Ein – bezahlbares –
Dach überm Kopf
Winfried Kropp
Vorstandsmitglied
Deutscher Mieterbund Bodensee e.V.
Winfried Kropp – Mieterbund Bodensee e.V.
Ein bezahlbares Dach überm Kopf
1. Wohnungsmärkte in Deutschland – ein
Überblick
2. Wer macht wie Wohnungspolitik?
3. Wohnungsmarkt in Konstanz
4. Politische Forderungen an Stadt, Land, Bund.
Winfried Kropp – Mieterbund Bodensee e.V.
Wohnungsmärkte in Deutschland
Zitiert nach Wohngeld- und Mietenbericht der
Bundesregierung 2014.
Winfried Kropp – Mieterbund Bodensee e.V.
2. Wer macht Wohnungspolitik?
• Bund
• Land Baden-Württemberg
• Städte und Gemeinden
• Private Bauherren, öffentliche
und private Wohnungswirtschaft
Winfried Kropp – Mieterbund Bodensee e.V.
Handlungsfelder des Bundes
• Mietrecht
• Steuerrecht und andere Regulierungen
• Städtebauförderung (Sanierungsprogramme)
- soziale Stadt
- Stadtumbau West
- städtebaulicher Denkmalschutz
• Förderung des sozialen Wohnungsbaus
Winfried Kropp – Mieterbund Bodensee e.V.
Baden-Württemberg
• Umsetzung des Bundesrechts (mietrechtliche
Verordnungen, z.B. Kappungsgrenze)
• Wohnraumförderung des Landes
(sozialer Mietwohnungsbau)
• Eigentumsförderung durch die L-Bank
• Reform der Landesbauordnung
Winfried Kropp – Mieterbund Bodensee e.V.
Mietrecht und Bauordnungsrecht
1. Zweckentfremdung
2. Begrenzung der Miethöhe:
Kappungsgrenze
3. Begrenzung der Miethöhe:
Mietpreisbremse
4. Umwandlung von Miet- in
Eigentumswohnungen: Kündigungssperrfrist
Wenn die Mieterhöhung droht
Mietvertrag
Mieterhöhung:
•Vertrag besteht seit 12 Monaten
•Miete seit 15 Monaten unverändert
•Miete unter ortsübliche Vergleichsmiete
•Wohnung ist frei finanziert
Zwei Monate
Bedenkzeit:
Zustimmungsfrist
Mieter
stimmt zu
Mieter stimmt
nicht zu
Höhere
Miete wird
fällig
Zwei Monate
Klagefrist
Prozess
(AG)
VermieterreichtkeineKlageein
Ortsübliche Vergleichsmiete
Definition
• Miete in den letzten vier
Jahren angepasst oder neu
vereinbart
• Wohnraum vergleichbar
– Alter
– Größe
– Lage
– Ausstattung
– Beschaffenheit
Wie wird sie ermittelt?
• Mietspiegel
• 3 Vergleichswohnungen
• Sachverständigen-
Gutachten
• (Miet-Datenbank)
Grafik: Titelbild Mietspiegel 2015. Stadt Konstanz
Kappungsgrenze vs.
Mietpreisbremse
Kappungsgrenze
• Bestehendes Mietverhältnis
• Mietsteigerung maximal 15
Prozent in 3 Jahren
• Miete auf ortsübliche
Vergleichsmiete begrenzt
Wirkung: schützt vor allem
langjährige Mieter
Mietpreisbremse
• Neu abgeschlossenes
Mietverhältnis
• Wohnung vor dem
30.9.2014 fertiggestellt
• Miete darf ortsübliche
Vergleichsmiete maximal
um 10 Prozent übersteigen
• Gilt nicht nach Sanierung
Wirkung: dämpft Preisanstieg
im Wohnungsbestand
Bildnachweis: Dieter Schütz (l) – Ines Peters ® - pixelio.de
So funktioniert sozialer
Wohnungsbau:
• Zinsverbilligtes
Darlehen (0 %)
• Mietpreisbindung bis
zur Tilgung
• nur für bedürftige
Haushalte
(Belegungsbindung)
Bild: WOBAK-Geschäftsführer Bruno Ruess mit Hans-Peter Storz MdL – Bahnhof Petershausen (Kropp)
Winfried Kropp – Mieterbund Bodensee e.V.
Stadt Konstanz
• Bauleitplanung: Flächennutzungsplan und
Bebauungspläne, Handlungsprogramm
Wohnen
• Konstanzer Grunderwerbsmodell (60 %)
• Sozial orientierte Städtische
Wohnungsbaugesellschaft WOBAK
• Zuschüsse für freie Träger
• Satzungen (Zweckentfremdungsverbot)
3. Wohnungsmarkt in Konstanz
Konstanz ist teuer:
Winfried Kropp – Mieterbund Bodensee e.V.
3. Wohnungsmarkt in Konstanz
• Bodensee-Raum ist Wachstumsregion
• Verdichtungsraum mit wenig aktivierbarer
Siedlungsfläche
• Hohe Wohnungsmarktfluktuation
• eingeschränkte Ausweichmöglichkeiten ins
Umland
Bevölkerungsentwicklung
http://www.konstanz.de/rathaus/00749/01594/04880/index.html
Winfried Kropp – Mieterbund Bodensee e.V.
Bevölkerungsbewegung
Winfried Kropp – Mieterbund Bodensee e.V.
Entwicklung des Wohnungsbestands
Wohnungsbau hielt mit Wohnungsnachfrage nicht Schritt:
Wohnbevölkerung
(Hauptwohnsitz)
Zahl der
Wohnungen
Zahl der
Wohngebäude
2006 76247 40743 9817
2014 83179 43467 10574
pro Jahr: 867 341 95
9,09% 6,69% 7,71%
Boomende Hochschulen:
Entwicklung der Studierenden an Universität und HTWG
Nur ein Teil der Studierenden fragt
Wohnraum in Konstanz nach.
Universität HTWG Summe
2006 / 07 10076 3545 13621
2007 / 08 9326 3285 12611
2008 / 09 9273 3345 12618
2009 / 10 10076 3665 13741
2010 / 11 10082 3935 14017
2011 / 12 10644 4189 14833
2012 / 13 11336 4500 15836
2013 / 14 11772 4689 16461
2014 / 15 11711 4812 16523
Entwicklung 16% 36% 21%
Studentischer Wohnungsmarkt:
Versorgung mit Wohnheimplätzen
Stadt Konstanz: Statistik-Info 2012/8 Entwicklung der Studierendenzahlen und des studentischen Wohnens
Wohnheimplätze in Konstanz
Was tun?
Handlungsprogramm Wohnen
• 2012: zentrales Thema im OB-
Wahlkampf
• 2013: Wohnungsbedarfsstudie durch
Empirica
• März 2014: Beschluss Gemeinderat
Handlungsprogramm Wohnen Teil 1
• Juli 2014: Beschluss Gemeinderat
Handlungsprogramm Wohnen Teil 2
Handlungsprogramm Wohnen
Wie viel?
•5300 Wohnungen bis
2030
•bis 2015: 370 WE / a
•bis 2020: 300 WE / a
•bis 2030: 180 WE / a
Was?
•2/6 „Luxus“
•3/6 mittleres Niveau
•1/6 sozialer
Wohnungsbau
Grafiken Stadt Konstanz – Handlungsprogramm Wohnen
Wo?
Wohnbebauung in den Ortschaften und
mögliche Siedlungsentwicklung
Winfried Kropp – Mieterbund Bodensee e.V.
• 3600 überwiegend Sozialwohnungen
• mit Dritt-Objekten verwaltet die WOBAK 10 % der Konstanzer
Wohnungen
• 2500 Wohnungsbewerber
• ca. 300 Notfälle
• 230 Neuvermietungen (Fluktuation 6 %)
• aktuelle Bauprojekte:
Bahnhof Petershausen (Sozialwohnungen + Studentenwohnheim)
Sozialwohnungen am Sonnenbühl (ehem. Laborgebäude)
• umfangreiche energetische Sanierungen des Bestands
(Investitionsvolumen 7 Millionen)
Wer?
Winfried Kropp – Mieterbund Bodensee e.V.
Politische Forderungen
 Bund: Zuschüsse, Steuererleichterungen,
Probleme: Modernisierung, Regeln für Mietspiegel
 Land: Höhere Zuschüsse für sozialen Wohnungsbau
und studentisches Wohnen, praktikable Programme
 Stadt: Mehr Schwung für Handlungsprogramm,
Quoten für sozialen Wohnungsbau
 Wer baut? Soziale Bauträger gesucht!

Wohnen in Konstanz

  • 1.
    Ein – bezahlbares– Dach überm Kopf Winfried Kropp Vorstandsmitglied Deutscher Mieterbund Bodensee e.V.
  • 2.
    Winfried Kropp –Mieterbund Bodensee e.V. Ein bezahlbares Dach überm Kopf 1. Wohnungsmärkte in Deutschland – ein Überblick 2. Wer macht wie Wohnungspolitik? 3. Wohnungsmarkt in Konstanz 4. Politische Forderungen an Stadt, Land, Bund.
  • 3.
    Winfried Kropp –Mieterbund Bodensee e.V. Wohnungsmärkte in Deutschland Zitiert nach Wohngeld- und Mietenbericht der Bundesregierung 2014.
  • 4.
    Winfried Kropp –Mieterbund Bodensee e.V. 2. Wer macht Wohnungspolitik? • Bund • Land Baden-Württemberg • Städte und Gemeinden • Private Bauherren, öffentliche und private Wohnungswirtschaft
  • 5.
    Winfried Kropp –Mieterbund Bodensee e.V. Handlungsfelder des Bundes • Mietrecht • Steuerrecht und andere Regulierungen • Städtebauförderung (Sanierungsprogramme) - soziale Stadt - Stadtumbau West - städtebaulicher Denkmalschutz • Förderung des sozialen Wohnungsbaus
  • 6.
    Winfried Kropp –Mieterbund Bodensee e.V. Baden-Württemberg • Umsetzung des Bundesrechts (mietrechtliche Verordnungen, z.B. Kappungsgrenze) • Wohnraumförderung des Landes (sozialer Mietwohnungsbau) • Eigentumsförderung durch die L-Bank • Reform der Landesbauordnung
  • 7.
    Winfried Kropp –Mieterbund Bodensee e.V. Mietrecht und Bauordnungsrecht 1. Zweckentfremdung 2. Begrenzung der Miethöhe: Kappungsgrenze 3. Begrenzung der Miethöhe: Mietpreisbremse 4. Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen: Kündigungssperrfrist
  • 8.
    Wenn die Mieterhöhungdroht Mietvertrag Mieterhöhung: •Vertrag besteht seit 12 Monaten •Miete seit 15 Monaten unverändert •Miete unter ortsübliche Vergleichsmiete •Wohnung ist frei finanziert Zwei Monate Bedenkzeit: Zustimmungsfrist Mieter stimmt zu Mieter stimmt nicht zu Höhere Miete wird fällig Zwei Monate Klagefrist Prozess (AG) VermieterreichtkeineKlageein
  • 9.
    Ortsübliche Vergleichsmiete Definition • Mietein den letzten vier Jahren angepasst oder neu vereinbart • Wohnraum vergleichbar – Alter – Größe – Lage – Ausstattung – Beschaffenheit Wie wird sie ermittelt? • Mietspiegel • 3 Vergleichswohnungen • Sachverständigen- Gutachten • (Miet-Datenbank) Grafik: Titelbild Mietspiegel 2015. Stadt Konstanz
  • 10.
    Kappungsgrenze vs. Mietpreisbremse Kappungsgrenze • BestehendesMietverhältnis • Mietsteigerung maximal 15 Prozent in 3 Jahren • Miete auf ortsübliche Vergleichsmiete begrenzt Wirkung: schützt vor allem langjährige Mieter Mietpreisbremse • Neu abgeschlossenes Mietverhältnis • Wohnung vor dem 30.9.2014 fertiggestellt • Miete darf ortsübliche Vergleichsmiete maximal um 10 Prozent übersteigen • Gilt nicht nach Sanierung Wirkung: dämpft Preisanstieg im Wohnungsbestand Bildnachweis: Dieter Schütz (l) – Ines Peters ® - pixelio.de
  • 11.
    So funktioniert sozialer Wohnungsbau: •Zinsverbilligtes Darlehen (0 %) • Mietpreisbindung bis zur Tilgung • nur für bedürftige Haushalte (Belegungsbindung) Bild: WOBAK-Geschäftsführer Bruno Ruess mit Hans-Peter Storz MdL – Bahnhof Petershausen (Kropp)
  • 12.
    Winfried Kropp –Mieterbund Bodensee e.V. Stadt Konstanz • Bauleitplanung: Flächennutzungsplan und Bebauungspläne, Handlungsprogramm Wohnen • Konstanzer Grunderwerbsmodell (60 %) • Sozial orientierte Städtische Wohnungsbaugesellschaft WOBAK • Zuschüsse für freie Träger • Satzungen (Zweckentfremdungsverbot)
  • 13.
    3. Wohnungsmarkt inKonstanz Konstanz ist teuer:
  • 14.
    Winfried Kropp –Mieterbund Bodensee e.V. 3. Wohnungsmarkt in Konstanz • Bodensee-Raum ist Wachstumsregion • Verdichtungsraum mit wenig aktivierbarer Siedlungsfläche • Hohe Wohnungsmarktfluktuation • eingeschränkte Ausweichmöglichkeiten ins Umland
  • 15.
  • 16.
    Winfried Kropp –Mieterbund Bodensee e.V. Bevölkerungsbewegung
  • 17.
    Winfried Kropp –Mieterbund Bodensee e.V. Entwicklung des Wohnungsbestands Wohnungsbau hielt mit Wohnungsnachfrage nicht Schritt: Wohnbevölkerung (Hauptwohnsitz) Zahl der Wohnungen Zahl der Wohngebäude 2006 76247 40743 9817 2014 83179 43467 10574 pro Jahr: 867 341 95 9,09% 6,69% 7,71%
  • 18.
    Boomende Hochschulen: Entwicklung derStudierenden an Universität und HTWG Nur ein Teil der Studierenden fragt Wohnraum in Konstanz nach. Universität HTWG Summe 2006 / 07 10076 3545 13621 2007 / 08 9326 3285 12611 2008 / 09 9273 3345 12618 2009 / 10 10076 3665 13741 2010 / 11 10082 3935 14017 2011 / 12 10644 4189 14833 2012 / 13 11336 4500 15836 2013 / 14 11772 4689 16461 2014 / 15 11711 4812 16523 Entwicklung 16% 36% 21%
  • 19.
    Studentischer Wohnungsmarkt: Versorgung mitWohnheimplätzen Stadt Konstanz: Statistik-Info 2012/8 Entwicklung der Studierendenzahlen und des studentischen Wohnens
  • 20.
  • 21.
    Was tun? Handlungsprogramm Wohnen •2012: zentrales Thema im OB- Wahlkampf • 2013: Wohnungsbedarfsstudie durch Empirica • März 2014: Beschluss Gemeinderat Handlungsprogramm Wohnen Teil 1 • Juli 2014: Beschluss Gemeinderat Handlungsprogramm Wohnen Teil 2
  • 22.
    Handlungsprogramm Wohnen Wie viel? •5300Wohnungen bis 2030 •bis 2015: 370 WE / a •bis 2020: 300 WE / a •bis 2030: 180 WE / a Was? •2/6 „Luxus“ •3/6 mittleres Niveau •1/6 sozialer Wohnungsbau Grafiken Stadt Konstanz – Handlungsprogramm Wohnen
  • 23.
  • 24.
    Wohnbebauung in denOrtschaften und mögliche Siedlungsentwicklung
  • 25.
    Winfried Kropp –Mieterbund Bodensee e.V. • 3600 überwiegend Sozialwohnungen • mit Dritt-Objekten verwaltet die WOBAK 10 % der Konstanzer Wohnungen • 2500 Wohnungsbewerber • ca. 300 Notfälle • 230 Neuvermietungen (Fluktuation 6 %) • aktuelle Bauprojekte: Bahnhof Petershausen (Sozialwohnungen + Studentenwohnheim) Sozialwohnungen am Sonnenbühl (ehem. Laborgebäude) • umfangreiche energetische Sanierungen des Bestands (Investitionsvolumen 7 Millionen) Wer?
  • 26.
    Winfried Kropp –Mieterbund Bodensee e.V. Politische Forderungen  Bund: Zuschüsse, Steuererleichterungen, Probleme: Modernisierung, Regeln für Mietspiegel  Land: Höhere Zuschüsse für sozialen Wohnungsbau und studentisches Wohnen, praktikable Programme  Stadt: Mehr Schwung für Handlungsprogramm, Quoten für sozialen Wohnungsbau  Wer baut? Soziale Bauträger gesucht!