartet auch immer, dass es nochmal passiert. Wobei: Not- lügen sind wieder etwas ganz anderes. Gibt es eine Nachfolgeregelung?   Die Übergabe ist bereits klar geregelt. Auf Mathias Hass und Christoph Schaumberger kann ich mich verlassen. Beide sind schon seit längerem im Unternehmen. Sie sind auch Honorarkonsul der Republik KroatieninOberösterreich.Wiekamesdazu?   Vor knapp zehn Jahren haben wir, das heißt mein Sohn Fabian mit seinem Unternehmen der CC Real, mit der Entwicklung eines Shop- pingcentersinZagrebersteAktivitätengesetzt. Wir waren damals sogar kurzfristig der größte private Investor in Kroatien. Da haben sich viele Kontakte ergeben, die ich nicht missen möchte. 2011 hat man mich dann darauf an- gesprochen, ob ich nicht Honorarkonsul der Republik Kroatien in Österreich werden wolle. Dieser Bitte bin ich gerne nachgekommen. Sie sind bekennender Bentley-Fahrer? Wie kam die Liebe zum Auto?   Eine Mischung aus Technik und möglicher Geschwindigkeit – wobei man in Österreich das ja nicht ausleben kann, aber in Deutsch- land. Die einen finden Segelboote toll oder vier Wochen Skifahren Lech am Arlberg. Mich ha- ben Autos immer fasziniert. Es macht wirklich Spaß, Bentleys zu fahren. 08.03.1947 Geburt in Horn 1972 Atelier4020 08.07.1977 Lentia Immobilien 1978 Architekt 1978 Architekturbüro kaufmann und part- ner als Einzelunter- nehmen 2003 Berufstitel Professor 2009 Honorarkonsul von Kroatien 22.09.2005 GmbH-Gründung 08.03.2017 70. Geburtstag FACTBOX Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen? Nur Fachzeitschriften. Man könnte mich als Fachidioten eingliedern und ich würde es auch akzeptieren. Musik, Theater? Theater ja, aber nicht unbedingt. Ich habe das Problem, dass ich sehr viel arbeite – immer noch. Wenn es ruhig und beschaulich wird und gerade im Musik- bereich, wenn es nichts Hitziges ist, sondern was Klassisches, beginnt mein Körper müde zu werden und wacht am Schluss der Szene wieder auf. Sport? IchwareinmalsportlichundhabedasallesdemBerufgeopfert–undeswarkein Opfer. Ich habe in der Jugend Handball gespielt, war in der oberösterreichischen Jugendauswahl. Da muss man groß und dynamisch sein. Es war sehr schön, der Mannschaftssport war eine sehr positive Erfahrung. Ich habe vor Kurzem wieder einmalversucht,Tenniszuspielen.Esisterstaunlich,wiedieTreffsicherheitnach- lässt. Der Geist weiß, wo der Ball hingehört, nur der Körper tut es nicht. Beim Fußballspielen ist es genauso: Das hat mir immer Spaß gemacht. Aber der Geist ist vorne und der Körper versteckt sich hinten. Lieblingsspeise? Tafelspitz und Wiener Schnitzel. Bodenständig. Zigarre? Spezielle Marke? Partagas No. 4. Ich habe früher sehr viele Zigaretten (zu viele) geraucht. Dann hat mich eine Freundesgruppe animiert, einer Zigarrenrunde beizutreten – gut essen, gut trinken und Zigarren rauchen - muss man aber nicht. Die Geselligkeit steht im Vordergrund. Ich habe mich überreden lassen und eine Zigarre probiert und jetzt bin ich der intensivste Zigarrenraucher aus dieser Gruppe... Wie erholen Sie sich? Ich regeneriere irrsinnig gut im Schlafen. Ich lege mich hin und schlafe – das ist perfekt. Kurz- oder Langschläfer? Mit vier Stunden kommt mein Körper nicht aus, der braucht mehr. Das würde ich gerne verdoppeln. Meistens gebe ich es ihm. Ich muss auch fairerweise sagen, ichbeginneumhalbneunbisneun–nichtmehrwiefrüherzwischen7und8Uhr. Ich genieße den Morgen. Kaum eine Wand im Büro, die nicht von einem Bild geschmückt ist. Die Kunstwerke müssen mir gefallen. Sie sind weder Spekulationsobjekte noch eine Geldanlage. Die Künstler und Stile sind daher auch breit gestreut: Christian Ludwig Attersee, Hermann Nitsch, Gunter Damisch oder Maria Moser. Kunst schmeichelt meinem Auge. Wordrap mit Wolfgang Kaufmann lich ein Vergnügen ist. Das ist kein Ausschluss- grund. Im Gegenteil: Man sieht sich oft vier oder fünf Jahre nicht und dann trifft man sich und hat das Gefühl, man ist gestern auseinan- dergegangen. Sofern die Wellenlänge stimmt. In der Öffentlichkeit werden sie als der Mann mit Hut wahrgenommen. Gibt es be- treffend Stil und Marke Präferenzen?   Ich trage ausschließlich Borsalino – aller- dings ohne Band, das ist das erste, was ich bei einem neuen Hut weggebe. Er darf ein biss- chen schlabbrig sein. Ohne Haare am Kopf kann es schon einmal kalt werden. Eine Haube wollte ich mir nicht aufsetzen. Also habe ich mir einen Hut zugelegt. Zu Beginn haben alle gelacht. Aber wenn man verhöhnt wird, dann muss man es durchste- hen. Das ist 20 oder 25 Jahre her, seitdem gehe ich nur mit Hut in der Öffentlichkeit. Seit rund 15 Jahren auch mit Zigarre. Hut und Zigarre sind mittlerweile ein nicht unwesentliches Markenzeichen geworden. Es hebt nicht un- bedingt die Vertrauensposition, für ein Ein- trittsgespräch ist es aber sehr vorteilhaft. Neu- deutsch würde man „Marketing“ dazu sagen. Ich habe auch einmal einen Schnauzbart ge- habt, das war so zwischen 25 und 35 Jahren. Da habe ich so bubenhaft ausgesehen, dass mich keinerernstgenommenhat.MitdemSchnauz- bart habe ich dann mindestens fünf Jahre älter ausgesehen. Irgendwann war es unange- nehm und dann habe ich ihn wieder entfernt. Schauen wir einmal, was sich noch ändert. n
  • 6. 10 11 Special zum 70. Geburtstag von Wolfgang Kaufmann | ImmoFokus 2017 ImmoFokus 2017 | Special zum 70. Geburtstag von Wolfgang Kaufmann DIE FRAGEN: Was charakterisiert Wolfgang Kaufmann am besten? Was verbindet Sie beruflich und/oder privat mit dem Jubilar? Zeit spielt keine Rolle. Was würden Sie gerne mit Wolfgang Kaufmann persönlich unternehmen? Klaus Luger Bürgermeister der Landeshauptstadt Linz Als Bürgermeister der Stadt Linz ist es mir eine besondere Freude, Professor Wolfgang Kaufmann zu seinem 70. Geburtstag sowohl persönlich als auch in dieser Festschrift gratulieren zu dürfen. Als früherer Planungsreferent der oberösterreichischen Landeshauptstadt verbindet mich mit Architekten Kaufmann eine langjährige, professionelle und wertschätzende Zusammenarbeit. Mit dem Power-Tower der Energie AG war Professor Wolfgang Kaufmann zweifelsohne ein Wegbereiter für die neue Linzer Skyline im Zentrum der Stadt. Er setzte mit diesem Bauwerk auch einen neuen Meilenstein in Sachen Nachhaltigkeit. Das von ihm geplante Landesdienstleistungszentrum ist ein zukunftsorientiertes Verwaltungsgebäude, das sich architektonisch an den neugestalteten Hauptbahnhof wie aus einem Guss annähert, zugleich moderne Eigenschaften einer Verwaltung wie Transparenz und klare Strukturierung repräsentiert. Neben seinem architektonischen Werk verbindet uns, Professor Wolfgang Kaufmann noch etwas Anderes: die Begeisterung für Kroatien. Und so würde ich, spielte Zeit keine Rolle, mit ihm jeden Winkel „seines“ Kroatiens besuchen wollen und ihm anschließend die besten Plätze „meines“ Kroatiens zeigen. Da er aller- dings so wie ich nach wie vor höchstaktiv ist, werden wir das wohl noch etwas verschieben müssen. Ich wünsche dir, geschätzter Professor Kaufmann, lieber Wolfgang, alles Gute zu deinem Jubiläum, noch viele, viele Jahre, in denen du deinen Vorlieben nachgehen sowie weiterhin Städte wie Linz architektonisch bereichern kannst, und dafür vor allem Gesundheit! Wolfgang Kaufmann ist nicht nur einer der erfolgreichsten Architekten Oberösterreichs, sondern zugleich einer der profiliertesten Persönlichkeiten der österreichischen Architektur, die den Umgang mit Form und Gestaltung perfekt beherrschen. Wenn wir heute durch Linz gehen oder fahren, beglei- ten uns die zahlreichen von ihm geplanten Bauwerke in einigen Stadtteilen nicht nur auf Schritt und Tritt, sondern drücken diesen Vierteln gleichsam ihren Stempel auf – als lebendige urbane Zentren, die Wohnen und Arbeiten miteinander verbinden. Als Musterbeispiel sei auch der Europaplatz genannt. Dr. Josef Pühringer Landeshauptmann Oberösterreich Persönlich verbindet mich mit Wolfgang Kaufmann ein gemeinsames Wertefundament. Wir kommen beide aus dem Kartellverband. Auch beruflich haben uns unsere Wege zusammengeführt. Etwa beim Bau des neuen Landesdienstleistungszentrums. Ich habe vor der Architektur höchsten Respekt, weil es sich um einen schöpferischen Beruf handelt. Bei allen schöpferischen Berufen sind die Grenzen zwischen Handwerk und Kunst fließend. Ich wäre daher Wolfgang Kaufmann für ein paar Einblicke in seinen Beruf dankbar, den er so virtuos beherrscht. Dass er weithin sichtbare Spuren hinterlässt. Die Liste seiner erfolgreichen Projekte ist beinahe endlos. Zu seinen wichtigsten Bauten gehören die Raiffeisen Landesbank, das Marriott Hotel, das Bürocenter Europaplatz, das Genossenschaftsrechenzentrum, die Konzernzentrale der Energie AG, das Fußballstadion in Ried, aber auch Wohnbauten wie die solarCity in Linz. Dr. Heinrich Schaller Generaldirektor RLB Oberösterreich Die architektonische Handschrift von Wolfgang Kaufmann findet sich in einer ganzen Reihe von Projekten der Raiffeisenlandesbank OÖ sowie der gesamten Raiffeisenbankengruppe OÖ. Nachdem Wolfgang Kaufmann für seine Auftraggeber immer so baut und gestaltet, als würde er dies für sich selbst tun, sind es immer auch ein bisschen „seine“ Häuser und Projekte. Das führt letztlich auch zu einer freundschaftlichen Verbundenheit, die ich sehr schätze. Ein gemütliches Beisammensein mit netten Gesprächen und einem Glas Wein. Unter dem obligatorischen schwarzen Hut stecken jede Menge Kreativität und besonderes Gespür dafür, Funktionalität und Ästhetik zu verbinden. Und die Fähigkeit, diese Ideen - vorzugsweise beglei- tet von Zigarrenduft - auch im Rahmen der budgetären sowie zeitlichen Möglichkeiten umzusetzen. Media Impressum: Medieneigentümer: GNK Media House GmbH, 4020 Linz, Breitwiesergutstraße 10, Tel. +43.1.813 03 46-0, office@media-house.at, Geschäftsführer: Ronald Goigitzer, MMag. Philipp Kaufmann, Mag. Michael Neubauer Chefredaktion: Mag. Michael Neubauer DesignLayout: Peter Prearo, Siegfried Gansch Lektorat: Ulrike Riedl Photos: wenn nicht anders angegeben: www.cityfoto.at Druck: Niederösterreichisches Pressehaus Der ImmoFokus wendet sich im Sinne der Gleichstellung gleichermaßen an Frauen und Männer. Aus Gründen der Übersichtlichkeit und Verständlichkeit kann es bei den Beiträgen vorkommen, dass nur die maskuline Ansprechform verwendet wird. www.media-house.at Dr. Christoph Leitl Präsident der Wirtschaftskammer Österreich Der sachliche und menschliche Gleichklang! Was immer wir ansprechen, wir verstehen uns! Gleiche Wellenlänge und übereinstimmende Chemie sind bei uns so gegeben, dass wir uns gelegentlich selbst darüber amüsieren! Ganz einfach: Bei einem guten Glas Wein über Gott und die Welt philosophieren. Und wenn aus dem Glaserl ein Flascherl wird, hätten wir beide nichts dagegen! Nein: nicht der Hut! Sondern das, was unter dem Hut ist! Ein Mensch mit klarem Verstand, mit Orientierung an zeitlos gültigen Werten und mit menschlicher Zuwendung! Und vor allem: Er hat Humor! Lachen zu können, auch über sich selbst, ist eine wunderbare Eigenschaft von Wolfgang!
  • 7. 12 13 Special zum 70. Geburtstag von Wolfgang Kaufmann | ImmoFokus 2017 ImmoFokus 2017 | Special zum 70. Geburtstag von Wolfgang Kaufmann Wo liegt die Zukunft von Kaufmann Partner? Wird sich an der strategischen Ausrichtung etwas ändern? Mathias Haas: Eine der Qualitäten des Architekturbüros Kaufmann ist es, ein sehr gesamtheitliches Leistungspaket anbieten zu können. Ich bin Ende der 90er Jahre über mei- nen Studienkollegen Fabian Kaufmann zum Unternehmen gestoßen. Der erste Eindruck war nicht unbedingt ihre Architekturkom- petenz. Ich habe schnell gesehen, dass diese nicht vordergründig ist – sondern das Gesamt- leistungspaket, welches aber heute von der Auftraggeberseite nicht mehr immer so stark nachgefragt wird. Wie kam es zu dieser Entwicklung? Haas: Das haben sich die Architekturbüros selbst zuzuschreiben. Wir, und das Wir be- zieht sich auf die gesamte Architektenschaft, haben uns von vielen Belangen verabschie- det. Beispielsweise sind wir Fassaden-ver- liebt. Wir wollen uns nicht mit irgendwelchen technischen Sachen plagen, die vermeintlich nicht interessant sind. Das ist ein fataler Feh- ler. Diese Kompetenz versucht die Architek- tenschaft jetzt wieder zurückzuerobern, weil sie gesehen hat, dass man bei dem, was den Architekten ansonsten übrigbleibt, nur mehr zum Experten der Raumfarbe wird – und das ist, schlichtweg gesagt, fad. Dann definieren andere die Dinge, die bisher unser Metier wa- ren und sein müssen. Christoph Schaumberger: Wir  wollen die Kompetenz und Stärke von Kaufmann Part- ner weiterführen. Dafür müssen wir uns stra- tegisch anders aufstellen – nicht nur beim Gesamtpaket, sondern auch bei unseren Ein- zelleistungen. Zu diesen gehören einerseits die Architektur, die Gestaltung bzw. das Konzept und andererseits das Projektmanagement, die Steuerung sowie die Kompetenz in der Umset- zung auf der Baustelle. Wir haben Ende vorigen Jahres ein Wohnpro- jekt in Steyregg übergeben. Die wollten bei der Fertigstellung wissen, was andere oder sie selbst falsch gemacht haben, weil sie sich um nichts kümmern mussten. Das ist genau der Punkt, wo wir ansetzen müssen: Funti- onierende und leistbare Gebäude zu planen ist Grundvoraussetzung. Es geht uns um das SchaffeneinesdarüberhinausgehendenMehr- werts: Einen nachhaltigen added value für den Bauherren, für die Gesellschaft, für die Baukultur - dafür stehen wir. WolfgangKaufmannsprichtdavon,dassdas Vertrauen zwischen Architekt und Bauher- ren verschwunden ist. Haas: Vertrauen ist natürlich die Grundvoraus- setzung. So wie es Wolfgang Kaufmann kannte, dass der Architekt eine Person als Auftraggeber hat, das gibt es in der modernen Welt nicht mehr. Wir haben es in der Regel mit institutio- nellen Bauherren zu tun, die durch einen Kon- zern und Projektleiter repräsentiert werden. Die Strukturen haben sich geändert. Das Vertrauen bleibt aber ein wesentlicher Punkt. Aber allein das reicht heutzutage nicht mehr aus, um bei der Projektvergabe punkten zu können. Schaumberger: Da gibt es viele Pferdeflüste- rer, die sich als externe Berater einmischen. Scharlatane, die kommen und irgendeinen Blödsinn erzählen. Wir müssen dann viel Arbeit investieren, damit diese Irrgedanken DasperfekteDuo Kontinuität. Mathias Haas und Christoph Schaumberger wollen die Kompetenz und Stärke von Kaufmann Partner weiterführen. Zu diesen gehören einerseits die Architektur, die Gestaltung bzw. das Konzept und andererseits das Projektmanagement, die Steuerung sowie die Kompetenz in der Umsetzung auf der Baustelle. „Funtionierende und leistbare Gebäude zu planen ist Grundvoraussetzung. Es geht uns um das Schaffen eines darüber hinausgehenden Mehrwerts: Einen nachhaltigen added value für den Bauherren, für die Gesellschaft, für die Baukultur - dafür stehen wir.“
  • 8. 14 15 Special zum 70. Geburtstag von Wolfgang Kaufmann | ImmoFokus 2017 ImmoFokus 2017 | Special zum 70. Geburtstag von Wolfgang Kaufmann wieder ausgeräumt werden. Das ist auch ein Hauptproblem, mit dem wir in sehr vielen Be- langen kämpfen. Haas: Aber grundsätzlich glauben wir, dass ein rein funktionaler Ansatz heute nicht mehr ausreicht. Die Erwartungshaltung unserer Kunden an die Architektur ist höher. Es reicht nicht mehr, dass man etwas hinstellt, das „nur“ funktioniert. Gefragt sind Architekturkompe- tenzundGestaltungskompetenz,dieabernicht losgelöst sind von den Kosten oder Nachhal- tigkeit. Die Welt ist komplexer geworden und unsere Tätigkeit ist komplexer geworden. Wir sind der Meinung, dass wir diese komplexen Anforderungen auch abbilden und umsetzen können. Um das geht es in der Zukunft. Schaumberger: Zudem hat sich in den letz- ten Jahren herauskristallisiert, dass zu den üblichen Aufgabengebieten, wie Wohnbau, Bürobau, Verwaltung, Industrie oder Ge- werbe,ShoppingundEntertainmenthinzuge- kommen sind wie auch der Gesundheitssek- tor mit Reha-Zentren oder Krankenhäusern. Ein wichtiger Punkt ist auch das Thema der Umnutzung und Revitalisierung. Wenn wir wüssten, wo die Märkte der Zukunft liegen, wäre es leichter. In vielen Bereichen weiß man das derzeit einfach nicht. Bisher hat sich Kaufmann Partner auf Oberösterreich konzentriert … Haas: Das funktioniert heute nicht mehr so. Wir haben ein Wettbewerbswesen, das EU-weit offen ist. Wir müssen damit leben. Das kann manhinterfragen,obdasintelligentist,aberdie Welt funktioniert so. Das führt dazu, dass wir auch mobiler sein müssen. Das ist aber nicht etwas, was wir zwingend angestrebt haben. Schaumberger: In Oberösterreich wird die Luft dünner. Es wird auch im Gegensatz zu Wien wesentlich weniger gebaut. Gerade Wien ist für uns ein Hoffnungsmarkt, wo wir uns mit unseren Leistungen durchsetzen können. Haas: Es wird auch nicht mehr reichen, dass wir warten, bis ein Auftraggeber kommt. Wir müssen selbst aktiv werden. Eine Stärke von uns ist, wenn wir Fragen beantworten, zuerst darauf zu achten, dass die Fragestellung die richtige ist – es gibt ein Querdenken. Aber es gehört genauso dazu, dem Kunden zu sagen, wenn etwas nicht funktioniert. Nein sagen ist das Allerschwierigste. Es gibt aber Barri- eren, die nicht überwindbar sind bzw. sein sollen – sei es gesetzlich oder technisch. Diese Kompetenzen des Querdenkens und der Ehr- lichkeit müssen auch in Zukunft weitergelebt, vielleicht sogar ausgebaut und sogar kommu- niziert werden. Es wird zunehmend wichtig, dass Kosten und Termine transparent nachvollziehbar eingehalten werden. Das geht nur über eine professionelle Projektsteuerung. Dass man dafür auch eine Gegenleistung – also Hono- rare – bekommen muss, ist bisher nicht jedem Bauherren klar. Eines ist aber auch klar: Als Architekturbüro werden wir zukünftig noch mehr an der Termintreue und dem Einhalten der Kostenrahmen gemessen. Die Herausforderung für uns drei (Anmerkung der Redaktion: drei steht für W. Kaufmann, M. Haas und C. Schaumberger) – und das sage ich ganzbewusst–wirdsein,dieseTransformation zu schaffen. Das geht nicht mit simplen Ant- worten. Wir müssen uns sehr präzise überle- gen, wo sind unsere Stärken, wo ist der zukünf- tige Markt oder welche Leistungen wollen wir anbieten? Dieser Prozess findet gerade statt. Schaumberger: Wichtig bei dieser Trans- formation ist auch das Sich-Verbinden mit den bestehenden Kontakten von Wolfgang Kaufmann. Er hat ein sehr breit gefächertes Netzwerk Wolfgang Kaufmann hat gemeint, er könne sich im operativen Geschäft zurückneh- men und delegieren. Können Sie das unter- schreiben? Haas: In Teilbereichen sicher. Aber das betrifft uns auch. Wenn ich will, dass die Mitarbeiter irgendwann eigenständig agieren, dann muss ich ihnen auch ein gewisses Grundvertrauen entgegenbringen. Aber dass er in allen ope- rativen Bereichen komplett loslassen kann, das können wir zwei so nicht unterschreiben. (lacht) Das ist auch nicht gewünscht, wir wären ja dumm, nicht auf die langjährige Erfahrung von Wolfgang Kaufmann zurückzugreifen. n BM Ing. Christoph Schaumberger 1979 geboren in Linz HTBLA Hochbau in Linz 2005 Baumeister seit 2014 Partner bei Prof Kaufmann | Partner ZT GmbH Arch Dipl. Ing. Mathias Haas 1974 geboren in Salzburg Studium der Architektur an der TU Innsbruck 2000 Partner bei factoryDA ZT GmbH seit 2008 Partner bei Prof Kaufmann | Partner ZT GmbH 2010 Architekt
  • 9. 16 17 Special zum 70. Geburtstag von Wolfgang Kaufmann | ImmoFokus 2017 ImmoFokus 2017 | Special zum 70. Geburtstag von Wolfgang Kaufmann Bauwerke Mehr als 500 Projekte. Beeindruckend ist die Vielfalt an unterschiedlichen Immobilienarten: vom Krankenhaus bis zum Logistikzentrum. Insbesondere im Großraum Linz prägt das Schaffen von Professor Kaufmann das Startbild. KURHOTEL BAD LEONFELDEN 2016 - 2018 LDZ - LANDESDIENST- LEISTUNGSZENTRUM 1999 - 2014 REHAKLINIK ENNS 2013 - 2015 HOFBEBAUUNG HONAUERSTRASSE OÖ VERSICHERUNG 2012 - 2015 POWER TOWER - ENERGIE AG KONZERNZENTRALE 2004 - 2008
  • 10. 18 ImmoFokus 2017 | Special zum 70. Geburtstag von Wolfgang Kaufmann MILLENNIUM CITY WIEN 2014 - 2017, Refurbishment LINZ.PUNKT - BUSINESS- UND WOHNVIERTEL 2009 - 2013 RAIFFEISEN FORUM 1999 - 2002
  • 11. XXX FOKUS BILDTEXT Eque con reictatiam fugit facerum quas aut volutem ollessed eossit volupta quatecust, inume audi Nam nimus apient recesec aborem deribus. • FOKUS_Bildtext. mt noch ein Text hier • kommt noch ein Text hier kommt noch • ein Text hier kommt noch ein Text WOHNANLAGE GRILLPARZERSTRASSE 2006 - 2012 S.HOUSE VILLA 2004 - 2006 PRODUKTIONSHALLE BERNECKER+RAINER 1998 - 2017, vier Bauphasen WOHNANLAGE LILIENGUT - ENNS 2013 - 2015 Wolfgang Kaufmann inZahlen bewegte Bürostühle ca 16.000 gerauchte Zigarren pro Jahr ca. 1.721 Fern- seher 17 Plotterpapier pro Jahr 12 km Distanz Büro-Wohnung • 14 Höhenmeter (Aufzug) • 40 Meter Weglänge (indoor) EIN Markenzeichen Beruf = Hobby 19 Special zum 70. Geburtstag von Wolfgang Kaufmann | ImmoFokus 2017 2 Autos