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... eine Präsentation von Marcel Arnold
Albert Einstein
Es gibt keine großen Entdeckungen,
solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt.
[Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie]
            > Gliederung


                                        1           Biographisches
         G                              2           Methoden von Piaget
                                        3           Kognitionstheorie
             G                                      3.1 Grundlagen
             L                                           3.1.1 Schemata
             I                                           3.1.2 Assimilation
             E                                           3.1.3 Akkomodation
                                                         3.1.4 Äquilibration
             D                                      3.2 Kognitive Entwicklungsphasen
             E                                           3.2.1 Sensomotorische Phase
             R                                           3.2.2 Präoperationale Phase
             U                                           3.2.3 Konkretoperationale Phase
             N                                           3.2.4 Formaloperationale Phase
             G                                           3.2.5 Zusammenfassung
                                                    3.3 Versuch einer Bewertung
                                                         3.3.1 Positive Aspekte
                                                         3.3.2 Kritische Aspekte
                                        4           Pädagogisches Schlusswort
                                        5           Quellen

                                                                                           3
[Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie]
            > Biographisches



          Biographisches




                          * 1896 und † 1980 in der Schweiz

                          konstruktivistischer Entwicklungspsychologe

                          Psychologie-Professur in Genf (1929-1954)

                          3 Kinder




                                                                        4
[Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie]
            > Methoden von Piaget



               Methoden



                            Beobachtung von Einzelfällen
                              differenzierte Beobachtung von Kindern in
                              natürlichen Spiel- und Interaktionsumständen

                            Klinische Interviews
                              non-direktives Befragen
                              von Kindern und Jugendlichen

                            Experimente
                              »systematische Untersuchung« diverser Altersgruppen
                              in verschiedenen Aufgabenstellungen
                              und Versuchskonditionen




                                                                                    5
[Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie]
            > Kognitionstheorie




                                                Kognitionstheorie

                                                Cognito [lat.] > Ich erkenne




                                                                               6
[Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie]
            > Kognitionstheorie/Grundlagen/Schemata



              Schemata




                                 dynamische Denk- und Handlungsstrukturen
                                     - werden immer mehr verfeinert
                                       ( z.B. Zähneputzen )

                                 entstehen in InterAKTION zwischen
                                   Subjekt und Objekt(en)
                                   Innen- und Außenwelt

                                 Psychoclustering
                                   Bildung neuropsychologischer Netzwerke




                                                                            7
[Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie]
            > Kognitionstheorie/Grundlagen/Assimilation



            Assimilation




                                                                                    ?
                                  kognitive Integration von Umwelteinflüssen



                                  Einbindung in vorhandene Schemata


                                  Kind 'knetet' objektive Realität so,
                                  dass sie in derer kognitiven Strukturen 'passt'




                                                                                        8
[Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie]
            > Kognitionstheorie/Grundlagen/Akkomodation


            Akkomodation

            Anpassung eines kognitiven Schemas an ein Objekt

            kognitive Organisation wird an Realität angepasst




            eigenes Schema                     Objekt (Realität)
                                                                   9
[Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie]
            > Kognitionstheorie/Grundlagen/Äquilibration



            Äquilibration




                                                           Umwelteinflüsse
                Selbst                                     objektive Realität
                subjektive Realität                        äußere Schemata
                innere Schemata




                                                                                10
[Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie]
            > Kognitionstheorie/Kognitive Entwicklungsphasen




                                                               11
[Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie]
            > Kognitionstheorie/Kognitive Entwicklungsphasen/Sensomotorische Phase



             Sensomotorische Phase
                                                               sensus [lat.] – Sinn, Empfindung
                                                               Motorik       – Fähigkeit, sich körperlich zu bewegen


                          bis ca. 2. Lebensjahr

                          Verhalten: Reflexe und simple Schemata


                                     wiederholt, variiert, kombiniert

                          Kind kann nicht zwischen
                              Objekt, Subjekt und Handeln
                          unterscheiden

                          Kind begreift Ding nicht voll »sensorisch«
                          (Objektpermanenz)




                                                                                                                  12
[Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie]
            > Kognitionstheorie/Kognitive Entwicklungsphasen/Sensomotorische Phase



            1. Stufe

                     im 1. Lebensmonat

                     pure körperliche
                                                                              ICH
                     Selbstwahrnehmung
                     (Egozentrismus)

                     einfache Schemata/Reflexe
                     (Saugen, Greifen, Gucken)
                                                                                                2. Stufe
                     »SINNloses« Handeln

                                                                      Im 1. - 4. Lebensmonat

                                                                      Aktionen werden wiederholt

                                                                      primitive Reflexe werden zufällig kombiniert
                                                                          > Aktionsaddition (z.B. Gucken+Saugen)

                                     +                                    > Reaktionsmuster bilden sich



                                                                                                                     13
[Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie]
            > Kognitionstheorie/Kognitive Entwicklungsphasen/Sensomotorische Phase



              3. Stufe

                 4. - 8. Lebensmonat

                 äußere Reize werden wahrgenommen;
                 darauf wird reagiert (motorisch)

                 Handlungen sind ABER noch
                 unkoordiniert (ordo[lat.] - Ordnung, Reihe)

                 Kind versucht auf objektive Umwelt
                 einzuwirken (z.B. mit Rassel)                                                     4. Stufe
                                                                      8. - 12. Lebensmonat

                                                                      ziel- und objektorientiertes Verhalten entsteht
                                                                            Ding wird zur Seite geschoben,
                                                                            um anderes Ding zu erreichen

                                                                      Urvertrauen wird aufgebaut zu festen
                                                                      Bezugspersonen (Kind lächelt);
                                                                      Fremde werden abgewiesen

                                                                                                                        14
[Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie]
            > Kognitionstheorie/Kognitive Entwicklungsphasen/Sensomotorische Phase


                                                 5. Stufe
        12. - 18. Lebensmonat

        Kind gewinnt mehr Freude am Experimentieren
        (zielgerichtetere »Versuch-Irrtum«-Vorgehensweise)

        Hilfsmittel, Werkzeuge werden verwandt
                                                                                           6. Stufe
                                                          18. - 24. Lebensmonat

                                                          (motorisches) Denken entwickelt sich
                                                          (»Erwachen der Intelligenz«, Piaget)

                                                          neue Mittel werden durch geistige Kombination
                                                          erschaffen
                                                              - Entstehung, Verformung von geistigen Bildern
                                                                (Symbole)

                                                          körperliche egozentrische Sicht wird durch
                                                          geistigen Egozentrismus ersetzt


                                                                                                               15
[Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie]
            > Kognitionstheorie/Kognitive Entwicklungsphasen/Präoperationale Phase



      Präoperationale Phase                                      opera [lat.]
                                                                 rigidus [lat.]
                                                                                   - die Arbeit (hier: die geistige)
                                                                                   - starr, steif
                                                                 reversibel [lat.] - umkehrbar

           ca. 2. - 7. Lebensjahr

           sensomotorische Aktionen werden immer mehr durch
           geistige Aktionen (Sprache, Bilder) ersetzt
             Wenn mit A das geschieht, dann passiert mit B das
             (z.B. «Wenn ich an der Decke ziehe,
              dann kommt der Teller näher«)
             funktionales Denken                                                     a

           Kind kann sich nicht vorstellen wie ein »Ding«
           vor seiner Veränderung aussah
             rigides Denken
             fehlende Fähigkeit zur Reversibilität

              ABER Kind weiß, dass das transformierte Objekt
              immer noch das »Ding« ist (z.B. verformte Knetkugel)
                 > Identität bleibt erhalten
                                                                                         b

                                                                                                                       16
[Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie]
            > Kognitionstheorie/Kognitive Entwicklungsphasen/Präoperationale Phase


          Egozentrismus


          Bedürfnisse, Denken, Handeln (und die Funktion derer)
          bezieht sich nur auf sich selbst

          Kind kann noch nicht vollständig zwischen
          Sich und Außenwelt unterscheiden
                                                                                     A
          Welt wird aus EGO-Perspektive
          wahrgenommen, begriffen, interpretiert

             Kind kann also schwer andere Sichtweisen
             sich vorstellen oder gar übernehmen

             kindlicher EGO-Realismus:
                 - Die Welt ist nur für mich erschaffen worden
                 - Alle fühlen und denken so wie ich
                 - Meine Realität ist auch Deine

                                                                                         B


                                                                                             17
[Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie]
            > Kognitionstheorie/Kognitive Entwicklungsphasen/Präoperationale Phase
                                                                                            Egozentrismus –

         Kind glaubt:

              Dinge sind wie ich (belebt, bewusst, bestrebt)
              »Die Sonne geht unter weil sie müde ist.«                                     Animismus,
           ... und die Dinge haben Absichten,
               sie streben nach etwas, nach einem Ziel
               »Die Sonne geht unter, damit wir schlafen können.«
                                                                                            Finalismus &
           ... also können die Dinge nur vom Menschen erschaffen
               worden sein                                                                  Artifizialismus
               »Die Sonne lächelt so schön, weil sie von einer
                hübschen Frau (Mutter) erschaffen worden ist«




                                                                                     anima [lat.]        - Seele, Atem
                                                                                     animus [lat.]       - Absicht
                                                                                     artificium [lat.]   - Kunstwerk
                              Diese Denkweise ist                                    finis [lat. ]       - Ende
                             kausal und prälogisch.                                  causa [lat.]        - Grund, Urache

                                                                                                                           18
[Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie]
            > Kognitionstheorie/Kognitive Entwicklungsphasen/Konkretoperationale Phase
                                                                                         serere [lat.]       - reihen, fügen
      Konkretoperationale Phase                                                          reversibel [lat.]   - umkehrbar


           ca. 7. - 11. Lebensjahr

           Kind kann:

              auf »Erfahrung« zurückgreifen                                                    1 + 1 = 2
              erkennen, dass Dinge ihre Substanz,
              trotz Transformationen, behalten (Erhaltung)
                                                                                                2– 1 = 1
              in Gedanken mit
              nicht-abstrakten, also konkreten, vorstellbaren Objekten
              »operieren«
                 auch rückwärts (Reversibilität > Addition-Subtraktion)

              dezentral wahrnehmen; Dinge im Kopf also nicht nur
              nach dem auffälligsten Merkmal abspeichern

              ordnen (Seriation) und nach
              Merkmale und Eigenschaften gruppieren (Klassifikation)


           Kind kann noch nicht richtig logisch denken, eher intuitiv
                                                                                                                           19
[Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie]
            > Kognitionstheorie/Kognitive Entwicklungsphasen/Formaloperationale Phase



     Formaloperationale Phase

                                                                       hypóthesis [griech.]   - Unterstellung,
                                                                                                Behauptung


              11. - 16. Lebensjahr

              Operationen mit Objekten UND Operationen möglich
              (... über Gedanken nachdenken)

              aus Informationen können nun Schlüsse
              gezogen werden

              ergo: Denken wird abstrakt, logisch und hypothetisch
              (selbst Gedanken über der Realität hinaus sind möglich)




                                                                                                                 20
[Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie]
            > Kognitionstheorie/Kognitive Entwicklungsphasen/Zusammenfassung


                Charakteristik :
                                                                               Zusammenfassung
                  Phasen sind seriell;
                  eine Phase muss durchlaufen werden bevor die nächste folgen kann
                  Phasen sind universell; sie sind kulturunabhängig
                  Es besteht eine Balance zwischen Akkomodation und Assimilation;
                  Reifung, Erziehung und Erfahrung ändern dies > nächste Phase

                Phasen-Übersicht :
                  sensomotorische (0-2 Jahre):
                    physischer Egozentrismus
                    Erwerb von:
                                      - sensomotorischer Koordination
                                      - Experimentierfähigkeit
                                      - Objektpermanenz (ohne innere Repräsentation)
                  präoperationale (2-7 Jahre):
                    physische Egozentrizität wird durch psychische abgelöst
                    Erwerb von Sprech- und Vorstellungsvermögen
                    Kennzeichen: Animismus, Finalismus, Artifizialismus, Realismus
                  konkretoperationale (7-11 Jahre):
                    Erwerb von
                    Dezentrierung, Reversibilität, Erhaltung, Seriation, Intuition, Klassifikation
                  formaloperationale (11-16 Jahre):
                    Erwerb von
                    logischen, abstrakten, hypothetischen und
                    rekursiven (über eigenes Denken denken) Denken
                                                                                                     21
[Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie]
            > Kognitionstheorie/Versuch einer Bewertung/Positive Aspekte


           Positives



              sehr umfassende Beschreibung
              der kindlichen Entwicklung

              Betonung der Kognition (Lernen)

              hoher pädagogischer, heuristischer und empirischer Wert

              mehrere Ansätze
               biologisch
               neurologisch
               philosophisch
               psychologisch

              Entdeckung überraschender Merkmale
              bei Kindern




                                                                           22
[Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie]
            > Kognitionstheorie/Versuch einer Bewertung/Kritische Aspekte


           Kritisches




                          gebrauchte keine anerkannte Methodik
                          (Statistiken, standardisierte Untersuchungsmethoden)

                          seine Theorie beschreibt nur, sie erklärt und interpretiert nicht

                          seine Terminologie ist zu kompliziert;
                          man verheddert sich in den Definitionen

                          Phasenmerkmale stimmen oft nicht

                          Nichtbeachtung der emotionalen, sozialen, kulturellen, ... Aspekte




                                                                                               23
[Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie]
            > Pädagogisches Schlusswort



           Pädagogisches Schlusswort




           Jedesmal, wenn man einem Kind vorzeitig etwas beibringt,
           das es auch selbst hätte entdecken können, hält man es
           davon ab, es zu erfinden und damit auch ganz zu verstehen.
                                                             Jean Piaget




                                                                           24
[Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie]
            > Quellen


      Quellenangabe




                                                    http://de.wikipedia.org
                                                    (Artikel: Jean Piaget)

                                                    http://www.ph-freiburg.de/psycho

                                                    Theorien der Entwicklungspsychologie
                                                    (P. Miller, 1993)

                                                    Lern- und Kommunikationsprozesse
                                                    in einem netzbasierten Lernsystem
                                                    (Jürgen Großmann, 2002)




                                                                                           25
Jean Piaget

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  • 3. [Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie] > Gliederung 1 Biographisches G 2 Methoden von Piaget 3 Kognitionstheorie G 3.1 Grundlagen L 3.1.1 Schemata I 3.1.2 Assimilation E 3.1.3 Akkomodation 3.1.4 Äquilibration D 3.2 Kognitive Entwicklungsphasen E 3.2.1 Sensomotorische Phase R 3.2.2 Präoperationale Phase U 3.2.3 Konkretoperationale Phase N 3.2.4 Formaloperationale Phase G 3.2.5 Zusammenfassung 3.3 Versuch einer Bewertung 3.3.1 Positive Aspekte 3.3.2 Kritische Aspekte 4 Pädagogisches Schlusswort 5 Quellen 3
  • 4. [Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie] > Biographisches Biographisches * 1896 und † 1980 in der Schweiz konstruktivistischer Entwicklungspsychologe Psychologie-Professur in Genf (1929-1954) 3 Kinder 4
  • 5. [Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie] > Methoden von Piaget Methoden Beobachtung von Einzelfällen differenzierte Beobachtung von Kindern in natürlichen Spiel- und Interaktionsumständen Klinische Interviews non-direktives Befragen von Kindern und Jugendlichen Experimente »systematische Untersuchung« diverser Altersgruppen in verschiedenen Aufgabenstellungen und Versuchskonditionen 5
  • 6. [Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie] > Kognitionstheorie Kognitionstheorie Cognito [lat.] > Ich erkenne 6
  • 7. [Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie] > Kognitionstheorie/Grundlagen/Schemata Schemata dynamische Denk- und Handlungsstrukturen - werden immer mehr verfeinert ( z.B. Zähneputzen ) entstehen in InterAKTION zwischen Subjekt und Objekt(en) Innen- und Außenwelt Psychoclustering Bildung neuropsychologischer Netzwerke 7
  • 8. [Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie] > Kognitionstheorie/Grundlagen/Assimilation Assimilation ? kognitive Integration von Umwelteinflüssen Einbindung in vorhandene Schemata Kind 'knetet' objektive Realität so, dass sie in derer kognitiven Strukturen 'passt' 8
  • 9. [Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie] > Kognitionstheorie/Grundlagen/Akkomodation Akkomodation Anpassung eines kognitiven Schemas an ein Objekt kognitive Organisation wird an Realität angepasst eigenes Schema Objekt (Realität) 9
  • 10. [Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie] > Kognitionstheorie/Grundlagen/Äquilibration Äquilibration Umwelteinflüsse Selbst objektive Realität subjektive Realität äußere Schemata innere Schemata 10
  • 11. [Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie] > Kognitionstheorie/Kognitive Entwicklungsphasen 11
  • 12. [Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie] > Kognitionstheorie/Kognitive Entwicklungsphasen/Sensomotorische Phase Sensomotorische Phase sensus [lat.] – Sinn, Empfindung Motorik – Fähigkeit, sich körperlich zu bewegen bis ca. 2. Lebensjahr Verhalten: Reflexe und simple Schemata wiederholt, variiert, kombiniert Kind kann nicht zwischen Objekt, Subjekt und Handeln unterscheiden Kind begreift Ding nicht voll »sensorisch« (Objektpermanenz) 12
  • 13. [Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie] > Kognitionstheorie/Kognitive Entwicklungsphasen/Sensomotorische Phase 1. Stufe im 1. Lebensmonat pure körperliche ICH Selbstwahrnehmung (Egozentrismus) einfache Schemata/Reflexe (Saugen, Greifen, Gucken) 2. Stufe »SINNloses« Handeln Im 1. - 4. Lebensmonat Aktionen werden wiederholt primitive Reflexe werden zufällig kombiniert > Aktionsaddition (z.B. Gucken+Saugen) + > Reaktionsmuster bilden sich 13
  • 14. [Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie] > Kognitionstheorie/Kognitive Entwicklungsphasen/Sensomotorische Phase 3. Stufe 4. - 8. Lebensmonat äußere Reize werden wahrgenommen; darauf wird reagiert (motorisch) Handlungen sind ABER noch unkoordiniert (ordo[lat.] - Ordnung, Reihe) Kind versucht auf objektive Umwelt einzuwirken (z.B. mit Rassel) 4. Stufe 8. - 12. Lebensmonat ziel- und objektorientiertes Verhalten entsteht Ding wird zur Seite geschoben, um anderes Ding zu erreichen Urvertrauen wird aufgebaut zu festen Bezugspersonen (Kind lächelt); Fremde werden abgewiesen 14
  • 15. [Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie] > Kognitionstheorie/Kognitive Entwicklungsphasen/Sensomotorische Phase 5. Stufe 12. - 18. Lebensmonat Kind gewinnt mehr Freude am Experimentieren (zielgerichtetere »Versuch-Irrtum«-Vorgehensweise) Hilfsmittel, Werkzeuge werden verwandt 6. Stufe 18. - 24. Lebensmonat (motorisches) Denken entwickelt sich (»Erwachen der Intelligenz«, Piaget) neue Mittel werden durch geistige Kombination erschaffen - Entstehung, Verformung von geistigen Bildern (Symbole) körperliche egozentrische Sicht wird durch geistigen Egozentrismus ersetzt 15
  • 16. [Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie] > Kognitionstheorie/Kognitive Entwicklungsphasen/Präoperationale Phase Präoperationale Phase opera [lat.] rigidus [lat.] - die Arbeit (hier: die geistige) - starr, steif reversibel [lat.] - umkehrbar ca. 2. - 7. Lebensjahr sensomotorische Aktionen werden immer mehr durch geistige Aktionen (Sprache, Bilder) ersetzt Wenn mit A das geschieht, dann passiert mit B das (z.B. «Wenn ich an der Decke ziehe, dann kommt der Teller näher«) funktionales Denken a Kind kann sich nicht vorstellen wie ein »Ding« vor seiner Veränderung aussah rigides Denken fehlende Fähigkeit zur Reversibilität ABER Kind weiß, dass das transformierte Objekt immer noch das »Ding« ist (z.B. verformte Knetkugel) > Identität bleibt erhalten b 16
  • 17. [Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie] > Kognitionstheorie/Kognitive Entwicklungsphasen/Präoperationale Phase Egozentrismus Bedürfnisse, Denken, Handeln (und die Funktion derer) bezieht sich nur auf sich selbst Kind kann noch nicht vollständig zwischen Sich und Außenwelt unterscheiden A Welt wird aus EGO-Perspektive wahrgenommen, begriffen, interpretiert Kind kann also schwer andere Sichtweisen sich vorstellen oder gar übernehmen kindlicher EGO-Realismus: - Die Welt ist nur für mich erschaffen worden - Alle fühlen und denken so wie ich - Meine Realität ist auch Deine B 17
  • 18. [Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie] > Kognitionstheorie/Kognitive Entwicklungsphasen/Präoperationale Phase Egozentrismus – Kind glaubt: Dinge sind wie ich (belebt, bewusst, bestrebt) »Die Sonne geht unter weil sie müde ist.« Animismus, ... und die Dinge haben Absichten, sie streben nach etwas, nach einem Ziel »Die Sonne geht unter, damit wir schlafen können.« Finalismus & ... also können die Dinge nur vom Menschen erschaffen worden sein Artifizialismus »Die Sonne lächelt so schön, weil sie von einer hübschen Frau (Mutter) erschaffen worden ist« anima [lat.] - Seele, Atem animus [lat.] - Absicht artificium [lat.] - Kunstwerk Diese Denkweise ist finis [lat. ] - Ende kausal und prälogisch. causa [lat.] - Grund, Urache 18
  • 19. [Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie] > Kognitionstheorie/Kognitive Entwicklungsphasen/Konkretoperationale Phase serere [lat.] - reihen, fügen Konkretoperationale Phase reversibel [lat.] - umkehrbar ca. 7. - 11. Lebensjahr Kind kann: auf »Erfahrung« zurückgreifen 1 + 1 = 2 erkennen, dass Dinge ihre Substanz, trotz Transformationen, behalten (Erhaltung) 2– 1 = 1 in Gedanken mit nicht-abstrakten, also konkreten, vorstellbaren Objekten »operieren« auch rückwärts (Reversibilität > Addition-Subtraktion) dezentral wahrnehmen; Dinge im Kopf also nicht nur nach dem auffälligsten Merkmal abspeichern ordnen (Seriation) und nach Merkmale und Eigenschaften gruppieren (Klassifikation) Kind kann noch nicht richtig logisch denken, eher intuitiv 19
  • 20. [Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie] > Kognitionstheorie/Kognitive Entwicklungsphasen/Formaloperationale Phase Formaloperationale Phase hypóthesis [griech.] - Unterstellung, Behauptung 11. - 16. Lebensjahr Operationen mit Objekten UND Operationen möglich (... über Gedanken nachdenken) aus Informationen können nun Schlüsse gezogen werden ergo: Denken wird abstrakt, logisch und hypothetisch (selbst Gedanken über der Realität hinaus sind möglich) 20
  • 21. [Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie] > Kognitionstheorie/Kognitive Entwicklungsphasen/Zusammenfassung Charakteristik : Zusammenfassung Phasen sind seriell; eine Phase muss durchlaufen werden bevor die nächste folgen kann Phasen sind universell; sie sind kulturunabhängig Es besteht eine Balance zwischen Akkomodation und Assimilation; Reifung, Erziehung und Erfahrung ändern dies > nächste Phase Phasen-Übersicht : sensomotorische (0-2 Jahre): physischer Egozentrismus Erwerb von: - sensomotorischer Koordination - Experimentierfähigkeit - Objektpermanenz (ohne innere Repräsentation) präoperationale (2-7 Jahre): physische Egozentrizität wird durch psychische abgelöst Erwerb von Sprech- und Vorstellungsvermögen Kennzeichen: Animismus, Finalismus, Artifizialismus, Realismus konkretoperationale (7-11 Jahre): Erwerb von Dezentrierung, Reversibilität, Erhaltung, Seriation, Intuition, Klassifikation formaloperationale (11-16 Jahre): Erwerb von logischen, abstrakten, hypothetischen und rekursiven (über eigenes Denken denken) Denken 21
  • 22. [Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie] > Kognitionstheorie/Versuch einer Bewertung/Positive Aspekte Positives sehr umfassende Beschreibung der kindlichen Entwicklung Betonung der Kognition (Lernen) hoher pädagogischer, heuristischer und empirischer Wert mehrere Ansätze biologisch neurologisch philosophisch psychologisch Entdeckung überraschender Merkmale bei Kindern 22
  • 23. [Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie] > Kognitionstheorie/Versuch einer Bewertung/Kritische Aspekte Kritisches gebrauchte keine anerkannte Methodik (Statistiken, standardisierte Untersuchungsmethoden) seine Theorie beschreibt nur, sie erklärt und interpretiert nicht seine Terminologie ist zu kompliziert; man verheddert sich in den Definitionen Phasenmerkmale stimmen oft nicht Nichtbeachtung der emotionalen, sozialen, kulturellen, ... Aspekte 23
  • 24. [Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie] > Pädagogisches Schlusswort Pädagogisches Schlusswort Jedesmal, wenn man einem Kind vorzeitig etwas beibringt, das es auch selbst hätte entdecken können, hält man es davon ab, es zu erfinden und damit auch ganz zu verstehen. Jean Piaget 24
  • 25. [Piaget – Strukturgenetische Entwicklungstheorie] > Quellen Quellenangabe http://de.wikipedia.org (Artikel: Jean Piaget) http://www.ph-freiburg.de/psycho Theorien der Entwicklungspsychologie (P. Miller, 1993) Lern- und Kommunikationsprozesse in einem netzbasierten Lernsystem (Jürgen Großmann, 2002) 25