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Paten für Kinder in Esmeraldas/San Lorenzo e.V.
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Inocente - YouTube
Jahresbericht 2022
EcoClub – Verpflegung, Betreuung und mehr
Nach einem aufregenden Jahr 2021 mit sagenhaften Höhepunkten wie der spektakulären Präsen-
tation des EcoClub im Capitol Theater in Quito, aber auch den anhaltenden Schwierigkeiten durch
Corona und Ausnahmezustand, hatten wir uns ein bisschen mehr Normalität für 2022 gewünscht
und der Wunsch ist großenteils Realität geworden. Die Wiederbelebung des EcoClub nach fast
zweijähriger Coronapause ist voll und ganz gelungen. Die Kinder und Jugendlichen essen wieder
montags, mittwochs und freitags zusammen Mittag, erledigen ihre Hausaufgaben, die sie im Prä-
senzunterricht bekommen haben, mit oder ohne Unterstützung von Sofía und Berónica und neh-
men an den verschiedenen Aktivitäten im EcoClub teil:
Uhrzeit Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag
08:00 Koordination und Planung aller Aktivitäten (Sofia & Beronica)
09:00 Marimba
(Guilber)
Marimba
(Guilber)
10:00
11:00 Mittagessen
Hausaufgaben
Spaß und Spiel
Mittagessen
Hausaufgaben
Spaß und Spiel
Mittagessen
Hausaufgaben
Spaß und Spiel
Tanz
(Nixon)
12:00
13:00 Perkussion
(José)
14:00 Koordination und Planung aller Aktivitäten (Sofia & Beronica)
15:00
Tanz
(Nixon)
Marimba
(Guilber)
Perkussion
(José)
Requisiten
(Nixon) Gesang
(Yadira)
16:00
Nähwerkstatt
(David)
17:00 Tanz
(Nixon)
Gesang
(Yadira)
18:00
Diesen geregelten Alltag wissen alle Beteiligten nun wieder ganz neu zu schätzen.
Sofia gibt die Schuluniformen aus Tanzunterricht im EcoClub Spiel und Spaß
EcoClub - Marimba Projekt PAC
Was für ein wichtiger Bestandteil das Marimba Projekt inzwischen ist, wird im Wochenplan ersicht-
lich. Die Freude über die im Mai erhaltene Förderzusage des Kindermissionswerks für die Jahre
2022-2024 war dementsprechend riesig.
Welchen Stellenwert Musik und Tanz haben, erfuhren wir direkt von den Kindern und Jugendli-
chen selbst am Anfang des Jahres, als sie sich kurz in einem Video vorstellten:
https://youtu.be/SSS-Iw3FTrc
Marimba, Tanzen, Trommeln wird am meisten genannt auf die Frage, was sie am liebsten im
EcoClub machen oder lernen möchten.
So verwundert es nicht, dass die Stunden der Instrumentallehrer Guilber und José immer gut be-
sucht werden, übertroffen nur noch von den Tanzstunden bei Nixon, wo manchmal schon der
Platz zum Tanzen knapp wird.
Elementar ist für die Marimbamusik aber nicht nur die Marimba selbst, die Trommeln, die Perkus-
sion Instrumente, sondern auch die weibliche Stimme, da sie das wesentliche Element zum Er-
zählen der Geschichten ist, die in den traditionellen Liedern, den Arrullos, weitergegeben werden.
Daniela hatte das in den Projektantrag aufgenommen, so dass dieses Jahr Yadira als Lehrerin für
Gesang neu dazugekommen ist. Auf der Musikplattform konnten wir sie bereits kennenlernen,
denn dort stellt sie sich als dritte Sängerin vor dem Vortrag des traditionellen Lieds „La Minería“
(Der Bergbau) vor: Arrullos (sonidosdelpailon.com)
„Wir sind Afroecuadorianer und identifizieren uns mit den Arrullos, die uns von unseren Vorfahren
hinterlassen wurden und seitdem immer weitergegeben werden.“ sagt Yadira.
In den angestammten Gemeinschaften war jeder junge Mensch, ob männlich oder weiblich, ver-
pflichtet, für seine Geschwister zu sorgen, wenn die Älteren zur Arbeit auf die Felder gingen. Dazu
gehörte auch, die kleinen Kinder mit Arrullos in den Schlaf zu singen, jenem monotonen sich wie-
derholenden Singsang.
Das ist noch heute so: Wenn aus irgendeinem Grund die Mütter die Kinder zu Hause lassen müs-
sen, schreibt die Tradition vor, dass die Person, die zu Hause bleibt, sich um die Kinder kümmern
muss.
Diese Solidarität ist immer noch einer der Werte der afro-ecuadorianischen Kultur, der bei jungen
Menschen am stärksten verankert ist.
Arrullos sind aber nicht nur Wiegenlieder. Sie verbinden Spiritualität mit Alltagsgeschichten, irdi-
sche Welt mit religiöser Tradition und Phantasie. Wir sind gespannt auf die Arrullos, die 2023 im
EcoClub entstehen und gesungen werden.
EcoClub – Andere Aktivitäten im Projekt PAC
Tatsächlich ist die Überschrift inzwischen zu klein geworden, denn das Projekt PAC umfasst nicht
nur Musik, sondern auch die Nähwerkstatt. Zunächst wurde damit begonnen, Kostüme und Uten-
silien für die Auftritte und Präsentationen zu entwerfen und anzufertigen. Dann wurden die Schul-
uniformen in Angriff genommen. Die Blusen und Hemden werden zwar nach wie vor fertig gekauft,
aber die Vorarbeiten für die Hosen und Röcke wurden von den Kindern und Jugendlichen für das
Schuljahr 2022 selbst erledigt, so dass sie nur noch in der Schneiderei fertig genäht werden muss-
ten. Dafür fehlt es im EcoClub an professionelleren Nähmaschinen. Mit dieser Kombination ist
man in San Lorenzo aber im Moment ganz glücklich, so dass es dabei vermutlich auch für 2023
bleiben wird.
Ebenfalls im Rahmen des dreijährigen PAC Projektes lernen die älteren Kinder und Jugendlichen
die Grundlagen audiovisueller Medien und Tontechnik kennen. Auch das ist beinahe eine logische
Weiterentwicklung rund um die musikalischen Aktivitäten. Die Jugendlichen haben großes Inte-
resse an Medien und Technik und bekommen dadurch die Möglichkeit, zu dokumentieren was sie
beschäftigt, wie ihr Alltag aussieht, was für kreative Talente und künstlerische Fähigkeiten in ihnen
stecken.
Ein erstes Video von den Kindern und Jugendlichen selbst über den EcoClub sehen sie hier:
https://youtu.be/3Ar7gfrI2D4
Hervorragend dazu passte, dass der EcoClub im November als Außenstelle in San Lorenzo am
internationalen Filmfestival EQUIS teilhaben durfte. Das war eine Feuerprobe für das neue Tech-
nikteam, die reibungslos geklappt hat, auch wenn sich das Interesse an den gezeigten Filmen in
Grenzen hielt.
Filmvorführung im EcoClub mit dem neuen Technikteam Nähwerkstatt im EcoClub
Können Musik und Kunst auch in einer so konfliktreichen Gegend ein Weg zu einer friedlichen
Gesellschaft sein? Seit der EcoClub mit Marimba begonnen hat, kann man ein verstärktes Gefühl
der Zugehörigkeit beobachten, zunächst zum EcoClub selbst und dann zur breiteren afro-
ecuadorianischen Kultur in San Lorenzo. Durch die Kunst und Kultur der Marimba konnten die
Kinder in eine andere Lebensweise eintauchen, wahrnehmen, dass sich möglicherweise mit Musik
und Kunst auch Geld verdienen lässt und es ein Beruf sein kann. Gleichzeitig wurden die Kinder
durch ihre musischen Aktivitäten sichtbar, hörbar und bekamen Applaus. Sie konnten bei Auftritten
neue Orte kennenlernen, wie im Sommer in Tulcán im Hochland an der Grenze zu Kolumbien.
Dies trägt zweifellos erheblich zu ihrem Selbstwertgefühl, ihrem Selbstvertrauen und der Wert-
schätzung ihrer eigenen Wurzeln bei.
Auch aus Tulcán haben sie ein selbstgedrehtes kurzes Video mitgebracht:
https://youtu.be/WeIb0EFXn2Y
EcoClub – Workshops mit Kunst- und Gestalttherapie
Wie berichtet, sind auch Malena und Diana mit ihren Workshops wieder voll durchgestartet. Leider
fällt Diana aufgrund von Krankheit für einen längeren Zeitraum aus, so dass vorerst Monika ihren
Platz einnimmt, was aber nahtlos geklappt hat.
Da wir die Themen und Arbeitsweise im letzten Rundbrief ausführlich vorgestellt hatten, verzichten
wir hier auf eine weitere Ausführung, was die Bedeutung keinesfalls schmälern soll.
EcoClub – Sonstiges
Im Herbst bekamen die Kinder und Jugendlichen einen medizinischen Check-up.
Selbst davon gibt es eine filmische Dokumentation und ich war erstaunt, dass sogar eine Zahnbe-
handlung im EcoClub möglich ist: Brigada Médica EcoClub 2022 - YouTube
Die Weihnachtsfeier mit Festessen, musikalischen und künstlerischen Präsentationen, verlief fröh-
lich und unbeschwert. Die Warenkörbe waren dank Ihrer großzügigen Weihnachtsspenden gut
bestückt mit Reis, Mehl, Zucker, Linsen, Nudeln, Speiseöl, Thunfisch, Marmelade, Salz, Toma-
tenmark, Kakao, Süßigkeiten und einem Hähnchen. Wie sehr sich die Familien darüber gefreut
haben, sehen Sie hier: https://www.dropbox.com/s/ws7ruvjb8b6q462/Weihnachten%202022?dl=0
Ausblick und Pläne
Momentan wird der EcoClub renoviert. Verschiedene Umstände haben dazu geführt, dass die
jährliche Behandlung des Holzes dieses Mal nicht ausreicht und umfassendere Arbeiten nötig
sind:
Dazu gehört beispielsweise das Haus des Hausmeisters, an dem beim Erdbeben am 26. März
2022 offensichtlich an der einen Seite das Fundament beschädigt wurde, so dass es jetzt durch
ein neues stabileres mit Zement ersetzt wird, da es im Laufe des Jahres in sichtbare Schräglage
geraten und einsturzgefährdet war. Auch das Sanitärgebäude mit der Trockentoilette muss um-
fassend saniert werden. Am Küchencontainer ist die Korrosion inzwischen durch die Farbe sicht-
bar und muss behandelt werden. Das tropische Klima mit seiner hohen Luftfeuchtigkeit, der star-
ken Sonneneinstrahlung und heftigen Regenfällen in der Regenzeit setzt allen Materialien schwer
zu. Dass nun nach gut 10 Jahren eine größere Sanierung ansteht, ist leider unumgänglich. Mehr
dazu wird im nächsten Rundbrief zu lesen sein.
Ein Wiedersehen mit unserer langjährigen Mitarbeiterin Daniela Mosquera, die Sie sicher noch in
bester Erinnerung haben, da sie die Initiatorin der musikalischen Aktivitäten im EcoClub ist, wird
bei Theater-Workshops in diesem Jahr erfolgen. Daniela wird mit dem „Teatro Puentes Invisibles“
https://teatropuentesinvisibles.com/ in San Lorenzo zu Gast sein und die Kinder und Jugendlichen
in die Welt des Theaters entführen. Auch das steht in Verbindung zum PAC Projekt und wird dabei
unterstützen, die Dramaturgie der Tänze zu verstärken.
Nachrichten aus San Lorenzo und Ecuador
Auch in Ecuador ist Corona kein großes Thema mehr, aber ähnlich wie hier treten Grippe und
Atemwegserkrankungen häufig auf, eher in den kälteren Regionen Ecuadors, nicht so sehr in den
tropischen Gegenden wie San Lorenzo.
Große Probleme macht aber nach wie vor die Kriminalität rund um Drogen. Innenminister Patricio
Carrillo sagte nach einem Sprengstoffanschlag mit Toten und Verletzten im August in der Provinz
Esmeraldas, in der auch die Stadt San Lorenzo liegt: „Das ist eine Kriegserklärung gegen den
Staat.“
Die FAZ beschreibt die Hintergründe dazu folgendermaßen: „Ecuador grenzt an Kolumbien und
Peru, die beiden größten Kokain-Produzenten der Welt. Mittlerweile hat sich Ecuador zu einem
zentralen Umschlagplatz für Drogenlieferungen nach Europa und in die USA entwickelt. Verschie-
dene Banden kämpfen um die Vorherrschaft. Außerdem nutzen mexikanische Drogenbanden
Ecuador, um die Gewinne aus ihren illegalen Geschäften zu waschen.
Mit den Aktivitäten der Drogenbanden hat auch die Gewalt in Ecuador zugenommen. Die Mordra-
te im Land stieg von 2018 bis heute von sechs auf vierzehn Morde pro 100.000 Einwohner. Die
Gewalt schlägt häufig auch auf Ecuadors Gefängnisse über. Seit Februar 2021 wurden mehr als
350 Insassen ecuadorianischer Haftanstalten getötet.“
(https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/fuenf-tote-bei-sprengstoffanschlag-in-ecuador-18244791.html)
Die Regierung plant nun ein neues Gesetz, um u.a. das Militär zur Aufrechterhaltung der öffentli-
chen Ordnung einsetzen zu können, ohne den Ausnahmezustand zu verhängen. Das Hauptargu-
ment dafür ist die notwendige Kontrolle des Drogenhandels. Es ließe sich aber auch im Falle sozi-
aler Unruhen – speziell im Falle indigener Proteste - anwenden. Unser Freund und ehemaliger
Mitarbeiter Pablo Hermida sagt, Ziel sei die Machterweiterung und -erhaltung der Regierung von
Präsident Lasso, insbesondere auch, da sie die sozialen Systeme bisher vernachlässigt hat, was
u.a. zu einem Notstand im Gesundheitswesen und zu Unruhen der benachteiligten Bevölkerungs-
schichten geführt hat.
„Die Unsicherheit im Land wird stetig schlimmer“ sagt Pablo. Sogar in den internationalen Nach-
richten konnte man über den ausgerufenen Ausnahmezustand in Esmeraldas und Guayas lesen.
Gefängnisrevolten normalisieren sich, der Drogenhandel und die damit einhergehende brutale
Kriminalität gewinnen immer mehr Raum. Man merkt die Unsicherheit auch auf der Straße. Es gibt
viel mehr Überfälle, Raub und andere Straftaten. Die Bandenkriege und Morde sind außer Kontrol-
le – es läuft schlicht aus dem Ruder, sagt Pablo. In Regionen wie Esmeraldas können präventive
oder gegensteuernde Projekte nicht mehr stattfinden, weil nicht einmal mehr die Polizei sich dort
hin traut. Freunde aus Mexico sagen, dass es dort eins genauso begonnen hat und die Situation
in Ecuador entsprechend angsteinflößend sei.
Dass Repression und Gewalt seitens des Staates sich weder in Mexico noch in Kolumbien als
wirksam erwiesen haben, treibt nicht nur Pablo und unsere ecuadorianischen Freunde um. In ei-
ner Rede während eines Treffens mit dem chilenischen Präsidenten Gabriel Boric sagte der im
letzten Jahr gewählte kolumbianische Präsident Gustavo Petro zu Tränen gerührt: „Waffen sind
kein Ausweg aus unseren Problemen.“ und schlug einen lateinamerikanischen Pakt vor, der weit
über die Drogenproblematik hinausgeht.
Diese ganze Situation ist in San Lorenzo leider sehr deutlich spürbar. Während des Ausnahmezu-
stands in der Provinz Esmeraldas wurden tausende Soldaten ins Grenzgebiet zu Kolumbien ent-
sandt. Tatsächlich hat sich die Lage in San Lorenzo vor Weihnachten etwas beruhigt, was mög-
licherweise auch mit der Bürgermeisterwahl am 7. Februar zu tun hat. Wie Andrés nüchtern an-
merkt ist das keine gute Wahlwerbung.
Vereinsstatistik für das Jahr 2022
Es erfüllt uns mit großer Dankbarkeit, dass trotz der vielen Krisen, die an uns allen nicht spurlos
vorbeigehen, eine überwältigende Spendensumme von 33.415,19 Euro zusammengekommen ist.
Umso bemerkenswerter ist dieses Ergebnis vor dem Hintergrund, dass sich die Zahl der Spender
auf 69 noch mal leicht reduziert hat und es aufgrund von Corona noch wenige Sonderaktionen wie
Cafeteria, Basar, Geburtstagsfeiern zum Spendensammeln gegeben hat.
Das führt uns einmal mehr vor Augen, wie ungeheuer großzügig Sie als unsere regelmäßigen
Spender sind, die uns seit vielen vielen Jahren die Treue halten!
Wir sagen von Herzen DANKE für Ihr Vertrauen!
Da die Corona Situation Anfang 2022 noch nicht so entspannt war, waren erneut keine Sternsin-
ger unterwegs und stattdessen wurden wieder Segenspakete verteilt. Das Spendenaufkommen
war in beiden Gemeinden zwar geringer als beim letztjährigen Rekord, aber mit den Summen von
3.316,67 Euro in der Gemeinde Herz Jesu in Halle und 4.065,22 Euro in St. Johannes Evangelist
in Stockkämpen immer noch beachtlich.
Wir wünschen allen ein glückliches, gesundes, friedliches und fröhliches Jahr 2023 und freuen
uns, dass Sie den EcoClub weiter begleiten!
Viele Grüße
Marion Weeke und Anne Mette

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  • 1. Paten für Kinder in Esmeraldas/San Lorenzo e.V. Mönchstr. 43, 33790 Halle IBAN: DE97 4805 1580 0000 0396 85 Tel.: 05201-9892 Swift-BIC: WELADED1HAW e-mail: Paten-fuer-Kinder@web.de GläubigerIdent.-Nr.: DE33ZZZ00000073580 Links: EcoClub San Lorenzo’s slideshows on SlideShare https://sonidosdelpailon.com/es/ Ecoclub San Lorenzo | Facebook https://www.bildungsspender.de/ecoclub Inocente - YouTube Jahresbericht 2022 EcoClub – Verpflegung, Betreuung und mehr Nach einem aufregenden Jahr 2021 mit sagenhaften Höhepunkten wie der spektakulären Präsen- tation des EcoClub im Capitol Theater in Quito, aber auch den anhaltenden Schwierigkeiten durch Corona und Ausnahmezustand, hatten wir uns ein bisschen mehr Normalität für 2022 gewünscht und der Wunsch ist großenteils Realität geworden. Die Wiederbelebung des EcoClub nach fast zweijähriger Coronapause ist voll und ganz gelungen. Die Kinder und Jugendlichen essen wieder montags, mittwochs und freitags zusammen Mittag, erledigen ihre Hausaufgaben, die sie im Prä- senzunterricht bekommen haben, mit oder ohne Unterstützung von Sofía und Berónica und neh- men an den verschiedenen Aktivitäten im EcoClub teil: Uhrzeit Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag 08:00 Koordination und Planung aller Aktivitäten (Sofia & Beronica) 09:00 Marimba (Guilber) Marimba (Guilber) 10:00 11:00 Mittagessen Hausaufgaben Spaß und Spiel Mittagessen Hausaufgaben Spaß und Spiel Mittagessen Hausaufgaben Spaß und Spiel Tanz (Nixon) 12:00 13:00 Perkussion (José) 14:00 Koordination und Planung aller Aktivitäten (Sofia & Beronica) 15:00 Tanz (Nixon) Marimba (Guilber) Perkussion (José) Requisiten (Nixon) Gesang (Yadira) 16:00 Nähwerkstatt (David) 17:00 Tanz (Nixon) Gesang (Yadira) 18:00 Diesen geregelten Alltag wissen alle Beteiligten nun wieder ganz neu zu schätzen. Sofia gibt die Schuluniformen aus Tanzunterricht im EcoClub Spiel und Spaß
  • 2. EcoClub - Marimba Projekt PAC Was für ein wichtiger Bestandteil das Marimba Projekt inzwischen ist, wird im Wochenplan ersicht- lich. Die Freude über die im Mai erhaltene Förderzusage des Kindermissionswerks für die Jahre 2022-2024 war dementsprechend riesig. Welchen Stellenwert Musik und Tanz haben, erfuhren wir direkt von den Kindern und Jugendli- chen selbst am Anfang des Jahres, als sie sich kurz in einem Video vorstellten: https://youtu.be/SSS-Iw3FTrc Marimba, Tanzen, Trommeln wird am meisten genannt auf die Frage, was sie am liebsten im EcoClub machen oder lernen möchten. So verwundert es nicht, dass die Stunden der Instrumentallehrer Guilber und José immer gut be- sucht werden, übertroffen nur noch von den Tanzstunden bei Nixon, wo manchmal schon der Platz zum Tanzen knapp wird. Elementar ist für die Marimbamusik aber nicht nur die Marimba selbst, die Trommeln, die Perkus- sion Instrumente, sondern auch die weibliche Stimme, da sie das wesentliche Element zum Er- zählen der Geschichten ist, die in den traditionellen Liedern, den Arrullos, weitergegeben werden. Daniela hatte das in den Projektantrag aufgenommen, so dass dieses Jahr Yadira als Lehrerin für Gesang neu dazugekommen ist. Auf der Musikplattform konnten wir sie bereits kennenlernen, denn dort stellt sie sich als dritte Sängerin vor dem Vortrag des traditionellen Lieds „La Minería“ (Der Bergbau) vor: Arrullos (sonidosdelpailon.com) „Wir sind Afroecuadorianer und identifizieren uns mit den Arrullos, die uns von unseren Vorfahren hinterlassen wurden und seitdem immer weitergegeben werden.“ sagt Yadira. In den angestammten Gemeinschaften war jeder junge Mensch, ob männlich oder weiblich, ver- pflichtet, für seine Geschwister zu sorgen, wenn die Älteren zur Arbeit auf die Felder gingen. Dazu gehörte auch, die kleinen Kinder mit Arrullos in den Schlaf zu singen, jenem monotonen sich wie- derholenden Singsang. Das ist noch heute so: Wenn aus irgendeinem Grund die Mütter die Kinder zu Hause lassen müs- sen, schreibt die Tradition vor, dass die Person, die zu Hause bleibt, sich um die Kinder kümmern muss. Diese Solidarität ist immer noch einer der Werte der afro-ecuadorianischen Kultur, der bei jungen Menschen am stärksten verankert ist. Arrullos sind aber nicht nur Wiegenlieder. Sie verbinden Spiritualität mit Alltagsgeschichten, irdi- sche Welt mit religiöser Tradition und Phantasie. Wir sind gespannt auf die Arrullos, die 2023 im EcoClub entstehen und gesungen werden. EcoClub – Andere Aktivitäten im Projekt PAC Tatsächlich ist die Überschrift inzwischen zu klein geworden, denn das Projekt PAC umfasst nicht nur Musik, sondern auch die Nähwerkstatt. Zunächst wurde damit begonnen, Kostüme und Uten- silien für die Auftritte und Präsentationen zu entwerfen und anzufertigen. Dann wurden die Schul- uniformen in Angriff genommen. Die Blusen und Hemden werden zwar nach wie vor fertig gekauft, aber die Vorarbeiten für die Hosen und Röcke wurden von den Kindern und Jugendlichen für das Schuljahr 2022 selbst erledigt, so dass sie nur noch in der Schneiderei fertig genäht werden muss- ten. Dafür fehlt es im EcoClub an professionelleren Nähmaschinen. Mit dieser Kombination ist man in San Lorenzo aber im Moment ganz glücklich, so dass es dabei vermutlich auch für 2023 bleiben wird. Ebenfalls im Rahmen des dreijährigen PAC Projektes lernen die älteren Kinder und Jugendlichen die Grundlagen audiovisueller Medien und Tontechnik kennen. Auch das ist beinahe eine logische Weiterentwicklung rund um die musikalischen Aktivitäten. Die Jugendlichen haben großes Inte- resse an Medien und Technik und bekommen dadurch die Möglichkeit, zu dokumentieren was sie beschäftigt, wie ihr Alltag aussieht, was für kreative Talente und künstlerische Fähigkeiten in ihnen stecken.
  • 3. Ein erstes Video von den Kindern und Jugendlichen selbst über den EcoClub sehen sie hier: https://youtu.be/3Ar7gfrI2D4 Hervorragend dazu passte, dass der EcoClub im November als Außenstelle in San Lorenzo am internationalen Filmfestival EQUIS teilhaben durfte. Das war eine Feuerprobe für das neue Tech- nikteam, die reibungslos geklappt hat, auch wenn sich das Interesse an den gezeigten Filmen in Grenzen hielt. Filmvorführung im EcoClub mit dem neuen Technikteam Nähwerkstatt im EcoClub Können Musik und Kunst auch in einer so konfliktreichen Gegend ein Weg zu einer friedlichen Gesellschaft sein? Seit der EcoClub mit Marimba begonnen hat, kann man ein verstärktes Gefühl der Zugehörigkeit beobachten, zunächst zum EcoClub selbst und dann zur breiteren afro- ecuadorianischen Kultur in San Lorenzo. Durch die Kunst und Kultur der Marimba konnten die Kinder in eine andere Lebensweise eintauchen, wahrnehmen, dass sich möglicherweise mit Musik und Kunst auch Geld verdienen lässt und es ein Beruf sein kann. Gleichzeitig wurden die Kinder durch ihre musischen Aktivitäten sichtbar, hörbar und bekamen Applaus. Sie konnten bei Auftritten neue Orte kennenlernen, wie im Sommer in Tulcán im Hochland an der Grenze zu Kolumbien. Dies trägt zweifellos erheblich zu ihrem Selbstwertgefühl, ihrem Selbstvertrauen und der Wert- schätzung ihrer eigenen Wurzeln bei. Auch aus Tulcán haben sie ein selbstgedrehtes kurzes Video mitgebracht: https://youtu.be/WeIb0EFXn2Y EcoClub – Workshops mit Kunst- und Gestalttherapie Wie berichtet, sind auch Malena und Diana mit ihren Workshops wieder voll durchgestartet. Leider fällt Diana aufgrund von Krankheit für einen längeren Zeitraum aus, so dass vorerst Monika ihren Platz einnimmt, was aber nahtlos geklappt hat. Da wir die Themen und Arbeitsweise im letzten Rundbrief ausführlich vorgestellt hatten, verzichten wir hier auf eine weitere Ausführung, was die Bedeutung keinesfalls schmälern soll. EcoClub – Sonstiges Im Herbst bekamen die Kinder und Jugendlichen einen medizinischen Check-up. Selbst davon gibt es eine filmische Dokumentation und ich war erstaunt, dass sogar eine Zahnbe- handlung im EcoClub möglich ist: Brigada Médica EcoClub 2022 - YouTube Die Weihnachtsfeier mit Festessen, musikalischen und künstlerischen Präsentationen, verlief fröh- lich und unbeschwert. Die Warenkörbe waren dank Ihrer großzügigen Weihnachtsspenden gut bestückt mit Reis, Mehl, Zucker, Linsen, Nudeln, Speiseöl, Thunfisch, Marmelade, Salz, Toma- tenmark, Kakao, Süßigkeiten und einem Hähnchen. Wie sehr sich die Familien darüber gefreut haben, sehen Sie hier: https://www.dropbox.com/s/ws7ruvjb8b6q462/Weihnachten%202022?dl=0
  • 4. Ausblick und Pläne Momentan wird der EcoClub renoviert. Verschiedene Umstände haben dazu geführt, dass die jährliche Behandlung des Holzes dieses Mal nicht ausreicht und umfassendere Arbeiten nötig sind: Dazu gehört beispielsweise das Haus des Hausmeisters, an dem beim Erdbeben am 26. März 2022 offensichtlich an der einen Seite das Fundament beschädigt wurde, so dass es jetzt durch ein neues stabileres mit Zement ersetzt wird, da es im Laufe des Jahres in sichtbare Schräglage geraten und einsturzgefährdet war. Auch das Sanitärgebäude mit der Trockentoilette muss um- fassend saniert werden. Am Küchencontainer ist die Korrosion inzwischen durch die Farbe sicht- bar und muss behandelt werden. Das tropische Klima mit seiner hohen Luftfeuchtigkeit, der star- ken Sonneneinstrahlung und heftigen Regenfällen in der Regenzeit setzt allen Materialien schwer zu. Dass nun nach gut 10 Jahren eine größere Sanierung ansteht, ist leider unumgänglich. Mehr dazu wird im nächsten Rundbrief zu lesen sein. Ein Wiedersehen mit unserer langjährigen Mitarbeiterin Daniela Mosquera, die Sie sicher noch in bester Erinnerung haben, da sie die Initiatorin der musikalischen Aktivitäten im EcoClub ist, wird bei Theater-Workshops in diesem Jahr erfolgen. Daniela wird mit dem „Teatro Puentes Invisibles“ https://teatropuentesinvisibles.com/ in San Lorenzo zu Gast sein und die Kinder und Jugendlichen in die Welt des Theaters entführen. Auch das steht in Verbindung zum PAC Projekt und wird dabei unterstützen, die Dramaturgie der Tänze zu verstärken. Nachrichten aus San Lorenzo und Ecuador Auch in Ecuador ist Corona kein großes Thema mehr, aber ähnlich wie hier treten Grippe und Atemwegserkrankungen häufig auf, eher in den kälteren Regionen Ecuadors, nicht so sehr in den tropischen Gegenden wie San Lorenzo. Große Probleme macht aber nach wie vor die Kriminalität rund um Drogen. Innenminister Patricio Carrillo sagte nach einem Sprengstoffanschlag mit Toten und Verletzten im August in der Provinz Esmeraldas, in der auch die Stadt San Lorenzo liegt: „Das ist eine Kriegserklärung gegen den Staat.“ Die FAZ beschreibt die Hintergründe dazu folgendermaßen: „Ecuador grenzt an Kolumbien und Peru, die beiden größten Kokain-Produzenten der Welt. Mittlerweile hat sich Ecuador zu einem zentralen Umschlagplatz für Drogenlieferungen nach Europa und in die USA entwickelt. Verschie- dene Banden kämpfen um die Vorherrschaft. Außerdem nutzen mexikanische Drogenbanden Ecuador, um die Gewinne aus ihren illegalen Geschäften zu waschen. Mit den Aktivitäten der Drogenbanden hat auch die Gewalt in Ecuador zugenommen. Die Mordra- te im Land stieg von 2018 bis heute von sechs auf vierzehn Morde pro 100.000 Einwohner. Die Gewalt schlägt häufig auch auf Ecuadors Gefängnisse über. Seit Februar 2021 wurden mehr als 350 Insassen ecuadorianischer Haftanstalten getötet.“ (https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/fuenf-tote-bei-sprengstoffanschlag-in-ecuador-18244791.html) Die Regierung plant nun ein neues Gesetz, um u.a. das Militär zur Aufrechterhaltung der öffentli- chen Ordnung einsetzen zu können, ohne den Ausnahmezustand zu verhängen. Das Hauptargu- ment dafür ist die notwendige Kontrolle des Drogenhandels. Es ließe sich aber auch im Falle sozi- aler Unruhen – speziell im Falle indigener Proteste - anwenden. Unser Freund und ehemaliger Mitarbeiter Pablo Hermida sagt, Ziel sei die Machterweiterung und -erhaltung der Regierung von Präsident Lasso, insbesondere auch, da sie die sozialen Systeme bisher vernachlässigt hat, was u.a. zu einem Notstand im Gesundheitswesen und zu Unruhen der benachteiligten Bevölkerungs- schichten geführt hat. „Die Unsicherheit im Land wird stetig schlimmer“ sagt Pablo. Sogar in den internationalen Nach- richten konnte man über den ausgerufenen Ausnahmezustand in Esmeraldas und Guayas lesen. Gefängnisrevolten normalisieren sich, der Drogenhandel und die damit einhergehende brutale
  • 5. Kriminalität gewinnen immer mehr Raum. Man merkt die Unsicherheit auch auf der Straße. Es gibt viel mehr Überfälle, Raub und andere Straftaten. Die Bandenkriege und Morde sind außer Kontrol- le – es läuft schlicht aus dem Ruder, sagt Pablo. In Regionen wie Esmeraldas können präventive oder gegensteuernde Projekte nicht mehr stattfinden, weil nicht einmal mehr die Polizei sich dort hin traut. Freunde aus Mexico sagen, dass es dort eins genauso begonnen hat und die Situation in Ecuador entsprechend angsteinflößend sei. Dass Repression und Gewalt seitens des Staates sich weder in Mexico noch in Kolumbien als wirksam erwiesen haben, treibt nicht nur Pablo und unsere ecuadorianischen Freunde um. In ei- ner Rede während eines Treffens mit dem chilenischen Präsidenten Gabriel Boric sagte der im letzten Jahr gewählte kolumbianische Präsident Gustavo Petro zu Tränen gerührt: „Waffen sind kein Ausweg aus unseren Problemen.“ und schlug einen lateinamerikanischen Pakt vor, der weit über die Drogenproblematik hinausgeht. Diese ganze Situation ist in San Lorenzo leider sehr deutlich spürbar. Während des Ausnahmezu- stands in der Provinz Esmeraldas wurden tausende Soldaten ins Grenzgebiet zu Kolumbien ent- sandt. Tatsächlich hat sich die Lage in San Lorenzo vor Weihnachten etwas beruhigt, was mög- licherweise auch mit der Bürgermeisterwahl am 7. Februar zu tun hat. Wie Andrés nüchtern an- merkt ist das keine gute Wahlwerbung. Vereinsstatistik für das Jahr 2022 Es erfüllt uns mit großer Dankbarkeit, dass trotz der vielen Krisen, die an uns allen nicht spurlos vorbeigehen, eine überwältigende Spendensumme von 33.415,19 Euro zusammengekommen ist. Umso bemerkenswerter ist dieses Ergebnis vor dem Hintergrund, dass sich die Zahl der Spender auf 69 noch mal leicht reduziert hat und es aufgrund von Corona noch wenige Sonderaktionen wie Cafeteria, Basar, Geburtstagsfeiern zum Spendensammeln gegeben hat. Das führt uns einmal mehr vor Augen, wie ungeheuer großzügig Sie als unsere regelmäßigen Spender sind, die uns seit vielen vielen Jahren die Treue halten! Wir sagen von Herzen DANKE für Ihr Vertrauen! Da die Corona Situation Anfang 2022 noch nicht so entspannt war, waren erneut keine Sternsin- ger unterwegs und stattdessen wurden wieder Segenspakete verteilt. Das Spendenaufkommen war in beiden Gemeinden zwar geringer als beim letztjährigen Rekord, aber mit den Summen von 3.316,67 Euro in der Gemeinde Herz Jesu in Halle und 4.065,22 Euro in St. Johannes Evangelist in Stockkämpen immer noch beachtlich. Wir wünschen allen ein glückliches, gesundes, friedliches und fröhliches Jahr 2023 und freuen uns, dass Sie den EcoClub weiter begleiten! Viele Grüße Marion Weeke und Anne Mette