Verstehen – verhandeln – verändern · Lehrerfortbildung                                                               Praxi...
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28      Verstehen – verhandeln – verändern · Lehrerfortbildung                                                            ...
Lehrerfortbildung                                                          MATERIAL                                       ...
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  1. 1. Verstehen – verhandeln – verändern · Lehrerfortbildung Praxis Schule 5–10, Heft 5/1997 25 Mind MappingManfred Steps im UnterrichtMind Mapping – ungeordnetesChaos auf einem Blatt Papieroder nur eine andere, einfache (?)Form, Gedanken, Ideen undInhalte aufzuschreiben. Mit die-sem Beitrag soll eine Hilfestellungund Ermutigung zu einer nicht all-täglichen Form der Erarbeitungund Festigung von Lerninhaltengegeben werden.A ls Einstieg in das Thema möchte ich Sie bitten, sich zwei typische Schul- situationen vorzustellen.1. Situation: Wir machen in Gedanken einenGang durch ein imaginäres Schulgebäude.Es ist nachmittags, längst haben die letztenSchülerinnen und Schüler die Klassenräume Zeichnung: Manfred Stepsverlassen. So haben wir Zeit, uns in Ruhe denTafelanschrieb in den Klassen anzusehen.Wahrscheinlich werden wir unabhängig vonden Themen folgendes sehen:G die Überschrift steht ganz oben an der Ta-fel und ist weiß unterstrichen, Abb. 1: Beispiel für ein Einstiegs-Mind MapG der folgende Text ist linear gegliedert,G in einigen Fällen sind weitere Teilunter- Was ist ein Mind Map? beim Baum können beim Mind Map neueschriften vorhanden, die durch variiertes Äste entstehen, alte ihre Bedeutung verlie-Unterstreichen kenntlich gemacht sind, Ein Mind Map (Gedächtnis-Karte) ist eine ren und aus Setzlingen neue Bäume, sprichG die überwiegende Kreidefarbe ist weiß, Methode und Darstellungsart, Gedanken Mind Maps werden.G es sind wenige Skizzen zu sehen, die, aufzuschreiben und aufzuzeichnen. Ent- Ein Mind Map ist ein individuelles Produktwenn vorhanden, professionellen Charakter wickelt wurde diese Methode von dem Kom- eines Einzelnen oder einer Gruppe. 20aufweisen. munikationsforscher Tony Buzan, der ver- Schüler–Mind Maps zu einem Thema kön- Wenn die Schüler diese linear ausgeführ- suchte, das Gedankenchaos nicht in eine li- nen 20 verschiedenartige Aussehen haben.ten Aufzeichnungen nach Hause tragen, ha- neare Struktur zu pressen, sondern es als Wenn Schüler gelernt haben, ein Thema mitben sie nun eine optimale Arbeitsgrundlage, „Chaos“ auf dem Papier abzubilden. Dabei Hilfe von Mind Maps darzustellen, arbeitenum das zu lernen, was Sie als Lehrer so sorg- rückt zunächst das Thema in das Zentrum sie nach meinen Erfahrungen gern mit die-fältig geplant haben? des Blickes und damit auch des Papiers/der ser Methode. Das Mind Map ist ein Ausdruck2. Situation: Stellen Sie sich vor, Ihre Klasse Tafel. Diesem „Mittig-Sehen“ begegnen wir, ihrer individuellen Möglichkeiten. Sie habenplant eine Klassenfahrt an die Nordsee und wenn wir uns ein Bild anschauen oder uns in es erstellt, es sieht anders aus als das desgemeinsam mit den Schülern überlegen Sie, einer unbekannten Landschaft orientieren. Nachbarn und es lässt Raum für ihre eigenewas alles organisiert werden muss. Wahr- Vom Zentrum aus orientiert sich der Blick in Kreativität.scheinlich werden Ihnen tausend Gedanken alle Richtungen zum Bild bzw. Blattrand. Mind Maps von Schülern mit eher künst-durch den Kopf laufen. Die Klasse wird sich Für die Herstellung eines Mind Maps be- lerischen Qualitäten sehen anders aus, alsheftig an der Planung beteiligen wollen. Vie- deutet dieses, dass, nachdem das Thema im die eher strukturierenden und oft bilderlo-les ist ungeordnet, es erscheint so, dass die Zentrum festgehalten ist, alle weiteren wich- sen Mind Maps von Schülern, die digitale„Köpfe“ von einem Detail zum nächsten tigen Begriffe (im Folgenden Schlüsselwör- Verarbeitungsmuster bevorzugen. Da Mindspringen, ungeordnet und mit einer gewis- ter genannt) sich um das Zentrum gruppie- Maps unterschiedlich sind, entfällt eine Wer-sen Eigendynamik. Bis eine innere Stimme ren. Von dort aus entstehen zu den einzelnen tung nach besser, schöner, sauberer.sagt: „Ruhig Blut, schreib es einfach auf !“ Schlüsselwörtern weitere Assoziationen, die Aber lassen sich all diese Gedankenblitze sich zu Seiten- und Nebenlinien verzweigen.der Schüler, die unstrukturierte Freude auf Am Bild eines Baumes aus der Vogelper- Bei welchen Gelegenheiten könnendie Klassenfahrt in eine geeignete Weise an spektive lässt sich dieses verdeutlichen. Der Mind Maps eingesetzt werden?die Tafel bringen? Stamm ist das Thema. Die Hauptäste bilden Einstieg in ein Unterrichtsthema: Und damit sind wir beim Thema „Mind die Schlüsselwörter, die sich in viele Teiläste Im Fach Arbeit und Wirtschaft steht der The-Mapping im Unterricht“. bis hin zu den Blattspitzen verzweigen. Wie menabschnitt „Wirtschaften mit dem Ein-
  2. 2. 26 Verstehen – verhandeln – verändern · Lehrerfortbildungkommen“ auf dem Lehrplan. Die Lernziel- sollten die Schüler eine Einschätzung abge- en müssen. Dieses Mind Map ist ein großervorgabe sieht vor, dass die Schüler „erken- ben, wieviel Haushaltsgeld die jeweiligen „Spickzettel“, welcher ja bekanntlich einenen, dass zur Befriedigung der Bedürfnisse Haushaltstöpfe (Schlüsselwörter) benötigen. ausgesprochen gute Arbeitsvorbereitungdie zur Verfügung stehenden Mittel planvoll Wir gingen von einem Haushaltsbudget von darstellt. Meine Klassen bereiten sich in die-eingesetzt werden müssen“. Mit der Nen- 2 000 DM aus. Diese Werte wurden auf der ser Art auf ihre Gesellenprüfung vor, in dernung des Unterrichtsthemas wird bei denSchülern sofort ein Gedankenstrom freige-setzt. Jeder von ihnen hat irgend etwas zudem Thema schon einmal gesehen, gehört,erlebt. Diese Vorinformationen ungenutztzu lassen wäre Vergeudung von Schüler-ressourcen. Im „normalen“ Unterrichtsge-spräch erfolgt der Einstieg häufig über einVerbalisieren der Kenntnisse. Diese Infor-mationen sind aber nach kurzer Zeit wiederverloren bzw. können nicht wieder aufge-griffen werden. Ein Einstiegs-Mind Map hatden Vorteil, dass das Wissen der Schüler er- Zeichnung: Manfred Stepshalten bleibt und zum Ende des Themas derLernzuwachs gewertet bzw. verdeutlichtwerden kann. Beim Einstiegs–Mind Map wird das The-ma in die Mitte eines großen Blattes/der Ta-fel geschrieben. Die Schüler dürfen alles sa- Abb. 2: Dem Einstiegs-Mind Map folgt die Zuweisung von Oberbegriffen.gen, was ihnen zu diesem Thema einfällt. DerLehrer schreibt diese ungeordneten Begriffe Tafel festgehalten (siehe Abb. 3). Anschlie- sie den Lehrstoff von drei Ausbildungsjahrenauf Astlinien, die rechts und links vom ßend hatten die Schüler Zeit, das Mind Map beherrschen müssen. Zu jedem Themen-Hauptbegriff abgehen. Dieses ungeordnete auf ein Blatt DIN-A3 zu übertragen. Als Haus- schwerpunkt fertigen sie ein Mind Map an,Sammeln im Sinne eines Brainstormings aufgabe war ein Gespräch mit den Eltern vor- welches Grundlage von Unterrichtsgesprä-macht den Schülern viel Spaß. Ihr Beitrag gesehen, in dem sie die Einschätzung der El- chen und ihrer eigenen Wiederholungen ist.bleibt sichtbar, jeder hat seinen Teil dazu bei- tern über die Haushaltstöpfe erfragen soll-getragen, es entsteht keine Wertung, wel- ten. In der nächsten Stunde wurden die Er- Vorbereitung auf ein Ereignischer Gedanke wichtig war und welcher nicht gebnisse ausgetauscht und mit einer Dar- (Schulfest, Klassenfahrt usw.)(siehe Abb. 1). stellung im Fachbuch verglichen. Im Prinzip erfolgt die Planung zum Beispiel Nachdem alle Schüler ihre Gedanken zu Denkbar wäre auch, das erste Mind Map einer Klassenfahrt wie die Einstiegsmetho-dem Thema auf das Blatt/die Tafel „entleert“ als unvollendetes Produkt in der Klasse auf- de, die schon beschrieben worden ist. Einehaben, gibt es mehrere Möglichkeiten wei- zuhängen und die Schüler aufzufordern, es interessante Variante sieht folgendermaßenterzuarbeiten. Es kann eine gemeinsame Su- im Unterrichtsprozess weiter zu bearbeiten aus: Es wird ein „sprachloses Mind Map“ an-che nach Oberbegriffen (Schlüsselwörtern) und zum Abschluss eine Ordnung und Sys- gefertigt. Das Thema „Klassenfahrt“ steht inund ein Ordnen des entstandenen Mind tematisierung der Begriffe durchzuführen. der Mitte. Die Schüler erhalten die Aufgabe,Maps stattfinden. Intention unseres Unter- die Planung der Klassenfahrt nonverbalrichtsthemas war, dass die Schüler einen Sicherung des Gelernten, durchzuführen. Sie entwickeln die Planung,Überblick über die Ausgaben, die ein Haus- Vorbereitung auf eine Arbeit indem sie auf die Ideen der anderen einge-halt hat, bekommen sollten. In unserem Vorbereitung auf eine Klassenarbeit oder in hen müssen. Im Gegensatz zu selbst erstell-Mind Map wurde sich mit den Schülern auf später folgenden Bildungsgängen auf eine ten Mind Maps, die ja auch sprachlos gefer-die Schlüsselwörter „Freizeit, Wohnung, Prüfung stellen für die meisten Schüler ein tigt werden, werden hierbei die KreativitätNahrung, Kleidung, Fortbewegung und Un- schwieriges Unterfangen dar. und die Ideen der anderen genutzt, um dasterhaltungsgeräte“ geeinigt. Es lassen sich Nach der Frage „Was kommt denn in der Mind Map entstehen zu lassen. Diese Formauch andere Schlüsselwörter finden bzw. es Arbeit dran?“ und dem Hinweis der Lehr- der Mind Map–Erstellung klappt aber erstlassen sich Schlüsselwörter anders bezeich- kraft „Alles was wir durchgenommen ha- dann, wenn die Schüler mit der Technik ver-nen (zum Beispiel Fortbewegung – Mobili- ben.“ folgt bei vielen Schülern ein oft wir- traut sind und über ein gewisses Maß an So-tät). Die gefundenen Schlüsselwörter wur- kungsloses Lesen in Aufzeichnungen und zialkompetenz verfügen.den auf einer anderen Tafelseite rund um das Fachbüchern. Die Menge der Wörter bzw. In-Thema angeordnet (siehe Abb. 2). halte, die gelesen und verarbeitet werden Textanalyse Nun ordneten wir die Begriffe aus dem ers- müssen, ist einfach zu groß und lässt zudem In vielen Unterrichtsbereichen, in der späte-ten Mind Map den Schlüsselwörtern zu. Da- keinen Raum für die individuelle Gedächt- ren beruflichen Bildung und auch imbei wurde schnell sichtbar, dass den Schü- nisarbeit. Da das Gedächtnis auf der Ver- Arbeitsprozess sind die Schüler gezwungen,lern zu den Schlüsselwörtern weitere Ausga- knüpfung von Vorstellungen aufgebaut ist, Texte zu lesen, den Inhalt zu erfassen undbequellen einfielen. Diese vervollständigten wäre eine Sicherung wichtiger Schlüssel- ihn oftmals auch wiederzugeben.wir auf den Seitenästen. Bestimmte Ausga- wörter viel erfolgreicher. Ich trainiere mit meinen Schülern die fol-ben (zum Beispiel Versicherungen, Sparen) Die Vorbereitung auf eine Klassenarbeit in gende Vorgehensweise:passten nicht in das vorgegebene Schema. meinen Klassen besteht aus der Herstellung G Der Text wird nur überflogen.Also wurde ein neues Schlüsselwort („sons- einer Seite DIN-A4, worauf alles, was in dem G Der Text wird ein zweites Mal absatzweisetige Ausgaben“) hinzugefügt (siehe Abb. 3). Themenbereich gelernt wurde, notiert wird. gelesen, mit Textmarkern werden die wich- Das entwickelte Mind Map kann nicht als Hierbei werden nochmals Zusammenhänge tigsten Textpassagen oder Wörter (Schlüs-vollständig bezeichnet werden. Die Schüler verdeutlicht. Indem die Schüler das Mind selwörter) unterstrichen (in den Fachbü-bekamen jedoch nach kurzer Zeit einen Ein- Map herstellen, lernen und vertiefen sie (Ver- chern werden diese oft hervorgehoben oderdruck, wie umfangreich die Planung eines dichtung der Assoziationsketten). Sie haben sind Teilüberschriften).Haushaltes ist. Im nächsten Arbeitsschritt nur ein Blatt, worauf sie beim Lernen schau- G Wir erstellen mithilfe der hervorgehobe-
  3. 3. Praxis Schule 5–10, Heft 5/1997 27nen Begriffe ein erstes Mind Map. Das Thema trachter erst beim längeren Hinsehen ent- res Blatt geklebt und damit weitergearbeitetin die Mitte, die unterstrichenen Schlüssel- schlüsseln, gibt es für die Erstellung wichti- werden kann. Bei der Neugestaltung deswörter werden eng um die Mitte angeordnet. ge Regeln. Um diese nicht alle aufschreiben Mind Maps kann auf eine günstigere Blatt-G Der Text wird ein letztes Mal gelesen und zu müssen, bitte ich die Leserinnen und Le- aufteilung geachtet werden.das Mind Map in den Seitenästen und Ver- ser, sich einfach einmal auf eine Lesereise inzweigungen ergänzt. das Mind Map zu begeben (siehe Material- Schrift und ZeichnungenG Oftmals stellt sich jetzt heraus, dass das seite, Seite 29). Für viele Schüler ist es am Anfang überra-erste Mind Map den Ansprüchen nicht ge- Zusätzlich möchte ich Ihnen noch ein paar schend und angenehm, dass so wenig ge-nügt. Den Schülern zu verdeutlichen, dass Tipps hinsichtlich wichtiger Gestaltungs- schrieben wird (und schon gar nicht in Sät-sie ein neues, besseres Mind Map zeichnen elemente geben, deren Handhabung sich zen). Auch der Einsatz von Symbolen, Zeich-sollen, ist schwierig. Es wird aber akzeptiert, bei der Herstellung durch die Schüler als nungen, Gegenständen und Piktogrammenwenn sie erfahren haben, dass mit der Neu- schwierig erwiesen hat. ist ihnen fremd. Es ist aber aus lern- und ge-gestaltung gleichzeitig der Textinhalt besser dächtnispsychologischer Sicht notwendig,verstanden wird. Ich versuche meinen Schü- Blattwahl mit möglichst wenig Schrift auszukommen.lern einsichtig zu machen, dass Lernen heißt, und Blattaufteilung Zu beachten ist außerdem, dass bei der Ge-bestimmte Dinge „in den Kopf zu bekom- Für die Fertigung von Mind Maps eignet staltung waagerecht geschrieben wird.men“, sie zu verankern. Lernen in diesem sich bei umfangreichen Arbeiten DIN-A3 in Druckbuchstaben in Groß- und Kleinschrei-Sinne verbindet das Wiederholen mit dem Querformat. Dieses kann bei Bedarf auf dem bung haben den Vorteil der schnellen Wie-Neugestalten und damit einer dichteren Ver- Kopierer auf DIN-A4 verkleinert werden. dererkennung. Trotzdem sollten Sie sich vorknüpfung von Gedächtnisinformationen. Ne- Wenn DIN-A4-Format verwandt wird, sollte allzu vielen Regeln hüten.ben den hier skizzierten Beispielen gibt es ei- immer im Querformat gearbeitet werden, Die Arbeit mit Mind Maps solltene Fülle von weiteren Einsatzmöglichkeiten. weil die Mind Maps sich nach links und G Spaß machen,Ich verwende Mind Maps bei rechts verzweigen. Bei Klassen–Mind Maps G mehr den Inhalt als die Methode beachten,G der Vorbereitung auf Konferenzen, (siehe Einstiegs–Mind Map) werden größe- G die Kreativität fördern,G der eigenen Unterrichtsvorbereitung, re Blätter benötigt. Hierfür eignet sich Flip- G etwas anders sein als der „normale“ Tafel-G der Planung von Lehrerfortbildungen, Chart-Papier. anschrieb,G der Sammlung von Schülerdaten, Da das Thema in der Mitte steht, müssen G alle Gedanken zum Thema integrieren,G dem Schreiben dieses Artikels. die Schlüsselwörter eng genug um die Mitte G dazu führen, dass der Leser Spaß verspürt, geordnet werden. Vielfach lassen die sich in der Landschaft des Mind Maps zu Schüler hier zuviel Raum, mit der Folge, orientieren,Wie wird ein Mind Map erstellt? dass sie zu den Blatträndern keinen Platz G immer nach dem gleichen GrundprinzipTrotz des scheinbar chaotischen Aussehens mehr haben. Dieses Problem kann behoben erstellt werden. Dieses führt zu Hand-von vielen Mind Maps, die sich für den Be- werden, indem an jede Blattseite ein weite- lungssicherheit. Anzeigen
  4. 4. 28 Verstehen – verhandeln – verändern · Lehrerfortbildung Zeichnung: Manfred StepsAbb. 3: Durch die grafische Darstellung des jetzt fertiggestellten Mind Maps werden die Zusammenhänge der Fragestellung verdeutlicht.Wie gehe ich vor, wenn ich Mind G Zeichnen Sie die nächsten wichtigen Map der „Wir haben gemeinsam etwas völligMaps in meiner Klasse neu ein- Hauptäste. Gemeinsam können sie aus dem Neues geschaffen“–Charakter im Mittel- Meldungspool beschriftet werden. In dieser punkt der Arbeit stehen.führen will? Phase kann es vorkommen, dass eine Mel-Mind Maps zu erstellen ist ungewohnt, so dung nicht zu dem Seitenast „passt“, an dem Zum Schluss noch zwei Anmerkungen.völlig anders als das, was Lehrer und Schüler gerade gearbeitet wird. Sie sollten entweder G Die Materialseite (siehe Seite 29) zu die-kennen. Sollten Sie nun Lust bekommen ha- die Nennung konservieren oder begründet sem Artikel ist als Hilfestellung, Diskus-ben, Mind Maps in Ihren Klassen einzuset- ablehnen. Diese Vorgehensweise stimmt sionsgrundlage oder Erinnerungsstütze ge-zen, halte ich folgende Vorgehensweise für nicht mit der Idee des Mind Mapping über- dacht, die möglichst im DIN-A3-Format imgut geeignet: ein, ist aber eventuell notwendig, um eine Klassenzimmer ausgehängt werden kann.G Machen Sie zunächst ein eigenes Mind Methode einzuführen. G Eine Episode aus meiner Klasse: NachdemMap. Vieles, was ich hier aufgeschrieben ha- G Da das Mind Map jetzt wahrscheinlich ei- wir eine Zeitlang die Inhalte des Politikun-be, ist durch Erfahrung entstanden. Benut- nen hohen Schriftanteil aufweist, wird ge- terrichts mithilfe von Mind Maps festgehal-zen Sie Ihre letzte oder nächste Ferienfahrt, meinsam überlegt, wo statt der Wörter auch ten haben (sie eignen sich hervorragend, umum sie mit einem Mind Map zu planen. Es Bilder oder Symbole stehen können. Auch Zusammenhänge aufzuzeigen), fragte einwird Ihnen Spaß machen. Denkbar wäre die farbige Gestaltung sollte hier erfolgen Schüler: „Können Sie das nächste Themaauch eine Stoffsammlung zum nächsten Un- (Schlüsselwörter können beispielsweise far- nicht mal wieder ganz normal aufschrei-terrichtsthema. big gekennzeichnet werden ). ben?“ Natürlich können wir und haben wirG Das erste Klassen–Mind Map sollte eben- G Die Schüler erhalten ein DIN-A3-Blatt und auch. Ifalls zu einem Thema erfolgen, an dem sich übernehmen das gemeinsam erarbeitetemöglichst viele Schüler beteiligen können. Mind Map. Ermutigen Sie die Schüler, dasG Schreiben Sie das Hauptthema in die Mit- Mind Map eigenständig zu gestalten und zute der Tafel. erweitern.G Lassen Sie die Schüler frei assoziieren und G Alle Mind Maps werden aufgehängt und Literaturschreiben Sie die Meldungen auf eine Tafel- „begutachtet“. Hierbei fallen die ersten Ge- Birkenbihl, V.: Stroh im Kopf? Gebrauchsanweisung fürsseite. staltungsunterschiede auf, die nicht als „gut“ Gehirn. Landsberg am Lech 1994G Die Suche nach den Schlüsselwörtern ist oder „schlecht“, sondern als „anders“ gewer- Buzan, T.: Kopftraining. Anleitung zum kreativen Den- ken, München 1984der schwierigste Schritt. Für das erste Mind tet werden, denn nur so behalten Schüler Frick, R./Mosimann, W.: Lernen ist lernbar. Eine Anlei-Map ist es gut, sich auf drei bis vier Schlüs- Spaß bei der Erstellung. tung zur Arbeits- und Lerntechnik. Neusäß 1995selwörter mit den Schülern zu einigen. In Das erste Mal mit Schülern ein Mind Map Kirckhoff, M.: Mind Mapping. Berlin 1988dieser Phase können Sie die Schlüsselwörter zu erstellen ist schwierig. Es ist gewöh- Nissen, P./Iden, U.: KursKorrektur Schule. Ein Handbuch zur Einführung der ModerationsMethode in System Schu-vorgeben. Thema und Schlüsselwörter wer- nungsbedürftig, das Ergebnis ist nicht exakt le. Hamburg 1995den von Ihnen auf eine anderen Tafelseite ge- voraussehbar. Im Gegensatz zu der späteren Svantesson, I.: Mind Mapping und Gedächtnistraining.schrieben. gewohnten Arbeit sollte beim ersten Mind Bremen 1993
  5. 5. Lehrerfortbildung MATERIAL 5/97Mind Map Zeichnung: Manfred Steps 29

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