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„Fomotiker“ und ihr starkes soziales
Bedürfnis
Eine Untersuchung der psychologischen Ursachen für
das neuartige Phänomen FoMO (Fear of Missing Out)
C. Bosau, F. Göpfert, N. Bito & Y. Götze
2
Quelle: http://healthmeup.com/photogallery-healthy-living/could-you-be-suffering-from-fear-of-missing-out-fomo/32443/3
Heutzutage ....
3
Ein typisches Bild ....
Quelle: https://www.gearnews.de/wp-content/uploads/2016/06/Smartphones-stoeren-Konzert-Zuschauer-Sicht.png
4
Quelle: http://www.ithinkonpaper.com/fomo/
Was soll das sein ....?
GWPs 2018Bosau, Göpfert, Bito & Götze: „Fomotiker” und ihr starkes soziales Bedürfnis
Ein neues Phänomen?
5
Quelle: http://www.jwtintelligence.com Quelle: http://www.jwtintelligence.com
GWPs 2018Bosau, Göpfert, Bito & Götze: „Fomotiker” und ihr starkes soziales Bedürfnis
Ein neues Phänomen?
6
Quelle: http://www.jwtintelligence.com
Noch nicht lange wird ein neues
Phänomen diskutiert (JWT, 2011 &
2012; Przybylski, Murayama,
DeHaan & Gladwell, 2013):
Fear of Missing Out (FoMO)
„the uneasy and sometimes all-
consuming feeling that you’re
missing out — that your peers are
doing, in the know about or in
possession of more or something
better than you.” (JWT, 2011, S. 4)
GWPs 2018Bosau, Göpfert, Bito & Götze: „Fomotiker” und ihr starkes soziales Bedürfnis
Bisherige Resultate
7
Was wir bereits wissen:
Handys bilden potentielle Suchtquellen• (Carbonell, Oberst & Beranuy, 2013)
FoMO• korreliert hoch mit Social Media Nutzung im Generellen (Przybylski, Murayama,
DeHaan, & Gladwell, 2013; Abeele & van Rooij, 2016) und mit Facebook Nutzung im Speziellen
(Bosau, Aelker & Amaadachou, 2014; Bosau & Müller, 2015)
FoMO• korreliert mit problematischer Handy-Nutzung und habituellem Checking-
Verhalten (Collins, 2013; Elhai, Levine, Dvorak & Hall, 2016; Oberst, Wegmann, Stodt & Brand, 2016; Bosau &
Ludwig, 2017; Wolniewicz, Tiamiyu, Weeks & Elhai, 2017)
und kann zu risikoreichem Kommunikationsverhalten am Handy führen (Hefner, Knop
& Vorderer, 2018)
FoMO• korreliert auch in anderen Ländern (hier: Kuwait) mit Social Media
Abhängigkeit (Al-Menayes, 2016)
FoMO• (und Phubbing) senkt die Beziehungszufriedenheit und
Beziehungsqualität (Bosau & Ruvinsky, 2016)
FoMO• kann den Erfolg von Marketingkampagnen erhöhen (JWT 2011, 2012)
FoMO• steht in Zusammenhang mit stärkerem Alkoholkonsum und negativen
Folgen des Konsums (Riordan, Flett, Hunter, Scarf & Conner, 2015)
GWPs 2018Bosau, Göpfert, Bito & Götze: „Fomotiker” und ihr starkes soziales Bedürfnis
Die zentrale Frage
8
FoMO
?
?
? ?
?
Was führt überhaupt zu FoMO? Welche Aspekte
korrelieren bzw. verursachen dieses neue Phänomen?
Frühere Studien:
§ untersuchten die Folgen
und Effekte von FoMO
Diese drei Studien:
§ analysieren die Korrelate
und Prädiktoren von FoMO
§ ordnen somit FoMO in sein
nomologisches Netzwerk
ein
GWPs 2018Bosau, Göpfert, Bito & Götze: „Fomotiker” und ihr starkes soziales Bedürfnis
Studie 1
9
Methode Studie 1:
• Online (via Facebook/Mailinglisten/Emails: snowball sampling) in 2016; N = 94
• Alter: < 24 = 37%, 25-34 = 50%, 35-44 = 8%, > 44 = 5%
• Geschlecht: 55% weiblich
psychological need satisfaction
(Sheldon, Elliot, Kim & Kasser, 2001)
life satisfaction
(Przybylski, Murayama, DeHaan & Gladwell, 2013)
general mood
(Diener & Emmons, 1984)
Die unabhängigen Variablen:
Die abhängige Variable: Fear of Missing Out - FoMO
(Przybylski, Murayama, DeHaan, & Gladwell, 2013)
GWPs 2018Bosau, Göpfert, Bito & Götze: „Fomotiker” und ihr starkes soziales Bedürfnis
1,59
1,94
2,22
2,29
2,34
2,39
2,45
2,99
3,06
3,60
1 2 3 4 5
Ich werde ungeduldig, wenn ich nicht weiß, was meine Freunde tun.
Wenn ich eine tolle Zeit habe, dann ist es mir wichtig die Details online zu ?teilen?
(z.B. Statusupdate)
Auch im Urlaub behalte ich im Auge, was meine Freunde machen.
Ich bin beunruhigt, wenn ich herausfinde, dass meine Freunde ohne mich Spaß
haben.
Ich befürchte, dass meine Freunde lohnendere Erlebnisse haben als ich.
Manchmal frage ich mich, ob ich zu viel Zeit damit verbringe, einen Überblick
darüber zu behalten, was al...
Ich fürchte, dass andere angenehmere Erlebnisse haben, als ich.
Es ärgert mich, wenn ich eine Möglichkeit verpasse, mich mit meinen Freunden zu
treffen
Es ist mir wichtig, dass ich die Witze meiner Freunde verstehe.
Es ärgert mich, wenn ich ein geplantes Treffen (mit Freunden) verpasse.
FoMO – Fear of Missing Out
10
Die abhängige Variable
• Skala gemäß Przybylski, Murayama, DeHaan, & Gladwell (2013)
• Skala: 1 = „trifft gar nicht zu“ vs. 5 = „trifft voll und ganz zu“
• Cronbach’s α = .84 (Studie 1), α = .79 (Studie 2) und α = .72 (Studie 3)
Items und
deskrip.ve
Werte der
Studie 3:
GWPs 2018Bosau, Göpfert, Bito & Götze: „Fomotiker” und ihr starkes soziales Bedürfnis
Studie 1: die Ergebnisse
11
Fear of
Missing
Out
α = .84
psychological
need satisfaction
α = .93
life satisfaction
α = .68
general mood
α = .85
-.47***
-.26***
-.28***
bivariate Ergebnisse
autonomy
competence
relatedness
GWPs 2018Bosau, Göpfert, Bito & Götze: „Fomotiker” und ihr starkes soziales Bedürfnis
Beta
standardisiert
-.17*
-.02
-.43***
.00
-.11
.21
Beta
standardisiert
-.15*
-.02
-.47***
-.03
.21
Beta
standardisiert
-.15*
-.02
-.48***
.22
Studie 1: die Ergebnisse
12
Beta
standardisiert
Alter -.11
Geschlecht (weiblich=0; männlich=1) .00
psychological need satisfaction
life satisfaction
general mood
corr. R2 -.01
* p < .10, ** p < .05, *** p < .01
abhängige Variable: Fear• -of-missing-out (FoMO)
schrittweise Regressionsanalyse•
„psychological need satisfaction“ ist deutlich der stärkste Prädiktor.
Keine bedeutsamen Unterschiede zwischen Männern und Frauen.
GWPs 2018Bosau, Göpfert, Bito & Götze: „Fomotiker” und ihr starkes soziales Bedürfnis
social curiosity
(Renner, 2006)
need to belong
(Leary, Kelly, Cottrell & Schreindorfer, 2013)
attachment styles
(Bartholomew & Horowitz, 1991)
Methode Studie 2:
• Online (via Facebook/Mailinglisten/Emails: snowball sampling) in 2016; N = 174
• Alter: < 24 = 44%, 25-34 = 28%, 35-44 = 12%, 45-54 = 12%, > 54 = 5%
• Geschlecht: 71% weiblich
Studie 2
13
Die unabhängigen Variablen:
Die abhängige Variable: Fear of Missing Out - FoMO
(Przybylski, Murayama, DeHaan, & Gladwell, 2013)
GWPs 2018Bosau, Göpfert, Bito & Götze: „Fomotiker” und ihr starkes soziales Bedürfnis
Studie 2: die Ergebnisse
14
Fear of
Missing
Out
α = .84
social curiosity
α = .76
need to belong
α = .84
attachment
style
.36***
.69***
+++ preoccupied style
+ fearful style
bivariate Ergebnisse
GWPs 2018Bosau, Göpfert, Bito & Götze: „Fomotiker” und ihr starkes soziales Bedürfnis
Studie 2: die Ergebnisse
15
Beta
standardisiert
Alter -.33***
Geschlecht (weiblich=1; männlich=2) -.06
social curiosity
need to belong
dummy - preoccupied style
dummy - fearful style
dummy - dismissing style
corr. R2 .11
* p < .10, ** p < .05, *** p < .01
Beta
standardisiert
-.29***
.01
.30***
.19
Beta
standardisiert
-.18***
.05
.12**
.61***
.51
Beta
standardisiert
-.18***
.07
.13**
.56***
.18***
.09
.07
.53
• abhängige Variable: Fear-of-missing-out (FoMO)
• schrittweise Regressionsanalyse
„need to belong“ ist deutlich
der stärkste Prädiktor
GWPs 2018Bosau, Göpfert, Bito & Götze: „Fomotiker” und ihr starkes soziales Bedürfnis
Studie 2: die Ergebnisse
16
Beta
standardisiert
social curiosity .10
need to belong .59***
dummy - preoccupied style .22***
dummy - fearful style .05
dummy - dismissing style .06
corr. R2 .52
* p < .10, ** p < .05, *** p < .01
Beta
standardisiert
.24**
.56***
.01
.19
.08
.37
• abhängige Variable: Fear-of-missing-out (FoMO)
• Regressionsanalyse – Vergleich männlich vs. weiblich
„social
curiosity“ ist
nur ein
Prädiktor für
Männer
„preoccupied
attachment
style“ ist nur
ein Prädiktor
bei den Frauen
GWPs 2018Bosau, Göpfert, Bito & Götze: „Fomotiker” und ihr starkes soziales Bedürfnis
extraversion
(Borkenau & Ostendorf, 2008)
sensation seeking
(Beauducel & Brocke, 2003)
social comparison orientation
(Jonas, Stroebe & Hewston, 2014)
Methode Studie 3:
• Online (via Facebook: snowball sampling) in 2017; N = 493
• Alter: < 24y = 43%, 25-34y = 31%, 35-44y = 13%, 45-54y = 10%, > 54y = 3%
• Geschlecht: 77% weiblich
Studie 3
17
Die unabhängigen Variablen:
Die abhängige Variable: Fear of Missing Out - FoMO
(Przybylski, Murayama, DeHaan, & Gladwell, 2013)
GWPs 2018Bosau, Göpfert, Bito & Götze: „Fomotiker” und ihr starkes soziales Bedürfnis
Studie 3: die Ergebnisse
18
Fear of
Missing
Out
α = .72
Extraversion
α = .78
sensation seeking
α = .81
social comparison
orientation
α = .82
.03
.12***
bivariate Ergebnisse
.52***
GWPs 2018Bosau, Göpfert, Bito & Götze: „Fomotiker” und ihr starkes soziales Bedürfnis
Beta
standardisiert
-.16***
.01
.01
.03
.48***
.29
Beta
standardisiert
-.27***
-.01
.02
.04
.07
Beta
standardisiert
-.28***
-.01
.03
.07
Studie 3: die Ergebnisse
19
Beta
standardisiert
Alter -.28***
Geschlecht (weiblich=0; männlich=1) -.01
extraversion
sensation seeking
social comparison orientation
corr. R2 .08
* p < .10, ** p < .05, *** p < .01
• abhängige Variable: Fear-of-missing-out (FoMO)
• schrittweise Regressionsanalyse
„social comparison“ ist der
einzige starke Prädiktor
GWPs 2018Bosau, Göpfert, Bito & Götze: „Fomotiker” und ihr starkes soziales Bedürfnis
2
2,25
2,5
2,75
3
Wenig Sensation Seeking Viel Sensation Seeking
FoMO
Geringes Alter
Hohes Alter
Sensation Seeking führt zu FoMO: bei
den Jüngeren
Sensation Seeking führt zumindest bei den jüngeren Personen zu
stärkerem Fear of Missing Out.
GWPs 2018Bosau, Göpfert, Bito & Götze: „Fomotiker” und ihr starkes soziales Bedürfnis
Der Soziale Vergleich: Männer vs. Frauen
Bei Männern:
Das Bedürfnis nach
sozialem Vergleich
führt vor allem für
Extrovertierte zu FoMO
Bei Frauen:
Unabhängig von
Extraversion führt das
Bedürfnis nach
sozialem Vergleich
generell zu mehr FoMO
1,5
1,75
2
2,25
2,5
2,75
3
3,25
3,5
Wenig Sozialer Vergleich Viel Sozialer Vergleich
FoMO
Niedrige
Extraversion
Hohe Extraversion
1,5
1,75
2
2,25
2,5
2,75
3
3,25
3,5
Wenig Sozialer Vergleich Viel Sozialer Vergleich
FoMO Niedrige
Extraversion
Hohe Extraversion
GWPs 2018Bosau, Göpfert, Bito & Götze: „Fomotiker” und ihr starkes soziales Bedürfnis 22
Die Studien machen deutlich, welche Aspekte als Prädiktoren von Fear of missing out§
angesehen werden können und wie „Fomotiker“ charakterisiert werden können:
„Fomotiker“ sind Personen, deren psychologische Grundbedürfnisse (autonomy,§
competence, relatedness) nicht befriedigt sind.
Ein besitzergreifender Bindungsstil, soziale Neugier, soziale§
Vergleichsorientierung sowie insbesondere ein hohes Anschlussbedürfnis
begünstigen FoMO
FoMO h§ ängt z.T. mit geringerem allgemeinen Wohlbefinden, niedriger
Lebenszufriedenheit und höherem Sensation Seeking – jedoch nicht mit
Extraversion – zusammen.
Insbesondere best§ ätigen jedoch alle Studien FoMO als ein Phänomen jüngerer
Personen
Zusammenfassung
Diese Studie versucht zum ersten Mal überhaupt das neue
Phänomen FoMO genauer in seinem nomologischen Netzwerk
zu verankern.
GWPs 2018Bosau, Göpfert, Bito & Götze: „Fomotiker” und ihr starkes soziales Bedürfnis 23
Abeele• , M. V. & van Rooij, T. (2016). Fear of missing out (FOMO) as a predictor of problematic social media use among teenagers.
International Conference on Behavioral Addictions in Geneva
Al• -Menayes, J. (2016). The Fear of Missing out Scale: Validation of the Arabic Version and Correlation with Social Media Addiction.
International Journal of Applied Psychology 2016, Vol. 6 (2), pp. 41-46.
Bartholomew, K. & Horowitz, L.M. (1991). Attachment Styles• Among Young Adults: A Test of a Four-Category Model. Journal of
Personality and Social Psychology, Vol. 61 (2), pp. 226-244.
Beauducel• , A. & Brocke, B. (2003). Sensation Seeking Scale - Form V: Merkmale des Verfahrens und Bemerkungen zur
deutschsprachigen Adaptation. In M. Roths & P. Hammelsteins (Hrsg.), Sensation Seeking - Konzeption, Diagnostik und Anwendung.
(S. 77-99). Hogrefe: Göttingen.
Borkenau• , P. & Ostendorf, F. (2008). NEO-Fünf-Faktoren-Inventar nach Costa und McCrae. (2. Aufl.). Göttingen: Hogrefe.
Bosau C.,• Aelker, L. & Amaadachou, H. (2014). Ich darf nichts verpassen! – Kann “Fear of Missing Out (FoMO)” Suchtverhalten in
Facebook erklären? 49. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie in Bochum.
Bosau• , C. & Ludwig, T. (2017). FoMO (Fear of Missing Out) und die exzessive Smartphone-Nutzung - Tatsächlich ein Risikofaktor für
Studienleistungen? 21. Konferenz der Gesellschaft für angewandte Wirtschaftspsychologie (GWPs) in Darmstadt.
Bosau• , C. & Müller, P. (2015). FoMO (Fear of Missing Out) beeinträchtigt Studienerfolg – Warum man in einer Lehrveranstaltung sein
Smartphone lieber ausschalten sollte. 19. Konferenz der Gesellschaft für angewandte Wirtschaftspsychologie (GWPs) in Heide.
Bosau• , C. & Ruvinsky, M. (2016). Die Nutzung von Smartphones in Partnerschaften – Negative Effekte von Phubbing und FoMO auf
die Beziehungsqualität. 50. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie in Leipzig.
Carbonell, X., Oberst, U. &• Beranuy, M. (2013). The Cell Phone in the Twenty-First Century: A Risk for Addiction or a Necessary Tool?
Principles of Addiction. Vol. 1, pp. 901-909.
Collins. L. (2013).• FoMO and Mobile Phones: A Survey Study. Unveröffentlichte Masterarbeit. Tilburg University, Tilburg.
Diener, E., &• Emmons, R.A. (1984). The independence of positive and negative affect. Journal of Personality and Social Psychology,
Vol. 47, pp. 1005–1117.
Elhai• , J.D., Levine, J.C., Dvorak, R.D. & Hall, B.J. (2016). Fear of missing out, need for touch, anxiety and depression are related to
problematic smartphone use. Computers in Human Behavior, 63, pp. 509-516.
Literatur
GWPs 2018Bosau, Göpfert, Bito & Götze: „Fomotiker” und ihr starkes soziales Bedürfnis 24
• Hefner, D., Knop, K. & Vorderer, P. (2018). „I Wanna be in the Loop!” – The Role of Fear of Missing Out (FoMO) for the Quantity and
Quality of Young Adolescents’ Mobile Phone Use, in R. Kühne, S.E. Baumgartner, T. Koch, M. Hofer (Hrsg.). Youth and Media, 39-54,
Baden-Baden: Nomos.
• Jonas, K., Stroebe, W., & Hewstone, M. (2014). Sozialpsychologie (6. Aufl.). Berlin: Springer.
• JWT (2011). Fear of Missing Out (FOMO), May 2011. Retrieved from:
http://www.jwtintelligence.com/production/FOMO_JWT_TrendReport_May2011.pdf [01.09.2012].
• JWT (2012). Fear of Missing Out (FOMO), March 2012. Retrieved from: http://www.jwtintelligence.com/wp-content/uploads/2012/03/F
_JWT_FOMO- update_3.21.12.pdf [01.09.2012].
• Leary, M.R., Kelly, K.M., Cottrell, A. & Schreindorfer, L.S. (2013). Construct Validity of the Need to Belong Scale: Mapping the
Nomological Network. Journal of Personality Assessment, Vol. 95 (6), pp. 610–624.
• Oberst, U., Wegmann, E., Stodt, B., Brand, M. & Chamarro, A. (2016). Negative consequences from heavy social networking in
adolescents: The mediating role of fear of missing out. Journal of Adolescence, 55, pp. 51-60.
• Przybylski, A.K., Murayama, K., DeHaan, C.R. & Gladwell, V. (2013). Motivational, emotional, and behavioural correlates of fear of
missing out. Computers in Human Behavior, Vol. 29, pp. 1841-1848.
• Renner, B. (2006). Curiosity About People: The Development of a Social Curiosity Measure in Adults. Journal of Personality
Assessment, Vol. 87 (3), pp. 305-316.
• Riordan, B.C., Flett, J.A.M., Hunter, J.A., Scarf, D. & Conner, T.S. (2015). Fear of missing out (FoMO): the relationship between FoMO,
alcohol use, and alcohol-related consequences in college students. Annals of Neuroscience and Psychology, Vol. 2 (7).
• Sheldon, K.M, Elliot, A.J., Kim, Y. & Kasser, T. (2001). What is Satisfying About Satisfying Events? Testing 10 Candidate
Psychological Needs. Journal of Personality and Social Psychology, Vol. 80 (2), pp. 325–339.
• Wolniewicz, C.A., Tiamiyu, M.F., Weeks, J.W. & Elhai, J.D. (2017). Problematic smartphone use and relations with negative affect, fear
of missing out, and fear of negative and positive evaluation. Psychiatry Research.
Literatur
GWPs 2018Bosau, Göpfert, Bito & Götze: „Fomotiker” und ihr starkes soziales Bedürfnis 25
Vielen Dank für Ihre
Aufmerksamkeit!
Kontakt:
Rheinische Fachhochschule Köln
Prof. Dr. Christian Bosau, Dipl.-Psych. & Master of HRM & IR
Schaevenstraße 1a/b
50676 Köln
Tel.: +49 221 20302-0
e-mail: christian.bosau@rfh-koeln.de
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"Fomotiker" und ihr starkes soziales Bedürfnis - Vortrag GWPs 2018

  • 1. „Fomotiker“ und ihr starkes soziales Bedürfnis Eine Untersuchung der psychologischen Ursachen für das neuartige Phänomen FoMO (Fear of Missing Out) C. Bosau, F. Göpfert, N. Bito & Y. Götze
  • 3. 3 Ein typisches Bild .... Quelle: https://www.gearnews.de/wp-content/uploads/2016/06/Smartphones-stoeren-Konzert-Zuschauer-Sicht.png
  • 5. GWPs 2018Bosau, Göpfert, Bito & Götze: „Fomotiker” und ihr starkes soziales Bedürfnis Ein neues Phänomen? 5 Quelle: http://www.jwtintelligence.com Quelle: http://www.jwtintelligence.com
  • 6. GWPs 2018Bosau, Göpfert, Bito & Götze: „Fomotiker” und ihr starkes soziales Bedürfnis Ein neues Phänomen? 6 Quelle: http://www.jwtintelligence.com Noch nicht lange wird ein neues Phänomen diskutiert (JWT, 2011 & 2012; Przybylski, Murayama, DeHaan & Gladwell, 2013): Fear of Missing Out (FoMO) „the uneasy and sometimes all- consuming feeling that you’re missing out — that your peers are doing, in the know about or in possession of more or something better than you.” (JWT, 2011, S. 4)
  • 7. GWPs 2018Bosau, Göpfert, Bito & Götze: „Fomotiker” und ihr starkes soziales Bedürfnis Bisherige Resultate 7 Was wir bereits wissen: Handys bilden potentielle Suchtquellen• (Carbonell, Oberst & Beranuy, 2013) FoMO• korreliert hoch mit Social Media Nutzung im Generellen (Przybylski, Murayama, DeHaan, & Gladwell, 2013; Abeele & van Rooij, 2016) und mit Facebook Nutzung im Speziellen (Bosau, Aelker & Amaadachou, 2014; Bosau & Müller, 2015) FoMO• korreliert mit problematischer Handy-Nutzung und habituellem Checking- Verhalten (Collins, 2013; Elhai, Levine, Dvorak & Hall, 2016; Oberst, Wegmann, Stodt & Brand, 2016; Bosau & Ludwig, 2017; Wolniewicz, Tiamiyu, Weeks & Elhai, 2017) und kann zu risikoreichem Kommunikationsverhalten am Handy führen (Hefner, Knop & Vorderer, 2018) FoMO• korreliert auch in anderen Ländern (hier: Kuwait) mit Social Media Abhängigkeit (Al-Menayes, 2016) FoMO• (und Phubbing) senkt die Beziehungszufriedenheit und Beziehungsqualität (Bosau & Ruvinsky, 2016) FoMO• kann den Erfolg von Marketingkampagnen erhöhen (JWT 2011, 2012) FoMO• steht in Zusammenhang mit stärkerem Alkoholkonsum und negativen Folgen des Konsums (Riordan, Flett, Hunter, Scarf & Conner, 2015)
  • 8. GWPs 2018Bosau, Göpfert, Bito & Götze: „Fomotiker” und ihr starkes soziales Bedürfnis Die zentrale Frage 8 FoMO ? ? ? ? ? Was führt überhaupt zu FoMO? Welche Aspekte korrelieren bzw. verursachen dieses neue Phänomen? Frühere Studien: § untersuchten die Folgen und Effekte von FoMO Diese drei Studien: § analysieren die Korrelate und Prädiktoren von FoMO § ordnen somit FoMO in sein nomologisches Netzwerk ein
  • 9. GWPs 2018Bosau, Göpfert, Bito & Götze: „Fomotiker” und ihr starkes soziales Bedürfnis Studie 1 9 Methode Studie 1: • Online (via Facebook/Mailinglisten/Emails: snowball sampling) in 2016; N = 94 • Alter: < 24 = 37%, 25-34 = 50%, 35-44 = 8%, > 44 = 5% • Geschlecht: 55% weiblich psychological need satisfaction (Sheldon, Elliot, Kim & Kasser, 2001) life satisfaction (Przybylski, Murayama, DeHaan & Gladwell, 2013) general mood (Diener & Emmons, 1984) Die unabhängigen Variablen: Die abhängige Variable: Fear of Missing Out - FoMO (Przybylski, Murayama, DeHaan, & Gladwell, 2013)
  • 10. GWPs 2018Bosau, Göpfert, Bito & Götze: „Fomotiker” und ihr starkes soziales Bedürfnis 1,59 1,94 2,22 2,29 2,34 2,39 2,45 2,99 3,06 3,60 1 2 3 4 5 Ich werde ungeduldig, wenn ich nicht weiß, was meine Freunde tun. Wenn ich eine tolle Zeit habe, dann ist es mir wichtig die Details online zu ?teilen? (z.B. Statusupdate) Auch im Urlaub behalte ich im Auge, was meine Freunde machen. Ich bin beunruhigt, wenn ich herausfinde, dass meine Freunde ohne mich Spaß haben. Ich befürchte, dass meine Freunde lohnendere Erlebnisse haben als ich. Manchmal frage ich mich, ob ich zu viel Zeit damit verbringe, einen Überblick darüber zu behalten, was al... Ich fürchte, dass andere angenehmere Erlebnisse haben, als ich. Es ärgert mich, wenn ich eine Möglichkeit verpasse, mich mit meinen Freunden zu treffen Es ist mir wichtig, dass ich die Witze meiner Freunde verstehe. Es ärgert mich, wenn ich ein geplantes Treffen (mit Freunden) verpasse. FoMO – Fear of Missing Out 10 Die abhängige Variable • Skala gemäß Przybylski, Murayama, DeHaan, & Gladwell (2013) • Skala: 1 = „trifft gar nicht zu“ vs. 5 = „trifft voll und ganz zu“ • Cronbach’s α = .84 (Studie 1), α = .79 (Studie 2) und α = .72 (Studie 3) Items und deskrip.ve Werte der Studie 3:
  • 11. GWPs 2018Bosau, Göpfert, Bito & Götze: „Fomotiker” und ihr starkes soziales Bedürfnis Studie 1: die Ergebnisse 11 Fear of Missing Out α = .84 psychological need satisfaction α = .93 life satisfaction α = .68 general mood α = .85 -.47*** -.26*** -.28*** bivariate Ergebnisse autonomy competence relatedness
  • 12. GWPs 2018Bosau, Göpfert, Bito & Götze: „Fomotiker” und ihr starkes soziales Bedürfnis Beta standardisiert -.17* -.02 -.43*** .00 -.11 .21 Beta standardisiert -.15* -.02 -.47*** -.03 .21 Beta standardisiert -.15* -.02 -.48*** .22 Studie 1: die Ergebnisse 12 Beta standardisiert Alter -.11 Geschlecht (weiblich=0; männlich=1) .00 psychological need satisfaction life satisfaction general mood corr. R2 -.01 * p < .10, ** p < .05, *** p < .01 abhängige Variable: Fear• -of-missing-out (FoMO) schrittweise Regressionsanalyse• „psychological need satisfaction“ ist deutlich der stärkste Prädiktor. Keine bedeutsamen Unterschiede zwischen Männern und Frauen.
  • 13. GWPs 2018Bosau, Göpfert, Bito & Götze: „Fomotiker” und ihr starkes soziales Bedürfnis social curiosity (Renner, 2006) need to belong (Leary, Kelly, Cottrell & Schreindorfer, 2013) attachment styles (Bartholomew & Horowitz, 1991) Methode Studie 2: • Online (via Facebook/Mailinglisten/Emails: snowball sampling) in 2016; N = 174 • Alter: < 24 = 44%, 25-34 = 28%, 35-44 = 12%, 45-54 = 12%, > 54 = 5% • Geschlecht: 71% weiblich Studie 2 13 Die unabhängigen Variablen: Die abhängige Variable: Fear of Missing Out - FoMO (Przybylski, Murayama, DeHaan, & Gladwell, 2013)
  • 14. GWPs 2018Bosau, Göpfert, Bito & Götze: „Fomotiker” und ihr starkes soziales Bedürfnis Studie 2: die Ergebnisse 14 Fear of Missing Out α = .84 social curiosity α = .76 need to belong α = .84 attachment style .36*** .69*** +++ preoccupied style + fearful style bivariate Ergebnisse
  • 15. GWPs 2018Bosau, Göpfert, Bito & Götze: „Fomotiker” und ihr starkes soziales Bedürfnis Studie 2: die Ergebnisse 15 Beta standardisiert Alter -.33*** Geschlecht (weiblich=1; männlich=2) -.06 social curiosity need to belong dummy - preoccupied style dummy - fearful style dummy - dismissing style corr. R2 .11 * p < .10, ** p < .05, *** p < .01 Beta standardisiert -.29*** .01 .30*** .19 Beta standardisiert -.18*** .05 .12** .61*** .51 Beta standardisiert -.18*** .07 .13** .56*** .18*** .09 .07 .53 • abhängige Variable: Fear-of-missing-out (FoMO) • schrittweise Regressionsanalyse „need to belong“ ist deutlich der stärkste Prädiktor
  • 16. GWPs 2018Bosau, Göpfert, Bito & Götze: „Fomotiker” und ihr starkes soziales Bedürfnis Studie 2: die Ergebnisse 16 Beta standardisiert social curiosity .10 need to belong .59*** dummy - preoccupied style .22*** dummy - fearful style .05 dummy - dismissing style .06 corr. R2 .52 * p < .10, ** p < .05, *** p < .01 Beta standardisiert .24** .56*** .01 .19 .08 .37 • abhängige Variable: Fear-of-missing-out (FoMO) • Regressionsanalyse – Vergleich männlich vs. weiblich „social curiosity“ ist nur ein Prädiktor für Männer „preoccupied attachment style“ ist nur ein Prädiktor bei den Frauen
  • 17. GWPs 2018Bosau, Göpfert, Bito & Götze: „Fomotiker” und ihr starkes soziales Bedürfnis extraversion (Borkenau & Ostendorf, 2008) sensation seeking (Beauducel & Brocke, 2003) social comparison orientation (Jonas, Stroebe & Hewston, 2014) Methode Studie 3: • Online (via Facebook: snowball sampling) in 2017; N = 493 • Alter: < 24y = 43%, 25-34y = 31%, 35-44y = 13%, 45-54y = 10%, > 54y = 3% • Geschlecht: 77% weiblich Studie 3 17 Die unabhängigen Variablen: Die abhängige Variable: Fear of Missing Out - FoMO (Przybylski, Murayama, DeHaan, & Gladwell, 2013)
  • 18. GWPs 2018Bosau, Göpfert, Bito & Götze: „Fomotiker” und ihr starkes soziales Bedürfnis Studie 3: die Ergebnisse 18 Fear of Missing Out α = .72 Extraversion α = .78 sensation seeking α = .81 social comparison orientation α = .82 .03 .12*** bivariate Ergebnisse .52***
  • 19. GWPs 2018Bosau, Göpfert, Bito & Götze: „Fomotiker” und ihr starkes soziales Bedürfnis Beta standardisiert -.16*** .01 .01 .03 .48*** .29 Beta standardisiert -.27*** -.01 .02 .04 .07 Beta standardisiert -.28*** -.01 .03 .07 Studie 3: die Ergebnisse 19 Beta standardisiert Alter -.28*** Geschlecht (weiblich=0; männlich=1) -.01 extraversion sensation seeking social comparison orientation corr. R2 .08 * p < .10, ** p < .05, *** p < .01 • abhängige Variable: Fear-of-missing-out (FoMO) • schrittweise Regressionsanalyse „social comparison“ ist der einzige starke Prädiktor
  • 20. GWPs 2018Bosau, Göpfert, Bito & Götze: „Fomotiker” und ihr starkes soziales Bedürfnis 2 2,25 2,5 2,75 3 Wenig Sensation Seeking Viel Sensation Seeking FoMO Geringes Alter Hohes Alter Sensation Seeking führt zu FoMO: bei den Jüngeren Sensation Seeking führt zumindest bei den jüngeren Personen zu stärkerem Fear of Missing Out.
  • 21. GWPs 2018Bosau, Göpfert, Bito & Götze: „Fomotiker” und ihr starkes soziales Bedürfnis Der Soziale Vergleich: Männer vs. Frauen Bei Männern: Das Bedürfnis nach sozialem Vergleich führt vor allem für Extrovertierte zu FoMO Bei Frauen: Unabhängig von Extraversion führt das Bedürfnis nach sozialem Vergleich generell zu mehr FoMO 1,5 1,75 2 2,25 2,5 2,75 3 3,25 3,5 Wenig Sozialer Vergleich Viel Sozialer Vergleich FoMO Niedrige Extraversion Hohe Extraversion 1,5 1,75 2 2,25 2,5 2,75 3 3,25 3,5 Wenig Sozialer Vergleich Viel Sozialer Vergleich FoMO Niedrige Extraversion Hohe Extraversion
  • 22. GWPs 2018Bosau, Göpfert, Bito & Götze: „Fomotiker” und ihr starkes soziales Bedürfnis 22 Die Studien machen deutlich, welche Aspekte als Prädiktoren von Fear of missing out§ angesehen werden können und wie „Fomotiker“ charakterisiert werden können: „Fomotiker“ sind Personen, deren psychologische Grundbedürfnisse (autonomy,§ competence, relatedness) nicht befriedigt sind. Ein besitzergreifender Bindungsstil, soziale Neugier, soziale§ Vergleichsorientierung sowie insbesondere ein hohes Anschlussbedürfnis begünstigen FoMO FoMO h§ ängt z.T. mit geringerem allgemeinen Wohlbefinden, niedriger Lebenszufriedenheit und höherem Sensation Seeking – jedoch nicht mit Extraversion – zusammen. Insbesondere best§ ätigen jedoch alle Studien FoMO als ein Phänomen jüngerer Personen Zusammenfassung Diese Studie versucht zum ersten Mal überhaupt das neue Phänomen FoMO genauer in seinem nomologischen Netzwerk zu verankern.
  • 23. GWPs 2018Bosau, Göpfert, Bito & Götze: „Fomotiker” und ihr starkes soziales Bedürfnis 23 Abeele• , M. V. & van Rooij, T. (2016). Fear of missing out (FOMO) as a predictor of problematic social media use among teenagers. International Conference on Behavioral Addictions in Geneva Al• -Menayes, J. (2016). The Fear of Missing out Scale: Validation of the Arabic Version and Correlation with Social Media Addiction. International Journal of Applied Psychology 2016, Vol. 6 (2), pp. 41-46. Bartholomew, K. & Horowitz, L.M. (1991). Attachment Styles• Among Young Adults: A Test of a Four-Category Model. Journal of Personality and Social Psychology, Vol. 61 (2), pp. 226-244. Beauducel• , A. & Brocke, B. (2003). Sensation Seeking Scale - Form V: Merkmale des Verfahrens und Bemerkungen zur deutschsprachigen Adaptation. In M. Roths & P. Hammelsteins (Hrsg.), Sensation Seeking - Konzeption, Diagnostik und Anwendung. (S. 77-99). Hogrefe: Göttingen. Borkenau• , P. & Ostendorf, F. (2008). NEO-Fünf-Faktoren-Inventar nach Costa und McCrae. (2. Aufl.). Göttingen: Hogrefe. Bosau C.,• Aelker, L. & Amaadachou, H. (2014). Ich darf nichts verpassen! – Kann “Fear of Missing Out (FoMO)” Suchtverhalten in Facebook erklären? 49. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie in Bochum. Bosau• , C. & Ludwig, T. (2017). FoMO (Fear of Missing Out) und die exzessive Smartphone-Nutzung - Tatsächlich ein Risikofaktor für Studienleistungen? 21. Konferenz der Gesellschaft für angewandte Wirtschaftspsychologie (GWPs) in Darmstadt. Bosau• , C. & Müller, P. (2015). FoMO (Fear of Missing Out) beeinträchtigt Studienerfolg – Warum man in einer Lehrveranstaltung sein Smartphone lieber ausschalten sollte. 19. Konferenz der Gesellschaft für angewandte Wirtschaftspsychologie (GWPs) in Heide. Bosau• , C. & Ruvinsky, M. (2016). Die Nutzung von Smartphones in Partnerschaften – Negative Effekte von Phubbing und FoMO auf die Beziehungsqualität. 50. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie in Leipzig. Carbonell, X., Oberst, U. &• Beranuy, M. (2013). The Cell Phone in the Twenty-First Century: A Risk for Addiction or a Necessary Tool? Principles of Addiction. Vol. 1, pp. 901-909. Collins. L. (2013).• FoMO and Mobile Phones: A Survey Study. Unveröffentlichte Masterarbeit. Tilburg University, Tilburg. Diener, E., &• Emmons, R.A. (1984). The independence of positive and negative affect. Journal of Personality and Social Psychology, Vol. 47, pp. 1005–1117. Elhai• , J.D., Levine, J.C., Dvorak, R.D. & Hall, B.J. (2016). Fear of missing out, need for touch, anxiety and depression are related to problematic smartphone use. Computers in Human Behavior, 63, pp. 509-516. Literatur
  • 24. GWPs 2018Bosau, Göpfert, Bito & Götze: „Fomotiker” und ihr starkes soziales Bedürfnis 24 • Hefner, D., Knop, K. & Vorderer, P. (2018). „I Wanna be in the Loop!” – The Role of Fear of Missing Out (FoMO) for the Quantity and Quality of Young Adolescents’ Mobile Phone Use, in R. Kühne, S.E. Baumgartner, T. Koch, M. Hofer (Hrsg.). Youth and Media, 39-54, Baden-Baden: Nomos. • Jonas, K., Stroebe, W., & Hewstone, M. (2014). Sozialpsychologie (6. Aufl.). Berlin: Springer. • JWT (2011). Fear of Missing Out (FOMO), May 2011. Retrieved from: http://www.jwtintelligence.com/production/FOMO_JWT_TrendReport_May2011.pdf [01.09.2012]. • JWT (2012). Fear of Missing Out (FOMO), March 2012. Retrieved from: http://www.jwtintelligence.com/wp-content/uploads/2012/03/F _JWT_FOMO- update_3.21.12.pdf [01.09.2012]. • Leary, M.R., Kelly, K.M., Cottrell, A. & Schreindorfer, L.S. (2013). Construct Validity of the Need to Belong Scale: Mapping the Nomological Network. Journal of Personality Assessment, Vol. 95 (6), pp. 610–624. • Oberst, U., Wegmann, E., Stodt, B., Brand, M. & Chamarro, A. (2016). Negative consequences from heavy social networking in adolescents: The mediating role of fear of missing out. Journal of Adolescence, 55, pp. 51-60. • Przybylski, A.K., Murayama, K., DeHaan, C.R. & Gladwell, V. (2013). Motivational, emotional, and behavioural correlates of fear of missing out. Computers in Human Behavior, Vol. 29, pp. 1841-1848. • Renner, B. (2006). Curiosity About People: The Development of a Social Curiosity Measure in Adults. Journal of Personality Assessment, Vol. 87 (3), pp. 305-316. • Riordan, B.C., Flett, J.A.M., Hunter, J.A., Scarf, D. & Conner, T.S. (2015). Fear of missing out (FoMO): the relationship between FoMO, alcohol use, and alcohol-related consequences in college students. Annals of Neuroscience and Psychology, Vol. 2 (7). • Sheldon, K.M, Elliot, A.J., Kim, Y. & Kasser, T. (2001). What is Satisfying About Satisfying Events? Testing 10 Candidate Psychological Needs. Journal of Personality and Social Psychology, Vol. 80 (2), pp. 325–339. • Wolniewicz, C.A., Tiamiyu, M.F., Weeks, J.W. & Elhai, J.D. (2017). Problematic smartphone use and relations with negative affect, fear of missing out, and fear of negative and positive evaluation. Psychiatry Research. Literatur
  • 25. GWPs 2018Bosau, Göpfert, Bito & Götze: „Fomotiker” und ihr starkes soziales Bedürfnis 25 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Kontakt: Rheinische Fachhochschule Köln Prof. Dr. Christian Bosau, Dipl.-Psych. & Master of HRM & IR Schaevenstraße 1a/b 50676 Köln Tel.: +49 221 20302-0 e-mail: christian.bosau@rfh-koeln.de Slideshare: cbosau Twitter: cribocologne