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IGLU 2011: Inhalte der datenschutzrechlichen Anmerkungen• Insgesamt gab es Rückmeldungen aus verschiedenen Bundesländern z...
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Anmerkung:Angaben durch Schülerinnen und Schüler sind nurmöglich, wenn deutlich wird, dass ausschließlicheine Meinungsäuße...
Anmerkung:Für die Möglichkeit, dass eine andere als eineerziehungsberechtigte Person den Fragebogen ausfüllen kann, istdie...
InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosKonsequenzen der datenschutzrechlichenBegutachtungVorgesehene Erhebungsin...
InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosAnpassungen der Einleitungstexte in den Erhebungsinstrumenten:        11 ...
InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosAnpassungen des nationalen Schülerfragebogens: 2 Bundesländer BerlinBayern
InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosAnpassungen des Lehrerfragebogens: 1 BundeslandBayern
InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosAnpassungen des Elternfragebogens: 2 Bundesländer NiedersachsenBayern
InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosAnpassungen des Schulfragebogens:   1 BundeslandBayern
Varianten der Fragebögen (N = 30) und Elterninformationsschreiben (N = 161)Instrumente VariantenSchülerfragebogen (Testtag...
InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosZwischenfazitIm Bereich der Bildungsforschung ist der Zugangzum Feld und ...
InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosDatenverwaltung durch ein Zentralamt geregelt• Grundprinzip: Öffentlicher...
InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosGinge es auch anders? (BeispielSchweden)Beispiele für verfügbare Informat...
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Bedarf und Desiderata des Forschungszugangs im Bildungswesen der Bundesrepublik Deutschland

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Vortrag von Prof. Dr. Wilfried Bos,Institut für Schulentwicklungsforschung (IFS), Dortmund, anlässlich des gleichnamigen Kolloquiums zur Verabschiedung von Prof. Dr. Horst Weishaupt (DIPF) am 4. März 2013, Campus Westend / Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main

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Bedarf und Desiderata des Forschungszugangs im Bildungswesen der Bundesrepublik Deutschland

  1. 1. im Rahmen des Kolloquiums„Bedarf und Desiderata des Forschungszugangs im Bildungswesen derBundesrepublik Deutschland“anlässlich der Verabschiedung von Prof. Dr. Horst Weishauptam 4. März 2013, Campus Westend / Johann Wolfgang Goethe-UniversitätFrankfurt am MainBedarf und Desiderate des Forschungsdatenzugangs imBildungswesen in DeutschlandVortrag von Prof. Dr. Wilfried Bos, Institut für Schulentwicklungs-forschung (IFS), Dortmund,
  2. 2. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosBedarf und Desiderata desForschungszugangs im Bildungswesen derBundesrepublik DeutschlandPerspektiven der Bildungsforschung
  3. 3. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosDonald T. CampbellSozialwissenschaftler,Philosoph und MethodikerDas Wissen um die Notwendigkeitevidenzbasierter Bildungspolitik istnicht neu!“Trapped Administrators have so committed themselves inadvance to the efficacy of the reform that they cannotafford honest evaluation. […]Experimental administrators have justified the reform onthe basis of the importance of the problem, not thecertainty of their answer, and are committed to going on toother potential solutions if the one first tried fails.“Campbell, Donald. T. (1969) Reforms as experiments. In: American Psychologist (1969) 24: 426-427
  4. 4. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosNeulich in der ZEITHamburger Schulsenator Ties Rabe (Präsident der Kultusministerkonferenz 2012) im Gesprächmit Professor Olaf Köller und Journalisten der ZeitZEIT: Was wollen Sie wissen?Rabe: Ich möchte wissen, warum die Schüler in Sachsen anscheinend mehr lernenals in Hamburg oder was die Bayern angeblich besser machen als die Bremer. AlsKultusminister bekomme ich zwar regelmäßig ein Zeugnis, und in den Stadtstaatenfällt es meist schlecht aus. Aber worin die Ursachen bestehen und was wir denntatsächlich anders machen müssen, sagt uns kein Wissenschaftler. Wir kennen diePisa-Punkte von männlichen Neuntklässlern in Hessen beim Mathetest und könnensie mit denen Gleichaltriger in Schleswig-Holstein vergleichen. Wir wissen, dassSchüler in Sachsen-Anhalt 2009 in Deutsch besser abgeschnitten haben als 2001.Doch niemand liefert uns stichhaltige Erklärungen für diese Entwicklungen. Mitbloßen Datenbergen lässt sich keine Politik machen.ZEIT: Was vermuten Sie als Ursachen?Rabe: Natürlich spielt die Zahl der Migrantenschüler eine Rolle ebenso wie dieSozialstruktur in den jeweiligen Bundesländern. Doch da hört es schon fast auf mitdem gesicherten Wissen der Pädagogikprofessoren. Wir benötigen nicht immerneue allgemeine Beschreibungen von Glanz und Elend in den Schulen, sonderntiefer gehende Untersuchungen.
  5. 5. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosHerausforderungenI. Struktur von vorhandenen DatenII. Nutzung bereits vorliegender DatenIII. Feldzugang und die Erhebung neuerDaten
  6. 6. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosDatenströme in der BildungsstatistikKMK 2011, S.4Abkürzungen: SchA: Schulamt, Reg: Regierungsbezirk (beides in Klammern, da nicht in denStatistischen Prozess involviert), StaLA: Statistisches Landesamt, KM: Kultusministerium; StBA:Statistisches Bundesamt; KMK: Kultusministerkonferenz; UNESCO: United Nations Educational,Scientific and Cultural Organization (Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft,Kultur und Kommunikation), OECD: Organisation for Economic Cooperation and Development(Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), EUROSTAT: Statistisches Amt derEuropäischen Union.
  7. 7. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosDatenströme in der Bildungsstatistik Eine Überlieferung an die Kommunen ist offiziell nicht vorgesehen.KMK 2011, S.4
  8. 8. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosAggregationsebenen der Schulstatistik(Beispiel: NRW)• Einzelschulebene (Oktoberstatistik) streng vertraulich!• Kommunale Ebene– 396 Kommunen in NRW– darunter 53 Kreise und kreisfreie Städte• Regierungsbezirke• Landesebene• Bundesebene
  9. 9. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosWelche Probleme bestehen auf den überregionalenEbenen: Erfahrungen aus dem Projekt Chancenspiegel• Das Angebot an vergleichbaren Indikatoren ist übersichtlich• Es bestehen Differenzen in den Wertausprägungen zu identischenMerkmalen zwischen der KMK-Statistik und dem statistischenBundesamt (bspw. Personenanzahlen in Schüler-, Klassen-,Lehrerstatistik der KMK und Fachserie 11 von stat. Bundesamt)• Zudem bestehenden Divergenzen hinsichtlich der nutzbaren Datender 16 Landesämter für Statistik:– Differenzierung (Kreisebene vs. Gemeindeebene)– Indikatoren (z.B. Migrationshintergrund vs. Staatsangehörigkeit)– Verfahren des Datenzugangs• Umfang des Angebotes und Abrufmodalitäten (onlineabrufbar vs. auf Nachfrage)• Transparenz, ob Daten tatsächlich nicht vorliegen odereinfach nicht rausgegeben werden
  10. 10. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosWelche Probleme bestehen auf regionaler Ebene:Erfahrungen aus dem Bildungsbericht Ruhr(vgl. Regionalverband Ruhr 2012)Eine systematische Aufbereitung von Daten steht in den einzelnenKommunen der Metropole Ruhr für viele Bereiche noch aus• Der Umgang mit Daten (-erhebungen und -aufbereitung) variiert vonKommune zu Kommune stark– Einige Kommunen verfügen über keinerlei Daten der amtlichenSchulstatistik und kennen demnach nicht einmal dieÜbergangsquoten zu den weiterführenden Schulen, währendandere Städte diese Daten akribisch aufbereiten und auchInformationen über kleinräumige Disparitäten vorliegen haben.• Eine Vielzahl an Bildungsindikatoren wird interkommunal nichteinheitlich erfasst, bspw. Bildungsausgaben, Ganztagsquote nachMigrationshintergrund, Angaben zum Bildungspersonal (z.B.Lehrkräfte mit Migrationshintergrund, Seiteneinsteiger).
  11. 11. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosImmer und immer wieder bitte ich: wenigerZahlen, dafür gescheitere.Lenin 1921, zitiert nach Brand Eins, Heft 2, März 2004, S. 56
  12. 12. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosEin Beispiel: Sozialstruktur der Schülerinnen undSchüler (Schülerzusammensetzung)Praxis• Der amtlichen Schulstatistik können keine Informationen über dieSozialstruktur der Schülerinnen und Schüler(Schülerzusammensetzung) entnommen werden.• Die Veröffentlichungen der Landesämter und des Bundesamtes (destatis)enthalten keine (oder nur spärliche) Informationen über denMigrationshintergrund der Schülerinnen und Schüler (hier wird nurzwischen Schülerinnen und Schülern mit und ohne deutscherStaatsangehörigkeit differenziert).Position der KMK (KMK Dezember 2011: FAQ´s – Frequently Asked Questions zumKerndatensatz und zur Datengewinnungsstrategie, S. 8).„Folgende Merkmale von großer Planungsrelevanz sollen zusätzlich erhobenwerden:Der Migrationshintergrund des Schülers soll durch ein Merkmal ‚nichtdeutscheVerkehrssprache in der Familie‘ erfasst werden (in Kombination mit denMerkmalen ‚Geburtsland‘ und ‚Staatsangehörigkeit‘).Das ‚Jahr des Zuzugs‘ soll für die nicht in Deutschland geborenen Schülererfragt werden, um den Bildungserfolg statistisch in Abhängigkeit von der inDeutschland verbrachten Zeit beurteilen zu können. (…)“
  13. 13. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosEin Beispiel: Sozialstruktur der Schülerinnen undSchüler (Schülerzusammensetzung)Praxis• Möchte die Bildungsadministration Informationen über diese Indikatoren zurSozialstruktur und zum Migrationshintergrund der Schülerinnen und Schülererhalten, sind sie auf weitere Erhebungen angewiesen.• Optionen:– Nutzung von sozialräumlichen Informationen zum Einzugsgebiet derSchule– Standorttypenkonzept (NRW: Befragung der Schulleitungen im Rahmender Lernstandserhebungen)– Sozialindex (HH: Befragung von Schülerinnen und Schülern und Eltern)Vgl. Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) (Hrsg.), Zur Konstruktion von Sozialindizes. Ein Beitrag zur Analysesozialräumlicher Benachteiligung von Schulen als Voraussetzung für qualitative Schulentwicklung (Bildungsforschung, Bd. 13)
  14. 14. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosBeispiel: Erhebung des Sozialindex• Standardisierte Befragung von Schülern und Eltern zu bildungsrelevantenCharakteristika der Elternhäuser• Erhebliche Potentiale für eine evidenzbasierte Ressourcensteuerung– Zentrale Indikatoren:GeschätzteErhebungskosten inHamburg: 131.000 Euro(Vollerhebung derJahrgangskohorte 4; ca.14.500 Schülerinnen undSchüler):9 Euro pro SchülerNRW: ~ 800.000 EuroKosten.Ökonomisches Kapital /SozioökonomischerStatusBruttojahreshaushaltseinkommenObjektiviertes undinstitutionalisierteskulturelles KapitalBücher zu HauseBildungsabschluss (Abitur/ kein Abitur)Inkorporierteskulturelles KapitalBesuch von TheaterBesuch von Museum oder einer AusstellungBesuch von Oper/BallettBesuch von LiteraturlesungenBesuch von klassischem KonzertBesuch von KinoMigrationshintergrund /Kulturelle VertrautheitMutter in Deutschland geborenVater in Deutschland geborenSchüler/in in Deutschland geborenSprache zuhause ist DeutschSoziales Kapital(IntergenerationaleGeschlossenheit)Meine Eltern kennen die Eltern der Kinder meiner Klasse.Meine Eltern kennen die Eltern der Kinder aus der Nachbarschaft.Meine Eltern kennen die Eltern der Kinder aus dem Verein/ Gruppe.Meine Eltern kennen die Eltern der anderen befreundeten Kinder.Soziales Kapital /(Funktionierendesfamiliäres Netzwerk;Kommunikationinnerhalb der Familie)Meine Eltern wissen immer, wo ich nach der Schule hingehe.Ich rede mit meinen Eltern über befreundete Kinder.Wenn ich aus dem Haus gehe, fragen meine Eltern, wohin ich gehe.Wenn ich mich mit Freunden treffe, erzähle ich meinen Eltern mit wem.
  15. 15. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosHerausforderungenI. Struktur von vorhandenen DatenII. Nutzung bereits vorliegender Daten- Beispiel SchulleistungsuntersuchungIII. Feldzugang und die Erhebung neuerDaten
  16. 16. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosDas Forschungsdatenzentrum (FDZ) am Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB)• 2007 gegründet und vom BMBF finanziert• Seit Oktober 2011 ist das FDZ am IQB Teil einer von Bund und Ländern finanzierten Stelle zur Koordinierung der wissenschaftlichen Aktivitäten des IQB und des Zentrums für internationale Bildungsvergleichsstudien (ZIB) im Bereich der Kompetenzmessungen.Quellen: http://www.iqb.hu‐berlin.de/fdz; KMK, 2012
  17. 17. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosDas Forschungsdatenzentrum am IQB• Archiviert und dokumentiert die Datensätze aus nationalen und internationalen Schulleistungsstudien und stellt diese für Re‐ und Sekundäranalysen zur Verfügung.– Interessierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können beim FDZ den Datenzugang zu der jeweils gewünschten Studie beantragen.• Die Arbeit des Forschungsdatenzentrums am IQB orientiert sich an den Kriterien des Rates für Sozial‐ und Wirtschaftsdaten1.• Die Finanzierung des Projektes erfolgt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).Quelle: https://www.iqb.hu‐berlin.de/fdz/FDZ_VO_Okt.2012.pdf1 http://www.ratswd.de/download/publikationen_rat/RatSWD_FDZKriterien.PDF
  18. 18. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosStudien• IQB Ländervergleich Sprachen in Deutsch, Englisch und Französisch (2008/09)• Programme for International Student Assessment (PISA 2000, 2003, 2006)• Internationale Grundschul‐Lese‐Untersuchung (IGLU 2001, 2006)• Entwicklungen in den Jahrgangsstufen 4 bis 6 in Berlin (ELEMENT 2003‐2005)• Deutsch‐Englisch‐Schülerleistungen‐International (DESI 2003/04)• Berichtsteildatensatz „Mathematik‐Gesamterhebung Rheinland‐Pfalz: Kompetenzen, Unterrichtsmerkmale, Schulkontext“ (MARKUS 2000)• Qualitätsuntersuchung an Schulen zum Unterricht in Mathematik (QuaSUM1999)
  19. 19. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosDas Antragsverfahren1. Antrag auf Datennutzung• Einreichen einer Forschungsskizze mit geplanten Analysen• Freiwilliges Review möglich2. Antragsprüfung• Wissenschaftliche und nicht kommerzielle Nutzung• Datenschutz• Entsprechen die geplanten Analysen den vertraglichenVereinbarungen mit dem Eigentümer der Daten (z. B. Einbezug derKMK bei neuen Ländervergleichen*)?• Gefährden die Analysen laufende Qualifikations- undPublikationsarbeiten, d. h. betreffen sie Fragestellungen, die von denDatenproduzenten zeitlich befristet gesperrt wurden?*Anträge mit ländervergleichender Differenzierung gehen immer in die Amtschefskommission „Qualitätssicherung in Schulen“ der  KMKQuelle: http://www.iqb.hu‐berlin.de/fdz/Flyer_deutsch.pdf, https://www.iqb.hu‐berlin.de/fdz/FDZ_VO_neueLVs.pdf
  20. 20. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosDas Antragsverfahren3. Abschluss Datennutzungsvertrag• Abschluss eines Datennutzungsvertrages4. Bereitstellung der beantragten Daten• Übergabe der Daten in entsprechendem Format5. Publikation• Daten sind zur Publikation freigegeben• Entsprechende Quellenangaben machen• Einreichen von Belegexemplaren6. Datenlöschung• Löschen der Daten mit Beleg für das FDZ am IQBQuelle: http://www.iqb.hu‐berlin.de/fdz/Flyer_deutsch.pdf, https://www.iqb.hu‐berlin.de/fdz/FDZ_VO_neueLVs.pdf
  21. 21. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosHerausforderungen• Beschluss der KMK zur Neuregelung des Antragsverfahrens (s. KMK, 2012):• Bei gewünschter Länderdifferenzierung ist ein max. 20 Seiten umfassender Antrag zu stellen– Neben einer Herleitung der Fragestellung, Hypothesen und geplanten Analysen ist diezwingende Notwendigkeit eines Ländervergleichs (unter Nennung der Ländernamen)theoriebasiert (auch in Abgrenzung zur Option des Vergleichs von Ländergruppen) zubegründen.– Antragssteller müssen Erfahrung mit entsprechenden Analysen mitbringen.• Review der Anträge nach DFG-Standard (zwei externe Begutachter), Auswahl durch den IQB-Vorstand.• Auf Grundlage einer Stellungnahme der Gutachterinnen und Gutachter, gibt der IQB-Vorstand* ein Votum ab. Im Falle einstimmiger Voten des IQB-Vorstands nimmt dieAmtschefskommission „Qualitätssicherung in Schulen“ die Entscheidung des IQB-Vorstands zurKenntnis; bei nicht einstimmig getroffenen Voten entscheidet die Amtschefskommission„auf Grundlage der wissenschaftlichen Gutachten über die Genehmigung des Antrags.“• Der Zugang zu den Länderkennungen erfolgt ausschließlich im geschützten Rahmen (Rechneram IQB oder in Bonn).Nach Berechnung vor Ort werden die Analysen geprüft.Begründung für diese neuen „Hürden“ fehlen.* Der Vorstand besteht aus den beiden jeweils amtierenden Vorsitzenden der Amstchefskommission,dem amtierenden Generalsekretär der KMK und drei von der Mitgliederversammlung zu wählendenwissenschaftlichen Experten (min. 1 Person Mitglied der Phil. Fakultät der HU zu Berlin)Quelle: KMK –Kultusministerkonferenz. Verfahren zur Entscheidung der Kultusministerkonferenz über Datennutzungsanträge für neuartige Ländervergleiche.Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 20.09.2012. 2012c. (Auch online unter http://www.iqb.hu-berlin.de/fdz, Download 27.10.2012.)
  22. 22. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosBisherige Praxis: Auszug aus der Stellungnahmedes Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport (Landtag von Baden-Württemberg); Antrag: Kultusministerkonferenz – Zensur der Pisa-Daten?• „Seit 2007 wurden an das Forschungsdatenzentrum am IQB (FDZ) 161 Anträge aufNutzung von Daten aus großen nationalen und internationalen Schulleistungsstudiengestellt,• darunter 117 Anträge auf Nutzung der PISA-Daten, die alle nach formaler Prüfungdurch das FDZ genehmigt wurden.• Die Regelungen des FDZ zur Datenweitergabe, die von der Amtschefskommissionbeschlossen wurden, sehen weiter vor, dass bei Forschungsvorhaben mitLändervergleichen, die neuartig und bisher noch nicht publiziert sind, die beteiligtenLänder bzw. die Kultusministerkonferenz in die Prüfung des Antrages mit einbezogenwerden.• Seit 2007 wurden insgesamt sieben Anträge auf Datennutzung für wissenschaftlicheVorhaben mit einem neuartigen Ländervergleich gestellt.• Dabei hat die Amtschefskommission „Qualitätssicherung in Schulen“ im Einzelfallgeprüft, in welcher Form die Berichtslegung erfolgen soll, d. h. als Ländervergleichoder nach Ländergruppen, die den wissenschaftlichen Fragestellungen entspricht.• In allen bisher beantragten Fällen wurden die Daten zu den Schülerleistungennur für eine Darstellung nach Ländergruppen zur Verfügung gestellt, einLändervergleich wurde abgelehnt. Die Abstimmungen erfolgten einstimmig.“Drucksache 15 / 145519. 03. 2012
  23. 23. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosFallbeispiel I: Prof. Dr. Jaap DronkersForschungsanliegen: Analyse des relativ guten Abschneidensniederländischer und flämischer Schülerinnen und Schüler im Vergleichzu Schülerinnen und Schülern anderer, vergleichbar differenzierterSchulsysteme und ähnlich strukturierter Staaten (Wallonien, Länder inDeutschland, Deutsch-Schweizer Kantone, Bundesländer Österreichs).Datenbasis: PISA-2006 mit durchschnittlichen Leistungswerten, Wertendes sozio-ökonomischen Status (ESCS), Sozialgradienten und anderendeskriptiven Variablen für Schülerinnen und Schüler deutscher Herkunft.Ablehnungsgrund: „[…] die KMK nur noch bei Ländervergleichen, die sichauf eine ganz neue, also bisher nicht veröffentlichte Fragestellung imLändervergleich beziehen, um Genehmigung gebeten.“Siehe auch:http://mediathek.cesifo-group.de/iptv/player/macros/cesifo/mediathek?content=1539244&idx=15&category=160858152
  24. 24. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosFallbeispiel II: Chancenspiegel 2012Forschungsanliegen: Analyse des Ausbaus von Ganztagsschulen undVergleich von Schülerleistungen nach Ganztagsschulform nach LändernDatenbasis: PISA-2006Stand: Länderdifferenzierung wird ohne Begründung abgelehnt (auchNachfragen nach Begründung oder Protokolleinsicht werden abgelehnt)
  25. 25. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosHerausforderungenI. Struktur von vorhandenen DatenII. Nutzung bereits vorliegender DatenIII. Feldzugang und die Erhebung neuerDaten
  26. 26. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosBeispiel: Internationale Grundschul-Lese-UntersuchungIGLU 2001: Vergleich für 7 Bundesländer möglichIGLU 2006: Vergleich für alle 16 Bundesländer möglichIGLU 2011: nur national repräsentative Stichprobe&IQB-LändervergleichDie Teilnahme an IGLU ist durch die 2006 beschlossene Gesamtstrategie derKultusministerkonferenz zum Bildungsmonitoring geregelt.Quelle: http://www.kmk.org/fileadmin/veroeffentlichungen_beschluesse/2006/2006_08_01-Gesamtstrategie-Bildungsmonitoring.pdf
  27. 27. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosGenehmigungsverfahren1. Beantragung der Studie bei BMBF und KMK- beinhaltet politische und wissenschaftlicheBegutachtung der Anträge2. Abstimmung und ausführliche wissenschaftliche Begründung fürnationale Erweiterungen der Erhebungsinstrumente3. Datenschutzrechtliche Begutachtung allerErhebungsinstrumente und –verfahren4. IGLU 2006: Alle über die Berichtslegung hinausgehendeLändervergliche sind beim FDZ zu beantragen
  28. 28. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosAllgemeine Gesetzliche Grundlagen zum DatenschutzBundesdatenschutzgesetz, Absatz 1 (1):„Zweck dieses Gesetzes ist es, den Einzelnen davor zu schützen, dass er durch den Umgang mitseinen personenbezogenen Daten in seinem Persönlichkeitsrecht beeinträchtigt wird.“Grundgesetz, Artikel 2 (1):„Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte andererverletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.“Grundgesetz, Artikel 1 (1):„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung allerstaatlichen Gewalt.“Bundesverfassungsgericht, 65, 1 (Volkszählung):„Unter den Bedingungen der modernen Datenverarbeitung wird der Schutz des Einzelnen gegenunbegrenzte Erhebung, Speicherung, Verwendung und Weitergabe seiner persönlichen Daten vondem allgemeinen Persönlichkeitsrecht des Art. 2 Abs. 1 GG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 GGumfaßt. Das Grundrecht gewährleistet insoweit die Befugnis des Einzelnen, grundsätzlich selbst überdie Preisgabe und Verwendung seiner persönlichen Daten zu bestimmen.“Quelle: Meixner, Sonja; Schiller, David; von Maurice, Jutta; Engelhardt-Wölfler, Henriette: „Data protection issues in the National Educational PanelStudy“ in: „Education as a Lifelong Process“, Blossfeld, Roßbach, von Maurice (Hrsg.), VS Verlag, Zeitschrift für Erziehungswissenschaften, Sonderheft14, 2011, S. 301-313.
  29. 29. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosEs gelten aber auch die Datenschutzgesetze der LänderBayerisches Datenschutzgesetz (BayDSG)Berliner Datenschutzgesetz (BlnDSG)Brandenburgisches Datenschutzgesetz (BbgDSG)Bremisches Datenschutzgesetz (BremDSG)Datenschutzgesetz - Nordrhein-Westfalen (DSG NRW)Datenschutzgesetz - Sachsen-Anhalt (DSG-LSA)Hamburgisches Datenschutzgesetz (HmbDSG)Hessisches Datenschutzgesetz (HDSG)Landesdatenschutzgesetz Baden Württemberg (LDSG BW)Landesdatenschutzgesetz Mecklenburg-Vorpommern (DSG M-V)Landesdatenschutzgesetz Rheinland-Pfalz (DSG RLP)Landesdatenschutzgesetz Schleswig-Holstein (LDSG SH)Niedersächsisches Datenschutzgesetz (NDSG)Saarländisches Datenschutzgesetz (SDSG)Sächsisches Datenschutzgesetz (SächsDSG)Thüringer Datenschutzgesetz (ThürDSG)→ Unterschiedlicher Verpflichtungsgrad zur Teilnahme→ Unterschiedliche Grundlage für eine datenschutzrechtlichePrüfung
  30. 30. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosVerpflichtende Testteilnahme in allen BundesländernBeispiel: IGLU/TIMSS 2011
  31. 31. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosVerpflichtende Teilnahme an den Schülerfragebögen:7 Bundesländer* Berlin: Die Teilnahme am nationalen Schülerfragebogen war nur teilverpflichtend.Mecklenburg-VorpommernNiedersachsen Berlin*BrandenburgHessenSachsen-AnhaltThüringenBeispiel: IGLU/TIMSS 2011
  32. 32. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosVerpflichtende Teilnahme am Lehrerfragebogen:8 BundesländerMecklenburg-VorpommernNordrhein-WestfalenBerlinBrandenburgSachsen-AnhaltThüringenSaarlandNiedersachsenBeispiel: IGLU/TIMSS 2011
  33. 33. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosVerpflichtende Teilnahme am Schulfragebogen:5 BundesländerNordrhein-WestfalenBerlinBrandenburgSaarlandNiedersachsenBeispiel: IGLU/TIMSS 2011
  34. 34. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosDatenschutzrechtliche Sichtung der ErhebungsinstrumenteHamburgSchleswig-HolsteinMecklenburg-VorpommernSachsen-AnhaltNordrhein-WestfalenHessenThüringen SachsenRheinland-PfalzSaarlandBaden-WürttembergBayernBremenNiedersachsen BerlinBrandenburgZeitfenster: max. 8 Wochen
  35. 35. IGLU 2011: Inhalte der datenschutzrechlichen Anmerkungen• Insgesamt gab es Rückmeldungen aus verschiedenen Bundesländern zu den Themengebieten:– Änderungen der „Datenschutzrechtlichen Hinweise“ in den Anschreiben• Hervorhebung der Freiwilligkeit der nationalen Erweiterung sowie des Elternfragebogens• Hinweise auf die Widerrufbarkeit der gemachten Angaben– Anmerkungen hinsichtlich der Anonymisierung – Löschung personenbezogener Daten aus einzelnen Fragebögen– Zeitraum der Einsehbarkeit der Fragebögen durch Eltern, Lehrkräfte und Schulleitungen im Vorfeld der Erhebung– Einsatz KFT– Anmerkungen zu Angaben über Dritte (z. B. Fragen in den Elternfragebögen über Vater und Mutter)201020112012Jan.Feb.MärzAprilMaiJuniJuliAug.Sep.Dez.Okt.Nov.Aug.Sep.Dez.Okt.Nov.
  36. 36. IGLU 2011: Inhalte der datenschutzrechlichen Anmerkungen• Insgesamt gab es Rückmeldungen aus verschiedenen Bundesländern zu den Themengebieten:– Änderungen der „Datenschutzrechtlichen Hinweise“ in den Anschreiben• Hervorhebung der Freiwilligkeit der nationalen Erweiterung sowie des Elternfragebogens• Hinweise auf die Widerrufbarkeit der gemachten Angaben– Anmerkungen hinsichtlich der Anonymisierung – Löschung personenbezogener Daten aus einzelnen Fragebögen– Zeitraum der Einsehbarkeit der Fragebögen durch Eltern, Lehrkräfte und Schulleitungen im Vorfeld der Erhebung– Einsatz KFT– Anmerkungen zu Angaben über Dritte (z. B. Fragen in den Elternfragebögen über Vater und Mutter)201020112012Jan.Feb.MärzAprilMaiJuniJuliAug.Sep.Dez.Okt.Nov.Aug.Sep.Dez.Okt.Nov.
  37. 37. Anmerkung zum Datenschutz:Bei Freitextfeld besteht bei außergewöhnlicherAngabe die Gefahr einer Re-Identifizierungsmöglichkeit einzelner Personen.Beispiel aus dem nationalen Schülerfragebogen(bereits in IGLU 2006 eingesetzt)
  38. 38. IGLU 2011: Inhalte der datenschutzrechlichen Anmerkungen• Insgesamt gab es Rückmeldungen aus verschiedenen Bundesländern zu den Themengebieten:– Änderungen der „Datenschutzrechtlichen Hinweise“ in den Anschreiben• Hervorhebung der Freiwilligkeit der nationalen Erweiterung sowie des Elternfragebogens• Hinweise auf die Widerrufbarkeit der gemachten Angaben– Anmerkungen hinsichtlich der Anonymisierung – Löschung personenbezogener Daten aus einzelnen Fragebögen– Zeitraum der Einsehbarkeit der Fragebögen durch Eltern, Lehrkräfte und Schulleitungen im Vorfeld der Erhebung• Einsicht war im Sekretariat der Schule vorgesehen. • Anmerkung: Für berufstätige Eltern ist Einsicht erschwert.• Konsequenz: Einsicht über eine Internetadresse möglich– Problem: Vertragliche Verpflichtung über die Nicht‐Veröffentlichung spezifischer Studieninhalte vor der Berichtslegung; Kosten201020112012Jan.Feb.MärzAprilMaiJuniJuliAug.Sep.Dez.Okt.Nov.Aug.Sep.Dez.Okt.Nov.
  39. 39. IGLU 2011: Inhalte der datenschutzrechlichen Anmerkungen• Insgesamt gab es Rückmeldungen aus verschiedenen Bundesländern zu den Themengebieten:– Änderungen der „Datenschutzrechtlichen Hinweise“ in den Anschreiben• Hervorhebung der Freiwilligkeit der nationalen Erweiterung sowie des Elternfragebogens• Hinweise auf die Widerrufbarkeit der gemachten Angaben– Anmerkungen hinsichtlich der Anonymisierung – Löschung personenbezogener Daten aus einzelnen Fragebögen– Zeitraum der Einsehbarkeit der Fragebögen durch Eltern, Lehrkräfte und Schulleitungen im Vorfeld der Erhebung– Einsatz von Subskalen des kognitiven Fähigkeitstests (KFT)• Anmerkung: Die Teilnahme setzt ein gesondertes Einverständnis der Eltern voraus• Missverständnis: Die eingesetzten Skalen bilden Teile basaler verbaler und nonverbal‐figuraler Fähigkeiten ab, die zwar Bestandteil umfassender Intelligenztests sein können, jedoch keinen „klinischen Intelligenztest“ darstellen.201020112012Jan.Feb.MärzAprilMaiJuniJuliAug.Sep.Dez.Okt.Nov.Aug.Sep.Dez.Okt.Nov.
  40. 40. IGLU 2011: Inhalte der datenschutzrechlichen Anmerkungen• Insgesamt gab es Rückmeldungen aus verschiedenen Bundesländern zu den Themengebieten:– Änderungen der „Datenschutzrechtlichen Hinweise“ in den Anschreiben• Hervorhebung der Freiwilligkeit der nationalen Erweiterung sowie des Elternfragebogens• Hinweise auf die Widerrufbarkeit der gemachten Angaben– Anmerkungen hinsichtlich der Anonymisierung – Löschung personenbezogener Daten aus einzelnen Fragebögen– Zeitraum der Einsehbarkeit der Fragebögen durch Eltern, Lehrkräfte und Schulleitungen im Vorfeld der Erhebung– Einsatz KFT– Anmerkungen zu Angaben über Dritte201020112012Jan.Feb.MärzAprilMaiJuniJuliAug.Sep.Dez.Okt.Nov.Aug.Sep.Dez.Okt.Nov.
  41. 41. Anmerkung:Angaben durch Schülerinnen und Schüler sind nurmöglich, wenn deutlich wird, dass ausschließlicheine Meinungsäußerung verlangt wird. EineBewertung der Lehrkraft setzt ihr Einverständnisvoraus.Vorschlag das Item anzupassen: „dann bin ich derMeinung, [...]“.Beispiel aus dem nationalen Schülerfragebogen(bereits in IGLU 2006 eingesetzt)
  42. 42. Anmerkung:Für die Möglichkeit, dass eine andere als eineerziehungsberechtigte Person den Fragebogen ausfüllen kann, istdie schriftliche Einwilligung von Vater und Mutter für die Fragenzu ihnen selbst und zu ihrem Kind einzuholen. Andernfalls ist eineNeukonzeption der Fragebögen in Bezug auf die Fragen zu Vaterund Mutter notwendig (Tiefe und Umfang).Beispiel aus dem internationalen Elternfragebogen
  43. 43. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosKonsequenzen der datenschutzrechlichenBegutachtungVorgesehene Erhebungsinstrumente in IGLU/TIMSS 20112 Testhefte (Leistungstest) mit standardisierter Einleitung (1. und 2. Testtag)2 Schülerfragebögen (1. und 2. Testtag) (mit Anschreiben)1 Elternfragebogen (mit Anschreiben)1 Lehrerfragebogen (mit Anschreiben)1 Schulleitungsfragebögen (mit Anschreiben)Pro Instrument: 2 Teile- internationale Vorgabe (weitestgehend identisch zu vorangegangenenStudienzyklen)- Nationale Erweiterung (Genehmigung durch KMK erfolgt; ausschließlichbewährte Instrumente aus IGLU 2006 und TIMSS 2007)
  44. 44. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosAnpassungen der Einleitungstexte in den Erhebungsinstrumenten:        11 BundesländerNordrhein-WestfalenHamburgBremenNiedersachsen BerlinSachsenSachsen-AnhaltThüringenSaarlandBaden-WürttembergBayern
  45. 45. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosAnpassungen des nationalen Schülerfragebogens: 2 Bundesländer BerlinBayern
  46. 46. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosAnpassungen des Lehrerfragebogens: 1 BundeslandBayern
  47. 47. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosAnpassungen des Elternfragebogens: 2 Bundesländer NiedersachsenBayern
  48. 48. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosAnpassungen des Schulfragebogens:   1 BundeslandBayern
  49. 49. Varianten der Fragebögen (N = 30) und Elterninformationsschreiben (N = 161)Instrumente VariantenSchülerfragebogen (Testtag 1) 1‐ Einleitungstexte 2Schülerfragebogen (Testtag 2) 3‐ Einleitungstexte 2Elternfragebogen 2‐ Einleitungstexte 2Lehrerfragebögen 2‐ Einleitungstexte 7Schulfragebogen 2‐ Einleitungstexte 7Elterninformationsschreiben 12‐ bundeslandspezifische Übersetzungen      161 
  50. 50. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosZwischenfazitIm Bereich der Bildungsforschung ist der Zugangzum Feld und Daten gekennzeichnet durch:- Verantwortungslücke “organisierteUnverantwortlichkeit” (Beck, 1988, S. 100)- Intransparente Verfahren hinter den Verfahren- Unterschiedliche Indikatoren- Unterschiedliche Restriktionen- Unnötige RessourcenverschwendungQuelle: Beck, U. (1988). Gegengifte: Die organisierte Unverantwortlichkeit. Frankfurt a. M.: Suhrkamp. 
  51. 51. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosDatenverwaltung durch ein Zentralamt geregelt• Grundprinzip: Öffentlicher Zugang• Grundvoraussetzung: Jeder Bürger/jede Bürgerin hat eine einzigartigeIdentifikationsnummer über die alle personenbezogenen Daten verlinktwerden könnenWie können Daten für Forschungszwecke genutzt werden?• 1. Antrag schreiben (z.B. Elterninformationen für PIRLS zu erhalten)• 2. Prüfung des Antrags durch Ethikkommission und Statistics Swedenunter streng wissenschaftlichen Aspekten (Politik nicht befugt den Antragaus inhaltlichen Gründen abzulehnen)• 3. Bei Bewilligung des Antrags Zusammenstellung der Daten durchStatistics Sweden (bspw. ist auch eine Anspielung von Informationen aneinen IGLU (PIRLS) Datensatz möglich)• 4. Datenanalyse (anonymisiert) wird von Statistics Sweden oder demForschungsinstitut selber durchgeführtGinge es auch anders? (BeispielSchweden)
  52. 52. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosGinge es auch anders? (BeispielSchweden)Beispiele für verfügbare Informationen• Schulnoten, schulische und berufliche Ausbildung, Krankheitstage,Krankheiten, soziale Indikatoren: besuchte Schulen, Einkommen,Kriminalität, Wohnort• Generell gilt: viele und detaillierte Daten sind vorhanden und verfügbarSchwierigkeitsgrad des Verfahrens• Einfach: für aggregierte Daten (Sozialindex einer Wohngegend)• Kompliziert: für sehr persönliche Informationen (Krankheitsgeschichteeinzelner Personen)Kosten durch die Zusammenstellung und Analyse von Daten• Kosten werden zwar erhoben, Statistics Sweden arbeitet aber nichtgewinnorientiert
  53. 53. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosForderungen• Datenfreiheitsgesetze mit Leben füllen• Erfassung standardisieren• Zeitgemäße Indikatorisierung realisieren und theoretischreflektieren• Erhobene Daten der Administration und Forschungzugänglich machen• Datenschutz ja — aber bitte die Kirche im Dorf lassen• Kommunales Datenmanagement aufbauen und kleinräumigeDatenerhebungen ermöglichen– Datenzugang für Kommunen offiziell regeln• Aber auch: Belastung des „Feldes“ bedenken
  54. 54. InstitutfürSchulentwicklungsforschungWilfried BosHerzlichen Dank für die Aufmerksamkeit

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