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+++ Andrea Bisping,München +++ Bernhard Conin,Köln +++
Claudia Delius-Fisher, Frankfurt +++ Hilmar Guckert,Düsseldorf +++
+++ Edgar Hirt,Hamburg +++ Dr.Ralf G.Kleinhenz,Berlin +++
André Kaldenhoff,Leipzig +++ Klaus Krumrey und Hildegard Schoger,
Darmstadt +++ Friedhelm Lenz,Nürnberg +++ Stefan Lohnert,Stuttgart
+++ Michel Maugé,Mannheim +++ August Moderer,Mainz +++
+++ Holger Syhre und HenningWossidlo, Wiesbaden +++
issue one. september 2010. ahead
Grüner geht’s nicht:
Mit dem Veranstaltungsticket
Umwelt-Plus CO2-frei zum Event.
Foto:DBAG/Klarner
Die Deutsche Bahn ist in Sachen Klimaschutz ganz vorn dabei: Mit dem neuen
Veranstaltungsticket Umwelt-Plus können alle Teilnehmer von größeren Veran-
staltungen ab sofort komplett CO2-frei auf die Reise geschickt werden. Voraus-
setzung ist die Buchung des Veranstaltungstickets der Deutschen Bahn.
Und so funktioniert das Umwelt-Plus:
� Die Deutsche Bahn berechnet den Energiebedarf, den die Teilnehmer für die
An- und Abreise zur jeweiligen Veranstaltung voraussichtlich benötigen.
� Diese Strommenge kauft die DB Energie im Voraus aus 100% regenerativen
Energiequellen in Deutschland und speist sie ins Bahnstromnetz ein.
� Damit ist gewährleistet, dass die An- und Abreise zur jeweiligen Veranstaltung
CO2-frei unternommen werden können! Anders als bei CO2-Kompensations-
maßnahmen werden Kohlendioxid-Emissionen so von vornherein vermieden.
� Die geringen Mehrkosten sind ein lohnender Beitrag zur Verbesserung der
CO2-Bilanz und können das Image der Veranstaltung nachhaltig verbessern.
TÜV-geprüft: Die Herkunft des Stroms sowie die physische Einspeisung in das
Bahnstromnetz sind vom TÜV SÜD zertifiziert. Nach Veranstaltungsende erhält
der Organisator von der Deutschen Bahn eine Bescheinigung über die CO2-Ein-
sparungen für die jeweilige Veranstaltung – mit dem Prüfsiegel des TÜV SÜD.
Haben Sie Fragen zum CO2-freien Reisen oder zum Veranstaltungsticket?
Rufen Sie uns an unter +49 (0)69 265 59459 oder schreiben Sie uns an
veranstaltungen@deutschebahn.com.
Die Bahn macht mobil. Seit 175 Jahren.
cim »ahead« 4/2010 3
editorial
Das Private
wird öffentlich
W
as für ein Projekt! Das hat es noch nie gegeben. Die
CIM stellt ihre Buden auf dem Jahrmarkt der Ei-
telkeiten auf? Geben Sie es zu: Das hätten Sie uns
nicht zugetraut! Doch wir können Sie beruhigen: Genau
das machen wir nicht, das lehnen wir sogar strikt ab.
Denn wie bei so vielem in unserem Heft spiegeln sich in
dieser Entwicklung größere Trends: In unserer Gesell-
schaft leben heute „Digital Natives“ und Informations-Di-
nosaurier, Leser des gedruckten Papiers, friedlich zusam-
men – die meiste Zeit über jedenfalls. Wir leben in einer
Informations- und Überflussgesellschaft, aber auch in ei-
ner Informations-Überfluss-Gesellschaft.
Bevor es eine Botschaft über die immer weiter in die
Höhe wachsende Wahrnehmungsschwelle der Menschen
schafft, muss sie deutlich wirkungsvoller sein als früher.
Eine Antwort darauf lautet: Personalisierung, die Iden-
tifikation mit dem oft noch unbekannten Gegenüber er-
laubt. Bei Events und Kongressen passiert nichts an-
deres. Das drückt sich aus in Relationship Marketing.
Entscheidungen über Destination, Kongresshaus und
Location machen sich längst nicht mehr fest an perfek-
ter Anbindung, Flexibilität im Raumkonzept, attraktiver
Umgebung. Das sind so etwas wie Mindestanforderun-
gen. In der Endauswahl ist die Entscheidung wie so oft
Vertrauenssache – und hängt damit von Personen und
Persönlichkeiten ab. Kann das Gegenüber meine Ver-
anstaltung stemmen, hat er oder sie das Zeug und das
Team dazu? Warum sollen wir von der Fachpresse ei-
ner Branche, die sich auch gerne als „People’s Industry“
bezeichnet, um das Persönliche und Menschliche einen
großen Bogen machen? Das passt nicht mehr in unsere
Zeit, die via Facebook, Twitter oder LinkedIn die persön-
liche Sphäre immer mehr öffentlich macht. Und die Ge-
neration Y findet überhaupt nichts dabei. „Das Private
soll doch bitteschön privat bleiben“, diese Haltung ist im
Web, aber auch im Berufsleben passé. Unsere Interview-
partner offenbarten in diesem Sinne Überraschendes,
Aufregendes, Anregendes. Es war uns eine Freude – und
das wird es auch Ihnen sein beim Lesen, viel Vergnügen!
Private becomes publicW
hat a project! This
has never existed be-
fore. Has CIM set up
its booth at Vanity Fair? Ad-
mit it, you never thought we
would be able to do it! Yet we
can reassure you, precise-
ly this is not what we have
done, in fact we reject the
idea completely.
Just like so much in this is-
sue, this development re-
flects larger trends: “digital
natives” and information di-
nosaurs, readers of printed
paper, co-exist peacefully in
our society – at least most of
the time. We live in a soci-
ety of information and abun-
dance, but also in a society of
information abundance.
Before a message makes it
over the – necessarily – ever
cim »ahead« 4/2010 3
higher threshold of percep-
tion of most people it has to
to be much more effective
than before.
An answer to this problem is
personalisation, identifica-
tion with the often unknown
person in front of you. Noth-
ing else happens at events
and conferences. This is
what relationship marketing
does. Decisions about desti-
nations, conference centres,
the locations of the evening
event have long been taken
not according to infrastruc-
tural criteria alone. Perfect
transport connections, flex-
ible space concepts, attrac-
tive surroundings are the
necessary conditions, some-
thing like the minimum pre-
requisites. But ultimately
the decision is, like so of-
ten, a question of trust – and
thus depends on persons and
personalities. Can the re-
sponsible person handle my
event, does they have what
it takes the right team?
Why should we, the trade
press of a business that likes
to call itself the “people’s in-
dustry”, steer clear of what
is personal and human? This
does not fit in as the per-
sonal sphere is increasingly
made public via Facebook
or LinkedIn. And this does
not disturb generation Y at
all. “What is private should
remain private” – this atti-
tude, widespread in Germa-
ny, will disappear more and
more in professional life,
whether one likes it or not.
The heads of the German
convention centres being in-
terviewed for “ahead” re-
vealed surprising, exciting,
inspiring things about them-
selves. It was a pleasure for
us – and it will surely be a
pleasure for you reading!
f.wewoda@cimunity.com
4 cim »ahead« 4/2010
ahead inhalt/content
12 Hilmar Guckert, DüsseldorfCongress
Hilmar Guckert fragt zeitlebens nie nach Arbeitsstunden.
Plötzlich streikt sein Körper − ein Wendepunkt.
Still genießen kann er heute wie ein anderer.
Hilmar Guckert never thought about working hours throughout his life.
Suddenly his body refused – a turning point.
Today he can quietly enjoy like another.
16 Claudia Delius-Fisher, Congress Frankfurt
Claudia Delius-Fisher: freundlich, streng. Grundschullehrerin würde zu ihr
passen. Doch Urlaube als Rucksack-Touristin, Bürgerkrieg? Sie überrascht.
Claudia Delius-Fisher: friendly, engaging, even strict. She would make a good
grammar school teacher. But rucksack holidays, civil wars,? She surprises.
20 Edgar Hirt, CCH Congress Center Hamburg
Edgar Hirt liebt hohe Gipfel und Ziele, ob in den Alpen oder im Kongress-
geschäft. Als AIPC-Präsident spielt er die internationale Klaviatur meisterhaft.
Edgar Hirt loves lofty peaks and goals, whether in the Alps or in the
conference industry. As AIPC President he deals with international
matters like a master.
08 Dr. Ralf G. Kleinhenz, ICC Berlin
Scharfsinniger Analytiker, pragmatisch, zupackend:
Ralf Kleinhenz’ Qualitäten sind jetzt mehr denn je gefordert.
Astute analyst, down-to-earth pragmatist:
Ralf Kleinhenz’ qualities are more in demand than ever.
Congress Center Messe Frankfurt
www.sevencenters.de
www.sevencenters.de
www.sevencenters.de
www.sevencenters.de
24 Bernhard Conin, KölnKongress GmbH
Energisch, geschäftstüchtig, jeck: Bernhard Conin schafft
den Spagat auf kölsche Art.
Energetic, enterprising, a reveller: Bernhard Conin balances
them in Cologne style.
28 Andrea Bisping, ICM München
Ex-Schreinerin Andrea Bisping bastelte bei Vok Dams an der Karriere.
Die ICM-Chefin profitiert vom Perspektivwechsel.
Former carpenter Andrea Bisping worked on her career at Vok Dams.
The ICM head profits from the change of perspective.
32 Stefan Lohnert, ICS Messe Stuttgart
Stefan Lohnert wollte einst Profimusiker werden. Die große Bühne
wird ihm in seiner Heimat Stuttgart auf andere Weise zum Beruf.
Stefan Lohnert wanted to be a professional musician. The big stage in
his hometown. Stuttgart became his job in another way.
cim »ahead« 4/2010 5
www.sevencenters.de
www.sevencenters.de
www.sevencenters.de
16
Claudia Delius-Fisher
6 cim »ahead« 4/2010
ahead inhalt/content
44 August Moderer, Congress Centrum Mainz GmbH
August Moderer ist ein Energiebündel. Direkt, lautstark,
aber auch mit Herz und Verstand auf den Spuren Buddhas.
August Moderer is a bundle of energy. Direct and loud,
but also following Buddha with heart and understanding.
48 Michel Maugé, m:con Mannheim
Erst Kurdirektor, dann selbständiger Organisator, kommt Michel Maugé
„zufällig“ nach Mannheim. Im Rosengarten schafft er Raum zum Denken.
First health spa director, then conference organiser of his own agency,
Michel Maugé arrived in Mannheim “by chance”. At CC Rosengarten
he offers room for thought.
36 Klaus Krumrey und Hildegard Schoger,
Wissenschafts- und Kongresszentrum Darmstadt
Hildegard Schoger und Klaus Krumrey ergänzen sich und halten
gemeinsam in Darmstadt die Zügel in der Hand.
Hildegard Schoger and Klaus Krumrey complement each other
and hold the reins together in Darmstadt.
40 André Kaldenhoff, Congress Center Leipzig
Fingerspitzengefühl und ein starker Wille helfen André Kaldenhoff
immer wieder neue Themen für Kongresse aufzuspüren.
A strong will and delicacy help André Kaldenhoff to find
new themes for conferences.
48
Erst Kurdirektor, dann selbständiger Organisator, kommt Michel Maugé
First health spa director, then conference organiser of his own agency,
4848
Erst Kurdirektor, dann selbständiger Organisator, kommt Michel Maugé
First health spa director, then conference organiser of his own agency,
CC Rosengarten Mannheim
cim »ahead« 4/2010 7
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Anzeigenpreisliste/Rate card
Nr. 24 vom 1. Januar 2010
No 24 effective 1 January 2010
Erscheinungsweise/Publication rhythm
CIM erscheint sechsmal jährlich
CIM is published six times a year
Impressum
52 Friedhelm Lenz, CCN CongressCenter Nürnberg
Laptop und Lebensart auf gut fränkisch: Mit Herz und generalstabsmäßiger
Planung hat Friedhelm Lenz sein CCN auf Augenhöhe mit den Top-Häusern
der Branche geführt.
Laptop and Franconian lifestyle. Friedhelm Lenz has led his CCN with heart
and military planning on par with the industry’s top centres.
56 Henning Wossidlo, Kurhaus Wiesbaden
Holger Syhre, Rhein-Main-Hallen Wiesbaden
Die Zwischenstation Wiesbaden wird für Kurdirektor Henning Wossidlo
eine Lebensaufgabe. Strukturiert und immer gut vorbereitet
geht Holger Syhre beherzt auf Neues zu.
The temporary position in Wiesbaden became a life task for Henning Wossidlo.
Organised and always well-prepared, Holger Syhre tackles new challenges.
Michel Maugé
4848
8 cim »ahead« 4/2010
Spezialist
für Comebacks
Scharfsinniger Analytiker, pragmatisch,
zupackend: Ralf Kleinhenz’ Qualitäten
sind jetzt mehr denn je gefordert.
1
979 landet ein Raum-
schiff im Berliner
Westen. Konturen
und Ausmaße wirken fu-
turistisch, Design und
Baumaterial zeitgeis-
tig. Ein Ausrufezeichen
westdeutscher Ingeni-
eurkunst, das die sozi-
alistischen Machthaber
jenseits der Mauer stau-
nen lässt. Ein Koloss aus
Beton, 320 Meter lang,
80 Meter breit, wie ein
gestrandeter Wal liegt
er seither unterhalb des
Funkturms.
Wir schreiben das Jahr
2010, Logbuch des Inter-
nationalen Congress Cen-
trum Berlin – kurz ICC.
Der Kapitän und Naviga-
tor des Raumschiffs aus
Beton hält trotz einiger
Turbulenzen sicher Kurs.
Obwohl ihm die harte Ar-
beit an diesem Morgen
anzusehen ist, wirkt er
vollkommen präsent. Ralf
Kleinhenz hat mittler-
weile drei Geschäftsfüh-
rerposten in Personaluni-
on auf sich vereinigt. Seit
Juli 1999 ist er Direktor
und Prokurist der Mes-
se Berlin, verantwortlich
für den Geschäftsbereich
Kongresse und Gastmes-
sen. Dazu kommt
unter anderem das Amt
als Geschäftsführer der
deutschland- und euro-
paweit viel beachteten
Messe „Popkomm“. Sie
steuerte er in den zu-
rückliegenden Jahren
durch stürmische Zeiten,
meisterte den Umzug von
Köln nach Berlin, brachte
das Format nach einem
Jahr Pause mit Macht
und großem Erfolg zu-
rück.
Ein Comeback der fast
totgesagten Veranstal-
tung, stark, geradezu
kühn. Das sagt schon
einiges aus über das
Selbstverständnis des
Diplom-Kaufmanns
und promovierten Wirt-
schaftsgeographen, der
zudem Philosophie stu-
diert hat. Er ist in glei-
chem Maße harter Ar-
beiter, kluger Kopf, Kos-
mopolit, aber auch hei-
matverbunden. Tritt der
1. FC Köln in der Fuß-
ball-Bundesliga an, hisst
Kleinhenz die Flagge mit
dem Geißbock auf dem
Dach seiner Wohnung an
der Spree.
In die Ferne zieht es ihn
aber zuweilen genauso,
er genießt ein akademi-
sches Gastspiel an der
University of California
at Berkeley. Als kölscher
Jong 1966 geboren, ver-
bringt er seine ersten Be-
rufsjahre bei der Leipzi-
ger Messe als Assistent
der Geschäftsführung.
So ist er nicht nur ein
Grenzgänger zwischen
Seven Centers: Dr. Ralf G. Kleinhenz,Vice President Congresses & Guest Events, ICC Berlin
Photo:ICCBerlin
cim »ahead« 4/2010 9
Das ICC Berlin ist so futuristisch wie
funktional geplant, ein Ausrufezeichen!
West und Ost, sondern
auch zwischen Theorie
und Praxis. Er schreibt
seine Doktorarbeit über
die wirtschaftliche Re-
integration von russi-
schen Militäranlagen in
Deutschland.
Inzwischen wird in Ber-
lin mehr über die Um-
nutzung seines Kon-
gresshauses – des Kon-
gress-Kolosses ICC – dis-
kutiert. Da ist kühler
Kopf gefragt, der auch
den ICC-Kunden zugute
kommt. Der Blätterwald
der Hauptstadt rauscht
in diesen Tagen unabläs-
sig. Das Raumschiff ICC
verlangt nach Generalü-
berholung, soll nach Mei-
nung der meisten Politi-
ker flott gemacht werden
für die nächsten 30 Jah-
re Kongress-Höhenflü-
ge. Wären da nur nicht
die Sanierungskosten,
die der Regierende Bür-
germeister Klaus Wowe-
reit kürzlich, wie im In-
ternet zu lesen ist, auf
260 Mio. Euro bezifferte
– und im gleichen Atem-
zug eine Sanierung im
laufenden Betrieb ka-
tegorisch ausschloss.
Das fordert die ICC-Ge-
schäftsführung heraus.
Wo tagen die Stamm-
kunden während der Sa-
nierungsphase? Derzeit
werden maßgeschneider-
te Raumkonzepte in den
Messehallen entworfen –
der Kongressbetrieb wird
im gleichen Maße auch
in der Sanierungsphase
fortgesetzt. Jetzt ist der
wissenschaftliche Analy-
tiker ebenso gefragt wie
der zupackende Prakti-
ker – eine Aufgabe wie
geschaffen für Dr. Ralf
Kleinhenz.
Obwohl dem Rheinländer
per se ein Hang zur Ober-
flächlichkeit nachgesagt
wird, liegt Ralf Klein-
henz das Seichte nicht
besonders. So meidet er
billige Marketingphra-
sen. Auf die Funktionali-
tät des durch und durch
zweckdienlich geplanten
Kongress-Kolosses ICC
lässt Ralf Kleinhenz je-
doch nichts kommen:
„Je größer die Kongres-
se, desto höher die Kun-
denzufriedenheit“, infor-
miert er. Kleinhenz stellt
die vielen unterschied-
lichen Rückzugsräume
in den zahlreichen Zwi-
schengeschossen beson-
ders heraus, die andern-
orts als Break-out-Flä-
chen fehlen. Das ICC hat
diese schon seit 1979 zu
bieten. Ganz abgesehen
von den immensen Flä-
chen, die in ganz Europa
immer noch unübertrof-
fen sind. Kein Wunder,
dass die Berliner zur 30-
Jahr-Feier des ICC 2009
doch mit einigem Stolz
auf ihr ICC blickten. Ein
Erfolgsgeheimnis nennt
Kleinhenz, dem ein Team
von 28 Mitarbeitern im
ICC unterstellt ist: „Wir
waren schon früh sehr
auf Internationalität be-
dacht.“ 2009 war trotz
Wirtschaftskrise bei ex-
akt 14 Mio. Euro reinem
Vermietumsatz das dritt-
beste in der Geschich-
te des ICC. „Wir ernten
die Früchte unserer kon-
sequenten Repositionie-
rung“, stellt Kleinhenz
fest. Der Spezialist für
Comebacks plant derweil
schon seinen nächsten
Coup: Das futuristische
Kongress-Raumschiff si-
cher durch die derzeiti-
gen politischen Turbu-
lenzen zu steuern – um
dann, frisch saniert, neue
Erfolge zu landen. FW
I
CC Berlin: Plenarkapazität/Plena-
ry capacity: 9.100 Personen/9,100
People +++ Räume/Rooms: 80
von/from 31 bis/to 4.432 qm/4,432
sq. m. +++ Baujahr/Built: 1979 +++
Veranstaltungen/Events 2009: 511
mit/with 220.000 Besuchern/220,000
Visitors +++ Umsatz/Turnover 2009:
20 Mio. Euro +++ Nächster Flugha-
fen/Nearest Airport: 7,0 km +++ ICE-
Bahnhof/Express Train Station: 8,4 km
www.icc-berlin.de
Photo:ICCBerlin
10 cim »ahead« 4/2010
Name Nachname, Name der Messe
Specialist for
comebacks
Astute analyst, down-to-earth pragmatist:
Ralf Kleinhenz’ qualities are more in demand
than ever.
I
n 1979 a space ship
landed in West Berlin.
Its shape and dimen-
sions appeared futuristic,
its design and construction
materials contemporary. A
high point of West German
engineering that amazed
the socialist rulers on the
other side of the wall. A ce-
ment colossus, 320 metres
long, 80 metres wide, it
has lain since then like a
stranded whale at the foot
of the Berlin Radio Tower.
Now we write 2010 in the
logbook of the Internation-
al Congress Centrum Ber-
lin – known as the ICC.
The captain and naviga-
tor of this concrete space
ship has kept it on course,
in spite of some turbu-
lences. Although the hard
work is evident on his face
this morning, he appears
completely present. Ralf
Kleinhenz has combined
and taken over three man-
aging director positions.
Since July 1999 he is Vice
President Congresses &
Guest Events, ICC Berlin,
and Authorised Signatory
of Messe Berlin. In addi-
tion there is the position
of Managing Director of
the Popkomm exhibition,
much acclaimed in Germa-
ny and Europe. In the last
few years he has steered
Popkomm through stormy
times, managed the move
from Cologne to Berlin,
brought the format back
after a one-year break with
power and great success.
A strong, downright dar-
ing comeback for an event
that was more or less pro-
nounced dead. This says a
lot about the self-concep-
tion of the MBA and doc-
tor of economic geography,
who has also studied phi-
losophy. He is equal parts
a hard worker, a shrewd
head, a cosmopolite but
also rooted in his home-
land. When the 1. FC Co-
logne football team plays
in the Bundesliga, then he
hoists their flag with the
billy goat on the roof of his
flat overlooking the Spree.
At the same time he is
drawn to far-off places, en-
joys guest-starring at the
University of California at
Berkeley. Born in 1965 in
Cologne, he spent his first
professional years as an
assistant to the manage-
ment at the Leipzig Messe.
He not only crosses borders
between East and West,
but also between theory
and practice. His disser-
tation thus analysed the
economic reintegration of
Russian military bases in
Germany.
Nowadays there is more
discussion in Berlin about
the conversion of his con-
ference centre – the con-
gress colossus ICC. A cool
head is needed.
Space ship ICC requires a
general renovation, accord-
ing to most politicians it
has to be made fit for the
next 30 years of congress
life. If only there were not
the costs for the renova-
tion, which mayor Klaus
Wowereit recently calcu-
lated at around 260 million
Euros.
With the same breath the
mayor categorically ruled
out a renovation while
the congress centre was
in operation. A challenge
for the ICC management.
Where can their regular
At present custom-tailored
room concepts are being
drawn up for the exhibi-
tion halls – congresses will
continue to take place at
the same volume even dur-
ing the renovation. The sci-
entific analyst is now just
as much in demand as the
hands-on practical worker
– a mission made for Dr.
Ralf Kleinhenz.
Shallowness does not suit
Ralf Kleinhenz very much
although Rhinelanders are
supposed to be tedning to.
He avoids cheap marketing
phrases. He defends the
functionality of the practi-
cally designed congress co-
lossus ICC. “The larger the
conference, the higher the
customer satisfaction,” he
states.
Kleinhenz particularly em-
phasises the many differ-
ent smaller rooms avail-
able in the numerous in-
termediate floors, which
in many other centres are
lacking as break-out spac-
es. The planning for new
conference centres plac-
es these break-out rooms
high at the top of the prior-
ity list – while the ICC has
been offering them since
1979. Not to mention the
immense spaces, which in
all of Europe are still un-
surpassed.
Kleinhenz, who heads a
team of 28 employees,
identifies as a secret of the
ICC’s success that “we fo-
cused on international-
ity from very early on.” In
2009 rental turnover alone
was exactly 14 million Eu-
ros; in spite of the econom-
ic crisis the third best year
in the ICC’s history. “We
are harvesting the fruits of
consistent repositioning,”
says Kleinhenz.
The specialist for come-
backs is already planning
his next coup: steering the
futuristic congress
space ship securely
through the current po-
litical turbulences – and
then, freshly renovated, to
new successes.
FW
Photo:Dr.RalfG.Kleinhenz
Seven Centers: Dr. Ralf G. Kleinhenz,Vice President Congresses & Guest Events, ICC Berlin
cim »ahead« 4/2010 11
12 cim »ahead« 4/2010
Der Beckenbauer in ihm
Ich hatte gehofft,
sie würden mich
nicht nehmen“, sagt
Hilmar Guckert,
lächelt still in sich hin-
ein. Als er sich Mitte der
90er-Jahre um seine heu-
tige Stelle bewirbt, ver-
antwortet er in Karlsru-
he das gesamte Veran-
staltungsgeschäft. Zudem
ist er verantwortlich fürs
Strategische wie Event-
Planung und -durchfüh-
rung. „Von politischen In-
teressen habe ich mich
ferngehalten.“ Das wird
ihm zum Verhängnis.
Karlsruhe – Beamten-
stadt, badische Beschau-
lichkeit, abends Schäu-
fele auf den Teller zum
Trollinger im Glas. Die
Stelle des Geschäftsfüh-
rers bekommt er nicht.
Sie wird politisch besetzt.
Doch für Guckert steht
fest: Er will führen. Die
Ausschreibung kommt
wie gerufen. Düsseldorf,
Landeshauptstadt, gro-
ße weite Welt, internati-
onal, im Fokus einer kri-
tischen Öffentlichkeit. Er
grübelt, „kann ich das?“
Seine künftigen Arbeit-
geber entscheiden: Ja, du
kannst.
Und wie! Wenn die Zei-
chen auf Sturm stehen,
Genosse Zufall und Mur-
phys Gesetz zuschlagen,
nach dem alles schief-
geht, was schief gehen
kann, stellt sich Hilmar
Guckert in diesen Sturm.
Etwa als ein Saal dop-
pelt vermietet wird, sich
ein Auf- und ein Abbau-
tag überschneiden. Bu-
chungsfehler, „und das
bei einer politisch hoch
aufgehängten Veranstal-
tung“. Kurz herrscht Rat-
losigkeit. Es gibt Schrift-
verkehr mit juristischer
Begleitmusik, „böse Dro-
hungen“. Guckert stellt
sich vor den Veranstalter,
„mit klaren Worten“ –
„die totale Offenbarung“,
wie er das beschreibt.
Erst da arrangieren sich
alle Seiten mit der Situa-
tion, es gibt eine anstren-
gende Nachtschicht –
aber kein Nachspiel. Der
Sturm ist vorüber.
Das Thema Kommunika-
tion bewegt den 55-Jäh-
rigen, manchmal quält es
ihn ein wenig, macht es
den Eindruck. Wann ge-
lingen Dialog und Aus-
tausch, wird die eigene
Botschaft gehört – und
vor allem: warum? „Eine
klare, kernige Anspra-
che haben sich Politiker
früher noch erlaubt“, sin-
niert Guckert. Er nennt
Strauß und Wehner, die
er in jungen Jahren in
der Karlsruher Schwarz-
waldhalle erlebt. Ihm
selbst liegen eher die lei-
sen Töne. Anders ist das,
wenn seine Band an die
Instrumente geht: „Wir
wollten damals was Ro-
ckiges abziehen!“ Im Abi-
turientenalter wünscht
er sich nichts sehnlicher
als einen „Moog“-Synthe-
sizer – damals die Mar-
ke schlechthin. „Ich hatte
gehofft, mein Vater wür-
de mir so einen kaufen.“
Doch nichts da! Guckert
Photo:DüsseldorfCongress
Hilmar Guckert fragt zeitlebens nie
nach Arbeitsstunden. Plötzlich streikt
sein Körper − ein Wendepunkt. Still
genießen kann er heute wie ein anderer.
Seven Centers: Hilmar Guckert, Geschäftsführer, DüsseldorfCongress Veranstaltungsgesellschaft
cim »ahead« 4/2010 13
DüsseldorfCongress vermarktet neben dem Congress
Center CCD (Foto) u.a. Messehallen, die Location Station
Airport, Philipshalle, Esprit Arena und ISS Dome.
senior, ganz Unternehmer,
bürgt für eine Kreditsum-
me von 2.000 D-Mark. Mit
bezahlten Auftritten er-
spielt sich der Junior den
stolzen Betrag. Das prägt.
Im väterlichen Betrieb
verstreicht die Kindheit
wie im Fluge.
Arbeit mit Beton, das ist
ein hartes, ehrliches Me-
tier. So genannte „Rüt-
telstraßen“ und „Rüttel-
elemente“ fertigen Be-
ton-Bauteile in exakten
Maßen. Der Guckert’sche
Kleinbetrieb liegt in ei-
nem Grenzdorf zwischen
der Pfalz und dem Elsass,
500 Einwohner. Nur we-
nige Meter abseits der
Rüttelstraßen steht das
Wohnhaus der Familie,
in dem Hilmar mit El-
tern und zwei jüngeren
Schwestern lebt. Ein pfäl-
zisches Idyll. Eine Lebens-
welt, die der von Helmut
Kohl ähnlich sein könnte,
C
ongress Center CCD: Plenarkapazität/Plena-
ry capacity: 5.000 Personen/5,000 People
+++ Räume/Rooms: 37 v./fr. 68 bis/to 20.279
qm/20,279sq. m. +++ Gebaut/Built: 1971/1995 +++
Renovierung/Renovation: 2005 +++ Veranstaltungen/
Events 2009: 2.471/2,471 m./w. 2,4 Mio. Besuchern/
Visitors +++ Umsatz/Turnover 2009: 31,23 Mio. Euro
(DüsseldorfCongress Veranstaltungsgesellsch.) +++
Flughafen/Airport: 3,4 km +++ ICE-Bahnhof/Express
Train: 6,5 km www.duesseldorfcongress.de
Photo:DüsseldorfCongress
überlegt Guckert am Kon-
ferenztisch seines Büros.
Dort verschränkt er an
diesem Tag im Juni 2010
die Arme hinter der Stuhl-
lehne, lässt seinen Blick
zu den Fahnenmasten vor
dem Südeingang des CCD
gleiten. Die Trennung zwi-
schen Privatem und Be-
ruflichem ist ein langer
Lernprozess. „Wenn man
so erzogen ist wie ich,
zählt man keine Arbeits-
stunden.“ Der Jungspund
mit dem besten BWL-Ab-
schluss seiner Fachhoch-
schule blitzt bei den gro-
ßen Touristikkonzernen
wie LTU, Condor und Ne-
ckermann ab. Die FH ist
ganz neu, der Abschluss
noch nicht akzeptiert. Er
sieht sich ohne Murren in
der Region um, pragma-
tisch wie sein Vater. Gu-
ckerts Karriere nimmt
bald in Karlsruhe Fahrt
auf – ziemlich hochtourig.
Bei einer Sitzung im Rat-
haus wird ihm schwarz
vor Augen – Herz und
Kreislauf streiken mit
Mitte 30. „Ich bin froh,
dass ich diese Erfahrung
so früh und nicht erst mit
Mitte 50 gemacht habe.“
Heute sagt er: „Man muss
es nicht übertreiben, man
muss es nur im Griff ha-
ben.“ 90 Mitarbeiter führt
er gelassen, pflichtbe-
wusst, ohne großes Aufhe-
bens. „Man muss die Ri-
tuale und Spielregeln der
Macht kennen“, sagt Gu-
ckert fast entschuldigend.
Allein im Wohnmobil
um den Lake Michigan
zu fahren, gehört zu sei-
nen liebsten Urlauben.
Still Genießen – das kann
er wie ein anderer. „Das
ist das Beckenbauer-Fee-
ling“, habe ein Mitarbei-
ter mal über ihn gesagt.
Gemeint war der Fußball-
kaiser. Im Moment sei-
nes größten Erfolgs stapft
der als Teamchef nach
dem Gewinn der Fußball-
WM 1990 in Rom einsam
durch den Mittelkreis, legt
den Kopf in den Nacken,
schaut dem am Himmel
verglühenden Feuerwerk
nach. „Die schönsten Mo-
mente sind die, wenn eine
wichtige Veranstaltung
komplett beendet ist“, sagt
Guckert. „Diese Stille da-
nach“ genießt er mehr als
alles andere. FW
14 cim »ahead« 4/2010
I had hoped you
would not chose me”,
says Hilmar Guck-
ert, laughing quiet-
ly to himself. When he ap-
plied for his current position
in the middle of the 1990s
he was responsible for event
business operations in Karls-
ruhe. “I have always kept
my distance from political
interests.” This sealed his
fate in Karlsruhe. The city
of civil servants, of Baden
peacefulness, in the eve-
nings traditional Schäufele
(corned, smoked ham) on the
plate and Trollinger wine in
the glass. Guckert does not
get the position of managing
director. It is filled with a po-
litical candidate. But Guck-
ert realises that he wants to
run things. A job announce-
ment appears as a godsend:
Düsseldorf, regional capital,
the big world, international
stature, constant attention
from a critical public.
He asks himself, “Can I
handle it?”. His future em-
ployers decide for him: Yes,
you can. And how! When
everything foretells disaster,
when Comrade Chance and
Murphy’s Law apply, when
everything goes wrong that
could go wrong, then Hilmar
Guckert faces the storm.
When for example a hall is
rented twice for the same
time, when a set-up day and
a take-down day overlap.
Booking mistakes, “at a po-
litically hyped-up event.”
Perplexity reigns briefly.
Letters with legal accom-
panying music, “malevolent
threats”. Guckert confronts
the organiser “with clear
words” – “a total confession”,
as he describes it. Then both
sides deal with the situa-
tion, a strenuous night shift
is held – but no legal reper-
cussions. The storm is over.
The topic of communica-
tion moves the 55 year old,
sometimes it even makes
him suffer a bit it seems.
When will dialogue and ex-
change be successful, when
will his own message be
heard – and above all, why?
“Politicians used to employ
a clearer, more robust lan-
guage,” reflects Guckert.
He prefers quieter tones
himself. But not when his
band picked up their in-
struments: “Then we want-
ed to rock!” As a secondary
school student he yearned
for a Moog synthesizer – at
that time the synthesizer
brand. “I had hoped my fa-
ther would buy one for me.”
But no! Guckert senior,
the businessman, guaran-
tees a loan of 2,000 Marks.
And junior earns the hefty
sum of money back with
gigs. This marks his char-
acter. Working with cement
is a hard, honest profes-
sion. So-called “vibration
streets” and “vibration el-
ements” produce concrete
building components with
precise measurements. The
Guckert family business is
located in a village on the
border between the German
Palatine and the French Al-
sace, 500 inhabitants. Only
a few metres from the “vi-
bration street” is the fami-
ly’s house, where Hilmar
lives with his parents and
two younger sisters. A Pala-
tine idyll. A life world which
could be similar to Helmut
Kohl’s. There on a day in
June 2010 he folds his arms
behind the chair, his gaze
glides along the flagpoles on
the square before the south-
ern entrance of CCD.
The separation between
private and professional
is a long learning process.
“When you have been raised
as I have, then you do not
count working hours.” The
young man with the best
business administration
scores in his polytechnic
was rejected by major tour-
ist corporations such as
LTU, Condor and Necker-
mann. The polytechnic was
a new type of university,
its degree was not yet ac-
cepted. He moved around
the region without com-
plaining, pragmatically like
his father. Guckert’s career
soon took off in Karlsruhe
quite explosively. When his
heart and circulation failed
him in the town hall his life
changed – a breakdown in
his mid-30s. “I am happy I
had this experience so early
and not when I was in my
mid-50s.” Today he states,
“one does not have to exag-
gerate, one just has to keep
a hold on it.” He manages
with a relaxed, dutiful style,
without a great deal of fuss.
“You have to know the ritu-
als and game rules of pow-
er,” explains Guckert almost
apologetically. He does not
like the limelight. Trav-
elling alone around Lake
Michigan in his motor home
was one of his favourite hol-
idays. Enjoying something
quietly – he can do that like
someone else. “That is the
Beckenbauer feeling,” an
employee once said about
him. He was referring to the
football “Kaiser”. In the mo-
ment of his greatest success
the team captain walked to
the centre circle after win-
ning the 1990 World Cup
in Rome, looked up into the
sky and silently watched
the firework in the heav-
ens. “The most beautiful
moments are those when
an important event is over,”
says Guckert. He enjoys the
“the stillness afterwards”
more than anyone else. FW
Photo:HilmarGuckertDüsseldorfCon-
The Beckenbauer in him
Hilmar Guckert never thought about working hours throughout his life. Suddenly
his body refused – a turning point.Today he can quietly enjoy like another.
Seven Centers: Hilmar Guckert, Managing Director, DüsseldorfCongress Veranstaltungsgesellschaft
cim »ahead« 4/2010 15
16 cim »ahead« 4/2010
Abenteuerlust
im Rucksack
Claudia Delius-Fisher: freundlich, streng.
Grundschullehrerin würde zu ihr passen. Doch
Backpacker-Urlaube, Bürgerkrieg? Sie überrascht.
Seven Centers: Claudia Delius-Fisher, Leiterin, Congress Frankfurt
A
rbeitsort Mozam-
bique, ein Land im
Bürgerkrieg – der
berufliche Lebenslauf
von Claudia Delius-Fis-
her klingt an einigen
Stellen nach Abenteu-
erlust. Das passt nicht
unbedingt zum ersten
Eindruck, den die Leite-
rin von Congress Frank-
furt hinterlässt. Kor-
rekt, freundlich, aber
bestimmt bis streng,
so kennen sie die meis-
ten, die sie nicht wirk-
lich kennen. Frankfurt
am Main, ein Freitag
im Juli 2010. Die Zif-
fern der Anzeigetafel
vor dem Messeturm
schalten um von 34 auf
35 Grad. Die Zeiger der
Uhr in Würfelform be-
wegen sich an allen vier
Seiten träge auf die vol-
le Stunde zu.
Brütende Hitze emp-
fängt jeden, der sich
jetzt vor dem Messe-
turm und der Festhalle
aufhält. Der Hochsom-
mer ist etwas früh dran
in diesem Jahr. Banken-
hauptstadt, korrekt ge-
bundene Schlipse und
schwarze Aktentaschen,
wohin das Auge blickt.
Wäre Claudia Delius-
Fisher – wie ursprüng-
lich geplant – Grund-
schullehrerin geworden,
würden heute hier in
Frankfurt und Hessen
für sie die großen Feri-
en beginnen. Doch die
Stellen sind rar, nach-
dem sie ihr Studium in
den frühen 80er-Jahren
beendet hat. Sie nimmt
es klaglos: „Lamentie-
ren, zurückzublicken,
das gibt es bei mir nicht
– so bin ich nicht auf-
gewachsen.“ Sie reist
ohne genau zu wissen,
was sie erwartet, nach
Köln und Bonn auf der
Suche nach Stellen im
Ausland. Als sie zurück-
kommt, hat sie einen
Job als Fremdsprachen-
sekretärin beim Aus-
wärtigen Amt in der
Tasche. Zwei Jahre ar-
beitet sie zunächst in
Bonn. Dann packt sie
die Koffer.
Nach Mozambique und
Sri Lanka verschlägt
sie der Job für jeweils
zwei Jahre. In beiden
Ländern herrscht Bür-
gerkrieg. Was sie heute
über diese Zeit denkt?
„Schatzkästlein“, sagt
sie, ihre Augen strah-
len. Nach vier Jahren
ist es genug. Sie will zu-
rück, kündigt den Job,
reicht eine Blindbe-
werbung bei der Messe
Frankfurt ein und er-
hält eine Stelle im Pro-
tokoll. Für andere da zu
sein, für deren Wohlbe-
finden zu sorgen, macht
ihr Freude. „Mit meiner
Arbeit an der Botschaft
war ich unterfordert“,
sagt sie aber im selben
Atemzug. Neben vielen
anderen nimmt Rober-
to Blanco bei ihr in der
ATP-VIP-Lounge Platz.
Sie stammt aus einer
alteingesessenen Fami-
lie in Bielefeld. „Viel-
Photo:cim
cim »ahead« 4/2010 17
Haus der Möglichkeiten: Das Congress Center Messe
Frankfurt dockt direkt an Hotel und Messe an.
leicht waren die finan-
ziellen Umstände nicht
immer blendend, aber in-
nerlich ging es uns gut,
ich bin mit einem Riesen-
garten aufgewachsen“,
sagt sie, lächelt. Ihre Her-
kunftsfamilie „lebt Tradi-
tion und Historie“ – das
gibt ihr Rückhalt. Bis heu-
te sind Familientreffen
im Zwei-Jahres-Rhyth-
mus eine feste Einrich-
tung. 100 Personen legen
zuletzt vom Rheinufer in
Köln ab und füllen ein
ganzes Schiff.
So viel Geschichte ihre
Herkunftsfamilie auch hat
– ihr privates Eheglück
ist fünf Jahre jung. Da
C
ongress Center Messe Frankfurt: Plenar-
kapazität/Plenary capacity: 9.500 Perso-
nen/9,500 People +++ Räume/Rooms: 80 +++
Baujahr/Built: 1909/2009 +++ Letzte Renovierung/
Last Renovation: 2010 +++ Veranstaltungen/Events
2009: 97 mit/with 78.000 Besuchern/78,000 Visitors
(Congress Frankfurt) +++ Nächster Flughafen/
Nearest Airport: 10 km +++ ICE-Bahnhof/Express
Train Station: 1,5 km
www.congressfrankfurt.de
heiratet sie erstmals. Sie
und der Banker Brian Fis-
her aus Edinburgh haben
sich auf Sansibar kennen
gelernt. Er ist mit einem
Projekt der Weltbank be-
traut, sie verbringt dort ih-
ren Urlaub. Seither reisen
sie gemeinsam, abwech-
selnd nach Afrika und Asi-
en. „Die Menschen sind so
bezaubernd“, schwärmt
sie etwa über Thailand.
Dabei liebt es das beruf-
lich in der Führungsrie-
ge angesiedelte Paar leger
und ungezwungen: „Back-
packerhotels sind einfach
netter, man kriegt leichter
Anschluss“, gerät Claudia
Delius-Fisher ins Plau-
dern. „Wir sind ja nicht
dort, weil wir arm sind.“
Als Frankfurt auf Betrei-
ben der Verwaltung ein
Messekongresszentrum
baut, ist sie die einzige im
Unternehmen, die in ih-
rem Titel das Wort „Kon-
gresse“ trägt.
„Das war ein Glück für
mich.“ Sie bekennt: „Ich
hatte am Anfang immer
damit gerechnet, dass mir
noch jemand vor die Nase
gesetzt wird.“ Inzwischen
ist sie über 18 Jahre in
Amt und Würden. Optmis-
mus und ein zupackendes
Wesen scheinen ihr in die
Wiege gelegt. „Kind, tu’s!“
– das sei der Leitsatz, den
ihr die Eltern mitgegeben
hätten. „Umwege haben
mich sehr viel weiterge-
bracht als als jeder direk-
te Weg “, blickt sie zurück.
Die Diskussionen und
Auseinandersetzungen
über ein weiteres Kon-
gresszentrum in Frank-
furt wirken belebend auf
sie. Neues, Unbekanntes
reizt sie einfach. Wenn
es auch nicht immer ein
Land im Bürgerkrieg sein
muss. FW
Photo:CongressFrankfurt
18 cim »ahead« 4/2010
P
lace of work, Mozam-
bique, a country in the
middle of a civil war
– some spots in Claudia
Delius-Fisher’s CV reveal
a lust for adventure. This
does not match the initial
impression that the head
of the Congress Frankfurt
makes at first. Proper,
friendly, but certainly not
strict, is how most of those
know her who do not re-
ally know her. Frankfurt
am Main, a Friday in July
2010. The numbers on the
display in front of the fair-
ground’s tower move from
34 to 35 degrees, while
the cubes on all four sides
of the tower’s clocks slug-
gishly creep to the hour.
She is familiar with the
heat from her time in Af-
rica. Whoever stops before
the tower and the exhibi-
tion hall encounters broil-
ing heat. Midsummer is a
bit early this year. Bank-
ing capital, perfectly knot-
ted ties, black briefcas-
es, wherever one looks.
If Claudia Delius-Fisher
had become – as original-
ly planned – a grammar
school teacher, then the
summer holidays would
have already begun. Yet
teaching positions were
rare when she finished
her university studies in
the early 1980s. She
accepted this without com-
plaining: “Lamenting and
looking back do not exist
for me – that is not how I
was raised.” She travels to
Cologne and Bonn without
knowing what awaits her,
searching for a teaching
position abroad. When she
returns she has landed a
job as foreign language
secretary. For two years
she works on the shores
of the Rhine. Then she
packs her bags. The job
takes her to Mozambique
for two years, to Sri Lan-
ka for two more years.
A civil war rages there
too. What does she think
about that period now? “A
treasure chest”, she ex-
claims, her eyes beaming.
After four years she wants
to return, quits her job,
applies for a position at
Messe Frankfurt. She gets
a job in the protocol of-
fice. Being there for others
and making sure they feel
comfortable satisfied her.
“Too little was demand-
ed of me professionally
working at the embassy,”
she remarks in the same
breath. Among many oth-
ers singer Roberto Blanco
once sat next to her in the
ATP VIP lounge.
She comes from a old,
established family in
Bielefeld. “The financial
circumstances were may-
be not always the best,
but inside we were happy,
I grew up with a gigantic
garden,” she says laugh-
ing.
Her family of origin “lives
tradition and history”
– this provides her with
support. Biannual family
meetings are a fixed event
till today. The last time an
entire boat was charted
to transport the 100 par-
ticipants from the Rhine
banks to Cologne.
For all the history of her
family of origin, her own
marriage is five years
young. She married, for
the first time, the banker
Brian Fisher from Edin-
burgh, whom she met on
Zanzibar. He was around
working on a World Bank-
project, she was on holi-
day. Since then they travel
together, alternating Asia
with Africa.
“The people are so en-
chanting,” she raves about
Thailand. The couple from
the executive world likes
the informal and the laid-
back. “Backpacker hotels
are simply nicer, you can
more easily make con-
tact with people,” remarks
Claudia Delius-Fisher.
“We are certainly not there
because we are poor.”
When the management
urged Frankfurt to build
an exhibition and confer-
ence centre, she was the
only person whose job title
had the word “conference”
in it. “I was lucky.” She
admits: “At first I always
expected that someone
would be placed in front of
me.” After 18 years of po-
sition and authority she
does not question her ap-
pointment anymore.
She seems to have inherit-
ed optimism and a hands-
on attitude. “Child, just
do it!” – that was the prin-
ciple that her parents in-
stilled in her. “A rounda-
bout route has brought me
much farther than the di-
rect link,” she states, look-
ing back.
The discussions and argu-
ments about a second con-
ference centre in Frank-
furt have invigorated her.
Because what is new and
unknown excites her. Al-
though it must not always
be a country in the middle
of a civil war. FW
Lust for adventure
in a rucksack
Claudia Delius-Fisher: friendly, engaging, even strict.
She would make a good grammar school teacher.
But rucksack holidays, civil wars? She surprises.Photo:CongressFrankfurt
Seven Centers: Claudia Delius-Fisher, Director, Congress Frankfurt
cim »ahead« 4/2010 19
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20 cim »ahead« 4/2010
Inbrünstiger Stratege
D
ie Aussicht auf hohe
Gipfel fasziniert
ihn. Wo das Gelän-
de unwegsam wird, sich
der Schnee schulterhoch
türmt, zieht es ihn hin.
Nach dem Abitur sattelt
er Maultiere bei der Ge-
birgstragtierkompanie
Mittenwald. Am 1. Okto-
ber 1973 – „das Datum
habe ich nie vergessen“
– nimmt Edgar im Alter
von 19 Jahren den erst-
besten Zug von Donau-
eschingen im heimatli-
chen Schwarzwald nach
Mittenwald bei Gar-
misch. Dort empfängt
ihn ein Alpenpanorama
wie aus dem Bilderbuch
– das Karwendel liegt in
der Abendsonne da – „ein
kitschiges Postkartenmo-
tiv“, wie er erzählt. „Doch
war es wie eine Berufung
– hier bin ich richtig, das
wusste ich im ersten Mo-
ment.“
Das sagt er, und es wirkt
so, als könne er es selbst
kaum fassen, nun in
Hamburg zu sitzen. Wa-
terkant, Hafen und Tor
zur Welt, topfeben, stei-
fe Brise. Es ist die ande-
re Seite des Edgar Hirt,
der Stillstand schlecht
aushalten kann, interna-
tionale Begegnung und
den Austausch über Lan-
desgrenzen hinweg liebt.
Er wedelt mit der Mit-
gliederliste des Verban-
des AIPC – „hier kommt
das Know-how her“ – die
dort im internationalen
Austausch gesammel-
ten Erfahrungen sind ein
Pfund, mit dem er beruf-
lich wuchern kann. Seit
drei Jahren steht er dem
Weltverband der Kon-
gresszentren als Präsi-
dent vor, insgesamt neun
Jahre ist er im Vorstand
dabei. Die Perspektive
von oben, das große Gan-
ze berauschen und inspi-
rieren ihn wie der Blick
vom Karwendel ins Tal.
Wenn Ziele erreicht
sind, wird er ruhelos:
„Nach zwölf Jahren wei-
terhin in München zu
bleiben, wäre mir lang-
weilig geworden.“ So er-
klärt er den Wechsel vom
ICM in München. Dort
wurde während seiner
Amtszeit neu gebaut,
das ICM am Markt etab-
liert, eine äußerst erfolg-
reiche, erfüllende Zeit.
Um so mehr überraschte
viele in der Branche der
Wechsel nach Hamburg.
Emotional geht ihm der
Abschied aus München
im März 2007 heute noch
nahe. Er hatte ein halbes
Jahr zwischen den Jobs
Zeit für sich und seine
Frau Mary, die aus den
Niederlanden stammt.
Edgar Hirt liebt hohe Gipfel und Ziele,
ob in den Alpen oder im Kongress-
geschäft. Hamburg fordert ihn heraus.
Seven Centers: Edgar Hirt, Bereichsleiter, CCH Congress Center Hamburg
Photo:cim
cim »ahead« 4/2010 21
Der 2005 eröffnete Erweiterungsbau
des CCH lockt Großkongresse.
Eine Nord-Süd-Über-
querung der Alpen per
Mountainbike überbrückt
die Zeit, neben regelmä-
ßigen Besuchen und Auf-
enthalten am neuen Ar-
beitsort. Mountainbike-
fahren an der Alster, Jog-
gen in Blankenese – das
ist der Ersatz für das ge-
liebte Alpenpanorama.
Doch sein Haus in Mün-
chen hat er behalten.
Bis heute ziehen ihn die
schneebedeckten Gipfel
zwischen Grenoble, Gar-
misch, Bozen und Wien
wie magisch an.
Edgar Hirt ist ein Strate-
ge, der das gesteckte Ziel
aber keineswegs kühl,
sondern voller Leiden-
schaft verfolgt. „Strate-
gisch zu denken, habe ich
beim Bund gelernt.“ Das
Kühle liegt ihm weniger.
Kühl war es in Düssel-
dorf, nicht meteorologisch
gesehen, doch wurde er
mit der Mentalität nicht
recht warm, war es auch
beruflich eine erfolgrei-
che Zeit als Projektleiter
beim VDI, für den er gro-
ße Kongresse plant und
umsetzt – mittendrin im
operativen Geschäft. Die
direkte Ansprache und
Art sind seine Stärken,
die Dinge beim Namen zu
nennen, dabei aber doch
nach einem klaren Plan
zu handeln – das braucht
es nicht nur auf Veran-
stalterseite wie beim
VDI. Marketingkonzep-
te sauber zu budgetieren
und durchzuplanen, da-
von schwärmt er.
Raum zur kreativen
Entfaltung, aber hinter
den Kulissen perfekte Lo-
gistik, kurze Rüstzeiten
– das will er den Kun-
den bieten. Das CCH,
jahrzehntelang ein deut-
scher Top Player im Kon-
gresswesen, wartet der-
zeit noch auf Mittel zur
weiteren Renovierung.
Denn das CCH ist seit
einer Erweiterung 2005
quasi zweigeteilt. Hirt
spricht ungern von Alt-
bau und Neubau. Kunden
zeigt er stattdessen lie-
ber „West-“ und „Ostflü-
gel“. Ebenso leidenschaft-
lich kämpft er gegenüber
den Ansprechpartnern
in der Kommunalpolitik
um konkurrenzfähige Be-
dingungen für sein CCH
– um Räume, die seine
Kunden zu Begegnung
und Austausch anregen
und so die Bildungsren-
dite von Tagungen und
Events sicherstellen. Im-
mer und immer wieder
die Marktmechanismen
im Kongressgeschäft zu
erklären, die immer wie-
der wechselnden An-
sprechpartner in der Poli-
tik zu beraten, dabei wird
Edgar Hirt nicht müde.
Denn eine gute Verkehrs-
anbindung wie die des
CCH am Dammtor mit
ICE-Bahnhof direkt vor
der Haustüre genügt als
Alleinstellung längst
nicht mehr. „Anleiten,
mitreißen, überzeugen.“
Mit diesen Qualitäten
verfolgt er sein nächstes
großes Ziel: Eine Revita-
lisierung des Ostflügels,
damit sich das CCH im
Ganzen wieder in einheit-
licher Optik präsentiert.
Dies könnte dabei helfen,
mehr Weltkongresse nach
Hamburg zu holen –
ein weiteres Ziel von
Edgar Hirt. Hat er diese
Gipfel erklommen, war-
ten München, seine Frau
Mary. Vor allem aber:
die Alpen. FW
C
CH Hamburg: Plenarkapazität/Plenary capacity:
3.000 Personen/3,000 People +++ Räume/Rooms:
23 von/from 36 bis/to 7.000 qm/7,000 sq. m. +++
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2009: 10,3 Mio. Euro +++ Nächster Flughafen/Nearest Air-
port: 8,8 km +++ ICE-Bahnhof/Express Train Station: 0,5 km
www.cch.de
Photo:CCH
22 cim »ahead« 4/2010
T
he view from the
high peaks fascinates
him. He is drawn to
where the ground becomes
rough, the snow shoulder
high. After his school-leav-
ing examination he sad-
dled mules at the moun-
tain pack animal company
Mittenwald. On 1 October
1973 – “I have never for-
gotten the date” – Edgar
takes the first train he
can catch from Donau-
eschingen in his Black
Forest homeland to Mit-
tenwald, near Garmisch.
There he is greeted by an
Alpine panorama out of
a coffee table book: The
Karwendel mountain
range lies in the evening
sun like “a kitschy post-
card motive”, he recalls.
“It was my vocation –
this is where I belong, I
knew that right away.”
He says this and it is as
though he can hardly be-
lieve it himself that he
is now in Hamburg. The
North German coast, port
and gate to the world, flat
like a pancake, stiff winds.
This is another side of
Edgar Hirt, who does not
fancy a standstill, but
loves international move-
ment and the exchange of
ideas across national bor-
ders. He waves the mem-
ber list of the AIPC as-
sociation – “this is where
we get our know-how”
– the experience collect-
ed there in dialogue with
international partners is
a trump card he can em-
ploy in his profession. For
three years now he has
led the global association
of conference centres as
its president, has been on
its board for nine years.
The perspective from the
top, the whole thing, ex-
hilarate and inspire him
just like the view from the
Karwendel over the valley.
When goals are achieved
he gets restless. “To re-
main in Munich after
twelve years would have
become boring for me.”
His explanation of why
he left the ICM Munich.
During his tenure new
construction was carried
out at the ICM, it was es-
tablished on the market,
a truly successful, fulfill-
ing period. The move to
Hamburg therefore sur-
prised many in the indus-
try. The departure from
Munich in March 2007
still remains an emotional
memory. Between the po-
sitions he took a half year
off for himself and his wife
Mary, who comes from
the Netherlands. Cross-
ing the Alps from north to
south on a mountain bike
filled his time, as well as
regular visits and stays
at the new job. Riding his
mountain bike around
the Alster lake, jogging in
Blankenese – this is his
substitute for his beloved
Alpine panorama. Nev-
ertheless he has kept his
home in Munich. Even
today the snow-capped
peaks between Greno-
ble, Garmisch, Bozen and
Vienna attract him like
magic.
Being a strategist, Hirt
follows his planned path
with passion, not cool cal-
culation. “I learned to
think strategically in the
army.” He does not like
coolness. And cool it was
in Düsseldorf, not me-
teorologically, rather he
did not take to the men-
tality there, although his
time there as project head
at VDI was also a suc-
cess professionally. His
strengths are direct com-
munication and a direct
manner, calling a spade
a spade, yet acting ac-
cording to a clear plan. A
space for creative devel-
opment, but behind the
scenes perfect logistics,
short set-up and take-
down times, this is what
he wants to offer custom-
ers. The Congress Center
Hamburg (CCH), for years
a top player in the Ger-
man conference industry
since its inauguration in
1973, is presently waiting
for funds for further reno-
vation. Since the expan-
sion in 2005 the CCH has
been divided in two. Hirt
likewise fights with pas-
sion with the municipal
authorities for competitive
conditions for the his CCH
– for rooms that inspire
the exchange of ideas and
encounters among his cus-
tomers, that employ all
the technical possibilities
that ensure knowledge
yields of conferences and
events. Having to explain
again and again the mar-
ket mechanisms in the
conference industry, hav-
ing to continually consult
the responsible people in
politics, does not tire Hirt.
Good transportation con-
nections such as the CCH
has at Dammtor with the
ICE high speed train sta-
tion directly in front of
the entrance do not suf-
fice anymore as a unique
selling point. “Instructing,
inspiring, convincing”.
With these qualities he is
following his next major
goal: the renovation of the
East Wing, so that the
entire CCH will look as
one. This could help to
draw more world confer-
ences to Hamburg – an-
other goal. Once he has
climbed this mountain
then Munich and his wife
Mary wait for him. But
above all: the Alps. FW
The full-blooded
strategist
Edgar Hirt loves lofty peaks and goals, whether
in the Alps or in the conference industry.
Hamburg challenges him.
Photo:CCH
Seven Centers: Edgar Hirt, Division Manager CCH Congress Center Hamburg
cim »ahead« 4/2010 23
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CCH – Congress Center Hamburg
24 cim »ahead« 4/2010
Event-Hansdampf
mit Schlips
Dat is kölsch“, stellt
Bernhard Conin in
rheinischem Sing-
sang fest. Der Ge-
schäftsführer von Köln-
Kongress springt am ei-
nen Ende des Chefbüros
auf und eilt mit großen,
schnellen Schritten her-
an, um seinem Besucher
die Hand zu schütteln.
Die gefühlten 60 Qua-
dratmeter des Riesen-
Raumes füllt Conin mit
seiner Präsenz mühelos.
„Ich sehe mich als Bezie-
hungs-Manager“, meint
er über sich. Auf 1.200 ei-
genständige Veranstal-
tungen im Jahr bringt es
die KölnKongress GmbH
durchschnittlich – bei je-
der einzelnen versucht
Bernhard Conin vor Ort
zu sein. „Der Kunde muss
mich wahrnehmen.“ Gera-
de steht eine Gothic-Par-
ty mit Tausenden Grufties
im Programm eines seiner
zehn Veranstaltungshäu-
ser. Was anderswo mittel-
schwere politische Diskus-
sionen um Außenwirkung
und Imagefragen auslö-
sen würde, interessiert in
Köln niemanden – so lan-
ge alle ihren Spaß haben.
„Leben und leben lassen,
dieses kölsche Motto, habe
ich mir durchaus zu ei-
gen gemacht, das ist mir
sympathisch.“ Sein Erfolg
im Veranstaltungs- und
Eventgeschäft ergibt sich
jedoch gerade aus der kla-
ren Unterscheidung zwi-
schen Lockerheit und ab-
soluter Zuverlässigkeit in
Geschäftsdingen. „So et-
was Schloddriges“, wie er
sagt, könne sich im Event-
geschäft kein Organisator
leisten.
Die Balance gelingt Bern-
hard Conin von Anfang
an. Froh- schlägt niemals
in Leichtsinn um. In jun-
gen Jahren legt er als
Discjockey auf, kauft im-
mer mehr Technik zu,
leiht sich Geld bei den El-
tern, reinvestiert erste
Event-Erlöse. Zum Plat-
tenspieler kommen bald
Mischpult, größere Laut-
sprecher, und vor allem:
Platten, von Bee Gees
über Abba, Stones bis hin
zu den Beatles, die da-
mals die Charts dominie-
ren. Noch heute stapeln
sich bei Conin 2.500 Sin-
gles im Keller. Als „mo-
bile Disco“ tingelt er in
den Siebzigern mit einem
Kumpel von Jugendhaus
zu Jugendhaus. Der Ge-
schäftssinn erwacht. 9,99
D-Mark setzen sich als
Energisch, geschäftstüchtig, jeck: Bernhard Conin schafft den Spagat auf kölsche Art.
Photo:KölnKongressGmbH
cim »ahead« 4/2010 25
Seven Centers: Bernhard Conin, Geschäftsführer, KölnKongress GmbH
Der Messeboulevard verbindet Ost- und
Nordteil des Kongressbereichs.
Eintrittspreis seiner
Veranstaltungen durch.
Seine damalige Freundin
beklebt vor jedem Disco-
Abend die Eintrittskarten
mit einzelnen Pfennigstü-
cken, um einen reibungs-
losen Ablauf an der Kasse
zu gewährleisten.
Tadellos ist die Perfor-
mance beim Aufbau und
in der Veranstaltungs-
Durchführung, „Auf uns
war immer hundertpro-
zentig Verlass“, bekräftigt
Conin.
In den ersten zehn Jah-
ren als Messe-Mitarbei-
ter bolzt er jährlich 600
Überstunden, beziffert
er exakt. Er hat sich von
der Sachbearbeitung bei
der Messe Köln und ein
BWL-Studium bis zur Ge-
schäftsführung der
Kongress-Sparte hochge-
dient.
Mit 45 werden die Be-
lastungen so stark, dass
Bernhard Conin einen
Ausgleich sucht – „du
musst wat für Dich tun“,
beschließt er. Hätte er da
nicht mit Laufen angefan-
gen, würde er heute 120
kg wiegen, glaubt Conin
und setzt jeck hinzu: „Ich
wäre doch jeplatzt!“
Noch heute klingelt täg-
lich um 5.20 Uhr der
Wecker, geht es mit Ehe-
frau Elisabeth raus auf
die Joggingstrecke.
Drei von vier Kindern sind
gleichfalls im Veranstal-
tungsgeschäft gelandet
– „wir haben das in den
Genen“ – ebenso wie die
Geselligkeit. Die Kölner
Gesellschaft ist Bernhard
von kleinauf vertraut.
Sein Vater war politisch
hoch beamtet.
„Köln war für mich immer
Heimat“ – das Familiä-
re schätzt er am „größten
Dorf Deutschlands“.
Drei Geschwister hat-
te er daheim, seine Frau
ebenso, vier Kinder haben
sie groß gezogen. Das
soziale Gespür kann er in
seiner Funktion mehr als
gut gebrauchen. Das
Bodenständige, aber auch
Lebenslustige bis Anar-
chische im Kölner Wesen
drückt sich bei Conin in
C
ongress-Centrum Koelnmesse: Plenarkapa-
zität/Plenary capacity: 9.600 Personen/9,600
People +++ Räume/Rooms: 40 von/from 22
bis/to 3.297 qm/sq. m. +++ Baujahr/Built: 1977/2006
+++ Veranstaltungen/Events 2009: 1.232 mit/1,232
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gress GmbH) +++ Umsatz/Turnover 2009: 10,9 Mio.
Euro (KölnKongress GmbH) +++ Nächster Flughafen/
Nearest Airport: 14,6 km +++ ICE-Bahnhof/Express
Train Station: 1,1 km www.koelnkongress.de
der oftmals beiläufig
eingeworfenen Frage aus:
„Bist Du jeck?“ Das ist
unter Kölnern natürlich
rein rhetorisch gemeint.
Conin wird in der Kartei
von 21 Karnevalsvereinen
als Ehrenmitglied geführt.
Köln zu verlassen, mit
diesem Gedanken trägt
er sich nur einmal. Mit 35
will er seinen Marktwert
testen, informiert seinen
Vorgesetzten. Der stellt
ihm einen Posten in der
Geschäftsführung in
Aussicht. Viel Überre-
dungskunst braucht es
nicht.
Ob er tatsächlich Köln
verlassen hätte? Conin
zuckt mit den Schultern.
„Bist Du jeck?“, müsste er
klischeegemäß antworten.
Doch der 56-Jährige sagt:
„Ich glaube nicht“, und lo-
ckert mit einer Hand wie
beiläufig seinen Krawat-
tenknoten. FW
Photo:KölnKongressGmbH
26 cim »ahead« 4/2010
Name Nachname, Name der MesseName Nachname, Name der Messe
That is Cologne,”
exclaims Bern-
hard Conin in his
Rhenish sing-song.
The Managing Director of
“KölnKongress” jumps up
at the end of his office and
rushes over with large,
quick steps to shake his
visitor’s hand. Conin easi-
ly fills the entire perceived
60 sq. metres of his giant
office with his presence.
“I see myself as a rela-
tionship manager,” he de-
scribes himself. Each year
“KölnKongress” organizes
1,200 proprietary events
– and Bernhard Conin
tries to be present on-site
at each one of them. “The
customer has to see me.”
At present the programme
of one his ten event ven-
ues features a Gothic
party with thousands of
black-clad Goths.
What anywhere else
would spark off a moder-
ately serious political dis-
cussion about issues of
public image does not in-
terest anyone in Cologne
– as long as everyone has
fun. “Live and let live; the
traditional Cologne mot-
to has truly become one of
my own principles and I
like that.” His success in
the conference and event
industry however results
from the clear distinction
between necessary relax-
edness and absolute relia-
bility in business matters.
“Sloppiness”, he states,
is something that no or-
ganiser in the event busi-
ness can afford. Achiev-
ing the balance from the
beginning, cheerfulness
never turned into careless-
ness. In his youth he spun
records as a DJ, bought
more and more equip-
ment, borrowed money
form his parents, reinvest-
ed his event profits. Start-
ing out with a record play-
er, he soon a mixing board,
bigger loudspeakers and
above all records, from the
Bee Gees to Abba, from
the Stones and Donovan
to the Beatles, the lead-
ers of the charts at that
time. Even today he still
has 2,500 singles in his
basement. Together with a
friend he played one youth
centre after another with
their “mobile disco”. His
business sense developed.
Conin was able to impose
an admission charge of
9.99 Marks for his events.
His girlfriend at the time
taped a one penny coin to
each admission ticket be-
fore each disco evening,
in order to guarantee a
smooth operation at the
box office. The first envi-
ers vilified Conin and his
friends as the “tie frac-
tion”. As impeccable as
the performance was in
set-up and in holding the
event, was the clothing
and manners of the young
business people. “We were
always 100 percent reli-
able,” emphasises Conin.
In his first ten years as
Managing Director he put
in more than 600 overtime
hours. He worked his way
up from the clerical of-
fice of Messe Köln to the
management of the confer-
ence division. In between
he managed to earn a de-
gree in business adminis-
tration.
When he turned 45 the
strain became more so he
felt he had to work out.
“You have to do something
for yourself”, he decid-
ed. If he had not begun to
jog, then he would weigh
120kg today, believes Con-
in. “I would have explod-
ed!” he adds vividly.
At 5:20 am his alarm
still rings every day and
he goes running with his
wife Elisabeth. Three of
his four children have also
entered the event indus-
try, “we must have it in
our genes” – just like the
friendliness. Bernhard
has been familiar with Co-
logne’s society since he
was a child. His father
was politically highly po-
sitioned. “Cologne has al-
ways been my home”, he
appreciates the emphasis
on family in “Germany’s
largest village”. The fam-
ily raised four children.
And he can definitely use
this in his job. The down-
to-earth quality, but also
the zest for life and even
the anarchic character of
the typical Colognian is
expressed by Bernhard
Conin in the question he
often casually throws in:
“Are you mad?”
Among Cologne inhabit-
ants it is of course meant
rhetorically. The Manag-
ing Director of “KölnKon-
gress” is listed in the
records of 21 carnival as-
sociations as an honor-
ary member. Only once
did he ever consider leav-
ing Cologne. When he was
35 Conin wanted to test
his market value and in-
formed his superior, who
offered him a position in
the executive management
in order to keep him. He
did not need to twist his
arm. Did he really want
to leave Cologne? Conin
shrugs his shoulders. “Are
you mad?” is the cliché he
should answer with. In-
stead the 56 year old says,
“I do not think so.” Then
he casually relaxes the
knot of his tie with one
hand. FW
Event jack-of-all-trades
with a tie
Energetic, enterprising, a reveller: Bernhard Conin
balances them in Cologne style.
Photo:KölnKongressGmbH
Seven Centers: Bernhard Conin, Managing Director, KölnKongress GmbH
cim »ahead« 4/2010 27KölnKongress | fon +49 2 21 . 8 21 - 21 21 | www.koelnkongress.de
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28 cim »ahead« 4/2010
Hoch hinaus
I
n langen, schnellen
Schritten läuft Andrea
Bisping durch das
Foyer des ICM in Mün-
chen. Heute ist wenig
Betrieb im Internationa-
len Congress Centre. Hier
und da zeigen sich Ange-
stellte auf den Fluren.
Der Boden glänzt kühl,
Andrea Bisping strahlt
Wärme und Offenheit
aus. Die meisten Zahlen
über „ihr Kongresshaus“
hat sie im Kopf, was man
nach zweieinhalb Jahren
nicht von jedem Chef
erwarten könnte.
Zielstrebig geht sie auf
Saal 1 zu, öffnet die Türe
und sagt: „Das ist mein
Lieblingssaal, wunder-
schön!“ Ihr Blick schweift
durch den Raum. Ob sie
in Gedanken schon die
nächste Veranstaltung
durchspielt? „Der Saal
hat eine große, profess-
ionelle Bühne und einen
richtigen Konzertgra-
ben“, listet sie Verkaufs-
argumente auf. Sowohl
Modenschauen als auch
Konzerte finden hier eine
angemessene Bühne.
„Der Raum ist unglaub-
lich flexibel und kann
schön inszeniert werden“,
preist sie die Flächen für
bis zu 1.430 Besucher,
fast klingt es nach einer
Liebeserklärung.
Nicht nur in solchen
Momenten verrät An-
drea Bisping viel über
ihren beruflichen Wer-
degang. Als sie auf den
Chefinnensessel des gro-
ßen, öffentlichen Kon-
gresszentrums der baye-
rischen Hauptstadt wech-
selt, sitzt sie plötzlich
auf der anderen Seite des
Schreibtischs. Zuvor war
sie für Vok Dams tätig
– die Agenturwelt wird
von manchen als Hai-
fischbecken beschrieben.
Dort hat sie Biss gezeigt.
Ständig als Dienstleister
gefordert, hohe Ansprü-
che der Kunden erfüllen,
im Konkurrenzkampf mit
anderen Anbietern seinen
Mann stehen. Oder aber
mit weiblicher Umsicht
dranbleiben, dicke Bret-
ter bohren – das kann
die gelernte Schreinerin
wie keine andere. In die-
ser Zeit lernt sie das ICM
als Kundin kennen. „Mei-
ne Event-Erfahrung ist
unglaublich wichtig. Ich
weiß, was auf einer
Bühne passiert.“
Das Berufsleben von
Andrea Bisping beginnt
jedoch ganz anders. Die
Ärmel hochzukrempeln,
anzupacken und sich
durchzubeißen in einer
Männerdomäne – das
lernt sie früh. Mit dem
Realschulabschluss in
der Tasche wendet sie
Ex-Schreinerin Andrea Bisping bastelte
bei Vok Dams an der Karriere. Die ICM-
Chefin profitiert vom Perspektivwechsel.
Seven Centers: Andrea Bisping, Leiterin, ICM München
Photo:ICMMünchen
cim »ahead« 4/2010 29
Besondere Kulisse: Das
ICM liegt zwischen
Messe und Wasser.
sich dem Handfesten zu.
„Weil ich gerne arbei-
ten wollte“, sagt sie ge-
rade heraus. Sie taucht
in einen Beruf ein, der
für Mädchen und Frauen
vor Jahrzehnten fast un-
denkbar gewesen wäre.
Andrea Bisping lernt mit
Holz umzugehen.
„Heute ist das kein
reiner Männerberuf
mehr“, sagt sie. Doch als
15-Jährige gibt es gerade
noch zwei weitere Mäd-
chen in ihrer Berufschul-
klasse. „Die Jungs wa-
ren aber alle sehr koope-
rativ“, sagt sie über ihre
Berufsschulkameraden,
leichte Ironie schwingt
mit. „Ich habe schon viel
mit Männern gearbeitet.
Ich finde das interessant,
weil sie anders sind. Man
ergänzt sich einfach gut.“
Den Schreinerberuf übt
sie nie aus. Stattdessen
absolviert sie ihr Facha-
bitur in Bautechnik. Bi-
sping schreibt sich an der
Universität für Archi-
tektur mit den Schwer-
punkten Bauphysik und
CAD ein. Sie bricht vor-
zeitig ab und sattelt um
auf BWL und internatio-
nales Management. Heu-
te kann sie die techni-
schen Kenntnisse gut ge-
brauchen: „Ich kann eine
CAD-Karte auf dem Kopf
lesen.“
Als Anfang 2008 bekannt
wird, dass sie an die
Spitze des Internatio-
nalen Congress Centre
Münchens (ICM) rückt,
kann sie es „kaum er-
warten, anzufangen“, be-
schreibt sie ihre Gefüh-
le. Wieder ein Sprung ins
kalte Wasser. Lediglich
ein halbes Jahr hat sie
Zeit, dann steht die ers-
te Mammutveranstaltung
vor der Tür: Der Kardio-
logenkongress tagt zum
zweiten Mal in der baye-
rischen Landeshaupt-
stadt – 30.000 Teilneh-
mer werden erwartet.
Das Team und Andrea
Bisping stemmen das
Großereignis souverän.
Die Kardiologen kommen
2012 gerne wieder.
Melancholie überfällt die
ICM-Leiterin nur, wenn
eine Veranstaltung vor-
bei ist, und „der Abbau
so schnell geht“. Ihre
Kraft schöpft sie aus sich
selbst, sagt sie. „Wenn
man das vollkommene
Ergebnis sieht, das ist
schon toll.“ Alles, was mit
Technik zu tun hat, lässt
ihr Herz höher schlagen.
Andrea Bisping verhält
sich auch bei ihren Hob-
bies planvoll, der Kon-
kurrenz möglichst einige
Züge voraus: Sie spielt
leidenschaftlich Schach.
„Jede Partie ist anders.
Aber man sollte trotzdem
eine Strategie haben“, rät
sie. „Das ist fast wie in
meinem Job. Hier sieht
kein Tag aus wie der
andere“, stellt sie nüch-
tern, aber zugleich ver-
gnügt fest – ihr Lächeln
erobert sicher nicht nur
Kundenherzen im Sturm.
In ihrer Freizeit sucht
die 42-Jährige auch das
Abenteuer. Rafting und
Mountainbiking reizen
sie. Es geht aber noch hö-
her hinaus: Fallschirm
umgeschnallt, hinein in
den Flieger, über die Wol-
ken – freier Fall! Das
muss aber nicht immer
sein. Entspannen kann
Bisping bei einem Glas
Wein mit Freunden oder
im Biergarten.
Beruflich fürchtet sie
keinen Absturz: „Medizi-
nische Kongresse
möchte ich gerne mehr
haben. Die haben An-
spruch.“ Es geht immer
noch höher hinaus. JH
Photo:ICMMünchen
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30 cim »ahead« 4/2010
W
ith long, quick steps
Andrea Bisping
strides through the
lobby of the ICM in Mu-
nich. The International
Congress Centre (ICM) is
not very busy today. Em-
ployees can be seen here
and there along the cor-
ridors.
The floor is coolly reflec-
tive, Bisping radiates
warmth and openness.
She has the figures about
“her conference centre” in
her head, something you
cannot expect from every
director after two and a
half years in office.
She purposefully goes to
Hall 1, opens the door and
says, “this is my favourite
hall, wonderful!” She looks
across the hall. Is she al-
ready mentally preparing
the next event here? “This
hall has a professional
stage and a true orchestra
pit,” she says. “The hall is
incredibly flexible and can
be staged very beautiful-
ly.” It almost sounds like a
declaration of love.
Not only in this moment
does Bisping reveal much
about her professional his-
tory. When she switched
to the director’s chair of
the ICM, she found herself
suddenly on the other side
of the desk. Before she
had worked for Vok Dams
– the world of agencies
is described by some as a
pool full of sharks. There
she proved she could bite
too. Constantly challenged
as a service provider, ful-
filling the strenuous de-
mands of clients, standing
one’s ground in fierce com-
petition with other agen-
cies. During this period
she became acquainted
with the ICM as a custom-
er. “My event experience
is very important. I know
what happens on a stage.”
Andrea Bisping’s profes-
sional life however began
very differently. Rolling up
her sleeves, tackling the
job and biting through a
man’s world – she learnt
this early on. With a mid-
dle school certificate in
her pocket she decided to
turn to something more
manual. “Because I want-
ed to work,” she explains
frankly. She entered a pro-
fession that decades ago
would have been unthink-
able for girls. Bisping
learnt to work with wood.
“Today it is no longer sole-
ly a man’s world,” she
says. But the 15 year old
is only one of three girls
in her entire vocational
school class. “The boys
however were all very co-
operative,” she says about
her fellow vocational
school pupils, with a touch
of irony. “I have worked a
lot with men. I find it in-
teresting, because they are
different. One can com-
plement each other well.”
She never gets to work as
a carpenter. Instead she
obtains an advanced vo-
cational certificate in con-
structional engineering.
Bisping enrols at the uni-
versity in the architecture
department, specialising
in structural physics and
CAD. She leaves architec-
ture before finishing and
switches to business ad-
ministration and interna-
tional management. Now-
adays she can well use the
technical knowledge – “I
can read an upside-down
CAD card.”
“I could hardly wait to
begin,” she says, describ-
ing her feelings when at
the beginning of 2008 it
became known that she
would take over the direc-
torship of the ICM. Once
again a plunge in at the
deep end. She had only
half a year before the first
mammoth event. The car-
diology congress convened
for the second time in Mu-
nich, 30,000 participants
were expected. The team
and Andrea Bisping man-
aged the event with ease.
The ICM director is only
melancholy when an event
is over, and “the take-
down is over so quick-
ly.” She draws her ener-
gy from within herself.
“When you see the end
result, then it is great.”
Everything that has to do
with technology makes
her heart beat faster.
She also likes to plan in
her leisure time, always
one move ahead of the
competition. She plays
chess passionately. “Each
game is different. But you
should have a strategy,”
she advises. “Chess is al-
most like my job. Each
day is different,” she says
soberly, but at the same
time with pleasure. Her
smile conquers not just
the hearts of customers by
storm.
The 42-year-old looks for
adventure out of office too.
Rafting and mountain bik-
ing thrill her. But she also
goes higher: straps on a
parachute, gets in a plane,
flys over the clouds – and
jumps out! Not all of the
time of course. Bisping
also relaxes with a glass of
wine with friends or in a
beer garden.
She does not fear a profes-
sional fall. “I would like
to have more medical con-
gresses. They are demand-
ing.” She is always aiming
higher. JH
Aiming high
Former carpenter Andrea Bisping worked on her
career at Vok Dams.The ICM head profits from the
change of perspective.
Photo:AndreaBisping
Seven Centers: Andrea Bisping, Director ICM Munich
cim »ahead« 4/2010 31
Internationality decides. Expertise wins.
ICM - International Congress Centre Munich
Connecting Global Competence
� 20 rooms with up to
3,000 seats
� 8,000 sqm exhibition
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� Media hall for an
additional 6,000 people
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32 cim »ahead« 4/2010
Langer Atem
Frische Eleganz: Das neue Kongresszentrum ICS am Flughafen.
Seven Centers: Stefan Lohnert, Bereichsleiter ICS/Gastveranstaltungen, Prokurist, Messe Stuttgart
Ich bin in einem
Elternhaus groß
geworden, das
von Blechblasmu-
sik erfüllt war“, erzählt
Stefan Lohnert, lacht.
Der Großvater spielt
Trompete, der Vater ist
Profi-Posaunist, eben-
so der Großonkel. Stefan
„rutscht noch eine Okta-
ve tiefer“ und will eben-
falls Berufsmusiker wer-
den, sein Leben lang die
Tuba blasen. In seiner
Bundeswehrzeit spielt
er im Stabsmusikkorps
zur Amtseinführung von
Richard von Weizsäcker.
Doch „das High-End-Sta-
dium“ beim Tubaspie-
len habe er nie erreicht,
räumt der studierte Mu-
siker nüchtern ein. In sei-
ner Ausbildung verbringt
er täglich „vier Stunden“
am Instrument – „min-
destens“, musikalischer
Hochleistungssport. „Ich
liebe das Gefühl, auf der
Bühne zu stehen, den Ap-
plaus zu hören.“
Der 47-Jährige sitzt im
Juli 2010 ruhig an einem
Tisch im Messe-Verwal-
tungsgebäude. Im Hinter-
grund zeichnet sich durch
die Glasfront das Park-
haus mit dem „Bosch“-
Schriftzug ab. So nüch-
tern Stefan Lohnert auch
darüber sprechen kann
– als er seinen letzten Job
kündigt, ist er menschlich
schwer enttäuscht.
Im Böblinger Congress-
Centrum vor den Toren
Stuttgarts managt er mit
Unterbrechung insgesamt
sieben Jahre lang ein Bau-
Ensemble aus Stadthalle
mit Konzert-Saal, ein paar
kleinen Kongresssälen
– sowie einer „Sporthal-
le“. Diese wird allerdings
hauptsächlich als Kon-
zerthalle wie auch als TV-
Studio für große Produk-
tionen wie „Wetten, dass“
genutzt, und für kleine-
re Messen. Nur ist sie in
die Jahre gekommen und
stark renovierungsbedürf-
tig. Böblingen, Standort
von IBM und HP, schlit-
tert 2006 in eine veritab-
le Haushalts-Krise. Ein
Notbeschluss wird ge-
fasst: kurzerhand wird der
eratzlose Abriss der Sport-
halle beschlossen. Stefan
Lohnert wird vor vollen-
dete Tatsachen gestellt.
„Damit hat man der Ge-
sellschaft die Cash Cow
geschlachtet.“ Er kündigt
sofort. Sohn Noah, sein
erstes Kind, ist gerade zur
Welt gekommen. „Ich hät-
te lieber Windeln gewech-
selt als mir das einen Tag
länger anzutun.“
Die Abriss-Geschichte und
der brüskierte Geschäfts-
führer Lohnert gehen in
Stuttgart und der Region
tagelang durch die Presse.
Mehrfach klingelt darauf-
hin das Telefon. Es sind
Jobangebote. Unter diesen
Anrufen erfährt er von der
frei werdenden Stelle des
Leiters des neu entstehen-
den Internationalen Con-
gress Center der Messe
Stuttgart.
Als er den Vertrag un-
terschrieben hat, pilgern
Neugierige schon in Scha-
ren zur Großbaustelle der
neuen Landesmesse mit
Kongresszentrum ICS.
Sie nehmen an öffentli-
chen Baustellen-Führun-
gen teil. Als Stefan Loh-
nert zum ersten Mal im
Rohbau steht, ist er be-
eindruckt, empfindet „Re-
spekt vor der Aufgabe“.
„Viele waren skeptisch,
ob Stuttgart großforma-
tiges Kongressgeschäft
stemmen kann.“ Lohnert
und sein Team belehren
die Öffentlichkeit und die
Konkurrenz schnell eines
Besseren. Der transparen-
te Bau, Glas und Stahl,
wohin das Auge blickt,
kommt auch bei den Kun-
Photo:ICSMesseStuttgart
cim »ahead« 4/2010 33
I
CS Stuttgart: Plenarkapazität/Plenary capacity: 5.000
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Stefan Lohnert wollte einst
Profimusiker werden. Die
große Bühne wird ihm in
seiner Heimat Stuttgart auf
andere Weise zum Beruf.
den an. Offenheit aus-
zustrahlen, dabei unauf-
dringlich und elegant zu
wirken, das sagen viele
auch Stefan Lohnert nach.
Der Schwenk von der Be-
rufsmusik zur Organisa-
tion von Konzerten, Kul-
tur-Events und schließlich
Kongressen in seiner Vita
vollzieht sich allmählich,
durchaus schmerzhaft.
Ein rationales, kaufmän-
nisches Gespür schwingt
bei aller spürbarer Eu-
phorie für die Musik bei
Stefan Lohnert immer
mit. Nach dem Studium
an der Musikhochschu-
le Köln gibt sich Lohnert
genau zwei Jahre, um be-
ruflich Fuß zu fassen im
Kunst- und Musikbetrieb.
Er übernimmt einen Job
im Musikfachhandel, be-
dient frühere Kommilito-
nen, die bereits in einem
Berufsorchester unterge-
kommen sind. „Das war
psychologisch schwierig.“
Nach Ablauf der zwei Jah-
re ohne Aussicht auf Fest-
anstellung in einem Or-
chester schreibt er sich für
den neuen Studiengang
„Kulturmanagement“ an
der PH ein. Er wird Kul-
turamtsleiter einer klei-
nen Gemeinde. Die Tuba
rührt er nicht mehr an.
Dafür hat er bis heute
sein Repertoire um Stü-
cke auf der steirischen
Quetschkommode erwei-
tert (siehe Foto S. 34).
Die klingt, als würde sie
„grunzen und schmatzen“,
beschreibt Lohnert und
schwärmt von den „wun-
derschönen Bässen“. „Als
Blasmusiker ist man ja
auch an der Volksmusik
immer nahe dran“, erklärt
der frühere Tubist. Beruf-
lich bespielt Stefan Loh-
nert heute eine andere,
größere Bühne mit ganz
anderem Publikum. Heu-
te ist sein langer Atem als
Frontmann des Bereichs
Gastveranstaltungen und
Kongresse in seiner Hei-
matstadt erst richtig ge-
fragt auf der eindrucks-
vollsten Bühne, die Stutt-
gart dafür je hatte. FW
Photo:ICSMesseStuttgart
34 cim »ahead« 4/2010
Name Nachname, Name der Messe
I grew up in a
household that
was full of brass
music,” recalls
Stefan Lohnert laugh-
ing. Grandfather played
the trumpet, father was a
professional trombonist,
just like great uncle. Ste-
fan “went down an octave”
and also wanted to become
a professional musician
and blow a tuba his whole
life long. During his period
of service in the army he
played in the music corps,
for example during the in-
auguration of President
Richard von Weizsäcker.
Although he finished his
degree in music, Lohn-
ert thoughtfully admits
that he never reached the
“high-end level” of tuba
technique. During his
studies he practised “at
least four hours daily” on
his instrument. High per-
formance musical sport. “I
love the feeling of stand-
ing on the stage and hear-
ing the applause.”
The 47 year old sat qui-
etly at the meeting table
in July 2010 at the Messe
Stuttgart fairground. As
soberly as Stefan Lohn-
ert can talk about it now,
he was very disappointed
when he left his last job.
For seven long years he
managed the Congress-
Centrum Böblingen on the
outskirts of Stuttgart, a
complex consisting of an
exhibition hall with con-
cert hall, a pair of small
conference rooms and
a “sports hall.” The lat-
ter was primarily used as
a TV studio for large TV
productions such as the
popular “Wetten, dass…”
[You bet!], as well as for
concerts and smaller ex-
hibitions. By then how-
ever the sports hall had
grown old and badly need-
ed renovating. Böblingen,
where IBM and HP are lo-
cated, faced a budget cri-
sis in 2006. An emergen-
cy resolution was drafted
and the hall given short
shrift. The demolition of
the sport hall was quickly
agreed on. Stefan Lohn-
ert was presented with a
fait accompli. “The resolu-
tion removed the basis of
my business.” He quit im-
mediately. His son Noah
had just been born. “I
would rather change dia-
pers then have to put up
with that treatment one
more day.”
The story of the demo-
tion and rebuffed Manag-
ing Director Lohnert was
carried by the press in
Stuttgart and the region
for days. His telephone
rang often. With job offers.
During one of the calls he
found out that the head of
the Stuttgart conference
centre was about to leave.
While he signed the con-
tract curious inhabitants
from Stuttgart already
journeyed to the giant con-
struction site of the new
regional exhibition centre
including the ICS confer-
ence centre next to Stutt-
gart’s airport. They took
part in the public tours of
the site. Lohnert felt “re-
spect for the undertak-
ing”. “Many were scep-
tical whether Stuttgart
could deal with major con-
ference business.” Lohn-
ert and his team quickly
proved to the public they
could.
The transparent building
of glass and steel every-
where the eye wanders is
well-accepted by custom-
ers. It exudes openness,
yet is unobtrusive and ele-
gant; many people say the
same thing about Stefan
Lohnert. His curriculum
vitae demonstrate a grad-
ual, sometimes even pain-
ful, shift from professional
musician to the organis-
ing of concerts, cultural
events and ultimately con-
ferences. A rational, busi-
ness-like intuition is no-
ticeable in Stefan Lohnert,
in spite of all the palpable
euphoria for music. After
his studies at the Cologne
School of Music he gave
himself exactly two years
to establish himself in the
art and music world. He
took on a job in a music
shop, attending former fel-
low students who had al-
ready joined profession-
al orchestras. “That was
psychologically difficult.”
After the two years were
over and there was no
chance of a position as a
professional musician, he
enrolled in a new course
of studies in “culture man-
agement”. Afterwards he
ran the cultural centre of
a small town. He has not
touched his tuba anymore.
Instead he has expanded
his repertoire with pieces
on the Styrian accordion
(see picture with his son).
It sounds as though it
“grunts and smacks,” says
Lohnert, enthusing about
the “wonderful basses”.
“As a brass musician you
are always near to folk
music,” he explains Pro-
fessionally Stefan Lohnert
now plays another, much
larger stage with a much
bigger audience. Today his
long breath as the front
man for the area of guest
events and conferences in
his home town is truly in
demand – on the most im-
pressive stage that Stutt-
gart has ever had. FW
Long breath
Stefan Lohnert wanted to be a professional
musician.The big stage in his hometown.
Stuttgart became his job in another way.
Photo:StefanLohnert
Seven Centers: Stefan Lohnert, Division Manager ICS/Guest EventsMesse Stuttgart
cim »ahead« 4/2010 35
Ready to take off …
… and a happy landing.
Ankommen, wohlfühlen und ran
ans Rednerpult. Die lichtdurchflu-
tete Architektur des ICS Interna-
tionales Congresscenter Stuttgart,
mit Platz für bis zu 10.000 Perso-
nen, ist durch den neuen Stand-
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Mitten im Markt
36 cim »ahead« 4/2010
Doppelspitze
B
ald ist Schluss.
Klaus Krumrey geht
in den Ruhestand.
Zum zweiten Mal – mit
nun 69 Jahren. Das Le-
ben des Geschäftsführers
liest sich wie ein Buch.
Und glaubt der Leser, am
Ende angekommen zu
sein, geht es doch weiter.
Schon in seiner Jugend
läuft der „Hansdampf in
allen Gassen“, wie er sich
selbst beschreibt, wie ein
Hamster im Rad immer
weiter.
Der Badener mit schwä-
bischem Akzent führt
noch bis Ende dieses
Jahres das Darmstädter
Wissenschafts- und Kon-
gresszentrum mit dem
ungewöhnlichen Namen
Darmstadtium, benannt
nach einem Element,
das in der südhessischen
Stadt entdeckt wurde.
Das erste Mal war er mit
60 Jahren regulärer Pen-
sionär. „Man hat mir die
Schuld der Kostenstei-
gerung der Karlsruher
Messe angehängt.“ Wäh-
rend er das erzählt, wirkt
der sonst herzliche und
gerne lachende Mann be-
drückt. Es geht ihm im-
mer noch nah. „Ich habe
mich ungerecht behan-
delt gefühlt. Ich war das
Bauernopfer“, deutet er
das Geschehene. Er ver-
lässt die Karlsruher Kon-
gress- und Ausstellungs-
Hildegard Schoger
und Klaus Krumrey
ergänzen sich und
halten gemeinsam
in Darmstadt die
Zügel in der Hand.
gesellschaft – ein Tief-
punkt.
„Ich wollte gar nicht zu-
rück ins Berufsleben“,
gesteht Krumrey. Doch
dann lockte Böblingen. Er
konnte dem Ruf nicht wi-
derstehen. „Ich sollte als
Geschäftsführer nur bis
zur Fusion mit Sindelfin-
gen bleiben.“ Also für sie-
ben bis acht Monate. Es
wurden knapp zwei Jah-
re daraus. In der schwäbi-
schen Kreisstadt im Stutt-
garter Speckgürtel stieß
der Ruheständler a.D. auf
Hildegard Schoger. Dort
leitet sie die Abteilung
Marketing und Öffentlich-
keitsarbeit und assistiert
ihm.
Krumrey wird schließlich
von Darmstadt verpflich-
tet. „Mich hat der Ober-
bürgermeister selbst an-
gerufen und gefragt, ob
ich Interesse hätte.“ Klaus
Krumrey muss nicht lan-
ge überlegen: Ich werde
gebraucht. „Da greifst Du
noch einmal an“, denkt er
sich. „Du beweist, dass du
das kannst.“
Neben den repräsentati-
ven Aufgaben hat Krum-
rey zunächst etliche Ter-
mine rund um die Fer-
tigstellung des Hauses.
„Ich war ja mehr in Bau-
besprechungen.“ Denn er
beginnt in einem zwar er-
öffneten, aber nicht fer-
tiggestellten Haus. „Ich
Klaus Krumrey, Geschäftsführer, und Hildegard Schoger, Stellvertretende Geschäftsführerin,Wissenschafts- und Kongresszentrum Darmstadt
Photo:darmstadtium/juergenmai.com
cim »ahead« 4/2010 37
Modernes Design trifft im
Darmstadtium auf Nachhaltigkeit.
brauchte jemanden, der
sich um das operative Ge-
schäft kümmert.“
Mit Hildegard Schoger
sieht er sich als Doppel-
spitze. Denn die beiden er-
gänzen sich. Die struktu-
rierte, geradlinige Schoger
hat die Zahlen im Kopf,
das operative Geschäft
liegt in ihrer Hand. Krum-
rey kann sich auf sie ver-
lassen. Sie liegen auf einer
Wellenlänge, eine ähnli-
che Geschichte verbin-
det sie.
In die Veranstaltungs-
branche ist Schoger „rein-
geschlittert“. In Esslin-
gen hat sie mit 32 Jahren
das zentrale Hallenma-
nagement auf- und aus-
gebaut. Dort war nicht al-
les Zuckerschlecken, denn
die engagierte, ehrgeizige
Schoger gerät in politisch
schweres Fahrwasser, was
sie mit Fingerspitzenge-
fühl meistert. Vier Jah-
re später nimmt sie eine
neue Herausforderung an
und tritt die Geschäfts-
führung in Nürtingen an.
„Die Stadthalle war in ei-
ner Renovierungsphase.“
Mit Organisationstalent
und Entscheidungsfreu-
de hat sie Personal ein-
gestellt, Mietpreise aus-
gehandelt. Dort erlebt
sie schließlich den bisher
schönsten Moment ihres
Berufslebens: die dreitä-
gige Eröffnungsfeier des
neuen Hauses. Aber auch
den Tiefpunkt ihrer Lauf-
bahn: In politischen Tur-
bulenzen kommt sie un-
ter die Räder. „Man sucht
sich vielleicht mal die fal-
schen Freunde aus“, be-
dauert sie und hat daraus
gelernt: „Man muss viel
Diplomatie in politischen
Gremien walten lassen.“
Das Stehaufmännchen
kämpft weiter. Sie war
überzeugt, nichts falsch
gemacht zu haben. „Ich
hatte familiäre Unter-
stützung durch meinen
Mann.“ Und wenn eine
Tür zugeht, öffnet sich oft
eine andere: Hildegard
Schoger zieht es nach Böb-
lingen und im Anschluss
in die Selbstständigkeit.
Klaus Krumrey holt sie
zurück ins Angestelltenle-
ben. „Mit ihm hat es von
der ersten Minute an ge-
klappt“, kommentiert sie.
„Ich war anfangs nicht be-
geistert von Darmstadt“,
denn ihre Familie bleibt
in Stuttgart. „In Darm-
stadt habe ich das, was
ich in Nürtingen aufgeben
musste. Das war eine He-
rausforderung, die ich an-
nehmen musste.“ Es war
eine Bauchentscheidung,
die zu einer Herzensange-
legenheit wurde.
Ob es für Klaus Krum-
rey wieder ein Ruhestand
auf Zeit wird, bleibt offen.
„Es gibt noch ein Leben
vor dem Tod“, sagt er und
lacht. Er hat noch viel vor:
Er möchte zum Basislager
des Mount Everest steigen
und sich Beethoven und
Tschaikowsky zuwenden,
die er so liebt. Das letzte
Kapitel ist also doch noch
nicht geschrieben. JH
D
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38 cim »ahead« 4/2010
T
he end is near. Klaus
Krumrey will retire
soon. For the second
time – now at the age of
69. The Managing Direc-
tor’s life reads like a book.
When the reader believes
he or she has reached the
end, it goes on. The “jack-
of-all-trades” – as he de-
scribes himself – already
ran like a hamster in a
wheel during his youth,
on and on.
The native of Baden-
Baden with the Swabi-
an accent will head the
Knowledge and Congress
Centre in Darmstadt
with the unusual name of
Darmstadtium till the end
of the year.
The first time he retired
in regular order was when
he was 60. “The increase
in costs at the Karlsruhe
exhibition fairground
was considered my fault.”
While he relates this the
man who usually seems so
sincere and good-natured
appears a bit glum. It ob-
viously still affects him.
“I felt that I was treated
unfairly. I was the sacri-
ficed pawn,” is how he ex-
plains the affair. Leaving
the “Karlsruhe Kongress-
und Ausstellungsgesells-
chaft” was the low point in
his career.
“I did not want to return
to professional life any-
more,” admits Krumrey.
But then Böblingen called.
He could not resist the of-
fer. “I was supposed to
remain as Managing Di-
rector till the fusion with
Sindelfingen.” For sev-
en to eight months only.
Which turned out to be
almost two years. In the
Swabian district town the
retired retiree met Hilde-
gard Schoger. There she
led the Marketing and
Public Relations depart-
ment and assisted him.
Ultimately Krumrey was
hired by Darmstadt. “The
mayor himself called and
asked me if I was interest-
ed.” Krumrey did not have
to think over it for long:
I am needed. “You can
get involved again,” he
thought, “you can prove
that you can handle it.”
Aside from the represent-
ative tasks, at the begin-
ning Krumrey had numer-
ous appointments deal-
ing with the completion
of the building. He began
in what was an already
opened, but far from fin-
ished building. “I needed
someone who could take
care of the operative busi-
ness.”
Together he sees Hilde-
gard Schoger and himself
as a dual leadership. Both
of them complement each
other. The structured,
straight-thinking Scho-
ger has the numbers in
her head, operative busi-
ness lies in her hands.
Krumrey can depend on
her. They are tuned to the
same wavelength, share a
similar history.
Hildegard Schoger “drift-
ed into” the event indus-
try. When she was 32 she
built up and expanded the
central exhibition hall-
management in Esslin-
gen. Not everything there
was a bed of roses, espe-
cially when the commit-
ted and ambitious Schoger
got tied up with politically
difficult matters, some-
thing she handled with
delicacy. Four years later
she took on a new chal-
lenge, becoming the Man-
aging Director in Nürtin-
gen. “The city exhibition
hall was being renovated
at that time.” With or-
ganisational strength she
hired personnel and nego-
tiated rental prices. There
she experienced the most
beautiful moment in her
career: the three-day in-
auguration of the new
centre. But also the na-
dir of her professional life:
political turbulences de-
stroyed her position. “One
sometimes looks for the
wrong friends,” she re-
grets. From her defeat she
learned that “one has to
employ a lot of diplomacy
in political committees.”
She bounced back, fought
back. “I was convinced
that I had not done any-
thing wrong.” So she
looked forward. “I was
supported in my family.”
When one door closes,
then often another opens.
Hildegard Schoger moved
to Böblingen and soon af-
terwards became self-em-
ployed. Klaus Krumrey
brought her back to a po-
sition in a conference cen-
tre. “We clicked from the
first minute on,” she com-
ments. “At first I was not
impressed by Darmstadt,”
since her family remained
in Stuttgart. “In Darm-
stadt I have what I had to
give up in Nürtingen. This
was a challenge I had to
take on,” she states deci-
sively. It was an intuitive
decision that became a
matter close to her heart.
Whether Klaus Krum-
rey will again only re-
tire temporarily remains
open. “There is life be-
fore death,” he jokes. He
still has a lot of plans: He
wants to climb up to the
base camp at Mount Ev-
erest and dedicate more
time to Beethoven and
Tchaikovsky, who he loves
strongly. The last chapter
is thus not yet written. JH
Photo:HildegardSchoger
Dual leadership
Hildegard Schoger and Klaus Krumrey
complement each other and hold the reins
together in Darmstadt.
Photo:KlausKrumrey
Klaus Krumrey, Managing Director, and Hildegard Schoger, Deputy Managing Director,Wissenschafts- und Kongresszentrum Darmstadt.
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40 cim »ahead« 4/2010
Mit voller Kraft
W
enn André Kalden-
hoff ins Plaudern
gerät, ist er kaum
zu bremsen. „Das ist mei-
ne Schwäche“, gibt er of-
fen zu und lacht. Es lohnt
sich jedoch, dem Ge-
schäftsbereichsleiter Kon-
gresse der Messe Leipzig
zuzuhören.
Der studierte Lehrer in
Erwachsenenbildung für
Deutsch, Portugiesisch
und Englisch hat zunächst
andere berufliche Pläne,
als sich mit Kongressen
zu beschäftigen. In Sach-
sen-Anhalt geboren und
aufgewachsen, beginnt er
nach seiner Zeit als Kanu-
Rennsportler noch zu
DDR-Zeiten sein
Studium in Leipzig. Zu
der Stadt, die vor allem
für ihre Buchmesse be-
kannt ist, baut er damals
keine Beziehung auf. „Ich
empfand sie nicht als
liebenswert.“ Im zwei-
ten Semester erlebt er
die Wende. Sein Studium
setzt er fort, obwohl Leh-
rer mit seiner DDR-Aus-
bildung nun nicht mehr
gebraucht wurden. „Mit
Sprachen kann man ja
trotzdem einiges anfan-
gen.“
Nach dem Abschluss
schreibt er sich für ein
Aufbaustudium für Tou-
rismus in Berlin ein. „Das
hat mich interessiert.“ Der
Absolvent bewirbt sich um
die Geschäftsführerstelle
des Tourismusverbandes
Sächsische-Schweiz, süd-
östlich von Dresden. „Ich
habe am wenigsten erwar-
tet, dass die mich nehmen.
Aber ich habe den Job
bekommen“, erinnert er
sich und schmunzelt.
Hätte er gewusst, was auf
ihn zukommt, würde er
sich vielleicht nicht noch
einmal für diese Stelle
entscheiden. Die operative
Arbeit verliert sich in
politischem Klein-Klein.
Doch er will am Ende des
Tages etwas „geschafft“
haben. Dieses Gefühl ver-
misst er zu oft nach endlo-
sen Gremiensitzungen.
Da kommt ihm der Anruf
aus Leipzig gerade recht.
Die neue Messe sucht für
das Kongresszentrum
einen Leiter. „Ich war
wahrscheinlich einer von
hundert, den sie angeru-
fen haben“, sagt er
bescheiden. Doch er macht
das Rennen. Die fachli-
chen Aufgaben reizen ihn.
„Lehrer sind kontaktfreu-
dig. Das ist mir zugutege-
kommen.“ Leipzig klingt
für ihn nicht verlockend,
aber er gibt der Messe-
stadt nach all den Jah-
ren eine zweite Chance:
„Meine Frau und ich sind
einfach hingefahren. Ich
war verblüfft, wie sich die
Stadt entwickelt hat.“
Erstmals fühlt er sich in
Fingerspitzengefühl und ein starker Wille helfen André Kaldenhoff
immer wieder neue Themen für Kongresse aufzuspüren.
André Kaldenhoff, Geschäftsbereichsleiter Kongresse, Messe Leipzig
Photo:AndréKaldenhoff
CIM sonderheft ahead Ausgabe 1 2010 magazine
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CIM sonderheft ahead Ausgabe 1 2010 magazine

  • 1. +++ Andrea Bisping,München +++ Bernhard Conin,Köln +++ Claudia Delius-Fisher, Frankfurt +++ Hilmar Guckert,Düsseldorf +++ +++ Edgar Hirt,Hamburg +++ Dr.Ralf G.Kleinhenz,Berlin +++ André Kaldenhoff,Leipzig +++ Klaus Krumrey und Hildegard Schoger, Darmstadt +++ Friedhelm Lenz,Nürnberg +++ Stefan Lohnert,Stuttgart +++ Michel Maugé,Mannheim +++ August Moderer,Mainz +++ +++ Holger Syhre und HenningWossidlo, Wiesbaden +++ issue one. september 2010. ahead
  • 2. Grüner geht’s nicht: Mit dem Veranstaltungsticket Umwelt-Plus CO2-frei zum Event. Foto:DBAG/Klarner Die Deutsche Bahn ist in Sachen Klimaschutz ganz vorn dabei: Mit dem neuen Veranstaltungsticket Umwelt-Plus können alle Teilnehmer von größeren Veran- staltungen ab sofort komplett CO2-frei auf die Reise geschickt werden. Voraus- setzung ist die Buchung des Veranstaltungstickets der Deutschen Bahn. Und so funktioniert das Umwelt-Plus: � Die Deutsche Bahn berechnet den Energiebedarf, den die Teilnehmer für die An- und Abreise zur jeweiligen Veranstaltung voraussichtlich benötigen. � Diese Strommenge kauft die DB Energie im Voraus aus 100% regenerativen Energiequellen in Deutschland und speist sie ins Bahnstromnetz ein. � Damit ist gewährleistet, dass die An- und Abreise zur jeweiligen Veranstaltung CO2-frei unternommen werden können! Anders als bei CO2-Kompensations- maßnahmen werden Kohlendioxid-Emissionen so von vornherein vermieden. � Die geringen Mehrkosten sind ein lohnender Beitrag zur Verbesserung der CO2-Bilanz und können das Image der Veranstaltung nachhaltig verbessern. TÜV-geprüft: Die Herkunft des Stroms sowie die physische Einspeisung in das Bahnstromnetz sind vom TÜV SÜD zertifiziert. Nach Veranstaltungsende erhält der Organisator von der Deutschen Bahn eine Bescheinigung über die CO2-Ein- sparungen für die jeweilige Veranstaltung – mit dem Prüfsiegel des TÜV SÜD. Haben Sie Fragen zum CO2-freien Reisen oder zum Veranstaltungsticket? Rufen Sie uns an unter +49 (0)69 265 59459 oder schreiben Sie uns an veranstaltungen@deutschebahn.com. Die Bahn macht mobil. Seit 175 Jahren.
  • 3. cim »ahead« 4/2010 3 editorial Das Private wird öffentlich W as für ein Projekt! Das hat es noch nie gegeben. Die CIM stellt ihre Buden auf dem Jahrmarkt der Ei- telkeiten auf? Geben Sie es zu: Das hätten Sie uns nicht zugetraut! Doch wir können Sie beruhigen: Genau das machen wir nicht, das lehnen wir sogar strikt ab. Denn wie bei so vielem in unserem Heft spiegeln sich in dieser Entwicklung größere Trends: In unserer Gesell- schaft leben heute „Digital Natives“ und Informations-Di- nosaurier, Leser des gedruckten Papiers, friedlich zusam- men – die meiste Zeit über jedenfalls. Wir leben in einer Informations- und Überflussgesellschaft, aber auch in ei- ner Informations-Überfluss-Gesellschaft. Bevor es eine Botschaft über die immer weiter in die Höhe wachsende Wahrnehmungsschwelle der Menschen schafft, muss sie deutlich wirkungsvoller sein als früher. Eine Antwort darauf lautet: Personalisierung, die Iden- tifikation mit dem oft noch unbekannten Gegenüber er- laubt. Bei Events und Kongressen passiert nichts an- deres. Das drückt sich aus in Relationship Marketing. Entscheidungen über Destination, Kongresshaus und Location machen sich längst nicht mehr fest an perfek- ter Anbindung, Flexibilität im Raumkonzept, attraktiver Umgebung. Das sind so etwas wie Mindestanforderun- gen. In der Endauswahl ist die Entscheidung wie so oft Vertrauenssache – und hängt damit von Personen und Persönlichkeiten ab. Kann das Gegenüber meine Ver- anstaltung stemmen, hat er oder sie das Zeug und das Team dazu? Warum sollen wir von der Fachpresse ei- ner Branche, die sich auch gerne als „People’s Industry“ bezeichnet, um das Persönliche und Menschliche einen großen Bogen machen? Das passt nicht mehr in unsere Zeit, die via Facebook, Twitter oder LinkedIn die persön- liche Sphäre immer mehr öffentlich macht. Und die Ge- neration Y findet überhaupt nichts dabei. „Das Private soll doch bitteschön privat bleiben“, diese Haltung ist im Web, aber auch im Berufsleben passé. Unsere Interview- partner offenbarten in diesem Sinne Überraschendes, Aufregendes, Anregendes. Es war uns eine Freude – und das wird es auch Ihnen sein beim Lesen, viel Vergnügen! Private becomes publicW hat a project! This has never existed be- fore. Has CIM set up its booth at Vanity Fair? Ad- mit it, you never thought we would be able to do it! Yet we can reassure you, precise- ly this is not what we have done, in fact we reject the idea completely. Just like so much in this is- sue, this development re- flects larger trends: “digital natives” and information di- nosaurs, readers of printed paper, co-exist peacefully in our society – at least most of the time. We live in a soci- ety of information and abun- dance, but also in a society of information abundance. Before a message makes it over the – necessarily – ever cim »ahead« 4/2010 3 higher threshold of percep- tion of most people it has to to be much more effective than before. An answer to this problem is personalisation, identifica- tion with the often unknown person in front of you. Noth- ing else happens at events and conferences. This is what relationship marketing does. Decisions about desti- nations, conference centres, the locations of the evening event have long been taken not according to infrastruc- tural criteria alone. Perfect transport connections, flex- ible space concepts, attrac- tive surroundings are the necessary conditions, some- thing like the minimum pre- requisites. But ultimately the decision is, like so of- ten, a question of trust – and thus depends on persons and personalities. Can the re- sponsible person handle my event, does they have what it takes the right team? Why should we, the trade press of a business that likes to call itself the “people’s in- dustry”, steer clear of what is personal and human? This does not fit in as the per- sonal sphere is increasingly made public via Facebook or LinkedIn. And this does not disturb generation Y at all. “What is private should remain private” – this atti- tude, widespread in Germa- ny, will disappear more and more in professional life, whether one likes it or not. The heads of the German convention centres being in- terviewed for “ahead” re- vealed surprising, exciting, inspiring things about them- selves. It was a pleasure for us – and it will surely be a pleasure for you reading! f.wewoda@cimunity.com
  • 4. 4 cim »ahead« 4/2010 ahead inhalt/content 12 Hilmar Guckert, DüsseldorfCongress Hilmar Guckert fragt zeitlebens nie nach Arbeitsstunden. Plötzlich streikt sein Körper − ein Wendepunkt. Still genießen kann er heute wie ein anderer. Hilmar Guckert never thought about working hours throughout his life. Suddenly his body refused – a turning point. Today he can quietly enjoy like another. 16 Claudia Delius-Fisher, Congress Frankfurt Claudia Delius-Fisher: freundlich, streng. Grundschullehrerin würde zu ihr passen. Doch Urlaube als Rucksack-Touristin, Bürgerkrieg? Sie überrascht. Claudia Delius-Fisher: friendly, engaging, even strict. She would make a good grammar school teacher. But rucksack holidays, civil wars,? She surprises. 20 Edgar Hirt, CCH Congress Center Hamburg Edgar Hirt liebt hohe Gipfel und Ziele, ob in den Alpen oder im Kongress- geschäft. Als AIPC-Präsident spielt er die internationale Klaviatur meisterhaft. Edgar Hirt loves lofty peaks and goals, whether in the Alps or in the conference industry. As AIPC President he deals with international matters like a master. 08 Dr. Ralf G. Kleinhenz, ICC Berlin Scharfsinniger Analytiker, pragmatisch, zupackend: Ralf Kleinhenz’ Qualitäten sind jetzt mehr denn je gefordert. Astute analyst, down-to-earth pragmatist: Ralf Kleinhenz’ qualities are more in demand than ever. Congress Center Messe Frankfurt www.sevencenters.de www.sevencenters.de www.sevencenters.de www.sevencenters.de
  • 5. 24 Bernhard Conin, KölnKongress GmbH Energisch, geschäftstüchtig, jeck: Bernhard Conin schafft den Spagat auf kölsche Art. Energetic, enterprising, a reveller: Bernhard Conin balances them in Cologne style. 28 Andrea Bisping, ICM München Ex-Schreinerin Andrea Bisping bastelte bei Vok Dams an der Karriere. Die ICM-Chefin profitiert vom Perspektivwechsel. Former carpenter Andrea Bisping worked on her career at Vok Dams. The ICM head profits from the change of perspective. 32 Stefan Lohnert, ICS Messe Stuttgart Stefan Lohnert wollte einst Profimusiker werden. Die große Bühne wird ihm in seiner Heimat Stuttgart auf andere Weise zum Beruf. Stefan Lohnert wanted to be a professional musician. The big stage in his hometown. Stuttgart became his job in another way. cim »ahead« 4/2010 5 www.sevencenters.de www.sevencenters.de www.sevencenters.de 16 Claudia Delius-Fisher
  • 6. 6 cim »ahead« 4/2010 ahead inhalt/content 44 August Moderer, Congress Centrum Mainz GmbH August Moderer ist ein Energiebündel. Direkt, lautstark, aber auch mit Herz und Verstand auf den Spuren Buddhas. August Moderer is a bundle of energy. Direct and loud, but also following Buddha with heart and understanding. 48 Michel Maugé, m:con Mannheim Erst Kurdirektor, dann selbständiger Organisator, kommt Michel Maugé „zufällig“ nach Mannheim. Im Rosengarten schafft er Raum zum Denken. First health spa director, then conference organiser of his own agency, Michel Maugé arrived in Mannheim “by chance”. At CC Rosengarten he offers room for thought. 36 Klaus Krumrey und Hildegard Schoger, Wissenschafts- und Kongresszentrum Darmstadt Hildegard Schoger und Klaus Krumrey ergänzen sich und halten gemeinsam in Darmstadt die Zügel in der Hand. Hildegard Schoger and Klaus Krumrey complement each other and hold the reins together in Darmstadt. 40 André Kaldenhoff, Congress Center Leipzig Fingerspitzengefühl und ein starker Wille helfen André Kaldenhoff immer wieder neue Themen für Kongresse aufzuspüren. A strong will and delicacy help André Kaldenhoff to find new themes for conferences. 48 Erst Kurdirektor, dann selbständiger Organisator, kommt Michel Maugé First health spa director, then conference organiser of his own agency, 4848 Erst Kurdirektor, dann selbständiger Organisator, kommt Michel Maugé First health spa director, then conference organiser of his own agency, CC Rosengarten Mannheim
  • 7. cim »ahead« 4/2010 7 Verlag/Published by T&M Media GmbH & Co. KG Stephanstraße 3, 64295 Darmstadt, Germany Tel.: +49-(0)6151-39 07-0 Fax: +49-(0)6151-39 07-929 info@cimunity.com www.cimunity.com Herausgeber/Publisher Ursula Steffan Gründungsherausgeber/Founding Publisher O.E. Schirmer Geschäftsführung/Managing Director Richard Redling REDAKTION/EDITORIAL DEPT. Tel. +49-(0)6151-39 07-951 Fax:+49-(0)6151-39 07-959 Chefredaktion/Editor-in-Chief Kerstin Hoffmann, KH (-951) k.hoffmann@cimunity.com Redaktion/Editorial Staff Julia Hof, JH (-952) j.hof@cimunity.com Frank Wewoda, FW (-953) f.wewoda@cimunity.com Katharina Brauer, KB +49-(0)6221-48 41 29 k.brauer@cimunity.com Grafik/Layout Silke Oray, Uta Seubert Übersetzungen/Translations Alison Dobson- Ottmers, Michael Lynch, David Sánchez ANZEIGEN/ADVERTISING Tel. +49-(0)6151-39 07-920 Fax:+49-(0)6151-39 07-929 Anzeigenleitung/Advertising Director Ellen Hellbusch (-921) e.hellbusch@cimunity.com Anzeigenverkaufsleitung/ Advertising Sales Manager Vanessa Ksionsek (-923) v.ksionsek@cimunity.com Anzeigenverkauf/Advertising Sales Mouzhan Esmaeelpour (-924) m.esmaeelpour@cimunity.com Anzeigenservice/Advertising Service Michelle Poitiers (-946, Fax -929) m.poitiers@cimunity.com LESERSERVICE/READER SERVICE Beatrix Kwetkus (-941) vertrieb@cimunity.com PRODUKTION/PRODUCTION Druck/Printed by Dierichs Druck + Media GmbH & Co. KG Kassel, Germany Anzeigenpreisliste/Rate card Nr. 24 vom 1. Januar 2010 No 24 effective 1 January 2010 Erscheinungsweise/Publication rhythm CIM erscheint sechsmal jährlich CIM is published six times a year Impressum 52 Friedhelm Lenz, CCN CongressCenter Nürnberg Laptop und Lebensart auf gut fränkisch: Mit Herz und generalstabsmäßiger Planung hat Friedhelm Lenz sein CCN auf Augenhöhe mit den Top-Häusern der Branche geführt. Laptop and Franconian lifestyle. Friedhelm Lenz has led his CCN with heart and military planning on par with the industry’s top centres. 56 Henning Wossidlo, Kurhaus Wiesbaden Holger Syhre, Rhein-Main-Hallen Wiesbaden Die Zwischenstation Wiesbaden wird für Kurdirektor Henning Wossidlo eine Lebensaufgabe. Strukturiert und immer gut vorbereitet geht Holger Syhre beherzt auf Neues zu. The temporary position in Wiesbaden became a life task for Henning Wossidlo. Organised and always well-prepared, Holger Syhre tackles new challenges. Michel Maugé 4848
  • 8. 8 cim »ahead« 4/2010 Spezialist für Comebacks Scharfsinniger Analytiker, pragmatisch, zupackend: Ralf Kleinhenz’ Qualitäten sind jetzt mehr denn je gefordert. 1 979 landet ein Raum- schiff im Berliner Westen. Konturen und Ausmaße wirken fu- turistisch, Design und Baumaterial zeitgeis- tig. Ein Ausrufezeichen westdeutscher Ingeni- eurkunst, das die sozi- alistischen Machthaber jenseits der Mauer stau- nen lässt. Ein Koloss aus Beton, 320 Meter lang, 80 Meter breit, wie ein gestrandeter Wal liegt er seither unterhalb des Funkturms. Wir schreiben das Jahr 2010, Logbuch des Inter- nationalen Congress Cen- trum Berlin – kurz ICC. Der Kapitän und Naviga- tor des Raumschiffs aus Beton hält trotz einiger Turbulenzen sicher Kurs. Obwohl ihm die harte Ar- beit an diesem Morgen anzusehen ist, wirkt er vollkommen präsent. Ralf Kleinhenz hat mittler- weile drei Geschäftsfüh- rerposten in Personaluni- on auf sich vereinigt. Seit Juli 1999 ist er Direktor und Prokurist der Mes- se Berlin, verantwortlich für den Geschäftsbereich Kongresse und Gastmes- sen. Dazu kommt unter anderem das Amt als Geschäftsführer der deutschland- und euro- paweit viel beachteten Messe „Popkomm“. Sie steuerte er in den zu- rückliegenden Jahren durch stürmische Zeiten, meisterte den Umzug von Köln nach Berlin, brachte das Format nach einem Jahr Pause mit Macht und großem Erfolg zu- rück. Ein Comeback der fast totgesagten Veranstal- tung, stark, geradezu kühn. Das sagt schon einiges aus über das Selbstverständnis des Diplom-Kaufmanns und promovierten Wirt- schaftsgeographen, der zudem Philosophie stu- diert hat. Er ist in glei- chem Maße harter Ar- beiter, kluger Kopf, Kos- mopolit, aber auch hei- matverbunden. Tritt der 1. FC Köln in der Fuß- ball-Bundesliga an, hisst Kleinhenz die Flagge mit dem Geißbock auf dem Dach seiner Wohnung an der Spree. In die Ferne zieht es ihn aber zuweilen genauso, er genießt ein akademi- sches Gastspiel an der University of California at Berkeley. Als kölscher Jong 1966 geboren, ver- bringt er seine ersten Be- rufsjahre bei der Leipzi- ger Messe als Assistent der Geschäftsführung. So ist er nicht nur ein Grenzgänger zwischen Seven Centers: Dr. Ralf G. Kleinhenz,Vice President Congresses & Guest Events, ICC Berlin Photo:ICCBerlin
  • 9. cim »ahead« 4/2010 9 Das ICC Berlin ist so futuristisch wie funktional geplant, ein Ausrufezeichen! West und Ost, sondern auch zwischen Theorie und Praxis. Er schreibt seine Doktorarbeit über die wirtschaftliche Re- integration von russi- schen Militäranlagen in Deutschland. Inzwischen wird in Ber- lin mehr über die Um- nutzung seines Kon- gresshauses – des Kon- gress-Kolosses ICC – dis- kutiert. Da ist kühler Kopf gefragt, der auch den ICC-Kunden zugute kommt. Der Blätterwald der Hauptstadt rauscht in diesen Tagen unabläs- sig. Das Raumschiff ICC verlangt nach Generalü- berholung, soll nach Mei- nung der meisten Politi- ker flott gemacht werden für die nächsten 30 Jah- re Kongress-Höhenflü- ge. Wären da nur nicht die Sanierungskosten, die der Regierende Bür- germeister Klaus Wowe- reit kürzlich, wie im In- ternet zu lesen ist, auf 260 Mio. Euro bezifferte – und im gleichen Atem- zug eine Sanierung im laufenden Betrieb ka- tegorisch ausschloss. Das fordert die ICC-Ge- schäftsführung heraus. Wo tagen die Stamm- kunden während der Sa- nierungsphase? Derzeit werden maßgeschneider- te Raumkonzepte in den Messehallen entworfen – der Kongressbetrieb wird im gleichen Maße auch in der Sanierungsphase fortgesetzt. Jetzt ist der wissenschaftliche Analy- tiker ebenso gefragt wie der zupackende Prakti- ker – eine Aufgabe wie geschaffen für Dr. Ralf Kleinhenz. Obwohl dem Rheinländer per se ein Hang zur Ober- flächlichkeit nachgesagt wird, liegt Ralf Klein- henz das Seichte nicht besonders. So meidet er billige Marketingphra- sen. Auf die Funktionali- tät des durch und durch zweckdienlich geplanten Kongress-Kolosses ICC lässt Ralf Kleinhenz je- doch nichts kommen: „Je größer die Kongres- se, desto höher die Kun- denzufriedenheit“, infor- miert er. Kleinhenz stellt die vielen unterschied- lichen Rückzugsräume in den zahlreichen Zwi- schengeschossen beson- ders heraus, die andern- orts als Break-out-Flä- chen fehlen. Das ICC hat diese schon seit 1979 zu bieten. Ganz abgesehen von den immensen Flä- chen, die in ganz Europa immer noch unübertrof- fen sind. Kein Wunder, dass die Berliner zur 30- Jahr-Feier des ICC 2009 doch mit einigem Stolz auf ihr ICC blickten. Ein Erfolgsgeheimnis nennt Kleinhenz, dem ein Team von 28 Mitarbeitern im ICC unterstellt ist: „Wir waren schon früh sehr auf Internationalität be- dacht.“ 2009 war trotz Wirtschaftskrise bei ex- akt 14 Mio. Euro reinem Vermietumsatz das dritt- beste in der Geschich- te des ICC. „Wir ernten die Früchte unserer kon- sequenten Repositionie- rung“, stellt Kleinhenz fest. Der Spezialist für Comebacks plant derweil schon seinen nächsten Coup: Das futuristische Kongress-Raumschiff si- cher durch die derzeiti- gen politischen Turbu- lenzen zu steuern – um dann, frisch saniert, neue Erfolge zu landen. FW I CC Berlin: Plenarkapazität/Plena- ry capacity: 9.100 Personen/9,100 People +++ Räume/Rooms: 80 von/from 31 bis/to 4.432 qm/4,432 sq. m. +++ Baujahr/Built: 1979 +++ Veranstaltungen/Events 2009: 511 mit/with 220.000 Besuchern/220,000 Visitors +++ Umsatz/Turnover 2009: 20 Mio. Euro +++ Nächster Flugha- fen/Nearest Airport: 7,0 km +++ ICE- Bahnhof/Express Train Station: 8,4 km www.icc-berlin.de Photo:ICCBerlin
  • 10. 10 cim »ahead« 4/2010 Name Nachname, Name der Messe Specialist for comebacks Astute analyst, down-to-earth pragmatist: Ralf Kleinhenz’ qualities are more in demand than ever. I n 1979 a space ship landed in West Berlin. Its shape and dimen- sions appeared futuristic, its design and construction materials contemporary. A high point of West German engineering that amazed the socialist rulers on the other side of the wall. A ce- ment colossus, 320 metres long, 80 metres wide, it has lain since then like a stranded whale at the foot of the Berlin Radio Tower. Now we write 2010 in the logbook of the Internation- al Congress Centrum Ber- lin – known as the ICC. The captain and naviga- tor of this concrete space ship has kept it on course, in spite of some turbu- lences. Although the hard work is evident on his face this morning, he appears completely present. Ralf Kleinhenz has combined and taken over three man- aging director positions. Since July 1999 he is Vice President Congresses & Guest Events, ICC Berlin, and Authorised Signatory of Messe Berlin. In addi- tion there is the position of Managing Director of the Popkomm exhibition, much acclaimed in Germa- ny and Europe. In the last few years he has steered Popkomm through stormy times, managed the move from Cologne to Berlin, brought the format back after a one-year break with power and great success. A strong, downright dar- ing comeback for an event that was more or less pro- nounced dead. This says a lot about the self-concep- tion of the MBA and doc- tor of economic geography, who has also studied phi- losophy. He is equal parts a hard worker, a shrewd head, a cosmopolite but also rooted in his home- land. When the 1. FC Co- logne football team plays in the Bundesliga, then he hoists their flag with the billy goat on the roof of his flat overlooking the Spree. At the same time he is drawn to far-off places, en- joys guest-starring at the University of California at Berkeley. Born in 1965 in Cologne, he spent his first professional years as an assistant to the manage- ment at the Leipzig Messe. He not only crosses borders between East and West, but also between theory and practice. His disser- tation thus analysed the economic reintegration of Russian military bases in Germany. Nowadays there is more discussion in Berlin about the conversion of his con- ference centre – the con- gress colossus ICC. A cool head is needed. Space ship ICC requires a general renovation, accord- ing to most politicians it has to be made fit for the next 30 years of congress life. If only there were not the costs for the renova- tion, which mayor Klaus Wowereit recently calcu- lated at around 260 million Euros. With the same breath the mayor categorically ruled out a renovation while the congress centre was in operation. A challenge for the ICC management. Where can their regular At present custom-tailored room concepts are being drawn up for the exhibi- tion halls – congresses will continue to take place at the same volume even dur- ing the renovation. The sci- entific analyst is now just as much in demand as the hands-on practical worker – a mission made for Dr. Ralf Kleinhenz. Shallowness does not suit Ralf Kleinhenz very much although Rhinelanders are supposed to be tedning to. He avoids cheap marketing phrases. He defends the functionality of the practi- cally designed congress co- lossus ICC. “The larger the conference, the higher the customer satisfaction,” he states. Kleinhenz particularly em- phasises the many differ- ent smaller rooms avail- able in the numerous in- termediate floors, which in many other centres are lacking as break-out spac- es. The planning for new conference centres plac- es these break-out rooms high at the top of the prior- ity list – while the ICC has been offering them since 1979. Not to mention the immense spaces, which in all of Europe are still un- surpassed. Kleinhenz, who heads a team of 28 employees, identifies as a secret of the ICC’s success that “we fo- cused on international- ity from very early on.” In 2009 rental turnover alone was exactly 14 million Eu- ros; in spite of the econom- ic crisis the third best year in the ICC’s history. “We are harvesting the fruits of consistent repositioning,” says Kleinhenz. The specialist for come- backs is already planning his next coup: steering the futuristic congress space ship securely through the current po- litical turbulences – and then, freshly renovated, to new successes. FW Photo:Dr.RalfG.Kleinhenz Seven Centers: Dr. Ralf G. Kleinhenz,Vice President Congresses & Guest Events, ICC Berlin
  • 12. 12 cim »ahead« 4/2010 Der Beckenbauer in ihm Ich hatte gehofft, sie würden mich nicht nehmen“, sagt Hilmar Guckert, lächelt still in sich hin- ein. Als er sich Mitte der 90er-Jahre um seine heu- tige Stelle bewirbt, ver- antwortet er in Karlsru- he das gesamte Veran- staltungsgeschäft. Zudem ist er verantwortlich fürs Strategische wie Event- Planung und -durchfüh- rung. „Von politischen In- teressen habe ich mich ferngehalten.“ Das wird ihm zum Verhängnis. Karlsruhe – Beamten- stadt, badische Beschau- lichkeit, abends Schäu- fele auf den Teller zum Trollinger im Glas. Die Stelle des Geschäftsfüh- rers bekommt er nicht. Sie wird politisch besetzt. Doch für Guckert steht fest: Er will führen. Die Ausschreibung kommt wie gerufen. Düsseldorf, Landeshauptstadt, gro- ße weite Welt, internati- onal, im Fokus einer kri- tischen Öffentlichkeit. Er grübelt, „kann ich das?“ Seine künftigen Arbeit- geber entscheiden: Ja, du kannst. Und wie! Wenn die Zei- chen auf Sturm stehen, Genosse Zufall und Mur- phys Gesetz zuschlagen, nach dem alles schief- geht, was schief gehen kann, stellt sich Hilmar Guckert in diesen Sturm. Etwa als ein Saal dop- pelt vermietet wird, sich ein Auf- und ein Abbau- tag überschneiden. Bu- chungsfehler, „und das bei einer politisch hoch aufgehängten Veranstal- tung“. Kurz herrscht Rat- losigkeit. Es gibt Schrift- verkehr mit juristischer Begleitmusik, „böse Dro- hungen“. Guckert stellt sich vor den Veranstalter, „mit klaren Worten“ – „die totale Offenbarung“, wie er das beschreibt. Erst da arrangieren sich alle Seiten mit der Situa- tion, es gibt eine anstren- gende Nachtschicht – aber kein Nachspiel. Der Sturm ist vorüber. Das Thema Kommunika- tion bewegt den 55-Jäh- rigen, manchmal quält es ihn ein wenig, macht es den Eindruck. Wann ge- lingen Dialog und Aus- tausch, wird die eigene Botschaft gehört – und vor allem: warum? „Eine klare, kernige Anspra- che haben sich Politiker früher noch erlaubt“, sin- niert Guckert. Er nennt Strauß und Wehner, die er in jungen Jahren in der Karlsruher Schwarz- waldhalle erlebt. Ihm selbst liegen eher die lei- sen Töne. Anders ist das, wenn seine Band an die Instrumente geht: „Wir wollten damals was Ro- ckiges abziehen!“ Im Abi- turientenalter wünscht er sich nichts sehnlicher als einen „Moog“-Synthe- sizer – damals die Mar- ke schlechthin. „Ich hatte gehofft, mein Vater wür- de mir so einen kaufen.“ Doch nichts da! Guckert Photo:DüsseldorfCongress Hilmar Guckert fragt zeitlebens nie nach Arbeitsstunden. Plötzlich streikt sein Körper − ein Wendepunkt. Still genießen kann er heute wie ein anderer. Seven Centers: Hilmar Guckert, Geschäftsführer, DüsseldorfCongress Veranstaltungsgesellschaft
  • 13. cim »ahead« 4/2010 13 DüsseldorfCongress vermarktet neben dem Congress Center CCD (Foto) u.a. Messehallen, die Location Station Airport, Philipshalle, Esprit Arena und ISS Dome. senior, ganz Unternehmer, bürgt für eine Kreditsum- me von 2.000 D-Mark. Mit bezahlten Auftritten er- spielt sich der Junior den stolzen Betrag. Das prägt. Im väterlichen Betrieb verstreicht die Kindheit wie im Fluge. Arbeit mit Beton, das ist ein hartes, ehrliches Me- tier. So genannte „Rüt- telstraßen“ und „Rüttel- elemente“ fertigen Be- ton-Bauteile in exakten Maßen. Der Guckert’sche Kleinbetrieb liegt in ei- nem Grenzdorf zwischen der Pfalz und dem Elsass, 500 Einwohner. Nur we- nige Meter abseits der Rüttelstraßen steht das Wohnhaus der Familie, in dem Hilmar mit El- tern und zwei jüngeren Schwestern lebt. Ein pfäl- zisches Idyll. Eine Lebens- welt, die der von Helmut Kohl ähnlich sein könnte, C ongress Center CCD: Plenarkapazität/Plena- ry capacity: 5.000 Personen/5,000 People +++ Räume/Rooms: 37 v./fr. 68 bis/to 20.279 qm/20,279sq. m. +++ Gebaut/Built: 1971/1995 +++ Renovierung/Renovation: 2005 +++ Veranstaltungen/ Events 2009: 2.471/2,471 m./w. 2,4 Mio. Besuchern/ Visitors +++ Umsatz/Turnover 2009: 31,23 Mio. Euro (DüsseldorfCongress Veranstaltungsgesellsch.) +++ Flughafen/Airport: 3,4 km +++ ICE-Bahnhof/Express Train: 6,5 km www.duesseldorfcongress.de Photo:DüsseldorfCongress überlegt Guckert am Kon- ferenztisch seines Büros. Dort verschränkt er an diesem Tag im Juni 2010 die Arme hinter der Stuhl- lehne, lässt seinen Blick zu den Fahnenmasten vor dem Südeingang des CCD gleiten. Die Trennung zwi- schen Privatem und Be- ruflichem ist ein langer Lernprozess. „Wenn man so erzogen ist wie ich, zählt man keine Arbeits- stunden.“ Der Jungspund mit dem besten BWL-Ab- schluss seiner Fachhoch- schule blitzt bei den gro- ßen Touristikkonzernen wie LTU, Condor und Ne- ckermann ab. Die FH ist ganz neu, der Abschluss noch nicht akzeptiert. Er sieht sich ohne Murren in der Region um, pragma- tisch wie sein Vater. Gu- ckerts Karriere nimmt bald in Karlsruhe Fahrt auf – ziemlich hochtourig. Bei einer Sitzung im Rat- haus wird ihm schwarz vor Augen – Herz und Kreislauf streiken mit Mitte 30. „Ich bin froh, dass ich diese Erfahrung so früh und nicht erst mit Mitte 50 gemacht habe.“ Heute sagt er: „Man muss es nicht übertreiben, man muss es nur im Griff ha- ben.“ 90 Mitarbeiter führt er gelassen, pflichtbe- wusst, ohne großes Aufhe- bens. „Man muss die Ri- tuale und Spielregeln der Macht kennen“, sagt Gu- ckert fast entschuldigend. Allein im Wohnmobil um den Lake Michigan zu fahren, gehört zu sei- nen liebsten Urlauben. Still Genießen – das kann er wie ein anderer. „Das ist das Beckenbauer-Fee- ling“, habe ein Mitarbei- ter mal über ihn gesagt. Gemeint war der Fußball- kaiser. Im Moment sei- nes größten Erfolgs stapft der als Teamchef nach dem Gewinn der Fußball- WM 1990 in Rom einsam durch den Mittelkreis, legt den Kopf in den Nacken, schaut dem am Himmel verglühenden Feuerwerk nach. „Die schönsten Mo- mente sind die, wenn eine wichtige Veranstaltung komplett beendet ist“, sagt Guckert. „Diese Stille da- nach“ genießt er mehr als alles andere. FW
  • 14. 14 cim »ahead« 4/2010 I had hoped you would not chose me”, says Hilmar Guck- ert, laughing quiet- ly to himself. When he ap- plied for his current position in the middle of the 1990s he was responsible for event business operations in Karls- ruhe. “I have always kept my distance from political interests.” This sealed his fate in Karlsruhe. The city of civil servants, of Baden peacefulness, in the eve- nings traditional Schäufele (corned, smoked ham) on the plate and Trollinger wine in the glass. Guckert does not get the position of managing director. It is filled with a po- litical candidate. But Guck- ert realises that he wants to run things. A job announce- ment appears as a godsend: Düsseldorf, regional capital, the big world, international stature, constant attention from a critical public. He asks himself, “Can I handle it?”. His future em- ployers decide for him: Yes, you can. And how! When everything foretells disaster, when Comrade Chance and Murphy’s Law apply, when everything goes wrong that could go wrong, then Hilmar Guckert faces the storm. When for example a hall is rented twice for the same time, when a set-up day and a take-down day overlap. Booking mistakes, “at a po- litically hyped-up event.” Perplexity reigns briefly. Letters with legal accom- panying music, “malevolent threats”. Guckert confronts the organiser “with clear words” – “a total confession”, as he describes it. Then both sides deal with the situa- tion, a strenuous night shift is held – but no legal reper- cussions. The storm is over. The topic of communica- tion moves the 55 year old, sometimes it even makes him suffer a bit it seems. When will dialogue and ex- change be successful, when will his own message be heard – and above all, why? “Politicians used to employ a clearer, more robust lan- guage,” reflects Guckert. He prefers quieter tones himself. But not when his band picked up their in- struments: “Then we want- ed to rock!” As a secondary school student he yearned for a Moog synthesizer – at that time the synthesizer brand. “I had hoped my fa- ther would buy one for me.” But no! Guckert senior, the businessman, guaran- tees a loan of 2,000 Marks. And junior earns the hefty sum of money back with gigs. This marks his char- acter. Working with cement is a hard, honest profes- sion. So-called “vibration streets” and “vibration el- ements” produce concrete building components with precise measurements. The Guckert family business is located in a village on the border between the German Palatine and the French Al- sace, 500 inhabitants. Only a few metres from the “vi- bration street” is the fami- ly’s house, where Hilmar lives with his parents and two younger sisters. A Pala- tine idyll. A life world which could be similar to Helmut Kohl’s. There on a day in June 2010 he folds his arms behind the chair, his gaze glides along the flagpoles on the square before the south- ern entrance of CCD. The separation between private and professional is a long learning process. “When you have been raised as I have, then you do not count working hours.” The young man with the best business administration scores in his polytechnic was rejected by major tour- ist corporations such as LTU, Condor and Necker- mann. The polytechnic was a new type of university, its degree was not yet ac- cepted. He moved around the region without com- plaining, pragmatically like his father. Guckert’s career soon took off in Karlsruhe quite explosively. When his heart and circulation failed him in the town hall his life changed – a breakdown in his mid-30s. “I am happy I had this experience so early and not when I was in my mid-50s.” Today he states, “one does not have to exag- gerate, one just has to keep a hold on it.” He manages with a relaxed, dutiful style, without a great deal of fuss. “You have to know the ritu- als and game rules of pow- er,” explains Guckert almost apologetically. He does not like the limelight. Trav- elling alone around Lake Michigan in his motor home was one of his favourite hol- idays. Enjoying something quietly – he can do that like someone else. “That is the Beckenbauer feeling,” an employee once said about him. He was referring to the football “Kaiser”. In the mo- ment of his greatest success the team captain walked to the centre circle after win- ning the 1990 World Cup in Rome, looked up into the sky and silently watched the firework in the heav- ens. “The most beautiful moments are those when an important event is over,” says Guckert. He enjoys the “the stillness afterwards” more than anyone else. FW Photo:HilmarGuckertDüsseldorfCon- The Beckenbauer in him Hilmar Guckert never thought about working hours throughout his life. Suddenly his body refused – a turning point.Today he can quietly enjoy like another. Seven Centers: Hilmar Guckert, Managing Director, DüsseldorfCongress Veranstaltungsgesellschaft
  • 16. 16 cim »ahead« 4/2010 Abenteuerlust im Rucksack Claudia Delius-Fisher: freundlich, streng. Grundschullehrerin würde zu ihr passen. Doch Backpacker-Urlaube, Bürgerkrieg? Sie überrascht. Seven Centers: Claudia Delius-Fisher, Leiterin, Congress Frankfurt A rbeitsort Mozam- bique, ein Land im Bürgerkrieg – der berufliche Lebenslauf von Claudia Delius-Fis- her klingt an einigen Stellen nach Abenteu- erlust. Das passt nicht unbedingt zum ersten Eindruck, den die Leite- rin von Congress Frank- furt hinterlässt. Kor- rekt, freundlich, aber bestimmt bis streng, so kennen sie die meis- ten, die sie nicht wirk- lich kennen. Frankfurt am Main, ein Freitag im Juli 2010. Die Zif- fern der Anzeigetafel vor dem Messeturm schalten um von 34 auf 35 Grad. Die Zeiger der Uhr in Würfelform be- wegen sich an allen vier Seiten träge auf die vol- le Stunde zu. Brütende Hitze emp- fängt jeden, der sich jetzt vor dem Messe- turm und der Festhalle aufhält. Der Hochsom- mer ist etwas früh dran in diesem Jahr. Banken- hauptstadt, korrekt ge- bundene Schlipse und schwarze Aktentaschen, wohin das Auge blickt. Wäre Claudia Delius- Fisher – wie ursprüng- lich geplant – Grund- schullehrerin geworden, würden heute hier in Frankfurt und Hessen für sie die großen Feri- en beginnen. Doch die Stellen sind rar, nach- dem sie ihr Studium in den frühen 80er-Jahren beendet hat. Sie nimmt es klaglos: „Lamentie- ren, zurückzublicken, das gibt es bei mir nicht – so bin ich nicht auf- gewachsen.“ Sie reist ohne genau zu wissen, was sie erwartet, nach Köln und Bonn auf der Suche nach Stellen im Ausland. Als sie zurück- kommt, hat sie einen Job als Fremdsprachen- sekretärin beim Aus- wärtigen Amt in der Tasche. Zwei Jahre ar- beitet sie zunächst in Bonn. Dann packt sie die Koffer. Nach Mozambique und Sri Lanka verschlägt sie der Job für jeweils zwei Jahre. In beiden Ländern herrscht Bür- gerkrieg. Was sie heute über diese Zeit denkt? „Schatzkästlein“, sagt sie, ihre Augen strah- len. Nach vier Jahren ist es genug. Sie will zu- rück, kündigt den Job, reicht eine Blindbe- werbung bei der Messe Frankfurt ein und er- hält eine Stelle im Pro- tokoll. Für andere da zu sein, für deren Wohlbe- finden zu sorgen, macht ihr Freude. „Mit meiner Arbeit an der Botschaft war ich unterfordert“, sagt sie aber im selben Atemzug. Neben vielen anderen nimmt Rober- to Blanco bei ihr in der ATP-VIP-Lounge Platz. Sie stammt aus einer alteingesessenen Fami- lie in Bielefeld. „Viel- Photo:cim
  • 17. cim »ahead« 4/2010 17 Haus der Möglichkeiten: Das Congress Center Messe Frankfurt dockt direkt an Hotel und Messe an. leicht waren die finan- ziellen Umstände nicht immer blendend, aber in- nerlich ging es uns gut, ich bin mit einem Riesen- garten aufgewachsen“, sagt sie, lächelt. Ihre Her- kunftsfamilie „lebt Tradi- tion und Historie“ – das gibt ihr Rückhalt. Bis heu- te sind Familientreffen im Zwei-Jahres-Rhyth- mus eine feste Einrich- tung. 100 Personen legen zuletzt vom Rheinufer in Köln ab und füllen ein ganzes Schiff. So viel Geschichte ihre Herkunftsfamilie auch hat – ihr privates Eheglück ist fünf Jahre jung. Da C ongress Center Messe Frankfurt: Plenar- kapazität/Plenary capacity: 9.500 Perso- nen/9,500 People +++ Räume/Rooms: 80 +++ Baujahr/Built: 1909/2009 +++ Letzte Renovierung/ Last Renovation: 2010 +++ Veranstaltungen/Events 2009: 97 mit/with 78.000 Besuchern/78,000 Visitors (Congress Frankfurt) +++ Nächster Flughafen/ Nearest Airport: 10 km +++ ICE-Bahnhof/Express Train Station: 1,5 km www.congressfrankfurt.de heiratet sie erstmals. Sie und der Banker Brian Fis- her aus Edinburgh haben sich auf Sansibar kennen gelernt. Er ist mit einem Projekt der Weltbank be- traut, sie verbringt dort ih- ren Urlaub. Seither reisen sie gemeinsam, abwech- selnd nach Afrika und Asi- en. „Die Menschen sind so bezaubernd“, schwärmt sie etwa über Thailand. Dabei liebt es das beruf- lich in der Führungsrie- ge angesiedelte Paar leger und ungezwungen: „Back- packerhotels sind einfach netter, man kriegt leichter Anschluss“, gerät Claudia Delius-Fisher ins Plau- dern. „Wir sind ja nicht dort, weil wir arm sind.“ Als Frankfurt auf Betrei- ben der Verwaltung ein Messekongresszentrum baut, ist sie die einzige im Unternehmen, die in ih- rem Titel das Wort „Kon- gresse“ trägt. „Das war ein Glück für mich.“ Sie bekennt: „Ich hatte am Anfang immer damit gerechnet, dass mir noch jemand vor die Nase gesetzt wird.“ Inzwischen ist sie über 18 Jahre in Amt und Würden. Optmis- mus und ein zupackendes Wesen scheinen ihr in die Wiege gelegt. „Kind, tu’s!“ – das sei der Leitsatz, den ihr die Eltern mitgegeben hätten. „Umwege haben mich sehr viel weiterge- bracht als als jeder direk- te Weg “, blickt sie zurück. Die Diskussionen und Auseinandersetzungen über ein weiteres Kon- gresszentrum in Frank- furt wirken belebend auf sie. Neues, Unbekanntes reizt sie einfach. Wenn es auch nicht immer ein Land im Bürgerkrieg sein muss. FW Photo:CongressFrankfurt
  • 18. 18 cim »ahead« 4/2010 P lace of work, Mozam- bique, a country in the middle of a civil war – some spots in Claudia Delius-Fisher’s CV reveal a lust for adventure. This does not match the initial impression that the head of the Congress Frankfurt makes at first. Proper, friendly, but certainly not strict, is how most of those know her who do not re- ally know her. Frankfurt am Main, a Friday in July 2010. The numbers on the display in front of the fair- ground’s tower move from 34 to 35 degrees, while the cubes on all four sides of the tower’s clocks slug- gishly creep to the hour. She is familiar with the heat from her time in Af- rica. Whoever stops before the tower and the exhibi- tion hall encounters broil- ing heat. Midsummer is a bit early this year. Bank- ing capital, perfectly knot- ted ties, black briefcas- es, wherever one looks. If Claudia Delius-Fisher had become – as original- ly planned – a grammar school teacher, then the summer holidays would have already begun. Yet teaching positions were rare when she finished her university studies in the early 1980s. She accepted this without com- plaining: “Lamenting and looking back do not exist for me – that is not how I was raised.” She travels to Cologne and Bonn without knowing what awaits her, searching for a teaching position abroad. When she returns she has landed a job as foreign language secretary. For two years she works on the shores of the Rhine. Then she packs her bags. The job takes her to Mozambique for two years, to Sri Lan- ka for two more years. A civil war rages there too. What does she think about that period now? “A treasure chest”, she ex- claims, her eyes beaming. After four years she wants to return, quits her job, applies for a position at Messe Frankfurt. She gets a job in the protocol of- fice. Being there for others and making sure they feel comfortable satisfied her. “Too little was demand- ed of me professionally working at the embassy,” she remarks in the same breath. Among many oth- ers singer Roberto Blanco once sat next to her in the ATP VIP lounge. She comes from a old, established family in Bielefeld. “The financial circumstances were may- be not always the best, but inside we were happy, I grew up with a gigantic garden,” she says laugh- ing. Her family of origin “lives tradition and history” – this provides her with support. Biannual family meetings are a fixed event till today. The last time an entire boat was charted to transport the 100 par- ticipants from the Rhine banks to Cologne. For all the history of her family of origin, her own marriage is five years young. She married, for the first time, the banker Brian Fisher from Edin- burgh, whom she met on Zanzibar. He was around working on a World Bank- project, she was on holi- day. Since then they travel together, alternating Asia with Africa. “The people are so en- chanting,” she raves about Thailand. The couple from the executive world likes the informal and the laid- back. “Backpacker hotels are simply nicer, you can more easily make con- tact with people,” remarks Claudia Delius-Fisher. “We are certainly not there because we are poor.” When the management urged Frankfurt to build an exhibition and confer- ence centre, she was the only person whose job title had the word “conference” in it. “I was lucky.” She admits: “At first I always expected that someone would be placed in front of me.” After 18 years of po- sition and authority she does not question her ap- pointment anymore. She seems to have inherit- ed optimism and a hands- on attitude. “Child, just do it!” – that was the prin- ciple that her parents in- stilled in her. “A rounda- bout route has brought me much farther than the di- rect link,” she states, look- ing back. The discussions and argu- ments about a second con- ference centre in Frank- furt have invigorated her. Because what is new and unknown excites her. Al- though it must not always be a country in the middle of a civil war. FW Lust for adventure in a rucksack Claudia Delius-Fisher: friendly, engaging, even strict. She would make a good grammar school teacher. But rucksack holidays, civil wars? She surprises.Photo:CongressFrankfurt Seven Centers: Claudia Delius-Fisher, Director, Congress Frankfurt
  • 19. cim »ahead« 4/2010 19 Roomigami! Planen Sie Ihre Veranstaltung, wie Sie wollen. Und nicht, wie die Umstände es vielleicht zulassen. Sie suchen variable und kombinierbare Räume für Ihre Tagung oder Ihren Kongress – mit Ausstrahlung und perfekter Infrastruktur. Congress Frankfurt bietet Ihnen genau das: ein passgenaues Raumangebot auf dem Gelände der Messe Frankfurt. 80 Kongress- und Tagungsräume mit einer Kapazität von insgesamt 22.000 Plätzen und großzügige Ausstellungsflächen stehen Ihnen zur Verfügung. Dazu Ausstattung, Technik, Personal und Catering. Alles wird individuell und professionell auf Ihre Wünsche abgestimmt. Wann dürfen wir Gastgeber Ihrer Veranstaltung sein? www.congressfrankfurt.de
  • 20. 20 cim »ahead« 4/2010 Inbrünstiger Stratege D ie Aussicht auf hohe Gipfel fasziniert ihn. Wo das Gelän- de unwegsam wird, sich der Schnee schulterhoch türmt, zieht es ihn hin. Nach dem Abitur sattelt er Maultiere bei der Ge- birgstragtierkompanie Mittenwald. Am 1. Okto- ber 1973 – „das Datum habe ich nie vergessen“ – nimmt Edgar im Alter von 19 Jahren den erst- besten Zug von Donau- eschingen im heimatli- chen Schwarzwald nach Mittenwald bei Gar- misch. Dort empfängt ihn ein Alpenpanorama wie aus dem Bilderbuch – das Karwendel liegt in der Abendsonne da – „ein kitschiges Postkartenmo- tiv“, wie er erzählt. „Doch war es wie eine Berufung – hier bin ich richtig, das wusste ich im ersten Mo- ment.“ Das sagt er, und es wirkt so, als könne er es selbst kaum fassen, nun in Hamburg zu sitzen. Wa- terkant, Hafen und Tor zur Welt, topfeben, stei- fe Brise. Es ist die ande- re Seite des Edgar Hirt, der Stillstand schlecht aushalten kann, interna- tionale Begegnung und den Austausch über Lan- desgrenzen hinweg liebt. Er wedelt mit der Mit- gliederliste des Verban- des AIPC – „hier kommt das Know-how her“ – die dort im internationalen Austausch gesammel- ten Erfahrungen sind ein Pfund, mit dem er beruf- lich wuchern kann. Seit drei Jahren steht er dem Weltverband der Kon- gresszentren als Präsi- dent vor, insgesamt neun Jahre ist er im Vorstand dabei. Die Perspektive von oben, das große Gan- ze berauschen und inspi- rieren ihn wie der Blick vom Karwendel ins Tal. Wenn Ziele erreicht sind, wird er ruhelos: „Nach zwölf Jahren wei- terhin in München zu bleiben, wäre mir lang- weilig geworden.“ So er- klärt er den Wechsel vom ICM in München. Dort wurde während seiner Amtszeit neu gebaut, das ICM am Markt etab- liert, eine äußerst erfolg- reiche, erfüllende Zeit. Um so mehr überraschte viele in der Branche der Wechsel nach Hamburg. Emotional geht ihm der Abschied aus München im März 2007 heute noch nahe. Er hatte ein halbes Jahr zwischen den Jobs Zeit für sich und seine Frau Mary, die aus den Niederlanden stammt. Edgar Hirt liebt hohe Gipfel und Ziele, ob in den Alpen oder im Kongress- geschäft. Hamburg fordert ihn heraus. Seven Centers: Edgar Hirt, Bereichsleiter, CCH Congress Center Hamburg Photo:cim
  • 21. cim »ahead« 4/2010 21 Der 2005 eröffnete Erweiterungsbau des CCH lockt Großkongresse. Eine Nord-Süd-Über- querung der Alpen per Mountainbike überbrückt die Zeit, neben regelmä- ßigen Besuchen und Auf- enthalten am neuen Ar- beitsort. Mountainbike- fahren an der Alster, Jog- gen in Blankenese – das ist der Ersatz für das ge- liebte Alpenpanorama. Doch sein Haus in Mün- chen hat er behalten. Bis heute ziehen ihn die schneebedeckten Gipfel zwischen Grenoble, Gar- misch, Bozen und Wien wie magisch an. Edgar Hirt ist ein Strate- ge, der das gesteckte Ziel aber keineswegs kühl, sondern voller Leiden- schaft verfolgt. „Strate- gisch zu denken, habe ich beim Bund gelernt.“ Das Kühle liegt ihm weniger. Kühl war es in Düssel- dorf, nicht meteorologisch gesehen, doch wurde er mit der Mentalität nicht recht warm, war es auch beruflich eine erfolgrei- che Zeit als Projektleiter beim VDI, für den er gro- ße Kongresse plant und umsetzt – mittendrin im operativen Geschäft. Die direkte Ansprache und Art sind seine Stärken, die Dinge beim Namen zu nennen, dabei aber doch nach einem klaren Plan zu handeln – das braucht es nicht nur auf Veran- stalterseite wie beim VDI. Marketingkonzep- te sauber zu budgetieren und durchzuplanen, da- von schwärmt er. Raum zur kreativen Entfaltung, aber hinter den Kulissen perfekte Lo- gistik, kurze Rüstzeiten – das will er den Kun- den bieten. Das CCH, jahrzehntelang ein deut- scher Top Player im Kon- gresswesen, wartet der- zeit noch auf Mittel zur weiteren Renovierung. Denn das CCH ist seit einer Erweiterung 2005 quasi zweigeteilt. Hirt spricht ungern von Alt- bau und Neubau. Kunden zeigt er stattdessen lie- ber „West-“ und „Ostflü- gel“. Ebenso leidenschaft- lich kämpft er gegenüber den Ansprechpartnern in der Kommunalpolitik um konkurrenzfähige Be- dingungen für sein CCH – um Räume, die seine Kunden zu Begegnung und Austausch anregen und so die Bildungsren- dite von Tagungen und Events sicherstellen. Im- mer und immer wieder die Marktmechanismen im Kongressgeschäft zu erklären, die immer wie- der wechselnden An- sprechpartner in der Poli- tik zu beraten, dabei wird Edgar Hirt nicht müde. Denn eine gute Verkehrs- anbindung wie die des CCH am Dammtor mit ICE-Bahnhof direkt vor der Haustüre genügt als Alleinstellung längst nicht mehr. „Anleiten, mitreißen, überzeugen.“ Mit diesen Qualitäten verfolgt er sein nächstes großes Ziel: Eine Revita- lisierung des Ostflügels, damit sich das CCH im Ganzen wieder in einheit- licher Optik präsentiert. Dies könnte dabei helfen, mehr Weltkongresse nach Hamburg zu holen – ein weiteres Ziel von Edgar Hirt. Hat er diese Gipfel erklommen, war- ten München, seine Frau Mary. Vor allem aber: die Alpen. FW C CH Hamburg: Plenarkapazität/Plenary capacity: 3.000 Personen/3,000 People +++ Räume/Rooms: 23 von/from 36 bis/to 7.000 qm/7,000 sq. m. +++ Baujahr/Built: 1973 +++ Letzte Renovierung/Last Renova- tion: 2006 +++ Veranstaltungen/Events 2009: 276 mit/with 336.480 Besuchern/336,480 Visitors +++ Umsatz/Turnover 2009: 10,3 Mio. Euro +++ Nächster Flughafen/Nearest Air- port: 8,8 km +++ ICE-Bahnhof/Express Train Station: 0,5 km www.cch.de Photo:CCH
  • 22. 22 cim »ahead« 4/2010 T he view from the high peaks fascinates him. He is drawn to where the ground becomes rough, the snow shoulder high. After his school-leav- ing examination he sad- dled mules at the moun- tain pack animal company Mittenwald. On 1 October 1973 – “I have never for- gotten the date” – Edgar takes the first train he can catch from Donau- eschingen in his Black Forest homeland to Mit- tenwald, near Garmisch. There he is greeted by an Alpine panorama out of a coffee table book: The Karwendel mountain range lies in the evening sun like “a kitschy post- card motive”, he recalls. “It was my vocation – this is where I belong, I knew that right away.” He says this and it is as though he can hardly be- lieve it himself that he is now in Hamburg. The North German coast, port and gate to the world, flat like a pancake, stiff winds. This is another side of Edgar Hirt, who does not fancy a standstill, but loves international move- ment and the exchange of ideas across national bor- ders. He waves the mem- ber list of the AIPC as- sociation – “this is where we get our know-how” – the experience collect- ed there in dialogue with international partners is a trump card he can em- ploy in his profession. For three years now he has led the global association of conference centres as its president, has been on its board for nine years. The perspective from the top, the whole thing, ex- hilarate and inspire him just like the view from the Karwendel over the valley. When goals are achieved he gets restless. “To re- main in Munich after twelve years would have become boring for me.” His explanation of why he left the ICM Munich. During his tenure new construction was carried out at the ICM, it was es- tablished on the market, a truly successful, fulfill- ing period. The move to Hamburg therefore sur- prised many in the indus- try. The departure from Munich in March 2007 still remains an emotional memory. Between the po- sitions he took a half year off for himself and his wife Mary, who comes from the Netherlands. Cross- ing the Alps from north to south on a mountain bike filled his time, as well as regular visits and stays at the new job. Riding his mountain bike around the Alster lake, jogging in Blankenese – this is his substitute for his beloved Alpine panorama. Nev- ertheless he has kept his home in Munich. Even today the snow-capped peaks between Greno- ble, Garmisch, Bozen and Vienna attract him like magic. Being a strategist, Hirt follows his planned path with passion, not cool cal- culation. “I learned to think strategically in the army.” He does not like coolness. And cool it was in Düsseldorf, not me- teorologically, rather he did not take to the men- tality there, although his time there as project head at VDI was also a suc- cess professionally. His strengths are direct com- munication and a direct manner, calling a spade a spade, yet acting ac- cording to a clear plan. A space for creative devel- opment, but behind the scenes perfect logistics, short set-up and take- down times, this is what he wants to offer custom- ers. The Congress Center Hamburg (CCH), for years a top player in the Ger- man conference industry since its inauguration in 1973, is presently waiting for funds for further reno- vation. Since the expan- sion in 2005 the CCH has been divided in two. Hirt likewise fights with pas- sion with the municipal authorities for competitive conditions for the his CCH – for rooms that inspire the exchange of ideas and encounters among his cus- tomers, that employ all the technical possibilities that ensure knowledge yields of conferences and events. Having to explain again and again the mar- ket mechanisms in the conference industry, hav- ing to continually consult the responsible people in politics, does not tire Hirt. Good transportation con- nections such as the CCH has at Dammtor with the ICE high speed train sta- tion directly in front of the entrance do not suf- fice anymore as a unique selling point. “Instructing, inspiring, convincing”. With these qualities he is following his next major goal: the renovation of the East Wing, so that the entire CCH will look as one. This could help to draw more world confer- ences to Hamburg – an- other goal. Once he has climbed this mountain then Munich and his wife Mary wait for him. But above all: the Alps. FW The full-blooded strategist Edgar Hirt loves lofty peaks and goals, whether in the Alps or in the conference industry. Hamburg challenges him. Photo:CCH Seven Centers: Edgar Hirt, Division Manager CCH Congress Center Hamburg
  • 23. cim »ahead« 4/2010 23 Happy to serve you! Phone +49 40 3569-2222 info@cch.de · www.cch.de Turning Ideas into Success • 10,000 sq.m. of exhibition space plus additional seating for a total of 12,500 persons • New multifunctional exhibition hall • Spectator events for up to 6,000 persons • Prize-winning, state-of-the-art audio and event technology • Optimal city-centre location adjoining trade fair grounds • ICE high-speed train station Hamburg-Dammtor on the doorstep CCH – Congress Center Hamburg
  • 24. 24 cim »ahead« 4/2010 Event-Hansdampf mit Schlips Dat is kölsch“, stellt Bernhard Conin in rheinischem Sing- sang fest. Der Ge- schäftsführer von Köln- Kongress springt am ei- nen Ende des Chefbüros auf und eilt mit großen, schnellen Schritten her- an, um seinem Besucher die Hand zu schütteln. Die gefühlten 60 Qua- dratmeter des Riesen- Raumes füllt Conin mit seiner Präsenz mühelos. „Ich sehe mich als Bezie- hungs-Manager“, meint er über sich. Auf 1.200 ei- genständige Veranstal- tungen im Jahr bringt es die KölnKongress GmbH durchschnittlich – bei je- der einzelnen versucht Bernhard Conin vor Ort zu sein. „Der Kunde muss mich wahrnehmen.“ Gera- de steht eine Gothic-Par- ty mit Tausenden Grufties im Programm eines seiner zehn Veranstaltungshäu- ser. Was anderswo mittel- schwere politische Diskus- sionen um Außenwirkung und Imagefragen auslö- sen würde, interessiert in Köln niemanden – so lan- ge alle ihren Spaß haben. „Leben und leben lassen, dieses kölsche Motto, habe ich mir durchaus zu ei- gen gemacht, das ist mir sympathisch.“ Sein Erfolg im Veranstaltungs- und Eventgeschäft ergibt sich jedoch gerade aus der kla- ren Unterscheidung zwi- schen Lockerheit und ab- soluter Zuverlässigkeit in Geschäftsdingen. „So et- was Schloddriges“, wie er sagt, könne sich im Event- geschäft kein Organisator leisten. Die Balance gelingt Bern- hard Conin von Anfang an. Froh- schlägt niemals in Leichtsinn um. In jun- gen Jahren legt er als Discjockey auf, kauft im- mer mehr Technik zu, leiht sich Geld bei den El- tern, reinvestiert erste Event-Erlöse. Zum Plat- tenspieler kommen bald Mischpult, größere Laut- sprecher, und vor allem: Platten, von Bee Gees über Abba, Stones bis hin zu den Beatles, die da- mals die Charts dominie- ren. Noch heute stapeln sich bei Conin 2.500 Sin- gles im Keller. Als „mo- bile Disco“ tingelt er in den Siebzigern mit einem Kumpel von Jugendhaus zu Jugendhaus. Der Ge- schäftssinn erwacht. 9,99 D-Mark setzen sich als Energisch, geschäftstüchtig, jeck: Bernhard Conin schafft den Spagat auf kölsche Art. Photo:KölnKongressGmbH
  • 25. cim »ahead« 4/2010 25 Seven Centers: Bernhard Conin, Geschäftsführer, KölnKongress GmbH Der Messeboulevard verbindet Ost- und Nordteil des Kongressbereichs. Eintrittspreis seiner Veranstaltungen durch. Seine damalige Freundin beklebt vor jedem Disco- Abend die Eintrittskarten mit einzelnen Pfennigstü- cken, um einen reibungs- losen Ablauf an der Kasse zu gewährleisten. Tadellos ist die Perfor- mance beim Aufbau und in der Veranstaltungs- Durchführung, „Auf uns war immer hundertpro- zentig Verlass“, bekräftigt Conin. In den ersten zehn Jah- ren als Messe-Mitarbei- ter bolzt er jährlich 600 Überstunden, beziffert er exakt. Er hat sich von der Sachbearbeitung bei der Messe Köln und ein BWL-Studium bis zur Ge- schäftsführung der Kongress-Sparte hochge- dient. Mit 45 werden die Be- lastungen so stark, dass Bernhard Conin einen Ausgleich sucht – „du musst wat für Dich tun“, beschließt er. Hätte er da nicht mit Laufen angefan- gen, würde er heute 120 kg wiegen, glaubt Conin und setzt jeck hinzu: „Ich wäre doch jeplatzt!“ Noch heute klingelt täg- lich um 5.20 Uhr der Wecker, geht es mit Ehe- frau Elisabeth raus auf die Joggingstrecke. Drei von vier Kindern sind gleichfalls im Veranstal- tungsgeschäft gelandet – „wir haben das in den Genen“ – ebenso wie die Geselligkeit. Die Kölner Gesellschaft ist Bernhard von kleinauf vertraut. Sein Vater war politisch hoch beamtet. „Köln war für mich immer Heimat“ – das Familiä- re schätzt er am „größten Dorf Deutschlands“. Drei Geschwister hat- te er daheim, seine Frau ebenso, vier Kinder haben sie groß gezogen. Das soziale Gespür kann er in seiner Funktion mehr als gut gebrauchen. Das Bodenständige, aber auch Lebenslustige bis Anar- chische im Kölner Wesen drückt sich bei Conin in C ongress-Centrum Koelnmesse: Plenarkapa- zität/Plenary capacity: 9.600 Personen/9,600 People +++ Räume/Rooms: 40 von/from 22 bis/to 3.297 qm/sq. m. +++ Baujahr/Built: 1977/2006 +++ Veranstaltungen/Events 2009: 1.232 mit/1,232 with 290.000 Besuchern/290,000 Visitors (KölnKon- gress GmbH) +++ Umsatz/Turnover 2009: 10,9 Mio. Euro (KölnKongress GmbH) +++ Nächster Flughafen/ Nearest Airport: 14,6 km +++ ICE-Bahnhof/Express Train Station: 1,1 km www.koelnkongress.de der oftmals beiläufig eingeworfenen Frage aus: „Bist Du jeck?“ Das ist unter Kölnern natürlich rein rhetorisch gemeint. Conin wird in der Kartei von 21 Karnevalsvereinen als Ehrenmitglied geführt. Köln zu verlassen, mit diesem Gedanken trägt er sich nur einmal. Mit 35 will er seinen Marktwert testen, informiert seinen Vorgesetzten. Der stellt ihm einen Posten in der Geschäftsführung in Aussicht. Viel Überre- dungskunst braucht es nicht. Ob er tatsächlich Köln verlassen hätte? Conin zuckt mit den Schultern. „Bist Du jeck?“, müsste er klischeegemäß antworten. Doch der 56-Jährige sagt: „Ich glaube nicht“, und lo- ckert mit einer Hand wie beiläufig seinen Krawat- tenknoten. FW Photo:KölnKongressGmbH
  • 26. 26 cim »ahead« 4/2010 Name Nachname, Name der MesseName Nachname, Name der Messe That is Cologne,” exclaims Bern- hard Conin in his Rhenish sing-song. The Managing Director of “KölnKongress” jumps up at the end of his office and rushes over with large, quick steps to shake his visitor’s hand. Conin easi- ly fills the entire perceived 60 sq. metres of his giant office with his presence. “I see myself as a rela- tionship manager,” he de- scribes himself. Each year “KölnKongress” organizes 1,200 proprietary events – and Bernhard Conin tries to be present on-site at each one of them. “The customer has to see me.” At present the programme of one his ten event ven- ues features a Gothic party with thousands of black-clad Goths. What anywhere else would spark off a moder- ately serious political dis- cussion about issues of public image does not in- terest anyone in Cologne – as long as everyone has fun. “Live and let live; the traditional Cologne mot- to has truly become one of my own principles and I like that.” His success in the conference and event industry however results from the clear distinction between necessary relax- edness and absolute relia- bility in business matters. “Sloppiness”, he states, is something that no or- ganiser in the event busi- ness can afford. Achiev- ing the balance from the beginning, cheerfulness never turned into careless- ness. In his youth he spun records as a DJ, bought more and more equip- ment, borrowed money form his parents, reinvest- ed his event profits. Start- ing out with a record play- er, he soon a mixing board, bigger loudspeakers and above all records, from the Bee Gees to Abba, from the Stones and Donovan to the Beatles, the lead- ers of the charts at that time. Even today he still has 2,500 singles in his basement. Together with a friend he played one youth centre after another with their “mobile disco”. His business sense developed. Conin was able to impose an admission charge of 9.99 Marks for his events. His girlfriend at the time taped a one penny coin to each admission ticket be- fore each disco evening, in order to guarantee a smooth operation at the box office. The first envi- ers vilified Conin and his friends as the “tie frac- tion”. As impeccable as the performance was in set-up and in holding the event, was the clothing and manners of the young business people. “We were always 100 percent reli- able,” emphasises Conin. In his first ten years as Managing Director he put in more than 600 overtime hours. He worked his way up from the clerical of- fice of Messe Köln to the management of the confer- ence division. In between he managed to earn a de- gree in business adminis- tration. When he turned 45 the strain became more so he felt he had to work out. “You have to do something for yourself”, he decid- ed. If he had not begun to jog, then he would weigh 120kg today, believes Con- in. “I would have explod- ed!” he adds vividly. At 5:20 am his alarm still rings every day and he goes running with his wife Elisabeth. Three of his four children have also entered the event indus- try, “we must have it in our genes” – just like the friendliness. Bernhard has been familiar with Co- logne’s society since he was a child. His father was politically highly po- sitioned. “Cologne has al- ways been my home”, he appreciates the emphasis on family in “Germany’s largest village”. The fam- ily raised four children. And he can definitely use this in his job. The down- to-earth quality, but also the zest for life and even the anarchic character of the typical Colognian is expressed by Bernhard Conin in the question he often casually throws in: “Are you mad?” Among Cologne inhabit- ants it is of course meant rhetorically. The Manag- ing Director of “KölnKon- gress” is listed in the records of 21 carnival as- sociations as an honor- ary member. Only once did he ever consider leav- ing Cologne. When he was 35 Conin wanted to test his market value and in- formed his superior, who offered him a position in the executive management in order to keep him. He did not need to twist his arm. Did he really want to leave Cologne? Conin shrugs his shoulders. “Are you mad?” is the cliché he should answer with. In- stead the 56 year old says, “I do not think so.” Then he casually relaxes the knot of his tie with one hand. FW Event jack-of-all-trades with a tie Energetic, enterprising, a reveller: Bernhard Conin balances them in Cologne style. Photo:KölnKongressGmbH Seven Centers: Bernhard Conin, Managing Director, KölnKongress GmbH
  • 27. cim »ahead« 4/2010 27KölnKongress | fon +49 2 21 . 8 21 - 21 21 | www.koelnkongress.de raum f ü r v i s i o n e n Träume. Ziele. Zukunft. Ideen und Innovationen. Visionen wollen kommuniziert werden. Sollen überzeugen. KölnKongress bietet Know-how und Service, der Erfolge produziert.
  • 28. 28 cim »ahead« 4/2010 Hoch hinaus I n langen, schnellen Schritten läuft Andrea Bisping durch das Foyer des ICM in Mün- chen. Heute ist wenig Betrieb im Internationa- len Congress Centre. Hier und da zeigen sich Ange- stellte auf den Fluren. Der Boden glänzt kühl, Andrea Bisping strahlt Wärme und Offenheit aus. Die meisten Zahlen über „ihr Kongresshaus“ hat sie im Kopf, was man nach zweieinhalb Jahren nicht von jedem Chef erwarten könnte. Zielstrebig geht sie auf Saal 1 zu, öffnet die Türe und sagt: „Das ist mein Lieblingssaal, wunder- schön!“ Ihr Blick schweift durch den Raum. Ob sie in Gedanken schon die nächste Veranstaltung durchspielt? „Der Saal hat eine große, profess- ionelle Bühne und einen richtigen Konzertgra- ben“, listet sie Verkaufs- argumente auf. Sowohl Modenschauen als auch Konzerte finden hier eine angemessene Bühne. „Der Raum ist unglaub- lich flexibel und kann schön inszeniert werden“, preist sie die Flächen für bis zu 1.430 Besucher, fast klingt es nach einer Liebeserklärung. Nicht nur in solchen Momenten verrät An- drea Bisping viel über ihren beruflichen Wer- degang. Als sie auf den Chefinnensessel des gro- ßen, öffentlichen Kon- gresszentrums der baye- rischen Hauptstadt wech- selt, sitzt sie plötzlich auf der anderen Seite des Schreibtischs. Zuvor war sie für Vok Dams tätig – die Agenturwelt wird von manchen als Hai- fischbecken beschrieben. Dort hat sie Biss gezeigt. Ständig als Dienstleister gefordert, hohe Ansprü- che der Kunden erfüllen, im Konkurrenzkampf mit anderen Anbietern seinen Mann stehen. Oder aber mit weiblicher Umsicht dranbleiben, dicke Bret- ter bohren – das kann die gelernte Schreinerin wie keine andere. In die- ser Zeit lernt sie das ICM als Kundin kennen. „Mei- ne Event-Erfahrung ist unglaublich wichtig. Ich weiß, was auf einer Bühne passiert.“ Das Berufsleben von Andrea Bisping beginnt jedoch ganz anders. Die Ärmel hochzukrempeln, anzupacken und sich durchzubeißen in einer Männerdomäne – das lernt sie früh. Mit dem Realschulabschluss in der Tasche wendet sie Ex-Schreinerin Andrea Bisping bastelte bei Vok Dams an der Karriere. Die ICM- Chefin profitiert vom Perspektivwechsel. Seven Centers: Andrea Bisping, Leiterin, ICM München Photo:ICMMünchen
  • 29. cim »ahead« 4/2010 29 Besondere Kulisse: Das ICM liegt zwischen Messe und Wasser. sich dem Handfesten zu. „Weil ich gerne arbei- ten wollte“, sagt sie ge- rade heraus. Sie taucht in einen Beruf ein, der für Mädchen und Frauen vor Jahrzehnten fast un- denkbar gewesen wäre. Andrea Bisping lernt mit Holz umzugehen. „Heute ist das kein reiner Männerberuf mehr“, sagt sie. Doch als 15-Jährige gibt es gerade noch zwei weitere Mäd- chen in ihrer Berufschul- klasse. „Die Jungs wa- ren aber alle sehr koope- rativ“, sagt sie über ihre Berufsschulkameraden, leichte Ironie schwingt mit. „Ich habe schon viel mit Männern gearbeitet. Ich finde das interessant, weil sie anders sind. Man ergänzt sich einfach gut.“ Den Schreinerberuf übt sie nie aus. Stattdessen absolviert sie ihr Facha- bitur in Bautechnik. Bi- sping schreibt sich an der Universität für Archi- tektur mit den Schwer- punkten Bauphysik und CAD ein. Sie bricht vor- zeitig ab und sattelt um auf BWL und internatio- nales Management. Heu- te kann sie die techni- schen Kenntnisse gut ge- brauchen: „Ich kann eine CAD-Karte auf dem Kopf lesen.“ Als Anfang 2008 bekannt wird, dass sie an die Spitze des Internatio- nalen Congress Centre Münchens (ICM) rückt, kann sie es „kaum er- warten, anzufangen“, be- schreibt sie ihre Gefüh- le. Wieder ein Sprung ins kalte Wasser. Lediglich ein halbes Jahr hat sie Zeit, dann steht die ers- te Mammutveranstaltung vor der Tür: Der Kardio- logenkongress tagt zum zweiten Mal in der baye- rischen Landeshaupt- stadt – 30.000 Teilneh- mer werden erwartet. Das Team und Andrea Bisping stemmen das Großereignis souverän. Die Kardiologen kommen 2012 gerne wieder. Melancholie überfällt die ICM-Leiterin nur, wenn eine Veranstaltung vor- bei ist, und „der Abbau so schnell geht“. Ihre Kraft schöpft sie aus sich selbst, sagt sie. „Wenn man das vollkommene Ergebnis sieht, das ist schon toll.“ Alles, was mit Technik zu tun hat, lässt ihr Herz höher schlagen. Andrea Bisping verhält sich auch bei ihren Hob- bies planvoll, der Kon- kurrenz möglichst einige Züge voraus: Sie spielt leidenschaftlich Schach. „Jede Partie ist anders. Aber man sollte trotzdem eine Strategie haben“, rät sie. „Das ist fast wie in meinem Job. Hier sieht kein Tag aus wie der andere“, stellt sie nüch- tern, aber zugleich ver- gnügt fest – ihr Lächeln erobert sicher nicht nur Kundenherzen im Sturm. In ihrer Freizeit sucht die 42-Jährige auch das Abenteuer. Rafting und Mountainbiking reizen sie. Es geht aber noch hö- her hinaus: Fallschirm umgeschnallt, hinein in den Flieger, über die Wol- ken – freier Fall! Das muss aber nicht immer sein. Entspannen kann Bisping bei einem Glas Wein mit Freunden oder im Biergarten. Beruflich fürchtet sie keinen Absturz: „Medizi- nische Kongresse möchte ich gerne mehr haben. Die haben An- spruch.“ Es geht immer noch höher hinaus. JH Photo:ICMMünchen I CM München: Plenarkapazität/Plenary capacity: 3.000 Personen/3,000 People +++ Räume/Rooms: 37 von/from 60 bis/to 2.730 qm/2,730 sq. m.+++ Baujahr/Built: 1998 +++ Letzte Renovierung/Last Renovation: 2010 +++ Veranstaltun- gen/Events 2009: 136 mit/with 130.000 Besuchern/130,000 Vi- sitors +++ Umsatz/Turnover 2009: 8,9 Mio. Euro +++ Nächster Flughafen/Nearest Airport: 45,1 km +++ ICE-Bahnhof/Express Train Station: 11,7 km www.icm-muenchen.de
  • 30. 30 cim »ahead« 4/2010 W ith long, quick steps Andrea Bisping strides through the lobby of the ICM in Mu- nich. The International Congress Centre (ICM) is not very busy today. Em- ployees can be seen here and there along the cor- ridors. The floor is coolly reflec- tive, Bisping radiates warmth and openness. She has the figures about “her conference centre” in her head, something you cannot expect from every director after two and a half years in office. She purposefully goes to Hall 1, opens the door and says, “this is my favourite hall, wonderful!” She looks across the hall. Is she al- ready mentally preparing the next event here? “This hall has a professional stage and a true orchestra pit,” she says. “The hall is incredibly flexible and can be staged very beautiful- ly.” It almost sounds like a declaration of love. Not only in this moment does Bisping reveal much about her professional his- tory. When she switched to the director’s chair of the ICM, she found herself suddenly on the other side of the desk. Before she had worked for Vok Dams – the world of agencies is described by some as a pool full of sharks. There she proved she could bite too. Constantly challenged as a service provider, ful- filling the strenuous de- mands of clients, standing one’s ground in fierce com- petition with other agen- cies. During this period she became acquainted with the ICM as a custom- er. “My event experience is very important. I know what happens on a stage.” Andrea Bisping’s profes- sional life however began very differently. Rolling up her sleeves, tackling the job and biting through a man’s world – she learnt this early on. With a mid- dle school certificate in her pocket she decided to turn to something more manual. “Because I want- ed to work,” she explains frankly. She entered a pro- fession that decades ago would have been unthink- able for girls. Bisping learnt to work with wood. “Today it is no longer sole- ly a man’s world,” she says. But the 15 year old is only one of three girls in her entire vocational school class. “The boys however were all very co- operative,” she says about her fellow vocational school pupils, with a touch of irony. “I have worked a lot with men. I find it in- teresting, because they are different. One can com- plement each other well.” She never gets to work as a carpenter. Instead she obtains an advanced vo- cational certificate in con- structional engineering. Bisping enrols at the uni- versity in the architecture department, specialising in structural physics and CAD. She leaves architec- ture before finishing and switches to business ad- ministration and interna- tional management. Now- adays she can well use the technical knowledge – “I can read an upside-down CAD card.” “I could hardly wait to begin,” she says, describ- ing her feelings when at the beginning of 2008 it became known that she would take over the direc- torship of the ICM. Once again a plunge in at the deep end. She had only half a year before the first mammoth event. The car- diology congress convened for the second time in Mu- nich, 30,000 participants were expected. The team and Andrea Bisping man- aged the event with ease. The ICM director is only melancholy when an event is over, and “the take- down is over so quick- ly.” She draws her ener- gy from within herself. “When you see the end result, then it is great.” Everything that has to do with technology makes her heart beat faster. She also likes to plan in her leisure time, always one move ahead of the competition. She plays chess passionately. “Each game is different. But you should have a strategy,” she advises. “Chess is al- most like my job. Each day is different,” she says soberly, but at the same time with pleasure. Her smile conquers not just the hearts of customers by storm. The 42-year-old looks for adventure out of office too. Rafting and mountain bik- ing thrill her. But she also goes higher: straps on a parachute, gets in a plane, flys over the clouds – and jumps out! Not all of the time of course. Bisping also relaxes with a glass of wine with friends or in a beer garden. She does not fear a profes- sional fall. “I would like to have more medical con- gresses. They are demand- ing.” She is always aiming higher. JH Aiming high Former carpenter Andrea Bisping worked on her career at Vok Dams.The ICM head profits from the change of perspective. Photo:AndreaBisping Seven Centers: Andrea Bisping, Director ICM Munich
  • 31. cim »ahead« 4/2010 31 Internationality decides. Expertise wins. ICM - International Congress Centre Munich Connecting Global Competence � 20 rooms with up to 3,000 seats � 8,000 sqm exhibition space � Media hall for an additional 6,000 people www.icm-muenchen.com
  • 32. 32 cim »ahead« 4/2010 Langer Atem Frische Eleganz: Das neue Kongresszentrum ICS am Flughafen. Seven Centers: Stefan Lohnert, Bereichsleiter ICS/Gastveranstaltungen, Prokurist, Messe Stuttgart Ich bin in einem Elternhaus groß geworden, das von Blechblasmu- sik erfüllt war“, erzählt Stefan Lohnert, lacht. Der Großvater spielt Trompete, der Vater ist Profi-Posaunist, eben- so der Großonkel. Stefan „rutscht noch eine Okta- ve tiefer“ und will eben- falls Berufsmusiker wer- den, sein Leben lang die Tuba blasen. In seiner Bundeswehrzeit spielt er im Stabsmusikkorps zur Amtseinführung von Richard von Weizsäcker. Doch „das High-End-Sta- dium“ beim Tubaspie- len habe er nie erreicht, räumt der studierte Mu- siker nüchtern ein. In sei- ner Ausbildung verbringt er täglich „vier Stunden“ am Instrument – „min- destens“, musikalischer Hochleistungssport. „Ich liebe das Gefühl, auf der Bühne zu stehen, den Ap- plaus zu hören.“ Der 47-Jährige sitzt im Juli 2010 ruhig an einem Tisch im Messe-Verwal- tungsgebäude. Im Hinter- grund zeichnet sich durch die Glasfront das Park- haus mit dem „Bosch“- Schriftzug ab. So nüch- tern Stefan Lohnert auch darüber sprechen kann – als er seinen letzten Job kündigt, ist er menschlich schwer enttäuscht. Im Böblinger Congress- Centrum vor den Toren Stuttgarts managt er mit Unterbrechung insgesamt sieben Jahre lang ein Bau- Ensemble aus Stadthalle mit Konzert-Saal, ein paar kleinen Kongresssälen – sowie einer „Sporthal- le“. Diese wird allerdings hauptsächlich als Kon- zerthalle wie auch als TV- Studio für große Produk- tionen wie „Wetten, dass“ genutzt, und für kleine- re Messen. Nur ist sie in die Jahre gekommen und stark renovierungsbedürf- tig. Böblingen, Standort von IBM und HP, schlit- tert 2006 in eine veritab- le Haushalts-Krise. Ein Notbeschluss wird ge- fasst: kurzerhand wird der eratzlose Abriss der Sport- halle beschlossen. Stefan Lohnert wird vor vollen- dete Tatsachen gestellt. „Damit hat man der Ge- sellschaft die Cash Cow geschlachtet.“ Er kündigt sofort. Sohn Noah, sein erstes Kind, ist gerade zur Welt gekommen. „Ich hät- te lieber Windeln gewech- selt als mir das einen Tag länger anzutun.“ Die Abriss-Geschichte und der brüskierte Geschäfts- führer Lohnert gehen in Stuttgart und der Region tagelang durch die Presse. Mehrfach klingelt darauf- hin das Telefon. Es sind Jobangebote. Unter diesen Anrufen erfährt er von der frei werdenden Stelle des Leiters des neu entstehen- den Internationalen Con- gress Center der Messe Stuttgart. Als er den Vertrag un- terschrieben hat, pilgern Neugierige schon in Scha- ren zur Großbaustelle der neuen Landesmesse mit Kongresszentrum ICS. Sie nehmen an öffentli- chen Baustellen-Führun- gen teil. Als Stefan Loh- nert zum ersten Mal im Rohbau steht, ist er be- eindruckt, empfindet „Re- spekt vor der Aufgabe“. „Viele waren skeptisch, ob Stuttgart großforma- tiges Kongressgeschäft stemmen kann.“ Lohnert und sein Team belehren die Öffentlichkeit und die Konkurrenz schnell eines Besseren. Der transparen- te Bau, Glas und Stahl, wohin das Auge blickt, kommt auch bei den Kun- Photo:ICSMesseStuttgart
  • 33. cim »ahead« 4/2010 33 I CS Stuttgart: Plenarkapazität/Plenary capacity: 5.000 Personen/5,000 People +++ Räume/Rooms: 24 von/from 11 bis/to 4.933 qm/4,933 sq. m. +++ Baujahr/Built: 2007 +++ Veranstaltungen/Events 2009: 127 mit/with 62.000 Be- suchern/62,000 Visitors +++ Umsatz/Turnover 2009: 4,1 Mio. Euro +++ Nächster Flughafen/Nearest Airport: 200 m +++ ICE-Bahnhof/Express Train Station: 14,4 km www.ics-stuttgart.de Stefan Lohnert wollte einst Profimusiker werden. Die große Bühne wird ihm in seiner Heimat Stuttgart auf andere Weise zum Beruf. den an. Offenheit aus- zustrahlen, dabei unauf- dringlich und elegant zu wirken, das sagen viele auch Stefan Lohnert nach. Der Schwenk von der Be- rufsmusik zur Organisa- tion von Konzerten, Kul- tur-Events und schließlich Kongressen in seiner Vita vollzieht sich allmählich, durchaus schmerzhaft. Ein rationales, kaufmän- nisches Gespür schwingt bei aller spürbarer Eu- phorie für die Musik bei Stefan Lohnert immer mit. Nach dem Studium an der Musikhochschu- le Köln gibt sich Lohnert genau zwei Jahre, um be- ruflich Fuß zu fassen im Kunst- und Musikbetrieb. Er übernimmt einen Job im Musikfachhandel, be- dient frühere Kommilito- nen, die bereits in einem Berufsorchester unterge- kommen sind. „Das war psychologisch schwierig.“ Nach Ablauf der zwei Jah- re ohne Aussicht auf Fest- anstellung in einem Or- chester schreibt er sich für den neuen Studiengang „Kulturmanagement“ an der PH ein. Er wird Kul- turamtsleiter einer klei- nen Gemeinde. Die Tuba rührt er nicht mehr an. Dafür hat er bis heute sein Repertoire um Stü- cke auf der steirischen Quetschkommode erwei- tert (siehe Foto S. 34). Die klingt, als würde sie „grunzen und schmatzen“, beschreibt Lohnert und schwärmt von den „wun- derschönen Bässen“. „Als Blasmusiker ist man ja auch an der Volksmusik immer nahe dran“, erklärt der frühere Tubist. Beruf- lich bespielt Stefan Loh- nert heute eine andere, größere Bühne mit ganz anderem Publikum. Heu- te ist sein langer Atem als Frontmann des Bereichs Gastveranstaltungen und Kongresse in seiner Hei- matstadt erst richtig ge- fragt auf der eindrucks- vollsten Bühne, die Stutt- gart dafür je hatte. FW Photo:ICSMesseStuttgart
  • 34. 34 cim »ahead« 4/2010 Name Nachname, Name der Messe I grew up in a household that was full of brass music,” recalls Stefan Lohnert laugh- ing. Grandfather played the trumpet, father was a professional trombonist, just like great uncle. Ste- fan “went down an octave” and also wanted to become a professional musician and blow a tuba his whole life long. During his period of service in the army he played in the music corps, for example during the in- auguration of President Richard von Weizsäcker. Although he finished his degree in music, Lohn- ert thoughtfully admits that he never reached the “high-end level” of tuba technique. During his studies he practised “at least four hours daily” on his instrument. High per- formance musical sport. “I love the feeling of stand- ing on the stage and hear- ing the applause.” The 47 year old sat qui- etly at the meeting table in July 2010 at the Messe Stuttgart fairground. As soberly as Stefan Lohn- ert can talk about it now, he was very disappointed when he left his last job. For seven long years he managed the Congress- Centrum Böblingen on the outskirts of Stuttgart, a complex consisting of an exhibition hall with con- cert hall, a pair of small conference rooms and a “sports hall.” The lat- ter was primarily used as a TV studio for large TV productions such as the popular “Wetten, dass…” [You bet!], as well as for concerts and smaller ex- hibitions. By then how- ever the sports hall had grown old and badly need- ed renovating. Böblingen, where IBM and HP are lo- cated, faced a budget cri- sis in 2006. An emergen- cy resolution was drafted and the hall given short shrift. The demolition of the sport hall was quickly agreed on. Stefan Lohn- ert was presented with a fait accompli. “The resolu- tion removed the basis of my business.” He quit im- mediately. His son Noah had just been born. “I would rather change dia- pers then have to put up with that treatment one more day.” The story of the demo- tion and rebuffed Manag- ing Director Lohnert was carried by the press in Stuttgart and the region for days. His telephone rang often. With job offers. During one of the calls he found out that the head of the Stuttgart conference centre was about to leave. While he signed the con- tract curious inhabitants from Stuttgart already journeyed to the giant con- struction site of the new regional exhibition centre including the ICS confer- ence centre next to Stutt- gart’s airport. They took part in the public tours of the site. Lohnert felt “re- spect for the undertak- ing”. “Many were scep- tical whether Stuttgart could deal with major con- ference business.” Lohn- ert and his team quickly proved to the public they could. The transparent building of glass and steel every- where the eye wanders is well-accepted by custom- ers. It exudes openness, yet is unobtrusive and ele- gant; many people say the same thing about Stefan Lohnert. His curriculum vitae demonstrate a grad- ual, sometimes even pain- ful, shift from professional musician to the organis- ing of concerts, cultural events and ultimately con- ferences. A rational, busi- ness-like intuition is no- ticeable in Stefan Lohnert, in spite of all the palpable euphoria for music. After his studies at the Cologne School of Music he gave himself exactly two years to establish himself in the art and music world. He took on a job in a music shop, attending former fel- low students who had al- ready joined profession- al orchestras. “That was psychologically difficult.” After the two years were over and there was no chance of a position as a professional musician, he enrolled in a new course of studies in “culture man- agement”. Afterwards he ran the cultural centre of a small town. He has not touched his tuba anymore. Instead he has expanded his repertoire with pieces on the Styrian accordion (see picture with his son). It sounds as though it “grunts and smacks,” says Lohnert, enthusing about the “wonderful basses”. “As a brass musician you are always near to folk music,” he explains Pro- fessionally Stefan Lohnert now plays another, much larger stage with a much bigger audience. Today his long breath as the front man for the area of guest events and conferences in his home town is truly in demand – on the most im- pressive stage that Stutt- gart has ever had. FW Long breath Stefan Lohnert wanted to be a professional musician.The big stage in his hometown. Stuttgart became his job in another way. Photo:StefanLohnert Seven Centers: Stefan Lohnert, Division Manager ICS/Guest EventsMesse Stuttgart
  • 35. cim »ahead« 4/2010 35 Ready to take off … … and a happy landing. Ankommen, wohlfühlen und ran ans Rednerpult. Die lichtdurchflu- tete Architektur des ICS Interna- tionales Congresscenter Stuttgart, mit Platz für bis zu 10.000 Perso- nen, ist durch den neuen Stand- ort ideal per Auto, Bahn oder Flugzeug zu erreichen. Mit dem variablen Raumkonzept und der modernen Veranstaltungstechnik entsteht die auf Sie individuell abgestimmte Veranstaltung. Mehr über unseren Service und die Infrastruktur des ICS finden Sie auf www.ics-in-action.de – damit Sie beim Publikum sicher landen. Mitten im Markt
  • 36. 36 cim »ahead« 4/2010 Doppelspitze B ald ist Schluss. Klaus Krumrey geht in den Ruhestand. Zum zweiten Mal – mit nun 69 Jahren. Das Le- ben des Geschäftsführers liest sich wie ein Buch. Und glaubt der Leser, am Ende angekommen zu sein, geht es doch weiter. Schon in seiner Jugend läuft der „Hansdampf in allen Gassen“, wie er sich selbst beschreibt, wie ein Hamster im Rad immer weiter. Der Badener mit schwä- bischem Akzent führt noch bis Ende dieses Jahres das Darmstädter Wissenschafts- und Kon- gresszentrum mit dem ungewöhnlichen Namen Darmstadtium, benannt nach einem Element, das in der südhessischen Stadt entdeckt wurde. Das erste Mal war er mit 60 Jahren regulärer Pen- sionär. „Man hat mir die Schuld der Kostenstei- gerung der Karlsruher Messe angehängt.“ Wäh- rend er das erzählt, wirkt der sonst herzliche und gerne lachende Mann be- drückt. Es geht ihm im- mer noch nah. „Ich habe mich ungerecht behan- delt gefühlt. Ich war das Bauernopfer“, deutet er das Geschehene. Er ver- lässt die Karlsruher Kon- gress- und Ausstellungs- Hildegard Schoger und Klaus Krumrey ergänzen sich und halten gemeinsam in Darmstadt die Zügel in der Hand. gesellschaft – ein Tief- punkt. „Ich wollte gar nicht zu- rück ins Berufsleben“, gesteht Krumrey. Doch dann lockte Böblingen. Er konnte dem Ruf nicht wi- derstehen. „Ich sollte als Geschäftsführer nur bis zur Fusion mit Sindelfin- gen bleiben.“ Also für sie- ben bis acht Monate. Es wurden knapp zwei Jah- re daraus. In der schwäbi- schen Kreisstadt im Stutt- garter Speckgürtel stieß der Ruheständler a.D. auf Hildegard Schoger. Dort leitet sie die Abteilung Marketing und Öffentlich- keitsarbeit und assistiert ihm. Krumrey wird schließlich von Darmstadt verpflich- tet. „Mich hat der Ober- bürgermeister selbst an- gerufen und gefragt, ob ich Interesse hätte.“ Klaus Krumrey muss nicht lan- ge überlegen: Ich werde gebraucht. „Da greifst Du noch einmal an“, denkt er sich. „Du beweist, dass du das kannst.“ Neben den repräsentati- ven Aufgaben hat Krum- rey zunächst etliche Ter- mine rund um die Fer- tigstellung des Hauses. „Ich war ja mehr in Bau- besprechungen.“ Denn er beginnt in einem zwar er- öffneten, aber nicht fer- tiggestellten Haus. „Ich Klaus Krumrey, Geschäftsführer, und Hildegard Schoger, Stellvertretende Geschäftsführerin,Wissenschafts- und Kongresszentrum Darmstadt Photo:darmstadtium/juergenmai.com
  • 37. cim »ahead« 4/2010 37 Modernes Design trifft im Darmstadtium auf Nachhaltigkeit. brauchte jemanden, der sich um das operative Ge- schäft kümmert.“ Mit Hildegard Schoger sieht er sich als Doppel- spitze. Denn die beiden er- gänzen sich. Die struktu- rierte, geradlinige Schoger hat die Zahlen im Kopf, das operative Geschäft liegt in ihrer Hand. Krum- rey kann sich auf sie ver- lassen. Sie liegen auf einer Wellenlänge, eine ähnli- che Geschichte verbin- det sie. In die Veranstaltungs- branche ist Schoger „rein- geschlittert“. In Esslin- gen hat sie mit 32 Jahren das zentrale Hallenma- nagement auf- und aus- gebaut. Dort war nicht al- les Zuckerschlecken, denn die engagierte, ehrgeizige Schoger gerät in politisch schweres Fahrwasser, was sie mit Fingerspitzenge- fühl meistert. Vier Jah- re später nimmt sie eine neue Herausforderung an und tritt die Geschäfts- führung in Nürtingen an. „Die Stadthalle war in ei- ner Renovierungsphase.“ Mit Organisationstalent und Entscheidungsfreu- de hat sie Personal ein- gestellt, Mietpreise aus- gehandelt. Dort erlebt sie schließlich den bisher schönsten Moment ihres Berufslebens: die dreitä- gige Eröffnungsfeier des neuen Hauses. Aber auch den Tiefpunkt ihrer Lauf- bahn: In politischen Tur- bulenzen kommt sie un- ter die Räder. „Man sucht sich vielleicht mal die fal- schen Freunde aus“, be- dauert sie und hat daraus gelernt: „Man muss viel Diplomatie in politischen Gremien walten lassen.“ Das Stehaufmännchen kämpft weiter. Sie war überzeugt, nichts falsch gemacht zu haben. „Ich hatte familiäre Unter- stützung durch meinen Mann.“ Und wenn eine Tür zugeht, öffnet sich oft eine andere: Hildegard Schoger zieht es nach Böb- lingen und im Anschluss in die Selbstständigkeit. Klaus Krumrey holt sie zurück ins Angestelltenle- ben. „Mit ihm hat es von der ersten Minute an ge- klappt“, kommentiert sie. „Ich war anfangs nicht be- geistert von Darmstadt“, denn ihre Familie bleibt in Stuttgart. „In Darm- stadt habe ich das, was ich in Nürtingen aufgeben musste. Das war eine He- rausforderung, die ich an- nehmen musste.“ Es war eine Bauchentscheidung, die zu einer Herzensange- legenheit wurde. Ob es für Klaus Krum- rey wieder ein Ruhestand auf Zeit wird, bleibt offen. „Es gibt noch ein Leben vor dem Tod“, sagt er und lacht. Er hat noch viel vor: Er möchte zum Basislager des Mount Everest steigen und sich Beethoven und Tschaikowsky zuwenden, die er so liebt. Das letzte Kapitel ist also doch noch nicht geschrieben. JH D armstadtium: Plenarkapazi- tät/Plenary capacity: 1.481 Personen/1,481 People +++ Räume/Rooms: 18 von/from 49 bis/to 1.497 qm/1,497 sq. m. +++ Baujahr/ Built: 2007 +++ Veranstaltungen/ Events 2009: 256 mit/with 145.000 Besuchern/145,000 Visitors +++ Um- satz/Turnover 2009: 2,3 Mio. Euro +++ Nächster Flughafen/Nearest Airport: 29,2 km +++ ICE-Bahnhof/Express Train Station: 2,6 km www.darmstadtium.de Photo:darmstadtium/juergenmai.com
  • 38. 38 cim »ahead« 4/2010 T he end is near. Klaus Krumrey will retire soon. For the second time – now at the age of 69. The Managing Direc- tor’s life reads like a book. When the reader believes he or she has reached the end, it goes on. The “jack- of-all-trades” – as he de- scribes himself – already ran like a hamster in a wheel during his youth, on and on. The native of Baden- Baden with the Swabi- an accent will head the Knowledge and Congress Centre in Darmstadt with the unusual name of Darmstadtium till the end of the year. The first time he retired in regular order was when he was 60. “The increase in costs at the Karlsruhe exhibition fairground was considered my fault.” While he relates this the man who usually seems so sincere and good-natured appears a bit glum. It ob- viously still affects him. “I felt that I was treated unfairly. I was the sacri- ficed pawn,” is how he ex- plains the affair. Leaving the “Karlsruhe Kongress- und Ausstellungsgesells- chaft” was the low point in his career. “I did not want to return to professional life any- more,” admits Krumrey. But then Böblingen called. He could not resist the of- fer. “I was supposed to remain as Managing Di- rector till the fusion with Sindelfingen.” For sev- en to eight months only. Which turned out to be almost two years. In the Swabian district town the retired retiree met Hilde- gard Schoger. There she led the Marketing and Public Relations depart- ment and assisted him. Ultimately Krumrey was hired by Darmstadt. “The mayor himself called and asked me if I was interest- ed.” Krumrey did not have to think over it for long: I am needed. “You can get involved again,” he thought, “you can prove that you can handle it.” Aside from the represent- ative tasks, at the begin- ning Krumrey had numer- ous appointments deal- ing with the completion of the building. He began in what was an already opened, but far from fin- ished building. “I needed someone who could take care of the operative busi- ness.” Together he sees Hilde- gard Schoger and himself as a dual leadership. Both of them complement each other. The structured, straight-thinking Scho- ger has the numbers in her head, operative busi- ness lies in her hands. Krumrey can depend on her. They are tuned to the same wavelength, share a similar history. Hildegard Schoger “drift- ed into” the event indus- try. When she was 32 she built up and expanded the central exhibition hall- management in Esslin- gen. Not everything there was a bed of roses, espe- cially when the commit- ted and ambitious Schoger got tied up with politically difficult matters, some- thing she handled with delicacy. Four years later she took on a new chal- lenge, becoming the Man- aging Director in Nürtin- gen. “The city exhibition hall was being renovated at that time.” With or- ganisational strength she hired personnel and nego- tiated rental prices. There she experienced the most beautiful moment in her career: the three-day in- auguration of the new centre. But also the na- dir of her professional life: political turbulences de- stroyed her position. “One sometimes looks for the wrong friends,” she re- grets. From her defeat she learned that “one has to employ a lot of diplomacy in political committees.” She bounced back, fought back. “I was convinced that I had not done any- thing wrong.” So she looked forward. “I was supported in my family.” When one door closes, then often another opens. Hildegard Schoger moved to Böblingen and soon af- terwards became self-em- ployed. Klaus Krumrey brought her back to a po- sition in a conference cen- tre. “We clicked from the first minute on,” she com- ments. “At first I was not impressed by Darmstadt,” since her family remained in Stuttgart. “In Darm- stadt I have what I had to give up in Nürtingen. This was a challenge I had to take on,” she states deci- sively. It was an intuitive decision that became a matter close to her heart. Whether Klaus Krum- rey will again only re- tire temporarily remains open. “There is life be- fore death,” he jokes. He still has a lot of plans: He wants to climb up to the base camp at Mount Ev- erest and dedicate more time to Beethoven and Tchaikovsky, who he loves strongly. The last chapter is thus not yet written. JH Photo:HildegardSchoger Dual leadership Hildegard Schoger and Klaus Krumrey complement each other and hold the reins together in Darmstadt. Photo:KlausKrumrey Klaus Krumrey, Managing Director, and Hildegard Schoger, Deputy Managing Director,Wissenschafts- und Kongresszentrum Darmstadt.
  • 39. www.darmstadtium.de TTOPOPOPVENVENVENVENUUEE FORFORFORFORGREENGREENGREENGREENGREENGREEN MMEEEEEETTINGINGINGINGSSSSSS HAUTE COUTURE FOR YOUR CONGRESS. www.manok.de,photo:juergenmai.com Tailor-made solutions The darmstadtium science and congress centre is designed as a series of modules that can be combined or divided to suit the needs of your particular event. ����Discover the multifunctional “Spectrum” congress hall with a maximum capacity of 1,677 seats. ����Use the surrounding foyer areas of 1,800 sqm. ����Feel free to combine 18 conference rooms in the configuration of your choice – the rooms offer space up to 1,300 persons. Let us inspire you!
  • 40. 40 cim »ahead« 4/2010 Mit voller Kraft W enn André Kalden- hoff ins Plaudern gerät, ist er kaum zu bremsen. „Das ist mei- ne Schwäche“, gibt er of- fen zu und lacht. Es lohnt sich jedoch, dem Ge- schäftsbereichsleiter Kon- gresse der Messe Leipzig zuzuhören. Der studierte Lehrer in Erwachsenenbildung für Deutsch, Portugiesisch und Englisch hat zunächst andere berufliche Pläne, als sich mit Kongressen zu beschäftigen. In Sach- sen-Anhalt geboren und aufgewachsen, beginnt er nach seiner Zeit als Kanu- Rennsportler noch zu DDR-Zeiten sein Studium in Leipzig. Zu der Stadt, die vor allem für ihre Buchmesse be- kannt ist, baut er damals keine Beziehung auf. „Ich empfand sie nicht als liebenswert.“ Im zwei- ten Semester erlebt er die Wende. Sein Studium setzt er fort, obwohl Leh- rer mit seiner DDR-Aus- bildung nun nicht mehr gebraucht wurden. „Mit Sprachen kann man ja trotzdem einiges anfan- gen.“ Nach dem Abschluss schreibt er sich für ein Aufbaustudium für Tou- rismus in Berlin ein. „Das hat mich interessiert.“ Der Absolvent bewirbt sich um die Geschäftsführerstelle des Tourismusverbandes Sächsische-Schweiz, süd- östlich von Dresden. „Ich habe am wenigsten erwar- tet, dass die mich nehmen. Aber ich habe den Job bekommen“, erinnert er sich und schmunzelt. Hätte er gewusst, was auf ihn zukommt, würde er sich vielleicht nicht noch einmal für diese Stelle entscheiden. Die operative Arbeit verliert sich in politischem Klein-Klein. Doch er will am Ende des Tages etwas „geschafft“ haben. Dieses Gefühl ver- misst er zu oft nach endlo- sen Gremiensitzungen. Da kommt ihm der Anruf aus Leipzig gerade recht. Die neue Messe sucht für das Kongresszentrum einen Leiter. „Ich war wahrscheinlich einer von hundert, den sie angeru- fen haben“, sagt er bescheiden. Doch er macht das Rennen. Die fachli- chen Aufgaben reizen ihn. „Lehrer sind kontaktfreu- dig. Das ist mir zugutege- kommen.“ Leipzig klingt für ihn nicht verlockend, aber er gibt der Messe- stadt nach all den Jah- ren eine zweite Chance: „Meine Frau und ich sind einfach hingefahren. Ich war verblüfft, wie sich die Stadt entwickelt hat.“ Erstmals fühlt er sich in Fingerspitzengefühl und ein starker Wille helfen André Kaldenhoff immer wieder neue Themen für Kongresse aufzuspüren. André Kaldenhoff, Geschäftsbereichsleiter Kongresse, Messe Leipzig Photo:AndréKaldenhoff