Dr. Gunther Karsten            in Zusammenarbeit mit                 Martin Kunz
Dr. Gunther Karsten           in Zusammenarbeit mit                    Martin Kunz     Erfolgs     ged ächtnis            ...
Der Goldmann Verlagist ein Unternehmen der Verlagsgruppe Random House GmbH4. Auflage© Sämtliche Nutzungsrechte an der deut...
Ein Wort zuvor. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .      9Ein Gedächtnistest: Bestimme...
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Inhalt  Anwendungen ................. . . .. ... . . . .......... 122     Eine fre ie Rede halten . . . . . . . . . . . . ...
Inhalt   Tipps zum VorstellenJWiedertreffen                                                     169    Beispiele zum Üben ...
Im Jahr 1996 war ich tief beeindruckt. Ich erinnere mich noch sehrgenau, wie ich gespannt und völlig fasziniert vor dem Fe...
Ein Wort zuvorFaktoren: erstens: die Nutzung effektiver Techniken/Strategien undzweitens: die Durchführung eines adäquaten...
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Mehrere Gedächtnisse, ein Ziel   Und noch heute kann man entdecken, wie sinnvoll der Aufbauunseres Gehirns für das Überleb...
Unser Gehirn - ein faszinierender DatenspeicherWas beim Merken passiertDass unser Gehirn in den meisten Disziplinen weitau...
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Unser Gehirn - ein faszinierender DatenspeicherBegegnung löst sicherlich ein ganz individuelles Wahrnehmungs­programm aus,...
Mehrere Gedächtnisse, ein Zielspuren für eine Information, wodurch diese leichter abrufbar ge­macht wird.   »Das werde ich...
Unser Gehirn - ein faszinierender Datenspeicherten oder vierten Lebensjahr, oft verbunden mit großen Gefühlen.So kann eine...
Mehrere Gedächtnisse, ein ZielFür unser Lernen sind vor allem die bei den letzten Gedächtnissys­teme verantwortlich, die m...
Unser Gehirn - ein faszinierender Datenspeichervon der so genannten Sinnesmodalität abhängig. So werden akus­tische Inform...
Mehrere Gedächtnisse, ein Ziel                                 Ull ~l)JJii                                                ...
Unser Gehirn - ein faszinierender Oatenspeic;hereine Stunde - gespeichert haben, bereits im Langzeitgedächtnissind!   Aber...
Mehrere Gedächtnisse, ein ZielIst es nicht erstaunlich, wie leicht sich vier oder fünf Ziffern ein­prägen? Mit sieben oder...
Unser Gehirn - ein faszinierender Datenspeicher                        Felix ist kleiner als Markus.                      ...
Mehrere Gedächtnisse, ein ZielÜbrigens kennt jeder auch aus dem Alltag die Beschränktheit undauch»Verletzlichkeit« des Kur...
Unser Gehirn - ein faszinierender Datenspeichersortieren konzentriert, das ausgeklügelte bibliographIsche Eintei­lungssyst...
Mehrere Gedächtnisse, ein Ziel2. Unbegrenzte Kapazität: Auch wenn das Funktionsprinzip derAbspeicherung im Gedächtnis noch...
Unser Gehirn - ein faszinierender Datenspeicher     hirnareale einhergehen kann (so wie die Muskeln von Hoch­     leistung...
Wie Sie den »Flaschenhals« des Gedächtnisses erweiternziente Mechanismen (Algorithmen), um diese Entscheidung mitgroßer Si...
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Erfolgsgedaechtnis 1

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Erfolgsgedaechtnis 1

  1. 1. Dr. Gunther Karsten in Zusammenarbeit mit Martin Kunz
  2. 2. Dr. Gunther Karsten in Zusammenarbeit mit Martin Kunz Erfolgs ged ächtnis Wie Sie sich Zahlen, Namen, Fakten, Vokabeln einfach besser merken Mosaik bei GOLDMANN
  3. 3. Der Goldmann Verlagist ein Unternehmen der Verlagsgruppe Random House GmbH4. Auflage© Sämtliche Nutzungsrechte an der deutschsprachigen Ausgabe2002 Wilhelm Goldmann Verlag, München,ein Unternehmen der Verlagsgruppe Random House GmbH© 2002 by Dr. Gunther KarstenEinbandgestaltung: Heinz Kraxenberger, MünchenEinbandfoto: A. Omer, MünchenBildnachweis: Walter Schels S. 174Satz: Barbara Rabus, SonthofenDruck und Bindung: GGP Media, PößneckPrinted in GermanyISBN 3-442-39035-4www.goldmann-verlag.de
  4. 4. Ein Wort zuvor. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9Ein Gedächtnistest: Bestimmen Sie Ihren GQ! ...... 11 Was ist der GQ - der Gedächtnis-Quotient? . . . . . . . . . . . .. 11 Ein Gedächtnistest mit zehn Aufgaben - Wo stehen Sie jetzt? .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 14Unser Gehirn - ein faszinierender Datenspeicher ... 43 Ilutzen wir tatsächlich nur zehn Prozent unseres Denkorgans? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 43 Meh rere Gedächtnisse, ein Ziel. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 46 Was beim Merken passiert ..... . .. ... ........ . ..... . 48 Ultrakurzzeitgedächtnis ..... . . . ..... . .. . . . ......... 53 Kurzzeitgedächtnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 54 Langzeitgedächtnis . .......... . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 59 Wie Sie den » Flaschenhals « des Gedächtnisses erweitern . . . .................. . ...... 63 Mit Theorie zum Gedächtnis-»Tuning« ..... . . . .. . . .. .. 66 Die sieben mentalen Fähigkeiten für ein Erfolgsgedächtnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 69 Wiederholen nur mit Geist . ....... .. ... ..... . ... .. . . 76
  5. 5. InhaltZahlen, Zahlen, Zahlen - kein Problem! . . . . . . . . . . . .. 79 Merken mit System ........ ....................... 81 Zahlen-Farm-System .............................. 82 Zahl-Reim-SystemjZahl-Symbol-System . . . . . . . . . . . . . . .. 87 Zahlen können kochen! .......... ............... . . 89 Master-System: Werden Sie Master der Zahlen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 89 Regeln zum Erstellen des Master-Systems ... ............ 92 Seien Sie kreativ mit Master-Zahlen-Geschichten! . . . . . . . . . 94 Erstellen Sie Ihre Master-Begriffe von 0 bis 99 . . . . . . . . . . . 96 Anwendungen ........... . ........ .. .. ........ ..... 100 Zahlen im Alltag ....... . ......................... 100 Zahlen im Beruf. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 101 Zahlen fürs Allgemeinwissen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 103 Übungsvorschläge ...... .......... . ... ...... .. ... . . 105 Basteln Sie Ihre eigenen Zahlen-I(arten . . ......... .. . .. . 105 Zeichnen Sie Ihre Erfolgsentwicklung auf. . . . . . . . . . . . . . . . 106 Allenthalben gibt es ganze Zahlen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 107 Fakten, Fakten, Fakten - kein Problem! .. . .. ..... .... 111 Die Loci-Methode .... .......... . .. ..... ... ......... 111 Vor 2500Jahren begann es . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 112 600 Prozent Steigerung in nur drei Stunden! ............. 113 Mit Routen durch den Dschungel des Wissens .. .......... 114 Wie nutzt man die eigenen Routenpunkte? . . . . . . . . . . . . . . 120
  6. 6. Inhalt Anwendungen ................. . . .. ... . . . .......... 122 Eine fre ie Rede halten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 122 Stichwörter eines Artikels abspeichern . . . . . . . . . . . . . . . . .. 124 Nie wieder EinkauJszettel! . ... ... . .......... . . ... .. . . 129 Nie wieder Termine verschwitzen! . ....... ........... . . 130 Witze memorieren .......... ..... ............. . ... 132 Nie Argumente vergessen! .. . ... .. .................. 134 Übungsvorschläge ... . .. .. . . . .. .. .. ................ 137 Die Welt ist voller Routenpunkte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 137 Urlaube mit der Loci-Methode abspeichern . . . . . . . . . . . . .. 137 Persönliche Routen fur das Selbstbewusstsein . .. .. .. . . ... 13 9 Als Gedächtnis-Jongleur den Alltag meistern ..... . . . 141 Erinnerungsprobleme des Alltags meistern ....... . ..... 141 Schussel sucht Schlüssel? . .. . .. .............. ... . ... 144 Verflixt: Aufder Zunge statt im Hirn . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 146 Der Herd, das Bügeleisen, die Kerze. Hilfe! ....... ....... 149 Besser als der Knoten im Taschentuch . . . . . . . . . . . . . . . . . . 150Gesichter ohne Namen müssen nicht sein ... . ...... 155 Ein wenig Ordnung . . .. .................. . . ... . . ... 155 Kategorisierung der Namen ............... . . ...... .. 157 Beflügeln Sie Namen mit Fantasie ...... ... . . . .... . .. . 159 Die vier Grundmethoden ... . ....... .. .... .... .... .. . 161 Mentalbilder für Vornamen .. . . . .. .. .. . .. .. .... .. ... . 166
  7. 7. Inhalt Tipps zum VorstellenJWiedertreffen 169 Beispiele zum Üben .......... ....... .... ... ........ 174Vokabeln lernen mit Tempo und Spaß . . .. .......... 177 Die Schlüsselwort-Methode: fast doppelt so schnell .. . .. . 177 Der, Die, Das - kein Problem mehr ...... . . .. . . ..... .. . 185 Wiederholungsschema . . .... . .. ........... ... . ..... . 186Mnemotechnik: Der Turbo des Lernens . ... . ........ 191 Warum Eselsbrücken Expertenbrücken sind .. . . . . . ...... 192 Akustische Logik: Reime ... ....... . ... ... .. .. . .. . ... 194 Akronyme: Kürzel haften besser .... ..... ............. 195 Logomonik: Den Lernschlüssel finden ................. 199Gedächtnistest-Finale: Der Erfolg wi nkt! ............ 203 Wie hoch ist nun Ihr GQ? 204 Auswertung zum GQ-Test 235 Sie sehen , es funktioniert! 237 Und nicht zu vergessen! .. ...... . ............. ..... 239 Wenn Sie noch mehr wissen wollen ................... 239 Gedächtniskurse ... .. ...... .... . .. .. ..... . .. .... . . 239 Hilfreiche Adressen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 239 Informationen zu Gedächtnismeisterschaften 240 Register .............. ............................ 243
  8. 8. Im Jahr 1996 war ich tief beeindruckt. Ich erinnere mich noch sehrgenau, wie ich gespannt und völlig fasziniert vor dem Fernsehersaß - es lief gerade »Wetten, dass ... ?« Ein Mann versuchte in nureiner Stunde eine 600-stellige Zahl zu memorieren. Die enormeGröße dieser Zahl wurde dem Publikum dadurch begreiflich ge­macht, dass diese 600 Ziffern auf einer Papierlaufrolle aufgeschrie­ben entlang der Wand des riesigen Studios angebracht war. Mansah an der Reaktion der Zuschauer, dass es ihnen wie mir ging: Siehielten es für unmöglich, dass ein Mensch imstande sei, eine soimmense Datenmenge in einer so kurzen Zeit zu lernen. Nun,trotz dieser Skepsis schaffte es dieser Mann und wurde mit weitemAbstand Wettsieger. Ich war sehr bewegt und voller Bewunderung für die mentalenFähigkeiten dieses Mannes. Meine Erklärung war einfach: Er istein Genie und hat von der Natur dieses phänomenale Gedächtnis- sicherlich ein »fotografisches Gedächtnis« - geschenkt bekom­men. Und wir, die Normalsterblichen, müssen uns damit zufrie­den geben, uns mit einem Bruchteil dieser Gehirnleistung mUh­sam durch Schule, Ausbildung und Beruf zu kämpfen. Zum Glück wurde ich eines Besseren belehrt. Während derletzten Jahre durfte ich erfahren, dass ich damals irrte. Nicht dieNatur in Form des Erbmaterials entscheidet vornehmlich überunsere mentalen Leistungen, sondern vielmehr zwei ganz andere 9
  9. 9. Ein Wort zuvorFaktoren: erstens: die Nutzung effektiver Techniken/Strategien undzweitens: die Durchführung eines adäquaten und regelmäßigenTrainings. Diese zwei immens wichtigen Faktoren für das Ausbilden vonnahezu unglaublichen geistigen (übrigens auch von körperlichen)Fertigkeiten habe ich selbst in den letzten Jahren in mein Lebenaufgenommen: Nun bin ich zum Beispiel in der Lage, mir eine2000-stellige Zahl in nur einer Stunde einzuprägen! Aber keine Guinness-Weltrekorde sollen hier das Ziel sein. Viel­mehr möchte ich Ihnen Merktechniken und Lernmethoden zei­gen, damit Sie Ihr geistiges Potenzial besser nutzen und wiederVertrauen in Ihr Gedächtnis bekommen. Unabhängig vom Alterkann sich dadurch jeder mental enorm verbessern. Das Resultatfür Sie: Sie meistern die alltäglichen Gedächtnisaufgaben spielendleicht, bereichern Ihr Leben durch eine lebendigere Mentalkraftund haben mehr Erfolg im Beruf. Und zudem ist diese neue Artdes Lernens nicht mühsam, sondern kann viel Spaß machen! Aber lassen Sie uns nun gemeinsam die Reise durch die fantas­tischen Möglichkeiten unseres Gehirns beginnen. Viel Spaß und Erfolg! München, im Mai 2002 Dr. Gunther Karsten10
  10. 10. ~o [n} ~@@]~~~i![n} a~i!@~i!~~@~i!o~~@[n} ~O@ O~ [f@[n} ~~gWas ist der GQ -der Gedächtnis-Quotient?Bevor Sie die Geheimnisse des neuen Lernens kennen lernen undIhre Mentalkräfte durch zahlreiche Gedächtnisübungen verbes­sert haben, soll ein Eingangs-Gedächtnistest zeigen, auf welchemNiveau Ihre Mental-Power zu Beginn dieses Buches liegt. Durchzehn Tests, die insgesamt etwa eine Stunde für die Bearbeitung inAnspruch nehmen, werden Sie Ihren GQ erfahren. In Anlehnungan den IQ, den Intelligenz-Quotienten, steht der GQ für den Ge­dächtnis-Quotienten. In der Tat bildet das Gedächtnis, unsereMerkfahigkeit, einen Teilbereich der Intelligenz; und so wird dieGedächtnisleistung auch in fast allen fundierten wissenschaftli­chen Tests zur Bestimmung der allgemeinen Intelligenz gemessenund beeinflusst den IQ-Wert entsprechend. Der vorliegende Test hat dagegen zum Ziel, ausschließlich IhreGedächtniskapazität zu messen - Ihren GQ. Somit erfahren Sieam Ende einen den üblichen IQ-Skalen entsprechenden Wert,zum Beispiel 80, 102 oder 155. Außerdem können Sie sehen, wieviele Menschen einen geringeren - oder höheren - GQ haben alsSie. (Auch wenn dieser Test kein wissenschaftlich normierter Testist, so ist er doch einerseits an Testfragen standardisierter Testbat­terien angelehnt und beruht andererseits auf den Erfahrungen, die 11
  11. 11. Bestimmen Sie Ihren GQIich mit Hunderten von Teilnehmern meiner Seminare und Veran­staltungen gesammelt habe.) Wenn Ihr Wert deutlich unter 100 oder niedriger als Ihr IQ ist(falls Sie ihn kennen), seien Sie nicht enttäuscht; vielleicht warenSie nicht voll konzentriert oder haben sich zu viel zugemutet - aufjeden Fall werden Ihnen die in diesem Buch dargestellten Ge­dächtnissysteme enorm weiterhelfen! Am Ende des Buches finden Sie dann einen zweiten, in gleicherWeise aufgebauten Test, den Sie allerdings erst machen sollten,nachdem Sie das Buch gelesen und >?verdaut« haben, das heißtnachdem Sie die speziellen Strategien und Techniken im privatenLeben und im Beruf wo immer möglich erfolgreich eingesetzt ha­ben. Beherzigen Sie diese, so wird sich beim Absch lusstest Ihr GQim Geniebereich von deutlich über 140 befinden! Bitte beachten Sie: Der Test besteht aus fünf Aufgaben zu je ei­ner Minute und fünf Aufgaben zu je fünf Minuten. Da es jeweilsrecht kurze Testzeiten sind und sich natürlich bei mehr Zeit mehrmerken lässt, ist die exakte Einhaltung der vorgegebenen Memo­rierzeiten - und Wiedergabezeiten - unbedingt notwendig, um einzuverlässiges Ergebnis zu erhalten. Ferner sollten Sie konsequentden Modus der Punktevergabe für jeden Test befolgen; ansonstenbekommen Sie ein wenig aussagekräftiges und verfalschtes End­ergebnis!12
  12. 12. Ein Gedächtnistest mit zehn AufgabenWas Sie für den Test benötigen:1. Eine Uhr mit Sekundenanzeige und gut ablesbarem Ziffern­ blatt. Um sich das lästige Kontrollieren der Zeit zu ersparen, können Sie sich auch von einer anderen Person helfen lassen, die Ihnen diese Aufgabe abnimmt. Noch geeigneter ist eine Uhr mit Count-Down-Funktion, die auf die vorgeschriebene Zeit eingestellt werden kann und ein Signal gibt, wenn die Zeit abgelaufen ist;2. einen normalen, gut funktionierenden Stift;3. ein einmal gefaltetes oder dickeres Papier mit DIN AS-Größe zum Abdecken des eingeprägten Lemstoffs nach Ablauf der Memorierzeit;4. ein abgeschiedenes Plätzchen, wo Sie für eine Stunde ungestört sind und Ihre Ruhe haben. Haben Sie keine ganze Stunde für den Test zur Verfügung oder werden Sie zwischendurch ge­ stört, können Sie ihn auch in Portionen über mehrere Stunden oder Tage absolvieren;s. Entspanntheit, Konzentration und die Motivation, mehr über sich zu erfahren.Sind alle fünf Punkte erfüllt, starten Sie jetzt mit der ersten Aufga­be des Gedächtnistests. Lesen Sie vor jeder Aufgabe die Beschrei­bung sorgfaltig durch, und fangen Sie erst dann an, wenn Ihnendie AufgabensteIlung und die Punktebewertung (!) klar ist. 13
  13. 13. Bestimmen Sie Ihren GQ!Ein Gedächtnistest mit zehn Aufgaben -Wo stehen Sie jetzt?TEST 1Telefonnummern-Geister Memorierzeit: 5 MinutenFür diesen Zahlentest haben Sie fünf Minuten Zeit zum Einprä­gen. Sie bekommen sechs Telefonnummern mit jeweils acht Zif..fern. Versuchen Sie aber nicht zu viel- wenn Sie alle 48 Ziffern infünf Minuten memorieren würden, so entspräche dies zum Bei­spiel dem Deutschen Rekord auf der Ersten Deutschen Gedächtnis­meisterschaft im Jahr 1997. Stellen Sie sich vielleicht vor, dass jedeTelefonnummer zu einem freundlichen Geist gehört, bei dem Sie,wenn Sie seine Nummer behalten können und ihn anrufen, einenWunsch frei haben, und zwar in absteigender Reihenfolge; dasheißt, der Geist mit der ersten Telefonnummer erfüllt Ihnen Ihrengrößten Wunsch, der Geist mit der zweiten Telefonnummer Ihrenzweitgrößten Wunsch U . S.W. Lernen Sie lieber nur ein, zwei oderdrei Nummern korrekt als vier oder fünf bruchstückhaft oder in­korrekt. Kein Anschluss unter dieser Nummer wäre das Ergebnis.Entsprechend ist auch die Punktebewertung. Bewertung: Für eine vollständig memorierte achtstellige Num­mer erhalten Sie vier Punkte. Wenn Sie in einer Telefonnummernur eine Ziffer falsch oder eine Lücke haben, können Sie sich nochzwei Punkte geben, ansonsten - auch bei einem Zahlendreher ­gibt es null Punkte für diese Telefonnummer. Entsprechend sinddie anderen Telefonnummern zu bewerten (Maximalpunktzahl:24).14
  14. 14. Ein Gedächtnistest mit zehn AufgabenSTART ~ GMinuten7. Telefonnummer: 8 1 2 5 0 7 9 62. Telefonnummer: 2 0 6 4 3 6 1 83. Telefonnummer: 6 5 8 7 1 4 6 04. Telefonnummer: 9 2 0 4 7 0 3 55. Telefonnummer: 6 8 1 7 0 8 2 9--­6. Telefonnummer: 1 4 2 9 5 8 0 7Telefonnum mern-Geister Wiedergabezeit: max. 5 MinutenTragen Sie nun die memorierten achtstelligen Zahlenreihen in dieentsprechenden vorgegebenen Telefonnummer-Kästchen ein (nichtspicken!). Kontrollieren Sie dann Ihre Zahlen und geben Sie sichentsprechend den beschriebenen Bewertungsregeln Ihre Punkte. Punkte:7. Telefonnummer:2. Telefonnummer:3. Telefonnummer:4. Telefonnummer:5. Telefonnummer:6. Telefonnummer: Gesamtpunktzahl: _ _ 15
  15. 15. Bestimmen Sie Ihren GQ!TEST 2Bilder-Sprint Memorierzeit: 1 MinuteBei dieser Aufgabe haben Sie eine Minute Zeit, sich von 25 Bildernso viele wie möglich einzuprägen, wobei es jedoch nicht erforder­lich ist, gleichzeitig die Abfolge der Bilder zu memorieren. Nachder einminütigen Einprägephase decken Sie bitte sofort die Abbil­dungen mit einem Blatt Papier ab, und geben Sie dann aus demGedächtnis die Bilder, an die Sie sich noch erinnern, in Form einesentsprechenden Stichworts im Wiedergabebereich der nächstenSeite wieder. Wie gesagt, die Reihenfolge müssen Sie sich nichteinprägen. Bewertung: Für jedes Bild, das Ihnen noch richtig in Erinne­rung geblieben war und von Ihnen aufgeschrieben wurde, erhaltenSie einen Punkt (Maximalpunktzahl: 25).16
  16. 16. Ein Gedächtnistest mit zehn AufgabenSTART g (!]Minute 17
  17. 17. Bestimmen Sie Ihren GQ!Bilder-Sprint Wiedergabezeit: 2 MinutenMit einem kurzen Stichwort können Sie nun die memorierten Bil­der wiedergeben. Vergleichen Sie dann Ihre Begriffe mit den Bil­dern, und ermitteln Sie entsprechend der obigen Punktebewer­tung Ihre Gesamtpunkte für diese Disziplin. Minuspunkte fürfalsche Begriffe gibt es nicht! Gesamtpunktzahl:TEST 3Vokabel-Challenge Memorierzeit: 5 MinutenIn diesem Test werden Ihnen insgesamt 26 erfundene Vokabelnmit jeweils einer deutschen Übersetzung gegeben. Versuchen Sie,sich in fünf Minuten so viele Vokabeln wie möglich einzuprägen.Danach erhalten Sie eine Auflistung dieser 26 Vokabeln in verän­18
  18. 18. Ein Gedächtnistest mit zehn Aufgabenderter Reihenfolge, wobei Sie die erfundenen Vokabeln vorgelegtbekommen und lediglich die entsprechende deutsche Überset­zung ergänzen müssen. Bewertung: Für jede richtig zugeordnete Vokabel erhalten Sieeinen Punkt (Maximalpunktzahl: 26).START g ~M;nutenrauschu lieben zissiniko Kühlschrankkajaschava Stuhl motho Zornmekusmo Schere telfige Kannelonafischka Hoffnung nerhalen lügenkesseligi sauer muckeris Schuhmundipredo Brot klikozep Klavierfrotan Zahn fatromen bauenpleckogula Spinne arklam Pferdkalibo Papier roschem Blumemischken lachen belbarnito Mundkonara Birne stelon Kerzeetinen hören wiloner Bügeleisenpregal Pokal reschala Brieftasche 19
  19. 19. Bestimmen Sie Ihren GQfVokabel-Challenge Wiedergabezeit: 5 MinutenNun versuchen Sie, sich an möglichst viele Vokabeln zu erinnern.Wenn Ihre deutsche Übersetzu!1g dem Wortlaut nach nicht voll­ständig richtig ist, aber sehr sinnverwandt ist, zum Beispiel Ge­büsch statt Busch, so können Sie sich zumindest noch einenhalben Punkt statt einen Punkt geben. Zählen Sie am Ende allePunkte dieser Aufgabe zusammen. Punkte: Punkte:roschem fatromenreschala wiloner l c ti. u. ,etinen mekusmoklikozep 11 (/ belbarnito I fmuckeris l u l~ .. frotan r CLl -.rauschu I G <!. mundipredopregal I ".~ I pleckogula ,,.1 ,11.stelon zissiniko ) (l,.Amotho kesseligikajaschava mischken clonafischka ). ~ konara 11 , I L Ikalibo nerhalentelfige arklam Cesamtpunktzahl:20
  20. 20. Ein Gedächtnistest mit zehn AU.fI!Qi!1enTEST4Personen-Sprint Memor;erzeit: 1 Minute neue ,,,,,c.ru>? an die Personen Namen zu will es einem gelingen. Bei diesem zugehörigem Vor- und alle Namen möglichst auch sind wieder alle zehn in anderer Reihenfolge. Schreiben Vornamen und/oder Nachnamen unter jedes Vornamen sowie Nachnamenerhalten Sie Name nicht hundertprozentigkorrekt Hauptmerkmale des ur­sprunglichen noch einen halbenPunkt geben Punkte). 21
  21. 21. Bestimmen Sie Ihren GQ!s;;;;TI ~!J~ Anke Carsten Angelika Günther Katrin Klempert Zolke Ronne Genueit Harrach Thomas Grit Rolf Udo Koop Sauter Pathe Reese Wenson22
  22. 22. Ein Gedächtnistest mit zehn AufgabenPersonen-Sprint Wiedergabezeit: 2 MinutenSchreiben Sie nach bestem Wissen die Namen unter die Gesichter. Keine Angst, es sind nur Fotos, keiner wird beleidigt sein können. 11 l J l Gesamtpu nktzahl: 23
  23. 23. Bestimmen Sie Ihren GQ/TE ST 5Termin-Cocktail Memorierzeit: 5 MinutenBei der nächsten Aufgabe stellen Sie sich vor, dass Si~ von früh­morgens bis nachts viele Dinge zu erledigen haben. Da ~s msge­samt 25 Verpflichtungen sind, die Sie zeitlich so gelegt haben, dassSie auch wirklich alles an diesem Tag erledigen können, müssenSie unbedingt die Reihenfolge korrekt memorieren. Wie so oft imLeben, hätte es fatale Folgen, wenn Sie etwas vergessen hätten oder- weil »verschwitzt« - zu spat dazu kämen. Versuch~n Sie deshalb,eher weniger von diesen stichwortartig aufgeschriebenen Termi­nen bzw. Aufgaben zu lernen, aber dafür lückenlos und fehlerfrei. Aber bevor Sie mit dem Test loslegen, lesen Sie sich den nächs­ten Absatz über den Bewertungsmodus durch, damit Sie genauwissen, worauf es bei diesem Test ankommt. Bewertung: Sie bekommen fünf Spalten mit jeweils fünf Wör·terno Für jede vollständig memorierte Spalte bekommen Sie fünfPunkte. Haben Sie einen Fehler in einer ansonsten komplettenSpalte gemacht, erhalten Sie noch zweieinhalb Punkte für dieseSpalte (bei zwei oder mehr Fehlern pro Spalte erhalten Sie nullPunkte). Leichte Abwandlungen, zum Beispiel statt »Kontoaus­zug(, "Bankauszug(, zählen nicht als gravierende Fehler; aller­dings sollten Sie sich einen Punkt für eine solche Ungenauigkeitabziehen. Wenn Sie zum Beispiel die ersten vier Spalten zu me­morieren versuchten und die erste Spalte vollständig korrekt, nureine Lücke in der zweiten Spalte, zwei Fehler in der dritten Spalteund eine leichte Abwandlung in der vierten Spalte haben, so gebenSie sich folgende Gesamtpunktzahl: 5 + 2,5 + 0 + (5-1) = 11,5 Punk­te (Maximal punktzahl: 25) .24
  24. 24. Ein Gedächtnistest mit zehn AufgabenSTART g G " Min uten1. Tee­ 6. Tadel 11. Zahnarzt 16. Telefonat 21. Hochzeits wasser strauß2. Haus­ 7. Tabletten 12. Konferenz 17. Planung 22. Sport­ meister tasche3. Auto­ 8. Bestellung 13. Aerobic 18. Steuer­ 23. Tennis­ batterie berater match4. Diktat 9. Imbiss 14. Interview 19. Reinigung 24. Herz­ tabletten5. Akten­ 10. Brief­ 15 Geburts­ 20. Geschenk 25. Tagebuch ordner kasten tag 25
  25. 25. Bestimmen Sie Ihren GQ! Termin-Cocktail Wiedergabezeit: 5 Minuten Schreiben Sie nun die memorierten Begriffe so auf, wie Sie sie ge­ sehen haben. Achten Sie dabei nicht nur auf den Sinn, sondern auch auf den identischen Begriff1 Ansonsten müssen Sie sich ei­ nen Punkt abziehen, zum Beispiel, wenn Sie statt ,>Briefbogen« »Briefpapier« geschrieben haben; andere in der Spalte korrekt po­ sitionierte Wörter würden jedoch immer noch zählen, allerdings wäre» Briefbeschwerer« eindeutig falsch. l~ f ~ Lv.1-~)~ 6. 1w1.;1 I 11. l<=c . < Q.f( ~ 16. 21. 12. k·+(,Jie,.., 2. ,...0, 7. • v.I:. ~,;. I 17. 22. l(u.. f. •rl 3. I • )(; , 8. 13. 18. 23. ,i .l.... "A.~ Ja Ir~. l i 4. 9. 14. 19. 24. . L f - V;~ . 5. 10. , 15. 20. 25. 1 (11,1 :, , , - I .. I _ --!::. • I Punkte: punkte: Punkte: Punkte: Punkte: - ­ Gesamtpunktzahl: - - - - - 26
  26. 26. Ein Gedächtnistest mit zehn AufgabenTEST 6Binärzahlen-Sprint Memorierzeit: 7 MinuteDiese Aufgabe wird Ihnen wohl etwas sonderbar vorkommen. Füreinen Computer wäre sie es nicht, denn er arbeitet nach diesem Bi­närsystem. Er »kennt<·. also nur zwei verschiedene Zustände, dieman mit »0<, oder »1 « bezeichnet; er codiert alle möglichen Infor­mationen durch eine entsprechende Reihenfolge dieser Binärzif­fern. Diese Aufgabe wurde jedoch aus einem anderen Grund fürden Gedächtnistest bewusst gewählt: Binärzahlen stellen wohl dieabstrakteste Information überhaupt dar! Wie immens schwer esist, abstraktes Informationsmaterial zu lernen, sollen Sie hier­durch selbst erfahren. In einem späteren Kapitel erfahren Siedann, wie man solche trockenen und langweiligen Informationenfür das Gedächtnis gut »verdaulich« macht. Bewertung: Sie erhalten acht Zeilen von Binärzahlenreihen mitjeweils sechs Binärzahlen. Für jede korrekt memorierte Zeile er­halten Sie drei Punkte, bei nur einem Fehler oder einer Lücke proZeile können Sie sich noch eineinhalb Punkte geben. Bei zwei odermehr Fehlern - auch einem Zahlendreher - gibt es keine Punktefür die Zeile (Maximalpunktzahl: 24). 27
  27. 27. Bestimmen Sie Ihren GQ!S~AR-r.~ c::JMinute 1. Zeile: 0 0 1 0 1 1 2. Zeile: 1 1 0 1 0 0 3. Zeile: 0 0 0 1 0 0 4. Zeile: 0 1 1 1 1 0 5. Zeile: 0 1 1 1 0 1 6. Zeile: 0 1 0 0 1 0 7. Zeile: 1 0 1 1 1 0 8. Zeile: 0 0 1 1 0 028
  28. 28. Ein Gedächtnistest mit zehn AufgabenBinärzahlen-Sprint Wiedergabezeit: max. 2 MinutenBitte tragen Sie die memorierten Binärzahlen aus dem Gedächtnisin die Kästchen ein, und geben Sie sich entsprechend der be­schriebenen Bewertung Punkte. Am Ende summieren Sie diePunkte jeder Zeile. Punkte: 7. Zeile: ß (; ( 0 i A 2. Zeile: /( A o. -Q{ t ( 3. Zeile: ---­ C 0 t) l(1 Il 4. Zeile: 5. Zeile: 6. Zeile: 7. Zeile: 8. Zeile: Gesamtpunktzahl: _ __ 29
  29. 29. Bestimmen Sie Ihren GQ!TEST 7Gesch ichts-Spektakel M emorierzeit: 5 MinutenDie nächste Aufgabe mag Sie sehr an den Geschichtsunterricht inder Schule erinnern. Zu kurz beschriebenen Ereignissen sind dieentsprechenden Jahreszahlen zu memorieren. Es gibt allerdingszwei Besonderheiten. Es handelt sich bei diesen Ereignissen auchum wissenschaftliche Entdeckungen und Erfindungen; und Sieerhalten Jahreszahlen aus der Zukunft. Da ferner die übrigengeschichtlichen Begebenheiten nicht allzu bekannt sind, werdenIhnen auch gute historische Kenntnisse kaum helfen. Hier ist vor­nehmlich Ihre Merkfahigkeit gefordert. Bewertung: Sie erhalten insgesamt 26 historische Ereignisse,bestehend aus einem kurzen Text und einer vierstelligen Jahres­zahl. Nach der Memorierzeit von fünf Minuten sehen Sie eine Auf­listung mit denselben kurzen Ereignisbeschreibungen, die aller­dings diesmal in anderer Reihenfolge angeordnet sind. In demvorangestellten leeren Kasten tragen Sie dann bitte die dazu ge­lernte Jahreszahl ein. Für jede korrekt zugeordnete Jahreszahl er­halten Sie einen Punkt (Maximalpunktzahl: 26 Punkte) .START g1954 I Erste Herstellung künstlicher Diamanten2032 I Markteinführung: Anti-Krebswirkstoff »Canzit«1246 I Albertus Magnus wird Magister der Theologie1874 I Fox baut Regenschirm mit Stahlspeichen30
  30. 30. Ein Gedächtnistest mit zehn Aufgaben1415 Jan Hus wird verbrannt1783 C. Montgolfier fliegt mit dem ersten Hei1Sluftballon2013 erster Passagierflug zum Mond1619 Veit Bach ist gestorben1801 Focard-Chateau erfindet den Eisschrank2058 Computer gewinnt die Präsidentschaftswahl1869 Farbfotografie erstmals entwickelt1914 Crosby stellt den ersten Büstenhalter her1886 Bernardos entwickelt das Lichtbogenschwei1Sen1911 Schmidt erfindet »Mensch ärgere dich nicht«1753 Zitronenfrüchte wirken gegen Skorbut2020 Gedächtnissport als olympische Disziplin1929 Erste Iguanodon-Skelette werden gefunden2077 Weltfrieden : Entdeckung des Toleranz-Gens1889 Gibb entwickelt das Tischtennis-Spiel2018 Nobelpreis für die »Humatics«-Theorie1815 Wunderlind verwendet Fieberthermometer1280 Italien erfindet die Brille1955 Gründung der Popgruppe »The Quarrymen«1582 Einführung des gregorianischen Kalenders1716 Böttger erzeugt das »Mei1Sener«-Porzellan- ­-2045 Einführung der Weltsprache »Enkuade« 31
  31. 31. Bestimmen Sie Ihren GQIGesch ichts-5pektakel Wiedergabezeit: 5 MinutenTragen Sie nun bitte die vierstelligen Jahreszahlen, die Ihnen nochim Gedächtnis geblieben sind, ein. Um einen Punkt zu erhalten ,muss die Jahreszahl allerdings hundertprozentig stimmen! Gründung der Popgruppe »The Quarrymen « Nobelpreis für die » H umatics«-Theo rie Wunderlind verwendet Fieberthermometer Italien erfi ndet die Brille Gibb entwickelt das Tischtennis-Sp iel Einführung des gregorianischen Kalenders Computer gewinnt die Präsidentschaftswahl Weltfrieden: Entdeckung des Toleran z-G ens Schmidt erfindet » Mensch ärgere dich nicht.:: Zitronenfrüchte wirken gegen Skorbut Gedächtnissport als olympische Disziplin Böttger erzeugt das » Meißener«- Porzellan -­ Erste Iguanodon-Skelette werden gefunden Bernardos entwickelt das Lichtbogenschweißer. Farbfotografie erstmals entwickelt Veit Bach ist gestorben Einführung der Weltsprache »Enkuade«32
  32. 32. Ein Gedächtnistest mit zehn Aufgaben Fox baut Regenschirm m it Stahlspeichen Albertus Magnus wird Magister der Theol ogie Erste Herstellung künstli cher Diama nten Jan Hus wird verbrantlt C. Montgolfier fl iegt mit dem ersten Heißluftballon Erster Pas sagierfl ug zum Mond Foca rd -Chateau erfin det den Eissch rank Cros by st.::llt den ersten Büstenhalter her Marktei nführung: Anti -Krebswirkstoff »Ca nzit« Gesamtpunktzahl:TEST8Wörterpärchen-Spri nt Memorierzeit: 7 MinuteDies ist ein Standardtest der Psychologie, um die Gedächtnisleis­tung von Menschen zu messen. Sie sehen nebeneinander stehen­de Pärchen von Hauptwörtern, wobei das linke Wort das Schlüs­selwort ist und rechts das zu memorierende Memowort steht. Bewertung: Sie haben eine Minute Zeit, um sich die Pärcheneinzuprägen. Danach sehen Sie in abgewandelter Reihenfolge eineAuflistung der linken Schlüsselwörter und müssen das korrekteMemowort zuordnen. Pro richtiger Zuordnung erhalten Sie einenPunkt, bei leichter sinnverwandter Abwandlung einen halbenPunkt; also wenn Sie zum Beispiel statt »Dolch« »Messer« schrei­ben (Maximalpunktzahl: 20 Punkte). 33
  33. 33. Bestimmen Sie Ihren GQ! c:::t Minute Schlüsselwort Memowort Schlüsselwort Memowort Pelz Stange Spiel Umschlag Kork Tapete Hirsch Handtuch Glas Schokolade Sonne Wand Biene Schiene Gabel Zettel Pendel Apfel Zirkus Affe Laser Blatt Fernglas Raupe Adler Kreis Anan as Lokomotive Schraube Schwung Korkenzieher Gehi rn Bart Kran.,: Pantoffel Schaum Bürste Party Band Kugel34
  34. 34. Ein Gedächtnistest mit zehn AufgabenWörterpärchen-Spri nt Wiedergabezeit: 2 MinutenDecken Sie nun die eben eingeprägten Wörterpaare ab, und tragenSie unten das fehlende Wort zum Schlüsselwort ein. Schlüsselwort Memowort Schlüsselwort Memowort Gabel Glas Korkenzieher Adler Fernglas Band- -­ Laster Bürste Pantoffel Ananas Hirsch Schraube Zirkus Bart Kork Pelz Spiel Biene Sonne Pendel Gesamtpunktzahl: _ _ _ _ __ 3S
  35. 35. Bestimmen Sie Ihren GQ!TEST9Spielkarten-Nuss Memorierzeit: 5 MinutenDie nächste Aufgabe ist so richtig etwas für ~~Zocker« - insbeson­dere für Kartenspieler. Professionelle Skat- oder Bridgespieler soll­ten an diesem Test ihre wahre Freude haben! Alle anderen werdenetwas ganz Bedeutendes lernen: Sehr ähnliche Informationenwährend einer Lemphase gleichzeitig abzuspeichern ist enormschwierig, da es ein großes »Kuddelmuddel« im Geist gibt. Aberversuchen Sie sich daran, und sehen Sie selbst! Bewertung: Ihnen wird eine durchnummerierte Reihenfolgevon 20 Spielkarten (aus einem 32er-Kartenspiel) gezeigt, und zwarin Fünferreihen. Prägen Sie sich die exak"te Abfolge möglichst vie­ler Karten ein, angefangen mit der Spielkarte an Position 1. Sieerhalten für jeden korrekt memorierten Fünferblock fünf Punkte.Liegt ein Fehler in einem solchen Block vor - Lücke oder falscheKarte - , so geben Sie sich noch zweieinhalb Punkte. Zwei Fehler ­auch ein Kartendreher! - führen jedoch bezüglich jedes einzelnenBlocks zu null Punkten. Sowohl die Farbe - Karo, Herz, Pik oderKreuz - als auch der Wert (7, 8, 9 etc.) der Karten müssen korrektwiedergegeben werden (Maximalpunktzahl: 20 Punkte).36
  36. 36. Ein Gedächtnistest mit zehn AufgabenSTART ~ G Minuten 3 •• J , 7 -.-7~ , • . 4 .. 5 • ~ 1 • • • • + • •••• ..••. • ~ Z •Z • 8 8 e9 6 7 8 9A• (~ 97+ +7" " •V • 6 •• ••• + + .e••• • • ++ +r+• J + 6 L. ~ L. )I 12 4 15 G 9r . 9 Kl Kl ++ ++" J a. • • .~ I••• .r8:. •• • • ~j. 1 ·.·1 •••• • + + + + + IJ ++++ .•••. 8 +66· 6 m 16 •• • • +~. .~ Kl 17 Kl A 18 A ; .•• • • 19 .; ~. .~ 20 •• " " • •• ••••,. +·1 .L. •• L. 01 IJ V • + ; 6· •• •• •• 6 L. L. 37
  37. 37. Bestimmen Sie Ihren GQ!Spielkarten-N uss Wiedergabezeit: 5 MinutenTragen Sie die memorierten Spielkarten in die Kästchen ein, undbewerten Sie Ihr Ergebnis so, wie eben beschrieben. Haben Siezum Beispiel die ersten fünf Karten vollständig richtig, bei denKarten sechs bis zehn zwei Fehler und im dritten Fünfer-Karten­block einen Fehler, so bekommen Sie 5 + 0 + 2,5 = 7,5 Punkte.1= - 2= - 3= - 4= - 5= ­DDDDC6= - 7= - 8= - 9= - 10=­ DDDDC11=- 12=- 13=- 14=- 15=­ DDDDD16=- 17=- 18=- 19=- 20=­ DDDDD Gesamtpunktzahl: 38
  38. 38. Ein Gedächtnistest mit zehn AufgabenTEST 10Textwörter-Sprint Memorierzeit: 1 MinuteIn diesem letzten Test bekommen Sie einen kurzen Text, in demzehn Stichwörter bzw. wichtige Informationen markiert sind. DaSie nur eine Minute Zeit haben, sollten Sie den Text nur überflie­gen und sich dabei auf die Stichwörter konzentrieren, um sich soviele von diesen markierten Textwörtern wie möglich einzuprägen,wobei bei dieser Aufgabe die Reihenfolge keine Rolle spielt. StellenSie sich dabei vor, dass Sie Ihrem Kollegen oder Freund von demkurzen Artikel erzählen und möglichst auf alle bedeutsamen Fak­ten eingehen wollen. (Übrigens enthält der Text knapp 200 Wörter,was der durchschnittlichen Lesegeschwindigkeit pro Minute imDeutschen entspricht!) Bewertung: Schreiben Sie nach der Memorierminute die vonIhnen behaltenen Begriffe auf. Für die vollständig korrekte Wie­dergabe von jeder der zehn markierten Informationen erhalten Siezwei Punkte. Ist Ihre Niederschrift nicht hundertprozentig korrekt,hat aber noch akzeptable Ähnlichkeit mit dem angestrichenenTextteil, so können Sie sich noch einen Punkt geben (Maximal­punktzahl: 20 Punkte). 39
  39. 39. Bestimmen Sie Ihren GQ!ST~. A R . :j .. .. ~ (!jMinute Das menschliche Gehirn ist nach Ansicht vieler Wissen- schaftler die komplexeste Masse des Universums. Es wiegt nur etwa 1500 Gramm, enthält aber eine unvorstellbare Menge an Gehirnzellen, die auch als Neuronen bezeichnet werden. Ilach neuesten Erkenntnissen der Gehirnforschung beläuft sich ihre Anzahl auf rund 300 Milliarden! Obgleich das Gehirn relativ klein ist im Vergleich zum ganzen Körper, verbraucht es über 20 Prozent der gesamten umgesetzten Energie: Dies entspricht letztlich dem Energieverbrauch ei- ner 25-Watt-Glühbirne. Noch wichtiger als die Anzahl der lIeuronen ist wohl die Zahl der Verschaltungen zwischen diesen; so kann jedes Neuron mit bis zu 10000 anderen Gehirnzellen eine Vernetzung durch Dendriten eingehen. Und die Anzahl unserer Fertigkeiten sowie das Ausmaß un- serer mentalen Leistungsfähigkeit, kurz gesagt unser »Hu- manpotenzial«, hängt wahrscheinlich von der Gesamt- menge effizienter Neuronen-Verknüpfungen ab. Und nun die gute Nachricht: Tierexperimente haben gezeigt, dass das Ausmaß der Neuronenvernetzung durch die beständige Bewältigung anspruchsvoller geistiger Aufgaben - also durch Mentaltraining - zunimmt! - und das in jedem Al- ter! Dies wäre also auch die physiologische Basis für die im- mense Leistungssteigerung des Gedächtnisses, welche durch regelmäßige Übungseinheiten erreichbar ist.40
  40. 40. Eit/ Gedächtnistest mit zehn AufgabenTextwörter-Sprint Wiedergabezeit: 2 MinutenFügen Sie nun nach beliebiger Reihenfolge alle markierten Text­wörter ein, an die Sie sich noch erinnern können, Sie haben hier­für zwei Minuten Zeit. Gesamtpunktzahl: _ _ _ __Na, war es schwer? - Ich hoffe, nicht allzu sehr! Bitte gehen Sie ansEnde des Buches zum Abschnitt »Auswertung«, um Näheres überIhre Ergebnisse zu erfahren . 41
  41. 41. [!JJ ~ ~@[? ~@~ ~ [?~ =- @~ ~~~~~ ~ ~@[f@~@]@[? [Q)~~@~~[fJ@~~~@[?Nutzen w ir tatsächlich nur zehn Prozentunseres Denkorgans?Gratulation! Sie haben keine theoretische Abhandlung der Hirn­forschung erstanden, sondern einen leicht verständlichen undunterhaltsamen Schnellkurs zur Steigerung der Gedächtnisleis­tung. Sie werden dieses Buch schon nach wenigen Seiten schätzenlernen. Die Techniken und Strategien, die ich erläutere, sollen Ih­nen zu einer Mentalkraft verhelfen, die Sie bisher für unmöglichhielten. Nach der Lektüre dieses Buchs werden Sie sich wundem,warum nicht jeder längst mit Gedächtnis-Techniken arbeitet, dennsie sind der Weg, die faszinierenden Möglichkeiten unseres Denk­organs auszuschöpfen. Um die Wirkung der Merk-Methoden bes­ser verstehen zu können, möchte ich kurz auf die Anatomie undPhysiologie des Gehirns eingehen. Vielleicht haben Sie schon einmal gehört, der Mensch nutzesein Gehirn nur zu zehn Prozent, manchmal wird behauptet, esseien sogar nur fünf Prozent oder lediglich ein Prozent! Meistensentdeckt man solche Zahlen in Prospekten für Persönlichkeits-,Gehirn- oder Motivations-Trainingsprogramme. Und sicherlichdurchschauen Sie, wie nützlich diese Behauptung ist, denn siedeckt sich mit den Geschäftsinteressen jedes unseriösen (weilschlecht informierten oder vorsätzlich schlecht informierenden) 43
  42. 42. Unser Gehirn - ein faszinierender DatenspeicherMental-Gurus: Wer wäre nicht daran interessiert, auch den vielgrößeren (um 90 bis 99 Prozent), aber anscheinend brachliegen­den Teil des Gehirns zu nutzen? Und so verbreitete sich der Mythos vom ungenutzten Gehirnüber die Jahre, untermauert auch durch eine angebliche Äußerungvom oft falsch zitierten oder missverstandenen Albert Einstein!Und so werde ich auch oft gefragt, was man tun kann, um die rest­lichen 90 Prozent unserer grauen Zellen in Gang zu setzen. Meinenüchterne Antwort: }}Wenn Sie tatsächlich nur zehn Prozent nut­zen würden, wären Sie außerstande, diese Frage zu stellen!« Himforscher sind einhellig der Meinung, dass wir Menschennahezu die Gesamtmasse unseres Gehirns aktivieren. NeuesteAnalysen von Computertomographie-Bildern ermöglichen zu fastjedem Areal des Gehirns eine gewisse Zuordnung. Und längstkann man jedem Menschen mit Hilfe von Tomographen undHirnstrom-Messgeräten (EEG) beim Denken zusehen. So fandenForscher für Dutzende geistige und körperliche Funktionen ent­sprechende neuronale Bereiche, die beispielsweise für die Sprach­begabung oder das Zahlengedächtnis verantwortlich sind. Zwarexistieren auf der Landkarte des Gehirns noch viele weiße Flecken(ähnlich wie auf dem Globus vor 500 oder 600 Jahren), aber nichtsdeutet darauf hin, dass wir seit Jahrmillionen Menschheitsge­schichte ein Kilogramm ungenutzte Hirnrnasse mit uns herum­schleppen. Die Erkenntnis, einen rundum vitalen Zentralrechner zu besit­zen, sollte Sie allerdings nicht dazu verleiten, das Buch beiseite zulegen. Ganz im Gegenteil: Denn genauso wie bei einem Computerkönnen wir (mit gewissen Einschränkungen - aber dazu später)im Kopf zwischen Hardware- und Software unterscheiden. Auch44
  43. 43. Nutzen wir tatsächlich nur zehn Prozent unseres Denkorgans?ein Computer benötigt alle seine elektronischen Bestandteile füreinen einwandfreien Betrieb, was man beispielsweise daran sieht,dass er »den Geist aufgibt", wenn ein winziges Bauteil der Hard­ware defekt ist. Aber wie effektiv man diese Hardware nutzt undwelche Gesamtleistung der Rechner vollbringt, hängt von der(meist sehr kostbaren und teuren) Software ab, die installiert ist! Nehmen wir einmal an, eine Testperson sollte entscheiden, wel­cher von zwei Computern der bessere ist: Auf dem einen läuft einemickrige Textverarbeitung, auf dem anderen eine fantashsche 3-D­Animation. Jeder würde wohl letzteren mit Sicherheit für den bes­seren halten - obwohl in unserem Gedankenexperiment beideComputer mit identischer Hardware ausgestattet sind. Genauso verhält es sich mit unserem Gehirn. Wir benötigen na­hezu die gesamte Struktur unseres Denkorgans zur Bewältigungdes Alltags und der beruflichen Anforderungen. Darüber hinausbewegen sich die messbaren Unterschiede im Oberstübchen ge­sunder Menschen im Übrigen in sehr engen Grenzen: UnsereSchaltzentrale besteht zu 75 Prozent aus Wasser, ist etwa 1000 bis2000 Gramm schwer (Männer haben im Durchschnitt 100 Grammmehr - aber keine falschen Rückschlüsse daraus ziehen, meineHerren!) . Sie ist aus etwa 300 Milliarden neuronalen Zellen aufge­baut, dies entspricht einer größeren Zahl als der uns im Univer­sum bekannten Sterne. Selbst das Gehirn von Albert Einstein, fürdie meisten Menschen Inbegriff eines Genies, wies als einzig sig­nifikanten Unterschied zum »Durchschnittsgehirn ..< einen leichtvergrößerten Schläfenlappen auf. Für seine epochalen Errungen­schaften reicht diese anatomische Erklärung jedoch nicht aus. Denn wie effektiv wir unser Gehirn nutzen, hängt davon ab, wiegut Hardware und Software in der Lage sind, neue Daten aufzu­ 45
  44. 44. Unser Gehirn - ein faszinierender Datenspeichernehmen, abzuspeichern, zu verknüpfen und bei Bedarf auch wie­der abzurufen. Wobei auf gehirnphysiologischer Ebene sich die»Hardware« als vernetzte Neuronen darstellt und unter der »Soft­ware« der angelernte Wissensspeicher, das logische Verständnis,die Kombinationsfähigkeit und alle anderen kognitiven Fähigkei­ten gemeint sind, einschließlich der gelernten Methoden, Techni·ken und Strategien zur Optimierung der Denkprozesse. Und nun die schier unglaubliche Nachricht: Die Gesamtleis­tung Ihrer »Gehirn-Software« können Sie um Tausende Prozentverbessern! Als ich vor wenigen Jahren selbst die hier beschriebe­nen Lernstrategien erfuhr und regelmäßig zu trainieren begann,wusste ich noch nicht, wozu mein Gehirn in der Lage sein würde.Seitdem habe ich mich in Abhängigkeit von den gestellten Ge­dächtnisaufgaben um 300 bis 3000 Prozent verbessert! Ein Endedieses Mental-Tunings ist nicht abzusehen.Mehrere Gedächtn isse, ein ZielKonstruiert ist unser gesamter Organismus - und damit auch un­ser Gehirn - um Mammuts zu erlegen, Beeren zu sammeln, dasLagerfeuer in der Höhle am Brennen zu halten und so die eigeneSippe gegen die Gefahren und Unbilden der Natur zu verteidigen.Wie man einbalsamierten Pharaonen, eingefrorenen Gletscherlei­chen oder versteinerten Knochenresten unserer Vorfahren entneh­men kann, hat sich der Bauplan des Menschen in den letzten100000 Jahren kaum verändert. Auch unser Geist hat sich in vielenvergangenen Generationen eher darin bewährt, einen Säbelzahn­tiger zu überlisten, als Termine zu jagen.46
  45. 45. Mehrere Gedächtnisse, ein Ziel Und noch heute kann man entdecken, wie sinnvoll der Aufbauunseres Gehirns für das Überleben in der Wildnis ist. Denn wür­den alle Sinneseindrücke wahllos in unserem Datenspeicher fi­xiert, wäre seine Kapazität wohl schon nach den ersten Lebenswo­chen erschöpft. Oder wollten Sie heute tatsächlich wissen, wie vie­le Windeln Sie als Säugling verbraucht haben? Wie wichtig das Vergessen für unser Gedächtnis ist, kann manauch bei jedem Schreckerlebnis erkennen - schon nach wenigenSekunden ist das Knarzen einer Tür im dunklen Keller vergessen,wenn wir bemerkt haben, dass das Ereignis es nicht wert war, ab­gespeIchert zu werden. War es nur ein Windzug, der die Tür be­wegte, können wir daraus nichts fürs Leben lernen, und der Hör­eindruck »Knarzen« wird nicht den Weg in tiefere Gedächtnisre­gionen finden. Ein steinzeitlicher Jäger wäre schon nach wenigenMetern im Wald dem Nervenzusammenbruch nahe gewesen, hät­te sein Gedächtnis nicht permanent verdächtige Geräusche undBilder gelöscht. Unvergesslich blieb dagegen das Röhren, die Jagdund der Kampf mit einem Hirschen oder Wildschwein, wenn derSteinzeit-Jäger anschließend mit einem frischen Wildbraten be­lohnt wurde. Ganz offensichtlich spielen Gefühle (Angst und Furcht beischlimmen Erinnerungen, Freude und Glück bei angenehmen Er­innerungen) eine überragende Rolle dabei, ob man sich ein Ge­räusch, ein Bild, einen Dutt oder eine nüchterne Zahl einprägt.Und bestimmte Instanzen im Kopf müssen über die Verteilung,Bewertung und Verknüpfung von Sinneseindrücken entscheiden(eine Leistung, zu der übrigens kein Computer fahig ist). UnserZiel ist es, diese ganz natürlichen und in Jahrtausenden bewährten,mentalen Prozesse zur Optimierung des Gedächtnisses zu nutzen. 47
  46. 46. Unser Gehirn - ein faszinierender DatenspeicherWas beim Merken passiertDass unser Gehirn in den meisten Disziplinen weitaus leistungs­fahiger ist als jeder Computer (auch wenn der Silizium-Geist desIBM-Rechners »Deep BIue« den Schachweltmeister Gary Kaspa­row geschlagen hat - aber dabei rechnete er nur stupide eine schierunendliche Anzahl von Schachzügen durch), liegt an der sehr öko­nomischen und ausgefeilten Informationsverarbeitung und eini­gen genialen Tricks, die uns die Schöpfung mit auf den Weg gab. Nachdem sich unser Denkorgan in Kindheit und Jugend zu vol­ler Pracht entwickelt hat, ist ein Absterben von Gehirnzellen zwarmöglich (wahrscheinlich weit mehr als 1000 täglich, schätzen Me­diziner), unserem Verstand setzt das aber kaum zu, weil wir auchneue Zellen bilden können, wenn wir uns geistig fordern (etwa1000 Neuronen täglich, lassen neueste Studien vermuten). Zudemmüssen wir uns das Gehirn als ein Zusammenspiel vieler verschie­dener Regionen vorstellen, die miteinander kommunizieren undsich - so gut es geht - die Arbeit teilen. So haben Wissenschaftler herausgefunden, dass die rechte unddie linke Hirnhälfte gewisse (wenn auch nicht ausschließliche)Spezialisierungen a ufureisen:.. Die linke HirnhäUte ist vorwiegend für Rationales zuständig. Sie stellt Kategorien und zeitliche Analysen auf, löst logische Probleme (Kopfrechnen) und repräsentiert das Faktengedächt­ nis (Telefonnummer, Pin-Zahl)... Die rechte Hirnhälfte gilt als Sitz der Kreativität und Emotio­ nen. Gefühle, Assoziationen, Gestik, Mimik, Ironie und Musik werden hier verarbeitet, aber auch die räumliche Orientierung und Bilder. Das autobiografische Gedächtnis (»Wann war noch­ mal der Hochzeitstag?«) ist hier angesiedelt.48
  47. 47. Mehrere Gedächtnisse, ein .:;-~iel Bismarck Beethoven Voltaire van Gogh Ein Geniestreich, wenn man die Stärken der linken und rechten Hirn- hälfte ausschöpft Jarwin ShakespeareAuf welche Weise die im Gehirn ablaufenden biochemischen undelektrischen Prozesse letzlich zu einer Informationsabspeicherungführen, ist bis jetzt noch völlig unklar. Über die praktische Funk­tionsweise des Gedächtnisses gibt es allerdings ganz präzise Vor­stellungen. Nehmen wir einmal an, beim Spaziergang durch die Stadt läuftuns eine Person über den Weg, die einem Prominenten ähnelt,beispielsweise dem Tenor!...uciano Pavarotti. Diese überraschende 49
  48. 48. Unser Gehirn - ein faszinierender DatenspeicherBegegnung löst sicherlich ein ganz individuelles Wahrnehmungs­programm aus, das etwa folgende Inhalte haben könnte:~ Sie erkennen die Ähnlichkeit der Person, denn in Ihrem per­ sönlichen Bildarchiv ist die markante Silhouette des Italieners abgespeichert.~ Aus dem Namensgedächtnis wollen Sie »Pavarotti« abrufen, ent­ weder gelingt es Ihnen, oder der Name »liegt Ihnen auf der Zunge«.~ Weitere Assoziationen werden wach: Sie hören ihn eine Verdi­ Arie schmettern, das Vibrato seiner Stimme, sein letzter Fern­ seh-Auftritt, und hat er nicht sogar eine Platte mit U2 aufge­ nommen? Dazu gesellen sich abschweifende Gedanken: Ist die Toskana nicht eine herrliche Reiselandschaft? Die Weinberge, der Duft von gedünsteten Tomaten und Salbei.So stürzt eine Flut von Informationen aus allen Bereichen des Ge­dächtnisses auf uns ein, ausgelöst von einem kurzen Blick. Fakten,Daten, Bilder und Ereignisse treten ins Bewusstsein, die irgendwoverschüttet schienen, plötzlich sind sie miteinander verknüpft. DasBeispiel zeigt auch viel von der Arbeitsweise des Gedächtnisses:Wir erinnern Pavarottis Namen vermutlich leicht, weil eben un­zählige Informationen mit seinem Konterfei und seinem Namenverbunden sind, die jede für sich einem Wegweiser zum Namen»Pavarotti« gleicht. Typisch für die Arbeitsweise des Gehirns istauch, dass jede Wahrnehmung, ganz egal, ob es »Die drei Tenöre«sind oder ein roter Ball, in verschiedene Aspekte aufgeteilt und se­parat verarbeitet wird: Die Detailinformation »Ball« wird in einemHirnareal gespeichert, die Farbe »Rot« an einem anderen Ort. Einassoziationsreiches Abspeichern führt so zu mehr Erinnerungs­50
  49. 49. Mehrere Gedächtnisse, ein Zielspuren für eine Information, wodurch diese leichter abrufbar ge­macht wird. »Das werde ich nie vergessen« ist ein Versprechen, das man nurhört, wenn jemand wirklich ergriffen ist. Und die Vermutung, eineInformation für immer behalten zu können, gründet genau da­rauf: Der Eindruck muss so stark sein, dass er sich förmlich in dieNeuronenbahnen des Gehirns eingraviert. Neueste Forschungser­gebnisse zeigen, dass unser Gehirn bei wichtigen (lustigen, schö­nen, positiven ebenso wie negativen, tragischen) Informationenunsere Gefühlszentrale - das limbische System - aktiviert. Erstdurch das limbische System wird ein Eindruck so aufgewertet, dasser nachhaltige Gedächtnisspuren hinterlässt. Neueste Ergebnissevon Forschern aus Bonn zeigen, dass zwei Teile des limbischenSystems (das so genannte »Riechhirn« und der »Hippokampus«)mit einer bestimmten Frequenz zu schwingen beginnen, wenn ei­ne Information als Erinnerung abgespeichert wird. Ohne diese 40­Hertz-Schwingung lässt das Gehirn den Sinnesreiz einfach fallen. Extremer Stress ist dagegen Gift für das Gedächtnis. Das Ver­gessen bestimmter Erlebnisse, Bilder oder Eindrücke in Notsitua­tionen ist die logische Folge. In diesen emotionalen Extremsitua­tionen schüttet der Körper Stresshormone aus, die Gedächtnisspu­ren auslöschen (so erklärt sich mancher »Filmriss« nach einemGewaltakt oder Unfall). Für uns ist wichtig zu wissen: Erfolgrei­ches Lernen funktioniert am besten in einer angenehmen, stress­freien Umgebung. Nur in entspannter Atmosphäre können wirunsere Leistungsfähigkeit voll ausschöpfen und »mentale Kondi­tion« für stressige Momente aufbauen! Überlegen Sie doch einmal, worin Ihre früheste kindliche Erin­nerung besteht? In den meisten Fällen sind es Erlebnisse im drit­ 51
  50. 50. Unser Gehirn - ein faszinierender Datenspeicherten oder vierten Lebensjahr, oft verbunden mit großen Gefühlen.So kann einer meiner Bekannten in aller Detailtreue das Flugzeugbeschreiben, das er als Vierjähriger zu Weihnachten bekam, ande­re erzählen mit Schrecken, wie sie sich als Kleinkind versehentlichin einer Toilette einsperrten oder sich beim Einkaufen verliefenund die Eltern nicht mehr fanden. Es sind überwiegend emotionalbeladene Bilder, die unvergesslich bleiben! Diese Erkenntnis (eineStärke unseres Denkorgans) werden wir in den nächsten Kapitelnnoch oft praktisch nutzen können. Immer wieder können Mediziner und Psychologen aus denspeziellen Erkrankungen und Verletzungen des Gehirns von Pa­tienten interessante Aufschlüsse über das Gedächtnis gewinnen.So unterscheiden sie das Gedächtnis nicht nur nach der Informa­tionsprozessierung (wie wir sie gleich besprechen), sondern auchnach der im Gedächtnis abzuspeichernden Information.~ Das prozeduale Gedächtnis speichert Bewegungen des Körpers, es arbeitet automatisch.~ Durch ein unbewusstes Gedächtnissystem wird ein so genann­ ter »Priming-Effekt« hervorgerufen; unter Priming (engl. to pri- me = vorbereiten) versteht man, dass eine vorhergehende Kon­ frontation mit einem Lernmaterial, auch wenn sie unbewusst ist, auf eine spätere (erleichterte) Aufnahme vorbereitet.~ Das Wissensgedächtnis beinhaltet alle erlernten Daten und Fak­ ten. Gefühle, Begeisterung und Spaß (optimiert durch mentale Strategien!) können dessen Leistungsfähigkeit enorm steigern.~ Das episodische Gedächtnis ist der Speicher für unseren Le­ benslauf und alle wichtigen chronologischen Ereignisse. Auch hier spielen Emotionen eine Hauptrolle: Es bleibt vornehmlich haften, was das Gemüt erregt.52
  51. 51. Mehrere Gedächtnisse, ein ZielFür unser Lernen sind vor allem die bei den letzten Gedächtnissys­teme verantwortlich, die man in drei weitere unterschiedliche Ge­dächtnisse zerlegen kann. Jedes hat ein sehr spezifisches Aufga­benspektrum. In der Abbildung auf Seite 55 sind diese drei Ge­dächtnisse grafisch dargestellt.UltrakurzzeitgedächtnisDie am Anfang dieser Gedächtniskaskade stehende Einheit ist dasUltrakurzzeitgedächtnis (UKZ), welches auch als sensorisches Ge­dächtnis bezeichnet wird. Denn die über die Sinne kommendenInformationen werden hier für einen Zeitraum von 0,5 bis zweiSekunden abgespeichert und während dieser Zeit auf ihre Bedeut­samkeit hin überprüft und gefiltert. Diesen Gedächtnisspeicher hat der schwedische Professor J. A.Segner schon 1740 untersucht und seine Speicherzeit mittels eineseinfachen Experiments bestimmt: Er ließ einen Leuchtkörper mitzunehmender Geschwindigkeit rotieren und stellte fest, wann mannicht nur einen einzigen sich bewegenden Leuchtpunkt wahr­nahm, sondern eine leuchtende Kreisform. Aus der Geschwindig­keit an diesem Übergangsmoment ermittelte er dann die Zeitdau­er der Abspeicherung (denn das Gehirn kann den leuchtendenPunkt nur dann als Kreis wahrnehmen, wenn es sich noch langegenug erinnert, wo der Leuchtpunkt vorher gewesen ist); diese lagbei 0,1 bis 0,5 Sekunden, abhängig von der Helligkeit des Leucht­körpers. Natürlich wird auch in den Zellen unserer Sinnesorgane,zum Beispiel beim Auge auf der Netzhaut, die Information für ei­nen kurzen Moment gespeichert. Aber das eigentliche Ultrakurz­zeitgedächtnis ist im Gehirn lokalisiert, wobei dieser Speicher eherauf Muster als auf Helligkeit reagiert. Ferner ist die Speicherzeit 53
  52. 52. Unser Gehirn - ein faszinierender Datenspeichervon der so genannten Sinnesmodalität abhängig. So werden akus­tische Informationen meist länger, bis zu zwei Sekunden, ;·>senso­risch« abgespeichert (»im Ohr klingt es einem noch nach«). Übrigens kann man das UKZ im Alltag schön beim Joggingwahrnehmen. Schließt man während des Laufens die Augen, sofühlt man sich für eine halbe bis zwei Sekunden noch recht sicher,bis einen dann schlagartig die Angst überkommt und man die Au­gen aufreißt. Spätestens dann ist nämlich die im UKZ gespeicher­te Repräsentation der Umgebung verloschen. Nach dem kurzen Ablegen einer Information im UKZ gehtzum Glück alles Nutzlose wieder verloren. Nur ein ganz geringer,aber in irgendeiner Weise »bedeutsamer« Bruchteil schafft denSprung ins nächste Gedächtnis - ins Kurzzeitgedächtnis.KurzzeitgedächtnisDer Name ist Programm! Die gespeicherte Information wird nurüber einen kurzen Zeitraum aufgenommen und verarbeitet, bevorsie verlöscht oder den Weg ins Langzeitgedächtnis findet. Die land­läufige Ansicht, dass Ereignisse, an die man sich lediglich für eini­ge Stunden oder wenige Tage erinnert, nur im Kurzzeitgedächtnisgespeichert sind und nicht im Langzeitgedächtnis, ist jedochfalsch. Die Speicherdauer des Kurzzeitgedächtnisses beträgt ledig­lich bis zu 20 Sekunden! (Der Vollständigkeit halber sel gesagt,dass einige Gedächtnisforscher aufgrund bestimmter Experimen­te als maximale Speicherzeit des Kurzzeitgedächtnisses 20 Minu­ten angeben.) Die für uns wichtige Konsequenz ist, dass alle Infor­mationen, die Sie über einen kürzeren Zeitraum - und sei es nurDas Drei-Gedächtnisse-Modell bestehend aus Ultrakurz·, Kurz- und Langzeit- ~gedächtnis54
  53. 53. Mehrere Gedächtnisse, ein Ziel Ull ~l)JJii Speicherzeit: . ­ "~y.+,+ y~" ~ 0,5 bis 2 Sekunden Kapazität: ~ UItrakurzzeitgedächtnis groß I (sensorisches Gedächtnis) I Verlust: Zeit und Infob its .. ","",","~P,." Speicherzeit: Kurzzeit- ca, 20 Sekunden gedächtnis Kapazität: (Arbeits- sehr gering gedächtnis) (7 ± 2 Chunks) Zugriff.@l)JJii~l)JJii .. - - - ­ sehr schnell Verlust: Zeit und Infobits Langzeitgedächtnis Speicherzeit: unbegrenzt ~ / Kapazität: unbegrenzt tl; ~ Zugriff. schnell (evtL gestört) Verlust: keiner !? ~ CJ {i ) ) • • 55
  54. 54. Unser Gehirn - ein faszinierender Oatenspeic;hereine Stunde - gespeichert haben, bereits im Langzeitgedächtnissind! Aber das Kurzzeitgedächtnis hat eine weitere zu beachtende Ei­genschaft: Es hat ein äußerst begrenztes Aufnahmevermögen. Wieerstaunlich klein diese Speicherkapazität ist, können Sie durch dasnachfolgende kleine Experiment »am eigenen Leibe« erfahren.Besti mmung der Gedächtnisspanne: Decken Sie die unten stehen­den Zahlenreihen mit einem Blatt Papier ab. Es sind insgesamtsechs Zahlenreihen , wobei die erste Zahlenreihe aus vier Ziffernund die letzte aus neun Ziffern besteht. Ihre Aufgabe ist es nun, je­de Zahlenreihe, angefangen mit der ersten, möglichst fehlerfrei zumemorieren und dann im Anschluss aufzuschreiben. Allerdingsmüssen Sie dabei noch etwas Besonderes beachten! Sie sollten je­de Ziffer im Takt von ein bis zwei Sekunden laut vorlesen und nureinmal anschauen. Probieren Sie es nun mit der ersten Zahlenrei­he, schreiben Sie die vier Ziffern auf und lesen Sie dann die nächs­te, fünfstellige laut vor, und bringen Sie diese Ziffernfolge so gutwie möglich aufs Papier.4 Z iffern 6 3 7 85 Ziffern 400 7 56 Ziffern 1 403 7 97 Ziffern 7 8 3 2 9 6 28 Ziffern 2 3 o 9 1 9 6 19 Ziffern 3 o 5 2 7 2 6 3 556
  55. 55. Mehrere Gedächtnisse, ein ZielIst es nicht erstaunlich, wie leicht sich vier oder fünf Ziffern ein­prägen? Mit sieben oder gar acht Ziffern gestaltet sich die Aufgabeals enorm anspruchsvoll und mit neun als fast unmöglich. Übri­gens beruht dieser Test auf den systematischen experimentellenArbeiten von J. Jacobs, einem Londoner Lehrer, der bereits 1887das Lernvermögen seiner Schulkinder damit bestimmen wollte;und auch heutzutage ist ein entsprechender Testblock häufig Be­standteil von IQ-Tests, wobei das Memorieren von neun oder zehnZiffern eindeutig im Geniebereich von einem IQ über 150 liegt!(Siehe auch die Anekdote »Unwissende Wissenschaftler ... «.) Was Sie eben erfahren haben, ist Ihre persönliche Kapazitäts­grenze des Kurzzeitgedächtnisses. Im Durchschnitt merken sichdie Menschen sechs bis sieben Ziffern - oder Informationseinhei­ten -, denn für die Bestimmung der Aufnahmegrenze des Kurz­zeitgedächtnisses ist es nahezu irrelevant, ob man diesen Test m itZiffern, Buchstaben, Wörtern, Zeigebewegungen oder Farbenmacht. Auch für das Lösen von Denkaufgaben bestimmt der be­grenzte Umfang des Kurzzeitgedächtnisses den anscheinend ho­hea Schwierigkeitsgrad. Dies drückt sich auch im zweiten Begriffaus, der manchmal parallel für das Kurzzeitgedächtnis verwendetwird: Arbeitsgedächtnis - in Entsprechung zum Arbeitsspeicherdes Computers. Versuchen Sie sich nun am folgenden trivialen Lo­gik-Test, der das Arbeitsgedächtnis nur gering belastet: Maria ist schöner als Bettina. Wer ist hässlicher?Nun, ich denke, das war auf Anhieb lösbar, doch wie steht es mitfolgender Aufgabe, können Sie sie nach einmaligem Durchlesenlösen? 57
  56. 56. Unser Gehirn - ein faszinierender Datenspeicher Felix ist kleiner als Markus. Robert ist größer als Harry. Felix ist größer als Robert. Wer ist der größte?Ich darf Sie trösten, Ungeübte sind meist nicht in der Lage, dieseKopf- Nuss zu knacken. Der normale Arbeitsspeicher ist einfachnicht groß genug, um alle Informationen aufzunehmen und dieRelationen (»Markus ist größer als Robert«) im Gedächtnis herzu­stellen. Aber man kann das Kurzzeitgedächtnis "überlisten«, wie,verrate ich im übernächsten Abschnitt.Unwisse~Wissenschafter bei der Sinfonie der Zahlen Wissenschaftler meinten noch vor wenigen Jahren, das menschliche Ge- ,Im wä" o,ft du B""rilnkt,,t des K,,,,"tg,dä,,tnl"es nl"t In nmd du Log, m" 0" 15 bl, 20 zljfun ob""p,I"un, wenn ,lei,w,lI, Im Ab,tond von 0,5 bl, 3 S,k"den voll""" wuden. 01,,, A"I"t b,"· te of den Unt,~"""g," G,dä"tnlfo~""n von du "" 100Ja" tl ", dl ,o",""" G,dä,,nl,kü"" "d mo",mo ,," Genies g,te~,t hatten, die teilweise auch nachweislich einen extrem hohen IQ hatten. Seit Beginn der Gedächtnis_Weltmeisterschaften im Jahr 1991 gibt es nun g"o, dies DI"lpll" "Spaken "mb, bei d" oll, Wel S,k"den ,Ine Zlff" voll""" wl,d. Im Ja" 2000 ko"" I" In dl," Dplln einen neuen Weltrekord aufstellen: Ich memorierte alle vorgelesenen 400 ZIjf"n o,ne ,I ne n ,nzgen F,"," Da, fü,rt nl"t ",,", Ab",of f",g dlesu DI"lplln, "nd"n In du p"""u,,,bo,,ng ,ond, ., ... du· ort kann ,In Men,, ml genialem IQ ",n ZIjf,m m,mMI,,,n, wl, 0" in aller Welt muss der IQ von Gunther Karsten sein, wenn er imstande ist, 400zijfern zu memorieren?«
  57. 57. Mehrere Gedächtnisse, ein ZielÜbrigens kennt jeder auch aus dem Alltag die Beschränktheit undauch»Verletzlichkeit« des Kurzzeitgedächtnisses. Man bekommtam Telefon eine Telefonnummer gesagt, hat aber nichts zumSchreiben. Also versucht man, sie sich so zu merken, wiederholtsie am Ende des Gesprächs noch mal, legt auf und repetiert sie nunständig im Geist, während man auf dem Weg zu Papier und Blei­stift ist. Da stürmt plötzlich der Partner mit der Frage nach derUhrzeit herein, man antwortet spontan »halb sieben« und musserschrocken feststellen: Die mühsam wiederholte Telefonnummerist gänzlich vergessen!LangzeitgedächtnisErneut gibt es zwei Möglichkeiten für die jetzt im Kurzzeitge­dächtnis vorhandene Information. Entweder sie verlischt, oder siegeht über ins Langzeitgedächtnis. Dieser bekannteste Gedächtnis­speicher hat drei wesentliche Eigenschaften.1. Unbegrenzte Spe;cherdauer: Die Haltbarkeit der gespeichertenInformation ist möglicherweise unbegrenzt. Viele Gehirnforschersind der Ansicht, man könne im Grunde nichts vergessen, was ein­mal im Langzeitgedächtnis abgespeichert wurde. »Nanu, ich habeaber schon so manches von der Schulzeit vergessen« wird einemnun »durch den Kopf schießen«. Die Erklärung ist einfach: Das>;.Wissen« ist eigentlich noch vorhanden, nur leider kann man esnicht wiederfinden. Hier hilft zum Verständnis eine Analogie: Sor­tiert der Bibliothekar ein Buch in der riesigen Bibliothek falsch ein,so wird er es wohl kaum jemals wieder ausfindig machen können.Er weiß vielleicht noch, dass es mal vorhanden war, glaubt nunaber, dass es wohl entwendet wurde. Hätte er sich jedoch beim Ein­ 59
  58. 58. Unser Gehirn - ein faszinierender Datenspeichersortieren konzentriert, das ausgeklügelte bibliographIsche Eintei­lungssystem genutzt und das Werk am korrekten Platz abgelegt, sohätte er es ohne Frage wiedergefunden. ~ Tipp: Ordnen Sie neue Information beim Abspeichern kor- rekt ein. Das heißt, nutzen Sie Kategorisierungsmuster im Geist. Diese schaffen Sie durch die Verknüpfung der zu lernenden Infor- mation mit bereits im Langzeitgedächtnis gespeichertem ähnli- chem Wissensstoff. Dadurch entstehen im Gedächtnis immer größere »Wissensinseln«, die Sie zunehmend leichter »ansteu- ern« können. Bilden Sie zusätzlich möglichst viele Assoziationen mit themenfremdem Langzeitwissen, quasi als Wegweiser zum schnelleren Abrufen der Information.Untermauern kann man das zum einen durch die faszinierendenErgebnisse des Neurochirurgen Wilder Penfield, der durch elektri­sche Reizung bestimmter Gehirnareale (zum immensen Erstau­nen der dabei wachen Patienten) tief verborgene Erinnerungenwieder ins Bewusstsein zurückholen konnte (wenn auch nur beivier Prozent der operierten Personen und ohne Überprüfung derAuthentizität der Erinnerungen); zum anderen sind auch in Hyp­nose versetzte Menschen in der Lage, Informationen hervorzuho­len, die sie im normalen Bewusstseinszustand nicht haben abru­fen können (allerdings konnte nicht der Beweis erbracht werden,dass jegliches Wissen wieder erinnert werden kann; und einige inHypnose gemachte Aussagen haben sich als nachweislich falscherwiesen).60
  59. 59. Mehrere Gedächtnisse, ein Ziel2. Unbegrenzte Kapazität: Auch wenn das Funktionsprinzip derAbspeicherung im Gedächtnis noch nicht einmal in den Grundzü­gen wissenschaftlich aufgeklärt ist, so sind sich die Wissenschaft­ler in einem Punkt nahezu einig: Die Speicherkapazität des Lang­zeitgedächtnisses ist höchstwahrscheinlich unbegrenzt! Hier liegtein weiterer wesentlicher Unterschied zur Festplatte des Compu­ters, die irgendwann voll ist, weshalb man sich gerade bei großenProgrammen Gedanken machen muss, ob man sie tatsächlichbraucht. Beim Lernen müssen Sie sich diese Gedanken nicht ma­chen - egal, wie viel Sie lernen, um vielleicht Millionen in den Wis­sensshows »abzusahnen«. Ihr Langzeitspeicher wird niemals vollsein (vielmehr wird das Lernen immer leichter gehen, je mehr Siewissen). Diese schier unendliche Leistungsfähigkeit ist uns vonNatur aus gegeben, doch wir müssen lernen, diese fast unbegrenz­ten Möglichkeiten durch richtige Strategien und Training nutzbarzu machen. Doch wie trainierbar ist unser Gehirn? Wie schon vonvielen Kollegen erwähnt, lässt sich das Gehirn zumindest bezüg­lich einiger Aspekte durchaus mit einem Muskel vergleichen.~ So kann durch Training die Leistungsfähigkeit des Gehirns ge­ nauso wie beim Muskel gesteigert werden, allerdings (wie beim Muskeltraining) nur aufgabenspezifisch. Es gibt nämlich kei­ nen Hinweis darauf, dass das Auswendiglernen von Gedichten die Merkfähigkeit für Chemieformeln verbessert (genauso we­ nig wie Gewichtheben die Ausdauer verbessert)! Es sei denn, man wendet die umfassende, allgemein gültige Methodik an, wie wir sie hier erlernen.~ Ferner gibt es Experimente, die nahe legen, dass eine höhere Leistungsfähigkeit in einem mentalen Bereich mit einem effi­ zienteren, Energie einsparenden Arbeiten entsprechender Ge­ 61
  60. 60. Unser Gehirn - ein faszinierender Datenspeicher hirnareale einhergehen kann (so wie die Muskeln von Hoch­ leistungs sportlern sehr effektiv arbeiten).~ Des Weiteren gibt es Hinweise auf gewisse strukturelle Verän­ derungen (stärkere Vernetzung und vergrößerte Hirnareale) des Gehirns in besonders beanspruchten Hirnregionen durch mentale Belastung - Effekte, die auch beim trainierten Muskel zu beobachten sind. So stellten Himforscher bei langjährigen Londoner Taxifahrern fest, dass deren Region für das Orts ge­ dächtnis vergrößert war, und zwar war diese Vergrößerung des für die räumliche Orientierung zuständigen Hirnareals umso ausgeprägter, je länger die Taxifahrer ihren Beruf ausübten. Und Hirnareale im Schläfenlappen, in denen die auditive Ver­ arbeitung von Informationen geschieht, waren bei Musikern mit dem so genannten »absoluten Gehör« doppelt so groß wie bei der Vergleichsgruppe.Auch die Untersuchung meines Gehirns durch Kernspin-Tomo­graphie und MEEG läuft noch an Universitäten in Tübingen undLondon, um die obige Fragestellung zu erhellen. Aber für die Pra­xis ist die Frage nach möglichen anatomischen Veränderungen imGehirn irrelevant; denn Fakt ist: Um die Merkfahigkeit unseres Ge­hirns zu optimieren, müssen wir (wie schon angedeutet) unsereSoftware und ihre faszinierenden Möglichkeiten ausschöpfen so­wie intelligente Merksysteme einsetzen.3. Kurze Abrufzeit: Kaum jemand macht sich darüber Gedanken,welche fantastischen Prozesse ablaufen, um eine Frage wie: ;.;.Ken­nen Sie den Wimbledon-Sieger im Tennis von 1961?« prompt mit»Ja« oder »Nein« beantworten zu können. Wir haben enorm effi­62
  61. 61. Wie Sie den »Flaschenhals« des Gedächtnisses erweiternziente Mechanismen (Algorithmen), um diese Entscheidung mitgroßer Sicherheit in Sekundenbruchteilen treffen zu können; unddas bei einer schier unvorstellbaren Datenmenge, die bei jedem Er­wachsenen abgespeichert ist. Vermutlich mögen Sie hier einwen­den, dass Sie doch manchmal Probleme haben, die gespeicherteInformation abzurufen, insbesondere beim »Es-liegt-mir-auf-der­Zunge-Phänomen«. Trotzdem wissen Sie auch in diesem Fall, dasseine Erinnerungsspur vorhanden ist, nur finden Sie den Zugangnicht. Was Sie dann tun können, beschreibe ich ausführlich in ei­nem späteren Kapitel.Wie Sie den »Flaschenhals« desGedächtn isses erweiternSie sehen an der grafischen Abbildung zum Drei-Gedächtnisse­Modell (Seite 55), dass das Kurzzeitgedächtnis einen fatalen Fla­schenhals beim Prozess des Lernens bildet. Jede Information, diein das Langzeitgedächtnis kommen soll, muss diesen Speicher pas­sieren - bei einer großen Menge an Wissensstoff kann das enormlange dauern. Wie überlisten Sie nun Ihr Kurzzeitgedächtnis? Im Jahr 1956 veröffentlichte der Amerikaner George A. Millerseine umfangreichen Untersuchungen zur Kapazität des Kurzzeit­gedächtnisses; er wies nach, dass die Aufnahmekapazität auf sie­ben plus/minus zwei Informationseinheiten beschränkt ist, die erauch Chunks (abgeleitet vom englischen Wort chunk für Brocken)nannte. Was ist aber eine Informationseinheit oder ein Chunk? Diese Frage lässt sich nur sehr individuell beantworten - eshängt von Know-how und Erfahrung ab. Die vierstellige Zahl vom 63

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