HUMER Guelle verlustarm und geruchsarm auf Felder und Wiesen ausbringen 2016jun16

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Die immer häufigere Gülleausbringung - innerhalb kurzer Zeiten in Schönwetterperioden - führt zu immer mehr höheren ortsüblichen Geruchsbelästigungen für die Bevölkerung. Andererseits dängt Bevölkerung ihre Siedlungen immer mehr in den ländlichen Raum, wo es immer schon die berühmte berüchtigte Landluft durch den omnipräsenten Geruch des Tierdungs in Bauerndörfern gegeben hat.

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HUMER Guelle verlustarm und geruchsarm auf Felder und Wiesen ausbringen 2016jun16

  1. 1. J HUMER Gülle verlustarm und geruchsarm auf Felder und Wiesen ausbringen 2016jun16.docx 1/9 http://futterwiesenexpertehumer.wikispaces.com johann.humer@gmail.com Autor: DI Johann Humer Der Senior Agrarexperte HUMER hat seine über 30jähriger Erfahrung im Bereich Pflanzenbau und speziell im Bereich Wirtschaftsdünger und Futterwiesen in der LK Niederösterreich erworben. Gülle verlustarm und geruchsarm auf Felder und Wiesen ausbringen Mit der Gülle, die in Österreich über den Winter oder nach dem Frühjahresanbau gesammelt wird, werden die Äcker vor dem Anbau der Hauptkulturen und Acker- Zwischenfrüchte gedüngt. Bei neueren und größeren Tierhaltungssystemen fällt aus Gründen niedrigerer Kosten beim Güllesystem immer weniger Stallmist und dafür mehr Gülle an. In den ersten Schönwetterperioden des Frühjahres und nach der Getreideernte wird damit immer häufiger die Gülle innerhalb kurzer Zeit ausgebracht, weil die Felder nur kurzfristig bei abgetrocknetem Boden befahrbar sind. Die Hauptnährstoffe NPK in den österreichischen Wirtschaftsdüngern werden von unseren Ackerkulturen und Futterwiesen zum größten Teil in vorbildlicher Weise wiederverwertet. Das ist nicht selbstverständlich, wenn man frühere Zeiten oder heute viele andere Länder betrachtet wie immer noch die Nährstoffe vom Tierdung schlecht verwertet oder gar ungenützt in der Umwelt versickern oder verloren gehen. Die immer häufigere Gülleausbringung - innerhalb kurzer Zeiten in Schönwetterperioden - führt zu immer mehr höheren ortsüblichen Geruchsbelästigungen für die Bevölkerung. Andererseits dängt Bevölkerung ihre Siedlungen immer mehr in den ländlichen Raum, wo es immer schon die berühmte berüchtigte Landluft durch den omnipräsenten Geruch des Tierdungs in Bauerndörfern gegeben hat.
  2. 2. J HUMER Gülle verlustarm und geruchsarm auf Felder und Wiesen ausbringen 2016jun16.docx 2/9 Was die Rechtmäßigkeit der Gülleausbringung und vor allem die damit verbundenen stärkeren Geruchsbelastungen in Richtung Zulässigkeit betrifft, nehmen im Land Niederösterreich die Beschwerden und spontanen telefonischen Anfragen von Privatpersonen und Gemeindeämtern von Jahr zu Jahr wegen der Verärgerung von Personen durch Güllegeruch immer häufiger zu. Ich selbst erlebt und es gerochen, das auf Hauptstraßen der Landeshauptstadt Sankt Pölten in den Jahren 2000 bis 2014 je nach Wind und Wetter zeitweilig mehrere Tage lang eine schwellende Geruchswolke von Schweinegülle unangenehm wie in manchen Bauerndörfern mit Schweinehaltung wahrzunehmen war und zwar im Frühjahr vor dem Anbau der Felder und im Hochsommer nach der Getreideernte. Tips bei Geruchsprobleme in Ortslagen Auch beim Güllen darf die Geruchsbelastung - wie allgemein gültig - das ortsübliche Ausmaß nicht übersteigen und keine gesundheitliche Gefährdung oder Schäden der Bevölkerung verursachen. Die präzise Abgrenzung was örtlich legal oder verboten ist, ist meist schwierig, da sie teils durch das jahrelang schleichende Problem Auslegungssache ist. Im einzelnen Fall ist die Beurteilung des Problems in amtlichen Gutachten letztlich langwierig, teuer und unvorhersehbar. Auch das Land NÖ und die urbanen Bereiche haben das Problem noch nicht angepackt und eine Lösung mit Bauern und Landwirtschaftskammer gefunden. Wenn Güllegeruch ein „ewiges“ Problemthema ist Generell gilt, wenn die gesetzlichen Regeln im Zusammenhang mit Wirtschaftsdünger eingehalten werden, sind Geruchsbelastungen weitgehend reduzierbar. Wenn in Ortslagen der Güllegeruch ein „ewiges“ Thema ist, empfehle ich dringend Landwirten besonders vorausschauend, sensibel und mit der Bevölkerung kooperativ zu agieren. Justamente Gesten und prokovative Gülleausbringungen von einigen nicht einsichtigen Güllebauern zum klarerweise geruchsarmen Gülletransport und Gülleausbringung verschlechtern die vielmehr Situation für alle Betroffenen und dieser Protest nützt keiner Seite. Die Nachbarn - Bauernschaft soll solche schwarze Schafe selbst zurück pfeiffen, denn schon wenige solcher Problembetriebe können den Ruf aller Bauern mit Gülle ruinieren und schaden. Von der Landwirtschaftskammer kann man keine derartige Initiative erwarten, dabei zu viel unangenehmer offizieller Staub
  3. 3. J HUMER Gülle verlustarm und geruchsarm auf Felder und Wiesen ausbringen 2016jun16.docx 3/9 aufgewirbelt werden würde und gegen die eigenen Mitglieder schwer zu argumentieren ist. Güllegeruch als komplexes Problem wird ungern angetastet, noch dazu bei einem enormen Preisdruck auf die Fleischpreise. Problemlösung: kooperative Beratung und Vereinbarung mit Gemeinde Zielführend und aussichtsreich sind nur kooperative, mediativ austauschende Gespräche mit einem gewissen vorsichtigen legalen Druck, die zunehmenden Geruchsprobleme mittels erfahrener und beratender Experten zu lösen. Die besten Lösungen findet man auf freiwilligem Weg, bevor mit den brachialen Gesetzestexten sanktioniert wird. Jede Gemeinde kennt ihre Bauern am besten. Dabei kann ein Experte zwischen den Notwendigkeiten von Güllebauern und betroffenen Bürgern in Einzelgesprächen und Gemeindediskussionen gangbare Mittel und Wege gefunden werden, die in einer Vereinbarung münden. Am Anfang sind auch Beratungen zur Unterstützung notwendig um die besten Lösungen zu finden. Der nächste Schritt ist eine beratende Vorortkontrolle, um Sanktionen bei Unklarheiten möglichst zu vermeiden. Nach einiger Zeit wird die Beobachtung der Gülleausbringung genügen, dass zumutbar und ohne verstecktem Zorn der Anrainer mit Gülle gedüngt wird. Es soll auch den Anrainern vermittelt und bewusst werden, dass die Gülle als Träger wichtiger Kreislaufnährstoffe die reiche Bodenfruchtbarkeit unseres Landes erhält und letztlich chemische Mineraldünger erspart. Keinem legalen Bürger kann es immer wieder jährlich zugemutet werden unzumutbaren Güllegeruch in seiner Wohnumgebung zu tolerieren, dass sogar die Wäsche im freien Güllegeruch annimmt. Bevor die Gemeinden zur unzumutbaren Geruchsbelästigung wegen Gülleausbringung immer wieder als letzten Schritt polizeiliche Verordnungen zum Schutz der Bürger erlassen müssen, die möglicherweise rigoros sind, wäre es seitens der betroffenen Bauernschaft besser und viel weniger einschränkend, wenn schon vorher mit einer gewissen Selbstdisziplin zur Verminderung des Güllegeruchs beigetragen wird. Prinzipielle Möglichkeiten die Geruchsbelastung durch Gülle zu verringen Beim versprühenden Ausbringen von Wirtschaftsdünger wo zuerst in weitem Bogen in die Höhe gespritzt wird werden besonders viel leicht flüchtige Stickstoffverbindungen, vor allem Ammoniak und Spuren stark riechender flüchtiger Geruchsstoffe frei gesetzt. Zusätzlich erfolgt eine Ausgasung der
  4. 4. J HUMER Gülle verlustarm und geruchsarm auf Felder und Wiesen ausbringen 2016jun16.docx 4/9 Wirtschaftsdünger am Boden, die umso höher ist je wärmer es ist. Unter günstigen Verhältnissen werden Geruch und Nährstoffe der Wirtschaftsdünger durch mäßige Niederschläge in den Boden transportiert und dort abgebaut und die Nährstoffe für die Ernährung der Pflanzen zwischengespeichert. Bei den Verfahren mit bodennaher Ausbringung reduziert man die Freisetzung und Ausbreitung der flüchtigen Verbindungen wie Ammoniak und Geruchsstoffe deutlich. Je bodennäher und je kühler die Temperaturen bei der Ausbringung sind, desto geringer sind Stickstoffverluste und Geruchsfreisetzung. Am wenigsten geruchsbelästigend und am geringsten sind die Stickstoffverluste je direkter und unmittelbarer die Gülle in die Boden eingebracht wird. Dementsprechend läßt sich der nicht verflüchtigte Stickstoff einsparen. Die bodennahe Ausbringung erfordert aber Güllefässer mit einer viel aufwändigeren und schwergewichtigen Verteiltechnik, die um vieles höhere Anschaffungs- und Servicekosten verursacht als der leichte und einfache Prallteller. Zudem sind leistungsstärkere schwere Zugmaschinen erforderlich, die eine noch bessere Bodenabtrocknung erfordern um keine Bodenstrukturschäden durch Verdichtung zu verursachen. Die Ausbringungskosten liegen damit deutlich höher als die Standardtechnik mit Prallteller. Das Resultat dieses Kostendruckes ist, daß damit größere Tiereinheiten notwendig sind und damit wiederum der wirtschaftlicher arbeitende Großbetrieb mit geringerer Stückkostenbelastung forciert wird um wirtschaftlich nachhaltig bestehen zu können. Grafik: %-Anteil des Ammoniumstickstoffs vom Gesamtstickstoff in Güllen. Ammoniakemissionen und Verlustanfälligkeit des Stickstoffs im Wirtschaftsdünger steigt mit dem Gehalt an Ammonium-Stickstoff (Quelle: SGD6, 2006). Chancen zur Verringerung des Güllegeruches durch Pflanzenöle Eigene Praxiserfahrungen zeigten mehrfach, dass der Zusatz von Pflanzenölen wie Rapsöl zur Gülle den natürlichen Gärprozess und damit den Geruchsabbau bei Güllen stark aktiviert. Ein natürlicher Gärprozess läuft in allen Güllen oder Legehühnertrockenkot 15 Legehühnerkot (frisch) 30 Rindergülle 50 Legehühnerqülle 60 Schweineqülle 65 Ammoniumanteile in Güllen in % Ammonium-N vom Gesamt-N
  5. 5. J HUMER Gülle verlustarm und geruchsarm auf Felder und Wiesen ausbringen 2016jun16.docx 5/9 Jauchen ab. Unfälle mit Explosionen infolge Schweißens in Güllegrubennähe mit der Folge der Wegsprengung der Güllegrubendecke oder Dächern belegen den Gärprozess mit Methanbildung dramatisch. Ein aktiver Gärprozess ist an der Blasenbildung bis hin zur Schaumbildung an der Gülleoberfläche gut erkennbar. Die typischen Kennzeichen gärender Güllen sind, daß solche Güllen die stark unangenehmen Geruchseigenschaften verlieren. Dieser geruchsabbauende Prozeß ist bei gut ausgegorenen Biogasgüllen schon lange bekannt. Eine weitere positive Eigenschaft solcher Güllen ist, daß sie sehr dünnflüssig werden (manchmal fast wie Wasser, eigene Beobachtung). Praktiker berichteten mir, daß Gülle mit Stroh- und Futterresten einen festen Kegel in der Grube bildete und sich durch den Pflanzenölzusatz der feste Kegel in der Grübe wieder auflöste. Derartige Güllen können selbst Strohballen in Güllegruben abbauen. Solche dünnflüssige Güllen sind damit optimal für Güllekanäle, wo die Gülle nicht mehr in die Grube abfließt. Dazu muss die Gülle allerdings eine gewisse Mindesttemperatur haben, damit dieser biologische Prozeß abläuft. In Kaltställen wo die Kälte bis in den Güllekanal kriecht, funktioniert dieser Abbauprozeß nicht mehr. Aus der Praxis stammt auch die Erfahrung, daß dieser Prozeß, wenn er einmal gestartet hat, selbst nach 10 Jahren noch anhalten kann, selbst wenn keine laufende Pflanzenölzugabe erfolgt. Erklärbar ist dies dadurch: wenn sich eine bestimmter Mikroorganismenpopulation durch die Pflanzenölzugabe aufgebaut hat, vermehrt sie sich durch laufende Impfung der frisch zugelaufenen Gülle, solange die Gülle durch die Blasen- oder Schaumdecke auf der Gülle anaerob bleibt und diese methanbildenden Bakterien nicht krank, gehemmt oder andersartig gestört werden. Die Pflanzenölzugabe hat offenbar den Effekt, dass durch die Gärblasen eine mehrfache Ölaugenschicht entsteht, die das Methan zwar nach oben durchblubbern läßt, aber eine ausreichende Zutrittssperre für den Luftsauerstoff ist. Es gibt bislang keine fixe Regel wie hoch die Zusatzmenge an Pflanzenöl ist. Es reicht für den Start des Gärprozess offensichtlich eine bestimmte Startmenge die innerhalb ein paar Monaten regelmäßig zugesetzt wird die unter guten Bedingungen jahrelang anhalten kann. Optimal sind solche Gülle auch bei der Ausbringung, weil sie die Gülleverteilsysteme nicht verstopfen oder sich die Gülle im Güllefaß durch Bodensatzbildung nicht entmischt. Ein zusätzlicher wertvoller Nutzen derart dünnflüssig gewordener Gülle sind bessere Abfließeigenschaften bei der Kopfdüngung, die bessere Pflanzenverträglichkeit ohne üblicher Verbrennungen oder Verätzungen und die raschere Versickerung in den Boden. Damit ist die Gülle wesentlich anwendungsfreundlicher, die Ammoniakabgasungsverluste werden reduziert, der Stickstoff der Gülle wird besser verwertet und es wird weniger Ammoniak freigesetzt, das angeblich an den klimarelevanten Treibhausgasen
  6. 6. J HUMER Gülle verlustarm und geruchsarm auf Felder und Wiesen ausbringen 2016jun16.docx 6/9 beteiligt sein soll. Alle die angeführten Erfahrungen beziehen sich (leider nur) auf Rindergüllen, von Schweine- oder Hühnergüllen liegen mir keine solche Praxiserfahrungen vor. Von der Agrarwissenschaft in Österreich wurden bislang nur wenige Güllezusätze von den zahlreichen gewerblich propagierten Güllezusätzen geprüft. Von keinem der vielen Güllezusätzen ist mir bekannt, die das Geruchsproblem durchschlagskräftig, nachhaltig zuverlässig, praxistauglich und empfehlenswert gelöst hätten. Auch in den offiziellen Lehrbüchern für Landwirtschaftschulen und der Universität für Bodenkultur ist mir im Bereich Pflanzenbau und Tierhaltung kein Lehrinhalt bekannt, der die Geruchsproblematik anspricht und eine praktikable Lösung des Geruchsproblemes anbietet, die den aktuellen Stand der Technik darstellt, der auf gesicherten Erkenntnissen basiert. Möglichkeiten zur Minderung der N-Verluste infolge Ammoniakabgasung Insbesondere die Ausbringung bei warmer, sonniger oder windiger Witterung erhöht bei Pralltellern hohe Stickstoffverluste (bis zu 80 % des NH4-N). Für die Ausgasung ist nicht nur die „Flugphase“ der Gülle in der Luft entscheidend, sondern daß bei Prallkopf und Prallteller ein Vielfaches eines Hektars durch die Pflanzen- und Bodenoberfläche benetzt wird. Diese Gülle trocknet rasch auf und der Stickstoff entweicht gasförmig als Ammoniak in die Luft und verbreitet ihren Geruch. Maßnahmen zur Verlustvermeidung sind: 1. Verdünnen der Gülle fördert das raschere Einsickern in den Boden 2. Ausbringen der Gülle bei möglichst niedrigen Lufttemperaturen wie in den Abendstunden, bei bedecktem Himmel, nicht bei praller Sonne und nicht in den Morgenstunden oder mittags. Grafik: Ammoniakstickstoff- verluste je nach Tageszeitpunkt innerhalb 2 Tage nach der Ausbringung, Stickstoffverlust Abendausbringung: 30%, Morgen- ausbringung: 70% Ammoniakverluste je nach Tageszeitpunkt der Ausbringung
  7. 7. J HUMER Gülle verlustarm und geruchsarm auf Felder und Wiesen ausbringen 2016jun16.docx 7/9 Quelle: BDU-Arbeitsgruppe Ammoniak: Ammoniakverluste bei der Hofdüngerausbringung reduzieren, UFA-Revue 12/05 Schleppschlauch Bei Schleppschlauchverteilern wird der flüssige Wirtschaftsdünger über ein Verteilsystem (zentrifugal, Schnecken, Cutter) flexiblen Schläuchen zugeführt, über welche die Gülle dann abgeleitet und am Boden streifenförmig mit etwa 25 cm Abstand abgelegt wird. Mit der Schleppschlauchtechnik können bei dünnflüssiger Gülle die Stickstoffverluste um rund 50% verringert werden. In einer FAT Prüfung konnten sie auch im Hangeinsatz gute Ergebnisse vorweisen. Anforderungen an die Gülle bei Schleppschlauchverteilern Damit die Gülle mit Schleppschlauchverteilern eine gute Wirkung zeigt, muss die Gülle ausreichend dünnflüssig sein, damit sie vom Boden gut aufgesaugt wird. Ist sie zähflüssig oder hat Trockenmassegehalte über 8% oder enthält gar noch sichtbare Anteile an Futter- oder Strohresten, kommt es zur problematischen Bildung von „Gülle-Würstchen“ mit dem Durchmesser der Schleppschläuche. Diese Wurstbildung ist auf Grünland- und Feldfutterflächen sehr kontraproduktiv, weil derartige Würstchen bis ins geerntete Futter gelangen können. Damit können sogar schädlichen Keime von Clostridien und Listerien in die Milch gelangen. Eine gute Fließfähigkeit ist daher Voraussetzung. Schleppschuh Schleppschuhverteiler arbeiten wie Schleppschlauchverteiler. Zusätzlich haben sie am Ende der Schläuche einen federbelasteten Schuh mit dem die Gülle in die Grasnarbe und Boden leicht eingeritzt wird. Die Verteilgenauigkeit ist bei beiden Systemen gut. Bei Schleppschuhverteilern wo die Gülle direkt in den Boden eingebracht wird, sind laut nachfolgend dargestellten Versuchsergebnissen die Verluste äußerst gering. Die nachfolgende Grafik zeigt die Höhe der Verluste in % des Ammoniumstickstoffs (NH4-N) je nach Verteiltechnik bei Gülle 2 Tage nach der Ausbringung im Grünland. Besonders zu beachten ist, dass immer bereits in den ersten 24 Stunden der größte Anteil von NH4-N durch Ammoniakabgasung verloren geht.
  8. 8. J HUMER Gülle verlustarm und geruchsarm auf Felder und Wiesen ausbringen 2016jun16.docx 8/9 Grafik oben: Verluste des NH4-N in % des gesamten Ammoniumstickstoffs von Gülle je nach Ausbringungstechnik innerhalb 2 Tagen nach der Gülleausbringung. Im Grünland können mit Schleppschlauchverteilern die Verluste an Ammoniumstickstoff mehr als halbiert werden. Bei Schleppschuhverteilern sind die Verluste äußerst gering. Rindergülle auf Grünland, Quelle: unbek. Gülleeinarbeitungspflicht nach Aktionsprogramm 2008 (Volltext): Die Einarbeitung im Zuge der Ausbringung von Gülle, Jauche und Klärschlamm auf landwirtschaftlichen Nutzflächen ohne Bodenbedeckung soll optimalerweise binnen vier Stunden vorgenommen werden, zumindest jedoch während des auf die Ausbringung folgenden Tages. Die rigorose Einhaltung dieser Regelung mit nur geringer Ausnutzung des Spielraums für Toleranz, aber einer verständisvollen Toleranz bei unzumutbarem Wetter nach der Ausbringung könnte die Geruchsproblematik, die von Ackerflächen kommt stark entschärfen. Verluste des NH4-N in % des gesamten NH4-N von Gülle je nach Ausbringungstechnik innerhalb 2 Tagen nach der Gülleausbringung. Ziel
  9. 9. J HUMER Gülle verlustarm und geruchsarm auf Felder und Wiesen ausbringen 2016jun16.docx 9/9 Fazit Die Ausbringung von Wirtschaftsdünger steht wegen der Geruchsfreisetzung und der möglichen Stickstoffverluste immer mehr im Blickpunkt einer umweltbewußten Bevölkerung. Der verlustanfällige Ammoniumstickstoff der Wirtschaftsdünger kann soweit Hanglangen befahrbar sind mit den Techniken der Schleppschlauchverteiler um rund 50 % reduziert werden. Bei Schleppschuhverteilern sind die N-Verluste mit wenigen Prozenten am geringsten. Bei Schleppschlauchverteilern muss die Gülle ausreichend dünnflüssig sein, damit sie gut wirkt. Zähflüssige Gülle und hohe Trockenmassegehalte führen zur problematischen Bildung von „Gülle-Würstchen“. Es wird von nö. Praxiserfahrungen berichtet, wo beobachtet wurde: Pflanzenölzusatz wie Rapsöl verursachte durch den Gärprozess eine deutliche Verringerung des Güllegeruches, ein Abbau von Stroh- und Futterresten, eine deutliche Verbesserung der Fließeigenschaften in Güllekanälen, bessere Abfließeigenschaften bei der Kopfdüngung, die bessere Pflanzenverträglichkeit ohne üblicher Verbrennungen oder Verätzungen und die raschere Versickerung in den Boden. Damit ist die Gülle wesentlich anwendungsfreundlicher und könnte von der Landbevölkerung als kompatibel akzeptiert werden. 25. März 2010, Erstpublikation 16. Juni 2016, Weiter entwickelte Fassung

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