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Wahrhaftiges aus der Welt der nachhaltigen Fischerei
ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT
Wie wir die Kontrolle über unser Essen zurückgewinnen. Von Marc Winkelmann, Chefredakteur enorm.
S.3
GRENZEN
IM MEER
Die Welternährungsorganisation
hat die Gewässer der Welt in
27 Gebiete unterteilt. Warum?
S.2
LIEBESLEBEN
DER FISCHE
Auch im Fischreich gibt es
treue und untreue Partner.
S.5
FISCHPOSTER
IM INNENTEIL
Beliebte Fische und Meeres-
früchte für die Küchenwand.
Sieht gut aus und macht schlau.
S.6-7
FISCH MUSS
SCHWIMMEN
Rezept- und Bierempfehlung für
einen lauen Sommerabend.
S.11
WELCHER
FISCHTYP
BIST DU?
Unser Psychotest verrät es dir.
S.4
REDAKTION: ©MSC | GESTALTUNG: ©WWW.LITTLEADEN.COM
KONTAKT: Regionalbüro Deutschland, Österreich, Schweiz | Adresse Schwedter Straße 9a, 10119 Berlin | Telefon +49 (0) 30 609 85520 | E-Mail berlin@msc.org
www.msc.org MSC.Nachhaltige.Fischerei @MSCsiegel
Der MSC engagiert sich weltweit für den Erhalt der Fischbestände und der Lebensräume im Meer.
Mehr zur Arbeit des MSC gibt es hier:
MM
aarriine SSttewarddss
hippCouncil
3.Ausga
be
–
–
SCHWARZ WEIß
2 SCHWARZ AUF WEIß
02
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08
58
Meeresbewohner interessieren
sich herzlich wenig für Grenzen
– die meisten halten sich frei-
willig nur da auf, wo es ihnen
am besten gefällt. Um aber die
weltweite Fischerei besser kon-
trollieren zu können, bedarf es
für uns Erdbewohner definier-
ter Grenzen. 1956 hat die Welt-
ernährungsorganisation die
Gewässer der Welt deshalb in 27
Gebiete unterteilt. Die Grenzen
orientieren sich an bestehenden
natürlichen Regionsgrenzen
und sind in Abstimmung mit in-
ternationalen Fischereikomitees
gezogen worden. Dabei sind 19
sogenannte FAO-Fanggebiete
für die Meeresfischerei und acht
für die Binnengewässer ent-
standen. Seit der neuen Lebens-
mittelinformationsverordnung
der EU muss das Fanggebiet nun
auch mit einem für uns Ver-
braucher leicht verständlichen
Namen oder gar einer Karte an-
gezeigt werden. Das Rätselraten
um das Fanggebiet eines Fisches
hat also ein Ende.
Grenzen im Meer
INDISCHER
OZEAN
PAZIFISCHER
OZEAN
ANTARKTISCHER
OZEAN
ATLANTISCHER
OZEAN
ARKTISCHER
OZEAN
FAO ist die Abkürzung für die „Food and
Agriculture Organization“ der UN.
Hierzulande oft als „Welternährungs-
organisation“ bezeichnet.
BINNENGEWÄSSER
01 Afrika
02 Nordamerika
03 Südamerika
04 Asien
05 Europa
06 Australien und Ozeanien
07 (frühere UdSSR-Gebiete)
08 Antarktis
ATLANTISCHER OZEAN UND
BENACHBARTE MEERE
18 Arktischer Ozean
21 Nordwestatlantik
27 Nordostatlantik
31 Mittlerer Westatlantik
34 Mittlerer Ostatlantik
37 Mittelmeer, Schwarzes Meer
41 Südwestatlantik
47 Südostatlantik
INDISCHER OZEAN
51 Westlicher Indischer Ozean
57 Östlicher Indischer Ozean
PAZIFISCHER OZEAN
61 Nordwestpazifik
67 Nordostpazifik
71 Westlicher Pazifik
77 Östlicher Pazifik
81 Südwestpazifik
87 Südostpazifik
ANTARKTISCHER OZEAN
48 Antarktischer Atlantik
58 Antarktischer Indischer Ozean
88 Antarktischer Pazifik
WAS IST EIN FAO-FANGGEBIET?
3 SCHWARZ AUF WEIß
Zurück in die Zukunft
Zurückverfolgt wurden Lebensmittel auch
früher schon, das ist keine neue Erfindung.
Allerdings nannte man es nicht so. Damals
konnte man nämlich noch vertrauen. In den
Bauern, zu dem man radelte, um sich Milch
und Wurst zu kaufen, oder in den Krämer,
der ebenfalls wusste und es erklären konn-
te, woher sein Brot und Käse stammten.
Später traten Marken an die Stelle dieser lo-
kalen und regionalen Händler.
Das war ein Fortschritt und ein Rückschritt
zugleich. Einerseits holten diese (Marken-)
Unternehmen einem täglich die Welt und
damit die Vielfalt ins Haus. Andererseits
verloren auch sie im Zuge der Globalisie-
rung den Überblick. Woher die einzelnen
Zutaten stammen? Das konnten sie nicht
sagen. Und, um ehrlich zu sein, es interes-
sierte lange zu wenige. Erst als Fälle von
„Rinderwahnsinn“ bekannt wurden und
man eine Ahnung davon bekam, was alles
in den Mitteln steckt, die wir zum Leben zu
uns nehmen, wurde versucht, das Vertrau-
en zurück zu gewinnen.
Die EU führte eine „Basis-Verordnung“ ein,
Nr. 178/2002. Sie nimmt Produzenten, Händ-
ler und Importeure in die Pflicht, die Liefer-
kette zu dokumentieren. Das ist notwendig
und doch zu wenig. Denn in der Praxis fehlt
der letzte Schritt, nämlich der zum Kunden.
Ihm ist es trotz der Verordnung in der Pra-
xis kaum möglich, sich über die Herkunft zu
informieren. Und durchgehend überwacht
wird die Herstellung offenbar ebenfalls
nicht. Das in Lasagne, Gulasch, Tortellini und
Döner-Spießen nachgewiesene Pferdefleisch
machte das vor drei Jahren deutlich.
Siegel versuchen, diese Lücke der Rückver-
folgbarkeit zu schließen. Mit ihren individu-
ell festgeschriebenen, einheitlichen Kriteri-
en agieren sie als Meta-Marke und sind für
Kunden somit greifbarer und verlässlicher.
Allerdings gibt es inzwischen zu viele Sie-
gel. Die Handelsketten gründen eigene, statt
die etablierten zu nutzen, und Organisatio-
nen mit niedrigeren Standards untergraben
die Arbeit von seriösen. Für Verbraucher
ist das zu einem Problem geworden. Zumal
der Vertrauensverlust nicht nur Lebensmit-
tel betrifft. Auch Finanzprodukte, Textilien,
Unterhaltungselektronik und Reiseanbieter
stehen inzwischen in der Kritik, um nur ei-
nige zu nennen. Als der vielzitierte „mündi-
ge Verbraucher“ müsste man sich auch hier
ständig schlau machen, um die häufig gefor-
derten „bewussten Entscheidungen“ treffen
zu können. Das ist im Alltag kaum möglich.
Was wir brauchen, ist ein Schritt in die Ver-
gangenheit, diesmal aber mit moderner
Technik. Es gibt Akteure, die das erkannt
haben und umsetzen: der MSC mit einem
komplexen Rückverfolgbarkeitssystem,
das hinter dem für Endkunden sichtbaren
Siegel steht; Marken wie Followfish, die es
Verbrauchern per „Tracking Code“ möglich
machen, den Packungsinhalt übers Smart-
phone zurück bis ins Wasser zu verfolgen;
oder Firmen wie Meine kleine Farm, die ein
Foto des Schweins oder des Rindes auf die
Verpackung druckt, dessen Fleisch man ge-
rade isst - im Netz erfährt man dann mehr
über Herkunft und Leben des Tieres.
Je lückenloser, desto besser; je einfacher zu
durchblicken, desto vertrauenswürdiger.
Herkunft und Erzeugung rücken mittels der
digitalen Vernetzung so wieder nah ran an
den Konsumenten. Er gewinnt die Kontrolle
über sein Essen zurück, die Glaubwürdig-
keit steigt. Ein bloßer Trend ist das übrigens
nicht. Die Zahl der Kunden, die Transparenz
einfordern, steigt. Oder anders gesagt: Nur
was rückverfolgbar ist, hat eine Zukunft.
Jetzt müssen es nur noch mehr Hersteller
werden, die nachziehen.
EIN GASTBEITRAG VON MARC WINKELMANN,
CHEFREDAKTEUR DES WIRTSCHAFTSMAGAZINS ENORM.
Fische und Meeresfrüchte, die von MSC-
zertifizierten nachhaltigen Fischereien gefangen
wurden, werden weltweit in über 100 Ländern
an mehr als 38.000 Standorten verarbeitet oder
verkauft. Jeder dieser Standorte – ob Fischerei,
Lieferant, Verarbeiter, Händler oder Restaurant
– muss strenge Anforderungen erfüllen, um si-
cherzustellen, dass der Fisch rückverfolgbar und
korrekt ausgezeichnet ist. Die Einhaltung dieser
Anforderungen wird regelmäßig von unabhängi-
gen Gutachtern überprüft.
Mehr zum Thema Rückverfolgbarkeit gibt’s hier:
www.msc.org/waehl-blau
4 SCHWARZ AUF WEIß
PSYCHO
TEST
EINS IST SCHON MAL SICHER, ES GIBT FÜR JEDEN DEN RICHTIGEN FANG!
Welcher Fischtyp bist du?
MIEZEKATZE
Wenn du könntest, würdest
du selbst auf Fischfang gehen.
Aber am Ende isst du die Dose,
die die Zweibeiner dir öffnen.
Wie gut für deinen Schönheits-
schlaf, dass es auch Katzenfut-
ter mit MSC-Siegel gibt.
WG-SCHLUFFI
Dein Lieblingsfisch heißt Fisch-
stäbchen, Fanggebiet: Fritteu-
se. Auch wenn du deine Thun-
fischpizza am liebsten auf dem
Sofa verputzt, die Meere sind
dir wichtig – wie praktisch,
dass das auch immer mehr Le-
bensmittelhersteller so sehen.
FISCHKOPP
Ein Matjesbrötchen von Pe-
tras Fischbude zum ersten Mö-
wenschrei ist noch immer der
größte Fischgenuss für dich.
Dir gefällt, dass sich zuneh-
mend mehr Fischereien einer
nachhaltigen Arbeitsweise ver-
schreiben.
GOURMET
Du magst Fisch geräuchert,
pochiert, gebeizt, auf der Haut
gebraten und am liebsten mit
Anisjus. Dass es mittlerweile
auch Frischfischtheken und
Restaurants gibt, die auf nach-
haltig gefangenen Fisch setzen,
findest du famos.
Start
Klar.
Überwas?
Klar, wer nicht?
Egal, Hauptsache
was zu futtern.
Ja wie denn
sonst?
Das hättet ihr
wohl gern!
Nö, bin lieber auf
Achse, selbst bei
Schietwetter.
Mal so, mal so.
Wenn ich mal
welches hätte.
Wat mutt,
dat mutt.
Selbstverfreilich.Nö.
Am Hafen
direkt vom Kalle
sein Kutter.
Truhe. Naja,
und Pizzataxi.
Findet sich
leider keiner.
Ja, das ist es
mir wert.
Jo Mann!
Miau.
Ja. Nur Austern
schlürf ich aus
der Hand.
Weiter geht’s!
Bleib mir bloß weg mit
dem schuppigen Zeuch.
Liegst du gern faul in
der Wohnung rum?
Lässt du dir dein Essen
gern servieren?
Isst du deinen
Fisch mit Messer
und Gabel?
Gibst du gerne
Geld für gutes
Essen aus?
Weißt du, was eine
Hummerpresse ist?
Suchst du deinen
Fisch in der
Tiefkühltruhe oder
am Hafen?
Darf dein Fisch wie
Fisch aussehen?
Schon mal was von
Überfischung gehört?
Dann kann man dir die Über-
fischung der Meere sicher nicht
vorwerfen! Solltest du irgendwann
doch auf den Geschmack kommen,
achte auf die nachhaltige Herkunft
des schuppigen Zeuchs.
Heute ist dein Glückstag. Es ist nie
zu spät, etwas Neues zu lernen.
Auf diesen Seiten steht allerlei
zum Thema Fischfang und warum
du auch mal einen Gedanken an
die Herkunft deines Fischgerichts
verschwenden solltest. Kopfzerbre-
chen ist dabei gar nicht nötig!
Isst du
gerne Fisch?
5 SCHWARZ AUF WEIß
Das Liebesleben
der Fische
BIOLOGIESTUNDE
mit Meeresbiologin
Cora Albrecht
Auch im Fischreich gibt es Paare, die
sich treu bleiben und ihr Leben lang zu-
sammen verbringen. Meistens findet man
diese Fische in tropischen Korallengebie-
ten, denn dort sind viele Tiere sehr orts-
gebunden und es ist leicht, den Partner
im Blick zu behalten.
Manche Fische können ihr Ge-
schlecht wechseln. Anemonenfische
– auch bekannt als „Nemo“ – leben
zum Beispiel in einem Harem, in dem
nur das größte Tier ein Weibchen ist.
Sobald es stirbt, wird das stärkste
Männchen zum Weibchen und über-
nimmt die Führungsrolle.
Im Gegensatz zur Mehrheit der Fische,
bei denen die Eier außerhalb des Kör-
pers befruchtet werden, haben manche
männliche Fische eine sogenannte „Be-
gattungsflosse“. Mit der können sie sich
beim Weibchen festhalten, damit es zu
einer inneren Befruchtung kommt.
Fast alle Fischarten geben ihre Eier ins offe-
ne Wasser ab. Dort werden sie befruchtet und
entwickeln sich zu Fischlarven, die im Plankton
leben, bis sie Jungfische geworden sind. Fisch-
weibchen können bis zu mehrere Millionen Eier
abgeben, von denen allerdings nur ein Bruchteil die
Entwicklung zum ausgewachsenen Fisch überlebt.
Nur wenige Fische bringen fertig ent-
wickelte Jungtiere wie wir Menschen
zur Welt. Einige Haiarten sind zum
Beispiel lebendgebärend. Aquarianer
könnten diese Eigenschaft vielleicht
auch von den Guppys kennen – die
gehören nämlich zu den lebendgebä-
renden Zahnkarpfen.
ZAHLEN
SCHWARZ
WEIß
auf
der weltweiten Fischbestände
sind überfischt.
klebrige Eier, die sich am Meeres-
grund anheften, gibt ein Herings-
weibchen pro Laichsaison ab.
Fischfangboote sind auf
den Meeren unterwegs. der Erde sind mit Wasser bedeckt.
des weltweiten Fangs stammen
mittlerweile aus Fischereien mit
MSC-Siegel. Jährlich werden also
9 Millionen Tonnen Fisch und Mee-
resfrüchte nachhaltig gefangen.
wird eine MSC-zertifizierte
Fischerei komplett neu bewertet. In
jährlichen Überprüfungen muss sie
außerdem nachweisen, dass sie den
MSC-Standard weiterhin erfüllt und
sich, wo nötig, verbessert.
4.720.000 Etwa
JAHRE
ALLE
Fischarten sind derzeit bekannt.
Damit sind die Fische gleichauf mit
den Landwirbeltieren.
32.000
RUND
der Weltbevölkerung sind in der
Fischwirtschaft beschäftigt.
PROZENT
Bis zu
TAUSEND
Artenbilder:©ScandinavianFishingYearBook
BELIEBTE FISCHE UND MEERESFRÜCHTE
Zehn Prozent des weltweiten Fangs stammen mittlerweile aus Fischereien mit MSC-Siegel.
Diese 300 nachhaltigen Fischereien fangen 100 verschiedene Fische und Meeresfrüchte.
Verantwortungsbewusste FischesserInnen müssen also weder Verzicht noch Eintönigkeit fürchten.
NEPTUNS SCHÄTZE
ZANDER
Sander lucioperca
ROTBARSCH
Sebastes norvegicus
HERING
Clupea harengus
SCHWERTFISCH
Xiphias gladius
HOKI
Macruronus novaezelandiae
Artenbilder:©ScandinavianFishingYearBook
PAZIFISCHER
HEILBUTT
Hippoglossus stenolepis
PAZIFISCHER
HOKI
AMERIKANISCHER
HUMMER
Homarus americanus
SCHELLFISCH
Melanogrammus aeglefinus
SCHELLFISCH
KRILL
Euphausia superba
KRILL
KAP-SEEHECHT
Merluccius capensis
PAZIFISCHER SEEHECHT
Merluccius productus
PAZIFISCHER SEEHECHT
AUSTER
Ostrea edulis
TASCHENKREBS
Cancer pagurus
SEEZUNGE
Solea solea
SARDINE
Sardina pilchardus
ALASKA-SEELACHS
Gadus chalcogrammus
Cancer pagurus
SCHOLLE
Pleuronectes platessa
SCHOLLE
Pleuronectes platessa
KABELJAU
Gadus morhua
KABELJAU
Gadus morhua
MIESMUSCHEL
Mytilus edulis
Sebastes norvegicus
MIESMUSCHEL
Mytilus edulis
SEELACHS
Pollachius virens
SEELACHS
BUCKELLACHS
Oncorhynchus gorbuscha
WEISSER THUN
Thunnus alalunga
WEISSER THUN
EISMEERGARNELE
Pandalus borealis
HERING
Clupea harengus
SCHWERTFISCH
Xiphias gladiusMacruronus novaezelandiae
PAZIFISCHER SEEHECHT
Merluccius productus
PAZIFISCHER SEEHECHT
8 SCHWARZ AUF WEIß
150 Tatkräftige
30 Länder
1 Mission
Wir – der MSC – sind eine unabhängige und
gemeinnützige Organisation, die 1997 ins
Leben gerufen wurde, um der Überfischung
der Meere entgegenzuwirken. Seitdem en-
gagieren wir uns zusammen mit zahlrei-
chen UnterstützerInnen weltweit für den
Erhalt der Fischbestände und der Lebens-
räume im Meer.
Von meinem ersten selbstgefangenen Fisch mit acht Jah-
ren, übers Wandern in den Bergen und schwimmen im
Meer – ich liebe und schätze die Natur. Ich bin froh Teil
des Beitrags zu sein, den der MSC zum Erhalt unseres Na-
turerbes leistet.
DAN HOGGARTH • LEITER ENTWICKLUNG
FISCHEREISTANDARD • UK
Ich habe viele Sommer schnorchelnd im Mittel-
meer verbracht und bin mit den Fischen um die
Wette geschwommen. Jetzt habe ich das Projekt
MedFish mitentwickelt und unterstütze die Fische-
reien im Mittelmeer dabei, nachhaltiger zu werden.
Ich wünsche mir nämlich, dass sich auch in zehn
Jahren noch genügend Fische für unser jährliches
Wettschwimmen zusammenfinden!
MARGAUX FAVRET • FISCHEREIREFERENTIN
FÜR DEN MITTELMEERRAUM • FRANKREICH
Nach vielen Berufsjahren im Um-
weltsektor habe ich mich für den MSC
entschieden, weil ich glaube, dass
wir große Veränderungen in einem
so fischliebenden Land wie Spanien
bewirken können. Die Arbeit mit der
gesamten Lieferkette gefällt mir: von
der Fischerei bis zum Verbraucher. So
können wir das Leben in den Meeren
und die fantastische mediterrane Kul-
tur rund ums Meer erhalten.
LAURA RODRIGUEZ • LEITERIN
DES MSC IN SPANIEN UND
PORTUGAL • SPANIEN
Ich schlafe die meiste Zeit des Tages
und träume davon die Welt zu retten.
Allerdings tragen mich meine vier
Pfoten nicht allzu weit, sodass ich im
Rahmen meiner Möglichkeiten han-
deln muss. Verantwortungsbewusst
satt werden ist genau mein Ding. Ich
möchte meinen Napf voll nachhaltig
gefangenem Fisch nicht missen.
SALOMON • KATZE AUS
LEIDENSCHAFT • SCHWEDEN
Auf der ganzen Welt wollen Fischereigemeinschaf-
ten und alle, die von Fisch als Nahrungs- oder Ein-
kommensquelle abhängig sind, nur eine Sache:
Genug Fisch für heute und genug Fisch für ihre
Kinder und Kindeskinder. Dabei das Gleichgewicht
zu finden ist oft schwer. Die Arbeit des MSC ist eine
Möglichkeit dieses Gleichgewicht zu schaffen.
OLUYEMISI OLORUNTUYI • LEITERIN
ENTWICKLUNGSLÄNDERPROGRAMM • UK
Mein Großvater arbeitete als
junger Mann auf Fischtraw-
lern in der Ostsee und ich habe
wohl seine Liebe zur Meeres-
brise geerbt. Ich wurde Fische-
reibiologin und trage mit mei-
ner Arbeit beim MSC dazu bei,
die Fischerei für die nächste
Generation und deren Enkel
und Enkelinnen zu erhalten.
VIVIEN KUDELKA •
FISCHEREIREFERENTIN
FÜR DEN NORD- UND OST-
SEERAUM • DEUTSCHLAND Es ist ein magisches Gefühl aufs Meer rauszufah-
ren. Ich verstehe total, dass das für Fischer mehr als
nur ein Job ist. Es ist ein Lebensstil. Der Jäger und
Sammler. Das große Unbekannte. Ich liebe die Ar-
beit beim MSC, weil wir denen, die den Fisch essen,
die Geschichten der Fischereien erzählen können.
Sie zeigen, dass die Fischereiindustrie von mehr als
reinem Profit angetrieben wird. Und dass Nach-
haltigkeit, der Schutz ihrer Lebensgrundlage und
die Möglichkeit, ihren Kindern eine lebenswerte
Zukunft in der Fischereiindustrie zu bieten, so
wichtig sind.
MATT WATSON • FISCHEREIREFERENT FÜR
OZEANIEN UND SÜDOSTASIEN • AUSTRALIEN
Unsere Vision sind Meere, in denen
marines Leben wächst und gedeiht
und deren Ertragsfähigkeit für die
heutige wie für künftige Generatio-
nen gesichert ist.
9 SCHWARZ AUF WEIß
Die Welternährungsorganisation schätzt, dass welt-
weit 60 Prozent der wirtschaftlich genutzten Fisch-
bestände maximal befischt werden und ein Viertel
bereits überfischt ist. Mit der Wahl von Fisch aus
einer nachhaltig arbeitenden Fischerei kann jeder
zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit
diesen Fischbeständen beitragen. Die Kausalkette ist
eigentlich ganz einfach: Jeder Supermarkt gestaltet
sein Sortiment so, dass seine Kunden glücklich sind
und gerne bei ihm einkaufen. Wenn also diese Kun-
den nur glücklich sind, wenn sie nachhaltig gefan-
genen Fisch wählen können, täte ein Supermarkt
schlecht daran, diesen nicht anzubieten. Dafür ist
er auf Fischereien angewiesen, die dieses Kriterium
erfüllen und so fischen, dass die Meere auch in Zu-
kunft Fisch hergeben. Und weil eine Fischerei unter
anderem Fisch fängt, um Geld zu verdienen, freut
sie sich über den Supermarkt, der ihre Fische kauft
und damit die verantwortungsbewussten Fischlieb-
haber am gedeckten Tisch glücklich macht. Eine
Win-win-Situation – für Fische, Fischer, Fischhänd-
ler und Fischesser.
Du hast die Wahl. Wähl nachhaltig!
Ist es überhaupt noch vertretbar Fisch zu essen? Klar – sofern wir etwas Verantwortung
an den Tag legen. Und die teilen wir uns mit den Fischereien, Herstellern, Händlern und
Fischessern dieser Welt.
2
4
3
Unsere Meere beherbergen
schätzungsweise 2,2 Millionen
verschiedene Arten – jede
einzelne von ihnen ist
schützenswert.
9
Ein Sonnen-
untergang untermalt
vom Rauschen des
Meeres – superkitschig
und doch wunderschön.
Was wäre eine Kindheit
ohne Strandurlaub und
Sandburgenbauen?
Na also.
7
Für die Hälfte der Weltbe-
völkerung ist Fisch eine der
wichtigsten Eiweißquellen
und daher lebensnotwendig.8
Ein Drittel des weltweit
produzierten CO² wird von
den Meeren absorbiert und
gespeichert.
6
Zum Baden ans Meer zu
fahren macht viel mehr
Spaß, als zum Müllsammeln.
Gegrillte Sardinen
am Strand von Portugal
und das Matjesbrötchen
an der Nordseeküste.
Mmmhh...1
Etwa die Hälfte des weltweiten
Sauerstoffs wird im Meer von
winzigen Algen gebildet –
jeder zweite Atemzug kommt
also aus dem Meer.
Gründe
die Meere zu b
ewahren
Die Meeresströmungen
sind unabdingbar
für die Regulierung
unseres Klimas und
der Temperaturen.
5
Eine bunte Unterwas-
serwelt ist Faszinati-
on pur – kein Mensch
und kein Fisch der
Welt sollte jemals
darauf verzichten
müssen.10
1 0 SCHWARZ AUF WEIß
FRANKREICH
1.Cabillaud|Kabeljau
2.Saumon|Lachs
3.Thon|Thunfisch
4.Moules|Muscheln
5.Huîtres|Austern
FINNLAND
1.Lohi|Lachs
2.Kirjolohi|
Regenbogenforelle
3.Tonnikala|Thunfisch
4.Katkarapu|Garnelen
5.Muikku|Maräne
DÄNEMARK
1.Torsk|Kabeljau
2.Sej|Seelachs
3.Kulmule|Seehecht
4.Rødspætte|Scholle
5.Sild|Hering
ISLAND
1.Ýsa|Schellfisch
2.Þorskur|Kabeljau
3.Túnfiskur|Thunfisch
4.Lax|Lachs
5.Rækjur|Garnelen
ITALIEN
1.Tonno|Thunfisch
2.Acciughe|Sardelle
3.Nasello e Merluzzo|
Kabeljau und Seehecht
4.Vongole|
Venusmuscheln
5.Polpi|Tintenfisch
SPANIEN
1.Merluza|Seehecht
2.Atún|Thunfisch
3.Gambas|Garnelen
4.Calamar|Tintenfisch
5.Sardina y anchoa|
Sardine und Sardelle
DIE TOP 5 IN ANDEREN EUROPÄISCHEN LÄNDERN
Deutschlands
5
Big
Quelle:Fisch-Informationszentrume.V.
3. HERING
Kein anderer Fisch hat in der
Geschichte eine so große
wirtschaftliche und politi-
sche Bedeutung gehabt
wie der Hering. Die Ent-
deckung des Salzens von
Heringen zum Haltbarma-
chen erlaubte es, längere
und weitere Seereisen als
zuvor durchzuführen. So hat
der Salzhering dabei geholfen,
neue Kontinente zu entdecken und
Handelswege zu erschließen.
2. LACHS
Ein Rot-, Hunds-, Silber-, Königs- oder Bu-
ckellachs wird im Süßwasser geboren und
wandert später ins Meer ab. Erst zum Laichen
kehrt er an seinen Geburtsplatz im Süßwas-
ser zurück. In seinem neuen Lebensraum,
dem salzigen Ozean, ernährt er sich unter
anderem von Krebstieren, die seinem Fleisch
die typisch rötliche Farbe verleihen.
1. ALASKA-SEELACHS
Auch wenn es der Name vermuten ließe, lebt der Alaska-
Seelachs nicht nur in Alaska, sondern im gesamten
Nordpazifik. Der Alaska-Seelachs ist übrigens nicht im
Geringsten mit dem Lachs verwandt: Erst vor Kurzem
wurde sein lateinischer Name geändert, da er zu den
Dorschartigen gehört. An der deutschen Handelsbe-
zeichnung wird sich aber vermutlich nichts ändern.
4. THUNFISCH
Es gibt viele verschiedene Thun-
fischarten. Sie alle sind kraft-
volle und schnelle Räuber und
legen mühelos weite Strecken
in einem Tempo von bis zu 50
Kilometer pro Stunde zurück.
Dabei schwimmen sie immer
mit geöffnetem Maul, denn nur so
können sie atmen. Thunfische decken
ihren hohen Energiebedarf z.B. mit Sardi-
nen und Sardellen.
5. FORELLE
Weltweit gibt es viele verschiedene
Forellenarten. Zoologisch gesehen
gehören Forellen zur Gruppe der
lachsartigen Fische, den soge-
nannten Salmoniden. Sie leben
teilweise in freien Gewässern, wer-
den aber zum großen Teil gezüch-
tet. Die Forelle ist die bedeutendste
Fischart der Binnenfischerei in Deutsch-
land, Österreich und der Schweiz.
Diese fünf Arten schmecken den deutschen
FischesserInnen besonders gut. Statt Hering
stehen in der Schweiz Crevetten (Garnelen)
hoch im Kurs. Und auf österreichischen Tel-
lern landet regelmäßig Scholle.
GRÄTENFREI UND NICHT ZU FISCHIG
Die geschmacklichen Vorlieben von FischesserInnen im deutschsprachi-
gen Raum sind schnell erfasst: Drei Viertel des Fischkonsums entfallen
auf nur fünf verschiedene Arten. Erfreulicherweise gibt es alle Lieblings-
fische auch aus nachhaltiger Fischerei: Die Alaska-Seelachs-Fischerei ist
beispielsweise die größte Fischerei mit MSC-Siegel und weltweit gibt es
19 MSC-zertifizierte Heringsfischereien.
1 1 SCHWARZ AUF WEIß
Ceviche
vom Seelachs
Sommerlich leicht
1
Sommerlich leicht
1Vorbereitung: 15 Minuten+ 30 Minuten Marinierzeit
Zutaten:
400 g Seelachsfiletsohne Haut
2 Limetten
1 Knoblauchzehe
2 Chilis
2 rote Zwiebeln
2 EL KoriandergrünOlivenöl
Beilage:
Süßkartoffeln, Maiskolbenoder Tortillachips
Zubereitung:
1. Aufgetaute oder frische See-lachsfilets in dünne Scheibenschneiden und in einer Schüsselmit dem Saft der Limetten undder zerriebenen Knoblauchzehemarinieren.
2. Chilis halbieren und entkernen.Chilis, rote Zwiebeln und Koriander-grün in feine Streifen schneidenund ebenfalls mit den Seelachs-streifen und der Limetten-Knob-lauch-Marinade vermengen.
3. Mit Olivenöl und etwas Salzwürzen und eine halbe Stunde imKühlschrank ziehen lassen.
4. Auf Tellern anrichten, mit Chilipul-ver oder Cayennepfeffer bestreu-en und sofort servieren.
¡Buen provecho!
Ceviche – gesprochen [sevitʃe] – ist ein in Südame-
rika sehr beliebtes Gericht. Durch die Zitronensäure
der Limetten denaturiert das Eiweiß und der Fisch
wird leicht „gegart“. Da der Fisch hierbei aber nicht
gekocht wird, sollte man nur ganz frische oder tiefge-
kühlte Filets verwenden.
Seelachs aus der Nordsee gibt es häufig auch frisch
an MSC-zertifizierten Frischfischtheken. Ansonsten
die tiefgekühlten Seelachsfilets schnell in lauwarmem
Wasser auftauen, mit einem Küchentuch gut trocken
tupfen und dann wie frische Filets weiterverarbeiten.
GUTSCHEIN
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Ceviche
vom Seelachs
Ceviwas?
FISCH UND BIER
DAS WÜNSCH
ICH MIR!
Dass man zu Fisch nur Weißwein oder Küstenne-
bel trinken kann, ist natürlich Quatsch. Mehr als
Wasser darf es aber schon sein. Lange war Bier zu
gutem Essen verpönt. Jetzt aber schwappen mit der
Craft-Bier-Bewegung internationale Braustile und
kreative Handwerksbiere buchstäblich übers Land.
Die sorgen für reichlich Abwechslung im Glas und
bescheren jedem Geschmack und jedem Anlass das
passende Bier. Für leichte und frische Gerichte wie
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…gern auch in Bier
1 2 SCHWARZ AUF WEIß
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anderen Namen berühmt wurde,
wurde er als Köhler bezeichnet.
B. Das Alter dieses Tieres kann man
anhand seiner Schale bestimmen.
C. Dieses Tier bildet große Schwär-
me, ist wichtiger Teil der Nahrungskette
und bildet die Nahrungsgrundlage des
Blauwals.
D. Dieser Fisch ist dank seiner Far-
be, die in tiefen Gewässern absorbiert
wird, gut getarnt.
E. Dieser Fisch vergräbt sich zur
Tarnung im sandigen Meeresboden.
F. Die MSC-zertifizierte Fischerei
auf diesen Fisch konnte ihren Alba-
tross-Beifang um 99% senken.
G. Die Scheren dieses Tieres wer-
den unter der Bezeichnung „Knieper“
als Delikatesse serviert.
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faden zur Nahrungssuche auf
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Alter: bis zu 50 Jahre Größe: ø 45 cm
Gewicht: ø 1,2 kg
Alter: über 25 Jahre Größe: ø 70 cm
Gewicht: ø 3-4 kg
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Euphausia superba
4. SEELACHS
Pollachius virens
Alter: bis zu 5 Jahre Größe: ø 5 cm
Gewicht: ø 2 g
Alter: bis zu 25 Jahre Größe: ø 60 cm
Gewicht: ø 2,5 kg
6. KAP-SEEHECHT
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Alter: bis zu 11 Jahre Größe: ø 50 cm
Gewicht: ø 10 kg
2. KABELJAU
Gadus morhua
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Blauwals.
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GE
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Die MSC-zertifizierte Fischerei
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MSC-Zeitung Aktionswoche 2016

  • 1. Wahrhaftiges aus der Welt der nachhaltigen Fischerei ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT Wie wir die Kontrolle über unser Essen zurückgewinnen. Von Marc Winkelmann, Chefredakteur enorm. S.3 GRENZEN IM MEER Die Welternährungsorganisation hat die Gewässer der Welt in 27 Gebiete unterteilt. Warum? S.2 LIEBESLEBEN DER FISCHE Auch im Fischreich gibt es treue und untreue Partner. S.5 FISCHPOSTER IM INNENTEIL Beliebte Fische und Meeres- früchte für die Küchenwand. Sieht gut aus und macht schlau. S.6-7 FISCH MUSS SCHWIMMEN Rezept- und Bierempfehlung für einen lauen Sommerabend. S.11 WELCHER FISCHTYP BIST DU? Unser Psychotest verrät es dir. S.4 REDAKTION: ©MSC | GESTALTUNG: ©WWW.LITTLEADEN.COM KONTAKT: Regionalbüro Deutschland, Österreich, Schweiz | Adresse Schwedter Straße 9a, 10119 Berlin | Telefon +49 (0) 30 609 85520 | E-Mail berlin@msc.org www.msc.org MSC.Nachhaltige.Fischerei @MSCsiegel Der MSC engagiert sich weltweit für den Erhalt der Fischbestände und der Lebensräume im Meer. Mehr zur Arbeit des MSC gibt es hier: MM aarriine SSttewarddss hippCouncil 3.Ausga be – – SCHWARZ WEIß
  • 2. 2 SCHWARZ AUF WEIß 02 21 27 05 01 37 51 04 47 41 03 31 34 87 48 58 67 18 77 61 71 04 05 06 57 51 81 88 08 58 Meeresbewohner interessieren sich herzlich wenig für Grenzen – die meisten halten sich frei- willig nur da auf, wo es ihnen am besten gefällt. Um aber die weltweite Fischerei besser kon- trollieren zu können, bedarf es für uns Erdbewohner definier- ter Grenzen. 1956 hat die Welt- ernährungsorganisation die Gewässer der Welt deshalb in 27 Gebiete unterteilt. Die Grenzen orientieren sich an bestehenden natürlichen Regionsgrenzen und sind in Abstimmung mit in- ternationalen Fischereikomitees gezogen worden. Dabei sind 19 sogenannte FAO-Fanggebiete für die Meeresfischerei und acht für die Binnengewässer ent- standen. Seit der neuen Lebens- mittelinformationsverordnung der EU muss das Fanggebiet nun auch mit einem für uns Ver- braucher leicht verständlichen Namen oder gar einer Karte an- gezeigt werden. Das Rätselraten um das Fanggebiet eines Fisches hat also ein Ende. Grenzen im Meer INDISCHER OZEAN PAZIFISCHER OZEAN ANTARKTISCHER OZEAN ATLANTISCHER OZEAN ARKTISCHER OZEAN FAO ist die Abkürzung für die „Food and Agriculture Organization“ der UN. Hierzulande oft als „Welternährungs- organisation“ bezeichnet. BINNENGEWÄSSER 01 Afrika 02 Nordamerika 03 Südamerika 04 Asien 05 Europa 06 Australien und Ozeanien 07 (frühere UdSSR-Gebiete) 08 Antarktis ATLANTISCHER OZEAN UND BENACHBARTE MEERE 18 Arktischer Ozean 21 Nordwestatlantik 27 Nordostatlantik 31 Mittlerer Westatlantik 34 Mittlerer Ostatlantik 37 Mittelmeer, Schwarzes Meer 41 Südwestatlantik 47 Südostatlantik INDISCHER OZEAN 51 Westlicher Indischer Ozean 57 Östlicher Indischer Ozean PAZIFISCHER OZEAN 61 Nordwestpazifik 67 Nordostpazifik 71 Westlicher Pazifik 77 Östlicher Pazifik 81 Südwestpazifik 87 Südostpazifik ANTARKTISCHER OZEAN 48 Antarktischer Atlantik 58 Antarktischer Indischer Ozean 88 Antarktischer Pazifik WAS IST EIN FAO-FANGGEBIET?
  • 3. 3 SCHWARZ AUF WEIß Zurück in die Zukunft Zurückverfolgt wurden Lebensmittel auch früher schon, das ist keine neue Erfindung. Allerdings nannte man es nicht so. Damals konnte man nämlich noch vertrauen. In den Bauern, zu dem man radelte, um sich Milch und Wurst zu kaufen, oder in den Krämer, der ebenfalls wusste und es erklären konn- te, woher sein Brot und Käse stammten. Später traten Marken an die Stelle dieser lo- kalen und regionalen Händler. Das war ein Fortschritt und ein Rückschritt zugleich. Einerseits holten diese (Marken-) Unternehmen einem täglich die Welt und damit die Vielfalt ins Haus. Andererseits verloren auch sie im Zuge der Globalisie- rung den Überblick. Woher die einzelnen Zutaten stammen? Das konnten sie nicht sagen. Und, um ehrlich zu sein, es interes- sierte lange zu wenige. Erst als Fälle von „Rinderwahnsinn“ bekannt wurden und man eine Ahnung davon bekam, was alles in den Mitteln steckt, die wir zum Leben zu uns nehmen, wurde versucht, das Vertrau- en zurück zu gewinnen. Die EU führte eine „Basis-Verordnung“ ein, Nr. 178/2002. Sie nimmt Produzenten, Händ- ler und Importeure in die Pflicht, die Liefer- kette zu dokumentieren. Das ist notwendig und doch zu wenig. Denn in der Praxis fehlt der letzte Schritt, nämlich der zum Kunden. Ihm ist es trotz der Verordnung in der Pra- xis kaum möglich, sich über die Herkunft zu informieren. Und durchgehend überwacht wird die Herstellung offenbar ebenfalls nicht. Das in Lasagne, Gulasch, Tortellini und Döner-Spießen nachgewiesene Pferdefleisch machte das vor drei Jahren deutlich. Siegel versuchen, diese Lücke der Rückver- folgbarkeit zu schließen. Mit ihren individu- ell festgeschriebenen, einheitlichen Kriteri- en agieren sie als Meta-Marke und sind für Kunden somit greifbarer und verlässlicher. Allerdings gibt es inzwischen zu viele Sie- gel. Die Handelsketten gründen eigene, statt die etablierten zu nutzen, und Organisatio- nen mit niedrigeren Standards untergraben die Arbeit von seriösen. Für Verbraucher ist das zu einem Problem geworden. Zumal der Vertrauensverlust nicht nur Lebensmit- tel betrifft. Auch Finanzprodukte, Textilien, Unterhaltungselektronik und Reiseanbieter stehen inzwischen in der Kritik, um nur ei- nige zu nennen. Als der vielzitierte „mündi- ge Verbraucher“ müsste man sich auch hier ständig schlau machen, um die häufig gefor- derten „bewussten Entscheidungen“ treffen zu können. Das ist im Alltag kaum möglich. Was wir brauchen, ist ein Schritt in die Ver- gangenheit, diesmal aber mit moderner Technik. Es gibt Akteure, die das erkannt haben und umsetzen: der MSC mit einem komplexen Rückverfolgbarkeitssystem, das hinter dem für Endkunden sichtbaren Siegel steht; Marken wie Followfish, die es Verbrauchern per „Tracking Code“ möglich machen, den Packungsinhalt übers Smart- phone zurück bis ins Wasser zu verfolgen; oder Firmen wie Meine kleine Farm, die ein Foto des Schweins oder des Rindes auf die Verpackung druckt, dessen Fleisch man ge- rade isst - im Netz erfährt man dann mehr über Herkunft und Leben des Tieres. Je lückenloser, desto besser; je einfacher zu durchblicken, desto vertrauenswürdiger. Herkunft und Erzeugung rücken mittels der digitalen Vernetzung so wieder nah ran an den Konsumenten. Er gewinnt die Kontrolle über sein Essen zurück, die Glaubwürdig- keit steigt. Ein bloßer Trend ist das übrigens nicht. Die Zahl der Kunden, die Transparenz einfordern, steigt. Oder anders gesagt: Nur was rückverfolgbar ist, hat eine Zukunft. Jetzt müssen es nur noch mehr Hersteller werden, die nachziehen. EIN GASTBEITRAG VON MARC WINKELMANN, CHEFREDAKTEUR DES WIRTSCHAFTSMAGAZINS ENORM. Fische und Meeresfrüchte, die von MSC- zertifizierten nachhaltigen Fischereien gefangen wurden, werden weltweit in über 100 Ländern an mehr als 38.000 Standorten verarbeitet oder verkauft. Jeder dieser Standorte – ob Fischerei, Lieferant, Verarbeiter, Händler oder Restaurant – muss strenge Anforderungen erfüllen, um si- cherzustellen, dass der Fisch rückverfolgbar und korrekt ausgezeichnet ist. Die Einhaltung dieser Anforderungen wird regelmäßig von unabhängi- gen Gutachtern überprüft. Mehr zum Thema Rückverfolgbarkeit gibt’s hier: www.msc.org/waehl-blau
  • 4. 4 SCHWARZ AUF WEIß PSYCHO TEST EINS IST SCHON MAL SICHER, ES GIBT FÜR JEDEN DEN RICHTIGEN FANG! Welcher Fischtyp bist du? MIEZEKATZE Wenn du könntest, würdest du selbst auf Fischfang gehen. Aber am Ende isst du die Dose, die die Zweibeiner dir öffnen. Wie gut für deinen Schönheits- schlaf, dass es auch Katzenfut- ter mit MSC-Siegel gibt. WG-SCHLUFFI Dein Lieblingsfisch heißt Fisch- stäbchen, Fanggebiet: Fritteu- se. Auch wenn du deine Thun- fischpizza am liebsten auf dem Sofa verputzt, die Meere sind dir wichtig – wie praktisch, dass das auch immer mehr Le- bensmittelhersteller so sehen. FISCHKOPP Ein Matjesbrötchen von Pe- tras Fischbude zum ersten Mö- wenschrei ist noch immer der größte Fischgenuss für dich. Dir gefällt, dass sich zuneh- mend mehr Fischereien einer nachhaltigen Arbeitsweise ver- schreiben. GOURMET Du magst Fisch geräuchert, pochiert, gebeizt, auf der Haut gebraten und am liebsten mit Anisjus. Dass es mittlerweile auch Frischfischtheken und Restaurants gibt, die auf nach- haltig gefangenen Fisch setzen, findest du famos. Start Klar. Überwas? Klar, wer nicht? Egal, Hauptsache was zu futtern. Ja wie denn sonst? Das hättet ihr wohl gern! Nö, bin lieber auf Achse, selbst bei Schietwetter. Mal so, mal so. Wenn ich mal welches hätte. Wat mutt, dat mutt. Selbstverfreilich.Nö. Am Hafen direkt vom Kalle sein Kutter. Truhe. Naja, und Pizzataxi. Findet sich leider keiner. Ja, das ist es mir wert. Jo Mann! Miau. Ja. Nur Austern schlürf ich aus der Hand. Weiter geht’s! Bleib mir bloß weg mit dem schuppigen Zeuch. Liegst du gern faul in der Wohnung rum? Lässt du dir dein Essen gern servieren? Isst du deinen Fisch mit Messer und Gabel? Gibst du gerne Geld für gutes Essen aus? Weißt du, was eine Hummerpresse ist? Suchst du deinen Fisch in der Tiefkühltruhe oder am Hafen? Darf dein Fisch wie Fisch aussehen? Schon mal was von Überfischung gehört? Dann kann man dir die Über- fischung der Meere sicher nicht vorwerfen! Solltest du irgendwann doch auf den Geschmack kommen, achte auf die nachhaltige Herkunft des schuppigen Zeuchs. Heute ist dein Glückstag. Es ist nie zu spät, etwas Neues zu lernen. Auf diesen Seiten steht allerlei zum Thema Fischfang und warum du auch mal einen Gedanken an die Herkunft deines Fischgerichts verschwenden solltest. Kopfzerbre- chen ist dabei gar nicht nötig! Isst du gerne Fisch?
  • 5. 5 SCHWARZ AUF WEIß Das Liebesleben der Fische BIOLOGIESTUNDE mit Meeresbiologin Cora Albrecht Auch im Fischreich gibt es Paare, die sich treu bleiben und ihr Leben lang zu- sammen verbringen. Meistens findet man diese Fische in tropischen Korallengebie- ten, denn dort sind viele Tiere sehr orts- gebunden und es ist leicht, den Partner im Blick zu behalten. Manche Fische können ihr Ge- schlecht wechseln. Anemonenfische – auch bekannt als „Nemo“ – leben zum Beispiel in einem Harem, in dem nur das größte Tier ein Weibchen ist. Sobald es stirbt, wird das stärkste Männchen zum Weibchen und über- nimmt die Führungsrolle. Im Gegensatz zur Mehrheit der Fische, bei denen die Eier außerhalb des Kör- pers befruchtet werden, haben manche männliche Fische eine sogenannte „Be- gattungsflosse“. Mit der können sie sich beim Weibchen festhalten, damit es zu einer inneren Befruchtung kommt. Fast alle Fischarten geben ihre Eier ins offe- ne Wasser ab. Dort werden sie befruchtet und entwickeln sich zu Fischlarven, die im Plankton leben, bis sie Jungfische geworden sind. Fisch- weibchen können bis zu mehrere Millionen Eier abgeben, von denen allerdings nur ein Bruchteil die Entwicklung zum ausgewachsenen Fisch überlebt. Nur wenige Fische bringen fertig ent- wickelte Jungtiere wie wir Menschen zur Welt. Einige Haiarten sind zum Beispiel lebendgebärend. Aquarianer könnten diese Eigenschaft vielleicht auch von den Guppys kennen – die gehören nämlich zu den lebendgebä- renden Zahnkarpfen. ZAHLEN SCHWARZ WEIß auf der weltweiten Fischbestände sind überfischt. klebrige Eier, die sich am Meeres- grund anheften, gibt ein Herings- weibchen pro Laichsaison ab. Fischfangboote sind auf den Meeren unterwegs. der Erde sind mit Wasser bedeckt. des weltweiten Fangs stammen mittlerweile aus Fischereien mit MSC-Siegel. Jährlich werden also 9 Millionen Tonnen Fisch und Mee- resfrüchte nachhaltig gefangen. wird eine MSC-zertifizierte Fischerei komplett neu bewertet. In jährlichen Überprüfungen muss sie außerdem nachweisen, dass sie den MSC-Standard weiterhin erfüllt und sich, wo nötig, verbessert. 4.720.000 Etwa JAHRE ALLE Fischarten sind derzeit bekannt. Damit sind die Fische gleichauf mit den Landwirbeltieren. 32.000 RUND der Weltbevölkerung sind in der Fischwirtschaft beschäftigt. PROZENT Bis zu TAUSEND
  • 6. Artenbilder:©ScandinavianFishingYearBook BELIEBTE FISCHE UND MEERESFRÜCHTE Zehn Prozent des weltweiten Fangs stammen mittlerweile aus Fischereien mit MSC-Siegel. Diese 300 nachhaltigen Fischereien fangen 100 verschiedene Fische und Meeresfrüchte. Verantwortungsbewusste FischesserInnen müssen also weder Verzicht noch Eintönigkeit fürchten. NEPTUNS SCHÄTZE ZANDER Sander lucioperca ROTBARSCH Sebastes norvegicus HERING Clupea harengus SCHWERTFISCH Xiphias gladius HOKI Macruronus novaezelandiae Artenbilder:©ScandinavianFishingYearBook PAZIFISCHER HEILBUTT Hippoglossus stenolepis PAZIFISCHER HOKI AMERIKANISCHER HUMMER Homarus americanus SCHELLFISCH Melanogrammus aeglefinus SCHELLFISCH KRILL Euphausia superba KRILL KAP-SEEHECHT Merluccius capensis PAZIFISCHER SEEHECHT Merluccius productus PAZIFISCHER SEEHECHT AUSTER Ostrea edulis TASCHENKREBS Cancer pagurus SEEZUNGE Solea solea SARDINE Sardina pilchardus ALASKA-SEELACHS Gadus chalcogrammus Cancer pagurus SCHOLLE Pleuronectes platessa SCHOLLE Pleuronectes platessa KABELJAU Gadus morhua KABELJAU Gadus morhua MIESMUSCHEL Mytilus edulis Sebastes norvegicus MIESMUSCHEL Mytilus edulis SEELACHS Pollachius virens SEELACHS BUCKELLACHS Oncorhynchus gorbuscha WEISSER THUN Thunnus alalunga WEISSER THUN EISMEERGARNELE Pandalus borealis HERING Clupea harengus SCHWERTFISCH Xiphias gladiusMacruronus novaezelandiae PAZIFISCHER SEEHECHT Merluccius productus PAZIFISCHER SEEHECHT
  • 7. 8 SCHWARZ AUF WEIß 150 Tatkräftige 30 Länder 1 Mission Wir – der MSC – sind eine unabhängige und gemeinnützige Organisation, die 1997 ins Leben gerufen wurde, um der Überfischung der Meere entgegenzuwirken. Seitdem en- gagieren wir uns zusammen mit zahlrei- chen UnterstützerInnen weltweit für den Erhalt der Fischbestände und der Lebens- räume im Meer. Von meinem ersten selbstgefangenen Fisch mit acht Jah- ren, übers Wandern in den Bergen und schwimmen im Meer – ich liebe und schätze die Natur. Ich bin froh Teil des Beitrags zu sein, den der MSC zum Erhalt unseres Na- turerbes leistet. DAN HOGGARTH • LEITER ENTWICKLUNG FISCHEREISTANDARD • UK Ich habe viele Sommer schnorchelnd im Mittel- meer verbracht und bin mit den Fischen um die Wette geschwommen. Jetzt habe ich das Projekt MedFish mitentwickelt und unterstütze die Fische- reien im Mittelmeer dabei, nachhaltiger zu werden. Ich wünsche mir nämlich, dass sich auch in zehn Jahren noch genügend Fische für unser jährliches Wettschwimmen zusammenfinden! MARGAUX FAVRET • FISCHEREIREFERENTIN FÜR DEN MITTELMEERRAUM • FRANKREICH Nach vielen Berufsjahren im Um- weltsektor habe ich mich für den MSC entschieden, weil ich glaube, dass wir große Veränderungen in einem so fischliebenden Land wie Spanien bewirken können. Die Arbeit mit der gesamten Lieferkette gefällt mir: von der Fischerei bis zum Verbraucher. So können wir das Leben in den Meeren und die fantastische mediterrane Kul- tur rund ums Meer erhalten. LAURA RODRIGUEZ • LEITERIN DES MSC IN SPANIEN UND PORTUGAL • SPANIEN Ich schlafe die meiste Zeit des Tages und träume davon die Welt zu retten. Allerdings tragen mich meine vier Pfoten nicht allzu weit, sodass ich im Rahmen meiner Möglichkeiten han- deln muss. Verantwortungsbewusst satt werden ist genau mein Ding. Ich möchte meinen Napf voll nachhaltig gefangenem Fisch nicht missen. SALOMON • KATZE AUS LEIDENSCHAFT • SCHWEDEN Auf der ganzen Welt wollen Fischereigemeinschaf- ten und alle, die von Fisch als Nahrungs- oder Ein- kommensquelle abhängig sind, nur eine Sache: Genug Fisch für heute und genug Fisch für ihre Kinder und Kindeskinder. Dabei das Gleichgewicht zu finden ist oft schwer. Die Arbeit des MSC ist eine Möglichkeit dieses Gleichgewicht zu schaffen. OLUYEMISI OLORUNTUYI • LEITERIN ENTWICKLUNGSLÄNDERPROGRAMM • UK Mein Großvater arbeitete als junger Mann auf Fischtraw- lern in der Ostsee und ich habe wohl seine Liebe zur Meeres- brise geerbt. Ich wurde Fische- reibiologin und trage mit mei- ner Arbeit beim MSC dazu bei, die Fischerei für die nächste Generation und deren Enkel und Enkelinnen zu erhalten. VIVIEN KUDELKA • FISCHEREIREFERENTIN FÜR DEN NORD- UND OST- SEERAUM • DEUTSCHLAND Es ist ein magisches Gefühl aufs Meer rauszufah- ren. Ich verstehe total, dass das für Fischer mehr als nur ein Job ist. Es ist ein Lebensstil. Der Jäger und Sammler. Das große Unbekannte. Ich liebe die Ar- beit beim MSC, weil wir denen, die den Fisch essen, die Geschichten der Fischereien erzählen können. Sie zeigen, dass die Fischereiindustrie von mehr als reinem Profit angetrieben wird. Und dass Nach- haltigkeit, der Schutz ihrer Lebensgrundlage und die Möglichkeit, ihren Kindern eine lebenswerte Zukunft in der Fischereiindustrie zu bieten, so wichtig sind. MATT WATSON • FISCHEREIREFERENT FÜR OZEANIEN UND SÜDOSTASIEN • AUSTRALIEN Unsere Vision sind Meere, in denen marines Leben wächst und gedeiht und deren Ertragsfähigkeit für die heutige wie für künftige Generatio- nen gesichert ist.
  • 8. 9 SCHWARZ AUF WEIß Die Welternährungsorganisation schätzt, dass welt- weit 60 Prozent der wirtschaftlich genutzten Fisch- bestände maximal befischt werden und ein Viertel bereits überfischt ist. Mit der Wahl von Fisch aus einer nachhaltig arbeitenden Fischerei kann jeder zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit diesen Fischbeständen beitragen. Die Kausalkette ist eigentlich ganz einfach: Jeder Supermarkt gestaltet sein Sortiment so, dass seine Kunden glücklich sind und gerne bei ihm einkaufen. Wenn also diese Kun- den nur glücklich sind, wenn sie nachhaltig gefan- genen Fisch wählen können, täte ein Supermarkt schlecht daran, diesen nicht anzubieten. Dafür ist er auf Fischereien angewiesen, die dieses Kriterium erfüllen und so fischen, dass die Meere auch in Zu- kunft Fisch hergeben. Und weil eine Fischerei unter anderem Fisch fängt, um Geld zu verdienen, freut sie sich über den Supermarkt, der ihre Fische kauft und damit die verantwortungsbewussten Fischlieb- haber am gedeckten Tisch glücklich macht. Eine Win-win-Situation – für Fische, Fischer, Fischhänd- ler und Fischesser. Du hast die Wahl. Wähl nachhaltig! Ist es überhaupt noch vertretbar Fisch zu essen? Klar – sofern wir etwas Verantwortung an den Tag legen. Und die teilen wir uns mit den Fischereien, Herstellern, Händlern und Fischessern dieser Welt. 2 4 3 Unsere Meere beherbergen schätzungsweise 2,2 Millionen verschiedene Arten – jede einzelne von ihnen ist schützenswert. 9 Ein Sonnen- untergang untermalt vom Rauschen des Meeres – superkitschig und doch wunderschön. Was wäre eine Kindheit ohne Strandurlaub und Sandburgenbauen? Na also. 7 Für die Hälfte der Weltbe- völkerung ist Fisch eine der wichtigsten Eiweißquellen und daher lebensnotwendig.8 Ein Drittel des weltweit produzierten CO² wird von den Meeren absorbiert und gespeichert. 6 Zum Baden ans Meer zu fahren macht viel mehr Spaß, als zum Müllsammeln. Gegrillte Sardinen am Strand von Portugal und das Matjesbrötchen an der Nordseeküste. Mmmhh...1 Etwa die Hälfte des weltweiten Sauerstoffs wird im Meer von winzigen Algen gebildet – jeder zweite Atemzug kommt also aus dem Meer. Gründe die Meere zu b ewahren Die Meeresströmungen sind unabdingbar für die Regulierung unseres Klimas und der Temperaturen. 5 Eine bunte Unterwas- serwelt ist Faszinati- on pur – kein Mensch und kein Fisch der Welt sollte jemals darauf verzichten müssen.10
  • 9. 1 0 SCHWARZ AUF WEIß FRANKREICH 1.Cabillaud|Kabeljau 2.Saumon|Lachs 3.Thon|Thunfisch 4.Moules|Muscheln 5.Huîtres|Austern FINNLAND 1.Lohi|Lachs 2.Kirjolohi| Regenbogenforelle 3.Tonnikala|Thunfisch 4.Katkarapu|Garnelen 5.Muikku|Maräne DÄNEMARK 1.Torsk|Kabeljau 2.Sej|Seelachs 3.Kulmule|Seehecht 4.Rødspætte|Scholle 5.Sild|Hering ISLAND 1.Ýsa|Schellfisch 2.Þorskur|Kabeljau 3.Túnfiskur|Thunfisch 4.Lax|Lachs 5.Rækjur|Garnelen ITALIEN 1.Tonno|Thunfisch 2.Acciughe|Sardelle 3.Nasello e Merluzzo| Kabeljau und Seehecht 4.Vongole| Venusmuscheln 5.Polpi|Tintenfisch SPANIEN 1.Merluza|Seehecht 2.Atún|Thunfisch 3.Gambas|Garnelen 4.Calamar|Tintenfisch 5.Sardina y anchoa| Sardine und Sardelle DIE TOP 5 IN ANDEREN EUROPÄISCHEN LÄNDERN Deutschlands 5 Big Quelle:Fisch-Informationszentrume.V. 3. HERING Kein anderer Fisch hat in der Geschichte eine so große wirtschaftliche und politi- sche Bedeutung gehabt wie der Hering. Die Ent- deckung des Salzens von Heringen zum Haltbarma- chen erlaubte es, längere und weitere Seereisen als zuvor durchzuführen. So hat der Salzhering dabei geholfen, neue Kontinente zu entdecken und Handelswege zu erschließen. 2. LACHS Ein Rot-, Hunds-, Silber-, Königs- oder Bu- ckellachs wird im Süßwasser geboren und wandert später ins Meer ab. Erst zum Laichen kehrt er an seinen Geburtsplatz im Süßwas- ser zurück. In seinem neuen Lebensraum, dem salzigen Ozean, ernährt er sich unter anderem von Krebstieren, die seinem Fleisch die typisch rötliche Farbe verleihen. 1. ALASKA-SEELACHS Auch wenn es der Name vermuten ließe, lebt der Alaska- Seelachs nicht nur in Alaska, sondern im gesamten Nordpazifik. Der Alaska-Seelachs ist übrigens nicht im Geringsten mit dem Lachs verwandt: Erst vor Kurzem wurde sein lateinischer Name geändert, da er zu den Dorschartigen gehört. An der deutschen Handelsbe- zeichnung wird sich aber vermutlich nichts ändern. 4. THUNFISCH Es gibt viele verschiedene Thun- fischarten. Sie alle sind kraft- volle und schnelle Räuber und legen mühelos weite Strecken in einem Tempo von bis zu 50 Kilometer pro Stunde zurück. Dabei schwimmen sie immer mit geöffnetem Maul, denn nur so können sie atmen. Thunfische decken ihren hohen Energiebedarf z.B. mit Sardi- nen und Sardellen. 5. FORELLE Weltweit gibt es viele verschiedene Forellenarten. Zoologisch gesehen gehören Forellen zur Gruppe der lachsartigen Fische, den soge- nannten Salmoniden. Sie leben teilweise in freien Gewässern, wer- den aber zum großen Teil gezüch- tet. Die Forelle ist die bedeutendste Fischart der Binnenfischerei in Deutsch- land, Österreich und der Schweiz. Diese fünf Arten schmecken den deutschen FischesserInnen besonders gut. Statt Hering stehen in der Schweiz Crevetten (Garnelen) hoch im Kurs. Und auf österreichischen Tel- lern landet regelmäßig Scholle. GRÄTENFREI UND NICHT ZU FISCHIG Die geschmacklichen Vorlieben von FischesserInnen im deutschsprachi- gen Raum sind schnell erfasst: Drei Viertel des Fischkonsums entfallen auf nur fünf verschiedene Arten. Erfreulicherweise gibt es alle Lieblings- fische auch aus nachhaltiger Fischerei: Die Alaska-Seelachs-Fischerei ist beispielsweise die größte Fischerei mit MSC-Siegel und weltweit gibt es 19 MSC-zertifizierte Heringsfischereien.
  • 10. 1 1 SCHWARZ AUF WEIß Ceviche vom Seelachs Sommerlich leicht 1 Sommerlich leicht 1Vorbereitung: 15 Minuten+ 30 Minuten Marinierzeit Zutaten: 400 g Seelachsfiletsohne Haut 2 Limetten 1 Knoblauchzehe 2 Chilis 2 rote Zwiebeln 2 EL KoriandergrünOlivenöl Beilage: Süßkartoffeln, Maiskolbenoder Tortillachips Zubereitung: 1. Aufgetaute oder frische See-lachsfilets in dünne Scheibenschneiden und in einer Schüsselmit dem Saft der Limetten undder zerriebenen Knoblauchzehemarinieren. 2. Chilis halbieren und entkernen.Chilis, rote Zwiebeln und Koriander-grün in feine Streifen schneidenund ebenfalls mit den Seelachs-streifen und der Limetten-Knob-lauch-Marinade vermengen. 3. Mit Olivenöl und etwas Salzwürzen und eine halbe Stunde imKühlschrank ziehen lassen. 4. Auf Tellern anrichten, mit Chilipul-ver oder Cayennepfeffer bestreu-en und sofort servieren. ¡Buen provecho! Ceviche – gesprochen [sevitʃe] – ist ein in Südame- rika sehr beliebtes Gericht. Durch die Zitronensäure der Limetten denaturiert das Eiweiß und der Fisch wird leicht „gegart“. Da der Fisch hierbei aber nicht gekocht wird, sollte man nur ganz frische oder tiefge- kühlte Filets verwenden. Seelachs aus der Nordsee gibt es häufig auch frisch an MSC-zertifizierten Frischfischtheken. Ansonsten die tiefgekühlten Seelachsfilets schnell in lauwarmem Wasser auftauen, mit einem Küchentuch gut trocken tupfen und dann wie frische Filets weiterverarbeiten. GUTSCHEIN 10% Rabatt auf AndUnion-Biere Code: AndUnionDeluxe Gilt für Bestellungen von AndUnion-Bieren ab 20 € bei www.bier-deluxe.de | bis 31. August 2016 Ceviche vom Seelachs Ceviwas? FISCH UND BIER DAS WÜNSCH ICH MIR! Dass man zu Fisch nur Weißwein oder Küstenne- bel trinken kann, ist natürlich Quatsch. Mehr als Wasser darf es aber schon sein. Lange war Bier zu gutem Essen verpönt. Jetzt aber schwappen mit der Craft-Bier-Bewegung internationale Braustile und kreative Handwerksbiere buchstäblich übers Land. Die sorgen für reichlich Abwechslung im Glas und bescheren jedem Geschmack und jedem Anlass das passende Bier. Für leichte und frische Gerichte wie Ceviche empfehlen wir ein „schlankes“ Bier wie das UNFLT LAGER, damit der Geschmack des Essens un- terstützt statt überlagert wird. Die grünen Aromen von Apfel, Limette und Heu passen hervorragend zu so einem sommerlich leichten Gericht. Schmeckt zusammen wie Urlaub. Prost! / Arne Wildner von AND UNION Fisch muss schwimmen …gern auch in Bier
  • 11. 1 2 SCHWARZ AUF WEIß TESTE DEIN FISCHWISSEN! A. Bevor dieser Fisch unter einem anderen Namen berühmt wurde, wurde er als Köhler bezeichnet. B. Das Alter dieses Tieres kann man anhand seiner Schale bestimmen. C. Dieses Tier bildet große Schwär- me, ist wichtiger Teil der Nahrungskette und bildet die Nahrungsgrundlage des Blauwals. D. Dieser Fisch ist dank seiner Far- be, die in tiefen Gewässern absorbiert wird, gut getarnt. E. Dieser Fisch vergräbt sich zur Tarnung im sandigen Meeresboden. F. Die MSC-zertifizierte Fischerei auf diesen Fisch konnte ihren Alba- tross-Beifang um 99% senken. G. Die Scheren dieses Tieres wer- den unter der Bezeichnung „Knieper“ als Delikatesse serviert. H. Dieser Fisch benutzt seinen Bart- faden zur Nahrungssuche auf dem Meeresgrund. Noch mehr Fischwissen findest du hier: www.msc.org/ fischlexikon Artenbilder: © Scandinavian Fishing Year Book FISCHWISSEN BEWEISEN UND GEWINNEN!Wir verlosen 50 Einkaufstaschen gefüllt mit der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsmaga- zins enorm und des MSC-Rezeptmagazins. Schreibe eine E-Mail mit den Lösungen und deiner Postanschrift an nachhaltigkeit-schmeckt@msc.org Deine Daten werden nur einmalig für den Versand genutzt. Gewinnspielende: 31. August 2016. Einen Vorgeschmack gibt‘s auf Seite 3 und www.enorm-magazin.de Alter: bis zu 10 Jahre Größe: ø 5-8 cm Gewicht: ø 30 g 7. TASCHENKREBS Cancer pagurus 3. MIESMUSCHEL Mytilus edulis bis zu 10 Jahre Größe: ø 30 g 3. MIESMUSCHEL Mytilus edulis Alter: bis zu 100 Jahre Größe: ø 15 cm Gewicht: ø 300 g 1. SCHOLLE Pleuronectes platessa Alter: über 25 Jahre Größe: ø 30 cm Gewicht: ø 500 g 5. ROTBARSCH Sebastes norvegicus Alter: bis zu 50 Jahre Größe: ø 45 cm Gewicht: ø 1,2 kg Alter: über 25 Jahre Größe: ø 70 cm Gewicht: ø 3-4 kg 8. KRILL Euphausia superba 4. SEELACHS Pollachius virens Alter: bis zu 5 Jahre Größe: ø 5 cm Gewicht: ø 2 g Alter: bis zu 25 Jahre Größe: ø 60 cm Gewicht: ø 2,5 kg 6. KAP-SEEHECHT Merluccius capensis Alter: bis zu 11 Jahre Größe: ø 50 cm Gewicht: ø 10 kg 2. KABELJAU Gadus morhua G Blauwals. G Blauwals. GE Dieses Tier bildet große Schwär- E Dieses Tier bildet große Schwär- me, ist wichtiger Teil der Nahrungskette E me, ist wichtiger Teil der Nahrungskette und bildet die Nahrungsgrundlage des E und bildet die Nahrungsgrundlage des W Das Alter dieses Tieres kann man W Das Alter dieses Tieres kann man anhand seiner Schale bestimmen. W anhand seiner Schale bestimmen. Dieses Tier bildet große Schwär- W Dieses Tier bildet große Schwär- me, ist wichtiger Teil der Nahrungskette W me, ist wichtiger Teil der Nahrungskette IDas Alter dieses Tieres kann man IDas Alter dieses Tieres kann man anhand seiner Schale bestimmen. Ianhand seiner Schale bestimmen.N wurde er als Köhler bezeichnet. N wurde er als Köhler bezeichnet. Das Alter dieses Tieres kann man NDas Alter dieses Tieres kann man anhand seiner Schale bestimmen.Nanhand seiner Schale bestimmen. N be, die in tiefen Gewässern absorbiert N be, die in tiefen Gewässern absorbiert wird, gut getarnt. Nwird, gut getarnt. E.NE.NS be, die in tiefen Gewässern absorbiert S be, die in tiefen Gewässern absorbiert wird, gut getarnt. Swird, gut getarnt. Dieser Fisch vergräbt sich zur SDieser Fisch vergräbt sich zur P be, die in tiefen Gewässern absorbiert P be, die in tiefen Gewässern absorbiert wird, gut getarnt. Pwird, gut getarnt. Dieser Fisch vergräbt sich zur PDieser Fisch vergräbt sich zur IDieser Fisch vergräbt sich zur IDieser Fisch vergräbt sich zur Tarnung im sandigen Meeresboden. ITarnung im sandigen Meeresboden.EDieser Fisch vergräbt sich zur EDieser Fisch vergräbt sich zur Tarnung im sandigen Meeresboden.ETarnung im sandigen Meeresboden. Die MSC-zertifizierte Fischerei EDie MSC-zertifizierte Fischerei L Die MSC-zertifizierte Fischerei L Die MSC-zertifizierte Fischerei auf diesen Fisch konnte ihren Alba- L auf diesen Fisch konnte ihren Alba- !