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Paten für Kinder in Esmeraldas/San Lorenzo e.V.
Mönchstr. 43, 33790 Halle IBAN: DE97 4805 1580 0000 0396 85
Tel.: 05201-9892 Swift-BIC: WELADED1HAW
e-mail: Paten-fuer-Kinder@web.de GläubigerIdent.-Nr.: DE33ZZZ00000073580
Links:
https://www.slideshare.net/EcoClub-San-Lorenzo http://vimeo.com/86573541
www.facebook.com/EcoClub.SanLorenzo https://www.bildungsspender.de/ecoclub
I - 2020
Seit Wochen gibt es rund um den Globus nur noch ein Thema: Corona.
In diesem kurzen Sonderrundbrief werfen wir einen Blick auf die Lage in Ecuador und San Lorenzo und
informieren über unsere Sofortmaßnahmen.
Bisher findet die mediale Berichterstattung über Ecuador in Form von Schreckensmeldungen aus der
Hafenstadt Guayaquil statt: Leichen werden in „Pappkarton-Särgen“ gesammelt und tote Menschen bleiben
an Gehwegen oder in den Häusern liegen und werden nicht abgeholt, da die Ambulanzen und Bestatter
u.a. aufgrund der Ausgangssperren den steigenden Krankheits- und Todesfällen nicht gerecht werden
können. https://www.spiegel.de/politik/ausland/coronavirus-in-equador-wie-die-situation-in-guayaquil-
eskalierte-a-d9a73c04-116a-4cba-9647-968826248b5b
Es ist klar, dass diejenigen, die es können, die Metropole verlassen. Ebenso klar ist, dass auch das zur
weiteren Verbreitung des Corona Virus beiträgt. Wir haben von Daniela erfahren, dass es viele Fälle in der
Stadt Esmeraldas (3h von San Lorenzo entfernt) und auch schon erste Fälle in Borbón (1h entfernt) gibt.
Wann sich die Situation in San Lorenzo zuspitzen wird, scheint also nur eine Frage der Zeit, zumal es auch
dort schon einen Fall, einen infizierten Militärsoldaten gibt.
Aber die Lage ist auch so bereits dramatisch: Die Ausgangssperren in Ecuador gelten von 14 bis 5 Uhr.
Täglich wechselnd und abhängig von der letzten Ziffer des Ausweisdokuments dürfen außerdem nur
bestimmte Personen das Haus in den Vormittagsstunden bis 14 Uhr verlassen. Fast 60% der Menschen in
San Lorenzo bestreiten ihren Lebensunterhalt im informellen Sektor als Straßenverkäufer, Fischer,
Wäscherinnen, Tagelöhner etc. und haben ihre Existenzgrundlage binnen kürzester Zeit komplett verloren.
Schon vorletzte Woche kamen – und wir schreiben so ein Wort ungerne – Hilferufe aus San Lorenzo.
Aufgrund der Ausgangssperre konnte der EcoClub nach den Ferien nicht wieder öffnen und damit mussten
wir unseren Mittagstisch im EcoClub komplett einstellen. Der fehlt nun natürlich den Familien neben den
ohnehin schon ausbleibenden Einkünften. Und so erreicht der Hunger noch vor Corona die Stadt.
Folgende Maßnahmen sind deshalb geplant bzw. schon angelaufen:
Für die Familien werden Lebensmittelkörbe bereitgestellt, die u.a. 5 Kilo Reis, 3 Kilo Linsen und Bohnen,
Zucker und Öl beinhalten, sowie Seife zum Händewaschen.
Ein lokaler Anbieter wird zusammen mit unseren Mitarbeiterinnen und Müttern der Familien Masken nähen
und diese an die Familien, die Nachbarschaft, aber auch an Unternehmen oder Menschen der Stadt
verteilen – gepaart mit umfassender hygienischer Aufklärung.
Wenn wir von hier an die Lebensverhältnisse der Menschen in San Lorenzo denken, läuft es uns dabei kalt
den Rücken herunter.
Eine weitere Perspektive könnte eine Art Volksküche für die Nachbarschaft sein, um zwei bis drei Mal die
Woche Suppe oder Reis auszugeben. Ob und wie sich das in Einklang mit der Ausgangssperre
ermöglichen lässt, ist noch zu klären.
Im Zwei- bis Vierwochentakt und in enger Rücksprache mit Daniela und unseren Mitarbeiterinnen vor Ort
werden wir immer wieder neu entscheiden müssen, welche weiteren Maßnahmen notwendig oder nützlich
sein können. Sicherlich wird der erste Lebensmittelkorb nicht der letzte gewesen sein.
Wir hoffen, dass wir Eure und Ihre Zustimmung haben, wenn wir die Spenden in dieser Zeit anders als
ursprünglich gedacht verwenden, aber im Sinne der Familien in San Lorenzo.
Leider ist Corona nicht das einzige die Gesundheit betreffende Problem in San Lorenzo. Die
Krankenhäuser sind allein durch die zahlreichen Fälle von Denguefieber und Malaria bis an die
Kapazitätsgrenze gefüllt. Angesichts der nach wie vor katastrophalen und so gut wie nicht vorhandenen
medizinischen Intensivversorgung in San Lorenzo können wir nur hoffen, dass San Lorenzo in Bezug auf
schwere Coronafälle so glimpflich wie möglich davon kommt.
Natürlich hat sich auch hier in Deutschland unser Leben innerhalb von Wochen in einem ungeahnten Maß
verändert und wir wissen, dass sich die finanzielle Lage für Einige erheblich verschlechtert hat. Falls die
Lastschriften in den nächsten Monaten ausgesetzt werden sollen, bitten wir um eine kurze formlose
Nachricht und haben vollstes Verständnis.
Bei Rückfragen stehen wir natürlich gerne zur Verfügung und werden Sie – je nach Neuigkeitswert und
Notwendigkeit – mit kürzeren Rundbriefen auf dem Laufenden halten.
Gute Gesundheit und viele Grüße
Anne Mette und Marion Weeke

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  • 2. Eine weitere Perspektive könnte eine Art Volksküche für die Nachbarschaft sein, um zwei bis drei Mal die Woche Suppe oder Reis auszugeben. Ob und wie sich das in Einklang mit der Ausgangssperre ermöglichen lässt, ist noch zu klären. Im Zwei- bis Vierwochentakt und in enger Rücksprache mit Daniela und unseren Mitarbeiterinnen vor Ort werden wir immer wieder neu entscheiden müssen, welche weiteren Maßnahmen notwendig oder nützlich sein können. Sicherlich wird der erste Lebensmittelkorb nicht der letzte gewesen sein. Wir hoffen, dass wir Eure und Ihre Zustimmung haben, wenn wir die Spenden in dieser Zeit anders als ursprünglich gedacht verwenden, aber im Sinne der Familien in San Lorenzo. Leider ist Corona nicht das einzige die Gesundheit betreffende Problem in San Lorenzo. Die Krankenhäuser sind allein durch die zahlreichen Fälle von Denguefieber und Malaria bis an die Kapazitätsgrenze gefüllt. Angesichts der nach wie vor katastrophalen und so gut wie nicht vorhandenen medizinischen Intensivversorgung in San Lorenzo können wir nur hoffen, dass San Lorenzo in Bezug auf schwere Coronafälle so glimpflich wie möglich davon kommt. Natürlich hat sich auch hier in Deutschland unser Leben innerhalb von Wochen in einem ungeahnten Maß verändert und wir wissen, dass sich die finanzielle Lage für Einige erheblich verschlechtert hat. Falls die Lastschriften in den nächsten Monaten ausgesetzt werden sollen, bitten wir um eine kurze formlose Nachricht und haben vollstes Verständnis. Bei Rückfragen stehen wir natürlich gerne zur Verfügung und werden Sie – je nach Neuigkeitswert und Notwendigkeit – mit kürzeren Rundbriefen auf dem Laufenden halten. Gute Gesundheit und viele Grüße Anne Mette und Marion Weeke