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ASCO2018
Expertenverraten
ihreHighlights
FORTBILDUNGSMAGAZIN FÜR PERSONALISIERTE KREBSMEDIZIN
Mammkarzinom: Das ändert sich durch das Leitlinien-Update
Gynäkoonkologie 13
Zervixkarzinom besser offen operieren? // Bei Pruritus vulvae an
Karzinom denken // HIPEC beim Ovarialkarzinom von Vorteil?
MetastasiertesPankreaskarzinom:
InnovativeTherapiestrategien//62
ASCO2018:Zytoreduktive
Nephrektomieobsolet?//39
Endlichda!UpdatederS3-Leitlinie
LungenkarzinomnachachtJahren //53
Juli 2018 | Jg. 21 | Nr. 7-8
www.springermedizin.de/im-focus-onkologie
Im Focus Onkologie
Duale HER2-Blockade. Starke Synergie.
PERJETA® + Herceptin®. Jetzt neu in der Adjuvanz
Für Patienten mit HER2-positivem frühem Mammakarzinom
mit hohem Rezidivrisiko:*
Wichtige Information zur Anwendung von Herceptin® und/oder Perjeta® bei Frauen im gebärfähigen Alter:
• Die Gabe von Herceptin während der Schwangerschaft sollte vermieden werden, es sei denn, der potenzielle Nutzen für die Mutter überwiegt das potenzielle Risiko für den Fötus. Zur Anwendung von Herceptin bei Schwangeren liegen nur limitierte Daten vor und es konnte noch
nicht nachgewiesen werden, dass die Anwendung von Herceptin während der Schwangerschaft und Stillzeit sicher ist.
• Es liegen keine Daten zur Fertilität vor.
• Nach der Markteinführung sind bei schwangeren Frauen, die mit Herceptin behandelt wurden, in Zusammenhang mit Oligohydramnien Fälle von Wachstumsstörungen der Niere und/oder Nierenfunktionsstörungen beim Fötus berichtet worden, von denen manche mit tödlich
verlaufender pulmonaler Hypoplasie des Fötus einhergingen.
• Führen Sie vor dem Beginn der Behandlung mit Herceptin einen Schwangerschaftstest durch. Frauen im gebärfähigen Alter sollten angewiesen werden, während der Behandlung mit Herceptin und für mindestens 7 Monate nach dem Ende der Behandlung, eine effiziente
Kontrazeption durchzuführen.
• Wenn eine Frau während der Behandlung mit Herceptin oder in den 7 Monaten danach schwanger wird, sollte eine engmaschige Überwachung - möglichst durch ein multidisziplinäresTeam und insbesondere auf das mögliche Auftreten einer Oligohydramnie - erfolgen.
• Es ist nicht bekannt, ob Herceptin beim Menschen in die Milch übertritt. Da menschliches IgG1 jedoch in die Milch abgegeben wird und das Gefährdungspotenzial für den Säugling nicht bekannt ist, sollten Frauen während einerTherapie mit Herceptin und für 7 Monate nach der
letzten Dosis nicht stillen.
• PerjetasolltewährendderSchwangerschaftnichtangewendetwerden.ZurAnwendungvonPerjetabeiSchwangerenliegenlimitierteDatenvorundeskonntenochnichtnachgewiesenwerden,dassdieAnwendungvonPerjetawährendderSchwangerschaftundStillzeitsicherist.
• Führen Sie vor dem Beginn der Behandlung mit Perjeta einen Schwangerschaftstest durch. Frauen im gebärfähigen Alter sollten während sie Perjeta erhalten und in den 6 Monaten nach der letzten Anwendung von Perjeta eine effiziente Kontrazeption durchführen.
• Überwachen Sie Patientinnen, die während der Behandlung mit Perjeta oder in den 6 Monaten nach der letzten Anwendung von Perjeta schwanger werden, genau auf das mögliche Auftreten einer Oligohydramnie.
• Melden Sie umgehend an die lokale Abteilung Arzneimittelsicherheit der Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen (grenzach.drug_safety@roche.com oder per Fax +49 7624 14 3183), wenn Perjeta während der Schwangerschaft angewendet wird oder
wenn eine Patientin innerhalb von 6 Monaten nach der letzten Anwendung schwanger wird.
• WährendeinerSchwangerschaftmiteinerExpositiongegenüberPerjetaundimerstenLebensjahrdesSäuglingswirdRochezusätzlicheInformationenanfordern.Dieswirddazubeitragen,dieSicherheitvonPerjetabesserzuverstehen,undermöglicht,
den Gesundheitsbehörden, dem medizinischen Fachpersonal und den Patienten die entsprechende Information zurVerfügung zu stellen.
Herceptin®150mg,PulverzurHerstellungeinesInfusionslösungskonzentrats.Wirkstoff:Trastuzumab.Zusammensetzung:EineDurchstechflascheenthält150mgTrastuzumab.SonstigeBestandteile:L-Histidinhydrochlorid-Monohydrat,L-Histidin,α,α-Trehalosedihydrat,
Polysorbat 20. Anwendungsgebiete: Metastasierter Brustkrebs: Herceptin ist zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit HER2-positivem metastasiertem Brustkrebs indiziert: 1) als Monotherapie zur Behandlung von Patienten, die mindestens zwei Chemotherapieregime
gegen ihre metastasierte Erkrankung erhalten haben. Die vorangegangene Chemotherapie muss mindestens ein Anthrazyklin und einTaxan enthalten haben, es sei denn, diese Behandlung ist für die Patienten nicht geeignet. Bei Patienten mit positivem Hormonrezeptor-Status muss
eine Hormonbehandlung erfolglos gewesen sein, es sei denn, diese Behandlung ist für die Patienten nicht geeignet; 2) in Kombination mit Paclitaxel zur Behandlung von Patienten, die noch keine Chemotherapie gegen ihre metastasierte Erkrankung erhalten haben und für die ein
Anthrazyklin ungeeignet ist; 3) in Kombination mit Docetaxel zur Behandlung von Patienten, die noch keine Chemotherapie gegen ihre metastasierte Erkrankung erhalten haben; 4) in Kombination mit einem Aromatasehemmer zur Behandlung von postmenopausalen Patienten mit
Hormonrezeptor-positivem MBC, die noch nicht mitTrastuzumab behandelt wurden.BrustkrebsimFrühstadium: Herceptin ist zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit HER2-positivem Brustkrebs im Frühstadium indiziert: 1) nach einer Operation, Chemotherapie (neoadjuvant
oder adjuvant) und Strahlentherapie (soweit zutreffend); 2) nach adjuvanter Chemotherapie mit Doxorubicin und Cyclophosphamid, in Kombination mit Paclitaxel oder Docetaxel; 3) in Kombination mit adjuvanter Chemotherapie mit Docetaxel und Carboplatin; 4) in Kombination mit
neoadjuvanterChemotherapie,gefolgtvonadjuvanterTherapiemitHerceptin,beilokalfortgeschrittenem(einschließlichentzündlichem)BrustkrebsoderTumoren>2cmimDurchmesser.HerceptinistnurbeiPatientenmitmetastasiertemBrustkrebsoderBrustkrebsimFrühstadium
anzuwenden, derenTumore entweder eine HER2-Überexpression oder eine HER2-Genamplifikation aufweisen, die durch eine genaue und validierte Untersuchung ermittelt wurde. Metastasiertes Magenkarzinom: Herceptin ist in Kombination mit Capecitabin oder 5-Fluorouracil und
Cisplatin indiziert zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit HER2-positivem metastasiertem Adenokarzinom des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs, die bisher keine Krebstherapie gegen ihre metastasierte Erkrankung erhalten haben. Herceptin ist nur bei Pati-
enten mit metastasiertem Magenkarzinom anzuwenden, derenTumore eine HER2-Überexpression, definiert durch ein IHC2+ und ein bestätigendes SISH- oder FISH-Ergebnis, oder durch ein IHC3+ Ergebnis, aufweisen. Hierfür sollten genaue und validierte Untersuchungsmethoden
angewendet werden. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegenTrastuzumab, Mausproteine oder einen der genannten sonstigen Bestandteile. Schwere Ruhedyspnoe, die durch Komplikationen der fortgeschrittenen Krebserkrankung verursacht wird oder die eine unterstützende
Sauerstofftherapiebenötigt.Nebenwirkungen:Infektion,Nasopharyngitis,febrileNeutropenie,Anämie,Neutropenie,Leukozytenzahlerniedrigt/Leukopenie,Thrombozytopenie,Gewichterniedrigt/Gewichtsverlust,Anorexie,Schlaflosigkeit,Tremor,Schwindelgefühl,Kopfschmerzen,
Parästhesie,Geschmacksstörung,Konjunktivitis,verstärkteTränensekretion,Blutdruckerniedrigtodererhöht,Herzschlägeunregelmäßig,Palpitationen,Herzflattern,Auswurffraktionvermindert,Hitzewallung,Giemen(pfeifendesAtemgeräusch),Dyspnoe,Husten,Epistaxis,Rhinorrhoe,
Diarrhö,Erbrechen,Übelkeit,geschwolleneLippen,Abdominalschmerz,Dyspepsie,Obstipation,Stomatitis,Erythem,Ausschlag,geschwollenesGesicht,Haarausfall,Nagelveränderungen,palmar-plantaresErythrodysästhesie-Syndrom(Hand-Fuß-Syndrom),Arthralgie,Muskelspannung,
Myalgie, Asthenie, Schmerzen im Brustkorb, Schüttelfrost, Abgeschlagenheit, Grippe-ähnliche Symptome, infusionsbedingte Reaktion, Schmerzen, Fieber, Schleimhautentzündung, peripheres Ödem, neutropenische Sepsis, Zystitis, Herpes zoster, Influenza, Sinusitis, Hautinfektion,
Rhinitis, Infektion der oberen Atemwege, Harnwegsinfektion, Erysipel, Cellulitis, Pharyngitis, Überempfindlichkeit, Angst, Depression, Denkstörungen, periphere Neuropathie, erhöhter Muskeltonus, Somnolenz, Ataxie, trockenes Auge, Herzinsuffizienz (kongestiv), supraventrikuläre
Tachyarrhythmie, Kardiomyopathie, Hypotonie,Vasodilatation, Pneumonie, Asthma, Lungenerkrankung, Pleuraerguss, Hämorrhoiden, Mundtrockenheit, hepatozelluläreVerletzung, Hepatitis, Druckschmerz der Leber, Akne, trockene Haut, Ekchymose, Hyperhidrose, makulopapulöser
Ausschlag,Pruritus,Onychoklasie,Dermatitis,Arthritis,Rückenschmerzen,Knochenschmerzen,Muskelspasmen,Nackenschmerzen,SchmerzenindenExtremitäten,Nierenerkrankung,Brustentzündung/Mastitis,Unwohlsein,Ödeme,Prellung,Sepsis,Taubheit,Perikarderguss,Urtikaria,
Parese, Pneumonitis, Ikterus, Progression der malignenTumorerkrankung bzw.Tumorerkrankung, Hypoprothrombinämie, Immunthrombozytopenie, anaphylaktische Reaktion, anaphylaktischer Schock, Hyperkaliämie, Hirnödem, Papillenödem, Netzhautblutung, kardiogener Schock,
Perikarditis, Bradykardie, Galopprhythmus vorhanden, Lungenfibrose, respiratorische Insuffizienz, Atemnot, Lungeninfiltration, akutes Lungenödem, akutes respiratorisches Distress-Syndrom, Bronchospasmus, Hypoxie, Sauerstoffsättigung erniedrigt, Kehlkopfödem, Orthopnoe,
Lungenödem, interstitielle Lungenerkrankung, Leberversagen, Angioödem, membranöse Glomerulonephritis, Glomerulonephropathie, Nierenversagen, Oligohydramnie, Nierenhypoplasie, Lungenhypoplasie. Verschreibungspflichtig. Hinweise der Fachinformation beachten.
Pharmazeutischer Unternehmer: Roche Registration GmbH, Grenzach-Wyhlen, DE.Weitere Informationen auf Anfrage erhältlich.Vertreter in Deutschland: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen. Stand der Information: April 2018.
Perjeta®420mg,KonzentratzurHerstellungeinerInfusionslösung.Wirkstoff:Pertuzumab.Zusammensetzung:EineDurchstechflaschemit14mlKonzentratenthältinsgesamt420mgPertuzumabineinerKonzentrationvon30mg/ml.SonstigeBestandteile:Essigsäure99%,
L-Histidin, Sucrose, Polysorbat 20,Wasser für Injektionszwecke. Anwendungsgebiete: BrustkrebsimFrühstadium(earlybreastcancer–EBC):Perjeta ist zur Anwendung in Kombination mitTrastuzumab und Chemotherapie indiziert zur: neoadjuvanten Behandlung von erwachsenen
Patienten mit HER2-positivem lokal fortgeschrittenem, entzündlichem oder frühem Brustkrebs mit hohem Rezidivrisiko; adjuvanten Behandlung von erwachsenen Patienten mit HER2-positivem frühem Brustkrebs mit hohem Rezidivrisiko. Metastasierter Brustkrebs: Perjeta ist zur
AnwendunginKombinationmitTrastuzumabundDocetaxelbeierwachsenenPatientenmitHER2-positivemmetastasiertemoderlokalrezidivierendem,inoperablemBrustkrebsindiziert,diezuvornochkeineanti-HER2-TherapieoderChemotherapiezurBehandlungihrermetastasierten
Erkrankungerhaltenhaben.Gegenanzeigen:ÜberempfindlichkeitgegendenWirkstoffodereinendergenanntensonstigenBestandteile.Nebenwirkungen:Nasopharyngitis,febrileNeutropenie(einschl.NebenwirkungenmittödlichemAusgang),Neutropenie,Leukopenie,Anämie,
Infusionsreaktion, verminderter Appetit, Schlaflosigkeit, periphere Neuropathie, Kopfschmerzen, Dysgeusie, periphere sensorische Neuropathie, Schwindel, Parästhesie, verstärkte Tränensekretion, Hitzewallungen, Husten, Epistaxis, Dyspnö, Diarrhö, Erbrechen, Stomatitis, Übelkeit,
Obstipation, Dyspepsie, Abdominalschmerz, Alopezie, Ausschlag, Nagelveränderungen, Pruritus, trockene Haut, Myalgie, Arthralgie, Schmerz in den Extremitäten, Schleimhautentzündung, peripheres Ödem, Pyrexie, Fatigue, Asthenie, Paronychie, Infektion der oberen Atemwege,
Überempfindlichkeit,ÜberempfindlichkeitgegenübereinemArzneimittel,linksventrikuläreDysfunktion,Schüttelfrost,Schmerzen,Ödeme,anaphylaktischeReaktion,kongestiveHerzinsuffizienz,interstitielleLungenerkrankung,Pleuraerguss,Zytokin-Freisetzungs-Syndrom.Verschreibungs-
pflichtig.HinweisederFachinformationbeachten.PharmazeutischerUnternehmer:RocheRegistrationGmbH,Grenzach-Wyhlen,DE.WeitereInformationenaufAnfrageerhältlich.VertreterinDeutschland:RochePharmaAG,Grenzach-Wyhlen.StandderInformation:Mai2018.
WENN AUS HOFFNUNG
HEILUNG WERDEN KANN
Nahezu 25% Risiko-Reduktion für Rezidiv oder Tod1,
*
PERJETA® + Herceptin® über 18 Zyklen unabhängig
vom Zeitpunkt der OP2
* Patienten mit Nodal-positiver oder Hormonrezeptor-negativer Erkrankung
1 von Minckwitz G et al. N Engl J Med 2017; 377: 122 – 131.
2 Aktuelle Fachinformation PERJETA®.
www.perjeta.de
Prof. Dr. med. Ina Kopp
Leiterin des AWMF-Instituts für Medizinisches Wissensmanagement
„Die Medizinische Wissenschaft strebt nach kontinuierlicher Qualitäts-
verbesserung durch evidenzbasierte, individualisierte Gesundheits-
versorgung. Dazu muss sie sich systematisch mit Chancen und Risiken
des digitalen Wandels befassen und ihn wissenschaftlich prägen.“
Die medizinische Wissenschaft
benötigt eine digitale Agenda
D
igitale Lösungen für das Wissensmanage-
ment sind längst in unser Alltagsleben ein-
gezogen. Zu allgemeinen Fragen wie etwa
der Verkehrslage nehmen wir gern Informationen
von sprachgesteuerten Assistenten entgegen. Wir
empfinden es als bequem, dass intelligente Suchma-
schinen sich bei Internetrecherchen auf unsere per-
sönlichen Erfahrungen und Informationsbedarfe
einstellen. Wir schätzen die Rückmeldung von Vi-
talitätssensoren zum Selbstmanagement unseres ge-
sundheitlichen Status. Wir schauen überwältigt auf
disruptive Innovationen im Bereich der Generie-
rung und Verarbeitung von Daten (schneller, mehr,
vielschichtiger) und hoffen auf Erkenntnisgewinne
für uns und die Gesellschaft.
Im Gesundheitswesen und in der medizinischen
Forschungslandschaft ist der digitale Wandel un-
übersehbar und vielfältig. Künstliche Intelligenz
wird z.B. bereits eingesetzt, um Patienten zu triagie-
ren, die über telemedizinische Portale Zugang zu ge-
sundheitlicher Beratung und Versorgung suchen, um
Experten bei der Auswertung bildgebender Diagnos-
tik zu unterstützen sowie um methodische Qualität
und Rezeption medizinischer Publikationen automa-
tisiert zu bewerten. In der Chirurgie und Rehabilita-
tion wird zunehmend Robotik eingesetzt. Per 3-D-
Druck werden individualisierte Multipillen herge-
stellt, die auch noch ihre adäquate Ingestion melden.
Kenntnisse über die molekularen Prozesse des Le-
bens im Rahmen von „Big Data“ versprechen eine
goldene Zukunft für eine individualisierte Medizin.
Unzweifelhaft kann der digitale Wandel im
Gesundheitswesen potenziell zur Förderung der
Autonomie von Bürgern und Patienten beitragen.
Die realen Entwicklungen sind jedoch auch kritisch
zu betrachten. Beispielsweise wurde die Frage, wie
sich die Implementierung von intelligenten Such-
maschinen im Internet auswirkt, bislang wenig
beleuchtet. Fördern diese nicht potenziell, dass wir
uns in einer Informationsblase bewegen, die kriti-
sche Auffassungen ausblendet?
Öffnung für digitales Wissen überfällig
In diesem Zug erscheint es überfällig, dass die medi-
zinische Wissenschaft sich den neuen Technologien
zur Unterstützung der Generierung, Synthese, Dis-
seminierung und Anwendung von Wissen für eine
evidenzbasierte, individualisierte Gesundheitsver-
sorgung öffnet. Dabei ist die Wissenschaft insbeson-
dere gefragt, Chancen und Risiken der neuen Tech-
nologien kritisch zu bewerten und auf dieser Grund-
lage den digitalen Wandel wissenschaftlich zu prägen.
Im Zentrum der Bewertung muss der Beweis stehen,
dass neue Technologien patientenrelevanten Nutzen
stiften. Dies kann aber nur dann erreicht werden,
wenn sich künftige gesundheitspolitische Entschei-
dungen an wissenschaftlichen Fakten orientieren.
Die Medizinische Wissenschaft benötigt daher
eine umfassende Agenda für Digital Science in der
Medizin und fordert dazu Unterstützung seitens der
Gesundheitspolitik.
Ina Kopp
©RingfotoMarburg
Ihr Fachgebiet im Fokus
Auf Seite 5 und 7: der Inhalt gegliedert nach
Fachgebieten
Literatur auf einen Blick
Auf Seite 9 und 11: die Übersicht über alle
referierten Originalien
Im Focus Onkologie 2018; 21 (7-8) 3
Editorial
therapieren
modulieren
kontrollieren
Teamverstärkung in der Behandlung
des rezidivierten oder refraktären
Mantelzell-Lymphoms1,2
Zugelassen beim MCL*
*rezidiviertes oder refraktäres Mantelzell-Lymphom
1. Aktuelle REVLIMID®
Fachinformation
2. Trneny M et al. Lenalidomide versus investigator’s choice in relapsed or refractory mantle cell lymphoma (MCL-002; SPRINT): a phase 2, randomised, multicentre trial. Lancet Oncol 2016;17(3):319–331.
REVLIMID®
2,5mg / 5mg / 7,5mg / 10mg / 15mg / 20mg / 25mg Hartkapseln. Wirkstoff: Lenalidomid. Zusammensetzung: Jede Kapsel enth. 2,5mg / 5mg / 7,5mg / 10mg / 15mg / 20mg / 25mg Lenalidomid; sonst. Bestandteile: Kapselinhalt: Lactose,
mikrokrist. Cellulose, Croscarmellose-Natrium, Magnesiumstearat; Kapselhülle: Gelatine, Titandioxid (E171), Indigocarmin (E132) (nur 2,5 / 10 / 15 / 20mg), Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E172) (nur 2,5 / 7,5 / 10 / 20mg); Drucktinte: Schellack, Propylenglycol, Kalium-
hydroxid, Eisen(II,III)-oxid (E172). Anwendungsgebiete: Als Monotherapie für die Erhaltungstherapie v. erwachsenen Pat. mit neu diagnostiziertem multiplem Myelom nach einer autologen Stammzelltransplantation. Als Kombinationstherapie für die Behandl. v. erwachse-
nen Pat. mit unbehandeltem multiplem Myelom, die nicht transplantierbar sind. In Komb. mit Dexamethason für die Behandl. d. multiplen Myeloms bei erwachsenen Pat., die mind. eine vorausgegangene Therapie erhalten haben. Als Monotherapie für die Behandl. v. er-
wachsenen Pat. mit transfusionsabh. Anämie infolge myelodysplast. Syndrome mit Niedrig- o. Intermediär-1-Risiko in Verb. mit isolierter del(5q) als zytogenet. Anomalie, wenn andere Behandlungsopt. nicht ausreichend o. nicht angemessen sind (MDS). Als Monotherapie
für die Behandl. v. erwachsenen Pat. mit rezidiviertem o. refraktärem Mantelzell-Lymphom (MCL). Gegenanzeigen: Schwangerschaft; gebärfähige Frauen, außer alle Bed. d. Schwangerschaftsverhütungsprogramms werden eingehalten; Überempf. gegen d. Wirkstoff
o. einen d. sonst. Bestandteile. Nebenwirkungen: Sehr häufig: Leukopenie, Neutropenie, Thrombozytopenie, Anämie; Obstipation, Diarrhoe, Nausea, Hautrötung, Ekzem, Erbrechen, Muskelkrämpfe, Myalgie, Knochenschmerzen, Arthralgie, Fatigue, Ödeme einschl. periphere
Ödeme; Fieber u. grippeart. Symptome; Parästhesie, Hyperästhesie, Schwindel, Tremor, Störung d. Geschmacksempfindung; Myokardinfarkt; Appetitlosigkeit; Hypokaliämie; venöse Thromboembolien, vorw. tiefe Venenthrombose u. Lungenembolie; Infektionen al-
ler Art; Pneumonie, Infektion d. oberen Atemwege, Dyspnoe; verschwomm. Sehen; Katarakt; Nierenfunktionsstörungen; Vaskulitis; Diabetes; Kopfschmerzen; trockene Haut; Bauchschmerzen; Veränd. d. Stimmungslage, Schlafstörungen. Häufig: Sinusitis; Zahnfleischbluten,
gastrointest. Blutungen (einschl. rektale Blutungen, Hämorrhoidalblutung, peptische Ulkusblutungen); Tumor-Flare-Reaktion; Hyper- o. Hypotonie, Bradykardie, Tachykardie, Arrhythmie; Hyperpigmentierung d. Haut; Ekzem, rissige Haut, Abschuppen o. Schälen d. Haut; Urti-
karia, Pruritus, vermehrtes Schwitzen, Dehydrierung; Stomatitis, Mundtrockenheit, Dysphagie; Sodbrennen; Nierenversagen, Hämaturie; Herzinsuffizienz; erektile Dysfunkt.; Schlaganfall, Synkope; Muskelschwäche; Gelenkschwellung; Hypo-, Hyperthyreose, Hypoma-
gnesiämie, -kalzämie, -phosphatämie; Depression; Taubheit; abnormale Leberwerte; Ataxie, Gleichgewichtsstörungen; Tinnitus; Eisenüberladung; Durst; Verwirrtheit; Zahnschmerzen; Gewichtsverlust. Gelegentlich: Intrakranielle Blutungen; Kreislaufstörungen; Verlust
an Sehvermögen; Libidoverlust; erworbenes Fanconi-Syndrom; Colitis o. Typhlitis; renale Tubulusnekrose; Hautverfärbung, Lichtempfindlichkeitsreakt.; Basalzellkarzinom, Plattenepithelkarzinom d. Haut; allerg. Reaktion. Selten: Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epider-
male Nekrolyse; Tumorlyse-Syndrom. Nicht bekannt: Pankreatitis; interstitielle Pneumonitis; akute Leberinsuffizienz, tox./zytolyt./cholestat. Hepatitis, gemischte zytolyt./cholestat. Hepatitis; seltene Fälle v. Rhabdomyolyse, einige wenn Lenalidomid
mit einem Statin angewendet wurde; leukozytoklast. Vaskulitis; gastrointest. Perforation; Virusinfekt. (einschl. Reaktivierung v. Herpes-Zoster u. Hepatitis-B-Virus-Infekt.); Arzneimittelreakt. mit Eosinophilie u. system. Sympt.; Abstoßung eines
transplant. soliden Organs Warnhinweise: Es ist zu erwarten, dass Lenalidomid dem ungeborenen Kind schadet. Bedingungen d. Schwangerschaftsverhütungsprogramms müssen erfüllt werden (männl. Pat.: Verwendung v. Kondomen; gebärf. Patien-
tinnen: zuverl. Empfängnisverhütung; nicht-gebärf. Patientinnen: zuverl. Nachweis d. Nicht-Gebärfähigkeit). Stillen sollte während d. Behandl. abgebrochen werden. Erhöhtes Risiko f. venöse u. arterielle Thromboembolien. Pat. bzgl. sekundärer Primärma-
lignome (SPM) sorgfältig überwachen. Regelm. Blutbildkontr. notwendig. Vorsicht bei Pat. mit eingeschr. Nierenfunkt. Engm. Überw. von Pat. mit anamnestisch bek. allerg. Reakt. unter Thalidomid. Lenalidomid wird nicht für die Behandl. v. MCL-Pat. mit
hoher Tumorlast empf., wenn alternative Behandlungsopt. z.Verf. stehen. Pat. mit unbehandeltem MM sind auf ihre Eignung, eine Lenalidomid-Kombinationstherapie zu tolerieren, sorgfältig zu beurteilen. Enthält Lactose. Weitere wichtige Informationen
entnehmen Sie der Zusammenfassung d. Merkmale d. Arzneimittels (Fachinformation). Darreichungsform u. Packungsgröße: REVLIMID®
2,5mg / 5mg / 7,5mg / 10mg / 15mg / 20mg / 25mg Hartkapseln – Packung mit 21 Hartkaps.
(N1).REVLIMID®
2,5mg / 5mg / 10mg / 15mg Hartkapseln – Packung mit 7 Hartkaps.Verschreibungspflichtig. Pharmaz. Untern.:Celgene Europe Ltd.,1 Longwalk Road,Stockley Park,Uxbridge,UB11 1DB,Vereinigtes Königreich. Stand d. Inf.:April 2018
Gynäkoonkologie
13 Primär inoperables Ovarialkarzinom: lokale Erhitzung von Vorteil?
kommentiert von Fabian Trillsch, Alexander Burges und Sven Mahner
16 Weniger Zervixkarzinom-Vorstufen: Wirksamkeit der HPV-Impfung
bestätigt 17 CIN2-Läsion? Da reicht womöglich aktive Überwachung aus
Fortbildung
18 Vorsicht bei anhaltenden Beschwerden
Pruritus vulvae kann auch ein Karzinom sein
Julia Jückstock, Christian Dannecker, Julia Gallwas, Thomas Blankenstein, Sven Mahner
CME – Zertifizierte Fortbildung
21 Update der S3-Leitlinie
Aktuelle Therapiestrategien beim primären Mammakarzinom
Jasmin Festl, Achim Wöckel
Kongressbericht
30 Operatives Vorgehen bei Ovarial- und Zervixkarzinom auf dem Prüfstand
– Sven Mahner und Fabian Trillsch berichten ihre Highlights vom ASCO
32 Wolfgang Janni zum ASCO 2018: CDK4/6-Inhibitoren bei Brustkrebs noch
mehr im Therapiealltag angekommen
Hämatoonkologie
33 Abbruch der TKI-Therapie bei CML auch im Zweitversuch sicher
34 AlloHCT als Postremissions-Strategie bei triple-negativer AML
34 B-ALL-Salvage: Vorteile für Immunkonjugat auch bei Älteren
Uroonkologie
36 Noch zu selten Cisplatin beim fortgeschrittenen Urothelkarzinom
kommentiert von Tilman Todenhöfer
38 Prostatakrebs: Chemo- plus Hormontherapie nicht für jeden
Kongressbericht
39 Metastasiertes Nierenzellkarzinom: zytoreduktive Nephrektomie obsolet?
– Highlights von Gunhild v. Amsberg und Carsten Bokemeyer zum ASCO
Supportivtherapie
41 Nephrotoxizität von Cisplatin vorbeugen: Tut’s auch eine
abgespeckte Hydrierung? 42 Cannabis: beliebte Substanz bei
Krebspatienten
Fortbildung
43 Individuelle Aspekte berücksichtigen
Sozialmedizinische Beurteilung in der Uroonkologie
Wilfried Hoffmann, Winfried Vahlensieck, Dirk-Henrik Zermann
Pneumoonkologie
51 NSCLC: Langzeitdaten zu Nivolumab publiziert 52 Atypisches
Ansprechen beim NSCLC richtig interpretieren
Leitlinie im Fokus
53 S3-Leitlinie Lungenkarzinom aktualisiert
Neuerungen bei Früherkennung, Staging und Chemotherapie
Aktualisierungen und ein Gespräch mit Frank Griesinger
18 Pruritus vulvae
Die Frühsymptome eines Vulvakarzinoms
sind sehr unspezifisch, eines davon ist
Juckreiz. Gerade wenn ältere Patientinnen
davon berichten, sollten Sie hellhörig
werden.
53 S3-Leitlinie Lungenkarzinom
Die S3-Leitlinie zu Lungenkarzinomen
wurde aktualisiert. Leitlinienkoordinator
Frank Griesinger sieht die Fortschritte in
der molekularen Diagnostik als einen
wesentlichen Grund für das Update.
Titel
Gefärbte Aufnahme
eines Rasterelektro-
nenmikroskops von
Ovarialkarzinom-
zellen. Mehrere
Beiträge zur
Gynäko-
onkologie
finden Sie
ab S. 13.
©teveGschmeissner/Science
PhotoLibrary
Rubriken
28 CME-Fragebogen
72 Quiz
78 Industrieforum
82 Impressum
Gynäko-
onkologie
finden Sie
ab S. 13.
Gefärbte Aufnahme
eines Rasterelektro-
nenmikroskops von
Ovarialkarzinom-
zellen. Mehrere
Beiträge zur
onkologie
finden Sie
Inhalt Im Focus Onkologie 7–8 · 2018
OPDIVO® 10 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung. Wirkstoff: Nivolumab. Sonst. Bestandteile: Natriumcitratdihydrat, Natriumchlorid, Mannitol, Pentetsäure, Polysorbat 80, Natriumhydroxid,
Salzsäure und Wasser für Injektionszwecke. Anwendungsgebiete: Melanom: OPDIVO® ist als Monotherapie oder in Kombination mit Ipilimumab bei Erwachsenen für die Behandlung des fortgeschrittenen (nicht
resezierbaren oder metastasierten) Melanoms indiziert. Im Vergleich zur Nivolumab Monotherapie wurde in der Kombination Nivolumab mit Ipilimumab nur bei Patienten mit niedriger Tumor PD-L1-Expression ein
Anstieg des progressionsfreien Überlebens (PFS) und des Gesamtüberlebens (OS) gezeigt (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1). Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom (NSCLC): OPDIVO® ist als Monotherapie zur Behandlung
des lokal fortgeschrittenen oder metastasierten nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms nach vorheriger Chemotherapie bei Erwachsenen indiziert. Nierenzellkarzinom (RCC): OPDIVO® ist als Monotherapie bei
Erwachsenen zur Behandlung des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms nach Vortherapie indiziert. Klassisches Hodgkin-Lymphom (cHL): OPDIVO® ist als Monotherapie zur Behandlung des rezidivierenden oder
refraktären klassischen Hodgkin-Lymphoms bei Erwachsenen nach einer autologen Stammzelltransplantation (ASCT) und Behandlung mit Brentuximab Vedotin indiziert. Plattenepithelkarzinom des Kopf-Hals-
Bereichs (SCCHN): OPDIVO® ist als Monotherapie zur Behandlung des Plattenepithelkarzinoms des Kopf-Hals-Bereichs bei Erwachsenen mit einer Progression während oder nach einer platinbasierten Therapie
indiziert (siehe Abschnitt 5.1). Urothelkarzinom: OPDIVO® ist als Monotherapie zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen nicht resezierbaren oder metastasierten Urothelkarzinoms bei Erwachsenen nach
Versagen einer vorherigen platinhaltigen Therapie indiziert. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Weitere Hinweise: Wenn Nivolumab in Kombination
mit Ipilimumab angewendet wird, lesen Sie vor Behandlungsbeginn die Fachinformation für Ipilimumab. Bei Anwendung von Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab wurden höhere Häufigkeiten von
immunvermittelten Nebenwirkungen beobachtet als bei der Nivolumab-Monotherapie. Patienten sollten engmaschig überwacht werden (mindestens bis zu 5 Monate nach der letzten Dosis), da Nebenwirkungen
unter Nivolumab oder Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab jederzeit während oder nach der Behandlung auftreten können. Nebenwirkungen: Sehr häufig: Nivolumab-Monotherapie: Neutropenie, Diarrhoe,
Übelkeit, Hautausschlag, Juckreiz, Müdigkeit, AST-Anstieg, ALT-Anstieg, Anstieg der alkalischen Phosphatase, Lipase-Anstieg, Amylase-Anstieg, Hypokalziämie, Kreatinin-Anstieg, Hyperglykämie, Lymphopenie,
Leukopenie, Thrombozytopenie, Anämie, Hyperkalziämie, Hyperkaliämie, Hypokaliämie, Hypomagnesiämie, Hyponatriämie. Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab: Hypothyreose, verminderter Appetit,
Kopfschmerzen, Dyspnoe, Kolitis, Diarrhoe, Erbrechen, Übelkeit, Bauchschmerzen, Hautausschlag, Juckreiz, Arthralgie, Müdigkeit, Pyrexie, AST-Anstieg, ALT-Anstieg, Anstieg des Gesamt-Bilirubins, Anstieg der
alkalischen Phosphatase, Lipase-Anstieg, Amylase-Anstieg, Kreatinin-Anstieg, Hyperglykämie, Hypoglykämie, Lymphopenie, Leukopenie, Neutropenie, Thrombozytopenie, Anämie, Hypokalziämie, Hyperkaliämie,
Hypokaliämie, Hypomagnesiämie, Hyponatriämie. Häufig: Nivolumab-Monotherapie: Infektionen der oberen Atemwege, infusionsbedingte Reaktion, Hypersensibilität, Hypothyreose, Hyperthyreose,
verminderter Appetit, periphere Neuropathie, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Hypertonie, Pneumonitis, Dyspnoe, Husten, Kolitis, Stomatitis, Erbrechen, Bauchschmerzen, Obstipation, trockener Mund, Vitiligo,
trockene Haut, Erythem, Alopezie, Muskel- und Skelettschmerzen, Arthralgie, Pyrexie, Ödeme (einschließlich peripheres Ödem), Anstieg des Gesamt-Bilirubins, Hypoglykämie, Hypermagnesiämie, Hypernatriämie,
Gewichtsverlust. Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab: Pneumonie, Infektionen der oberen Atemwege, Eosinophilie, infusionsbedingte Reaktion, Hypersensibilität, Nebenniereninsuffizienz,
Hypophyseninsuffizienz, Hypophysitis, Hyperthyreose, Thyroiditis, Dehydrierung, Hepatitis, periphere Neuropathie, Schwindelgefühl, Uveitis, verschwommenes Sehen, Tachykardie, Hypertonie, Pneumonitis,
Lungenembolie, Husten, Stomatitis, Pankreatitis, Obstipation, trockener Mund, Vitiligo, trockene Haut, Erythem, Alopezie, Urtikaria, Muskel- und Skelettschmerzen, Nierenversagen (einschließlich akutem
Nierenversagen), Ödeme (einschließlich peripheres Ödem), Schmerzen, Hyperkalzämie, Hypermagnesiämie, Hypernatriämie, Gewichtsverlust. Gelegentlich: Nivolumab-Monotherapie: Pneumonie, Bronchitis,
Nebenniereninsuffizienz, Hypophyseninsuffizienz, Hypophysitis, Thyroiditis, Diabetes mellitus, Dehydrierung, metabolische Azidose, Hepatitis, Polyneuropathie, autoimmune Neuropathie (einschließlich
Gesichtsnerv- und Abduzensparese), Uveitis, verschwommenes Sehen, trockene Augen, Tachykardie, Pleuraerguss, Pankreatitis, Gastritis, Erythema multiforme, Psoriasis, Rosazea, Urtikaria, rheumatische
Polymyalgie, Arthritis, tubulointerstitielle Nephritis, Nierenversagen (einschließlich akutem Nierenversagen), Schmerzen, Schmerzen in der Brust. Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab: Bronchitis,
Sarkoidose, diabetische Ketoazidose, Diabetes mellitus, Guillain-Barré-Syndrom, Polyneuropathie, Neuritis, Peroneuslähmung, autoimmune Neuropathie (einschließlich Gesichtsnerv- und Abduzensparese),
Enzephalitis, Arrhythmie (einschließlich ventrikulärer Arrhythmie), Vorhofflimmern, Myokarditis, Pleuraerguss, Darmperforation, Gastritis, Duodenitis, Psoriasis, Spondyloarthropathie, Sjögren-Syndrom, Arthritis,
Myopathie, Myositis (einschließlich Polymyositis), Rhabdomyolyse, tubulointerstitielle Nephritis, Schmerzen in der Brust. Selten: Nivolumab-Monotherapie: Histiozytär
nekrotisierende Lymphadenitis (Kikuchi-Lymphadenitis), Eosinophilie, anaphylaktische Reaktion, diabetische Ketoazidose, Cholestase, Guillain-Barré-Syndrom, Demyelinisierung,
myasthenes Syndrom, Enzephalitis, Arrhythmie (einschließlich ventrikulärer Arrhythmie), Vorhofflimmern, Myokarditis, Vaskulitis, Lungeninfiltration, Zwölffingerdarmgeschwür,
toxische epidermale Nekrolyse, Stevens-Johnson-Syndrom, Sjögren-Syndrom, Myopathie, Myositis (einschließlich Polymyositis), Rhabdomyolyse. Nivolumab in Kombination mit
Ipilimumab: Toxische epidermale Nekrolyse, Stevens-Johnson-Syndrom. Nicht Bekannt: Nivolumab-Monotherapie: Abstoßung eines soliden Organtransplantats, Vogt-Koyanagi-
Harada-Syndrom. Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab: Abstoßung eines soliden Organtransplantats, Vogt-Koyanagi-Harada-Syndrom.
Weitere Hinweise siehe Fachinformation. Verschreibungspflichtig. Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Angehörige von Gesundheitsberufen sind
aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das nationale Meldesystem anzuzeigen. Pharmazeutischer Unternehmer: Bristol-Myers Squibb Pharma EEIG, Uxbridge
Business Park, Sanderson Road, Uxbridge UB8 1DH, Vereinigtes Königreich. Stand des Textes: v10 aktuelle Fachinformation.
1. OPDIVO®-Fachinformation, aktueller Stand 2. Bristol-Myers Squibb, Data on File, wird auf Anfrage gerne zur Verfügung gestellt
©Bristol-MyersSquibb,04/2018.1506DE1801569-01
bms-onkologie.de
OPDIVO® – der PD-1-Antikörper mit breiter Zulassung:*
, 1
Bewährtem vertrauen.
Perspektive geben.
Bereits mehr als 20.000 Patienten in Deutschland behandelt2
* Details zu den Anwendungsgebieten finden Sie im untenstehenden Pflichttext und in der aktuellen OPDIVO®-Fachinformation.
NSCLC
Melanom
Nierenzellkarzinom
Kopf-Hals-Tumore
Urothelkarzinom
Klassisches Hodgkin-Lymphom
Konzentrat zur Herstellung
einer Infusionslösung 10 mg/ml
Kongressbericht
56 Therapieoptionen bei Lungentumoren: Gemeinsam sind sie stärker –
Niels Reinmuth schildert seine Highlights vom ASCO 2018
Dermatoonkologie
58 Dermatologische Vorteile des Ehelebens 59 Fortgeschrittenes
Melanom: Bessere Lebensqualität unter Pembrolizumab
59 Hedgehoginhibitor beim Basalzellkarzinom vorteilhaft
Gastroonkologie
60 Neue Kombinationstherapie für das metastasierte Kolonkarzinom
61 Entwicklung für die Praxis: Biomarkertest für Antiangiogenese-
Antikörper 61 Fortgeschrittenes HCC: Rolle der SIRT noch unklar
Fortbildung
62 Innovative Strategien
Neue Ansätze in der Therapie des metastasierten Pankreaskarzinoms
C. Benedikt Westphalen, Volker Heinemann
Kongressbericht
65 Florian Lordick zum ASCO 2018: Neuer Standard beim Pankreaskarzinom,
kein Durchbruch bei Magenkarzinomen
66 Langzeitdaten bestätigen Standards bei Kolorektalkarzinomen –
Sebastian Stintzing berichtet seine Highlights vom ASCO 2018
Neuroonkologie
67 Hirnmetastasen: Vorteil durch gezielte Bestrahlung der
Resektionshöhle
Kongressbericht
68 Testen, Impfen, Hemmen: Aktuelles aus der Neuroonkologie – Tobias
Keßler und Wolfgang Wick berichten ihre Highlights vom ASCO 2018
Allgemeine Onkologie
70 Tests im Test: Depressionsscreenings 71 Chronische Erkrankungen
als treibende Kraft für Krebs 71 Viele Tumorpatienten müssen unnötig
Schmerzen erleiden
Fortbildung
73 Psychosoziale Belastungsfaktoren
Krebspatienten auch bei ihren Ängsten und Sorgen zur Seite stehen
Praxis konkret
76 Folgen für den Arzt
Rezepte gestohlen? Schadenersatz droht!
77 Patienten im Netz
Offenheit zwischen Arzt und Patient hilft weiter
Menschen, Ideen, Perspektiven
83 Wer ist Rachel Würstlein?
65 ASCO-Jahrestagung 2018
Jedes Jahr bringt die ASCO-Jahrestagung
viele neue Daten mit sich. Da hilft es umso
mehr, wenn Experten ihre persönlichen
Highlights vorstellen, etwa Florian Lordick
zu Pankreas- und Magenkarzinom.
73 Psychosoziale Belastung
Krebspatienten und ihre Angehörigen
können sich aus verschiedensten Gründen
belastet fühlen. Kennen Behandler
psychosoziale Belastungsfaktoren, hilft das
ihnen und den Betroffenen.
Wer ist ...?
Was fasziniert
Rachel Würstlein an
ihrem Fachgebiet?
Das und mehr erfah-
ren Sie auf S. 83.
Inhalt Im Focus Onkologie 7–8 · 2018
Beim fortgeschrittenen Melanom
mit BRAF-V600-Mutation1,2
Von der Kunst,
Langzeitüberleben von
Anfang an zu gestalten
3-Jahres-Überleben von 45% der 1st line Patienten, davon ist
nahezu die Hälfte noch unter Therapie mit Tafinlar®
+ Mekinist®3
noch unter Therapie mit Tafinlar
1 Fachinformation Tafinlar®
Oktober 2017. 2 Fachinformation Mekinist®
Oktober 2017. 3 Robert C et al. ESMO 2016, Abstract #LBA40:
„Three-Year Estimate of Overall Survival in COMBI-v, a Randomized Phase 3 Study Evaluating First-Line Dabrafenib + Trametinib in
Patients With Unresectable or Metastatic BRAF V600E/K–Mutant Cutaneous Melanoma“.
Tafinlar®
50 mg / - 75 mg Hartkapseln. Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Wirkstoff: Dabrafenib. Zusammensetzung:
Eine 50 mg- bzw. 75 mg-Hartkapsel enthält 50 mg bzw. 75 mg Dabrafenib (als Dabrafenibmesilat). Sonstige Bestandteile: Kapselinhalt: Mikrokristalline
Cellulose, Magnesiumstearat, hochdisperses Siliciumdioxid. Kapselhülle: Eisen(III)-oxid (E172), Titandioxid (E171), Hypromellose (E464). Drucktinte:
Eisen(II,III)-oxid(E172),Schellack,Propylenglycol.Anwendungsgebiete:Melanom:AlsMonotherapieoderinKombinationmitTrametinibzurBehandlung
v. erwachsenen Patienten mit nicht-resezierbarem od. metastasiertem Melanom mit einer BRAF-V600-Mutation. Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom
(NSCLC): In Kombination mit Trametinib zur Behandlung v. erwachsenen Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom mit einer
BRAF-V600-Mutation. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Schwangerschaft. Stillzeit. Pat.
m. Melanom oder NSCLC v. BRAF-Wildtyp (Wirksamkeit u. Sicherheit nicht erwiesen). Nebenwirkungen: Monotherapie: Sehr häufig: Papillom. Vermind-
erter Appetit. Kopfschmerzen. Husten. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall. Hyperkeratose, Haarausfall, Hautausschlag, palmar-plantares Erythrodysästhesie-
Syndrom. Arthralgie, Myalgie, Schmerzen i. d. Extremitäten. Pyrexie, Fatigue, Schüttelfrost, Asthenie. Häufig: Plattenepithelkarzinom d. Haut,
seborrhoische Keratose, Akrochordon (Saitenwarze), Basalzellkarzinom. Hypophosphatämie, Hyperglykämie. Verstopfung. Trockene Haut, Pruritus,
aktinischeKeratose,Hautläsion,Erythem,Photosensitivitätsreaktion.GrippeartigeErkrankung.Gelegentlich:NeueprimäreMelanome.Überempfindlichkeit.
Uveitis. Pankreatitis. Pannikulitis. (Akutes) Nierenversagen, Nephritis. Häufigkeit nicht bekannt: Weitere neue maligne Erkrankungen (insb. bei Vorliegen
e. RAS-Mutation). Kombinationstherapie: Sehr häufig: Harnwegsinfekt, Nasopharyngitis. Neutropenie. Verminderter Appetit. Kopfschmerz, Schwindel.
Bluthochdruck. Hämorrhagie. Husten. Bauchschmerzen, Verstopfung, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen. Trockene Haut, Juckreiz, Hautausschlag, Erythem.
Arthralgie, Myalgie, Schmerzen i. d. Extremitäten, Muskelkrämpfe. Fatigue, Schüttelfrost, Asthenie, peripheres Ödem, Pyrexie. Anstieg d. ALT u. AST.
Häufig: Zellulitis, Follikulitis, Nagelbettentzündung, pustulärer Hautausschlag. Kutanes Plattenepithelkarzinom, Papillom, seborrhoische Keratose.
Anämie,Thrombozytopenie,Leukopenie.Dehydration,Hyponaträmie,Hypophosphatämie,Hyperglykämie.VerschwommenesSehen,Sehstörung.Verrin-
gerteAuswurffraktion.NiedrigerBlutdruck,Lymphödem.Atemnot,Pneumonitis.Mundtrockenheit,Stomatitis.AkneiformeDermatitis,aktinischeKeratose,
Nachtschweiß, Hyperkeratose, Haarausfall, palmar-plantares Erythrodysästhesie-Syndrom, Hautläsion, Hyperhidrose, Pannikulitis, Hautfissuren, Photo-
sensitivitätsreaktion. Nierenversagen. Schleimhautentzündung, grippeartige Erkrankung, Gesichtsödem. Anstieg d. AP und CPK im Blut, Anstieg d. GGT.
Gelegentlich: Neues primäres Melanom, Akrochordon (Saitenwarze). Überempfindlichkeit. Chorioretinopathie, Uveitis, Netzhautablösung, periorbitales
Ödem.Bradykardie.Pankreatitis,GastrointestinalePerforation,Kolitis.Nephritis.Häufigkeitnichtbekannt:WeitereneuemaligneErkrankungen(insb.bei
Vorliegene.RAS-Mutation).TiefeVenenthrombose(TVT)/Lungenembolie(LE).Myokarditis.Verschreibungspflichtig.WeitereHinweise:S.Fachinformation.
Stand: Oktober 2017 (MS 11/17.10). Novartis Pharma GmbH, Roonstr. 25, 90429 Nürnberg. Tel.: (0911) 273-0, Fax: (0911) 273-12 653. www.novartis.de
Mekinist®
0,5mg/-2mgFilmtabletten. ▼DiesesArzneimittelunterliegteinerzusätzlichenÜberwachung.Wirkstoff:Trametinib.Zusammensetzung:Eine0,5mg-bzw.
2mg-Filmtabletteenthält0,5mgbzw.2 mgTrametinib-Dimethylsulfoxid(1:1),entsprechend0,5mgbzw.2mgTrametinib.SonstigeBestandteile:Tablettenkern:Mannitol(E421),
mikrokristallineCellulose(E460),Hypromellose(E464),Croscarmellose-Natrium(E468),Magnesiumstearat(E470b),Natriumdodecylsulfat,hochdispersesSiliciumdioxid(E551).
Tabletten-Filmüberzug: Hypromellose (E464), Titandioxid (E171), Macrogol, zusätzl: Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2
O (E172) (für die 0,5 mg-Tabletten), Polysorbat 80 (E433) u.
Eisen(III)-oxid(E172)(fürdie2 mg-Tabletten).Anwendungsgebiete:Melanom:AlsMonotherapieoderinKombinationmitDabrafenibzurBehandlungv.erwachsenenPatienten
mit nicht-resezierbarem od. metastasiertem Melanom mit einer BRAF-V600-Mutation. Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom (NSCLC): In Kombination mit Dabrafenib zur
Behandlungv.erwachsenenPatientenmitfortgeschrittenemnicht-kleinzelligemLungenkarzinommiteinerBRAF-V600-Mutation.Gegenanzeigen:Überempfindlichkeitgegenden
Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Schwangerschaft. Stillzeit. Bei Anwend. in Kombination mit Dabrafenib: Pat. m. Melanom oder NSCLC v. BRAF-Wildtyp
(Wirksamkeit u. Sicherheit nicht erwiesen). Nebenwirkungen: Monotherapie: Sehr häufig: Bluthochdruck, Hämorrhagie. Husten, Atemnot. Durchfall, Übelkeit, Erbrechen,
Verstopfung, Bauchschmerzen, Mundtrockenheit. Hautausschlag, akneiforme Dermatitis, trockene Haut, Juckreiz, Haarausfall. Fatigue, peripheres Ödem, Pyrexie. Anstieg
derAST.Häufig:Follikulitis,Nagelbettentzündung,Zellulitis,pustulärerHautausschlag. Anämie.Überempfindlichkeit.Dehydratation.VerschwommenesSehen,periorbitalesÖdem,
Sehstörung.LinksventrikuläreDysfunktion,verringerteAuswurffraktion,Bradykardie.Lymphödem.Pneumonitis.Stomatitis.Erythem,palmar-plantaresErythrodysästhesie-Syndrom,
Hautfissuren, aufgesprungene Haut. Gesichtsödem, Schleimhautentzündung, Asthenie. Anstieg d. ALT, AP u. CPK im Blut. Gelegentlich: Chorioretinopathie, Papillenödem,
Netzhautablösung, Netzhautvenenverschluss. Herzinsuffizienz. Interstitielle Lungenerkrankung. Gastrointestinale Perforation, Kolitis. Rhabdomyolyse. Häufigkeit nicht
bekannt: Tiefe Venenthrombose (TVT)/Lungenembolie (LE). Kombinationstherapie: Sehr häufig: Harnwegsinfekt, Nasopharyngitis. Neutropenie. Verminderter Appetit.
Kopfschmerz, Schwindel. Bluthochdruck, Hämorrhagie. Husten. Bauchschmerzen, Verstopfung, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen. Trockene Haut, Juckreiz, Hautausschlag,
Erythem. Arthralgie, Myalgie, Schmerzen i. d. Extremitäten, Muskelkrämpfe. Fatigue, Schüttelfrost, Asthenie, peripheres Ödem, Pyrexie. Anstieg der ALT u. AST. Häufig:
Zellulitis, Follikulitis, Nagelbettentzündung, pustulärer Hautausschlag. Kutanes Plattenepithelkarzinom, Papillom, seborrhoische Keratose. Anämie, Thrombozytopenie,
Leukopenie. Dehydration, Hyponaträmie, Hypophosphatämie, Hyperglykämie. Verschwommenes Sehen, Sehstörung. Verringerte Auswurffraktion. Niedriger Blutdruck,
Lymphödem.Atemnot,Pneumonitis.Mundtrockenheit,Stomatitis.AkneiformeDermatitis,aktinischeKeratose,Nachtschweiß,Hyperkeratose,Haarausfall,palmar-plantares
Erythrodysästhesie-Syndrom, Hautläsion, Hyperhidrose, Pannikulitis, Hautfissuren, Photosensitivitätsreaktion. Nierenversagen. Schleimhautentzündung, grippeartige
Erkrankung, Gesichtsödem. Anstieg der AP und CPK im Blut, Anstieg der GGT. Gelegentlich: Neues primäres Melanom, Akrochordon (Saitenwarze). Überempfindlichkeit.
Chorioretinopathie, Uveitis, Netzhautablösung, periorbitales Ödem. Bradykardie. Pankreatitis, gastrointestinale Perforation, Kolitis. Nephritis. Häufigkeit nicht
bekannt: Myokarditis. Weitere neue maligne Erkrankungen (insb. bei Vorliegen einer RAS-Mutation). TVT/LE. Verschreibungspflichtig. Weitere Hinweise: Siehe
Fachinformation. Stand: April 2018 (MS 04/18.9). Novartis Pharma GmbH, Roonstr. 25, 90429 Nürnberg. Tel.: (0911) 273-0, Fax: (0911) 273-12 653. www.novartis.de
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kommentiert von PD Dr. med. Tilman Todenhöfer,
Tübingen
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Prof. Dr. med. Heike Allgayer
Abteilung für Experimentelle Chirurgie,
Universitätsklinikum Mannheim
Prof. Dr. med. Monika Engelhardt
Klinik für Innere Medizin I, Hämatologie,
Onkologie und SZT, Uniklinikum Freiburg
Prof. Dr. med. Otto Kloke
Klinik für Onkologie, Hämatologie und
Palliativmedizin, Knappschaftskranken-
haus, Recklinghausen
Prof. Dr. med. Diana Lüftner
Medizinische Klinik mit Schwerpunkt
Hämatologie, Onkologie und Tumor-
immunologie, Charité – Universitäts-
medizin Berlin
Prof. Dr. med. Peter Mallmann
Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde
und Geburtshilfe der Universität Köln
Prof. Dr. med. Christian Manegold
Interdisziplinäres Tumorzentrum Mann-
heim, Universitätsklinikum Mannheim
Prof. Dr. med. Günter Schlimok
ehem. Chefarzt der II. Medizinischen
Klinik, Zentralklinikum Augsburg
Prof. Dr. med. Heinrich M.
Seegenschmiedt
Strahlenzentrum Hamburg
Dr. med. Thomas Schneider
Strahlenzentrum Hamburg
Dr. med. Rachel Würstlein
Klinikum der Universität München,
Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde
und Geburtshilfe
Dr. med. Jörg S. Zimmermann
Arzt für Strahlentherapie, Praxis für
Brachytherapie, Praxiszentrum Alstertal,
Hamburg
Diese Beiratsmitglieder unterstützen die Redaktion von Im Focus Onkologie in der Studienauswahl:
Inhalt Im Focus Onkologie 7–8 · 2018
Im Focus Onkologie 2018; 21 (7-8) 9
1. Fachinformation TAGRISSO®
, Stand Juni 2018.
2. Soria JC et al. N Engl J Med 2018; 378(2): 113–125.
TAGRISSO®
40 mg und TAGRISSO®
80 mg Filmtabletten
Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden
Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden. Wirkstoff: Osimertinib. Verschreibungspflichtig. Zusammensetzung: TAGRISSO®
40 mg: Jede Tablette enthält 40 mg Osimertinib (als Mesilat). TAGRISSO®
80 mg: Jede Tablette enthält 80 mg Osimertinib (als Mesilat). Sonstige Bestandteile: Tablettenkern: Mannitol (Ph.Eur.), Mikrokristalline Cellulose, Hyprolose (5,0-16,0 %) (E463), Natriumstearylfumarat (Ph.
Eur.). Tablettenhülle: Poly(vinylalkohol), Titandioxid (E171), Macrogol (3350), Talkum, Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2
O (E172), Eisen(III)-oxid (E172), Eisen(II,III)-oxid (E172). Anwendungsgebiet: TAGRISSO®
ist als
Monotherapie angezeigt zur: • Erstlinientherapie von erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem, nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) mit aktivierenden Mutationen des epider-
malen Wachstumsfaktor Rezeptors (Epidermal Growth Factor Receptor, EGFR). • Behandlung von erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem EGFR-T790M-mutationspositivem NSCLC.
Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Johanniskraut darf nicht zusammen mit TAGRISSO®
angewendet werden. Nebenwirkungen: Sehr häufig:
Diarrhö, Stomatitis, Hautausschlag, trockene Haut, Paronychie; Pruritus, verminderte Thrombozytenzahl, verminderte Leukozytenzahl, verminderte Lymphozytenzahl, verminderte Neutro-
philenzahl. Häufig: Interstitielle Lungenerkrankung. Gelegentlich: Keratitis, QTc-Intervall-Verlängerung. Weitere Hinweise: siehe Fachinformation. Pharmazeutischer Unternehmer:
AstraZeneca GmbH; 22876 Wedel, E-Mail: azinfo@astrazeneca.com, www.astrazeneca.de, Servicehotline für Produktanfragen: 0800 22 88 660. Stand: Juni 2018. DE-14879/18
DE-15035/18
EIN NEUER STANDARD FÜR DIE ERSTLINIENTHERAPIE BEIM
FORTGESCHRITTENEN NSCLC MIT EGFR-MUTATION
TAGRISSO®
IST ALS MONOTHERAPIE ZUGELASSEN FÜR:
• die Erstlinienbehandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierten
NSCLC mit aktivierenden Mutationen des EGFR
• die Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierten NSCLC
mit EGFR-T790M-Mutation
JETZT NEU ZUGELASSEN FÜR DIE ERSTLINIENTHERAPIE DES EGFR-MUTIERTEN NSCLC
FIRST-LINE TAGRISSO®
HERAUSRAGENDE WIRKSAMKEIT
18,9 vs.10,2
Monate medianes PFS
im EGFR-TKI-Vergleichsarm (HR = 0,46; p < 0,0001)
in der FLAURA-Studie1,2
Dermatoonkologie
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Inhalt Im Focus Onkologie 7–8 · 2018
Im Focus Onkologie 2018; 21 (7-8) 11
Melanoma
NSCLCb
cHLc
Urothel-
karzinom
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MSD SHARP & DOHME GMBH, Lindenplatz 1, 85540 Haar, www.msd.de
ONCO-1190862-000501/18
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ist angezeigt: a als Monotherapie zur Behandlung des fortgeschrittenen (nicht resezierbaren oder metastasierenden) Melanoms bei Erwachsenen.
Lungenkarzinoms (NSCLC) mit PD-L1 exprimierenden Tumoren (Tumor Proportion Score [TPS] ≥ 50 %) ohne EGFR- oder ALK-positive Tumormutationen bei Erwachsenen oder als Monotherapie zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden
NSCLC mit PD-L1 exprimierenden Tumoren (TPS≥ 1 %) nach vorheriger Chemotherapie bei Erwachsenen. Patienten mit EGFR- oder ALK-positiven Tumormutationen sollten vor der Therapie mit KEYTRUDA
Therapie erhalten haben. c als Monotherapie zur Behandlung des rezidivierenden oder refraktären klassischen Hodgkin-Lymphoms (HL) bei Erwachsenen nach Versagen einer autologen Stammzelltransplantation (auto-SZT) und einer Behandlung mit
Brentuximab Vedotin (BV), oder nach Versagen einer Behandlung mit BV, wenn eine auto-SZT nicht in Frage kommt.
Therapie bei Erwachsenen oder als Monotherapie zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden Urothelkarzinoms bei Erwachsenen, die nicht für eine Cisplatin-basierte Therapie geeignet sind. PD-1: programmiertes Zelltod-Protein 1
(programmed cell death protein 1); PD-L1: programmierter Zelltod-Ligand 1 (programmed cell death ligand 1); ALK: anaplastische Lymphomkinase (anaplastic lymphoma kinase), EGFR: epidermaler Wachstumsfaktorrezeptor (epidermal growth factor receptor).
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lizumab. 1 ml Konzentrat enth. 25 mg Pembrolizumab. Sonst. Bestandt.: L-Histidin, L-Histidinhydrochlorid-Monohydrat, Sucrose, Polysorbat 80. -25mg/ml Konzentrat zusätzl.: Wasser für Injekt.-zwecke. Anw.: Als Monother. zur Behandl. d. fortgeschrittenen
(nicht resezierbaren od. metastasierenden) Melanoms b. Erw. Als Monother. zur Erstlinienbehandl. d. metastasierenden nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) mit PD-L1 exprimierenden Tumoren (TPS ≥ 50 %) ohne EGFR- od. ALK-pos. Tumormutati-
onen b. Erw. Als Monother. zur Behandl. d. lokal fortgeschrittenen od. metastasierenden NSCLC mit PD-L1 exprimierenden Tumoren (TPS ≥ 1 %) nach vorheriger Chemother. b. Erw. Pat. mit EGFR- od. ALK-pos. Tumormutationen sollten vor Ther. ebenfalls
eine auf diese Mutationen zielgericht. Ther. erhalten haben. Als Monother. zur Behandl. d. rezidivierenden od. refraktären klassischen Hodgkin-Lymphoms (HL) b. Erw. nach Versagen einer autologen Stammzelltransplantation (auto-SZT) u. einer Behandl. mit
Brentuximab Vedotin (BV), od. nach Versagen einer Behandl. mit BV, wenn eine auto-SZT nicht in Frage kommt. Als Monother. zur Behandl. d. lokal fortgeschrittenen od. metastasierenden Urothelkarzinoms nach vorheriger Platin-basierter Ther. b. Erw. Als
Monother. zur Behandl. d. lokal fortgeschrittenen od. metastasierenden Urothelkarzinoms bei Erw., die nicht für e. Cisplatin-basierte Ther. geeignet sind. Gegenanz.: Überempf.-keit gg. d. Wirkstoff od. e. d. sonst. Bestandt. Stillzeit. Vorsicht bei: Schwe-
rer Einschränk. d. Nierenfunkt.; moderater od. schwerer Einschränk. d. Leberfunkt. Melanom d. Auges. Anamnest. bek. immunvermittelte Myokarditis. Behandl. nach Risikoabwägung b. Pat. mit: akt. ZNS-Metastasen; ECOG-Performance-Status ≥ 2 (außer
bei Urothelkarzinom); HIV-, HBV- od. HCV-Infekt.; akt., system. Autoimmunerkrank.; interstit. Lungenkrankh.; einer früheren Pneumonitis, d. system. Kortikoidbehandl. erforderte, od. schwerer Überempf.-keit gg. e. and. monoklonalen Antikörper in d. Anamnese;
laufender Ther. mit Immunsuppressiva; schweren immunvermittelten Nebenw. unter Ipilimumab in d. Anamnese (jegliche Grad 4 od. Grad 3 Toxizität), d. eine Kortikosteroid-Behandl. über mehr als 12 Wo. erforderte (mehr als 10 mg/Tag Prednison od. Äqui-
valent in entspr. Dosierung); aktiv. Infekt.-erkrank.; Pat., d. unter vorhergeh. Krebsbehandl. mit immunstimulierenden Arzneim. schwere od. lebensbedrohl. Nebenw. d. Haut hatten; Pat., d. ein solides Organtransplantat empfangen haben; Nicht empf.:
Schwangerschaft (Anw. nur, wenn klinisch erforderl.). Zusätzl. bei klass. HL: Pat. ≥ 65 J. Pat. m. rezidivierendem od. refraktärem klassischen HL, für die aus and. Gründen als dem Versagen einer Salvage-Chemother. eine auto-SZT nicht in Frage kommt.
Zusätzl. bei Urothelkarzinom n. vorh. Platin-basierter Ther.: Pat. m. schlechterer Prognose u./od. aggressiv. Krankheitsverl. Zusätzl. bei Pat. m. Urothelkarzinom d. nicht f. Cisplatin-basierte Ther. geeignet sind: gebrechliche Pat. (z. B. ECOG-Performance-Status
3). Nebenw.: Sehr häufig: Diarrhö; Übelk. Hautausschl. (erythemat., follikul., general., makulärer, makulo-papulöser, papulöser, juck., vesikul. sowie genital. Hautausschl.); Pruritus (Urtikaria, papul. Urtikaria, general. sowie genital. Pruritus). Müdigk./Erschöpf.
Häufig: Anämie. Infusionsbedingte Reakt. (Überempf.-keit gg. d. Arzneim., anaphylakt. Reakt., Überempf.-keit u. „Cytokine-Release-Syndrom“ [Zytokinfreisetzung-Syndrom]). Hyperthyreose (m. bleib. Folgeschäden b. 1 Pat.); Hypothyreose (m. bleib. Folge-
schäden b. 6 Pat.) (Myxödem). Vermind. Appetit. Kopfschm.; Schwindelgef.; Dysgeusie. Pneumonitis (interstit. Lungenkrank.) (mit bleib. Folgeschäden b. 1 Pat. od. mit teils tödl. Ausgang); Dyspnoe; Husten. Kolitis (mikroskop. Kolitis u. Enterokolitis); Erbr.;
Abdominalschm. (Abdominalbeschw., Oberbauch- u. Unterbauchschm.); Obstipat.; Mundtrockenh. Schwere Hautreakt. (exfoliativ. Dermatitis, Erythema multiforme, exfoliativ. Hautausschl., Pemphigoid sowie folg. Grad ≥ 3 Nebenw.: Pruritus, Hautausschl.,
general. Hautausschl. u. makulo-papulöser Hautausschl., psoriasiforme Dermatitis, generalis. Pruritus); Vitiligo (Hautdepigmentier., Hauthypopigmentier. sowie Hypopigmentier. d. Augenlids); trock. Haut; Erythem. Arthralgie; Myositis (Myalgie, Myopathie,
Polymyalgia rheumatica u. Rhabdomyolyse); muskuloskelett. Schm. (muskuloskelett. Beschw., Rückenschm., muskuloskelett. Steifheit, muskuloskelett. Brustschm. sowie Torticollis); Arthritis (Gelenkschwellung, Polyarthritis sowie Gelenkerguss); Schm. in d.
Extremitäten. Asthenie; Ödeme (periphere Ödeme, generalisierte Ödeme, Überwässerung, Flüssigkeitsretention, Augenlid- u. Lippenödeme, Gesichtsödeme, lokalisierte Ödeme sowie periorbitale Ödeme); Fieber; grippeähnl. Erkrank.; Schüttelfrost. Erhöh.
Werte von: ALT, AST, alkal. Phosphatase im Blut, Kreatinin im Blut. Gelegentl.: Neutropenie; Thrombozytopenie; Leukopenie; Lymphopenie; Eosinophilie. Hypophysitis (m. bleib. Folgeschäden b. 2 Pat.) (Hypophysenunterfunkt.); Nebenniereninsuff.; Thyreoi-
ditis. Typ-1-Diabetes mellitus (diabetische Ketoazidose); Hyponatriämie; Hypokaliämie; Hypokalzämie. Schlaflosigk. Epilepsie; Lethargie; periph. Neuropathie. Uveitis (Iritis u. Iridozyklitis); trock. Augen. Myokarditis. Hypertonie. Pankreatitis (autoimmune
Pankreatitis u. akute Pankreatitis). Hepatitis (autoimmune Hepatitis u. arzneimittelinduz. Leberschädig.). Lichenoide Keratose (Lichen planus u. Lichen sclerosus); Psoriasis; Alopezie; Dermatitis; akneiforme Dermatitis; Ekzem; Änderungen d. Haarfarbe; Papeln.
Tendosynovitis (Tendonitis, Synovitis sowie Sehnenschm.). Nephritis (autoimmune Nephritis, tubulointerstit. Nephritis u. Nierenversagen od. akutes Nierenversagen mit Anzeichen einer Nephritis, nephrot. Syndr.). Erhöh. Werte von: Bilirubin im Blut, Amylase;
Hyperkalzämie. Selten: Immunthrombozytopen. Purpura; hämolyt. Anämie. Sarkoidose. Guillain-Barré-Syndrom; Myasthenie-Syndrom. Dünndarmperforation. TEN (auch tödl. Ausgang); SJS (auch tödl. Ausgang); Erythema nodosum. Nicht bekannt: Abstoßung
eines soliden Organtransplantats. Zusätzl.: Fokale Krampfanfälle b. einem Pat. mit Entzündungsherden im Hirnparenchym. Ther.-bedingte Antikörper. Atypisches Ansprechen (im Sinne eines anfängl. vorübergeh. Tumorwachstums od. kleiner neuer Läsionen innerh.
d. ersten wenigen Monate mit anschl. Tumorregression). Unter den immunvermittelten Nebenw. waren schwere Fälle u. Todesfälle. Immunvermittelte Nebenw. können gleichzeitig in mehr als einem Organsystem auftreten. Graft-versus-host-Krankheit (mit 1
Todesfall) u. schwere Lebervenenverschlusskrankheit (mit 1 Todesfall) als Komplikat. bei allogener HSZT bei klassischem HL. Warnhinw.: Zuverlässige Verhütungsmethode b. Frauen im gebärf. Alter währ. u. bis 4 Mon. nach Behandl.-ende. Bei allo-HSZT
bei klassischem HL nach Ther. mit Pembrolizumab sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung. Hinw.: NSCLC-Pat. sollten für eine Behandl. aufgrund einer mittels eines validierten Tests
bestätigten PD-L1-Expression d. Tumoren selektiert werden. KEYTRUDA muss als i.v.-Infusion über 30 min gegeben werden u. darf nicht als i.v. Druck- oder Bolusinjektion gege-
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c
Urothel-
karzinomd
als Monotherapie zur Behandlung des fortgeschrittenen (nicht resezierbaren oder metastasierenden) Melanoms bei Erwachsenen. b als Monotherapie zur Erstlinienbehandlung des metastasierenden nicht-kleinzelligen
Lungenkarzinoms (NSCLC) mit PD-L1 exprimierenden Tumoren (Tumor Proportion Score [TPS] ≥ 50 %) ohne EGFR- oder ALK-positive Tumormutationen bei Erwachsenen oder als Monotherapie zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden
NSCLC mit PD-L1 exprimierenden Tumoren (TPS≥ 1 %) nach vorheriger Chemotherapie bei Erwachsenen. Patienten mit EGFR- oder ALK-positiven Tumormutationen sollten vor der Therapie mit KEYTRUDA®
ebenfalls eine auf diese Mutationen zielgerichtete
als Monotherapie zur Behandlung des rezidivierenden oder refraktären klassischen Hodgkin-Lymphoms (HL) bei Erwachsenen nach Versagen einer autologen Stammzelltransplantation (auto-SZT) und einer Behandlung mit
Brentuximab Vedotin (BV), oder nach Versagen einer Behandlung mit BV, wenn eine auto-SZT nicht in Frage kommt. d als Monotherapie zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden Urothelkarzinoms nach vorheriger Platin-basierter
Therapie bei Erwachsenen oder als Monotherapie zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden Urothelkarzinoms bei Erwachsenen, die nicht für eine Cisplatin-basierte Therapie geeignet sind. PD-1: programmiertes Zelltod-Protein 1
(programmed cell death protein 1); PD-L1: programmierter Zelltod-Ligand 1 (programmed cell death ligand 1); ALK: anaplastische Lymphomkinase (anaplastic lymphoma kinase), EGFR: epidermaler Wachstumsfaktorrezeptor (epidermal growth factor receptor).
Melanoma
ÜBERLEBENSERWARTUNG
NEU DEFINIERT
mit KEYTRUDA®
in den folgenden zugelassenen Indikationen:
Gynäkoonkologie
13 Primär inoperables Ovarialkarzinom: lokale Erhitzung von Vorteil? // 16 Weniger
Zervixkarzinom-Vorstufen: Wirksamkeit der HPV-Impfung bestätigt // 17 CIN-2-Läsion: Da
reicht womöglich aktive Überwachung aus // 18 Vorsicht bei anhaltenden Beschwerden –
Pruritus vulvae kann auch ein Karzinom sein // 21 CME: Update der S3-Leitlinie – Aktuelle
Therapiestrategien beim primären Mammakarzinom // 30 Expertenstatements zum ASCO 2018
Primär inoperables Ovarialkarzinom:
lokale Erhitzung von Vorteil?
Frauen mit primär inoperablem,
fortgeschrittenem Ovarialkarzinom
profitieren nach einer neoadjuvan-
ten Chemotherapie und Operation
von einer Hyperthermiebehandlung.
Rezidivfreies und Gesamtüberleben
werden durch diese verlängert.
Standardtherapie beim fortgeschritte-
nen Ovarialkarzinom ist die initiale
Operation zur makroskopischen Kom-
plettresektion, gefolgt von einer platin-
basierten intravenösen Kombinations-
chemotherapie. In einer niederländi-
schen offenen Phase-III-Studie wurde
nun geprüft, ob Patientinnen mit fortge-
schrittener Erkrankung (Stadium III),
bei denen eine primäre zytoreduktive
Operation nicht möglich war, nach einer
neoadjuvanten Chemotherapie mit Car-
boplatin und Paclitaxel und der an-
schließenden Operation von einer Hy-
perthermiebehandlung am Ende des
Eingriffs („hyperthermic intraperitone-
al chemotherapy“, HIPEC) profitieren.
Für die Hyperthermie wählten die
Ärzte das intraperitoneale Perfusions-
verfahren, bei dem eine erhitzte Koch-
salzlösung mithilfe einer Rollerpumpe
die intraabdominale Temperatur auf
40°C erhöht. Die Perfusion erfolgte mit
Cisplatin in einer Dosis von 100 mg/m2
Körperoberfläche, 50% davon initial so-
wie nach 30 und 60 Minuten jeweils
25%. Ziel war es, das gesamte Abdomen
der Flüssigkeit auszusetzen. Danach
wurde das Abdomen zum vollständigen
Entfernen des Perfusats drainiert.
Die zytoreduktive Behandlung erfolg-
te bei 123 Patientinnen ohne und bei 122
mit Hyperthermie. Durch die Zusatzbe-
handlung wurde die Wahrscheinlichkeit,
ein Rezidiv zu entwickeln oder zu ster-
ben um 34% verringert (Hazard Ratio
[HR] 0,66; 95%-Konfidenzintervall
[95%-KI] 0,50–0,87; p = 0,003). Im
Median lebten die Frauen ohne Hyper-
thermie noch 10,7 Monate ohne Rezidiv,
die Patientinnen mit Hyperthermie noch
14,2 Monate. Nach einer medianen Nach-
beobachtungszeit von 4,7 Jahren waren
in der Gruppe der Frauen, die ausschließ-
lich operiert worden waren, 76 (62%) ge-
storben, in der Hyperthermie-Gruppe 61
(50%). Das entspricht einer Risikomin-
derung von 33% (HR 0,67; 95%-KI 0,48–
0,94; p = 0,02). Schließlich betrug das Ge-
samtüberleben der Patientinnen mit der
Perfusionsbehandlung median noch 45,7
Monate, Frauen der Vergleichsgruppe
lebten median noch 33,9 Monate.
Der Anteil der Patientinnen mit
Nebenwirkungen vom Grad 3/4 unter-
schied sich mit 27 versus 25% zwischen
den beiden Gruppen nicht signifikant.
Die Rationale hinter der hyperthermi-
schen Behandlung ist die Beobachtung,
dass die hohe Temperatur das Eindrin-
gen des Chemotherapeutikums in das
Peritoneum, wo sich Rezidive leicht bil-
den, erleichtert. Außerdem wird die Sen-
sitivität für Krebsmedikamente erhöht
und unter anderem der programmierte
Zelltod von Krebszellen angefacht.
©DavorinWagner/ChirurgieimBild
Insgesamt dauerte die einmalige Hyper-
thermiebehandlung 120 Minuten, 90
Minuten davon die eigentliche Perfusion.
PD Dr. med. Fabian Trillsch kommentiert für
Sie zusammen mit Dr. med. Alexander Burges
und Prof. Dr. med. Sven Mahner:
van Driel WJ et al. N Engl J Med. 2018;378(3):230-40.
©KlinikumderUniversitätMünchen
„Die Implementierung der HIPEC in die
klinische Routine des fortgeschrittenen
Ovarialkarzinoms kann zum jetzigen Zeit-
punkt keineswegs empfohlen werden.“
Im Focus Onkologie 2018; 21 (7-8) 13
Gynäkoonkologie Literatur kompakt
Fazit: Bei Patientinnen mit epithelialem
Ovarialkarzinom im Stadium III verlän-
gerten sich das rezidivfreie und das Ge-
samtüberleben, wenn sie zusätzlich zu
einer neoadjuvanten Chemotherapie
und einer anschließenden zytoredukti-
ven Operation eine Hyperthermiebe-
handlung erhalten hatten. Die Neben-
wirkungsrate erhöhte sich dadurch nur
minimal. Peter Leiner
van Driel WJ et al. Hyperthermic Intraperitoneal
Chemotherapy in Ovarian Cancer. N Engl J Med.
2018;378(3):230-40.
Kommentar
Seit vielen Jahren evaluieren klinische Wis-
senschaftler zusätzliche therapeutische
Optionen beim fortgeschrittenen Ovarial-
karzinom, um die Prognose der Patientin-
nen mit dieser Erkrankung zu verbessern. In
der Vergangenheit hat sich jedoch häufiger
gezeigt, dass ein „Mehr“ an Therapiemoda-
litäten nicht zwangsläufig die Gesamtpro-
gnose verbessert. Gleichzeitig können aber
signifikante Nebenwirkungen hervorgeru-
fen werden, die den Einsatz der etablierten
Standardtherapien gefährden. Vor diesem
Hintergrund ist eine differenzierte Ausein-
andersetzung mit den vorliegenden Daten
zur HIPEC im Rahmen des multimodalen
Therapiekonzeptes essenziell.
An der kürzlich publizierten, randomisier-
ten Phase-III-Studie nahmen insgesamt
245 Patientinnen teil, deren Ovarialkarzi-
nom im Vorfeld an anderer Stelle als inope-
rabel eingestuft worden war. Basierend auf
dieser Einschätzung war eine neoadjuvan-
te Chemotherapie mit nachfolgender
Intervalloperation geplant. Die Patientin-
nengruppe wurde dann im Rahmen der
Intervalloperation zur HIPEC- oder Kont-
rollgruppe randomisiert und entspre-
chend behandelt.
Auch wenn die jetzt publizierten Daten mit
einem signifikanten Vorteil des rezidivfrei-
en Überlebens und des Gesamtüberlebens
vielversprechend erscheinen, lassen sich
die Ergebnisse leider nicht sinnvoll in die
allgemeine Routine bei der Behandlung
des fortgeschrittenen Ovarialkarzinoms
umsetzen.
Zunächst muss das hochgradig selektierte
und nach unbekannten Kriterien ausge-
wählte Patientinnenkollektiv betrachtet
werden. Es entspricht in der klinischen
Realität nur einer kleinen Kohorte und
kann somit nicht auf die breite Versor-
gungssituation übertragen werden. In der
Studie wurden Patientinnen im FIGO-
Stadium IV ausgeschlossen. Voraussetzung
für die Studienaufnahme waren ein guter
klinischer Performancestatus und entwe-
der eine erfolgloser primärer Operations-
versuch mit Tumorrest > 1 cm oder eine
nicht näher beschriebene Einschätzung
der „Inoperabilität“ mit nachfolgendem
Ansprechen auf eine neoadjuvante Che-
motherapie. Mit diesen Kriterien repräsen-
tiert das Studienkonzept am Ende weniger
als 10% der Patientinnen mit fortgeschrit-
tenem Ovarialkarzinom.
In den Studienzentren konnten im Durch-
schnitt nur 3,5 Patientinnen pro Jahr rekru-
tiert werden, davon 43% im größten Zent-
rum, dem „Netherlands Cancer Institute“ in
Amsterdam. Dies führt zu extrem niedrigen
Zahlen in den anderen Studienzentren, die
somit auch nur wenig Routine für den Ein-
satz von HIPEC im Rahmen der Ovarialkarzi-
nomoperation entwickeln konnten. 9 Jahre
Rekrutierungszeitraum für nur 245 Patien-
tinnen werfen die Frage auf, ob weitere Se-
lektionsbias berücksichtigt werden müssen.
In Untersuchungen der Studiengruppe der
Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onko-
logie (AGO) konnte mit 407 Patientinnen in
4,5 Jahren (DESKTOP III, AGO-OVAR OP. 4)
[Du Bois A et al. J Clin Oncol. 2017; 35(suppl):
Abstr 5501] und 650 Patientinnen in nur 3
Jahren (LION, AGO-OVAR OP.3) [Harter P et
al. J Clin Oncol. 2017;35(15 suppl):5500]
deutlich schneller das geplante Studienkol-
lektiv erreicht werden, das zusätzlich noch
deutlich größer war.
Als weiterer Kritikpunkt muss die Wahl des
primären Endpunktes aufgeführt werden.
In einer operativen Studie mit signifikanter
Intervention sollte primär das OS betrachtet
werden, um den Effekt der Prozedur auch
wirklich ohne zusätzlichen Bias zu analysie-
ren. Die Auswertung des Gesamtüberle-
bens erfolgte, als die Bedingungen für die
Berechnung des primären Studienend-
punkts rezidivfreies Überleben erfüllt wa-
ren. Zu diesem Zeitpunkt lebten aber noch
44% der Patientinnen. In der vorliegenden
Dr. med. Alexander Burges kommentiert für
Sie zusammen mit PD Dr. med. Fabian Trillsch
und Prof. Dr. med. Sven Mahner:
van Driel WJ et al. N Engl J Med. 2018;378(3):230-40.
©KlinikumderUniversitätMünchen
„In der Vergangenheit hat sich mehrfach
gezeigt, dass ein „Mehr“ an Therapie-
modalitäten nicht zwangsläufig zu einer
Verbesserung der Gesamtprognose führt.“
Prof. Dr. med. Sven Mahner kommentiert für
Sie zusammen mit PD Dr. med. Fabian Trillsch
und Dr. med. Alexander Burges:
van Driel WJ et al. N Engl J Med. 2018;378(3):230-40.
©KlinikumderUniversitätMünchen
„In einer operativen Studie mit
signifikanter Intervention sollte primär das
Gesamtüberleben betrachtet werden.“
Gynäkoonkologie Literatur kompakt
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od. m. Rezidiv währ. od. nach adjuvanter Antiöstrogen-Ther. od. b. Progression d. Erkrank. unter Antiöstrogen-Ther. In Komb. m. Palbociclib z. Behandl. des Hormonrezeptor-pos., HER2-negat., lokal fortgeschr. od. metast.
Mammakarz. b. Frauen, d. eine vorhergeh. endokrine Ther. erhalt. haben. B. prä- od. perimenopausalen Frauen sollte d. Komb.-ther. m. Palbociclib m. einem LHRH-Agonisten komb. werden. Gegenanz.: Überempf. geg.
Inhaltsst., Schwangersch., Stillz., schwere Einschränk. d. Leberfunkt. Nebenwirk.: Monother.: Infekt. d. Harntrakts, Thrombozytop., Überempf.-reakt., Anorexie, anaphylakt. Reakt., Kopfschm., Hitzewall., venöse Thromboem-
bolien, Übelk., Erbr., Durchfall, erhöhte Leberenzymwerte (ALT, AST, ALP), erhöhte Bilirubinwerte, Leberversagen, Hepatitis, erhöhte Gamma-GT-Werte, Hautausschlag, Gelenk- u. muskoskelettale Schmerzen, Rückenschm.,
vagin. Blut., vagin. Candidose, Leukorrhö, Asthenie, Reakt. an d. Inj.-stelle, periph. Neuropathie, Ischialgie, Blut. an d. Inj.-stelle, Hämatome an d. Inj.-stelle, Neuralgie. Kombither.: Infekt., Neutrop., Leukop., Anämie, Throm-
bozytop., febr. Neutrop., vermind. Appetit, Dysgeusie, verstärkte Tränensekret., verschwom. Sehen, trockene Augen, Epistaxis, Übelk., Stomatitis, Diarrhö, Erbr., Alopezie, Hautausschlag, trockene Haut, Fatigue, Pyrexie,
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ist angezeigt: • als Monotherapie zur Behandlung von Östrogenrezeptor-positivem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom bei postmenopausalen Frauen: – die keine vorhergehende endo-
krine Therapie erhalten haben, oder – mit Rezidiv während oder nach adjuvanter Antiöstrogen-Therapie oder bei Progression der Erkrankung unter Antiöstrogen- Therapie. • in Kombination mit Palbociclib zur Behandlung des Hormonre-
zeptor-(HR)-positiven, humanen Wachstumsfaktor-Rezeptor- 2-(HER2)-negativen, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinoms bei Frauen, die eine vorhergehende endokrine Therapie erhalten haben (siehe Abschnitt
5.1).Beiprä-oderperimenopausalenFrauensolltedieKombinationstherapiemitPalbociclibmiteinemLuteinisierungshormon-Releasinghormon-(LHRH)-Agonistenkombiniertwerden. 2Bei13AnwendungszyklenproJahrmitFaslodex®
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Analyse zeigt sich ein klares Ungleichge-
wicht in Bezug auf die Verbesserung des
rezidivfreien bzw. Gesamtüberlebens (3,5
vs. 12 Monate Verlängerung zugunsten der
HIPEC). Dies ist möglicherweise durch arti-
fizielle Verschiebungen bei noch nicht reifer
Datenbasis zu erklären.
Angesichts vergleichbar berichteter Toxizi-
tät in beiden Therapiearmen stellt sich die
Frage, ob perioperative Komplikationen
und Lebensqualität suffizient erhoben
wurden. Die HIPEC war mit einer fast ver-
doppelten Operationszeit, substanziell hö-
heren Raten an intestinalen Stomata, einem
längeren Krankenhausaufenthalt sowie ei-
nem zusätzlichen Zyklus einer Cisplatin-
haltigen Chemotherapie verbunden, sodass
hier Unterschiede zu erwarten wären.
In der Phase-III-Studie von Myong Cheol
Lim und Kollegen konnten in einer breite-
ren Kohorte von Patientinnen mit fortge-
schrittenem Ovarialkarzinom (Tumorrest
< 1 cm, primär operative Therapie sowie
neoadjuvante Chemotherapie möglich)
zudem keine signifikanten Effekte auf das
progressionsfreie und Gesamtüberleben
erzielt werden [Lim MC et al. J Clin Oncol.
2017; 35(suppl):Abstr 5520].
Aus diesen Gründen kann die Implementie-
rung der HIPEC in die klinische Routine des
fortgeschrittenen Ovarialkarzinoms zum
jetzigen Zeitpunkt keineswegs empfohlen
werden.
Kommentatoren
PD Dr. med. Fabian Trillsch
Dr. med. Alexander Burges
Prof. Dr. med. Sven Mahner
Korrespondenzautor
PD Dr. med. Fabian Trillsch
Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde
und Geburtshilfe,
Klinikum der Universität München
fabian.trillsch@med.uni-muenchen.de
Weniger Zervixkarzinom-Vorstufen:
Wirksamkeit der HPV-Impfung bestätigt
Die Impfung gegen HPV schützt laut einem Cochrane-Review vor zervikalen
Präkanzerosen, ohne dass es zu schweren Nebenwirkungen kommt. Die
Effektivität hängt allerdings von Alter und HPV-Status der Frauen ab.
Nutzen und Risiken der HPV-Impfung
für Mädchen und Frauen sind jetzt in
einer systematischen Übersicht des
Cochrane-Netzwerkes untersucht wor-
den. Das zentrale Ergebnis: Es gibt „siche-
re Evidenz, dass die Impfung gegen HPV
im Alter zwischen 15 und 26 vor zervika-
len Präkanzerosen schützt“. Die präven-
tive Wirkung ist besonders gut im Hin-
blick auf Läsionen durch die HPV-Typen
16 und 18 sowie für Mädchen und Frauen,
die zum Zeitpunkt der Impfung negativ
für Hochrisiko-HPV-Typen (hrHPV)
sind. Um das Auftreten von Zervixkarzi-
nomen zu erfassen, sind die Studien zu
klein oder von zu kurzer Dauer.
Die Übersicht beruht auf 26 randomi-
sierten, placebokontrollierten Studien
mit mehr als 73.000 Teilnehmerinnen. In
den meisten war der 2-fach-Impfstoff ver-
wendet worden, in 7 der 4-fach- und in 1
ein monovalenter. Die Ergebnisse im
Detail:
1. hrHPV-negative Mädchen und Frauen:
In der Altersgruppe von 15 bis 25 redu-
ziert die Impfung das Risiko sowohl
für HPV-16/18-assoziierte Präkanzero-
sen als auch für Präkanzerosen insge-
samt. HPV-16/18-induzierte zervikale
intraepitheliale Neoplasien ab Grad 2
gehen demnach von 164 auf 2 pro
10.000 Frauen zurück, CIN2+-Läsio-
nen generell von 287 auf 106. Für Frau-
en im Alter über 25 liegen keine ent-
sprechenden Daten vor.
2.HPV16/18-negative Mädchen und
Frauen: In dieser Gruppe hängt der
Effekt der Impfung vom Alter ab. Bei
Frauen bis 25 senkt sie das Risiko für
CIN2+-Läsionen in Zusammenhang
mit HPV 16/18 von 113 auf 6 pro 10.000,
bei älteren Frauen nur von 45 auf 14.
Das Risiko für CIN2+-Läsionen insge-
samt wird in der jüngeren Gruppe bei
10.000 Frauen von 231 auf 95 vermin-
dert. Entsprechende Daten für ältere
Frauen fehlen.
3.Mädchen und Frauen mit oder ohne
HPV-Infektion: Eine Impfung im Alter
zwischen 15 und 26 senkt das Risiko
für HPV-16/18-assoziierte CIN2+-
Läsionen von 341 auf 157 pro 10.000
und das für CIN2+-Läsionen insge-
samt von 559 auf 391 pro 10.000. Bei
Frauen, die erst zwischen 25 und 45 ge-
impft werden, scheint dagegen das Ri-
siko für CIN2+-Läsionen – mit oder
ohne HPV-16/18-Assoziation – nicht
mehr be-
einflusst zu werden.
Schwerwiegende uner-
wünschte Wirkungen treten mit
der HPV-Impfung nicht häufiger auf
als in den Kontrollgruppen (669 vs. 656
pro 100.000 Frauen). Auch auf das Ri-
siko für Fehlgeburten und Schwanger-
schaftsabbrüche hatte die Impfung kei-
nen Einfluss. Laut den Studienautoren
ist aber ein langfristiges Monitoring
der Impfung erforderlich, um mögli-
che seltene Nebenwirkungen erkennen
und die Wirksamkeit auf Zervixkarzi-
nome quantifizieren zu können.
Fazit: Eine Impfung im Alter zwischen 15
und 26 Jahren und vor Exposition mit
Hochrisiko-HP-Viren senkt das Risiko
für CIN2+-Läsionen durch HPV 16/18
um 99% und das für CIN2+-Läsionen
insgesamt um 63%, ohne das Risiko
schwerer Nebenwirkungen zu erhöhen.
Die HPV-Impfung ist eine sichere und
wirksame Option zur Prävention von
Zervixkarzinom-Vorstufen. Allerdings
waren die nicht darauf ausgelegt, das
Auftreten von Zervixkarzinomen zu er-
fassen. Beate Schumacher
Arbyn M et al. Prophylactic vaccination against
human papillomaviruses to prevent cervical
cancer and its precursor. Cochrane Database
Syst Rev. 2018; 5. pii: CD009069. https://doi.
org/10.1002/14651858.CD009069.pub3.
©MarianoRuiz/fotolia.com
16 Im Focus Onkologie 2018; 21 (7-8)
Gynäkoonkologie Literatur kompakt
CIN2-Läsion? Da reicht womöglich aktive
Überwachung aus
Die meisten CIN2(cervical intraepithelial neoplasia Grad 2)-Läsionen bilden
sich spontan zurück, vor allem bei Frauen unter 30. Das schließen finnische
Ärzte aus den Ergebnissen einer umfangreichen Metaanalyse.
An den 36 von ursprünglich 250
berücksichtigten Studien hatten
mehr als 3.100 Frauen teilgenommen. 7
Studien waren randomisiert, 16 hatten
ein prospektives und 13 ein retrospekti-
ves Design. Geprüft wurde der Verlauf
der Läsionen, wenn nicht lokal exzidiert,
sondern auf aktive Überwachung ge-
setzt wurde. Sie reichte von 3–60 Mona-
te. Karoliina Tainio und Kollegen von
der Universität in Helsinki in Finnland
verwendeten die in den Studien vorgege-
benen Definitionen einer Regression,
Persistenz und Progression von CIN2-
Läsion, was mit einer entsprechenden
Heterogenität über alle Studien hinweg
einherging.
Aus den Ergebnissen der Metaanalyse
leiteten die Ärzte ab, dass bei bestimmten
unbehandelten Frauen mit histologisch
bestätigten CIN2-Läsionen eine aktive
Überwachung gerechtfertigt ist. Etwa
50% der Läsionen bildeten sich nach 2
Jahren von alleine zurück. Nur knapp ein
Fünftel der Läsionen schritten fort.
Eine aktive Überwachung kommt vor
allem für junge Frauen mit einer hohen
Compliance für regelmäßige Folgeunter-
suchungen infrage. Von 1.000 Frauen
jünger als 30 mit einer CIN2-Diagnose
komme es bei 600 zu einer Rückbildung,
bei 230 Frauen veränderten sich die Lä-
sionen nicht, und bei 110 Frauen komme
es innerhalb von 2 Jahren einer aktiven
Überwachung zur Progression, so die
Forscher.
Von den Läsionen mit stärkerer Pro-
gression zum Ende der aktiven Überwa-
chung entwickelte sich der Großteil von
CIN2 zu CIN3, und 5 von 1.000 Betrof-
fenen hätten nach Angaben der Forscher
eine zervikale glanduläre intraepitheli-
ale Neoplasie. Invasive Karzinome seien
selten und kämen bei 5 von 1.000 Frau-
en aller Altersgruppen vor. Der Anteil
liege bei 0,6 von 1.000 Frauen, wenn das
Frühstadium 1A1 des mikroinvasiven
Zervixkarzinoms unberücksichtigt
bleibt.
Das Progressionsrisiko war in den
Studien vor allem bei jenen Frauen be-
sonders niedrig, bei denen zu Studien-
beginn der Test auf Hochrisikopapillo-
maviren (HPV 16/18) negativ war. Bei
denen, die HPV-16/18-positiv waren, lag
die Regressionsrate nach 2 Jahren bei
40%. Die Ärzte verweisen schließlich auf
eine hohe Adhärenzrate von 90% nach
2 Jahren – eine wichtige Voraussetzung
bei der Entscheidung für eine aktive
Überwachung.
Fazit: Nach 2 Jahren haben sich CIN2-
Läsionen bei 50% der Frauen zurückge-
bildet, bei 32% sind sie unverändert und
nur bei 18% kommt es zur Progression.
Statt einer sofortigen Intervention sollte
bei den betroffenen Frauen eine aktive
Überwachung erfolgen. Die Ergebnisse
der 36 berücksichtigten Studien waren
allerdings sehr heterogen. Peter Leiner
Tainio K et al. Clinical course of untreated cervi-
cal intraepithelial neoplasia grade 2 under ac-
tive surveillance: systematic review and me-
ta-analysis. BMJ. 2018; 360: k499. DOI: http://dx.
doi.org/10.1136/bmj.k499
Im Focus Onkologie 2018; 21 (7-8) 17
Aktive Überwachung erfordert eine hohe
Compliance für Folgeuntersuchungen.
©MathiasErnert,Fürst-Stirum-KlinikBruchsal,Frauenklinik.
Grundlagen,
diagnostische
Prinzipien und
Therapieemp-
fehlungen
C. Niemeyer, A. Eggert (Hrsg.)
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A49264
Vorsicht bei anhaltenden Beschwerden
Pruritus vulvae kann auch
ein Karzinom sein
Julia Jückstock, Christian Dannecker, Julia Gallwas, Thomas Blankenstein, Sven Mahner
Nicht immer handelt es sich beim Pruritus vulvae um eine Pilzinfektion
oder einen Östrogenmangel. Gerade bei älteren Patientinnen, die von
diesem Symptom berichten, sollten Sie hellhörig werden.
D
as mediane Erkrankungsalter für
Vulvakarzinome liegt im Raum
München bei 72,1 Jahren [1]. In
letzter Zeit erkranken jedoch auch zu-
nehmend jüngere Frauen daran. Man
unterscheidet durch humane Papillom-
viren (HPV) verursachte Karzinome von
solchen, die davon unabhängig, zum
Beispiel bei jahrelang bestehendem Li-
chen sclerosus entstehen. Eine Sonder-
form stellen die malignen Melanome
und Basalzellkarzinome der Vulva dar,
auf die hier aber nicht näher eingegan-
gen wird.
4.400 Neuerkrankungen pro Jahr
Insgesamt ist die Inzidenzrate des inva-
siven Karzinoms in den letzten Jahren
stark auf aktuell circa 4.400 Neuerkran-
kungen pro Jahr angestiegen [2]. Die
Prognose des invasiven Karzinoms ist
vergleichsweise gut. Sie wird von den
etablierten Prognosefaktoren (Tumor-
größe, Lymphknotenbefall und Gra-
ding) wie auch entscheidend von der
Qualität der Operation beeinflusst.
(Neo-)Adjuvante Therapien kommen
nur bei sehr fortgeschrittenen Befunden
und positiven inguinalen Lymphkno-
tenbefunden in Betracht [3]. Regelmäßi-
ge Nachsorgeuntersuchungen sind meist
die einzige Option, neue Läsionen früh-
zeitig zu erkennen und so ausgedehnte
Rezidive zu verhindern.
In Deutschland hat sich durch Grün-
dung einer Selbsthilfegruppe ein sehr
engagiertes Netzwerk für Betroffene aus-
gebildet [4]. Dies ist von besonderer Be-
deutung, da es den Vulvakarzinom-Pa-
tientinnen im Gegensatz zu Patientin-
nen mit anderen Tumorentitäten häufig
schwerfällt, über ihre Krankheit zu spre-
chen.
Bei Juckreiz nicht nur an eine
Pilzinfektion denken
Gerade ältere Frauen nehmen die gynä-
kologischen Vorsorgeuntersuchungen
nicht oder nur noch unregelmäßig wahr
©LaurentHamels/Fotolia(SymbolbildmitFotomodellen)
Patientinnen mit Vulva-
karzinom sprechen un-
gern über ihre Erkrankung.
Hilfreich ist es dann, den
Kontakt zu einer Selbsthil-
fegruppe zu vermitteln.
18 Im Focus Onkologie 2018; 21 (7-8)
Gynäkoonkologie Fortbildung
[5]. Gleichzeitig nimmt die Inzidenz von
Karzinomen mit steigendem Lebensal-
ter zu, sodass auf die regelmäßige Vor-
sorge auch in höherem Alter nicht ver-
zichtet werden kann [5], wenngleich es
keine speziellen Vorsorgeuntersuchun-
gen zur Früherkennung von Vulvakar-
zinomen beziehungsweise deren Vor-
stufen gibt.
Frühsymptome des Vulvakarzinoms
sind sehr unspezifisch, und häufig ist
die Hemmschwelle der Patientinnen,
über Beschwerden im Genitalbereich zu
sprechen, hoch. Selbst wenn der Bera-
tungsanlass nicht primär hinweisend
auf ein Vulvakarzinom ist, sollten geäu-
ßerte Symptome wie Pruritus, Brennen
oder Berührungsempfindlichkeit im-
mer gynäkologisch abgeklärt werden.
Das Ergebnis der frauenärztlichen Un-
tersuchung sollte bei der nächsten Vor-
stellung in der Praxis besprochen wer-
den.
Im Vordergrund der Frühsymptome
steht der Pruritus vulvae, dessen wich-
tigste Differenzialdiagnose eine Pilzin-
fektion ist, insbesondere bei diabeti-
schen Patientinnen [6]. Daneben können
Beschwerden wie Dysurie oder auch
tastbare Veränderungen an der Vulva
auftreten (Abb. 1). In manchen Fällen
verläuft die Erkrankung zunächst kom-
plett asymptomatisch [7].
Blutungen als Symptom des Vulvakar-
zinoms sind selten, aber da eine Postme-
nopausenblutung außer im Falle einer
hämorraghischen Zystitis oder Kolpitis
sehr häufig Hinweis auf ein Karzinom
im Genitalbereich ist, muss sie immer
zeitnah gynäkologisch abgeklärt werden
[8].
Diagnosesicherung: am besten in
einer Spezialsprechstunde
Unklare Vulvabefunde sollten am besten
in Vulva- oder Dysplasie-Sprechstunden
abgeklärt werden, in denen eine Beurtei-
lung durch Experten und die histologi-
sche Diagnosesicherung mittels Stanzbi-
opsie erfolgen.
Wird ein Vulvakarzinom diagnosti-
ziert, sollte die operative Behandlung
ebenfalls in einem spezialisierten Zent-
rum erfolgen.
Auch bei höhergradigen Präkanzero-
sen sollte eine Laservaporisation bezie-
hungsweise die Exzision angestrebt wer-
den, da sie teilweise innerhalb weniger
Monate progredient und damit invasiv
werden können.
Therapeutische Möglichkeiten
Bei der Behandlung des Vulvakarzi-
noms steht die operative Sanierung im
Vordergrund. Wie ausgedehnt exzidiert
werden muss, hängt von der Größe und
Invasionstiefe ab. Ziel einer leitlinienge-
rechten Operation ist die In-sano-Re-
sektion mit gesundem Randsaum von
makroskopisch 10 mm und histologisch
mindestens 3 mm [9]. Neuere Untersu-
chungen bestätigen dies, indem sie ein
statistisch nicht signifikant kürzeres
Überleben bei ähnlich geringem tumor-
freiem Resektionsrand zeigen [10]. Au-
ßer bei Invasionstiefen von maximal
1 mm ist auch die inguinale Lymphono-
dektomie erforderlich, die bei Bedarf im
Sinne einer pelvinen Lymphonodekto-
mie erweitert werden kann [9].
Bei sehr fortgeschrittenen Befunden
kann eine primäre strahlentherapeuti-
sche Behandlung erwogen werden, die
in vielen Fällen mit einer Chemothera-
pie kombiniert wird. Zielgerichtete The-
rapien spielen eine (noch) untergeordne-
te Rolle [11, 12].
Engmaschige postoperative Wund-
kontrollen sind sehr wichtig, da sich ge-
rade bei älteren Frauen nach inguinaler
Lymphonodektomie häufig Wundhei-
lungsstörungen, meist im Sinne von teil-
weise rezidivierenden Serombildungen
oder Wunddehiszenzen, zeigen.
Neuere Alternative: Inguinale
Sentinellymphonodektomie
In der erst kürzlich überarbeiteten S2k-
Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft Gynä-
kologische Onkologie zur Therapie des
Abb. 1: Typischer Befund eines Vulvakarzi-
noms bei einer 73-jährigen Patientin.
©J.Jückstock
Abb. 2: Plastisch-rekonstruktive Operation; a) Präparation und Mobilisation nach Entfernung des Tumors; b) Wiederherstellung der
Anatomie; c) postoperatives Ergebnis
©S.Mahner
a b c
Im Focus Onkologie 2018; 21 (7-8) 19
Vulvakarzinoms ist die inguinale Senti-
nellymphonodektomie als Alternative
zur systematischen inguinalen Lympho-
nodektomie genannt [9].
In spezialisierten Zentren stellt sie
mittlerweile ein Standardverfahren dar
und kann nach ausführlicher Aufklä-
rung der Patientin bei kleinen Tumoren
(bis max. 4 cm Ausdehnung) mit kli-
nisch nicht suspekten Lymphknoten
durchgeführt werden. Untersuchungen
zeigen eine dadurch deutlich vermin-
derte postoperative Komplikationsrate
mit signifikant weniger Lymphödemen
[13].
Plastisch-rekonstruktive Verfahren
zur Vulvawiederherstellung
Auch hinsichtlich der Tumorresektion
wurden in den letzten Jahren weniger ra-
dikale Verfahren entwickelt, die bei glei-
cher onkologischer Sicherheit eine deut-
lich bessere Lebensqualität gewährleis-
ten [14]: So wird die radikale
Vulvektomie nur noch in weit fortge-
schrittenen Stadien empfohlen.
Mithilfe plastisch-rekonstruktiver
Verfahren, zum Beispiel durch gestielte
Lappenplastiken [7], gelingt es in vielen
Fällen, die Anatomie der Vulva wieder-
herzustellen (Abb. 2). Dies ist gerade bei
jüngeren Patientinnen von großer Wich-
tigkeit [15].
Um eine ausreichende operative
Qualität gewährleisten zu können, ist es
unerlässlich, dass gerade die neueren Ver-
fahren in einem darauf spezialisierten
Zentrum durchgeführt werden [9].
Literatur
1. Schubert-Fritschle G, Schlesinger-Raab A,
Engel J. Epidemiologie. In: Dannecker C
(Hrsg). Malignome der Vulva und Vagina:
Empfehlungen zu Diagnostik, Therapie und
Nachsorge. Manual Tumor Zentrum Mün-
chen. München, Wien, New York: Zuck-
schwerdt Verlag; 2011.
2. Robert-Koch-Institut. Krebs in Deutschland
2011/2012. 2015; Available from: http://
www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Pu-
blikationen/Krebs_in_Deutschland/
kid_2015/krebs_in_deutschland_2015.
pdf?__blob=publicationFile.
3. Mahner S et al. Adjuvant therapy in lymph
node-positive vulvar cancer: the AGO-
CaRE-1 study. J Natl Cancer Inst. 2015;107(3).
pii: dju426.
4. VulvaKarzinom-Selbshilfegruppe. Informa-
tionen zum Vulvakarzinom. In: Broschüre
VulvaKarzinom-Selbsthilfegruppe e.V. (Hrg).
Wilhelmshaven; 2016.
5. Kreienberg R, Digel S. Krebsvorsorgeunter-
suchungen bei älteren Patientinnen. Gynä-
kologe. 2005;38(12):1074-9.
6. Distler W, Kreienberg R. Altersgynäkologi-
sche Sprechstunde. Der Gynäkologe.
2006;39:373-8.
7. Hampl M, Janni W. Vulvakarzinom – Mög-
lichkeiten der sicheren, rekonstruktiven
Chirurgie. Gynäkologe. 2012;45(12):865-72.
8. Dannecker C, Friese K. Prävention des Endo-
metriumkarzinoms. Gynäkologe.
2008;41(7):508-12.
9. Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische On-
kologie (AGO) in der Deutschen Gesell-
schaft für Gynäkologie und Geburtshilfe
(DGGG) e.V. und der Deutschen Krebsge-
sellschaft (DKG) (Hrsg.). Diagnostik, Thera-
pie und Nachsorge des Vulvakarzinoms
und seiner Vorstufen (AWMF-Registernum-
mer 015/059, Leitlinienklasse S2k, Stand Au-
gust 2015, Version 1.2). 2015, Leitlinienkom-
mission der DGGG. http://www.awmf.org/
uploads/tx_szleitlinien/015-059l_S2k_Vul-
vakarzinom_und_Vorstufen_Diagnostik_
Therapie_2016-10.pdf
10. Woelber L et al. Role of tumour-free margin
distance for loco-regional control in vulvar
cancer-a subset analysis of the Arbeitsge-
meinschaft Gynakologische Onkologie
CaRE-1 multicenter study. Eur J Cancer.
2016;69:180-8.
11. Clancy AA et al. The forgotten woman’s
cancer: vulvar squamous cell carcinoma
(VSCC) and a targeted approach to therapy.
Ann Oncol. 2016;27(9):1696-705.
12. Mahner S et al. Systemic treatment of vulvar
cancer. Expert Rev Anticancer Ther. 2015;
15(6):629-37.
13. Johann S et al. Comparison of outcome and
recurrence-free survival after sentinel
lymph node biopsy and lymphadenectomy
in vulvar cancer. Gynecol Oncol.
2008;110(3):324-8.
14. Hantschmann P. Operative Therapie des
Vulvakarzinoms. Gynäkologe.
2009;42(4):275-81.
15. Grimm D et al. Sexual activity and function
after surgical treatment in patients with
(pre)invasive vulvar lesions. Support Care
Cancer. 2016;24(1):419-28.
Autoren
PD Dr. med. Julia Jückstock
Prof. Dr. med. Christian Dannecker
Prof. Dr. med. Julia Gallwas
Dr. med. Thomas Blankenstein
Prof. Dr. med. Sven Mahner
PD Dr. med. Julia Jückstock
Klinikum der Ludwig-Maximilians-
Universität München,
Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde
und Geburtshilfe,
Campus Innenstadt: Maistr. 11,
80337 München;
Campus Großhadern: Marchioninistr. 15,
81377 München
julia.jueckstock@med.uni-muenchen.de
Fazit für die Praxis
— Die Inzidenz des Vulvakarzinoms
nimmt mit steigendem Alter stetig
zu. Allerdings entwickeln zuneh-
mend auch jüngere Frauen ein Vul-
vakarzinom.
— Die Frühsymptome sind sehr unspe-
zifisch: Schmerzen, häufiger jedoch
Pruritus.
— Entscheidend für eine kurative The-
rapie ist die möglichst frühzeitige
Abklärung vorhandener Läsionen
mittels Stanzbiopsie, die Operation
in einem spezialisierten Zentrum und
eine engmaschige Nachsorge, an-
fangs alle drei Monate.
VulvaKarzinom-Selbsthilfegruppe
„Einem schweigenden Mund – ist nicht
zu helfen“, unter diesem Motto klärt die
VulvaKarzinom-Selbsthilfegruppe über
Früherkennung und Therapie des Vul-
vakarzinoms auf. Die Gruppe stellt aktu-
elle Informationen über die Erkrankung
in Zusammenarbeit mit Medizinern und
Fachorganisationen zur Verfügung und
möchte einen Ort des Erfahrungsaus-
tausches für Patientinnen und deren
Angehörigen schaffen.
Homepage:
http://vulvakarzinom-shg.de
Broschüre, erstellt unter Schirmherr-
schaft der Deutschen Krebsgesell-
schaft (DKG): http://
vulvakarzinom-
shg.de/board/content.
php?31-Broschuere-
Informationen-zum-
Vulvakarzinom
Gynäkoonkologie Fortbildung
20 Im Focus Onkologie 2018; 21 (7-8)
Update der S3-Leitlinie
Aktuelle Therapiestrategien beim
primären Mammakarzinom
Jasmin Festl, Achim Wöckel
In der aktualisierten S3-Leitlinie für die Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des
Mammakarzinoms von Dezember 2017 haben sich auch Neuerungen für die Behandlung des frühen
Brustkrebs' ergeben. So hat sich vor allem im Hinblick auf das operative Vorgehen die Radikalität
verringert. Die erweiterten Möglichkeiten der Bestrahlung und systemischen Therapie in der adjuvanten
Situation sind ebenfalls in die neuen Empfehlungen eingegangen.
J
ährlich erkranken in Deutschland rund 69.000 Frauen an
einem Mammakarzinom; eine von acht Frauen ist demnach
im Laufe ihres Lebens betroffen [1]. Damit ist das Mamma-
karzinom die häufigste Krebserkrankung der Frau. Dies erklärt
seine große Bedeutung für die Patientenversorgung. Wichtig ist
eine Behandlung in zertifizierten Brustzentren, um die leitlini-
engerechte Diagnostik und Therapie zu gewährleisten. Im De-
zember 2017 wurde die aktualisierte Version der S3-Leitlinie für
die Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des
Mammakarzinoms veröffentlicht [2]. Im Folgenden werden die
Neuerungen bezüglich der therapeutischen Schritte beim pri-
mären Mammakarzinom näher erläutert.
Operative Therapie
Brusterhaltende Behandlung
Indikationen zur brusterhaltenden Therapie des Mammakar-
zinoms sind:
—ein lokal begrenztes ductales Carcinoma in situ (DCIS),
—ein invasives Karzinom mit günstigem Verhältnis von
Tumorgröße zu Brustvolumen,
—ein invasives Karzinom mit intraduktaler Begleitkomponen-
te und freien Resektionsrändern.
Die brusterhaltende Therapie gilt heute als Standardeingriff so-
wohl beim invasiven Mammakarzinom als auch beim DCIS.
Seit Einführung der Sentinel-Node-Biopsie rückt die Axilladissektion bei Brustkrebspatientinnen immer mehr in den Hintergrund.
©JessicaBordeau/BSIP/mauritiusimages
Im Focus Onkologie 2018; 21 (7-8) 21
Gynäkoonkologie Zertifizierte Fortbildung
Dr. Hager 2018 Interview "Im Focus Onkologie"
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Dr. Hager 2018 Interview "Im Focus Onkologie"

  • 1. ASCO2018 Expertenverraten ihreHighlights FORTBILDUNGSMAGAZIN FÜR PERSONALISIERTE KREBSMEDIZIN Mammkarzinom: Das ändert sich durch das Leitlinien-Update Gynäkoonkologie 13 Zervixkarzinom besser offen operieren? // Bei Pruritus vulvae an Karzinom denken // HIPEC beim Ovarialkarzinom von Vorteil? MetastasiertesPankreaskarzinom: InnovativeTherapiestrategien//62 ASCO2018:Zytoreduktive Nephrektomieobsolet?//39 Endlichda!UpdatederS3-Leitlinie LungenkarzinomnachachtJahren //53 Juli 2018 | Jg. 21 | Nr. 7-8 www.springermedizin.de/im-focus-onkologie Im Focus Onkologie
  • 2. Duale HER2-Blockade. Starke Synergie. PERJETA® + Herceptin®. Jetzt neu in der Adjuvanz Für Patienten mit HER2-positivem frühem Mammakarzinom mit hohem Rezidivrisiko:* Wichtige Information zur Anwendung von Herceptin® und/oder Perjeta® bei Frauen im gebärfähigen Alter: • Die Gabe von Herceptin während der Schwangerschaft sollte vermieden werden, es sei denn, der potenzielle Nutzen für die Mutter überwiegt das potenzielle Risiko für den Fötus. Zur Anwendung von Herceptin bei Schwangeren liegen nur limitierte Daten vor und es konnte noch nicht nachgewiesen werden, dass die Anwendung von Herceptin während der Schwangerschaft und Stillzeit sicher ist. • Es liegen keine Daten zur Fertilität vor. • Nach der Markteinführung sind bei schwangeren Frauen, die mit Herceptin behandelt wurden, in Zusammenhang mit Oligohydramnien Fälle von Wachstumsstörungen der Niere und/oder Nierenfunktionsstörungen beim Fötus berichtet worden, von denen manche mit tödlich verlaufender pulmonaler Hypoplasie des Fötus einhergingen. • Führen Sie vor dem Beginn der Behandlung mit Herceptin einen Schwangerschaftstest durch. Frauen im gebärfähigen Alter sollten angewiesen werden, während der Behandlung mit Herceptin und für mindestens 7 Monate nach dem Ende der Behandlung, eine effiziente Kontrazeption durchzuführen. • Wenn eine Frau während der Behandlung mit Herceptin oder in den 7 Monaten danach schwanger wird, sollte eine engmaschige Überwachung - möglichst durch ein multidisziplinäresTeam und insbesondere auf das mögliche Auftreten einer Oligohydramnie - erfolgen. • Es ist nicht bekannt, ob Herceptin beim Menschen in die Milch übertritt. Da menschliches IgG1 jedoch in die Milch abgegeben wird und das Gefährdungspotenzial für den Säugling nicht bekannt ist, sollten Frauen während einerTherapie mit Herceptin und für 7 Monate nach der letzten Dosis nicht stillen. • PerjetasolltewährendderSchwangerschaftnichtangewendetwerden.ZurAnwendungvonPerjetabeiSchwangerenliegenlimitierteDatenvorundeskonntenochnichtnachgewiesenwerden,dassdieAnwendungvonPerjetawährendderSchwangerschaftundStillzeitsicherist. • Führen Sie vor dem Beginn der Behandlung mit Perjeta einen Schwangerschaftstest durch. Frauen im gebärfähigen Alter sollten während sie Perjeta erhalten und in den 6 Monaten nach der letzten Anwendung von Perjeta eine effiziente Kontrazeption durchführen. • Überwachen Sie Patientinnen, die während der Behandlung mit Perjeta oder in den 6 Monaten nach der letzten Anwendung von Perjeta schwanger werden, genau auf das mögliche Auftreten einer Oligohydramnie. • Melden Sie umgehend an die lokale Abteilung Arzneimittelsicherheit der Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen (grenzach.drug_safety@roche.com oder per Fax +49 7624 14 3183), wenn Perjeta während der Schwangerschaft angewendet wird oder wenn eine Patientin innerhalb von 6 Monaten nach der letzten Anwendung schwanger wird. • WährendeinerSchwangerschaftmiteinerExpositiongegenüberPerjetaundimerstenLebensjahrdesSäuglingswirdRochezusätzlicheInformationenanfordern.Dieswirddazubeitragen,dieSicherheitvonPerjetabesserzuverstehen,undermöglicht, den Gesundheitsbehörden, dem medizinischen Fachpersonal und den Patienten die entsprechende Information zurVerfügung zu stellen. Herceptin®150mg,PulverzurHerstellungeinesInfusionslösungskonzentrats.Wirkstoff:Trastuzumab.Zusammensetzung:EineDurchstechflascheenthält150mgTrastuzumab.SonstigeBestandteile:L-Histidinhydrochlorid-Monohydrat,L-Histidin,α,α-Trehalosedihydrat, Polysorbat 20. Anwendungsgebiete: Metastasierter Brustkrebs: Herceptin ist zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit HER2-positivem metastasiertem Brustkrebs indiziert: 1) als Monotherapie zur Behandlung von Patienten, die mindestens zwei Chemotherapieregime gegen ihre metastasierte Erkrankung erhalten haben. Die vorangegangene Chemotherapie muss mindestens ein Anthrazyklin und einTaxan enthalten haben, es sei denn, diese Behandlung ist für die Patienten nicht geeignet. Bei Patienten mit positivem Hormonrezeptor-Status muss eine Hormonbehandlung erfolglos gewesen sein, es sei denn, diese Behandlung ist für die Patienten nicht geeignet; 2) in Kombination mit Paclitaxel zur Behandlung von Patienten, die noch keine Chemotherapie gegen ihre metastasierte Erkrankung erhalten haben und für die ein Anthrazyklin ungeeignet ist; 3) in Kombination mit Docetaxel zur Behandlung von Patienten, die noch keine Chemotherapie gegen ihre metastasierte Erkrankung erhalten haben; 4) in Kombination mit einem Aromatasehemmer zur Behandlung von postmenopausalen Patienten mit Hormonrezeptor-positivem MBC, die noch nicht mitTrastuzumab behandelt wurden.BrustkrebsimFrühstadium: Herceptin ist zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit HER2-positivem Brustkrebs im Frühstadium indiziert: 1) nach einer Operation, Chemotherapie (neoadjuvant oder adjuvant) und Strahlentherapie (soweit zutreffend); 2) nach adjuvanter Chemotherapie mit Doxorubicin und Cyclophosphamid, in Kombination mit Paclitaxel oder Docetaxel; 3) in Kombination mit adjuvanter Chemotherapie mit Docetaxel und Carboplatin; 4) in Kombination mit neoadjuvanterChemotherapie,gefolgtvonadjuvanterTherapiemitHerceptin,beilokalfortgeschrittenem(einschließlichentzündlichem)BrustkrebsoderTumoren>2cmimDurchmesser.HerceptinistnurbeiPatientenmitmetastasiertemBrustkrebsoderBrustkrebsimFrühstadium anzuwenden, derenTumore entweder eine HER2-Überexpression oder eine HER2-Genamplifikation aufweisen, die durch eine genaue und validierte Untersuchung ermittelt wurde. Metastasiertes Magenkarzinom: Herceptin ist in Kombination mit Capecitabin oder 5-Fluorouracil und Cisplatin indiziert zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit HER2-positivem metastasiertem Adenokarzinom des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs, die bisher keine Krebstherapie gegen ihre metastasierte Erkrankung erhalten haben. Herceptin ist nur bei Pati- enten mit metastasiertem Magenkarzinom anzuwenden, derenTumore eine HER2-Überexpression, definiert durch ein IHC2+ und ein bestätigendes SISH- oder FISH-Ergebnis, oder durch ein IHC3+ Ergebnis, aufweisen. Hierfür sollten genaue und validierte Untersuchungsmethoden angewendet werden. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegenTrastuzumab, Mausproteine oder einen der genannten sonstigen Bestandteile. Schwere Ruhedyspnoe, die durch Komplikationen der fortgeschrittenen Krebserkrankung verursacht wird oder die eine unterstützende Sauerstofftherapiebenötigt.Nebenwirkungen:Infektion,Nasopharyngitis,febrileNeutropenie,Anämie,Neutropenie,Leukozytenzahlerniedrigt/Leukopenie,Thrombozytopenie,Gewichterniedrigt/Gewichtsverlust,Anorexie,Schlaflosigkeit,Tremor,Schwindelgefühl,Kopfschmerzen, Parästhesie,Geschmacksstörung,Konjunktivitis,verstärkteTränensekretion,Blutdruckerniedrigtodererhöht,Herzschlägeunregelmäßig,Palpitationen,Herzflattern,Auswurffraktionvermindert,Hitzewallung,Giemen(pfeifendesAtemgeräusch),Dyspnoe,Husten,Epistaxis,Rhinorrhoe, Diarrhö,Erbrechen,Übelkeit,geschwolleneLippen,Abdominalschmerz,Dyspepsie,Obstipation,Stomatitis,Erythem,Ausschlag,geschwollenesGesicht,Haarausfall,Nagelveränderungen,palmar-plantaresErythrodysästhesie-Syndrom(Hand-Fuß-Syndrom),Arthralgie,Muskelspannung, Myalgie, Asthenie, Schmerzen im Brustkorb, Schüttelfrost, Abgeschlagenheit, Grippe-ähnliche Symptome, infusionsbedingte Reaktion, Schmerzen, Fieber, Schleimhautentzündung, peripheres Ödem, neutropenische Sepsis, Zystitis, Herpes zoster, Influenza, Sinusitis, Hautinfektion, Rhinitis, Infektion der oberen Atemwege, Harnwegsinfektion, Erysipel, Cellulitis, Pharyngitis, Überempfindlichkeit, Angst, Depression, Denkstörungen, periphere Neuropathie, erhöhter Muskeltonus, Somnolenz, Ataxie, trockenes Auge, Herzinsuffizienz (kongestiv), supraventrikuläre Tachyarrhythmie, Kardiomyopathie, Hypotonie,Vasodilatation, Pneumonie, Asthma, Lungenerkrankung, Pleuraerguss, Hämorrhoiden, Mundtrockenheit, hepatozelluläreVerletzung, Hepatitis, Druckschmerz der Leber, Akne, trockene Haut, Ekchymose, Hyperhidrose, makulopapulöser Ausschlag,Pruritus,Onychoklasie,Dermatitis,Arthritis,Rückenschmerzen,Knochenschmerzen,Muskelspasmen,Nackenschmerzen,SchmerzenindenExtremitäten,Nierenerkrankung,Brustentzündung/Mastitis,Unwohlsein,Ödeme,Prellung,Sepsis,Taubheit,Perikarderguss,Urtikaria, Parese, Pneumonitis, Ikterus, Progression der malignenTumorerkrankung bzw.Tumorerkrankung, Hypoprothrombinämie, Immunthrombozytopenie, anaphylaktische Reaktion, anaphylaktischer Schock, Hyperkaliämie, Hirnödem, Papillenödem, Netzhautblutung, kardiogener Schock, Perikarditis, Bradykardie, Galopprhythmus vorhanden, Lungenfibrose, respiratorische Insuffizienz, Atemnot, Lungeninfiltration, akutes Lungenödem, akutes respiratorisches Distress-Syndrom, Bronchospasmus, Hypoxie, Sauerstoffsättigung erniedrigt, Kehlkopfödem, Orthopnoe, Lungenödem, interstitielle Lungenerkrankung, Leberversagen, Angioödem, membranöse Glomerulonephritis, Glomerulonephropathie, Nierenversagen, Oligohydramnie, Nierenhypoplasie, Lungenhypoplasie. Verschreibungspflichtig. Hinweise der Fachinformation beachten. Pharmazeutischer Unternehmer: Roche Registration GmbH, Grenzach-Wyhlen, DE.Weitere Informationen auf Anfrage erhältlich.Vertreter in Deutschland: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen. Stand der Information: April 2018. Perjeta®420mg,KonzentratzurHerstellungeinerInfusionslösung.Wirkstoff:Pertuzumab.Zusammensetzung:EineDurchstechflaschemit14mlKonzentratenthältinsgesamt420mgPertuzumabineinerKonzentrationvon30mg/ml.SonstigeBestandteile:Essigsäure99%, L-Histidin, Sucrose, Polysorbat 20,Wasser für Injektionszwecke. Anwendungsgebiete: BrustkrebsimFrühstadium(earlybreastcancer–EBC):Perjeta ist zur Anwendung in Kombination mitTrastuzumab und Chemotherapie indiziert zur: neoadjuvanten Behandlung von erwachsenen Patienten mit HER2-positivem lokal fortgeschrittenem, entzündlichem oder frühem Brustkrebs mit hohem Rezidivrisiko; adjuvanten Behandlung von erwachsenen Patienten mit HER2-positivem frühem Brustkrebs mit hohem Rezidivrisiko. Metastasierter Brustkrebs: Perjeta ist zur AnwendunginKombinationmitTrastuzumabundDocetaxelbeierwachsenenPatientenmitHER2-positivemmetastasiertemoderlokalrezidivierendem,inoperablemBrustkrebsindiziert,diezuvornochkeineanti-HER2-TherapieoderChemotherapiezurBehandlungihrermetastasierten Erkrankungerhaltenhaben.Gegenanzeigen:ÜberempfindlichkeitgegendenWirkstoffodereinendergenanntensonstigenBestandteile.Nebenwirkungen:Nasopharyngitis,febrileNeutropenie(einschl.NebenwirkungenmittödlichemAusgang),Neutropenie,Leukopenie,Anämie, Infusionsreaktion, verminderter Appetit, Schlaflosigkeit, periphere Neuropathie, Kopfschmerzen, Dysgeusie, periphere sensorische Neuropathie, Schwindel, Parästhesie, verstärkte Tränensekretion, Hitzewallungen, Husten, Epistaxis, Dyspnö, Diarrhö, Erbrechen, Stomatitis, Übelkeit, Obstipation, Dyspepsie, Abdominalschmerz, Alopezie, Ausschlag, Nagelveränderungen, Pruritus, trockene Haut, Myalgie, Arthralgie, Schmerz in den Extremitäten, Schleimhautentzündung, peripheres Ödem, Pyrexie, Fatigue, Asthenie, Paronychie, Infektion der oberen Atemwege, Überempfindlichkeit,ÜberempfindlichkeitgegenübereinemArzneimittel,linksventrikuläreDysfunktion,Schüttelfrost,Schmerzen,Ödeme,anaphylaktischeReaktion,kongestiveHerzinsuffizienz,interstitielleLungenerkrankung,Pleuraerguss,Zytokin-Freisetzungs-Syndrom.Verschreibungs- pflichtig.HinweisederFachinformationbeachten.PharmazeutischerUnternehmer:RocheRegistrationGmbH,Grenzach-Wyhlen,DE.WeitereInformationenaufAnfrageerhältlich.VertreterinDeutschland:RochePharmaAG,Grenzach-Wyhlen.StandderInformation:Mai2018. WENN AUS HOFFNUNG HEILUNG WERDEN KANN Nahezu 25% Risiko-Reduktion für Rezidiv oder Tod1, * PERJETA® + Herceptin® über 18 Zyklen unabhängig vom Zeitpunkt der OP2 * Patienten mit Nodal-positiver oder Hormonrezeptor-negativer Erkrankung 1 von Minckwitz G et al. N Engl J Med 2017; 377: 122 – 131. 2 Aktuelle Fachinformation PERJETA®. www.perjeta.de
  • 3. Prof. Dr. med. Ina Kopp Leiterin des AWMF-Instituts für Medizinisches Wissensmanagement „Die Medizinische Wissenschaft strebt nach kontinuierlicher Qualitäts- verbesserung durch evidenzbasierte, individualisierte Gesundheits- versorgung. Dazu muss sie sich systematisch mit Chancen und Risiken des digitalen Wandels befassen und ihn wissenschaftlich prägen.“ Die medizinische Wissenschaft benötigt eine digitale Agenda D igitale Lösungen für das Wissensmanage- ment sind längst in unser Alltagsleben ein- gezogen. Zu allgemeinen Fragen wie etwa der Verkehrslage nehmen wir gern Informationen von sprachgesteuerten Assistenten entgegen. Wir empfinden es als bequem, dass intelligente Suchma- schinen sich bei Internetrecherchen auf unsere per- sönlichen Erfahrungen und Informationsbedarfe einstellen. Wir schätzen die Rückmeldung von Vi- talitätssensoren zum Selbstmanagement unseres ge- sundheitlichen Status. Wir schauen überwältigt auf disruptive Innovationen im Bereich der Generie- rung und Verarbeitung von Daten (schneller, mehr, vielschichtiger) und hoffen auf Erkenntnisgewinne für uns und die Gesellschaft. Im Gesundheitswesen und in der medizinischen Forschungslandschaft ist der digitale Wandel un- übersehbar und vielfältig. Künstliche Intelligenz wird z.B. bereits eingesetzt, um Patienten zu triagie- ren, die über telemedizinische Portale Zugang zu ge- sundheitlicher Beratung und Versorgung suchen, um Experten bei der Auswertung bildgebender Diagnos- tik zu unterstützen sowie um methodische Qualität und Rezeption medizinischer Publikationen automa- tisiert zu bewerten. In der Chirurgie und Rehabilita- tion wird zunehmend Robotik eingesetzt. Per 3-D- Druck werden individualisierte Multipillen herge- stellt, die auch noch ihre adäquate Ingestion melden. Kenntnisse über die molekularen Prozesse des Le- bens im Rahmen von „Big Data“ versprechen eine goldene Zukunft für eine individualisierte Medizin. Unzweifelhaft kann der digitale Wandel im Gesundheitswesen potenziell zur Förderung der Autonomie von Bürgern und Patienten beitragen. Die realen Entwicklungen sind jedoch auch kritisch zu betrachten. Beispielsweise wurde die Frage, wie sich die Implementierung von intelligenten Such- maschinen im Internet auswirkt, bislang wenig beleuchtet. Fördern diese nicht potenziell, dass wir uns in einer Informationsblase bewegen, die kriti- sche Auffassungen ausblendet? Öffnung für digitales Wissen überfällig In diesem Zug erscheint es überfällig, dass die medi- zinische Wissenschaft sich den neuen Technologien zur Unterstützung der Generierung, Synthese, Dis- seminierung und Anwendung von Wissen für eine evidenzbasierte, individualisierte Gesundheitsver- sorgung öffnet. Dabei ist die Wissenschaft insbeson- dere gefragt, Chancen und Risiken der neuen Tech- nologien kritisch zu bewerten und auf dieser Grund- lage den digitalen Wandel wissenschaftlich zu prägen. Im Zentrum der Bewertung muss der Beweis stehen, dass neue Technologien patientenrelevanten Nutzen stiften. Dies kann aber nur dann erreicht werden, wenn sich künftige gesundheitspolitische Entschei- dungen an wissenschaftlichen Fakten orientieren. Die Medizinische Wissenschaft benötigt daher eine umfassende Agenda für Digital Science in der Medizin und fordert dazu Unterstützung seitens der Gesundheitspolitik. Ina Kopp ©RingfotoMarburg Ihr Fachgebiet im Fokus Auf Seite 5 und 7: der Inhalt gegliedert nach Fachgebieten Literatur auf einen Blick Auf Seite 9 und 11: die Übersicht über alle referierten Originalien Im Focus Onkologie 2018; 21 (7-8) 3 Editorial
  • 4. therapieren modulieren kontrollieren Teamverstärkung in der Behandlung des rezidivierten oder refraktären Mantelzell-Lymphoms1,2 Zugelassen beim MCL* *rezidiviertes oder refraktäres Mantelzell-Lymphom 1. Aktuelle REVLIMID® Fachinformation 2. Trneny M et al. Lenalidomide versus investigator’s choice in relapsed or refractory mantle cell lymphoma (MCL-002; SPRINT): a phase 2, randomised, multicentre trial. Lancet Oncol 2016;17(3):319–331. REVLIMID® 2,5mg / 5mg / 7,5mg / 10mg / 15mg / 20mg / 25mg Hartkapseln. Wirkstoff: Lenalidomid. Zusammensetzung: Jede Kapsel enth. 2,5mg / 5mg / 7,5mg / 10mg / 15mg / 20mg / 25mg Lenalidomid; sonst. Bestandteile: Kapselinhalt: Lactose, mikrokrist. Cellulose, Croscarmellose-Natrium, Magnesiumstearat; Kapselhülle: Gelatine, Titandioxid (E171), Indigocarmin (E132) (nur 2,5 / 10 / 15 / 20mg), Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E172) (nur 2,5 / 7,5 / 10 / 20mg); Drucktinte: Schellack, Propylenglycol, Kalium- hydroxid, Eisen(II,III)-oxid (E172). Anwendungsgebiete: Als Monotherapie für die Erhaltungstherapie v. erwachsenen Pat. mit neu diagnostiziertem multiplem Myelom nach einer autologen Stammzelltransplantation. Als Kombinationstherapie für die Behandl. v. erwachse- nen Pat. mit unbehandeltem multiplem Myelom, die nicht transplantierbar sind. In Komb. mit Dexamethason für die Behandl. d. multiplen Myeloms bei erwachsenen Pat., die mind. eine vorausgegangene Therapie erhalten haben. Als Monotherapie für die Behandl. v. er- wachsenen Pat. mit transfusionsabh. Anämie infolge myelodysplast. Syndrome mit Niedrig- o. Intermediär-1-Risiko in Verb. mit isolierter del(5q) als zytogenet. Anomalie, wenn andere Behandlungsopt. nicht ausreichend o. nicht angemessen sind (MDS). Als Monotherapie für die Behandl. v. erwachsenen Pat. mit rezidiviertem o. refraktärem Mantelzell-Lymphom (MCL). Gegenanzeigen: Schwangerschaft; gebärfähige Frauen, außer alle Bed. d. Schwangerschaftsverhütungsprogramms werden eingehalten; Überempf. gegen d. Wirkstoff o. einen d. sonst. Bestandteile. Nebenwirkungen: Sehr häufig: Leukopenie, Neutropenie, Thrombozytopenie, Anämie; Obstipation, Diarrhoe, Nausea, Hautrötung, Ekzem, Erbrechen, Muskelkrämpfe, Myalgie, Knochenschmerzen, Arthralgie, Fatigue, Ödeme einschl. periphere Ödeme; Fieber u. grippeart. Symptome; Parästhesie, Hyperästhesie, Schwindel, Tremor, Störung d. Geschmacksempfindung; Myokardinfarkt; Appetitlosigkeit; Hypokaliämie; venöse Thromboembolien, vorw. tiefe Venenthrombose u. Lungenembolie; Infektionen al- ler Art; Pneumonie, Infektion d. oberen Atemwege, Dyspnoe; verschwomm. Sehen; Katarakt; Nierenfunktionsstörungen; Vaskulitis; Diabetes; Kopfschmerzen; trockene Haut; Bauchschmerzen; Veränd. d. Stimmungslage, Schlafstörungen. Häufig: Sinusitis; Zahnfleischbluten, gastrointest. Blutungen (einschl. rektale Blutungen, Hämorrhoidalblutung, peptische Ulkusblutungen); Tumor-Flare-Reaktion; Hyper- o. Hypotonie, Bradykardie, Tachykardie, Arrhythmie; Hyperpigmentierung d. Haut; Ekzem, rissige Haut, Abschuppen o. Schälen d. Haut; Urti- karia, Pruritus, vermehrtes Schwitzen, Dehydrierung; Stomatitis, Mundtrockenheit, Dysphagie; Sodbrennen; Nierenversagen, Hämaturie; Herzinsuffizienz; erektile Dysfunkt.; Schlaganfall, Synkope; Muskelschwäche; Gelenkschwellung; Hypo-, Hyperthyreose, Hypoma- gnesiämie, -kalzämie, -phosphatämie; Depression; Taubheit; abnormale Leberwerte; Ataxie, Gleichgewichtsstörungen; Tinnitus; Eisenüberladung; Durst; Verwirrtheit; Zahnschmerzen; Gewichtsverlust. Gelegentlich: Intrakranielle Blutungen; Kreislaufstörungen; Verlust an Sehvermögen; Libidoverlust; erworbenes Fanconi-Syndrom; Colitis o. Typhlitis; renale Tubulusnekrose; Hautverfärbung, Lichtempfindlichkeitsreakt.; Basalzellkarzinom, Plattenepithelkarzinom d. Haut; allerg. Reaktion. Selten: Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epider- male Nekrolyse; Tumorlyse-Syndrom. Nicht bekannt: Pankreatitis; interstitielle Pneumonitis; akute Leberinsuffizienz, tox./zytolyt./cholestat. Hepatitis, gemischte zytolyt./cholestat. Hepatitis; seltene Fälle v. Rhabdomyolyse, einige wenn Lenalidomid mit einem Statin angewendet wurde; leukozytoklast. Vaskulitis; gastrointest. Perforation; Virusinfekt. (einschl. Reaktivierung v. Herpes-Zoster u. Hepatitis-B-Virus-Infekt.); Arzneimittelreakt. mit Eosinophilie u. system. Sympt.; Abstoßung eines transplant. soliden Organs Warnhinweise: Es ist zu erwarten, dass Lenalidomid dem ungeborenen Kind schadet. Bedingungen d. Schwangerschaftsverhütungsprogramms müssen erfüllt werden (männl. Pat.: Verwendung v. Kondomen; gebärf. Patien- tinnen: zuverl. Empfängnisverhütung; nicht-gebärf. Patientinnen: zuverl. Nachweis d. Nicht-Gebärfähigkeit). Stillen sollte während d. Behandl. abgebrochen werden. Erhöhtes Risiko f. venöse u. arterielle Thromboembolien. Pat. bzgl. sekundärer Primärma- lignome (SPM) sorgfältig überwachen. Regelm. Blutbildkontr. notwendig. Vorsicht bei Pat. mit eingeschr. Nierenfunkt. Engm. Überw. von Pat. mit anamnestisch bek. allerg. Reakt. unter Thalidomid. Lenalidomid wird nicht für die Behandl. v. MCL-Pat. mit hoher Tumorlast empf., wenn alternative Behandlungsopt. z.Verf. stehen. Pat. mit unbehandeltem MM sind auf ihre Eignung, eine Lenalidomid-Kombinationstherapie zu tolerieren, sorgfältig zu beurteilen. Enthält Lactose. Weitere wichtige Informationen entnehmen Sie der Zusammenfassung d. Merkmale d. Arzneimittels (Fachinformation). Darreichungsform u. Packungsgröße: REVLIMID® 2,5mg / 5mg / 7,5mg / 10mg / 15mg / 20mg / 25mg Hartkapseln – Packung mit 21 Hartkaps. (N1).REVLIMID® 2,5mg / 5mg / 10mg / 15mg Hartkapseln – Packung mit 7 Hartkaps.Verschreibungspflichtig. Pharmaz. Untern.:Celgene Europe Ltd.,1 Longwalk Road,Stockley Park,Uxbridge,UB11 1DB,Vereinigtes Königreich. Stand d. Inf.:April 2018
  • 5. Gynäkoonkologie 13 Primär inoperables Ovarialkarzinom: lokale Erhitzung von Vorteil? kommentiert von Fabian Trillsch, Alexander Burges und Sven Mahner 16 Weniger Zervixkarzinom-Vorstufen: Wirksamkeit der HPV-Impfung bestätigt 17 CIN2-Läsion? Da reicht womöglich aktive Überwachung aus Fortbildung 18 Vorsicht bei anhaltenden Beschwerden Pruritus vulvae kann auch ein Karzinom sein Julia Jückstock, Christian Dannecker, Julia Gallwas, Thomas Blankenstein, Sven Mahner CME – Zertifizierte Fortbildung 21 Update der S3-Leitlinie Aktuelle Therapiestrategien beim primären Mammakarzinom Jasmin Festl, Achim Wöckel Kongressbericht 30 Operatives Vorgehen bei Ovarial- und Zervixkarzinom auf dem Prüfstand – Sven Mahner und Fabian Trillsch berichten ihre Highlights vom ASCO 32 Wolfgang Janni zum ASCO 2018: CDK4/6-Inhibitoren bei Brustkrebs noch mehr im Therapiealltag angekommen Hämatoonkologie 33 Abbruch der TKI-Therapie bei CML auch im Zweitversuch sicher 34 AlloHCT als Postremissions-Strategie bei triple-negativer AML 34 B-ALL-Salvage: Vorteile für Immunkonjugat auch bei Älteren Uroonkologie 36 Noch zu selten Cisplatin beim fortgeschrittenen Urothelkarzinom kommentiert von Tilman Todenhöfer 38 Prostatakrebs: Chemo- plus Hormontherapie nicht für jeden Kongressbericht 39 Metastasiertes Nierenzellkarzinom: zytoreduktive Nephrektomie obsolet? – Highlights von Gunhild v. Amsberg und Carsten Bokemeyer zum ASCO Supportivtherapie 41 Nephrotoxizität von Cisplatin vorbeugen: Tut’s auch eine abgespeckte Hydrierung? 42 Cannabis: beliebte Substanz bei Krebspatienten Fortbildung 43 Individuelle Aspekte berücksichtigen Sozialmedizinische Beurteilung in der Uroonkologie Wilfried Hoffmann, Winfried Vahlensieck, Dirk-Henrik Zermann Pneumoonkologie 51 NSCLC: Langzeitdaten zu Nivolumab publiziert 52 Atypisches Ansprechen beim NSCLC richtig interpretieren Leitlinie im Fokus 53 S3-Leitlinie Lungenkarzinom aktualisiert Neuerungen bei Früherkennung, Staging und Chemotherapie Aktualisierungen und ein Gespräch mit Frank Griesinger 18 Pruritus vulvae Die Frühsymptome eines Vulvakarzinoms sind sehr unspezifisch, eines davon ist Juckreiz. Gerade wenn ältere Patientinnen davon berichten, sollten Sie hellhörig werden. 53 S3-Leitlinie Lungenkarzinom Die S3-Leitlinie zu Lungenkarzinomen wurde aktualisiert. Leitlinienkoordinator Frank Griesinger sieht die Fortschritte in der molekularen Diagnostik als einen wesentlichen Grund für das Update. Titel Gefärbte Aufnahme eines Rasterelektro- nenmikroskops von Ovarialkarzinom- zellen. Mehrere Beiträge zur Gynäko- onkologie finden Sie ab S. 13. ©teveGschmeissner/Science PhotoLibrary Rubriken 28 CME-Fragebogen 72 Quiz 78 Industrieforum 82 Impressum Gynäko- onkologie finden Sie ab S. 13. Gefärbte Aufnahme eines Rasterelektro- nenmikroskops von Ovarialkarzinom- zellen. Mehrere Beiträge zur onkologie finden Sie Inhalt Im Focus Onkologie 7–8 · 2018
  • 6. OPDIVO® 10 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung. Wirkstoff: Nivolumab. Sonst. Bestandteile: Natriumcitratdihydrat, Natriumchlorid, Mannitol, Pentetsäure, Polysorbat 80, Natriumhydroxid, Salzsäure und Wasser für Injektionszwecke. Anwendungsgebiete: Melanom: OPDIVO® ist als Monotherapie oder in Kombination mit Ipilimumab bei Erwachsenen für die Behandlung des fortgeschrittenen (nicht resezierbaren oder metastasierten) Melanoms indiziert. Im Vergleich zur Nivolumab Monotherapie wurde in der Kombination Nivolumab mit Ipilimumab nur bei Patienten mit niedriger Tumor PD-L1-Expression ein Anstieg des progressionsfreien Überlebens (PFS) und des Gesamtüberlebens (OS) gezeigt (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1). Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom (NSCLC): OPDIVO® ist als Monotherapie zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierten nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms nach vorheriger Chemotherapie bei Erwachsenen indiziert. Nierenzellkarzinom (RCC): OPDIVO® ist als Monotherapie bei Erwachsenen zur Behandlung des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms nach Vortherapie indiziert. Klassisches Hodgkin-Lymphom (cHL): OPDIVO® ist als Monotherapie zur Behandlung des rezidivierenden oder refraktären klassischen Hodgkin-Lymphoms bei Erwachsenen nach einer autologen Stammzelltransplantation (ASCT) und Behandlung mit Brentuximab Vedotin indiziert. Plattenepithelkarzinom des Kopf-Hals- Bereichs (SCCHN): OPDIVO® ist als Monotherapie zur Behandlung des Plattenepithelkarzinoms des Kopf-Hals-Bereichs bei Erwachsenen mit einer Progression während oder nach einer platinbasierten Therapie indiziert (siehe Abschnitt 5.1). Urothelkarzinom: OPDIVO® ist als Monotherapie zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen nicht resezierbaren oder metastasierten Urothelkarzinoms bei Erwachsenen nach Versagen einer vorherigen platinhaltigen Therapie indiziert. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Weitere Hinweise: Wenn Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab angewendet wird, lesen Sie vor Behandlungsbeginn die Fachinformation für Ipilimumab. Bei Anwendung von Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab wurden höhere Häufigkeiten von immunvermittelten Nebenwirkungen beobachtet als bei der Nivolumab-Monotherapie. Patienten sollten engmaschig überwacht werden (mindestens bis zu 5 Monate nach der letzten Dosis), da Nebenwirkungen unter Nivolumab oder Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab jederzeit während oder nach der Behandlung auftreten können. Nebenwirkungen: Sehr häufig: Nivolumab-Monotherapie: Neutropenie, Diarrhoe, Übelkeit, Hautausschlag, Juckreiz, Müdigkeit, AST-Anstieg, ALT-Anstieg, Anstieg der alkalischen Phosphatase, Lipase-Anstieg, Amylase-Anstieg, Hypokalziämie, Kreatinin-Anstieg, Hyperglykämie, Lymphopenie, Leukopenie, Thrombozytopenie, Anämie, Hyperkalziämie, Hyperkaliämie, Hypokaliämie, Hypomagnesiämie, Hyponatriämie. Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab: Hypothyreose, verminderter Appetit, Kopfschmerzen, Dyspnoe, Kolitis, Diarrhoe, Erbrechen, Übelkeit, Bauchschmerzen, Hautausschlag, Juckreiz, Arthralgie, Müdigkeit, Pyrexie, AST-Anstieg, ALT-Anstieg, Anstieg des Gesamt-Bilirubins, Anstieg der alkalischen Phosphatase, Lipase-Anstieg, Amylase-Anstieg, Kreatinin-Anstieg, Hyperglykämie, Hypoglykämie, Lymphopenie, Leukopenie, Neutropenie, Thrombozytopenie, Anämie, Hypokalziämie, Hyperkaliämie, Hypokaliämie, Hypomagnesiämie, Hyponatriämie. Häufig: Nivolumab-Monotherapie: Infektionen der oberen Atemwege, infusionsbedingte Reaktion, Hypersensibilität, Hypothyreose, Hyperthyreose, verminderter Appetit, periphere Neuropathie, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Hypertonie, Pneumonitis, Dyspnoe, Husten, Kolitis, Stomatitis, Erbrechen, Bauchschmerzen, Obstipation, trockener Mund, Vitiligo, trockene Haut, Erythem, Alopezie, Muskel- und Skelettschmerzen, Arthralgie, Pyrexie, Ödeme (einschließlich peripheres Ödem), Anstieg des Gesamt-Bilirubins, Hypoglykämie, Hypermagnesiämie, Hypernatriämie, Gewichtsverlust. Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab: Pneumonie, Infektionen der oberen Atemwege, Eosinophilie, infusionsbedingte Reaktion, Hypersensibilität, Nebenniereninsuffizienz, Hypophyseninsuffizienz, Hypophysitis, Hyperthyreose, Thyroiditis, Dehydrierung, Hepatitis, periphere Neuropathie, Schwindelgefühl, Uveitis, verschwommenes Sehen, Tachykardie, Hypertonie, Pneumonitis, Lungenembolie, Husten, Stomatitis, Pankreatitis, Obstipation, trockener Mund, Vitiligo, trockene Haut, Erythem, Alopezie, Urtikaria, Muskel- und Skelettschmerzen, Nierenversagen (einschließlich akutem Nierenversagen), Ödeme (einschließlich peripheres Ödem), Schmerzen, Hyperkalzämie, Hypermagnesiämie, Hypernatriämie, Gewichtsverlust. Gelegentlich: Nivolumab-Monotherapie: Pneumonie, Bronchitis, Nebenniereninsuffizienz, Hypophyseninsuffizienz, Hypophysitis, Thyroiditis, Diabetes mellitus, Dehydrierung, metabolische Azidose, Hepatitis, Polyneuropathie, autoimmune Neuropathie (einschließlich Gesichtsnerv- und Abduzensparese), Uveitis, verschwommenes Sehen, trockene Augen, Tachykardie, Pleuraerguss, Pankreatitis, Gastritis, Erythema multiforme, Psoriasis, Rosazea, Urtikaria, rheumatische Polymyalgie, Arthritis, tubulointerstitielle Nephritis, Nierenversagen (einschließlich akutem Nierenversagen), Schmerzen, Schmerzen in der Brust. Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab: Bronchitis, Sarkoidose, diabetische Ketoazidose, Diabetes mellitus, Guillain-Barré-Syndrom, Polyneuropathie, Neuritis, Peroneuslähmung, autoimmune Neuropathie (einschließlich Gesichtsnerv- und Abduzensparese), Enzephalitis, Arrhythmie (einschließlich ventrikulärer Arrhythmie), Vorhofflimmern, Myokarditis, Pleuraerguss, Darmperforation, Gastritis, Duodenitis, Psoriasis, Spondyloarthropathie, Sjögren-Syndrom, Arthritis, Myopathie, Myositis (einschließlich Polymyositis), Rhabdomyolyse, tubulointerstitielle Nephritis, Schmerzen in der Brust. Selten: Nivolumab-Monotherapie: Histiozytär nekrotisierende Lymphadenitis (Kikuchi-Lymphadenitis), Eosinophilie, anaphylaktische Reaktion, diabetische Ketoazidose, Cholestase, Guillain-Barré-Syndrom, Demyelinisierung, myasthenes Syndrom, Enzephalitis, Arrhythmie (einschließlich ventrikulärer Arrhythmie), Vorhofflimmern, Myokarditis, Vaskulitis, Lungeninfiltration, Zwölffingerdarmgeschwür, toxische epidermale Nekrolyse, Stevens-Johnson-Syndrom, Sjögren-Syndrom, Myopathie, Myositis (einschließlich Polymyositis), Rhabdomyolyse. Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab: Toxische epidermale Nekrolyse, Stevens-Johnson-Syndrom. Nicht Bekannt: Nivolumab-Monotherapie: Abstoßung eines soliden Organtransplantats, Vogt-Koyanagi- Harada-Syndrom. Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab: Abstoßung eines soliden Organtransplantats, Vogt-Koyanagi-Harada-Syndrom. Weitere Hinweise siehe Fachinformation. Verschreibungspflichtig. Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das nationale Meldesystem anzuzeigen. Pharmazeutischer Unternehmer: Bristol-Myers Squibb Pharma EEIG, Uxbridge Business Park, Sanderson Road, Uxbridge UB8 1DH, Vereinigtes Königreich. Stand des Textes: v10 aktuelle Fachinformation. 1. OPDIVO®-Fachinformation, aktueller Stand 2. Bristol-Myers Squibb, Data on File, wird auf Anfrage gerne zur Verfügung gestellt ©Bristol-MyersSquibb,04/2018.1506DE1801569-01 bms-onkologie.de OPDIVO® – der PD-1-Antikörper mit breiter Zulassung:* , 1 Bewährtem vertrauen. Perspektive geben. Bereits mehr als 20.000 Patienten in Deutschland behandelt2 * Details zu den Anwendungsgebieten finden Sie im untenstehenden Pflichttext und in der aktuellen OPDIVO®-Fachinformation. NSCLC Melanom Nierenzellkarzinom Kopf-Hals-Tumore Urothelkarzinom Klassisches Hodgkin-Lymphom Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung 10 mg/ml
  • 7. Kongressbericht 56 Therapieoptionen bei Lungentumoren: Gemeinsam sind sie stärker – Niels Reinmuth schildert seine Highlights vom ASCO 2018 Dermatoonkologie 58 Dermatologische Vorteile des Ehelebens 59 Fortgeschrittenes Melanom: Bessere Lebensqualität unter Pembrolizumab 59 Hedgehoginhibitor beim Basalzellkarzinom vorteilhaft Gastroonkologie 60 Neue Kombinationstherapie für das metastasierte Kolonkarzinom 61 Entwicklung für die Praxis: Biomarkertest für Antiangiogenese- Antikörper 61 Fortgeschrittenes HCC: Rolle der SIRT noch unklar Fortbildung 62 Innovative Strategien Neue Ansätze in der Therapie des metastasierten Pankreaskarzinoms C. Benedikt Westphalen, Volker Heinemann Kongressbericht 65 Florian Lordick zum ASCO 2018: Neuer Standard beim Pankreaskarzinom, kein Durchbruch bei Magenkarzinomen 66 Langzeitdaten bestätigen Standards bei Kolorektalkarzinomen – Sebastian Stintzing berichtet seine Highlights vom ASCO 2018 Neuroonkologie 67 Hirnmetastasen: Vorteil durch gezielte Bestrahlung der Resektionshöhle Kongressbericht 68 Testen, Impfen, Hemmen: Aktuelles aus der Neuroonkologie – Tobias Keßler und Wolfgang Wick berichten ihre Highlights vom ASCO 2018 Allgemeine Onkologie 70 Tests im Test: Depressionsscreenings 71 Chronische Erkrankungen als treibende Kraft für Krebs 71 Viele Tumorpatienten müssen unnötig Schmerzen erleiden Fortbildung 73 Psychosoziale Belastungsfaktoren Krebspatienten auch bei ihren Ängsten und Sorgen zur Seite stehen Praxis konkret 76 Folgen für den Arzt Rezepte gestohlen? Schadenersatz droht! 77 Patienten im Netz Offenheit zwischen Arzt und Patient hilft weiter Menschen, Ideen, Perspektiven 83 Wer ist Rachel Würstlein? 65 ASCO-Jahrestagung 2018 Jedes Jahr bringt die ASCO-Jahrestagung viele neue Daten mit sich. Da hilft es umso mehr, wenn Experten ihre persönlichen Highlights vorstellen, etwa Florian Lordick zu Pankreas- und Magenkarzinom. 73 Psychosoziale Belastung Krebspatienten und ihre Angehörigen können sich aus verschiedensten Gründen belastet fühlen. Kennen Behandler psychosoziale Belastungsfaktoren, hilft das ihnen und den Betroffenen. Wer ist ...? Was fasziniert Rachel Würstlein an ihrem Fachgebiet? Das und mehr erfah- ren Sie auf S. 83. Inhalt Im Focus Onkologie 7–8 · 2018
  • 8. Beim fortgeschrittenen Melanom mit BRAF-V600-Mutation1,2 Von der Kunst, Langzeitüberleben von Anfang an zu gestalten 3-Jahres-Überleben von 45% der 1st line Patienten, davon ist nahezu die Hälfte noch unter Therapie mit Tafinlar® + Mekinist®3 noch unter Therapie mit Tafinlar 1 Fachinformation Tafinlar® Oktober 2017. 2 Fachinformation Mekinist® Oktober 2017. 3 Robert C et al. ESMO 2016, Abstract #LBA40: „Three-Year Estimate of Overall Survival in COMBI-v, a Randomized Phase 3 Study Evaluating First-Line Dabrafenib + Trametinib in Patients With Unresectable or Metastatic BRAF V600E/K–Mutant Cutaneous Melanoma“. Tafinlar® 50 mg / - 75 mg Hartkapseln. Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Wirkstoff: Dabrafenib. Zusammensetzung: Eine 50 mg- bzw. 75 mg-Hartkapsel enthält 50 mg bzw. 75 mg Dabrafenib (als Dabrafenibmesilat). Sonstige Bestandteile: Kapselinhalt: Mikrokristalline Cellulose, Magnesiumstearat, hochdisperses Siliciumdioxid. Kapselhülle: Eisen(III)-oxid (E172), Titandioxid (E171), Hypromellose (E464). Drucktinte: Eisen(II,III)-oxid(E172),Schellack,Propylenglycol.Anwendungsgebiete:Melanom:AlsMonotherapieoderinKombinationmitTrametinibzurBehandlung v. erwachsenen Patienten mit nicht-resezierbarem od. metastasiertem Melanom mit einer BRAF-V600-Mutation. Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom (NSCLC): In Kombination mit Trametinib zur Behandlung v. erwachsenen Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom mit einer BRAF-V600-Mutation. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Schwangerschaft. Stillzeit. Pat. m. Melanom oder NSCLC v. BRAF-Wildtyp (Wirksamkeit u. Sicherheit nicht erwiesen). Nebenwirkungen: Monotherapie: Sehr häufig: Papillom. Vermind- erter Appetit. Kopfschmerzen. Husten. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall. Hyperkeratose, Haarausfall, Hautausschlag, palmar-plantares Erythrodysästhesie- Syndrom. Arthralgie, Myalgie, Schmerzen i. d. Extremitäten. Pyrexie, Fatigue, Schüttelfrost, Asthenie. Häufig: Plattenepithelkarzinom d. Haut, seborrhoische Keratose, Akrochordon (Saitenwarze), Basalzellkarzinom. Hypophosphatämie, Hyperglykämie. Verstopfung. Trockene Haut, Pruritus, aktinischeKeratose,Hautläsion,Erythem,Photosensitivitätsreaktion.GrippeartigeErkrankung.Gelegentlich:NeueprimäreMelanome.Überempfindlichkeit. Uveitis. Pankreatitis. Pannikulitis. (Akutes) Nierenversagen, Nephritis. Häufigkeit nicht bekannt: Weitere neue maligne Erkrankungen (insb. bei Vorliegen e. RAS-Mutation). Kombinationstherapie: Sehr häufig: Harnwegsinfekt, Nasopharyngitis. Neutropenie. Verminderter Appetit. Kopfschmerz, Schwindel. Bluthochdruck. Hämorrhagie. Husten. Bauchschmerzen, Verstopfung, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen. Trockene Haut, Juckreiz, Hautausschlag, Erythem. Arthralgie, Myalgie, Schmerzen i. d. Extremitäten, Muskelkrämpfe. Fatigue, Schüttelfrost, Asthenie, peripheres Ödem, Pyrexie. Anstieg d. ALT u. AST. Häufig: Zellulitis, Follikulitis, Nagelbettentzündung, pustulärer Hautausschlag. Kutanes Plattenepithelkarzinom, Papillom, seborrhoische Keratose. Anämie,Thrombozytopenie,Leukopenie.Dehydration,Hyponaträmie,Hypophosphatämie,Hyperglykämie.VerschwommenesSehen,Sehstörung.Verrin- gerteAuswurffraktion.NiedrigerBlutdruck,Lymphödem.Atemnot,Pneumonitis.Mundtrockenheit,Stomatitis.AkneiformeDermatitis,aktinischeKeratose, Nachtschweiß, Hyperkeratose, Haarausfall, palmar-plantares Erythrodysästhesie-Syndrom, Hautläsion, Hyperhidrose, Pannikulitis, Hautfissuren, Photo- sensitivitätsreaktion. Nierenversagen. Schleimhautentzündung, grippeartige Erkrankung, Gesichtsödem. Anstieg d. AP und CPK im Blut, Anstieg d. GGT. Gelegentlich: Neues primäres Melanom, Akrochordon (Saitenwarze). Überempfindlichkeit. Chorioretinopathie, Uveitis, Netzhautablösung, periorbitales Ödem.Bradykardie.Pankreatitis,GastrointestinalePerforation,Kolitis.Nephritis.Häufigkeitnichtbekannt:WeitereneuemaligneErkrankungen(insb.bei Vorliegene.RAS-Mutation).TiefeVenenthrombose(TVT)/Lungenembolie(LE).Myokarditis.Verschreibungspflichtig.WeitereHinweise:S.Fachinformation. Stand: Oktober 2017 (MS 11/17.10). Novartis Pharma GmbH, Roonstr. 25, 90429 Nürnberg. Tel.: (0911) 273-0, Fax: (0911) 273-12 653. www.novartis.de Mekinist® 0,5mg/-2mgFilmtabletten. ▼DiesesArzneimittelunterliegteinerzusätzlichenÜberwachung.Wirkstoff:Trametinib.Zusammensetzung:Eine0,5mg-bzw. 2mg-Filmtabletteenthält0,5mgbzw.2 mgTrametinib-Dimethylsulfoxid(1:1),entsprechend0,5mgbzw.2mgTrametinib.SonstigeBestandteile:Tablettenkern:Mannitol(E421), mikrokristallineCellulose(E460),Hypromellose(E464),Croscarmellose-Natrium(E468),Magnesiumstearat(E470b),Natriumdodecylsulfat,hochdispersesSiliciumdioxid(E551). Tabletten-Filmüberzug: Hypromellose (E464), Titandioxid (E171), Macrogol, zusätzl: Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2 O (E172) (für die 0,5 mg-Tabletten), Polysorbat 80 (E433) u. Eisen(III)-oxid(E172)(fürdie2 mg-Tabletten).Anwendungsgebiete:Melanom:AlsMonotherapieoderinKombinationmitDabrafenibzurBehandlungv.erwachsenenPatienten mit nicht-resezierbarem od. metastasiertem Melanom mit einer BRAF-V600-Mutation. Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom (NSCLC): In Kombination mit Dabrafenib zur Behandlungv.erwachsenenPatientenmitfortgeschrittenemnicht-kleinzelligemLungenkarzinommiteinerBRAF-V600-Mutation.Gegenanzeigen:Überempfindlichkeitgegenden Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Schwangerschaft. Stillzeit. Bei Anwend. in Kombination mit Dabrafenib: Pat. m. Melanom oder NSCLC v. BRAF-Wildtyp (Wirksamkeit u. Sicherheit nicht erwiesen). Nebenwirkungen: Monotherapie: Sehr häufig: Bluthochdruck, Hämorrhagie. Husten, Atemnot. Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Bauchschmerzen, Mundtrockenheit. Hautausschlag, akneiforme Dermatitis, trockene Haut, Juckreiz, Haarausfall. Fatigue, peripheres Ödem, Pyrexie. Anstieg derAST.Häufig:Follikulitis,Nagelbettentzündung,Zellulitis,pustulärerHautausschlag. Anämie.Überempfindlichkeit.Dehydratation.VerschwommenesSehen,periorbitalesÖdem, Sehstörung.LinksventrikuläreDysfunktion,verringerteAuswurffraktion,Bradykardie.Lymphödem.Pneumonitis.Stomatitis.Erythem,palmar-plantaresErythrodysästhesie-Syndrom, Hautfissuren, aufgesprungene Haut. Gesichtsödem, Schleimhautentzündung, Asthenie. Anstieg d. ALT, AP u. CPK im Blut. Gelegentlich: Chorioretinopathie, Papillenödem, Netzhautablösung, Netzhautvenenverschluss. Herzinsuffizienz. Interstitielle Lungenerkrankung. Gastrointestinale Perforation, Kolitis. Rhabdomyolyse. Häufigkeit nicht bekannt: Tiefe Venenthrombose (TVT)/Lungenembolie (LE). Kombinationstherapie: Sehr häufig: Harnwegsinfekt, Nasopharyngitis. Neutropenie. Verminderter Appetit. Kopfschmerz, Schwindel. Bluthochdruck, Hämorrhagie. Husten. Bauchschmerzen, Verstopfung, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen. Trockene Haut, Juckreiz, Hautausschlag, Erythem. Arthralgie, Myalgie, Schmerzen i. d. Extremitäten, Muskelkrämpfe. Fatigue, Schüttelfrost, Asthenie, peripheres Ödem, Pyrexie. Anstieg der ALT u. AST. Häufig: Zellulitis, Follikulitis, Nagelbettentzündung, pustulärer Hautausschlag. Kutanes Plattenepithelkarzinom, Papillom, seborrhoische Keratose. Anämie, Thrombozytopenie, Leukopenie. Dehydration, Hyponaträmie, Hypophosphatämie, Hyperglykämie. Verschwommenes Sehen, Sehstörung. Verringerte Auswurffraktion. Niedriger Blutdruck, Lymphödem.Atemnot,Pneumonitis.Mundtrockenheit,Stomatitis.AkneiformeDermatitis,aktinischeKeratose,Nachtschweiß,Hyperkeratose,Haarausfall,palmar-plantares Erythrodysästhesie-Syndrom, Hautläsion, Hyperhidrose, Pannikulitis, Hautfissuren, Photosensitivitätsreaktion. Nierenversagen. Schleimhautentzündung, grippeartige Erkrankung, Gesichtsödem. Anstieg der AP und CPK im Blut, Anstieg der GGT. Gelegentlich: Neues primäres Melanom, Akrochordon (Saitenwarze). Überempfindlichkeit. Chorioretinopathie, Uveitis, Netzhautablösung, periorbitales Ödem. Bradykardie. Pankreatitis, gastrointestinale Perforation, Kolitis. Nephritis. Häufigkeit nicht bekannt: Myokarditis. Weitere neue maligne Erkrankungen (insb. bei Vorliegen einer RAS-Mutation). TVT/LE. Verschreibungspflichtig. Weitere Hinweise: Siehe Fachinformation. Stand: April 2018 (MS 04/18.9). Novartis Pharma GmbH, Roonstr. 25, 90429 Nürnberg. Tel.: (0911) 273-0, Fax: (0911) 273-12 653. www.novartis.de
  • 9. Literatur auf einen Blick – internationale Studien für Sie gelesen und kommentiert Gynäkoonkologie 13 — van Driel WJ et al. Hyperthermic Intraperitoneal Chemothera- py in Ovarian Cancer. N Engl J Med. 2018;378(3):230-40. kommentiert von PD Dr. med. Fabian Trillsch, Dr. med. Alexander Burges, Prof. Dr. med. Sven Mahner, München 16 — Arbyn M et al. Prophylactic vaccination against human papillo- maviruses to prevent cervical cancer and its precursor. Cochrane Database Syst Rev. 2018; 5. pii: CD009069. https:// doi.org/10.1002/14651858.CD009069.pub3. 17 — Tainio K et al. Clinical course of untreated cervical intraepitheli- al neoplasia grade 2 under active surveillance: systematic re- view and meta-analysis. BMJ. 2018;360:k499. DOI: http://dx. doi.org/10.1136/bmj.k499 Hämatoonkologie 33 — Legros L et al. Second tyrosine kinase inhibitor discontinuation attempt in patients with chronic myeloid leukemia. Cancer. 2017;123(22):4403-10. 34 — Heidrich K et al. Allogeneic hematopoietic cell transplantation in intermediate risk acute myeloid leukemia negative for FLT3- ITD, NPM1- or biallelic CEBPA mutations. Ann Oncol. 2017;28(11):2793-8. — Jabbour EJ et al. Efficacy and safety analysis by age cohort of inotuzumab ozogamicin in patients with relapsed or refracto- ry acute lymploblastic leukemia enrolled in INO-VATE. Cancer. 2018;124(8):1722-32. Uroonkologie 36 — Bamias A et al. Impact of contemporary patterns of chemo- therapy utilization on survival in patients with advanced cancer of the urinary tract: a retrospective international study of invasive/advanced cancer of the urothelium (RISC). Ann Oncol. 2018;29(2):361-9. kommentiert von PD Dr. med. Tilman Todenhöfer, Tübingen — Kyriakopoulos CE et al. Chemohormonal Therapy in Metastatic Hormone-Sensitive Prostate Cancer: Long-Term Survival Anal- ysis of the Randomized Phase III E3805 CHAARTED Trial. J Clin Oncol. 2018;36(11):1080-7. Supportivtherapie 41 — Tanaka M et al. Reduction in nephrotoxicities using short hy- dration for chemotherapy containing cisplatin: a consecutive analysis of 467 patients with thoracic malignancies. ESMO Open. 2018 May 5;3(4):e000342. 42 — Pergam SA et al. Cannabis Use Among Patients at a Compre- hensive Cancer Center in a State With Legalized Medicinal and Recreational Use. Cancer. 2017;123(22):4488-97. Pneumoonkologie 51 — Vokes EE et al. Nivolumab versus docetaxel in previously treat- ed advanced non-small-cell lung cancer (CheckMate 017 and CheckMate 057): 3-year update and outcomes in patients with liver metastases. Ann Oncol. 2018;29(4):959-65. 52 — Tazdait M et al. Patterns of responses in metastatic NSCLC during PD-1 or PDL-1 inhibitor therapy: Comparison of RECIST 1.1, irRECIST and iRECIST criteria. Eur J Cancer. 2018;88:38-47. Prof. Dr. med. Heike Allgayer Abteilung für Experimentelle Chirurgie, Universitätsklinikum Mannheim Prof. Dr. med. Monika Engelhardt Klinik für Innere Medizin I, Hämatologie, Onkologie und SZT, Uniklinikum Freiburg Prof. Dr. med. Otto Kloke Klinik für Onkologie, Hämatologie und Palliativmedizin, Knappschaftskranken- haus, Recklinghausen Prof. Dr. med. Diana Lüftner Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Hämatologie, Onkologie und Tumor- immunologie, Charité – Universitäts- medizin Berlin Prof. Dr. med. Peter Mallmann Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Universität Köln Prof. Dr. med. Christian Manegold Interdisziplinäres Tumorzentrum Mann- heim, Universitätsklinikum Mannheim Prof. Dr. med. Günter Schlimok ehem. Chefarzt der II. Medizinischen Klinik, Zentralklinikum Augsburg Prof. Dr. med. Heinrich M. Seegenschmiedt Strahlenzentrum Hamburg Dr. med. Thomas Schneider Strahlenzentrum Hamburg Dr. med. Rachel Würstlein Klinikum der Universität München, Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Dr. med. Jörg S. Zimmermann Arzt für Strahlentherapie, Praxis für Brachytherapie, Praxiszentrum Alstertal, Hamburg Diese Beiratsmitglieder unterstützen die Redaktion von Im Focus Onkologie in der Studienauswahl: Inhalt Im Focus Onkologie 7–8 · 2018 Im Focus Onkologie 2018; 21 (7-8) 9
  • 10. 1. Fachinformation TAGRISSO® , Stand Juni 2018. 2. Soria JC et al. N Engl J Med 2018; 378(2): 113–125. TAGRISSO® 40 mg und TAGRISSO® 80 mg Filmtabletten Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden. Wirkstoff: Osimertinib. Verschreibungspflichtig. Zusammensetzung: TAGRISSO® 40 mg: Jede Tablette enthält 40 mg Osimertinib (als Mesilat). TAGRISSO® 80 mg: Jede Tablette enthält 80 mg Osimertinib (als Mesilat). Sonstige Bestandteile: Tablettenkern: Mannitol (Ph.Eur.), Mikrokristalline Cellulose, Hyprolose (5,0-16,0 %) (E463), Natriumstearylfumarat (Ph. Eur.). Tablettenhülle: Poly(vinylalkohol), Titandioxid (E171), Macrogol (3350), Talkum, Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2 O (E172), Eisen(III)-oxid (E172), Eisen(II,III)-oxid (E172). Anwendungsgebiet: TAGRISSO® ist als Monotherapie angezeigt zur: • Erstlinientherapie von erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem, nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) mit aktivierenden Mutationen des epider- malen Wachstumsfaktor Rezeptors (Epidermal Growth Factor Receptor, EGFR). • Behandlung von erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem EGFR-T790M-mutationspositivem NSCLC. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Johanniskraut darf nicht zusammen mit TAGRISSO® angewendet werden. Nebenwirkungen: Sehr häufig: Diarrhö, Stomatitis, Hautausschlag, trockene Haut, Paronychie; Pruritus, verminderte Thrombozytenzahl, verminderte Leukozytenzahl, verminderte Lymphozytenzahl, verminderte Neutro- philenzahl. Häufig: Interstitielle Lungenerkrankung. Gelegentlich: Keratitis, QTc-Intervall-Verlängerung. Weitere Hinweise: siehe Fachinformation. Pharmazeutischer Unternehmer: AstraZeneca GmbH; 22876 Wedel, E-Mail: azinfo@astrazeneca.com, www.astrazeneca.de, Servicehotline für Produktanfragen: 0800 22 88 660. Stand: Juni 2018. DE-14879/18 DE-15035/18 EIN NEUER STANDARD FÜR DIE ERSTLINIENTHERAPIE BEIM FORTGESCHRITTENEN NSCLC MIT EGFR-MUTATION TAGRISSO® IST ALS MONOTHERAPIE ZUGELASSEN FÜR: • die Erstlinienbehandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierten NSCLC mit aktivierenden Mutationen des EGFR • die Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierten NSCLC mit EGFR-T790M-Mutation JETZT NEU ZUGELASSEN FÜR DIE ERSTLINIENTHERAPIE DES EGFR-MUTIERTEN NSCLC FIRST-LINE TAGRISSO® HERAUSRAGENDE WIRKSAMKEIT 18,9 vs.10,2 Monate medianes PFS im EGFR-TKI-Vergleichsarm (HR = 0,46; p < 0,0001) in der FLAURA-Studie1,2
  • 11. Dermatoonkologie 58 — Sharon C E et al. Association of Marital Status With T Stage at Presentation and Management of Early-Stage Melanoma. JAMA Dermatol. 2018;154(5):574-80. 59 — Petrella TM et al. Patient-reported outcomes in KEYNOTE-006, a randomised study of pembrolizumab versus ipilimumab in patients with advanced melanoma. Eur J Cancer. 2017;86:115- 124. — Basset-Séguin N et al. Vismodegib in patients with advanced basal cell carcinoma: Primary analysis of STEVIE, an interna- tional, open-label trial. Eur J Cancer. 2017;86:334-48. Gastroonkologie 60 — Overman MJ et al. Durable Clinical Benefit With Nivolumab Plus Ipilimumab in DNA Mismatch Repair–Deficient/Microsat- ellite Instability–High Metastatic Colorectal Cancer. J Clin On- col. 2018;36(8):773-9. 61 — Tabernero J et al. Analysis of Angiogenesis Biomarkers for Ra- mucirumab Efficacy in Patients with Metastatic Colorectal Cancer from RAISE, a Global, Randomized, Double-Blind, Phase III Study. Ann Oncol. 2018;29(3):602-9. — Vilgrain V et al. Efficacy and safety of selective internal radio- therapy with yttrium-90 resin microspheres compared with sorafenib in locally advanced and inoperable hepatocellular carcinoma (SARAH): an open-label randomised controlled phase 3 trial. Lancet Oncol. 2017;18(12):1624-36. Neuroonkologie 67 — Brown PD et al. Postoperative stereotactic radiosurgery com- pared with whole brain radiotherapy for resected metastatic brain disease (NCCTG N107C/CEC•3): a multicentre, ran- domised, controlled, phase 3 trial. Lancet Oncol. 2017;18(8):1049-60. Allgemeine Onkologie 70 — Hartung TJ et al. The Hospital Anxiety and Depression Scale (HADS) and the 9-Item Patient Health Questionnaire (PHQ-9) as Screening Instruments for Depression in Patients With Can- cer. Cancer. 2017;123(21):4236-43. 71 — Tu H et al. Cancer risk associated with chronic diseases and dis- ease markers: prospective cohort study. BMJ. 2018;360:k134. — Überall MA, Müller-Schwefe GHH. Status quo der Behandlung tumorbedingter Dauer- und Durchbruchschmerzen in Deutschland. Schmerzmedizin. 2018;34(2):38-48. Inhalt Im Focus Onkologie 7–8 · 2018 Im Focus Onkologie 2018; 21 (7-8) 11
  • 12. Melanoma NSCLCb cHLc Urothel- karzinom JETZT NEU MSD SHARP & DOHME GMBH, Lindenplatz 1, 85540 Haar, www.msd.de ONCO-1190862-000501/18 KEYTRUDA® ist angezeigt: a als Monotherapie zur Behandlung des fortgeschrittenen (nicht resezierbaren oder metastasierenden) Melanoms bei Erwachsenen. Lungenkarzinoms (NSCLC) mit PD-L1 exprimierenden Tumoren (Tumor Proportion Score [TPS] ≥ 50 %) ohne EGFR- oder ALK-positive Tumormutationen bei Erwachsenen oder als Monotherapie zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden NSCLC mit PD-L1 exprimierenden Tumoren (TPS≥ 1 %) nach vorheriger Chemotherapie bei Erwachsenen. Patienten mit EGFR- oder ALK-positiven Tumormutationen sollten vor der Therapie mit KEYTRUDA Therapie erhalten haben. c als Monotherapie zur Behandlung des rezidivierenden oder refraktären klassischen Hodgkin-Lymphoms (HL) bei Erwachsenen nach Versagen einer autologen Stammzelltransplantation (auto-SZT) und einer Behandlung mit Brentuximab Vedotin (BV), oder nach Versagen einer Behandlung mit BV, wenn eine auto-SZT nicht in Frage kommt. Therapie bei Erwachsenen oder als Monotherapie zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden Urothelkarzinoms bei Erwachsenen, die nicht für eine Cisplatin-basierte Therapie geeignet sind. PD-1: programmiertes Zelltod-Protein 1 (programmed cell death protein 1); PD-L1: programmierter Zelltod-Ligand 1 (programmed cell death ligand 1); ALK: anaplastische Lymphomkinase (anaplastic lymphoma kinase), EGFR: epidermaler Wachstumsfaktorrezeptor (epidermal growth factor receptor). KEYTRUDA® 50 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung; KEYTRUDA® 25 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung Wirkstoff: Pembrolizumab Zus.: Arzneil. wirks. Bestandt.: -50 mg Pulver: 1 Durchstechfl. enth. 50 mg Pembrolizumab. Nach Rekonstitution enth. 1 ml Konzentrat 25 mg Pembrolizumab. -25 mg/ml Konzentrat: 1 Durchstechfl. (4 ml) enth. 100 mg Pembro- lizumab. 1 ml Konzentrat enth. 25 mg Pembrolizumab. Sonst. Bestandt.: L-Histidin, L-Histidinhydrochlorid-Monohydrat, Sucrose, Polysorbat 80. -25mg/ml Konzentrat zusätzl.: Wasser für Injekt.-zwecke. Anw.: Als Monother. zur Behandl. d. fortgeschrittenen (nicht resezierbaren od. metastasierenden) Melanoms b. Erw. Als Monother. zur Erstlinienbehandl. d. metastasierenden nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) mit PD-L1 exprimierenden Tumoren (TPS ≥ 50 %) ohne EGFR- od. ALK-pos. Tumormutati- onen b. Erw. Als Monother. zur Behandl. d. lokal fortgeschrittenen od. metastasierenden NSCLC mit PD-L1 exprimierenden Tumoren (TPS ≥ 1 %) nach vorheriger Chemother. b. Erw. Pat. mit EGFR- od. ALK-pos. Tumormutationen sollten vor Ther. ebenfalls eine auf diese Mutationen zielgericht. Ther. erhalten haben. Als Monother. zur Behandl. d. rezidivierenden od. refraktären klassischen Hodgkin-Lymphoms (HL) b. Erw. nach Versagen einer autologen Stammzelltransplantation (auto-SZT) u. einer Behandl. mit Brentuximab Vedotin (BV), od. nach Versagen einer Behandl. mit BV, wenn eine auto-SZT nicht in Frage kommt. Als Monother. zur Behandl. d. lokal fortgeschrittenen od. metastasierenden Urothelkarzinoms nach vorheriger Platin-basierter Ther. b. Erw. Als Monother. zur Behandl. d. lokal fortgeschrittenen od. metastasierenden Urothelkarzinoms bei Erw., die nicht für e. Cisplatin-basierte Ther. geeignet sind. Gegenanz.: Überempf.-keit gg. d. Wirkstoff od. e. d. sonst. Bestandt. Stillzeit. Vorsicht bei: Schwe- rer Einschränk. d. Nierenfunkt.; moderater od. schwerer Einschränk. d. Leberfunkt. Melanom d. Auges. Anamnest. bek. immunvermittelte Myokarditis. Behandl. nach Risikoabwägung b. Pat. mit: akt. ZNS-Metastasen; ECOG-Performance-Status ≥ 2 (außer bei Urothelkarzinom); HIV-, HBV- od. HCV-Infekt.; akt., system. Autoimmunerkrank.; interstit. Lungenkrankh.; einer früheren Pneumonitis, d. system. Kortikoidbehandl. erforderte, od. schwerer Überempf.-keit gg. e. and. monoklonalen Antikörper in d. Anamnese; laufender Ther. mit Immunsuppressiva; schweren immunvermittelten Nebenw. unter Ipilimumab in d. Anamnese (jegliche Grad 4 od. Grad 3 Toxizität), d. eine Kortikosteroid-Behandl. über mehr als 12 Wo. erforderte (mehr als 10 mg/Tag Prednison od. Äqui- valent in entspr. Dosierung); aktiv. Infekt.-erkrank.; Pat., d. unter vorhergeh. Krebsbehandl. mit immunstimulierenden Arzneim. schwere od. lebensbedrohl. Nebenw. d. Haut hatten; Pat., d. ein solides Organtransplantat empfangen haben; Nicht empf.: Schwangerschaft (Anw. nur, wenn klinisch erforderl.). Zusätzl. bei klass. HL: Pat. ≥ 65 J. Pat. m. rezidivierendem od. refraktärem klassischen HL, für die aus and. Gründen als dem Versagen einer Salvage-Chemother. eine auto-SZT nicht in Frage kommt. Zusätzl. bei Urothelkarzinom n. vorh. Platin-basierter Ther.: Pat. m. schlechterer Prognose u./od. aggressiv. Krankheitsverl. Zusätzl. bei Pat. m. Urothelkarzinom d. nicht f. Cisplatin-basierte Ther. geeignet sind: gebrechliche Pat. (z. B. ECOG-Performance-Status 3). Nebenw.: Sehr häufig: Diarrhö; Übelk. Hautausschl. (erythemat., follikul., general., makulärer, makulo-papulöser, papulöser, juck., vesikul. sowie genital. Hautausschl.); Pruritus (Urtikaria, papul. Urtikaria, general. sowie genital. Pruritus). Müdigk./Erschöpf. Häufig: Anämie. Infusionsbedingte Reakt. (Überempf.-keit gg. d. Arzneim., anaphylakt. Reakt., Überempf.-keit u. „Cytokine-Release-Syndrom“ [Zytokinfreisetzung-Syndrom]). Hyperthyreose (m. bleib. Folgeschäden b. 1 Pat.); Hypothyreose (m. bleib. Folge- schäden b. 6 Pat.) (Myxödem). Vermind. Appetit. Kopfschm.; Schwindelgef.; Dysgeusie. Pneumonitis (interstit. Lungenkrank.) (mit bleib. Folgeschäden b. 1 Pat. od. mit teils tödl. Ausgang); Dyspnoe; Husten. Kolitis (mikroskop. Kolitis u. Enterokolitis); Erbr.; Abdominalschm. (Abdominalbeschw., Oberbauch- u. Unterbauchschm.); Obstipat.; Mundtrockenh. Schwere Hautreakt. (exfoliativ. Dermatitis, Erythema multiforme, exfoliativ. Hautausschl., Pemphigoid sowie folg. Grad ≥ 3 Nebenw.: Pruritus, Hautausschl., general. Hautausschl. u. makulo-papulöser Hautausschl., psoriasiforme Dermatitis, generalis. Pruritus); Vitiligo (Hautdepigmentier., Hauthypopigmentier. sowie Hypopigmentier. d. Augenlids); trock. Haut; Erythem. Arthralgie; Myositis (Myalgie, Myopathie, Polymyalgia rheumatica u. Rhabdomyolyse); muskuloskelett. Schm. (muskuloskelett. Beschw., Rückenschm., muskuloskelett. Steifheit, muskuloskelett. Brustschm. sowie Torticollis); Arthritis (Gelenkschwellung, Polyarthritis sowie Gelenkerguss); Schm. in d. Extremitäten. Asthenie; Ödeme (periphere Ödeme, generalisierte Ödeme, Überwässerung, Flüssigkeitsretention, Augenlid- u. Lippenödeme, Gesichtsödeme, lokalisierte Ödeme sowie periorbitale Ödeme); Fieber; grippeähnl. Erkrank.; Schüttelfrost. Erhöh. Werte von: ALT, AST, alkal. Phosphatase im Blut, Kreatinin im Blut. Gelegentl.: Neutropenie; Thrombozytopenie; Leukopenie; Lymphopenie; Eosinophilie. Hypophysitis (m. bleib. Folgeschäden b. 2 Pat.) (Hypophysenunterfunkt.); Nebenniereninsuff.; Thyreoi- ditis. Typ-1-Diabetes mellitus (diabetische Ketoazidose); Hyponatriämie; Hypokaliämie; Hypokalzämie. Schlaflosigk. Epilepsie; Lethargie; periph. Neuropathie. Uveitis (Iritis u. Iridozyklitis); trock. Augen. Myokarditis. Hypertonie. Pankreatitis (autoimmune Pankreatitis u. akute Pankreatitis). Hepatitis (autoimmune Hepatitis u. arzneimittelinduz. Leberschädig.). Lichenoide Keratose (Lichen planus u. Lichen sclerosus); Psoriasis; Alopezie; Dermatitis; akneiforme Dermatitis; Ekzem; Änderungen d. Haarfarbe; Papeln. Tendosynovitis (Tendonitis, Synovitis sowie Sehnenschm.). Nephritis (autoimmune Nephritis, tubulointerstit. Nephritis u. Nierenversagen od. akutes Nierenversagen mit Anzeichen einer Nephritis, nephrot. Syndr.). Erhöh. Werte von: Bilirubin im Blut, Amylase; Hyperkalzämie. Selten: Immunthrombozytopen. Purpura; hämolyt. Anämie. Sarkoidose. Guillain-Barré-Syndrom; Myasthenie-Syndrom. Dünndarmperforation. TEN (auch tödl. Ausgang); SJS (auch tödl. Ausgang); Erythema nodosum. Nicht bekannt: Abstoßung eines soliden Organtransplantats. Zusätzl.: Fokale Krampfanfälle b. einem Pat. mit Entzündungsherden im Hirnparenchym. Ther.-bedingte Antikörper. Atypisches Ansprechen (im Sinne eines anfängl. vorübergeh. Tumorwachstums od. kleiner neuer Läsionen innerh. d. ersten wenigen Monate mit anschl. Tumorregression). Unter den immunvermittelten Nebenw. waren schwere Fälle u. Todesfälle. Immunvermittelte Nebenw. können gleichzeitig in mehr als einem Organsystem auftreten. Graft-versus-host-Krankheit (mit 1 Todesfall) u. schwere Lebervenenverschlusskrankheit (mit 1 Todesfall) als Komplikat. bei allogener HSZT bei klassischem HL. Warnhinw.: Zuverlässige Verhütungsmethode b. Frauen im gebärf. Alter währ. u. bis 4 Mon. nach Behandl.-ende. Bei allo-HSZT bei klassischem HL nach Ther. mit Pembrolizumab sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung. Hinw.: NSCLC-Pat. sollten für eine Behandl. aufgrund einer mittels eines validierten Tests bestätigten PD-L1-Expression d. Tumoren selektiert werden. KEYTRUDA muss als i.v.-Infusion über 30 min gegeben werden u. darf nicht als i.v. Druck- oder Bolusinjektion gege- ben werden. Verschreibungspflichtig. Stand: 08/2017 Bitte lesen Sie vor Verordnung von KEYTRUDA® die Fachinformation! Pharmazeutischer Unternehmer: Merck Sharp & Dohme Limited, Hertford Road, Hoddesdon, Hertfordshire EN11 9BU, Vereinigtes Königreich Lokaler Ansprechpartner: MSD SHARP & DOHME GMBH, Lindenplatz 1, 85540 Haar c Urothel- karzinomd als Monotherapie zur Behandlung des fortgeschrittenen (nicht resezierbaren oder metastasierenden) Melanoms bei Erwachsenen. b als Monotherapie zur Erstlinienbehandlung des metastasierenden nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) mit PD-L1 exprimierenden Tumoren (Tumor Proportion Score [TPS] ≥ 50 %) ohne EGFR- oder ALK-positive Tumormutationen bei Erwachsenen oder als Monotherapie zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden NSCLC mit PD-L1 exprimierenden Tumoren (TPS≥ 1 %) nach vorheriger Chemotherapie bei Erwachsenen. Patienten mit EGFR- oder ALK-positiven Tumormutationen sollten vor der Therapie mit KEYTRUDA® ebenfalls eine auf diese Mutationen zielgerichtete als Monotherapie zur Behandlung des rezidivierenden oder refraktären klassischen Hodgkin-Lymphoms (HL) bei Erwachsenen nach Versagen einer autologen Stammzelltransplantation (auto-SZT) und einer Behandlung mit Brentuximab Vedotin (BV), oder nach Versagen einer Behandlung mit BV, wenn eine auto-SZT nicht in Frage kommt. d als Monotherapie zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden Urothelkarzinoms nach vorheriger Platin-basierter Therapie bei Erwachsenen oder als Monotherapie zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden Urothelkarzinoms bei Erwachsenen, die nicht für eine Cisplatin-basierte Therapie geeignet sind. PD-1: programmiertes Zelltod-Protein 1 (programmed cell death protein 1); PD-L1: programmierter Zelltod-Ligand 1 (programmed cell death ligand 1); ALK: anaplastische Lymphomkinase (anaplastic lymphoma kinase), EGFR: epidermaler Wachstumsfaktorrezeptor (epidermal growth factor receptor). Melanoma ÜBERLEBENSERWARTUNG NEU DEFINIERT mit KEYTRUDA® in den folgenden zugelassenen Indikationen:
  • 13. Gynäkoonkologie 13 Primär inoperables Ovarialkarzinom: lokale Erhitzung von Vorteil? // 16 Weniger Zervixkarzinom-Vorstufen: Wirksamkeit der HPV-Impfung bestätigt // 17 CIN-2-Läsion: Da reicht womöglich aktive Überwachung aus // 18 Vorsicht bei anhaltenden Beschwerden – Pruritus vulvae kann auch ein Karzinom sein // 21 CME: Update der S3-Leitlinie – Aktuelle Therapiestrategien beim primären Mammakarzinom // 30 Expertenstatements zum ASCO 2018 Primär inoperables Ovarialkarzinom: lokale Erhitzung von Vorteil? Frauen mit primär inoperablem, fortgeschrittenem Ovarialkarzinom profitieren nach einer neoadjuvan- ten Chemotherapie und Operation von einer Hyperthermiebehandlung. Rezidivfreies und Gesamtüberleben werden durch diese verlängert. Standardtherapie beim fortgeschritte- nen Ovarialkarzinom ist die initiale Operation zur makroskopischen Kom- plettresektion, gefolgt von einer platin- basierten intravenösen Kombinations- chemotherapie. In einer niederländi- schen offenen Phase-III-Studie wurde nun geprüft, ob Patientinnen mit fortge- schrittener Erkrankung (Stadium III), bei denen eine primäre zytoreduktive Operation nicht möglich war, nach einer neoadjuvanten Chemotherapie mit Car- boplatin und Paclitaxel und der an- schließenden Operation von einer Hy- perthermiebehandlung am Ende des Eingriffs („hyperthermic intraperitone- al chemotherapy“, HIPEC) profitieren. Für die Hyperthermie wählten die Ärzte das intraperitoneale Perfusions- verfahren, bei dem eine erhitzte Koch- salzlösung mithilfe einer Rollerpumpe die intraabdominale Temperatur auf 40°C erhöht. Die Perfusion erfolgte mit Cisplatin in einer Dosis von 100 mg/m2 Körperoberfläche, 50% davon initial so- wie nach 30 und 60 Minuten jeweils 25%. Ziel war es, das gesamte Abdomen der Flüssigkeit auszusetzen. Danach wurde das Abdomen zum vollständigen Entfernen des Perfusats drainiert. Die zytoreduktive Behandlung erfolg- te bei 123 Patientinnen ohne und bei 122 mit Hyperthermie. Durch die Zusatzbe- handlung wurde die Wahrscheinlichkeit, ein Rezidiv zu entwickeln oder zu ster- ben um 34% verringert (Hazard Ratio [HR] 0,66; 95%-Konfidenzintervall [95%-KI] 0,50–0,87; p = 0,003). Im Median lebten die Frauen ohne Hyper- thermie noch 10,7 Monate ohne Rezidiv, die Patientinnen mit Hyperthermie noch 14,2 Monate. Nach einer medianen Nach- beobachtungszeit von 4,7 Jahren waren in der Gruppe der Frauen, die ausschließ- lich operiert worden waren, 76 (62%) ge- storben, in der Hyperthermie-Gruppe 61 (50%). Das entspricht einer Risikomin- derung von 33% (HR 0,67; 95%-KI 0,48– 0,94; p = 0,02). Schließlich betrug das Ge- samtüberleben der Patientinnen mit der Perfusionsbehandlung median noch 45,7 Monate, Frauen der Vergleichsgruppe lebten median noch 33,9 Monate. Der Anteil der Patientinnen mit Nebenwirkungen vom Grad 3/4 unter- schied sich mit 27 versus 25% zwischen den beiden Gruppen nicht signifikant. Die Rationale hinter der hyperthermi- schen Behandlung ist die Beobachtung, dass die hohe Temperatur das Eindrin- gen des Chemotherapeutikums in das Peritoneum, wo sich Rezidive leicht bil- den, erleichtert. Außerdem wird die Sen- sitivität für Krebsmedikamente erhöht und unter anderem der programmierte Zelltod von Krebszellen angefacht. ©DavorinWagner/ChirurgieimBild Insgesamt dauerte die einmalige Hyper- thermiebehandlung 120 Minuten, 90 Minuten davon die eigentliche Perfusion. PD Dr. med. Fabian Trillsch kommentiert für Sie zusammen mit Dr. med. Alexander Burges und Prof. Dr. med. Sven Mahner: van Driel WJ et al. N Engl J Med. 2018;378(3):230-40. ©KlinikumderUniversitätMünchen „Die Implementierung der HIPEC in die klinische Routine des fortgeschrittenen Ovarialkarzinoms kann zum jetzigen Zeit- punkt keineswegs empfohlen werden.“ Im Focus Onkologie 2018; 21 (7-8) 13 Gynäkoonkologie Literatur kompakt
  • 14. Fazit: Bei Patientinnen mit epithelialem Ovarialkarzinom im Stadium III verlän- gerten sich das rezidivfreie und das Ge- samtüberleben, wenn sie zusätzlich zu einer neoadjuvanten Chemotherapie und einer anschließenden zytoredukti- ven Operation eine Hyperthermiebe- handlung erhalten hatten. Die Neben- wirkungsrate erhöhte sich dadurch nur minimal. Peter Leiner van Driel WJ et al. Hyperthermic Intraperitoneal Chemotherapy in Ovarian Cancer. N Engl J Med. 2018;378(3):230-40. Kommentar Seit vielen Jahren evaluieren klinische Wis- senschaftler zusätzliche therapeutische Optionen beim fortgeschrittenen Ovarial- karzinom, um die Prognose der Patientin- nen mit dieser Erkrankung zu verbessern. In der Vergangenheit hat sich jedoch häufiger gezeigt, dass ein „Mehr“ an Therapiemoda- litäten nicht zwangsläufig die Gesamtpro- gnose verbessert. Gleichzeitig können aber signifikante Nebenwirkungen hervorgeru- fen werden, die den Einsatz der etablierten Standardtherapien gefährden. Vor diesem Hintergrund ist eine differenzierte Ausein- andersetzung mit den vorliegenden Daten zur HIPEC im Rahmen des multimodalen Therapiekonzeptes essenziell. An der kürzlich publizierten, randomisier- ten Phase-III-Studie nahmen insgesamt 245 Patientinnen teil, deren Ovarialkarzi- nom im Vorfeld an anderer Stelle als inope- rabel eingestuft worden war. Basierend auf dieser Einschätzung war eine neoadjuvan- te Chemotherapie mit nachfolgender Intervalloperation geplant. Die Patientin- nengruppe wurde dann im Rahmen der Intervalloperation zur HIPEC- oder Kont- rollgruppe randomisiert und entspre- chend behandelt. Auch wenn die jetzt publizierten Daten mit einem signifikanten Vorteil des rezidivfrei- en Überlebens und des Gesamtüberlebens vielversprechend erscheinen, lassen sich die Ergebnisse leider nicht sinnvoll in die allgemeine Routine bei der Behandlung des fortgeschrittenen Ovarialkarzinoms umsetzen. Zunächst muss das hochgradig selektierte und nach unbekannten Kriterien ausge- wählte Patientinnenkollektiv betrachtet werden. Es entspricht in der klinischen Realität nur einer kleinen Kohorte und kann somit nicht auf die breite Versor- gungssituation übertragen werden. In der Studie wurden Patientinnen im FIGO- Stadium IV ausgeschlossen. Voraussetzung für die Studienaufnahme waren ein guter klinischer Performancestatus und entwe- der eine erfolgloser primärer Operations- versuch mit Tumorrest > 1 cm oder eine nicht näher beschriebene Einschätzung der „Inoperabilität“ mit nachfolgendem Ansprechen auf eine neoadjuvante Che- motherapie. Mit diesen Kriterien repräsen- tiert das Studienkonzept am Ende weniger als 10% der Patientinnen mit fortgeschrit- tenem Ovarialkarzinom. In den Studienzentren konnten im Durch- schnitt nur 3,5 Patientinnen pro Jahr rekru- tiert werden, davon 43% im größten Zent- rum, dem „Netherlands Cancer Institute“ in Amsterdam. Dies führt zu extrem niedrigen Zahlen in den anderen Studienzentren, die somit auch nur wenig Routine für den Ein- satz von HIPEC im Rahmen der Ovarialkarzi- nomoperation entwickeln konnten. 9 Jahre Rekrutierungszeitraum für nur 245 Patien- tinnen werfen die Frage auf, ob weitere Se- lektionsbias berücksichtigt werden müssen. In Untersuchungen der Studiengruppe der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onko- logie (AGO) konnte mit 407 Patientinnen in 4,5 Jahren (DESKTOP III, AGO-OVAR OP. 4) [Du Bois A et al. J Clin Oncol. 2017; 35(suppl): Abstr 5501] und 650 Patientinnen in nur 3 Jahren (LION, AGO-OVAR OP.3) [Harter P et al. J Clin Oncol. 2017;35(15 suppl):5500] deutlich schneller das geplante Studienkol- lektiv erreicht werden, das zusätzlich noch deutlich größer war. Als weiterer Kritikpunkt muss die Wahl des primären Endpunktes aufgeführt werden. In einer operativen Studie mit signifikanter Intervention sollte primär das OS betrachtet werden, um den Effekt der Prozedur auch wirklich ohne zusätzlichen Bias zu analysie- ren. Die Auswertung des Gesamtüberle- bens erfolgte, als die Bedingungen für die Berechnung des primären Studienend- punkts rezidivfreies Überleben erfüllt wa- ren. Zu diesem Zeitpunkt lebten aber noch 44% der Patientinnen. In der vorliegenden Dr. med. Alexander Burges kommentiert für Sie zusammen mit PD Dr. med. Fabian Trillsch und Prof. Dr. med. Sven Mahner: van Driel WJ et al. N Engl J Med. 2018;378(3):230-40. ©KlinikumderUniversitätMünchen „In der Vergangenheit hat sich mehrfach gezeigt, dass ein „Mehr“ an Therapie- modalitäten nicht zwangsläufig zu einer Verbesserung der Gesamtprognose führt.“ Prof. Dr. med. Sven Mahner kommentiert für Sie zusammen mit PD Dr. med. Fabian Trillsch und Dr. med. Alexander Burges: van Driel WJ et al. N Engl J Med. 2018;378(3):230-40. ©KlinikumderUniversitätMünchen „In einer operativen Studie mit signifikanter Intervention sollte primär das Gesamtüberleben betrachtet werden.“ Gynäkoonkologie Literatur kompakt 14 Im Focus Onkologie 2018; 21 (7-8)
  • 15. • Preisvorteil von 5 %2 (N3) im Vergleich zur Fulvestrant HEXAL® Standard Packung mit 2 Fertigspritzen (N2). • Zuzahlungs-Ersparnis für Ihre Patienten bis zu 100,00 €3 • Zusammensetzung entsprechend zum Erstanbieter Faslodex® • Identisches Nadelschutzsystem wie Faslodex® inklusive abziehbarer Dokumentationsaufkleber Zuzahlungs-Ersparnis für Ihre Patienten Fulvestrant HEXAL® Zugelassen zur Firstline Therapie1 & Kombi mit Palbociclib1 NEU Fulvestrant HEXAL® 250 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze: Wirkstoff: Fulvestrant. Zusammensetz.: 1 Fertigspritze enth. 250 mg Fulvestrant in 5 ml Lsg. Sonstige Bestandteile: Ethanol 96 %, Benzylalkohol, Benzyl- benzoat, natives Rizinusöl. Anwendungsgeb.: Als Monother. z. Behandl. v. Östrogenrezeptor-pos., lokal fortgeschr. od. metast. Mammakarz. b. postmenopausalen Frauen, d. keine vorhergeh. endokrine Ther. erhalt. haben od. m. Rezidiv währ. od. nach adjuvanter Antiöstrogen-Ther. od. b. Progression d. Erkrank. unter Antiöstrogen-Ther. In Komb. m. Palbociclib z. Behandl. des Hormonrezeptor-pos., HER2-negat., lokal fortgeschr. od. metast. Mammakarz. b. Frauen, d. eine vorhergeh. endokrine Ther. erhalt. haben. B. prä- od. perimenopausalen Frauen sollte d. Komb.-ther. m. Palbociclib m. einem LHRH-Agonisten komb. werden. Gegenanz.: Überempf. geg. Inhaltsst., Schwangersch., Stillz., schwere Einschränk. d. Leberfunkt. Nebenwirk.: Monother.: Infekt. d. Harntrakts, Thrombozytop., Überempf.-reakt., Anorexie, anaphylakt. Reakt., Kopfschm., Hitzewall., venöse Thromboem- bolien, Übelk., Erbr., Durchfall, erhöhte Leberenzymwerte (ALT, AST, ALP), erhöhte Bilirubinwerte, Leberversagen, Hepatitis, erhöhte Gamma-GT-Werte, Hautausschlag, Gelenk- u. muskoskelettale Schmerzen, Rückenschm., vagin. Blut., vagin. Candidose, Leukorrhö, Asthenie, Reakt. an d. Inj.-stelle, periph. Neuropathie, Ischialgie, Blut. an d. Inj.-stelle, Hämatome an d. Inj.-stelle, Neuralgie. Kombither.: Infekt., Neutrop., Leukop., Anämie, Throm- bozytop., febr. Neutrop., vermind. Appetit, Dysgeusie, verstärkte Tränensekret., verschwom. Sehen, trockene Augen, Epistaxis, Übelk., Stomatitis, Diarrhö, Erbr., Alopezie, Hautausschlag, trockene Haut, Fatigue, Pyrexie, Asthenie, AST-Wert/ALT-Wert erhöht. Warnhinw.: Enth. 12 Vol.-% Alkohol, Benzylalkohol u. Benzylbenzoat. Weit. Einzelh. u. Hinw. s. Fach- u. Gebrauchsinfo. Verschreibungspflichtig. Mat.-Nr.: 3/51010995 Stand: Januar 2018, Hexal AG, 83607 Holzkirchen, www.hexal-onkologie.de 1 Fulvestrant HEXAL® ist angezeigt: • als Monotherapie zur Behandlung von Östrogenrezeptor-positivem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom bei postmenopausalen Frauen: – die keine vorhergehende endo- krine Therapie erhalten haben, oder – mit Rezidiv während oder nach adjuvanter Antiöstrogen-Therapie oder bei Progression der Erkrankung unter Antiöstrogen- Therapie. • in Kombination mit Palbociclib zur Behandlung des Hormonre- zeptor-(HR)-positiven, humanen Wachstumsfaktor-Rezeptor- 2-(HER2)-negativen, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinoms bei Frauen, die eine vorhergehende endokrine Therapie erhalten haben (siehe Abschnitt 5.1).Beiprä-oderperimenopausalenFrauensolltedieKombinationstherapiemitPalbociclibmiteinemLuteinisierungshormon-Releasinghormon-(LHRH)-Agonistenkombiniertwerden. 2Bei13AnwendungszyklenproJahrmitFaslodex® 3 Zuzahlungen bei 30 Spritzen in den Monaten 1 – 14: N2 Packung 15 x 10,00 € = 150,00 €, N3 Packung 5 x 10,00 € = 50,00 €. www.hexal.de Zuzahlungs-Ersparnis für Ihre Patienten Fulvestrant HEXAL
  • 16. Analyse zeigt sich ein klares Ungleichge- wicht in Bezug auf die Verbesserung des rezidivfreien bzw. Gesamtüberlebens (3,5 vs. 12 Monate Verlängerung zugunsten der HIPEC). Dies ist möglicherweise durch arti- fizielle Verschiebungen bei noch nicht reifer Datenbasis zu erklären. Angesichts vergleichbar berichteter Toxizi- tät in beiden Therapiearmen stellt sich die Frage, ob perioperative Komplikationen und Lebensqualität suffizient erhoben wurden. Die HIPEC war mit einer fast ver- doppelten Operationszeit, substanziell hö- heren Raten an intestinalen Stomata, einem längeren Krankenhausaufenthalt sowie ei- nem zusätzlichen Zyklus einer Cisplatin- haltigen Chemotherapie verbunden, sodass hier Unterschiede zu erwarten wären. In der Phase-III-Studie von Myong Cheol Lim und Kollegen konnten in einer breite- ren Kohorte von Patientinnen mit fortge- schrittenem Ovarialkarzinom (Tumorrest < 1 cm, primär operative Therapie sowie neoadjuvante Chemotherapie möglich) zudem keine signifikanten Effekte auf das progressionsfreie und Gesamtüberleben erzielt werden [Lim MC et al. J Clin Oncol. 2017; 35(suppl):Abstr 5520]. Aus diesen Gründen kann die Implementie- rung der HIPEC in die klinische Routine des fortgeschrittenen Ovarialkarzinoms zum jetzigen Zeitpunkt keineswegs empfohlen werden. Kommentatoren PD Dr. med. Fabian Trillsch Dr. med. Alexander Burges Prof. Dr. med. Sven Mahner Korrespondenzautor PD Dr. med. Fabian Trillsch Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Klinikum der Universität München fabian.trillsch@med.uni-muenchen.de Weniger Zervixkarzinom-Vorstufen: Wirksamkeit der HPV-Impfung bestätigt Die Impfung gegen HPV schützt laut einem Cochrane-Review vor zervikalen Präkanzerosen, ohne dass es zu schweren Nebenwirkungen kommt. Die Effektivität hängt allerdings von Alter und HPV-Status der Frauen ab. Nutzen und Risiken der HPV-Impfung für Mädchen und Frauen sind jetzt in einer systematischen Übersicht des Cochrane-Netzwerkes untersucht wor- den. Das zentrale Ergebnis: Es gibt „siche- re Evidenz, dass die Impfung gegen HPV im Alter zwischen 15 und 26 vor zervika- len Präkanzerosen schützt“. Die präven- tive Wirkung ist besonders gut im Hin- blick auf Läsionen durch die HPV-Typen 16 und 18 sowie für Mädchen und Frauen, die zum Zeitpunkt der Impfung negativ für Hochrisiko-HPV-Typen (hrHPV) sind. Um das Auftreten von Zervixkarzi- nomen zu erfassen, sind die Studien zu klein oder von zu kurzer Dauer. Die Übersicht beruht auf 26 randomi- sierten, placebokontrollierten Studien mit mehr als 73.000 Teilnehmerinnen. In den meisten war der 2-fach-Impfstoff ver- wendet worden, in 7 der 4-fach- und in 1 ein monovalenter. Die Ergebnisse im Detail: 1. hrHPV-negative Mädchen und Frauen: In der Altersgruppe von 15 bis 25 redu- ziert die Impfung das Risiko sowohl für HPV-16/18-assoziierte Präkanzero- sen als auch für Präkanzerosen insge- samt. HPV-16/18-induzierte zervikale intraepitheliale Neoplasien ab Grad 2 gehen demnach von 164 auf 2 pro 10.000 Frauen zurück, CIN2+-Läsio- nen generell von 287 auf 106. Für Frau- en im Alter über 25 liegen keine ent- sprechenden Daten vor. 2.HPV16/18-negative Mädchen und Frauen: In dieser Gruppe hängt der Effekt der Impfung vom Alter ab. Bei Frauen bis 25 senkt sie das Risiko für CIN2+-Läsionen in Zusammenhang mit HPV 16/18 von 113 auf 6 pro 10.000, bei älteren Frauen nur von 45 auf 14. Das Risiko für CIN2+-Läsionen insge- samt wird in der jüngeren Gruppe bei 10.000 Frauen von 231 auf 95 vermin- dert. Entsprechende Daten für ältere Frauen fehlen. 3.Mädchen und Frauen mit oder ohne HPV-Infektion: Eine Impfung im Alter zwischen 15 und 26 senkt das Risiko für HPV-16/18-assoziierte CIN2+- Läsionen von 341 auf 157 pro 10.000 und das für CIN2+-Läsionen insge- samt von 559 auf 391 pro 10.000. Bei Frauen, die erst zwischen 25 und 45 ge- impft werden, scheint dagegen das Ri- siko für CIN2+-Läsionen – mit oder ohne HPV-16/18-Assoziation – nicht mehr be- einflusst zu werden. Schwerwiegende uner- wünschte Wirkungen treten mit der HPV-Impfung nicht häufiger auf als in den Kontrollgruppen (669 vs. 656 pro 100.000 Frauen). Auch auf das Ri- siko für Fehlgeburten und Schwanger- schaftsabbrüche hatte die Impfung kei- nen Einfluss. Laut den Studienautoren ist aber ein langfristiges Monitoring der Impfung erforderlich, um mögli- che seltene Nebenwirkungen erkennen und die Wirksamkeit auf Zervixkarzi- nome quantifizieren zu können. Fazit: Eine Impfung im Alter zwischen 15 und 26 Jahren und vor Exposition mit Hochrisiko-HP-Viren senkt das Risiko für CIN2+-Läsionen durch HPV 16/18 um 99% und das für CIN2+-Läsionen insgesamt um 63%, ohne das Risiko schwerer Nebenwirkungen zu erhöhen. Die HPV-Impfung ist eine sichere und wirksame Option zur Prävention von Zervixkarzinom-Vorstufen. Allerdings waren die nicht darauf ausgelegt, das Auftreten von Zervixkarzinomen zu er- fassen. Beate Schumacher Arbyn M et al. Prophylactic vaccination against human papillomaviruses to prevent cervical cancer and its precursor. Cochrane Database Syst Rev. 2018; 5. pii: CD009069. https://doi. org/10.1002/14651858.CD009069.pub3. ©MarianoRuiz/fotolia.com 16 Im Focus Onkologie 2018; 21 (7-8) Gynäkoonkologie Literatur kompakt
  • 17. CIN2-Läsion? Da reicht womöglich aktive Überwachung aus Die meisten CIN2(cervical intraepithelial neoplasia Grad 2)-Läsionen bilden sich spontan zurück, vor allem bei Frauen unter 30. Das schließen finnische Ärzte aus den Ergebnissen einer umfangreichen Metaanalyse. An den 36 von ursprünglich 250 berücksichtigten Studien hatten mehr als 3.100 Frauen teilgenommen. 7 Studien waren randomisiert, 16 hatten ein prospektives und 13 ein retrospekti- ves Design. Geprüft wurde der Verlauf der Läsionen, wenn nicht lokal exzidiert, sondern auf aktive Überwachung ge- setzt wurde. Sie reichte von 3–60 Mona- te. Karoliina Tainio und Kollegen von der Universität in Helsinki in Finnland verwendeten die in den Studien vorgege- benen Definitionen einer Regression, Persistenz und Progression von CIN2- Läsion, was mit einer entsprechenden Heterogenität über alle Studien hinweg einherging. Aus den Ergebnissen der Metaanalyse leiteten die Ärzte ab, dass bei bestimmten unbehandelten Frauen mit histologisch bestätigten CIN2-Läsionen eine aktive Überwachung gerechtfertigt ist. Etwa 50% der Läsionen bildeten sich nach 2 Jahren von alleine zurück. Nur knapp ein Fünftel der Läsionen schritten fort. Eine aktive Überwachung kommt vor allem für junge Frauen mit einer hohen Compliance für regelmäßige Folgeunter- suchungen infrage. Von 1.000 Frauen jünger als 30 mit einer CIN2-Diagnose komme es bei 600 zu einer Rückbildung, bei 230 Frauen veränderten sich die Lä- sionen nicht, und bei 110 Frauen komme es innerhalb von 2 Jahren einer aktiven Überwachung zur Progression, so die Forscher. Von den Läsionen mit stärkerer Pro- gression zum Ende der aktiven Überwa- chung entwickelte sich der Großteil von CIN2 zu CIN3, und 5 von 1.000 Betrof- fenen hätten nach Angaben der Forscher eine zervikale glanduläre intraepitheli- ale Neoplasie. Invasive Karzinome seien selten und kämen bei 5 von 1.000 Frau- en aller Altersgruppen vor. Der Anteil liege bei 0,6 von 1.000 Frauen, wenn das Frühstadium 1A1 des mikroinvasiven Zervixkarzinoms unberücksichtigt bleibt. Das Progressionsrisiko war in den Studien vor allem bei jenen Frauen be- sonders niedrig, bei denen zu Studien- beginn der Test auf Hochrisikopapillo- maviren (HPV 16/18) negativ war. Bei denen, die HPV-16/18-positiv waren, lag die Regressionsrate nach 2 Jahren bei 40%. Die Ärzte verweisen schließlich auf eine hohe Adhärenzrate von 90% nach 2 Jahren – eine wichtige Voraussetzung bei der Entscheidung für eine aktive Überwachung. Fazit: Nach 2 Jahren haben sich CIN2- Läsionen bei 50% der Frauen zurückge- bildet, bei 32% sind sie unverändert und nur bei 18% kommt es zur Progression. Statt einer sofortigen Intervention sollte bei den betroffenen Frauen eine aktive Überwachung erfolgen. Die Ergebnisse der 36 berücksichtigten Studien waren allerdings sehr heterogen. Peter Leiner Tainio K et al. Clinical course of untreated cervi- cal intraepithelial neoplasia grade 2 under ac- tive surveillance: systematic review and me- ta-analysis. BMJ. 2018; 360: k499. DOI: http://dx. doi.org/10.1136/bmj.k499 Im Focus Onkologie 2018; 21 (7-8) 17 Aktive Überwachung erfordert eine hohe Compliance für Folgeuntersuchungen. ©MathiasErnert,Fürst-Stirum-KlinikBruchsal,Frauenklinik. Grundlagen, diagnostische Prinzipien und Therapieemp- fehlungen C. Niemeyer, A. Eggert (Hrsg.) Pädiatrische Hämatologie und Onkologie 2., vollst. überarb. Aufl. 2018, XVI, 576 S. 220 Abb., 200 Abb. in Farbe. Geb. € (D) 129,99 | € (A) 133,64 | *sFr 162,00 ISBN 978-3-662-43685-1 € 99,99 | *sFr 129,50 ISBN 978-3-662-43686-8 (eBook) • Neu: Übersichtliche Dreiteilung in Pädiatrische Hämatologie / Hämostaseologie – Allgemeine pädiatrische Onkologie – Spezielle pädiatrische Onkologie springer.com/Angebot1 € (D) sind gebundene Ladenpreise in Deutschland und enthalten 7 % für Printprodukte bzw. 19 % MwSt. für elektronische Produkte. € (A) sind gebundene Ladenpreise in Österreich und enthalten 10 % für Printprodukte bzw. 20% MwSt. für elektronische Produkte. Die mit * gekenn- zeichneten Preise sind unverbindliche Preis- empfehlungen und enthalten die landesübliche MwSt. Preisänderungen und Irrtümer vorbehalten. A49264
  • 18. Vorsicht bei anhaltenden Beschwerden Pruritus vulvae kann auch ein Karzinom sein Julia Jückstock, Christian Dannecker, Julia Gallwas, Thomas Blankenstein, Sven Mahner Nicht immer handelt es sich beim Pruritus vulvae um eine Pilzinfektion oder einen Östrogenmangel. Gerade bei älteren Patientinnen, die von diesem Symptom berichten, sollten Sie hellhörig werden. D as mediane Erkrankungsalter für Vulvakarzinome liegt im Raum München bei 72,1 Jahren [1]. In letzter Zeit erkranken jedoch auch zu- nehmend jüngere Frauen daran. Man unterscheidet durch humane Papillom- viren (HPV) verursachte Karzinome von solchen, die davon unabhängig, zum Beispiel bei jahrelang bestehendem Li- chen sclerosus entstehen. Eine Sonder- form stellen die malignen Melanome und Basalzellkarzinome der Vulva dar, auf die hier aber nicht näher eingegan- gen wird. 4.400 Neuerkrankungen pro Jahr Insgesamt ist die Inzidenzrate des inva- siven Karzinoms in den letzten Jahren stark auf aktuell circa 4.400 Neuerkran- kungen pro Jahr angestiegen [2]. Die Prognose des invasiven Karzinoms ist vergleichsweise gut. Sie wird von den etablierten Prognosefaktoren (Tumor- größe, Lymphknotenbefall und Gra- ding) wie auch entscheidend von der Qualität der Operation beeinflusst. (Neo-)Adjuvante Therapien kommen nur bei sehr fortgeschrittenen Befunden und positiven inguinalen Lymphkno- tenbefunden in Betracht [3]. Regelmäßi- ge Nachsorgeuntersuchungen sind meist die einzige Option, neue Läsionen früh- zeitig zu erkennen und so ausgedehnte Rezidive zu verhindern. In Deutschland hat sich durch Grün- dung einer Selbsthilfegruppe ein sehr engagiertes Netzwerk für Betroffene aus- gebildet [4]. Dies ist von besonderer Be- deutung, da es den Vulvakarzinom-Pa- tientinnen im Gegensatz zu Patientin- nen mit anderen Tumorentitäten häufig schwerfällt, über ihre Krankheit zu spre- chen. Bei Juckreiz nicht nur an eine Pilzinfektion denken Gerade ältere Frauen nehmen die gynä- kologischen Vorsorgeuntersuchungen nicht oder nur noch unregelmäßig wahr ©LaurentHamels/Fotolia(SymbolbildmitFotomodellen) Patientinnen mit Vulva- karzinom sprechen un- gern über ihre Erkrankung. Hilfreich ist es dann, den Kontakt zu einer Selbsthil- fegruppe zu vermitteln. 18 Im Focus Onkologie 2018; 21 (7-8) Gynäkoonkologie Fortbildung
  • 19. [5]. Gleichzeitig nimmt die Inzidenz von Karzinomen mit steigendem Lebensal- ter zu, sodass auf die regelmäßige Vor- sorge auch in höherem Alter nicht ver- zichtet werden kann [5], wenngleich es keine speziellen Vorsorgeuntersuchun- gen zur Früherkennung von Vulvakar- zinomen beziehungsweise deren Vor- stufen gibt. Frühsymptome des Vulvakarzinoms sind sehr unspezifisch, und häufig ist die Hemmschwelle der Patientinnen, über Beschwerden im Genitalbereich zu sprechen, hoch. Selbst wenn der Bera- tungsanlass nicht primär hinweisend auf ein Vulvakarzinom ist, sollten geäu- ßerte Symptome wie Pruritus, Brennen oder Berührungsempfindlichkeit im- mer gynäkologisch abgeklärt werden. Das Ergebnis der frauenärztlichen Un- tersuchung sollte bei der nächsten Vor- stellung in der Praxis besprochen wer- den. Im Vordergrund der Frühsymptome steht der Pruritus vulvae, dessen wich- tigste Differenzialdiagnose eine Pilzin- fektion ist, insbesondere bei diabeti- schen Patientinnen [6]. Daneben können Beschwerden wie Dysurie oder auch tastbare Veränderungen an der Vulva auftreten (Abb. 1). In manchen Fällen verläuft die Erkrankung zunächst kom- plett asymptomatisch [7]. Blutungen als Symptom des Vulvakar- zinoms sind selten, aber da eine Postme- nopausenblutung außer im Falle einer hämorraghischen Zystitis oder Kolpitis sehr häufig Hinweis auf ein Karzinom im Genitalbereich ist, muss sie immer zeitnah gynäkologisch abgeklärt werden [8]. Diagnosesicherung: am besten in einer Spezialsprechstunde Unklare Vulvabefunde sollten am besten in Vulva- oder Dysplasie-Sprechstunden abgeklärt werden, in denen eine Beurtei- lung durch Experten und die histologi- sche Diagnosesicherung mittels Stanzbi- opsie erfolgen. Wird ein Vulvakarzinom diagnosti- ziert, sollte die operative Behandlung ebenfalls in einem spezialisierten Zent- rum erfolgen. Auch bei höhergradigen Präkanzero- sen sollte eine Laservaporisation bezie- hungsweise die Exzision angestrebt wer- den, da sie teilweise innerhalb weniger Monate progredient und damit invasiv werden können. Therapeutische Möglichkeiten Bei der Behandlung des Vulvakarzi- noms steht die operative Sanierung im Vordergrund. Wie ausgedehnt exzidiert werden muss, hängt von der Größe und Invasionstiefe ab. Ziel einer leitlinienge- rechten Operation ist die In-sano-Re- sektion mit gesundem Randsaum von makroskopisch 10 mm und histologisch mindestens 3 mm [9]. Neuere Untersu- chungen bestätigen dies, indem sie ein statistisch nicht signifikant kürzeres Überleben bei ähnlich geringem tumor- freiem Resektionsrand zeigen [10]. Au- ßer bei Invasionstiefen von maximal 1 mm ist auch die inguinale Lymphono- dektomie erforderlich, die bei Bedarf im Sinne einer pelvinen Lymphonodekto- mie erweitert werden kann [9]. Bei sehr fortgeschrittenen Befunden kann eine primäre strahlentherapeuti- sche Behandlung erwogen werden, die in vielen Fällen mit einer Chemothera- pie kombiniert wird. Zielgerichtete The- rapien spielen eine (noch) untergeordne- te Rolle [11, 12]. Engmaschige postoperative Wund- kontrollen sind sehr wichtig, da sich ge- rade bei älteren Frauen nach inguinaler Lymphonodektomie häufig Wundhei- lungsstörungen, meist im Sinne von teil- weise rezidivierenden Serombildungen oder Wunddehiszenzen, zeigen. Neuere Alternative: Inguinale Sentinellymphonodektomie In der erst kürzlich überarbeiteten S2k- Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft Gynä- kologische Onkologie zur Therapie des Abb. 1: Typischer Befund eines Vulvakarzi- noms bei einer 73-jährigen Patientin. ©J.Jückstock Abb. 2: Plastisch-rekonstruktive Operation; a) Präparation und Mobilisation nach Entfernung des Tumors; b) Wiederherstellung der Anatomie; c) postoperatives Ergebnis ©S.Mahner a b c Im Focus Onkologie 2018; 21 (7-8) 19
  • 20. Vulvakarzinoms ist die inguinale Senti- nellymphonodektomie als Alternative zur systematischen inguinalen Lympho- nodektomie genannt [9]. In spezialisierten Zentren stellt sie mittlerweile ein Standardverfahren dar und kann nach ausführlicher Aufklä- rung der Patientin bei kleinen Tumoren (bis max. 4 cm Ausdehnung) mit kli- nisch nicht suspekten Lymphknoten durchgeführt werden. Untersuchungen zeigen eine dadurch deutlich vermin- derte postoperative Komplikationsrate mit signifikant weniger Lymphödemen [13]. Plastisch-rekonstruktive Verfahren zur Vulvawiederherstellung Auch hinsichtlich der Tumorresektion wurden in den letzten Jahren weniger ra- dikale Verfahren entwickelt, die bei glei- cher onkologischer Sicherheit eine deut- lich bessere Lebensqualität gewährleis- ten [14]: So wird die radikale Vulvektomie nur noch in weit fortge- schrittenen Stadien empfohlen. Mithilfe plastisch-rekonstruktiver Verfahren, zum Beispiel durch gestielte Lappenplastiken [7], gelingt es in vielen Fällen, die Anatomie der Vulva wieder- herzustellen (Abb. 2). Dies ist gerade bei jüngeren Patientinnen von großer Wich- tigkeit [15]. Um eine ausreichende operative Qualität gewährleisten zu können, ist es unerlässlich, dass gerade die neueren Ver- fahren in einem darauf spezialisierten Zentrum durchgeführt werden [9]. Literatur 1. Schubert-Fritschle G, Schlesinger-Raab A, Engel J. Epidemiologie. In: Dannecker C (Hrsg). Malignome der Vulva und Vagina: Empfehlungen zu Diagnostik, Therapie und Nachsorge. Manual Tumor Zentrum Mün- chen. München, Wien, New York: Zuck- schwerdt Verlag; 2011. 2. Robert-Koch-Institut. Krebs in Deutschland 2011/2012. 2015; Available from: http:// www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Pu- blikationen/Krebs_in_Deutschland/ kid_2015/krebs_in_deutschland_2015. pdf?__blob=publicationFile. 3. Mahner S et al. Adjuvant therapy in lymph node-positive vulvar cancer: the AGO- CaRE-1 study. J Natl Cancer Inst. 2015;107(3). pii: dju426. 4. VulvaKarzinom-Selbshilfegruppe. Informa- tionen zum Vulvakarzinom. In: Broschüre VulvaKarzinom-Selbsthilfegruppe e.V. (Hrg). Wilhelmshaven; 2016. 5. Kreienberg R, Digel S. Krebsvorsorgeunter- suchungen bei älteren Patientinnen. Gynä- kologe. 2005;38(12):1074-9. 6. Distler W, Kreienberg R. Altersgynäkologi- sche Sprechstunde. Der Gynäkologe. 2006;39:373-8. 7. Hampl M, Janni W. Vulvakarzinom – Mög- lichkeiten der sicheren, rekonstruktiven Chirurgie. Gynäkologe. 2012;45(12):865-72. 8. Dannecker C, Friese K. Prävention des Endo- metriumkarzinoms. Gynäkologe. 2008;41(7):508-12. 9. Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische On- kologie (AGO) in der Deutschen Gesell- schaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) e.V. und der Deutschen Krebsge- sellschaft (DKG) (Hrsg.). Diagnostik, Thera- pie und Nachsorge des Vulvakarzinoms und seiner Vorstufen (AWMF-Registernum- mer 015/059, Leitlinienklasse S2k, Stand Au- gust 2015, Version 1.2). 2015, Leitlinienkom- mission der DGGG. http://www.awmf.org/ uploads/tx_szleitlinien/015-059l_S2k_Vul- vakarzinom_und_Vorstufen_Diagnostik_ Therapie_2016-10.pdf 10. Woelber L et al. Role of tumour-free margin distance for loco-regional control in vulvar cancer-a subset analysis of the Arbeitsge- meinschaft Gynakologische Onkologie CaRE-1 multicenter study. Eur J Cancer. 2016;69:180-8. 11. Clancy AA et al. The forgotten woman’s cancer: vulvar squamous cell carcinoma (VSCC) and a targeted approach to therapy. Ann Oncol. 2016;27(9):1696-705. 12. Mahner S et al. Systemic treatment of vulvar cancer. Expert Rev Anticancer Ther. 2015; 15(6):629-37. 13. Johann S et al. Comparison of outcome and recurrence-free survival after sentinel lymph node biopsy and lymphadenectomy in vulvar cancer. Gynecol Oncol. 2008;110(3):324-8. 14. Hantschmann P. Operative Therapie des Vulvakarzinoms. Gynäkologe. 2009;42(4):275-81. 15. Grimm D et al. Sexual activity and function after surgical treatment in patients with (pre)invasive vulvar lesions. Support Care Cancer. 2016;24(1):419-28. Autoren PD Dr. med. Julia Jückstock Prof. Dr. med. Christian Dannecker Prof. Dr. med. Julia Gallwas Dr. med. Thomas Blankenstein Prof. Dr. med. Sven Mahner PD Dr. med. Julia Jückstock Klinikum der Ludwig-Maximilians- Universität München, Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Campus Innenstadt: Maistr. 11, 80337 München; Campus Großhadern: Marchioninistr. 15, 81377 München julia.jueckstock@med.uni-muenchen.de Fazit für die Praxis — Die Inzidenz des Vulvakarzinoms nimmt mit steigendem Alter stetig zu. Allerdings entwickeln zuneh- mend auch jüngere Frauen ein Vul- vakarzinom. — Die Frühsymptome sind sehr unspe- zifisch: Schmerzen, häufiger jedoch Pruritus. — Entscheidend für eine kurative The- rapie ist die möglichst frühzeitige Abklärung vorhandener Läsionen mittels Stanzbiopsie, die Operation in einem spezialisierten Zentrum und eine engmaschige Nachsorge, an- fangs alle drei Monate. VulvaKarzinom-Selbsthilfegruppe „Einem schweigenden Mund – ist nicht zu helfen“, unter diesem Motto klärt die VulvaKarzinom-Selbsthilfegruppe über Früherkennung und Therapie des Vul- vakarzinoms auf. Die Gruppe stellt aktu- elle Informationen über die Erkrankung in Zusammenarbeit mit Medizinern und Fachorganisationen zur Verfügung und möchte einen Ort des Erfahrungsaus- tausches für Patientinnen und deren Angehörigen schaffen. Homepage: http://vulvakarzinom-shg.de Broschüre, erstellt unter Schirmherr- schaft der Deutschen Krebsgesell- schaft (DKG): http:// vulvakarzinom- shg.de/board/content. php?31-Broschuere- Informationen-zum- Vulvakarzinom Gynäkoonkologie Fortbildung 20 Im Focus Onkologie 2018; 21 (7-8)
  • 21. Update der S3-Leitlinie Aktuelle Therapiestrategien beim primären Mammakarzinom Jasmin Festl, Achim Wöckel In der aktualisierten S3-Leitlinie für die Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms von Dezember 2017 haben sich auch Neuerungen für die Behandlung des frühen Brustkrebs' ergeben. So hat sich vor allem im Hinblick auf das operative Vorgehen die Radikalität verringert. Die erweiterten Möglichkeiten der Bestrahlung und systemischen Therapie in der adjuvanten Situation sind ebenfalls in die neuen Empfehlungen eingegangen. J ährlich erkranken in Deutschland rund 69.000 Frauen an einem Mammakarzinom; eine von acht Frauen ist demnach im Laufe ihres Lebens betroffen [1]. Damit ist das Mamma- karzinom die häufigste Krebserkrankung der Frau. Dies erklärt seine große Bedeutung für die Patientenversorgung. Wichtig ist eine Behandlung in zertifizierten Brustzentren, um die leitlini- engerechte Diagnostik und Therapie zu gewährleisten. Im De- zember 2017 wurde die aktualisierte Version der S3-Leitlinie für die Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms veröffentlicht [2]. Im Folgenden werden die Neuerungen bezüglich der therapeutischen Schritte beim pri- mären Mammakarzinom näher erläutert. Operative Therapie Brusterhaltende Behandlung Indikationen zur brusterhaltenden Therapie des Mammakar- zinoms sind: —ein lokal begrenztes ductales Carcinoma in situ (DCIS), —ein invasives Karzinom mit günstigem Verhältnis von Tumorgröße zu Brustvolumen, —ein invasives Karzinom mit intraduktaler Begleitkomponen- te und freien Resektionsrändern. Die brusterhaltende Therapie gilt heute als Standardeingriff so- wohl beim invasiven Mammakarzinom als auch beim DCIS. Seit Einführung der Sentinel-Node-Biopsie rückt die Axilladissektion bei Brustkrebspatientinnen immer mehr in den Hintergrund. ©JessicaBordeau/BSIP/mauritiusimages Im Focus Onkologie 2018; 21 (7-8) 21 Gynäkoonkologie Zertifizierte Fortbildung