Landfill Mining – Option oder Fiktion ?Dr. Georg Mehlhart, Dr. Veronika UstohalovaWorkshop des Öko-Institut e.V10. Februar...
Einleitung / Inhalt1. Definitionen2. Potentiale für Landfill Mining im Vergleich mit anderen   Massenströmen3. Technische ...
Definitionen                                                     •   Verpackungsabfälle (< 1a)                            ...
Potentiale Landfill MiningAbschätzungen:                                                                       128        ...
Potential Landfill Mining im Vergleich mit aktuellen Massenströmen2500 Mio. t (1)                Potential aus landfillSie...
Potential Landfill Mining im Vergleich mit aktuellen Massenströmen1600 Mio. t (1)             Potential aus landfillSiedlu...
Kapazitäten Aufbereitungs- /Verwertungs- / Entsorgungsanlagen                                   Kapazitäten in 2008       ...
Potential Industrieablagerungen• Werksdeponien• Untertagedeponien• Ablagerungen der chemischen Industrie (?)• Schlacken, S...
Beispiel: Eisengehalte von Schlacken, Stäuben und Schlämmen aus Eisenhütten                                               ...
Zwischen-Resümee• Die hochgerechneten Potentiale an Wertstoffen in den  Deponien und industriellen Ablagerungen sind erheb...
Landfill Mining: OptionenAbhängig vom Ausgangs-Zustand desDeponiesystems (technische Einrichtungen,Abfallmengen / Abfallbe...
Dauer und Kosten der Nachsorgeversus Rückbau                                                                           © Ö...
Vorerkundungen: Erforderlich aberBandbreiten sind zu berücksichtigen•      Auswertung der Unterlagen (Deponietagebuch, „Ka...
Technische Anforderungen:Aushub mit optional vorgeschalteterStabilisierungsmaßnahmen Geeignete Stabilisierungsmaßnahme de...
Sortierung: Bestehende Kapazitätender Aufbereitungs- / Verwertungs- /Entsorgungsanlagen                                 Ka...
Kosten Stilllegung/Nachsorge Kostenblöcke Stilllegung und Nachsorge bezogen auf                            1) gesamtes Dep...
Gesamtkosten Vergleich     Stilllegung/Nachsorge versus     Rückbau     Kosten bezogen auf gesamtes Deponievolumen        ...
Einflussfaktoren auf dieRealisierbarkeit von Landfill Mining                     Faktor                                   ...
Zu berücksichtigende Punkte beiRückbau nach DWA Merkblatt*• Projektentwicklung• Genehmigungsverfahren• Auswahl der Technik...
Zwischenfazit Landfill Mining• Verschiedene Optionen des Landfill Minings sind zu  unterscheiden.• Abgesehen von Sonderfäl...
Zum Vergleich: Verlorene Wertstoffeim anderen Feldern des Urban Mining                                                    ...
Zum Vergleich: Verlorene Wertstoffeim Restmüll und hausmüllähnlichen                                                      ...
Verlorene Sekundär-Ressourcen:Elektro- und Elektronik-Schrott                                                         2006...
Workshop „Landfill Mining – Option oder Fiktion?“, Berlin 10. Februar 2012   24
Verlorene Sekundär-Ressourcen:Elektro- und Elektronik-Schrott                                                             ...
Verlorene Sekundär-Ressourcen:Elektro- und Elektronik-Schrott                                                             ...
Verlorene Sekundär-Ressourcen:Notebooks                    Gehalt in allen        Verluste bei der          Rückgewinnung ...
Verlorene Sekundär-Ressourcen:Altfahrzeuge                 2008                                                           ...
Verlorene Sekundär-Ressourcen:Altfahrzeuge: EU 2008                                           Öko-Institut (2011): Europea...
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Resümee 1/3• Es gibt (derzeit noch) keine ausreichende praktische  Erfahrungen um nachzuweisen, ob landfill mining  wirtsc...
Resümee 2/3• Die Wertstoff-Potentiale im Bereich der kurzlebigen  Konsumgüter sind noch erheblich. Hier sind entsprechende...
Resümee 3/3• Es gibt erhebliche Überkapazitäten (> 10 Mio. t/a) bei  Sortieranlagen, thermischen Abfallbehandlungsanlagen ...
Empfehlungen                                                  • “Design for reuse”.                                       ...
Empfehlungen                                                  • „Design for reuse“.                                       ...
Kontakt:  Dr. Veronika Ustohalova v.ustohalova@oeko.de  Dr. Georg Mehlhart g.mehlhart@oeko.de  Öko-Institut e.V.          ...
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Workshop "Landfill Mining – Option oder Fiktion?" des Öko-Institut e.V., 10. Februar 2012, Berlin

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Landfill Mining – Option oder Fiktion?

  1. 1. Landfill Mining – Option oder Fiktion ?Dr. Georg Mehlhart, Dr. Veronika UstohalovaWorkshop des Öko-Institut e.V10. Februar, Berlin
  2. 2. Einleitung / Inhalt1. Definitionen2. Potentiale für Landfill Mining im Vergleich mit anderen Massenströmen3. Technische Rahmenbedingungen und Kosten für Landfill Mining4. Weitere Potentiale im Bereich Urban Mining5. Resümee und Empfehlungen Workshop „Landfill Mining – Option oder Fiktion?“, Berlin 10. Februar 2012 2
  3. 3. Definitionen • Verpackungsabfälle (< 1a) • Elektronik & Elektroabfälle (1 to 10 y) Kurzfristige  • Altautos (< 15 y) Konsumgüter • Andere Abfälle aus Gebrauchsgütern Urban  • • Industrie- und Produktionsabfälle …. Mining • Wohn- und gewerbliche Gebäude Langfristige  • Gebäude & Infrastruktur der Industrie Investitionen • Technische Infrastruktur wie: Straßen, Brücken, Kanäle, Strom- und Datennetze … • Bauschutt- und Siedlungsabfalldeponien • Ablagerungen der Industrie inkl. Bergbau • …. Workshop „Landfill Mining – Option oder Fiktion?“, Berlin 10. Februar 2012 3
  4. 4. Potentiale Landfill MiningAbschätzungen: 128 64 60• für Mix Siedlungsabfall, Bauschutt, Anteil in Gew. %  32 16 20 20 gewerbliche Abfälle 8 10 10 4 5 4 4• Nur Hausmüll 2 2 3 3 3 1,5 1 1 1 1• Bestimmte typische Fraktionen 0,5 0,6 0,25 0,3Methoden für• Ermittlung des theoretischen Potentials• Ermittlung des realen Potentials • Franke, Mocker, Löh; • Rettenberger;Hochrechungen: • Wiemer, Kern;Siedlungsabfall, Bauschutt, • Gäth, Nispel;gewerbliche Abfälle seit 1975: • Bockreis, Knapp2500 Mio. t (z.B. Franke et.al.) • …. Workshop „Landfill Mining – Option oder Fiktion?“, Berlin 10. Februar 2012 4
  5. 5. Potential Landfill Mining im Vergleich mit aktuellen Massenströmen2500 Mio. t (1)  Potential aus landfillSiedlungsabfälle,  miningBauschutt und gewerbliche  Gesamt Per anno Massenströme zum VergleichAbfälle seit 1975  (1%)deponiert Mio. t Mio. t/a Mio. t/aFe‐ Schrott 25  ‐ 100 0,25  ‐ 1 23  (2008, D) 18 (2009, D) 460 (2009, Global)NE‐Metall‐Schott  7  ‐ 15 0,07  ‐ 0,15 0,6 Sekundär‐Al: (2010, D)  0,3  Raff. Cu aus Recy.: (2010, D) 0,3 Raff. Pb + Zn aus Recy.: (2010, D) (1) Nach Franke, Mocker, Löh, 2011 Mehr Details für Import / Export Workshop „Landfill Mining – Option oder Fiktion?“, Berlin 10. Februar 2012 5
  6. 6. Potential Landfill Mining im Vergleich mit aktuellen Massenströmen1600 Mio. t (1) Potential aus landfillSiedlungsabfälle  miningseit 1950 gesamt: Per anno Massenströme zum Vergleichdeponiert (1%)Vermischte, nicht  486 Mio t  4.9 Mio 2.9 Mio t/a EBS Zementindustrie (2008, D)recycelbare, hoch‐ (1) t/a 8.4 Mio t/a EAV 19 + 20 in FEU (2009, D) und mittel‐ 20.8 Mio t/a EAV 19 + 20 in AVA (2009, D)kalorische Abfälle Phosphor (P) In 1000 t: ?? In 1000 t/a: 289 KS  121 Handelsdünger (Ø2001‐11, D) 58 KS‐ > 24.5 Entsorgt mit Faulschlamm  Asche (1) bis zu 60  Gesamt Abwasser Kläranlagen (1) Nach Franke, Mocker, Löh, 2011 Workshop „Landfill Mining – Option oder Fiktion?“, Berlin 10. Februar 2012 6
  7. 7. Kapazitäten Aufbereitungs- /Verwertungs- / Entsorgungsanlagen Kapazitäten in 2008  (Destatis, 2011) Input Sortieranlagen 2009: 24,3 Mio t Verfügbar Genutzt   (Mio. t/a) (Mio. t/a) 4%Sortieranlagen 47,8 25,8 33%MBA 4,7 4,0 36%Feuerungsanlagen  22,7 14,0 8% 19%AVA 26,9 23,1 EAV 15 Verpackungsabfall1% der 15 – 25 Mio t/a EAV 17: Bau‐ und AbbruchabfälleAltdeponien  EAV 19: Abfälle aus Abfallbehandlungsanlagen EAV 20: Siedlungsabfälle Andere Workshop „Landfill Mining – Option oder Fiktion?“, Berlin 10. Februar 2012 7
  8. 8. Potential Industrieablagerungen• Werksdeponien• Untertagedeponien• Ablagerungen der chemischen Industrie (?)• Schlacken, Stäuben und Schlämmen aus Eisenhütten• Rotschlammhalden• Bergbaurückstände• ….. Workshop „Landfill Mining – Option oder Fiktion?“, Berlin 10. Februar 2012 8
  9. 9. Beispiel: Eisengehalte von Schlacken, Stäuben und Schlämmen aus Eisenhütten Fe [%] 2)Hüttensand 0.5  1)HO‐Schlacke 0.2 – 0.7  2)Pfannenschlacke 0.8  Potential: 6 – 20 1)HO‐Gichtgasschlamm 25 – 35  Mio. t, aber: 2) wann? wo? was?Konverterstaub 64.9  1)Gichtgasstaub 20 – 30  2)LD‐Schlacke 20  2)E‐Ofenschlacke 28.4  2)OBM‐Schlacke 18.2  1) Gara, Schrimpf (UBA AT), 1998 2) zitiert nach: Franke, Mocker Löh, 2011 Workshop „Landfill Mining – Option oder Fiktion?“, Berlin 10. Februar 2012 9
  10. 10. Zwischen-Resümee• Die hochgerechneten Potentiale an Wertstoffen in den Deponien und industriellen Ablagerungen sind erheblich und noch nicht in allen erforderlichen Details bekannt.• Nicht alle Potentiale (siehe Phosphor) sind unter den gegebenen Einlagerungs- und Rückbaubedingungen derzeit sinnvoll zugänglich.• Die Annahme von 1% Rückbau ist angesichts der dann zu verarbeitenden Gesamtmengen und der dafür erforderlichen Anlagenkapazitäten plausibel.• Unter dieser Annahme könnten z.B. für Fe-Schrott zusätzliche Mengen von 1 bis 5% gegenüber den derzeitigen Wertstoffkreisläufen in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden. Workshop „Landfill Mining – Option oder Fiktion?“, Berlin 10. Februar 2012 10
  11. 11. Landfill Mining: OptionenAbhängig vom Ausgangs-Zustand desDeponiesystems (technische Einrichtungen,Abfallmengen / Abfallbeschaffenheit etc.)• In situ:  In situ: Erschöpfung der Möglichkeiten zur Deponiegasnutzung  Vorbereitung Aushub: „Aerobe in situ Stabilisierung“• Ex situ: Durchführung von Abfallaushub und Rekultivierung  Sortierung / mechanische Behandlung / Verwertung  Entsorgung / Deponierung der Reste, Sanierung der Basis  Arbeitsschutzmaßnahmen (Gas, Keime, Sporen) Workshop „Landfill Mining – Option oder Fiktion?“, Berlin 10. Februar 2012 11
  12. 12. Dauer und Kosten der Nachsorgeversus Rückbau © Öko-Institut e.V., V.Ustohalova Setzungen 2 .0 0 0 Sickerwasser Gas 1 .5 0 0 ? ? Mit Rückbau Gasmenge [m³*h] Entlassung 1 .0 0 0 Betrieb Nachsorge  (KrW‐/AbfG, DepV)  Abfallbehörde ? Hier arbeitet Veronika 500 Deponiebetreiber  Stilllegung Entlassung Umwelt‐ und Abfallwissenschaftler 0 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 Jah re [a] DepV Kostenfaktor ?Workshop „Landfill Mining – Option oder Fiktion?“, Berlin 10. Februar 2012 12
  13. 13. Vorerkundungen: Erforderlich aberBandbreiten sind zu berücksichtigen• Auswertung der Unterlagen (Deponietagebuch, „Kataster“ etc.)• Vorerkundungen in situ: z.B (Methoden aus dem Nicht-deponie- bereich wie Boden- und Altlastensanierung)• Repräsentative Beprobung durch Bohrungen - erschwert durch starke Inhomogenitäten im Deponiekörper © V.Ustohalova, 2006 Workshop „Landfill Mining – Option oder Fiktion?“, Berlin 10. Februar 2012 13
  14. 14. Technische Anforderungen:Aushub mit optional vorgeschalteterStabilisierungsmaßnahmen Geeignete Stabilisierungsmaßnahme des Deponiekörpers je nach Organikanteil – langfristige Planung  Vor dem Aushub Erschöpfung des Gaspotentials  Stabilisierung der Organik mit anschließender in situ Aerobisierung1) bzw. mit Geruchsstabilisierungssystem2) Ausgrabungstechniken: Dünnschicht (0,5 m) / Dickschicht (bis 3 m)1) Nach Ritzkowski, Stegmann 2007;  Prantl et. al. 20062) Nach Rettenberger, 2010 Workshop „Landfill Mining – Option oder Fiktion?“, Berlin 10. Februar 2012 14
  15. 15. Sortierung: Bestehende Kapazitätender Aufbereitungs- / Verwertungs- /Entsorgungsanlagen Kapazitäten in 2008  Input Sortieranlagen 2009: (Destatis, 2011) 24,3 Mio t Verfügbar Genutzt   4% (Mio. t/a) (Mio. t/a) 33% Sortieranlagen 47,8 25,8 36% MBA 4,7 4,0 Feuerungsanlage 22,7 14,0 8% 19% n  EAV 15 Verpackungsabfall AVA 26,9 23,1 EAV 17: Bau‐ und Abbruchabfälle EAV 19: Abfälle aus 1% der 15 – 25 Mio t/a Abfallbehandlungsanlagen Altdeponien  EAV 20: SiedlungsabfälleTechniken zur Trennung der Wertstoffgemische mit Einschränkungen verbunden Workshop „Landfill Mining – Option oder Fiktion?“, Berlin 10. Februar 2012 15
  16. 16. Kosten Stilllegung/Nachsorge Kostenblöcke Stilllegung und Nachsorge bezogen auf 1) gesamtes Deponievolumen 3 Maßnahme und andere Kosten Kosten in (€/m )Sickerwasserfassung und ‐behandlung 3,0 – 4,5Deponiegasfassung und ‐behandlung 0,2 – 0,9Alternativ aerobe in situ Stabilisierung 0,5 – 1,0Temporäre Oberflächenabdeckung* 0,1 – 0,9*RWI Oberflächenabdichtung (2 Dichtungselemente) 2,8 – 8,2Personalkosten 0,2 - 1,8Sonstige Kosten 0,4 – 1,8 * Nur in Teilbereichen 1) Nach Heyer, Hupe, Biesterfeld, Stegmann, 2012 Workshop „Landfill Mining – Option oder Fiktion?“, Berlin 10. Februar 2012 16
  17. 17. Gesamtkosten Vergleich Stilllegung/Nachsorge versus Rückbau Kosten bezogen auf gesamtes Deponievolumen 3 Maßnahme Kosten in (€/m ) 1)Ohne in situ Stabilisierung, Mindestzeitraum 30 a 9 – 22* 1)Ohne in situ Stabilisierung, Mindestzeitraum 40 ‐ 70 a 12 – 27* 1)Mit in situ Stabilisierung,  Mindestzeitraum 30 a 7 – 19* 1)Mit in situ Stabilisierung, Mindestzeitraum 40 ‐ 70 a 9 – 25* 2)Kosten Deponierückbau ab 10** 2)Zusätzliche Entsorgungskosten ab 20Gesamtkosten inkl. standortabhängige Kosten 2) bis 40(aktuell geprüfte Projekte)1) Nach Heyer, Hupe, Biesterfeld, Stegmann, 20122) Nach Rettenberger, 2012 Workshop „Landfill Mining – Option oder Fiktion?“, Berlin 10. Februar 2012 17
  18. 18. Einflussfaktoren auf dieRealisierbarkeit von Landfill Mining Faktor BemerkungAlter des Deponiekörpers  Geschichte der Gesetzgebung zur Abfallablagerung,  Unterschiede zwischen „Ost“ und „West“ Bislang durchgeführte technische  Basisabdichtung, Oberflächenabdeckung,  Stand der Gasfassung und SickerwasserbehandlungMaßnahmen Abfallbeschaffenheit und  Maßgebend für Aushubarbeiten, Techniken zu weiteren  Abfallbehandlung/ ‐trennung, Arbeitsschutz‐zusammensetzung Umweltgefährdung Gefährdung innerhalb einer verkürzten Zeitspanne im Vergleich zur “klassischen” DeponienachsorgeZugänglichkeit und Flächennutzung  Maßgebend vor allem bei alten DeponiestandortenErlöse / eingesparte Nachsorgekosten  Entscheidungsfindung durch eine KostenaufstellungEntsorgungskosten der Reststoffe Stoffstromanalyse und Auswahl geeigneter TechnikenZuschüsse Derzeit bei Forschungsarbeiten; Langfristig ???Verantwortlichkeiten / Haftungsfragen Klare Zuordnung hinsichtlich der Verantwortlichkeit und Haftung, Identifizierung des Nachholbedarfs der Gesetzgebung/ Gesetzgebung Workshop „Landfill Mining – Option oder Fiktion?“, Berlin 10. Februar 2012 18
  19. 19. Zu berücksichtigende Punkte beiRückbau nach DWA Merkblatt*• Projektentwicklung• Genehmigungsverfahren• Auswahl der Technik• Bewertung der Auswirkungen auf die Umwelt• Nachnutzung des Geländes• Entsorgung nicht verwertbarer Fraktionen• Gewinnung und Vermarktung der Fraktionen zur Verwertung• Kostenermittlung und Wirtschaftlichkeit* Veröffentlichung geplant Mitte/Ende 2012 Workshop „Landfill Mining – Option oder Fiktion?“, Berlin 10. Februar 2012 19
  20. 20. Zwischenfazit Landfill Mining• Verschiedene Optionen des Landfill Minings sind zu unterscheiden.• Abgesehen von Sonderfällen werden die Erlöse für Wertstoffe (landfill mining) die Aufwendungen (derzeit) nicht ausgleichen.• Die Aufwendungen für die klassische Deponienachsorge können maßgeblich für die Entscheidung über einen Rückbau verbunden mit landfill mining sein.• Für viele Detailfragen besteht noch erheblicher Forschungsbedarf (Arbeitsbedingungen, technische Abläufe, etc.).• Anpassung der Gesetzgebung wäre notwendig. Workshop „Landfill Mining – Option oder Fiktion?“, Berlin 10. Februar 2012 20
  21. 21. Zum Vergleich: Verlorene Wertstoffeim anderen Feldern des Urban Mining Zum Beispiel: Kurzfristige  • Im Restmüll und Konsumgüter hausmüllähnlichen Urban  Gewerbeabfällen Mining • Elektro- und Elektronik Schrott • Altfahrzeuge Workshop „Landfill Mining – Option oder Fiktion?“, Berlin 10. Februar 2012 21
  22. 22. Zum Vergleich: Verlorene Wertstoffeim Restmüll und hausmüllähnlichen Mehr DetailsGewerbeabfällen Theoretisches Angaben in [1000 t]  Σ RM + HMG (2006) Mix neu Potential Bio‐ und Gartenabfälle 4 538 2 269 2 269Papier und Pappe 2 322 1 161 1 161Verbundstoffe 1 462 365 1 096Glas 1 129 1 129Windeln 784 784Kunststoffe 1 274 637 637 Quelle: Öko-Institut & Ifeu 2010Metalle 641 321 321Holz 694 347 347Textilien, Leder, Gummi 440 440Feinmüll < 8 mm 2 558 2 558sonst.Abf.(inkl. min. Abf.) 2 239 2 239Summe 18 081 5 100 12 981 Workshop „Landfill Mining – Option oder Fiktion?“, Berlin 10. Februar 2012 22
  23. 23. Verlorene Sekundär-Ressourcen:Elektro- und Elektronik-Schrott 2006 ‐ 2008 (3 Jahre) Rechnerisch Auf den Markt Gesammelter verlorenes gebracht [t] Abfall [t] Potential [t]Haushaltsgroßgeräte 2 034 690 954 612 1 080 078Haushaltskleingeräte 451 341 178 090 273 251IT‐ und Telekommunikationsgeräte 936 659 375 092 561 567Geräte der Unterhaltungselektronik 919 194 389 669 529 525Beleuchtungskörper 235 494 940 234 554Gasentladungslampen 81 208 22 191 59 017Elektrische und elektronischeWerkzeuge 363 921 46 217 317 704Spielzeug sowie Sport‐ und Freizeitgeräte 142 766 16 612 126 154Medizinische Geräte 81 839 30 302 51 537Überwachungs‐ und Kontrollinstrumente 46 774 5 426 41 348 EurostatAutomatische Ausgabegeräte 38 799 15 492 23 307 Workshop „Landfill Mining – Option oder Fiktion?“, Berlin 10. Februar 2012 23
  24. 24. Workshop „Landfill Mining – Option oder Fiktion?“, Berlin 10. Februar 2012 24
  25. 25. Verlorene Sekundär-Ressourcen:Elektro- und Elektronik-Schrott E-Schrott Recycling in Ghana, 2011 © Öko-Institut, A. Manhart Workshop „Landfill Mining – Option oder Fiktion?“, Berlin 10. Februar 2012 25
  26. 26. Verlorene Sekundär-Ressourcen:Elektro- und Elektronik-Schrott Vernachlässigte Abfälle in Ghana, 2011 © Öko-Institut, A. Manhart Workshop „Landfill Mining – Option oder Fiktion?“, Berlin 10. Februar 2012 26
  27. 27. Verlorene Sekundär-Ressourcen:Notebooks Gehalt in allen  Verluste bei der Rückgewinnung  2010  in D  Metall in Deutschland  verkauften  Vor‐ End‐ [t] Notebooks [t] Erfassung behandlung behandlungKobalt Co 461,31 20% 4% 177Neodym Nd 15,16 100% 100% 0Tantal Ta 12,06 100% 5% 0Silber Ag 3,11 70% 5% 0,443Praseodym Pr 1,94 100% 100% 0Gold Au 0,74 70% 5% 0,105Dysprosium Dy 0,43 100% 100% 0Indium In 0,29 20% 100% 0Palladium Pd 0,28 50% 70% 5% 0,040Platin Pt 0,028 100% 5% 0Yttrium Y 0,012 40% 100% 0Gallium Ga 0,010 40% 100% 0Gadolinium Gd 0,0048 40% 100% 0Cer Ce 0,00069 40% 100% 0Europium Eu 0,00028 40% 100% 0Lanthan La 0,00008 40% 100% 0Terbium Tb 0,00003 40% 100% 0 Quelle: NRW, LANUV-Fachbericht 38 (Öko-Institut 2012: Recycling kritischer Workshop „Landfill Mining – Option oder Fiktion?“, Berlin 10. Februar 2012 Rohstoffe aus Elektronik-Altgeräten) 27
  28. 28. Verlorene Sekundär-Ressourcen:Altfahrzeuge 2008 2009 Erfaßte Altfahrzeuge 14% 9% 28% 7% Exporte in EU 27 3.0 Mio 3.2 Mio Exporte in nicht EU 27 55% 8% 29% 50% nicht abgedeckt durch die Statistik Mehr Details Verbleib der in Deutschland gelöschten PKW; Quelle: BMU, Quality Report ELV Directive 29.06.2011 Workshop „Landfill Mining – Option oder Fiktion?“, Berlin 10. Februar 2012 28
  29. 29. Verlorene Sekundär-Ressourcen:Altfahrzeuge: EU 2008 Öko-Institut (2011): European 2nd hand car market analysis Workshop „Landfill Mining – Option oder Fiktion?“, Berlin 10. Februar 2012 29
  30. 30. Verlorene Sekundär-Ressourcen:Altfahrzeuge Lagos, Nigeria © Öko-Institut, A. Manhart Workshop „Landfill Mining – Option oder Fiktion?“, Berlin 10. Februar 2012 30
  31. 31. Verlorene Sekundär-Ressourcen:Altfahrzeuge – Bleibatterien Bleirecycling Ghana, © Öko-Institut, A. Manhart Workshop „Landfill Mining – Option oder Fiktion?“, Berlin 10. Februar 2012 31
  32. 32. Resümee 1/3• Es gibt (derzeit noch) keine ausreichende praktische Erfahrungen um nachzuweisen, ob landfill mining wirtschaftlich „selbsttragend“ werden wird.• In besonderen Fällen könnte sowohl die Abfall- Zusammensetzung sowie reduzierte Aufwendungen für Abschluss / Nachsorge / Sanierungen zu wirtschaftlich tragfähigen Lösungen führen.• Die Wertstoffrückgewinnung ist (derzeit noch) kein maßgebliches Argument für einen Deponie-Rückbau, bisher stehen Umweltaspekte im Vordergrund. Workshop „Landfill Mining – Option oder Fiktion?“, Berlin 10. Februar 2012 32
  33. 33. Resümee 2/3• Die Wertstoff-Potentiale im Bereich der kurzlebigen Konsumgüter sind noch erheblich. Hier sind entsprechende Ziel- und Rahmensetzungen Voraussetzung für eine bessere Ausschöpfung dieser Potentiale.• Systemvergleiche / Ökobilanzen für landfill mining inklusive der nachgeschalteten Verwertungs- / Entsorgungsvarianten sind notwendig um die ökologische Sinnhaftigkeit zu untersuchen.• Darüberhinaus sollten die ökologischen Potentiale des landfill minings mit noch bestehenden Potentialen beim urban mining von kurz- und langlebigen Gütern verglichen werden. Workshop „Landfill Mining – Option oder Fiktion?“, Berlin 10. Februar 2012 33
  34. 34. Resümee 3/3• Es gibt erhebliche Überkapazitäten (> 10 Mio. t/a) bei Sortieranlagen, thermischen Abfallbehandlungsanlagen und Feuerungsanlagen mit energetischer Verwertung. Diese Tatsache kann einerseits für landfill mining Projekte (derzeit) zu einer Kostendämpfungen führen. Andererseits müssen in die Entscheidungsfindung von konkreten Projekten viele weitere wichtige Aspekte einfließen. Workshop „Landfill Mining – Option oder Fiktion?“, Berlin 10. Februar 2012 34
  35. 35. Empfehlungen • “Design for reuse”. • “Design for recycling”. Kurzfristige  • Export von gebrauchten Gütern: Konsumgüter  Unterbindung der illegalen Exporte.  Unterstützung der Recycling Urban  infrastructur in Partnerländern.  „Best of two world approach“. Mining • Bessere Investitionsbedingungen für Recycling: Die Wirtschaftlichkeit des Recycling wird z.B. durch den Wettbewerb mit Feuerungsanlagen in Frage gestellt.  Ehrgeizigere Ziele für Recycling.  Einbindung der Verantwortung der Hersteller.  Unterstützung innovativer Sammel- und Recycling Technologien.  Vermeidung dissipativer Verluste von “high tech materials“ (Substitution?)Workshop „Landfill Mining – Option oder Fiktion?“, Berlin 10. Februar 2012 35
  36. 36. Empfehlungen • „Design for reuse“. • „Design for recycling“. • (Neue) Deponien sollten bereits für landill mining vorbereitet sein;  EU27 and beyond. Urban  • (Alte) Ablagerungen sollten solange Mining vorgehalten werden bis ein Recycling wirtschaftlich ist. • Vorbereitende Entwicklung von BAT / Standards (Technik / Genehmigung) sinnvoll. Langfristige  • Vorbereitende Bereitstellung von Investitionen Informationen über die Ablagerungen (Charakter / Kataster) sinnvoll für Kostenschätzung und Prioritätensetzung / Reihenfolge des Rückbaues / landfill mining.Workshop „Landfill Mining – Option oder Fiktion?“, Berlin 10. Februar 2012 36
  37. 37. Kontakt: Dr. Veronika Ustohalova v.ustohalova@oeko.de Dr. Georg Mehlhart g.mehlhart@oeko.de Öko-Institut e.V. Öko-Institut e.V. Rheinstraße 95 Merzhauser Straße 173 64295 Darmstadt 79100 FreiburgWorkshop „Landfill Mining – Option oder Fiktion?“, Berlin 10. Februar 2012 37

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