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TITELPORTRÄT Campus Symposium & BiTS Iserlohn
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Campus Symposium & BiTS Iserlohn TITELPORTRÄT
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  1. 1. 20 SÜDWESTFALEN MANAGER 07-08/2010 TITELPORTRÄT Campus Symposium & BiTS Iserlohn A nfang August, wenn die Zelt- bauer kommen, wird es langsam spannend. Denn dann gehen die Vorbereitungen für das jährliche Groß- ereignis an der privaten Hochschule BiTS in Iserlohn in die heiße Phase. Sobald die 4.000 Quadratmeter große Zeltstadt Gestalt annimmt, liegt ein Kribbeln in der Luft. „Dann kommt ein bisschen Druck rein, im positiven Sinne“, erklärt Projektleiterin Claudia Wendel, die an der BiTS gerade ihren Master-Abschluss in Corporate Ma- nagement macht. Spätestens seit Bill Clinton im Jahr 2006 als Hauptreferent nach Iserlohn rei- ste, ist der Begriff Campus Symposium eine feste Größe. Im Sauerland sowieso, mittlerweile weit über Südwestfalen hi- naus. Angefangen hat das Ganze – wie so viele große Ideen – als kleines Projekt einer Handvoll Engagierter. Sowohl bei der Geschäftsführung der Hochschu- le als auch bei vielen Kommilitonen erntete ein Grüppchen von Studenten zunächst Verwunderung für den Vor- schlag, auf dem Campus eine Wirt- schaftskonferenz veranstalten zu wol- len. Damals, 2005, war die Hochschule gerade einmal fünf Jahre am Markt. Die Strukturen waren noch nicht voll ausge- bildet, vieles befand sich im Aufbau. „Es war ein fast schon revolutionärer An- satz, eine solche Veranstaltung aus der studentischen Perspektive zu organisie- ren – und für die Hochschule durchaus mit einem gewissen Risiko behaftet“, er- innert sich Matthias Thelen, der damals selber an der BiTS studierte und heute als Geschäftsführer des Campus Sym- posiums fungiert. Hochschul-Präsident Dietrich Walther jedoch zog mit – er vertraute der studentischen Crew und ließ ihr darüber hinaus viele Freiheiten in der Gestaltung des Symposiums. „Wir wollten als Studenten etwas dazu beitragen, um die Hochschule bekannter zu machen“, erklärt Fabian Kreutz, ehemaliger BiTS-Student und heute Geschäftsführer der Werbe- und Eventagentur Smart Media Solutions GmbH aus Menden. „Andererseits wollten wir selbst Erfahrungen sammeln.“ Kreutz, der sein Stu- dium zu diesem Zeitpunkt fast beendet hatte, gehört zur ersten Generation der Symposium- Organisatoren. Bis heute wechselt das studen- tische Team jährlich, wobei auch viele jüngere Studenten integriert werden. Wie in diesem Jahr David Lucas, der sich um die Pressearbeit des Symposiums kümmert: „Ich bin eher zufällig in das Orga-Team gerutscht, aber das Ganze hat sich für mich sehr interessant entwickelt. Ein Event dieser Größenordnung mitzugestalten, ist eine einmalige Erfahrung – und es macht ganz nebenbei noch unglaublich viel Spaß.“ BereitsbeimSymposiums-Debüt2005konn- ten – neben vielen BiTS-Dozenten, die Vorträge hielten und Workshops leiteten – Dr. Richard von Weizsäcker und Friedrich Merz als Referenten gewonnen werden. Die Wirtschaftskonferenz auf dem Campus, von Zweiflern zunächst als fixe Idee abgetan, erwies sich als voller Erfolg – und als Anfang von etwas Größerem. „Denn wir Stu- denten hatten Blut geleckt und wollten probieren, das Ganze noch eine Nummer größer aufzuzie- hen“, schildert Matthias Thelen. „Das ist übrigens ein Charakterzug, der viele BiTS-Studenten aus- zeichnet: Ist ein Projekt gestemmt, fasst man das nächste ins Auge.“ Als der Name Bill Clinton als Gast für das zweite Campus Symposium ins Ge- spräch kam, erklärten viele das studentische Or- ganisationsteam schlichtweg für verrückt – doch Hochschul-Präsident Walther gab einmal mehr sein Okay, so dass die Studierenden ein Konzept erstellten und an das Büro des US-Politikers schickten. „Als dann nach Monaten eine münd- liche Zusage erfolgte, dass Clinton nach Iserlohn kommen würde, war das natürlich eine Riesen- überraschung für alle Beteiligten“, erinnert sich Matthias Thelen. Zu denen, die es zunächst nicht glauben wollten, zählte übrigens auch das Wissenschafts- ministerium des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Geschäftsführung der BiTS musste schrift- lich bestätigen, dass der damalige Minister An- dreas Pinkwart ein Grußwort im Rahmen einer Veranstaltung sprechen sollte, zu der auch Bill Clinton kommt. „Man hat es im Ministerium nicht geglaubt“, lacht Fabian Kreutz. „Bis heute ist es immer wieder eine Bestätigung zu zeigen, dass ein solches Event auch hier, in der Provinz, DieWirtschaftswelt im Zelt 6. Campus Symposium an der BiTS – Schwerpunkt auf sozialer Nachhaltigkeit Thema: " Nachhaltigkeit – gesellschaftliche Realität oder grüne Fiktion?" Datum: 2. und 3. September 2010 Karten: www.campus-symposium.com oder telefonisch unter 02371-974590 INFO Das Organisationsteam der BiTS um Projektleiterin ClaudiaWendel, MatthiasThelen (Geschäftsführer Campus Symposium) und Jan Untiedt (Marketingleiter BiTS) (vorne, v.l.).
  2. 2. SÜDWESTFALEN MANAGER 07-08/2010 21 Campus Symposium & BiTS Iserlohn TITELPORTRÄT funktionieren kann. Denn wir sind nun mal nicht Köln, Düsseldorf, Frankfurt oder Berlin.“ Ob eine Veranstaltung mit internationalen Größen aus Politik und Wirtschaft nun in einer Metropole oder einer Kleinstadt ausgerichtet wird – die Anforderungen und organisato- rischen Details bleiben gleich. Je nach Referent müssen hohe Sicherheitsstandards eingehal- ten und protokollarische Anforderungen er- füllt werden. So arbeiteten die Iserlohner in den vergangenen Jahren eng mit den auslän- dischen Sicherheitsdiensten sowie vor Ort mit dem Staatsschutz, LKA, BKA, Feuerwehr und Rettungsdiensten zusammen. „Vom Versiegeln der Türen bis hin zu Bombenspürhunden war in den letzten fünf Jahren alles dabei“, weiß Claudia Wendel, die selbst einmal vom Staats- schutz aus dem Bett geklingelt wurde, weil in der Nacht bevor Bill Clinton kam, eine versie- gelte Tür geöffnet worden war. Auch wenn die Sicherheitsstandards nicht in jedem Jahr derart hoch sind und nicht jeder Referent mit Polizei- eskorte abgeholt werden muss – interessante Erfahrungen und außergewöhnliche Gäste bie- tet das Campus Symposium in jedem Jahr. Nachdem die „Green Business Conference“ 2009 sowohl von den Gästen als auch von Spon- soren sehr gut angenommen wurde, geht das Thema in diesem Jahr in die zweite Runde. „Da der Fokus 2009 auf ökologischen Aspekten lag, rückt dieses Mal die soziale Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt“, erklärt Claudia Wendel, die Projektleiterin. „Wir haben gemerkt, dass jene in den Unternehmen eine immer wichtigere Rolle spielt.“ So ist etwa der nachhaltige Unterneh- mensübergang eine Facette, die im Rahmen der diesjährigen Konferenz beleuchtet wird. Zudem schickt Coca-Cola den Leiter der hauseigenen Corporate Responsibility and Sustainability- Abteilung, Uwe Kleinert, nach Iserlohn. Auch Erich Sixt (Sixt AG) sowie Petra Hesser (IKEA Deutschland), die als Vorstandsvorsitzender bzw. Geschäftsführerin an der Spitze großer Unternehmen stehen, werden im Zelt referieren. Unumstrittener „Stargast“ des diesjährigen Sym- posiums ist jedoch Al Gore, der ehemalige Vize- präsident der Vereinigten Staaten: Der Friedens- nobelpreisträger von 2007 lenkte nicht zuletzt durch seinen Film „Eine unbequeme Wahrheit“ die Aufmerksamkeit eines weltweiten Publikums auf das Thema ökologische Nachhaltigkeit. Gore wird die Abschlussrede des Symposiums mit dem Titel „Thinking Green“ halten – und schon jetzt mit Spannung auf dem Campus erwartet. Unternehmerisch denken und handeln So lautet die Philosophie, die Dietrich Walther bei der Gründung der Hochschule ausgab. Dementsprechend bieten heute alle Studiengänge praktische Ansätze, die sich auch an der Ausrichtung vieler moderner Un- ternehmen orientieren. „Leicht übertrieben gesagt sind heute Leute gefragt, die 25 Jahre alt sind, studiert haben, möglichst viel praktische Erfahrung besitzen, die international gearbei- tet und im besten Fall schon Abteilungen ge- leitet haben“, schmunzelt Jan Untiedt, Leiter des Bereichs Marketing und Kommunikation der Hochschule. „An der BiTS können wir das alles abdecken, denn die Hochschule bildet in vielen Bereichen die Arbeitswelt ab. Es gibt be- stimmte Pflichtpraktika, die absolviert werden müssen; in allen anderen Bereichen versteht sich die Hochschule eher als Servicepartner. Es liegt dann an jedem Einzelnen, was er daraus macht, aber die meisten Studenten nutzen die Möglichkeiten sehr effektiv für sich.“ Auch das Symposium ist quasi eine Fortset- zung der theoretisch vermittelten Vorlesungsin- halte. Journalismus-Studentin Lara Behrens, neben David Lucas zuständig für die Pres- searbeit der Wirtschaftskonferenz, kann sich kaum eine bessere Plattform vorstellen, um ihre Kenntnisse in Sachen Medienmanage- ment in die Praxis umzusetzen. „Sicher kann man überall ein Stück weit Berufserfahrung sammeln“, schildert die Studentin. „Sicher- heitsbeauftragter für Bill Clinton oder PR- Referent für eine große Konferenz jedoch Anzeige Auch in diesem Jahr prägt die "Zeltstadt" das Campus Symposium. Das Campus Symposium findet auf dem Gelände der privaten Iserlohner Hochschule BiTS statt.
  3. 3. 22 SÜDWESTFALEN MANAGER 07-08/2010 TITELPORTRÄT Campus Symposium & BiTS Iserlohn noch nicht da sein kann, wird durch Motivation und Begeisterung wett gemacht. Es ist immer wieder beeindruckend, wie sich junge Leute an so einem Projekt im po- sitivsten Sinne festbeißen und daran wachsen.“ So wird auch in diesem Jahr am 02. und 03. September wieder ein ganzes Team gemeinsam durchs Ziel gehen – weil jeder Einzel- ne dazu beiträgt, dass das Ganze funktioniert. Momentan, also kurz vor der „heißen Phase“, liegt das Organisations- team gut in der Zeit: Das Programm steht kom- plett, die Resonanz sei- tens der Sponsoren ist im Jahr des zehnjährigen Hochschul-Jubilä- ums gut und viele regionale Unternehmen, die der Hochschule verbunden sind, haben ihre Unterstützung zugesagt. In den näch- sten Wochen wird der Aufwand höher wer- den, der Druck steigen. Je näher das Sym- posium rückt, desto mehr Zeit verbringen die Beteiligten auf dem Campus. „Spätestens ab Mitte August trifft sich das Team schon mal nachts um halb zwölf bei McDonalds, wo dann noch schnell etwas gegessen wird, weil man vorher einfach nicht dazu gekom- men ist“, lacht Claudia Wendel. „Das alles ist viel Arbeit, macht aber auch eine Men- ge Spaß“, ergänzt Lara Behrens. Wenn nach Abschluss der Veranstaltung das Zelt wieder abgebaut wird und auf dem Campus der All- tag einkehrt, dann wird der ein oder andere Beteiligte fast ein wenig melancholisch. – das sind Jobs, die man im Unternehmen nie- mals erhalten würde." Untiedt ergänzt: „Dort können Studenten höchstens assistierende Positionen einnehmen, während sie hier pro- jektbegleitend voll verantwortlich agieren. Das ist eine unschlagbare Referenz – und wer das als Student begriffen hat, der erschafft sich eine Bewerbungsgrundlage, mit der er sich keine Sorgen machen muss, einen adäquaten Job zu finden. Trotz Wirtschaftskrise.“ Zudem sei die Veranstaltung nicht nur für die Studierenden ein hervorragender Testlauf. Auch die Hochschule profitiere vom Engage- ment der jungen Leute. „Studierende machen manche Dinge vielleicht noch nicht ganz so perfekt, wie es später im Unternehmen erwar- tet wird“, erläutert Matthias Thelen. „Doch da- für bringen sie viele frische und kreative Ideen mit ein. Und was an Erfahrung und Fachwissen Anzeige Pressekonferenz mit Edmund Stoiber. BiTS-Präsident Prof. Dr. hc. Dr. hc. DietrichWalther begrüßtTony Blair auf dem Campus am Seilersee. Kontakt Reiterweg 26 · 58636 Iserlohn Telefon: 02371-7760 Telefon: 02371-974590 www.bits-iserlohn.de www.campus-symposium.com Nach dem Symposium ist vor dem Symposium Erklärtes Ziel der Hochschule und der Stu- denten ist es, das Campus Symposium langfristig weiter zu etablieren. Dazu gehört neben Organi- sationstalent, Engagement und Kreativität auch eine gewisse Weitsicht. „Um nicht in absehbarer Zeit an Grenzen zu geraten, was mögliche Refe- renten angeht, haben wir beschlossen, nach dem diesjährigen Symposium auf einen Zwei-Jahres- Rhythmus umzustellen“, erklärt Matthias Thelen. 2011 wird es demzufolge keine Wirtschaftskonfe- renz in Iserlohn geben, sondern erst wieder 2012. „In den letzten fünf Jahren waren Bill Clinton, General James L. Jones, Kofi Annan, Edmund Stoiber, Gerhard Schröder, Lech Walesa oder auch Tony Blair als Referenten bei uns zu Gast so- wie in jedem Jahr etwa 20 weitere führende Wirt- schaftsvertreter. Da wird die Luft langsam dünn, zumal es uns ein Anliegen ist, die Qualität zu hal- ten“, so die Begründung der Organisatoren. Den Zeitpunkt erkennen, an dem man mit Blick in die Zukunft besser einen Gang herunter schaltet: Auch das ist eine Kompetenz, die Studenten und Managern gleichermaßen gut zu Gesicht steht. BiTS-Geschäftsführer Prof. Dr.Thorsten Bagschik. Etwa 150 Journalisten kommen jährlich zum Campus Symposium.

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