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Worum sollte sich die Diskussion drehen – oder worum auch nicht?
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Denkhandwerker No.4 - Warum wir über eine Steuer für Roboterarbeit und Algorithmen nachdenken sollten, das aber nicht reichen wird.

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Warum wir über eine Steuer für Roboterarbeit und Algorithmen nachdenken sollten, das aber nicht reichen wird.
Sie parken Autos, putzen Toiletten, bespaßen Senioren oder pflegen Kranke. Die Rede ist von Robotern. Sie berechnen komplexe Aufgaben, empfehlen uns Sachen, entscheiden in Geschäftsprozessen und verkuppeln Menschen. Die Rede ist von Algorithmen.
Algorithmen und Roboter werden in den kommenden Jahren in Deutschland einige Millionen Arbeitskräfte ersetzen, Jobs obsolet machen und Berufsbilder ausrotten. Ist so, wird so kommen, da können Sie und ich nichts machen.

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Denkhandwerker No.4 - Warum wir über eine Steuer für Roboterarbeit und Algorithmen nachdenken sollten, das aber nicht reichen wird.

  1. 1. 06/06/2016 Warum wir über eine Steuer für Roboterarbeit und Algorithmen nachdenken sollten, das aber nicht reichen wird. No. 4 www.denkhandwerker.de ©shutterstock_142671313schach/sergign
  2. 2. Es geht darum, gerade jetzt in der Übergansphase, frühzeitig die (wahrscheinlich) kurzfristigen Auswirkungen von Arbeitsplatzverlusten zu kompensieren. Es geht darum, die Auswirkungen auf unsere Gesellschaft zu antizipieren und zu handeln. Es geht darum sicherzustellen, dass der Staat seinen Aufgaben nachkommt. Hierzu benötigt er finanzielle Mittel, die regelmäßig durch Steuern finanziert werden. Fällt die Einkommenssteuer (ohne Kompensation), so fällt unser Wohlstand. Ein Beispiel: Jedes Jahr nimmt der Bund aus einem zu versteuernden Einkommen von über 1.100 Milliarden Euro grobe 210 Milliarden Euro an Einkommenssteuer ein. Fällt die die Einkommenssteuer, sinkt der Wohlstand. Es geht darum, den Standort Deutschland/Europa zu sichern. Es geht darum, Werte und Standards aufrechtzuerhalten. So darf die aufkommende Grundhaltung nicht dazu führen, dass die Verantwortung für Themen wie soziale Sicherheit, Datenverarbeitung und deren Kontrolle oder Selbstbestimmung nicht von multinationalen Konzernen bestimmt werden. www.denkhandwerker.de Sie parken Autos, putzen Toiletten, bespaßen Senioren oder pflegen Kranke. Die Rede ist von Robotern. Sie berechnen komplexe Aufgaben, empfehlen uns Sachen, entscheiden in Geschäftsprozessen und verkuppeln Menschen. Die Rede ist von Algorithmen. AlgorithmenundRoboterwerdenindenkommendenJahreninDeutschlandeinigeMillionenArbeitskräfte ersetzen, Jobs obsolet machen und Berufsbilder ausrotten. Ist so, wird so kommen, da können Sie und ich nichts machen. Was wir aber unternehmen können – und müssen – ist, uns Gedanken zu machen (und zu handeln), wie die Übergangsphase für alle Menschen hierzulande (in Europa, weltweit) so reibungslos wie möglich gestaltet werden kann.
  3. 3. Mir ist schon klar, was Sie jetzt sagen: Das ist nicht die erste Entwicklung dieser Art. Wir hatten doch da schon die Entwicklung von der Sklavenarbeit zur Industrialisierung und dann hin zu ersten Stufe des Informationszeitalters. Und wahrscheinlich werden Sie auch sagen, dass es natürlich ist, dass Berufe oder Berufsgruppen ausgerottet werden; und dass der Verlust von Arbeitsplätzen immer kompensiert wurde. Und so weiter, und so weiter. Ja, nee ist klar: War so. Aber nur, weil es feststellbar ist, ist da noch lange keine Regel dahinter. Und ferner haben sich die Rahmenparameter – die Spielregeln – geändert. Bei den jetzt anstehenden Änderungen werden Ort, Raum und Zeit aufgelöst. Hä? Okay – in anderen Worten: Gerade Arbeitsleistungen, die (zukünftig) durch Algorithmen erbracht werden, können global gesourct werden. Das heißt, der Ort der Leistungserbringung ist (erstmal) grundsätzlich egal; aber dann doch nicht. Denn die Arbeit, soweit sie ortsunabhängig ausgeübt werden kann, und das trifft auf viele Dienstleistungen, Kontroll- und Serviceaufgaben zu, wird am günstigsten bzw. am liberalsten Ort ausgeführt. Und dieser Ort kann und wird sicherlich nicht Deutschland sein. Warum? Wird von Wettbewerbssituationen, bezogen auf geografische Regionen gesprochen, ist der primäre kompetitive Faktor nicht mehr der ausgebildete Mensch oder eine Region mit günstigen Lohnkosten oder niedrigen Steuern. Vielmehr tritt der (kompetente/ausgebildete) Mensch noch stärker mit der Intelligenz von Algorithmen und automatisierten Prozessen in Wettbewerb. Regionen mit den schwächsten Gesetzen und Regelungen zur Nutzung von künstlicher Intelligenz und Datenschutz treten in direkten Wettbewerb mit etablierten Billiglohnländern für Wissensarbeit. Und in Wettbewerb mit Ländern mit hohen sozialen und ethischen Standards. www.denkhandwerker.de
  4. 4. Worum sollte sich die Diskussion drehen – oder worum auch nicht? Ich glaube, es geht nicht darum ob – oder ob nicht – Roboter und Algorithmen „uns alle arbeitslos“ machen. Es geht nur nachgelagert darum, wem die Technikvorteile oder die Automatisierungsdividende zustehen. Es geht nur bedingt darum zu klären, wie in einer durch Geld organisierten und auf Handel bzw. Tausch basierten Wirtschaft bei zunehmender Automatisierung die Anzahl an Menschen hochgehalten wird, die konsumieren können; ähnlich wie es heute bereits der Fall ist (zwei Worte; die hier fallen müssen: „bedingungsloses Grundeinkommen“). Es sollte vielmehr darum gehen, wie wir in naher Zukunft, in der Übergangsphase vom Hier und Jetzt in die entfremdete Zukunft miteinander leben wollen. www.denkhandwerker.de Es geht darum, wie wir es schaffen, die Menschen in Lohn und Brot zu bekommen (und nach unserem derzeitigen Wirtschaftsbild „an der Nadel“ des Konsums zu halten), die nicht mehr in der Lage sein werden, durch ihre Fähigkeiten das (Lebens-)Notwendigste für sich und die Gesellschaft zu leisten. Es geht darum, „dass“ und wie wir es schaffen, in unseren (ökonomischen) Betrachtungen den effizientesten Ort für die Leistungserbringung nicht in den Mittelpunkt zu stellen. Es geht darum, indirekte Steuer auf „nichtmenschliche Arbeit“ im Zusammenspiel mit weiteren regulatorischen Eingriffen (Anmerkung: das bedeutet nicht zwangsläufig mehr Staat) so zu integrieren, dass die automatisierte Arbeit nicht auswandert.
  5. 5. www.denkhandwerker.de Was ich noch zu sagen hätte, dauert …: Fangen wir mit einigen Floskeln an: Wir stehen vor einer völlig neuen Epoche der künstlichen Intelligenz, die brutal über uns kommen wird, brutal positiv und brutal negativ zu gleich. Wann derTippingPointinDeutschlandbzw.Europasein wird, ist schwer zu sagen. Aber wahrscheinlich in den kommenden 3.000 Tagen. (Kleines Spiel am Rande: Überlegen Sie mal, was es für heute alltägliche – und für viele unverzichtbare – Produkte, Services und Lösungen vor 3.000 Tagen nicht gab. Interessant, oder?) Wir können aber sicher sein, dass andere Länder, wie exemplarisch Japan, uns voraus sein werden, wir nicht vorbereitet sein werden. Deswegen ist es wichtig, breiter zu denken und zu handeln: Die Parteien in Deutschland haben bereits mit der Arbeit an den Programmen zur Bundestagswahl angefangen. Zentrales Thema wird hier bei allen ernstzunehmenden Parteien die soziale Gerechtigkeit sein. Je nach geistiger Herkunft geht es darum, mehr (oder weniger) Staat und weniger (oder mehr) soziale Bewegung zu realisieren. So beschäftigen sich Parteien wie die SPD mit der Gleichstellung der Besteuerung von Kapitaleinkommen mit Arbeitseinkommen. Das ist absolut richtig! Allerdings kommt die Diskussion zu spät und verliert jeden Tag an Bedeutung. Vielmehr müssten die politisch Verantwortlichen jetzt, unmittelbar und dringlich eine öffentliche Diskussion über die Besteuerung von Robotern und Algorithmen führen und erste belastbare Konzepte vorstellen. Mit dieser Diskussion einhergehen muss eine Debatte über die moralisch-ethische Nutzung von Algorithmen, deren nationale und internationale Verfügbarkeit, der Schutz der dahinterliegenden Daten und die Rolle des Menschen. Ferner müssen Themen wie das „bedingungslose Grundeinkommen“ auch aus solchen Perspektiven bewertet werden. Aber: so what ….
  6. 6. Über uns Blogs und Meinungsportale gibt es wie Sand am Meer. Besonders im Umfeld von digitalen Themen, Marketing-Trends oder Unternehmensstrategien. Zu finden sind gute, schlechte, aktuelle, lustige, meinungsstarke, monothematische oder breitgefächerte, usw. Jede Strömung ist vorhanden und jeder kann seine Meinung kundtun. Und gerade diese Vielzahl an Inhalten macht es aus unserer Sicht nötig, einen weiteren Blog zu etablieren. Einen, der die Themen auch mal aus einer anderen Perspektive darstellt. Ein Blog, der auf echte Diskussion und Dialog durch die Nutzung von Services wie Blab, Periscope, Twitter & Co. setzt. Einen, bei dem es nicht nur darum geht, den eigenen Service oder das eigene Produkt positiv darzustellen. Dabei treten wir mit Denkhandwerker nicht an, um alles besser, schöner oder größer zu machen. Vielmehr wollen wir Inhalte erlebbar und meinungsstark aufarbeiten sowie Strategien für eine zukunftsfähige Wirtschafts- und Lebensweise thematisieren. Mit Denkhandwerker wollen wir einen in der Öffentlichkeit wahrgenommen Beitrag zu einer digitalen Leitkultur liefern. Auch geht es darum, interessante, relevante oder skurrile Entwicklungen, Trends und nachhaltige Entwicklungen aufzuzeigen, zu kommentieren und unsere Leser so zum Denken anzuregen Die geneigten Leser finden Beiträge zu den Themen Marketing, Geschäftsstrategie im Kontext gesellschaftlicher Strömungen, Informationstechnologie und allem, was oft als digitale Transformation bezeichnet wird. In anderen Worten: Wir stellen Digitalisierung ins Zentrum und in den Kontext. Denkhandwerker ist ein Projekt des Beratungs- und Analystenhauses Avispador. Wir binden interessante, interessierte und inspirierende Menschen in die Themen und Diskussionen ein. Aktuell stehen wir mit unserem Projekt erst am Anfang, werden es aber in Bezug auf Beitrags-, Autoren- und Formatvielfalt stetig weiterentwickeln. Wir freuen uns auf Feedback und Anregungen. Axel Oppermann @denkhandwerker @avispadorDE https://www.facebook.com/Denkhandwerker E-Mail: kontakt@avispador.de Tel.: 0561 8907 55 94 www.denkhandwerker.de

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