Floating Bicycle Data als Datenquelle für
die Radverkehrsplanung
Dr. Martin Loidl | martin.loidl@sbg.ac.at
FCD Forum
Salzburg, 03.05.2017
2
Keine Registrierung
Punktuelle Zähldaten
Keine Verkehrsmodelle
Wissen nicht, wo, wann, wie viele Radfahrer auf den Straßen sind.
GI
Mobility
Lab
GIS
für
intelligente
Mobilitäts-
lösungen
Modell-
ierung
Analyse
Anwend-
ung
Beratung
Forschung
http://gimobility.zgis.at
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Aktuelle Forschung
5
Bikealyze FamoS GISMO
Naturalistic Cycling
Studie
 Sensorik
 Datenverarbeitung
 Map Matching
 Analyse
Fahrradverkehrsmodell
 Daten
 Modellierungs-
paradigmen
 Simulation und
Monitoring
Gesunde Mobilität
 Mobilitätsaufzeich-
nungen
 GPS + Herzfrequenz
 www.gismoproject.com
 „Floating Bicycle Data“
 In Analogie zu Thema des Forums
 In Literatur als Begriff nicht etabliert
 GPS Trajektorien von Radfahrern (N > 1)
 Nicht notwendigerweise in Echtzeit
Floating Bicycle Data
6
 Wachsende Bedeutung des Radverkehrs in Städten
 Salzburg aktuell bei ca. 20% Modal Split Anteil des Radverkehrs
 Tendenz steigend (s. Initiativen zur Förderung des Radverkehrs)
 Radverkehr mit vielen unbekannten Variablen:
 Status-quo Radverkehr und Infrastruktur
 Bedarfsanalyse Radverkehrsinfrastruktur
 Monitoring von Maßnahmen
 Massive Förderung einer Mobilitätsform, die
in vielerlei Hinsicht unbekannt ist
Bedarf
7
 Punktuelle Zählungen
 Sporadische Erhebungen (Mobilitätsbefragungen)
 Schlechte Validität und Vergleichbarkeit
 Popularisierung des „Peoples/Humans/Citizens as Sensors“
Konzepts (Goodchild 2007) durch ubiquitäre Verfügbarkeit
von Internet und billigen GPS Sensoren
Ausgangslage
8
https://vimeo.com/33712288
9
Zählungen
10
STEENBERGHEN, T., TAVARES, T., RICHARDSON, J., HIMPE, W. & CRABBÉ, A. 2017. Support study on data
collection and analysis of active modes use and infrastructure in Europe. Brussels: European Comission,
Directorate-general for Mobility and Transport.
Technologie
11
Ortungstechnologie Webtechnologie Apptechnologie
 Datenquellen
 Sampled (bestimmte Flotte) vs. crowd-sourced (z.B. durch diverse
Apps) Daten » Auswirkungen auf Informationsgehalt!
 Unterschiedliche Anwendungskontexte » Auswirkungen auf ableitbare
Aussagen
 Qualität und Beschreibung der Daten
 V.a. bei crowd-sourced Daten unterscheidet sich intendierter Zweck
von Analyseanwendung
 Metadatenverfügbarkeit
 Verfügbarkeit der Daten
 Häufig innerhalb geschlossener, proprietärer Anwendungen
 Projekte zur Datenspende (z.B. https://bikedataproject.org)
Datencharakteristik
12
 Fahrradverleihsysteme
 Repräsentieren Ausschnitt des Radverkehrsaufkommens
 Räumlich meist zentrumsnah bzw. nicht gleichverteilt
 Routenberechnung vs. Tracking
 Crowd-sourcing Projekte (z.B. European Cycling Challenge)
 Meist Fokus auf Pendelmobilität » Aussagen v.a. hinsichtlich
Alltagsmobilität
 Abhängigkeit von Durchdringungsrate; erhöhte Beteiligung bei
Gamification-Ansatz
 Möglichkeit ergänzende Daten zu erheben
Datenquellen
13
 Apps (z.B. BikeCitizens)
 Möglichkeit repräsentative Samples zu erstellen (demographische
Informationen meist vorhanden)
 Zugang zu Daten für nicht-kommerzielle Anwendungen abhängig von
Policy
 Abhängigkeit von Durchdringungsrate und räumlicher Verfügbarkeit
 Fitnesstracker (z.B. Strava)
 Meist Schwerpunkt auf Freizeitverkehr
 Geschlossene Systeme (z.T. Zugriff auf Daten)
 Bei etablierten Produkten globale Abdeckung mit Zeitverlauf
Datenquellen
14
 Forschungsprojekte (z.B. Bikealyze)
 Räumlich, zeitlich und inhaltlich auf Projekt beschränkt
 Repräsentativität abhängig von Studiendesign und -größe
 Spezifische Daten
Datenquellen
15
 Fahrrad-Mobilitätskennzahlen
 Infrastrukturplanung
 Routing
 Mobilitätsmanagement
 Verkehrsmodelle und -simulationen
 Unfallrisikoberechnung
Anwendungsbeispiele
16
Planungsrelevant!
 Distanz, Reisezeit, Geschwindigkeiten, Velozität, Quell- und
Zielgebiete
Fahrrad Mobilitätskennzahlen
17
http://www.bikecitizens.net/heat
map-visualisation-of-cycle-traffic/
Stops in Salzburg und Wien (Bikealyze)
 Kapazität, Schwachstellen, Effekte von Maßnahmen
(Monitoring), Infrastrukturgestaltung
Infrastrukturplanung
18
 „Popularity Routing“ (Straub & Graser 2015)
Routing
19
https://dts.ait.ac.at/projects/cycletripmap/
Mobilitätsmanagement
20
 Zur Kalibrierung und Validierung von Verkehrsmodellen
Verkehrsmodelle und -simulationen
21
http://www.bikecitizens.net
 Unfallanalysen leiden meist unter mangelnder
Grundgesamtheit
Unfallrisikoberechnung
22
LOIDL, M., WALLENTIN, G., WENDEL, R. &
ZAGEL, B. 2016. Mapping Bicycle Crash Risk
Patterns on the Local Scale. Safety, 2, 17.
 Repräsentativität der Daten
 Participation inequality
 90-9-1 Regel (Nielsen 2006)
Herausforderungen
23
https://www.nngroup.com/articles/participation-inequality/
 Repräsentativität der Daten
 Räumliche Abdeckung, Wegezweck
Herausforderungen
24
 Vergleichbarkeit und Standards
 Aktuell sehr heterogene,
inkompatible Datenlandschaft
 http://ec.europa.eu/transport/
sites/transport/files/cowi_activ
e_modes_final_report.zip
Herausforderungen
25
 Unbekannte Grundgesamtheit
 Keine Registrierung von Fahrrädern
 Anhaltspunkte aus Mobilitätserhebungen, Registerzählung
 Schwierigkeit von Sample auf Grundgesamtheit zu schließen
 Radverkehrsaufkommen räumlich nicht gleichmäßig verteilt
Herausforderungen
26
 Datenverarbeitung
 Map Matching: Graphengrundlage, GPS Ungenauigkeit
Herausforderungen
27
Zusammenfassung & Ausblick
28
Zusammenfassung & Ausblick
29
Daten: Bike Citizens
 Bedarf an Evidenzgrundlagen in der (Radverkehrs-)
Mobilitätsplanung wird weiter steigen
 „Floating Bike Daten“ vielfach vorhanden, aber nicht immer
zugänglich, nutzbar oder geeignet
 Analog zu FCD werden Methoden und Technologien (weiter-)
entwickelt
 Datengenerierung
 Datenverarbeitung
 Datenanalyse
 Anwendungen
 Markt ist kleiner als bei FCD, kann aber gerade für Städte
entscheidend sein
 Entwicklung von Use-/Best-Practice-Cases
Zusammenfassung & Ausblick
30
@gicycle_gicycle.wordpress.com
Danke für die Aufmerksamkeit!

Floating Bicycle Data

  • 1.
    Floating Bicycle Dataals Datenquelle für die Radverkehrsplanung Dr. Martin Loidl | martin.loidl@sbg.ac.at FCD Forum Salzburg, 03.05.2017
  • 2.
    2 Keine Registrierung Punktuelle Zähldaten KeineVerkehrsmodelle Wissen nicht, wo, wann, wie viele Radfahrer auf den Straßen sind.
  • 3.
  • 4.
  • 5.
    Aktuelle Forschung 5 Bikealyze FamoSGISMO Naturalistic Cycling Studie  Sensorik  Datenverarbeitung  Map Matching  Analyse Fahrradverkehrsmodell  Daten  Modellierungs- paradigmen  Simulation und Monitoring Gesunde Mobilität  Mobilitätsaufzeich- nungen  GPS + Herzfrequenz  www.gismoproject.com
  • 6.
     „Floating BicycleData“  In Analogie zu Thema des Forums  In Literatur als Begriff nicht etabliert  GPS Trajektorien von Radfahrern (N > 1)  Nicht notwendigerweise in Echtzeit Floating Bicycle Data 6
  • 7.
     Wachsende Bedeutungdes Radverkehrs in Städten  Salzburg aktuell bei ca. 20% Modal Split Anteil des Radverkehrs  Tendenz steigend (s. Initiativen zur Förderung des Radverkehrs)  Radverkehr mit vielen unbekannten Variablen:  Status-quo Radverkehr und Infrastruktur  Bedarfsanalyse Radverkehrsinfrastruktur  Monitoring von Maßnahmen  Massive Förderung einer Mobilitätsform, die in vielerlei Hinsicht unbekannt ist Bedarf 7
  • 8.
     Punktuelle Zählungen Sporadische Erhebungen (Mobilitätsbefragungen)  Schlechte Validität und Vergleichbarkeit  Popularisierung des „Peoples/Humans/Citizens as Sensors“ Konzepts (Goodchild 2007) durch ubiquitäre Verfügbarkeit von Internet und billigen GPS Sensoren Ausgangslage 8 https://vimeo.com/33712288
  • 9.
  • 10.
    10 STEENBERGHEN, T., TAVARES,T., RICHARDSON, J., HIMPE, W. & CRABBÉ, A. 2017. Support study on data collection and analysis of active modes use and infrastructure in Europe. Brussels: European Comission, Directorate-general for Mobility and Transport.
  • 11.
  • 12.
     Datenquellen  Sampled(bestimmte Flotte) vs. crowd-sourced (z.B. durch diverse Apps) Daten » Auswirkungen auf Informationsgehalt!  Unterschiedliche Anwendungskontexte » Auswirkungen auf ableitbare Aussagen  Qualität und Beschreibung der Daten  V.a. bei crowd-sourced Daten unterscheidet sich intendierter Zweck von Analyseanwendung  Metadatenverfügbarkeit  Verfügbarkeit der Daten  Häufig innerhalb geschlossener, proprietärer Anwendungen  Projekte zur Datenspende (z.B. https://bikedataproject.org) Datencharakteristik 12
  • 13.
     Fahrradverleihsysteme  RepräsentierenAusschnitt des Radverkehrsaufkommens  Räumlich meist zentrumsnah bzw. nicht gleichverteilt  Routenberechnung vs. Tracking  Crowd-sourcing Projekte (z.B. European Cycling Challenge)  Meist Fokus auf Pendelmobilität » Aussagen v.a. hinsichtlich Alltagsmobilität  Abhängigkeit von Durchdringungsrate; erhöhte Beteiligung bei Gamification-Ansatz  Möglichkeit ergänzende Daten zu erheben Datenquellen 13
  • 14.
     Apps (z.B.BikeCitizens)  Möglichkeit repräsentative Samples zu erstellen (demographische Informationen meist vorhanden)  Zugang zu Daten für nicht-kommerzielle Anwendungen abhängig von Policy  Abhängigkeit von Durchdringungsrate und räumlicher Verfügbarkeit  Fitnesstracker (z.B. Strava)  Meist Schwerpunkt auf Freizeitverkehr  Geschlossene Systeme (z.T. Zugriff auf Daten)  Bei etablierten Produkten globale Abdeckung mit Zeitverlauf Datenquellen 14
  • 15.
     Forschungsprojekte (z.B.Bikealyze)  Räumlich, zeitlich und inhaltlich auf Projekt beschränkt  Repräsentativität abhängig von Studiendesign und -größe  Spezifische Daten Datenquellen 15
  • 16.
     Fahrrad-Mobilitätskennzahlen  Infrastrukturplanung Routing  Mobilitätsmanagement  Verkehrsmodelle und -simulationen  Unfallrisikoberechnung Anwendungsbeispiele 16 Planungsrelevant!
  • 17.
     Distanz, Reisezeit,Geschwindigkeiten, Velozität, Quell- und Zielgebiete Fahrrad Mobilitätskennzahlen 17 http://www.bikecitizens.net/heat map-visualisation-of-cycle-traffic/ Stops in Salzburg und Wien (Bikealyze)
  • 18.
     Kapazität, Schwachstellen,Effekte von Maßnahmen (Monitoring), Infrastrukturgestaltung Infrastrukturplanung 18
  • 19.
     „Popularity Routing“(Straub & Graser 2015) Routing 19 https://dts.ait.ac.at/projects/cycletripmap/
  • 20.
  • 21.
     Zur Kalibrierungund Validierung von Verkehrsmodellen Verkehrsmodelle und -simulationen 21 http://www.bikecitizens.net
  • 22.
     Unfallanalysen leidenmeist unter mangelnder Grundgesamtheit Unfallrisikoberechnung 22 LOIDL, M., WALLENTIN, G., WENDEL, R. & ZAGEL, B. 2016. Mapping Bicycle Crash Risk Patterns on the Local Scale. Safety, 2, 17.
  • 23.
     Repräsentativität derDaten  Participation inequality  90-9-1 Regel (Nielsen 2006) Herausforderungen 23 https://www.nngroup.com/articles/participation-inequality/
  • 24.
     Repräsentativität derDaten  Räumliche Abdeckung, Wegezweck Herausforderungen 24
  • 25.
     Vergleichbarkeit undStandards  Aktuell sehr heterogene, inkompatible Datenlandschaft  http://ec.europa.eu/transport/ sites/transport/files/cowi_activ e_modes_final_report.zip Herausforderungen 25
  • 26.
     Unbekannte Grundgesamtheit Keine Registrierung von Fahrrädern  Anhaltspunkte aus Mobilitätserhebungen, Registerzählung  Schwierigkeit von Sample auf Grundgesamtheit zu schließen  Radverkehrsaufkommen räumlich nicht gleichmäßig verteilt Herausforderungen 26
  • 27.
     Datenverarbeitung  MapMatching: Graphengrundlage, GPS Ungenauigkeit Herausforderungen 27
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  • 30.
     Bedarf anEvidenzgrundlagen in der (Radverkehrs-) Mobilitätsplanung wird weiter steigen  „Floating Bike Daten“ vielfach vorhanden, aber nicht immer zugänglich, nutzbar oder geeignet  Analog zu FCD werden Methoden und Technologien (weiter-) entwickelt  Datengenerierung  Datenverarbeitung  Datenanalyse  Anwendungen  Markt ist kleiner als bei FCD, kann aber gerade für Städte entscheidend sein  Entwicklung von Use-/Best-Practice-Cases Zusammenfassung & Ausblick 30 @gicycle_gicycle.wordpress.com Danke für die Aufmerksamkeit!