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Nr. 6/2022 • 5.Jahrgang • Das ostdeutsche Wirtschaftsmagazin
Wir.
Unternehmen.
Zukunft.
nuvo
ISSN 2625-3356
Dietrich Enk
der Mittelbrandenburgischen Sparkasse
Vorsitzender des Vorstands
Andreas Schulz
Präsident UV Sachsen e.V.
Studie „Brandenburg 2030“ zeigt:
Wir engagieren uns gemeinsam
Aktuelle Krisen verschärfen Megatrends!
länderübergreifend für die Zukunft der Lausitz!
aber nicht bei den Strompreisen!
Nachhaltigkeit
Dr. Burkhardt Greiff
Präsident Unternehmerverband
Brandenburg-Berlin e.V.
Wir wollen überall Weltmeister sein –
Zukunft braucht jemanden, der in sie
investiert: die neue SIGNAL IDUNA
Lebensversicherung AG.
Gemeinsam verantwortungsvoll Zukunft gestalten: Die SIGNAL IDUNA Lebensversicherung AG ist ein
junges Unternehmen, das nachhaltige und digitale Lösungen für private und betriebliche Altersvorsorge,
Einkommensschutz und Risikovorsorge bietet. Nachhaltigkeit ist zentraler Teil unseres Selbstverständ-
nisses. Damit übernehmen wir soziale Verantwortung und richten unser Unternehmen von Anfang an und
in allen Geschäftsbereichen an unseren Nachhaltigkeitsgrundsätzen aus.
signal-iduna.de/lv
Nachhaltig
ausgerichtet
nuvo6/22 3
Vorwort
Dr. Thorsten Purps
Fachanwalt für Erbrecht
Martin Vogel
Fachanwalt für Bau- und
Architektenrecht
Fachanwalt für Verwaltungsrecht
Dr. Marcus Flinder
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Mediator
Dr. Jochen Lindbach
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Fachanwalt für Familienrecht
Wirtschaftsmediator
Mathias Matusch
Fachanwalt für Miet- und
Wohnungseigentumsrecht
Fachanwalt für Medizinrecht
Andreas Jurisch
Fachanwalt für Bau- und
Architektenrecht
Andreas Lietzke
Fachanwalt für Bank- und
Kapitalmarktrecht
Anja Weber
Fachanwältin für Versicherungsrecht
Jeannine Lorenz
Fachanwältin für Transport- und
Speditionsrecht
Jennifer Röhling
Fachanwältin für Familienrecht
Fachanwältin für Versicherungsrecht
Theresa Kunke
Rechtsanwältin
Helen Vollprecht
Fachanwältin für gewerblichen
Rechtsschutz
Anna-Marlena Groeneveld
Rechtsanwältin
PartGmbB | Rechtsanwälte | Steuerberater
Birkenstraße 10 | 14469 Potsdam | Tel.: 0331 27561-0 | Fax: 0331 27561-999
E-Mail: potsdam@streitboerger.de | www.streitboerger.de
Anzeige
Wir müssen nicht immer überall
Weltmeister sein!
Wir wollen immer überall Weltmeister
sein – aber nicht bei den Strompreisen!
Da reicht auch eine Platzierung. Darü-
ber hinaus dürfen wir den Kohleausstieg,
der in einem gesellschaftlichen Konsens
auf 2038 festgelegt wurde, nicht durch
politischen Aktionismus aushebeln. Das
Kohleausstiegsgesetz und das Struktur-
stärkungsgesetz sind Ergebnis langer
Verhandlungen mit allen betroffenen ge-
sellschaftlichen Gruppen. Verlässlichkeit
ist für die Akzeptanz der Energiewende
gerade in den Regionen, die besonders
vom Strukturwandel betroffen sind, un-
erlässlich. Vergessen wir nicht, wie abhän-
gig Deutschland von der Kohle ist. Sie
ist immer noch Deutschlands wichtigster
Energieträger für die Stromproduktion.
Es müssen also Strukturen vorhanden
sein, die die Energieversorgung sichern.
Nicht einfach abschalten und dann
schauen wir mal. Es muss ein Gesamt-
Energie-Konzept auf den Tisch, dass am
besten auch von allen gesellschaftlichen
Gruppen akzeptiert wird. Es ist fahr-
lässig und erschüttert in hohem Maße
das Vertrauen in die Politik, wenn das
vor den Bundestagswahlen Vereinbarte
nach den Wahlen nicht mehr zählt. Zu
einem Gesamtkonzept gehört es, sach-
lich und schonungslos zu erläutern, was
Regenerative Energien können und was
nicht. Wie kann der schnellere Ausbau
gelingen? Wo kommt das Material, wo
kommen die Fachkräfte her? Aktuell dau-
ert die Wartezeit für den Einbau einer
Wärmepumpe für den Häuslebauer bis
zu drei Jahren. Wie wird bundesweit der
Mehrbedarf an Strom zum Beispiel für E-
Autos abgedeckt? Wie werden die Gas-
speicher im Sommer 2023 gefüllt, wenn
das russische Gas fehlt?
Zur Ehrlichkeit der Politik gehört natür-
lich, dass den Wählerinnen und Wählern
erklärt wird, warum die Niederlande mit
über 90 Ausnahmeregelungen zu den
EU-Sanktionen gegenüber Russland die
eigene Wirtschaft begünstigen. Ener-
giekrise als Folge des Ukraine-Krieges
– schon das ist unehrlich. Wenn man
strategisch die Eigenversorgung ver-
lässt und einem Main-Stream folgt, also
erst abschaltet, bevor man Alternativen
hat, wird ein Land fehlgeleitet! Genau
das kann in Schwedt und für halb Ost-
deutschland wieder passieren, wenn am
31.12. der russische Öl-Hahn zugedreht
wird. Bisher fehlen Alternativen bzw. Ver-
träge, die umfassend die weitere Versor-
gung sichern.
Man kann Fehler machen, auch in der
Politik – aber bitte nicht so oft wieder-
holen! Halten wir uns zumindest an die
Worte von Helmut Schmidt: „Eine De-
mokratie, in der nicht gestritten wird, ist
keine Demokratie!“
Ihr Dr. Burkhardt Greiff,
Präsident Unternehmerverband
Brandenburg-Berlin e.V.
Dr. Burkhardt Greiff
4 nuvo6/22
Quo vadis Brandenburg? Schafft es
das Land, den Fachkräftemangel zu be-
seitigen? Wie gelingt der Umstieg auf er-
neuerbare Energien? Und was tut sich in
Sachen IT-Sicherheit, Digitalisierung und
De-Globalisierung? Eine Unternehmens-
befragung des Lehrstuhls für Marketing
der Universität Potsdam hat die wichtigs-
ten Trends bis zum Jahr 2030 erfasst und
festgestellt, dass sich angesichts der ak-
tuellen schweren Krisen einige Tenden-
zen verstärken und der Handlungsdruck
in Wirtschaft und Gesellschaft wächst. In
Auftrag gegeben wurde die Studie von
der Mittelbrandenburgischen Sparkasse
(MBS) über den universitären Partner-
kreis Industrie & Wirtschaft, der die Er-
gebnisse am 13. Oktober im Bildungs-
forum Potsdam öffentlich vorgestellt und
diskutiert hat. Fragen dazu an Andreas
Schulz, Vorsitzender des Vorstands der
MBS, als Initiator der Brandenburg-
Trendstudie.
Warum hat die MBS gerade dieses Thema
der Studie ausgewählt?
Weil es um mehr als Geld geht. Als wich-
tige Finanzpartnerin für die Menschen, Un-
ternehmen und Kommunen der Region hat
die MBS ein wirtschaftliches und gesell-
schaftliches Interesse daran, Megatrends
rechtzeitig zu erkennen und diese in ihrer
regionalen Bedeutung zu verstehen.
Mit welchen Konsequenzen?
Wir möchten die Transformation der
Wirtschaft als Finanzpartner bestmöglich
unterstützen und einen wesentlichen Bei-
trag zur Entwicklung der Region leisten.
Zugleich hat die MBS als hier in Branden-
burg tief verwurzeltes Unternehmen ihr
ureigenes Interesse daran, verschiedene
Handlungsansätze für unsere Sparkas-
se abzuleiten. Denn wir müssen ebenso
wie andere Unternehmen hier mit dem
Fachkräftemangel, der Digitalisierung
oder dem Klimawandel umgehen und die
Chancen und Risken erkennen.
Die MBS hat als Marktführerin in der Re-
gion ein gutes Gespür dafür, was ihre Fir-
menkunden gerade bewegt. Was sind aus
Ihrer Sicht die größten Herausforderun-
gen für den Mittelstand in Brandenburg?
Unsere Firmenkundinnen und -kunden
stehen vor schwierigen Monaten – sie ge-
raten quasi von einer Krise in die nächste:
Die Unternehmen sorgen sich besonders
um die Energiekrise, den Fachkräfteman-
gel und die Sicherstellung der Lieferket-
ten. Die Kostenexplosionen bei Energie,
Zulieferungen, Lebensmitteln oder Perso-
nal sind gewaltige Herausforderungen. Als
Finanzpartner sind wir hier aufgefordert,
unsere Kundinnen und Kunden bestmög-
lich zu begleiten, flexibel zu agieren und
zukunftsgerichtete Lösungen zu schaffen.
Wie sind die kleinen und mittelständi-
schen Unternehmen aufgestellt?
Die Eigenkapitaldecke ist bei vielen in
Krisenzeiten sehr dünn geworden. Wir
sehen unsere Unternehmen grundsätzlich
ganz solide aufgestellt. Aber eine zuver-
lässige Begleitung durch die Hausbank
wird in Zukunft noch wichtiger. Denn: Vie-
le der Trends haben sich in den aktuellen
Krisen noch verstärkt. Ganz akut ist be-
kanntermaßen der Bedarf, den Energie-
verbrauch schnell und deutlich zu senken
und die Energieversorgung umzusteuern
hin zu regenerativen Energien. Das ist eine
Mammutaufgabe.
Welche Rolle spielt dabei der Fachkräfte-
mangel?
Viele Unternehmen sind bereits ge-
zwungen, ihre Produktion bzw. Angebote
MBS: Aktuelle Krisen verschärfen Megatrends!
Studie „Brandenburg 2030“ ermittelt Trends in Wirtschaft und Gesellschaft
Aktuelles
Andreas Schulz, Vorsitzender des Vorstands der Mittelbrandenburgischen Sparkasse
IMPRESSUM: NUVO – Netzwerk Unternehmerverbände Ostdeutschlands – Wir. Unternehmen. Zukunft.
Ausgabe 6/2022 • ET: 02.12.2022 • Gesamtauflage: 3.500 • Herausgeber/V.i.S.d.P: comprend GmbH • Geschäftsführer: Michael Schulze
Dennis-Gabor-Straße 2 • 14469 Potsdam • Tel.: 0331 58115800 • E-Mail: info@comprend.de • www.comprend.de • Redaktion: Michael Schulze
Autoren: Dr. Ulrich Conrad, Michael Schulze • Satz und Druckvorbereitung: webreform GmbH • Anzeigen: Michael Schulze • Fotorechte: pixabay
(S. 1 Titelbild, S. 5 u.), Karoline Wolf (S. 1 u., 3 o., 8 o.), UV Sachsen (S. 1 m.), Stefan Specht (S. 1 o., S. 4), www.dns-net.de (S. 6), Claudia Koslowski
(S. 9, 10), Lebkuchen Schmidt (S. 8 u.) • Weitere Fotos wurden zur Verfügung gestellt von Sponsoren, Partnern • Druck: city repro GmbH Cottbus
Redaktionsschluss: 04.11.2022 • NUVO erscheint sechsmal im Jahr • Die Mitglieder des UVBB erhalten NUVO im Rahmen ihrer Mitgliedschaft
Alle Rechte vorbehalten • Nachdruck und Kopien nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des V.i.S.d.P. • Namentlich gekennzeichnete
Beiträge müssen nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen. Für unaufgefordert eingesandte Manuskripte und Fotos übernehmen
wir keine Haftung • ISSN 2625-3356
nuvo6/22 5
zurückzufahren, weil das Personal fehlt.
Auch für die Bewältigung so wichtiger
Zukunftsaufgaben wie Klimawandel und
Digitalisierung sind die Betriebe auf die
passenden Fachkräfte angewiesen.
Der Fachkräftemangel hat sich als Trend
auf dem brandenburgischen Arbeitsmarkt
deutlich manifestiert, wie die Studie zeigt.
Fast 70 Prozent der befragten Unterneh-
men klagen über keine oder zu wenige Be-
werbungen. Rund 60 Prozent bemängeln
außerdem die fehlenden Qualifikationen.
Wird sich die jetzige hohe Nachfrage
durch die Digitalisierung langfristig um-
kehren?
Dass sich durch Automatisierung und
Digitalisierung in den nächsten Jahren die
Anzahl der Arbeitsplätze verringern könn-
te, wird nicht angenommen. Im Gegenteil.
Die meisten Betriebe rechnen mit einer
Zunahme anspruchsvoller Arbeitsplätze.
Entsprechend hoch sind die Anforderun-
gen an die Kompetenzen der Beschäftig-
ten und die Notwendigkeit permanenter
Weiterbildung.
Ein weiterer Trend aus der Studie mit
hoher Relevanz für Brandenburg ist das
Thema IT-Sicherheit: Sicherheitsfragen
sind durch die vermehrten Cyberangriffe
auf staatliche und private Einrichtungen in
den Vordergrund gerückt. Tatsächlich aber
verfügen erst 50 Prozent der Unternehmen
über eine konkrete und vom Management
getragene IT-Sicherheitsstrategie und Be-
drohungsanalyse. Ein Großteil der Unter-
nehmen plant zumindest den Ausbau von
Sicherheitsmaßnahmen, benötigt hierbei
jedoch Unterstützung.
Lassen sich inmitten all der akuten Pro-
bleme überhaupt langfristige Geschäfts-
strategien verfolgen?
Das ist unbedingt notwendig. Branden-
burgische Unternehmen müssen trotz
der heute drängenden Herausforderun-
gen Weitsicht beweisen und mittel- und
langfristig investieren, um digital, tech-
nologisch und personell gut ausgerüstet
zu sein. Nur so können die langfristig
nötigen Transformationsprozesse hin zu
einer nachhaltigeren Wirtschaft und Ge-
sellschaft gelingen. Die Umsetzung der
in der Trendstudie identifizierten Hand-
lungsansätze ist wichtiger denn je, um die
Prosperität des Standortes Brandenburg
in der Zukunft nicht zu gefährden.
Die aktuell von der Politik ergriffenen
Maßnahmen zur Eindämmung der Kri-
senfolgen sind von größter Bedeutung.
Allerdings müssen wir bei all dem auch
die langfristigen Entwicklungen und Fol-
gen im Blick behalten. Dabei liefern uns
die Studienergebnisse wichtige Impulse
und Anhaltspunkte.
Wie kann die MBS die Unternehmen und
Kommunen bei dieser wichtigen Aufgabe
unterstützen?
Der Mittelstand ist ein bedeutender
Akteur bei der Energiewende: Energeti-
sche Gebäudesanierung, neue Heizungs-
anlagen und Antriebstechniken – all das
sind Arbeitsfelder des Mittelstandes.
Und für manche Neugründungen sind es
Ausgangspunkt für neue innovative Ge-
schäftsmodelle. Die nötigen Investitionen
in Energieeffizienz, Nutzung regenerati-
ver Energien und Aufbau innovativer Ge-
schäftsfelder bedeuten riesige Investitio-
nen – und diese müssen finanziert werden.
Wir als finanzierende Hausbank können
Unternehmen dabei helfen, sich energie-
preisunabhängiger aufzustellen und auch
unter neuen Rahmenbedingungen neue
Geschäftschancen zu erschließen. Unse-
re Beraterinnen und Berater tragen hier
eine hohe Verantwortung und haben alle
Hände voll zu tun, um ihre Kundinnen und
Kunden zu beraten, zu informieren und
auch zu fördern. Hier stehen uns erfahrene
Partner wie die Bürgschaftsbank, die ILB
oder auch die Deutsche Leasing zur Seite.
Alle Trends, Ergebnisse und Schlussfol-
gerungen aus der Studie finden Sie hier:
Aktuelles
6 nuvo6/22
Tausende Kilometer Tiefbaugräben
wurden gebaut. Wöchentlich gehen neue
Ortsteile, Dörfer und Städte ans Netz der
DNS:NET. Dafür haben alleine in diesem
Jahr knapp 40 Städte und Kommunen
Kooperationen abgeschlossen. Das Ziel
ist es, alle Haushalte vom Mehrfamilien-
haus in den Städten bis zu den Häusern
in den entlegenen dörflichen Regionen
zu versorgen – mit Internet, Telefonie
und TV. Wichtig für den zügigen Start ist
das Engagement der Bürger vor Ort. Ein
privatwirtschaftlicher Ausbau braucht Pla-
nungssicherheit für alle Beteiligten, für die
Investitionen, für Materialkosten und Per-
sonal aber auch bei den Bauämtern für die
Genehmigungsprozesse. Fragen dazu an
Hardy Heine, Repräsentant der DNS:NET
und Ansprechpartner für die Kommunen.
Herr Heine, treibt die Gigabitstrategie der
Bundesregierung den Glasfaserausbau?
Heine: Nun ja, es geht bei der Gigabit-
strategie sicher darum, ein Achtungszei-
chen zu setzen, damit klargestellt wird: Wir
wollen alle Bürger gleichberechtigt bis 2025
auf der 50 Prozentmarke und bis 2030 kom-
plett mit Glasfaser versorgen. Aber Treiber
sind diejenigen, die das umsetzen. Wenn
man sich nämlich die aktuellen Erhebungen
ansieht, wird überdeutlich: Die größten In-
vestitionen bei vollem Risiko trägt die Pri-
vatwirtschaft. Die Kurve von 2019 zu 2022
aus der Telekommunikations-Marktstudie
von Dialog Consult und VATM zeigt es, in
2022 wurden die bislang höchsten Summen
für den Glasfaserausbau investiert. Ohne
die alternativen Telekommunikationsunter-
nehmen sähe es also recht trübsinnig in
puncto Breitbandversorgung aus.
Dem Ziel: Glasfaser für alle! hat sich die
DNS:NET von Anfang an gewidmet und
baut seit vielen Jahren echte Glasfasernet-
ze in zahlreichen Regionen tatsächlich bis
zur letzten Stalltür, bis zum entferntesten
Architekturbüro, bis in die Seniorenheime,
die Feuerwehrzentralen und Schulen. Da-
für braucht man neben einer umfassenden
Logistik vor allem gemeinsame Ziele mit
den betroffenen Verwaltungen und der
Wirtschaftsförderung.
Wie stellt sich die Telekommunikations-
branche in Brandenburg dar?
Das kann ein Wirtschaftsministerium bes-
ser darlegen. Auf jeden Fall ist die Branche
sehr regional aufgestellt und das ist vom
Prinzip her großartig, denn diejenigen, die
hier leben und wohnen, stehen für ihre Ansa-
gen auch ein. Gleichzeitig wird ausgebildet,
es werden regionale Arbeitsplätze geschaf-
fen. Ja, ich denke, das ist auch ein Grund,
weshalb wir als mittelständisches Unterneh-
men solchen Zuspruch bekommen.
Wie kommen Kommunen und Wirt-
schaftsförderungen an die Kooperations-
vereinbarungen?
Indem sie das Gespräch mit uns suchen.
Bislang konnten wir immer verlässlich wei-
terhelfen, wenn es Stillstand im Breitband-
ausbau gab. In 2022 gab es monatlich
immer mehrere neue Kooperationsverein-
barungen. Dabei verpflichten sich beide
Seiten, die Kommunen/Landkreise und die
DNS:NET, sich gegenseitig zu unterstüt-
zen, um die Planungsprozesse und den da-
rauffolgenden Ausbau zu beschleunigen.
Grundlage für den schnellen Start ist in je-
dem Fall das Interesse der Einwohner, die
den Ausbau per Vorverträgen absichern.
Wie können Mittelständler in unterver-
sorgten Gebieten mehr erreichen, wenn
sich in ihrer Region seit Jahren nichts
bewegt?
Mittelständler, die in einer ländlichen
Gegend bzw. einem Gewerbegebiet an-
sässig sind, sollten sich zusammenschlie-
ßen und gemeinsam die Anforderungen
gegenüber den Telekommunikationsun-
ternehmen formulieren. Synergie durch
Zusammenschluss – das bringt Erfolg und
Beschleunigung. Vielen Mittelständlern ist
gar nicht bewusst, dass sie heute schon als
Standardprodukte 10 Gigabit symmetrisch
nutzen können. Das können wir als Alter-
nativcarrier und mit den entsprechenden
Produkten realisieren.
Wenn man es geschickt angeht, stehen
den Firmen am jedem Standort im länd-
lichen Bereich Strukturen zur Verfügung,
auf die sonst nur Ballungszentren zurück-
greifen können. Eng zusammenarbeiten
sollte man hier mit der jeweiligen Wirt-
schaftsförderung des Landkreises und
der eigenen Kommune, denn durch den
flächendeckenden Ausbau kann Mittel-
stand angeschlossen werden.
Was wird die größte Herausforderung für
2023?
Wir müssen allesamt aufpassen, dass
bestehende neue Infrastrukturen nicht
überbaut werden. Überbau vermeiden
wo immer möglich, das ist das Gebot der
Stunde. Mehrfachbau, Überbau ist in jeg-
licher Hinsicht wahnsinnig teuer und un-
sinnig. Denn Fakt ist: Für jede überbaute
Kommune schaut eine andere Kommune
in die Glaskugel, wann es für sie weiter-
geht. Dazu kommt, dass endlich ver-
nünftige Schnittstellen und Strukturen für
Netzöffnungen anderer Marktteilnehmer
zu schaffen sind. Dies darf nicht als Ein-
bahnstraße geschehen, sondern muss
wechselseitig erfolgen.
Von der Bahn zur Glasfaser
oder warum es gilt, keine Zeit zu verlieren
Was bedeutete früher der Anschluss ans Bahnnetz für eine Region?
In fast allen Fällen folgten Wachstum und die schnelle wirtschaftliche
Entwicklung vieler Städte und Dörfer. Heute steht der Standortfaktor
„schnelles Glasfaserinternet“ für die Stärkung einer Region und die Zu-
kunftssicherheit. Echte Glasfasernetze auf Basis einer neuen Infrastruk-
tur werden in vielen Regionen in Ostdeutschland durch die DNS:NET
gebaut und betrieben. Das in Brandenburg verwurzelte Unternehmen
sorgt mit seinen Teams dafür, dass die unterversorgten Regionen in
Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und darüber hinaus endlich ver-
lässlich und mit Gigabitgeschwindigkeit online gehen – und nicht nur
darüber geredet wird.
Hardy Heine
Aktuelles
nuvo6/22 7
Laubfall gelassen in den
Griff bekommen
Erst einmal sieht es traumhaft aus: Wenn
der „goldene Oktober“ aus grünem Blatt-
werk eine knallbunte Farbexplosion macht,
werden Gartentage und Spaziergänge im
Wald zum romantischen Erlebnis. Doch spä-
testens, wenn die ersten Blätter zu Boden
segeln, meldet sich bei vielen Grundstücks-
eignern die Sorge: Wohin mit dem Laub
nach dem ersten richtigen Blätterwirbel?
Folgen der Blätterflut
Bleibt der Blättersegen auf dem Rasen
liegen, erstickt er ihn. Doch noch viel erns-
ter gerät die Angelegenheit, wenn öffent-
liche Gehwege nach dem ersten Regen
zur haftbaren Laub-Rutschpartie werden.
Auch deswegen greifen Baumbesitzer
besser zur Harke. Denn Laubbläser sollten
nicht zum Einsatz kommen: Sie zerstören
die Mikrobiologie am Boden und nerven
mit ihren Benzinmotoren die Nachbar-
schaft. Liegt alles beisammen, fällt die
Entscheidung: behalten oder fortschaf-
fen? Das hängt ganz von der individuellen
Situation ab.
Blätter als Ernte
Gibt es ausreichend Platz und das rich-
tige Eckchen auf dem Grundstück, kann
ein gepflegter Komposthaufen die Lösung
sein. Dann sind die Blätter wie eine Ernte.
Denn auf dem Komposthaufen verrottet
das Laub und produziert nährstoffreichen
Dünger für später. Manche Nachbarschaf-
ten tun sich sogar zusammen, um gemein-
sam einen Komposthaufen zu pflegen.
Doch wenn dies nicht möglich ist, müssen
die Blättermassen abtransportiert werden.
STEP Bag als Laubsack
Ist es Potsdams Einwohnern nicht mög-
lich, Laub und Gehölzschnitt selbst oder
gemeinsam mit Nachbarn zu kompostie-
ren, gibt es einen einfachen und rechtlich
sauberen Weg – mit dem STEP Bag und
einem Sorglos-Service drumherum. Der
STEP Bag sieht beinahe aus, wie eine rie-
sige Einkaufstasche. Er besteht aus einem
hochstabilen und doch sehr flexiblen Ma-
terial und verfügt über Trageschlaufen. Sie
dienen dazu, dass die STEP-Profis den Ma-
xibeutel mit ihrem Spezialfahrzeug verla-
den und abtransportieren.
Laubentsorgung leicht gemacht
Den STEP Bag gibt es an den Wert-
stoffhöfen der STEP oder der Kompos-
tierungsanlage in Nedlitz für einmalig
12 Euro zu kaufen. Die Abholung des
mit Laub oder Grünabfall befüllten Bags
vor der eigenen Haustür kostet je nach
Postleitzahl zwischen 48 und 50 Euro, für
den ganzen Kubikmeter. Mit nur wenigen
Klicks lässt sich online ein Abholtermin
vereinbaren, alternativ auch per Telefon
oder E-Mail.
Übrigens: Der STEP Bag kann für die
Entsorgung von vielen anderen Abfällen,
wie zum Beispiel Bauabfällen, genutzt
werden.
Wer keine Blättermassen hat, kann auch
eine kleinere Lösung bei der STEP finden.
Sie verkauft 120-Liter-Laubsäcke zu 7,33
Euro. Sie werden ebenfalls abgeholt oder
die STEP-Wertstoffhöfe, die Kompostie-
rungsanlage oder alternativ die öffent-
liche Grünabfallsammlung nehmen das
Blattwerk entgegen.
Rohstoff Herbstlaub
Der nährstoffreiche Kompost entsteht
bei der STEP in Nedlitz per Mieten-
kompostierung. Dabei setzt das dortige
Team die Kompostmieten mehrmals um
und befeuchtet sie regelmäßig mit zuvor
aufgefangenem Regenwasser. Denn gu-
tes Durchlüften sowie ein hoher Feuch-
tigkeitsgehalt der organischen Masse
fördern den sogenannten Rotteprozess.
„Dabei geht es heiß her“, berichtet Flo-
rian Freitag, Geschäftsführer der STEP:
„Durch die intensive Stoffwechselaktivität
erwärmt sich die Kompostmiete im Inne-
ren auf bis zu 70 Grad Celsius. Das tötet
zuverlässig Wildkrautsamen und Krank-
heitserreger ab, die so nicht mehr ins
Beet gelangen.“ Schon nach mehreren
Wochen lässt sich der Kompost einset-
zen. Das geschieht sogar mit zertifizier-
ter Qualität: Der Kompost trägt das RAL-
Gütezeichen.
Jetzt sind die Potsdamerinnen und Pots-
damer erst einmal am Zug – mit dem Zu-
sammenharken: Vielleicht wird es ja ein
Familienevent.
Wichtige Details zum STEP Bag finden
Sie hier: swp-potsdam.de/de/entsor-
gung/container-und-mulden/step-bag
Alle Informationen zu den Wertstoff-
höfen gibt es hier: swp-potsdam.de/
de/entsorgung/wertstoffhöfe
Ihr persönlicher Kontakt zur STEP:
STEP Vertrieb
0331 661 7333
vertrieb@step-potsdam.de
So funktioniert’s
Foto: STEP
Ein Sack voll
Leichtigkeit
Übrigens: Der STEP Bag kann für die
Entsorgung von vielen anderen Abfällen,
wie zum Beispiel Bauabfällen, genutzt
Wer keine Blättermassen hat, kann auch
eine kleinere Lösung bei der STEP finden.
Sie verkauft 120-Liter-Laubsäcke zu 7,33
Euro. Sie werden ebenfalls abgeholt oder
die STEP-Wertstoffhöfe, die Kompostie-
rungsanlage oder alternativ die öffent-
liche Grünabfallsammlung nehmen das
Der nährstoffreiche Kompost entsteht
bei der STEP in Nedlitz per Mieten So funktioniert’s
1. Kaufen
Auf den Wertstoffhöfen
oder der Kompostierungs-
anlage.
2. Befüllen
In unserem Abholgebiet
aufstellen und mit Abfall
befüllen.
3. Abtransport
Vereinbaren Sie online
einen Abholtermin für
den STEP Bag.
8 nuvo6/22
Aktuelles
Urlaubsansprüche – Hinweis-
pflichten des Arbeitgebers
Jeder Arbeitnehmer hat ein Recht auf
bezahlten Jahresurlaub. Doch was ist,
wenn dieser Jahresurlaub nicht innerhalb
eines Kalenderjahres genommen wurde?
Grundsätzlich verfällt der Urlaubsanspruch
am 31.12. eines Kalenderjahres, aufgrund
dringender betrieblicher Gründe am 31.3.
des darauffolgenden Jahres. Bei langan-
haltender Krankheit tritt dieser Verfall so-
gar erst nach 15 Monaten nach Ende des
Kalenderjahres ein. Dies gilt jedoch nur,
wenn der Arbeitgeber den Arbeitnehmer
durch entsprechende Aufforderungen und
Hinweise in die Lage versetzt hat, seinen
Urlaubsanspruch auszuüben.
Dies bestätigte jüngst auch der Euro-
päische Gerichtshof. Er entschied darüber
hinaus, dass auch die dreijährige Verjäh-
rungsfrist des Urlaubsanspruchs erst ab
dem Zeitpunkt zu laufen beginne, ab dem
der Arbeitgeber seinen Aufforderungs-
und Hinweispflichten nachgekommen ist
(EuGH, Urteil vom 22.09.2022 – C-120/21).
Anderenfalls läuft der Arbeitgeber Gefahr,
dass die Urlaubsansprüche des Arbeit-
nehmers weder verfallen noch verjähren,
immer weitergetragen werden und hohe
Nachzahlungen auch nach Beendigung
des Arbeitsverhältnisses geltend gemacht
werden können.
Für den Arbeitgeber heißt das konkret,
dass er seinem Arbeitnehmer am Ende
des Kalenderjahres die Resturlaubstage
und den Zeitpunkt des drohenden Ver-
falles mitteilen sowie ihn auffordern muss,
den Urlaub zu nehmen. Die Entscheidung
des EuGH wirft weitere Folgeprobleme
auf. So wird u. a. die Frage zu klären sein,
welche Auswirkung die aktuelle Recht-
sprechung auf die arbeitsvertraglichen
Ausschlussfristen haben wird. Die Rege-
lungen in den Arbeitsverträgen und der
Umgang mit den Urlaubsansprüchen, soll-
ten daher unbedingt überprüft werden.
Rechtsanwältin Janine Federau
Streitbörger PartGmbB
Rechtsanwälte Steuerberater, Potsdam
Das Nürnberger Traditionshaus Schmidt
steht seit 1927 für höchste Qualität und
perfekten Service: Die weltberühmten
Lebkuchen- und Gebäckexperten halten
aber nicht nur unwiderstehliche Angebote
für Privatkunden parat. Auch und vor allem
im B2B-Bereich gibt es maßgeschneiderte
Lösungen für jedes Budget.
Dazu gehört zunächst das individuelle
Design nach Kundenwunsch: Firmen kön-
nen für ihre süßen Giveaways aus einer
umfangreichen Auswahl an Verpackungs-
optionen auswählen: Von der kleinen
Pappschachtel mit aufgedruckter Werbe-
botschaft bis zur hochwertig gravierten
Blechdose reicht die Bandbreite. Es ist
aber auch möglich, sich gleich ein kom-
plett eigenes Design entwickeln zu lassen.
Die hauseigene Logistik gewährleistet zu-
dem in aller Regel auch einen taggenauen
Versand – und das international. Dass zu
den Produkten persönliche Grußbotschaf-
ten für jeden einzelnen Empfänger hinzu-
gefügt werden können, versteht sich für
Schmidt von selbst.
Zum umfangreichen Sortiment des welt-
weiten Marktführers beim Versenden hoch-
wertiger Gebäcke zählt übrigens nicht nur
der weithin bekannte Nürnberger Leb-
kuchen, der hier noch nach über viele
Generationen hinweg überlieferten Re-
zepten mit viel Handarbeit gefertigt wird.
Auch andere außergewöhnliche Backwa-
ren wie die Produktlinie von Sternekoch
Alexander Herrmann („The Taste“) sowie
erlesene Pralinen, feine Honig- und Tee-
Varianten oder edle Weine und Spirituosen
eignen sich perfekt zum Verschenken.
Sogar für außergewöhnliche Weih-
nachtsfeiern hat Lebkuchen-Schmidt ein
Angebot parat: In der großzügigen und
verkehrsgünstig gelegenen Lebkuchen-
welt auf dem Firmengelände können
Gruppen in stimmungsvoller Atmosphäre
in die Historie des Lebkuchens eintauchen
und Live-Backvorführungen mit allen Sin-
nen genießen. Außerdem steht den Gäs-
ten der direkt angeschlossene Werksver-
kauf mit günstigen Preisen zur Verfügung.
Parkplätze für Busse und Pkw sind ausrei-
chend vorhanden.
Mehr zu
Produkten und
Logistik-Leistungen
erfahren Sie unter
lebkuchen-schmidt.
com/de/firmen-
kunden
Janine Federau
Lebkuchen-Schmidt: Perfekter Geschenke-Service seit fast 100 Jahren
nuvo6/22 9
Aus dem Netzwerk
Spannende Talkrunde mit den Ministerpräsidenten
Dr. Burkhardt Greiff
Mit ihrer Auftaktveranstaltung haben
die Unternehmerverbände Sachsen und
Brandenburg-Berlin eine eigene Platt-
form für kontinuierlichen Dialog und
jährliche Evaluierung von Maßnahmen
und Projekten für den Strukturwandel in
der Lausitz an den Start gebracht.
Das ganztägige erste LAUSITZFORUM
2038 am – symbolträchtigen – 9. Novem-
ber im Kulturhaus der BASF Schwarzheide
war gekennzeichnet durch die aktuelle dra-
matische Situation für die meisten mittel-
ständischen Unternehmen, in die sie dank
des bundespolitischen Zick-Zack-Kurses
in der Energiepolitik geraten sind. Es gab
aber auch viele Sachinformationen, eine
recht weitgehende Übereinstimmung mit
den engagierten Aussagen der Minister-
präsidenten Sachsens und Brandenburgs
zu beschlossenen Zeithorizonten und zum
Erhalt einer industriellen Kernsubstanz in
der Region – dem unter großen Mühen
erzielten „Kohlekonsens“. Vor allem zeig-
ten sich zahlreiche Ansätze für die bessere
Einbindung kleiner und mittelständischer
Unternehmen in konkrete Vorhaben des
Strukturwandels.
All dies hatte Dr. Burkhardt Greiff,
Präsident des Unternehmerverbandes
Brandenburg-Berlin und Sprecher der In-
teressengemeinschaft der Unternehmer-
verbände Ostdeutschlands und Berlin,
in seiner Eröffnungsansprache vehement
eingefordert. „Wir fordern, dass der in
langwierigen Diskussionen erzielte Kom-
promiss zum Ausstieg aus der Braunkoh-
le weiterhin gilt und jetzt mit aller Kraft
umgesetzt wird!“, erklärte er. „Unsere
Mitgliedsbetriebe sind äußerst beun-
ruhigt, denn bisher erleben sie die ver-
sprochene Beteiligung der kleinen und
mittelständischen Wirtschaft als absolut
unzureichend. Die Ampelregierung stellt
einerseits den Zeitplan für den Ausstieg in
Frage, reagiert andererseits mit panischen
Notmaßnahmen auf die Energiekrise und
scheint die systematische Entwicklung der
Industrieregion Lausitz aus dem Auge zu
verlieren. Mit dem LAUSITZFORUM 2038
als Plattform wollen wir den Strukturwan-
del Jahr für Jahr bis 2038 begleiten, das
Erreichte evaluieren und Impulse für Wei-
chenstellungen geben.“
Die großen Potenziale des regionalen
Mittelstandes einbeziehen
Das Problem erfasst die gesamte Lau-
sitz, deshalb haben die Unternehmerver-
bände Brandenburg-Berlin und Sachsen
die Initiative ergriffen, um ein Dialog-
forum des regionalen Mittelstandes mit
Entscheidungsträgern der Politik, Wis-
senschaftlern, der Energiewirtschaft,
strukturbestimmenden Unternehmen und
der Gesellschaft zu etablieren. Die Reso-
nanz war erfreulich hoch, angesichts der
drängenden Probleme aber auch nicht
verwunderlich. Unternehmerinnen und
Unternehmer, Vertreter der verschiedenen
bereits existierenden Lausitz-Initiativen,
Landespolitik, Wirtschaftsförderung, Ver-
treter der Kommunalpolitik und Experten
fanden den Weg ins Kulturhaus der BASF,
um über die bisherigen konkreten Schrit-
te, Projekte und langfristige Beteiligungs-
möglichkeiten zu informieren und über die
teils konträren Standpunkte zu diskutieren.
Diese Bereitschaft zum Meinungsstreit
hatte Dr. Greiff ebenfalls gefordert, an ein
Zitat Helmut Schmidts erinnernd: „Eine
Demokratie, in der nicht gestritten wird,
ist keine Demokratie“.
Widersprüchliches aus dem
Bundeswirtschaftsministerium
In seiner Keynote verteidigte der Parla-
mentarische Staatssekretär beim Bundes-
minister für Wirtschaft und Klimaschutz
und Beauftragte der Bundesregierung
für den Mittelstand, Michael Kellner, die
Maßnahmen der Bundesregierung zur
Entlastung bei Energiepreisen und zur
langfristigen Versorgungssicherheit. Dass
dabei jedoch der immer wieder ins Spiel
gebrachte auf das Jahr 2030 vorgezoge-
ne Kohleausstieg mit dem Auftrag an die
LEAG konterkariert wird, zwei Blöcke im
modernisierten Kohlekraftwerk Jänsch-
walde wieder ans Netz zu bringen, auf
diesen Widerspruch verwies später der
brandenburgische Ministerpräsident Dr.
Dietmar Woidke. Unter dem Stichwort
„Modellregion Lausitz“ bekannte sich
der Lausitzer vehement zu den Interes-
sen der Region, für die die Landesregie-
rung weiter kämpfen werde. Ebenso Mi-
chael Kretschmer, der Ministerpräsident
des Freistaates Sachsen, der eine Reihe
konkreter Forderungen an den Bund aus
Landessicht benannte – von der Beschleu-
nigung des Ausbaus der Infrastruktur bis
zu zukunftsträchtigen Ansiedlungen. Einig
waren sich beide darin, dem Mittelstand
den Zugang zu strukturbestimmenden
Innovationen bewusst zu erleichtern –
dieser müsse natürlich selbst die großen
Chancen erkennen und ergreifen.
LAUSITZFORUM 2038: Mittelständler
fordern Berechenbarkeit und Beteili-
gung beim Strukturwandel
10 nuvo6/22
Zukunftschance: Aufbau einer
Wasserstoffwirtschaft
Zu solchen Entwicklungen gehört der
Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft, die
zwar noch in den Anfängen steckt, aber für
die Zukunft der „Energieregion Lausitz“
entscheidend sein dürfte. Aufschlussreich
waren die Informationen aus der Praxis,
die Jens Krause, Sprecher des Wasser-
stoffnetzwerkes Lausitz DurcH2atmen
und Stabsstellenleiter der IHK Cottbus,
Dr.-Ing. Frances Zedler, Geschäftsführerin
der Energy Saxony e. V., und Maciej Satora
vom Fraunhofer Hydrogen Lab Görlitz ver-
mittelten. Auch die Entwicklungschancen
der Lausitz als Verflechtungsraum mit der
Metropolenregion Berlin auf der einen
Seite, Cottbus, Dresden und der Indus-
trieregion Breslau auf der anderen wurden
erörtert.
Das Fazit: Die Lausitz ist eine wirtschaft-
lich starke Industrieregion, sie kann, soll
und will das auch bleiben. Ihre Wirtschafts-
kraft beruht derzeit auf den Wertschöp-
fungsketten der Braunkohleindustrie, der
Energietechnik, der Chemie, der Ernäh-
rungswirtschaft, Tourismus und weiterer
Branchen mit ihren leistungsfähigen Indus-
trie- und Handwerksunternehmen, einem
breit aufgestellten Dienstleistungssektor
und einer guten Infrastruktur. All das sind
Ausgangspunkte für den Strukturwandel,
und keine Sackgassen, wie mancher of-
fenbar meint. Mit der Brandenburgischen
Technischen Universität Cottbus-Senften-
berg und der Technischen Hochschule
Zittau – Görlitz gibt es international an-
erkannte Hochschulen.
Praxisnahe Lösungen und breite
Beteiligung sind erforderlich
Die Strukturen beider Länder stehen für
eine erfolgreiche wirtschaftliche und ge-
sellschaftliche Strukturentwicklung über
die letzten Jahrzehnte, die aus Sicht der
mittelständischen Wirtschaft fortgesetzt
werden muss, wobei die Herausforde-
rungen nur mit breiter Beteiligung und
Akzeptanz für neue Lösungen zu meis-
tern sind. Die Rolle der auf der Kohle
basierenden Energiewirtschaft und ihre
Transformationsfähigkeit dürfen dabei
nicht unterschätzt werden. Die LEAG will
nach eigener Aussage zu einem Vorrei-
ter bei erneuerbaren Energien und bei
der Wasserstoffwirtschaft werden. Dabei
geht es nicht nur um Ersatz für noch rund
8000 Kohle-Arbeitsplätze, sondern um
das dichte Geflecht an direkt und indi-
rekt verbundenen Firmen, Dienstleistern
und kommunalen Einrichtungen. Beim
LAUSITZFORUM 2038 wurde über die He-
rausforderungen beim Umstieg auf neue
Geschäftsfelder diskutiert, der nicht nur In-
vestitionen, sondern zugleich eine Lösung
für die ohnehin angespannte Situation bei
Fachkräften erfordert. Das im Frühjahr
2022 auf Initiative der LEAG gebildete
Qualifizierungszentrum in der Lausitz für
Erneuerbare Energien (QLEE) mit einem
breiten Verbund an Partnern steht als ein
Beispiel dafür. Dr. Michael Steinhöfel vom
Institut für Betriebliche Bildungsforschung
stellte diesen Qualifizierungsverbund vor.
Interessierte Unternehmen sind zur Mit-
arbeit und Ausgestaltung dieser Initiative
mit eigenen Ideen eingeladen. Wie die
BASF Schwarzheide sich auf die neuen
Herausforderungen einstellt und welche
Wege dabei in der Qualifizierung von
Fachkräften gegangen werden, erläuterte
Anne Francken, Geschäftsführerin und Ar-
beitsdirektorin des Unternehmens. Ihr galt
als Vertreterin der BASF und sozusagen
Hausherrin der Dank der Organisatoren für
die Gastfreundschaft.
Modellregion Lausitz nur in einem
gemeinsamen Kraftakt
Berechenbarkeit und Beteiligung, das
sind die zentralen Forderungen, auf die
unsere beiden Unternehmerverbände
als Interessenvertreter pochen. Dietrich
Enk, Präsident des Unternehmerverban-
des Sachsen, unterstrich das gemeinsame
Engagement beider Bundesländer für die
Lausitz als länderübergreifende Region.
Er wies darauf hin, dass der Erfolg des
deutschen Mittelstandes nicht nur auf
Kreativität und gegenüber Großunter-
nehmen viel größerer Flexibilität beruht,
sondern gleichzeitig auf ihrer persön-
lichen Verantwortlichkeit für das eigene
Tun oder Unterlassen. Die Folgen ihres
unternehmerischen Handelns sind spür-
bar in der eigenen Region, im unmittel-
baren Lebensumfeld. „Diese konsequente
Haltung wünschen wir uns bei allen, die
sich für den Strukturwandel engagieren“,
unterstrich er. „Immerhin vertreten wir im
Verbund mit der Interessengemeinschaft
der Unternehmerverbände Ostdeutsch-
lands und Berlin mehr als 22.000 kleine
und mittelständische Unternehmen, von
denen Erfolg oder Misserfolg des Struktur-
wandels mit abhängt.“ Für das Gelingen
der künftigen „Europäischen Modellre-
gion Lausitz“ werde das mitentscheidend
sein. Eine positive Botschaft aus der Wirt-
schaftsförderung: Neben der Förderung
von Verbundprojekten für den Struktur-
wandel wird es ab 2023 auch direkte
Förderung für Unternehmen aus dem
Just Transition Fund (JTF) der EU geben.
Dies dürfte beim zweiten LAUSITZFORUM
2038 im kommenden Jahr zu den Ge-
sprächsthemen gehören.
Ulrich Conrad
Den Livestream vom Tage finden Sie unter
www.lausitzforum.de
Aus dem Netzwerk
Michael Kellner
Dr. Dietmar Woidke
Aussteller: WAL
Dietrich Enk: Dank an Michael Kretschmer
Aussteller: BTU Cottbus-Senftenberg
nuvo6/22 11
Wie Kommunen schneller vorankommen –
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Nr. 6/2022 - Nachhaltigkeit

  • 1. Nr. 6/2022 • 5.Jahrgang • Das ostdeutsche Wirtschaftsmagazin Wir. Unternehmen. Zukunft. nuvo ISSN 2625-3356 Dietrich Enk der Mittelbrandenburgischen Sparkasse Vorsitzender des Vorstands Andreas Schulz Präsident UV Sachsen e.V. Studie „Brandenburg 2030“ zeigt: Wir engagieren uns gemeinsam Aktuelle Krisen verschärfen Megatrends! länderübergreifend für die Zukunft der Lausitz! aber nicht bei den Strompreisen! Nachhaltigkeit Dr. Burkhardt Greiff Präsident Unternehmerverband Brandenburg-Berlin e.V. Wir wollen überall Weltmeister sein –
  • 2. Zukunft braucht jemanden, der in sie investiert: die neue SIGNAL IDUNA Lebensversicherung AG. Gemeinsam verantwortungsvoll Zukunft gestalten: Die SIGNAL IDUNA Lebensversicherung AG ist ein junges Unternehmen, das nachhaltige und digitale Lösungen für private und betriebliche Altersvorsorge, Einkommensschutz und Risikovorsorge bietet. Nachhaltigkeit ist zentraler Teil unseres Selbstverständ- nisses. Damit übernehmen wir soziale Verantwortung und richten unser Unternehmen von Anfang an und in allen Geschäftsbereichen an unseren Nachhaltigkeitsgrundsätzen aus. signal-iduna.de/lv Nachhaltig ausgerichtet
  • 3. nuvo6/22 3 Vorwort Dr. Thorsten Purps Fachanwalt für Erbrecht Martin Vogel Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht Fachanwalt für Verwaltungsrecht Dr. Marcus Flinder Fachanwalt für Arbeitsrecht Mediator Dr. Jochen Lindbach Fachanwalt für Arbeitsrecht Fachanwalt für Familienrecht Wirtschaftsmediator Mathias Matusch Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht Fachanwalt für Medizinrecht Andreas Jurisch Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht Andreas Lietzke Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Anja Weber Fachanwältin für Versicherungsrecht Jeannine Lorenz Fachanwältin für Transport- und Speditionsrecht Jennifer Röhling Fachanwältin für Familienrecht Fachanwältin für Versicherungsrecht Theresa Kunke Rechtsanwältin Helen Vollprecht Fachanwältin für gewerblichen Rechtsschutz Anna-Marlena Groeneveld Rechtsanwältin PartGmbB | Rechtsanwälte | Steuerberater Birkenstraße 10 | 14469 Potsdam | Tel.: 0331 27561-0 | Fax: 0331 27561-999 E-Mail: potsdam@streitboerger.de | www.streitboerger.de Anzeige Wir müssen nicht immer überall Weltmeister sein! Wir wollen immer überall Weltmeister sein – aber nicht bei den Strompreisen! Da reicht auch eine Platzierung. Darü- ber hinaus dürfen wir den Kohleausstieg, der in einem gesellschaftlichen Konsens auf 2038 festgelegt wurde, nicht durch politischen Aktionismus aushebeln. Das Kohleausstiegsgesetz und das Struktur- stärkungsgesetz sind Ergebnis langer Verhandlungen mit allen betroffenen ge- sellschaftlichen Gruppen. Verlässlichkeit ist für die Akzeptanz der Energiewende gerade in den Regionen, die besonders vom Strukturwandel betroffen sind, un- erlässlich. Vergessen wir nicht, wie abhän- gig Deutschland von der Kohle ist. Sie ist immer noch Deutschlands wichtigster Energieträger für die Stromproduktion. Es müssen also Strukturen vorhanden sein, die die Energieversorgung sichern. Nicht einfach abschalten und dann schauen wir mal. Es muss ein Gesamt- Energie-Konzept auf den Tisch, dass am besten auch von allen gesellschaftlichen Gruppen akzeptiert wird. Es ist fahr- lässig und erschüttert in hohem Maße das Vertrauen in die Politik, wenn das vor den Bundestagswahlen Vereinbarte nach den Wahlen nicht mehr zählt. Zu einem Gesamtkonzept gehört es, sach- lich und schonungslos zu erläutern, was Regenerative Energien können und was nicht. Wie kann der schnellere Ausbau gelingen? Wo kommt das Material, wo kommen die Fachkräfte her? Aktuell dau- ert die Wartezeit für den Einbau einer Wärmepumpe für den Häuslebauer bis zu drei Jahren. Wie wird bundesweit der Mehrbedarf an Strom zum Beispiel für E- Autos abgedeckt? Wie werden die Gas- speicher im Sommer 2023 gefüllt, wenn das russische Gas fehlt? Zur Ehrlichkeit der Politik gehört natür- lich, dass den Wählerinnen und Wählern erklärt wird, warum die Niederlande mit über 90 Ausnahmeregelungen zu den EU-Sanktionen gegenüber Russland die eigene Wirtschaft begünstigen. Ener- giekrise als Folge des Ukraine-Krieges – schon das ist unehrlich. Wenn man strategisch die Eigenversorgung ver- lässt und einem Main-Stream folgt, also erst abschaltet, bevor man Alternativen hat, wird ein Land fehlgeleitet! Genau das kann in Schwedt und für halb Ost- deutschland wieder passieren, wenn am 31.12. der russische Öl-Hahn zugedreht wird. Bisher fehlen Alternativen bzw. Ver- träge, die umfassend die weitere Versor- gung sichern. Man kann Fehler machen, auch in der Politik – aber bitte nicht so oft wieder- holen! Halten wir uns zumindest an die Worte von Helmut Schmidt: „Eine De- mokratie, in der nicht gestritten wird, ist keine Demokratie!“ Ihr Dr. Burkhardt Greiff, Präsident Unternehmerverband Brandenburg-Berlin e.V. Dr. Burkhardt Greiff
  • 4. 4 nuvo6/22 Quo vadis Brandenburg? Schafft es das Land, den Fachkräftemangel zu be- seitigen? Wie gelingt der Umstieg auf er- neuerbare Energien? Und was tut sich in Sachen IT-Sicherheit, Digitalisierung und De-Globalisierung? Eine Unternehmens- befragung des Lehrstuhls für Marketing der Universität Potsdam hat die wichtigs- ten Trends bis zum Jahr 2030 erfasst und festgestellt, dass sich angesichts der ak- tuellen schweren Krisen einige Tenden- zen verstärken und der Handlungsdruck in Wirtschaft und Gesellschaft wächst. In Auftrag gegeben wurde die Studie von der Mittelbrandenburgischen Sparkasse (MBS) über den universitären Partner- kreis Industrie & Wirtschaft, der die Er- gebnisse am 13. Oktober im Bildungs- forum Potsdam öffentlich vorgestellt und diskutiert hat. Fragen dazu an Andreas Schulz, Vorsitzender des Vorstands der MBS, als Initiator der Brandenburg- Trendstudie. Warum hat die MBS gerade dieses Thema der Studie ausgewählt? Weil es um mehr als Geld geht. Als wich- tige Finanzpartnerin für die Menschen, Un- ternehmen und Kommunen der Region hat die MBS ein wirtschaftliches und gesell- schaftliches Interesse daran, Megatrends rechtzeitig zu erkennen und diese in ihrer regionalen Bedeutung zu verstehen. Mit welchen Konsequenzen? Wir möchten die Transformation der Wirtschaft als Finanzpartner bestmöglich unterstützen und einen wesentlichen Bei- trag zur Entwicklung der Region leisten. Zugleich hat die MBS als hier in Branden- burg tief verwurzeltes Unternehmen ihr ureigenes Interesse daran, verschiedene Handlungsansätze für unsere Sparkas- se abzuleiten. Denn wir müssen ebenso wie andere Unternehmen hier mit dem Fachkräftemangel, der Digitalisierung oder dem Klimawandel umgehen und die Chancen und Risken erkennen. Die MBS hat als Marktführerin in der Re- gion ein gutes Gespür dafür, was ihre Fir- menkunden gerade bewegt. Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderun- gen für den Mittelstand in Brandenburg? Unsere Firmenkundinnen und -kunden stehen vor schwierigen Monaten – sie ge- raten quasi von einer Krise in die nächste: Die Unternehmen sorgen sich besonders um die Energiekrise, den Fachkräfteman- gel und die Sicherstellung der Lieferket- ten. Die Kostenexplosionen bei Energie, Zulieferungen, Lebensmitteln oder Perso- nal sind gewaltige Herausforderungen. Als Finanzpartner sind wir hier aufgefordert, unsere Kundinnen und Kunden bestmög- lich zu begleiten, flexibel zu agieren und zukunftsgerichtete Lösungen zu schaffen. Wie sind die kleinen und mittelständi- schen Unternehmen aufgestellt? Die Eigenkapitaldecke ist bei vielen in Krisenzeiten sehr dünn geworden. Wir sehen unsere Unternehmen grundsätzlich ganz solide aufgestellt. Aber eine zuver- lässige Begleitung durch die Hausbank wird in Zukunft noch wichtiger. Denn: Vie- le der Trends haben sich in den aktuellen Krisen noch verstärkt. Ganz akut ist be- kanntermaßen der Bedarf, den Energie- verbrauch schnell und deutlich zu senken und die Energieversorgung umzusteuern hin zu regenerativen Energien. Das ist eine Mammutaufgabe. Welche Rolle spielt dabei der Fachkräfte- mangel? Viele Unternehmen sind bereits ge- zwungen, ihre Produktion bzw. Angebote MBS: Aktuelle Krisen verschärfen Megatrends! Studie „Brandenburg 2030“ ermittelt Trends in Wirtschaft und Gesellschaft Aktuelles Andreas Schulz, Vorsitzender des Vorstands der Mittelbrandenburgischen Sparkasse IMPRESSUM: NUVO – Netzwerk Unternehmerverbände Ostdeutschlands – Wir. Unternehmen. Zukunft. Ausgabe 6/2022 • ET: 02.12.2022 • Gesamtauflage: 3.500 • Herausgeber/V.i.S.d.P: comprend GmbH • Geschäftsführer: Michael Schulze Dennis-Gabor-Straße 2 • 14469 Potsdam • Tel.: 0331 58115800 • E-Mail: info@comprend.de • www.comprend.de • Redaktion: Michael Schulze Autoren: Dr. Ulrich Conrad, Michael Schulze • Satz und Druckvorbereitung: webreform GmbH • Anzeigen: Michael Schulze • Fotorechte: pixabay (S. 1 Titelbild, S. 5 u.), Karoline Wolf (S. 1 u., 3 o., 8 o.), UV Sachsen (S. 1 m.), Stefan Specht (S. 1 o., S. 4), www.dns-net.de (S. 6), Claudia Koslowski (S. 9, 10), Lebkuchen Schmidt (S. 8 u.) • Weitere Fotos wurden zur Verfügung gestellt von Sponsoren, Partnern • Druck: city repro GmbH Cottbus Redaktionsschluss: 04.11.2022 • NUVO erscheint sechsmal im Jahr • Die Mitglieder des UVBB erhalten NUVO im Rahmen ihrer Mitgliedschaft Alle Rechte vorbehalten • Nachdruck und Kopien nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des V.i.S.d.P. • Namentlich gekennzeichnete Beiträge müssen nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen. Für unaufgefordert eingesandte Manuskripte und Fotos übernehmen wir keine Haftung • ISSN 2625-3356
  • 5. nuvo6/22 5 zurückzufahren, weil das Personal fehlt. Auch für die Bewältigung so wichtiger Zukunftsaufgaben wie Klimawandel und Digitalisierung sind die Betriebe auf die passenden Fachkräfte angewiesen. Der Fachkräftemangel hat sich als Trend auf dem brandenburgischen Arbeitsmarkt deutlich manifestiert, wie die Studie zeigt. Fast 70 Prozent der befragten Unterneh- men klagen über keine oder zu wenige Be- werbungen. Rund 60 Prozent bemängeln außerdem die fehlenden Qualifikationen. Wird sich die jetzige hohe Nachfrage durch die Digitalisierung langfristig um- kehren? Dass sich durch Automatisierung und Digitalisierung in den nächsten Jahren die Anzahl der Arbeitsplätze verringern könn- te, wird nicht angenommen. Im Gegenteil. Die meisten Betriebe rechnen mit einer Zunahme anspruchsvoller Arbeitsplätze. Entsprechend hoch sind die Anforderun- gen an die Kompetenzen der Beschäftig- ten und die Notwendigkeit permanenter Weiterbildung. Ein weiterer Trend aus der Studie mit hoher Relevanz für Brandenburg ist das Thema IT-Sicherheit: Sicherheitsfragen sind durch die vermehrten Cyberangriffe auf staatliche und private Einrichtungen in den Vordergrund gerückt. Tatsächlich aber verfügen erst 50 Prozent der Unternehmen über eine konkrete und vom Management getragene IT-Sicherheitsstrategie und Be- drohungsanalyse. Ein Großteil der Unter- nehmen plant zumindest den Ausbau von Sicherheitsmaßnahmen, benötigt hierbei jedoch Unterstützung. Lassen sich inmitten all der akuten Pro- bleme überhaupt langfristige Geschäfts- strategien verfolgen? Das ist unbedingt notwendig. Branden- burgische Unternehmen müssen trotz der heute drängenden Herausforderun- gen Weitsicht beweisen und mittel- und langfristig investieren, um digital, tech- nologisch und personell gut ausgerüstet zu sein. Nur so können die langfristig nötigen Transformationsprozesse hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaft und Ge- sellschaft gelingen. Die Umsetzung der in der Trendstudie identifizierten Hand- lungsansätze ist wichtiger denn je, um die Prosperität des Standortes Brandenburg in der Zukunft nicht zu gefährden. Die aktuell von der Politik ergriffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Kri- senfolgen sind von größter Bedeutung. Allerdings müssen wir bei all dem auch die langfristigen Entwicklungen und Fol- gen im Blick behalten. Dabei liefern uns die Studienergebnisse wichtige Impulse und Anhaltspunkte. Wie kann die MBS die Unternehmen und Kommunen bei dieser wichtigen Aufgabe unterstützen? Der Mittelstand ist ein bedeutender Akteur bei der Energiewende: Energeti- sche Gebäudesanierung, neue Heizungs- anlagen und Antriebstechniken – all das sind Arbeitsfelder des Mittelstandes. Und für manche Neugründungen sind es Ausgangspunkt für neue innovative Ge- schäftsmodelle. Die nötigen Investitionen in Energieeffizienz, Nutzung regenerati- ver Energien und Aufbau innovativer Ge- schäftsfelder bedeuten riesige Investitio- nen – und diese müssen finanziert werden. Wir als finanzierende Hausbank können Unternehmen dabei helfen, sich energie- preisunabhängiger aufzustellen und auch unter neuen Rahmenbedingungen neue Geschäftschancen zu erschließen. Unse- re Beraterinnen und Berater tragen hier eine hohe Verantwortung und haben alle Hände voll zu tun, um ihre Kundinnen und Kunden zu beraten, zu informieren und auch zu fördern. Hier stehen uns erfahrene Partner wie die Bürgschaftsbank, die ILB oder auch die Deutsche Leasing zur Seite. Alle Trends, Ergebnisse und Schlussfol- gerungen aus der Studie finden Sie hier: Aktuelles
  • 6. 6 nuvo6/22 Tausende Kilometer Tiefbaugräben wurden gebaut. Wöchentlich gehen neue Ortsteile, Dörfer und Städte ans Netz der DNS:NET. Dafür haben alleine in diesem Jahr knapp 40 Städte und Kommunen Kooperationen abgeschlossen. Das Ziel ist es, alle Haushalte vom Mehrfamilien- haus in den Städten bis zu den Häusern in den entlegenen dörflichen Regionen zu versorgen – mit Internet, Telefonie und TV. Wichtig für den zügigen Start ist das Engagement der Bürger vor Ort. Ein privatwirtschaftlicher Ausbau braucht Pla- nungssicherheit für alle Beteiligten, für die Investitionen, für Materialkosten und Per- sonal aber auch bei den Bauämtern für die Genehmigungsprozesse. Fragen dazu an Hardy Heine, Repräsentant der DNS:NET und Ansprechpartner für die Kommunen. Herr Heine, treibt die Gigabitstrategie der Bundesregierung den Glasfaserausbau? Heine: Nun ja, es geht bei der Gigabit- strategie sicher darum, ein Achtungszei- chen zu setzen, damit klargestellt wird: Wir wollen alle Bürger gleichberechtigt bis 2025 auf der 50 Prozentmarke und bis 2030 kom- plett mit Glasfaser versorgen. Aber Treiber sind diejenigen, die das umsetzen. Wenn man sich nämlich die aktuellen Erhebungen ansieht, wird überdeutlich: Die größten In- vestitionen bei vollem Risiko trägt die Pri- vatwirtschaft. Die Kurve von 2019 zu 2022 aus der Telekommunikations-Marktstudie von Dialog Consult und VATM zeigt es, in 2022 wurden die bislang höchsten Summen für den Glasfaserausbau investiert. Ohne die alternativen Telekommunikationsunter- nehmen sähe es also recht trübsinnig in puncto Breitbandversorgung aus. Dem Ziel: Glasfaser für alle! hat sich die DNS:NET von Anfang an gewidmet und baut seit vielen Jahren echte Glasfasernet- ze in zahlreichen Regionen tatsächlich bis zur letzten Stalltür, bis zum entferntesten Architekturbüro, bis in die Seniorenheime, die Feuerwehrzentralen und Schulen. Da- für braucht man neben einer umfassenden Logistik vor allem gemeinsame Ziele mit den betroffenen Verwaltungen und der Wirtschaftsförderung. Wie stellt sich die Telekommunikations- branche in Brandenburg dar? Das kann ein Wirtschaftsministerium bes- ser darlegen. Auf jeden Fall ist die Branche sehr regional aufgestellt und das ist vom Prinzip her großartig, denn diejenigen, die hier leben und wohnen, stehen für ihre Ansa- gen auch ein. Gleichzeitig wird ausgebildet, es werden regionale Arbeitsplätze geschaf- fen. Ja, ich denke, das ist auch ein Grund, weshalb wir als mittelständisches Unterneh- men solchen Zuspruch bekommen. Wie kommen Kommunen und Wirt- schaftsförderungen an die Kooperations- vereinbarungen? Indem sie das Gespräch mit uns suchen. Bislang konnten wir immer verlässlich wei- terhelfen, wenn es Stillstand im Breitband- ausbau gab. In 2022 gab es monatlich immer mehrere neue Kooperationsverein- barungen. Dabei verpflichten sich beide Seiten, die Kommunen/Landkreise und die DNS:NET, sich gegenseitig zu unterstüt- zen, um die Planungsprozesse und den da- rauffolgenden Ausbau zu beschleunigen. Grundlage für den schnellen Start ist in je- dem Fall das Interesse der Einwohner, die den Ausbau per Vorverträgen absichern. Wie können Mittelständler in unterver- sorgten Gebieten mehr erreichen, wenn sich in ihrer Region seit Jahren nichts bewegt? Mittelständler, die in einer ländlichen Gegend bzw. einem Gewerbegebiet an- sässig sind, sollten sich zusammenschlie- ßen und gemeinsam die Anforderungen gegenüber den Telekommunikationsun- ternehmen formulieren. Synergie durch Zusammenschluss – das bringt Erfolg und Beschleunigung. Vielen Mittelständlern ist gar nicht bewusst, dass sie heute schon als Standardprodukte 10 Gigabit symmetrisch nutzen können. Das können wir als Alter- nativcarrier und mit den entsprechenden Produkten realisieren. Wenn man es geschickt angeht, stehen den Firmen am jedem Standort im länd- lichen Bereich Strukturen zur Verfügung, auf die sonst nur Ballungszentren zurück- greifen können. Eng zusammenarbeiten sollte man hier mit der jeweiligen Wirt- schaftsförderung des Landkreises und der eigenen Kommune, denn durch den flächendeckenden Ausbau kann Mittel- stand angeschlossen werden. Was wird die größte Herausforderung für 2023? Wir müssen allesamt aufpassen, dass bestehende neue Infrastrukturen nicht überbaut werden. Überbau vermeiden wo immer möglich, das ist das Gebot der Stunde. Mehrfachbau, Überbau ist in jeg- licher Hinsicht wahnsinnig teuer und un- sinnig. Denn Fakt ist: Für jede überbaute Kommune schaut eine andere Kommune in die Glaskugel, wann es für sie weiter- geht. Dazu kommt, dass endlich ver- nünftige Schnittstellen und Strukturen für Netzöffnungen anderer Marktteilnehmer zu schaffen sind. Dies darf nicht als Ein- bahnstraße geschehen, sondern muss wechselseitig erfolgen. Von der Bahn zur Glasfaser oder warum es gilt, keine Zeit zu verlieren Was bedeutete früher der Anschluss ans Bahnnetz für eine Region? In fast allen Fällen folgten Wachstum und die schnelle wirtschaftliche Entwicklung vieler Städte und Dörfer. Heute steht der Standortfaktor „schnelles Glasfaserinternet“ für die Stärkung einer Region und die Zu- kunftssicherheit. Echte Glasfasernetze auf Basis einer neuen Infrastruk- tur werden in vielen Regionen in Ostdeutschland durch die DNS:NET gebaut und betrieben. Das in Brandenburg verwurzelte Unternehmen sorgt mit seinen Teams dafür, dass die unterversorgten Regionen in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und darüber hinaus endlich ver- lässlich und mit Gigabitgeschwindigkeit online gehen – und nicht nur darüber geredet wird. Hardy Heine Aktuelles
  • 7. nuvo6/22 7 Laubfall gelassen in den Griff bekommen Erst einmal sieht es traumhaft aus: Wenn der „goldene Oktober“ aus grünem Blatt- werk eine knallbunte Farbexplosion macht, werden Gartentage und Spaziergänge im Wald zum romantischen Erlebnis. Doch spä- testens, wenn die ersten Blätter zu Boden segeln, meldet sich bei vielen Grundstücks- eignern die Sorge: Wohin mit dem Laub nach dem ersten richtigen Blätterwirbel? Folgen der Blätterflut Bleibt der Blättersegen auf dem Rasen liegen, erstickt er ihn. Doch noch viel erns- ter gerät die Angelegenheit, wenn öffent- liche Gehwege nach dem ersten Regen zur haftbaren Laub-Rutschpartie werden. Auch deswegen greifen Baumbesitzer besser zur Harke. Denn Laubbläser sollten nicht zum Einsatz kommen: Sie zerstören die Mikrobiologie am Boden und nerven mit ihren Benzinmotoren die Nachbar- schaft. Liegt alles beisammen, fällt die Entscheidung: behalten oder fortschaf- fen? Das hängt ganz von der individuellen Situation ab. Blätter als Ernte Gibt es ausreichend Platz und das rich- tige Eckchen auf dem Grundstück, kann ein gepflegter Komposthaufen die Lösung sein. Dann sind die Blätter wie eine Ernte. Denn auf dem Komposthaufen verrottet das Laub und produziert nährstoffreichen Dünger für später. Manche Nachbarschaf- ten tun sich sogar zusammen, um gemein- sam einen Komposthaufen zu pflegen. Doch wenn dies nicht möglich ist, müssen die Blättermassen abtransportiert werden. STEP Bag als Laubsack Ist es Potsdams Einwohnern nicht mög- lich, Laub und Gehölzschnitt selbst oder gemeinsam mit Nachbarn zu kompostie- ren, gibt es einen einfachen und rechtlich sauberen Weg – mit dem STEP Bag und einem Sorglos-Service drumherum. Der STEP Bag sieht beinahe aus, wie eine rie- sige Einkaufstasche. Er besteht aus einem hochstabilen und doch sehr flexiblen Ma- terial und verfügt über Trageschlaufen. Sie dienen dazu, dass die STEP-Profis den Ma- xibeutel mit ihrem Spezialfahrzeug verla- den und abtransportieren. Laubentsorgung leicht gemacht Den STEP Bag gibt es an den Wert- stoffhöfen der STEP oder der Kompos- tierungsanlage in Nedlitz für einmalig 12 Euro zu kaufen. Die Abholung des mit Laub oder Grünabfall befüllten Bags vor der eigenen Haustür kostet je nach Postleitzahl zwischen 48 und 50 Euro, für den ganzen Kubikmeter. Mit nur wenigen Klicks lässt sich online ein Abholtermin vereinbaren, alternativ auch per Telefon oder E-Mail. Übrigens: Der STEP Bag kann für die Entsorgung von vielen anderen Abfällen, wie zum Beispiel Bauabfällen, genutzt werden. Wer keine Blättermassen hat, kann auch eine kleinere Lösung bei der STEP finden. Sie verkauft 120-Liter-Laubsäcke zu 7,33 Euro. Sie werden ebenfalls abgeholt oder die STEP-Wertstoffhöfe, die Kompostie- rungsanlage oder alternativ die öffent- liche Grünabfallsammlung nehmen das Blattwerk entgegen. Rohstoff Herbstlaub Der nährstoffreiche Kompost entsteht bei der STEP in Nedlitz per Mieten- kompostierung. Dabei setzt das dortige Team die Kompostmieten mehrmals um und befeuchtet sie regelmäßig mit zuvor aufgefangenem Regenwasser. Denn gu- tes Durchlüften sowie ein hoher Feuch- tigkeitsgehalt der organischen Masse fördern den sogenannten Rotteprozess. „Dabei geht es heiß her“, berichtet Flo- rian Freitag, Geschäftsführer der STEP: „Durch die intensive Stoffwechselaktivität erwärmt sich die Kompostmiete im Inne- ren auf bis zu 70 Grad Celsius. Das tötet zuverlässig Wildkrautsamen und Krank- heitserreger ab, die so nicht mehr ins Beet gelangen.“ Schon nach mehreren Wochen lässt sich der Kompost einset- zen. Das geschieht sogar mit zertifizier- ter Qualität: Der Kompost trägt das RAL- Gütezeichen. Jetzt sind die Potsdamerinnen und Pots- damer erst einmal am Zug – mit dem Zu- sammenharken: Vielleicht wird es ja ein Familienevent. Wichtige Details zum STEP Bag finden Sie hier: swp-potsdam.de/de/entsor- gung/container-und-mulden/step-bag Alle Informationen zu den Wertstoff- höfen gibt es hier: swp-potsdam.de/ de/entsorgung/wertstoffhöfe Ihr persönlicher Kontakt zur STEP: STEP Vertrieb 0331 661 7333 vertrieb@step-potsdam.de So funktioniert’s Foto: STEP Ein Sack voll Leichtigkeit Übrigens: Der STEP Bag kann für die Entsorgung von vielen anderen Abfällen, wie zum Beispiel Bauabfällen, genutzt Wer keine Blättermassen hat, kann auch eine kleinere Lösung bei der STEP finden. Sie verkauft 120-Liter-Laubsäcke zu 7,33 Euro. Sie werden ebenfalls abgeholt oder die STEP-Wertstoffhöfe, die Kompostie- rungsanlage oder alternativ die öffent- liche Grünabfallsammlung nehmen das Der nährstoffreiche Kompost entsteht bei der STEP in Nedlitz per Mieten So funktioniert’s 1. Kaufen Auf den Wertstoffhöfen oder der Kompostierungs- anlage. 2. Befüllen In unserem Abholgebiet aufstellen und mit Abfall befüllen. 3. Abtransport Vereinbaren Sie online einen Abholtermin für den STEP Bag.
  • 8. 8 nuvo6/22 Aktuelles Urlaubsansprüche – Hinweis- pflichten des Arbeitgebers Jeder Arbeitnehmer hat ein Recht auf bezahlten Jahresurlaub. Doch was ist, wenn dieser Jahresurlaub nicht innerhalb eines Kalenderjahres genommen wurde? Grundsätzlich verfällt der Urlaubsanspruch am 31.12. eines Kalenderjahres, aufgrund dringender betrieblicher Gründe am 31.3. des darauffolgenden Jahres. Bei langan- haltender Krankheit tritt dieser Verfall so- gar erst nach 15 Monaten nach Ende des Kalenderjahres ein. Dies gilt jedoch nur, wenn der Arbeitgeber den Arbeitnehmer durch entsprechende Aufforderungen und Hinweise in die Lage versetzt hat, seinen Urlaubsanspruch auszuüben. Dies bestätigte jüngst auch der Euro- päische Gerichtshof. Er entschied darüber hinaus, dass auch die dreijährige Verjäh- rungsfrist des Urlaubsanspruchs erst ab dem Zeitpunkt zu laufen beginne, ab dem der Arbeitgeber seinen Aufforderungs- und Hinweispflichten nachgekommen ist (EuGH, Urteil vom 22.09.2022 – C-120/21). Anderenfalls läuft der Arbeitgeber Gefahr, dass die Urlaubsansprüche des Arbeit- nehmers weder verfallen noch verjähren, immer weitergetragen werden und hohe Nachzahlungen auch nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses geltend gemacht werden können. Für den Arbeitgeber heißt das konkret, dass er seinem Arbeitnehmer am Ende des Kalenderjahres die Resturlaubstage und den Zeitpunkt des drohenden Ver- falles mitteilen sowie ihn auffordern muss, den Urlaub zu nehmen. Die Entscheidung des EuGH wirft weitere Folgeprobleme auf. So wird u. a. die Frage zu klären sein, welche Auswirkung die aktuelle Recht- sprechung auf die arbeitsvertraglichen Ausschlussfristen haben wird. Die Rege- lungen in den Arbeitsverträgen und der Umgang mit den Urlaubsansprüchen, soll- ten daher unbedingt überprüft werden. Rechtsanwältin Janine Federau Streitbörger PartGmbB Rechtsanwälte Steuerberater, Potsdam Das Nürnberger Traditionshaus Schmidt steht seit 1927 für höchste Qualität und perfekten Service: Die weltberühmten Lebkuchen- und Gebäckexperten halten aber nicht nur unwiderstehliche Angebote für Privatkunden parat. Auch und vor allem im B2B-Bereich gibt es maßgeschneiderte Lösungen für jedes Budget. Dazu gehört zunächst das individuelle Design nach Kundenwunsch: Firmen kön- nen für ihre süßen Giveaways aus einer umfangreichen Auswahl an Verpackungs- optionen auswählen: Von der kleinen Pappschachtel mit aufgedruckter Werbe- botschaft bis zur hochwertig gravierten Blechdose reicht die Bandbreite. Es ist aber auch möglich, sich gleich ein kom- plett eigenes Design entwickeln zu lassen. Die hauseigene Logistik gewährleistet zu- dem in aller Regel auch einen taggenauen Versand – und das international. Dass zu den Produkten persönliche Grußbotschaf- ten für jeden einzelnen Empfänger hinzu- gefügt werden können, versteht sich für Schmidt von selbst. Zum umfangreichen Sortiment des welt- weiten Marktführers beim Versenden hoch- wertiger Gebäcke zählt übrigens nicht nur der weithin bekannte Nürnberger Leb- kuchen, der hier noch nach über viele Generationen hinweg überlieferten Re- zepten mit viel Handarbeit gefertigt wird. Auch andere außergewöhnliche Backwa- ren wie die Produktlinie von Sternekoch Alexander Herrmann („The Taste“) sowie erlesene Pralinen, feine Honig- und Tee- Varianten oder edle Weine und Spirituosen eignen sich perfekt zum Verschenken. Sogar für außergewöhnliche Weih- nachtsfeiern hat Lebkuchen-Schmidt ein Angebot parat: In der großzügigen und verkehrsgünstig gelegenen Lebkuchen- welt auf dem Firmengelände können Gruppen in stimmungsvoller Atmosphäre in die Historie des Lebkuchens eintauchen und Live-Backvorführungen mit allen Sin- nen genießen. Außerdem steht den Gäs- ten der direkt angeschlossene Werksver- kauf mit günstigen Preisen zur Verfügung. Parkplätze für Busse und Pkw sind ausrei- chend vorhanden. Mehr zu Produkten und Logistik-Leistungen erfahren Sie unter lebkuchen-schmidt. com/de/firmen- kunden Janine Federau Lebkuchen-Schmidt: Perfekter Geschenke-Service seit fast 100 Jahren
  • 9. nuvo6/22 9 Aus dem Netzwerk Spannende Talkrunde mit den Ministerpräsidenten Dr. Burkhardt Greiff Mit ihrer Auftaktveranstaltung haben die Unternehmerverbände Sachsen und Brandenburg-Berlin eine eigene Platt- form für kontinuierlichen Dialog und jährliche Evaluierung von Maßnahmen und Projekten für den Strukturwandel in der Lausitz an den Start gebracht. Das ganztägige erste LAUSITZFORUM 2038 am – symbolträchtigen – 9. Novem- ber im Kulturhaus der BASF Schwarzheide war gekennzeichnet durch die aktuelle dra- matische Situation für die meisten mittel- ständischen Unternehmen, in die sie dank des bundespolitischen Zick-Zack-Kurses in der Energiepolitik geraten sind. Es gab aber auch viele Sachinformationen, eine recht weitgehende Übereinstimmung mit den engagierten Aussagen der Minister- präsidenten Sachsens und Brandenburgs zu beschlossenen Zeithorizonten und zum Erhalt einer industriellen Kernsubstanz in der Region – dem unter großen Mühen erzielten „Kohlekonsens“. Vor allem zeig- ten sich zahlreiche Ansätze für die bessere Einbindung kleiner und mittelständischer Unternehmen in konkrete Vorhaben des Strukturwandels. All dies hatte Dr. Burkhardt Greiff, Präsident des Unternehmerverbandes Brandenburg-Berlin und Sprecher der In- teressengemeinschaft der Unternehmer- verbände Ostdeutschlands und Berlin, in seiner Eröffnungsansprache vehement eingefordert. „Wir fordern, dass der in langwierigen Diskussionen erzielte Kom- promiss zum Ausstieg aus der Braunkoh- le weiterhin gilt und jetzt mit aller Kraft umgesetzt wird!“, erklärte er. „Unsere Mitgliedsbetriebe sind äußerst beun- ruhigt, denn bisher erleben sie die ver- sprochene Beteiligung der kleinen und mittelständischen Wirtschaft als absolut unzureichend. Die Ampelregierung stellt einerseits den Zeitplan für den Ausstieg in Frage, reagiert andererseits mit panischen Notmaßnahmen auf die Energiekrise und scheint die systematische Entwicklung der Industrieregion Lausitz aus dem Auge zu verlieren. Mit dem LAUSITZFORUM 2038 als Plattform wollen wir den Strukturwan- del Jahr für Jahr bis 2038 begleiten, das Erreichte evaluieren und Impulse für Wei- chenstellungen geben.“ Die großen Potenziale des regionalen Mittelstandes einbeziehen Das Problem erfasst die gesamte Lau- sitz, deshalb haben die Unternehmerver- bände Brandenburg-Berlin und Sachsen die Initiative ergriffen, um ein Dialog- forum des regionalen Mittelstandes mit Entscheidungsträgern der Politik, Wis- senschaftlern, der Energiewirtschaft, strukturbestimmenden Unternehmen und der Gesellschaft zu etablieren. Die Reso- nanz war erfreulich hoch, angesichts der drängenden Probleme aber auch nicht verwunderlich. Unternehmerinnen und Unternehmer, Vertreter der verschiedenen bereits existierenden Lausitz-Initiativen, Landespolitik, Wirtschaftsförderung, Ver- treter der Kommunalpolitik und Experten fanden den Weg ins Kulturhaus der BASF, um über die bisherigen konkreten Schrit- te, Projekte und langfristige Beteiligungs- möglichkeiten zu informieren und über die teils konträren Standpunkte zu diskutieren. Diese Bereitschaft zum Meinungsstreit hatte Dr. Greiff ebenfalls gefordert, an ein Zitat Helmut Schmidts erinnernd: „Eine Demokratie, in der nicht gestritten wird, ist keine Demokratie“. Widersprüchliches aus dem Bundeswirtschaftsministerium In seiner Keynote verteidigte der Parla- mentarische Staatssekretär beim Bundes- minister für Wirtschaft und Klimaschutz und Beauftragte der Bundesregierung für den Mittelstand, Michael Kellner, die Maßnahmen der Bundesregierung zur Entlastung bei Energiepreisen und zur langfristigen Versorgungssicherheit. Dass dabei jedoch der immer wieder ins Spiel gebrachte auf das Jahr 2030 vorgezoge- ne Kohleausstieg mit dem Auftrag an die LEAG konterkariert wird, zwei Blöcke im modernisierten Kohlekraftwerk Jänsch- walde wieder ans Netz zu bringen, auf diesen Widerspruch verwies später der brandenburgische Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke. Unter dem Stichwort „Modellregion Lausitz“ bekannte sich der Lausitzer vehement zu den Interes- sen der Region, für die die Landesregie- rung weiter kämpfen werde. Ebenso Mi- chael Kretschmer, der Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, der eine Reihe konkreter Forderungen an den Bund aus Landessicht benannte – von der Beschleu- nigung des Ausbaus der Infrastruktur bis zu zukunftsträchtigen Ansiedlungen. Einig waren sich beide darin, dem Mittelstand den Zugang zu strukturbestimmenden Innovationen bewusst zu erleichtern – dieser müsse natürlich selbst die großen Chancen erkennen und ergreifen. LAUSITZFORUM 2038: Mittelständler fordern Berechenbarkeit und Beteili- gung beim Strukturwandel
  • 10. 10 nuvo6/22 Zukunftschance: Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft Zu solchen Entwicklungen gehört der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft, die zwar noch in den Anfängen steckt, aber für die Zukunft der „Energieregion Lausitz“ entscheidend sein dürfte. Aufschlussreich waren die Informationen aus der Praxis, die Jens Krause, Sprecher des Wasser- stoffnetzwerkes Lausitz DurcH2atmen und Stabsstellenleiter der IHK Cottbus, Dr.-Ing. Frances Zedler, Geschäftsführerin der Energy Saxony e. V., und Maciej Satora vom Fraunhofer Hydrogen Lab Görlitz ver- mittelten. Auch die Entwicklungschancen der Lausitz als Verflechtungsraum mit der Metropolenregion Berlin auf der einen Seite, Cottbus, Dresden und der Indus- trieregion Breslau auf der anderen wurden erörtert. Das Fazit: Die Lausitz ist eine wirtschaft- lich starke Industrieregion, sie kann, soll und will das auch bleiben. Ihre Wirtschafts- kraft beruht derzeit auf den Wertschöp- fungsketten der Braunkohleindustrie, der Energietechnik, der Chemie, der Ernäh- rungswirtschaft, Tourismus und weiterer Branchen mit ihren leistungsfähigen Indus- trie- und Handwerksunternehmen, einem breit aufgestellten Dienstleistungssektor und einer guten Infrastruktur. All das sind Ausgangspunkte für den Strukturwandel, und keine Sackgassen, wie mancher of- fenbar meint. Mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senften- berg und der Technischen Hochschule Zittau – Görlitz gibt es international an- erkannte Hochschulen. Praxisnahe Lösungen und breite Beteiligung sind erforderlich Die Strukturen beider Länder stehen für eine erfolgreiche wirtschaftliche und ge- sellschaftliche Strukturentwicklung über die letzten Jahrzehnte, die aus Sicht der mittelständischen Wirtschaft fortgesetzt werden muss, wobei die Herausforde- rungen nur mit breiter Beteiligung und Akzeptanz für neue Lösungen zu meis- tern sind. Die Rolle der auf der Kohle basierenden Energiewirtschaft und ihre Transformationsfähigkeit dürfen dabei nicht unterschätzt werden. Die LEAG will nach eigener Aussage zu einem Vorrei- ter bei erneuerbaren Energien und bei der Wasserstoffwirtschaft werden. Dabei geht es nicht nur um Ersatz für noch rund 8000 Kohle-Arbeitsplätze, sondern um das dichte Geflecht an direkt und indi- rekt verbundenen Firmen, Dienstleistern und kommunalen Einrichtungen. Beim LAUSITZFORUM 2038 wurde über die He- rausforderungen beim Umstieg auf neue Geschäftsfelder diskutiert, der nicht nur In- vestitionen, sondern zugleich eine Lösung für die ohnehin angespannte Situation bei Fachkräften erfordert. Das im Frühjahr 2022 auf Initiative der LEAG gebildete Qualifizierungszentrum in der Lausitz für Erneuerbare Energien (QLEE) mit einem breiten Verbund an Partnern steht als ein Beispiel dafür. Dr. Michael Steinhöfel vom Institut für Betriebliche Bildungsforschung stellte diesen Qualifizierungsverbund vor. Interessierte Unternehmen sind zur Mit- arbeit und Ausgestaltung dieser Initiative mit eigenen Ideen eingeladen. Wie die BASF Schwarzheide sich auf die neuen Herausforderungen einstellt und welche Wege dabei in der Qualifizierung von Fachkräften gegangen werden, erläuterte Anne Francken, Geschäftsführerin und Ar- beitsdirektorin des Unternehmens. Ihr galt als Vertreterin der BASF und sozusagen Hausherrin der Dank der Organisatoren für die Gastfreundschaft. Modellregion Lausitz nur in einem gemeinsamen Kraftakt Berechenbarkeit und Beteiligung, das sind die zentralen Forderungen, auf die unsere beiden Unternehmerverbände als Interessenvertreter pochen. Dietrich Enk, Präsident des Unternehmerverban- des Sachsen, unterstrich das gemeinsame Engagement beider Bundesländer für die Lausitz als länderübergreifende Region. Er wies darauf hin, dass der Erfolg des deutschen Mittelstandes nicht nur auf Kreativität und gegenüber Großunter- nehmen viel größerer Flexibilität beruht, sondern gleichzeitig auf ihrer persön- lichen Verantwortlichkeit für das eigene Tun oder Unterlassen. Die Folgen ihres unternehmerischen Handelns sind spür- bar in der eigenen Region, im unmittel- baren Lebensumfeld. „Diese konsequente Haltung wünschen wir uns bei allen, die sich für den Strukturwandel engagieren“, unterstrich er. „Immerhin vertreten wir im Verbund mit der Interessengemeinschaft der Unternehmerverbände Ostdeutsch- lands und Berlin mehr als 22.000 kleine und mittelständische Unternehmen, von denen Erfolg oder Misserfolg des Struktur- wandels mit abhängt.“ Für das Gelingen der künftigen „Europäischen Modellre- gion Lausitz“ werde das mitentscheidend sein. Eine positive Botschaft aus der Wirt- schaftsförderung: Neben der Förderung von Verbundprojekten für den Struktur- wandel wird es ab 2023 auch direkte Förderung für Unternehmen aus dem Just Transition Fund (JTF) der EU geben. Dies dürfte beim zweiten LAUSITZFORUM 2038 im kommenden Jahr zu den Ge- sprächsthemen gehören. Ulrich Conrad Den Livestream vom Tage finden Sie unter www.lausitzforum.de Aus dem Netzwerk Michael Kellner Dr. Dietmar Woidke Aussteller: WAL Dietrich Enk: Dank an Michael Kretschmer Aussteller: BTU Cottbus-Senftenberg
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