Schulbibliothek
Aufbau




                          Schulbibliothek
                            Table Of Contents

Aufbau ............................................................. 4
Ausbildung .......................................................... 5
Ausleihe ............................................................ 6
Ausstattung .......................................................... 7
Autorenlesung ........................................................ 8
Berufsschule ......................................................... 9
Best Practise Grundschule .............................................. 10
Best Practise Sekundarstufe ............................................. 11
Bestandsaufbau ...................................................... 12
Bibliothek und Unterricht ................................................ 15
Bibliotheksausstatter ................................................... 16
Bibliothekscurriculum .................................................. 18
Bibliotheksdidaktik .................................................... 19
Bibliothekslehrer ...................................................... 20
Bibliotheksmöbel ...................................................... 21
Bibliothekssoftware .................................................... 22
Blockausleihe ......................................................... 24
Collection Mapping .................................................... 25
Colorado-Studie ....................................................... 26
Definition ........................................................... 27
eBook .............................................................. 28
Elternmitarbeit ....................................................... 29
ENSIL ............................................................. 30
Evaluation ........................................................... 31
Fachliteratur ......................................................... 32
Finanzierung ......................................................... 33
Forschung ........................................................... 34
Fortbildung .......................................................... 35
Fotos von Schulbibliotheken .............................................. 37
Fundraising .......................................................... 38
Ganztagsschule ....................................................... 39
Gründung ........................................................... 41
Handreichungen ...................................................... 42
home .............................................................. 43
Homepage ........................................................... 46
IASL .............................................................. 47
Informationskompetenz ................................................. 48
Institutionen ......................................................... 49
Internet ............................................................. 50
Katalogisierung ....................................................... 51




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Kindersuchmaschinen .................................................. 52
Kombinierte Schul- und öffentliche Bibliothek ................................. 53
Konzept ............................................................ 54
Kooperation ......................................................... 55
Kreatives Schreiben .................................................... 56
LAG Schulbibliotheken in Hessen e.V. ....................................... 57
Lehrerzimmer ........................................................ 58
Lerntechniken ........................................................ 59
Leseanimation ........................................................ 60
Lesefest ............................................................. 61
Leseförderung ........................................................ 62
Lesekompetenz ....................................................... 63
Lesekultur ........................................................... 64
Lesenacht ........................................................... 66
Lesende Schule ....................................................... 67
Mailing Lists ......................................................... 68
Medienkompetenz ..................................................... 69
Medienmix .......................................................... 70
Methodentraining ..................................................... 71
OPAC .............................................................. 72
Personal ............................................................ 73
PISA ............................................................... 77
Präsenzbibliothek ...................................................... 78
Qualitätssicherung ..................................................... 79
Raum .............................................................. 80
Schulbibliothek ....................................................... 81
Schulbibliothek 2.0 ..................................................... 83
Schulbibliothekarische Arbeitsstelle ......................................... 84
Schulbibliotheken weltweit ............................................... 86
Schulbibliotheksforschung ............................................... 87
Schulbibliotheksliteratur ................................................. 88
Schulbibliothekstag .................................................... 89
Schülerleistung und Schulbibliothek ......................................... 90
Schulhomepage ....................................................... 91
Schulleitung ......................................................... 92
Schulprogramm ....................................................... 93
Selbstlernzentrum ..................................................... 94
Software ............................................................ 95
Standards ........................................................... 96
Südtirol ............................................................. 97
Systematik .......................................................... 98
Unterricht in der SB .................................................... 99
Urheberrecht ........................................................ 100
Verbände .......................................................... 101
Vertretungsstunden ................................................... 102




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Web 2.0
      .............................................................                 103
Web 3.0
      .............................................................                 104
Weblog.............................................................                 105
Webquest...........................................................                 106
Weihnachtswunschzettel
                     .................................................              107
Wissenszentrum .......................................................              108
Zusammenarbeit Fachlehrer und Schulbibliothekar ..............................      109
Zusammenarbeit Schulbibliothek und öffentliche Bibliothek
                                                        ........................    110
Zusammenarbeit Schule und Bibliothek......................................          111
Zusammenarbeit von Schulbibliotheken......................................          113
Zuständigkeit ........................................................              114




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Siehe Bestandsaufbau
Siehe Handreichung
Siehe Ausstattung




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Siehe Fortbildung
Siehe Bibliothekslehrer




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Ausleihe elektronischer Medien siehe Urheberrecht




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Moderne, multifunktionale und multimediale Schulbibliotheken erfordern eine Ausstattung - Möbel,
Geräte, Medien, Raumaufteilung -, die den Anforderungen an Unterricht genügt. Untericht muss so sein:
Individualisierend, differenzierend, Selbsttätigkeit ermöglichend, forschend-entdeckend, gruppen-,
projekt-, produkt- und handlungsorientiert.

Entsprechend sollten dann in der SB vorhanden sein:
Gruppentische und Einzelarbeitsplätze, Leseecken, Sitzlandschaft,
Präsantationsfläche und -medien,
Steh-OPACS und Internetcomputer,
ein multimedialer Bestand - Bücher, Zeitungen, DVD, Internet/Intranet, Datenbanken,
Software für die Produktion multimedialer Präsentationen.

Angesichts der kurzen "Lebens"-Zyklen digitaler Geräte und der augenblicklichen Entwicklungsrichtung
zu Tabletrechnern und mobilem Internet kann eine Austattungsempfehlung letztlich nur vorläufig sein.
Erinnert sei an Sprachlabore und Video-Übertragungsanlagen, an Disketten, CD-ROMs, Röhrenmonitore
und Nadeldrucker.
Jetzt stellt sich die Frage, ob Computerräume, in denen sich 30 Schüler/innen 15 Rechner teilen mussten,
noch sinnvoll sind.
Interaktive Beamer lassen den vorerst letzten Schrei in deutschen Klassenzimmeren, die Smartboards, alt
aussehen.
Es gibt Schulbibliotheken, die ganz oder teilweise auf eBooks umgestellt haben. Auch
Notebook-Klassensätze oder ausleihbare Notebooks sind in manchen SBen vorhanden.




Liste von Bibliotheksausstattern
Siehe auch Handreichung




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Der **Friedrich-Boedecker-Kreis**, der staatliche Mittel erhält, bezuschusst Lesungen und
Schreibwerkstätten. Schulen zahlen nur einen Teil der Kosten. Der FBK ist nich in allen Bundesländern
vertreten.

Erfahrungsgemäß kommen Schülerinnen und Schüler, die eine gute Lesung erlebt haben, noch
wochenlang freiwillig in die Bibliothek. Wenn man Verlagen mitteilt, dass ein Autor kommt und man
eine kleine Buchausstellung macht, führt das auch schon mal zu einem Bücherpaket.

Was fehlt, ist ein Austausch darüber, wen man für eine erfolgreiche Lesung einladen sollte. Nicht alle
Autorinnen und Autoren, die gute Bücher schreiben, können auch gut lesen oder unterhaltsam erzählen.

Autorenlesungen sind gut geignet für die Zusammenarbeit von Schulbibliotheken und öffentlichen
Bibliotheken oder auch Buchhandlungen. Die Autorin, der Autor lesen vormittags in der Schule,
nachmittags oder abends in der öB. Man teilt sich Honorar und Reisekosten. Die Buchhandlung sponsert
vielleicht eine Lesung und macht dafür einen Büchertisch am Tag der offenen Tür.




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Arbeitshilfen
Eine umfassende Checkliste:     TippsTricksGrundschulbibliothek.pdf
Eine ausführliche Broschüre:    schulbib_brosch.pdf


Schulen

Aue-Schule Dietzenbach
Lenau-Grundschule Berlin
Grundschule am Weinberg, Neuruppin: Naturwiss. Experiment des Monats




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Eine ausführliche Arbeitshilfe der Büchereifachstelle Koblenz:   schulbib_brosch.pdf


Schulen mit Bibliothek
Hofheim
Butzbach
Haiger




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Ausgangspunkt sollte die Frage sein: Welche Bücher brauchen wir in unserer Schulbibliothek?

• Ein schulisches und ein freizeitbezogenes Leseangebot, also eine Grundversorgung mit Büchern zu
Themen des Unterrichts und Büchern, die Spaß am Lesen wecken.
• Ein ausgewogenes Verhältnis von erzählender Literatur zur Sachliteratur. Hierbei ist zu bedenken, dass
Mädchen mehr, besser und häufiger sowie eher fiktionale Texte lesen, während Jungen Sachtexte und
Texte mit informativen Inhalten vorziehen.
• Ein breit gefächertes und differenziertes Leseangebot hinsichtlich der Textlänge, Textsorte und
Textschwierigkeit; altersgemäße Inhalte und altersgemäßes Anspruchsniveau; verschiedene Gattungen an
Texten; Bücher, deren Inhalt und Ausgestaltung die Kreativität fördern. Die Einbindung anderer Medien
(Hörkassetten, CDs, Spiele, CD-ROMs, Videos, Internet), ist im Hinblick auf eine unterrichtliche oder
unterrichtsergänzende Nutzung sinnvoll.
(Nach einer Arbeitshilfe von Marie-Luise Wenndorf, Mitarbeit: Monika Soine, hrsg. vom Landesbibliothekszentrum
Rheinland-Pfalz / Büchereistelle Koblenz, 2008)


Sehr viel hängt vom Programm der Schulbibliothek ab.
Wenn eine kooperierende öffentliche Bibliothek vorhanden ist, kann in Bezug auf die belletristische
Literatur auf sie verwiesen werden oder deren Bestand auf dem Weg der Blockausleihe genutzt werden.
Als bibliotheksfachliche Faustregel gilt: 30% Belletristik, 70% Sachbuch.
Kleinere Schulbibliotheken, deren Aufgabe es ist, zum Unterricht beizutragen, empfehlen wir,
Themenschwerpunkte zu bilden. Dabei können durchaus die Fächer und Interessen der Lehrerinnen und
Lehrern berücksichtiogt werden, die die Schulbibliothek häufig nutzen.

Zielbestand
Auch für Zielbestand, den die Bibliothek einmal erreichen soll, gibt es eine bibliotheksfachliche
Empfehlung:
Für Schulen der Primarstufe empfehlen Schulbibliotheksexperten 5 - 10 Medieneinheiten (ME) pro
Schüler/in.
Für die Sekundarstufe I 10, Sekundarstufe II 10-15 ME.

Mit folgenden Mindestbeständen kann man aber schon erfolgreich arbeiten: 
Grundschule 1.500 
Mittelstufe 5.000
Oberstufe 3.000 - 5.000 ME
Dabei dürfen aber keine „Ladenhüter“ mitgezählt werden! 

Zur Zeit muss mit einem Durchschnittspreis von etwa 15 Euro kalkuliert werden (erzählende
Kinderliteratur ist günstiger, Bilderbücher und Kindersachbücher sind teurer). Der Aufbau des Bestandes
kann auf mehrere Jahre verteilt werden.

Pflege
Bücher und Medien der Schulbibliothek müssen aktuell und attraktiv sein. Zerlesene und nicht mehr
attraktive Titel müssen ersetzt werden. Oft entscheidet schon ein Cover mit altmodischen Frisuren oder
Kleidern über das Schicksal des Buches. Eine Aussonderung sollte erfolgen, wenn:
• das Buch verschmutzt und zerschlissen ist,
• das Buch inhaltlich und optisch nicht mehr attraktiv ist,




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• der Inhalt nicht mehr den neueren Erkenntnissen entspricht und ein aktuellerer Nachfolgetitel erhältlich
ist,
• das Werk nicht mehr oder nur noch selten benutzt/ausgeliehen wird.
Der jährliche Ersatzbedarf wird aus bibliotheksfachlicher Sicht mit 5-8% des Zielbestandes angegeben
(Aussonderung wegen Verlusts, Beschädigung, Inaktualität).

Präsentation
Vor allem in Grund- und Mittelstufe und wenn es um die Förderung der Lesekultur geht, sollten viele
Bücher mit dem Cover und nicht mit dem Buchrücken präsentiert werden. Zu berücksichtigen ist auch,
dass das oberste Regalbrett von den Schüler/innen noch gesehen und erreicht werden kann und dass auch
schon junge Leute sich ungern bücken und im untersten Regal nach Lektüre suchen.
Lexika, Reihen wie "Sehen-Staunen-Wissen" und "Was ist was?" sollten einen eigenen Platz haben und
nicht in der Systematik untergehen. Gerne angenommen wird auch das "Abi-Regal" mit wichtiger
Literatur für Abiturienten.

Wo gibt es Hilfe?
Öffentliche Bibliotheken haben eigene Lektorate und abonnieren Besprechungsdienste. (Tipp: Die LAG
hatte für die Mitglieder die Vorschlagsverzeichnisse der schulbibliothekarischen Arbeitsstelle der
Stadtbibliothek Frankfurt am Main für Grundschule, Mittelstufe und Oberstufe angekauft und auch dem
Kultusministerium zum Ankauf empfohlen. Diese Listen enthalten für öffentliche Bibliotheken
empfohlene Bücher und Medien, bei denen die lektorierenden Bibliothekarinnen und Bibliothekare auch
eine Eignung für Schulbibliotheken ausgesprochen haben.)
Die Erwartung, dass Fachlehrerinnen und Fachlehrer geeignete Bücher vorschlagen können, erfüllt sich
nicht immer, ihnen sollte aber Gelegenheit gegeben werden.
Schülerinnen und Schüler sollten ebenfalls Vorschläge machen können ("Wunschbuch").

Die LAG hat es über viele Jahre geschafft, vor den Sommerferien und dem Weihnachtsfest
Empfehlungslisten herauszugeben ("Sommerlesetipps", "Weihnachtswunschzettel", die zwar als
Geschenk- und Lektüretipps gedacht sind, aber auch zum Bestandaufbau herangezogen werden können.
Das gilt auch für die Listen des Projekts "Die Bibliothek in der Kiste".
Wer sich regelmäßig in den Feuilletons und mehrmals im Jahr erscheinenden Literaturbeilagen großer
Zeitungen und in Fachzeitschriften ("Eselsohr") informiert, wird sich wünschen, einen größeren Etat zu
haben.
Die Bibliotheksausstattungsfirma ekz bietet eine standing order, ein Lieferabonnement, für Kinder- und
Jugendbücher an. Die Zusammenarbeit mit einer guten Buchhandlung ist sehr empfehlenswert. Es gibt
Buchhandlungen, die ebenfalls standing orders anbieten. (Wie das z. B. Anagramm in Berlin tut.)
Moderne Antiquariate und "Bücheraktionstische" der Kaufhäuser oder Discounter sollte man im Auge
behalten.

Eine Einschränkung ist bei den hier genannten Hilfen zu machen: Eine Garantie für häufige Nutzung oder
Ausleihe gibt es nicht. Hilfreich wäre es, wenn die in den Schulbiliotheken Arbeitenden sich
untereinander austauschten und auf "gut gehende" Bücher und Medien aufmerksam machten.

Hilfreich sind die Hinweise auf schulmediothek.de. (Wenn man davon absieht, dass der Träger dieser
Seite, der Deutsche Bibliotheksverband seine Informationen gerne und ausschließlich mit Links zum
Bibliotheksausstatter ekz GmbH versieht.




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Etwas aufwändig, aber sehr hilfreich bei der Ermittlung von Stärken und Schwächen des Bestandes ist
das Collection Mapping.




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Siehe Unterricht in der Schulbiliothek!
S. a. Lesende Schule!




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Eine Liste von Schulbibliothekseinrichtern:
Bibliothekseinrichtung Lenk GmbH
Auerbacher Str. 1a, 08304 Schönheide/Erzgeb.
Tel.: 037755/509-0
Fax: 037755/509-20
E-Mail: kontakt@bibliolenk.de
Einrichtungsplanung, Einrichtungsgegenstände und Materialien
♦
Die Bibliothek (vormals BLS GmbH)
Berliner Str. 5, 16775 Löwenberger Land
Tel.:+49(0 )3309471920
Bücher in Spezialeinbänden, Bücher und andere Medien mit verbrauchsfertigen Verbuchungsmaterialien
/ Einrichtungsplanung, Lieferung von Einrichtungsgegenständen und Materialien
♦
Eichmüller Organisation GmbH
August-Mogler Str. 4, 74080 Heilbronn
Tel.: 07131/176091
Fax: 07131/164828
E-Mail: info@eichmueller.com
Internetshop: www.eurobib.com
Bibliothekseinrichtungen, Bücher- und Zeitschriftenregale, Katalogmöbel, Bücherwagen,
Signatursysteme, Material
♦
ekz.bibliotheksservice GmbH
Bismarckstraße 3, 72764 Reutlingen
Tel.: 07121/144-0
Fax: 07121/144-280
E-Mail: info@ekz.de
Einrichtungsplanung, Lieferung von Einrichtungsgegenständen und Materialien
♦
institut für bibliothek design
Germersheimer Straße 110, 67354 Römerberg
Tel.: 06232/6867-0
Fax: 06232/6867-68
E-Mail: vertrieb@bibliothek-design.de
Bibliothekseinrichtungen mit komplettem Möbelprogramm
♦
Omnithek Bibliothekseinrichtung
Kreisstraße 10, 32469 Petershagen
Tel.: 05707/9319-0
Fax: 05707/9319-19
E-Mail: info@omnithek.de
♦
C. Portmann 
Bultenstraße 11, 59387 Ascheberg
Tel.: 02593/9898-0




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Fax: 02593/9898-2
E-Mail: portmann@aol.com
Kindermöbel, auch Bibliotheksmöbel
♦
Schlapp Möbel GmbH & Co, KG
Zum Kirchborn, 61267 Neu-Anspach
Tel.: 06081/1022-0
Fax: 06081/1022-99
E-Mail: info@schlappmoebel.de
♦
Schulz Speyer Bibliothekstechnik AG
Friedrich-Ebert-Str. 2a, 67346 Speyer
Tel.: 06232/3181-0
Fax: 06232/3181-700
E-Mail: sales@schulzspeyer.de
Einrichtungsplanung
♦
Wehrfritz GmbH
August-Grosch-Straße 28-38, 96476 Bad Rodach
Tel.: 09564/929-0 Fax: 09574/929-224
E-Mail: wehrfritz@wefi.de

Kinderbibliotheksmöbel

♦♦♦
Sehr viele nützlich Informationen und eine noch längere Liste gibt es hier. Und hier gibt es weitere
nützliche Tipps.

Leider sind die Preise gelegentlich ziemlich hoch. Aber es gibt mehr als einen Anbieter.

Falls der Hausmeister im Auftrag des Schulverwaltungsamtes die Bibliotheksmöbel wegen des
Mengenrabatts gleich beim Schulmöbelausstatter mitbestellen will: Nicht jedes Regal taugt als
Bücherregal, nicht jeder Chemieraumhocker passt in eine Schulbibliothek.
Der örtliche Schreiner ist oft billiger. Wenn man aber nach 5 Jahren etwas ergänzen oder erweitern will,
ist man dankbar, wenn der ursprünglich teuere Lieferant das System noch lieferbar hält.




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Das B. ist Teil des schulischen Lehrplans. In ihm steht, welche Inhalte und welche Arbeitstechniken mit
Hilfe der Medien der SB und in den Räumen der SB unterrichtet werden.




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Auch wenn sie nicht fortgeführt wird, diese Seite ist immer noch lesenswert: www.lesedock.de




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In vielen Ländern gibt es Schulbibliotheksspezialisten: Lehrer/in oder Bibliothekar/in, die oder der
speziell für die Arbeit in Schulbibliotheken ausgebildet ist. D. h. sie oder er muss wissen, wie Schüler
lernen, wie man unterrichtet, wie man mit Fachlehrern zusammenarbeitet, wie man Informationen findet.

→ Personal




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Siehe Ausstattung




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Erstaunlich und erfreulich ist das Engagement der Softwarehersteller: Es gibt mehr als 50 Programme für
Schulbibliotheken.




         Hessen bekam auf Vorschlag der LAG Schulbibliotheken in Hessen e. V. nach einem
         mehrstufigen Auswahlverfahren 1992 eine landesweite Lizenz von LITTERA. 1300 der etwas
         über 2000 Schulen setzen es inzwischen für die Bibliothek und/oder die Lehrbuchverwaltung ein.
         Ein Blick auf die Website von Fleischmann lohnt sich, weil dort auch aktuell aus der
         Schulbibliothekswelt berichtet wird und es eine nützliche Linkliste gibt (pdf).
         Dantek , das in den dänischen Schulbibliotheken eingeführte Programm, ist auch in Deutschland
         aktiv.
         Perpustakaan heißt das Programm von Müller und Stein , das nach Aussagen des Herstellers
         selbsterklärend ist, d. h. keine Schulungen benötigt und in einer Minimalversion kostenlos ist.

Wer Informationen sucht:
Die Anbieterliste der Fachzeitschrift B.I.T nennt 52 Programme.
Eine Planungshilfe bietet die Büchereizentrale Lüneburg an.
Eine bibliothekarische Bachelorarbeit aus dem Jahr 2008 nennt Gesichtspunkte, die beim Kauf einer
Software zu bedenken sind, und listet Datenblätter von Programmen auf.

Wesentlich sind die Module für Katalogisierung und Recherche im Katalog, evtl. auch für Ausleihe, ein
OPAC sollte möglich sein. In der Regel genügen "Light"-Versionen, die für kleinere Bestände ausgelegt
sind. Fremddatenübernahme sollte möglich sein. Bei manchen Anbietern ist das recht teuer, bei anderen
kostenlos. Die Anbieter entwickeln Updates, sie geben Support, bieten Schulungen an und "hosten" den
OPAC. Sie sollten auf jeden Fall gegenüber "handgestrickten" Programmen von Schülern oder Lehrern
den Vorzug erhalten.

Besser als sich in der einzelnen Schule um die Finanzierung zu bemühen, ist es, wenn sich der
Schulträger im Rahmen der Medienentwicklungsplanung um Software und (First Level-)Support
kümmert.

Während es bei der Systematik sinnvoll ist, sich an der Stadtbibliothek zu orientieren, so es eine gibt,
muss man das bei der Katalogisierungssoftware nicht unbedingt tun. Es gibt Anbieter, die die besonderen
Belange von Schulbibliotheken besonders beachten (kleine Bestände,Übernahme der Schülerdaten aus
der Schulstatistik, Module für die Lehrbuch-/LMF-Verwaltung, Veränderung von Klassen- und
Schuljahresbezeichnungen usw.) In der Regel sind sie auch kostengünstiger, da die zu speichernden
Datenmengen geringer sind und man auch nicht alle Features braucht, die eine große Stadtbibliothek
benötigt.
Einer Zusammenarbeit Schulbibliothek/öffentliche Bibliothek stehen unterschiedliche Programme nicht
im Weg. Da braucht man nur eine offene Schnittstelle. Die ist aber nicht überall erwünscht.

Da die Software der kommerziellen Anbieter für irregulär finanzierte Schulbibliotheken teuer ist und man
mehr oder weniger gezwungen ist, Support, Update, Hosting zu abonnieren, sollte auch Open Source
Software in den Blick kommen. Das sind lizenzfreie Programme, die kostenlos genutzt und auch
verändert werden können. Es kann bei ihrer Installation nicht schaden, wenn man EDV-Fachleute an der




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Schule hat. Support und Weiterentwicklung gibt es in der Regel nicht.
Ein neuseeländisches Programm, Koha, hat aber inzwischen einen ansehnlichen Anwenderkreis, darunter
auch große Bibliotheken. Gerade für Schulen, die keine riesigen Bestände haben und IT-Kundige im
Kollegium, könnte Open Source Software zu einem Thema werden.
Von der UNESCO unterstützt wird das kostenlose Greenstone, das vor allem in Entwicklungsländern
(Asien, Lateinamerika) benutzt wird. eine deutschsprachige Version gibt es nicht.
Ein Blick über den Tellerrand lohnt, weil es anderswo auf der Welt sehr viel fortgeschrittenere
Programme gibt, z. B. Follett Destiny in USA




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Eine Form der Zusammenarbeit von Schulbibliothek und öffentlicher Bibliothek ist die Blockausleihe.

Die kooperierende öffentliche Bibliothek gibt Teile ihres Bestandes zeitlich befristet an eine
Schulbibliothek. Das können z.B.
neue Kinder- und Jugendbücher oder Themenpakete mit Jugendsachbüchern sein.
Voraussetzung ist, dass die Themenpakete dem Bedarf der Schule entsprechend zusammengestellt sind
(altersangemessen, evtl. gestaffelt) und Haftungsfragen geklärt sind.
Auch bei Klassensätzen ist eine schulübergreifende Kooperation sinnvoll. Meist wird ein Klassensatz in
einer Schule nur ein- oder zweimal im Jahr genutzt und steht die restliche Zeit im Regal.




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Schulbibliothek
Aufbau




Collection Mapping bedeutet, sich ein Bild vom Bestand der Schulbibliothek zu machen.
Anhand von Bestandszahlen in den einzelnen Systematikgruppen, der Nutzung (Ausleihe), der
Gewichtung schulischer Fächer und Themen, der Schülerzahl, des Alters der Medien und der Medienart,
können Stärken und Schwächen oder Ungleichwichte und Lücken im Bestand erkannt werden. Auf der
Basis dieser Zahlen kann die Qualität eines Bestandes besser beurteilt werden sowie gezielter erweitert
und ausgesondert werden.

Die Orientierung an Maßstäben wie: "Je mehr Bücher eine Bibliothek hat, desto besser" oder "Die
empfohlene Quote von 10 Medien pro Schüler ist erreicht" ist vergleichsweise oberflächlich und sagt
nichts über den Nutzen des Bestandes aus.

Im angelsächsischen Schulbibliothekswesen ist es eine bekannte Methode. Insbesondere David
Loertscher hat darüber publiziert: Loertscher, D.V. Collection Mapping in the LMC: Building Access in a
World of Technology. Castle Rock, CO: Hi Willow. 1996.

Es ist Bestandteil der Ausbildung zum Media Specialist. (Der Link enthält eine kurze Einführung und
eine Linkliste.)




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Schulbibliothek
Aufbau




→ Schülerleistung und Schulbibliothek




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Schulbibliothek
Aufbau




Siehe "Schulbibliothek"




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Schulbibliothek
Aufbau




Die eBooks werden nicht nur zum Verkaufserfolg bei Leser/innen. Auch in den Schulen gibt es große
Aufgeschlossenheit. Lehrbücher aller Fächer eines Schuljahres nicht mehr mitschleppen zu müssen oder
dummerweise eines zu Hause vergessen zu haben, sind kein Thema mehr. Nicht zu reden von dem
ersparten Aufwand des Ausgebens, Einsammelns, Aufbewahrens, Nachbestellens in Bundesländern mit
Lernmittelfreiheit. Allein in Hessen umfasst die Verwaltungsarbeit dafür ca. 100 Lehrerstunden, in jeder
Schule werden ein oder mehrere Räume als Magazin gebraucht. In den meisten Schulen werden die
Bücher Tage vor Ferinebeginn eingesammelt und in den ersten tagen nach Ferienende ausgegeben. Den
so bedingten Unterrichtsausfall infolge fehlender Lehrbücher hat noch niemand beklagt.

Die digitale Lektüre kann mit einer Interpretationshilfe kombiniert werden. Sach- und Fachbücher können
multimedial angereichert werden (Lexikon, Fotos, Karten, Animationen, Clips.) Die Verlage können die
Bücher über Internet aktualisieren oder korrigieren.

Ob die Nutzer/innen das "enriched e-book" wollen, ist noch nicht entschieden. Leser/-innen eines Romans
wollen sich darin vertiefen und nicht durch Bonusmaterial hindurchklicken. Untersuchungen bei
US-amerikanischen Schülern und Studenten zufolge, kommen in Zeiten der Prüfungsvorbereitung Papier,
Bleistift und gedruckte Bücher wieder zu Ehren. Man ist sich bewusst, dass die digitalen Medien die
Konzentration erschweren können. Youtube, MySpace, Internetmail u.a. sind nur einen Klick entfernt.

Noch steckt auch die Technik noch in den Kinderschuhen. Lesbarkeit, Bedienungsfreundlichkeit,
Dateiformate, vieles ist noch nicht ausgereift und nutzerfreundlich. Ein ganz großes Problem sind die
Rechte. E-Books werden i. R. nicht verkauft wie gedruckte Bücher und gehen in den Besitz des Käufers
über. Die Verlage oder Internetkonzerne erlauben digitale Kopien, Weiterverkauf oder Nutzung auf
mehreren Lesegeräten gar nicht oder nur sehr eingeschränkt.

Wenig sinnvoll erscheint, dass jede einzelne Schule eine eBooklizenz erwirbt und eine konventionelle
Ausleihe an einen einzelnen Leser "simuliert". Wünschenswert ist ein auf schulische Bedürfnisse und
junge Leser/-innen abgestimmtes Angebot. Für die elektronischen "Buchhandlungen" der
Internetkonzerne Amazon, Apple, Google stehen die Bedürfnisse von Schulen (und öffentlichen
Bibliotheken) nicht im Vordergrund. Derzeitige Lizenzbedingungen sind eher hinderlich.) Bei eBooks
bestünde die Möglichkeit ein Buch nicht einmal zu verleihen, es nach der Leihfrist zurückzuforen und
dann erneut auszuleihen. Ein eBook könnte zeitgleich mehrfach "ausgeliehen" werden.

Siehe auch im Schulbibliotheks-Weblog Basedow1764 mehrere Einträge unter dem Suchwort Kindle!




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Schulbibliothek
Aufbau




ENSIL ist der europäische Verbund für Schulbibliotheken und Informationskompetenz, 2000 am Rande
der IASL-Konferenz in Malmö angedacht, seit 2003 bestehend.




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Schulbibliothek
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Siehe auch Standards!




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Schulbibliothek
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Basics/Handreichungen


         Tipps für den Aufbau einer Schulbibliothek (pdf, 148 kb) von der Büchereizentrale Lüneburg
         Praxisbuch Schulbibliotheken von S. Wolf/K. Schuldt. Siehe dazu die Besprechung
         Richtlinien für Schulbibliotheken, Bibliotheken, Medienzentren, Informationszentren an Volks-,
         Mittel- und Berufsschulen.Grundsätze, technische Daten und praktische Beispiele. Hrsg. von der
         SAB, 2. überarb. Auflage, Solothurn 200, 80 S.
         Basics (pdf) von Dipl.-Bibl.Sabine Wolf, Seminar auf dem 2. Berlin-Brandenburgischen
         Schulbibliothekstag 2009
         Tipps und Tricks für Grundschulbibliotheken (pdf) von Lukas, Mörsberger, Velasco, Workshop
         auf dem 2. Berlin-Brandenburger SB-Tag 2009
         Einrichtungshinweise Knappe Aufzählung des Nötigsten
         Die multimediale Schulbibliothek Die AG "Multimediale Schulbibliothek" in Österreich hat einen
         Bericht veröffentlicht, der die Rolle der Schulbibliothek für das Lernen und die zukünftige
         Schulentwicklung darstellt. Mit einer 60-seitigen Handreichung zu Infrastruktur, Bestand,
         Unterricht, Bibliotheksmanagement und Aus- und Weiterbildung. Nicht mehr ganz aktuell,
         angesichts der neuesten Entwicklungen (Netbooks, iPhone), aber immer noch vergleichsweise
         fortschrittlich.

Konzepte, Architektur u. a.


         Die Schulbibliothek Ein Ort zum Arbeiten und zum Schmökern, von G. Brée und G. Schlamp, 1996 (doc, 6
         S.)
         Die Schulbibliothek Auszug aus: Schulleitungshandbuch, G. Schlamp, 2001, (doc, 26 S.)




         Schulbibliotheksbau Tipps der Berliner Senatsbibliothek, Abt. Bibliotheksbauarchiv
         Schulräume der Zukunft
         Zur Notwendigkeit von Schulbibliotheken Prof. Konrad Umlauf, Humboldt-Universität Berlin,
         gibt im Dezember 2006 eine gute Darstellung des Diskussionsstandes um Schulbibliotheken.
         Umlauf stellt pädagogische und bibliothekarische Begründungsansätze nebeneinander, sieht die
         bibliothekarische Argumentation als zu berufsständisch orientiert und beschreibt auch, wie
         Schulbibliotheken in der einschlägigen Literatur als Kostenfaktor gesehen werden.
         Publikationen aus Südtirol
         Lesecurriculum Brandenburg




Siehe auch Stichwort "Schulbibliotheksliteratur" im Weblog "Basedow1764"


Neue Medien / Informationskompetenz


         www.i-cd-rom.de/ Datenbank für Lernsoftware (ISP, SODIS)
         www.bildungsserver.de Links zum Thema "Internet für Kinder"




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Schulbibliothek
Aufbau




Was in Deutschland fehlt, ist eine gesetzliche Regelung des Schulbibliothekswesens und seiner
Finanzierung.
So lange das so ist, und es sieht nicht aus, als ob sich bald ändern würde, braucht es viel Einfallsreichtum
um Geld zu bekommen.

Der wesentliche "Konstruktionsfehler" des deutschen Schulbibliothekswesens ist, dass es keine
eindeutige gesetzliche Regelung gibt, in der Zuständigkeit und Finanzierung verbindlich beschrieben
sind.

Schulträger sollen Schulbibliotheken/Mediatheken bauen, sind aber auch nicht zu zwingen. In manchen
Schulgesetzen wird dazu nichts ausgesagt. Personalstellen zu besetzen, weigern sich die allermeisten
Schulträger. Ausnahmen gibt es im Berufsschulbereich und bei Gymnasien.
Die Gesetzgeber in Bund und Ländern hüten sich davor, den Schulträgern präzise Vorgaben zu machen.
Bei der Gesetzgebung muss das Konnektivitätsprinzip beachtet werden. Es besagt, dass derjenige, der
beschließt, auch für die Finanzierung sorgen muss. D. h. die Landtage müssten den Schulträgern das Geld
geben, mit dem diese Personalstellen in SBen bezahlen. In der Vergangenheit wurde von den
Schulträgern zumindest die Mischfinanzierung gefordert. D. h., das Land sollte sich an den Kosten für
das Schulbibliothekswesen beteiligen. In anderen Bereichen gibt es das, z. B. bei der Ausstattung der
Schulen mit EDV. Da haben Bund und Länder den zur Ausstattung der Schulen verpflichteten
kommunalen Schulträgern Millionenbeträge überwiesen. Die Medienzentren, Einrichtungen der
Schulträger für den Verleih von Medien an Schulen und Vereine, werden i. d. Regel von einem Lehrer,
einem Landesbeamten, geleitet.

Nicht einfacher wird die Situation des Schulbibliothekswesens dadurch, dass die bibliotheksfachlichen
Verbände die Schulbibliothek als Sonderform der öffentlichen Bibliothek (öB) verstehen und die
Zuständigkeit für sich reklamieren. Die Lobbyisten des öB-Wesens setzen zunehmend Bibliotheksgesetze
und Kooperationsvereinbarungen zur "Zusammenarbeit von Bibliothek und Schule" durch. In diesen sind
aber erstaunlicherweise Schulbibliotheken eher nicht benannt oder an einem unbedeutenden Platz.

Kleine Tipps um an Geld zu kommen. 




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Schulbibliothek
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Siehe Schulbibliotheksforschung




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Schulbibliothek
Aufbau




Im Rahmen der Lehrerfortbildung der Bundesländer gibt es unsystematische, man kann fast sagen,
zufällige Angebote.
In den Lehrerfortbildungseinrichtungen wird zunehmend nur das angeboten, was schulpolitisch
erwünscht ist, also die Umsetzung strategischer Lernziele, die Einführung von Bildungsstandards sowie
qualitätssteigernde oder -sichernde Maßnahmen im Unterricht.
Dennoch bleibt Platz für Wünsche und Vorschläge aus der Lehrerschaft. Es ist also möglich, auch
schulbibliotheksbezogene Themen einzubringen und die Teilnahmebescheinigung oder credit points zu
bekommen. Allerdings muss jedes Mal nachgewiesen werden, dass ein pädagogischer Bezug besteht. Das
ist dann nicht möglich, wenn es um bibliothekstechnische Fragen geht.

In Hessen war es gelungen, einen Arbeitsbereich "Schulbibliothek" im Lehrerfortbildungsinstitut
einzurichten und im Katalog jedes Jahr mehrer Veranstaltungen anzukündigen, darunter die zweijährliche
Großveranstaltung "Hessischer Schulbibliothekstag".
Nach der Schließung des Instituts werden (nicht nur bibliotheksfachliche) Fortbildungangebote von der
Landesfachstelle für öffentliche Bibliotheken zusammengestellt. Dafür wurde eine Lehrerstelle an diese
Einrichtung gegeben.

I. d. R. sind Fortbildungangebote in bibliothekarischen Institutionen Lehrkräften nicht bekannt oder
werden von ihnen nicht besucht, wenn es keine Fortbildungspunkte gibt.

Da nicht nur Lehrkräfte in Schulbibliotheken tätig sind, sondern auch ehrenamtlich arbeitende Eltern und
MItarbeiter in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen und arbeitmarktpolitischen Maßnahmen,
spielen die Kosten eine Rolle. Es gibt Fortbildungsveranstalter, die von Nichtlehrern Kostenübernahme
verlangen oder umgekehrt nur die Kosten der Nichtlehrer übernehmen.
Die Schulbibliotheksfortbildung in der hessischen Lehrerfortbildung war auch für Nichtlehrer, also Eltern
und Verwaltungsangestellte, offen. Darüber ist die Zeit hinweggegangen.

Es gibt eine verkürzte Ausbildung zum Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste, FAMI.
Aber meist sind die Voraussetzungen und Bedingungen nicht erfüllbar (dreijährige Praxis, mehrere
Wochenlehrgänge). Oder eine anschließende dauerhafte Beschäftigung in der SB ist nicht machbar.

Weiterbildung
Es gibt verschiedene Modelle für die Weiterbildung zum Bibliothekslehrer. In Südtirol können sich
Lehrkräfte qualifizieren, indem sie an mehrereren Lehrgängen (Module) teilnehmen und in einer
Examensarbeit und einem Prüfungsgespräch nachweisen, dass sie in einer Schulbibliothek pädagogisch
arbeiten können, z. B. eine Leseförderaktion oder ein Unterrichtsprojekt durchgeführt haben. Ähnlich ist
es in Dänemark. Die LAG Schulbibliotheken in Hessen hatte dem Kultusminister ein
Weiterbildungscurriculum vorgelegt, in Analogie zu anderen schulischen Weiterbildungskursen (Ethik,
Polytechnik), für die allerdings dringender Bedarf bestand. Die SB-Weiterbildung wurde abgelehnt.

In Portugal werden von Bibliotheksleitern geeignete pädagogische, dokumentarische,
medienpädagogische Qualifikationen erwartet, die nachgewiesen werden müssen, aber nicht in einem
Curriculum eigens angeboten werden. Das ist eine Aufwertung der Tätigkeit, für die es vorher keine
Ausbildungsvorschriften gab, andererseits eine sehr unaufwendige, unbürokratische Lösung.
Es kann so auf dem Weiterbildungsmarkt zu entsprechenden Angeboten kommen, wenn die Nachfrage da
ist.




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Schulbibliothek
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In Frankreich gibt es einen Ausbildungsgang zum documentaliste, der zur Leitung der Schulbibliotheken,
der centres de documentation et d´instruction, cdi, befähigt.


USA usw......


Die Ausbildung von Dipl.-Bibliothekaren mit schulbibliothekarischem Schwerpunkt haben die
Fachhochschulen für Bibliothekswesen eingestellt, da es keinen nennenswerten Arbeitsmarkt für die
Absolventen gibt.




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Fotos von Schulbibliotheken (IASL)
Fotos von Schulbibliotheken (Robin Hood Projekt, New York )
Lernräume in einer Grundschule in Südtirol




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Schulbibliothek
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im Aufbau!

Siehe auch Finanzierung




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Schulbibliothek
Aufbau




Das Interesse an Schulbibliotheken ist durch die Ausbreitung der Ganztagsschulen gewachsen.
Da Ganztagsschulen politisch umstritten sind (Zunahme der staatlichen Aufsicht über Kinder), sind die
meisten unter diesem Namen laufenden Schulen nur "ganztagsähnliche" Schulen oder freiwillige
Angebote, die eine sozialpolitische Aufgabe haben, nämlich berufstätige Eltern von der täglichen
Versorgung der Kinder zu entlasten (Mittagessen, Beaufsichtigung bei den Hausaufgaben) und
benachteiligten Kindern besser Förderung angedeihen zu lassen. Sie sind nicht vergleichbar mit
Ganztagssystemen, in denen von 9 bis 15 Uhr 30 über den Tag verteilt unterrichtet wird.

Die Gebietskörperschaften nutzten die vom Bund gezahlten Zuschüsse für Ganztagsschulbauten häufig
auch für den Bau von Schulbibliotheken. In der Regel fehlen aber Zuweisungen für deren dauerhaften
Betrieb. Vereinzelt gibt es Schulträger, die im Rahmen ihrer Aufgaben der äußeren Schulverwaltung
(Bauunterhaltung, Verwaltungspersonal) eine Schulbibliothekspauschale eingeführt haben oder über ihre
Medienzentren auch Support für Schulbibliotheken anbieten.

Da Ganztagsschulen ein besseres Personal- und Sachkosten-Budget erhalten, besteht die große Chance,
dass Schulbibliotheken daran partizipieren und somit am Schulhaushalt beteiligt sind. Dies ist bei
Schulbibliotheken, die als Zweigstellen von Stadtbibliotheken betrieben werden, nicht der Fall, bei
ehrenamtlich von Eltern geleiteten selten.

Die Regelungen in den Bundesländern sind unterschiedlich. Keinesfalls ist die Schulbibliothek in diesen
Vorschriften vorgeschrieben. Alles hängt davon ab, ob Schulträger, Schulleitung und Kollegium gewillt
sind, Personal- und Sachkosten in die Bibliothek zu investieren.Daher ist das Interesse an
Schulbibliotheken in Ganztagsangeboten vor allem darauf gerichtet, Mittags- und Betreuungsangebote in
ihr machen zu können: Leseclub, Hausaufgabenbetreuung, Schmökerecken, Internetzugang,
AG-Angebote.

Neben die bestehenden Aufgaben einer Schulbibliothek in der Halbtagsschule treten in einer Ganztagsschule bzw.
Schule mit pädagogischer Mittagsbetreuung weitere. Die längere Anwesenheit von Schülerinnen und Schülern in
der Schule ermöglicht: 
• Offene Angebote für die Mittagspause (z. B. Vorlesen, selbstständiges Arbeiten, Unterstützung bei Referaten) 
• Hausaufgabenbetreuung unter Nutzung der Bibliotheksmedien 
• Internetcafé und Mailprojekte 
• bibliotheks- und literaturbezogene Projekte und Arbeitsgemeinschaften (z. B. Leseclub, kreatives Schreiben,
Medienproduktion)

Die Schaffung dieser Angebote hat Konsequenzen: 

Für die Bibliotheksräume und –einrichtung 
Einzelarbeitsplätze, 
Gruppenarbeitsplätze, -räume 
Vorleseecken, Sitzlandschaft 
Schmökerecken 
Computerarbeitsplätze 

Für die Bücher-/Medienausstattung 
Selbstlernmedien: Trainingsbücher, Lernprogramme, Übungsmaterialien, Sprachkurse, 




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ruhige Spiele (sofern es nicht einen bibliotheksunabhängigen Spielebereich gibt) 
Ausbau des Bestandes an Kinder- und Jugendbüchern, 
Hörbücher 

Für die Personalausstattung 
Mittagsaufsicht 
verlängerte Öffnungszeiten 




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Siehe Aufbau!




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         Einrichtungshinweise Knappe Aufzählung des Nötigsten
         Tipps und Tricks für Grundschulbibliotheken (pdf) von Lukas, Mörsberger, Velasco, Workshop
         auf dem 2. Berlin-Brandenburger SB-Tag 2009
         Basics (pdf) von Dipl.-Bibl.Sabine Wolf, Seminar auf dem 2. Berlin-Brandenburgischen
         Schulbibliothekstag 2009
         Zum Aufbau einer Schulbibliothek (pdf) von der Büchereizentrale Lüneburg
         Die Schulbibliothek Auszug aus: Schulleitungshandbuch, G. Schlamp, 2001 (doc, 26 S.)
         Richtlinien für Schulbibliotheken. Bibliotheken, Mediotheken, Informationszentren an Volks-, Mittel- und
         Berufsschulen. Grundsätze, technische Daten und praktische Beispiele. Hrsg. von der SAB, 2. überarb. und erw. Aufl.
         Solothurn 2000, 80 S.


Weitere Literatur siehe Fachliteratur




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          Das Schulbibliotheks-Wiki
                       

                       

                       

                       

                       

                       




 

 

 

 


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Schulbibliothek
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Informationen und Links rund um Schulbibliotheken
                und -mediatheken
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 



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Schulbibliothek
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Eine gute Schulbibliothek ist auf der Schulhomepage prominent vertreten.
Damit wird deutlich, dass die Bibliothek als Bestandteil des Schullebens, der Schulkultur und des Lernens
in der Schule gesehen wird und nicht als fünftes Rad am Wagen.

Der Internetauftritt der SB ist die zweite Eingangstür. Die SB erreicht die Schülerinnen und Schüler da,
wo sie leben, spielen und arbeiten, 24 Stunden und sieben Tage. Eine effektive Bibliothekswebsite
ermöglicht über den OPAC den Zugang zu allen Ressourcen der Bibliothek - den Print- und den
elektronischen. Die Website der Bibliothek bietet Beratung und unterstützt das Lesen, das Lernen und den
Erwerb von Wissen und Bildung. Es können Neuerwerbungen, Termine und Aktivitäten eingetragen
werden. Die Nutzer/innen können interagieren.

Die Pflege der Schulbibliotheksseite erfordert einen gewissen Aufwand. Bei ehrenamtlicher Leitung kann
das zum Problem werden.Gut, wenn man einen Draht zu den Schüler-/innen oder Lehrer/-innen hat, die
Webmaster der Schulhomepage sind.

Einfacher ist es, einen Weblog anzulegen, zu dem von der Schulhomepage verlinkt werden kann.

Sehenswerte Schulbibliothekseiten:
Eine Liste von Seiten
Noch eine Liste
USA
Benton High School, St. Joseph, Missouri, USA
Nürtingen-Grundschule Berlin




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Schulbibliothek
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IASL, International Association of School Librarianship, ist ein Welt umspannender Verband. Er führt
jährlich an wechselnden Orten eine Großtagung durch. IASL vertritt das angelsächsische
Schulbibliothekkonzept: Die Schulbibliothek wird als Informationszentrum gesehen, in dem Schülerinnen
und Schüler die - sehr viel häufiger als in Deutschland, nahezu wöchentlich - Referate anfertigen. Hinzu
kommen Aktivitäten zur Förderung des Lesens von Kinder- und Jugendliteratur.
Zunehmend werden diese Einrichtungen als Orte zur Vermittlung von (digitaler) Informationskompetenz
verstanden. Die zunehmend dafür ausgebildeten Informationsspezialisten (school library media
specialists) bereiten mit den Fachlehrern Unterricht vor und unterstützen im Unterricht einzelne Schüler
und Gruppen oder übernehmen Lehrgänge mit der gesamten Lerngruppe zur Vermttlung von
Methodenkompetenz (Evaluation von Internetseiten, Nutzung von Suchmaschinen und Datenbanken).
Daneben gibt es weitergebildete Lehrkräfte, die teacher-librarians. Dieser Begriff wird aber oft für beide
Gruppen verwendet.
Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen, die belegen, dass qualifiziertes Personal in gut ausgestatteten
Schulbibliotheken Schülerinnen udn Schüler zu besseren Schulleistungen verhilft.

Die Arbeit von IASL konzentriert sich daher auf den Bereich Vermittlung von Informationskompetenz

IASL-Website




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Schulbibliothek
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Die Klagen, dass Schülerinnen und Schüler schlecht lesen können und überfordert scheinen,
Informationen aus Büchern und Zeitungen zu entnehmen, sind älter als PISA-Untersuchungen zur
Lesekompetenz und Klagen über kritiklosen Umgang mit Suchmaschinen.

Eine Benutzerschulung für Informationssuche im Print- und Digitalbereich wird von Bibliothekaren als
notwendig erachtet. Entsprechende Befunde bei Studentinnen und Studenten scheinen dies nahezulegen.
Wie das die UB Stuttgart macht

Für Schule wesentlicheres Ziel ist, Wissen und Bildung zu vermitteln. Das ist mehr, als Kompetenzen im
Suchen und Finden zu erwerben.
Suchmaschinen werden ständig verbessert. Die Entwicklung von Archie bis zu Google Instant ist
atemberaubend. Elektronische Bibliothekakataloge sind dagegen bisher sehr viel weniger
benutzerfreundlich. Das soll sich ändern.
Ein großer Teil der technischen Benutzerschulung (Stichworte: Syntax, Boole´sche Operatoren) kann
zunehmend wegfallen , weil die Suchmaschinen zunehmend eine "unscharfe" Eingabe erlauben (Ziel: Die
semantische Suchmaschine).
→ "Suchmaschinen für Kinder und Jugendliche", in: Basedow1764

Mit Vermittlung von Informationskompetenz befasste Hochschullehrer (Todd, Oberg, Loertscher) setzen
inzwischen auf "Guided Inquiriy". Sie sehen in der Informationssuche mehr als Benutzerschulung und
erwarten vom Schulbibliothekar bzw Infomationsspezialisten eine ganzheitliche, pädagogische Sicht des
Rechercheprozesses. Diese umfasst entwicklungs- und lernpsychologische Kenntnisse und die Fähigkeit,
bei jedem Schritt des Lernprozesses angemessen intervenieren zu können. Man könnte zum Verständnis
von "Guided Inquiry" die große Unterrichtsvorbereitung des Lehramtsreferendars heranziehen, in der für
die Planung eines Unterrichtsverlaufs das Thema und sein Bildungsinhalt, der Schüler und sein sozialer
und psychischer Entwicklungsstand analysiert sowie geeignete didaktisch-methodische Schritte erörtert
werden.
→ "Die pädagogische Wende in der information literacy", in: Basedow1764

Fraglich erscheint, ob die Vermittlung von Informationskompetenz sich allein auf den Umgang mit der
Informationsflut des Internets beziehen darf. Die schon vor der Ausrufung der digitalen
Informationsgesellschaft konstatierte Unfähigkeit, aus einem Zeitungsartikel Informationen entnehmen
und wiedergeben zu können, wird eher noch verstärkt. Erste Befunde weisen darauf hin, dass das Lesen
am Bildschirm (Hypertext) zur Veränderung von Lesegewohnheiten führt. Man klickt sich durch,
überfliegt und kopert Gefundenes in sein Referat, ohne es gedanklich durchdrungen zu haben und es mit
eigenen Worten wiedergeben zu können.

In einem umfassenderen Verständnis von Informationskompetenz müssten auch Entwicklungen in der
Medien- und Internetindustrie thematisiert werden: Werbung in Suchmaschinen, Demand media,
Nachrichtenproduktion durch PR- und Kommunikationsagenturen, Lobbyismus, Popularisierung des
öffentlich-rechtlichen Rundfunkwesens.

Informationskompetenz bei Wikipedia
Wikipedia bietet auch dem Erschöpften Trost.




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Deutschland
LAG Schulbibliotheken in Hessen e. V.
Servicestelle EDV für Schulbibliotheken in Hessen
AG der Schulbibliotheken in Berlin und Brandenburg
LAG Schulbibliotheken in Nordrhein-Westfalen

Schulbibliothekarische Arbeitsstelle der Stadtbücherei Frankfurt am Main
Schulbibliothekarische Arbeit Berlin-Treptow-Köpenick
Schulbibliothekarische Arbeitsstelle Leipzig

Deutschsprachiges Europa
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Schulbibliothek
Aufbau




Die Beziehung von Internet und (Schul-)Bibliothek ist kompliziert und wechselhaft. Mit dem Siegeszug
des Internets im wissenschaftlichen Bereich und der nachfolgenden Popularisierung erschienen
Bibliotheken als Relikte des untergehenden Gutenberg-Zeitalters. Es gab ja jetzt im wachsenden Umfang
digitale Bibliotheken und das Internet als scheinbaren, gigantischen Wissenspeicher. Nach der ersten
Euphorie ist Ernüchterung eingekehrt. Die Bibliotheken haben sich digitale Datenbanken zugelegt und
stellen Internetkataloge auf ihre Homepages. Die digitalen und gedruckten Medien erschließen sie mit
elektronischen Katalogen, die zunehmend nutzerfreundlich werden.
Die Bibliothekare suchen in der neuen Welt der digitalen Ressourcen nach einer erweiterten Aufgabe und
haben sie in der Vermittlung von "Informationskompetenz" gefunden: Auf dem Meer der Milliarden
Informationen im Internet zu surfen und dabei etwas Wissenswertes zu finden, ist nicht ganz einfach.
Deshalb müsse man Schüler/-innen und lebenslang auch Erwachsenen beibringen, richtig zu suchen,
möglichst verschiedene Suchmaschinen und spezielle Datenbanken zu nutzen, die Glaubwürdigkeit der
Anbieter zu beurteilen, verantwortungsbewusst mit copy and paste umgehen.
Auch in modernen Schulbibliotheken sind internetfähige Computer vorhanden. Im Unterricht wird ein
Medienmix erprobt, die Nutzung digitaler und nichtdigitaler Medien. Eine Form ist die Medienquest, eine
Aufgabenstellung durch die Lehrkraft, in der die Medien (Bücher, DVDs, Internetadressen als Quellen
genannt werden, mit deren Hilfe eine Präsentation oder ein Referat erarbeitet werden soll.

Mit der neuesten Generation internetfähiger Geräte (smartphone, tablet, eReader), die als mobiles Internet
bezeichnet wird, ist eine neue Herausforderung entstanden.

Wird fortgesetzt




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Schulbibliothek
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Bibliothekare studieren K. mehrere Jahre. Wer dem Link folgt, weiß, warum.




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Schulbibliothek
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Siehe "Kindersuchmaschinen" bei Basedow1764

Die Suchmaschine “Twurdy” bewertet die Lesbarkeit (Wortschatz, Satzlängen...) einer Seite und zeigt
das bei der Ergebnismeldung an:




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Schulbibliothek
Aufbau




Kombinierte Schul- und öffentliche Bibliotheken gelten als der Königsweg der
Schulbibliotheksentwicklung.

Als Vorteil wird der Synergieeffekt gesehen. Die bibliotheksfachliche Kompetenz und Qualität käme
auch der Schule bzw. Schulbibliothek zugute.Diese Betrachtung ist einseitig. Die K. wird überwiegend in
ihrer traditionellen Rolle gesehen: Ausleihe von Büchern an Schüler/innen.
Eine Evaluation gibt es nicht.
Die Zahl der Kombibibliotheken ist verschwindend gering, in Brandenburg z. B. 4 bei 800 Schulen, in
Hessen 11 bei 2000 Schulen. Es gibt neben Neueröffnungen auch immer wieder Schließungen: U. a.
Berlin, Offenbach, Wiesbaden.

In der Praxis zeigen sich zahlreiche, sicher nicht unlösbare Schwierigkeiten:


         Insbesondere ältere Nutzer/innen aus dem Stadtteil suchen ungerne Schulgelände/Schulgebäude
         auf.
         Im Bestand sind die spezifischen Belange von Schule und Unterricht wenig berücksichtigt: Z. B.
         fehlende "Bücherschwemme" bei unterrichtsrelevanten Büchern und Medien, etwa 30 für
         14-15Jährige geeignete Medien zum Thema Vulkanismus statt der für öffentliche Bibliotheken
         üblichen 3 bis 4.
         Die Belange der Zentrale haben Vorrang. Die Stadtteilbibliothekarin, Bibl.-Assistentin, wird bei
         Personalausfall in die Zentrale beordert.
         Beschränkte Öffnungszeiten stehen einer spontanen Nutzung entgegen. In den Pausen schließt die
         Bibliothekarin, weil sie allein dem Ansturm der Schüler/innen nicht gewachsen ist. (In der
         Schweiz benutzen die Lehrkräfte schon einmal die K. vormittags in eigener Verantwortung, die
         Bibliothekarin kommt nur nachmittags für die Öffentlichkeit.
         Der Einkauf erfolgt über die Zentrale, d. h. es braucht eine Zeit, bis neue Bücher ins Regal
         kommen. Nicht immer kann vor Ort kurzfrisdtig gekauft werden, z. B. wegen einer
         Autorenlesung, eines aktuellen Unterrichtthemas.
         Die besonderen Anforderungen an eine Schulbibliothek als Lernzentrum im Unterricht, die
         Erwartungen der Lehrkräfte hinsichtlich Beratung und Kooperation bei Unterrichtsplanung und
         Unterrichsdurchführung sind kein Bestandteil der Bibliothekarsausbildung und keine Aufgabe des
         Personals der K. Häufig ist die Bibliothekarin dann enttäuscht, dass die Lehrkräfte die Bibliothek
         wenig oder nicht nutzen, obwohl sie alle bibliotheksfachlichen Standards erfüllt. Dennoch gelingt
         es engagierten Bibliothekarinnen immer wieder, die Erwartungen zu erfüllen.
         Die K. löst also allein durch ihre Existenz nicht das Problem, dass teacher-librarian oder
         Schulbibliothekar eine Doppelqualifikation voraussetzt und proaktives Berufsverständnis.

Eine unverändert gültige Sekundäranalsye von Untersuchungen aus den 60er bis 90er Jahren legte Alan
Bundy 2001 vor.
Eine englischsprachige Literaturliste zum Thema K.




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Zur Bedeutung von Schulbibliotheken

IFLA-Manifest
Resolutionder LAG Schulbibliotheken in Hessen
Artikelbei "Lesen-in-Deutschland"
Entschließung des Berlin-Brandenburger Schulbibliothekstages 2009 (pdf)


Konzepte einzelner Schulen
Lesekonzept der Grundschule Hackenberg (pdf)


(Vorläufige) Beschränkung auf Schwerpunkte

Es ist empfehlenswert, sich zu überlegen, welche Ressourcen zur Verfügung stehen und welche Ziele mit
der Schulbibliotheksgründung verfolgt werden. Eine moderne, multimediale Schulbibliothek erfüllt
eigentlich mehrere Aufgaben. Sie muss aber nicht von Anfang an alle erfüllen.
Es kann eine reine __Präsenzbibliothek__ sein. Dann braucht es aber ausreichende Öffnungszeiten und
Raum zum Arbeiten. Meist ist eine Ausleihe dann doch unumgänglich.
Es kann ein Lesezentrum sein und vor allem oder ausschließlich die Lektüre von Kinder- und
Jugendbüchern gefördert werden. Für einen attraktiven, aktuellen KJL-Bestand braucht man nicht
unerhebliche Mittel. Gerade im belletristischen Bereich bietet sich eine Kooperation mit einer gut
ausgestatteten öB an. Von dort ist dann Blockausleihe möglich, so dass beispielsweise alle drei Monate
neue Bücher angeboten werden können.
Man kann sich darauf konzentrieren, die Schwerpunkte des Schulprofils zu unterstützen: Europa,
Naturwissenschaften, Umwelt, Sprachen, Schulpartnerschaften.
Früher oder später werden die Erwartungen von Schülern und Lehrern aber wachsen, die Ressourcen bei
erfolgreicher Arbeit hoffentlich auch.


Siehe auch Fachliteratur, Lesende Schule!




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Schulbibliothek
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Siehe Zusammenarbeit Schule und Bibliothek
und Zusammenarbeit Schulbibliothek und öffentliche Bibliothek




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Schulbibliothek
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Fachliteratur:
Schreibwerkstatt: Geschichten und Gedichte: Schreibaufgaben, -übungen, -spiele von Joachim Fritzsche,
Katrin Bothe, und Karl Günter Rammoser




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Die Landesarbeitsgemeinschaft Schulbibliotheken in Hessen (LAG) ist ein gemeinnütziger Verein, zu
dem sich 300 Schulen mit Bibliothek und Lehrerinnen, Lehrer, Eltern, Bibliothekarinnen und
Bibliothekare zusammengeschlossen haben. Ihr Ziel ist die Stärkung und Weiterentwicklung der
Schulbibliotheken und die Förderung des Lesens in den Schulen.

Die LAG führt Projekte durch und unterstützt die Mitglieder mit Information und Beratung.


         Sie veranstaltet den zweijährlichen Fortbildungskongress „Hessischer Schulbibliothekstag“ und
         vergibt die Auszeichnung „Schulbibliothek des Jahres“.
         Sie gibt selbst Broschüren heraus oder kauft nützliche für die Mitglieder an.
         Das Projekt "Die Bibliothek in der Kiste" gibt Bestandsempfehlungen für Schulbibliotheken.
         Gleichzeitig können die Bücher- und Medienkisten auch ausgeliehen werden.

Konzeptionell orientiert sich die LAG am international verbreiteten Modell der modernen multimedialen
Schulbibliothek als Informations- und Kulturzentrum für den Unterricht und das Schulleben.

Zu einem fortgeschrittenen Schulbibliothekssystem gehören Spezialisten, die dafür qualifiziert sind,
zusammen mit Fachlehrer/innen Unterricht zu planen und durchzuführen, die Lesekultur an der Schule zu
fördern, einzelne Schüler/innen und Gruppen bei Informationsrecherchen zu unterstützen und Kollegium
und Schulleitung bei der Qualitätsentwicklung der Schule zu beraten.

Im Internet ist die LAG mit
der Homepage www.schulbibliotheken.de, LAG in facebook,
dem Weblog „Basedow1764“ - http://basedow1764.wordpress.com,
der Mailing List „hids“ http://mailman.bildung.hessen.de/mailman/listinfo/hids und diesem
Schulbibliotheks-Wiki
präsent.

Sie arbeitet mit IASL und ENSIL zusammen und pflegt den Austausch mit Partnern in Österreich und
Südtirol.




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Ort, an dem die Schulbibliothekarin oder der Schulbibliothekar häufig sein sollte.

Lehrerinnen und Lehrer sind äußerst wichtige Adressaten. Wenn man sie davon überzeugen kann, dass
sie mit der Bibliotheksnutzung ihren Unterricht verbessern können und die Vorbereitung nicht
aufwändiger ist als beim Lehrbuchunterricht, hat man sie gewonnen.
Es ist fahrlässig, allein die Schülerinnnen und Schüler als Nutzer/innen der SB zu sehen.

Die ganze Schule sollte im Focus der Bibliothek sein. Wenn Lehrer und Schüler nicht in die Bibliothek
kommen, muss die Bibliothek zu ihnen kommen! In die Klassen, in den Schulhof, ins Lehrerzimmer.

Da Leserinnen und Leser Schulbibliotheken intensiver und erfolgreicher nutzen als Nichtleser/innen,
müssen die Schülerinnen und Schüler zu Leserinnen und Lesern gemacht werden.

Dazu ein Vidoclip: Drop everything and read! Anmerkungen zum Clip im Weblog Basedow1764




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Methoden - eine Mindmap




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→ Lesekultur




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Lesefeste Berliner Schulen
Sonnenschule Attendorn




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Siehe Lesekultur!




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Lesekompetenz in der (amerikanischen) PISA-Definition
Schwache Lesekompetenz in Hessen laut PISA. (pdf):
Der Wert für die deutschen Jugendlichen (513 Punkte) ist recht hoch; im Deutschland-Vergleich handelt
es sich um den viertbesten
Lesekompetenzwert – besser schließen lediglich Bayern (536), Baden-Württemberg (533) und Sachsen
(514), ab.
Andererseits ist das hessische Ergebnis der Jugendlichen mit Migrationshintergrund (439 Punkte) im
Bundesländervergleich das zweitschwächste. Lediglich der Stadtstaat Bremen liegt hier mit 433 Punkten
noch etwas niedriger.
Verbesserung der Lesekompetenz in der SI, Kurzbeschreibung des hessischen Projekts (pdf)
Diagnostik Linkliste
Lesecurriculum Berlin-Brandenburg Angebote für ein Konzept zur systematischen Entwicklung der
Lesekompetenz


Die Begriffe Lesekompetenz und Leseförderung werden, auch in den halbamtlichen Verlautbarungen, oft
synonym verwendet. Die klassische Leseförderung, unter der man Lesungen, Buchvorstellungen und
Bibliotheksführungen versteht, sowie die Schulbibliothek, spielen in Hessen in den amtlichen Konzepten
und Strategien keine nennenswerte Rolle. Wenn die Schjulbibliothek erwähnt wird, dann meist
zusammen mit Klassenbücherei und Leseecken.
Auffällig ist auch, dass die Projekte sich auf die S I beschränken und kaum die Vorschule und Grundstufe
im Blick haben. Reparatur statt Prävention?

Es wäre hilfreich, die Leseförderung als Leserförderung zu verstehen. Die Schulbibliothek ist attraktiv
und förderlich für Leserinnen und Leser. Für Nichtleser oder schwache Leser aber wenig bis gar nicht.
Der Leserförderung vorgelagert ist die Erziehung zum Lesen. D. h. die technische Fertigkeit des flüssigen
Lesens, des sinnentnehmenden Lesens. Die vermeintlich veralteten Begriffe des Lesenlernens und der
Leseerziehung sind gar nicht so schlecht. Bei Lesekompetenz in der PISA-Definition klingt die
angelsächsische information literacy an, bei der es um die Fähigkeit geht, Informationen zu finden, zu
verstehen, zu bewerten und zu präsenmtieren, zudem nahezu auschließlich auf digitale Medien bezogen.
Dass in Deutschland Bibliothekare den Anspruch vertreten, Lehrern und Schülern in öffentlichen
Bibliotheken diese Kompetenz beizubringen, ist erstaunlich.

Das Potential der Schulbibliothek bei der Leseerziehung ist noch nicht ausgeschöpft. Beispiele aus
England - "Drop everything and read" - zeigen, wie die Schulbibliothek nicht nur Leser/innen anzieht,
sondern auch hilft aus Nichtlesern (reluctant readers) Leser zu machen.
Es gibt erst wenige hessische Beispiele dafür, dass die Schulbibliothek in schulische Lesekonzepte
eingebunden ist: z. B. Steinwaldschule Gießen (pdf)


Siehe auch Lesekultur!




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Bücher - Lesen - Leseförderung


         www.biblio.at/rezensionen/index.htm Literaturdatenbank des österreichischen Bibliothekswerkes
         mit vielen Rezensionen
         www.ajum.de Rezensionsdatenbank der AJuM
         www.lesen-in-deutschland.de Ein Portal des Deutschen Bildungsservers
         www.lesart.org gibt Anregungen zur Leseförderung
         Autorinnen und Autoren
         Kostenlose Hörbücher
         Friedrich-Bödecker-Kreis Hilfe bei der Finanzierung von Autorenlesungen
         www.ohrliestmit.de Ein Wettbewerb für kreatives Lesen und Hören
         www.buchmarkt.de Von der Fachzeitschrift BuchMarkt. Zielgruppe sind Buchhändlerinnen und
         Buchhändler. Aber die Zusammenstellung von Adressen, Ideen und Projekten ist üppig und jeder
         Interessierte wird fündig.
         lesen-weltweit.com Informationen zur Leseförderung weltweit, Portal des DIPF, Frankfurt/M, u.a.
         unterstützt vom Goethe-Institut

Das aktuellste Buch ist wohl:
Rosebrock, Cornelia / Nix, Daniel: Grundlagen der Lesedidaktik und der systematischen schulischen
Leseförderung, Baltmannsweiler: Schneider 2008, 1244 S., 14 €. Es geht im Wesentlichen darum, wie
schwache Leser/innen besser lesen lernen. Das Buch ist theoriegeleitet, enthält aber zahlreiche
Anregungen für die Praxis.

Prof. Rosebrock hat auch die Grundlegung für die hessischen Lesekomptenzmaßnahmen verfasst. Ihr
Ausgangspunkt war das amerikanische "Reading for Understanding-Programm":
Wie sähe ein Leseprogramm aus, das allein mit der Vorgabe entworfen wäre, schwachen
LeserInnen in der zweiten Hälfte der Sekundarschulzeit auf die Beine zu helfen -- das wirklich
primär darauf focussiert wäre, 13-16-Jährigen mit schwachen Leseverstehensfähigkeiten und
entsprechend misserfolgsreichen Lerngeschichten in ihren Leseverstehensfähigkeiten zu fördern,
Jugendliche aus meist bildungsfernen sozialen Kontexten, mit Migrationshintergrund und wenig
Antrieb, das Steuer in ihrer Bildungskarriere noch einmal herum zu reißen?
Ein Leseförderprogramm, das nicht von vorne herein den Schul- und Unterrichtskonventionen kompatibel
gemacht ist, das also keine Rücksichten nehmen würde auf eingefahrene Lehrgewohnheiten und
Unterrichtsstile, auf den heimlichen Lehrplan, auf Benotungszwänge, Rahmenpläne, Vergleichsarbeiten
und so weiter und so weiter....?

Im amerikanischen Fortbildungsprogramm "Reading for Understanding" für die Lehrkräfte schwacher
Leser liegt so ein Programm vor. Hier sind all die Komponenten zusammen gedacht und in
Handlungsformen umgesetzt, die diese Jugendlichen bräuchten, um aus dem Teufelskreis schlechter
Lesefähigkeit, mangelnder (schrift)sprachlicher Kenntnisse, schwacher Schulleistung, fehlender
Motivation usw. herauszukommen: Da ist zunächst einmal die Vermittlung der Wahrnehmung, dass die
eigenen Lesefähigkeiten nicht ausreichen -- Hauptschülern fehlt oft gerade diese Erkenntnis, sie bewegen
sich in der Vorstellung, eigentlich lesen zu können und bloß aktuell oder konstitutionell zu faul dazu zu
sein. Dann die Bereitstellung und systematische Aneignung von "mentalen Werkzeugen", um den eigenen
Leseprozess auf allen Ebenen erfolgreich zu verbessern: Sie reichen vom Training der hierarchieniedrigen




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Fähigkeiten (wie etwa der mentalen Strukturierung von Sätzen) über verschiedenen Verfahren der
Selbststeuerung, die sich unter dem Etikett "Lesestrategien" sammeln lassen und im amerikanischen
Sprachraum sehr viel besser eingeführt sind als hierzulande, bis hin zur Erfahrung von Lektüre als
kultureller Praxis und Identitätsvergewisserung.

Allerdings sind diesen Schülern solche Fertigkeiten Bildungserfahrungen nicht mehr im konventionellen
Lehrer-Schüler-Verhältnis zu vermitteln. Die Antwort auf die Notwendigkeit, die eingefahrene und
strukturell gescheiterte Lehr-Lern-Routine zu verlassen, ist beispielsweise bei dem Verstehenstraining das
reciprocal teaching, die konsequente Überantwortung der Lernverfahren an die Beteiligten. Hinzu zu
diesem Lesenlernen im engeren Sinn tritt der ins Programm integrierte systematische Wissensaufbau in
verschiedenen Schulfächern. Denn Lesen ist immer "Lesen von etwas", und es braucht
domänenspezifische Kenntnisse der jeweiligen inhaltlichen und textanalytischen Dimensionen wie auch
die fachspezifischen Denkmuster, wie sie der Fachunterricht vermitteln sollte.
Das Ganze kann nicht gut gehen in einer konventionellen Hauptschulklasse. Eine Atmosphäre von
Solidarität, Zielbewusstsein und Erfolgszuversicht ist notwendig, um das Gelingen des Programms
nachhaltig zu gewährleisten und die Reflexion über das, was geschieht und geschehen muss, zu
provozieren und gemeinsam zu verarbeiten. Wer sich auf das Programm einlässt, macht Ernst mit dem
Erwerb besserer Leseleistung -- Lehrkräfte wie Schüler und Schülerinnen.
(Statement von Prof. Dr. Rosebrock zu dem amerikanischen Prgramm, zit. auf dem Hessischen
Bildugnsserver. Seite ab März 2010 nicht mehr erreichbar.)




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Lesenächte sind aufwändige, aber lohnende Veranstaltungen.
Am besten ist es, die Lesenacht auf den Freitag zu legen. Dann kann die Klasse oder Gruppe am Samstag
ungestört in der Schule frühstücken. Wenn der Hausmeister mitspielt.
Besser im Winter als im Sommer. Es kann recht kühl werden.
Wenn Prominenz zum Vorlesen kommt, der Bürgermeister z. B., wird es ein auch öffentlich beachtetes
Ereignis.




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Die SB hat den Auftrag, in die ganze Schule hineinzuwirken. Sie beschränkt sich nicht auf die Ausleihe
von Büchern.

In einer lesenden Schule gehen von der Bibliothek Impulse zur Leseförderung aus, z. B. Lesetage,
Vorlese- und Schreibprojekte. Die SB wirkt bei schulischen Veranstaltungen (Tag der offenen Tür,
Weihnachtsbasar) mit.
Das Kollegium wird hinsichtlich der Ressourcen für die Unterrichtsfächer beraten, geieignete Ressourcen
digitaler und nichtdigitaler Art werden bereitgestellt. Die Fachlehrer kooperieren mit der
Schulbibliothekarin/dem Schulbibliothekar bei Unterrichtsplanung und -durchführung, Diese übernehmen
auch die Arbeit mit Einzelnen und Gruppen, etwa bei Infomationsrecherche oder Mediennutzung.
Die SB trägt zum Erfolg des Leseunterrichts und dem Erwerb der Lesefähigkeit bei.

Soweit die Utopie.




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hids                                                Hessischer Informationsdienst Schulbibliotheken,
                                                    offen auch für Nicht-Hessen!

schulbibliotheken                                   Liste des Deutschen Bibliotheksverbandes.
                                                    Anmeldung:
                                                    schulbibliotheken-subscribe@stadt-frankfurt.de

lm-net                                              10000 Abonnenten bei der englischsprachigen
                                                    mailing list; vor allem für Nordamerika




Eine Alternative zu mailing lists sind Foren, Wikis oder Weblogs.




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Im Entstehen!

Siehe auch Informationskompetenz!




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Die Schulbibliothek macht gedruckte, audiovisuelle und digitale Medien zugänglich: Bücher,
Zeitschriften, Datenbanken, Dateien, DVDs, Hörbücher, Podcasts, Videofilme.
Ein Videoclip kann physikalische Vorgänge verstehbar machen. In einem digitalen Fachlexikon können
Vögelstimmen gehört werden. In einem sorgfältig lektorierten, mehrfach aufgelegten Buch kann ein
verständlich geschriebener und sachlich richtiger Text mit Gewinn gelesen und verstanden werden.

Die Literatur, in der ein Unterschied im Leseverhalten und -verstehen am Bildschirm und beim
gedruckten Text vermutet und beschrieben wird, nimmt zu.




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→Lerntechniken




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Online Public Access Catalogue. Der elektronische Katalog, den alle benutzen dürfen.

Am besten ist er an Stehtischen zugänglich, da geht es erfahrungsgemäß schneller als im Sitzen.

Konkurrent jeden OPACs ist Google. Da glauben die meisten, einfacher und schneller fündig zu werden.
Neuere OPACs sind Google ähnlicher geworden:
Bei den Büchern können die Cover abgebildet werden. Man kann sich Listen zusammenstellen und
speichern, Leser können Anmerkungen zu Büchern schreiben. Bei der Buchsuche können ähnliche oder
verwandte Themen abgerufen werden. Es können brauchbare Internetadressen erfasst werden. Natürlich
muss sich jemand drum kümmern und dafür Sorgen, dass alle Medien der Schule erfasst sind, neue
Internetadressen und Neuerwerbungen eingegeben werden, alles verschlagwortet ist und die Schnittstellen
zu externen Datenbanken funktionieren. Man kann den Bestand auf dem Server des Softwareherstellers
aufspielen. Dann wird dort gesichert und Neueingaben in den Bestand eingelesen.
Über einen Verbundkatalog kann man mit einer Suche die Bestände mehrerer Schulbibliotheken abfragen
oder nur in der eigenen Bibliothek suchen. Auch der Katalog der Stadtbibliothek oder des
Kreismedienzentrums kann eingebunden werden. Verbundkataloge gibt es in Freiburg i. Br. und in
Frankfurt am Main. Für ganz Hessen ist der hessen.OPAC im Aufbau.

Siehe auch "OPAC der Zukunft" und "Zukunftstaugliche OPACs" (pdf)

Der US-Bibliotheksdienstleister Follet hat seine Katalogisierungssoftware zu einem schultauglichen
Rechercheinstrument ausgebaut: Follett Destiny




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Weltweit herrscht der Typus des teacher-librarian vor, der Bibliothekslehrkraft, die pädagogische,
bibliotheksfachliche und vor allem medienpädagogische Kompetenzen durch Aus- oder
Weiterbildung erworben hat.

1.


         In Dänemark und in Südtirol gibt es Baustein-Lehrgänge als Zusatzqualifikation für Lehrkräfte,
         die mit einer Prüfung abgeschlossen werden.
         In Frankreich ist es die Ausbildung zum professeur documentaliste, die zur Leitung der
         innerschulischen Informationszentren, centre de documentation et d´information (cdi) befähigt.
         In Nordamerika und im Pazifikraum sind es die school library media specialists, anderswo
         werden sie teacher-librarians genannt. Das Curriculum für den Master in Information and
         Library Services der Rutgers University, ein drei Jahre dauernder eLearning-Kurs (in Englisch)
         und für den Master of Education in Teacher-Librarianship der University of Alberta/Kanda
         Portugal verlangt geeignete Qualifikationsnachweise (Zertifikate), ohne eine bestimmte
         Berufsausbildung oder bestimmte Lehrgänge vorzuschreiben. Es wird aber an einem
         verbindlichen Curriculum gearbeitet.
         In Österreich gibt es ein Tätigkeitsprofil. Für die Tätigkeit ist eine Ausbildung vorgeschrieben.
         Ein Praxisbeispiel aus Groß-Britannien

In Deutschland gibt es bisher keine Lösung für das Personalproblem.
Neben der fehlenden Finanzierung von SBen sind die ungeklärte Personalrekrutierung und
-finanzierung der wesentliche Hemmschuh der Schulbibliotheksentwicklung in Deutschland. Der
"Konstruktionsfehler" des deutschen Schulbibliothekswesen ist, dass es keine eindeutige gesetzliche
Regelung gibt. Teilweise wird in den Schulgesetzen der Länder die Schulbibliothek erwähnt. Sie wird
dann den Aufgaben des Schulträgers zugeordnet. Dieser behandelt Schulbibliotheken, anders als
Schulturnhallen, als freiwillige Aufgabe, genau wie das öffentliche Bibliothekswesen. Zwar bauen und
möblieren immer mehr Schulträger Schulbibliotheksräume, weder Schulträger noch das Land bezahlen
aber das Personal für diese Einrichtungen, von Ausnahmen abgesehen.

Die Ausbildung zum Dipl. Bibliothekar mit schulbibliothekarischem Schwerpunkt haben die deutschen
Bibliotheksfachhochschulen aufgegeben, weil es keinen Arbeitsmarkt für die Absolventen gibt. Faktisch
sind es Eltern, Schüler/innen, Lehrer/innen, geringfügig Beschäftigte oder zu gemeinnütziger Arbeit
verpflichtete Personen, im besten Falle Verwaltungsangestellte, noch seltener Bibliotheksassistenten
(FaMI) oder gar Diplombibliothekare, die Schulbibliotheken betreuen.

Die bibliotheksfachlichen Berufsverbände sehen in der Schulbibliothek eine Sonderform der öffentlichen
Bibliothek und mithin ihnen dort zustehende Arbeitsplätze. Ähnlich wird es auch in der Öffentlichkeit
und von der Politik gesehen. Die spezifisch pädagogische Dimension der Schulbibliothek als täglich
genutzter Lernort wird dabei vernachlässigt. Daher wird von bibliothekarischen Interessensverbänden die
Schulbibliothek vor allem als Zweigstelle einer öffentlichen Bibliothek (öB) in der Schule gesehen.
Oder die öffentliche Bibliothek firmiert selbst als außerschulischer Lernort, der die Schulbibliothek
überflüssig erscheinen lässt. Schulen werden durch "Kooperationsverträge" zwischen Landesregierungen
und dem Deutschen Bibliotheksverband e.V. aufgefordert, die Zusammenarbeit mit der öffentlichen
Bibliothek zu suchen und deren Angebote wahrzunehmen. Dies entlastet scheinbar Schulträger und auch




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Schulbibliothek
Aufbau




Landesregierungen.
Wenn die Verträge Substanz haben sollen und nicht nur deklamatorischen Charakter, führt diese Strategie
ebenfalls zu Problemen: Da die Schulträgerschaft i. d. R. bei den Landkreisen liegt, die Trägerschaft der
öB aber bei den Städten und Gemeinden, muss der Kostenaufwand, der den Bibliotheken durch Nutzung
von Schulklassen entsteht, zwischen den Gebietskörperschaften geregelt werden.
Die massenhafte Nutzung der öB als außerschulischerm Lernort und Ersatz für Schulbibliotheken
scheitert allein schon an den quantitativen Problemen: 9 Millionen Schüler/innen müssten ca. 2000
hauptamtlich geleitete öBen benutzen, deren Öffnungszeiten, räumliche, mediale und personelle
Ausstattung darauf i. d. R. nicht eingestellt ist. Auch die schul- und medienpädagogische Qualifikation
des Personals sowie der Zeit- und Transportaufwand für Lehrer und Schüler erscheinen problematisch.

Es bleibt voraussichtlich bei dem bisherigen Zustand: Eltern als treibende Kraft für die Einrichtung von
Schulbibliotheken und als ehrenamtliche Helfer, Lehrkräfte als Freiwillige, allenfalls mit minimaler
zeitlicher Entlastung, Verwaltungsangestellte und bibliothekarisches Fachpersonal, wenn Schulträger dies
wollen und finanzieren können.

2.
Da Grundsatzentscheidungen hinsichtlich Finanzierung von Personalstellen und der Qualifikation nicht
zu erwarten sind, stellt sich die Frage, was dennoch möglich ist.

Die Bundesländer sind nicht für Schulbibliotheken zuständig, sondern Landkreise und kreisfreie Städte.
Deswegen kann auf der Basis der jetzigen Regelungen von einer Landesregierung nicht erwartet werden,
Lehrer für die Leitung freizustellen oder Leiterstellen anderweitig zu besetzen. Es muss politisch gewollt
sein und die rechtliche Grundlage dafür geschaffen werden. Also, dass z. B. eine Lehrerin mit sechs
Stunden oder halber Stelle für die Leitung der SB freigestellt wird. In anderen Staaten geht das, s. o.

In Hessen übernehmen Lehrer, die zum Oberstudienrat oder Rektor für besondere Aufgaben befördert
werden wollen, eine Zusatzaufgabe. In über 300 Fällen ist das die Leitung der Schulbibliothek. Das wird
aber so nicht genannt, weil ein Landesbeamter keine Tätigkeit ausüben soll, die vom Schulträger zu
bezahlen ist. (Das geht nur beim Leiter des Kreismedienzentrums: Ein Lehrer leitet hier eine Einrichtung
des Schulträgers! Angeblich geht das auf die Nazizeit zurück.)
Bisher kann man als Lehrer allenfalls einmal eine halbe oder einige wenige sog. Anrechnungsstunden für
außerunterrichtliche Aufgaben erhalten. Dann geht i. d. R. ein anderer leer aus oder man wechselt
jährlich.

Es gibt in vielen Bundesländern Experimente mit "autonomen" Schulen. Da hat die Schulleitung Geld,
mit dem sie Honorarkräfte "einkaufen" oder sogar befristet Stellen schaffen kann. Z. B. wenn die
Schulleitung aus drei Klassen à 20 zwei Klassen à 30 macht und damit 34 Lehrerstunden einspart, darf sie
einen Teil der gesparten Stunden behalten.(Teuflische Idee!) Es gibt dabei auch die Möglichkeit,
Personalmittel in Sachmittel umzuwandeln und umgekehrt. Das ist alles haushaltsrechtliches Neuland,
aber für engagierte Schulleiter eine große Chance.

Ganztagsschulen (GTS) erhalten zusätzliche Geldmittel und einen besseren Personalschlüssel. Wenn die
Schule entsprechende Prioritäten setzt, kann sie jemanden für die Bibliothek holen, muss dann evtl. auf
den Zeitvertrag mit dem Theaterpädagogen oder dem Sozialarbeiter verzichten. Da GTS erhalten Stellen
für Sozialarbeiter. Man kann versuchen, Stundenanteile aus diesem Kontingent für die SB zu verwenden.




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Schulbibliothek
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Möglich ist, dass eine Landesregierung nicht nur Lehrer bezahlt, sondern auch pädagogische
Assistentenstellen. Da könnte eine Stelle für die Schulbibliothek dabei sein. In Frankreich gibt es das.
Lehrer machen dort weder Pausenaufsicht, Vertretungsunterricht noch Hausbesuche. Für die Bibliothek
gibt es außerdem eine speziell ausgebildete Kraft - die/der documentaliste.

In einer großen Schule mit drei Schulsekretärinnen könnte daraus auch eine halbe Stelle für die
Bibliothek abgezweigt werden. (Passiert ist es aber umgekehrt: Dort, wo es Bibliotheksstellen gab, wurde
einmal eine gute Angestellte ins Sekretariat geholt.)

Vom Land bezahlte Assistentenstellen gibt es in NRW, das läuft aber anscheinend nicht
zufriedenstellend, in RPF wurden sie abgeschafft. In Hessen hatte das Land die Schulträger, die Kreise
und Städte, zu Assistentenstellen per Verordnung gezwungen. Das fanden die gar nicht schön und haben
es nach und nach rückgängig gemacht. Heute muss ein Landesparlament, das solches beschlösse, auch die
Mittel dafür bereitstellen (Konnexitätsprinzip).

Das Land könnte den Kommunen aber auch Zuschüsse aus dem Landeshaushalt geben. Das wäre dann
Mischfinanzierung. Ist aber auch nicht beliebt, schon gar nicht im Personalbereich.

Bleibt die Zusammenarbeit mit den öffentlichen Bibliotheken. Für die Verbände des
Bibliothekswesens sind Schulen seit einigen Jahren (wieder einmal) das Land, wo Milch und Honig
fließen. Sie erhoffen sich von der Bildungspolitik Personalstellen und Geldmittel. Für sie steht die
Zusammenarbeit mit der öffentlichen Bibliothek im Vordergrund, nicht so sehr die schulinterne
Bibliothek.
Die öffentliche Bibliothek wäre der Ort der Leseförderung, der Vermittlung von Informations- und
Medienkompetenz. So heißt es in bibliothekarischen Verlautbarungen und in Bibliotheksgesetzen. Den
Bildungspolitikern kommt das gerade recht. Können sie doch Forderungen nach mehr Schulbibliotheken
mit dem Hinweis auf Kooperationen zwischen Bibliothek und Schule beantworten.

Was geht? Einem Schulträger ist es nicht verboten, Personalstellen in Schulbibliotheken zu schaffen.
Dann muss man entsprechende Haushaltsmittel einplanen. Damit ist noch nichts gewonnen, die können in
letzter Sekunde wieder rausfliegen oder eine Stellenbesetzungssperre kommt. Es geht aber theoretisch
und in einigen Landkreisen auch praktisch, es muss nur gewollt werden.

Es werden ständig neue Personalstellen in der öffentlichen Verwaltung geschaffen. Die neue
Bundesregierung hat etwa 900 neue Stellen im Regierungsapparat geschaffen. Um wie geplant zu
verhindern, dass "Reiche" in den Genuss von Elterngeld kommen, müssen in den deutschen Finanzämtern
ca. 150 Stellen neu geschaffen werden. Das kostet in etwa die erhofften Einsparungen.

Was geht noch? Ich kenne ein Lehrerkollegium(!), das eine Stelle in einer Schulbibliothek finanziert. Es
gibt Schulfördervereine, die das machen.

Es geht immer mal wieder ein zeitlich begrenztes Projekt, für das es Lehrerstunden oder befristet Stellen
gibt. Nichts fürchtet die Verwaltung aber mehr, als dass daraus dann ein dauerhafter
Beschäftigungsanspruch erwächst.




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Der Einsatz von Langzeitarbeitslosen in Schulbibliotheken erfreut sich wachsender Beliebtheit. Das ist
eine ambivalente Angelegenheit. Einerseits hat man wenigstens zeitweise jemanden. Wenn die
betreffende Person auch noch mit Kindern und Büchern umgehen kann, ist das gut für die Schule.
Andererseits verfestigt sich der Eindruck, dass man in Schulbibliotheken kein qualifiziertes Personal
braucht. Mit Schulungskursen für diesen Personenkreis weckt man Hoffnungen, dass sich ein
Beschäftigungsverhältnis ergeben könnte. Das ist so gut wie nie der Fall.
Der Bundesfreiwilligendienst, die Nachfolgeeinrichtung für den Zivildienst, der parallel zur Wehrpflicht
entfiel, könnte eine Stelle ermöglichen.
Es können auch junge Leute, z. B. zwischen Abitur und Studium benannt werden und
Teilzeit-Beschäftungsverhältnisse
Das Kontingent von 35000 Plätzen wird aber vor allem von den großen Wohlfahrtsverbänden in
Anspruch genommen.




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Schulbibliothek
Aufbau




PISA und andere Schulleistungsvergleiche werden gerne als Argument für Schulbibliotheken benutzt.
Dies muss mit Vorsicht betrachtet werden.

Die Gründe für das gute Abschneiden bei den PISA-Aufgaben sind umstritten. Die Rangsteigerung der
Bundesländer Sachsen und Thüringen bei dem zweiten PISA-E-Test ist keinesfalls auf eine verbesserte
Schulbibliotheksversorgung dieser Länder zurückzuführen. Das Schulbibliothekswesen in Finnland ist
entgegen der landläufigen Meinung nicht hoch entwickelt, allerdings das Bibliothekswesen. Die Faktoren,
die dem guten Abschneiden Finnlands zugerechnet werden, sind u.a. der geringe Anteil an Migranten und
eine Schulorgansiation, in der unbürokratisch auf Lernprobleme einzelner Schüler reagiert werden kann.
Einzig bei deutschsprqchigen Schulen in Südtirol treffen hervorragendes Abschneiden bei PISA und ein
hervorragendes Schulbibliothekswesen zu.(Allerdings weitestgehend ohne die von
Bibliotheksorganisationen geforderte Professionalisierung. In der Regel leiten weiter gebildete Lehrkräfte
die Südtiroler Schulbibliotheken). Allerdings treffen dort auch die bei Finnland vermuteten
Erfolgsfaktoren zu: Sprachlich und ethnisch homogene Lerngruppen, die überwiegend aus der
Mittelschicht und aus dem ländlichen Raum stammen.




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Schulbibliothek
Aufbau




Mit der Präsenzbibliothek erspart man sich Ausleih-, Rückgabe- und Mahnprozeduren. Die Bücher und
anderen Medien werden nicht ausgeliehen, sondern sind nur in der Schulbibliothek nutzbar.
Die Frage nach der Ausleihe, wenigstens übers Wochenende, nur Mitnahme in den Klassenraum, stellt
sich früher oder später. Für den Anfang kann die P. auf jeden Fall eine pragmatische Lösung sein.
Aber auch als dauerhafte Lösung ist sie dankbar. Dann ist allerdings sinnvoll, einen Bestand zu haben,
der entsprechend genutzt wird und nicht das Verlangen weckt, auszuleihen. Also der Verzicht auf
Belletristik.. Auch lange Öffnungszeiten sind für eine P. empfehlenswert.




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Schulbibliothek
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Siehe Standards!




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Schulbibliothek
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Möglichst zentrale Lage; Mindestgröße 50-70m2; bei mehr als 2.000 Bänden für zusätzliche 1.000
Bücher je weitere 30 m2.
 Achtung: Bei einigen tausend Büchern ist schnell die zulässige Deckenbelastung erreicht!

Raumerfordernisse (Übersicht von Buch.Zeit/Österreich)
Raumwirkung (pdf; englisch)
[[file/view/Nice_to_read_you_SB_Entw%C3%BCrfe.pdf|Nice_to_read_you]] (Utopische Entwürfe; pdf)
Lernumgebungen des 21. Jahrhunderts (pdf; englisch)
Be the Change Schulräume für das 21. Jahrhundert; englisch, pwt)




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Eine Schulbibliothek oder -mediathek ist eine Bibliothek in einer Schule. Ihre Aufgabe ist
es, Lehrern und Schülern, der Schulleitung und auch den Eltern Zugang zu Büchern und
anderen Medien zu ermöglichen. Sie erschließt alle Medien der Schule. Je nach Schulstufe
und Schulform wird es Differenzierungen im Bibliotheksprogramm und im Medienbestand geben.
Sie sollte Medienzentrum, Informations- und Kulturzentrum der Schule sein. Ihre Aufgabe
und ihre im Einklang mit dem Schulprofil stehenden Schwerpunkte sollten im
Schulprogramm beschrieben werden.
Der Medienbestand einer multimedialen Schulbibliothek orientiert sich in erster Linie am
Curriculum der Schulfächer. Er erschließt, vertieft und ergänzt das Curriculum multimedial.
Der Raum/die Räume der Schulbibliothek, das Mobiliar und die technische Ausstattung
ermöglichen individuelles Lernen und die Arbeit in Gruppen. In der multimedial
ausgestatteten Schulbibliothek kann medienpädagogisch gearbeitet werden. Insbesondere
die Informationsrecherche in Sachbüchern und digitalen Medien kann geübt werden.
Weiterhin sollte sie Lese- und Kulturzentrumsein, in dem Lesungen, Ausstellungen u. a.
Aktivitäten stattfinden.

Die Medien der Schulbibliothek werden durch einen OPAC erschlossen. Der OPAC nennt
Bücher, audiovisuelle und digitale Medien sowie Internetadressen.

Notwendig wären in einer multimedialen Schulbibliothek Spezialisten, die über
Qualifikationen als Lehrer, Bibliothekare, IT-Spezialisten und Medienpädagogen verfügen.
Schulbibliothekare oder Bibliothekslehrer entwickeln Curricula im Bereich der
Informationsrecherche und unterrichten diese auch. Sie organisieren den Bestand an
Medien für den Fachunterricht der Klassen und das selbstständige Lernen der Schüler.Sie
arbeiten mit den Fachlehrern bei Planung und Durchführung von Unterricht zusammen und
beraten die Fachbereiche bei der Anschaffung und Nutzung von Medien. In der
Leseerziehung wirken sie mit und beraten und unterstützen einzelne Schüler.
In anderen Ländern gibt es dafür Ausbildungsgänge (school library media specialist,
documentaliste). In Deutschland werden Schulbibliotheken i. d. R. von einzelnen Lehrern
und Eltern organisiert, die mit Hilfe von Schülern, ehrenamtlichen Helfern und von
Jobcentern vermittelten Hilfskräften arbeiten. Speziell ausgebildetes Personal oder Dipl.
Bibliothekare sind die Ausnahme.

Personell und sächlich gut ausgestattete Schulbibliotheken, wie sie hier beschrieben
werden, wirken sich positiv auf Schülerleistungen aus. Ergebnisse der internationalen
Wirkungsforschung sind:


         Schülerleistungen steigen in Schulen mit guten Schulbibliotheken, unabhängig vom sozioökonomischen Status
         des Elternhauses.
         Die Ergebnisse in Leseleistungstests sind besser.
         Mehrere Dimensionen der Lesefähigkeit werden verbessert: Wortschatz, Grammatik, Rechtschreibung,
         Schreibstil.
         Referate und Präsentationen sind fundierter.




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In Anlehnung an den Artikel "School library" im amerikanischen Wikipedia.und das
Schulbibliotheksmanifest der LAG Schulbibliotheken in Hessen (1999)




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Schulbibliothek
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Mit dem Ausdruck "Schulbibliothek 2.0" ist die Rolle der Schulbibliothek als Lernort im "digitalen
Zeitalter" gemeint. Ihre Nutzung geht über den Wissenspeicher mit Bücherregalen und Ausleihtheke
hinaus. Die Schulbibliothek wird zum Ort, an dem mittels neuerer digitaler Werkzeuge (Stichwort Web
2.0) mehr Kommunikation und Interaktion möglich wird.

Im engeren Sinn meint "2.0" ein Internet, das nicht mehr nur die Einwegkommunikation zu Portalseiten
und Homepages ermöglicht ("1.0"), sondern ein dezentrales Internet, das von der Kommunikation der
Nutzer untereinander lebt und noch nie dagewesene Möglichkeiten von Interaktion, Information und
Kooperation ermöglicht (Stichworte: Wikipedia, Facebook, Myspace, Twitter). Analog dazu steht
Schulbibliothek2.0 für eine Einrichtung, die diese Anwendungen ebenfalls nutzt.

Mit der Entwicklung des Internets einher ging die Annahme, dass Bibliotheken als standortgebundene
pysische Wissenspeicher überflüssig würden, da ja das Internet eine riesige Bibliothek sei. Wichtig seien
nur noch Suchen und Finden. Dies zu trainieren, wäre die zukünftige Aufgabe von Bibliothekaren. Diese
Hypothese aus der Frühzeit des Internets hat sich als falsch erwiesen. Es werden weiterhin
Universitätsbibliotheken gebaut, die auch EDV und Internet mit Erfolg integrieren.
Die Auffassung, wichtiger als etwas zu wissen, sei es, zu wissen wo es steht, war schon vor dem Aufstieg
des Internets eine vorübergehende pädagigsche Mode geblieben. Daher sollte auch bei der Fokussierung
auf die Vermittlung von Informationskompetenz als Aufgabe von Schule und Bibliothek der Erwerb von
Wissen und Bildung - der Lernstoff - nicht vernachlässigt werden.

Das Internet ist keine riesige Bibliothek geworden. Es wirft Probleme technischer (Netzzugang in
ländlichen Gebieten), finanzieller (Zugangs- und Gerätekosten für die privaten und öffentlichen
Haushalte), sozialer (digital divide) und datenschutzrechtlicher Art auf. Es ist aus einem Instrument der
scientific community, das es nach seinen militärischen Anfängen vor allem war, eine Erfindung von
hoher ökonomischer Bedeutung geworden, mit Oligo- und Monopolisierungstendenzen.

Es ist strittig, ob und wie die Qualität der digital abrufbaren Informationen (Stichworte: Creative
Commons, kostenlose Nachrichtenangebote, "Schwarmintelligenz") gesichert werden kann.

Mit der Entstehung des des mobilen Internets wird sich die SB der Frage stellen müssen, ob sie als
physische Einrichtung noch nötig ist, wenn Schule und Schülerinnen und Schüler über mobile Geräte
(Handy, Smartphone, Smartboard, eBook-Reader) verfügen, die mehr Nutzen versprechen als die
Nutzung einer Schulbibliothek. Es gibt erste Erfahrungen mit Bildungseinrichtungen (vor allem in USA),
die die Bücheregale wegräumen und allein auf digitale Medien setzen.

Die Schulbibliothek hat Überlebenschancen, wenn man sie als Raum voller Lernmöglichkeiten begreift,
der mehr ist als ein Büchermagazin. Es gibt unter dem Stichwort "learning commons" vor allem in den
USA (David Loertscher, Ross Todd) für die "digital natives" Lernumgebungen zu konzipeiren, die eine
hohe Aufenthaltsqualität haben, individuelles Lesen und Lernen, aber auch Team- und Gruppenarbeit
ermöglichen.




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Die schulbibliothekarische Arbeitsstelle (SBA) ist eine Dienstleistungszentrale, die Schulbibliotheken
einer Gebietskörperschaft (Stadt, Bezirk, Landkreis) in ihrer Arbeit unterstützt.

Aufgaben einer SBA sind.


         Förderung des kompetenten Umgangs mit neuen und alten Medien
         Qualifizierungsangebote in technischer und „kultureller“ Medienkompetenz
         Sicherstellung einer zeitgemäßen Medienausstattung der Schulbibliotheken
         Koordinierte und sparsame Verwendung der Haushaltsmittel des Schulträgers
         Entlastung der einzelnen Schule durch Bereitstellung von Materialien (z. B. Blockausleihe,
         Bücher- und Medienkisten), durch Training und Support

Im Einzelnen:




EDV- und Medienausstattung der Schulen
         Mitarbeit bei der Entwicklung der Medienkonzepte der Schulen
         Planung und Koordination der EDV- und Medienausstattung
         Unterstützung bei der Einrichtung und Betreuung von EDV-Netzwerken in Schulen
         Gemeinsamer Einkauf von Hard- und Software
         Reparaturdienst (incl. Outsourcing-Lösungen)

Medienwerkstatt und Fortbildungszentrum
         Kreative Nutzung der Medien
         Digitale Bild- und Videobearbeitung
         „Multimediale Lernwerkstatt“
         Information über und Kennenlernen von Software, CD-ROM
         Erstellen von Internetseiten (HTML)
         Desktop-Publishing (DTP)
         Schulung der ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen in den Schulbibliotheken
         Schulung der Nutzerinnen und Nutzer der AV-Geräte
         Schulung im EDV- und Internetbereich

Ausleihzentrale für Medien und AV-Geräte
         Ausleihe von: Video, Film, Tonkassette, CD, DVD, Büchern, Klassensätzen, Medienkisten
         (soweit noch nicht Download)
         Videokameras u.a. Geräten (z. B. Klassensatz Fotoapparate)

Schulbibliotheksservice


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         Kontinuierliche Beratung der Schulen und Schulbibliotheken in allen Fragen der
         Bibliothekstechnik, -pädagogik und Leseförderung,
         Mitwirkung bei der Entwicklung schulischer Bibliothekskonzepte
         Unterstützung der Schulen bei der Katalogisierung, beim OPAC
         Koordination von Aktivitäten der Schulen (z.B. Lesereisen von Autoren organisieren)
         Unterstützung der Schulen bei der Durchführung von Projekttagen, Unterricht, Ausstellungen,
         Lesungen und Schreibwerkstätten
         Bereitstellung eines Ergänzungsbestandes für Schulbibliotheken
         Zusammenstellung und Auslieferung von Sach- und belletristischer Literatur für
         Unterrichtsvorhaben („Bücherkisten“, „Medienkisten“, „Blockausleihe“, „Klassensätze“),
         Übernahme des Medientransports in die Schulen

Schulbibliothekarische Arbeitsstellen sollen nach bibliotheksfachlichem Verständnis an öffentlichen
Bibliotheken vorhanden sein. Sie sind nicht sehr verbreitet. Vor allem in Großstädten mit großen
Stadtbüchereien gibt es sie, z.B. Hamburg, Frankfurt am Main.
Im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick ist die SBA Teil der Schulverwaltung.

1992 entstand in Hessen der Plan, in jedem Landkreis nach dem Vorbild der dänischen "Amtszentralen"
ein medienpädagogisches Zentrum einzurichten, das auch schulbibliothekarischen Support anbietet. Das
wurde nicht realisiert.

Geeignete Träger der SBA könnten die zu Medienzentren modernisierten Kreisbildstellen sein. Im
hessischen Lahn-Dill-Kreis existiert inzwischen ein solches Zentrum, das von Bibliotheksverbänden als
vorbildlich betrachtet wird.




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Einen Überblick über das Schulbibliothekswesen in 61(!) europäischen Staaten gibt die
Schulbibliothekarin Helen Boelens in ihrer Dissertation (2010)




Brasilien
Seit 2009 verlangt ein Gesetz, dass jede Schule eine Bibliothek haben
muss.

Finnland
Hat nur wenige Schulbibliotheken, dafür gute öffentliche Bibliotheken.
(Die Aussage, dass gue PISA-Länder ein gutes Schulbibliothekswesen
hätten, ist mit Vorsicht zu betrachten.)

Frankreich

Griechenland

Groß-Britannien
(Video, 6 min),
Schulbibliotheken seit 1999

Kanada

Österreich
Ein ausführlicher Artikel beim Bibliothekenservice für Schulen

Polen

Portugal
Bericht von einer ARION-Studienfahrt

Schweden
Im novellierten schwedischen Schulgesetz von 2011 wird eine Schulbibliothek in jeder Schule verlangt.

Schweiz
Die Situation der Schulbibliotheken in der Schweiz hängt von der
Finanzkraft der einzelnen Kantone ab und ist daher unterschiedlich.
Einen Eindruck vermittelt das Portal der Kantonsschulen von Zürich.
Ein Bericht (doc) von einer Studienfahrt zu Schweizer
Schulbibliotheken.

Südtirol
Schulbibliotheken seit 1990




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Für Deutschland mag es ungewohnt sein, aber es gibt Forschung zu Schulbibliotheken!

Es gab eine verdienstvolle Dissertation der Dipl. Bibliothekarin Helga Neumann, die die Situation in den
Bundesländern beschrieb, nicht zuletzt die rechtliche Dimension: Der programmatische Titel lautete "Die
bildungspolitische und pädagogische Aufgabe von Schulbibliotheken" (Würzburg: Könighsausen und
Neumann, 1988). Die Arbeit leistete eine Begründung der SB aus bildungspolitischer und
schulpädagogischer Sicht.

Für die deutschsprachige Erziehungswissenschaft, sogar auch für die Lese- und Leserforschung, ist die
Schulbibliothek bisher kein Untersuchungsgegenstand. Nicht zuletzt liegt das daran, dass
Schulbibliotheken für wissenschaftliche Arbeiten wenig tauglich sind, weil sie nicht normiert sind und
nicht zum schulischen Regelbetrieb gehören.
In der Bibliothekarsausbildung nehmen die Prüfungsarbeiten zum Thema Schulbibliotheken zu. Dabei
handelt es sich i. d. R. um (Einzel-)Fallstudien und Bestandsaufnahmen. Die Schulbibliothek wird als
Sonder- oder Unterform der öffentlichen Bibliothek gesehen. Interdisziplinäre Ansätze gibt es nicht.

Anders ist es in der angelsächsisch-pazifischen Welt. Das mag daran liegen, dass es in diesen Ländern
spezielle Ausbildungsgänge für Schulbibliothekare gibt (school library media specialist, schoollibrarian).
Aber auch in den führenden SB-Ländern (USA, Australien, Kanada) sind Schulbibliotheken und
spezifisch ausgebildetes Personal nicht unumstritten. Daher ist eine rege Forschung entstanden, die den
Nachweis führt, dass Schulbibliotheken nicht unerheblich zu guten Schülerleistungen beiträgt.
Ein Schwerpunkt ist dabei die Informationskompetenz, die Fähigkeit sich im Internet und in Datenbanken
Informationen zu beschaffen, sie zu bewerten und im eigenen Lernzusammenhang zu nutzen. Die dabei
entstandenen Konzeptionen sind über die Vermittlung instrumenteller Fertigkeiten (Katalogbenutzung,
Suchmaschinen nutzen können) hinaus gewachsen und verstehen Recherche als einen pädagogischen,
lerntheoretisch und lernpsychologisch begründeten Prozess, der von Fachlehrern und
Informationsspezialisten begleitet wird.
Siehe Guided Inquiry 

Ähnliche Bedeutung wie die Dissertation von Helga Neumann könnte die für 2010 angekündigte
Dissertation von Helen Boelens erlangen, einer Schulbibliothekarin, die in einer niederländischen Schule
eine Bibliothek als Lern- und Wissenszentrum realisiert hat (Kalsbeek-College) . Sie stellt die
Schulbibliothekssituation in 61(!) europäischen Staaten zusammen und versucht, ein Konzept für eine
europäische Schulbibliotheksentwicklung und Schulbibliothekarsausbildung zu entwickeln.

Links zu US-Forschern: David Loertscher CISSL (Ross Todd und andere)
 




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Siehe Fachliteratur




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Schulbibliothekstage sind Fortbildungsveranstaltungen zu Themen rund um die
Schulbibliothek/Mediothek. Nach dem Vorbild der Konferenz des Weltschulbibliotheksverbandes IASL
und Tagungen vor allem angelsächsischer Schulbibliotheksvereinigungen finden nun auch im
deutschsprachigen Raum zunehmend solche Veranstaltungen statt. Die älteste und größte ist der
Hessische Schulbibliothekstag, der seit Ende der 80er Jahre an jeweils wechselnden Schulen mit
Bibliothek stattfindet und von jeweils 3-400 Teilnehmer/innen besucht wird.

Die Themenpalette ist breit gefächert. Mit ihr wird deutlich, dass die Schulbibliothek mehr ist als ein
Raum mit Bücherregalen und einem regelgerecht angelegten Katalog: Lesen, Vorlesen, Kreatives
Schreiben, Aktionen der Leseförderung, Zugang zu Kinder- und Jugendliteratur, Medienpädagogik,
Fundraising, Elternmitarbeit, Recherchetraining, Nutzung der EDV und des Internets, Fragen der
Einrichtung und Ausstattung.

Schulbibliothekstage finden auch in Österreich, Berlin-Brandenburg (seit 2008), in Bayern (seit 2009),
Schleswig-Holstein (seit 2009), in Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt statt.




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Schulbibliothek
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Es gibt mehrere Untersuchungen, in denen nachgewiesen wird, dass Schülerinnen und Schüler aus
Schulen mit guten Schulbibliotheken bessere Testwerte und Noten erhalten. Die bekannteste ist die
Colorado-Studie. Eine Panel-Untersuchung, an der inzwischen über eine Million Schülerinnen und
Schüler beteiligt sind.


         Link zur Colorado-Studie, die jetzt den Titel "School Libraries Work!" trägt, und ein Kommentar
         dazu im Weblog Basedow1764
         Delaware-Recommendations (pdf)
         Eine Studie aus Kalifornien aus dem Jahr 2008 hat eine besonders hohe Korrelation zwischen
         guten Schulbibliotheken und Schülerleistungen festgestellt.
         17 kommentierte Links zu Studien, in denen ein Zusammenhang zwischen guten
         Schulbibliotheken und guten Schülerleistungen nachgewiesen wird. Eine Liste des internationalen
         Schulbibliotheksverbands IASL: (In Englisch)
         11 Linkszu Studien in pdf-Dateien (Australien und USA; in Englisch)

In der deutschen Diskussion dieser Ergebnisse wird gelegentlich übersehen, dass sie für
Schulbibliotheken gelten, die hohe Standards in der personellen und sächlichen Ausstattung erreichen.
Da gut ausgestattete Schulbibliotheken in Deutschland nicht die Regel sind, werden sie in der
Erziehungswissenschaft, insbesondere in der Leseforschung, kaum beachtet. Die hier
zusammengetragenen Forschungsergebnisse sind Erziehungswissenschaftler/innen und
Leseforscher/innen unbekannt. (Erfahrung aus Gesprächen)




 




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Schulbibliothek
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Siehe Homepage!




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Schulbibliothek
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Die Rolle der Schulleitung kann nicht überschätzt werden. Gegen eine uninteressierte, gleichgültige, gar
ablehnende Schulleitung hat es die SB schwer. Man braucht zumindest einen langen Atem, um die
Schulleitung zu überzeugen.
Gute Schulleitungen haben die Zuständigkeit für die Bibliothek im Geschäftsverteilungsplan vorgesehen.
Sie ziehen die Leitung der SB zu Schulleitungskonferenzen hinzu. Sie signalisieren gegenüber dem
Kollegium, dass sie die SB für wichtig erachten. Sie sorgen dafür, dass sie am Schulhaushalt partizipiert.
Und sie lassen sich auch immer wieder einmal in der SB blicken!

Für englische Schulbibliothekarinnen ist es ein Merkmal der Wertschätzung, wen sie als Ansprechpartner
haben, den Fachbereichsleiter, den Stellvertreter oder die Schulleiterin selbst.

Siehe: "Schulbibliothek: Eine Aufgabe für die Schulleitung!" in b:sl 2/2011

Es ist in USA auch wissenschaftlichbelegt:Schüler/-innen schneiden umso besser im
Schulleistungstest des Bundesstaates Idaho ab, je bedeutsamer die Schulbibliothek für die
Schulleiter ist.




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Schulbibliothek
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Das Schulprogramm beschreibt die Arbeitsziele und Arbeitsschwerpunkte der Schule. Die
Schulbibliothek trägt als Teil der Schule zum Erreichen der Arbeitsziele bei. Sie sollte also mit ihren
Zielen, Aufgaben und Schwerpunkten im Lesecurriculum, in der Lesekultur, im Curriculum beschrieben
werden.
Dieser Videoclip (in Englisch) zeigt sehr anschaulich, was eine Schulbibliothek zu leisten vermag.




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Schulbibliothek
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Die Schulbibliothek kann zur Differenzierung beitragen. Sie kann schneller lernenden und an mehr
Wissen interessierten Schülerinnen und Schülern zusätzliche Angebote machen, z. B. vertiefende
Informationen in den Sachfächern oder intensives Sprachtraining in Selbstlernkursen. Entsprechendes gilt
für andere Zielgruppen: Kinder mit Lernschwierigkeiten, Kinder mit "Migrationshintergrund".

Das ist im digitalen und nichtdigitalen Bestand, in der Geräteausstattung und im Raumangebot
entsprechend umzusetzen. Nicht zuletzt: Auch im "Selbstlernzentrum" schadet es nicht, wenn
Schüler/innen von kompetenten Fachlehrer/innen und Bibliothekslehrer/innen unterstützt werden.

Ein Beispiel: Grundschule Hackenberg




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Schulbibliothek
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Software für Katalogisierung, Inventarisierung, OPAC siehe Bibliothekssoftware


Onlineportale, Software und Datenbanken für die Bibliotheksbenutzer/innen

iSP / SODIS Datenbank mit Bewertung von Lernangeboten auf CD / DVD / im Internet
Kostenlose Software (u. a. OpenOffice, GIMP, Quizpro
Digitale Schultasche des Medienzentrums Kassel
Web-Tools bei SchuleZwoNull (Vokabellernen, Mindmap, diverse. Googleangebote)




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Ein oft vorgebrachtes Argument gegen den "Wildwuchs" bei Schulbibliotheken, die von Laien betrieben
werden, ist, dass sie fachlichen Standards des Bibliothekswesens nicht genügten.
Es spricht viel dafür, bei der Einrichtung von Schulbibliotheken durch Eltern oder Lehrkräfte
bibliotheksfachliche Erfahrungen und Richtwerte zu befolgen. Andererseits ist zu hinterfragen, wer mit
welchem Interesse Standards formuliert.
Die Schulbibliothek wird bibliotheksfachlich als "Sonderform der öffentlichen Bibliothek" betrachtet. So
formuliert es die "Expertenkommission Bibliothek und Schule" des dbv. Dass dies der SB als
pädagogischer Einrichtung gerecht wird, ist zu bezweifeln. Besser liest sich da die Definition aus dem
ehemaligen Deutschen Bibliotheksinstitut: (Schulbibliotheken sind ) "Medieneinrichtungen für Schüler
und Lehrer, die Bestandteil pädagogischer Schulkonzepte sind. Sie unterstützen den .. Lern- und
Erziehungsprozess, so bei der Entwicklung der Lese-, Schreib- und Kommunikationsfähigkeit, die
Fähigkeit zum Umgang mit Medien und Informationen. Darüber hinaus fördern sie die Fähigkeit zum
lebenslangen Lernen und außerschulische Aktivitäten der Schüler."

Für die Schulbibliothek als pädagogische Einrichtung gibt es bisher keine Standards. Fragen der
Integration der Bibliothek in Schule und Unterricht, ihre Orientierung an den Bedürfnissen der
schulischen Nutzer/-innen sind für eine Schulbibliothek, die tagtäglich genutzt werden soll, die
wesentlichen Fragen. Wenn darüber hinaus noch eine Verschlagwortung nach den Regeln der Deutschen
Bibliothek stattfindet, die jährliche Betandserneuerung den bibliotheksfachlichen Vorgaben entspricht
und die Erfassung eines mehrbändigen Werkes den Katalogisierungsregeln umso besser.

Wichtig ist, dass die Schule ihre Erwartungen an die Schulbibliothek formuliert und diese dann ins
Schulprogramm und/oder Lesekonzept der Schule Eingang finden.




         Beispiele für bibliotheksfachliche Standards: IFLA
         Volgger, Karin: Entwicklung von Qualitätsstandards für Südtiroler Schulbibliotheken Die
         Bachelorarbeit enthält mehrere internationale Anforderungskataloge für Schulbibliotheken und
         Richtlinien für die Evaluation sowie das Schema der Evaluation Südtiroler Schulbibliotheken
         Kennzeichen fortgeschrittenerSchulbibliotheken




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Grundsätzlich sollte man sich an der benachbarten öffentlichen Bibliothek orientieren, falls es keine
Festlegung durch den Schulträger gibt. Schließlich sollen die Schülerinnen und Schüler lebenslange
Leserinnen und Leser werden.
Eine optimale Systematik gibt es nicht. Von einer "handgestrickten" Systematik ist abzuraten. Man stößt
schnell an deren Grenzen.
Auch Grundschulen sollten eine ordentliche Systematik verwenden. Im Regal können ja für die
Erstleserinnen und -leser zusätzlich Farben, Figuren und Symbole die Orientierung erleichtern.

Hier ist eine Orientierungshilfe mit Links zu den wichtigsten Systematiken.

Allgemeine Systematik für öffentliche Bibliotheken:     asb.doc
Systematik für Bibliotheken SfB

Systematik Kinder- und Jugendliteratur:    skj.doc




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Eine räumlich und medial gut ausgestattete Bibliothek kann entscheidend zur Veränderung des
Unterrichts beitragen.

Seit Jahrzehnten wird darüber geredet, dass Unterricht sich vom Frontalunterricht weg hin zu offeneren
Formen entwickeln muss. Gemeint sind damit Unterrichtsformen,
die das Lernen in Gruppen ermöglichen,
die Projektorientierung und fächerübergreifendes Lernen möglich machen,
die individualisieren, unterschiedliche Lerngeschwindigkeiten erlauben,
in denen multimedial gearbeitet
und auf Methodenvarianz und -kompetenz geachtet wird.

Es ist wohl evident, dass solches Lernen in einem viereckigen Klassenraum mit Tischreihen weniger gut
funktioniert als in Räumen, die dafür ausgestattet sind: Mit Gruppentischen, Einzelarbeitsplätzen,
Präsentationsflächen, Smartboards, Laptops, Büchern, DVD, Software, Datenbanken, "Schmökerecken"
u. v a. m.

In der Bibliothek sollen vor allem Arbeitstechniken vermittelt werden.

Nötig ist geeignetes →Personal. Es gibt in Ländern mit einer entwickelten Schulbibliothekskultur die
Zusammenarbeit des Bibliothesklehrers mit dem Klassen- bzw. Fachlehrer. Sie planen den Unterricht
gemeinsam und führen ihn partiell auch gemeinsam durch. Voraussetzung ist ein entsprechend
qualifizierter teacher-librarian, der im Rahmen des Unterrichts vor allem mit Einzelnen oder
Kleingruppen arbeitet.
Sie/Er berät in der Planungsphase den Fachlehrer/innen beim Medieneinsatz und unterstützt die
Schüler/innen bei der Informationssuche, beim Erwerb von Informationen und der Erarbeitung und
Präsentation von Referaten, Facharbeiten und Präsentationen. →Informationskompetenz

Ähnliches gilt für den Lese- und Literaturunterricht.

Dass in der Schulbibliothek Unterricht stattfindet, ist für Bibliothekare, Schulverwaltung und
Bildungspolitik (in Deutschland) noch nicht selbstverständlich. Daher ist oft zu hören, es gäbe doch eine
Stadtbibliothek, wozu brauche man eine SB?
Die Erkenntnis, dass in Schulbibliotheken Unterricht stattfindet, verbreitet sich aber zunehmend.

→ Schulbibliothek2.0




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Schulbibliothek
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Die Bundeszentrale für politische Bildung bietet ein Buch über Urheberrecht als Downloadan.
Der Deutsche Bibliotheksverband informiertüber Ausleihe und Nutzung von Offline-Medien
unter Berücksichtigung der Online- und Print-Medien.


Nach dem Urheberrechtsgesetz (UrhG) ist die unentgeltliche Ausleihe von elektronischen
Medien (nicht von Software) erlaubt. Das Land zahlt dafür eine Bibliothekstantieme an die
Rechteinhaber, da sind Schulbibliotheken eingeschlossen.




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Schulbibliothek
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IASL Weltschulbibliotheksverband; Schwerpunkt Nordamerika, Pazifik-Staaten, Informationskompetenz
ENSIL Zusammenschluss europäischer Schulbibliothekarinnen und -bibliothekare; Schwerpunkt
Informationskompetenz
SLA Britischer Schulbibliotheksverband
AGSBBArbeitsgemeinschaft der Schulbibliotheken in Berlin und Brandenburg
LAG Schulbibliotheken in Hessen e.V.
LAG NRW Sie war 2001-5 aktiv und erlebt seit 2010 einen Relaunch.

mailing lists:
hids Hessischer Informationsdienst Schulbibliotheken, seit 1997, offen auch für Nicht-Hessen!
schulbibliotheken-subscribe@stadt-frankfurt.de Liste des Deutschen Bibliotheksverbandes
lm-net Die große (10000 Abonnenten!) englischsprachige mailing list (vor allem für Nordamerika,
Australien, Pazifik)




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Vertretungsstunden in der Bibliothek können ein "Marketinginstrument" sein: Für die Schulleitung wird
die Bibliothek zum Helfer bei plötzlichem Unterrichtsausfall, für Vertretungslehrer/innen eine
willkommene Entlastung, für die Schüler/innen eine Gelegenheit, Neues zu lernen und zu entdecken.
Freilich bedarf es der entsprechenden Vorbereitung: Ein Materialpool mit Aufgabenblättern sollte
angelegt werden. Internetrecherche kann trainiert werden. Klassen, in denen eine Lesetagebuch geführt
wird, werden eine zusätzliche Lesestunde schätzen, die Methoden der Bibliotheksnutzung können
aufgefrischt werden. Wenn ein Klassensatz Atlanten vorhanden ist, können topographische Kenntnisse
erworben oder gefestigt werden.




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Schulbibliothek
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→ Schulbibliothek 2.0




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Schulbibliothek
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Unter Web 3.0 wird das semantische Internet verstanden. Die Rechner erfassen Sinn und Bedeutung von
Wörten und Sätzen. Die herkömmlichen Suchmaschinen, die nur Trefferlisten liefern, würden überflüssig.
Ein Nutzer würde im Web 3.0 eine Frage stellen und erhielte eine präzise Antwort. Wer eine Reise bucht,
kann mit der Anfrage die Boarding Card, den Parkplatz, sowie ein Foto von seinem Zimmer erhalten und
den Liegestuhl am Strand reservieren.Maschinen und Geräte würden miteinander und ihrem Nutzer
kommunizieren.
Der Student erhielte eine Literaturliste zu seinem Thema oder die Gliederung für ein Referat. Die
Schülerin eine graphische Darstellung der Sinusfunktion oder den animierten Clip zur
Kontinentalverschiebung.

Allerdings arbeiten Informatiker schon seit 50 Jahren an der Schaffung künstlicher Intelligenz. Bei
überschaubarem, fallbezogenem Wissen gibt es Fortschritte: Die Expertensyteme 




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Schulbibliothek
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Es gibt im angelsächsischen Raum zahlreiche Schulbibliothekweblogs.
Im deutschsprachigen Raum gibt es sehr viele Weblogs von Bibliothekarinnen und Bibliothekaren und
öffentlichen Bbiliotheken. Sie alle berichten auch über Ereignisse in Schulbiliotheken oder über
bibliotheksfachliche und verbandspolitische Aktivitäten in diesem Bereich. In pädagogischen oder
schulischen Weblogs, die es sehr viel weniger gibt, wird die Schulbibliothek kaum erwähnt.

Basedow1764 ist der einzige uns bekannte Schulbiblioheksweblog. Es gibt ihn seit 2007. Er enthält
Lesetipps, Praxishilfen und Meinungsbeiträge des Autors, mit Blicken über den Tellerrand. Schwerpunkt
ist Hessen. Der Autor ist Ehrenvorsitzender der LAG Schulbibliotheken in Hessen.


Für die innerschulische Kommunikation könnte ein Weblog der Schulbibliothek sinnvoll sein. Er ist
leicht zu erstellen. Allerdings muss er auch ständig gepflegt werden.

Weblog mit wordpress erstellen (pdf)


Es gibt einen Glaubenskrieg darum, ob es das oder der Blog heißt.. Weblog wurde in Analogie zu
Logbuch gebildet. Die Puristen und Altblogger nehmen daher "das". Nun ja, in Österreich sagt man auch
das eMail. Feministinnen hätten gerne die Weblog. Glückliche Engländer. Sie kennen kein Neutrum.




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Schulbibliothek
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Ein Weg, die Vorzüge des Internets zu nutzen, ohne sich in Treffermeldungen zu verlieren, sind
Webquests. Der Wortbestandteil Quest, Suche, knüpft nicht zufällig an die „Aventiure“ des
mittelalterlichen Ritters an, der auf seinen Reisen Fabelwesen und mythische Objekte suchte.
Webquests sind Unterrichtsprojekte, in denen die Schülerinnen und Schüler selbsttätig Wissen erwerben,
indem sie Informationen sammeln, auswerten und präsentieren.
Im Gegensatz zum oft planlosen und zeitraubenden Suchen mit Suchmaschinen, gibt die Lehrerin/der
Lehrer die Internetadressen vor.
Somit bleibt die Informationsrecherche nicht formal, auf die richtige Bedienung von Suchmaschinen und
die von Schülerinnen und Schülern kaum zu leistende Beurteilung der Zuverlässlichkeit und Güte von
Webseiten ("Evaluation").
Recherche und Wissenserwerb werden so nicht verkürzt auf auf einen Internet- oder
Suchmaschinen-Führerschein, die Konzentration auf Inhalte wird möglich, die verfügbare Lernzeit wird
effektiv genutzt.
Wer über Jahre so das Internet nutzen gelernt hat und dabei zunehmend weniger Anleitung bedarf, dürfte
beim Schulabschluss beträchtliche Informationskompetenz erworben haben.



 

 

sowi-online-Methodenlexikon
Beispiel-Webquests
Präsentation zu Webquests mit Links und ausgewählten Beispielen (16 Folien)




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Auch 2009 gibt es ihn wieder, den alljährlich erscheinenden Weihnachtswunschzettel der LAG
Schulbibliotheken. Dank des unermüdlich lesenden Schulbibliotheksteams mit Heidi Bächreiner-Vogt in
der Friedrich-Ebert-Schule in Schwalbach/Ts. (FES).
Sie haben dieses Jahr einen besonders umfangreichen Lese- und Geschenktipp zusammengestellt.

Es sei daran erinnert, dass der Weihnachtswunschzettel 1991 (zumindest die älteste erhaltene Liste
stammt aus diesem Jahr) in der FES als Fundraisingidee entstanden ist. D. h. die Eltern erhielten diese
Geschenktipps zusammen mit einem Bank-Überweisungsformular. Als Dank für die Hilfe beim
Weihnachtseinkauf erbat die FES-Bibliothek einen kleinen Obulus.
Inzwischen sind LAG-Mitgliedsschulen eingeladen, den Weihnachtswunschzettel in ihrer Schulgemeinde
auch zu verwenden. So erreicht er mittlerweile einige tausend Auflage.




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Anderes Wort für Schulbiliothek.
Es wird gelegentlich benutzt als Bezeichnung für eine Schulbibliothek. Dabei soll deutlich werden, wo
der Schwerpunkt der Einrichtung liegt




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Schulbibliothek
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In Schulbibliotheken mit professionellen Schulbibliothekaren gehört die Zusammenarbeit von
Fachlehrern und Schulbibliothekaren (collaboration between school librarians and teachers) zum Leitbild.
D. h. der Fachlehrer mit seiner fachwissenschaftlichen, fachdidaktischen und methodischen Kompetenz
und der Schulbibliothekar mit seinen Kenntnissen in ICT, allgemeiner und fachspezifischer
Informationsvermittlung und Lernprozessen arbeiten bei Unterrichtsplanung und -durchführung
zusammen.

Siehe auch hier (Bericht über eine US-amerikanische Untersuchung) und hier (Bericht einer englischen
teacher-librarian)




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Schulbibliothek
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"Zusammenarbeit von Bibliothek und Schule" (in dieser Reihenfolge) ist ein Konzept des Deutschen
Bibliotheksverbandes dbv e. V., mit dem sich die öffentlichen Bibliotheken den Schulen als
Bildungspartner anbieten. Zu diesem Zweck hat der Verband mit zzt. 12 Länderregierungen
Kooperationsverträge abgeschlossen. Entworfen und in NRW erprobt wurde die Strategie von der
Bertelsmann-Stiftung ("Bibliotheken als Bildungspartner"), die aber den Schulbibliotheken noch ein
Existenzrecht einräumt.

Anders als bei früheren Kampagnen (1961, Gutachten Städtetag: Schulbibliotheken als breiter Unterbau
des öff. Bibliothekswesen) steht nicht mehr die Schulbibliothek im Mittelpunkt. In den
Kooperationsverträgen wird sie nicht oder nicht substantiell erwähnt. Letzteres ist nur in Hessen der Fall,
wo der dbv die Zusammenarbeit mit der von ihm unabhängigen LAG Schulbibliotheken in Hessen e. V.
akzeptieren musste.

Der dbv übernahm nach Schließung des Deutschen Bibliotheksinstituts dessen Expertenkommission
"Schulbibliotheken" und nannte sie Expertenkommission "Bibliothek und Schule".

Bei aller Präferenz für die "Bildungspartnerschaft Bibliothek und Schule" nehmen die Verbandsvertreter
auch zustimmend Stellung, wenn sich Entwicklungschancen für Schulbibliotheken ergeben (z.B. im
Zusammenhang mit der Ganztagsschulentwicklung und den der Konjunkturpolitik geschuldeten
Investitionen im Schulbau).

In Südtirol, dem bewunderten Schulbibliotheksparadies, hat der dortige Bibliotheksverband anfänglich
vor dem Ausbau des Schulbibliothekswesens gewarnt, weil er doppelte Strukturen und Investitionen
befürchtete. Dissonanzen sind auch in den Niederlanden und in Schweden wahrnehmbar.

Die erwähnte Ambivalenz macht sich auch lokal bemerkbar. Es gibt einerseits funktionierende
Unterstützungseinrichtungen öffentlicher Bibliotheken für Schulbibliotheken (z.B. in Frankfurt am Main)
und gute Zusammenarbeit zwischen einzelnen Schulbibliotheken und öffentlichen Bibliotheken.
Andererseits hält sich bei vielen Bibliothekarinnen und Bibliothekaren der Irrglaube, dass die Einrichtung
von Schulbibliotheken den öffentlichen Bibliotheken schade (Besucherschwund, sinkende
Ausleihzahlen).

Es ist schwer zu sagen, wie Desinteresse von Bildungspolitik, Schulverwaltung und Lehrkräften an
Schulbibliotheken und der Alleinvertretungsanspruch der Verbandsvertreter des öffentlchen
Bibliothekswesens bei Schulbibliotheken zusammenhängen.

Lehrer, Lehrerverbände, Erziehungswissenschaftler und Schulverwaltung nehmen i.d.R. nicht zur
Kenntnis, was Bibliothekare an Spiral- und Bibliothekscurricula entworfen haben oder dass die
öffentliche Bibliothek sich anbietet, den Schüler/innen und Schülern digitale Informationskompetenz zu
vermitteln.
Bibliothekare, insbesondere Verbandsfunktionäre und Schulbibliotheksexperten, nehmen
Schulbibliotheken, die ihren fachlichen Standards nicht genügen (nur 10-15% erfüllten diese Ansprüche)
und ehrenamtlich geleitet sind, nicht zur Kenntnis ("Wildwuchs"). Erst seit Ende der 90er Jahre beginnt
man, von überhöhten Anforderungen (z. B. beim Bestand) abzusehen und erkennt, dass
Fortbildungsangebote für Nichtbibliothekare, die in Schulbibliotheken tätig sind, eine lohnende Aufgabe
sein könnten.




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Bibliothekare klagen häufig darüber, dass Lehrer ihre Angebote in öffentlichen Bibliotheken oder auch
die von ihnen organisierte Schulbibliothek nicht nutzten. Allerdings ist dies nicht verwunderlich, da bei
der Ausarbeitung von Bibliotheks- und Spiralcurricula, bei der Konzeption von Kreismedienzentren mit
schulbibliothekarischem Support, bei der Vermittlung von Informationskompetenz nur selten Lehrer,
Lehrerverbände, Schulaufsichtsbeamte, Fachdidaktiker und Erziehungswissenschaftler beteiligt sind. Und
Lehrer sich auschließlich mit dem Ergebnis bibliothekarischer Bemühungen und sogar Erwartungen
konfrontiert sehen.

Diese Dichotomie besteht auch institutionell: Die Zuordnung der Schulbibliotheken zum öffentlichen
Bibliothekswesen ("Sonderform der öffentlchen Biliothek") und nicht zum Schulwesen macht es schwer,
sie als Einrichtung zu sehen, die in die schulischen Strukturen integriert ist, etwa bei Haushalt,
Konferenzen, Kollegium, Schulprogramm.


→ Personal




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Die Zusammenarbeit von Schulbibliotheken ist ein wenig beachtetes Thema. Es verdient mehr
Beachtung.

Felder der Kooperation könnten sein:
Gemeinsame Fortbildungsaktivitäten
gegenseitige Informationsbesuche
gemeinsamer Einkauf

Insbesondere die Vernetzung von Schulbibliotheken auf regionaler und lokaler Ebene macht Sinn.
Soferne es schulbibliothekarische Arbeitsstellen in den Schulverwaltungsämtern oder öffentlichen
Bibliotheken gibt, kann Z. von dort organisiert werden.

Z. ist Kern der Arbeit z. B. der AG der Schulbibliotheken in Berlin und Brandenburg. Sie ist als
Selbsthilfegruppe entstanden, weil es keine institutionelle Unterstützung für Schulbibliotheken in der
Region gibt.

Wenn es einen Schulcampus gibt, also mehrere Schulformen in einer gemeinsamen Anlage, wäre eine
gemeinsame Schulbibliothek sinnvoll.
Das scheitert nicht nur an der leider verbreiteteten Vernachlässigung von Schulbibliotheken in Politik und
Verwaltung, sondern gelegentlich am Egoismus der beteiligten Schulen.




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Schulbibliothek
Aufbau




Wer ist eigentlich für Schulbibliotheken zuständig?

Es ist nicht die Bundesregierung und es sind nicht die Landesregierungen.
Der Bund gibt zwar Geld für Schulbauten und finanziert Berichte und Projekte zum und im Schulwesen.
Nach der jüngsten Föderalismusreform hätte der Bund zwar überhaupt keine Zuständigkeit mehr im
Bildungswesen. Aber die Praxis zeigt, dass das nicht funktionieren kann.
Auch die Kultusministerkonferenz (KMK) als Koordinierungsbehörde der 16 Kultusministerien hat
keine Zuständigkeit. Die KMK wäre eine ideale Instanz für eine unabhängige (nationale)
Schulbibliothekskommission. Ein Anlauf dazu ist aber schon einmal gescheitert. In der KMK sind neben
den Schul- auch die Wissenschaftsministerien der Länder vertreten, die i. d. R. für die Interessen der
öffentlichen Bibliotheken eintreten. Die KMK gibt gelegentlich rechtlich unverbindliche Empfehlungen
zur Zusammenarbeit von Schulbibliotheken(!) und öffentlichen Bibliotheken heraus.
Die Landesregierungen sind für das sog. innere Schulwesen verantwortlich, d.h. für die Lehrpläne, das
Prüfungswesen, die Lehrerausbildung und die Versorgung der Schulen mit Lehrern.
Für das äußere Schulwesen, den Bau und die Unterhaltung von Schulen und das nicht-pädagogische
Personal (Hausmeister, Sekretärin) sind die Schulträger verantwortlich. (Beim Personal gibt es kleinere
Abweichungen: So bezahlte RPF und bezahlt NRW auch pädagogische Assistenten.) Schulträger sind die
Landkreise und die kreisfreien Städte, die kommunalen Gebietsköperschaften.
Für diese gibt es Pflichtaufgaben und freiwillige Aufgaben:Pflicht sind z. B. Krankenhaus, Müllabfuhr,
Wasserversorgung. Das Bibliothekswesen gehört nicht zur Pflichtaufgabe.Deswegen hat nicht jede
Kommune eine Stadtbibliothek und die Landkreise haben noch viel weniger Kreisbibliotheken
(Ausnahme: Bayern)
Nun gehören Schulbibliotheken nicht von vornherein zum öffentlichen Bibliothekswesen, abgesehen von
der bibliotheksfachlichen Definition der Schulbibliothek als Sonderform der öB. Der Bau von
Schulbibliotheken steht schließlich in den Schulgesetzen der Länder. Die Länder nehmen es aber nicht so
genau mit der Erfüllung dieser Aufgabe. Im Öffentlichen Recht gilt das Konnexitätsprinzip. D. h., wer
etwas anordnet oder verlangt, muss zahlen. Wenn der Landtag also beschlösse, dass jede Schule eine
Bibliothek haben soll, dann muss das Land den Kommunen das Geld dafür geben oder zumindest
Zuschüsse.

Die Schulträger bauen bei Neubauten zwar den Schulbibliotheksraum i. d. R. mit und zahlen auch eine
Erstausstattung an Möbeln und Büchern. Der dauerhafte Betrieb, vor allem die personelle Besetzung,
bleibt aber der Schule überlassen. In Hessen haben die Vereinigungen der kommunalen
Gebietskörperschaften sogar dafür gesorgt, dass das Recht der Landesregierung, Rahmenvorschriften zu
Schulbibliotheken zu erlassen, aus dem Schulgesetz gestrichen wurde.
Landesregierungen und Gebietskörperschaften begrüßen die Initiative des Deutschen
Bibliotheksverbandes, durch Kooperationsverträge und Bibliotheksgesetze eine Art Zuständigkeit an den
dbv und die von ihm vertretenen öffentlichen Bibliotheken abzutreten. Sie sind auch offen für den Rat der
Bibliotheksexperten, immer dort auf Schulbibliotheken zu verzichten, wo eine öffentliche Bibliothek für
die Schüler erreichbar ist.

Die Trennung von Schulwesen und Bibiothekswesen, bzw. die fehlende eindeutige Zuordnung von
Schulbibliotheken, erschwert eine positive Entwicklung. So könnte die Schulbibliothek, wie alles andere,
was zur Schule gehört, in die Instiutionen des Schulwesens integriert werden: In Schulverwaltungsamt
(Schulbibliotheksbau und -personal, -Support und Dienstleistungen), Schulamt (fachliche Zuständigkeit,
Aufsicht), Lehrerfortbildung (Weiter- und Fortbildung), Ministerium (Aufsicht, Recht, Nutzung,




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Schulbibliothek
                                   Aufbau




                                   Lehrplanbezug), schulische Gremien (Haushalt, curriculare und extracurriculare Nutzung). Auf mehreren
                                   Ebenen wäre Platz und Notwendigkeit für Bibliothekarinnen und Bibliothekare. Punktuell gibt es diese
                                   Integration, wenn z. B. eine schulbibliothekarische Arbeitsstelle dem Schulverwaltungsamt oder dem
                                   Kreismedienzentrum zugeordnet ist und nicht der öB. oder wenn Fortbildungsveranstaltungen für Eltern,
                                   Bibliothekare und Lehrer im Rahmen der Lehrerfortbildungsinstitutionen stattfinden.
                                   Der Vorteil wäre, dass die Schulbibliothek als Teil von Schule, als pädagogische Einrichtung,
                                   wahrgenommen und betrieben würde, nicht als fremde Dienststelle oder Außenstelle einer
                                   Stadtbibliothek.
                                   Was bei dieser Struktur durch einen Gang über den Flur oder einen Telefonanruf erledigt werden könnte,
                                   bedarf bei unterschiedlicher Zuständigkeit der Absprache auf Staatssekretärsebene, zwischen
                                   Kulturdezernenten der Stadt und Schuldezernenten des Landkreises oder einer Verwaltungsvereinbarung,
                                   ausgearbeitet von den Rechtsämtern des Landkreises (keine eigene Bibliothek) und der kreisangehörigen
                                   Stadt (mit Bibliothek). Es gibt Rechtsämter in Städten, die bei Kooperationsvereinbarungen zwischen
                                   einer Schule, für die der Landkreis zuständig ist und der städtischen Bibliothek genau hinsehen, ob die
                                   Stadt indirekt (durch die Arbeitszeit der Bibliothekarin etwa, an den Betriebskosten der Schule beteiligt
                                   wird.
                                   Kooperationsverträge zwischen Stadtbibliotheken und Schulen haben keine juristische Vertragsqualität.
                                   Vertrag ist hier eher symbolisch gemeint. Eine Stadtbibliothek kann nicht selbstständig darüber
                                   entscheiden, welche Dienstleistungen sie für andere Dienststellen der Stadt oder gar des Landkreises und
                                   des Landes erbringt. Schließlich müssen die dabei entstehenden Kosten von jemandem bezahlt werden.

                                   Die Zusammenarbeit funktioniert besser, wenn Zuständigkeit für Bibliothekswesen und Schulwesen in
                                   einer Hand liegen. Etwa in Staaten wie Österreich und Portugal, wo jeweils das Bildungsministerium für
                                   beides zuständig ist.. Auf kommunaler Ebene in kreisfreien Städten, die sowohl Schulträger sind als auch
                                   eine öffentliche Bibliothek als freiwillige Aufgabe betreiben. Hier besteht die Möglichkeit, in der
                                   Stadtbibliothek ein Supportzentrum für die Schulbibliotheken einzurichten (Schulbibliothekarische
                                   Arbeitsstelle, SBA) und Schulbibliotheken als kombinierte Schul- und Stadtbibliothek in das städtische
                                   Bibliotheksnetz einzugliedern.
                                   In Bayern haben die Landkreise eine Kreisbibliothek. Sie ist in der Regel im Kreisgymnasium
                                   untergebracht und der Schulleiter ist der (ehrenamtliche) Chef der Dipl.-Bibliothekarin oder des
                                   -Bibliothekars.

                                   Eine Änderung der gesetzlichen Zuständigkeiten ist nicht zu erwarten. Da Schulbibliotheken ein gutes
                                   Image haben und immer wieder einmal als Forderung auftauchen, wollen die Bibliotheksverbände das
                                   Thema nicht aus der Hand geben, ergeben sich doch möglicherweise personelle und finanzielle Chancen
                                   für das Bibliothekswesen. Andererseits sind Schulträger und Bildungspolitik nicht bereit, die personellen
                                   und sächlichen Aufwendungen für ein gutes Schulbibliothekswesen zu übernehmen. Die würden wohl an
                                   eine Milliarde € jährlich heranreichen.

                                   Die Schulbibliotheksentwicklung, die es dennoch gibt, ist gekennzeichnet durch lokale Initiativen
                                   (Schulförderverein, einzelne Lehrer/innen, Unterstützung durch eine private Stiftung, aufgeschlossene
                                   Kultur- oder Schuldezernentinnen oder -dezernenten, günstige Haushaltssituation der
                                   Gebietskörperschaft, seltener auch durch Koalitionsvereinbarungen auf Landesebene (Hessen 1992,
                                   Hamburg 2008).




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Schulbibliothekslexikon

  • 1.
    Schulbibliothek Aufbau Schulbibliothek Table Of Contents Aufbau ............................................................. 4 Ausbildung .......................................................... 5 Ausleihe ............................................................ 6 Ausstattung .......................................................... 7 Autorenlesung ........................................................ 8 Berufsschule ......................................................... 9 Best Practise Grundschule .............................................. 10 Best Practise Sekundarstufe ............................................. 11 Bestandsaufbau ...................................................... 12 Bibliothek und Unterricht ................................................ 15 Bibliotheksausstatter ................................................... 16 Bibliothekscurriculum .................................................. 18 Bibliotheksdidaktik .................................................... 19 Bibliothekslehrer ...................................................... 20 Bibliotheksmöbel ...................................................... 21 Bibliothekssoftware .................................................... 22 Blockausleihe ......................................................... 24 Collection Mapping .................................................... 25 Colorado-Studie ....................................................... 26 Definition ........................................................... 27 eBook .............................................................. 28 Elternmitarbeit ....................................................... 29 ENSIL ............................................................. 30 Evaluation ........................................................... 31 Fachliteratur ......................................................... 32 Finanzierung ......................................................... 33 Forschung ........................................................... 34 Fortbildung .......................................................... 35 Fotos von Schulbibliotheken .............................................. 37 Fundraising .......................................................... 38 Ganztagsschule ....................................................... 39 Gründung ........................................................... 41 Handreichungen ...................................................... 42 home .............................................................. 43 Homepage ........................................................... 46 IASL .............................................................. 47 Informationskompetenz ................................................. 48 Institutionen ......................................................... 49 Internet ............................................................. 50 Katalogisierung ....................................................... 51 page 1 / 115
  • 2.
    Schulbibliothek Aufbau Kindersuchmaschinen .................................................. 52 KombinierteSchul- und öffentliche Bibliothek ................................. 53 Konzept ............................................................ 54 Kooperation ......................................................... 55 Kreatives Schreiben .................................................... 56 LAG Schulbibliotheken in Hessen e.V. ....................................... 57 Lehrerzimmer ........................................................ 58 Lerntechniken ........................................................ 59 Leseanimation ........................................................ 60 Lesefest ............................................................. 61 Leseförderung ........................................................ 62 Lesekompetenz ....................................................... 63 Lesekultur ........................................................... 64 Lesenacht ........................................................... 66 Lesende Schule ....................................................... 67 Mailing Lists ......................................................... 68 Medienkompetenz ..................................................... 69 Medienmix .......................................................... 70 Methodentraining ..................................................... 71 OPAC .............................................................. 72 Personal ............................................................ 73 PISA ............................................................... 77 Präsenzbibliothek ...................................................... 78 Qualitätssicherung ..................................................... 79 Raum .............................................................. 80 Schulbibliothek ....................................................... 81 Schulbibliothek 2.0 ..................................................... 83 Schulbibliothekarische Arbeitsstelle ......................................... 84 Schulbibliotheken weltweit ............................................... 86 Schulbibliotheksforschung ............................................... 87 Schulbibliotheksliteratur ................................................. 88 Schulbibliothekstag .................................................... 89 Schülerleistung und Schulbibliothek ......................................... 90 Schulhomepage ....................................................... 91 Schulleitung ......................................................... 92 Schulprogramm ....................................................... 93 Selbstlernzentrum ..................................................... 94 Software ............................................................ 95 Standards ........................................................... 96 Südtirol ............................................................. 97 Systematik .......................................................... 98 Unterricht in der SB .................................................... 99 Urheberrecht ........................................................ 100 Verbände .......................................................... 101 Vertretungsstunden ................................................... 102 page 2 / 115
  • 3.
    Schulbibliothek Aufbau Web 2.0 ............................................................. 103 Web 3.0 ............................................................. 104 Weblog............................................................. 105 Webquest........................................................... 106 Weihnachtswunschzettel ................................................. 107 Wissenszentrum ....................................................... 108 Zusammenarbeit Fachlehrer und Schulbibliothekar .............................. 109 Zusammenarbeit Schulbibliothek und öffentliche Bibliothek ........................ 110 Zusammenarbeit Schule und Bibliothek...................................... 111 Zusammenarbeit von Schulbibliotheken...................................... 113 Zuständigkeit ........................................................ 114 page 3 / 115
  • 4.
  • 5.
  • 6.
  • 7.
    Schulbibliothek Aufbau Moderne, multifunktionale undmultimediale Schulbibliotheken erfordern eine Ausstattung - Möbel, Geräte, Medien, Raumaufteilung -, die den Anforderungen an Unterricht genügt. Untericht muss so sein: Individualisierend, differenzierend, Selbsttätigkeit ermöglichend, forschend-entdeckend, gruppen-, projekt-, produkt- und handlungsorientiert. Entsprechend sollten dann in der SB vorhanden sein: Gruppentische und Einzelarbeitsplätze, Leseecken, Sitzlandschaft, Präsantationsfläche und -medien, Steh-OPACS und Internetcomputer, ein multimedialer Bestand - Bücher, Zeitungen, DVD, Internet/Intranet, Datenbanken, Software für die Produktion multimedialer Präsentationen. Angesichts der kurzen "Lebens"-Zyklen digitaler Geräte und der augenblicklichen Entwicklungsrichtung zu Tabletrechnern und mobilem Internet kann eine Austattungsempfehlung letztlich nur vorläufig sein. Erinnert sei an Sprachlabore und Video-Übertragungsanlagen, an Disketten, CD-ROMs, Röhrenmonitore und Nadeldrucker. Jetzt stellt sich die Frage, ob Computerräume, in denen sich 30 Schüler/innen 15 Rechner teilen mussten, noch sinnvoll sind. Interaktive Beamer lassen den vorerst letzten Schrei in deutschen Klassenzimmeren, die Smartboards, alt aussehen. Es gibt Schulbibliotheken, die ganz oder teilweise auf eBooks umgestellt haben. Auch Notebook-Klassensätze oder ausleihbare Notebooks sind in manchen SBen vorhanden. Liste von Bibliotheksausstattern Siehe auch Handreichung page 7 / 115
  • 8.
    Schulbibliothek Aufbau Der **Friedrich-Boedecker-Kreis**, derstaatliche Mittel erhält, bezuschusst Lesungen und Schreibwerkstätten. Schulen zahlen nur einen Teil der Kosten. Der FBK ist nich in allen Bundesländern vertreten. Erfahrungsgemäß kommen Schülerinnen und Schüler, die eine gute Lesung erlebt haben, noch wochenlang freiwillig in die Bibliothek. Wenn man Verlagen mitteilt, dass ein Autor kommt und man eine kleine Buchausstellung macht, führt das auch schon mal zu einem Bücherpaket. Was fehlt, ist ein Austausch darüber, wen man für eine erfolgreiche Lesung einladen sollte. Nicht alle Autorinnen und Autoren, die gute Bücher schreiben, können auch gut lesen oder unterhaltsam erzählen. Autorenlesungen sind gut geignet für die Zusammenarbeit von Schulbibliotheken und öffentlichen Bibliotheken oder auch Buchhandlungen. Die Autorin, der Autor lesen vormittags in der Schule, nachmittags oder abends in der öB. Man teilt sich Honorar und Reisekosten. Die Buchhandlung sponsert vielleicht eine Lesung und macht dafür einen Büchertisch am Tag der offenen Tür. page 8 / 115
  • 9.
  • 10.
    Schulbibliothek Aufbau Arbeitshilfen Eine umfassende Checkliste:  TippsTricksGrundschulbibliothek.pdf Eine ausführliche Broschüre:  schulbib_brosch.pdf Schulen Aue-Schule Dietzenbach Lenau-Grundschule Berlin Grundschule am Weinberg, Neuruppin: Naturwiss. Experiment des Monats page 10 / 115
  • 11.
    Schulbibliothek Aufbau Eine ausführliche Arbeitshilfeder Büchereifachstelle Koblenz: schulbib_brosch.pdf Schulen mit Bibliothek Hofheim Butzbach Haiger page 11 / 115
  • 12.
    Schulbibliothek Aufbau Ausgangspunkt sollte dieFrage sein: Welche Bücher brauchen wir in unserer Schulbibliothek? • Ein schulisches und ein freizeitbezogenes Leseangebot, also eine Grundversorgung mit Büchern zu Themen des Unterrichts und Büchern, die Spaß am Lesen wecken. • Ein ausgewogenes Verhältnis von erzählender Literatur zur Sachliteratur. Hierbei ist zu bedenken, dass Mädchen mehr, besser und häufiger sowie eher fiktionale Texte lesen, während Jungen Sachtexte und Texte mit informativen Inhalten vorziehen. • Ein breit gefächertes und differenziertes Leseangebot hinsichtlich der Textlänge, Textsorte und Textschwierigkeit; altersgemäße Inhalte und altersgemäßes Anspruchsniveau; verschiedene Gattungen an Texten; Bücher, deren Inhalt und Ausgestaltung die Kreativität fördern. Die Einbindung anderer Medien (Hörkassetten, CDs, Spiele, CD-ROMs, Videos, Internet), ist im Hinblick auf eine unterrichtliche oder unterrichtsergänzende Nutzung sinnvoll. (Nach einer Arbeitshilfe von Marie-Luise Wenndorf, Mitarbeit: Monika Soine, hrsg. vom Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz / Büchereistelle Koblenz, 2008) Sehr viel hängt vom Programm der Schulbibliothek ab. Wenn eine kooperierende öffentliche Bibliothek vorhanden ist, kann in Bezug auf die belletristische Literatur auf sie verwiesen werden oder deren Bestand auf dem Weg der Blockausleihe genutzt werden. Als bibliotheksfachliche Faustregel gilt: 30% Belletristik, 70% Sachbuch. Kleinere Schulbibliotheken, deren Aufgabe es ist, zum Unterricht beizutragen, empfehlen wir, Themenschwerpunkte zu bilden. Dabei können durchaus die Fächer und Interessen der Lehrerinnen und Lehrern berücksichtiogt werden, die die Schulbibliothek häufig nutzen. Zielbestand Auch für Zielbestand, den die Bibliothek einmal erreichen soll, gibt es eine bibliotheksfachliche Empfehlung: Für Schulen der Primarstufe empfehlen Schulbibliotheksexperten 5 - 10 Medieneinheiten (ME) pro Schüler/in. Für die Sekundarstufe I 10, Sekundarstufe II 10-15 ME. Mit folgenden Mindestbeständen kann man aber schon erfolgreich arbeiten:  Grundschule 1.500  Mittelstufe 5.000 Oberstufe 3.000 - 5.000 ME Dabei dürfen aber keine „Ladenhüter“ mitgezählt werden!  Zur Zeit muss mit einem Durchschnittspreis von etwa 15 Euro kalkuliert werden (erzählende Kinderliteratur ist günstiger, Bilderbücher und Kindersachbücher sind teurer). Der Aufbau des Bestandes kann auf mehrere Jahre verteilt werden. Pflege Bücher und Medien der Schulbibliothek müssen aktuell und attraktiv sein. Zerlesene und nicht mehr attraktive Titel müssen ersetzt werden. Oft entscheidet schon ein Cover mit altmodischen Frisuren oder Kleidern über das Schicksal des Buches. Eine Aussonderung sollte erfolgen, wenn: • das Buch verschmutzt und zerschlissen ist, • das Buch inhaltlich und optisch nicht mehr attraktiv ist, page 12 / 115
  • 13.
    Schulbibliothek Aufbau • der Inhaltnicht mehr den neueren Erkenntnissen entspricht und ein aktuellerer Nachfolgetitel erhältlich ist, • das Werk nicht mehr oder nur noch selten benutzt/ausgeliehen wird. Der jährliche Ersatzbedarf wird aus bibliotheksfachlicher Sicht mit 5-8% des Zielbestandes angegeben (Aussonderung wegen Verlusts, Beschädigung, Inaktualität). Präsentation Vor allem in Grund- und Mittelstufe und wenn es um die Förderung der Lesekultur geht, sollten viele Bücher mit dem Cover und nicht mit dem Buchrücken präsentiert werden. Zu berücksichtigen ist auch, dass das oberste Regalbrett von den Schüler/innen noch gesehen und erreicht werden kann und dass auch schon junge Leute sich ungern bücken und im untersten Regal nach Lektüre suchen. Lexika, Reihen wie "Sehen-Staunen-Wissen" und "Was ist was?" sollten einen eigenen Platz haben und nicht in der Systematik untergehen. Gerne angenommen wird auch das "Abi-Regal" mit wichtiger Literatur für Abiturienten. Wo gibt es Hilfe? Öffentliche Bibliotheken haben eigene Lektorate und abonnieren Besprechungsdienste. (Tipp: Die LAG hatte für die Mitglieder die Vorschlagsverzeichnisse der schulbibliothekarischen Arbeitsstelle der Stadtbibliothek Frankfurt am Main für Grundschule, Mittelstufe und Oberstufe angekauft und auch dem Kultusministerium zum Ankauf empfohlen. Diese Listen enthalten für öffentliche Bibliotheken empfohlene Bücher und Medien, bei denen die lektorierenden Bibliothekarinnen und Bibliothekare auch eine Eignung für Schulbibliotheken ausgesprochen haben.) Die Erwartung, dass Fachlehrerinnen und Fachlehrer geeignete Bücher vorschlagen können, erfüllt sich nicht immer, ihnen sollte aber Gelegenheit gegeben werden. Schülerinnen und Schüler sollten ebenfalls Vorschläge machen können ("Wunschbuch"). Die LAG hat es über viele Jahre geschafft, vor den Sommerferien und dem Weihnachtsfest Empfehlungslisten herauszugeben ("Sommerlesetipps", "Weihnachtswunschzettel", die zwar als Geschenk- und Lektüretipps gedacht sind, aber auch zum Bestandaufbau herangezogen werden können. Das gilt auch für die Listen des Projekts "Die Bibliothek in der Kiste". Wer sich regelmäßig in den Feuilletons und mehrmals im Jahr erscheinenden Literaturbeilagen großer Zeitungen und in Fachzeitschriften ("Eselsohr") informiert, wird sich wünschen, einen größeren Etat zu haben. Die Bibliotheksausstattungsfirma ekz bietet eine standing order, ein Lieferabonnement, für Kinder- und Jugendbücher an. Die Zusammenarbeit mit einer guten Buchhandlung ist sehr empfehlenswert. Es gibt Buchhandlungen, die ebenfalls standing orders anbieten. (Wie das z. B. Anagramm in Berlin tut.) Moderne Antiquariate und "Bücheraktionstische" der Kaufhäuser oder Discounter sollte man im Auge behalten. Eine Einschränkung ist bei den hier genannten Hilfen zu machen: Eine Garantie für häufige Nutzung oder Ausleihe gibt es nicht. Hilfreich wäre es, wenn die in den Schulbiliotheken Arbeitenden sich untereinander austauschten und auf "gut gehende" Bücher und Medien aufmerksam machten. Hilfreich sind die Hinweise auf schulmediothek.de. (Wenn man davon absieht, dass der Träger dieser Seite, der Deutsche Bibliotheksverband seine Informationen gerne und ausschließlich mit Links zum Bibliotheksausstatter ekz GmbH versieht. page 13 / 115
  • 14.
    Schulbibliothek Aufbau Etwas aufwändig, abersehr hilfreich bei der Ermittlung von Stärken und Schwächen des Bestandes ist das Collection Mapping. page 14 / 115
  • 15.
    Schulbibliothek Aufbau Siehe Unterricht inder Schulbiliothek! S. a. Lesende Schule! page 15 / 115
  • 16.
    Schulbibliothek Aufbau Eine Liste vonSchulbibliothekseinrichtern: Bibliothekseinrichtung Lenk GmbH Auerbacher Str. 1a, 08304 Schönheide/Erzgeb. Tel.: 037755/509-0 Fax: 037755/509-20 E-Mail: kontakt@bibliolenk.de Einrichtungsplanung, Einrichtungsgegenstände und Materialien ♦ Die Bibliothek (vormals BLS GmbH) Berliner Str. 5, 16775 Löwenberger Land Tel.:+49(0 )3309471920 Bücher in Spezialeinbänden, Bücher und andere Medien mit verbrauchsfertigen Verbuchungsmaterialien / Einrichtungsplanung, Lieferung von Einrichtungsgegenständen und Materialien ♦ Eichmüller Organisation GmbH August-Mogler Str. 4, 74080 Heilbronn Tel.: 07131/176091 Fax: 07131/164828 E-Mail: info@eichmueller.com Internetshop: www.eurobib.com Bibliothekseinrichtungen, Bücher- und Zeitschriftenregale, Katalogmöbel, Bücherwagen, Signatursysteme, Material ♦ ekz.bibliotheksservice GmbH Bismarckstraße 3, 72764 Reutlingen Tel.: 07121/144-0 Fax: 07121/144-280 E-Mail: info@ekz.de Einrichtungsplanung, Lieferung von Einrichtungsgegenständen und Materialien ♦ institut für bibliothek design Germersheimer Straße 110, 67354 Römerberg Tel.: 06232/6867-0 Fax: 06232/6867-68 E-Mail: vertrieb@bibliothek-design.de Bibliothekseinrichtungen mit komplettem Möbelprogramm ♦ Omnithek Bibliothekseinrichtung Kreisstraße 10, 32469 Petershagen Tel.: 05707/9319-0 Fax: 05707/9319-19 E-Mail: info@omnithek.de ♦ C. Portmann  Bultenstraße 11, 59387 Ascheberg Tel.: 02593/9898-0 page 16 / 115
  • 17.
    Schulbibliothek Aufbau Fax: 02593/9898-2 E-Mail: portmann@aol.com Kindermöbel,auch Bibliotheksmöbel ♦ Schlapp Möbel GmbH & Co, KG Zum Kirchborn, 61267 Neu-Anspach Tel.: 06081/1022-0 Fax: 06081/1022-99 E-Mail: info@schlappmoebel.de ♦ Schulz Speyer Bibliothekstechnik AG Friedrich-Ebert-Str. 2a, 67346 Speyer Tel.: 06232/3181-0 Fax: 06232/3181-700 E-Mail: sales@schulzspeyer.de Einrichtungsplanung ♦ Wehrfritz GmbH August-Grosch-Straße 28-38, 96476 Bad Rodach Tel.: 09564/929-0 Fax: 09574/929-224 E-Mail: wehrfritz@wefi.de Kinderbibliotheksmöbel ♦♦♦ Sehr viele nützlich Informationen und eine noch längere Liste gibt es hier. Und hier gibt es weitere nützliche Tipps. Leider sind die Preise gelegentlich ziemlich hoch. Aber es gibt mehr als einen Anbieter. Falls der Hausmeister im Auftrag des Schulverwaltungsamtes die Bibliotheksmöbel wegen des Mengenrabatts gleich beim Schulmöbelausstatter mitbestellen will: Nicht jedes Regal taugt als Bücherregal, nicht jeder Chemieraumhocker passt in eine Schulbibliothek. Der örtliche Schreiner ist oft billiger. Wenn man aber nach 5 Jahren etwas ergänzen oder erweitern will, ist man dankbar, wenn der ursprünglich teuere Lieferant das System noch lieferbar hält. page 17 / 115
  • 18.
    Schulbibliothek Aufbau Das B. istTeil des schulischen Lehrplans. In ihm steht, welche Inhalte und welche Arbeitstechniken mit Hilfe der Medien der SB und in den Räumen der SB unterrichtet werden. page 18 / 115
  • 19.
    Schulbibliothek Aufbau Auch wenn sienicht fortgeführt wird, diese Seite ist immer noch lesenswert: www.lesedock.de page 19 / 115
  • 20.
    Schulbibliothek Aufbau   In vielen Länderngibt es Schulbibliotheksspezialisten: Lehrer/in oder Bibliothekar/in, die oder der speziell für die Arbeit in Schulbibliotheken ausgebildet ist. D. h. sie oder er muss wissen, wie Schüler lernen, wie man unterrichtet, wie man mit Fachlehrern zusammenarbeitet, wie man Informationen findet. → Personal page 20 / 115
  • 21.
  • 22.
    Schulbibliothek Aufbau Erstaunlich und erfreulichist das Engagement der Softwarehersteller: Es gibt mehr als 50 Programme für Schulbibliotheken. Hessen bekam auf Vorschlag der LAG Schulbibliotheken in Hessen e. V. nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren 1992 eine landesweite Lizenz von LITTERA. 1300 der etwas über 2000 Schulen setzen es inzwischen für die Bibliothek und/oder die Lehrbuchverwaltung ein. Ein Blick auf die Website von Fleischmann lohnt sich, weil dort auch aktuell aus der Schulbibliothekswelt berichtet wird und es eine nützliche Linkliste gibt (pdf). Dantek , das in den dänischen Schulbibliotheken eingeführte Programm, ist auch in Deutschland aktiv. Perpustakaan heißt das Programm von Müller und Stein , das nach Aussagen des Herstellers selbsterklärend ist, d. h. keine Schulungen benötigt und in einer Minimalversion kostenlos ist. Wer Informationen sucht: Die Anbieterliste der Fachzeitschrift B.I.T nennt 52 Programme. Eine Planungshilfe bietet die Büchereizentrale Lüneburg an. Eine bibliothekarische Bachelorarbeit aus dem Jahr 2008 nennt Gesichtspunkte, die beim Kauf einer Software zu bedenken sind, und listet Datenblätter von Programmen auf. Wesentlich sind die Module für Katalogisierung und Recherche im Katalog, evtl. auch für Ausleihe, ein OPAC sollte möglich sein. In der Regel genügen "Light"-Versionen, die für kleinere Bestände ausgelegt sind. Fremddatenübernahme sollte möglich sein. Bei manchen Anbietern ist das recht teuer, bei anderen kostenlos. Die Anbieter entwickeln Updates, sie geben Support, bieten Schulungen an und "hosten" den OPAC. Sie sollten auf jeden Fall gegenüber "handgestrickten" Programmen von Schülern oder Lehrern den Vorzug erhalten. Besser als sich in der einzelnen Schule um die Finanzierung zu bemühen, ist es, wenn sich der Schulträger im Rahmen der Medienentwicklungsplanung um Software und (First Level-)Support kümmert. Während es bei der Systematik sinnvoll ist, sich an der Stadtbibliothek zu orientieren, so es eine gibt, muss man das bei der Katalogisierungssoftware nicht unbedingt tun. Es gibt Anbieter, die die besonderen Belange von Schulbibliotheken besonders beachten (kleine Bestände,Übernahme der Schülerdaten aus der Schulstatistik, Module für die Lehrbuch-/LMF-Verwaltung, Veränderung von Klassen- und Schuljahresbezeichnungen usw.) In der Regel sind sie auch kostengünstiger, da die zu speichernden Datenmengen geringer sind und man auch nicht alle Features braucht, die eine große Stadtbibliothek benötigt. Einer Zusammenarbeit Schulbibliothek/öffentliche Bibliothek stehen unterschiedliche Programme nicht im Weg. Da braucht man nur eine offene Schnittstelle. Die ist aber nicht überall erwünscht. Da die Software der kommerziellen Anbieter für irregulär finanzierte Schulbibliotheken teuer ist und man mehr oder weniger gezwungen ist, Support, Update, Hosting zu abonnieren, sollte auch Open Source Software in den Blick kommen. Das sind lizenzfreie Programme, die kostenlos genutzt und auch verändert werden können. Es kann bei ihrer Installation nicht schaden, wenn man EDV-Fachleute an der page 22 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Schule hat. Supportund Weiterentwicklung gibt es in der Regel nicht. Ein neuseeländisches Programm, Koha, hat aber inzwischen einen ansehnlichen Anwenderkreis, darunter auch große Bibliotheken. Gerade für Schulen, die keine riesigen Bestände haben und IT-Kundige im Kollegium, könnte Open Source Software zu einem Thema werden. Von der UNESCO unterstützt wird das kostenlose Greenstone, das vor allem in Entwicklungsländern (Asien, Lateinamerika) benutzt wird. eine deutschsprachige Version gibt es nicht. Ein Blick über den Tellerrand lohnt, weil es anderswo auf der Welt sehr viel fortgeschrittenere Programme gibt, z. B. Follett Destiny in USA page 23 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Eine Form derZusammenarbeit von Schulbibliothek und öffentlicher Bibliothek ist die Blockausleihe. Die kooperierende öffentliche Bibliothek gibt Teile ihres Bestandes zeitlich befristet an eine Schulbibliothek. Das können z.B. neue Kinder- und Jugendbücher oder Themenpakete mit Jugendsachbüchern sein. Voraussetzung ist, dass die Themenpakete dem Bedarf der Schule entsprechend zusammengestellt sind (altersangemessen, evtl. gestaffelt) und Haftungsfragen geklärt sind. Auch bei Klassensätzen ist eine schulübergreifende Kooperation sinnvoll. Meist wird ein Klassensatz in einer Schule nur ein- oder zweimal im Jahr genutzt und steht die restliche Zeit im Regal. page 24 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Collection Mapping bedeutet,sich ein Bild vom Bestand der Schulbibliothek zu machen. Anhand von Bestandszahlen in den einzelnen Systematikgruppen, der Nutzung (Ausleihe), der Gewichtung schulischer Fächer und Themen, der Schülerzahl, des Alters der Medien und der Medienart, können Stärken und Schwächen oder Ungleichwichte und Lücken im Bestand erkannt werden. Auf der Basis dieser Zahlen kann die Qualität eines Bestandes besser beurteilt werden sowie gezielter erweitert und ausgesondert werden. Die Orientierung an Maßstäben wie: "Je mehr Bücher eine Bibliothek hat, desto besser" oder "Die empfohlene Quote von 10 Medien pro Schüler ist erreicht" ist vergleichsweise oberflächlich und sagt nichts über den Nutzen des Bestandes aus. Im angelsächsischen Schulbibliothekswesen ist es eine bekannte Methode. Insbesondere David Loertscher hat darüber publiziert: Loertscher, D.V. Collection Mapping in the LMC: Building Access in a World of Technology. Castle Rock, CO: Hi Willow. 1996. Es ist Bestandteil der Ausbildung zum Media Specialist. (Der Link enthält eine kurze Einführung und eine Linkliste.) page 25 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Die eBooks werdennicht nur zum Verkaufserfolg bei Leser/innen. Auch in den Schulen gibt es große Aufgeschlossenheit. Lehrbücher aller Fächer eines Schuljahres nicht mehr mitschleppen zu müssen oder dummerweise eines zu Hause vergessen zu haben, sind kein Thema mehr. Nicht zu reden von dem ersparten Aufwand des Ausgebens, Einsammelns, Aufbewahrens, Nachbestellens in Bundesländern mit Lernmittelfreiheit. Allein in Hessen umfasst die Verwaltungsarbeit dafür ca. 100 Lehrerstunden, in jeder Schule werden ein oder mehrere Räume als Magazin gebraucht. In den meisten Schulen werden die Bücher Tage vor Ferinebeginn eingesammelt und in den ersten tagen nach Ferienende ausgegeben. Den so bedingten Unterrichtsausfall infolge fehlender Lehrbücher hat noch niemand beklagt. Die digitale Lektüre kann mit einer Interpretationshilfe kombiniert werden. Sach- und Fachbücher können multimedial angereichert werden (Lexikon, Fotos, Karten, Animationen, Clips.) Die Verlage können die Bücher über Internet aktualisieren oder korrigieren. Ob die Nutzer/innen das "enriched e-book" wollen, ist noch nicht entschieden. Leser/-innen eines Romans wollen sich darin vertiefen und nicht durch Bonusmaterial hindurchklicken. Untersuchungen bei US-amerikanischen Schülern und Studenten zufolge, kommen in Zeiten der Prüfungsvorbereitung Papier, Bleistift und gedruckte Bücher wieder zu Ehren. Man ist sich bewusst, dass die digitalen Medien die Konzentration erschweren können. Youtube, MySpace, Internetmail u.a. sind nur einen Klick entfernt. Noch steckt auch die Technik noch in den Kinderschuhen. Lesbarkeit, Bedienungsfreundlichkeit, Dateiformate, vieles ist noch nicht ausgereift und nutzerfreundlich. Ein ganz großes Problem sind die Rechte. E-Books werden i. R. nicht verkauft wie gedruckte Bücher und gehen in den Besitz des Käufers über. Die Verlage oder Internetkonzerne erlauben digitale Kopien, Weiterverkauf oder Nutzung auf mehreren Lesegeräten gar nicht oder nur sehr eingeschränkt. Wenig sinnvoll erscheint, dass jede einzelne Schule eine eBooklizenz erwirbt und eine konventionelle Ausleihe an einen einzelnen Leser "simuliert". Wünschenswert ist ein auf schulische Bedürfnisse und junge Leser/-innen abgestimmtes Angebot. Für die elektronischen "Buchhandlungen" der Internetkonzerne Amazon, Apple, Google stehen die Bedürfnisse von Schulen (und öffentlichen Bibliotheken) nicht im Vordergrund. Derzeitige Lizenzbedingungen sind eher hinderlich.) Bei eBooks bestünde die Möglichkeit ein Buch nicht einmal zu verleihen, es nach der Leihfrist zurückzuforen und dann erneut auszuleihen. Ein eBook könnte zeitgleich mehrfach "ausgeliehen" werden. Siehe auch im Schulbibliotheks-Weblog Basedow1764 mehrere Einträge unter dem Suchwort Kindle! page 28 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Type in thecontent of your page here. page 29 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau ENSIL ist dereuropäische Verbund für Schulbibliotheken und Informationskompetenz, 2000 am Rande der IASL-Konferenz in Malmö angedacht, seit 2003 bestehend. page 30 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Basics/Handreichungen Tipps für den Aufbau einer Schulbibliothek (pdf, 148 kb) von der Büchereizentrale Lüneburg Praxisbuch Schulbibliotheken von S. Wolf/K. Schuldt. Siehe dazu die Besprechung Richtlinien für Schulbibliotheken, Bibliotheken, Medienzentren, Informationszentren an Volks-, Mittel- und Berufsschulen.Grundsätze, technische Daten und praktische Beispiele. Hrsg. von der SAB, 2. überarb. Auflage, Solothurn 200, 80 S. Basics (pdf) von Dipl.-Bibl.Sabine Wolf, Seminar auf dem 2. Berlin-Brandenburgischen Schulbibliothekstag 2009 Tipps und Tricks für Grundschulbibliotheken (pdf) von Lukas, Mörsberger, Velasco, Workshop auf dem 2. Berlin-Brandenburger SB-Tag 2009 Einrichtungshinweise Knappe Aufzählung des Nötigsten Die multimediale Schulbibliothek Die AG "Multimediale Schulbibliothek" in Österreich hat einen Bericht veröffentlicht, der die Rolle der Schulbibliothek für das Lernen und die zukünftige Schulentwicklung darstellt. Mit einer 60-seitigen Handreichung zu Infrastruktur, Bestand, Unterricht, Bibliotheksmanagement und Aus- und Weiterbildung. Nicht mehr ganz aktuell, angesichts der neuesten Entwicklungen (Netbooks, iPhone), aber immer noch vergleichsweise fortschrittlich. Konzepte, Architektur u. a. Die Schulbibliothek Ein Ort zum Arbeiten und zum Schmökern, von G. Brée und G. Schlamp, 1996 (doc, 6 S.) Die Schulbibliothek Auszug aus: Schulleitungshandbuch, G. Schlamp, 2001, (doc, 26 S.) Schulbibliotheksbau Tipps der Berliner Senatsbibliothek, Abt. Bibliotheksbauarchiv Schulräume der Zukunft Zur Notwendigkeit von Schulbibliotheken Prof. Konrad Umlauf, Humboldt-Universität Berlin, gibt im Dezember 2006 eine gute Darstellung des Diskussionsstandes um Schulbibliotheken. Umlauf stellt pädagogische und bibliothekarische Begründungsansätze nebeneinander, sieht die bibliothekarische Argumentation als zu berufsständisch orientiert und beschreibt auch, wie Schulbibliotheken in der einschlägigen Literatur als Kostenfaktor gesehen werden. Publikationen aus Südtirol Lesecurriculum Brandenburg Siehe auch Stichwort "Schulbibliotheksliteratur" im Weblog "Basedow1764" Neue Medien / Informationskompetenz www.i-cd-rom.de/ Datenbank für Lernsoftware (ISP, SODIS) www.bildungsserver.de Links zum Thema "Internet für Kinder" page 32 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Was in Deutschlandfehlt, ist eine gesetzliche Regelung des Schulbibliothekswesens und seiner Finanzierung. So lange das so ist, und es sieht nicht aus, als ob sich bald ändern würde, braucht es viel Einfallsreichtum um Geld zu bekommen. Der wesentliche "Konstruktionsfehler" des deutschen Schulbibliothekswesens ist, dass es keine eindeutige gesetzliche Regelung gibt, in der Zuständigkeit und Finanzierung verbindlich beschrieben sind. Schulträger sollen Schulbibliotheken/Mediatheken bauen, sind aber auch nicht zu zwingen. In manchen Schulgesetzen wird dazu nichts ausgesagt. Personalstellen zu besetzen, weigern sich die allermeisten Schulträger. Ausnahmen gibt es im Berufsschulbereich und bei Gymnasien. Die Gesetzgeber in Bund und Ländern hüten sich davor, den Schulträgern präzise Vorgaben zu machen. Bei der Gesetzgebung muss das Konnektivitätsprinzip beachtet werden. Es besagt, dass derjenige, der beschließt, auch für die Finanzierung sorgen muss. D. h. die Landtage müssten den Schulträgern das Geld geben, mit dem diese Personalstellen in SBen bezahlen. In der Vergangenheit wurde von den Schulträgern zumindest die Mischfinanzierung gefordert. D. h., das Land sollte sich an den Kosten für das Schulbibliothekswesen beteiligen. In anderen Bereichen gibt es das, z. B. bei der Ausstattung der Schulen mit EDV. Da haben Bund und Länder den zur Ausstattung der Schulen verpflichteten kommunalen Schulträgern Millionenbeträge überwiesen. Die Medienzentren, Einrichtungen der Schulträger für den Verleih von Medien an Schulen und Vereine, werden i. d. Regel von einem Lehrer, einem Landesbeamten, geleitet. Nicht einfacher wird die Situation des Schulbibliothekswesens dadurch, dass die bibliotheksfachlichen Verbände die Schulbibliothek als Sonderform der öffentlichen Bibliothek (öB) verstehen und die Zuständigkeit für sich reklamieren. Die Lobbyisten des öB-Wesens setzen zunehmend Bibliotheksgesetze und Kooperationsvereinbarungen zur "Zusammenarbeit von Bibliothek und Schule" durch. In diesen sind aber erstaunlicherweise Schulbibliotheken eher nicht benannt oder an einem unbedeutenden Platz. Kleine Tipps um an Geld zu kommen.  page 33 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Im Rahmen derLehrerfortbildung der Bundesländer gibt es unsystematische, man kann fast sagen, zufällige Angebote. In den Lehrerfortbildungseinrichtungen wird zunehmend nur das angeboten, was schulpolitisch erwünscht ist, also die Umsetzung strategischer Lernziele, die Einführung von Bildungsstandards sowie qualitätssteigernde oder -sichernde Maßnahmen im Unterricht. Dennoch bleibt Platz für Wünsche und Vorschläge aus der Lehrerschaft. Es ist also möglich, auch schulbibliotheksbezogene Themen einzubringen und die Teilnahmebescheinigung oder credit points zu bekommen. Allerdings muss jedes Mal nachgewiesen werden, dass ein pädagogischer Bezug besteht. Das ist dann nicht möglich, wenn es um bibliothekstechnische Fragen geht. In Hessen war es gelungen, einen Arbeitsbereich "Schulbibliothek" im Lehrerfortbildungsinstitut einzurichten und im Katalog jedes Jahr mehrer Veranstaltungen anzukündigen, darunter die zweijährliche Großveranstaltung "Hessischer Schulbibliothekstag". Nach der Schließung des Instituts werden (nicht nur bibliotheksfachliche) Fortbildungangebote von der Landesfachstelle für öffentliche Bibliotheken zusammengestellt. Dafür wurde eine Lehrerstelle an diese Einrichtung gegeben. I. d. R. sind Fortbildungangebote in bibliothekarischen Institutionen Lehrkräften nicht bekannt oder werden von ihnen nicht besucht, wenn es keine Fortbildungspunkte gibt. Da nicht nur Lehrkräfte in Schulbibliotheken tätig sind, sondern auch ehrenamtlich arbeitende Eltern und MItarbeiter in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen und arbeitmarktpolitischen Maßnahmen, spielen die Kosten eine Rolle. Es gibt Fortbildungsveranstalter, die von Nichtlehrern Kostenübernahme verlangen oder umgekehrt nur die Kosten der Nichtlehrer übernehmen. Die Schulbibliotheksfortbildung in der hessischen Lehrerfortbildung war auch für Nichtlehrer, also Eltern und Verwaltungsangestellte, offen. Darüber ist die Zeit hinweggegangen. Es gibt eine verkürzte Ausbildung zum Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste, FAMI. Aber meist sind die Voraussetzungen und Bedingungen nicht erfüllbar (dreijährige Praxis, mehrere Wochenlehrgänge). Oder eine anschließende dauerhafte Beschäftigung in der SB ist nicht machbar. Weiterbildung Es gibt verschiedene Modelle für die Weiterbildung zum Bibliothekslehrer. In Südtirol können sich Lehrkräfte qualifizieren, indem sie an mehrereren Lehrgängen (Module) teilnehmen und in einer Examensarbeit und einem Prüfungsgespräch nachweisen, dass sie in einer Schulbibliothek pädagogisch arbeiten können, z. B. eine Leseförderaktion oder ein Unterrichtsprojekt durchgeführt haben. Ähnlich ist es in Dänemark. Die LAG Schulbibliotheken in Hessen hatte dem Kultusminister ein Weiterbildungscurriculum vorgelegt, in Analogie zu anderen schulischen Weiterbildungskursen (Ethik, Polytechnik), für die allerdings dringender Bedarf bestand. Die SB-Weiterbildung wurde abgelehnt. In Portugal werden von Bibliotheksleitern geeignete pädagogische, dokumentarische, medienpädagogische Qualifikationen erwartet, die nachgewiesen werden müssen, aber nicht in einem Curriculum eigens angeboten werden. Das ist eine Aufwertung der Tätigkeit, für die es vorher keine Ausbildungsvorschriften gab, andererseits eine sehr unaufwendige, unbürokratische Lösung. Es kann so auf dem Weiterbildungsmarkt zu entsprechenden Angeboten kommen, wenn die Nachfrage da ist. page 35 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau In Frankreich gibtes einen Ausbildungsgang zum documentaliste, der zur Leitung der Schulbibliotheken, der centres de documentation et d´instruction, cdi, befähigt. USA usw...... Die Ausbildung von Dipl.-Bibliothekaren mit schulbibliothekarischem Schwerpunkt haben die Fachhochschulen für Bibliothekswesen eingestellt, da es keinen nennenswerten Arbeitsmarkt für die Absolventen gibt. page 36 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Fotos von Schulbibliotheken(IASL) Fotos von Schulbibliotheken (Robin Hood Projekt, New York ) Lernräume in einer Grundschule in Südtirol page 37 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Das Interesse anSchulbibliotheken ist durch die Ausbreitung der Ganztagsschulen gewachsen. Da Ganztagsschulen politisch umstritten sind (Zunahme der staatlichen Aufsicht über Kinder), sind die meisten unter diesem Namen laufenden Schulen nur "ganztagsähnliche" Schulen oder freiwillige Angebote, die eine sozialpolitische Aufgabe haben, nämlich berufstätige Eltern von der täglichen Versorgung der Kinder zu entlasten (Mittagessen, Beaufsichtigung bei den Hausaufgaben) und benachteiligten Kindern besser Förderung angedeihen zu lassen. Sie sind nicht vergleichbar mit Ganztagssystemen, in denen von 9 bis 15 Uhr 30 über den Tag verteilt unterrichtet wird. Die Gebietskörperschaften nutzten die vom Bund gezahlten Zuschüsse für Ganztagsschulbauten häufig auch für den Bau von Schulbibliotheken. In der Regel fehlen aber Zuweisungen für deren dauerhaften Betrieb. Vereinzelt gibt es Schulträger, die im Rahmen ihrer Aufgaben der äußeren Schulverwaltung (Bauunterhaltung, Verwaltungspersonal) eine Schulbibliothekspauschale eingeführt haben oder über ihre Medienzentren auch Support für Schulbibliotheken anbieten. Da Ganztagsschulen ein besseres Personal- und Sachkosten-Budget erhalten, besteht die große Chance, dass Schulbibliotheken daran partizipieren und somit am Schulhaushalt beteiligt sind. Dies ist bei Schulbibliotheken, die als Zweigstellen von Stadtbibliotheken betrieben werden, nicht der Fall, bei ehrenamtlich von Eltern geleiteten selten. Die Regelungen in den Bundesländern sind unterschiedlich. Keinesfalls ist die Schulbibliothek in diesen Vorschriften vorgeschrieben. Alles hängt davon ab, ob Schulträger, Schulleitung und Kollegium gewillt sind, Personal- und Sachkosten in die Bibliothek zu investieren.Daher ist das Interesse an Schulbibliotheken in Ganztagsangeboten vor allem darauf gerichtet, Mittags- und Betreuungsangebote in ihr machen zu können: Leseclub, Hausaufgabenbetreuung, Schmökerecken, Internetzugang, AG-Angebote. Neben die bestehenden Aufgaben einer Schulbibliothek in der Halbtagsschule treten in einer Ganztagsschule bzw. Schule mit pädagogischer Mittagsbetreuung weitere. Die längere Anwesenheit von Schülerinnen und Schülern in der Schule ermöglicht:  • Offene Angebote für die Mittagspause (z. B. Vorlesen, selbstständiges Arbeiten, Unterstützung bei Referaten)  • Hausaufgabenbetreuung unter Nutzung der Bibliotheksmedien  • Internetcafé und Mailprojekte  • bibliotheks- und literaturbezogene Projekte und Arbeitsgemeinschaften (z. B. Leseclub, kreatives Schreiben, Medienproduktion) Die Schaffung dieser Angebote hat Konsequenzen:  Für die Bibliotheksräume und –einrichtung  Einzelarbeitsplätze,  Gruppenarbeitsplätze, -räume  Vorleseecken, Sitzlandschaft  Schmökerecken  Computerarbeitsplätze  Für die Bücher-/Medienausstattung  Selbstlernmedien: Trainingsbücher, Lernprogramme, Übungsmaterialien, Sprachkurse,  page 39 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau ruhige Spiele (sofernes nicht einen bibliotheksunabhängigen Spielebereich gibt)  Ausbau des Bestandes an Kinder- und Jugendbüchern,  Hörbücher  Für die Personalausstattung  Mittagsaufsicht  verlängerte Öffnungszeiten  page 40 / 115
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  • 42.
    Schulbibliothek Aufbau Einrichtungshinweise Knappe Aufzählung des Nötigsten Tipps und Tricks für Grundschulbibliotheken (pdf) von Lukas, Mörsberger, Velasco, Workshop auf dem 2. Berlin-Brandenburger SB-Tag 2009 Basics (pdf) von Dipl.-Bibl.Sabine Wolf, Seminar auf dem 2. Berlin-Brandenburgischen Schulbibliothekstag 2009 Zum Aufbau einer Schulbibliothek (pdf) von der Büchereizentrale Lüneburg Die Schulbibliothek Auszug aus: Schulleitungshandbuch, G. Schlamp, 2001 (doc, 26 S.) Richtlinien für Schulbibliotheken. Bibliotheken, Mediotheken, Informationszentren an Volks-, Mittel- und Berufsschulen. Grundsätze, technische Daten und praktische Beispiele. Hrsg. von der SAB, 2. überarb. und erw. Aufl. Solothurn 2000, 80 S. Weitere Literatur siehe Fachliteratur page 42 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau      Das Schulbibliotheks-Wiki                     page 43 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau         Informationen und Linksrund um Schulbibliotheken und -mediatheken                           page 44 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Eine gute Schulbibliothekist auf der Schulhomepage prominent vertreten. Damit wird deutlich, dass die Bibliothek als Bestandteil des Schullebens, der Schulkultur und des Lernens in der Schule gesehen wird und nicht als fünftes Rad am Wagen. Der Internetauftritt der SB ist die zweite Eingangstür. Die SB erreicht die Schülerinnen und Schüler da, wo sie leben, spielen und arbeiten, 24 Stunden und sieben Tage. Eine effektive Bibliothekswebsite ermöglicht über den OPAC den Zugang zu allen Ressourcen der Bibliothek - den Print- und den elektronischen. Die Website der Bibliothek bietet Beratung und unterstützt das Lesen, das Lernen und den Erwerb von Wissen und Bildung. Es können Neuerwerbungen, Termine und Aktivitäten eingetragen werden. Die Nutzer/innen können interagieren. Die Pflege der Schulbibliotheksseite erfordert einen gewissen Aufwand. Bei ehrenamtlicher Leitung kann das zum Problem werden.Gut, wenn man einen Draht zu den Schüler-/innen oder Lehrer/-innen hat, die Webmaster der Schulhomepage sind. Einfacher ist es, einen Weblog anzulegen, zu dem von der Schulhomepage verlinkt werden kann. Sehenswerte Schulbibliothekseiten: Eine Liste von Seiten Noch eine Liste USA Benton High School, St. Joseph, Missouri, USA Nürtingen-Grundschule Berlin page 46 / 115
  • 47.
    Schulbibliothek Aufbau IASL, International Associationof School Librarianship, ist ein Welt umspannender Verband. Er führt jährlich an wechselnden Orten eine Großtagung durch. IASL vertritt das angelsächsische Schulbibliothekkonzept: Die Schulbibliothek wird als Informationszentrum gesehen, in dem Schülerinnen und Schüler die - sehr viel häufiger als in Deutschland, nahezu wöchentlich - Referate anfertigen. Hinzu kommen Aktivitäten zur Förderung des Lesens von Kinder- und Jugendliteratur. Zunehmend werden diese Einrichtungen als Orte zur Vermittlung von (digitaler) Informationskompetenz verstanden. Die zunehmend dafür ausgebildeten Informationsspezialisten (school library media specialists) bereiten mit den Fachlehrern Unterricht vor und unterstützen im Unterricht einzelne Schüler und Gruppen oder übernehmen Lehrgänge mit der gesamten Lerngruppe zur Vermttlung von Methodenkompetenz (Evaluation von Internetseiten, Nutzung von Suchmaschinen und Datenbanken). Daneben gibt es weitergebildete Lehrkräfte, die teacher-librarians. Dieser Begriff wird aber oft für beide Gruppen verwendet. Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen, die belegen, dass qualifiziertes Personal in gut ausgestatteten Schulbibliotheken Schülerinnen udn Schüler zu besseren Schulleistungen verhilft. Die Arbeit von IASL konzentriert sich daher auf den Bereich Vermittlung von Informationskompetenz IASL-Website page 47 / 115
  • 48.
    Schulbibliothek Aufbau Die Klagen, dassSchülerinnen und Schüler schlecht lesen können und überfordert scheinen, Informationen aus Büchern und Zeitungen zu entnehmen, sind älter als PISA-Untersuchungen zur Lesekompetenz und Klagen über kritiklosen Umgang mit Suchmaschinen. Eine Benutzerschulung für Informationssuche im Print- und Digitalbereich wird von Bibliothekaren als notwendig erachtet. Entsprechende Befunde bei Studentinnen und Studenten scheinen dies nahezulegen. Wie das die UB Stuttgart macht Für Schule wesentlicheres Ziel ist, Wissen und Bildung zu vermitteln. Das ist mehr, als Kompetenzen im Suchen und Finden zu erwerben. Suchmaschinen werden ständig verbessert. Die Entwicklung von Archie bis zu Google Instant ist atemberaubend. Elektronische Bibliothekakataloge sind dagegen bisher sehr viel weniger benutzerfreundlich. Das soll sich ändern. Ein großer Teil der technischen Benutzerschulung (Stichworte: Syntax, Boole´sche Operatoren) kann zunehmend wegfallen , weil die Suchmaschinen zunehmend eine "unscharfe" Eingabe erlauben (Ziel: Die semantische Suchmaschine). → "Suchmaschinen für Kinder und Jugendliche", in: Basedow1764 Mit Vermittlung von Informationskompetenz befasste Hochschullehrer (Todd, Oberg, Loertscher) setzen inzwischen auf "Guided Inquiriy". Sie sehen in der Informationssuche mehr als Benutzerschulung und erwarten vom Schulbibliothekar bzw Infomationsspezialisten eine ganzheitliche, pädagogische Sicht des Rechercheprozesses. Diese umfasst entwicklungs- und lernpsychologische Kenntnisse und die Fähigkeit, bei jedem Schritt des Lernprozesses angemessen intervenieren zu können. Man könnte zum Verständnis von "Guided Inquiry" die große Unterrichtsvorbereitung des Lehramtsreferendars heranziehen, in der für die Planung eines Unterrichtsverlaufs das Thema und sein Bildungsinhalt, der Schüler und sein sozialer und psychischer Entwicklungsstand analysiert sowie geeignete didaktisch-methodische Schritte erörtert werden. → "Die pädagogische Wende in der information literacy", in: Basedow1764 Fraglich erscheint, ob die Vermittlung von Informationskompetenz sich allein auf den Umgang mit der Informationsflut des Internets beziehen darf. Die schon vor der Ausrufung der digitalen Informationsgesellschaft konstatierte Unfähigkeit, aus einem Zeitungsartikel Informationen entnehmen und wiedergeben zu können, wird eher noch verstärkt. Erste Befunde weisen darauf hin, dass das Lesen am Bildschirm (Hypertext) zur Veränderung von Lesegewohnheiten führt. Man klickt sich durch, überfliegt und kopert Gefundenes in sein Referat, ohne es gedanklich durchdrungen zu haben und es mit eigenen Worten wiedergeben zu können. In einem umfassenderen Verständnis von Informationskompetenz müssten auch Entwicklungen in der Medien- und Internetindustrie thematisiert werden: Werbung in Suchmaschinen, Demand media, Nachrichtenproduktion durch PR- und Kommunikationsagenturen, Lobbyismus, Popularisierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunkwesens. Informationskompetenz bei Wikipedia Wikipedia bietet auch dem Erschöpften Trost. page 48 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Deutschland LAG Schulbibliotheken inHessen e. V. Servicestelle EDV für Schulbibliotheken in Hessen AG der Schulbibliotheken in Berlin und Brandenburg LAG Schulbibliotheken in Nordrhein-Westfalen Schulbibliothekarische Arbeitsstelle der Stadtbücherei Frankfurt am Main Schulbibliothekarische Arbeit Berlin-Treptow-Köpenick Schulbibliothekarische Arbeitsstelle Leipzig Deutschsprachiges Europa Südtirol  Amt für Bibliotheken, Bozen Österreich Bibliotheken-Service für Schulen Lesekomptenzzentrum Oberösterreich Buch.Zeit. Schweiz International ENSIL IASL page 49 / 115
  • 50.
    Schulbibliothek Aufbau Die Beziehung vonInternet und (Schul-)Bibliothek ist kompliziert und wechselhaft. Mit dem Siegeszug des Internets im wissenschaftlichen Bereich und der nachfolgenden Popularisierung erschienen Bibliotheken als Relikte des untergehenden Gutenberg-Zeitalters. Es gab ja jetzt im wachsenden Umfang digitale Bibliotheken und das Internet als scheinbaren, gigantischen Wissenspeicher. Nach der ersten Euphorie ist Ernüchterung eingekehrt. Die Bibliotheken haben sich digitale Datenbanken zugelegt und stellen Internetkataloge auf ihre Homepages. Die digitalen und gedruckten Medien erschließen sie mit elektronischen Katalogen, die zunehmend nutzerfreundlich werden. Die Bibliothekare suchen in der neuen Welt der digitalen Ressourcen nach einer erweiterten Aufgabe und haben sie in der Vermittlung von "Informationskompetenz" gefunden: Auf dem Meer der Milliarden Informationen im Internet zu surfen und dabei etwas Wissenswertes zu finden, ist nicht ganz einfach. Deshalb müsse man Schüler/-innen und lebenslang auch Erwachsenen beibringen, richtig zu suchen, möglichst verschiedene Suchmaschinen und spezielle Datenbanken zu nutzen, die Glaubwürdigkeit der Anbieter zu beurteilen, verantwortungsbewusst mit copy and paste umgehen. Auch in modernen Schulbibliotheken sind internetfähige Computer vorhanden. Im Unterricht wird ein Medienmix erprobt, die Nutzung digitaler und nichtdigitaler Medien. Eine Form ist die Medienquest, eine Aufgabenstellung durch die Lehrkraft, in der die Medien (Bücher, DVDs, Internetadressen als Quellen genannt werden, mit deren Hilfe eine Präsentation oder ein Referat erarbeitet werden soll. Mit der neuesten Generation internetfähiger Geräte (smartphone, tablet, eReader), die als mobiles Internet bezeichnet wird, ist eine neue Herausforderung entstanden. Wird fortgesetzt page 50 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Bibliothekare studieren K.mehrere Jahre. Wer dem Link folgt, weiß, warum. page 51 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Siehe "Kindersuchmaschinen" beiBasedow1764 Die Suchmaschine “Twurdy” bewertet die Lesbarkeit (Wortschatz, Satzlängen...) einer Seite und zeigt das bei der Ergebnismeldung an: page 52 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Kombinierte Schul- undöffentliche Bibliotheken gelten als der Königsweg der Schulbibliotheksentwicklung. Als Vorteil wird der Synergieeffekt gesehen. Die bibliotheksfachliche Kompetenz und Qualität käme auch der Schule bzw. Schulbibliothek zugute.Diese Betrachtung ist einseitig. Die K. wird überwiegend in ihrer traditionellen Rolle gesehen: Ausleihe von Büchern an Schüler/innen. Eine Evaluation gibt es nicht. Die Zahl der Kombibibliotheken ist verschwindend gering, in Brandenburg z. B. 4 bei 800 Schulen, in Hessen 11 bei 2000 Schulen. Es gibt neben Neueröffnungen auch immer wieder Schließungen: U. a. Berlin, Offenbach, Wiesbaden. In der Praxis zeigen sich zahlreiche, sicher nicht unlösbare Schwierigkeiten: Insbesondere ältere Nutzer/innen aus dem Stadtteil suchen ungerne Schulgelände/Schulgebäude auf. Im Bestand sind die spezifischen Belange von Schule und Unterricht wenig berücksichtigt: Z. B. fehlende "Bücherschwemme" bei unterrichtsrelevanten Büchern und Medien, etwa 30 für 14-15Jährige geeignete Medien zum Thema Vulkanismus statt der für öffentliche Bibliotheken üblichen 3 bis 4. Die Belange der Zentrale haben Vorrang. Die Stadtteilbibliothekarin, Bibl.-Assistentin, wird bei Personalausfall in die Zentrale beordert. Beschränkte Öffnungszeiten stehen einer spontanen Nutzung entgegen. In den Pausen schließt die Bibliothekarin, weil sie allein dem Ansturm der Schüler/innen nicht gewachsen ist. (In der Schweiz benutzen die Lehrkräfte schon einmal die K. vormittags in eigener Verantwortung, die Bibliothekarin kommt nur nachmittags für die Öffentlichkeit. Der Einkauf erfolgt über die Zentrale, d. h. es braucht eine Zeit, bis neue Bücher ins Regal kommen. Nicht immer kann vor Ort kurzfrisdtig gekauft werden, z. B. wegen einer Autorenlesung, eines aktuellen Unterrichtthemas. Die besonderen Anforderungen an eine Schulbibliothek als Lernzentrum im Unterricht, die Erwartungen der Lehrkräfte hinsichtlich Beratung und Kooperation bei Unterrichtsplanung und Unterrichsdurchführung sind kein Bestandteil der Bibliothekarsausbildung und keine Aufgabe des Personals der K. Häufig ist die Bibliothekarin dann enttäuscht, dass die Lehrkräfte die Bibliothek wenig oder nicht nutzen, obwohl sie alle bibliotheksfachlichen Standards erfüllt. Dennoch gelingt es engagierten Bibliothekarinnen immer wieder, die Erwartungen zu erfüllen. Die K. löst also allein durch ihre Existenz nicht das Problem, dass teacher-librarian oder Schulbibliothekar eine Doppelqualifikation voraussetzt und proaktives Berufsverständnis. Eine unverändert gültige Sekundäranalsye von Untersuchungen aus den 60er bis 90er Jahren legte Alan Bundy 2001 vor. Eine englischsprachige Literaturliste zum Thema K. page 53 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Zur Bedeutung vonSchulbibliotheken IFLA-Manifest Resolutionder LAG Schulbibliotheken in Hessen Artikelbei "Lesen-in-Deutschland" Entschließung des Berlin-Brandenburger Schulbibliothekstages 2009 (pdf) Konzepte einzelner Schulen Lesekonzept der Grundschule Hackenberg (pdf) (Vorläufige) Beschränkung auf Schwerpunkte Es ist empfehlenswert, sich zu überlegen, welche Ressourcen zur Verfügung stehen und welche Ziele mit der Schulbibliotheksgründung verfolgt werden. Eine moderne, multimediale Schulbibliothek erfüllt eigentlich mehrere Aufgaben. Sie muss aber nicht von Anfang an alle erfüllen. Es kann eine reine __Präsenzbibliothek__ sein. Dann braucht es aber ausreichende Öffnungszeiten und Raum zum Arbeiten. Meist ist eine Ausleihe dann doch unumgänglich. Es kann ein Lesezentrum sein und vor allem oder ausschließlich die Lektüre von Kinder- und Jugendbüchern gefördert werden. Für einen attraktiven, aktuellen KJL-Bestand braucht man nicht unerhebliche Mittel. Gerade im belletristischen Bereich bietet sich eine Kooperation mit einer gut ausgestatteten öB an. Von dort ist dann Blockausleihe möglich, so dass beispielsweise alle drei Monate neue Bücher angeboten werden können. Man kann sich darauf konzentrieren, die Schwerpunkte des Schulprofils zu unterstützen: Europa, Naturwissenschaften, Umwelt, Sprachen, Schulpartnerschaften. Früher oder später werden die Erwartungen von Schülern und Lehrern aber wachsen, die Ressourcen bei erfolgreicher Arbeit hoffentlich auch. Siehe auch Fachliteratur, Lesende Schule! page 54 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Siehe Zusammenarbeit Schuleund Bibliothek und Zusammenarbeit Schulbibliothek und öffentliche Bibliothek page 55 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Fachliteratur: Schreibwerkstatt: Geschichten undGedichte: Schreibaufgaben, -übungen, -spiele von Joachim Fritzsche, Katrin Bothe, und Karl Günter Rammoser page 56 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Die Landesarbeitsgemeinschaft Schulbibliothekenin Hessen (LAG) ist ein gemeinnütziger Verein, zu dem sich 300 Schulen mit Bibliothek und Lehrerinnen, Lehrer, Eltern, Bibliothekarinnen und Bibliothekare zusammengeschlossen haben. Ihr Ziel ist die Stärkung und Weiterentwicklung der Schulbibliotheken und die Förderung des Lesens in den Schulen. Die LAG führt Projekte durch und unterstützt die Mitglieder mit Information und Beratung. Sie veranstaltet den zweijährlichen Fortbildungskongress „Hessischer Schulbibliothekstag“ und vergibt die Auszeichnung „Schulbibliothek des Jahres“. Sie gibt selbst Broschüren heraus oder kauft nützliche für die Mitglieder an. Das Projekt "Die Bibliothek in der Kiste" gibt Bestandsempfehlungen für Schulbibliotheken. Gleichzeitig können die Bücher- und Medienkisten auch ausgeliehen werden. Konzeptionell orientiert sich die LAG am international verbreiteten Modell der modernen multimedialen Schulbibliothek als Informations- und Kulturzentrum für den Unterricht und das Schulleben. Zu einem fortgeschrittenen Schulbibliothekssystem gehören Spezialisten, die dafür qualifiziert sind, zusammen mit Fachlehrer/innen Unterricht zu planen und durchzuführen, die Lesekultur an der Schule zu fördern, einzelne Schüler/innen und Gruppen bei Informationsrecherchen zu unterstützen und Kollegium und Schulleitung bei der Qualitätsentwicklung der Schule zu beraten. Im Internet ist die LAG mit der Homepage www.schulbibliotheken.de, LAG in facebook, dem Weblog „Basedow1764“ - http://basedow1764.wordpress.com, der Mailing List „hids“ http://mailman.bildung.hessen.de/mailman/listinfo/hids und diesem Schulbibliotheks-Wiki präsent. Sie arbeitet mit IASL und ENSIL zusammen und pflegt den Austausch mit Partnern in Österreich und Südtirol. page 57 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Ort, an demdie Schulbibliothekarin oder der Schulbibliothekar häufig sein sollte. Lehrerinnen und Lehrer sind äußerst wichtige Adressaten. Wenn man sie davon überzeugen kann, dass sie mit der Bibliotheksnutzung ihren Unterricht verbessern können und die Vorbereitung nicht aufwändiger ist als beim Lehrbuchunterricht, hat man sie gewonnen. Es ist fahrlässig, allein die Schülerinnnen und Schüler als Nutzer/innen der SB zu sehen. Die ganze Schule sollte im Focus der Bibliothek sein. Wenn Lehrer und Schüler nicht in die Bibliothek kommen, muss die Bibliothek zu ihnen kommen! In die Klassen, in den Schulhof, ins Lehrerzimmer. Da Leserinnen und Leser Schulbibliotheken intensiver und erfolgreicher nutzen als Nichtleser/innen, müssen die Schülerinnen und Schüler zu Leserinnen und Lesern gemacht werden. Dazu ein Vidoclip: Drop everything and read! Anmerkungen zum Clip im Weblog Basedow1764 page 58 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Lesekompetenz in der(amerikanischen) PISA-Definition Schwache Lesekompetenz in Hessen laut PISA. (pdf): Der Wert für die deutschen Jugendlichen (513 Punkte) ist recht hoch; im Deutschland-Vergleich handelt es sich um den viertbesten Lesekompetenzwert – besser schließen lediglich Bayern (536), Baden-Württemberg (533) und Sachsen (514), ab. Andererseits ist das hessische Ergebnis der Jugendlichen mit Migrationshintergrund (439 Punkte) im Bundesländervergleich das zweitschwächste. Lediglich der Stadtstaat Bremen liegt hier mit 433 Punkten noch etwas niedriger. Verbesserung der Lesekompetenz in der SI, Kurzbeschreibung des hessischen Projekts (pdf) Diagnostik Linkliste Lesecurriculum Berlin-Brandenburg Angebote für ein Konzept zur systematischen Entwicklung der Lesekompetenz Die Begriffe Lesekompetenz und Leseförderung werden, auch in den halbamtlichen Verlautbarungen, oft synonym verwendet. Die klassische Leseförderung, unter der man Lesungen, Buchvorstellungen und Bibliotheksführungen versteht, sowie die Schulbibliothek, spielen in Hessen in den amtlichen Konzepten und Strategien keine nennenswerte Rolle. Wenn die Schjulbibliothek erwähnt wird, dann meist zusammen mit Klassenbücherei und Leseecken. Auffällig ist auch, dass die Projekte sich auf die S I beschränken und kaum die Vorschule und Grundstufe im Blick haben. Reparatur statt Prävention? Es wäre hilfreich, die Leseförderung als Leserförderung zu verstehen. Die Schulbibliothek ist attraktiv und förderlich für Leserinnen und Leser. Für Nichtleser oder schwache Leser aber wenig bis gar nicht. Der Leserförderung vorgelagert ist die Erziehung zum Lesen. D. h. die technische Fertigkeit des flüssigen Lesens, des sinnentnehmenden Lesens. Die vermeintlich veralteten Begriffe des Lesenlernens und der Leseerziehung sind gar nicht so schlecht. Bei Lesekompetenz in der PISA-Definition klingt die angelsächsische information literacy an, bei der es um die Fähigkeit geht, Informationen zu finden, zu verstehen, zu bewerten und zu präsenmtieren, zudem nahezu auschließlich auf digitale Medien bezogen. Dass in Deutschland Bibliothekare den Anspruch vertreten, Lehrern und Schülern in öffentlichen Bibliotheken diese Kompetenz beizubringen, ist erstaunlich. Das Potential der Schulbibliothek bei der Leseerziehung ist noch nicht ausgeschöpft. Beispiele aus England - "Drop everything and read" - zeigen, wie die Schulbibliothek nicht nur Leser/innen anzieht, sondern auch hilft aus Nichtlesern (reluctant readers) Leser zu machen. Es gibt erst wenige hessische Beispiele dafür, dass die Schulbibliothek in schulische Lesekonzepte eingebunden ist: z. B. Steinwaldschule Gießen (pdf) Siehe auch Lesekultur! page 63 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Bücher - Lesen- Leseförderung www.biblio.at/rezensionen/index.htm Literaturdatenbank des österreichischen Bibliothekswerkes mit vielen Rezensionen www.ajum.de Rezensionsdatenbank der AJuM www.lesen-in-deutschland.de Ein Portal des Deutschen Bildungsservers www.lesart.org gibt Anregungen zur Leseförderung Autorinnen und Autoren Kostenlose Hörbücher Friedrich-Bödecker-Kreis Hilfe bei der Finanzierung von Autorenlesungen www.ohrliestmit.de Ein Wettbewerb für kreatives Lesen und Hören www.buchmarkt.de Von der Fachzeitschrift BuchMarkt. Zielgruppe sind Buchhändlerinnen und Buchhändler. Aber die Zusammenstellung von Adressen, Ideen und Projekten ist üppig und jeder Interessierte wird fündig. lesen-weltweit.com Informationen zur Leseförderung weltweit, Portal des DIPF, Frankfurt/M, u.a. unterstützt vom Goethe-Institut Das aktuellste Buch ist wohl: Rosebrock, Cornelia / Nix, Daniel: Grundlagen der Lesedidaktik und der systematischen schulischen Leseförderung, Baltmannsweiler: Schneider 2008, 1244 S., 14 €. Es geht im Wesentlichen darum, wie schwache Leser/innen besser lesen lernen. Das Buch ist theoriegeleitet, enthält aber zahlreiche Anregungen für die Praxis. Prof. Rosebrock hat auch die Grundlegung für die hessischen Lesekomptenzmaßnahmen verfasst. Ihr Ausgangspunkt war das amerikanische "Reading for Understanding-Programm": Wie sähe ein Leseprogramm aus, das allein mit der Vorgabe entworfen wäre, schwachen LeserInnen in der zweiten Hälfte der Sekundarschulzeit auf die Beine zu helfen -- das wirklich primär darauf focussiert wäre, 13-16-Jährigen mit schwachen Leseverstehensfähigkeiten und entsprechend misserfolgsreichen Lerngeschichten in ihren Leseverstehensfähigkeiten zu fördern, Jugendliche aus meist bildungsfernen sozialen Kontexten, mit Migrationshintergrund und wenig Antrieb, das Steuer in ihrer Bildungskarriere noch einmal herum zu reißen? Ein Leseförderprogramm, das nicht von vorne herein den Schul- und Unterrichtskonventionen kompatibel gemacht ist, das also keine Rücksichten nehmen würde auf eingefahrene Lehrgewohnheiten und Unterrichtsstile, auf den heimlichen Lehrplan, auf Benotungszwänge, Rahmenpläne, Vergleichsarbeiten und so weiter und so weiter....? Im amerikanischen Fortbildungsprogramm "Reading for Understanding" für die Lehrkräfte schwacher Leser liegt so ein Programm vor. Hier sind all die Komponenten zusammen gedacht und in Handlungsformen umgesetzt, die diese Jugendlichen bräuchten, um aus dem Teufelskreis schlechter Lesefähigkeit, mangelnder (schrift)sprachlicher Kenntnisse, schwacher Schulleistung, fehlender Motivation usw. herauszukommen: Da ist zunächst einmal die Vermittlung der Wahrnehmung, dass die eigenen Lesefähigkeiten nicht ausreichen -- Hauptschülern fehlt oft gerade diese Erkenntnis, sie bewegen sich in der Vorstellung, eigentlich lesen zu können und bloß aktuell oder konstitutionell zu faul dazu zu sein. Dann die Bereitstellung und systematische Aneignung von "mentalen Werkzeugen", um den eigenen Leseprozess auf allen Ebenen erfolgreich zu verbessern: Sie reichen vom Training der hierarchieniedrigen page 64 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Fähigkeiten (wie etwader mentalen Strukturierung von Sätzen) über verschiedenen Verfahren der Selbststeuerung, die sich unter dem Etikett "Lesestrategien" sammeln lassen und im amerikanischen Sprachraum sehr viel besser eingeführt sind als hierzulande, bis hin zur Erfahrung von Lektüre als kultureller Praxis und Identitätsvergewisserung. Allerdings sind diesen Schülern solche Fertigkeiten Bildungserfahrungen nicht mehr im konventionellen Lehrer-Schüler-Verhältnis zu vermitteln. Die Antwort auf die Notwendigkeit, die eingefahrene und strukturell gescheiterte Lehr-Lern-Routine zu verlassen, ist beispielsweise bei dem Verstehenstraining das reciprocal teaching, die konsequente Überantwortung der Lernverfahren an die Beteiligten. Hinzu zu diesem Lesenlernen im engeren Sinn tritt der ins Programm integrierte systematische Wissensaufbau in verschiedenen Schulfächern. Denn Lesen ist immer "Lesen von etwas", und es braucht domänenspezifische Kenntnisse der jeweiligen inhaltlichen und textanalytischen Dimensionen wie auch die fachspezifischen Denkmuster, wie sie der Fachunterricht vermitteln sollte. Das Ganze kann nicht gut gehen in einer konventionellen Hauptschulklasse. Eine Atmosphäre von Solidarität, Zielbewusstsein und Erfolgszuversicht ist notwendig, um das Gelingen des Programms nachhaltig zu gewährleisten und die Reflexion über das, was geschieht und geschehen muss, zu provozieren und gemeinsam zu verarbeiten. Wer sich auf das Programm einlässt, macht Ernst mit dem Erwerb besserer Leseleistung -- Lehrkräfte wie Schüler und Schülerinnen. (Statement von Prof. Dr. Rosebrock zu dem amerikanischen Prgramm, zit. auf dem Hessischen Bildugnsserver. Seite ab März 2010 nicht mehr erreichbar.) page 65 / 115
  • 66.
    Schulbibliothek Aufbau Lesenächte sind aufwändige,aber lohnende Veranstaltungen. Am besten ist es, die Lesenacht auf den Freitag zu legen. Dann kann die Klasse oder Gruppe am Samstag ungestört in der Schule frühstücken. Wenn der Hausmeister mitspielt. Besser im Winter als im Sommer. Es kann recht kühl werden. Wenn Prominenz zum Vorlesen kommt, der Bürgermeister z. B., wird es ein auch öffentlich beachtetes Ereignis. page 66 / 115
  • 67.
    Schulbibliothek Aufbau Die SB hatden Auftrag, in die ganze Schule hineinzuwirken. Sie beschränkt sich nicht auf die Ausleihe von Büchern. In einer lesenden Schule gehen von der Bibliothek Impulse zur Leseförderung aus, z. B. Lesetage, Vorlese- und Schreibprojekte. Die SB wirkt bei schulischen Veranstaltungen (Tag der offenen Tür, Weihnachtsbasar) mit. Das Kollegium wird hinsichtlich der Ressourcen für die Unterrichtsfächer beraten, geieignete Ressourcen digitaler und nichtdigitaler Art werden bereitgestellt. Die Fachlehrer kooperieren mit der Schulbibliothekarin/dem Schulbibliothekar bei Unterrichtsplanung und -durchführung, Diese übernehmen auch die Arbeit mit Einzelnen und Gruppen, etwa bei Infomationsrecherche oder Mediennutzung. Die SB trägt zum Erfolg des Leseunterrichts und dem Erwerb der Lesefähigkeit bei. Soweit die Utopie. page 67 / 115
  • 68.
    Schulbibliothek Aufbau hids Hessischer Informationsdienst Schulbibliotheken, offen auch für Nicht-Hessen! schulbibliotheken Liste des Deutschen Bibliotheksverbandes. Anmeldung: schulbibliotheken-subscribe@stadt-frankfurt.de lm-net 10000 Abonnenten bei der englischsprachigen mailing list; vor allem für Nordamerika Eine Alternative zu mailing lists sind Foren, Wikis oder Weblogs. page 68 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Im Entstehen! Siehe auchInformationskompetenz! page 69 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Die Schulbibliothek machtgedruckte, audiovisuelle und digitale Medien zugänglich: Bücher, Zeitschriften, Datenbanken, Dateien, DVDs, Hörbücher, Podcasts, Videofilme. Ein Videoclip kann physikalische Vorgänge verstehbar machen. In einem digitalen Fachlexikon können Vögelstimmen gehört werden. In einem sorgfältig lektorierten, mehrfach aufgelegten Buch kann ein verständlich geschriebener und sachlich richtiger Text mit Gewinn gelesen und verstanden werden. Die Literatur, in der ein Unterschied im Leseverhalten und -verstehen am Bildschirm und beim gedruckten Text vermutet und beschrieben wird, nimmt zu. page 70 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Online Public AccessCatalogue. Der elektronische Katalog, den alle benutzen dürfen. Am besten ist er an Stehtischen zugänglich, da geht es erfahrungsgemäß schneller als im Sitzen. Konkurrent jeden OPACs ist Google. Da glauben die meisten, einfacher und schneller fündig zu werden. Neuere OPACs sind Google ähnlicher geworden: Bei den Büchern können die Cover abgebildet werden. Man kann sich Listen zusammenstellen und speichern, Leser können Anmerkungen zu Büchern schreiben. Bei der Buchsuche können ähnliche oder verwandte Themen abgerufen werden. Es können brauchbare Internetadressen erfasst werden. Natürlich muss sich jemand drum kümmern und dafür Sorgen, dass alle Medien der Schule erfasst sind, neue Internetadressen und Neuerwerbungen eingegeben werden, alles verschlagwortet ist und die Schnittstellen zu externen Datenbanken funktionieren. Man kann den Bestand auf dem Server des Softwareherstellers aufspielen. Dann wird dort gesichert und Neueingaben in den Bestand eingelesen. Über einen Verbundkatalog kann man mit einer Suche die Bestände mehrerer Schulbibliotheken abfragen oder nur in der eigenen Bibliothek suchen. Auch der Katalog der Stadtbibliothek oder des Kreismedienzentrums kann eingebunden werden. Verbundkataloge gibt es in Freiburg i. Br. und in Frankfurt am Main. Für ganz Hessen ist der hessen.OPAC im Aufbau. Siehe auch "OPAC der Zukunft" und "Zukunftstaugliche OPACs" (pdf) Der US-Bibliotheksdienstleister Follet hat seine Katalogisierungssoftware zu einem schultauglichen Rechercheinstrument ausgebaut: Follett Destiny page 72 / 115
  • 73.
    Schulbibliothek Aufbau Weltweit herrscht derTypus des teacher-librarian vor, der Bibliothekslehrkraft, die pädagogische, bibliotheksfachliche und vor allem medienpädagogische Kompetenzen durch Aus- oder Weiterbildung erworben hat. 1. In Dänemark und in Südtirol gibt es Baustein-Lehrgänge als Zusatzqualifikation für Lehrkräfte, die mit einer Prüfung abgeschlossen werden. In Frankreich ist es die Ausbildung zum professeur documentaliste, die zur Leitung der innerschulischen Informationszentren, centre de documentation et d´information (cdi) befähigt. In Nordamerika und im Pazifikraum sind es die school library media specialists, anderswo werden sie teacher-librarians genannt. Das Curriculum für den Master in Information and Library Services der Rutgers University, ein drei Jahre dauernder eLearning-Kurs (in Englisch) und für den Master of Education in Teacher-Librarianship der University of Alberta/Kanda Portugal verlangt geeignete Qualifikationsnachweise (Zertifikate), ohne eine bestimmte Berufsausbildung oder bestimmte Lehrgänge vorzuschreiben. Es wird aber an einem verbindlichen Curriculum gearbeitet. In Österreich gibt es ein Tätigkeitsprofil. Für die Tätigkeit ist eine Ausbildung vorgeschrieben. Ein Praxisbeispiel aus Groß-Britannien In Deutschland gibt es bisher keine Lösung für das Personalproblem. Neben der fehlenden Finanzierung von SBen sind die ungeklärte Personalrekrutierung und -finanzierung der wesentliche Hemmschuh der Schulbibliotheksentwicklung in Deutschland. Der "Konstruktionsfehler" des deutschen Schulbibliothekswesen ist, dass es keine eindeutige gesetzliche Regelung gibt. Teilweise wird in den Schulgesetzen der Länder die Schulbibliothek erwähnt. Sie wird dann den Aufgaben des Schulträgers zugeordnet. Dieser behandelt Schulbibliotheken, anders als Schulturnhallen, als freiwillige Aufgabe, genau wie das öffentliche Bibliothekswesen. Zwar bauen und möblieren immer mehr Schulträger Schulbibliotheksräume, weder Schulträger noch das Land bezahlen aber das Personal für diese Einrichtungen, von Ausnahmen abgesehen. Die Ausbildung zum Dipl. Bibliothekar mit schulbibliothekarischem Schwerpunkt haben die deutschen Bibliotheksfachhochschulen aufgegeben, weil es keinen Arbeitsmarkt für die Absolventen gibt. Faktisch sind es Eltern, Schüler/innen, Lehrer/innen, geringfügig Beschäftigte oder zu gemeinnütziger Arbeit verpflichtete Personen, im besten Falle Verwaltungsangestellte, noch seltener Bibliotheksassistenten (FaMI) oder gar Diplombibliothekare, die Schulbibliotheken betreuen. Die bibliotheksfachlichen Berufsverbände sehen in der Schulbibliothek eine Sonderform der öffentlichen Bibliothek und mithin ihnen dort zustehende Arbeitsplätze. Ähnlich wird es auch in der Öffentlichkeit und von der Politik gesehen. Die spezifisch pädagogische Dimension der Schulbibliothek als täglich genutzter Lernort wird dabei vernachlässigt. Daher wird von bibliothekarischen Interessensverbänden die Schulbibliothek vor allem als Zweigstelle einer öffentlichen Bibliothek (öB) in der Schule gesehen. Oder die öffentliche Bibliothek firmiert selbst als außerschulischer Lernort, der die Schulbibliothek überflüssig erscheinen lässt. Schulen werden durch "Kooperationsverträge" zwischen Landesregierungen und dem Deutschen Bibliotheksverband e.V. aufgefordert, die Zusammenarbeit mit der öffentlichen Bibliothek zu suchen und deren Angebote wahrzunehmen. Dies entlastet scheinbar Schulträger und auch page 73 / 115
  • 74.
    Schulbibliothek Aufbau Landesregierungen. Wenn die VerträgeSubstanz haben sollen und nicht nur deklamatorischen Charakter, führt diese Strategie ebenfalls zu Problemen: Da die Schulträgerschaft i. d. R. bei den Landkreisen liegt, die Trägerschaft der öB aber bei den Städten und Gemeinden, muss der Kostenaufwand, der den Bibliotheken durch Nutzung von Schulklassen entsteht, zwischen den Gebietskörperschaften geregelt werden. Die massenhafte Nutzung der öB als außerschulischerm Lernort und Ersatz für Schulbibliotheken scheitert allein schon an den quantitativen Problemen: 9 Millionen Schüler/innen müssten ca. 2000 hauptamtlich geleitete öBen benutzen, deren Öffnungszeiten, räumliche, mediale und personelle Ausstattung darauf i. d. R. nicht eingestellt ist. Auch die schul- und medienpädagogische Qualifikation des Personals sowie der Zeit- und Transportaufwand für Lehrer und Schüler erscheinen problematisch. Es bleibt voraussichtlich bei dem bisherigen Zustand: Eltern als treibende Kraft für die Einrichtung von Schulbibliotheken und als ehrenamtliche Helfer, Lehrkräfte als Freiwillige, allenfalls mit minimaler zeitlicher Entlastung, Verwaltungsangestellte und bibliothekarisches Fachpersonal, wenn Schulträger dies wollen und finanzieren können. 2. Da Grundsatzentscheidungen hinsichtlich Finanzierung von Personalstellen und der Qualifikation nicht zu erwarten sind, stellt sich die Frage, was dennoch möglich ist. Die Bundesländer sind nicht für Schulbibliotheken zuständig, sondern Landkreise und kreisfreie Städte. Deswegen kann auf der Basis der jetzigen Regelungen von einer Landesregierung nicht erwartet werden, Lehrer für die Leitung freizustellen oder Leiterstellen anderweitig zu besetzen. Es muss politisch gewollt sein und die rechtliche Grundlage dafür geschaffen werden. Also, dass z. B. eine Lehrerin mit sechs Stunden oder halber Stelle für die Leitung der SB freigestellt wird. In anderen Staaten geht das, s. o. In Hessen übernehmen Lehrer, die zum Oberstudienrat oder Rektor für besondere Aufgaben befördert werden wollen, eine Zusatzaufgabe. In über 300 Fällen ist das die Leitung der Schulbibliothek. Das wird aber so nicht genannt, weil ein Landesbeamter keine Tätigkeit ausüben soll, die vom Schulträger zu bezahlen ist. (Das geht nur beim Leiter des Kreismedienzentrums: Ein Lehrer leitet hier eine Einrichtung des Schulträgers! Angeblich geht das auf die Nazizeit zurück.) Bisher kann man als Lehrer allenfalls einmal eine halbe oder einige wenige sog. Anrechnungsstunden für außerunterrichtliche Aufgaben erhalten. Dann geht i. d. R. ein anderer leer aus oder man wechselt jährlich. Es gibt in vielen Bundesländern Experimente mit "autonomen" Schulen. Da hat die Schulleitung Geld, mit dem sie Honorarkräfte "einkaufen" oder sogar befristet Stellen schaffen kann. Z. B. wenn die Schulleitung aus drei Klassen à 20 zwei Klassen à 30 macht und damit 34 Lehrerstunden einspart, darf sie einen Teil der gesparten Stunden behalten.(Teuflische Idee!) Es gibt dabei auch die Möglichkeit, Personalmittel in Sachmittel umzuwandeln und umgekehrt. Das ist alles haushaltsrechtliches Neuland, aber für engagierte Schulleiter eine große Chance. Ganztagsschulen (GTS) erhalten zusätzliche Geldmittel und einen besseren Personalschlüssel. Wenn die Schule entsprechende Prioritäten setzt, kann sie jemanden für die Bibliothek holen, muss dann evtl. auf den Zeitvertrag mit dem Theaterpädagogen oder dem Sozialarbeiter verzichten. Da GTS erhalten Stellen für Sozialarbeiter. Man kann versuchen, Stundenanteile aus diesem Kontingent für die SB zu verwenden. page 74 / 115
  • 75.
    Schulbibliothek Aufbau Möglich ist, dasseine Landesregierung nicht nur Lehrer bezahlt, sondern auch pädagogische Assistentenstellen. Da könnte eine Stelle für die Schulbibliothek dabei sein. In Frankreich gibt es das. Lehrer machen dort weder Pausenaufsicht, Vertretungsunterricht noch Hausbesuche. Für die Bibliothek gibt es außerdem eine speziell ausgebildete Kraft - die/der documentaliste. In einer großen Schule mit drei Schulsekretärinnen könnte daraus auch eine halbe Stelle für die Bibliothek abgezweigt werden. (Passiert ist es aber umgekehrt: Dort, wo es Bibliotheksstellen gab, wurde einmal eine gute Angestellte ins Sekretariat geholt.) Vom Land bezahlte Assistentenstellen gibt es in NRW, das läuft aber anscheinend nicht zufriedenstellend, in RPF wurden sie abgeschafft. In Hessen hatte das Land die Schulträger, die Kreise und Städte, zu Assistentenstellen per Verordnung gezwungen. Das fanden die gar nicht schön und haben es nach und nach rückgängig gemacht. Heute muss ein Landesparlament, das solches beschlösse, auch die Mittel dafür bereitstellen (Konnexitätsprinzip). Das Land könnte den Kommunen aber auch Zuschüsse aus dem Landeshaushalt geben. Das wäre dann Mischfinanzierung. Ist aber auch nicht beliebt, schon gar nicht im Personalbereich. Bleibt die Zusammenarbeit mit den öffentlichen Bibliotheken. Für die Verbände des Bibliothekswesens sind Schulen seit einigen Jahren (wieder einmal) das Land, wo Milch und Honig fließen. Sie erhoffen sich von der Bildungspolitik Personalstellen und Geldmittel. Für sie steht die Zusammenarbeit mit der öffentlichen Bibliothek im Vordergrund, nicht so sehr die schulinterne Bibliothek. Die öffentliche Bibliothek wäre der Ort der Leseförderung, der Vermittlung von Informations- und Medienkompetenz. So heißt es in bibliothekarischen Verlautbarungen und in Bibliotheksgesetzen. Den Bildungspolitikern kommt das gerade recht. Können sie doch Forderungen nach mehr Schulbibliotheken mit dem Hinweis auf Kooperationen zwischen Bibliothek und Schule beantworten. Was geht? Einem Schulträger ist es nicht verboten, Personalstellen in Schulbibliotheken zu schaffen. Dann muss man entsprechende Haushaltsmittel einplanen. Damit ist noch nichts gewonnen, die können in letzter Sekunde wieder rausfliegen oder eine Stellenbesetzungssperre kommt. Es geht aber theoretisch und in einigen Landkreisen auch praktisch, es muss nur gewollt werden. Es werden ständig neue Personalstellen in der öffentlichen Verwaltung geschaffen. Die neue Bundesregierung hat etwa 900 neue Stellen im Regierungsapparat geschaffen. Um wie geplant zu verhindern, dass "Reiche" in den Genuss von Elterngeld kommen, müssen in den deutschen Finanzämtern ca. 150 Stellen neu geschaffen werden. Das kostet in etwa die erhofften Einsparungen. Was geht noch? Ich kenne ein Lehrerkollegium(!), das eine Stelle in einer Schulbibliothek finanziert. Es gibt Schulfördervereine, die das machen. Es geht immer mal wieder ein zeitlich begrenztes Projekt, für das es Lehrerstunden oder befristet Stellen gibt. Nichts fürchtet die Verwaltung aber mehr, als dass daraus dann ein dauerhafter Beschäftigungsanspruch erwächst. page 75 / 115
  • 76.
    Schulbibliothek Aufbau Der Einsatz vonLangzeitarbeitslosen in Schulbibliotheken erfreut sich wachsender Beliebtheit. Das ist eine ambivalente Angelegenheit. Einerseits hat man wenigstens zeitweise jemanden. Wenn die betreffende Person auch noch mit Kindern und Büchern umgehen kann, ist das gut für die Schule. Andererseits verfestigt sich der Eindruck, dass man in Schulbibliotheken kein qualifiziertes Personal braucht. Mit Schulungskursen für diesen Personenkreis weckt man Hoffnungen, dass sich ein Beschäftigungsverhältnis ergeben könnte. Das ist so gut wie nie der Fall. Der Bundesfreiwilligendienst, die Nachfolgeeinrichtung für den Zivildienst, der parallel zur Wehrpflicht entfiel, könnte eine Stelle ermöglichen. Es können auch junge Leute, z. B. zwischen Abitur und Studium benannt werden und Teilzeit-Beschäftungsverhältnisse Das Kontingent von 35000 Plätzen wird aber vor allem von den großen Wohlfahrtsverbänden in Anspruch genommen. page 76 / 115
  • 77.
    Schulbibliothek Aufbau PISA und andere Schulleistungsvergleichewerden gerne als Argument für Schulbibliotheken benutzt. Dies muss mit Vorsicht betrachtet werden. Die Gründe für das gute Abschneiden bei den PISA-Aufgaben sind umstritten. Die Rangsteigerung der Bundesländer Sachsen und Thüringen bei dem zweiten PISA-E-Test ist keinesfalls auf eine verbesserte Schulbibliotheksversorgung dieser Länder zurückzuführen. Das Schulbibliothekswesen in Finnland ist entgegen der landläufigen Meinung nicht hoch entwickelt, allerdings das Bibliothekswesen. Die Faktoren, die dem guten Abschneiden Finnlands zugerechnet werden, sind u.a. der geringe Anteil an Migranten und eine Schulorgansiation, in der unbürokratisch auf Lernprobleme einzelner Schüler reagiert werden kann. Einzig bei deutschsprqchigen Schulen in Südtirol treffen hervorragendes Abschneiden bei PISA und ein hervorragendes Schulbibliothekswesen zu.(Allerdings weitestgehend ohne die von Bibliotheksorganisationen geforderte Professionalisierung. In der Regel leiten weiter gebildete Lehrkräfte die Südtiroler Schulbibliotheken). Allerdings treffen dort auch die bei Finnland vermuteten Erfolgsfaktoren zu: Sprachlich und ethnisch homogene Lerngruppen, die überwiegend aus der Mittelschicht und aus dem ländlichen Raum stammen. page 77 / 115
  • 78.
    Schulbibliothek Aufbau Mit der Präsenzbibliothekerspart man sich Ausleih-, Rückgabe- und Mahnprozeduren. Die Bücher und anderen Medien werden nicht ausgeliehen, sondern sind nur in der Schulbibliothek nutzbar. Die Frage nach der Ausleihe, wenigstens übers Wochenende, nur Mitnahme in den Klassenraum, stellt sich früher oder später. Für den Anfang kann die P. auf jeden Fall eine pragmatische Lösung sein. Aber auch als dauerhafte Lösung ist sie dankbar. Dann ist allerdings sinnvoll, einen Bestand zu haben, der entsprechend genutzt wird und nicht das Verlangen weckt, auszuleihen. Also der Verzicht auf Belletristik.. Auch lange Öffnungszeiten sind für eine P. empfehlenswert. page 78 / 115
  • 79.
  • 80.
    Schulbibliothek Aufbau Möglichst zentrale Lage;Mindestgröße 50-70m2; bei mehr als 2.000 Bänden für zusätzliche 1.000 Bücher je weitere 30 m2.  Achtung: Bei einigen tausend Büchern ist schnell die zulässige Deckenbelastung erreicht! Raumerfordernisse (Übersicht von Buch.Zeit/Österreich) Raumwirkung (pdf; englisch) [[file/view/Nice_to_read_you_SB_Entw%C3%BCrfe.pdf|Nice_to_read_you]] (Utopische Entwürfe; pdf) Lernumgebungen des 21. Jahrhunderts (pdf; englisch) Be the Change Schulräume für das 21. Jahrhundert; englisch, pwt) page 80 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Eine Schulbibliothek oder-mediathek ist eine Bibliothek in einer Schule. Ihre Aufgabe ist es, Lehrern und Schülern, der Schulleitung und auch den Eltern Zugang zu Büchern und anderen Medien zu ermöglichen. Sie erschließt alle Medien der Schule. Je nach Schulstufe und Schulform wird es Differenzierungen im Bibliotheksprogramm und im Medienbestand geben. Sie sollte Medienzentrum, Informations- und Kulturzentrum der Schule sein. Ihre Aufgabe und ihre im Einklang mit dem Schulprofil stehenden Schwerpunkte sollten im Schulprogramm beschrieben werden. Der Medienbestand einer multimedialen Schulbibliothek orientiert sich in erster Linie am Curriculum der Schulfächer. Er erschließt, vertieft und ergänzt das Curriculum multimedial. Der Raum/die Räume der Schulbibliothek, das Mobiliar und die technische Ausstattung ermöglichen individuelles Lernen und die Arbeit in Gruppen. In der multimedial ausgestatteten Schulbibliothek kann medienpädagogisch gearbeitet werden. Insbesondere die Informationsrecherche in Sachbüchern und digitalen Medien kann geübt werden. Weiterhin sollte sie Lese- und Kulturzentrumsein, in dem Lesungen, Ausstellungen u. a. Aktivitäten stattfinden. Die Medien der Schulbibliothek werden durch einen OPAC erschlossen. Der OPAC nennt Bücher, audiovisuelle und digitale Medien sowie Internetadressen. Notwendig wären in einer multimedialen Schulbibliothek Spezialisten, die über Qualifikationen als Lehrer, Bibliothekare, IT-Spezialisten und Medienpädagogen verfügen. Schulbibliothekare oder Bibliothekslehrer entwickeln Curricula im Bereich der Informationsrecherche und unterrichten diese auch. Sie organisieren den Bestand an Medien für den Fachunterricht der Klassen und das selbstständige Lernen der Schüler.Sie arbeiten mit den Fachlehrern bei Planung und Durchführung von Unterricht zusammen und beraten die Fachbereiche bei der Anschaffung und Nutzung von Medien. In der Leseerziehung wirken sie mit und beraten und unterstützen einzelne Schüler. In anderen Ländern gibt es dafür Ausbildungsgänge (school library media specialist, documentaliste). In Deutschland werden Schulbibliotheken i. d. R. von einzelnen Lehrern und Eltern organisiert, die mit Hilfe von Schülern, ehrenamtlichen Helfern und von Jobcentern vermittelten Hilfskräften arbeiten. Speziell ausgebildetes Personal oder Dipl. Bibliothekare sind die Ausnahme. Personell und sächlich gut ausgestattete Schulbibliotheken, wie sie hier beschrieben werden, wirken sich positiv auf Schülerleistungen aus. Ergebnisse der internationalen Wirkungsforschung sind: Schülerleistungen steigen in Schulen mit guten Schulbibliotheken, unabhängig vom sozioökonomischen Status des Elternhauses. Die Ergebnisse in Leseleistungstests sind besser. Mehrere Dimensionen der Lesefähigkeit werden verbessert: Wortschatz, Grammatik, Rechtschreibung, Schreibstil. Referate und Präsentationen sind fundierter. page 81 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau In Anlehnung anden Artikel "School library" im amerikanischen Wikipedia.und das Schulbibliotheksmanifest der LAG Schulbibliotheken in Hessen (1999) page 82 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Mit dem Ausdruck"Schulbibliothek 2.0" ist die Rolle der Schulbibliothek als Lernort im "digitalen Zeitalter" gemeint. Ihre Nutzung geht über den Wissenspeicher mit Bücherregalen und Ausleihtheke hinaus. Die Schulbibliothek wird zum Ort, an dem mittels neuerer digitaler Werkzeuge (Stichwort Web 2.0) mehr Kommunikation und Interaktion möglich wird. Im engeren Sinn meint "2.0" ein Internet, das nicht mehr nur die Einwegkommunikation zu Portalseiten und Homepages ermöglicht ("1.0"), sondern ein dezentrales Internet, das von der Kommunikation der Nutzer untereinander lebt und noch nie dagewesene Möglichkeiten von Interaktion, Information und Kooperation ermöglicht (Stichworte: Wikipedia, Facebook, Myspace, Twitter). Analog dazu steht Schulbibliothek2.0 für eine Einrichtung, die diese Anwendungen ebenfalls nutzt. Mit der Entwicklung des Internets einher ging die Annahme, dass Bibliotheken als standortgebundene pysische Wissenspeicher überflüssig würden, da ja das Internet eine riesige Bibliothek sei. Wichtig seien nur noch Suchen und Finden. Dies zu trainieren, wäre die zukünftige Aufgabe von Bibliothekaren. Diese Hypothese aus der Frühzeit des Internets hat sich als falsch erwiesen. Es werden weiterhin Universitätsbibliotheken gebaut, die auch EDV und Internet mit Erfolg integrieren. Die Auffassung, wichtiger als etwas zu wissen, sei es, zu wissen wo es steht, war schon vor dem Aufstieg des Internets eine vorübergehende pädagigsche Mode geblieben. Daher sollte auch bei der Fokussierung auf die Vermittlung von Informationskompetenz als Aufgabe von Schule und Bibliothek der Erwerb von Wissen und Bildung - der Lernstoff - nicht vernachlässigt werden. Das Internet ist keine riesige Bibliothek geworden. Es wirft Probleme technischer (Netzzugang in ländlichen Gebieten), finanzieller (Zugangs- und Gerätekosten für die privaten und öffentlichen Haushalte), sozialer (digital divide) und datenschutzrechtlicher Art auf. Es ist aus einem Instrument der scientific community, das es nach seinen militärischen Anfängen vor allem war, eine Erfindung von hoher ökonomischer Bedeutung geworden, mit Oligo- und Monopolisierungstendenzen. Es ist strittig, ob und wie die Qualität der digital abrufbaren Informationen (Stichworte: Creative Commons, kostenlose Nachrichtenangebote, "Schwarmintelligenz") gesichert werden kann. Mit der Entstehung des des mobilen Internets wird sich die SB der Frage stellen müssen, ob sie als physische Einrichtung noch nötig ist, wenn Schule und Schülerinnen und Schüler über mobile Geräte (Handy, Smartphone, Smartboard, eBook-Reader) verfügen, die mehr Nutzen versprechen als die Nutzung einer Schulbibliothek. Es gibt erste Erfahrungen mit Bildungseinrichtungen (vor allem in USA), die die Bücheregale wegräumen und allein auf digitale Medien setzen. Die Schulbibliothek hat Überlebenschancen, wenn man sie als Raum voller Lernmöglichkeiten begreift, der mehr ist als ein Büchermagazin. Es gibt unter dem Stichwort "learning commons" vor allem in den USA (David Loertscher, Ross Todd) für die "digital natives" Lernumgebungen zu konzipeiren, die eine hohe Aufenthaltsqualität haben, individuelles Lesen und Lernen, aber auch Team- und Gruppenarbeit ermöglichen. page 83 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Die schulbibliothekarische Arbeitsstelle(SBA) ist eine Dienstleistungszentrale, die Schulbibliotheken einer Gebietskörperschaft (Stadt, Bezirk, Landkreis) in ihrer Arbeit unterstützt. Aufgaben einer SBA sind. Förderung des kompetenten Umgangs mit neuen und alten Medien Qualifizierungsangebote in technischer und „kultureller“ Medienkompetenz Sicherstellung einer zeitgemäßen Medienausstattung der Schulbibliotheken Koordinierte und sparsame Verwendung der Haushaltsmittel des Schulträgers Entlastung der einzelnen Schule durch Bereitstellung von Materialien (z. B. Blockausleihe, Bücher- und Medienkisten), durch Training und Support Im Einzelnen: EDV- und Medienausstattung der Schulen Mitarbeit bei der Entwicklung der Medienkonzepte der Schulen Planung und Koordination der EDV- und Medienausstattung Unterstützung bei der Einrichtung und Betreuung von EDV-Netzwerken in Schulen Gemeinsamer Einkauf von Hard- und Software Reparaturdienst (incl. Outsourcing-Lösungen) Medienwerkstatt und Fortbildungszentrum Kreative Nutzung der Medien Digitale Bild- und Videobearbeitung „Multimediale Lernwerkstatt“ Information über und Kennenlernen von Software, CD-ROM Erstellen von Internetseiten (HTML) Desktop-Publishing (DTP) Schulung der ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen in den Schulbibliotheken Schulung der Nutzerinnen und Nutzer der AV-Geräte Schulung im EDV- und Internetbereich Ausleihzentrale für Medien und AV-Geräte Ausleihe von: Video, Film, Tonkassette, CD, DVD, Büchern, Klassensätzen, Medienkisten (soweit noch nicht Download) Videokameras u.a. Geräten (z. B. Klassensatz Fotoapparate) Schulbibliotheksservice page 84 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Kontinuierliche Beratung der Schulen und Schulbibliotheken in allen Fragen der Bibliothekstechnik, -pädagogik und Leseförderung, Mitwirkung bei der Entwicklung schulischer Bibliothekskonzepte Unterstützung der Schulen bei der Katalogisierung, beim OPAC Koordination von Aktivitäten der Schulen (z.B. Lesereisen von Autoren organisieren) Unterstützung der Schulen bei der Durchführung von Projekttagen, Unterricht, Ausstellungen, Lesungen und Schreibwerkstätten Bereitstellung eines Ergänzungsbestandes für Schulbibliotheken Zusammenstellung und Auslieferung von Sach- und belletristischer Literatur für Unterrichtsvorhaben („Bücherkisten“, „Medienkisten“, „Blockausleihe“, „Klassensätze“), Übernahme des Medientransports in die Schulen Schulbibliothekarische Arbeitsstellen sollen nach bibliotheksfachlichem Verständnis an öffentlichen Bibliotheken vorhanden sein. Sie sind nicht sehr verbreitet. Vor allem in Großstädten mit großen Stadtbüchereien gibt es sie, z.B. Hamburg, Frankfurt am Main. Im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick ist die SBA Teil der Schulverwaltung. 1992 entstand in Hessen der Plan, in jedem Landkreis nach dem Vorbild der dänischen "Amtszentralen" ein medienpädagogisches Zentrum einzurichten, das auch schulbibliothekarischen Support anbietet. Das wurde nicht realisiert. Geeignete Träger der SBA könnten die zu Medienzentren modernisierten Kreisbildstellen sein. Im hessischen Lahn-Dill-Kreis existiert inzwischen ein solches Zentrum, das von Bibliotheksverbänden als vorbildlich betrachtet wird. page 85 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Einen Überblick über dasSchulbibliothekswesen in 61(!) europäischen Staaten gibt die Schulbibliothekarin Helen Boelens in ihrer Dissertation (2010) Brasilien Seit 2009 verlangt ein Gesetz, dass jede Schule eine Bibliothek haben muss. Finnland Hat nur wenige Schulbibliotheken, dafür gute öffentliche Bibliotheken. (Die Aussage, dass gue PISA-Länder ein gutes Schulbibliothekswesen hätten, ist mit Vorsicht zu betrachten.) Frankreich Griechenland Groß-Britannien (Video, 6 min), Schulbibliotheken seit 1999 Kanada Österreich Ein ausführlicher Artikel beim Bibliothekenservice für Schulen Polen Portugal Bericht von einer ARION-Studienfahrt Schweden Im novellierten schwedischen Schulgesetz von 2011 wird eine Schulbibliothek in jeder Schule verlangt. Schweiz Die Situation der Schulbibliotheken in der Schweiz hängt von der Finanzkraft der einzelnen Kantone ab und ist daher unterschiedlich. Einen Eindruck vermittelt das Portal der Kantonsschulen von Zürich. Ein Bericht (doc) von einer Studienfahrt zu Schweizer Schulbibliotheken. Südtirol Schulbibliotheken seit 1990 page 86 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Für Deutschland mages ungewohnt sein, aber es gibt Forschung zu Schulbibliotheken! Es gab eine verdienstvolle Dissertation der Dipl. Bibliothekarin Helga Neumann, die die Situation in den Bundesländern beschrieb, nicht zuletzt die rechtliche Dimension: Der programmatische Titel lautete "Die bildungspolitische und pädagogische Aufgabe von Schulbibliotheken" (Würzburg: Könighsausen und Neumann, 1988). Die Arbeit leistete eine Begründung der SB aus bildungspolitischer und schulpädagogischer Sicht. Für die deutschsprachige Erziehungswissenschaft, sogar auch für die Lese- und Leserforschung, ist die Schulbibliothek bisher kein Untersuchungsgegenstand. Nicht zuletzt liegt das daran, dass Schulbibliotheken für wissenschaftliche Arbeiten wenig tauglich sind, weil sie nicht normiert sind und nicht zum schulischen Regelbetrieb gehören. In der Bibliothekarsausbildung nehmen die Prüfungsarbeiten zum Thema Schulbibliotheken zu. Dabei handelt es sich i. d. R. um (Einzel-)Fallstudien und Bestandsaufnahmen. Die Schulbibliothek wird als Sonder- oder Unterform der öffentlichen Bibliothek gesehen. Interdisziplinäre Ansätze gibt es nicht. Anders ist es in der angelsächsisch-pazifischen Welt. Das mag daran liegen, dass es in diesen Ländern spezielle Ausbildungsgänge für Schulbibliothekare gibt (school library media specialist, schoollibrarian). Aber auch in den führenden SB-Ländern (USA, Australien, Kanada) sind Schulbibliotheken und spezifisch ausgebildetes Personal nicht unumstritten. Daher ist eine rege Forschung entstanden, die den Nachweis führt, dass Schulbibliotheken nicht unerheblich zu guten Schülerleistungen beiträgt. Ein Schwerpunkt ist dabei die Informationskompetenz, die Fähigkeit sich im Internet und in Datenbanken Informationen zu beschaffen, sie zu bewerten und im eigenen Lernzusammenhang zu nutzen. Die dabei entstandenen Konzeptionen sind über die Vermittlung instrumenteller Fertigkeiten (Katalogbenutzung, Suchmaschinen nutzen können) hinaus gewachsen und verstehen Recherche als einen pädagogischen, lerntheoretisch und lernpsychologisch begründeten Prozess, der von Fachlehrern und Informationsspezialisten begleitet wird. Siehe Guided Inquiry  Ähnliche Bedeutung wie die Dissertation von Helga Neumann könnte die für 2010 angekündigte Dissertation von Helen Boelens erlangen, einer Schulbibliothekarin, die in einer niederländischen Schule eine Bibliothek als Lern- und Wissenszentrum realisiert hat (Kalsbeek-College) . Sie stellt die Schulbibliothekssituation in 61(!) europäischen Staaten zusammen und versucht, ein Konzept für eine europäische Schulbibliotheksentwicklung und Schulbibliothekarsausbildung zu entwickeln. Links zu US-Forschern: David Loertscher CISSL (Ross Todd und andere)   page 87 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Schulbibliothekstage sind Fortbildungsveranstaltungenzu Themen rund um die Schulbibliothek/Mediothek. Nach dem Vorbild der Konferenz des Weltschulbibliotheksverbandes IASL und Tagungen vor allem angelsächsischer Schulbibliotheksvereinigungen finden nun auch im deutschsprachigen Raum zunehmend solche Veranstaltungen statt. Die älteste und größte ist der Hessische Schulbibliothekstag, der seit Ende der 80er Jahre an jeweils wechselnden Schulen mit Bibliothek stattfindet und von jeweils 3-400 Teilnehmer/innen besucht wird. Die Themenpalette ist breit gefächert. Mit ihr wird deutlich, dass die Schulbibliothek mehr ist als ein Raum mit Bücherregalen und einem regelgerecht angelegten Katalog: Lesen, Vorlesen, Kreatives Schreiben, Aktionen der Leseförderung, Zugang zu Kinder- und Jugendliteratur, Medienpädagogik, Fundraising, Elternmitarbeit, Recherchetraining, Nutzung der EDV und des Internets, Fragen der Einrichtung und Ausstattung. Schulbibliothekstage finden auch in Österreich, Berlin-Brandenburg (seit 2008), in Bayern (seit 2009), Schleswig-Holstein (seit 2009), in Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt statt. page 89 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Es gibt mehrereUntersuchungen, in denen nachgewiesen wird, dass Schülerinnen und Schüler aus Schulen mit guten Schulbibliotheken bessere Testwerte und Noten erhalten. Die bekannteste ist die Colorado-Studie. Eine Panel-Untersuchung, an der inzwischen über eine Million Schülerinnen und Schüler beteiligt sind. Link zur Colorado-Studie, die jetzt den Titel "School Libraries Work!" trägt, und ein Kommentar dazu im Weblog Basedow1764 Delaware-Recommendations (pdf) Eine Studie aus Kalifornien aus dem Jahr 2008 hat eine besonders hohe Korrelation zwischen guten Schulbibliotheken und Schülerleistungen festgestellt. 17 kommentierte Links zu Studien, in denen ein Zusammenhang zwischen guten Schulbibliotheken und guten Schülerleistungen nachgewiesen wird. Eine Liste des internationalen Schulbibliotheksverbands IASL: (In Englisch) 11 Linkszu Studien in pdf-Dateien (Australien und USA; in Englisch) In der deutschen Diskussion dieser Ergebnisse wird gelegentlich übersehen, dass sie für Schulbibliotheken gelten, die hohe Standards in der personellen und sächlichen Ausstattung erreichen. Da gut ausgestattete Schulbibliotheken in Deutschland nicht die Regel sind, werden sie in der Erziehungswissenschaft, insbesondere in der Leseforschung, kaum beachtet. Die hier zusammengetragenen Forschungsergebnisse sind Erziehungswissenschaftler/innen und Leseforscher/innen unbekannt. (Erfahrung aus Gesprächen)   page 90 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Die Rolle derSchulleitung kann nicht überschätzt werden. Gegen eine uninteressierte, gleichgültige, gar ablehnende Schulleitung hat es die SB schwer. Man braucht zumindest einen langen Atem, um die Schulleitung zu überzeugen. Gute Schulleitungen haben die Zuständigkeit für die Bibliothek im Geschäftsverteilungsplan vorgesehen. Sie ziehen die Leitung der SB zu Schulleitungskonferenzen hinzu. Sie signalisieren gegenüber dem Kollegium, dass sie die SB für wichtig erachten. Sie sorgen dafür, dass sie am Schulhaushalt partizipiert. Und sie lassen sich auch immer wieder einmal in der SB blicken! Für englische Schulbibliothekarinnen ist es ein Merkmal der Wertschätzung, wen sie als Ansprechpartner haben, den Fachbereichsleiter, den Stellvertreter oder die Schulleiterin selbst. Siehe: "Schulbibliothek: Eine Aufgabe für die Schulleitung!" in b:sl 2/2011 Es ist in USA auch wissenschaftlichbelegt:Schüler/-innen schneiden umso besser im Schulleistungstest des Bundesstaates Idaho ab, je bedeutsamer die Schulbibliothek für die Schulleiter ist. page 92 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Das Schulprogramm beschreibtdie Arbeitsziele und Arbeitsschwerpunkte der Schule. Die Schulbibliothek trägt als Teil der Schule zum Erreichen der Arbeitsziele bei. Sie sollte also mit ihren Zielen, Aufgaben und Schwerpunkten im Lesecurriculum, in der Lesekultur, im Curriculum beschrieben werden. Dieser Videoclip (in Englisch) zeigt sehr anschaulich, was eine Schulbibliothek zu leisten vermag. page 93 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Die Schulbibliothek kannzur Differenzierung beitragen. Sie kann schneller lernenden und an mehr Wissen interessierten Schülerinnen und Schülern zusätzliche Angebote machen, z. B. vertiefende Informationen in den Sachfächern oder intensives Sprachtraining in Selbstlernkursen. Entsprechendes gilt für andere Zielgruppen: Kinder mit Lernschwierigkeiten, Kinder mit "Migrationshintergrund". Das ist im digitalen und nichtdigitalen Bestand, in der Geräteausstattung und im Raumangebot entsprechend umzusetzen. Nicht zuletzt: Auch im "Selbstlernzentrum" schadet es nicht, wenn Schüler/innen von kompetenten Fachlehrer/innen und Bibliothekslehrer/innen unterstützt werden. Ein Beispiel: Grundschule Hackenberg page 94 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Software für Katalogisierung,Inventarisierung, OPAC siehe Bibliothekssoftware Onlineportale, Software und Datenbanken für die Bibliotheksbenutzer/innen iSP / SODIS Datenbank mit Bewertung von Lernangeboten auf CD / DVD / im Internet Kostenlose Software (u. a. OpenOffice, GIMP, Quizpro Digitale Schultasche des Medienzentrums Kassel Web-Tools bei SchuleZwoNull (Vokabellernen, Mindmap, diverse. Googleangebote) page 95 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Ein oft vorgebrachtesArgument gegen den "Wildwuchs" bei Schulbibliotheken, die von Laien betrieben werden, ist, dass sie fachlichen Standards des Bibliothekswesens nicht genügten. Es spricht viel dafür, bei der Einrichtung von Schulbibliotheken durch Eltern oder Lehrkräfte bibliotheksfachliche Erfahrungen und Richtwerte zu befolgen. Andererseits ist zu hinterfragen, wer mit welchem Interesse Standards formuliert. Die Schulbibliothek wird bibliotheksfachlich als "Sonderform der öffentlichen Bibliothek" betrachtet. So formuliert es die "Expertenkommission Bibliothek und Schule" des dbv. Dass dies der SB als pädagogischer Einrichtung gerecht wird, ist zu bezweifeln. Besser liest sich da die Definition aus dem ehemaligen Deutschen Bibliotheksinstitut: (Schulbibliotheken sind ) "Medieneinrichtungen für Schüler und Lehrer, die Bestandteil pädagogischer Schulkonzepte sind. Sie unterstützen den .. Lern- und Erziehungsprozess, so bei der Entwicklung der Lese-, Schreib- und Kommunikationsfähigkeit, die Fähigkeit zum Umgang mit Medien und Informationen. Darüber hinaus fördern sie die Fähigkeit zum lebenslangen Lernen und außerschulische Aktivitäten der Schüler." Für die Schulbibliothek als pädagogische Einrichtung gibt es bisher keine Standards. Fragen der Integration der Bibliothek in Schule und Unterricht, ihre Orientierung an den Bedürfnissen der schulischen Nutzer/-innen sind für eine Schulbibliothek, die tagtäglich genutzt werden soll, die wesentlichen Fragen. Wenn darüber hinaus noch eine Verschlagwortung nach den Regeln der Deutschen Bibliothek stattfindet, die jährliche Betandserneuerung den bibliotheksfachlichen Vorgaben entspricht und die Erfassung eines mehrbändigen Werkes den Katalogisierungsregeln umso besser. Wichtig ist, dass die Schule ihre Erwartungen an die Schulbibliothek formuliert und diese dann ins Schulprogramm und/oder Lesekonzept der Schule Eingang finden. Beispiele für bibliotheksfachliche Standards: IFLA Volgger, Karin: Entwicklung von Qualitätsstandards für Südtiroler Schulbibliotheken Die Bachelorarbeit enthält mehrere internationale Anforderungskataloge für Schulbibliotheken und Richtlinien für die Evaluation sowie das Schema der Evaluation Südtiroler Schulbibliotheken Kennzeichen fortgeschrittenerSchulbibliotheken page 96 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Type in thecontent of your page here. page 97 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Grundsätzlich sollte mansich an der benachbarten öffentlichen Bibliothek orientieren, falls es keine Festlegung durch den Schulträger gibt. Schließlich sollen die Schülerinnen und Schüler lebenslange Leserinnen und Leser werden. Eine optimale Systematik gibt es nicht. Von einer "handgestrickten" Systematik ist abzuraten. Man stößt schnell an deren Grenzen. Auch Grundschulen sollten eine ordentliche Systematik verwenden. Im Regal können ja für die Erstleserinnen und -leser zusätzlich Farben, Figuren und Symbole die Orientierung erleichtern. Hier ist eine Orientierungshilfe mit Links zu den wichtigsten Systematiken. Allgemeine Systematik für öffentliche Bibliotheken:  asb.doc Systematik für Bibliotheken SfB Systematik Kinder- und Jugendliteratur:  skj.doc page 98 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Eine räumlich undmedial gut ausgestattete Bibliothek kann entscheidend zur Veränderung des Unterrichts beitragen. Seit Jahrzehnten wird darüber geredet, dass Unterricht sich vom Frontalunterricht weg hin zu offeneren Formen entwickeln muss. Gemeint sind damit Unterrichtsformen, die das Lernen in Gruppen ermöglichen, die Projektorientierung und fächerübergreifendes Lernen möglich machen, die individualisieren, unterschiedliche Lerngeschwindigkeiten erlauben, in denen multimedial gearbeitet und auf Methodenvarianz und -kompetenz geachtet wird. Es ist wohl evident, dass solches Lernen in einem viereckigen Klassenraum mit Tischreihen weniger gut funktioniert als in Räumen, die dafür ausgestattet sind: Mit Gruppentischen, Einzelarbeitsplätzen, Präsentationsflächen, Smartboards, Laptops, Büchern, DVD, Software, Datenbanken, "Schmökerecken" u. v a. m. In der Bibliothek sollen vor allem Arbeitstechniken vermittelt werden. Nötig ist geeignetes →Personal. Es gibt in Ländern mit einer entwickelten Schulbibliothekskultur die Zusammenarbeit des Bibliothesklehrers mit dem Klassen- bzw. Fachlehrer. Sie planen den Unterricht gemeinsam und führen ihn partiell auch gemeinsam durch. Voraussetzung ist ein entsprechend qualifizierter teacher-librarian, der im Rahmen des Unterrichts vor allem mit Einzelnen oder Kleingruppen arbeitet. Sie/Er berät in der Planungsphase den Fachlehrer/innen beim Medieneinsatz und unterstützt die Schüler/innen bei der Informationssuche, beim Erwerb von Informationen und der Erarbeitung und Präsentation von Referaten, Facharbeiten und Präsentationen. →Informationskompetenz Ähnliches gilt für den Lese- und Literaturunterricht. Dass in der Schulbibliothek Unterricht stattfindet, ist für Bibliothekare, Schulverwaltung und Bildungspolitik (in Deutschland) noch nicht selbstverständlich. Daher ist oft zu hören, es gäbe doch eine Stadtbibliothek, wozu brauche man eine SB? Die Erkenntnis, dass in Schulbibliotheken Unterricht stattfindet, verbreitet sich aber zunehmend. → Schulbibliothek2.0 page 99 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Die Bundeszentrale fürpolitische Bildung bietet ein Buch über Urheberrecht als Downloadan. Der Deutsche Bibliotheksverband informiertüber Ausleihe und Nutzung von Offline-Medien unter Berücksichtigung der Online- und Print-Medien. Nach dem Urheberrechtsgesetz (UrhG) ist die unentgeltliche Ausleihe von elektronischen Medien (nicht von Software) erlaubt. Das Land zahlt dafür eine Bibliothekstantieme an die Rechteinhaber, da sind Schulbibliotheken eingeschlossen. page 100 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau IASL Weltschulbibliotheksverband; SchwerpunktNordamerika, Pazifik-Staaten, Informationskompetenz ENSIL Zusammenschluss europäischer Schulbibliothekarinnen und -bibliothekare; Schwerpunkt Informationskompetenz SLA Britischer Schulbibliotheksverband AGSBBArbeitsgemeinschaft der Schulbibliotheken in Berlin und Brandenburg LAG Schulbibliotheken in Hessen e.V. LAG NRW Sie war 2001-5 aktiv und erlebt seit 2010 einen Relaunch. mailing lists: hids Hessischer Informationsdienst Schulbibliotheken, seit 1997, offen auch für Nicht-Hessen! schulbibliotheken-subscribe@stadt-frankfurt.de Liste des Deutschen Bibliotheksverbandes lm-net Die große (10000 Abonnenten!) englischsprachige mailing list (vor allem für Nordamerika, Australien, Pazifik) page 101 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Vertretungsstunden in derBibliothek können ein "Marketinginstrument" sein: Für die Schulleitung wird die Bibliothek zum Helfer bei plötzlichem Unterrichtsausfall, für Vertretungslehrer/innen eine willkommene Entlastung, für die Schüler/innen eine Gelegenheit, Neues zu lernen und zu entdecken. Freilich bedarf es der entsprechenden Vorbereitung: Ein Materialpool mit Aufgabenblättern sollte angelegt werden. Internetrecherche kann trainiert werden. Klassen, in denen eine Lesetagebuch geführt wird, werden eine zusätzliche Lesestunde schätzen, die Methoden der Bibliotheksnutzung können aufgefrischt werden. Wenn ein Klassensatz Atlanten vorhanden ist, können topographische Kenntnisse erworben oder gefestigt werden. page 102 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Unter Web 3.0wird das semantische Internet verstanden. Die Rechner erfassen Sinn und Bedeutung von Wörten und Sätzen. Die herkömmlichen Suchmaschinen, die nur Trefferlisten liefern, würden überflüssig. Ein Nutzer würde im Web 3.0 eine Frage stellen und erhielte eine präzise Antwort. Wer eine Reise bucht, kann mit der Anfrage die Boarding Card, den Parkplatz, sowie ein Foto von seinem Zimmer erhalten und den Liegestuhl am Strand reservieren.Maschinen und Geräte würden miteinander und ihrem Nutzer kommunizieren. Der Student erhielte eine Literaturliste zu seinem Thema oder die Gliederung für ein Referat. Die Schülerin eine graphische Darstellung der Sinusfunktion oder den animierten Clip zur Kontinentalverschiebung. Allerdings arbeiten Informatiker schon seit 50 Jahren an der Schaffung künstlicher Intelligenz. Bei überschaubarem, fallbezogenem Wissen gibt es Fortschritte: Die Expertensyteme  page 104 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Es gibt imangelsächsischen Raum zahlreiche Schulbibliothekweblogs. Im deutschsprachigen Raum gibt es sehr viele Weblogs von Bibliothekarinnen und Bibliothekaren und öffentlichen Bbiliotheken. Sie alle berichten auch über Ereignisse in Schulbiliotheken oder über bibliotheksfachliche und verbandspolitische Aktivitäten in diesem Bereich. In pädagogischen oder schulischen Weblogs, die es sehr viel weniger gibt, wird die Schulbibliothek kaum erwähnt. Basedow1764 ist der einzige uns bekannte Schulbiblioheksweblog. Es gibt ihn seit 2007. Er enthält Lesetipps, Praxishilfen und Meinungsbeiträge des Autors, mit Blicken über den Tellerrand. Schwerpunkt ist Hessen. Der Autor ist Ehrenvorsitzender der LAG Schulbibliotheken in Hessen. Für die innerschulische Kommunikation könnte ein Weblog der Schulbibliothek sinnvoll sein. Er ist leicht zu erstellen. Allerdings muss er auch ständig gepflegt werden. Weblog mit wordpress erstellen (pdf) Es gibt einen Glaubenskrieg darum, ob es das oder der Blog heißt.. Weblog wurde in Analogie zu Logbuch gebildet. Die Puristen und Altblogger nehmen daher "das". Nun ja, in Österreich sagt man auch das eMail. Feministinnen hätten gerne die Weblog. Glückliche Engländer. Sie kennen kein Neutrum. page 105 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau   Ein Weg, dieVorzüge des Internets zu nutzen, ohne sich in Treffermeldungen zu verlieren, sind Webquests. Der Wortbestandteil Quest, Suche, knüpft nicht zufällig an die „Aventiure“ des mittelalterlichen Ritters an, der auf seinen Reisen Fabelwesen und mythische Objekte suchte. Webquests sind Unterrichtsprojekte, in denen die Schülerinnen und Schüler selbsttätig Wissen erwerben, indem sie Informationen sammeln, auswerten und präsentieren. Im Gegensatz zum oft planlosen und zeitraubenden Suchen mit Suchmaschinen, gibt die Lehrerin/der Lehrer die Internetadressen vor. Somit bleibt die Informationsrecherche nicht formal, auf die richtige Bedienung von Suchmaschinen und die von Schülerinnen und Schülern kaum zu leistende Beurteilung der Zuverlässlichkeit und Güte von Webseiten ("Evaluation"). Recherche und Wissenserwerb werden so nicht verkürzt auf auf einen Internet- oder Suchmaschinen-Führerschein, die Konzentration auf Inhalte wird möglich, die verfügbare Lernzeit wird effektiv genutzt. Wer über Jahre so das Internet nutzen gelernt hat und dabei zunehmend weniger Anleitung bedarf, dürfte beim Schulabschluss beträchtliche Informationskompetenz erworben haben.     sowi-online-Methodenlexikon Beispiel-Webquests Präsentation zu Webquests mit Links und ausgewählten Beispielen (16 Folien) page 106 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Auch 2009 gibtes ihn wieder, den alljährlich erscheinenden Weihnachtswunschzettel der LAG Schulbibliotheken. Dank des unermüdlich lesenden Schulbibliotheksteams mit Heidi Bächreiner-Vogt in der Friedrich-Ebert-Schule in Schwalbach/Ts. (FES). Sie haben dieses Jahr einen besonders umfangreichen Lese- und Geschenktipp zusammengestellt. Es sei daran erinnert, dass der Weihnachtswunschzettel 1991 (zumindest die älteste erhaltene Liste stammt aus diesem Jahr) in der FES als Fundraisingidee entstanden ist. D. h. die Eltern erhielten diese Geschenktipps zusammen mit einem Bank-Überweisungsformular. Als Dank für die Hilfe beim Weihnachtseinkauf erbat die FES-Bibliothek einen kleinen Obulus. Inzwischen sind LAG-Mitgliedsschulen eingeladen, den Weihnachtswunschzettel in ihrer Schulgemeinde auch zu verwenden. So erreicht er mittlerweile einige tausend Auflage. page 107 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Anderes Wort fürSchulbiliothek. Es wird gelegentlich benutzt als Bezeichnung für eine Schulbibliothek. Dabei soll deutlich werden, wo der Schwerpunkt der Einrichtung liegt page 108 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau In Schulbibliotheken mitprofessionellen Schulbibliothekaren gehört die Zusammenarbeit von Fachlehrern und Schulbibliothekaren (collaboration between school librarians and teachers) zum Leitbild. D. h. der Fachlehrer mit seiner fachwissenschaftlichen, fachdidaktischen und methodischen Kompetenz und der Schulbibliothekar mit seinen Kenntnissen in ICT, allgemeiner und fachspezifischer Informationsvermittlung und Lernprozessen arbeiten bei Unterrichtsplanung und -durchführung zusammen. Siehe auch hier (Bericht über eine US-amerikanische Untersuchung) und hier (Bericht einer englischen teacher-librarian) page 109 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau "Zusammenarbeit von Bibliothekund Schule" (in dieser Reihenfolge) ist ein Konzept des Deutschen Bibliotheksverbandes dbv e. V., mit dem sich die öffentlichen Bibliotheken den Schulen als Bildungspartner anbieten. Zu diesem Zweck hat der Verband mit zzt. 12 Länderregierungen Kooperationsverträge abgeschlossen. Entworfen und in NRW erprobt wurde die Strategie von der Bertelsmann-Stiftung ("Bibliotheken als Bildungspartner"), die aber den Schulbibliotheken noch ein Existenzrecht einräumt. Anders als bei früheren Kampagnen (1961, Gutachten Städtetag: Schulbibliotheken als breiter Unterbau des öff. Bibliothekswesen) steht nicht mehr die Schulbibliothek im Mittelpunkt. In den Kooperationsverträgen wird sie nicht oder nicht substantiell erwähnt. Letzteres ist nur in Hessen der Fall, wo der dbv die Zusammenarbeit mit der von ihm unabhängigen LAG Schulbibliotheken in Hessen e. V. akzeptieren musste. Der dbv übernahm nach Schließung des Deutschen Bibliotheksinstituts dessen Expertenkommission "Schulbibliotheken" und nannte sie Expertenkommission "Bibliothek und Schule". Bei aller Präferenz für die "Bildungspartnerschaft Bibliothek und Schule" nehmen die Verbandsvertreter auch zustimmend Stellung, wenn sich Entwicklungschancen für Schulbibliotheken ergeben (z.B. im Zusammenhang mit der Ganztagsschulentwicklung und den der Konjunkturpolitik geschuldeten Investitionen im Schulbau). In Südtirol, dem bewunderten Schulbibliotheksparadies, hat der dortige Bibliotheksverband anfänglich vor dem Ausbau des Schulbibliothekswesens gewarnt, weil er doppelte Strukturen und Investitionen befürchtete. Dissonanzen sind auch in den Niederlanden und in Schweden wahrnehmbar. Die erwähnte Ambivalenz macht sich auch lokal bemerkbar. Es gibt einerseits funktionierende Unterstützungseinrichtungen öffentlicher Bibliotheken für Schulbibliotheken (z.B. in Frankfurt am Main) und gute Zusammenarbeit zwischen einzelnen Schulbibliotheken und öffentlichen Bibliotheken. Andererseits hält sich bei vielen Bibliothekarinnen und Bibliothekaren der Irrglaube, dass die Einrichtung von Schulbibliotheken den öffentlichen Bibliotheken schade (Besucherschwund, sinkende Ausleihzahlen). Es ist schwer zu sagen, wie Desinteresse von Bildungspolitik, Schulverwaltung und Lehrkräften an Schulbibliotheken und der Alleinvertretungsanspruch der Verbandsvertreter des öffentlchen Bibliothekswesens bei Schulbibliotheken zusammenhängen. Lehrer, Lehrerverbände, Erziehungswissenschaftler und Schulverwaltung nehmen i.d.R. nicht zur Kenntnis, was Bibliothekare an Spiral- und Bibliothekscurricula entworfen haben oder dass die öffentliche Bibliothek sich anbietet, den Schüler/innen und Schülern digitale Informationskompetenz zu vermitteln. Bibliothekare, insbesondere Verbandsfunktionäre und Schulbibliotheksexperten, nehmen Schulbibliotheken, die ihren fachlichen Standards nicht genügen (nur 10-15% erfüllten diese Ansprüche) und ehrenamtlich geleitet sind, nicht zur Kenntnis ("Wildwuchs"). Erst seit Ende der 90er Jahre beginnt man, von überhöhten Anforderungen (z. B. beim Bestand) abzusehen und erkennt, dass Fortbildungsangebote für Nichtbibliothekare, die in Schulbibliotheken tätig sind, eine lohnende Aufgabe sein könnten. page 111 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Bibliothekare klagen häufigdarüber, dass Lehrer ihre Angebote in öffentlichen Bibliotheken oder auch die von ihnen organisierte Schulbibliothek nicht nutzten. Allerdings ist dies nicht verwunderlich, da bei der Ausarbeitung von Bibliotheks- und Spiralcurricula, bei der Konzeption von Kreismedienzentren mit schulbibliothekarischem Support, bei der Vermittlung von Informationskompetenz nur selten Lehrer, Lehrerverbände, Schulaufsichtsbeamte, Fachdidaktiker und Erziehungswissenschaftler beteiligt sind. Und Lehrer sich auschließlich mit dem Ergebnis bibliothekarischer Bemühungen und sogar Erwartungen konfrontiert sehen. Diese Dichotomie besteht auch institutionell: Die Zuordnung der Schulbibliotheken zum öffentlichen Bibliothekswesen ("Sonderform der öffentlchen Biliothek") und nicht zum Schulwesen macht es schwer, sie als Einrichtung zu sehen, die in die schulischen Strukturen integriert ist, etwa bei Haushalt, Konferenzen, Kollegium, Schulprogramm. → Personal page 112 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Die Zusammenarbeit vonSchulbibliotheken ist ein wenig beachtetes Thema. Es verdient mehr Beachtung. Felder der Kooperation könnten sein: Gemeinsame Fortbildungsaktivitäten gegenseitige Informationsbesuche gemeinsamer Einkauf Insbesondere die Vernetzung von Schulbibliotheken auf regionaler und lokaler Ebene macht Sinn. Soferne es schulbibliothekarische Arbeitsstellen in den Schulverwaltungsämtern oder öffentlichen Bibliotheken gibt, kann Z. von dort organisiert werden. Z. ist Kern der Arbeit z. B. der AG der Schulbibliotheken in Berlin und Brandenburg. Sie ist als Selbsthilfegruppe entstanden, weil es keine institutionelle Unterstützung für Schulbibliotheken in der Region gibt. Wenn es einen Schulcampus gibt, also mehrere Schulformen in einer gemeinsamen Anlage, wäre eine gemeinsame Schulbibliothek sinnvoll. Das scheitert nicht nur an der leider verbreiteteten Vernachlässigung von Schulbibliotheken in Politik und Verwaltung, sondern gelegentlich am Egoismus der beteiligten Schulen. page 113 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Wer ist eigentlichfür Schulbibliotheken zuständig? Es ist nicht die Bundesregierung und es sind nicht die Landesregierungen. Der Bund gibt zwar Geld für Schulbauten und finanziert Berichte und Projekte zum und im Schulwesen. Nach der jüngsten Föderalismusreform hätte der Bund zwar überhaupt keine Zuständigkeit mehr im Bildungswesen. Aber die Praxis zeigt, dass das nicht funktionieren kann. Auch die Kultusministerkonferenz (KMK) als Koordinierungsbehörde der 16 Kultusministerien hat keine Zuständigkeit. Die KMK wäre eine ideale Instanz für eine unabhängige (nationale) Schulbibliothekskommission. Ein Anlauf dazu ist aber schon einmal gescheitert. In der KMK sind neben den Schul- auch die Wissenschaftsministerien der Länder vertreten, die i. d. R. für die Interessen der öffentlichen Bibliotheken eintreten. Die KMK gibt gelegentlich rechtlich unverbindliche Empfehlungen zur Zusammenarbeit von Schulbibliotheken(!) und öffentlichen Bibliotheken heraus. Die Landesregierungen sind für das sog. innere Schulwesen verantwortlich, d.h. für die Lehrpläne, das Prüfungswesen, die Lehrerausbildung und die Versorgung der Schulen mit Lehrern. Für das äußere Schulwesen, den Bau und die Unterhaltung von Schulen und das nicht-pädagogische Personal (Hausmeister, Sekretärin) sind die Schulträger verantwortlich. (Beim Personal gibt es kleinere Abweichungen: So bezahlte RPF und bezahlt NRW auch pädagogische Assistenten.) Schulträger sind die Landkreise und die kreisfreien Städte, die kommunalen Gebietsköperschaften. Für diese gibt es Pflichtaufgaben und freiwillige Aufgaben:Pflicht sind z. B. Krankenhaus, Müllabfuhr, Wasserversorgung. Das Bibliothekswesen gehört nicht zur Pflichtaufgabe.Deswegen hat nicht jede Kommune eine Stadtbibliothek und die Landkreise haben noch viel weniger Kreisbibliotheken (Ausnahme: Bayern) Nun gehören Schulbibliotheken nicht von vornherein zum öffentlichen Bibliothekswesen, abgesehen von der bibliotheksfachlichen Definition der Schulbibliothek als Sonderform der öB. Der Bau von Schulbibliotheken steht schließlich in den Schulgesetzen der Länder. Die Länder nehmen es aber nicht so genau mit der Erfüllung dieser Aufgabe. Im Öffentlichen Recht gilt das Konnexitätsprinzip. D. h., wer etwas anordnet oder verlangt, muss zahlen. Wenn der Landtag also beschlösse, dass jede Schule eine Bibliothek haben soll, dann muss das Land den Kommunen das Geld dafür geben oder zumindest Zuschüsse. Die Schulträger bauen bei Neubauten zwar den Schulbibliotheksraum i. d. R. mit und zahlen auch eine Erstausstattung an Möbeln und Büchern. Der dauerhafte Betrieb, vor allem die personelle Besetzung, bleibt aber der Schule überlassen. In Hessen haben die Vereinigungen der kommunalen Gebietskörperschaften sogar dafür gesorgt, dass das Recht der Landesregierung, Rahmenvorschriften zu Schulbibliotheken zu erlassen, aus dem Schulgesetz gestrichen wurde. Landesregierungen und Gebietskörperschaften begrüßen die Initiative des Deutschen Bibliotheksverbandes, durch Kooperationsverträge und Bibliotheksgesetze eine Art Zuständigkeit an den dbv und die von ihm vertretenen öffentlichen Bibliotheken abzutreten. Sie sind auch offen für den Rat der Bibliotheksexperten, immer dort auf Schulbibliotheken zu verzichten, wo eine öffentliche Bibliothek für die Schüler erreichbar ist. Die Trennung von Schulwesen und Bibiothekswesen, bzw. die fehlende eindeutige Zuordnung von Schulbibliotheken, erschwert eine positive Entwicklung. So könnte die Schulbibliothek, wie alles andere, was zur Schule gehört, in die Instiutionen des Schulwesens integriert werden: In Schulverwaltungsamt (Schulbibliotheksbau und -personal, -Support und Dienstleistungen), Schulamt (fachliche Zuständigkeit, Aufsicht), Lehrerfortbildung (Weiter- und Fortbildung), Ministerium (Aufsicht, Recht, Nutzung, page 114 / 115
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    Schulbibliothek Aufbau Lehrplanbezug), schulische Gremien (Haushalt, curriculare und extracurriculare Nutzung). Auf mehreren Ebenen wäre Platz und Notwendigkeit für Bibliothekarinnen und Bibliothekare. Punktuell gibt es diese Integration, wenn z. B. eine schulbibliothekarische Arbeitsstelle dem Schulverwaltungsamt oder dem Kreismedienzentrum zugeordnet ist und nicht der öB. oder wenn Fortbildungsveranstaltungen für Eltern, Bibliothekare und Lehrer im Rahmen der Lehrerfortbildungsinstitutionen stattfinden. Der Vorteil wäre, dass die Schulbibliothek als Teil von Schule, als pädagogische Einrichtung, wahrgenommen und betrieben würde, nicht als fremde Dienststelle oder Außenstelle einer Stadtbibliothek. Was bei dieser Struktur durch einen Gang über den Flur oder einen Telefonanruf erledigt werden könnte, bedarf bei unterschiedlicher Zuständigkeit der Absprache auf Staatssekretärsebene, zwischen Kulturdezernenten der Stadt und Schuldezernenten des Landkreises oder einer Verwaltungsvereinbarung, ausgearbeitet von den Rechtsämtern des Landkreises (keine eigene Bibliothek) und der kreisangehörigen Stadt (mit Bibliothek). Es gibt Rechtsämter in Städten, die bei Kooperationsvereinbarungen zwischen einer Schule, für die der Landkreis zuständig ist und der städtischen Bibliothek genau hinsehen, ob die Stadt indirekt (durch die Arbeitszeit der Bibliothekarin etwa, an den Betriebskosten der Schule beteiligt wird. Kooperationsverträge zwischen Stadtbibliotheken und Schulen haben keine juristische Vertragsqualität. Vertrag ist hier eher symbolisch gemeint. Eine Stadtbibliothek kann nicht selbstständig darüber entscheiden, welche Dienstleistungen sie für andere Dienststellen der Stadt oder gar des Landkreises und des Landes erbringt. Schließlich müssen die dabei entstehenden Kosten von jemandem bezahlt werden. Die Zusammenarbeit funktioniert besser, wenn Zuständigkeit für Bibliothekswesen und Schulwesen in einer Hand liegen. Etwa in Staaten wie Österreich und Portugal, wo jeweils das Bildungsministerium für beides zuständig ist.. Auf kommunaler Ebene in kreisfreien Städten, die sowohl Schulträger sind als auch eine öffentliche Bibliothek als freiwillige Aufgabe betreiben. Hier besteht die Möglichkeit, in der Stadtbibliothek ein Supportzentrum für die Schulbibliotheken einzurichten (Schulbibliothekarische Arbeitsstelle, SBA) und Schulbibliotheken als kombinierte Schul- und Stadtbibliothek in das städtische Bibliotheksnetz einzugliedern. In Bayern haben die Landkreise eine Kreisbibliothek. Sie ist in der Regel im Kreisgymnasium untergebracht und der Schulleiter ist der (ehrenamtliche) Chef der Dipl.-Bibliothekarin oder des -Bibliothekars. Eine Änderung der gesetzlichen Zuständigkeiten ist nicht zu erwarten. Da Schulbibliotheken ein gutes Image haben und immer wieder einmal als Forderung auftauchen, wollen die Bibliotheksverbände das Thema nicht aus der Hand geben, ergeben sich doch möglicherweise personelle und finanzielle Chancen für das Bibliothekswesen. Andererseits sind Schulträger und Bildungspolitik nicht bereit, die personellen und sächlichen Aufwendungen für ein gutes Schulbibliothekswesen zu übernehmen. Die würden wohl an eine Milliarde € jährlich heranreichen. Die Schulbibliotheksentwicklung, die es dennoch gibt, ist gekennzeichnet durch lokale Initiativen (Schulförderverein, einzelne Lehrer/innen, Unterstützung durch eine private Stiftung, aufgeschlossene Kultur- oder Schuldezernentinnen oder -dezernenten, günstige Haushaltssituation der Gebietskörperschaft, seltener auch durch Koalitionsvereinbarungen auf Landesebene (Hessen 1992, Hamburg 2008). page 115 / 115 Powered by TCPDF (www.tcpdf.org)