Kommunikation steuern, Wissen managen
– das Krankenhaus als lernende Organisation

Diskussionsleitung: Prof. Dr. Achim Baum




                                           18. September 2007 | 1
„ Interne Kommunikation heißt nicht mehr nur zu
  informieren, sondern Mitarbeiter zu aktivieren, um am
  Wandel des Unternehmens nicht nur zu partizipieren,
  sondern diesen täglich zu beschleunigen.“

                                           Gregor Schönborn




                                                18. September 2007 | 2
18. September 2007 | 3
Formale und informelle Kommunikation
90 % der Kommunikation in Unternehmen fließt
über informelle Kanäle.
                                    (Held / Maslo / Lindenthal 2001)



Informelle Kommunikation ist mindestens so zuverlässig
wie formell vermittelte Informationen.
                                    (Stohl / Redding 1987)




Der Kliniksprecher ist der Experte in allen Fragen zu
Kommunikationsflüssen und -wirkungen
und zentraler Koordinator dieser Prozesse.



                                                                       18. September 2007 | 4
Vermittlungsmatrix
                             mehrdimensionale Vermittlung




                                                            zielgenaue Empfängerstruktur
disperse Empfängerstruktur




                             eindimensionale Vermittlung


                                                                                           18. September 2007 | 5
Vermittlungsmatrix
                             mehrdimensionale Vermittlung




                                                              zielgenaue Empfängerstruktur
disperse Empfängerstruktur




                                     Mitarbeiterzeitschrift




                             eindimensionale Vermittlung


                                                                                             18. September 2007 | 6
Vermittlungsmatrix
                             mehrdimensionale Vermittlung
                                      Mitarbeitergespräch




                                                            zielgenaue Empfängerstruktur
disperse Empfängerstruktur




                             eindimensionale Vermittlung


                                                                                           18. September 2007 | 7
Vermittlungsmatrix
                             mehrdimensionale Vermittlung
                              Events




                                                            zielgenaue Empfängerstruktur
disperse Empfängerstruktur




                             eindimensionale Vermittlung


                                                                                           18. September 2007 | 8
Vermittlungsmatrix
                             mehrdimensionale Vermittlung




                                                            zielgenaue Empfängerstruktur
disperse Empfängerstruktur




                                 Telefonkonferenz




                             eindimensionale Vermittlung


                                                                                           18. September 2007 | 9
Das Krankenhaus als Wissensorganisation
Krankenhäuser sind Dienstleister, deren wichtigstes Kapitel die
Kompetenz der Mitarbeiter ist. Darum erringen sie Wettbewerbsvorteile
nur durch:

– Einfache Aneignung von Wissen
– Effiziente Verbreitung von Wissen
– Vernetzte Anwendung von Wissen




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Grundfunktion von Wissensmanagement
Daten müssen zu Informationen aufbereitet werden.

Informationen, die effizient verfügbar sind und
weiterverarbeitet werden können, werden zu Wissen.

Wissen muss koordiniert und vernetzt werden, damit
Unternehmen und deren Kunden davon profitieren.




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Was ist Wissen?

Wissen ist die persönliche Fähigkeit, durch die ein Individuum eine
bestimmte Aufgabe ausführen kann. Wissen kann nicht außerhalb des
Individuums existieren, wohl aber in der Interaktion mit anderen
Individuen generiert werden.


Explizites Wissen ist                Implizites Wissen dagegen ist
Verstandeswissen. Es lässt sich      persönliches, kontext-
in formaler Sprache ausdrücken       spezifisches, analoges
und als Daten weitergeben.           Erfahrungswissen.




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Funktionen von Wissensmanagement
•    Identifizieren von Wissen
•    Unterstützung der aktiven Suche oder Weitergabe von Wissen
•    Verteilung, Nutzung und Weiterentwickeln von Wissen
•    Bewertung von Wissen




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Stufen des Wissensmanagements
                                 Checkliste
Persönliches Wissensmanagement
                                   FAQ
Lernunterstützung                     Handbuch
                                         LearnCard
Wissensstrukturierung
                                              Mikroartikel
Wissensbereitstellung                            Wissenskarten

                                 Kommunikationsforum
Wissensvermittlung
                                   Lerntag
Wissensentwicklung                    Story Telling
                                         Wissensraum
Wissensbewertung
                                              Lessons Learned




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Wissensbilanz
Die Wissensbilanz ist ein Instrument zur strukturierten Darstellung
und Entwicklung des intellektuellen Kapitals eines Unternehmens.

Sie wird zur Kommunikation gegenüber externen Bezugsgruppen
(Kunden, Partnern, Geldgebern) eingesetzt, um die Leistungs-
fähigkeit der Organisation mit besonderem Blick auf die
immateriellen Werte darzustellen.

Sie schafft Motivation durch transparente Lernprozesse
(HELIOS: „Wissen teilen macht erfolgreich!“)




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Wissensbilanzmodell




Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit

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Appreciative Inquiry als Lernprozess
Appreciative Inquiry (AI) ist ein Großgruppenverfahren, das die
positiven Entwicklungen in einem Unternehmen / Krankenhaus
aufdeckt, gemeinsame Visionen entstehen lässt und sehr konkrete
Ansätze für eine Zusammenarbeit zeigt.

Richtig eingesetzt ist AI geeignet, den zentralen Anstoß für eine
Veränderung der Kommunikations- und Wissenskultur in einem
Krankenhaus auszulösen.




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Die vier Schritte von AI

1) Erfolg entdecken und verstehen
      Im ersten Schritt decken die beteiligten Mitarbeiter durch Interviews
      Erfolgsgeschichten und Anekdoten auf. Wertschätzung ist die
      zentrale Botschaft der Befragung. Ein auf das Haus und die
      Zielrichtung abgestimmter Interviewleitfaden gibt dabei
      Hilfestellungen: In welcher Situation war man stolz auf das
      Krankenhaus? Welche Aufgaben konnte wie gelöst werden?

2) Entwickeln der Zukunft
      Aus der Gesamtheit der Interviews werden in einem gemeinsamen
      Verfahren zentrale Visionen entwickelt. Was funktioniert in unserem
      Krankenhaus / unserer Abteilung? Was wäre in Zukunft möglich,
      wenn…? Wie würde ich mir den Idealzustand vorstellen?


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Vier Schritte von AI

3) Gestalten der Zukunft
     Aus den Visionen werden konkrete Ziele: Welche Schritte sind nötig,
     um die gemeinsamen Ziele erreichen zu können? Wo müssen wir die
    „Stellschrauben“ ansetzen?

4) Zukunftsbild umsetzen und verwirklichen
     Visionen und Ziele werden Realität: Im Sinne eines
     Projektmanagements werden klare Aufgaben und Verantwortungen
     verteilt, Plattformen für Arbeitsgruppen und Rückkopplung mit anderen
     Beteiligten geschafften und aktiv weiterentwickelt. Die Zielerreichung
     wird aufgrund eines Umsetzungsplans geprüft.




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Das Intranet als Wissensplattform
•    Informationsplattform
     Wissensvermittlung durch krankenhausweite Ablage für Dokumente
     und Daten
•    Applikationsplattform
     Angebot von Diensten und Anwendungen, z.B. Bibliotheksportal,
     E-Learning
•    Kommunikationsplattform
     Angebot von Werkzeugen zur Zusammenarbeit und Austausch




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Akzeptanz des Intranets

Unter welchen Bedingungen und Voraussetzungen wird das Intranet von
Mitarbeitern angenommen?

•    Komfortable Suchfunktionen
•    Ausgewählte, geprüfte Fachinformationen
•    Hilfen zur Arbeitsorganisation
•    Hilfestellungen und Ansprechpartner

Aktuelle Informationen:
ca. 15 Informationen pro Monat
Publikationen von Mitarbeitern
Vorstellung neuer Mitarbeiter
Kultur und Unterhaltung


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Anreize für Mitarbeiter

•    Bewertung der Quantität und Qualität der Beiträge, der Autor wird über
     die Bewertung informiert.

•    Nach einem festgelegten Zeitraum werden die Punkte in Preise
     umgerechnet: fachbezogene Literatur, Weiterbildungsangebote,
     Besuch anderer Standorte, Workshops.

> Stärkung der face to face-Kommunikation




                                                               18. September 2007 | 22

Kommunikation steuern, Wissen managen - das Krankenhaus als lernende Organisation

  • 1.
    Kommunikation steuern, Wissenmanagen – das Krankenhaus als lernende Organisation Diskussionsleitung: Prof. Dr. Achim Baum 18. September 2007 | 1
  • 2.
    „ Interne Kommunikationheißt nicht mehr nur zu informieren, sondern Mitarbeiter zu aktivieren, um am Wandel des Unternehmens nicht nur zu partizipieren, sondern diesen täglich zu beschleunigen.“ Gregor Schönborn 18. September 2007 | 2
  • 3.
  • 4.
    Formale und informelleKommunikation 90 % der Kommunikation in Unternehmen fließt über informelle Kanäle. (Held / Maslo / Lindenthal 2001) Informelle Kommunikation ist mindestens so zuverlässig wie formell vermittelte Informationen. (Stohl / Redding 1987) Der Kliniksprecher ist der Experte in allen Fragen zu Kommunikationsflüssen und -wirkungen und zentraler Koordinator dieser Prozesse. 18. September 2007 | 4
  • 5.
    Vermittlungsmatrix mehrdimensionale Vermittlung zielgenaue Empfängerstruktur disperse Empfängerstruktur eindimensionale Vermittlung 18. September 2007 | 5
  • 6.
    Vermittlungsmatrix mehrdimensionale Vermittlung zielgenaue Empfängerstruktur disperse Empfängerstruktur Mitarbeiterzeitschrift eindimensionale Vermittlung 18. September 2007 | 6
  • 7.
    Vermittlungsmatrix mehrdimensionale Vermittlung Mitarbeitergespräch zielgenaue Empfängerstruktur disperse Empfängerstruktur eindimensionale Vermittlung 18. September 2007 | 7
  • 8.
    Vermittlungsmatrix mehrdimensionale Vermittlung Events zielgenaue Empfängerstruktur disperse Empfängerstruktur eindimensionale Vermittlung 18. September 2007 | 8
  • 9.
    Vermittlungsmatrix mehrdimensionale Vermittlung zielgenaue Empfängerstruktur disperse Empfängerstruktur Telefonkonferenz eindimensionale Vermittlung 18. September 2007 | 9
  • 10.
    Das Krankenhaus alsWissensorganisation Krankenhäuser sind Dienstleister, deren wichtigstes Kapitel die Kompetenz der Mitarbeiter ist. Darum erringen sie Wettbewerbsvorteile nur durch: – Einfache Aneignung von Wissen – Effiziente Verbreitung von Wissen – Vernetzte Anwendung von Wissen 18. September 2007 | 10
  • 11.
    Grundfunktion von Wissensmanagement Datenmüssen zu Informationen aufbereitet werden. Informationen, die effizient verfügbar sind und weiterverarbeitet werden können, werden zu Wissen. Wissen muss koordiniert und vernetzt werden, damit Unternehmen und deren Kunden davon profitieren. 18. September 2007 | 11
  • 12.
    Was ist Wissen? Wissenist die persönliche Fähigkeit, durch die ein Individuum eine bestimmte Aufgabe ausführen kann. Wissen kann nicht außerhalb des Individuums existieren, wohl aber in der Interaktion mit anderen Individuen generiert werden. Explizites Wissen ist Implizites Wissen dagegen ist Verstandeswissen. Es lässt sich persönliches, kontext- in formaler Sprache ausdrücken spezifisches, analoges und als Daten weitergeben. Erfahrungswissen. 18. September 2007 | 12
  • 13.
    Funktionen von Wissensmanagement •  Identifizieren von Wissen •  Unterstützung der aktiven Suche oder Weitergabe von Wissen •  Verteilung, Nutzung und Weiterentwickeln von Wissen •  Bewertung von Wissen 18. September 2007 | 13
  • 14.
    Stufen des Wissensmanagements Checkliste Persönliches Wissensmanagement FAQ Lernunterstützung Handbuch LearnCard Wissensstrukturierung Mikroartikel Wissensbereitstellung Wissenskarten Kommunikationsforum Wissensvermittlung Lerntag Wissensentwicklung Story Telling Wissensraum Wissensbewertung Lessons Learned 18. September 2007 | 14
  • 15.
    Wissensbilanz Die Wissensbilanz istein Instrument zur strukturierten Darstellung und Entwicklung des intellektuellen Kapitals eines Unternehmens. Sie wird zur Kommunikation gegenüber externen Bezugsgruppen (Kunden, Partnern, Geldgebern) eingesetzt, um die Leistungs- fähigkeit der Organisation mit besonderem Blick auf die immateriellen Werte darzustellen. Sie schafft Motivation durch transparente Lernprozesse (HELIOS: „Wissen teilen macht erfolgreich!“) 18. September 2007 | 15
  • 16.
    Wissensbilanzmodell Quelle: Bundesministerium fürWirtschaft und Arbeit 18. September 2007 | 16
  • 17.
    Appreciative Inquiry alsLernprozess Appreciative Inquiry (AI) ist ein Großgruppenverfahren, das die positiven Entwicklungen in einem Unternehmen / Krankenhaus aufdeckt, gemeinsame Visionen entstehen lässt und sehr konkrete Ansätze für eine Zusammenarbeit zeigt. Richtig eingesetzt ist AI geeignet, den zentralen Anstoß für eine Veränderung der Kommunikations- und Wissenskultur in einem Krankenhaus auszulösen. 18. September 2007 | 17
  • 18.
    Die vier Schrittevon AI 1) Erfolg entdecken und verstehen Im ersten Schritt decken die beteiligten Mitarbeiter durch Interviews Erfolgsgeschichten und Anekdoten auf. Wertschätzung ist die zentrale Botschaft der Befragung. Ein auf das Haus und die Zielrichtung abgestimmter Interviewleitfaden gibt dabei Hilfestellungen: In welcher Situation war man stolz auf das Krankenhaus? Welche Aufgaben konnte wie gelöst werden? 2) Entwickeln der Zukunft Aus der Gesamtheit der Interviews werden in einem gemeinsamen Verfahren zentrale Visionen entwickelt. Was funktioniert in unserem Krankenhaus / unserer Abteilung? Was wäre in Zukunft möglich, wenn…? Wie würde ich mir den Idealzustand vorstellen? 18. September 2007 | 18
  • 19.
    Vier Schritte vonAI 3) Gestalten der Zukunft Aus den Visionen werden konkrete Ziele: Welche Schritte sind nötig, um die gemeinsamen Ziele erreichen zu können? Wo müssen wir die „Stellschrauben“ ansetzen? 4) Zukunftsbild umsetzen und verwirklichen Visionen und Ziele werden Realität: Im Sinne eines Projektmanagements werden klare Aufgaben und Verantwortungen verteilt, Plattformen für Arbeitsgruppen und Rückkopplung mit anderen Beteiligten geschafften und aktiv weiterentwickelt. Die Zielerreichung wird aufgrund eines Umsetzungsplans geprüft. 18. September 2007 | 19
  • 20.
    Das Intranet alsWissensplattform •  Informationsplattform Wissensvermittlung durch krankenhausweite Ablage für Dokumente und Daten •  Applikationsplattform Angebot von Diensten und Anwendungen, z.B. Bibliotheksportal, E-Learning •  Kommunikationsplattform Angebot von Werkzeugen zur Zusammenarbeit und Austausch 18. September 2007 | 20
  • 21.
    Akzeptanz des Intranets Unterwelchen Bedingungen und Voraussetzungen wird das Intranet von Mitarbeitern angenommen? • Komfortable Suchfunktionen • Ausgewählte, geprüfte Fachinformationen • Hilfen zur Arbeitsorganisation •  Hilfestellungen und Ansprechpartner Aktuelle Informationen: ca. 15 Informationen pro Monat Publikationen von Mitarbeitern Vorstellung neuer Mitarbeiter Kultur und Unterhaltung 18. September 2007 | 21
  • 22.
    Anreize für Mitarbeiter •  Bewertung der Quantität und Qualität der Beiträge, der Autor wird über die Bewertung informiert. •  Nach einem festgelegten Zeitraum werden die Punkte in Preise umgerechnet: fachbezogene Literatur, Weiterbildungsangebote, Besuch anderer Standorte, Workshops. > Stärkung der face to face-Kommunikation 18. September 2007 | 22