Mehr Beteiligung durch Facebook?
Eine Studie zur Nutzung von Facebook-Fanseiten als
Dialogplattform in der Marken-PR

Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013

Université de Fribourg I Departement für Medien- und Kommunikationswissenschaft
Westfälische Wilhelms-Universität Münster I Institut für Kommunikationswissenschaft
Forschungsfrage & Agenda

Inwiefern führt Marken-PR über Facebook
zur Beteiligung der Nutzer am Dialog?

1

Hintergrund:

2

Methode:

3

Ergebnisse:

Dialogtypen in der Marken-PR

Inhaltsanalyse von Facebook-Fanseiten deutscher Marken

teilweise gute Voraussetzungen, aber wenig Beteiligung

Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013

2
Dialogbegriff in der Marken-PR

Marken-PR

Vertrauen
Markenreputation

Markenidentität

Positionierung einer Marke
in der Öffentlichkeit

Legitimation

Dialog
wechselseitige sprachliche Interaktion,
unter Voraussetzung von Offenheit

vgl. zu Marken-PR: Luchtefeld 2011: 282; Szyszka 2009: 38;
zu Dialog: Szyszka 1996: 84ff.; Kent/Taylor 2002: 22ff.
Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013

3
Dialog in der Online-PR

Chancen

Risiken

 Interaktivität
 unkomplizierte Kontaktpflege



Erwecken von Forderungen,
Legitimationsdruck

 Aufbau von Vertrauen
 Kundenbindung



Verschärfung von Differenzen



mangelnde Glaubwürdigkeit

 Innovation
 Nutzer bringen Ideen ein



privates Umfeld sozialer
Netzwerke

 Konfliktlösung
 Krisenbewältigung und
Krisenprävention



Kontrollverlust/Shitstorm



begrenzte Teilnehmerzahl

vgl. Kent/Taylor 2002; Röttger/Preusse/Schmitt 2011:
171f.; Schultz/Wehmeier 2010
Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013

4
Dialogtypen in der Marken-PR

Kommunikationsphasen

Kommunikationsstile

(Szyszka 1996)

Stärke der Beteiligung

Kommunikationsformen

(Burkart 2008)

(Zerfaß 1996)

Monolog

Information

Dialog
Fassadentyp
Realtyp

persuasiv
Information
Diskussion
Information
Diskussion

Idealtyp

Diskurs

informativ &
argumentativ

Situationsdefinition

Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013

5
Indikatoren für Dialog in sozialen Netzwerken

Technisch: Möglichkeit und Platzierung von Nutzerbeiträgen
Inhaltlich: Kommunikationsanreize durch Unternehmensposts
 Anzahl und Länge
 Gestaltung (Text, Bilder, Links, etc.)
Informationsphase
 Thema, Bezug auf Geltungsansprüche
 konfliktgeladene Themen
Diskussionsphase
 direkte Ansprache, Respekt
 Unternehmensantworten, Reaktionszeit
Diskurs und
 argumentativer Bezug auf Nutzerbeiträge
Situationsdefinition
 Lösungsvorschläge

Kommunikationsverhalten der Nutzer
 Anzahl Kommentare und Likes
 Haltung, Tonalität
 Zweifel an Geltungsansprüchen

 Informationsphase
 Diskussionsphase
 Diskursphase

Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013

6
Leitfragen



RQ 1:

Inwiefern erfüllen Facebook-Fanseiten von Unternehmens- und
Produktmarken technische und inhaltliche Voraussetzungen für eine
Beteiligung der Nutzer am Dialog?
Technisch

Inhaltlich

Kommunikationsform

x

x

Beteiligung nicht erwartbar

 Monolog

ok

x

Beteiligung nicht erwartbar

 Fassadentyp

ok

ok

Beteiligung erwartbar

 Realtyp

Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013

7
Leitfragen



RQ 1:

Inwiefern erfüllen Facebook-Fanseiten von Unternehmens- und
Produktmarken technische und inhaltliche Voraussetzungen für eine
Beteiligung der Nutzer am Dialog?



RQ 2:

Inwiefern werden die Möglichkeiten zur Interaktion von Facebook-Nutzern
und Unternehmen genutzt, um miteinander in Dialog zu treten?

Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013

8
Grundgesamtheit & Stichprobe


Facebook-Fanseiten deutscher Unternehmens- und Produktmarken bei Socialbakers
(n=1.053 Seiten)



systematische Zufallsauswahl von 39 Seiten



Untersuchungszeitraum: 19.-25. November 2012



Untersuchungseinheiten: Seiten (n=39), Posts (n=279), Kommentare (n=5.331)
Facebook-Fanseiten in der Stichprobe:
dm

Rothaus Tannenzäpfle

Glashaus Adorf

Jack Daniels

Gliss Kur

Liebeskind Store München

Xbox

Right Guard

KYMCO

Rittersport

Miracel Whip

Burlington

Mon Cheri

Lustiges Taschenbuch

E-Mobility

Yves Rocher

Cafe & Bar Celona

VCCP

Klarmobil

Toshiba

Vogel Business Media

REWE

Falke

Mandelkern

HRS

Siemens Ausbildung

positiv Multimedia

Holy Holy

Katalog-Kiosk

Saarbrücker Stadtwerke

Olaz

Triumph

Tatjana M. Photography

Bobbi Brown

Rich & Royal

Liebeskind Hamburg

Three Sixty Vodka

Bitdefender

Noa Noa Singen
Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013

9
Leitfragen



RQ 1:

Inwiefern erfüllen Facebook-Fanseiten von Unternehmens- und
Produktmarken technische und inhaltliche Voraussetzungen für eine
Beteiligung der Nutzer am Dialog?



RQ 2:

Inwiefern werden die Möglichkeiten zur Interaktion von Facebook-Nutzern
und Unternehmen genutzt, um miteinander in Dialog zu treten?

Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013

10
Technische Voraussetzung

Sichtbarkeit der Nutzerposts auf der Facebook-Seite

Facebook-Seiten (n=39)

nicht sichtbar

absolut

in
Prozent

Voraussetzung
für Dialog

Kommunikationsform

4

10

x

Monolog

in gesondertem Bereich

23

59

ok

Fassadentyp

in Chronik und
gesondertem Bereich

12

31

ok

Realtyp

Gesamt

39

100

Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013

11
Inhaltliche Voraussetzungen: Informationsphase I

Anzahl der Unternehmensposts auf der Facebook-Seite
Facebook-Seiten (n=39)

in
Prozent

absolut

Voraussetzung
für Dialog

Kommunikationsform

ohne Post

6

15,5

x

keine

1-3 Posts

12

31

x

eher Fassadentyp

4-7 Posts

14

36

ok

Realtyp

8-13 Posts

6

15,5

ok

Realtyp

14-25 Posts

1

2

ok

Realtyp

39

100

Gesamt

Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013

12
Inhaltliche Voraussetzungen: Informationsphase II
Themen und Geltungsansprüche der Unternehmensposts
Unternehmensposts
(n=175)
Themen mit reinem Produktund Unternehmensbezug

in Prozent

Voraussetzung für
Dialog

Kommunikationsform

55

x

eher Fassadentyp/Monolog

12,5

x

Monolog

Gewinnspiel

11

x

Fassadentyp

Soziales und Kultur

4

ok

Realtyp

Bezug auf relevante
Sachverhalte

35,5

ok

Realtyp

Bezug auf vertrauensstiftende
Informationen

23,5

ok

Realtyp

6,5

ok

Realtyp

Werbung

Bezug auf legitimierende
Informationen

Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013

13
Inhaltliche Voraussetzungen: Diskussionsphase
Themen und Ansprache der Unternehmensposts
Unternehmensposts
(n=175)
konfliktgeladene Themen

in Prozent

Voraussetzung für
Dialog

Kommunikationsform

1

ok

Realtyp

direkte Ansprache

58

ok

Realtyp

respektvolle Ansprache

98

ok

Realtyp

Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013

14
Leitfragen



RQ 1:

Inwiefern erfüllen Facebook-Fanseiten von Unternehmens- und
Produktmarken technische und inhaltliche Voraussetzungen für eine
Beteiligung der Nutzer am Dialog?



RQ 2:

Inwiefern werden die Möglichkeiten zur Interaktion von Facebook-Nutzern
und Unternehmen genutzt, um miteinander in Dialog zu treten?

Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013

15
Welche Interaktionsmöglichkeiten werden genutzt?

Nutzerposts auf Unternehmensseiten (n=39)

in Prozent

ohne (n=22)

56,5

bis zu 10 Posts (n=10)

25,5

mehr als 100 Posts (n=2)

5

Nutzerkommentare auf Unternehmensposts (n=175)

in Prozent

ohne

35,5

bis zu 10 Kommentare

36,5

mehr als 100 Kommentare

8

Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013

16
Welche Interaktionsmöglichkeiten werden genutzt?

Unternehmensantworten pro Post (n=279)

in Prozent

keine

72

eine

20

Reaktionszeit der Unternehmen auf Nutzerbeiträge (n=112)

in Prozent

innerhalb von 30 Minuten

27

innerhalb von 24 Stunden

82

Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013

17
Wie werden Interaktionsmöglichkeiten genutzt?

Argumentationsstil von Nutzerbeiträgen
Haltung, Tonalität und
Bezug auf Geltungsansprüche
zustimmende Haltung

Nutzerposts in
Prozent (n=104)

Kommentare auf
Unternehmensposts
in Prozent (n=4.993)

33,5

40

neutrale Haltung

45

20

ablehnende Haltung

16

10

respektvoller Ton

95

73

Zweifel an relevanten Sachverhalten

14

1,5

Zweifel an vertrauensstiftenden Informationen

7

1

Zweifel an legitimierenden Informationen

4

0,5

Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013

18
Wie werden Interaktionsmöglichkeiten genutzt?

Dauer der Dialoge bzw. Kommentierungen

Dauer
weniger als einen Tag

nach Unternehmensposts
in Prozent (n=175)

nach Nutzerposts
in Prozent (n=104)

46

72

45,5

27

mehr als 7 Tage

8,5

1

Gesamt

100

100

1-7 Tage

Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013

19
Zusammenhang von Voraussetzungen und Nutzung
Voraussetzungen für Dialog in
Unternehmensposts (n=175)

Anzahl der
Anzahl der Likes
Nutzerkommentare

Anzahl der Unternehmensposts1*

.372*

.671**

Länge der Unternehmensposts1

.092

-.179*

-.240

-.248

.367***

.529***

.357

.329

Gewinnspiele2

.345*

.512**

Werbung2

-.001

-.091

.288***

.177*

.327

.059

.034

.042

-.078

-.029

.041

-.092

Reaktionszeit der Unternehmensantworten1**
Unternehmenspost mit Bild2
Themen der Unternehmensposts3

direkte Ansprache2
respektvolle Ansprache2
Bezug auf Geltungsansprüche
relevant2
vertrauensstiftend2
legitimierend2
1 Pearson

2 Somers‘d

3 Eta

* Facebook Fanseiten n=39
** Unternehmensantworten n=112

Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013

20
Zusammenfassung & Fazit


RQ 1: Voraussetzungen für einen Dialog
– sehr unterschiedlich v.a. Häufigkeit von Kommunikationsanreizen
– Themen nicht dialogorientiert
 eher Monolog oder Fassendtyp



RQ 2: Nutzung der Interaktionsmöglichkeiten für einen Dialog
– Nutzerbeteiligung insgesamt gering
– sehr wenige Unternehmensantworten
– vorhandene Kommunikation erfolgt respektvoll, ohne Kontroversen,
kurz und ohne Bezug auf grundlegende Werte
 Dialog eher im Rahmen von Kundenservice als von Marken-PR



Gesamtfazit:
– Zusammenhang zwischen Voraussetzung und Nutzung selten klar erkennbar
– wenig Interesse an Dialog seitens der Unternehmen und der Nutzer
 mögliche Ursachen: Risiken des Online-Dialogs

Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013

21
Literatur

Bentele, Günter/Hoepfner, Jörg (2004): Markenführung und Public Relations. In: Bruhn, Manfred (Hrsg.): Handbuch
Markenführung. 2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Band 2. Wiesbaden: Gabler, S. 1535-1564.
Boyd, Danah M./Ellison, Nicole B. (2007): Social Network Sites: Definition, History, and Scholarship. In: Journal of
Computer-Mediated Communication Vol. 13(1), S. 210-230.
Burkart, Roland (2008): Verständigungsorientierte Öffentlichkeitsarbeit. In: Bentele, Günter/Fröhlich, Romy/Szyszka,
Peter (Hrsg.): Handbuch der Public Relations. Wissenschaftliche Grundlagen und berufliches Handeln. Wiesbaden:
VS, 223-241.
Kent, Michael L./Taylor, Maureen (2002): Toward a dialogic theory of public relations. In: Public Relations Review
Vol. 28(1), S. 321-334.
Kent, Michael L./Taylor, Maureen (1998): Building Dialogic Relationsships Through the World Wide Web. In: Public
Relations Review Vol. 24(3), S. 21-37.
Luchtefeld, Anja (2011): Markenkommunikation mit Public Relations. Theoretische Exploration des Beitrags von
Public Relations zur integrierten Kommunikation von Produktmarken. Hamburg: Kovac.
Pleil, Thomas (2012): Kommunikation in der digitalen Welt. In: Zerfaß, Ansgar/ Pleil, Thomas (Hrsg.): Handbuch
Online PR. Strategische Kommunikation in Internet und Social Web. Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft, 17–38.
Pleil, Thomas/Bastian, Matthias (2012): Online-Communities im Kommunikationsmanagement. In: Zerfaß,
Ansgar/Pleil, Thomas (Hrsg.): Handbuch Online-PR. Strategische Kommunikation in Internet und Social Web.
Konstanz: UVK, S. 309-323.
Röttger, Ulrike/Preusse, Joachim/Schmitt, Jana (2011): Grundlagen der Public Relations. Eine
kommunikationswissenschaftliche Einführung. Wiesbaden: VS.
Schultz, Friederike/Wehmeier, Stefan (2010): Online Relations. In: Schweiger, Wolfgang/Beck, Klaus (Hrsg.):
Handbuch Onlinekommunikation. Wiesbaden: VS, S. 409-433.

Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013

22
Literatur

Szyszka, Peter (2009): Die Leistung der PR-Arbeit in der Marken- und Produktkommunikation. In: Janich, Nina
(Hrsg.): Marke und Gesellschaft. Markenkommunikation im Spannungsfeld von Werbung und Public Relations.
Wiesbaden: VS, S. 17-52.
Szyszka, Peter (1996): Kommunikationswissenschaftliche Perspektiven des Dialogbegriffs. In: Bentele,
Günter/Steinmann, Horst/Zerfaß, Ansgar (Hrsg.): Dialogorientierte Unternehmenskommunikation. Grundlagen –
Praxis – Perspektiven. Serie Öffentlichkeitarbeit/Public Relations und Kommunikationsmanagement. Band 4. Berlin:
VISTAS Verlag, S. 81-106.
Weissensteiner/Leiner (2011): Facebook in der Wissenschaft. In: Medien- und Kommunikationswissenschaft, Vol.
49(4), S. 526-544.
Zerfaß, Ansgar/Pleil, Thomas (2012): Strategische Kommunikation in Internet und Social Web. In: Zerfaß, Ansgar/
Pleil, Thomas (Hrsg.): Handbuch Online-PR. Strategische Kommunikation in Internet und Social Web. Konstanz: UVK
Verlagsgesellschaft, 39–85..

Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013

23

#onkomm 13 - Panel 2 - Kerstin Thummes (Universität Fribourg) & Maja Malik (WWU Münster): Mehr Beteiligung durch Facebook?

  • 1.
    Mehr Beteiligung durchFacebook? Eine Studie zur Nutzung von Facebook-Fanseiten als Dialogplattform in der Marken-PR Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013 Université de Fribourg I Departement für Medien- und Kommunikationswissenschaft Westfälische Wilhelms-Universität Münster I Institut für Kommunikationswissenschaft
  • 2.
    Forschungsfrage & Agenda Inwiefernführt Marken-PR über Facebook zur Beteiligung der Nutzer am Dialog? 1 Hintergrund: 2 Methode: 3 Ergebnisse: Dialogtypen in der Marken-PR Inhaltsanalyse von Facebook-Fanseiten deutscher Marken teilweise gute Voraussetzungen, aber wenig Beteiligung Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013 2
  • 3.
    Dialogbegriff in derMarken-PR Marken-PR Vertrauen Markenreputation Markenidentität Positionierung einer Marke in der Öffentlichkeit Legitimation Dialog wechselseitige sprachliche Interaktion, unter Voraussetzung von Offenheit vgl. zu Marken-PR: Luchtefeld 2011: 282; Szyszka 2009: 38; zu Dialog: Szyszka 1996: 84ff.; Kent/Taylor 2002: 22ff. Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013 3
  • 4.
    Dialog in derOnline-PR Chancen Risiken  Interaktivität  unkomplizierte Kontaktpflege  Erwecken von Forderungen, Legitimationsdruck  Aufbau von Vertrauen  Kundenbindung  Verschärfung von Differenzen  mangelnde Glaubwürdigkeit  Innovation  Nutzer bringen Ideen ein  privates Umfeld sozialer Netzwerke  Konfliktlösung  Krisenbewältigung und Krisenprävention  Kontrollverlust/Shitstorm  begrenzte Teilnehmerzahl vgl. Kent/Taylor 2002; Röttger/Preusse/Schmitt 2011: 171f.; Schultz/Wehmeier 2010 Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013 4
  • 5.
    Dialogtypen in derMarken-PR Kommunikationsphasen Kommunikationsstile (Szyszka 1996) Stärke der Beteiligung Kommunikationsformen (Burkart 2008) (Zerfaß 1996) Monolog Information Dialog Fassadentyp Realtyp persuasiv Information Diskussion Information Diskussion Idealtyp Diskurs informativ & argumentativ Situationsdefinition Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013 5
  • 6.
    Indikatoren für Dialogin sozialen Netzwerken Technisch: Möglichkeit und Platzierung von Nutzerbeiträgen Inhaltlich: Kommunikationsanreize durch Unternehmensposts  Anzahl und Länge  Gestaltung (Text, Bilder, Links, etc.) Informationsphase  Thema, Bezug auf Geltungsansprüche  konfliktgeladene Themen Diskussionsphase  direkte Ansprache, Respekt  Unternehmensantworten, Reaktionszeit Diskurs und  argumentativer Bezug auf Nutzerbeiträge Situationsdefinition  Lösungsvorschläge Kommunikationsverhalten der Nutzer  Anzahl Kommentare und Likes  Haltung, Tonalität  Zweifel an Geltungsansprüchen  Informationsphase  Diskussionsphase  Diskursphase Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013 6
  • 7.
    Leitfragen  RQ 1: Inwiefern erfüllenFacebook-Fanseiten von Unternehmens- und Produktmarken technische und inhaltliche Voraussetzungen für eine Beteiligung der Nutzer am Dialog? Technisch Inhaltlich Kommunikationsform x x Beteiligung nicht erwartbar  Monolog ok x Beteiligung nicht erwartbar  Fassadentyp ok ok Beteiligung erwartbar  Realtyp Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013 7
  • 8.
    Leitfragen  RQ 1: Inwiefern erfüllenFacebook-Fanseiten von Unternehmens- und Produktmarken technische und inhaltliche Voraussetzungen für eine Beteiligung der Nutzer am Dialog?  RQ 2: Inwiefern werden die Möglichkeiten zur Interaktion von Facebook-Nutzern und Unternehmen genutzt, um miteinander in Dialog zu treten? Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013 8
  • 9.
    Grundgesamtheit & Stichprobe  Facebook-Fanseitendeutscher Unternehmens- und Produktmarken bei Socialbakers (n=1.053 Seiten)  systematische Zufallsauswahl von 39 Seiten  Untersuchungszeitraum: 19.-25. November 2012  Untersuchungseinheiten: Seiten (n=39), Posts (n=279), Kommentare (n=5.331) Facebook-Fanseiten in der Stichprobe: dm Rothaus Tannenzäpfle Glashaus Adorf Jack Daniels Gliss Kur Liebeskind Store München Xbox Right Guard KYMCO Rittersport Miracel Whip Burlington Mon Cheri Lustiges Taschenbuch E-Mobility Yves Rocher Cafe & Bar Celona VCCP Klarmobil Toshiba Vogel Business Media REWE Falke Mandelkern HRS Siemens Ausbildung positiv Multimedia Holy Holy Katalog-Kiosk Saarbrücker Stadtwerke Olaz Triumph Tatjana M. Photography Bobbi Brown Rich & Royal Liebeskind Hamburg Three Sixty Vodka Bitdefender Noa Noa Singen Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013 9
  • 10.
    Leitfragen  RQ 1: Inwiefern erfüllenFacebook-Fanseiten von Unternehmens- und Produktmarken technische und inhaltliche Voraussetzungen für eine Beteiligung der Nutzer am Dialog?  RQ 2: Inwiefern werden die Möglichkeiten zur Interaktion von Facebook-Nutzern und Unternehmen genutzt, um miteinander in Dialog zu treten? Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013 10
  • 11.
    Technische Voraussetzung Sichtbarkeit derNutzerposts auf der Facebook-Seite Facebook-Seiten (n=39) nicht sichtbar absolut in Prozent Voraussetzung für Dialog Kommunikationsform 4 10 x Monolog in gesondertem Bereich 23 59 ok Fassadentyp in Chronik und gesondertem Bereich 12 31 ok Realtyp Gesamt 39 100 Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013 11
  • 12.
    Inhaltliche Voraussetzungen: InformationsphaseI Anzahl der Unternehmensposts auf der Facebook-Seite Facebook-Seiten (n=39) in Prozent absolut Voraussetzung für Dialog Kommunikationsform ohne Post 6 15,5 x keine 1-3 Posts 12 31 x eher Fassadentyp 4-7 Posts 14 36 ok Realtyp 8-13 Posts 6 15,5 ok Realtyp 14-25 Posts 1 2 ok Realtyp 39 100 Gesamt Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013 12
  • 13.
    Inhaltliche Voraussetzungen: InformationsphaseII Themen und Geltungsansprüche der Unternehmensposts Unternehmensposts (n=175) Themen mit reinem Produktund Unternehmensbezug in Prozent Voraussetzung für Dialog Kommunikationsform 55 x eher Fassadentyp/Monolog 12,5 x Monolog Gewinnspiel 11 x Fassadentyp Soziales und Kultur 4 ok Realtyp Bezug auf relevante Sachverhalte 35,5 ok Realtyp Bezug auf vertrauensstiftende Informationen 23,5 ok Realtyp 6,5 ok Realtyp Werbung Bezug auf legitimierende Informationen Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013 13
  • 14.
    Inhaltliche Voraussetzungen: Diskussionsphase Themenund Ansprache der Unternehmensposts Unternehmensposts (n=175) konfliktgeladene Themen in Prozent Voraussetzung für Dialog Kommunikationsform 1 ok Realtyp direkte Ansprache 58 ok Realtyp respektvolle Ansprache 98 ok Realtyp Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013 14
  • 15.
    Leitfragen  RQ 1: Inwiefern erfüllenFacebook-Fanseiten von Unternehmens- und Produktmarken technische und inhaltliche Voraussetzungen für eine Beteiligung der Nutzer am Dialog?  RQ 2: Inwiefern werden die Möglichkeiten zur Interaktion von Facebook-Nutzern und Unternehmen genutzt, um miteinander in Dialog zu treten? Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013 15
  • 16.
    Welche Interaktionsmöglichkeiten werdengenutzt? Nutzerposts auf Unternehmensseiten (n=39) in Prozent ohne (n=22) 56,5 bis zu 10 Posts (n=10) 25,5 mehr als 100 Posts (n=2) 5 Nutzerkommentare auf Unternehmensposts (n=175) in Prozent ohne 35,5 bis zu 10 Kommentare 36,5 mehr als 100 Kommentare 8 Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013 16
  • 17.
    Welche Interaktionsmöglichkeiten werdengenutzt? Unternehmensantworten pro Post (n=279) in Prozent keine 72 eine 20 Reaktionszeit der Unternehmen auf Nutzerbeiträge (n=112) in Prozent innerhalb von 30 Minuten 27 innerhalb von 24 Stunden 82 Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013 17
  • 18.
    Wie werden Interaktionsmöglichkeitengenutzt? Argumentationsstil von Nutzerbeiträgen Haltung, Tonalität und Bezug auf Geltungsansprüche zustimmende Haltung Nutzerposts in Prozent (n=104) Kommentare auf Unternehmensposts in Prozent (n=4.993) 33,5 40 neutrale Haltung 45 20 ablehnende Haltung 16 10 respektvoller Ton 95 73 Zweifel an relevanten Sachverhalten 14 1,5 Zweifel an vertrauensstiftenden Informationen 7 1 Zweifel an legitimierenden Informationen 4 0,5 Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013 18
  • 19.
    Wie werden Interaktionsmöglichkeitengenutzt? Dauer der Dialoge bzw. Kommentierungen Dauer weniger als einen Tag nach Unternehmensposts in Prozent (n=175) nach Nutzerposts in Prozent (n=104) 46 72 45,5 27 mehr als 7 Tage 8,5 1 Gesamt 100 100 1-7 Tage Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013 19
  • 20.
    Zusammenhang von Voraussetzungenund Nutzung Voraussetzungen für Dialog in Unternehmensposts (n=175) Anzahl der Anzahl der Likes Nutzerkommentare Anzahl der Unternehmensposts1* .372* .671** Länge der Unternehmensposts1 .092 -.179* -.240 -.248 .367*** .529*** .357 .329 Gewinnspiele2 .345* .512** Werbung2 -.001 -.091 .288*** .177* .327 .059 .034 .042 -.078 -.029 .041 -.092 Reaktionszeit der Unternehmensantworten1** Unternehmenspost mit Bild2 Themen der Unternehmensposts3 direkte Ansprache2 respektvolle Ansprache2 Bezug auf Geltungsansprüche relevant2 vertrauensstiftend2 legitimierend2 1 Pearson 2 Somers‘d 3 Eta * Facebook Fanseiten n=39 ** Unternehmensantworten n=112 Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013 20
  • 21.
    Zusammenfassung & Fazit  RQ1: Voraussetzungen für einen Dialog – sehr unterschiedlich v.a. Häufigkeit von Kommunikationsanreizen – Themen nicht dialogorientiert  eher Monolog oder Fassendtyp  RQ 2: Nutzung der Interaktionsmöglichkeiten für einen Dialog – Nutzerbeteiligung insgesamt gering – sehr wenige Unternehmensantworten – vorhandene Kommunikation erfolgt respektvoll, ohne Kontroversen, kurz und ohne Bezug auf grundlegende Werte  Dialog eher im Rahmen von Kundenservice als von Marken-PR  Gesamtfazit: – Zusammenhang zwischen Voraussetzung und Nutzung selten klar erkennbar – wenig Interesse an Dialog seitens der Unternehmen und der Nutzer  mögliche Ursachen: Risiken des Online-Dialogs Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013 21
  • 22.
    Literatur Bentele, Günter/Hoepfner, Jörg(2004): Markenführung und Public Relations. In: Bruhn, Manfred (Hrsg.): Handbuch Markenführung. 2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Band 2. Wiesbaden: Gabler, S. 1535-1564. Boyd, Danah M./Ellison, Nicole B. (2007): Social Network Sites: Definition, History, and Scholarship. In: Journal of Computer-Mediated Communication Vol. 13(1), S. 210-230. Burkart, Roland (2008): Verständigungsorientierte Öffentlichkeitsarbeit. In: Bentele, Günter/Fröhlich, Romy/Szyszka, Peter (Hrsg.): Handbuch der Public Relations. Wissenschaftliche Grundlagen und berufliches Handeln. Wiesbaden: VS, 223-241. Kent, Michael L./Taylor, Maureen (2002): Toward a dialogic theory of public relations. In: Public Relations Review Vol. 28(1), S. 321-334. Kent, Michael L./Taylor, Maureen (1998): Building Dialogic Relationsships Through the World Wide Web. In: Public Relations Review Vol. 24(3), S. 21-37. Luchtefeld, Anja (2011): Markenkommunikation mit Public Relations. Theoretische Exploration des Beitrags von Public Relations zur integrierten Kommunikation von Produktmarken. Hamburg: Kovac. Pleil, Thomas (2012): Kommunikation in der digitalen Welt. In: Zerfaß, Ansgar/ Pleil, Thomas (Hrsg.): Handbuch Online PR. Strategische Kommunikation in Internet und Social Web. Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft, 17–38. Pleil, Thomas/Bastian, Matthias (2012): Online-Communities im Kommunikationsmanagement. In: Zerfaß, Ansgar/Pleil, Thomas (Hrsg.): Handbuch Online-PR. Strategische Kommunikation in Internet und Social Web. Konstanz: UVK, S. 309-323. Röttger, Ulrike/Preusse, Joachim/Schmitt, Jana (2011): Grundlagen der Public Relations. Eine kommunikationswissenschaftliche Einführung. Wiesbaden: VS. Schultz, Friederike/Wehmeier, Stefan (2010): Online Relations. In: Schweiger, Wolfgang/Beck, Klaus (Hrsg.): Handbuch Onlinekommunikation. Wiesbaden: VS, S. 409-433. Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013 22
  • 23.
    Literatur Szyszka, Peter (2009):Die Leistung der PR-Arbeit in der Marken- und Produktkommunikation. In: Janich, Nina (Hrsg.): Marke und Gesellschaft. Markenkommunikation im Spannungsfeld von Werbung und Public Relations. Wiesbaden: VS, S. 17-52. Szyszka, Peter (1996): Kommunikationswissenschaftliche Perspektiven des Dialogbegriffs. In: Bentele, Günter/Steinmann, Horst/Zerfaß, Ansgar (Hrsg.): Dialogorientierte Unternehmenskommunikation. Grundlagen – Praxis – Perspektiven. Serie Öffentlichkeitarbeit/Public Relations und Kommunikationsmanagement. Band 4. Berlin: VISTAS Verlag, S. 81-106. Weissensteiner/Leiner (2011): Facebook in der Wissenschaft. In: Medien- und Kommunikationswissenschaft, Vol. 49(4), S. 526-544. Zerfaß, Ansgar/Pleil, Thomas (2012): Strategische Kommunikation in Internet und Social Web. In: Zerfaß, Ansgar/ Pleil, Thomas (Hrsg.): Handbuch Online-PR. Strategische Kommunikation in Internet und Social Web. Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft, 39–85.. Dr. Kerstin Thummes & Dr. Maja Malik I 1.11.2013 23