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VDI FACHKONFERENZ - RÜCKBAU KERNTECHNISCHER ANLAGEN
EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF
Wohin mit dem Rest?
Zum Verbleib radioaktiver Abfälle
Dipl.-Geol. Stefan Alt
Öko-Institut e.V.
VDI FACHKONFERENZ - RÜCKBAU KERNTECHNISCHER ANLAGEN
EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF
Öko-Institut e.V. ist eines der europaweit führenden,
unabhängigen Forschungs- und Beratungsinstitute für eine
nachhaltige Zukunft.
● Gegründet 1977, gemeinnütziger Verein
● An Standorten in Freiburg, Darmstadt und Berlin
● Aktuell ca. 160 Kolleginnen und Kollegen, davon ca. 120 Natur- und
Sozialwissenschaftler, Ingenieure, Juristen…
● Auftraggeber: Europäische Union, Ministerien auf Bundes- und
Landesebene, Unternehmen, Stiftungen, Verbände, NGO…
WOHIN MIT DEM REST? ZUM VERBLEIB RADIOAKTIVER ABFÄLLE
EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF
Das Erbe des Atomzeitalters – hoch-, mittel- und
schwach-radioaktive Abfälle
Das Erbe des Atomzeitalters – hoch-, mittel- und
schwach-radioaktive Abfälle
Das Endlager Schacht Konrad für
vernachlässigbar wärmeentwickelnde Abfälle
Das Endlager Schacht Konrad für
vernachlässigbar wärmeentwickelnde Abfälle
Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle und
abgebrannter Brennelemente
Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle und
abgebrannter Brennelemente
Die Endlagerkommission und die Suche nach dem
Standort mit der bestmöglichen Sicherheit
Die Endlagerkommission und die Suche nach dem
Standort mit der bestmöglichen Sicherheit
WOHIN MIT DEM REST? ZUM VERBLEIB RADIOAKTIVER ABFÄLLE
EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF
Das Erbe des Atomzeitalters – hoch-, mittel- und
schwach-radioaktive Abfälle
Das Erbe des Atomzeitalters – hoch-, mittel- und
schwach-radioaktive Abfälle
Das Endlager Schacht Konrad für
vernachlässigbar wärmeentwickelnde
Das Endlager Schacht Konrad für
vernachlässigbar wärmeentwickelnde
Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle und
abgebrannter Brennelemente
Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle und
abgebrannter Brennelemente
Die Endlagerkommission und die Suche nach dem
Standort mit der bestmöglichen Sicherheit
Die Endlagerkommission und die Suche nach dem
Standort mit der bestmöglichen Sicherheit
DAS ERBE DES ATOMZEITALTERS – HOCH-, MITTEL- UND SCHWACH-
RADIOAKTIVE ABFÄLLE
EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF
DAS ERBE DES ATOMZEITALTERS – HOCH-, MITTEL- UND SCHWACH-
RADIOAKTIVE ABFÄLLE
EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF
Radioaktive Abfälle entstehen überwiegend in und im Zusammenhang
mit Kernkraftwerken:
● Bei der Urangewinnung und Brennelementherstellung: Bergbauhalden,
„Tailings", abgereichertes Uran („Uran-Tails“)…
● Bei der Kernspaltung entstehen hochradioaktive Spaltprodukte (z.B. 137Cs,
90Sr, 129I,…) und Aktiniden (z.B. 239Pu). Diese verbleiben im Brennelement,
solange es nicht beschädigt wird.
● Neutronen aus der Kernspaltung aktivieren Atome der Umgebung. Es
entstehen radioaktive Isotope (z.B. 55Fe, 60Co, 3H, 14C). Kühlwasser,
Stahleinbauten, Reaktordruckbehälter, Betonoberflächen… werden schwach
radioaktiv und fallen spätestens beim Rückbau als Abfälle an.
● Sekundärabfälle, z. B. aus der Reinigung von Kühlwasser oder Bauteilen, bei
Austausch und Reparatur (Filter, defekte Teile, Werkzeug, Wischlappen …).
DAS ERBE DES ATOMZEITALTERS – HOCH-, MITTEL- UND SCHWACH-
RADIOAKTIVE ABFÄLLE
EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF
Aus der Wiederaufarbeitung von abgebrannten Brennelementen (WAK
in Karlsruhe bzw. Aufarbeitung in F und GB) stammen weitere Abfälle:
● hochradioaktive Spaltproduktlösung in Glas eingeschmolzen und
Edelstahlbehälter verpackt (Glaskokillen),
● Brennstabhülsen, Tragteile des Brennelements etc. verpresst und in
Edelstahlbehälter verpackt,
● Betriebs- und Rückbauabfälle (z.B. verglaste Konzentrate aus der
Wasseraufbereitung).
aus der WA in F und GB stammende Abfälle werden sukzessive nach
Deutschland zurückgebracht, mit dem Ziel der Endlagerung.
Radioaktive Abfälle fallen auch in Forschung, Industrie und Medizin an
(nicht Gegenstand des Vortrags).
DAS ERBE DES ATOMZEITALTERS – HOCH-, MITTEL- UND SCHWACH-
RADIOAKTIVE ABFÄLLE
EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF
DAS ERBE DES ATOMZEITALTERS – HOCH-, MITTEL- UND SCHWACH-
RADIOAKTIVE ABFÄLLE – DIE MENGEN
EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF
Bis 2022 werden rd. 17.200 Mg SM (Uran und Plutonium) in
bestrahlten Brennelementen angefallen sein.
Davon sind 10.500 Mg direkt endzulagern (derzeit 1.100
Endlagerbehälter).
6.700 Mg gingen in die Wiederaufarbeitung (nach F, GB).
Von dort kommen ca. 1.400 m³ wärmeentwickelnde Abfälle zurück
(derzeit etwa 300 Endlagerbehälter)
Gesamtanfall wärmeentwickelnder Abfall zur Endlagerung
bis zum Ende der Stromerzeugung aus Kernkraft (Stand
2014): ca. 28-30.000 m³ Abfallgebindevolumen
DAS ERBE DES ATOMZEITALTERS – HOCH-, MITTEL- UND SCHWACH-
RADIOAKTIVE ABFÄLLE – DIE MENGEN
EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF
Radioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung:
● Bereits endgelagert in Endlager Morsleben (ERAM):
37.000 m³ schwach- und mittelradioaktive Abfälle + 6.600
Strahlenquellen
● Abfälle aus Betrieb und Rückbau (bis 2080): rd. 300.000 m³
von KKW, WAA, Forschung, Landessammelstellen, kerntechnische
Industrie
● Rückholung der Abfälle aus dem havarierten "Endlager"
Schachtanlage Asse II: 47.000 m³ Abfälle + Abraum aus der
Bergung + Volumenzunahme durch Neukonditionierung = bis zu
220.000 m³
● Abgereichertes Uran aus der Urananreicherung: > 100.000 m³
● "nicht Konrad-gängige Abfälle": > 6.000 m³
DAS ERBE DES ATOMZEITALTERS – HOCH-, MITTEL- UND SCHWACH-
RADIOAKTIVE ABFÄLLE – ENTSORGUNGSOPTIONEN IN DEUTSCHLAND
EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF
Für schwach- und mittelradioaktive Abfälle (mit
vernachlässigbarer Wärmeentwicklung) wird derzeit das
Endlager Schacht Konrad eingerichtet (s.u.).
Bis zur Verfügbarkeit von Endlagern werden die Abfälle in
Zwischenlagern verwahrt (zu hochradioaktiven Abfällen s.u.).
Zur Auswahl eines Standorts für ein Endlager für insbesondere
die hoch radioaktiven (wärmeentwickelnden) Abfälle hat im
Zeitraum Mai 2014 bis Juni 2016 eine Kommission des
deutschen Bundestags und Bundesrats (die sog.
"Endlagerkommission") über ein Verfahren zur
Standortauswahl beraten (s.u.).
WOHIN MIT DEM REST? ZUM VERBLEIB RADIOAKTIVER ABFÄLLE
EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF
Das Erbe des Atomzeitalters – hoch-, mittel- und
schwach-radioaktive Abfälle
Das Erbe des Atomzeitalters – hoch-, mittel- und
schwach-radioaktive Abfälle
Das Endlager Schacht Konrad für
vernachlässigbar wärmeentwickelnde Abfälle
Das Endlager Schacht Konrad für
vernachlässigbar wärmeentwickelnde Abfälle
Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle und
abgebrannter Brennelemente
Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle und
abgebrannter Brennelemente
Die Endlagerkommission und die Suche nach dem
Standort mit der bestmöglichen Sicherheit
Die Endlagerkommission und die Suche nach dem
Standort mit der bestmöglichen Sicherheit
DAS ENDLAGER SCHACHT KONRAD FÜR VERNACHLÄSSIGBAR
WÄRMEENTWICKELNDE ABFÄLLE
EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF
Quelle: Öko-Institut e.V.
DAS ENDLAGER SCHACHT KONRAD FÜR VERNACHLÄSSIGBAR
WÄRMEENTWICKELNDE ABFÄLLE
EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF
Schacht Konrad ist ein ehemaliges Eisenerzbergwerk, die
Einlagerungsbereiche liegen in der Erzformation in ca. 800-850
Tiefe, überlagert von einem etwa 400 m mächtigen Schichtpaket
aus Tonstein als geologischer Barriere.
Das Endlager ist ausschließlich dafür vorgesehen, schwach- und
mittelradioaktive Abfälle (mit vernachlässigbarer
Wärmeentwicklung) aufzunehmen.
Es ist für ein Abfallvolumen von maximal 303.000 m³ genehmigt
und soll nach 2022 den Betrieb aufnehmen.
DAS ENDLAGER SCHACHT KONRAD FÜR VERNACHLÄSSIGBAR
WÄRMEENTWICKELNDE ABFÄLLE
EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF
Neben dem Maximalvolumen sind Annahmebedingungen
definiert, die z.B. das maximal zulässige Inventar für spezifische
Radionuklide (z.B. Tritium, C-14, I-129, U-235, Pu-241…)
limitieren.
Die Wasserrechtliche Genehmigung schränkt zusätzlich das
Gesamtinventar an chemisch-toxischen Stoffen ein.
Das genehmigte Einlagerungsvolumen ist weitgehend verplant:
Die einzulagernden Abfälle stammen i. W. aus Betrieb,
Stilllegung und Rückbau der deutschen Kernkraftwerke und der
Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe, aus der Forschung und
aus Landessammelstellen.
DAS ENDLAGER SCHACHT KONRAD FÜR VERNACHLÄSSIGBAR
WÄRMEENTWICKELNDE ABFÄLLE
EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF
Bereits heute ist bekannt, dass ein Teil der in den kommenden
Jahrzehnten anfallenden oder bereits produzierten Abfälle
NICHT für das Endlager Konrad in Frage kommt:
● aus der Asse zurück zu holende Abfälle
● Abfälle aus der Urananreicherung.
● weitere "nicht Konrad-gängige" Abfälle
(Problemstoffe: Graphit, C-14, H-3, Th)
Das Gesamtvolumen wird vorrausichtlich > 300.000 m³ betragen.
Das BMUB hat im nationalen Entsorgungsprogramm (NaPro)
den Bedarf formuliert, diese Abfälle bei der Suche nach einem
Endlager für insbesondere hoch radioaktive Abfälle mit zu
berücksichtigen.
DAS ENDLAGER SCHACHT KONRAD FÜR VERNACHLÄSSIGBAR
WÄRMEENTWICKELNDE ABFÄLLE
EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF
Dabei ist die Gesamtmenge unbestimmt:
● weder die Betriebsdauer der Urananreicherung,
● noch die Abfallrückholung aus der Schachtanlage Asse,
● noch die endgültige Konditionierung der derzeit "nicht Konrad-
gängigen" Abfälle
kann heute vollständig angegeben werden.
Für in Summe > 300.000 m³ an schach- und mittelradioaktiven
Abfällen steht also derzeit KEIN Entsorgungsweg zur Verfügung.
WOHIN MIT DEM REST? ZUM VERBLEIB RADIOAKTIVER ABFÄLLE
EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF
Das Erbe des Atomzeitalters – hoch-, mittel- und
schwach-radioaktive Abfälle
Das Erbe des Atomzeitalters – hoch-, mittel- und
schwach-radioaktive Abfälle
Das Endlager Schacht Konrad für
vernachlässigbar wärmeentwickelnde Abfälle
Das Endlager Schacht Konrad für
vernachlässigbar wärmeentwickelnde Abfälle
Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle und
abgebrannter Brennelemente
Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle und
abgebrannter Brennelemente
Die Endlagerkommission und die Suche nach dem
Standort mit der bestmöglichen Sicherheit
Die Endlagerkommission und die Suche nach dem
Standort mit der bestmöglichen Sicherheit
ZWISCHENLAGERUNG HOCHRADIOAKTIVER ABFÄLLE UND
ABGEBRANNTER BRENNELEMENTE
EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF
Ende 2014 (Stand NaPro) lagerten in Deutschland bereits
● ca. 29.000 abgebrannte Brennelemente aus Kernkraftwerken,
entweder nass in Brennelementlagerbecken oder trocken in
(CASTOR©)-Behältern
● ca. 100.000 m³ schwach- und mittelradioaktive Abfälle in
Endlagergebinden
● ca. 17.000 m³ konditionierte, aber noch nicht endverpackte
Abfallprodukte
● ca. 22.000 t noch unbehandelte Rohabfälle
ZWISCHENLAGERUNG HOCHRADIOAKTIVER ABFÄLLE UND
ABGEBRANNTER BRENNELEMENTE
EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF
ZWISCHENLAGERUNG HOCHRADIOAKTIVER ABFÄLLE UND
ABGEBRANNTER BRENNELEMENTE
EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF
Die Situation für die hochradioaktiven Abfälle:
Ein Endlager für hochradioaktive Abfälle wird voraussichtlich
erst in einigen Jahrzehnten verfügbar sein.
Die bestehenden Genehmigungen der Zwischenlager laufen
zwischen 2034 (erstes zentrales Zwischenlager) und 2046/47
(die meisten dezentralen Zwischenlager) aus.
Die Entsorgungskommission des BMUB (ESK) geht von
Zwischenlagerzeiten von 65 – 100 Jahren aus
(Quelle: ESK-Diskussionspapier zur verlängerten Zwischenlagerung, Okt.
2015)
ZWISCHENLAGERUNG HOCHRADIOAKTIVER ABFÄLLE UND
ABGEBRANNTER BRENNELEMENTE
EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF
Was ist zu tun? Diskutiert werden verschiedene Optionen:
● Verlängerung der Betriebsgenehmigungen. Die
Zwischenlager an den KKW-Standorten werden nach deren
Rückbau dann die letzten dort noch vorhandenen Anlagen
sein.
● Neubau und dabei Reduzierung der Anzahl der
Zwischenlager. Dies hätte entweder sie Suche nach neuen
Standorten oder die Konzentration auf wenige der
vorhandenen Standorte zur Folge.
Forschungsbedarf besteht insbesondere zum längerfristigen
Verhalten (d.h. zur Alterung) von Behälterinnenraum und
Brennelementen.
WOHIN MIT DEM REST? ZUM VERBLEIB RADIOAKTIVER ABFÄLLE
EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF
Das Erbe des Atomzeitalters – hoch-, mittel- und
schwach-radioaktive Abfälle
Das Erbe des Atomzeitalters – hoch-, mittel- und
schwach-radioaktive Abfälle
Das Endlager Schacht Konrad für
vernachlässigbar wärmeentwickelnde Abfälle
Das Endlager Schacht Konrad für
vernachlässigbar wärmeentwickelnde Abfälle
Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle und
abgebrannter Brennelemente
Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle und
abgebrannter Brennelemente
Die Endlagerkommission und die Suche nach dem
Standort mit der bestmöglichen Sicherheit
Die Endlagerkommission und die Suche nach dem
Standort mit der bestmöglichen Sicherheit
DIE ENDLAGERKOMMISSION UND DIE SUCHE NACH DEM STANDORT
MIT DER BESTMÖGLICHEN SICHERHEIT (05/2014-06/2016)
EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF
Vorsitz
Wissenschaft
Umweltverbände
Kirchen
Wirtschaft
Gewerkschaften
Fraktionen Dt. Bundestag
Landesregierungen
Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe
Stimmberechtigt:
8 Personen Wissenschaft
2 Personen Umweltverbände
2 Personen Kirchen
2 Personen Wirtschaft
2 Personen Gewerkschaften
Nicht stimmberechtigt:
„1 Person“ Vorsitz (Doppelspitze)
8 Personen Fraktionen Bundestag
8 Personen Landesregierungen
32 Mitglieder  
plus Vorsitz
Wissenschaft
Gesellschaft
Bundestag
Bundesländer
Vorsitz
DIE ENDLAGERKOMMISSION UND DIE SUCHE NACH DEM STANDORT
MIT DER BESTMÖGLICHEN SICHERHEIT
EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF
Die Endlagerkommission wurde auf Basis des
Standortauswahlgesetzes (StandAG) einberufen und hatte i.W.
den Auftrag
● den Standortauswahlprozess für ein Endlager für
insbesondere hoch radioaktive Abfälle zu beschreiben,
● die mit dem Prozess der Standortauswahl verbundenen
Beteiligung der Öffentlichkeit neu zu konzipieren und
● das StandAG zu evaluieren und Empfehlungen für seine
Weiterentwicklung zu geben.
DIE ENDLAGERKOMMISSION UND DIE SUCHE NACH DEM STANDORT
MIT DER BESTMÖGLICHEN SICHERHEIT
EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF
Wesentliche Ergebnisse, Endlagerung:
● Es bleibt bei einer Endlagerung in einem Bergwerk in tiefen
geologischen Formationen.
● Ziel des Standortauswahlprozess ist ein Endlagerstandort, der
die bestmögliche Sicherheit über einen Nachweiszeitraum von
1 Mio. Jahren bietet.
● Das Konzept des einschlusswirksamen Gebirgsbereichs (ewG)
wird bevorzugt, aber gegenüber früheren Definitionen
erweitert, z.B. um die Ausweisung mehrerer ewG an einem
Standort.
● Als Wirtsgesteine und/oder ewG kommen in Deutschland
Salz-, Ton- oder Kristallingestein gleichermaßen in Frage.
DIE ENDLAGERKOMMISSION UND DIE SUCHE NACH DEM STANDORT
MIT DER BESTMÖGLICHEN SICHERHEIT
EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF
Wesentliche Ergebnisse, Endlagerung:
● Priorität hat die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle.
● Die Endlagerung von schwach- und mittelradioaktiven Abfällen
am gleichen Standort wird als Option mitgeprüft, darf die
Endlagerung der hochradioaktiven Abfälle aber nicht
beeinträchtigen.
● Sie ist daran geknüpft dass Querbeeinflussungen (thermisch
aus den hochradioaktiven Abfällen, chemisch aus den
schwach- und mittelradioaktiven Abfällen) ausgeschlossen
werden müssen.
DIE ENDLAGERKOMMISSION UND DIE SUCHE NACH DEM STANDORT
MIT DER BESTMÖGLICHEN SICHERHEIT
EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF
Wesentliche Ergebnisse, Standortauswahlprozess:
● Der Standortauswahlprozess soll in einem vergleichenden Verfahren
unter Anwendung von geowissenschaftlichen Kriterien,
Sicherheitsuntersuchungen und planungswissenschaftlichen Kriterien
in einem Abwägungsprozess zu einer schrittweisen Einengung der
Standortoptionen führen.
● Es gilt das Primat der Sicherheit, d.h. die geologischen Merkmale
des Standorts und die Sicherheit des Endlagerkonzepts wiegen
schwerer als die Merkmale der Umgebung.
● Zentrale Entscheidungen, wie die Auswahl von Standorten zur
übertägigen Erkundung (Bohrungen, Geophysik), zur untertägigen
Erkundung (Erkundungsbergwerke) und letztlich zur Auswahl des am
besten geeigneten Endlagerstandorts treffen und fixieren Bundestag
und Bundesrat per Gesetz.
DIE ENDLAGERKOMMISSION UND DIE SUCHE NACH DEM STANDORT
MIT DER BESTMÖGLICHEN SICHERHEIT
EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF
Wesentliche Ergebnisse, geowissenschaftliche
Ausschlusskriterien:
Ein Standort ist ungeeignet beim Auftreten von
● großräumigen Hebungen (im Mittel > 1 mm/a )
● aktiven Störungszonen
● rezentem oder historischem Bergbau
● seismischer Aktivität (Erdbebenzone > 1)
● geologisch jungem Vulkanismus (Eifel, Vogtland)
● jungem Grundwasser (Tritium und C-14-Gehalt)
DIE ENDLAGERKOMMISSION UND DIE SUCHE NACH DEM STANDORT
MIT DER BESTMÖGLICHEN SICHERHEIT
EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF
Wesentliche Ergebnisse, geowissenschaftliche
Mindestanforderungen:
Ein Standort muss mindestens folgende Merkmale aufweisen:
● niedrige Gebirgsdurchlässigkeit (< 10-10 m/s)
● Mindestmächtigkeit des ewG > 100 m
● Oberfläche des ewG mindesten 300 m tief (mit spezifischen
Hinweisen für Steinsalz und Tonstein)
● Flächenbedarf des Endlagers (je nach Konzept ca. 2 bis 7 km²) erfüllt
● keine die Integrität des ewG innerhalb der kommenden 1 Mio. Jahre
in Frage stellenden Erkenntnisse
DIE ENDLAGERKOMMISSION UND DIE SUCHE NACH DEM STANDORT
MIT DER BESTMÖGLICHEN SICHERHEIT
EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF
Wesentliche Ergebnisse, geowissenschaftliche
Abwägungskriterien: Standorte werden anhand einer Reihe
von Merkmalen verglichen und gegeneinander abgewogen:
● 1.Güte des Einschlussvermögens und Zuverlässigkeit des
Nachweises: Grundwasserströmung, Konfiguration von Wirtsgestein
und ewG, räumliche Charakterisierbarkeit, Prognostizierbarkeit der
langfristigen Entwicklung
● 2. Absicherung des Einschlussvermögens: gebirgsmechanische
Eigenschaften, Neigung zur Bildung von Wasserwegsamkeiten
● 3. Robustheit des Systems: Vermeidung/Minimierung von
Gasbildung, Temperaturverträglichkeit, Rückhaltevermögen des ewG,
hydrochemische Verhältnisse (Reaktionsträgheit), Schutz des ewG
durch das Deckgebirge
DIE ENDLAGERKOMMISSION UND DIE SUCHE NACH DEM STANDORT
MIT DER BESTMÖGLICHEN SICHERHEIT
EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF
Wesentliche Ergebnisse, planungswissenschaftliche
Abwägungskriterien:
Geologisch geeignete Standorte werden anhand einer Reihe von
Merkmalen verglichen und gegeneinander abgewogen:
● 1. Schutz des Menschen und der menschlichen Gesundheit:
Wohnbebauung, Emissionen, oberflächennahe
Trinkwassergewinnung, Hochwasserschutz
● 2. Schutz einzigartiger Natur- und Kulturgüter vor irreversiblen
Beeinträchtigungen: NATURA 2000, UNESCO Welterbe, tiefe
Trinkwassergewinnung
● 3. konkurrierende Nutzungen und Infrastruktur: Anlagen nach
Störfallverordnung, Bodenschätze, Geothermie, Erdspeicher
EIN (NICHT TECHNISCHER) AUSBLICK?
EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF
In den kommenden Jahren wird die Endlagersuche neu
strukturiert, es werden eine neue Bundesbehörde (BfE) und eine
neue Betreibergesellschaft (BGE) aufgebaut.
Die Öffentlichkeitsbeteiligung wird eine immense Bedeutung
erlangen, es werden gesellschaftliche Gremien auf nationaler,
regionaler und lokaler Ebene entstehen, die sich an dem
Standortauswahlprozess engagiert beteiligen und ihn
mitgestalten sollen.
Der Prozess und das entstehende System aus Antragsteller,
Regulator und engagierter Öffentlichkeit wird im Verfahren lernen
und sich weiter entwickeln.
EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF
Der Prozess wird bis zu Inbetriebnahme des Endlagers
Jahrzehnte dauern.
Er wird ein neue Generation von Wissenschaftlern, Ingenieuren,
Politikern und Betroffenen beschäftigen.
WANN ein Endlager für das Erbe des Atomzeitalters tatsächlich
zur Verfügung stehen wird ist offen.
DASS es ein Endlager geben MUSS, ist offensichtlich: ernsthafte
Alternativen sind nicht in Sicht.
EIN (NICHT TECHNISCHER) AUSBLICK?
RÜCKBAU KERNTECHNISCHER ANLAGEN
EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF
Vielen Dank für Ihre
Aufmerksamkeit!
Dipl.-Geol. Stefan Alt
Senior Researcher
Öko-Institut e.V.
Rheinstraße 95
D-64295 Darmstadt
Telefon: +49-6151/81910
E-Mail: s.alt@oeko.de

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Wohin mit dem Rest? Zum Verbleib radioaktiver Abfälle

  • 1. VDI FACHKONFERENZ - RÜCKBAU KERNTECHNISCHER ANLAGEN EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF Wohin mit dem Rest? Zum Verbleib radioaktiver Abfälle Dipl.-Geol. Stefan Alt Öko-Institut e.V.
  • 2. VDI FACHKONFERENZ - RÜCKBAU KERNTECHNISCHER ANLAGEN EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF Öko-Institut e.V. ist eines der europaweit führenden, unabhängigen Forschungs- und Beratungsinstitute für eine nachhaltige Zukunft. ● Gegründet 1977, gemeinnütziger Verein ● An Standorten in Freiburg, Darmstadt und Berlin ● Aktuell ca. 160 Kolleginnen und Kollegen, davon ca. 120 Natur- und Sozialwissenschaftler, Ingenieure, Juristen… ● Auftraggeber: Europäische Union, Ministerien auf Bundes- und Landesebene, Unternehmen, Stiftungen, Verbände, NGO…
  • 3. WOHIN MIT DEM REST? ZUM VERBLEIB RADIOAKTIVER ABFÄLLE EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF Das Erbe des Atomzeitalters – hoch-, mittel- und schwach-radioaktive Abfälle Das Erbe des Atomzeitalters – hoch-, mittel- und schwach-radioaktive Abfälle Das Endlager Schacht Konrad für vernachlässigbar wärmeentwickelnde Abfälle Das Endlager Schacht Konrad für vernachlässigbar wärmeentwickelnde Abfälle Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle und abgebrannter Brennelemente Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle und abgebrannter Brennelemente Die Endlagerkommission und die Suche nach dem Standort mit der bestmöglichen Sicherheit Die Endlagerkommission und die Suche nach dem Standort mit der bestmöglichen Sicherheit
  • 4. WOHIN MIT DEM REST? ZUM VERBLEIB RADIOAKTIVER ABFÄLLE EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF Das Erbe des Atomzeitalters – hoch-, mittel- und schwach-radioaktive Abfälle Das Erbe des Atomzeitalters – hoch-, mittel- und schwach-radioaktive Abfälle Das Endlager Schacht Konrad für vernachlässigbar wärmeentwickelnde Das Endlager Schacht Konrad für vernachlässigbar wärmeentwickelnde Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle und abgebrannter Brennelemente Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle und abgebrannter Brennelemente Die Endlagerkommission und die Suche nach dem Standort mit der bestmöglichen Sicherheit Die Endlagerkommission und die Suche nach dem Standort mit der bestmöglichen Sicherheit
  • 5. DAS ERBE DES ATOMZEITALTERS – HOCH-, MITTEL- UND SCHWACH- RADIOAKTIVE ABFÄLLE EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF
  • 6. DAS ERBE DES ATOMZEITALTERS – HOCH-, MITTEL- UND SCHWACH- RADIOAKTIVE ABFÄLLE EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF Radioaktive Abfälle entstehen überwiegend in und im Zusammenhang mit Kernkraftwerken: ● Bei der Urangewinnung und Brennelementherstellung: Bergbauhalden, „Tailings", abgereichertes Uran („Uran-Tails“)… ● Bei der Kernspaltung entstehen hochradioaktive Spaltprodukte (z.B. 137Cs, 90Sr, 129I,…) und Aktiniden (z.B. 239Pu). Diese verbleiben im Brennelement, solange es nicht beschädigt wird. ● Neutronen aus der Kernspaltung aktivieren Atome der Umgebung. Es entstehen radioaktive Isotope (z.B. 55Fe, 60Co, 3H, 14C). Kühlwasser, Stahleinbauten, Reaktordruckbehälter, Betonoberflächen… werden schwach radioaktiv und fallen spätestens beim Rückbau als Abfälle an. ● Sekundärabfälle, z. B. aus der Reinigung von Kühlwasser oder Bauteilen, bei Austausch und Reparatur (Filter, defekte Teile, Werkzeug, Wischlappen …).
  • 7. DAS ERBE DES ATOMZEITALTERS – HOCH-, MITTEL- UND SCHWACH- RADIOAKTIVE ABFÄLLE EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF Aus der Wiederaufarbeitung von abgebrannten Brennelementen (WAK in Karlsruhe bzw. Aufarbeitung in F und GB) stammen weitere Abfälle: ● hochradioaktive Spaltproduktlösung in Glas eingeschmolzen und Edelstahlbehälter verpackt (Glaskokillen), ● Brennstabhülsen, Tragteile des Brennelements etc. verpresst und in Edelstahlbehälter verpackt, ● Betriebs- und Rückbauabfälle (z.B. verglaste Konzentrate aus der Wasseraufbereitung). aus der WA in F und GB stammende Abfälle werden sukzessive nach Deutschland zurückgebracht, mit dem Ziel der Endlagerung. Radioaktive Abfälle fallen auch in Forschung, Industrie und Medizin an (nicht Gegenstand des Vortrags).
  • 8. DAS ERBE DES ATOMZEITALTERS – HOCH-, MITTEL- UND SCHWACH- RADIOAKTIVE ABFÄLLE EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF
  • 9. DAS ERBE DES ATOMZEITALTERS – HOCH-, MITTEL- UND SCHWACH- RADIOAKTIVE ABFÄLLE – DIE MENGEN EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF Bis 2022 werden rd. 17.200 Mg SM (Uran und Plutonium) in bestrahlten Brennelementen angefallen sein. Davon sind 10.500 Mg direkt endzulagern (derzeit 1.100 Endlagerbehälter). 6.700 Mg gingen in die Wiederaufarbeitung (nach F, GB). Von dort kommen ca. 1.400 m³ wärmeentwickelnde Abfälle zurück (derzeit etwa 300 Endlagerbehälter) Gesamtanfall wärmeentwickelnder Abfall zur Endlagerung bis zum Ende der Stromerzeugung aus Kernkraft (Stand 2014): ca. 28-30.000 m³ Abfallgebindevolumen
  • 10. DAS ERBE DES ATOMZEITALTERS – HOCH-, MITTEL- UND SCHWACH- RADIOAKTIVE ABFÄLLE – DIE MENGEN EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF Radioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung: ● Bereits endgelagert in Endlager Morsleben (ERAM): 37.000 m³ schwach- und mittelradioaktive Abfälle + 6.600 Strahlenquellen ● Abfälle aus Betrieb und Rückbau (bis 2080): rd. 300.000 m³ von KKW, WAA, Forschung, Landessammelstellen, kerntechnische Industrie ● Rückholung der Abfälle aus dem havarierten "Endlager" Schachtanlage Asse II: 47.000 m³ Abfälle + Abraum aus der Bergung + Volumenzunahme durch Neukonditionierung = bis zu 220.000 m³ ● Abgereichertes Uran aus der Urananreicherung: > 100.000 m³ ● "nicht Konrad-gängige Abfälle": > 6.000 m³
  • 11. DAS ERBE DES ATOMZEITALTERS – HOCH-, MITTEL- UND SCHWACH- RADIOAKTIVE ABFÄLLE – ENTSORGUNGSOPTIONEN IN DEUTSCHLAND EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF Für schwach- und mittelradioaktive Abfälle (mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung) wird derzeit das Endlager Schacht Konrad eingerichtet (s.u.). Bis zur Verfügbarkeit von Endlagern werden die Abfälle in Zwischenlagern verwahrt (zu hochradioaktiven Abfällen s.u.). Zur Auswahl eines Standorts für ein Endlager für insbesondere die hoch radioaktiven (wärmeentwickelnden) Abfälle hat im Zeitraum Mai 2014 bis Juni 2016 eine Kommission des deutschen Bundestags und Bundesrats (die sog. "Endlagerkommission") über ein Verfahren zur Standortauswahl beraten (s.u.).
  • 12. WOHIN MIT DEM REST? ZUM VERBLEIB RADIOAKTIVER ABFÄLLE EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF Das Erbe des Atomzeitalters – hoch-, mittel- und schwach-radioaktive Abfälle Das Erbe des Atomzeitalters – hoch-, mittel- und schwach-radioaktive Abfälle Das Endlager Schacht Konrad für vernachlässigbar wärmeentwickelnde Abfälle Das Endlager Schacht Konrad für vernachlässigbar wärmeentwickelnde Abfälle Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle und abgebrannter Brennelemente Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle und abgebrannter Brennelemente Die Endlagerkommission und die Suche nach dem Standort mit der bestmöglichen Sicherheit Die Endlagerkommission und die Suche nach dem Standort mit der bestmöglichen Sicherheit
  • 13. DAS ENDLAGER SCHACHT KONRAD FÜR VERNACHLÄSSIGBAR WÄRMEENTWICKELNDE ABFÄLLE EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF Quelle: Öko-Institut e.V.
  • 14. DAS ENDLAGER SCHACHT KONRAD FÜR VERNACHLÄSSIGBAR WÄRMEENTWICKELNDE ABFÄLLE EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF Schacht Konrad ist ein ehemaliges Eisenerzbergwerk, die Einlagerungsbereiche liegen in der Erzformation in ca. 800-850 Tiefe, überlagert von einem etwa 400 m mächtigen Schichtpaket aus Tonstein als geologischer Barriere. Das Endlager ist ausschließlich dafür vorgesehen, schwach- und mittelradioaktive Abfälle (mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung) aufzunehmen. Es ist für ein Abfallvolumen von maximal 303.000 m³ genehmigt und soll nach 2022 den Betrieb aufnehmen.
  • 15. DAS ENDLAGER SCHACHT KONRAD FÜR VERNACHLÄSSIGBAR WÄRMEENTWICKELNDE ABFÄLLE EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF Neben dem Maximalvolumen sind Annahmebedingungen definiert, die z.B. das maximal zulässige Inventar für spezifische Radionuklide (z.B. Tritium, C-14, I-129, U-235, Pu-241…) limitieren. Die Wasserrechtliche Genehmigung schränkt zusätzlich das Gesamtinventar an chemisch-toxischen Stoffen ein. Das genehmigte Einlagerungsvolumen ist weitgehend verplant: Die einzulagernden Abfälle stammen i. W. aus Betrieb, Stilllegung und Rückbau der deutschen Kernkraftwerke und der Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe, aus der Forschung und aus Landessammelstellen.
  • 16. DAS ENDLAGER SCHACHT KONRAD FÜR VERNACHLÄSSIGBAR WÄRMEENTWICKELNDE ABFÄLLE EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF Bereits heute ist bekannt, dass ein Teil der in den kommenden Jahrzehnten anfallenden oder bereits produzierten Abfälle NICHT für das Endlager Konrad in Frage kommt: ● aus der Asse zurück zu holende Abfälle ● Abfälle aus der Urananreicherung. ● weitere "nicht Konrad-gängige" Abfälle (Problemstoffe: Graphit, C-14, H-3, Th) Das Gesamtvolumen wird vorrausichtlich > 300.000 m³ betragen. Das BMUB hat im nationalen Entsorgungsprogramm (NaPro) den Bedarf formuliert, diese Abfälle bei der Suche nach einem Endlager für insbesondere hoch radioaktive Abfälle mit zu berücksichtigen.
  • 17. DAS ENDLAGER SCHACHT KONRAD FÜR VERNACHLÄSSIGBAR WÄRMEENTWICKELNDE ABFÄLLE EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF Dabei ist die Gesamtmenge unbestimmt: ● weder die Betriebsdauer der Urananreicherung, ● noch die Abfallrückholung aus der Schachtanlage Asse, ● noch die endgültige Konditionierung der derzeit "nicht Konrad- gängigen" Abfälle kann heute vollständig angegeben werden. Für in Summe > 300.000 m³ an schach- und mittelradioaktiven Abfällen steht also derzeit KEIN Entsorgungsweg zur Verfügung.
  • 18. WOHIN MIT DEM REST? ZUM VERBLEIB RADIOAKTIVER ABFÄLLE EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF Das Erbe des Atomzeitalters – hoch-, mittel- und schwach-radioaktive Abfälle Das Erbe des Atomzeitalters – hoch-, mittel- und schwach-radioaktive Abfälle Das Endlager Schacht Konrad für vernachlässigbar wärmeentwickelnde Abfälle Das Endlager Schacht Konrad für vernachlässigbar wärmeentwickelnde Abfälle Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle und abgebrannter Brennelemente Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle und abgebrannter Brennelemente Die Endlagerkommission und die Suche nach dem Standort mit der bestmöglichen Sicherheit Die Endlagerkommission und die Suche nach dem Standort mit der bestmöglichen Sicherheit
  • 19. ZWISCHENLAGERUNG HOCHRADIOAKTIVER ABFÄLLE UND ABGEBRANNTER BRENNELEMENTE EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF Ende 2014 (Stand NaPro) lagerten in Deutschland bereits ● ca. 29.000 abgebrannte Brennelemente aus Kernkraftwerken, entweder nass in Brennelementlagerbecken oder trocken in (CASTOR©)-Behältern ● ca. 100.000 m³ schwach- und mittelradioaktive Abfälle in Endlagergebinden ● ca. 17.000 m³ konditionierte, aber noch nicht endverpackte Abfallprodukte ● ca. 22.000 t noch unbehandelte Rohabfälle
  • 20. ZWISCHENLAGERUNG HOCHRADIOAKTIVER ABFÄLLE UND ABGEBRANNTER BRENNELEMENTE EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF
  • 21. ZWISCHENLAGERUNG HOCHRADIOAKTIVER ABFÄLLE UND ABGEBRANNTER BRENNELEMENTE EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF Die Situation für die hochradioaktiven Abfälle: Ein Endlager für hochradioaktive Abfälle wird voraussichtlich erst in einigen Jahrzehnten verfügbar sein. Die bestehenden Genehmigungen der Zwischenlager laufen zwischen 2034 (erstes zentrales Zwischenlager) und 2046/47 (die meisten dezentralen Zwischenlager) aus. Die Entsorgungskommission des BMUB (ESK) geht von Zwischenlagerzeiten von 65 – 100 Jahren aus (Quelle: ESK-Diskussionspapier zur verlängerten Zwischenlagerung, Okt. 2015)
  • 22. ZWISCHENLAGERUNG HOCHRADIOAKTIVER ABFÄLLE UND ABGEBRANNTER BRENNELEMENTE EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF Was ist zu tun? Diskutiert werden verschiedene Optionen: ● Verlängerung der Betriebsgenehmigungen. Die Zwischenlager an den KKW-Standorten werden nach deren Rückbau dann die letzten dort noch vorhandenen Anlagen sein. ● Neubau und dabei Reduzierung der Anzahl der Zwischenlager. Dies hätte entweder sie Suche nach neuen Standorten oder die Konzentration auf wenige der vorhandenen Standorte zur Folge. Forschungsbedarf besteht insbesondere zum längerfristigen Verhalten (d.h. zur Alterung) von Behälterinnenraum und Brennelementen.
  • 23. WOHIN MIT DEM REST? ZUM VERBLEIB RADIOAKTIVER ABFÄLLE EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF Das Erbe des Atomzeitalters – hoch-, mittel- und schwach-radioaktive Abfälle Das Erbe des Atomzeitalters – hoch-, mittel- und schwach-radioaktive Abfälle Das Endlager Schacht Konrad für vernachlässigbar wärmeentwickelnde Abfälle Das Endlager Schacht Konrad für vernachlässigbar wärmeentwickelnde Abfälle Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle und abgebrannter Brennelemente Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle und abgebrannter Brennelemente Die Endlagerkommission und die Suche nach dem Standort mit der bestmöglichen Sicherheit Die Endlagerkommission und die Suche nach dem Standort mit der bestmöglichen Sicherheit
  • 24. DIE ENDLAGERKOMMISSION UND DIE SUCHE NACH DEM STANDORT MIT DER BESTMÖGLICHEN SICHERHEIT (05/2014-06/2016) EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF Vorsitz Wissenschaft Umweltverbände Kirchen Wirtschaft Gewerkschaften Fraktionen Dt. Bundestag Landesregierungen Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe Stimmberechtigt: 8 Personen Wissenschaft 2 Personen Umweltverbände 2 Personen Kirchen 2 Personen Wirtschaft 2 Personen Gewerkschaften Nicht stimmberechtigt: „1 Person“ Vorsitz (Doppelspitze) 8 Personen Fraktionen Bundestag 8 Personen Landesregierungen 32 Mitglieder   plus Vorsitz Wissenschaft Gesellschaft Bundestag Bundesländer Vorsitz
  • 25. DIE ENDLAGERKOMMISSION UND DIE SUCHE NACH DEM STANDORT MIT DER BESTMÖGLICHEN SICHERHEIT EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF Die Endlagerkommission wurde auf Basis des Standortauswahlgesetzes (StandAG) einberufen und hatte i.W. den Auftrag ● den Standortauswahlprozess für ein Endlager für insbesondere hoch radioaktive Abfälle zu beschreiben, ● die mit dem Prozess der Standortauswahl verbundenen Beteiligung der Öffentlichkeit neu zu konzipieren und ● das StandAG zu evaluieren und Empfehlungen für seine Weiterentwicklung zu geben.
  • 26. DIE ENDLAGERKOMMISSION UND DIE SUCHE NACH DEM STANDORT MIT DER BESTMÖGLICHEN SICHERHEIT EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF Wesentliche Ergebnisse, Endlagerung: ● Es bleibt bei einer Endlagerung in einem Bergwerk in tiefen geologischen Formationen. ● Ziel des Standortauswahlprozess ist ein Endlagerstandort, der die bestmögliche Sicherheit über einen Nachweiszeitraum von 1 Mio. Jahren bietet. ● Das Konzept des einschlusswirksamen Gebirgsbereichs (ewG) wird bevorzugt, aber gegenüber früheren Definitionen erweitert, z.B. um die Ausweisung mehrerer ewG an einem Standort. ● Als Wirtsgesteine und/oder ewG kommen in Deutschland Salz-, Ton- oder Kristallingestein gleichermaßen in Frage.
  • 27. DIE ENDLAGERKOMMISSION UND DIE SUCHE NACH DEM STANDORT MIT DER BESTMÖGLICHEN SICHERHEIT EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF Wesentliche Ergebnisse, Endlagerung: ● Priorität hat die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle. ● Die Endlagerung von schwach- und mittelradioaktiven Abfällen am gleichen Standort wird als Option mitgeprüft, darf die Endlagerung der hochradioaktiven Abfälle aber nicht beeinträchtigen. ● Sie ist daran geknüpft dass Querbeeinflussungen (thermisch aus den hochradioaktiven Abfällen, chemisch aus den schwach- und mittelradioaktiven Abfällen) ausgeschlossen werden müssen.
  • 28. DIE ENDLAGERKOMMISSION UND DIE SUCHE NACH DEM STANDORT MIT DER BESTMÖGLICHEN SICHERHEIT EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF Wesentliche Ergebnisse, Standortauswahlprozess: ● Der Standortauswahlprozess soll in einem vergleichenden Verfahren unter Anwendung von geowissenschaftlichen Kriterien, Sicherheitsuntersuchungen und planungswissenschaftlichen Kriterien in einem Abwägungsprozess zu einer schrittweisen Einengung der Standortoptionen führen. ● Es gilt das Primat der Sicherheit, d.h. die geologischen Merkmale des Standorts und die Sicherheit des Endlagerkonzepts wiegen schwerer als die Merkmale der Umgebung. ● Zentrale Entscheidungen, wie die Auswahl von Standorten zur übertägigen Erkundung (Bohrungen, Geophysik), zur untertägigen Erkundung (Erkundungsbergwerke) und letztlich zur Auswahl des am besten geeigneten Endlagerstandorts treffen und fixieren Bundestag und Bundesrat per Gesetz.
  • 29. DIE ENDLAGERKOMMISSION UND DIE SUCHE NACH DEM STANDORT MIT DER BESTMÖGLICHEN SICHERHEIT EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF Wesentliche Ergebnisse, geowissenschaftliche Ausschlusskriterien: Ein Standort ist ungeeignet beim Auftreten von ● großräumigen Hebungen (im Mittel > 1 mm/a ) ● aktiven Störungszonen ● rezentem oder historischem Bergbau ● seismischer Aktivität (Erdbebenzone > 1) ● geologisch jungem Vulkanismus (Eifel, Vogtland) ● jungem Grundwasser (Tritium und C-14-Gehalt)
  • 30. DIE ENDLAGERKOMMISSION UND DIE SUCHE NACH DEM STANDORT MIT DER BESTMÖGLICHEN SICHERHEIT EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF Wesentliche Ergebnisse, geowissenschaftliche Mindestanforderungen: Ein Standort muss mindestens folgende Merkmale aufweisen: ● niedrige Gebirgsdurchlässigkeit (< 10-10 m/s) ● Mindestmächtigkeit des ewG > 100 m ● Oberfläche des ewG mindesten 300 m tief (mit spezifischen Hinweisen für Steinsalz und Tonstein) ● Flächenbedarf des Endlagers (je nach Konzept ca. 2 bis 7 km²) erfüllt ● keine die Integrität des ewG innerhalb der kommenden 1 Mio. Jahre in Frage stellenden Erkenntnisse
  • 31. DIE ENDLAGERKOMMISSION UND DIE SUCHE NACH DEM STANDORT MIT DER BESTMÖGLICHEN SICHERHEIT EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF Wesentliche Ergebnisse, geowissenschaftliche Abwägungskriterien: Standorte werden anhand einer Reihe von Merkmalen verglichen und gegeneinander abgewogen: ● 1.Güte des Einschlussvermögens und Zuverlässigkeit des Nachweises: Grundwasserströmung, Konfiguration von Wirtsgestein und ewG, räumliche Charakterisierbarkeit, Prognostizierbarkeit der langfristigen Entwicklung ● 2. Absicherung des Einschlussvermögens: gebirgsmechanische Eigenschaften, Neigung zur Bildung von Wasserwegsamkeiten ● 3. Robustheit des Systems: Vermeidung/Minimierung von Gasbildung, Temperaturverträglichkeit, Rückhaltevermögen des ewG, hydrochemische Verhältnisse (Reaktionsträgheit), Schutz des ewG durch das Deckgebirge
  • 32. DIE ENDLAGERKOMMISSION UND DIE SUCHE NACH DEM STANDORT MIT DER BESTMÖGLICHEN SICHERHEIT EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF Wesentliche Ergebnisse, planungswissenschaftliche Abwägungskriterien: Geologisch geeignete Standorte werden anhand einer Reihe von Merkmalen verglichen und gegeneinander abgewogen: ● 1. Schutz des Menschen und der menschlichen Gesundheit: Wohnbebauung, Emissionen, oberflächennahe Trinkwassergewinnung, Hochwasserschutz ● 2. Schutz einzigartiger Natur- und Kulturgüter vor irreversiblen Beeinträchtigungen: NATURA 2000, UNESCO Welterbe, tiefe Trinkwassergewinnung ● 3. konkurrierende Nutzungen und Infrastruktur: Anlagen nach Störfallverordnung, Bodenschätze, Geothermie, Erdspeicher
  • 33. EIN (NICHT TECHNISCHER) AUSBLICK? EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF In den kommenden Jahren wird die Endlagersuche neu strukturiert, es werden eine neue Bundesbehörde (BfE) und eine neue Betreibergesellschaft (BGE) aufgebaut. Die Öffentlichkeitsbeteiligung wird eine immense Bedeutung erlangen, es werden gesellschaftliche Gremien auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene entstehen, die sich an dem Standortauswahlprozess engagiert beteiligen und ihn mitgestalten sollen. Der Prozess und das entstehende System aus Antragsteller, Regulator und engagierter Öffentlichkeit wird im Verfahren lernen und sich weiter entwickeln.
  • 34. EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF Der Prozess wird bis zu Inbetriebnahme des Endlagers Jahrzehnte dauern. Er wird ein neue Generation von Wissenschaftlern, Ingenieuren, Politikern und Betroffenen beschäftigen. WANN ein Endlager für das Erbe des Atomzeitalters tatsächlich zur Verfügung stehen wird ist offen. DASS es ein Endlager geben MUSS, ist offensichtlich: ernsthafte Alternativen sind nicht in Sicht. EIN (NICHT TECHNISCHER) AUSBLICK?
  • 35. RÜCKBAU KERNTECHNISCHER ANLAGEN EINE VERANSTALTUNG DES WISSENSFORUMS 06./07.07.2016, DÜSSELDORF Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Dipl.-Geol. Stefan Alt Senior Researcher Öko-Institut e.V. Rheinstraße 95 D-64295 Darmstadt Telefon: +49-6151/81910 E-Mail: s.alt@oeko.de