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FoMO (Fear of Missing Out)
beeinträchtigt Studienerfolg
– Warum man in einer
Lehrveranstaltung sein Smartphone
lieber ausschalten sollte –
C. Bosau & P. Müller
2
Quelle: http://www.ithinkonpaper.com/fomo/
3
Quelle: http://healthmeup.com/photogallery-healthy-living/could-you-be-suffering-from-fear-of-missing-out-fomo/32443/3
4
Quelle: http://www.examiner.com/article/checking-facebook-and-twitter-all-day-scientists-say-you-may-have-fomo
5
Quelle: https://www.thieme.de/viamedici/mein-studienort-graz-1588/a/modulsystem-meduni-graz-19459.htm
Quelle: http://www.lto.de/recht/studium-referendariat/s/umfrage-bildungsministerium-jura-studenten-pruefungsangst/
6
Quelle: http://de.engadget.com/2010/10/08/bruderle-sei-dank-ipad-im-bundestag-jetzt-erlaubt/
Quelle: http://www.abendblatt.de/politik/article2169582/Babette-loest-Email-Chaos-im-Bundestag-aus.html
GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg
Ein neues Phänomen?
7
Quelle: http://www.jwtintelligence.com Quelle: http://www.jwtintelligence.com
GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg
Ein neues Phänomen?
8
Quelle: http://www.jwtintelligence.com
Erst seit kurzem wird ein neues
Phänomen diskutiert (JWT, 2011 &
2012; Przybylski, Murayama,
DeHaan & Gladwell, 2013):
Fear of Missing Out (FoMO)
„the uneasy and sometimes all-
consuming feeling that you’re
missing out — that your peers are
doing, in the know about or in
possession of more or something
better than you.” (JWT, 2011, S. 4)
GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg
Bisherige Resultate
9
Was wissen wir bereits:
•  Handys bilden potentielle Suchtquellen (Carbonell, Oberst & Beranuy, 2013)
•  FoMO korreliert mit einer problematischen Handy-Nutzung (Collins, 2013)
•  FoMO korreliert deutlich mit stärkerer Facebook-Nutzung (Bosau, Aelker & Amaadachou,
2014)
•  Facebook-Nutzung korreliert mit Sucht-Indizes (Bosau, Aelker & Amaadachou, 2014; Kittinger,
Correia & Irons, 2012) und sollte daher nachteilige Auswirkungen auf viele Bereiche des
Lebens, u.a. den Leistungsbereich, haben
•  Facebook-Nutzung hängt mit geringeren Punktzahlen im Studium zusammen
(Junco, 2012; Paul, Baker & Cochran, 2012; Jacobsen & Forste, 2011; Kirschner & Karpinski, 2010)
•  FoMO korreliert mit einer Nutzung von Facebook in Lehrveranstaltungen (Przybylski,
Murayama, DeHaan, & Gladwell, 2013)
Offener Punkt: Es fehlt jedoch ein Gesamtmodell!
GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg
Die Studie
10
Frühere Studien:
§ getrennte Messung von
FoMO, Facebook-Nutzung,
Leistung im Studium
§ Einzelitem-Messung der
Studienleistung
Diese Studie:
§ Kombination der einzelnen
Aspekte in einer Gesamt-Studie
§ Einbezug von Persönlichkeits-
variablen
§ validere Messung der AV
Methode:
•  Online-Fragebogen (geposted via mailing-lists und persönlichen Emails,
z.T. snowball sampling) in 2014
•  N = 130
•  Alter: Mw= 23,4 StAbw = 2,3 Männer = 35%, Frauen = 65%
Studium: Bachelor = 61%, Master = 26%
Hochschule: FH = 64%, Uni = 45%
Forschungsfrage:
•  Welche Rolle spielt FoMO bei der Studienleistung?
GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg
Die erfassten Aspekte
11
Fear of Missing Out
(Przybylski, Murayama, DeHaan, & Gladwell, 2013)
Facebook-Nutzung
(Paul, Baker & Cochran, 2012)
Kontrollüberzeugung
(Kovaleva, 2012)
Leistungsmotivation
(Hossiep, Paschen & Mühlhaus, 2003: Skala des BIP)
Die Modell-Variablen:
Studienleistung
(Bosau, 2011)
Selbstwirksamkeit – studentisch & allgemein
(Beierlein, Kemper, Kovaleva & Rammstedt, 2012; Jerusalem & Schwarzer, 1981)
Weitere Moderatoren:
GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg
1,59%
1,65%
1,72%
1,78%
1,94%
2,22%
2,38%
2,95%
3,57%
1% 2% 3% 4% 5%
Ich$werde$ungeduldig,$wenn$ich$nicht$
weiß,$was$meine$Freunde$tuen.$
Ich$befürchte,$dass$meine$Freunde$
lohnendere$Erlebnisse$haben$als$ich.$
Ich$fürchte,$dass$andere$angenehmere$
Erlebnisse$haben$als$ich.$
Wenn$ich$eine$tolle$Zeit$habe,$dann$ist$
es$mir$wich=g$die$Details$online$zu$
"teilen"$(z.B.$Statusupdate).$
Ich$bin$beunruhigt,$wenn$ich$
herausfinde,$dass$meine$Freunde$ohne$
mich$Spass$haben.$
Manchmal$frage$ich$mich,$ob$ich$zu$viel$
Zeit$damit$verbringe,$einen$Überblick$
darüber$zu$behalten,$was$alles$passiert.$
Auch$im$Urlaub$behalte$ich$im$Auge,$
was$meine$Freunde$machen.$
Es$ist$mir$wich=g,$dass$ich$die$Witze$
meiner$Freunde$verstehe.$
Es$ärgert$mich,$wenn$ich$ein$geplantes$
Treffen$mit$meinen$Freunden$verpasse.$
FoMO – Fear of Missing Out
12
Unabhängige Variable
•  Skala gemäß Przybylski, Murayama,
DeHaan, & Gladwell, 2013
•  Skala:
1 = trifft nicht zu
vs.
5 = trifft genau zu
•  Cronbach’s α = .75
•  9 Items
(Originalskala hat 10 Items ! 1 Item
wurde aufgrund inhaltlicher
Redundanz herausgenommen)
GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg
Facebook-Nutzung
13
Mediator: Zeit in Facebook
•  Skala gemäß (Paul, Baker & Cochran, 2012)
a)  Zeit, die ich täglich (in Stunden) in Facebook verbringe à 5er-Skala: „0“ bis „6 oder mehr Stunden“
b)  Durchschnittliche Zeit, die ich (in Minuten) währende der Vorlesungen auf Facebook bin à 4er-Skala:
„0“ bis „45 oder mehr Minuten“
c)  Von 8 Stunden, die ich arbeite, verbringe ich ... Stunden bei Facebook à 6er-Skala: „0“ bis „4 oder
mehr Stunden“
•  Heterogener Index (z-standardisiert), um möglichst viel Nutzungszeit zu
erfassen – Cronbachs Alpha = .52
1,74%
1% 2% 3% 4% 5% 6%
Zeit%in%Facebook%bei%der%
Arbeit%
2,10%
1% 2% 3% 4% 5%
Zeit%in%Facebook%täglich% 1,23%
1% 2% 3% 4%
Zeit%in%Facebook%in%
Vorlesungen%
GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg
Studienerfolg & -zufriedenheit
14
Abhängige Variablen
•  Eine reine 1-Item-Messung der CP-Anzahl oder des Notendurchschnitts ist
nicht valide und sinnvoll
•  Daher Zusammenstellung eines heterogen Index (z-standardisiert) für
Studienerfolg – Cronbachs Alpha = .90 (vgl. Bosau, 2011):
a)  Mein gesamter Notendurchschnitt ist ...
b)  Mein Notendurchschnitt aus dem letzten abgeschlossenen Semester ist ...
c)  Mein Durchschnitt aus den letzten 3 Prüfungen ist ...
d)  Wie schätzen Sie Ihre Leistungen im Studium ein? à Skala: „nicht gut“ bis „sehr gut“
•  Ebenso Zusammenstellung eines heterogen Index für eine inhaltliche
Studienzufriedenheit – Cronbachs Alpha = .80 (vgl. Bosau, 2011):
a)  Ich lerne inhaltlich viel im Studium.
b)  Das Studium macht mir inhaltlich Spaß.
c)  Wenn Sie an Ihre bisherigen Erfahrungen denken, wie zufrieden oder unzufrieden sind Sie alles in allem
mit dem Verlauf Ihres Studiums?
Obj.	
  Erfolg	
  
Subj.	
  Erfolg	
  
GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg
Das Strukturmodell
15
FoMO	
  
Zeit	
  in	
  
FB	
  
Leistung	
  
(obj./subj.)	
  
Zufrieden-­‐
heit	
  
GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg
Das Messmodell der AV
16
Leistung	
  
(obj./subj.)	
  
Zufrieden-­‐
heit	
  
.89
.94
.81
.73
.72
.93
.66
Chi-Quadrat (146) = 46.8, p < .01; CFI = .936 ; RMSEA = .141 ; SRMR = .093
GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg
Das Messmodel der UVs
17
FoMO	
  
Zeit	
  in	
  
FB	
  
.86
.88
.67
.48
.28
.39
.30
.15
.20
.41 .61 .54
Chi-Quadrat (146) = 159.9, p < .01; CFI = .720 ; RMSEA = .125 ; SRMR = .105
GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg
Das Gesamtmodell
18
FoMO	
  
Zeit	
  in	
  
FB	
  
Leistung	
  
(obj./subj.)	
  
Zufrieden-­‐
heit	
  
.86
.88
.67
.48
.28
.39
.30
.15
.20
.42 .63 .52
.89
.94
.81
.73
.72
.93
.65
.39**
-.23*
-.25*
Chi-Quadrat (148) = 316.7, p < .01; CFI = .821 ; RMSEA = .094 ; SRMR = .095
.40***
GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg
Das Gesamtmodell
19
FoMO	
  
Zeit	
  in	
  
FB	
  
Leistung	
  
(obj./subj.)	
  
Zufrieden-­‐
heit	
  
.90
.90
.60
.42 .63 .52
.88
.93
.80
.72
.69
.95
.61
.30**
-.26*
-.32**
Chi-Quadrat (61) = 90.3, p < .01; CFI = .959 ; RMSEA = .061 ; SRMR = .074
.34***
Modell vorher: Chi-Quadrat (148) = 316.7, p < .01; CFI = .821 ; RMSEA = .094 ; SRMR = .095
•  Ich	
  fürchte,	
  dass	
  andere	
  angenehmere	
  
Erlebnisse	
  haben	
  als	
  ich.	
  
•  Ich	
  befürchte,	
  dass	
  meine	
  Freunde	
  
lohnendere	
  Erlebnisse	
  haben	
  als	
  ich.	
  
•  Ich	
  bin	
  beunruhigt,	
  wenn	
  ich	
  
herausfinde,	
  dass	
  meine	
  Freunde	
  ohne	
  
mich	
  Spaß	
  haben.	
  
GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg 20
Ø  Je stärker die Facebook-Nutzung ist, desto geringer sind die Studienleistung und die
Studienzufriedenheit, gemessen anhand:
a)  objektiver Indikatoren (= Noten)
b)  subjektiver Indikatoren (= Selbsteinschätzung der eigenen Leistung)
c)  Zufriedenheit mit dem Studium
Ø  FoMO spielt eine wichtige Rolle, denn die „Angst, etwas zu verpassen“ führt zu einer
stärkeren Facebook-Nutzung
Ø  Die bisherige FoMO-Skala ist jedoch verbesserungswürdig, inhaltlich zu heterogen und
wirft z.T. Validitätsfragen auf
è Ziel muss es sein, eine bessere Skala zu entwickeln
Zwischenfazit
GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg
Moderatoreffekte bei FoMO ! Zeit in Facebook
FoMO	
   Zeit	
  in	
  FB	
  
Selbstwirksamkeit	
  
FoMO	
   Zeit	
  in	
  FB	
  
ext./int.	
  
Kontrollüberzeugung	
  
FoMO	
   Zeit	
  in	
  FB	
  
Leistungs-­‐
moFvaFon	
  
KEIN Effekt
KEIN Effekt
GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg
Bedeutung der Leistungsmotivation
-1
-0,8
-0,6
-0,4
-0,2
0
0,2
0,4
0,6
0,8
1
Wenig FoMO Viel FoMO
ZeitinFacebook-Gesamt
Wenig LM
Viel LM
FoMO führt generell zu mehr Zeit in Facebook.
Jedoch ist dieser Effekt sign. stärker für Personen mit geringer
Leistungsmotivation.
GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg
Moderatoreffekte bei
Zeit in Facebook ! Studienzufriedenheit
Studienzu-­‐
friedenheit	
  
Leistungs-­‐
moFvaFon	
  
Zeit	
  in	
  FB	
  
ext./int	
  
Kontrollüberzeugung	
  
Studienzu-­‐
friedenheit	
  
Zeit	
  in	
  FB	
  
Selbstwirksamkeit	
  
Studienzu-­‐
friedenheit	
  
Zeit	
  in	
  FB	
  
KEIN Effekt
KEIN Effekt
GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg
Bedeutung der allgemeinen Selbstwirksamkeits-
erwartung
Mehr Zeit in Facebook führt nicht grundsätzlich zu schlechterer
Studienzufriedenheit. Dies gilt – interessanterweise – nur für
Personen mit hoher allgemeiner Selbstwirksamkeitserwartung.
-1
-0,8
-0,6
-0,4
-0,2
0
0,2
0,4
0,6
0,8
1
Wenig FoMO Viel FoMO
Zufriedenheit
Wenig SW allg.
Viel SW allg.
Bzgl.	
  studenFscher	
  
Selbstwirksamkeitserwartung	
  
gibt	
  es	
  KEINEN	
  
InterakFonseffekt.	
  Wenig FB Zeit Viel FB Zeit
GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg
externale	
  
Kontrollüberzeugung	
  
Studien-­‐
leistung	
  
Zeit	
  in	
  FB	
  
Studien-­‐
leistung	
  
Leistungs-­‐
moFvaFon	
  
Zeit	
  in	
  FB	
  
Moderatoreffekte bei
Zeit in Facebook ! Studienleistung
KEIN EffektKEIN Effekt
Selbstwirksamkeit	
  
Studien-­‐
leistung	
  
Zeit	
  in	
  FB	
  
internale.	
  
Kontrollüberzeugung	
  
Studien-­‐
leistung	
  
Zeit	
  in	
  FB	
  
KEIN Effekt
GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg
Bedeutung der internalen
Kontrollüberzeugung
-1
-0,8
-0,6
-0,4
-0,2
0
0,2
0,4
0,6
0,8
1
Wenig FB Zeit Viel FB Zeit
Studieneistung-obj./subj.
Wenig iKÜ
Viel iKÜ
Mehr Zeit in Facebook führt nicht grundsätzlich zu schlechterer
Studienleistung. Dies gilt – interessanterweise – nur für Personen
mit hoher internaler Kontrollüberzeugung.
GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg 27
Ø  Hohe Facebook-Nutzung führt letztendlich zu geringeren Studienleistungen und
geringerer Studienzufriedenheit.
Ø  FoMO, d.h. die „Angst, etwas zu verpassen“, verursacht diese stärkere Facebook-
Nutzung und führt somit mittelbar zu schlechteren Studienleistungen
Ø  Diese Effekte gelten jedoch vor allem für Personen mit geringer Leistungsmotivation und
hoher Selbstwirksamkeitserwartung sowie interner Kontrollüberzeugung.
Fazit
Vor allem solche Personen sollten daher das Handy in
Lehrveranstaltungen komplett ausschalten. Denn ansonsten
wirkt sich deren „Angst, etwas zu verpassen“ letztendlich
negativ auf den Studienerfolg aus.
GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg 28
•  Beierlein, C., Kemper, C.J., Kovaleva, A. & Rammstedt, B. (2012). Ein Messinstrument zur Erfassung subjektiver Kompetenzerwartungen –
Allgemeine Selbstwirksamkeit Kurzskala (ASKU). GESIS Working Papers 2012|22. Köln: GESIS.
•  Bosau, C. (2011). Das Studierverhalten von Bachelor-Studierenden und ihr Einfluss auf den Studienerfolg, Wiso-Fakultät der Universität zu
Köln
•  Bosau C., Aelker, L. & Amaadachou, H. (2014). Ich darf nichts verpassen! – Kann “Fear of Missing Out (FoMO)” Suchtverhalten in Facebook
erklären? 49. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie in Bochum.
•  Carbonell, X., Oberst, U. & Beranuy, M. (2013). The Cell Phone in the Twenty-First Century: A Risk for Addiction or a Necessary Tool?
Principles of Addiction. Vol. 1, pp. 901-909.
•  Collins. L. (2013). FoMO and Mobile Phones: A Survey Study. Unveröffentlichte Masterarbeit. Tilburg University, Tilburg.
•  Hossiep, R., Paschen, M. & Mühlhaus, O. (2003). BIP - Bochumer Inventar zur berufsbezogenen Persönlichkeitsbeschreibung. Göttingen:
Hogrefe.
•  Jacobsen, W.C. and Forste, R. (2011). The Wired Generation: Academic and Social Outcomes of Electronic Media Use Among University
Students. Cycerpsychology, Behavior, and Social Networking, Vol. 14 (5), 275-280.
•  Jerusalem, M. & Schwarzer, R. (1981). Selbstwirksamkeit - WIRK. In R. Schwarzer (Hrsg.) (1986), Skalen zur Befindlichkeit und Persönlichkeit
(Forschungsbericht 5. S. 15-28). Berlin: Freie Universität, Institut für Psychologie.
•  Junco, R. (2012). Too much face and not enough books: The relationship between multiple indices of Facebook use and academic
performance. Computers in Human Behavior, Vol 28 (1), pp. 187-198.
•  JWT (2011). Fear of Missing Out (FOMO), May 2011. Retrieved from: http://www.jwtintelligence.com/production/
FOMO_JWT_TrendReport_May2011.pdf [01.09.2012].
•  JWT (2012). Fear of Missing Out (FOMO), March 2012. Retrieved from: http://www.jwtintelligence.com/wp-content/uploads/2012/03/F
_JWT_FOMO- update_3.21.12.pdf [01.09.2012].
•  Kirschner, P.A. & Karpinski, A.C. (2010). Facebook® and academic performance. Computers in Human Behavior, Vol 28 (1), pp. 1237-1245.
•  Kittinger, R., Correia, C.J. & Irons, J.G. (2012). Relationship Between Facebook Use and Problematic Internet Use Among College Students.
Cyberpsychology, Behavior, and Social Networking, Vol. 15 (6), pp. 324-327.
•  Kovaleva, A. (2012). The IE-4: construction and validation of a short scale for the assessment of locus of control. GESIS-Schriftenreihe 9. Köln:
GESIS.
•  Paul, J.A., Baker, H.M. and Cochran, J.D. (2012). Effect of online social networking on student academic performance. Computers in Human
Behavior, Vol. 28 (6), 2117-2127.
•  Przybylski, A.K., Murayama, K., DeHaan, C.R. & Gladwell, V. (2013). Motivational, emotional, and behavioural correlates of fear of missing out.
Computers in Human Behavior, Vol. 29, pp. 1841-1848.
Literaturquellen
GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg 29
Vielen Dank für Ihre
Aufmerksamkeit
Kontaktdaten:
Rheinische Fachhochschule Köln
Prof. Dr. Christian Bosau, Dipl.-Psych. & Master of HRM & IR
Schaevenstraße 1a/b
50676 Köln
Tel.: +49 221 20302-0
e-mail: christian.bosau@rfh-koeln.de
Slideshare: cbosau
Twitter: cribocologne

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FoMO (Fear of Missing Out) beeinträchtigt Studienerfolg – Warum man in einer Lehrveranstaltung sein Smartphone lieber ausschalten sollte - Vortrag GWPs 2015

  • 1. FoMO (Fear of Missing Out) beeinträchtigt Studienerfolg – Warum man in einer Lehrveranstaltung sein Smartphone lieber ausschalten sollte – C. Bosau & P. Müller
  • 7. GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg Ein neues Phänomen? 7 Quelle: http://www.jwtintelligence.com Quelle: http://www.jwtintelligence.com
  • 8. GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg Ein neues Phänomen? 8 Quelle: http://www.jwtintelligence.com Erst seit kurzem wird ein neues Phänomen diskutiert (JWT, 2011 & 2012; Przybylski, Murayama, DeHaan & Gladwell, 2013): Fear of Missing Out (FoMO) „the uneasy and sometimes all- consuming feeling that you’re missing out — that your peers are doing, in the know about or in possession of more or something better than you.” (JWT, 2011, S. 4)
  • 9. GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg Bisherige Resultate 9 Was wissen wir bereits: •  Handys bilden potentielle Suchtquellen (Carbonell, Oberst & Beranuy, 2013) •  FoMO korreliert mit einer problematischen Handy-Nutzung (Collins, 2013) •  FoMO korreliert deutlich mit stärkerer Facebook-Nutzung (Bosau, Aelker & Amaadachou, 2014) •  Facebook-Nutzung korreliert mit Sucht-Indizes (Bosau, Aelker & Amaadachou, 2014; Kittinger, Correia & Irons, 2012) und sollte daher nachteilige Auswirkungen auf viele Bereiche des Lebens, u.a. den Leistungsbereich, haben •  Facebook-Nutzung hängt mit geringeren Punktzahlen im Studium zusammen (Junco, 2012; Paul, Baker & Cochran, 2012; Jacobsen & Forste, 2011; Kirschner & Karpinski, 2010) •  FoMO korreliert mit einer Nutzung von Facebook in Lehrveranstaltungen (Przybylski, Murayama, DeHaan, & Gladwell, 2013) Offener Punkt: Es fehlt jedoch ein Gesamtmodell!
  • 10. GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg Die Studie 10 Frühere Studien: § getrennte Messung von FoMO, Facebook-Nutzung, Leistung im Studium § Einzelitem-Messung der Studienleistung Diese Studie: § Kombination der einzelnen Aspekte in einer Gesamt-Studie § Einbezug von Persönlichkeits- variablen § validere Messung der AV Methode: •  Online-Fragebogen (geposted via mailing-lists und persönlichen Emails, z.T. snowball sampling) in 2014 •  N = 130 •  Alter: Mw= 23,4 StAbw = 2,3 Männer = 35%, Frauen = 65% Studium: Bachelor = 61%, Master = 26% Hochschule: FH = 64%, Uni = 45% Forschungsfrage: •  Welche Rolle spielt FoMO bei der Studienleistung?
  • 11. GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg Die erfassten Aspekte 11 Fear of Missing Out (Przybylski, Murayama, DeHaan, & Gladwell, 2013) Facebook-Nutzung (Paul, Baker & Cochran, 2012) Kontrollüberzeugung (Kovaleva, 2012) Leistungsmotivation (Hossiep, Paschen & Mühlhaus, 2003: Skala des BIP) Die Modell-Variablen: Studienleistung (Bosau, 2011) Selbstwirksamkeit – studentisch & allgemein (Beierlein, Kemper, Kovaleva & Rammstedt, 2012; Jerusalem & Schwarzer, 1981) Weitere Moderatoren:
  • 12. GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg 1,59% 1,65% 1,72% 1,78% 1,94% 2,22% 2,38% 2,95% 3,57% 1% 2% 3% 4% 5% Ich$werde$ungeduldig,$wenn$ich$nicht$ weiß,$was$meine$Freunde$tuen.$ Ich$befürchte,$dass$meine$Freunde$ lohnendere$Erlebnisse$haben$als$ich.$ Ich$fürchte,$dass$andere$angenehmere$ Erlebnisse$haben$als$ich.$ Wenn$ich$eine$tolle$Zeit$habe,$dann$ist$ es$mir$wich=g$die$Details$online$zu$ "teilen"$(z.B.$Statusupdate).$ Ich$bin$beunruhigt,$wenn$ich$ herausfinde,$dass$meine$Freunde$ohne$ mich$Spass$haben.$ Manchmal$frage$ich$mich,$ob$ich$zu$viel$ Zeit$damit$verbringe,$einen$Überblick$ darüber$zu$behalten,$was$alles$passiert.$ Auch$im$Urlaub$behalte$ich$im$Auge,$ was$meine$Freunde$machen.$ Es$ist$mir$wich=g,$dass$ich$die$Witze$ meiner$Freunde$verstehe.$ Es$ärgert$mich,$wenn$ich$ein$geplantes$ Treffen$mit$meinen$Freunden$verpasse.$ FoMO – Fear of Missing Out 12 Unabhängige Variable •  Skala gemäß Przybylski, Murayama, DeHaan, & Gladwell, 2013 •  Skala: 1 = trifft nicht zu vs. 5 = trifft genau zu •  Cronbach’s α = .75 •  9 Items (Originalskala hat 10 Items ! 1 Item wurde aufgrund inhaltlicher Redundanz herausgenommen)
  • 13. GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg Facebook-Nutzung 13 Mediator: Zeit in Facebook •  Skala gemäß (Paul, Baker & Cochran, 2012) a)  Zeit, die ich täglich (in Stunden) in Facebook verbringe à 5er-Skala: „0“ bis „6 oder mehr Stunden“ b)  Durchschnittliche Zeit, die ich (in Minuten) währende der Vorlesungen auf Facebook bin à 4er-Skala: „0“ bis „45 oder mehr Minuten“ c)  Von 8 Stunden, die ich arbeite, verbringe ich ... Stunden bei Facebook à 6er-Skala: „0“ bis „4 oder mehr Stunden“ •  Heterogener Index (z-standardisiert), um möglichst viel Nutzungszeit zu erfassen – Cronbachs Alpha = .52 1,74% 1% 2% 3% 4% 5% 6% Zeit%in%Facebook%bei%der% Arbeit% 2,10% 1% 2% 3% 4% 5% Zeit%in%Facebook%täglich% 1,23% 1% 2% 3% 4% Zeit%in%Facebook%in% Vorlesungen%
  • 14. GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg Studienerfolg & -zufriedenheit 14 Abhängige Variablen •  Eine reine 1-Item-Messung der CP-Anzahl oder des Notendurchschnitts ist nicht valide und sinnvoll •  Daher Zusammenstellung eines heterogen Index (z-standardisiert) für Studienerfolg – Cronbachs Alpha = .90 (vgl. Bosau, 2011): a)  Mein gesamter Notendurchschnitt ist ... b)  Mein Notendurchschnitt aus dem letzten abgeschlossenen Semester ist ... c)  Mein Durchschnitt aus den letzten 3 Prüfungen ist ... d)  Wie schätzen Sie Ihre Leistungen im Studium ein? à Skala: „nicht gut“ bis „sehr gut“ •  Ebenso Zusammenstellung eines heterogen Index für eine inhaltliche Studienzufriedenheit – Cronbachs Alpha = .80 (vgl. Bosau, 2011): a)  Ich lerne inhaltlich viel im Studium. b)  Das Studium macht mir inhaltlich Spaß. c)  Wenn Sie an Ihre bisherigen Erfahrungen denken, wie zufrieden oder unzufrieden sind Sie alles in allem mit dem Verlauf Ihres Studiums? Obj.  Erfolg   Subj.  Erfolg  
  • 15. GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg Das Strukturmodell 15 FoMO   Zeit  in   FB   Leistung   (obj./subj.)   Zufrieden-­‐ heit  
  • 16. GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg Das Messmodell der AV 16 Leistung   (obj./subj.)   Zufrieden-­‐ heit   .89 .94 .81 .73 .72 .93 .66 Chi-Quadrat (146) = 46.8, p < .01; CFI = .936 ; RMSEA = .141 ; SRMR = .093
  • 17. GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg Das Messmodel der UVs 17 FoMO   Zeit  in   FB   .86 .88 .67 .48 .28 .39 .30 .15 .20 .41 .61 .54 Chi-Quadrat (146) = 159.9, p < .01; CFI = .720 ; RMSEA = .125 ; SRMR = .105
  • 18. GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg Das Gesamtmodell 18 FoMO   Zeit  in   FB   Leistung   (obj./subj.)   Zufrieden-­‐ heit   .86 .88 .67 .48 .28 .39 .30 .15 .20 .42 .63 .52 .89 .94 .81 .73 .72 .93 .65 .39** -.23* -.25* Chi-Quadrat (148) = 316.7, p < .01; CFI = .821 ; RMSEA = .094 ; SRMR = .095 .40***
  • 19. GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg Das Gesamtmodell 19 FoMO   Zeit  in   FB   Leistung   (obj./subj.)   Zufrieden-­‐ heit   .90 .90 .60 .42 .63 .52 .88 .93 .80 .72 .69 .95 .61 .30** -.26* -.32** Chi-Quadrat (61) = 90.3, p < .01; CFI = .959 ; RMSEA = .061 ; SRMR = .074 .34*** Modell vorher: Chi-Quadrat (148) = 316.7, p < .01; CFI = .821 ; RMSEA = .094 ; SRMR = .095 •  Ich  fürchte,  dass  andere  angenehmere   Erlebnisse  haben  als  ich.   •  Ich  befürchte,  dass  meine  Freunde   lohnendere  Erlebnisse  haben  als  ich.   •  Ich  bin  beunruhigt,  wenn  ich   herausfinde,  dass  meine  Freunde  ohne   mich  Spaß  haben.  
  • 20. GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg 20 Ø  Je stärker die Facebook-Nutzung ist, desto geringer sind die Studienleistung und die Studienzufriedenheit, gemessen anhand: a)  objektiver Indikatoren (= Noten) b)  subjektiver Indikatoren (= Selbsteinschätzung der eigenen Leistung) c)  Zufriedenheit mit dem Studium Ø  FoMO spielt eine wichtige Rolle, denn die „Angst, etwas zu verpassen“ führt zu einer stärkeren Facebook-Nutzung Ø  Die bisherige FoMO-Skala ist jedoch verbesserungswürdig, inhaltlich zu heterogen und wirft z.T. Validitätsfragen auf è Ziel muss es sein, eine bessere Skala zu entwickeln Zwischenfazit
  • 21. GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg Moderatoreffekte bei FoMO ! Zeit in Facebook FoMO   Zeit  in  FB   Selbstwirksamkeit   FoMO   Zeit  in  FB   ext./int.   Kontrollüberzeugung   FoMO   Zeit  in  FB   Leistungs-­‐ moFvaFon   KEIN Effekt KEIN Effekt
  • 22. GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg Bedeutung der Leistungsmotivation -1 -0,8 -0,6 -0,4 -0,2 0 0,2 0,4 0,6 0,8 1 Wenig FoMO Viel FoMO ZeitinFacebook-Gesamt Wenig LM Viel LM FoMO führt generell zu mehr Zeit in Facebook. Jedoch ist dieser Effekt sign. stärker für Personen mit geringer Leistungsmotivation.
  • 23. GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg Moderatoreffekte bei Zeit in Facebook ! Studienzufriedenheit Studienzu-­‐ friedenheit   Leistungs-­‐ moFvaFon   Zeit  in  FB   ext./int   Kontrollüberzeugung   Studienzu-­‐ friedenheit   Zeit  in  FB   Selbstwirksamkeit   Studienzu-­‐ friedenheit   Zeit  in  FB   KEIN Effekt KEIN Effekt
  • 24. GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg Bedeutung der allgemeinen Selbstwirksamkeits- erwartung Mehr Zeit in Facebook führt nicht grundsätzlich zu schlechterer Studienzufriedenheit. Dies gilt – interessanterweise – nur für Personen mit hoher allgemeiner Selbstwirksamkeitserwartung. -1 -0,8 -0,6 -0,4 -0,2 0 0,2 0,4 0,6 0,8 1 Wenig FoMO Viel FoMO Zufriedenheit Wenig SW allg. Viel SW allg. Bzgl.  studenFscher   Selbstwirksamkeitserwartung   gibt  es  KEINEN   InterakFonseffekt.  Wenig FB Zeit Viel FB Zeit
  • 25. GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg externale   Kontrollüberzeugung   Studien-­‐ leistung   Zeit  in  FB   Studien-­‐ leistung   Leistungs-­‐ moFvaFon   Zeit  in  FB   Moderatoreffekte bei Zeit in Facebook ! Studienleistung KEIN EffektKEIN Effekt Selbstwirksamkeit   Studien-­‐ leistung   Zeit  in  FB   internale.   Kontrollüberzeugung   Studien-­‐ leistung   Zeit  in  FB   KEIN Effekt
  • 26. GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg Bedeutung der internalen Kontrollüberzeugung -1 -0,8 -0,6 -0,4 -0,2 0 0,2 0,4 0,6 0,8 1 Wenig FB Zeit Viel FB Zeit Studieneistung-obj./subj. Wenig iKÜ Viel iKÜ Mehr Zeit in Facebook führt nicht grundsätzlich zu schlechterer Studienleistung. Dies gilt – interessanterweise – nur für Personen mit hoher internaler Kontrollüberzeugung.
  • 27. GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg 27 Ø  Hohe Facebook-Nutzung führt letztendlich zu geringeren Studienleistungen und geringerer Studienzufriedenheit. Ø  FoMO, d.h. die „Angst, etwas zu verpassen“, verursacht diese stärkere Facebook- Nutzung und führt somit mittelbar zu schlechteren Studienleistungen Ø  Diese Effekte gelten jedoch vor allem für Personen mit geringer Leistungsmotivation und hoher Selbstwirksamkeitserwartung sowie interner Kontrollüberzeugung. Fazit Vor allem solche Personen sollten daher das Handy in Lehrveranstaltungen komplett ausschalten. Denn ansonsten wirkt sich deren „Angst, etwas zu verpassen“ letztendlich negativ auf den Studienerfolg aus.
  • 28. GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg 28 •  Beierlein, C., Kemper, C.J., Kovaleva, A. & Rammstedt, B. (2012). Ein Messinstrument zur Erfassung subjektiver Kompetenzerwartungen – Allgemeine Selbstwirksamkeit Kurzskala (ASKU). GESIS Working Papers 2012|22. Köln: GESIS. •  Bosau, C. (2011). Das Studierverhalten von Bachelor-Studierenden und ihr Einfluss auf den Studienerfolg, Wiso-Fakultät der Universität zu Köln •  Bosau C., Aelker, L. & Amaadachou, H. (2014). Ich darf nichts verpassen! – Kann “Fear of Missing Out (FoMO)” Suchtverhalten in Facebook erklären? 49. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie in Bochum. •  Carbonell, X., Oberst, U. & Beranuy, M. (2013). The Cell Phone in the Twenty-First Century: A Risk for Addiction or a Necessary Tool? Principles of Addiction. Vol. 1, pp. 901-909. •  Collins. L. (2013). FoMO and Mobile Phones: A Survey Study. Unveröffentlichte Masterarbeit. Tilburg University, Tilburg. •  Hossiep, R., Paschen, M. & Mühlhaus, O. (2003). BIP - Bochumer Inventar zur berufsbezogenen Persönlichkeitsbeschreibung. Göttingen: Hogrefe. •  Jacobsen, W.C. and Forste, R. (2011). The Wired Generation: Academic and Social Outcomes of Electronic Media Use Among University Students. Cycerpsychology, Behavior, and Social Networking, Vol. 14 (5), 275-280. •  Jerusalem, M. & Schwarzer, R. (1981). Selbstwirksamkeit - WIRK. In R. Schwarzer (Hrsg.) (1986), Skalen zur Befindlichkeit und Persönlichkeit (Forschungsbericht 5. S. 15-28). Berlin: Freie Universität, Institut für Psychologie. •  Junco, R. (2012). Too much face and not enough books: The relationship between multiple indices of Facebook use and academic performance. Computers in Human Behavior, Vol 28 (1), pp. 187-198. •  JWT (2011). Fear of Missing Out (FOMO), May 2011. Retrieved from: http://www.jwtintelligence.com/production/ FOMO_JWT_TrendReport_May2011.pdf [01.09.2012]. •  JWT (2012). Fear of Missing Out (FOMO), March 2012. Retrieved from: http://www.jwtintelligence.com/wp-content/uploads/2012/03/F _JWT_FOMO- update_3.21.12.pdf [01.09.2012]. •  Kirschner, P.A. & Karpinski, A.C. (2010). Facebook® and academic performance. Computers in Human Behavior, Vol 28 (1), pp. 1237-1245. •  Kittinger, R., Correia, C.J. & Irons, J.G. (2012). Relationship Between Facebook Use and Problematic Internet Use Among College Students. Cyberpsychology, Behavior, and Social Networking, Vol. 15 (6), pp. 324-327. •  Kovaleva, A. (2012). The IE-4: construction and validation of a short scale for the assessment of locus of control. GESIS-Schriftenreihe 9. Köln: GESIS. •  Paul, J.A., Baker, H.M. and Cochran, J.D. (2012). Effect of online social networking on student academic performance. Computers in Human Behavior, Vol. 28 (6), 2117-2127. •  Przybylski, A.K., Murayama, K., DeHaan, C.R. & Gladwell, V. (2013). Motivational, emotional, and behavioural correlates of fear of missing out. Computers in Human Behavior, Vol. 29, pp. 1841-1848. Literaturquellen
  • 29. GWPs-Tagung 2015Bosau & Müller: FoMO beeinträchtigt Studienerfolg 29 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit Kontaktdaten: Rheinische Fachhochschule Köln Prof. Dr. Christian Bosau, Dipl.-Psych. & Master of HRM & IR Schaevenstraße 1a/b 50676 Köln Tel.: +49 221 20302-0 e-mail: christian.bosau@rfh-koeln.de Slideshare: cbosau Twitter: cribocologne