ISSN 0256-7830; 43. Jahrgang, Verlagspostamt A-8010 Graz; P.b.b. 02Z033720M
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                               business
                   WING
Future Enterprise




Human Capital              Der Unternehmer                               Entwicklung von
- die zukünftige           der Zukunft                                   Märkten und Kon-
Arbeitswelt                                                              sumverhalten

            Seite 6                                    Seite 9                                      Seite 13
Impressionen vom 18. Kongress der Wirtschaftsingenieure
Editorial


Future Enterprise                                                ansteigen – somit lag Watson damals um einen Faktor von
                                                                 einer Milliarde daneben.
                                                                    Aber so weit braucht man nicht zurück gehen. Denken
                                                                 Sie nur an die Geschichte des Internets. Um 1990 wurde
                                                                 es als WorldWideWeb über die Universitäten öffentlich zu-
                                                                 gänglich. Wer damals schon Emails schrieb, machte sich
                                                                 keine Vorstellungen, welch rasante Entwicklung die Anwen-
                                                                 dungen des Internets nehmen würden und wie fundamental
                                                                 es unsere Geschäftswelt und nicht zuletzt unser alltägliches
                                                                 Leben verändert hat: Ohne permanenten internetbasierten
                               o.Univ.-Prof.                     Informationszugang (Stichwort: Emails, Facebook, Twitter)
                               Dipl.-Ing. Dr.                    fühlt man sich von der Außenwelt abgeschnitten. „Sag, was
                                                                 tippst Du eigentlich dauernd auf Deinem iPhone?“, fragte
                               Siegfried Vössner                 ich einen Freund, der auf ein Glas Wein vorbeigekommen
                                                                 war. „Ich habe gerade auf Twitter berichtet, dass ich mit Dir
                                                                 ein Glas Wein trinke – und vorher habe ich mit meiner Fa-
Liebe Leserin, lieber Leser,                                     cebook-App dasselbe gemacht!“. Gute Freunde findet man
                                                                 nicht leicht und darum habe ich mit einem interessierten
„Future-Enterprise - Unternehmen der Zukunft“ war das            „Aha!“ geantwortet.
Motto unseres 18. Kongresses der Wirtschaftsingenieure,             Der Blick in die Kristallkugel ist offenbar nicht leicht.
welcher im Mai in Graz stattfand. Und darüber wollen wir         Aber ist dies ein Grund ihn nicht zu wagen?
Ihnen auch in diesem Heft berichten – daher auch der Ti-            Wir wollten es wissen und haben zu unserem Kongress
tel. Wenigstens ist es kein „Bindestrich-Management“ The-        sechs prominente Vortragende zum Thema Zukunft der
ma. Aber es kommt noch besser: Die jung gebliebenen und          Unternehmen eingeladen, die aufgrund ihrer Tätigkeit und
zukunftsorientierten unter Ihnen denken bei diesem Titel         ihres Hintergrundes dieses Thema von den verschiedensten
sicher sofort auch an das „Raumschiff Enterprise“.               Seiten beleuchtet haben. Die Zusammenfassung ihrer Vor-
   Star Trek, wie das Unternehmen der Zukunft im Heimat-         träge haben wir als Fachartikel oder Interviews für Sie in
land USA heißt, lieferte Stoff für sechs Science-Fiction-Fern-   diesem Heft vorbereitet.
sehserien mit mehr als 700 Episoden, elf Kinofilme, unzäh-          Den Anfang macht ein Interview mit dem Bundesminis-
lige Romane, Computerspiele und viele andere Werke. Die          ter für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz, Rudolf
Geschichten der Enterprise, welche auf der 1966 von Gene         Hundstorfer zum „Thema Human Capital - die zukünftige
Roddenberry geschaffenen Fernsehserie basieren, sind die         Arbeitswelt“. DDr. h. c. Peter Mitterbauer, Vorstandsvorsit-
wohl populärsten Werke in der Geschichte der Science-Fic-        zender der MIBA AG, beschreibt dann in seinem Beitrag den
tion Literatur. Das Phänomen „Star Trek“ wird laut Wikipe-       „Unternehmer der Zukunft“.
dia weltweit immer wieder in kulturellen, technischen oder          Der ehemalige Chefstratege der Shell International B.V.,
gesellschaftlichen Zusammenhängen zitiert und interpre-          Dipl.-Ing. Karl Rose, beschreibt für uns Entwicklungstrends
tiert. So auch hier.                                             von Märkten und Konsumentenverhalten.
   Der moderne Mensch ist bekanntlich zukunftsorientiert            Dipl.-Ing. MBA Lars Maydell, Practice Group Leader Tech-
und versucht besonders gerne einen Blick in selbige zu wer-      nology bei Egon Zehnder International, spricht in seinem
fen. Und wenn er schon nicht soviel Weitblick hat, dann          Interview über verantwortungsvolle Unternehmensführung
lauscht er besonders gerne den Visionären, Phantasten, Pro-      und Managementanforderungen der Zukunft.
pheten, Sehenden, Einäugigen oder Scharlatanen, die emsig           Univ.-Prof. Dr. Reinhard Haberfellner, Professor am Ins-
durch die Lande ziehen.                                          titut für Unternehmensführung und Organisation der TU
   Gene Roddenberry gehörte gewiss zu den Visionären             Graz, beleuchtet in seinem Beitrag die strategischen Aspekte
und Phantasten. Seinen kleinen Kommunikator, mit dem             der Unternehmensführung der Zukunft.
die Raumschiffbesatzung in seinen Romanen untereinan-
der kommunizierte und Positions- und andere Daten un-               Den Abschluss bildet ein Ausblick in die Zukunft der
tereinander austauschte, gibt es heute unter dem Namen           Informationstechnologien und Informationssysteme, den
Smartphones. Jeder Österreicher hat heute mindestens einen       Ing. Rudolf Kemler, Generaldirektor von Hewlett-Packard
dieser Kommunikatoren. Hier gäbe es noch viele Beispiele         Österreich, und ehemaliger Geschäftsführer von T-Systems
zu nennen in denen man viele Errungenschaften moderner           Österreich, in einem Inter-
Technik vorhersagte.                                             view gibt.
   Zum Ausgleich muss ich Ihnen auch ein weniger be-
kanntes Gegenbeispiel nennen: Im Jahre 1943 soll Thomas             Ich hoffe, dass Ihnen die
J. Watson, damaliger Geschäftsführer von IBM, gesagt ha-         Artikel, die wir in diesem
ben: „Ich glaube, dass es einen Weltmarkt für vielleicht fünf    Heft für Sie zusammen-
Computer geben wird.“ Dazu muss man zu seiner Verteidi-          gestellt haben, gefallen
gung sagen, dass Computer damals einen ganzen Raum ein-          und verbleibe im Namen
nahmen. Laut der Marktforschungsfirma Gartner wurden             des Redaktionsteams mit
2009 306 Millionen PCs verkauft - in den nächsten sechs Jah-     freundlichen Grüßen,
ren soll der Markt auf insgesamt fünf Milliarden PC-Nutzer       Ihr Sieg fried Vössner  Die Raumschiff Enterprise Crew (Kirk, McCoy und Spock)
                                                                                                              Bildquelle: © CBS Paramount Television



WINGbusiness 2/2010
TOP-THEMA: Future Enterprise

    Interview
    Human Capital - die zukünftige Arbeitswelt	                                           6
    Ein Gespräch mit Bundesminister Rudolf Hundstorfer am Kongress
    der Wirtschaftsingenieure

    Peter Mitterbauer
    Der Unternehmer der Zukunft	                                                          9
    Vortrag, 18. Kongress der Wirtschaftsingenieure in Graz

    Karl Rose
    Entwicklungen von Märkten und Konsumverhalten	                                       13
    Der Einsatz von Zukunftsszenarien zur Erarbeitung von wirtschaftlichen
    Entscheidungsgrundlagen

    Interview
    Verantwortungsvolle Unternehmensführung	                                             16
    Managementanforderungen der Zukunft
    Ein Gespräch mit Dipl.-Ing. Lars Maydell am Kongress der Wirtschaftsingenieure

    Reinhard Haberfellner
    Unternehmungsführung der Zukunft	                                                    20

    Interview
    Informationstechnologien/-systeme der Zukunft	                                       26
    Ein Gespräch mit Ing. Rudolf Kemler, Generaldirektor von Hewlett-Packard
    Österreich, am Kongress der Wirtschaftsingenieure


                                                                              WINGbusiness 2/2010
Inhaltsverzeichnis
EDITORIAL	            Future Enterprise	                                                 3

CALL for PAPERS	Themenschwerpunkt: Energiemanagement	                                    8
                      in WINGbusiness Heft 03/2010

LEUTE/KÖPFE	          Dipl.-Ing. Wolfgang Dopf MBA 	                                    12

WING-REGIONAL	        Johann Hintner
	                     Die Wirtschaftsingenieur-Ausbildung am	                           29
	                     Management Center Innsbruck
                      Bericht über die Veranstaltung des Regionalkreises Tirol am
                      18. Mai 2010

	                     Rupert Hasenöhrl, Johann Persoglia
	                     25. Treffen der Wirtschaftsingenieure in Kärnten	40
                      15-04-2010, Klagenfurt am Wörthersee

WING	                 Future Enterprise - Unternehmen der Zukunft	                      30
                      18. Kongress der Wirtschaftsingenieure, Graz 13-15. Mai 2010

FACHARTIKEL	          Ulrich Bauer, Bernd Markus, Zunk, Alfred Fürst
	                     Studie:	                                                          32
	                     Wirtschaftsingenieurwesen in Österreich – Status quo
                      Zentrale Ergebnisse der Studie „Ausbildungslandschaft, Berufs-
                      bild, Karriereweg und Qualifikationsprofil von Wirtschaftsinge-
                      nieuren“

WINGnet	              Thomas Guerra
	                     WINGnet Graz kooperiert mit der TU Graz	                          36

	                     Robert Nini
	                     Frischer Wind unter den Flügeln beim WINGnet Graz	                37

	 Neuer Vorstand
	 Robert Nini
	Look IN - Roland Berger zu Gast an der TU Graz	41


MEDIENCORNER	         Buchrezensionen	                                                  38


PRESSE-INFO	          Presse-Info	42


IMPRESSUM	            Impressum	                                                        42




WINGbusiness 2/2010
Top-thema




Interview

Human Capital - die zukünftige Arbeitswelt
Ein Gespräch mit Bundesminister Rudolf Hundstorfer am Kongress der
Wirtschaftsingenieure
Rudolf Hundstorfer, geboren am 19. September 1951 in Wien, hat seine gewerkschaftliche Tätigkeit als Jugend-
vertrauensperson beim Magistrat der Stadt Wien begonnen. Hundstorfer wurde 1975 Jugendreferent in der Ge-
werkschaft der Gemeindebediensteten (GdG), 1983 Organisationsreferent, dann leitender Referent, 1998 wur-
de er Vorsitzender der Landesgruppe Wien in der GdG, 2001 geschäftsführender Vorsitzender der GdG, 2003
(bis 2006) Vorsitzender der Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen (FSG) und bis Mai 2007
Vorsitzender der GdG. Hundstorfer war von 1990 bis 2007 Mitglied des Wiener Landtages und Gemeinde-
rat und von 1995 bis 2007 erster Vorsitzender des Wiener Gemeinderates. 2003 wurde Hundstorfer Vize-Präsi-
dent des ÖGB, 2006 folgte er als geschäftsführender Präsident des ÖGB Fritz Verzetnitsch nach und 2007 wur-
de Hundstorfer Präsident des ÖGB und Mitglied im ÖGB-Vorstand, Arbeitsschwerpunkt “Soziales”. Seit 2.
Dezember 2008 ist Rudolf Hundstorfer Bundesminister für Soziales und Konsumentenschutz der Republik Öster
reich, seit 1. Februar 2009 auch Minister für Arbeit. Rudolf Hundstorfer ist verheiratet und hat drei Kinder.

Im Unternehmen der Zukunft wird der Mensch mehr denn je eine zentrale Rolle spielen. Seine Arbeits-
welt, die Möglichkeiten, Anforderungen und Rahmenbedingungen werden sich vermutlich von den heu-
tigen deutlich unterscheiden. Für den 18. Kongress der Wirtschaftsingenieure 2010 hat Herr Bundesmi-
nister Rudolf Hundstorfer einen interessanten und facettenreichen Blick in diese Zukunft geworfen.
Sein Vortrag verband, vielleicht auch aufgrund der großen Bandbreite seiner bisherigen Aufgaben
(als Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz, Kommunalpolitiker und als erfolg-
reicher Vorsitzender des Österreichischen Gewerkschaftsbundes in seiner wohl schwierigsten Pha-
se) die Arbeitnehmer-, Gesetzgeber- und Managementsicht. Im folgenden Interview, welches wir im
Anschluss an den Kongressvortrag geführt haben, versuchen wir einige Vortragsthemen wiederzugeben.


Sehr geehrter Herr Bundesminister, welche   re Form der Flexibilität gefordert sein.   vor allem, wie ich persönlich glaube,
Anforderungen werden in der zukünftigen     Im Moment jedoch stellt sich die Fra-      wird es notwendig sein, mobiler zu
Arbeitswelt an die Arbeitnehmer gestellt    ge: Warum stehen hier die Räder still?     sein. In vielen Teilen des Landes ist die-
werden?                                     In Teilen der Industrie ist Flexibilität   se Mobilität ja heute schon gang und
                                            eine Einbahnstraße. Die Industrie will     gäbe. Jemand, der im Waldviertel lebt,
Auf der einen Seite wird man versu-         keine Überstunden zahlen. Das ist na-      weiß, dass er, um Bildung zu erlangen,
chen, ein sehr hohes Bildungs- und          türlich für die Arbeitnehmerseite nicht    wegfahren muss. Es gibt zwar dort eini-
Qualifikationsniveau zu erreichen,          akzeptabel. Trotzdem wird es notwen-       ge AHS, aber um Bildung für gewisse
auf der anderen Seite wird eine ande-       dig sein, hier flexibler zu werden und     Berufe zu erlangen, muss man mobil


                                                                                                      WINGbusiness 2/2010
Top-Thema

sein. Das ist in allen Teilen Österreichs   Wo sehen Sie dabei einen Handlungsspiel-    Jeder Unternehmer ist gut beraten,
so. Demzufolge werden wir aber noch         raum für die Politik?                       wenn er seine Arbeitnehmerinnen und
mehr Mobilität brauchen und in An-                                                      Arbeitnehmer schätzt und nicht nur
spruch nehmen müssen. Auch dies             Wir dürfen nicht aus Jux und Tolle-         „heiße Luft“ verbreitet. Eine Wertschät-
wird sich verändern. Dabei muss vor         rei diverse Arbeitszeitgesetze weiter       zung in Form von Arbeitsbedingungen
allem darauf geachtet werden, dass die      öffnen. Wir dürfen auch den Arbeit-         in der Arbeitsablaufgestaltung unter
rechtlichen Rahmenbedingungen nicht         nehmerschutz und die all die Be-            Einbeziehung des Know-Hows der Be-
dramatisch verändert werden, und dass       wusstseinbildungsprogramme      nicht       troffenen und einer vernünftigen und
man nicht mehr nur projektbezogene          vernachlässigen. Man muss den Men-          guten Entlohnung, ist der beste Rat an
Dienstverträge hat.                         schen die Möglichkeit geben, Freizeit       den Unternehmer.
                                            aktiv zu erleben, das bedeutet aber
Sie haben in Ihrem Vortrag angeschnitten,   auch ein gewisses Einkommen und             Sehen Sie da einen Trend, dass sich das in
dass es zukünftig immer mehr „Ein-Per-      eine soziale Absicherung zu gewähren.       Zukunft verbessern wird?
sonen-Unternehmen“ geben wird. Führt
dies dazu, dass dann Arbeitszeitgesetze     Die Politik wird weiterhin die Rahmen-      Es gibt immer mehr große Betriebe, die
vermehrt von Arbeitnehmerseite umgan-       bedingungen festlegen und auch sehr         sehr viel Wert drauf legen, ein Corpo-
gen werden – beispielsweise weil sich die   stark darauf achten müssen, dass diese      rate Social Responsibility-Abkommen
Leute nicht mehr schützen lassen wollen     Rahmenbedingungen auch eingehalten          zu haben, zumindest die größeren. Bei
oder weil sie keine andere Wahl haben?      werden. Vor allem in Hinblick auf die       den kleineren bin ich mir nicht so si-
                                            Ostöffnung im kommenden Jahr wird           cher. Bei Kleinbetrieben erlebt man,
Mit meiner Herkunft sehe ich das sehr       dies eine Herausforderung werden.           dass die Arbeitnehmer Familienmit-
kritisch, wobei zu bemerken ist, dass       Jene, die kommen, müssen entspre-           glieder sind und es funktioniert hervor-
es z.B. keinen dramatischen Anstieg         chend unserer Rahmenbedingungen             ragend. Es ist aber auch erfreulich, dass
bei der Telearbeit gibt. Die Telearbeit     entlohnt werden.                            man im Banken- und Versicherungs-
stagniert teilweise. Weil die Leute ver-                                                sektor, aber auch in größeren Indus-
stehen, dass sie sich nur mehr selbst       Sie haben in unserem Gespräch schon die     triebetrieben, doch einen Wert darauf
ausbeuten, nur mehr wie ein Hamster         steigende Burn-out-Rate und den poli-       legt, so ein CSR-Abkommen zu haben.
im Rad unterwegs sind. Ein „Ein-Per-        tischen Spielraum angesprochen. Wie ge-     Man führt eine Nachhaltigkeitsdebat-
sonen-Unternehmen“ ist durchwegs            hen Arbeitnehmervertreter zukünftig mit     te, nicht nur showmäßig, sondern man
gut. Aber es gibt auch die Gesundheit,      dieser Problematik um?                      denkt darüber nach, wie man nach-
auf die geachtet werden muss, siehe die                                                 haltiger sein kann. Ein prominentes
steigende Burn-out-Rate.                    Da hat es offen und ehrlich gesagt,         Beispiel ist die Firma Spar. Spar bietet
                                            einen Bewusstseinswandel gegeben,           eine Fortbildungs- und Grundausbil-
Rechtlich werden wir das nicht in den       früher war Mobbing auch bei Betriebs-       dungsakademie an. Da sie ganz genau
Griff bekommen. Ich bin kein Illusio-       räten das unbekannte Wesen. Hier hat        weiß, je besser man seine Mitarbeiter
nist, wir werden hier keinen Rechtsrah-     sich schon einiges gewandelt. Es gibt       qualifiziert, desto mehr kann man dem
men im Sinne von Arbeitszeitrahmen          schon etliche Firmen, die Mobbing-Be-       Kunden bieten.
für Selbständige schaffen. Was man al-      ratung anbieten, die das wirklich ernst
lerdings schaffen kann, ist zu kommu-       nehmen. Und es wird auch bei den In-        Als eine der großen Errungenschaften und
nizieren: es gibt auch Freizeit, arbeite    dustriebetrieben bei Burn-Out schon         Erfolgsfaktoren Österreichs nach dem 2.
nicht 20 Stunden am Tag.                    „hingeschaut“. In der breiten Masse der     Weltkrieg, wird oft die Sozialpartner-
                                            Klein- und Mittelbetriebe ist es manch-     schaft genannt. Wie sehen Sie dafür die
Wird sich der Stellenwert der Arbeit in     mal schwieriger. Aber es entwickelt         Zukunft?
unserem Leben ändern?                       sich ein Stellenwert in dieser Frage. Das
                                            kann man natürlich auch wieder über         Sie wird weiterhin stehen, sie hat sich
Ich glaube die Arbeit wird im Leben         den Arbeitnehmerschutz beeinflussen         ja immer wieder inhaltlich gewandelt
der Menschen weiterhin einen sehr ho-       - aus der Pensionsdebatte heraus. Denn      und angepasst. Die Zeit, in der ich da-
hen Stellenwert einnehmen, die Men-         wenn, die Menschen länger im Arbeits-       bei war, war eine Zeit, in der man sich
schen wollen ihre Qualifikation auch        leben bleiben sollen, muss man natür-       bemüht hat für die Regierung Dinge
einbringen.                                 lich auch dafür sorgen, dass das geht.      vorweg zu erledigen. Ich habe dann mit
                                            Gerade Burn-Out ist eine Sache, die bei     dem Wirtschaftskammerpräsident Leitl
In Österreich wird es noch lange Zeit       frühzeitiger Erkennung gut therapier-       sieben Abkommen unterschrieben, da
kein erwerbsloses Grundeinkommen            und behandelbar ist. Und da wollen          ist einiges weiter gegangen. Jetzt in der
geben - d.h. Arbeit wird weiterhin ei-      wir natürlich versuchen, frühzeitig ent-    Krise hat sich zwar inhaltlich nicht
nen hohen Stellenwert zur Überlebens-       gegen zu steuern.                           wahnsinnig viel weiter entwickelt, aber
sicherung haben. Ich bin überzeugt da-                                                  die Sozialpartnerschaft hat sich doch
von, dass auch die Gemeinwesen-Arbeit       Wir haben vom hohen Stellenwert der Ar-     in der Krise als sehr stabile Plattform
einen hohen Stellenwert hat, wo wir ja      beit für die Arbeitnehmer gesprochen. Wie   der Begegnung erwiesen. Das ist schon
einen sehr hohen Grad an Freiwilligen       steht es umgekehrt um die Bedeutung des     wahnsinnig viel wert. Wir hatten große
in unserem Land haben. Arbeit hat also      einzelnen Arbeitnehmers für die Unter-      Demos und wir werden sehen was noch
schon einen sehr hohen Stellenwert.         nehmen der Zukunft?                         kommt. Aber im vorigen Jahr gab es


WINGbusiness 2/2010
Top-Thema

                                                            auch genügend zur             kann und in Zukunft noch entwickeln
                                                            Wirtschaf tskam-              soll?
                                                            mer, zum ÖGB, die
                                                            immer wieder fra-             Ich glaube, dass wir grundsätzlich sehr
                                                            gen: „Wie geht das,           vernünftige Ansätze haben und dass
                                                            was macht ihr da?“            wir wirklich sehr hoch qualifizierte
                                                            Und viele Bereiche            Arbeitskräfte und doch in Summe
                              Rudolf Hundstorfer bemühen                   sich,          gesehen viele Leute haben, die bereit
                              Bundesminister für            das Miteinander               sind, die weitere Qualifikation vor-
                              Arbeit, Soziales und          herbeizuf ühren.              anzutreiben. Und wir haben so etwas
                              Konsumentenschutz             Der französische              unschätzbar Wertvolles wie den sozi-
                              der Republik Österreich       Präsident Sarkozy,            alen Frieden. All dies sind, glaube ich,
                                                            hat nun wirklich              Standortvorteile. Auch die Rahmen-
                                                            einige Male die Ge-           bedingungen z.B. der Steuerpolitik
keine riesigen Sozialkonflikte. Wir ha- werkschaften eingeladen, was früher               sind bekanntermaßen in Österreich
ben vernünftige Lohnrunden gehabt, nie der Fall war. Präsident Obama hat                  ja nicht uninteressant, ebenso die Un-
da gibt es eine gute Weiterentwicklung. das von Haus aus gemacht.                         terstützungsmöglichkeiten. Ich glau-
Die Sozialpartnerschaft ist ein Stand-                                                    be, wir können schon ein attraktiver
ortfaktor - teilweise ein Exportartikel.  Sein Vorgänger Präsident Bush hat in            Standort sein. Wenn es um reinste
                                          seiner gesamten 8-jährigen Amtszeit             Massenproduktion geht, da kommt
Ist dies auch ein Standortfaktor, der für den amerikanischen Gewerkschafts-               in Westeuropa niemand mehr mit, da
Unternehmen attraktiv sein kann oder führer lediglich einmal eine halbe                   ja der Transport nichts kostet. Dies
werden kann?                              Stunde lang empfangen.                          wird sich aber mit steigenden Energie-
                                                                                          und damit Transportkosten ändern.
Ja. Es ist ein Unterschied, ob ich jeden   Österreich wird heute von vielen Unter-        Dann wird es ein Umdenken geben.
zweiten Konflikt mit einer Demo auf        nehmen als Hochlohnland gesehen und er-        Vielen Dank für das Gespräch!
der Straße oder mit Arbeitsniederle-       scheint in dieser Hinsicht für die Industrie
gungen begleite oder ob man bereits        weniger attraktiv als Niedriglohnländer        Das Interview führten Frau Dipl.-Ing.
zuvor alle Möglichkeiten ausprobiert.      wie z.B. China. Was sind aus Ihrer Sicht       Sabine Hösch und Herr O.Univ.-Prof.
Das ist schon ein Asset. Es kommen ja      die Assets, die Österreich Betrieben bieten    Dipl.-Ing. Dr. Siegfried Vössner




    Call for Papers
    Themenschwerpunkt: Energiemanagement
    in WINGbusiness 03/2010

    Beschreibung                           des europäischen Kraftwerkspark, Stra-         Vorlagen zur Erstellung eines WING-
                                           tegien für den Klimawandel sind un-            papers und konkrete Layout-Richtli-
    Für die Ausgabe 03/2010 laden wir      teranderem Themenbereiche, die von             nien sind als Download unter:
    Autoren ein, wissenschaftliche Arti-   Interesse sind. Speziell Zukunftssze-          http://www.wing-online.at/services/
    kel (WINGPaper) zum Thema „Ener-       narien der Elektromobilität, der ös-           wingbusiness/medienfolder.html
    giemanagement“ zu verfassen.           terreichischen Energiewirtschaft oder          oder per E-Mail verfügbar.
    Das Energiemanagement umfasst          für den gesamten Energiemarkt sind
    seit jeher die Energieversorgung,      Herausforderungen, die mit Spannung            Autoren können ihre Beiträge zum
    die die notwendige Basis für die       verfolgt werden.                               Themenschwerpunkt als PDF an
    Entwicklung von Gesellschaft und       Mit dem Schwerpunkt „Energie-                  office@wing-online.at übermitteln.
    Wirtschaft ist. Die Entwicklung der    management“ soll den Lesern im 3.              Die Ergebnisse des Reviews werden
    Energiepreise und der Klimawandel      WINGbusiness im Jahr 2010 ein Ein-             dem Autor innerhalb von 4-8 Wo-
    zwingt bisherige Lösungsansätze zu     blick in diese spannenden Themenbe-            chen nach Einsendung des Artikels
    überdenken. Die Gestaltung optima-     reiche gegeben werden.                         zugestellt.
    ler Rahmenbedingungen für erneu-
    erbare Energien, die Entwicklung       Hinweise für Autoren:                          Annahmeschluss: 25.07.2010



                                                                                                        WINGbusiness 2/2010
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                                                                                                                Bildquelle: Miba AG


Peter Mitterbauer

Der Unternehmer der Zukunft
Vortrag, 18. Kongress der Wirtschaftsingenieure in Graz
Die Miba ist strategischer Entwicklungspartner der internationalen Motoren- und Fahrzeugindustrie. Das Unter-
nehmen besteht seit 1927 und ist nach wie vor in Familienbesitz. Mittlerweile ist die dritte Generation der Fami-
lie Mitterbauer im Unternehmen tätig. Die Unternehmensgruppe mit weltweit mehr als 2600 Mitarbeitern wird
seit jeher nachhaltig und wertorientiert geführt. Um als Unternehmer der Zukunft erfolgreich zu sein, bedarf es
einer gesunden Mischung aus Tradition und Innovation. Gerade in wirtschaftlich turbulenten Zeiten ist es von
Bedeutung, unternehmerisches Handeln konsequent an den eigenen Stärken auszurichten und sich auf die eigenen
Wurzeln und Kernkompetenzen zu konzentrieren. Durch die klare strategische Ausrichtung auf Hochtechnologie,
gut geführte und engagierte Mitarbeiter und kluge Kosteneinsparungen in allen Bereichen gelang es der Miba gut,
durch die schwierigen Monate der Wirtschaftskrise zu steuern. Das Unternehmen ist gut für die Zukunft gerüstet.

Wirtschaftsingenieure arbeiten in Wirtschaft und Wissenschaft an Entwicklungen von morgen. Die
Miba beschäftigt zahlreiche Wirtschaftsingenieure. In unterschiedlichen Bereichen des Unterneh-
mens bringen sie ihr wertvolles Know-how ein. Die Ausbildung vereint auf einzigartige Weise tech-
nisch-naturwissenschaftliche Kompetenz mit wirtschaftlichen Inhalten – diese Kombination ist in
einem Unternehmen wie der Miba gefragt. Miba Technologie und langjährige Erfahrung machen Fahr-
zeuge, Züge, Schiffe, Flugzeuge und Kraftwerke leistungsstärker, effizienter und umweltfreundlicher.




2009 - ein herausforderndes Jahr          zu 25 Prozent. Gegen Ende des Jahres          Das Unternehmen wurde unter dem
                                          stabilisierte sich die Industriekonjunk-   Motto: „Sales up – Cash up – Cost
Unternehmer blicken auf eine turbu-       tur langsam, allerdings auf deutlich       down“ rasch auf neue Prioritäten ausge-
lente Zeit zurück und zweifelsohne        niedrigerem Niveau. Das Management         richtet. Die Miba blickt in die Zukunft,
liegt auch eine anspruchsvolle Zeit vor   der Miba hat zu Beginn der Krise die       das Unternehmensziel ist unverändert
ihnen. 2009 war ein herausforderndes      richtigen Schwerpunkte gesetzt: es galt    profitables Wachstum.
Jahre für die Industrie, ihre Mitarbei-   die Liquidität des Unternehmens zu si-
ter und ihre Unternehmer. Die Ab-         chern und die Kostenstrukturen an die      Miba Strategie bewährt sich in der
satzmärkte der Miba waren in einer        Kundenaufträge anzupassen.                 Krise
noch nie dagewesenen Intensität und          Gleichzeitig aber war es wichtig,
Geschwindigkeit eingebrochen. In den      die klare strategische Ausrichtung auf     In Summe konnte das Geschäftsjahr
ersten drei Quartalen verzeichnete das    Hochtechnologie unbeirrt weiter zu         2009/10 besser als erwartet abgeschlos-
Unternehmen Umsatzrückgänge bis           verfolgen.                                 sen werden. Der Gesamtumsatz betrug


WINGbusiness 2/2010
Top-Thema

knapp 312 Millionen Euro, was etwa         Peter Mitterbauer in der zweiten Gene-      Die Übernahme von Verantwortung
16 Prozent Rückgang bedeutet. In der       ration. Auch die dritte Generation der      und gutes Management wurden lange
Miba ist man stolz darauf, dass trotz      Familie ist in Person der Kinder Peter      Zeit belächelt und als antiquiert abge-
der Umsatzeinbrüche in jedem Quartal       und Therese Mitterbauer bereits in der      tan. Jetzt zeigt sich, wie dringend ein
ein positives Ergebnis erwirtschaftet      Miba aktiv. Die Miba ist heute eine         Wirtschaften nach diesen Prinzipien
werden konnte. Im Branchenvergleich        internationale Unternehmensgruppe,          notwendig ist. Viele Unternehmen
ist das ein hervorragendes Ergebnis.       die technologisch anspruchsvolle und        überleben ihre erste oder zweite Krise
Die Eigenkapitalquote des Familienun-      hochbelastbare Antriebskomponenten          nicht – egal, ob es sich um einen größe-
ternehmens stieg auf über 60 Prozent,      produziert.                                 ren Markteinbruch oder eine Fehlent-
die EBIT Marge beträgt 5,3 Prozent.           Sie begleitet ihre Kunden der Mo-        scheidung des Managements handelt.
Es ist gelungen, aus der Nettoverschul-    toren- und Fahrzeugindustrie weltweit       Nur wenige Unternehmen sind fähig,
dung ein Nettoguthaben zu machen           von der Entwicklung bis zur Umset-          wirklich große politische oder wirt-
und der Cashflow erreicht beinahe die-     zung individueller Lösungen. An zwölf       schaftliche Krisen – so wie wir sie jetzt
selbe Höhe wie im vergangenen Jahr.        Standorten in den Wachstumszentren          erleben – problemlos durchzutauchen.
Die Miba hat in den herausfordernden       der Welt arbeiten rund 2600 Mitarbei-       In der Rezession trennt sich die Spreu
Monaten Marktanteile gewonnen und          ter an einem gemeinsamen Ziel: Kein         vom Weizen.
investiert in die Zukunft.                 Antrieb ohne Miba Technologie. Das
Ein Unternehmer muss an sein Unter-        Netz der Produktionsstandorte spannt        Der Unternehmer der Zukunft
nehmen und seine Zukunft glauben.          sich über die ganze Welt: von USA über
                                           Brasilien, Europa bis nach Singapur         Um als Unternehmer der Zukunft er-
    Die Miba hat mit ihrem Fokus auf       und China.                                  folgreich zu sein, bedarf es einer gesun-
Hochtechnologie eine klare Ausrich-                                                    den Mischung aus Tradition und Inno-
tung. Doch um Technologieführer-               Miba ist ein eigentümergeprägtes,       vation.
schaft abzusichern und ausbauen zu         börsenotiertes Unternehmen. Die Ei-         Ebenso wie ein Baum bedarf ein Un-
können, muss man konsequent daran          gentümerstruktur – rund drei Vier-          ternehmen starker Wurzeln, um den
arbeiten und investieren. Das Miba Ma-     tel der Anteile sind nach wie vor in        aufziehenden Stürmen und Unwettern
nagement hat trotz Umsatzrückgängen        Familienbesitz – ist seit Jahrzehnten       trotzen zu können. Die Werte eines
nicht aufgehört, in die Zukunft zu in-     stabil. Finanzielle Unabhängigkeit,         Unternehmens bilden dabei nicht nur
vestieren und strategische Projekte und    gesellschaftliche Verantwortung und         die Grundlage ethischen Handelns,
Investitionen weiterlaufen lassen. Im      eine langfristige Ausrichtung prägen        sondern geben Firmen in Krisenzeiten
April hat die Miba den englischen Be-      das Handeln im Unternehmen. Im              vielmehr den notwendigen Halt, um
schichtungsspezialisten Teer Coatings      Jahr 2008 entwickelten die Führungs-        diese zu meistern. Im Zentrum der Un-
Ltd. übernommen. Das Unternehmen           kräfte die Miba Vision 2015. Damit de-      ternehmertätigkeit stehen nicht eine
mit Sitz in Droitwich, Großbritannien      finierten sie die Rahmenbedingungen         kurzfristige      Gewinnmaximierung,
ist Technologieführer im Bereich hoch-     für die Zukunft.                            sondern die langfristige Steigerung des
spezialisierter   Oberflächenbeschich-     Über allem steht das gemeinsames Ziel,      Wertes – und damit die Zukunftssiche-
tungen.                                    die Vision:                                 rung des Unternehmens. Über Jahr-
    Das Know-How der Teer Coatings         Kein Antrieb ohne Miba Technologie.         zehnte hin erfolgreiche Unternehmen
erweitert Produktportfolio und Kom-        Die Mission: Innovation in Motion -         – so wie die Miba eines ist – denken
petenz der Miba optimal und die Unter-     Miba Technologie ermöglicht Ressour-        nicht in Quartalsberichten, sondern in
nehmensgruppe kann so ihren Kunden         cen schonende Mobilität.                    Generationen.
noch umfassendere Lösungen anbieten.       Die Strategie: Globale Nummer 1 in
Im Juni 2010 eröffnet die Miba einen       wirtschaftlich attraktiven, techno-            Daran erinnert auch eine Aussa-
neuen Sinterstandort in Ohio, USA.         logisch anspruchsvollen Marktseg-           ge des legendären GE Managers Jack
Mit dem Aufbau dieses Standortes           menten.                                     Welch, der auf die Frage, ob es in einer
trägt sie der Nachfrage nach energieef-    Die Werte lauten Technologieführer-         Krise neuer Regeln für das Manage-
fizienten und emissionsreduzierten         schaft, Leidenschaft für den Erfolg,        ment bedarf, geantwortet hat: „Die
Antriebskomponenten für Autos am           Lebenslanges Lernen und Unterneh-           Prinzipien sind immer noch dieselben.
US-amerikanischen Markt Rechnung.          merisches Handeln. Diese Werte leiten       Jeden Tag danach streben, die Dinge
Auch der bestehende Standort in Ohio,      sich stark ab von den Prinzipien des        besser zu machen als zuvor.“ Dabei
die Miba Bearings US, wurde weiter         Firmengründers Franz Mitterbauer,           sind langfristiges, strategisches Den-
ausgebaut. Im Juni startet dort die Pro-   der einen hohen Leistungs- und Qua-         ken und Handeln in den vergangenen
duktion von Hochleistungs-Gleitlagern      litätsanspruch an sich selbst und sein      Jahren immer schwieriger geworden.
für LKW Dieselmotoren.                     Umfeld hatte. Diese Werte waren in          Manager müssen sich und ihre Organi-
                                           der Vergangenheit Leitlinie und wich-       sationen auf Flexibilität einstellen, um
Die Miba Welt                              tiger Ankerpunkt und sie werden es          mit dem Tempo des Marktes mitzuhal-
                                           auch in der Zukunft sein.                   ten und den Veränderungen von außen
Die Miba wurde 1927 im Salzkammer-                                                     Rechnung zu tragen. Diese Flexibilität
gut gegründet, heute befindet sich das     Die Miba – und das ist die wichtigste Ba-   allerdings führt zu einem Verlust an
Unternehmen im 83. Jahr seines Beste-      sis für eine erfolgreiche Zukunft – wird    Planbarkeit und Sicherheit für Mitar-
hens und mit Vorstandsvorsitzenden         nachhaltig und wertorientiert geführt.      beiter, Kunden, Lieferanten.


10                                                                                                     WINGbusiness 2/2010
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                                                            die Innovationsfä-            Gleitlagerlösungen in Windgetrie-
                                                            higkeit des Unter-             ben (Planetenlagerbüchsen) und
                                                            nehmens. Techno-               Windturbinengeneratoren (Rotorla-
                                                            logieführerschaft              ger-Pads)
                                                            und Innovations-              Komponenten für Doppelkupp-
                                                            kraft schaffen ei-             lungsgetriebe oder Servo-Synchro-
                                                            nen Wettbewerbs-               nisierung zur Verbrauchsreduktion
                             Dipl.-Ing. DDr. h.c.           vorsprung.    Ein              und höherem Schaltkomfort in
                                                            letzter, wichtiger             PKW
                             Peter Mitterbauer              Punkt um als Un-              Reibbelag mit höherer Energiebe-
                             Vorstandsvorsitzender          ternehmer erfolg-              lastbarkeit für Windturbinen
                             der Miba AG                    reich zu sein, ist            Funktionale Bauteilbeschichtungen
                                                            eine robuste Fi-               zur Reibungsminimierung
                                                            nanzstruktur des
  Dieses Manko – nämlich den Verlust Unternehmens. Die Miba hat darauf                   Alle diese Entwicklungen bringen die
an Sicherheit und Stabilität – können immer großen Wert gelegt und es ge-                Miba ihrer Vision einen Schritt näher:
nur glaubwürdige, kompetente Füh- lingt gut, das Unternehmen auf die Zu-                 Kein Antrieb ohne Miba Technologie.
rungskräfte wettmachen.                 kunft auszurichten.                              Es geht bei all diesen Entwicklungen
                                                                                         nicht um kurzfristige Marktausnut-
Deshalb schlägt in der Krise auch die         Wachstum durch Technologie                 zung und schnelle Gewinne. Die De-
Stunde mutiger, guter Führung.                                                           vise ist langjähriges, profitables Wachs-
                                              Die Miba investiert jährlich rund sechs    tum. Dabei wird in der Miba einer
   Die wesentliche Aufgabe der Füh-           Prozent des Umsatzes in Forschung und      soliden Finanzierungsstrategie und der
rungskraft in unsicheren Zeiten ist,          Entwicklung und leistet mit ihrer In-      Sicherung von Liquidität nicht nur in
Sicherheit zu vermitteln, indem sie           novationskraft einen unverzichtbaren       der Krise hohe Bedeutung beigemes-
Werte vorlebt und unermüdlich kom-            Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit der       sen. Ein straffes Forderungs- und La-
muniziert.                                    Kunden. Gerade in schwierigen Zeiten       germanagement und die konsequente
                                              hat die Miba unverändert hoch in den       Optimierung des Working Capital ver-
   In der Miba gibt es Führungsprin-          Ausbau ihrer Technologieführerschaft       schafft dem Unternehmen Luft zum
zipien, die Mitarbeiter – egal, ob Rezes-     investiert.                                Atmen. In der Miba werden Investi-
sion oder Hochkonjunktur – von ihren             Knapp 19 Millionen Euro flossen im      tionen traditionell aus eigener Kraft,
Führungskräften erwarten können. Es           vergangenen Jahr in den Bereich FE.       sprich aus dem operativen Cash-flow,
handelt sich dabei um ebenso vermeint-        150 Mitarbeiter arbeiten dort tagtäglich   finanziert.
lich banale wie essentielle Tugenden          Hand in Hand mit den Kunden an
wie etwa Integrität, Mut, Respekt oder        neuen Entwicklungen. Eine Stärke der       Warm heart – Cool head – Working
Leistungsbereitschaft. Integrität bedeu-      Miba ist, dem Kunden Lösungen anzu-        hands
tet dabei für uns, aufrichtig zu sein, kri-   bieten, die maßgeschneidert sind.
tisch seine Meinung zu sagen, klar und                                                   „A warm heart – a cool head – working
transparent zu kommunizieren und              Die Miba setzt auf energieeffiziente An-   hands“ - das beschreibt, was es in har-
Probleme anzupacken.                          triebe und ressourcenschonende Mobili-     ten Zeiten braucht.
                                              tät.
   Eine    partnerschaftliche    Unter-                                                     Die Qualität eines Managers macht
nehmenskultur zeichnet attraktive                Mit dem Forschungsschwerpunkt           die richtige Kombination aus Realitäts-
Arbeitgeber aus, steigert die Arbeits-        auf leistungsstarke, sichere und um-       sinn und Vision aus. Diese Krise bietet
zufriedenheit und Identifikation mit          weltfreundliche Antriebstechnologien       ebenso viele Risiken wie Chancen. Gut
dem Unternehmen und verbessert so             ist die Miba auf die Anforderungen         geführte Unternehmen finden auch in
die Wirtschaftlichkeit. Das Ziel in der       ihrer Kunden ausgerichtet. Großes Po-      dieser Zeit enorme Wachstumsmög-
Miba lautete, mit der Stammmann-              tential und Chancen liegen im Bereich      lichkeiten: Wenn sie sich auf ein starkes
schaft durch die Krise zu kommen, da          alternativer Antriebstechnologien oder     Kerngeschäft konzentrieren und dort
genau diese qualifizierten Mitarbei-          in der Windindustrie. Wachstumschan-       vorhandene Potenziale voll ausschöp-
ter für den nächsten Aufschwung ge-           cen ergeben sich auch in Zukunfts-         fen. Es macht Freude, in anspruchs-
braucht werden.                               märkten wie China, Indien, Brasilien.      vollen Zeiten wie diesen Unternehmer
                                              Diese Regionen entwickeln sich sehr        zu sein. Das sind die Zeiten, in denen
   Geringe Fluktuation der Mitarbei-          erfreulich – vor allem China: hier wer-    eine Firma ihre Innovationskraft und
ter sichert die Nachhaltigkeit eines          den heute mehr LKW produziert als in       den Unternehmergeist unter Beweis
Unternehmens ebenso wie die Schaf-            Europa. Darauf richten das Unterneh-       stellen und Zukunft gestalten kann.
fung nachhaltiger, dauerhafter Wett-          men seine Technologien aus, mit zum
bewerbsvorteile: Eine hohe Kunden-            Beispiel folgenden Entwicklungen:             Veränderungsbereitschaft und In-
orientierung und langjährige tragfä-           Hochbelastbare und völlig bleifreie      novationskraft braucht es auch von der
hige Beziehungen zu Kunden und Lie-              Gleitlager für sparsame LKW Diesel-     öffentlichen Hand, der Sozialpartner-
feranten sind dabei ebenso wichtig wie           motoren                                 schaft, den politisch Verantwortlichen.


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Top-Thema

Die Vorraussetzung für eine starke und     geboren 1942 in Laakirchen/OÖ,             Sonstige Funktionen
erfolgreiche heimische Industrie ist,      verheiratet, 2 Kinder
dass die Unternehmen Möglichkeiten
haben, flexibel reagieren zu können.       Ausbildung                                  1988 – 1996 Präsident der Vereini-
Eine handhabbare Regelung zur Flexi-                                                    gung der Österreichischen Industrie,
bilisierung der Arbeitszeit ist dringend    Realgymnasium                              Landesgruppe Oberösterreich
notwendig.                                  Studium Maschinenbau und Be-              1990 – 1996 Vizepräsident der oberös-
                                             triebswirtschaft an den Technischen        terreichischen Wirtschaftskammer
    Österreich braucht ein innovations-      Universitäten Graz und Wien               1996 – 2004 Präsident der Vereini-
freundliches Klima und gezielte Inves-      Berufspraxis und Ergänzungsstudi-          gung der Österreichischen Industrie
titionen in Bildung und Forschung und        um in den USA                             2001 – 2004 Vizepräsident der UNI-
Entwicklung. Als Industrieland muss                                                     CE (Vereinigung der europ. Indus-
Österreich ein attraktiver Standort für    Berufliche Tätigkeit                         trie- und Arbeitgeberverbände)
die besten Köpfe sein. So erhält und                                                   Seit 2004 Vorsitzender des Auf-
stärkt das Land seine Innovationskraft      1969 Eintritt in das 1927 vom Vater        sichtsrats der FFG (österrei-
und ist gut für die Zukunft gerüstet.        gegründete Unternehmen, Leitung            chische Forschungsförderungsge-
                                             des Gesamtverkaufs und Leitung             sellschaft mbH)
Zur Person:                                  mehrerer Beteiligungsunternehmen          Seit 2005 Vorsitzender des ÖIAG-
                                            1973 Eintritt in den Vorstand              Aufsichtsrats
DI DDR. H.C. PETER MITTERBAUER,             Seit 1986 Vorsitzender des Vorstands      Mitglied diverser anderer Aufsichts-
Vorstandsvorsitzender der Miba AG,           der heutigen Miba AG                       räte




                                                                                                        LEUTE/KÖPFE


                                           Dipl.-Ing. Wolfgang Dopf MBA
                                           Vorstandsdirektor der LINZ AG

                                           Jahrgang 1957
                                           Nach der HTL in Vöcklabruck, dem Studium „Wirtschaftsingenieurwesen im
                                           Maschinenbau, Fachrichtung Dampf- und Wärmetechnik“ an der TU Graz und
                                           der Ausbildung zum Zivilingenieur, ergänzte das Limak General Management
                                           Executive MBA Programm seine Ausbildung.
                                           Auslandserfahrung sammelte er 1984/85 bei einem einjährigen Praxisaufenthalt
                                           bei Hills Industries Ltd. in Adelaide, Australien.
                                           Nach Tätigkeiten bei der Österreichischen Invesitionskredit AG in Wien und der
                                           Steyrermühl Papierfabriks- und Verlags AG trat er 1993 in die damalige ESG als
                                           Leiter der Kraftwerke ein.
                                           Im Oktober 2004 wurde Wolfgang Dopf zum Geschäftsführer der Linz Gas/Wär-
                                           me GmbH und im April 2007 in Personal¬union zum Geschäftsführer der LINZ
                                           STROM GmbH ernannt.
                                           Seit 1.4.2009 ist er als Vorstandsdirektor zuständig für das Energie-Ressort. Dieses
                                           umfasst die Strom-, Erdgas- und Fernwärmeversorgung und den Bereich Tele-
                                           kommunikation.




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Top-Thema




Karl Rose

Entwicklungen von Märkten und Konsumverhalten
Der Einsatz von Zukunftsszenarien zur Erarbeitung von wirtschaftlichen
Entscheidungsgrundlagen
Wie schön wäre es im Vorfeld einer großen Investitionsentscheidung zu wissen, ob die zugrunde liegen-
den Annahmen richtig sind. Der Wunsch zu wissen wie die Zukunft aussieht ist so alt wie die Mensch-
heit selbst. Leider ist und bleibt es unmöglich die Zukunft vorherzusagen. Aber die Zukunft ist nicht un-
denkbar. Die Erschaffung von alternativen Zukunftsmodellen, auch Szenarien genannt, und das Arbeiten
mit Zukunftsszenarien ist zu einem festen Bestandteil der modernen Unternehmensführung geworden.



I n diesem Artikel beschäftigen wir
  uns mit möglichen Szenarien für die
globale Entwicklung von Märkten und
                                         Planung Methoden und Instrumente
                                         um Unsicherheiten zu bewältigen und
                                         unsere Annahmen über die Zukunft
                                                                                   zu machen, sondern primär um die
                                                                                   Identifizierung der treibenden Kräfte
                                                                                   und kritischen Unsicherheiten, deren
Konsumverhalten. Es geht dabei nicht     zu überprüfen. Die Entwicklung von        unterschiedliche Lösung verschiedene
um die Vorhersage von konkreten          Zukunftsszearien ist eine Methode, die    Zukunftsentwicklungen zur Folge hat.
Kennzahlen, sondern um den Ansatz        sich sehr gut eignet um mit grossen Un-   Wir suchen in der Szenarioplanung ge-
qualitativ über die Auswirkungen glo-    sicherheiten systematisch umzugehen.      zielt nach den Trendbrüchen, die mög-
baler Trends auf die Märkte der Zu-         Einige Beispiele wichtiger externer    lich und sogar wahrscheinlich sind.
kunft nachzudenken. Wir werfen einen     Unsicherheiten die uns zum jetzigen          Diese frühzeitig zu erkennen ist für
Blick auf die möglichen Auswirkungen     Zeitpunkt betreffen sind die Finanz-      die Entwicklung von Handlungsopti-
der Finanzkrise auf regionale Märkte     krise, demographische Entwicklungen       onen und zukunftsrobusten Strategien
und betrachten potentielle makro-öko-    und die Auswirkungen einer alternden      von großem Wert. Dabei stellen wir uns
nomische Verschiebungen im globalen      Gesellschaft, sowie die Problematik       nicht die Frage: „Was wird passieren?“,
Handel genauso wie die Auswirkungen      des Klimawandels. Es handelt sich da-     sondern: „Was werden wir tun, wenn
demographischer Entwicklungen. Ein       bei um trans-nationale, oft unlösbar      diese mögliche Zukunft wirklich ein-
solcher Ansatz ermöglicht es, zum Bei-   erscheinende Probleme, die Menschen       tritt?“. Eine solche Einstellung ermög-
spiel, Konsumverhalten und seine po-     stark verunsichern und ein Gefühl         licht es uns schneller als Konkurrenten
tentiellen Auswirkungen auf die wirt-    der Ohnmacht und Hilflosigkeit hin-       auf eine mögliche, aber im Prinzip un-
schaftliche Entwicklung einer Region     terlassen. Für viele dieser Themen ist    vorhersehbare, Zukunft zu reagieren.
zu erkunden und auf Glaubwürdigkeit      es beinahe unmöglich um exakte Vor-          Schauen wir uns kurz die heutige
zu testen.                               hersagen zu treffen. Darum verwenden      Lage an. Die Erholung der globalen
   Die wichtigsten Entscheidungen        wir in der Entwicklung von Strategien     Wirtschaft wird gestützt durch das
der Gegenwart hängen von unseren         und Handlungsoptionen gerne die           Wachstum der sich entwickelnden Be-
Annahmen über die Zukunft ab. Wir        Technik der Szenarioplanung. Dabei        völkerungsgiganten China und Indien.
brauchen deshalb in der strategischen    geht es nicht darum eine Vorhersage       Aus Angst vor den negativen Folgen


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Top-Thema

der Krise auf lokaler und regionaler          Der wirtschaftliche Aufschwung in          auch wenn sie nicht auf Spekulation
Ebene, wie zum Beispiel regional hoher    den USA ist wie erwartet stärker als in        zurückzuführen sind, wird mit großem
Arbeitslosigkeit oder stark steigender    Europa, wobei im Nordatlantischen              Mißtrauen und Ablehnung begegnet
Staatsverschuldung, halten schon ver-     Wirtschaftsraum durchaus noch das              werden. Das Potential für politische
schwunden geglaubte nationale Priori-     Risiko einer zweiten Rezession („dou-          Radikalisierung durch bestehende und
täten und Interessen wieder Einzug in     ble dip“) im zweiten Halbjahr 2010             steigende Einkommensdisparität steigt
die internationale Politik. Es kommt      und ersten Halbjahr 2011 gegeben ist.          und es besteht die Gefahr des Einzugs
verstärkt zu einer Kombination von        Grundlage dafür ist das Auslaufen der          von Populismus und Extremismus in
stark nationalen Positionen mit einem     staatlichen Konjunkturpakete und die           die tagespolitische Debatte.
Stückwerk an wichtiger Kollaboration      Frage, ob die Weltwirtschaft ohne diese           Das Vertrauen in Institutionen, und
und Entwicklung gemeinsamer Stand-        Hilfspakete, und die dadurch ausgelös-         hier inbesondere in die Politik, ist an
punkte, vor allem im Bereich der Um-      te Nachfrage nach Investitionsgütern,          einem historischen Tiefpunkt ange-
weltpolitik, die noch stets sehr große    weiteres eigenständiges Wachstum               langt. Das Verlangen nach Gerechtig-
politische Aufmerksamkeit genießt.        zeigen wird. Bis jetzt hat die Entwick-        keit und Vergeltung für die Verursa-
Die stärkere Rolle der G20 gegenüber      lung des Privatkonsums im Westen ent-          chung der Finanzkrise führt zu Rufen
den G8 und die in Kopenhagen neu          täuscht und es wird für die weitere po-        nach mehr Regulierung und hat nega-
entstandenen „table stake“ Koalitionen    sitive Entwicklung der Weltwirtschaft          tive Auswirkungen auf wirtschaftliche
sind ein gutes Beispiel einer solchen     von außerordentlicher Bedeutung sein,          Risiken. Finanzierungsdefizite bei öf-
internatonalen Zusammenarbeit unter       ob Asien, und hier vor allem China und         fentlichen Dienstleistungen und Pensi-
Wahrung der nationalen Interessen.        Indien, langfristig einen Binnenmarkt          onen, und die Bürde demographischer
   In der Wirtschaft hat eine, nicht      für Eigenkonsum entwickeln können              Trends schaffen die Grundlage für Här-
nur konjunktur- sondern auch struk-       und wollen.                                    tefälle und das Potential für politische
turell bedingte, Differenzierung der          Unternehmen werden sich auf stär-          Krisen. Steigender Protektionismus
wirtschaftlichen Positionierung ein-      kere nationale Interessen einstellen           ist in einer solchen Zukunft durch-
zelner Staaten stattgefunden, wie ein     müssen. Daher werden die Betriebe              aus möglich. Wachsender Konsum in
Vergleich der Wirtschafts- und Finanz-    den globalen Wettbewerb gewinnen,              Asien ist dabei die einzige Lösung für
lage der EU Staaten Griechenland und      die am besten lokalen Beziehungen              ein stabiles Wachstum der Wirtschaft
Dänemark deutlich erkennbar macht.        aufbauen und erhalten können, und              auf globaler Basis.
Entstandene      Budgetdefizite    sind   nicht diejenigen, welche zur Zeit die             Der Trend der steigenden Urbanisie-
langfristig wahrscheinlich nur durch      größte internationale Erfahrung haben.         rung in Entwicklungsländern setzt sich
stärkeres Wachstum zu bekämpfen,          Globalisierung wird sich, wenn auch            fort, und eine wachsende Anzahl an
wobei Strukturdefizite unbedingt be-      holprig, fortsetzen, aber wahrscheilich        „Megacities“ gewinnen an Bedeutung
seitigt werden müssen. Im Falle eines     in einem langsameren Tempo und mit             und entwickeln sich zu Kristallisati-
weiteren wirtschaftlichen Rückschlags     nationalen Übertönen.                          onspunkten des Wachstums und der
droht uns die Gefahr eines „verlorenen        Die geopolitische Landschaft er-           Innovation. Sie werden zu vernetzten
Jahrzehnts“.                              scheint stabil, aber Volatilität steigt ins-   Zentren der Macht und sind Pioniere
                                          gesamt. In der weiteren Machtverschie-         einer Eco-Lebenskultur sowie einer
   Durch die Auswirkungen der Finanz-     bung von Ost nach West ist vor allem           globalen Dienstleistungsgesellschaft.
krise hat Europa deutlich an Einfluß      das Verhältnis zwischen China und              Dabei stellt sich die Frage, ob stärkere
und Macht verloren und weist im Ver-      den Vereinigten Staaten von entschei-          regionale Zusammenarbeit die Ant-
gleich mit Asien und Amerika in den       dender Bedeutung. Es ist vorauszuse-           wort von kleineren Städten auf die sel-
Bereichen Arbeitsmarkt, Konsum und        hen, daß es zwischen diesen beiden             ben Herausforderungen darstellt.
Potentialwachstum, strukturell schwä-     Supermächten in den nächsten Jahren               Ungebremster Luxus wird sehr bald
chere Leistungserwartungen auf. Der       sowohl Perioden der Turbulenzen als            zu einem Negativbild im Westen, aber
jetzige wirtschaftliche Aufschwung ist    auch des Entgegenkommens geben                 nicht im Osten. Es ensteht ein Rezes-
regional sehr verschieden und schwankt    wird, was direkte Auswirkungen auf             sions-Chic, bei dem Luxusmarken
zwischen einer sehr schnellen Erholung    die globalen Märkte nach sich zieht.           auch mit gezielt billigeren Produkten
in einigen Ländern Asiens, einem so-      Für China wird die Entwicklung eines           auf den Markt kommen. Jugend und
genannten V-Wachstum, bis zu einem        funktionierenden Binnenmarktes lang-           Konsumenten in den sogenannten
deutlich langsameren Aufschwung in        fristig nicht nur wirtschaftlich sondern       BRIC Staaten (Brasilien, Rußland, In-
Ländern wie Großbritannien, Grie-         auch innen- und außenpolitisch zur             dien China) gewinnen immer mehr
chenland, Italien, Spanien, und Ruß-      Schlüsselfrage.                                an Bedeutung für den weltweiten Kon-
land. Die zu erwartenden großen Un-           Eine weitere Kernfrage lautet in allen     sum. Demographische Trends zeigen
terschiede in der makro-ökonomischen      politischen Systemen: „Wer sind die Ge-        uns, daß es in den nächsten Jahren
Leistung von Staaten sind sehr oft auf    winner und Verlierer im Schultern der          und Jahrzehnten zu einer einschnei-
strukturelle Schwächen zurückzufüh-       Auswirkungen der finanziellen Krise?“,         denden Verschiebung im Bereich des
ren. Österreich und Deutschland lie-      wie man auch in der österreichischen           Privatkonsums kommen wird. Erstens,
gen zur Zeit eher im Mittelfeld, wobei    Tagepolitik beobachten kann. Es wird           zeichnet sich in Europa, und in schwä-
die stattfindende Konjunkturbelebung      sicherlich stärkere Eingriffe der Staaten      cherem Maße den USA, eine sehr starke
hauptsächlich durch Exportwachstum        in den Industrie- und Finanzsektor ge-         Veralterung der Gesellschaft ab. Dieser
getrieben wird.                           ben. Größeren Gewinnen von Banken,             Trend verstärkt sich ab 2010 in zuneh-


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Top-Thema

                                                            steigen, da es einen   und Gemeinschaften für langfristige
                                                            großen öffentlichen    wirtschaftliche und gesellschaftliche
                                                            Kapitalbedarf gibt     Entwicklung einzusetzen. Erfolgreiche
                                                            um Budgetdefizite      Unternehmen brauchen eine Vision,
                                                            zu finanzieren, so-    die über viele verschiedene Kulturen
                                                            wie eine steigende     hinweg wirksam ist, und doch auf das
                              Dipl.-Ing.                    Regulierung der        lokale Umfeld zugeschnitten werden
                                                            Finanzmärkte. Die      kann. Die Reputation von Unterneh-
                              Karl Rose                     geforderte höhere      men hängt nicht von Entscheidungen
                              Geschäftsführer               Qualität von Ver-      der Gerichte, sondern von der Mei-
                              Strategy Lab GmbH,            mögenswer ten,         nungsbildung in der Gesellschaft ab.
                              Wien                          zum Beispiel bei       Unternehmen können nicht überall tä-
                                                            Banken, Versiche-      tig sein, aber ihr Ruf wird überall gese-
                                                            rungen und Pensi-      hen werden. Als direkte Folge werden
menden Maße und führt zu einer star- onen, wird sich in Form höherer Zin-          Unternehmen wieder weniger Risiken
ken Verschiebung des wirtschaftlichen sen auswirken.                               eingehen.
Schwerpunkts von Güterproduktion            Bei der Entwicklug der BRIC Staa-          Abschließen           möchte      ich
zu Dienstleistungen.                     ten wird es sowohl Ähnlichkeiten als      aus aktuellem Anlaß mit ei-
   Zweitens, verschiebt sich das Aus- auch markante Unterschiede geben. Es         ner       (alt)griechischen      Weisheit:
maß des Konsums vom Westen in den handelt sich bei allen Staaten um große          „Es kommt nicht darauf an, die Zukunft
Osten, sowohl in Anzahl der Konsu- Wirtschaftsräume und rasch anstei-              zu wissen, sondern auf die Zukunft vorbe-
menten, als auch im absoluten Konsum- gende Märkte mit einem starken Ar-           reitet zu sein.“ (Perikles)
volumen. Es wird erwartet, daß Asien beitsmarktpotential. Ihre Binnenmärk-         Dipl.-Ing. Karl Rose:
in beiden Fällen über 80% des Welt- te werden an Bedeutung zunehmen                1979 - 1984 Studium der Erdölwissen-
konsums ausmachen wird. Eine solche und neue bedeutende Absatzmärkte               schaften, Montanuniversität Leoben
Verschiebung des Schwerpunktes nach für den weltweiten Konsum werden.              1985 Militärdienst in Österreich
Osten, die sich schon heute in Städten Für Brasilien wird wahrscheinlich er-       Royal Dutch Shell
wie Istanbul mit seiner wirtschaft- folgreicher Technologietransfer aus            1985 - 1996 Petroleum Engineering -
lichen Macht und jungen Bevölkerung dem Westen zu einer Kernfrage, wäh-            Technische Laufbahn in verschiedenen
beobachten läßt, wird weitreichende rend Rußland stark unter Auswande-             Positionen
Auswirkungen für Wertschöpfung und rung leidet. Indien hat wahrscheinlich          1996 - 1998 Business Development Ma-
damit verbunden auch Steueraufkom- die besten Voraussichten, da China’s            nager - Leiter der Entwicklung neuer
men und Wohlstand haben, und wich- ”Ein Kind” Politik schwerwiegende de-           Märkte im Bereich Exploration und
tige Fragen nach der Nachhaltigkeit der mographische Auswirkungen zeigt.           Förderung
produzierenden Wirtschaft im Westen         Regionalen und globalen Organisati-    1998 - 1999 Vice President, Government
aufwerfen.                               onen wird in Zukunft eine zusätzliche     Relations - Kontakte mit der Regierung
   Die genannten demographischen Rolle zukommen. Nationale Interessen              in den USA
Entwicklungen werden einen starken und kurzfristige Anliegen treiben Ent-          1999 - 2001 Business Intelligence - Grün-
Druck auf die Haushalts- und Steuer- scheidungsträger und es herrscht ein          dung der ersten “Business Intelligence”
politik in westlichen Ländern ausüben, starkes Element der Rivalität. Überein-     Abteilung
da abzusehen ist, daß die öffentlichen stimmung gibt es nur dort, wo Interes-      2001 - 2007 Corporate Strategy - Ver-
Ausgaben steigen und die Basis für das sen zusammenfallen. Daher entsehen          schiedene Positionen im Bereich Strate-
Steuereinkommen sinkt. Dem muß neue Koalitionen des gemeinsamen                    gie für Shell in London und Den Haag,
gezielt durch Reformen zur Steige- Interesses aus Furcht vor Verlust von           inklusive Vizepräsident für Strategie
rung von Produktivität, Effizienz und Lebensqualität und wirtschaftlichem          2008 - 2010 Chief Strategist - Unter-
Wachstum entgegengewirkt werden. Fortschritt. Das Recht seine Stimme               stütung des Vorstandes und des Auf-
Außerdem ist eine De-regulierung zur geltend zu machen hält Einzug. Prag-          sichtsrates in allen Aspekten der der
Förderung von neuen Märkten, Pro- matische Netzwerke von globalen/regi-            strategischen Ausrichtung und Ent-
dukten und Dienstleistungen gefragt, onalen Institutionen existieren neben         scheidungsfindung
was im direkten Wiederspruch zur nationalen Regierungen und üben                   World Energy Council, London
erwarteten stärkeren Regulierung als zum Beispiel finanzielle Kontrolle            seit 1.2.2010 Senior Fellow, Global Sce-
Folge der Finanzkrise steht. Weitere aus oder entwickeln neue Standards            narios - Berichtet an den Generalsekre-
Auswirkungen sind eine Verschiebung unsw. Es kommt zu Hybridmodellen               tär des WEC und leitet Als Experte (in
in den heimischen Märkten zu Dienst- (öffentlich+ privat) der Führung. Diese       Teilzeit) die Entwicklung der globalen
leistungen, vor allem im Gesundheits- neuen Institutionen fungieren als “ein-      Energieszenarien 2050 für das WEC
sektor, sowie eine stärkere Nachfrage gebaute” Stabilisatoren für wirtschaft-      Strategy Lab GmbH, Wien
nach Qualität und maßgeschneiderten liche und politische Volatilität.              seit 1.4.2010 Geschäftsführer und Grün-
Lösungen für Kunden, symptomatisch          Auch die Position und gesellschaft-    der - Etablierung einer Beratungsfirma
für eine alternde Gesellschaft. Auch die liche Rolle von multinationalen Un-       für alle Bereiche der Unternehmens-
Kapitalkosten für Unternehmen wer- ternehmen ändert sich. Sie haben die            führung und des strategischen Ma-
den als Folge der Krise wahrscheinlich Chance sich als Partner für Staaten         nagements.


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Top-Thema




Interview

Verantwortungsvolle Unternehmensführung
Managementanforderungen der Zukunft

Ein Gespräch mit Dipl.-Ing. Lars Maydell am Kongress der Wirtschafts-
ingenieure
Neueste Forschungsergebnisse, die Egon Zehnder International in Kooperation mit der Harvard Business
School erarbeitet hat, zeigen die wichtigsten Einflussfaktoren auf die Gesamtperformance eines Unterneh-
mens unabhängig von Größe und Branche. Diese sind: Firmenkultur, Teamstruktur, CEO-Impact, Indus-
trie- und Brancheneffekte, makroökonomische, globale und/oder volkswirtschaftliche Effekte sowie sonstige
Einflussfaktoren. Besonders signifikant ist die festgestellte Korrelation zwischen Firmenkultur, Teamstruktu-
ren und CEO-Impact (der in Einzelfällen bis auf 40 % ansteigen kann). Es wird zukünftig notwendig sein, mit
„Contextual Intelligence“ zu agieren und Nachfolgegenerationen danach auszuwählen und zu befähigen.

In dem Vortrag plädiert Egon Zehnder International für einen Führungsstil, der stärker interdiszipli-
när ausgeprägt ist und weit über die Grenzen des eigenen Positions- und Unternehmensbereiches hin-
ausgeht. Ziel ist es, dass Führungskräfte einerseits verlorene Bodenhaftung zurück gewinnen und ande-
rerseits eine noch höhere Komplexität managen und gleichzeitig Orientierung geben können. Der dafür
notwenige Transformations- und Entwicklungsprozess von einzelnen Führungskräften bzw. ganzer Teams sowie
mögliche „Lehren“, Konsequenzen und Maßnahmen aus der Krise sind ein wesentlicher Teil der Ausführungen.




Was muss ich morgen tun, um dem Profil    tung zu übernehmen. Suchen Sie ein          Was wäre denn die perfekte Ausbildung
eines Top-Managers zu entsprechen?        Unternehmen, das Ihren Wertevor-            für eine Position im Top-Management?
                                          stellungen entspricht. Führungsverhal-
Als ersten Schritt nach der Universität   ten, Kommunikationsverhalten sowie          Natürlich ist eine hervorragende Aus-
würde ich Ihnen empfehlen, sich das       Team Work werden in dieser Zeit in          bildung eine Grundvoraussetzung
Unternehmen sehr genau auszusuchen,       höchstem Maße geschult, und dies sind       für einen guten Karriereweg. Es gibt
für das Sie arbeiten wollen. Im Sinne     jene Fähigkeiten, die sie dann später als   natürlich auch immer Ausnahmen,
von Führungskultur, von Weiterbil-        Unternehmensführer können müssen.           Persönlichkeiten, die genauso ohne
dung, und von der Möglichkeit, schon      Das größte Risiko für einen Berufsein-      spezielle Ausbildung diese Fähigkeiten
in einem frühen Stadium Verantwor-        steiger ist ein schlechter Vorgesetzter.    erlernen. Aber dieses Lernen von stra-


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Top-Thema

tegischen, analytischen und konzep-         Vermächtnis aufgebaut haben, indem          Aber viele kennen wir nicht! Sie arbei-
tionellen Bereichen um eine Struktur        Sie gute Führungsarbeit geleistet ha-       ten in einer ähnlichen Industrie, ent-
für sein Wissen bekommen, ist meiner        ben.                                        sprechen dem gesuchten Profil oder
Meinung nach extrem wichtig. Ich bin                                                    werden empfohlen. Generell läuft bei
aber schon vorsichtig, dabei zu sagen,      Was macht einen Headhunter aus?             uns sehr viel über Empfehlung. Wir ru-
welche Ausbildung das genau wäre.                                                       fen Leute an und fragen, wer gut für
Wenn wir nicht genau wissen, welche         Ich will erklären, warum ich den Be-        diese Rolle wäre. Von den genannten
Berufe in den nächsten Jahren so er-        griff Headhunter nicht zielführend          Leuten haben wir bestimmt 2/3 noch
folgreich sein werden und welche sich       finde. Es impliziert, dass die Dienst-      nie gesehen. Wir interviewen jeden
entwickeln, ist sicher eine Betonung        leistung das Finden ist, und das ist der    Kandidaten persönlich, bevor wir ihn
auf Technik oder Betriebswirtschaft         große Irrtum. Das ist heute noch we-        vorstellen. Das ist wie ein Trichter. Von
zu kurz gegriffen. Aber die Kombinati-      niger wahr als früher. Was Manager          zwanzig interviewten Personen präsen-
on aus Wirtschaft und Technik, dieses       und HR Persönlichkeiten bei einem           tieren wir schließlich drei.
Kennenlernen verschiedener Werte-           Executive Search Berater suchen, ist
konflikte, verschiedener Denkarten,         eine hohe Vertrautheit mit der Indus-       Wie hat sich die Branche verändert bzw.
verschiedener Wissenschaftskulturen         trie, ein etabliertes Netzwerk und ein      wie wird sie sich in Zukunft verändern?
bereits in einem frühen Zeitpunkt der       Wissen um die Leute in dem Markt            Wird man einen Topmanager über Face-
Ausbildung, kann nur ein großer Vor-        – sogenanntes Insiderwissen. Und die        book finden können?
teil sein.                                  Fähigkeit, dieses Insiderwissen nicht
                                            nur national, sondern auch internatio-      Es gibt das Phänomen der sozialen
Diese Heterogenität ist nicht nur in        nal sicherzustellen.                        Netzwerke erst seit sehr kurzer Zeit.
einem Lehrgang oder in einem Studi-                                                     Das ist ein Prozess, der erst gestartet
enzweig zu erreichen. Erasmus bietet        Man muss den Österreicher finden, der       wurde, unter der Annahme, dass sich
viele Möglichkeiten, ebenso Praktika.       gerade in Silicon Valley ist. Man muss      die Veränderungsgeschwindigkeit en-
Ich denke, dass Sie zu allererst ihrer      auch den finden, der sich gerade in Süd-    orm steigern wird. Man kann heute
Passion, was sie gerne machen möch-         afrika befindet. Außerdem wird von          noch gar nicht einschätzen, was das al-
ten, folgen müssen. Wichtig ist, dass Sie   einem Executive Search Berater erwar-       les für uns bedeutet. Aber es ist sicher,
eine gewisse Breite in der Ausbildung       tet, dass er die Aufgabe analytisch ver-    dass diese Plattformen in kürzester Zeit
bekommen und sich nicht zu früh in          standen hat, um dann Leute zu finden,       nicht mehr vorrangig für Freizeitbe-
ihrem Berufsweg zu sehr einengen.           die diese Aufgabe erfüllen können.          lange genutzt werden, sondern dass es
                                                                                        eine Aufgliederung, eine Verfeinerung
Wann wird man von Ihnen entdeckt?           Wir nennen das Judgement - Beurtei-         geben wird.
                                            lungskraft. Eine Führungskraft möchte
Was macht junge Leute erfolgreich?          sich nicht mehr als drei bis fünf Leute     Es wird vermehrt ein sehr ausführ-
Vorrangig sind da Themen wie Leis-          anschauen, denn er hat nicht die Zeit       licher Lebenslauf nicht nur im mittle-
tungsfähigkeit und Engagement – aber        für zwanzig. Er möchte, dass alle von       ren Management, sondern bis hinauf
natürlich auch Glück! Das wird immer        diesen drei bis fünf Leuten in der Lage     zu den höchsten Führungskräften
dazugehören! Was Sie hingegen aktiv         sind, die Aufgabe zu machen, und letzt-     online abrufbar sein. Betrachten wir
steuern können, ist in ihren ersten Füh-    endlich menschliche Eigenschaften           noch einmal die Kompetenzen des
rungsaufgaben bei den Leuten, die Sie       bzw. Sympathie den Ausschlag geben.         Executive Search, die sich in die Teilbe-
geführt haben, den Eindruck zu hinter-                                                  reiche Identifizierung, Beurteilung und
lassen, dass es wertvoll war, mit Ihnen     Wie läuft ein Executive Search Prozess      schließlich in das Hineinbringen in die
zu arbeiten. Sie werden heute kaum          letztendlich ab?                            Position gliedern lassen.
in einem Unternehmen in die nächste
Position befördert, wenn Sie nicht von      Zuerst definieren wir das Profil für die    Der Bereich der Identifizierung verän-
der Akzeptanz und von der positiven         Rolle, die Sie suchen. Da geht es noch      dert sich in jedem Fall als erstes ganz
Reputation getragen werden. Es gibt         gar nicht darum, ein Netzwerker zu          dramatisch. Der Bereich der Beurtei-
keinen Prozess, der ohne Referenzna-        sein und Leute zu kennen. Es braucht        lung jedoch wird immer ein Spezialbe-
men stattfindet, ohne eine Befragung        die Fähigkeit zu analysieren, was die       reich sein! Das ist die Dienstleistung,
des Umfelds.                                Aufgaben dieser Rolle genau sind. Was       die unsere Branche anbietet. Egon
                                            macht jemanden in dieser Rolle er-          Zehnder als Firmengründer hat vor 40
Bekommen Sie auch klassische Bewer-         folgreich? Wo sind die Grenzen zu den       Jahren begonnen, diese Branche in Eu-
bungen?                                     Nachbarbereichen? Wie fließt die Kom-       ropa aufzubauen.
                                            munikation in diese Rolle ein? Dieser
Die Charakteristik unserer Brache ist       erste Teil ist reine Vorbereitungsarbeit.   Damals hatte er nur das Telefonbuch
eigentlich, dass wir uns bei Ihnen mel-     Erst danach beginnt der Prozess der ak-     von Zürich, um an Informationen
den. Und zwar dann, wenn Sie gewisse        tiven Suche mit Unterstützung von Re-       über Firmen zu kommen! Was ist in
Schritte in ihrem Berufsweg bereits ge-     searchern. Einen Teil der potenziellen      den letzten 40 Jahren passiert? Die
macht haben und in einer Führungspo-        Kandidaten können wir aus unserem           Möglichkeiten, um Leute zu finden,
sition sind, erfolgreich sind und Poten-    Netzwerk gewinnen, wenn man ein-            um Informationen zu bekommen, sind
zial aufweisen. Wenn Sie ein gewisses       schätzen kann, dass sie passen würden.      geradezu exponentiell gewachsen. Die


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Top-Thema

Visibilität ist heute überall. Die Beur-    Das ist eine sehr vielschichtige Evaluie-     und Familie zu vereinbaren. Und das
teilung ist aber in keinem Fall leichter    rung, die nicht nur nach Matrix erfolgt,      übt Druck auf Unternehmen aus. Wenn
geworden. Das Unternehmenskonzept           sondern sehr viel auch aus Wissen und         ein Unternehmen Frauen einstellen
des Executive Search ist somit nicht        Gefühl. Man kennt das Unternehmen             möchte, muss es eine gewisse Flexibi-
verloren gegangen.                          und bekommt ein Gefühl dafür, was             lität zur Verfügung stellen, sodass es
                                            passt. Grundwerte bzw. gewisse Dinge,         auch für Frauen, die Karriere machen
Gibt es gewisse Grundwerte, die Sie bei     die man nicht überschreiten darf, sind        möchten, interessant bleibt.
Topmanagern erkennen können? Gibt es        immer da. Wenn Sie heute in einer
diesen einen „Typ Mensch“ und welche        Führungsposition etwas getan haben,           Bemerken Sie etwas von diesem Interesse
Werte hat bzw. lebt er?                     das wirklich Schaden angerichtet hat,         seitens der Unternehmen, ein attraktiver
                                            bleibt das in einer Volkswirtschaft wie       Arbeitgeber für Frauen zu sein?
Sie tendieren am Anfang einer Bera-         Österreich nicht verborgen. Reputati-
terkarriere immer dazu, diesen einen        onsmanagement ist in allen Branchen           Das Interesse wächst stetig, und wir
Typus, der auf jede Position passt, zu      sehr wichtig.                                 spüren es vor allem in größeren Un-
finden. Das verfeinert sich mit der                                                       ternehmen. Denken Sie nur an die
Berufserfahrung. Mit dem Industrie-         Vor allem in einem kleinen Land wie Ös-       Risiken und an die Reputation! Ein
wissen lernen Sie auch, was die Unter-      terreich?                                     Unternehmen, das explizit keine Frau-
nehmenskultur der unterschiedlichen                                                       en einstellt, hat ein enorm hohes Dis-
Player prägt.                               Das hängt immer von der Vernetzung            kriminierungs- bzw. Reputationsrisiko.
                                            der Führungsleute ab. Grundsätzlich           Stellen Sie sich vor, man liest auf Face-
Dies gelingt nur, wenn Sie nicht aus-       bleibt in einer Branche nicht viel ver-       book oder Twitter „Herr xy hat gesagt,
schließlich Executive Search Berater        borgen, egal wie groß das Land ist.           dass…“! Eine schlechte Reputation ist
sind, sondern auch Begleiter und ver-                                                     auch dementsprechend schnell verbrei-
trauter Ratgeber der Führungskräfte         Sie haben in ihrem Vortrag auch das The-      tet. Aber natürlich dürfen wir uns der
in einem Unternehmen. Aus diesem            ma Frauen in Führungspositionen ange-         Realität nicht versperren, es gibt nach
engen Begleiten der Karrierewege von        sprochen. Woran liegt es, dass es so wenige   wie vor großteils Männer in Führungs-
Führungskräften erfahren wir sehr viel      Frauen in höheren Positionen gibt? Sehr       positionen. Wenn wir allerdings davon
über das Unternehmen selbst, deren          provokant formuliert: Streben einfach we-     ausgehen, dass Entwicklungen aus
Kultur und wer zum Unternehmen              niger Frauen als Männer eine Führungs-        Amerika nach einer gewissen Zeit zu
passt. Wir unterscheiden sehr genau,        position an?                                  uns kommen, dass wir uns händerin-
wer in die Unternehmenskultur passen                                                      gend um fähige Arbeitskräfte und Ma-
könnte, und suchen ganz gezielt Leute,      Das Thema ist so individuell, so wie          nager bemühen, dann wird es gar nicht
die hier entsprechen können.                wir hier am Tisch sitzen. Aus meiner          anders möglich sein, als die Frauen hier
                                            Sicht ist dies wirklich eine Frage der        gleichberechtigt mit einzubeziehen. Ich
Das heißt man orientiert sich an den Wer-   Generationen. Wenn ich überlege, wie          bin fest überzeugt, das ist eine Frage,
ten des Unternehmens?                       ich meine Töchter aufziehe, würde             die sich sehr schnell auswachsen wird.
                                            ich in der Ausbildung und in meinem
Die Frage nach Grundwerten ist ein          Wunsch für deren zukünftiges Le-              Gute Leute sind also rar?
sehr heikles Thema. Sie finden nun in       ben keine Sekunde einen Unterschied
einem multinationalen Umfeld sehr           zwischen Mann und Frau machen!                Ja, und zwar mit fünf Rufzeichen!
viele Nationalitäten. Werte wie fleißig,    Obwohl mein Vater auch schon so ge-           Betrachten Sie nur die Komplexität
anständig und pflichterfüllend sind für     handelt hat, kann ich mir vorstellen,         der Führungsaufgabe, wie viele un-
alle Mitarbeiter in diesem Unterneh-        dass es in seiner Generation noch viele       terschiedliche Fähigkeiten ein Mana-
men gleich vorgegeben. Die Werte in-        anders denkende Menschen gab, die             ger neben seiner fachlichen Kompe-
terkulturelle Offenheit und Neugierde       der Meinung waren, der Sohn solle stu-        tenz entwickeln muss, um in so einer
auf andere Kulturen hingegen werden         dieren, und die Tochter wird schon ir-        komplexen, von vielen Stakeholdern
Sie nicht in allen Österreichern gleich     gendetwas machen. Insofern bemerke            getriebenen Welt, ein Unternehmen
finden.                                     ich, dass sich in der Denkweise unserer       erfolgreich zu führen. Das ist ja auch
                                            Bevölkerung dramatisch etwas ändert.          nicht immer lustig. Es reicht nicht nur,
Jemanden, der sehr auf sein lokales                                                       die Kommunikationsfähigkeit, die
Umfeld fokussiert ist, der auch in sei-     Dabei spreche ich nur von unserem             analytische Fähigkeit, die Fähigkeit,
nem Studium kein interkulturelles In-       Kulturkreis, ich kann nicht über Ame-         strategisch zu denken, die Fähigkeit in
teresse gezeigt hat, den werde ich für      rika oder Asien urteilen. Die Gender-         einem Team zu arbeiten zu besitzen,
diese Position höchst wahrscheinlich        Frage ist ein Thema, das sich in einer        Sie müssen auch wirklich wollen.
nicht ansprechen. Hingegen jemand,          gewissen Art und Weise auswächst.
der schon während seines Studiums ein       Die Akademikerrate der Frauen steigt          Ich hab noch keine Führungskraft ge-
Austauschsemester z.B. in China oder        stetig, und eine Akademikerin möchte          funden, die nicht einmal auf diesem
Amerika war, an deren Universitäten         nicht unbedingt all das, was sie gelernt      Weg überdurchschnittlich belastet
studiert hat, den werde ich sehr wohl       hat, wofür sie sich eingesetzt hat, nicht     war und auf gewisse Dinge verzichten
ansprechen, weil ich denke, dass das        mehr ausleben dürfen. Die Frauen su-          musste. Sie können sich nun vorstel-
ein Umfeld in seinem Interesse wäre.        chen aktiv nach Möglichkeiten, Beruf          len, dass es nicht viele gibt, die können


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Top-Thema

                                                                  ein und tagaus zu          Zur Person:
                                                                  arbeiten. Das wird
                                                                  aber auch trans-           Dipl.-Ing. Lars Maydell, MBA,
                                                                  parent dargestellt         Berater, Egon Zehnder International
                                                                  und jeder weiß, was
                                                                  ihn z.B. bei einer         Ausbildung
                                                                  I nve s t m ent b a n k
                              Dipl.-Ing.                          erwartet. Insofern         1984 – 1993 Universität für Bodenkultur
                                                                  kommen wir zu-             in Wien - Schwerpunkt Siedlungswas-
                              Lars Maydell, MBA                   rück zu einer Ihrer        serbau
                              Berater, Egon Zehnder               ersten Fragen: Su-         1991 – 1992 Technische Universität
                              International                       chen Sie sich Ihren        Wien - Diplomarbeit für die VA TECH
                                                                  Arbeitgeber so aus,        Wabag AG
                                                                  dass er zu Ihnen           1992 – 1993 Université de Technologie
und wollen. Für ein Unternehmen ist         persönlich passt!                                de Compiègne - Erasmus Austausch-
es demnach überaus wichtig, sich als                                                         programm
attraktiver Arbeitgeber zu positionie-      Sind Sie selbst von einem Headhunter ge-         1997 – 1999 Rotterdam School of Ma-
ren, denn diese wenigen sehr guten          funden worden?                                   nagement - MBA and MBI
Führungskräfte können sich ihren Job
aussuchen. Diese Persönlichkeiten ge-       Für diesen Beruf bewirbt man sich eher           Berufliche Tätigkeit
hen dort hin, wo sie ihre Fähigkeiten       selten. Es gehört zu einem Vorteil die-
am besten einbringen können.                ser Brache, dass man viele Persönlich-           1994 – 1997 Kommunalkredit Austria
                                            keiten trifft.                                   AG - öffentliche Finanzierung - Projekt
Eine Top-Management Position ist sehr                                                        Controlling.
zeitintensiv. Lebt man als Top-Manager      Wir haben die Möglichkeit, den beruf-            Verantwortlich für den kaufmän-
für den Beruf?                              lichen Werdegang von Führungskräf-               nischen und technischen Due Dili-
                                            ten zu verfolgen und wenn wir denken,            gence
Ich bin fest davon überzeugt, es ist        dass jemand zu uns passt, diese Person           Prozess im Rahmen der Wasserwirt-
Aufgabe eines Unternehmens, diese           auch proaktiv anzusprechen.                      schaftsförderung des Bundes
Work-Life-Balance für ihre Mitarbeiter                                                       1999 – 2002 Arthur D. Little Internatio-
zu managen. Es gehört für mich zu der       Und so ist es auch bei Ihnen gewesen?            nal, Inc. - Management Consulting
sozialen Verantwortung eines Unter-                                                          Senior Manager in der Strategie  Cor-
nehmens. Viele Führungskräfte sagen         So war es auch bei mir. Ich habe mir die-        porate Finance Practice Group
mir, es ist eines ihrer ganz dringenden     sen Beruf vorher wenig vorstellen kön-           2003 – 2004 Berliner Beratungsdienste
Aufgaben Burnouts zu vermeiden und          nen. Man kannte die wesentlichen Fir-            GbR - Management Consulting
zu beurteilen, wie viel Belastung jeder     men und wusste so manches, aber eine             Abteilungsleiter “Wasser- und Abfall-
einzelne aushalten kann. Ebenso ist es      wirklich tiefe Vorstellung, was dieser           management” in Deutschland und Ös-
wichtig, auf die individuelle Lebens-       Beruf erfordert, was man dort macht,             terreich
situation eingehen zu können, wenn          was die Rolle in der Wirtschaft ist, das         seit 2004 Egon Zehnder International
jemand heiratet oder eine Scheidung         erfahren Sie erst dort, denn die Branche         GmbH - Management Consulting
durchläuft.                                 ist sehr diskret und ein stiller, effizienter,   - Weltweite Executive Search und Ma-
                                            und vertrauensvoller Dienstleister.              nagement Appraisal Projekte
Es gibt jedoch auch Unternehmens-           Herzlichen Dank für das Gespräch!                - Mitglied der globalen “Industry Practi-
felder, die mehr als 100%igen Einsatz                                                        ce Group” sowie Leitung der
verlangen. Dabei ist das Konzept sehr       Das Interview führten Frau Dipl.-Ing.            “Technology  Communication Practi-
einfach: „Get rich quick“. Dort werden      Elisabeth Plankenauer und Frau Dipl.-            ce Group” in Österreich
gute Leute gesucht, die bereit sind, tag-   Ing. Verena Manninger                            sowie in Zentral- und Osteuropa




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Top-Thema




Reinhard Haberfellner

Unternehmungsführung der Zukunft
Auch Konzepte der Unternehmungsführung sind der Mode und dem Zeitgeist ausgesetzt. Eine Zeit lang ha-
ben sie einen hohen Stellenwert, Theorie und Praxis zitieren bzw. berufen sich auf sie. Und eines Tages sind sie
„out“, nicht mehr aktuell. Ein neues, moderneres Konzept hat sie verdrängt. Wir sollten diese Aussage nicht
dahingehend interpretieren, dass wir uns um das Neue nicht zu kümmern brauchen, weil es ohnehin bald
überholt sein könnte. Wir sollten das Neue durchaus mit Interesse zur Kenntnis nehmen und neugierig dar-
aufhin prüfen, ob es interessante und brauchbare Einsichten ermöglicht. Und wenn es dies tut, sollten wir di-
ese Einsichten nutzbringend anwenden – ohne dass es nötig ist, die bewährten Konzepte über Bord zu werfen.




I  ch bin überzeugt davon, dass die
   Unternehmungsführung in der Zu-
kunft nicht total anders sein wird, wie
                                          aktuellen Management-Literatur verste-
                                          hen kann. Diese beeinflussen im Zuge
                                          der zunehmenden Professionalisierung
                                                                                      obigen Red Ocean-Situation - keine
                                                                                      fixen Größen sind, denen man sich
                                                                                      zu stellen hat. Dem Wettbewerb
jene in der Gegenwart und Vergangen-      sowohl die unternehmerische Praxis,         weicht man am besten dadurch aus,
heit. Die Herausforderungen bleiben       als auch die Lehrmeinungen. Diese Pa-       dass man einen neuen Markt schafft,
im Prinzip ja bestehen: Es wird weiter-   radigmen haben sich in der Vergangen-       also gewissermaßen in einen Blue-
hin einen großen Bedarf an unterneh-      heit geändert und sie werden sich ohne      Ocean geht. Die Repräsentanten
merisch denkenden und handelnden          Zweifel auch in Zukunft ändern. Dies        dieses Ansatzes sind zwei INSEAD-
Menschen geben. An Menschen, die          möchte ich schwerpunktsartig an vier,       Professoren W. Chan Kim und Re-
Ideen haben, was der Markt brauchen       in den letzten 25 Jahren besonders ein-     nee Mauborgne.
könnte, die das Bedürfnis verspüren,      flussreichen strategischen Paradigmen      Der Ressource Based View, bei dem
daraus etwas zu machen, die den Kun-      zeigen. Es sind:                            Unternehmungen als Reservoirs von
dennutzen als oberste Maxime der Ge-       Der sog. Market based view: Ausge-        Ressourcen betrachtet werden, die
schäftstätigkeit sehen und wissen, dass      hend von der Annahme, dass Markt         genutzt, clever eingesetzt und weiter
dann der Gewinn durch die Hintertür          und Konkurrenz existieren, lautet        entwickelt werden sollen. Vertreter
hereinkommt, die fähig sind, andere          die zentrale Frage: Wie müssen wir       dieses Ansatzes sind C. Pümpin, so-
Personen, Geld, Betriebsmittel, Koope-       uns verhalten, damit wir im Wettbe-      wie G. Hamel und C.K. Prahalad.
rationspartner etc. zu finden bzw. auf-      werb am besten bestehen können?         Der Agile Enterprise-Ansatz, der von
zutreiben, die nötig sind, um die Ideen      Die wichtigsten Vertreter dieses         der Voraussetzung ausgeht, dass nie-
und Absichten umzusetzen, die bereit         Ansatzes sind zwei US-Professoren:       mand weiß, was die Zukunft brin-
sind, ein Risiko einzugehen, u.v.a.m.        W.K. Hall und M. Porter.                 gen wird und die Unternehmungen
   Und es wird auch weiterhin sich än-     Der sog. Blue Ocean View, bei dem         deshalb agil, d.h. flexibel, anpas-
dernde Paradigmen geben, die man als         davon ausgegangen wird, dass Markt       sungsfähig und –willig in allen Be-
Weltbilder, als gängige Ideologien der       und Konkurrenz – im Gegensatz zur        reichen sein müßen. Vertreter dieses


20                                                                                                 WINGbusiness 2/2010
Top-Thema

  Ansatzes sind R. Dove und N. Pal          Weitere interessante Feststellungen von     sourcen Erfolgspositionen aufbauen
  D. C. Pantaleo.                            Hall im Hinblick auf die Problemfir-        konnten.

1. Der Market based view:

Diesen Ansatz hat W.K. Hall sehr
schön in seiner Untersuchung „Survi-
val strategies in a hostile environment“
beschrieben. Er hat 64 Firmen in 8 ver-
schiedenen Branchen untersucht und
festgestellt, dass es – trotz einer feind-
lichen Umwelt (gekennzeichnet durch
hartnäckige Stagnation, hohe Lohn-
und Lohnnebenkosten, einen Verdrän-
gungswettbewerb mit Importen aus
Billiglohnländern bzw. Ländern mit
höherer Produktivität u.a.m) – in jeder
dieser Branchen überdurchschnittlich
erfolgreiche Firmen gab, die sich her-
vorragend behaupten konnten, wäh-
rend ihre Konkurrenten von Krisen
geschüttelt wurden.
   Erfolgreiche Strategien, so stellte
Hall fest, hatten gemeinsame Charak-         men waren:                                 Diversifikation war keine erfolg-
teristiken: Die in den einzelnen Bran-        Alle Problemfirmen seines Untersu-         reiche Strategie: nur 3 von 64 konn-
chen jeweils Erfolgreichen (die „Klas-         chungssamples produzierten teuer,          ten diesen Weg einigermaßen erfolg-
senbesten“) waren ihren Konkurrenten           ohne sich im Produkt wesentlich            reich gehen. Der Beitrag, den eine
in irgendeiner Art voraus:                     von der Konkurrenz zu unterschei-          Diversifikation geliefert hat, war
 Entweder konnten sie ihren Kunden            den. Oft waren sie hins. der Qualität      einerseits gering und kam – insbes.
   Produkte mit höherem Kundennut-             sogar unterdurchschnittlich.               bei Problemfirmen - zu spät.
   zen und/oder besserem Service an-          Unfaire ausländische Konkurrenz            Der in der Management-Literatur
   bieten                                      und andere Wettbewerbsverzer-           bekannteste Vertreter des Market-ba-
 Oder sie hatten niedrigere Herstell-         rungen konnten zum endgültigen          sed View ist Michael Porter (Harvard
   kosten, die sie bei der Preisbildung        Untergang beitragen, waren für den      Business School):
   geltend machen konnten.                     Misserfolg aber nicht allein verant-       M. Porter hat den Ansatz von Hall
Hinsichtlich beider Aspekte führend            wortlich.                               um zwei Elemente erweitert, siehe
zu sein, ist kaum möglich und in der          Wesentlicher Grund war immer            Abb. 2.
Regel auch nicht nötig. Probleme ent-          auch eine falsche
standen immer dann, wenn eine füh-             strategische Positio-
rende Position weder im einen noch             nierung in früheren
im anderen Fall erreicht bzw. gehalten         Jahren: White Motors
werden konnte.                                 beispielsweise war in
                                               den 1960-er Jahren die
Konkret hatten die „Klassenbesten“ in          starke Nr. 2, investier-
der Nutzfahrzeugbranche (Abb. 1)               te aber unnötigerwei-
 entweder die niedrigsten Kosten              se in die Erhöhung der
   und Preise, verbunden mit einer ak-         Fertigungstiefe und
   zeptablen Qualität. Damit konnten           schaffte damit nur
   sie ihre Marktanteile erhöhen und           unausgelastete Kapa-
   ihre Marktposition stärken.                 zitäten. Chrysler war
 oder die höchste Produkt-/Service-           in den 1950-er Jahren
   Qualität (= Kundennutzen), verbun-          technologisch führend und hatte ei-      die Schwerpunktsbildung (Focus),
   den mit höheren, aber akzeptablen           nen Marktanteil von 25%.                  die zum Ausdruck bringt, dass die
   Kosten und einer Preispolitik, wel-        Der Heimmarkt wurde vernachläs-           Position des Qualitäts- bzw. des
   che die zum Halten der Position er-         sigt, man imitierte General Motors        Preisführers nicht auf den gesamten
   forderlichen Erträge ermöglichte.           wo es nur ging, expandierte durch         Markt einer Branche bezogen sein
Die Erfolgsposition bestand also darin,        Zukauf von Firmen nach Europa             muss. Sie ist auch in einem Markts-
hins. eines der o.g. Aspekte Qualität          (Sunbeam, Simca). Dies hat sich           segment sinnvoll anwendbar.
oder Kosten, ausgezeichnet und hins.           nicht gelohnt, weil weder Mutter-        „Stuck in the middle“ als unent-
des anderen nicht schlecht d.h. wenigs-        noch Tochtergesellschaften wegen          schlossene Mittelposition . Natürlich
tens durchschnittlich zu sein.                 insgesamt nicht ausreichender Res-        ist das keine Erfolgsposition und


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Top-Thema

     erfordert eine strategische Entschei-         und ist von den Cafes zusehends auch        2010 war zu lesen, dass es in der Kon-
     dung in Richtung mehr Kundennut-              in die Büros gewandert. Sobald man          zernzentrale in Vevey zunächst sogar
     zen oder deutliche Kostenvorteile.            sich daran gewöhnt hatte, mehrmals          verboten war, Nespresso zu konsu-
                                                   täglich einen Espresso zu trinken, war      mieren, weil die mächtigen Vertreter
2. Blue Ocean View                                 es natürlich nahe liegend, diese Mög-       von Nescafe (löslicher Pulverkaffee)
                                                   lichkeit auch zu Hause haben zu wol-        die Kannibalisierung ihres Produktes
Dieser Ansatz soll darauf hinweisen,               len. Eine Espresso-Maschine, wie sie        fürchteten.
dass man nicht um jeden Preis im „Ro-              vielleicht im Büro angemessen war,             Die anzusprechende Zielgruppe hat
ten Ozean“ bleiben sollte, der evtl. vom           war dafür aber nicht gut geeignet: sie      Nestle offensichtlich selbst nicht sofort
Wettbewerb schon „blutgetränkt“ ist.               ist teuer in der Anschaffung und wenn       erkannt bzw. nicht wirkungsvoll adres-
Vielmehr sollte man versuchen, dem                 der Verbrauch zu Hause nur gering ist,      siert. Vielleicht war die Zielgruppe zum
Wettbewerb auszuweichen und im                     leidet das Kaffee-Aroma darunter. Die       Zeitpunkt der Entwicklung der Kap-
„Blue Ocean“ einen neuen Markt zu                  kleinen italienischen Espresso-Kocher       seln auch noch nicht so gut sichtbar,
schaffen, auf dem es (noch) keinen oder            bzw. -Kannen (früher meist aus Alu-         wie heute. Man hat dies aber später,
nur wenig Wettbewerb gibt.                         minium und 6-eckig) hatten zusätzlich       in einem gezielten zweiten Schuss sehr
   Dieser Ansatz wird von W. Chan                  noch den Nachteil, dass die Befüllung       wirkungsvoll nachgeholt: ein perfektes
Kim and R. Mauborgne vom INSEAD/                   mit Wasser und Kaffee, der Schraubvor-      Marketing mit George Clooney unter-
Fontainebleau propagiert. Als Erfolgs-             gang, das Erhitzen auf der Herdplatte,      stützt den leicht zu argumentierenden
Beispiele werden genannt:                          das Reinigen etc. umständlich waren.        Kundennutzen wirkungsvoll.
 Der Cirque du Soleil, der mit einem                  Damit wäre die Zielkundschaft ei-
   künstlerisch-ästhetisch orientierten            gentlich klar zu definieren: jemand,        3. Resource Based View
   Programm der Konkurrenz der                     der/die auch zu Hause oder in einem
   großen Zirkusse aus dem Weg geht.               kleinen Büro einen guten (d.h. frisch       Die Vertreter dieses Ansatzes (z.B. C.
   Es gibt weder teure Stars, noch Tier-           schmeckenden)          Espresso    haben    Pümpin, Hamel und Prahalad) emp-
   Dressur, auch keine gefährlichen                möchte. Der Preis des Kaffees (Kilo-        fehlen, eine Unternehmung gewisser-
   Akrobatik-Nummern. Stattdessen                  preis) ist - wegen des insgesamt geringen   maßen als ein Reservoir von Ressour-
   wird Wert auf Musik, Tanz, ästhe-               Verbrauchs – meist kein bedeutendes         cen zu betrachten, das clever eingesetzt
   tische Bewegungen etc. gelegt. Das              Argument: die Tasse Espresso braucht        und strategisch weiter entwickelt wer-
   Konzept scheint sehr erfolgreich zu             nicht vom Preis für ½ Kilo Kaffee her-      den soll.
   sein.                                           untergerechnet werden, man vergleicht          C. Pümpin definiert sein Konzept
 Der ungarische Bus-Hersteller NABI,              ihn eher mit dem Preis einer Tasse im       über den Begriff der Strategischen Er-
   der in den USA in das harte Geschäft            Kaffeehaus.                                 folgsposition (SEP), die er beschreibt
   der kommunalen Schulbusse ein-
   gestiegen ist. Die Konkurrenz war
   geprägt von harten Preisverhand-
   lungen (Billigstbieter-Prinzip), mit
   der Konsequenz der unterlassenen
   technischen       Weiterentwicklung,
   eines altmodischen und auch un-
   praktischen Designs, hohen Unter-
   halts- und Reparaturkosten. NABI
   setzte auf modernes Design, mehr
   Sitzplätze, bequemeres und schnel-
   leres Ein- und Aussteigen, Fiberglas-
   Karosserien, die leicht im Gewicht
   und leichter zu reparieren sind, etc.
   Obwohl NABI im Anschaffungspreis
   leicht über der US-Konkurrenz lag,
   konnte man bei den Lebenszyklus-
   kosten (12 Jahre) deutliche Vorteile
   nachweisen. NABI soll in diesem                    Die Produktidee, Espresso in Porti-      als: Wichtige und dominierende Fähig-
   Marktsegment in kurzer Zeit einen               onen-Kapseln zu verpacken, soll Nestle      keiten bzw. Voraussetzungen, die in ei-
   Marktanteil von 20% erreicht haben.             schon vor mehr als 20 Jahren gehabt         ner Unternehmung bewusst aufgebaut
   Als besonders pfiffiges und uns allen           und auch realisiert haben. Allerdings       wurden und es ihr erlauben, langfristig
geläufiges Beispiel für eine Blue Ocean-           wurden Espresso-Maschinen und Kaf-          im Vergleich zur Konkurrenz über-
Strategie halte ich den Erfolg von Nes-            feekapseln über verschiedene Kanäle
presso .                                          vertrieben: Maschinen erhielt man im         Die Clooney-Botschaft beschränkt sich auf die
   Espresso wurde in den letzten Jah-              Elektrohandel, die Kapseln im Super-        „hervorragende Qualität“ und zeigt auf amüsante
                                                                                               Art, wie schöne junge Frauen George Clooney
ren immer stärker zum „in“-Getränk                 markt. In einem Interview mit dem
                                                                                               die letzte Kapsel abluchsen und dass sogar Petrus
 Die Idee, Nespresso mit dem Blue Ocean Kon-      Nestle-Chef P. Brabeck-Letmathe in          ein Nespresso-Fan ist. Die Botschaft, dass man
zept zu verbinden, verdanke ich einer Kaffeepau-   der Zeitung „Die Presse“ vom 30. März       das auch zu Hause für wenig Geld haben kann,
sen-Diskussion an unserem Institut.                                                            wird über andere Kanäle vermittelt.


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Top-Thema

durchschnittliche Ergebnisse zu erzie-       mittel- bis
len.                                         langfristi-
   Die Grundidee des SEP-Konzepts ist        ge Angele-
aus Abb. 3 ersichtlich:                      genheit.
   Alle Aktivitäten in den verschie-        Der Nut-
denen Funktionsbereichen sollen auf          zen von
eine sorgfältig zu definierende SEP          SEPs än-
ausgerichtet sein. SEP’s können un-          dert sich
terschiedlicher Art sein, es kann sich       im Zeitab-
um produktbezogene, marktbezogene            lauf (Kon-
und/oder funktionale SEP’s handeln.          kurrenten
   Als Beispiel seien produktbezogene        lernen,
SEP’s beschrieben. Sie können darin          imitieren;
bestehen, dass                               M a r k t
 die Firma imstande ist, rasch be-          und /oder
   dürfnisgerechte      Marktleistungen      Technolo-
   anzubieten, also Kundenbedürf-            gien verändern sich).                      Kernprodukte sind eine Vielzahl
   nisse überdurchschnittlich gut und       Zwischen     Unternehmungskultur            von optischen Präzisionsgeräten und
   schnell in verkaufsfähige Produkte        und SEP besteht ein Zusammen-               Baugruppen, welche diese Kernkom-
   umsetzen kann, über das entspre-          hang.                                       petenzen in ihrer Kombination be-
   chende Personal, geeignete Maschi-       SEPs müssen gelebt werden. Es ge-           anspruchen und beinhalten.
   nen und Anlagen, Vertriebskanäle          nügt nicht, nur davon zu sprechen.         Endprodukte sind die uns allen be-
   etc. verfügt                                                                          kannte Fotoapparate und Videoge-
 Die SEP kann technologiebezogen          In die gleiche Richtung zielt der in der      räte, Fotokopierer, Faxgeräte, Dru-
   sein und z.B. in der überdurch-         Management-Literatur interessanter-           cker, aber auch Justiergeräte für die
   schnittlichen Beherrschung be-          weise viel stärker beachtete Kernkom-         Chipproduktion u.a.
   stimmter Technologien bzw. Verfah-      petenz-Ansatz von G. Hamel und C.K.
   ren bestehen (z.B. Kombination von      Prahalad:                                   4. Agile Enterprise View
   analogen und digitalen Chips)            Kernfähigkeiten einer Unterneh-
 Sie kann auch werkstoffbezogen sein         mung bestehen in der überragenden        Der letzte hier beschriebene Ansatz
   i.S. einer überdurchschnittlichen Fä-      Beherrschung von Schlüssel-Ge-           geht von der Dynamik der Umwelt,
   higkeit, bestimmte Werkstoffe her-         schäftsprozessen bezüglich der am        der Märkte, der Technologien, der Ge-
   zustellen, zu verwenden bzw. zu be-        Markt entscheidenden Leistungsgrö-       sellschaft und den damit verbundenen
   und verarbeiten (z.B. Schweißen von        ßen wie Qualität, Kundennutzen,          unsicheren Erwartungen für die Zu-
   hochwertigen Stählen, Schmieden            Innovationsgrad, Geschwindigkeit,        kunft aus. Da niemand weiß, wie die
   von sehr großen Werkstücken etc.)          Geschäfts-Präzision, Kosten oder         weitere Entwicklung sein wird, ist ein
                                              Service-Grad. Dies im Sinne von          möglichst hohes Maß an Agilität, Fle-
C. Pümpin hat für sein Konzept ein paar       „prozessualem Können“                    xibilität, Bereitschaft und Fähigkeit zur
Leitsätze formuliert:                       sowie in der gezielten Anstrengung        Anpassung nötig und angebracht. Ty-
                                              in Richtung unternehmerische Ziele       pische Vertreter dieses Ansatzes sind R.
 Das Vorhandensein von SEPs be-              als „motivationales Wollen“              Dove, sowie N. Pal  D. C. Pantaleo.
  stimmt den Unternehmungserfolg.
 SEPs werden durch die Zuordnung          Der Nutzen von Kernfähigkeiten be-             Das Agile Wettbewerbsmodell von
  von Ressourcen aufgebaut (Geld,          steht darin, dass diese den Zugang zum      R. Dove (Abb. 5) kann wie folgt inter-
  Management-Auf merk samkeit,             Kunden öffnen, Wettbewerbsvorteile          pretiert werden: neues Wissen entsteht,
  Zeit!).                                  schaffen und Schutz bieten vor (ra-         ob wir das wollen oder nicht. Wettbe-
 Die Ressourcen, die einer bestimm-       scher) Imitation.                           werber und Kunden werden davon Ge-
  ten SEP zugeordnet werden, müssen                                                    brauch machen, wenn sie meinen, dass
  anderen SEPs vorenthalten werden.        Das Konzept wird in Form eines Baums        es für sie nützlich ist. Die Herausforde-
  Die Anzahl aufbaubarer SEPs ist da-      dargestellt, siehe Abb. 4: Der Stamm        rung besteht darin, in diesem Wettbe-
  durch begrenzt.                          stellt die Kernkompetenzen dar, die
                                           Äste repräsentieren die Kernprodukte
 Die Erhaltung einer SEP erfordert        und an den Zweigen hängen die End-
  laufende Pflege und Ressourcenzu-        produkte.
  teilung.
 Starke SEPs können nur aufgebaut         Als Beispiel sei die Firma Canon genannt:
  werden, wenn alle Unternehmens-
  bereiche konzentriert auf dieses Ziel     Kernkompetenzen liegen in 4 Berei-
  hinarbeiten.                               chen: in der Beherrschung von Op-
 Der Aufbau einer SEP ist nicht kurz-       tik, Feinmechanik, Mikroprozessor-
  fristig möglich, sondern ist eine          steuerung und Bildverarbeitung.


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Top-Thema

werb durch entsprechende Agilität die              Finanzen: Solide Finanzbasis, die        Stärken und Schwächen, die Aktivi-
Nase vorne zu behalten:                            es ermöglicht, neue Möglichkeiten        täten der Wettbewerber, u.a. nicht re-
 Eine agile Unternehmung agiert und                rasch zu nutzen                          alistisch eingeschätzt hat, weil sich in-
  reagiert schnell, ist anpassungsfähig            Management, Strategie: Waches,           tern kein Zugpferd gefunden hat bzw.
  und robust.                                       aufmerksames, interessiertes Ma-         zu finden war, das sich dieser Aktivität
 Sie kann sich schnell auf unerwar-                nagement. Verankerung von Agili-         angenommen hätte u.v.a.m. Anderer-
  tete, nicht vorhergesehene Verände-               tät in der Kultur durch Vorbildwir-      seits ergeben sich aber Möglichkeiten
  rungen, Geschehnisse, Marktchan-                  kung, Anerkennung und Förderung          und Chancen, an die man nie gedacht
  cen, Kundenbedürfnisse einstellen.                erwünschter Verhaltensweisen             hat, die aber in Kombination mit dem
 Sie weist Prozesse und Strukturen                                                          planmäßig realisierten Anteil der Stra-
  auf, welche schnelle Reaktion, Ge-                 Agilität darf und soll aber nicht ab-   tegie viel Sinn geben.
  schwindigkeit, Anpassungsfähigkeit,             solute Beliebigkeit in dem Sinn bedeu-        Für den anhaltenden Erfolg einer
  Robustheit, schnelle Koordination,              ten, dass hektisch (und aus einer Situa-   Unternehmung ist es wichtig, dass die
  gemeinsame konzertierte Aktionen                tion der Schwäche) auf jeden beliebigen    Entwicklungen außerhalb und inner-
  in einem Ausmaß ermöglichen, das                externen Impuls sofort reagiert wird.      halb der Unternehmung aufmerksam
  mit herkömmlichen Praktiken nicht               Dadurch steigt i.d.R. die Komplexität,     beobachtet, miteinander besprochen
  erreicht werden kann.                           was wiederum die Effizienz und Effek-      und richtig beurteilt werden. Und vor
                                                  tivität beeinträchtigt. Gerade Firmen,     allem, dass in der Folge entschlossen
Diese Eigenschaften ergeben sich nicht            die einen hohen Kundennutzen ihrer         und gemeinsam gehandelt wird.
von selbst, vor allem in größeren Un-             Produkte anführen können, die über
ternehmungen muss die Fähigkeit zur               wichtige und starke Kernkompetenzen        5. Schlussfolgerungen:
Agilität bewusst gestaltet werden. Sie            verfügen, werden ihre Agilität gelas-
soll auch nicht auf einzelne Funkti-              sener einsetzen und
onsbereiche einer Unternehmung be-                einen      ruhigeren
schränkt bleiben, sondern möglichst               Kurs fahren kön-
alle Unternehmungsbereiche umfas-                 nen.
sen:                                                 Agilität     muss
 Konstruktion, Produktgestaltung,                eine gekonnte Mi-
   Architektur: modularer Produktauf-             schung sein aus
   bau: Mehrfachverwendbarkeit von                Vorbereitung      auf
   Moduln, Baukastenprinzip, gleiches             Veränderungen, ge-
   Funktionsprinzip auf verschiedene              danklicher Vorweg-
   Anwendungen übertragbar, u.a.m.                nahme       künftiger
 Verkauf, Vertrieb: sensible und intel-          Ent w ick lungen,
   ligente Wahrnehmung von Markt-                 Planung von Szena-
   und Wettbewerbssituationen, in-                rien und Maßnah-
   teressante Kunden-Wünsche rasch                men und der Bereit-
   erkennen, verstehen, beurteilen,               schaft zum raschen
   intern kommunizieren, in Produkte              Handeln,       wenn
   umsetzen                                       diese vorgedachte
 Logistik: Beschaffbarkeit von Aus-              Ent wick lungen
   gangsmaterialien und Produkt-                  nicht oder nicht ganz so eintreffen, wie      Die hier vorgestellten Konzepte
   komponenten schnell, in den erfor-             geplant. Sie muss damit die Fähigkeit      der Unternehmungsführung sollen
   derlichen Mengen und Qualitäten.               und Bereitschaft zu sinnvollem und ko-     nicht als Gegensätze oder feindliche
   Hohe Variabilität der Mengen nach              ordiniertem Handeln umfassen, wenn         „Schulen“ betrachtet werden, die sich
   oben und unten, effiziente Koopera-            eine Veränderung völlig unvorbereitet      gegenseitig bekämpfen. Es handelt
   tion etc.                                      eintrifft.                                 sich vielmehr um Sichtweisen, die zu
 Produktion: Rasche Herstellung                     Das in Abb. 6 gezeigte Modell der       einem bestimmten Zeitpunkt aktuell
   und/oder Montage, rasche Umstel-               Entwicklung einer Strategie im Zeitab-     sind oder waren und von der Praxis als
   lung/Anpassung der Kapazitäten                 lauf bringt die Idee der Agilität schön    wichtig angenommen wurden. Und auf
   an den Bedarf, Veränderungen des               zum Ausdruck, obwohl H. Mintzberg          keinen Fall sind es Erfolgsrezepte, aus
   Bedarfs nach oben und unten leicht             den Begriff Agilität gar nicht verwen-     denen man unmittelbar und zwingend
   verkraften, Produktion immer nahe              det: Eine Strategie wird geplant, auf      richtige strategische Verhaltensweisen
   dem kostengünstigsten Bereich, etc.            Basis des Wissens, das zu diesem Zeit-     ableiten könnte. Sie sollten vielmehr
 Personal: Qualifiziertes Personal, Be-          punkt vorhanden ist. Ein Teil dieser       als Denkhilfen gesehen werden, die
   reitschaft, etwas Neues zu machen,             Strategie wird niemals realisiert, aus     helfen, die Logik des eigenen Geschäfts
   keine Scheu vor Veränderungen, ge-             welchen Gründen auch immer: weil           selbst zu entdecken.
   meinsame Lernplattformen. Koope-               man eine Chance zu optimistisch ein-          Am Beispiel Nespresso kann m.E.
   ration hat hohen Wert                          geschätzt hat, weil man die benötigte      schön gezeigt werden, dass jedes der
 Source: Paul T. Kidd, http://www.cheshirehen-   Technologie nicht beherrscht, den Zeit-    Modelle anwendbar ist und wichtige
bury.com/agility/two definitions.html, Zugriff    punkt ihrer Wirksamkeit, seine eigenen     Einsichten liefern kann:
10.5.2010


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Top-Thema

 Aus der Sicht des Marked-based View        feemärkten, exzellente Marketingfä-               Strategischer Erfolgspositionen; Bern, Stuttg-
  ist Nespresso sicherlich zunächst          higkeiten, Attraktivität für Partner,            art: Haupt 1982
  als „Stuck in the Middle“-Position         wie es die Hersteller von Kaffeema-
  anzusehen (Abb. 2). Das Marktseg-          schinen sind etc. Die Bedeutung von              9. Suter, A. u.a.: Vorlesungsunterlagen TU
  ment Kleinverbraucher wurde nicht          Kernkompetenzen wird einsichtig,                 Graz
  erkannt bzw. nicht wirkungsvoll be-        wenn wir überlegen, ob Sie oder ich
  arbeitet. Durch die getrennten Ver-        mit der Nespresso-Idee auch imstan-              Autor:
  kaufskanäle für Kaffeekapseln und          de gewesen wären, einen ähnlichen
  Maschinen war der Zugang zum               Erfolg wie Nestle zu erzielen. Ich               Reinhard Haberfellner, o.Univ.-Prof. Dipl.-Ing.,
  Kunden erschwert. Die Kapseln              denke, nein.                                     Dr.sc.techn., Jahrgang 1942,
  wurden hins. ihres Kaffeeinhalts in       Aber auch das Agilitätsmodell ist                1960 - 65 Studium Maschinenbau und Wirt-
  Gramm beurteilt und natürlich als          zur Erklärung geeignet, insbes. die              schaftsingenieurwesen an den Technischen
  zu teuer empfunden. Die Wende zu           Fähigkeit, rasch und massiv die                  Hochschulen Wien und Graz. Dipl.-Ing. TH-
  einer Erfolgsposition kam mit der          Richtung zu ändern, sobald man die               Graz, Dr. sc. techn. der ETH-Zürich.
  Fokussierung auf das Marktsegment          Chance und das bisher unzweckmä-
  „Kleinverbraucher“ in dem das Pro-         ßige Verhalten erkannt hat.                      1966 - 79 Unternehmensberater am BWI (Be-
  dukt ganz offensichtlich einen über-                                                        triebswissenschaftliches Institut) der ETH.
  durchschnittlichen Kundennutzen          Literatur:
  liefert, der gewisse Nachteile leicht                                                       1979 - 94 o.Univ.-Prof. für Unternehmungs-
  überkompensieren kann.                   1. Chan Kim, W. und Mauborgne, R.: Der blaue       führung und Organisation an der TU-Graz.
 Nespresso kann außerdem als              Ozean als Strategie. Wie man neue Märkte           Lehr- und Forschungsschwerpunkte: Unterneh-
  eine Blue-Ocean-Strategie gese-          schafft, wo es keine Konkurrenz gibt. Hanser,      mungsführung, Organisation, Strategie, Systems
  hen werden: Das Marktsegment             2005                                               Engineering, Projekt-Management, Prozess-Ma-
  Kleinverbraucher war ziemlich un-                                                           nagement, Unternehmensgründung.
  bedeutend, weder professionelle Es-      2. Dove, R.: Response Ability. The
  pressomaschinen noch die kleinen         Language, Structure and Culture of the Agile En-   1984 - 86 Dekan der Fakultät für Maschinenbau,
  Espressokocher konnten einen aus-        terprise. John Wiley  Sons, 2001                  1987 - 89 Rektor der TU-Graz. 1995 bis 1999 ka-
  reichenden Kundennutzen liefern.                                                            renziert und Vorstandsvorsitzender der STYRIA
  Der Markt der „zu Hause noch nicht       3. Hall W. K.: Survival Strategies in a            Medien AG.
  Espresso-Trinker“ war der Fokus,         Hostile Environment. Harvard Business Review,      1999 Sabbatical, USA (Stanford, MIT-Sloan, Har-
  oder sollte es sein. Nespresso brachte   vol. 58 (1980), pp. 75-87
  hohe Qualität des Espresso, auch bei
  geringem Verbrauch und einfache          4. Hamel, G. and Pra-
  Bedienung. Nestle hat den „blue          halad C. K.: Competing
  ocean“ aber offensichtlich zunächst      for the Future. Bos-
  nicht erkannt und deshalb nicht ge-      ton, Harvard Business                                       O.Univ.-Prof.
  konnt adressiert. Erst mit dieser Ein-   School Press 1997, 2. ed.
  sicht konnte – mit entsprechender
                                                                                                       Dipl.-Ing. Dr.techn.
  Agilität - der Erfolgsweg beschritten    5. Mintzberg, H.: Craf-
  werden.                                  ting Strategy. Harvard
                                                                                                       Reinhard Haberfellner
 Nespresso kann aber auch mit dem         Business Review, Vol.                                       Inst. f. Unternehmensfüh-
  Ressource Based View beschrieben         65. (1987) Nr. 4, S. 66-75                                  rung u. Organisation TU
  werden: Zunächst war es nicht ge-                                                                    Graz
  lungen, eine starke SEP aufzubau-        6. Pal, N. and Pantaleo,
  en (Verkauf/Marketing haben nicht        D. C.: The Agile Enter-
  sofort auf die richtige SEP gesetzt).    prise. Reinventing Your Organization for Suc-      vard Business School, Kelloggs). Ab 2000 zurück
  Kernkompetenzen von Nestle konn-         cess in an on                                      an der TU-Graz.
  ten genutzt werden und haben den         Demand World. Springer, Berlin 2005
  Erfolg herbeigeführt: starke Etab-                                                          5 Buch- und ca. 50 Zeitschriften-Veröffentli-
  lierung im Kaffeegeschäft, das In-       7. Porter, M.: Competitive Strategy. New York:     chungen.
  teresse an und die Fähigkeit zur         The Free Press 1980
  Technologieentwicklung (Kapseln),                                                           Mitglied verschiedener Aufsichtsrats- bzw. Bei-
  Zugang zu – auch exotischen – Kaf-       8. Pümpin, C.: Management                          rats-Gremien.




WINGbusiness 2/2010                                                                                                                        25
Top-Thema




Interview

Informationstechnologien/-systeme der Zukunft
Ein Gespräch mit Ing. Rudolf Kemler, Generaldirektor von Hewlett-Packard
Österreich, am Kongress der Wirtschaftsingenieure
Wir befinden uns inmitten einer Revolution, die mit dem Internet begonnen hat und die uns in eine Zukunft
der Informationen und Erfahrungen bringen wird, die weit jenseits dessen liegt, was wir bisher erreicht und ge-
sehen haben. Vom Gesundheits- und Bildungswesen bis hin zu Energie- und Umweltfragen benötigen wir mutige
neue Ansätze und Lösungen. Technologie spielt dabei eine Schlüsselrolle. Sie ermöglicht es, Ideen in die Wirk-
lichkeit umzusetzen, Informationen zu schaffen, zu teilen und darauf basierend bessere und schnellere Entschei-
dungen denn je zu treffen. Daraus entstehen bisher ungekannte Möglichkeiten für Innovation und Wachstum.
Der Vortrag von Herrn Kemler im Rahmen des WING-Kongresses umfasste verschiedene Ein-
satzszenarien und Entwicklungsfelder und gab einen Überblick über aktuelle Forschungspro-
jekte aus den HP Labs, den Entwicklungszentren des weltweit größten Technologieunternehmens:
Aufbau       intelligenter     Infrastrukturen        am     Beispiel    von     CeNSE      (Central  Nervous     Sys-
tem for the Earth), einem IT Ecosystem aus Sensoren, das in Echtzeit eine riesige Men-
ge an Informationen über Bauwerke wie Brücken, Straßen etc. aufspürt, sammelt und auswertet.
IT und Nachhaltigkeit: Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) können das Rückgrat einer energieef-
fizienten und CO2-reduzierten Wirtschaft bilden. Der Beitrag, den sie im Zusammenhang mit Klimaschutz und Ener-
gieeffizienz zu leisten imstande sind, ist erheblich. Neben der laufenden Verringerung der CO2-Emmissionen kann IT mit
ihrer Innovationskraft wesentlich dazu beigetragen, wirtschaftliche Lösungen für die übrigen 98 Prozent anzubieten.
Information Management: Ziel der Forschungsprojekte in diesem Bereich ist, die riesige und jährlich wachsende
Flut an Informationen in einem Unternehmen in unmittelbar nutzbare Entscheidungsgrundlagen zu verwandeln.




Wie wird die IT in Zukunft Ihr Leben be-   Ich bin jemand, der die Dinge, die wir   elektronisch – und das seit sehr langer
einflussen?                                am Markt transportieren auch selbst      Zeit. Ich habe es mir abgewöhnt, Din-
                                           ausprobiert und bin daher eng verbun-    ge auch persönlich zu archivieren, die
Die Interaktion mit Informationstech-      den mit allen Möglichkeiten, die mir     ich digital wiederbekommen oder auf-
nologien ist für mich eine seit Jahren     heute Software und Hardware bieten.      bewahren kann. Das versuche ich auch
steigende.                                                                          meinen Kindern entsprechend zu ver-
                                           Ich führe meine private Korrespon-       mitteln. Abgesehen von meiner alten
                                           denz, die Datenhaltung, Kalender etc.    analogen Schallplattensammlung und


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dem Plattenspieler sind alle anderen        Produkt. In der nächsten Stufe begin-        so wäre das eine bedeutende Verbesse-
Daten bei mir digitalisiert.                nen Technologien nun zusammen zu             rung.
                                            wachsen: Mobiltelefone, bei denen zu-
Welche Bedeutung wird die IT in Zukunft     sätzliche Komponenten wie beispiels-         Inwieweit sehen Sie die Verantwortung für
generell haben?                             weise automatische Updates verfügbar         HP in diesem Bereich etwas zu tun?
                                            sind und gleichzeitig alles mit einem
Eine weiter steigende. Da sind meiner       Server synchronisiert ist.                   HP setzt sich intensiv mit dem The-
Meinung nach keine Limits gesetzt.                                                       ma Sustainability auseinander. Unsere
Wir sind in der IT über die ganz großen     Das heißt also, es gibt einen Trend hin      Forschungsausgaben gehen sehr stark
Grundlagenthemen hinaus. Man wird           zu Lifestyle und Vereinfachung des           in diese Richtung. Die Finanzierung
sich in Zukunft mit Verfeinerungen          Handling. Man hat von überall Zugriff        einer Organisation wie der HP Labs ist
auseinander setzen, die sehr stark mit      auf benötigte Informationen – man ist        bewusst gelebte Innovation, um auf der
dem Angebot und dem dahinter ste-           quasi „always on“. In dieser Stufe leben     einen Seite „corporate social responsi-
henden Inhalt verbunden sind. Das           wir – diese Dinge sind heute bereits für     bility“ zu leben – aber natürlich auch,
Internet wird auf jeden Fall auch in        jeden selbstverständlich.                    um daraus wirtschaftlichen Nutzen zu
Zukunft eine ganz wesentliche Rolle                                                      ziehen. Diese Dinge gehen miteinander
spielen.                                    Was sehen Sie in der IT noch auf uns zu-     einher.
                                            kommen? Wo werden noch große Innova-
Heute gibt es Applikationen am Mobil-       tionssprünge gemacht?                        Mir hat mal ein alternativer Denker
telefon, die mir dabei helfen, als nicht                                                 in einer Diskussion vorgeworfen, dass
regelmäßiger Nutzer der öffentlichen        Die Themenkreise, die HP in den HP           wir das alles nur tun, um damit wie-
Verkehrsmittel in Wien von Punkt A          Labs transportiert, das sind die Punkte,     der Geschäft zu machen. Was natür-
nach Punkt B zu gelangen. Man ruft          wo in Zukunft noch viel passieren            lich stimmt – allerdings ließe sich auf
einfach die Applikation auf, gibt an,       wird. (Anmerkung der Redaktion:              anderen Gebieten, wo man auf diese
dass man zu einer bestimmten Uhrzeit        CeNSE – ein zentrales Nervensystem           Themen keine Rücksicht nimmt, viel
an einem Punkt sein möchte und der          für die Welt; Intelligent Infrastructure -   schnelleres Geld machen. Aber das
Rest wird von der Applikation erledigt.     Entwicklung intelligenter und sicherer       muss natürlich Hand in Hand gehen
Damit gewinnt man Zeit, die man frü-        Geräte, Netzwerke und skalierbarer           – sonst wären wir eine Wohltätigkeits-
her darauf verwenden musste, um die         Architekturen, die sich miteinander          organisation. Als marktorientiertes
Informationen zusammen zu tragen.           verbinden lassen; Wynyard – ein Re-          Unternehmen kann man solche Dinge
Wir sind da also schon einen Schritt        chenzentrum das von der Nordsee-             nur versuchen zu verbinden. Aber eben
weiter und solche Dinge werden in           luft gekühlt wird; HP Halo und HP            sehr gut zu verbinden und genau das
Zukunft immer mehr benutzt werden,          SkyRoom – virtuelle Konferenzräume           tun wir auch.
um uns das Leben so einfach wie mög-        entwickelt von HP; etc.) In vielen Be-
lich zu machen.                             reichen geht es um Umweltfragen wie          Ich möchte mal ein Beispiel nennen:
                                            den CO2 Footprint, aber auch um Si-          Wir haben in Österreich für mehrere
Wird man sich die IT noch aus dem nor-      cherheit.                                    Großkunden die Rechenzentren ana-
malen Leben wegdenken können?                                                            lysiert. Ohne am Maschinenpark etwas
                                            Die IT-Branche ist für rund 2% der welt-     verändert zu haben, sprich ohne An-
Das kann ich mir nicht mehr vorstel-        weiten CO2-Emmissionen verantwortlich.       schaffung neuer Hardware, sondern
len – beim besten Willen nicht. Ich         Kann denn die IT auch auf die verblei-       rein durch Einstellungen, durch Positi-
sehe das schon in der eigenen Familie:      benden 98% Einfluss nehmen?                  onierung der Geräte, Justierungen von
selbst jene Generation, die jetzt etwa 80                                                Klimaanlagen, etc. haben wir dort im
Jahre alt ist. Selbst hier gibt es Berüh-   Der Wettbewerb läuft. Die EU und             Normalfall den Energiebedarf um 20-
rungspunkte mit der IT. Natürlich gibt      auch die Weltpolitik haben verstanden,       25% gesenkt.
es in dieser Generation auch Personen,      dass das ein Problemthema ist. Der
die noch Berührungsängste mit der IT        CO2-Fußabdruck ist ein absolut re-           Das heißt in der Realität natürlich, dass
haben – für jene Generationen, die mit      ales Thema. Wenn es uns gelingt, den         auch die Kosten für diesen Bedarf ge-
diesen Themen aufgewachsen sind, ist        CO2-Output zu reduzieren, weil man           senkt wurden. Das ist wie gefundenes
die Nutzung jedoch selbstverständlich.      zum Beispiel die Produktionstechnik          Geld. Und das sind natürlich nicht die
                                            ändert, weil man neue Modelle schafft        kleinsten Unternehmen, sondern eher
Welche Entwicklung der Produkte kann        oder die Prozesse besser steuern kann,       die größeren. Wir haben das zum Bei-
man in der IT Branche beobachten?           weil man sie punktgenau analysieren          spiel bei Spar, mobilkom oder H3G ge-
                                            kann – dann sind wir einen großen            tan. Bei diesen Unternehmen spielt IT-
Die Entwicklung der Produkte durch-         Schritt weiter. Damit müssen wir uns         Kapazität schon eine große Rolle. Wir
läuft eine Kurve: Vor der Zeit von          auseinandersetzen!                           sind wie gesagt sehr aktiv im Nach-
Outlook  Co hatte man ein privates                                                      haltigkeitsbereich. In den Themen der
Adressbuch in Papierform mit ein            Selbst wenn das vorerst breitflächig         HP Labs kommen überall Nachhaltig-
paar hundert Einträgen bei sich – in        nur in den entwickelten Ländern ge-          keitsthemen vor. Ich möchte an dieser
der nächsten Stufe wurde daraus das         tan würde, die im Regelfall ohnehin          Stelle das Rechenzentrum in Nordeng-
Mobiltelefon, heute quasi ein Lifestyle-    die größten CO2-Produzenten sind,            land erwähnen. Da haben wir schon


WINGbusiness 2/2010                                                                                                            27
einen gewissen Trendsetter geschaffen         Informationen, die für alle zugänglich      die Mitarbeiter des Konzerns auf Ver-
wenn es darum geht, die natürlichen           sind, für wie wichtig befinden Sie Themen   änderungen vorzubereiten und sie dar-
Ressourcen entsprechend zu nutzen.            wie die Datensicherheit?                    auf einzuschwören. Ganz anders als
In diesem Fall ist das schlicht die kalte                                                 das bei europäischen Unternehmen
Luft der Nordsee, die zum Kühlen des          Auf Facebook werden pro Tag rund 28         immer wieder vorkommt, dass Vor-
Rechenzentrums genutzt wird – da-             Millionen Fotos hochgeladen – das ist       standsentscheidungen erst auf allen
durch gelingt es, enorme Energiemen-          allein Facebook, da sind andere Dinge       Ebenen lange diskutiert werden – dort
gen einzusparen.                              noch gar nicht inkludiert. Ich kann es      hat das anders funktioniert: wenn Jack
                                              durchaus verstehen, dass es Menschen        nach links gegangen ist, sind alle mit
Es gibt viele solcher Bereiche, in denen      gibt, die sich aus solchen Netzwerken       ihm mitgegangen. Ihm gegenüber war
man in absehbarer Zeit mit Lösungen           wieder zurückziehen, weil es ihnen zu       eben dieses Vertrauen da, das während
rechnen kann. Das Rechenzentrum               unsicher wird. Ich bin einer, der sich      der vielen Jahre, die er im Unterneh-
in Nordengland, Wynyard, existiert ja         das gut überlegen würde. Ich denke,         men war, gewachsen ist. Das hat in der
bereits. Dieses Rechenzentrum nutzen          dass vielen – vor allem Jugendlichen –      damaligen Form der Entwicklung sehr
wir selbst bereits. Das war für uns ein       die ganze Tragweite gar nicht bewusst       geholfen. GE Capital hat innerhalb
Prototyp, den wir an vielen Standorten        ist. Zahlreiche Personalchefs werfen        von drei Jahren 30 bis 40 Banken und
der Erde – es gibt ja genug kalte Län-        schon mal einen Blick in die diversen       Finanzinstitute gekauft, da muss das
der – einsetzen können. So wie man            Portale um zu sehen, was man über           schon funktionieren. Das war eine sehr
eben eine Schipiste nur dorthin baut,         diesen Menschen, der sich da bewirbt,       lehrreiche Zeit.
wo auch ein Berg ist – wo eben die na-        herausfinden kann. Welche Informati-
türlichen Ressourcen dafür vorhanden          onen man dabei von sich preisgibt, liegt    Herzlichen Dank für das Gespräch!.
sind – so gilt das für das Rechenzent-        in der Einstellung und im Bewusstsein
rum genauso.                                  des Nutzers. Die können wir als Tech-       Das Interview führten Frau Dipl.-Ing.
                                              nologielieferant nicht ändern.              Verena Manninger und Frau Dipl.-Ing.
Sie haben in Ihrem Vortrag auch das                                                       Elisabeth Plankenauer
Thema Bevölkerungswachstum angespro-          Wir machen allerdings auf solche Din-
chen. Das Bevölkerungswachstum betrifft       ge durchaus aufmerksam, aber ich glau-      Zur Person:
ja vor allem die wachsenden Märkte wie        be nicht, dass wir da die Kraft sind, die
beispielsweise Indien. Machen Sie Beob-       das wirklich verhindern kann. Wir als       Ing. Rudolf Kemler ist seit 2008 Gene-
achtungen, dass es hier unterschiedliche      HP könnten sagen, wir verkaufen kei-        raldirektor von HP Österreich.
Bedürfnisse hinsichtlich der Produkte gibt?   nen Speicher mehr an Facebook (lacht)
Werden von diesen Märkten andere Pro-         – aber dann wird der Speicher eben          Nach ersten Stationen in der Banken-
dukte verlangt und muss man sich da spe-      beim Nächsten gekauft.                      welt (Creditanstalt, Girozentrale und
ziell darauf einstellen?                                                                  Studiengesellschaft für Sparkassenau-
                                              Welcher Mensch hat denn Ihr Leben und       tomation) übernahm Rudolf Kemler
Die Produkte müssen natürlich an den          Ihren Werdegang besonders beeinflusst       1984 die Geschäftsführung der WBG
lokalen Markt angepasst werden und            und geprägt?                                Betriebswirtschaft    Beratungsgesell-
zwar aus vielerlei Gründen: Das fängt                                                     schaft m.b.H., einer international tä-
bei ganz banalen Dingen wie der Netz-         Gute Frage – das waren sehr viele. Ich      tigen Unternehmensberatung mit den
spannung an und hört beim entspre-            habe immer versucht die positiven           Schwerpunkten       „Organisationsent-
chenden Alphabet auf – betrifft also          Dinge jener Menschen, mit denen ich         wicklung und Strategieberatung“.
generell Einstellungen, um damit über-        zusammen gearbeitet habe, zu sehen
haupt arbeiten zu können. Es ist jedoch       und über diese nachzudenken – man-          1989 wechselte er zur Nixdorf Compu-
nicht so, dass diese Länder, die später in    ches davon zu verinnerlichen und zu         ter GmbH in Wien, wo er Mitglied der
die Entwicklungskurve einsteigen, die         nutzen. Wenn ich von diesen Men-            Geschäftsleitung und Unternehmens-
Entwicklung von hinten aufrollen. Di-         schen wirklich jemanden herausgrei-         bereichsleiter für Banken  Versiche-
ese Länder steigen genau an dem Punkt         fen würde, dann wäre das Jack Welch,        rungen wurde. Nach maßgeblicher
in die Technologie ein, die im Moment         der frühere General Electric – Chef.        Mitgestaltung der Fusion von Siemens-
am Weltmarkt ’state-of-the-art’ ist. Das      Während meiner Zeit bei GE – ich war        Data und Nixdorf wurde er 1990 zum
Notebook oder das Mobile, die dort            über drei Jahre bei GE und damals im        Direktor bei der Siemens Nixdorf In-
verwendet werden, sind genau jene, die        weltweiten Board für die Informati-         formationssysteme GmbH in Wien,
auch im Rest der Welt verwendet wer-          onstechnologie des Teilkonzerns GE          1992 folgte der Wechsel in die interna-
den, nur eben angepasst an die Landes-        Capital verantwortlich – hatte ich ei-      tionale Konzernzentrale zur Siemens
spezifika. Das liegt natürlich auch zum       nigen Kontakt mit ihm. Er hat mich          Nixdorf Informationssysteme AG in
Teil daran, dass die Hardwarekosten           in seinem strategischen Denken und          München, wo er als Executive Vice Pre-
schon so extrem gering sind.                  Handeln beeindruckt – nicht nur, weil       sident die weltweite Verantwortung für
                                              seine Strategien so toll waren – die wa-    das Geschäftsfeld „Branch Systems“ für
Sie haben in Ihrem Vortrag erwähnt, dass      ren natürlich gut, das steht außer Frage    die Finanzwirtschaft übernahm.
es in Zukunft eine richtige Informations-     – aber vor allem in der Art und Weise,
flut auf uns zukommen wird bzw. dass das      wie er sie den Menschen um sich her-        Ab 1995 leitete Rudolf Kemler die Di-
zum Teil ja bereits passiert. Bei so vielen   um vermittelt hat. Er hat es geschafft,     vision Computer Systems von Siemens


28                                                                                                       WINGbusiness 2/2010
Nixdorf für die Region Austria            T-Systems Austria
South East Europe mit Sitz in Wien.        und     Regionsver-
Von 1998 bis 2000 war er als Senior Vice   antwortlicher für
President und CIO bei der GE Capital       Zentral- und Ost-
Corporation in Stamford (USA) mit          europa.     Rudolf
internationaler Verantwortung tätig.       Kemler ist Mitglied
Im Jahr 2000 wurde er Vorstandsvor-        des Vorstandes der
                                                                                             Ing.
sitzender der börsennotierten Stage1.cc    Industriellenverei-
Technology Business Incubator AG mit       nigung Wien und
                                                                                             Rudolf Kemler
Sitz in Wien.                              Vizepräsident der                                 Generaldirektor
                                           A merikanischen                                   Hewlett-Packard
Von 2002 bis Anfang 2008 war er Vor-       Handelskammer                                     Österreich
sitzender der Geschäftsführung von         in Österreich.



Johann Hintner

Die Wirtschaftsingenieur-Ausbildung am
Management Center Innsbruck
Bericht über die Veranstaltung des Regionalkreises Tirol am 18. Mai 2010

I  m Herbst 2010 startet am Manage-
   menter Center Innsbruck (MCI) ein
Masterstudiengang für Wirtschaftsin-
                                              Jährlich stehen 30 Studienplätze zur
                                           Verfügung. Als Zugangsvoraussetzung
                                           wird vorzugsweise ein Bachelorstudium
                                                                                      genieure made by MCI zur Verfügung.
                                                                                      Das geplante Einsatzgebiet reicht von
                                                                                      der Entwicklung über Prozessingeni-
genieurwesen. Grund genug für den          mit dem Schwerpunkt Umwelt- und            eurwesen, Produktionsmanagement,
Regionalkreis Tirol, sich vor Ort ein      Verfahrenstechnik oder ein vergleich-      Marketing und Vertrieb bis zu Füh-
Bild über die Ausbildung der künf-         barer Abschluss einer technisch-natur-     rungspositionen im technischen und
tigen Berufskollegen zu machen. So be-     wissenschaftlichen      Bildungseinrich-   betriebswirtschaftlichen Bereich.
suchten wir am 18. Mai 2010 das MCI        tung erwartet. Über die Aufnahme              Das unternehmerische Denken
und wurden vom Studiengangsleiter,         entscheidet die Studiengangsleitung        und Handeln wird am MCI groß ge-
FH-Prof.Dr.-Ing Gerhard Hillmer, aus       aufgrund des individuellen Werde-          schrieben. Die Bezeichnung „MCI
erster Hand über die Motivation für        ganges (50%) und eines komissionellen      - die unternehmerische Hochschule“
den neuen Studiengang sowie über den       Bewerbungsgespräches (50%).                ist sogar markenrechtlich geschützt.
Studienplan informiert.                       Das berufsbegleitende Studium dau-      Getreu dem Leitspruch „Wir begleiten
   Das MCI wurde 1994 unter der Trä-       ert vier Semester. Die Lehrveranstal-      motivierte Menschen“ werden Studie-
gerschaft von Gebietskörperschaften,       tungen finden am Freitag nachmittags       rende und Absolventen auch bei der
Sozialpartnern und universitären Ein-      von 13:30 bis 21:30 Uhr und am Samstag     wirtschaftlichen Verwertung von For-
richtungen gegründet. Ursprünglich         von 8:00 bis 15:45 Uhr statt. Zusätzlich   schungsergebnissen sowie bei der Un-
umfasste das Angebot des MCI kom-          wird eine Intensivwoche pro Semester       ternehmensgründung unterstützt.
pakte akademische Weiterbildungspro-       angesetzt. Es besteht Anwesenheits-
gramme für Berufstätige in Ergänzung       pflicht. Die Studiengebühr beträgt 363,-      Wir bedanken uns beim MCI für die
zum bestehenden universitären Studi-       € pro Semester zuzüglich gesetzlichem      gelungene Veranstaltung. Besonders
enangebot. Mit der Erlassung des Fach-     ÖH-Beitrag. Die technischen Fächer         gefreut haben wir uns über das geäu-
hochschul-Studiengesetzes    (FHStG)       umfassen 60% der Ausbildung, wobei         ßerte Interesse an einer Mitgliedschaft
wurden im Laufe der Zeit elf eigene        hier wiederum die Umwelt-, Verfah-         beim WING.
Studiengänge eingerichtet, die heute       rens- und Energietech-
von ca. 2400 Studierenden in berufs-       nik den Schwerpunkt
begleitender Form oder in der Vollzeit-    bildet. Bleiben 40% für
version besucht werden.                    Wirtschaftsfächer. Das
   Mit dem neuen Studiengang Wirt-         Studium wird mit dem
schaftsingenieurwesen reagiert man         akademischen         Grad
auf veränderte bzw. erweiterte Aufga-      Master of Science (MSc)
benstellungen in den Unternehmen,          abgeschlossen und be-
bei denen technische und betriebswirt-     fähigt in der Folge zu
schaftliche Aspekte immer weniger          einem      einschlägigen
klar zu trennen und folglich gemein-       Doktoratsstudium.
sam betrachtet und bearbeitet werden          Ab Mitte 2012 stehen
müssen.                                    die ersten Wirtschaftsin-


WINGbusiness 2/2010                                                                                                       29
WING




Future Enterprise - Unternehmen der Zukunft
18. Kongress der Wirtschaftsingenieure, Graz 13.-15. Mai 2010

Liebe WING-Mitglieder!

Wir haben ein langes Wochenende hinter uns, ein voller Erfolg, wie sich alle Beteiligten einig waren. Es stand
der (bereits!) 18. Kongress der Wirtschaftsingenieure mit rund 200 Kongressteilnehmern an der Tagesord-
nung. Darunter wirklich renommierte Referenten aus Wirtschaft, Forschung und Politik, zahlreiche Eh-
rengäste, WING-Mitglieder und Gäste unserer Partnerverbände aus Deutschland und der Schweiz, Studie-
rende verschiedenster Universitäten - u.a. auch ein größere Abordnung der TU Hamburg - und viele weitere
Besucher des Kongresses. Das Kongressteam - bestehend aus Mitgliedern der Studierendengruppe WINGnet Graz
- hat sich dabei wieder größte Mühe gegeben, um für diesen Anlass einen angemessenen Rahmen zu gestalten.




E    röffnet wurde der Kongress mit
     dem Get Together am Donnerstag,
dem 13. Mai, im festlichen Ambiente
                                           wurde der WING-Kongress traditi-
                                           onsgemäß durch den Präsidenten des
                                           Wirtschaftsingenieurverbandes      Dr.
                                                                                    der Zukunft. Er berichtete dabei über
                                                                                    die Aktionen, die in den letzten einein-
                                                                                    halb Jahren durch das Füh-rungsteam
der Orangerie im Grazer Burggarten         Hans-Jörg Gress mit der Begrüßung        seines Unternehmens gesetzt wurden,
auf Einladung des Herrn Landes-            und einleitenden Worten eröffnet.        um den außergewöhnlichen Verände-
hauptmann Mag. Franz Voves. Die            Zum Auftakt der Vorträge hatte der       rungen und Entwicklungen am Markt
Begrüßungsworte hielt dabei Land-          WING dabei die Ehre, Bundesminis-        entgegen zu wirken. Mit Erfolg, wie die
tagsabgeordneter Mag. Gerhard Rupp,        ter Rudolf Hundstorfer am Redner-        präsentierten Zahlen zeigten.
welcher zum Abschluss seiner Rede das      pult begrüßen zu dürfen. Unter dem       Als dritter Referent widmete Dipl.-Ing.
Buffet eröffnete. Hier bot sich für alle   Titel „Human Capital - die zukünftige    Karl Rose (CEO, Strategy Lab) seinen
Kon-gressteilnehmer eine wunderbare        Arbeitswelt“ strich Bundesminister       Beitrag den „Entwicklungstrends von
Gelegenheit, die weiteren Kongress-        Hundstorfer die zentrale Rolle des       Märkten und Konsumentenverhalten“.
teilnehmer kennen zu lernen und alte       Faktors Mensch im Unternehmen der        Seine Botschaft lautete dabei, dass die
Bekannte zu begrüßen. Im Anschluss         Zukunft heraus. Dabei sprach er vor      Zukunft unvorhersehbar ist und dies
an das Get Together zogen noch einige      allem über dessen - durch die sich än-   auch bleibt, aber dennoch nicht un-
Teilnehmer weiter in das Glöcklbräu        dernden Rahmenbedingungen erge-          denkbar ist. Er gab einen Anstoß dar-
im Herzen der Grazer Innenstadt um         benden - neuen Anforderungen, aber       über nachzudenken, welche Szenarien
den Abend ausklingen zu lassen.            auch Möglichkeiten in der Arbeitswelt    für die globale Entwicklung möglich
„Future Enterprise - Unternehmen der       von morgen.                              sind und wie sich diese auf die Märkte
Zukunft“ war dann am Freitag, dem          Anschließend legte DDr. h. c. Peter      der Zukunft auswirken könnten.
14. Mai, im Prunksaal des ehrwürdigen      Mitterbauer    (Vorstandsvorsitzender    Nach diesen drei sehr interessanten
Minoritenklosters das bestimmende          der Miba AG) den Fokus auf die Her-      Ausführungen ging es in die Mittags-
Thema. Zu Beginn der Veranstaltung         ausforderungen für den Unternehmer       pause, zu der sich auch die Begleitper-


30                                                                                                 WINGbusiness 2/2010
WING

sonen, welche an der parallel zum Kon-    führung und Organisation, TU Graz)        ihrem wunderbaren Ambiente mitten
gress stattgefundenen Führung durch       widmete sich der „Unternehmensfüh-        im Herzen der Grazer Altstadt zur
die Grazer Innenstadt teilnahmen, ein-    rung der Zukunft“. Er beschäftigte sich   Abendveranstaltung ein. Hier konnte
fanden. Es wurden beim gemütlichen        dabei mit der Thematik, dass Konzepte     der Kongresstag unter musikalischer
Essen wie auch schon in den kürzeren      der Unternehmungsführung der Mode         Untermalung in einer gemütlichen
Kaffeepausen davor rege Diskussionen      und dem Zeitgeist ausgesetzt sind. Es     Atmosphäre gebührend ausgeklungen
unter den Teil-nehmern über das zuvor     wurde anhand von vier wichtigen stra-     werden.
gehörte geführt. Ohne Zweifel ein Be-     tegischen Konzepten der jüngeren Ver-
leg für die gelungene Zusammenstel-       gangenheit und Gegenwart beispielhaft     Einen würdigen Schlusspunkt des Kon-
lung interessanter Vor-tragender und      gezeigt, dass diese nicht der Tyrannei    gresses bot schließlich der Ausflug in
Themen am Kongress.                       des „entweder-oder“ unterworfen wer-      das Steirische Vulkanland am Samstag,
                                          den sollten.                              dem 15. Mai. Gemeinsam mit allen Teil-
Das Nachmittagsprogramm begann                                                      nehmern dieses Rahmenprogramms
dann mit einem Vortrag von Dipl.-         Als letzter Beitrag des Kongresses re-    wurde das Firmengelände des Biomas-
Ing. MBA Lars Maydell (Berater, Egon      ferierte Ing. Rudolf Kemler (General-     sehei-zungsherstellers KWB besichti-
Zehnder International), der die An-       direktor, Hewlett-Packard Österreich)     gt, den Eindrücken nach ein wirklich
forderungen an den Manager der Zu-        über „Infor-mationstechnologien und       vorbildhaftes „Unternehmen der Zu-
kunft aus seiner Sicht präsentierte. Er   -systeme der Zukunft“, wobei die          kunft“. Mit dem Besuch der Schnaps-
zeigte dabei die wichtigsten Einfluss-    Schlüsselrolle von Technologien groß-     und Essigmanufaktur Gölles und dem
faktoren auf die Gesamtperformance        geschrieben wurde. Der Vortrag um-        gemeinsamen Essen in der Hofberg-
eines Unternehmens unabhängig von         fasste verschiedene Einsatzszenarien      stube Wippel fand der 18. Kongress der
Größe und Branche auf, welche aus         und Entwicklungsfelder und gab einen      Wirtschaftsingenieure schließlich sei-
Forschungen seines Unternehmens           Überblick über aktuelle For-schungs-      nen Abschluss.
in Kooperation mit der Harvard Busi-      projekte aus den HP Labs, den Ent-
ness School hervorgingen. Er plädierte    wicklungszentren des weltweit größ-       In diesem Sinne möchten wir uns bei
dabei für einen Führungsstil, der stär-   ten Technologieunternehmens. Im           allen Teilnehmern für die schönen
ker interdisziplinär ausgeprägt ist und   Anschluss an die abwechslungsreichen      Tage bedanken und freuen uns auf ein
weit über die Grenzen des eigenen Po-     Vorträge wurde noch die WING-Gene-        Wiedersehen beim Kongress 2012,
sitions- und Unternehmensbereiches        ralversammlung von den anwesenden
hinausgeht.                               Mitgliedern abge-halten.                  Ihr Kongressteam
Der anschließende Vortrag von O.Univ.-    Am Abend lud der Verband der Wirt-        Alois Bauer, Nicole Harter, Frank Hart-
Prof. Dr. Reinhard Haberfellner (Pro-     schaftsingenieure dann in die Räum-       mann, Georg Michael Lexer, Michael
fessor am Institut für Unternehmens-      lichkeiten der Alten Universität mit      Schütz, Dipl.-Ing. Iris Uitz




WINGbusiness 2/2010                                                                                                     31
Fachartikel




Ulrich Bauer, Bernd Markus Zunk, Alfred Fürst

Studie:
Wirtschaftsingenieurwesen in Österreich – Status quo
Zentrale Ergebnisse der Studie „Ausbildungslandschaft, Berufsbild, Karrie-
reweg und Qualifikationsprofil von Wirtschaftsingenieuren“
Mit den ausgezeichneten Berufsmöglichkeiten von Wirtschaftsingenieuren steigt auch die Attrak-
tivität einer Wirtschaftsingenieurausbildung permanent, was sich nicht zuletzt an dem stark ex-
pandierenden Ausbildungsangebot an Universitäten und Fachhochschulen in Österreich zeigt.
So positiv diese Entwicklung auch ist, so schwierig wird es für die Interessengruppen Studierende, Personal-
manager etc. sowie den Österreichischen Verband der Wirtschaftsingenieure, den Überblick über Ausbil-
dungslandschaft, Berufsbild, Karriereweg und Qualifikationsprofil zu behalten. Die folgend zusammenge-
fassten Untersuchungsergebnisse sollen einen Beitrag zur Schaffung der notwendigen Transparenz leisten.
Die präsentierten Ergebnisse basieren auf einer zweiteilig aufgesetzten Untersuchung des Ins-
tituts  für    Betriebswirtschaftslehre  und   Betriebssoziologie   der    Technischen   Universität   Graz.




1 Wer ist Wirtschaftsingenieur?               So kam es in den letzten Jahren zu    Fragen zum Anlass und definierte den
                                           einer starken Vergrößerung des Aus-      Begriff „Wirtschaftsingenieur“ wie
Im Jahr 2009 veröffentlichte die Zeit-     bildungsangebots im Bereich des Wirt-    folgt (WING 2010):
schrift FORMAT in ihrer 23. Ausgabe        schaftsingenieurwesens in Österreich,       „Wirtschaftsingenieure sind wirt-
die Ergebnisse einer Umfrage unter 200     was die Fragen aufwirft: „Wer ist den    schaftswissenschaftlich ausgebildete
Führungskräften im Personalbereich         im Sinne des Österreichischen Wirt-      Ingenieure mit akademischem Studi-
zur Qualität von Hochschulstandorten       schaftsingenieurverbandes überhaupt      enabschluss, die in ihrer beruflichen
und den dort angebotenen Studienrich-      ein Wirtschaftsingenieur?“ und: „Kann    Tätigkeit ihre technische und ökono-
tungen. Dabei wurde den Wirtschafts-       jeder Bildungsanbieter sein Studienan-   mische Kompetenz ganzheitlich ver-
ingenieurstudienrichtungen in Bezug        gebot aufgrund der ‚Strahlkraft‘ einer   knüpfen.“
auf einen erfolgreichen Start in das Be-   solchen zukunftsträchtigen Ausbildung
rufsleben ein ausgezeichnetes Zeugnis      mit der Marke ‚Wirtschaftsingenieur‘     2 Die 3 Säulen des Wirtschaftsingeni-
ausgestellt, was die Attraktivität eines   schmücken?“                              eurwesens
Wirtschaftsingenieurstudiums sowohl           Der Österreichische Wirtschaftsin-
für Bildungsanbieter wie Auszubilden-      genieurverband nahm diese aktuellen,     In Bezug auf die Ausbildungsinhalte
de maßgebend erhöht hat.                   den Wettbewerb stark beeinflussenden     in der Wirtschaftsingenieurausbildung


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Fachartikel

                                                          3 Untersuchung der Ausbil-                   Bereich des Wirtschaftsingenieurwe-
                                                          dungslandschaft im Wirt-                     sens erarbeitet.
            WIRTSCHAFTSINGENIEURWESEN
                                                          schaftsingenieurwesen
                                                                                                        Im ersten Halbjahr 2009 wurde
                                                        Als Basis zur Umsetzung die- eine Sekundärerhebung und Analyse
                                                        ser Dreiländererklärung soll des Studienangebots im Bereich des
          Natur-
                                                        die am Institut für Betriebs- Wirtschaftsingenieurwesens in Ös-
3 Säulen




       wissenschaft
                       Integration     Wirtschaft
           und                                          wirtschaftslehre und Be- terreich durchgeführt. Dabei wurden
         Technik                                        triebssoziologie der TU Graz alle Universitäts- und Fachhochschul-
                                                        durchgeführte Studie „Ausbil- studiengänge, welche prinzipiell dem
                                                        dungslandschaft, Berufsbild, Wirtschaftsingenieurwesen zugerech-
 Abb. 1: 3 Säulen des Wirschaftsingenieurwesens
                                                        Karriereweg und Qualifika- net werden könnten, auf Basis des von
                                                        tionsprofil von Wirtschafts- ihnen veröffentlichten und zugäng-
vertritt der Verband die Meinung, dass ingenieuren“ dienen. Darin wird ein lichen Datenmaterials analysiert. Die
der Hauptanteil (d.h. mehr als 50%) im Überblick über das derzeit bestehende Kriterien für die Vorauswahl der Studi-
Bereich technisch-naturwissenschaft- Angebot an Studienmöglichkeiten im enrichtungen und Studiengänge waren
licher Fächer zu liegen hat. Zugleich
reicht es nicht aus z.B. wirtschaftliche                                               BACHELORSTUDIEN
Inhalte rudimentär in den Lehrplänen                                        Wirtschaftsingenieurwesen-Maschinenbau (TU Graz)
zu verankern, sondern ihnen ist ent-                                        Wirtschaftsingenieurwesen-Maschinenbau (TU Wien)
                                                                            Internationales Wirtschaftsingenieurwesen (FH Technikum Wien)
sprechend hohes Gewicht beizumessen.
                                              Maschinenbau und Produktion Industriewirtschaft/Industrial Management (FH Joanneum)
Aus der Formulierung „[…] in ihrer                                          Energie-, Verkehrs- und Umweltmanagement (FH Joanneum)
beruflichen Tätigkeit […] ganzheitlich                                      Wirtschaftsingenieur (FH Wiener Neustadt)
verknüpfen […]“ folgt, dass Wirtschafts-                                    Wirtschaftsingenieurwesen (FH Vorarlberg)

ingenieure neben Fachkenntnissen                                            Softwareentwicklung und Wirtschaft (TU Graz)
im wirtschaftlichen und technischen                      Informatik
                                                                            Wirtschaftsinformatik (TU Wien)
Bereich zur Umsetzung ihres Fachwis-                                        Informationstechnologien und IT-Marketing (FH Campus02)
sens über weitere Fähigkeiten verfügen                                      Wirtschaftsinformatik (FH Technikum Wien)

müssen. Hierzu sind unter anderem                                           Elektronik und Technologiemanagement (FH Joanneum)
                                                 Elektrotechnik, Elektronik
Kenntnisse und Fähigkeiten aus den                                          Elektronik/Wirtschaft (FH Technikum Wien)
Bereichen „Kommunikation“, „Präsen-                                         Bauingenieurwesen und Infrastrukturmanagement (TU Wien)
tation“, „Recht“ und „Projektmanage-            Bauwesen, Gebäudetechnik Bauplanung und Bauwirtschaft (FH Joanneum)
ment“ notwendig. Der Österreichische             und Gebäudemanagement      Bauingenieurwesen-Baumanagement (FH Campus Wien)
Verband der Wirtschaftsingenieure                                           Energie- und Umweltmanagement (FH Burgenland)
fasst diese Kenntnisse in einer eigenen                                                  MASTERSTUDIEN
Kategorie von Ausbildungslehrinhal-
                                                                            Wirtschaftsingenieurwesen-Maschinenbau (TU Graz)
ten mit der Bezeichnung „Integration“                                       Production Science and Management (TU Graz)
zusammen.                                                                   Wirtschaftsingenieurwesen-Maschinenbau (TU Wien)
   Somit bilden die Bereiche „Naturwis-       Maschinenbau und Produktion Internationales Wirtschaftsingenieurwesen (FH Technikum Wien)
senschaft und Technik“, „Wirtschaft“                                        Supply Chain Management (FH Wiener Neustadt)
und „Integration“ die drei Säulen des                                       Produktions- und Prozessmanagement (FH Wiener Neustadt)
Wirtschaftsingenieurwesens.                                                 Technisches Produktmanagement (FH Wiener Neustadt)

                                                                                 Softwareentwicklung und Wirtschaft (TU Graz)
   Um dieses Ausbildungsprofil ba-                                               Wirtschaftsinformatik (TU Wien)
sierend auf den drei Säulen des Wirt-                     Informatik             Wirtschaftsingenieurwesen-Informatik (TU Wien)
                                                                                 Informationstechnologien und IT-Marketing (FH Campus02)
schaftsingenieurwesens im deutschspra-
                                                                                 Wirtschaftsinformatik (FH Technikum Wien)
chigen Raum nachhaltig zu etablieren,
verabschiedeten die drei Wirtschaftsin-                                          Wirtschaftsingenieurwesen-Bauwesen (TU Graz)
                                                                                 Infrastrukturplanung und -management (TU Wien)
genieurverbände aus der Schweiz (STV
                                                  Bauwesen, Gebäudetechnik       Energie- und Umweltmanagement (FH Burgenland)
- Schweizerischer technischer Ver-                und Gebäudemanagement          Baumanagement und Ingenieurbau (FH Joanneum)
band), Deutschland (VWI - Verband                                                Bautechnische Abwicklung internationaler Großprojekte (FH Campus Wien)
Deutscher Wirtschaftsingenieure) und                                             Gebäudetechnik und Gebäudemanagement (FH Burgenland)
Österreich (WING - Österreichischer                      Architektur             Architektur und Projektmanagement (FH Joanneum)
Verband der Wirtschaftsingenieure)                     Kunststofftechnik         Wirtschaftsingenieurwesen in Kunststofftechnik (JKU Linz)
folgende Dreiländererklärung:                                                                DIPLOMSTUDIEN
   „Wir wollen eine hohe Qualität und
                                                 Maschinenbau und Produktion Mechatronik Wirtschaft (FH Wels)
das unverwechselbare Profil des Wirt-
                                                            Chemie               Wirtschaftsingenieurwesen-Technische Chemie (JKU Linz)
schaftsingenieurs sicherstellen und
seinen hohen Arbeitsmarktwert durch               „Anerkannte“ Wirtschaftsingenieurstudien
die Schaffung einer gemeinsamen Aus-              „Sogenannte“ Wirtschaftsingenieurstudien
bildungsmarke fördern.“                       Abb. 2: Wirtschaftsingenieurstudiengänge in Österreich


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Fachartikel


                       Andere 5,7%
                                     MBA 3,6%                                                      4 Weiterbildung von Wirt-   6 Kompetenzprofil
                                                           Wirtschaftliche
          Individuelle                                  Schulungen/Seminare                        schaftsingenieuren
     Karriereplanung 7,3%                                      26,6%
                                                                                                                               Auch die Einschätzung der Relevanz
                                                                                    In punkto Weiterbildung                    bezüglich des Idealverhältnisses der
    Doktorat 11,5%
                                                                                    nach dem Studienabschluss                  Anteile an „Fach- Methoden- und So-
                                                                                    zeigt sich folgendes Bild: von             zialkompetenz“ (siehe grundlegend
                                                                                    den 215 an der Primärerhe-                 die Arbeit von ROTH 1971) im Profil
                                                                                    bung teilnehmenden Wirt-                   des Wirtschaftsingenieurs steht im di-
Sprachausbildung 13,4%
                                                                                    schaftsingenieuren              zeigt      rekten Zusammenhang zum Idealver-
                                                                    Technische
                                                               Schulungen/Seminare Abbildung 3, dass bei 477                   hältnis aus Wirtschaft zu Technik.
                                                                      18,2%
                                                                                    abgegebenen                Nennungen
                          Auslandsaufenthalt
                                 13,6%                                              der „durchschnittlich“ ak-         Dabei ist unter Fachkompetenz das
                                                                                    tive          Wirtschaftsingenieur
                                                                                                                  Fachwissen zu verstehen, das durch
                       n=215, m=477 (Mehrfachnennungen möglich)

Abb. 3: Weiterbildung von Wirtschaftsinge-                                          bereits mehr als zwei Wei-    eine entsprechende Aus- und Weiter-
nieuren                                                                             terbildungsmöglichkeiten      bildung und zum Teil durch Erfahrung
                                                                                    wahrgenommen hat. Dabei       zu erwerben ist. Methodenkompetenz
die Namensgebung bzw. die Beschrei-                                                 bilden wirtschaftliche und    bezeichnet die Fähigkeit, dieses Wis-
bung des Studiums auf der Homepage, technische Schulungen bzw. Seminare                                           sen und diese Erfahrung anzuwenden
wobei die Ausrichtung auf sowohl tech- in Summe mit 44,8% den größten An-                                         und dazu unterstützende Skills zu be-
nische als auch wirtschaftliche Inhalte teil.                                                                     herrschen. Methodenkompetenz kann
klar erkennbar sein musste.                                                                                       durch formales Training, z.B. in Semi-
                                                                     5 Qualifikationsprofil                       naren (um Prinzipien und Theorien zu
    Diese zunächst wertfreie Voraus-                                                                              verstehen), praktisches Training und
wahl ergab 39 Studienrichtungen und Mit der Definition „Wirtschaftsingeni-                                        Erfahrung erworben werden. Unter so-
Studiengänge (Abbildung 2), welche eur“ wird die Forderung transparent,                                           zialer Kompetenz sind die persönlichen
aufgrund dieser genannten Kriterien dass in der akademischen Ausbildung                                           Fähigkeiten im Umgang mit anderen
als Wirtschaftsingenieurstudien in Fra-                                           Anteil der Befragten (n=215)
                                                                                                                                       und die persönlichen
ge kommen könnten.                                                                                                                     Charakterzüge und
                                                                  90% : 10%  1,9%
                                                                                                                                       Wertvorstellungen zu
   Darauf folgend wurde abgeklärt,                                80% : 20%     5,6%                                                   verstehen (BAUER/
welche dieser 39 Studienrichtungen                                                                                                     GANGL 2005).
                                                              Anteil Technik : Anteil Wirtschaft




                                                                  70% : 30%                  27,3%
und Studiengänge vom Österrei-                                                                                                            Abbildung 5 zeigt
chischen Wirtschaftsingenieurverband                              60% : 40%                    30,6%      57,8%              42,2%
                                                                                                                                       die     grundsätzlich
anerkannt sind. Mit Ende des Jahres                               50% : 50%            16,7%
                                                                                                                                       anzustrebende aus-
                                                                                                                            Wirtschaft
2009 sind 24 Studienrichtungen und                                                                       Technik                       geglichene Kompe-
Studiengänge (in Abbildung 2 grau                                 40% : 60%       8,8%
                                                                                                                                       tenzverteilung          bei
hinterlegt) als Wirtschaftsingenieurstu-                          30% : 70%      6,9%                                                  Wir t scha f t singeni-
dien anerkannt worden, welche somit                                                                                                    euren, wobei aus
                                                                  20% : 80% 0,9%
den Untersuchungsbereich für die vor-                                                                                                  der Primärerhebung
liegende Studie bilden. Die restlichen                            10% : 90% 1,4%                                                       hervorgeht, dass mit
15 Studiengänge erfüllen derzeit nicht                                                                                                 34,8% der Anteil an
die definierten Voraussetzungen einer                         Abb. 4: „Idealverhältnis“ Technik zu Wirtschaft                          sozialer Kompetenz
Wirtschaftsingenieurausbildung.                                                                                                        überwiegt. Dabei ist
                                                              der überwiegende Teil der Lehrinhalte auch der Unterschied in der Einschät-
   In einem zweiten Schritt wurde                             im naturwissenschaftlich-technischen zung der Relevanz zwischen Berufsein-
eine Primärerhebung in Fragebogen-                            Bereich zu liegen hat. Abbildung 4 steigern (befinden sich in ihrem ersten
form mittels eines Online-Umfrage-                            zeigt die Einschätzung der Befragungs- Einsatzgebiet ihrer Karriere) und Be-
tools von POLLISCOPE im Zeitraum                              teilnehmer zum „Idealverhältnis“ von rufserfahrenen (befinden sich in ihrem
vom 09.08.2009 bis zum 31.08.2009                             Technik zu Wirtschaft.                              vierten Einsatzgebiet) abgebildet. Inter-
durchgeführt. Zur Umfrage wurden                                 Das Idealverhältnis Technik zu essant dabei ist, dass Berufseinsteiger
alle Mitglieder des Österreichischen                          Wirtschaft liegt bei 57,8%
Wirtschaftsingenieurverbands von de-                          zu 42,2%. In der Umfrage                                          35,0%
                                                                                                       Sozialkompetenz
nen die E-Mail-Adressen bekannt wa-                           des Jahres 2005 (BAUER/                                            37,4%

ren, eingeladen.                                              GANGL 2005) betrug das
   Insgesamt wurden 1030 Einladungs-                          Verhältnis noch 62,6% zu                                         32,7%
mails verschickt. Daraufhin starteten                         37,4% , was eine aktuelle Methodenkompetenz                     31,9%

307 Personen die Umfrage, 215 davon                           Verschiebung in der Ausbil-
beendeten die Umfrage durch Beant-                            dungsinhalte im Idealprofil                                      32,3%             Erfahrene (n=60)
wortung aller Fragen vollständig. Dies                        zugunsten des Wirtschafts-                Fachkompetenz
                                                                                                                              30,6%              Einsteiger (n=31)
ergibt eine Nettorücklaufquote von                            anteils in den Lehrinhalten
rund 21%.                                                     bedeutet.                              Abb. 5: „Optimales“ Kompetenzprofil


34                                                                                                                                            WINGbusiness 2/2010
Fachartikel

  die Sozialkompetenz mit 37,4% wich-                                          Wirtschaftsingenieure sind wirt-                            Wirtschaftsingenieure in Bezug auf
  tiger einschätzen als Berufserfahrene.                                        schaftswissenschaftlich ausgebildete                        deren Karriereperspektiven.
  Generell sind diese Unterschiede in der                                       Ingenieure mit akademischem Stu-
  Einschätzung von Einsteigern und Be-                                          dienabschluss, die in ihrer beruf-                        Unabhängig vom jeweiligen Ausbil-
  rufserfahrenen marginal.                                                      lichen Tätigkeit ihre technische und                      dungsprogramm sind Wirtschaftsin-
                                                                                ökonomische Kompetenz ganzheit-                           genieure Integratoren zwischen der
  7 Karriereentwicklung von Wirt-                                               lich verknüpfen.                                          naturwissenschaftlich-technischen
  schaftsingenieuren.                                                          Die drei Säulen des Wirtschaftsin-                        und der wirtschaftlichen Seite eines
                                                                                genieurwesens bilden „naturwis-                           Unternehmens. Sie sind Techniker, die
  Wirtschaftsingenieure fungieren als                                           senschaftliche und technische“, „in-                      die Sprache der Ökonomen sprechen
  „Brückenbauer“ zwischen den Welten                                            tegrative“ sowie „wirtschaftliche“                        und verstehen. Aus diesem Grund kön-
  Wirtschaft und Technik und punkten                                            Lehrfächer.                                               nen sie einen wertvollen Beitrag für die
  vor allem in den Schnittstellenberei-                                        Der Österreichischen Wirtschafts-                         erfolgreiche Zusammenarbeit und zu-
  chen, in denen interdisziplinäre Kennt-                                       ingenieurverband anerkennt derzeit                        kunftsgerechte Entwicklung in Unter-
  nisse gefragt sind (siehe dazu auch den                                       24 Studienrichtungen und Studien-                         nehmen leisten.
  Beitrag im GEWINN 2010).                                                      gänge als „Wirtschaftsingenieurstu-
                                                                                dien“.
     Dies sind u.a. Beratung, Projekt-                                         Wirtschaftsingenieure bilden sich                         9 Literatur- und Quellenangaben
  leitung im Forschungs- und Entwick-                                           primär im Rahmen wirtschaftlicher
  lungsbereich oder auch im technischen                                         Schulungen und Seminare fort; im                          1. FORMAT, 2009: www.format.at/ar-
  Verkauf und Marketing. Abbildung 6                                            Durchschnitt haben Wirtschaftsin-                         ticles/0923/527/243499/format-uniran-
  zeigt, dass 24,8% aller Wirtschaftsinge-                                      genieure während ihrer bisherigen                         king-welche-absolventen-chancen-be-
  nieure ihre Karriere im Betätigungsfeld                                       Berufslaufbahn zwei Weiterbil-                            rufseinstieg, Abfrage vom 30.03.2010
                                      1. Einsatzgebiet       2. Einsatzgebiet      3. Einsatzgebiet            4. Einsatzgebiet
                                                                                                                                          2. ÖSTERREICHISCHER VERBAND
                                          (n=206)                (n=172)               (n=118)                      (n=70)                DER WIRTSCHAFTSINGENIEURE
                    Produktion und
                                                    24, 8%                19, 8%            11,0%                     10,0%
                                                                                                                                          (WING), www.wing-online.at, Abfrage
                  Fertigungstechnik
                                                                                                                                          vom 13.05.2010
                          Beratung               18,4%                 15,7%                   17,8%                      14,3%
                    Forschung und
                                                                                                                                          3. POLLISCOPE, 2010: www.pollis-
                      Entwicklung               16,5%                 12,2%            5,1%                        4,3%
                                                                                                                                          cope.de, Abfrage vom 12.04.2010
Betätigungsfeld




                       Verkauf und
                        Marketing               13,6%                   17,4%               13,6%                    7,1%                 4. BAUER, U.; FÜRST, A.; ZUNK,
                       Einkauf und
                          Logistik
                                                13,1%              8,7%                     10,2%                         12,9%           B.M., 2010: Ausbildungslandschaft, Be-
                      Finanz- und
                                             8,7%                  9,9%                 6,8%                       5,7%
                                                                                                                                          rufsbild, Karriereweg und Qualifikati-
                  Rechnungswesen
                                                                                                                                          onsprofil von Wirtschaftsingenieuren,
                  Geschäftsführung       3,4%                          15,7%                           33,9%                      44,3%
                                                                                                                                          in BAUER, U. (Hrsg.), Schriftenreihe
                    Personalwesen        1,5%                  0,6%                  1,7%                        1,4%
                                                                                                                                          Nummer 13 des Instituts für Betriebs-
  Abb.6: Berufseinstieg und Karriereentwicklung                                                                                           wirtschaftslehre und Betriebssoziolo-
                                                                                                                                          gie der TU Graz, Graz
  „Produktion und Fertigungstechnik“                                            dungsmaßnahmen in Anspruch ge-                            5. ROTH, H., 1971: Pädagogische An-
  beginnen. Interessant ist die Betrach-                                        nommen.                                                   thropologie, Band II: Entwicklung und
  tung der weiteren Karriereentwicklung                                        Den Wirtschaftsingenieur zeichnet                         Erziehung – Grundlagen der Entwick-
  in Richtung Führungsaufgaben. 70                                              typischerweise ein ausgewogenes                           lungspädagogik, 1. Auflage, Berlin et
  Studienteilnehmer hatten im Laufe ih-                                         Kompetenzprofil zwischen Sozial-,                         al.
  rer Karriere bereits vier Einsatzgebiete.                                     Fach- und Methodenkompetenz                               6. BAUER, U.; GANGL, B., 2005: Qua-
  Es wird offensichtlich, dass sich der                                         aus.                                                      lifikationsprofil und Berufsbild von
  Großteil der Positionen von eher ope-                                        Das „Idealverhältnis“ zwischen                            Wirtschaftsingenieuren bezogen auf
  rativen Bereichen im „ersten Einsatzge-                                       technischen und wirtschaftlichen                          die ersten Berufsjahre am Beispiel TU
  biet“ hin zu dispositiven Positionen im                                       Lehrinhalten im Zuge der Wirt-                            Graz und JKU Linz, in BAUER, U.
  Bereich der „Geschäftsführung“ ent-                                           schaftsingenieurausbildung soll laut                      (Hrsg.), Schriftenreihe Nummer 8 des
  wickelt. Dieses Auswertungsergebnis                                           Primärerhebung rund 58% zu 42%                            Instituts für Betriebswirtschaftslehre
  deckt sich mit der Selbsteinschätzung                                         zu Gunsten der technischen Fächer                         und Betriebssoziologie der TU Graz,
  der befragten Wirtschaftsingenieure,                                          betragen, was sich grundsätzlich mit                      Graz
  wenn es um die Beurteilung der Kar-                                           der Anforderung „mind. 50% tech-                          7. GEWINN, 2010: Wirtschaftsingeni-
  rieremöglichkeiten geht. Rund 90% der                                         nische Fächer“ des Österreichischen                       eure – die Allrounder unter den Exper-
  Befragten schätzen ihre Entwicklungs-                                         Wirtschaf tsingenieur verbandes                           ten, in: Gewinn – Das Wirtschaftsma-
  chancen mit „gut“ bis „sehr gut“ ein.                                         deckt.                                                    gazin, Ausgabe 4/2010, S. 108 - 110
                                                                               Der Karriereweg von Wirtschaftsin-                        8. ZUNK, B.M.; FÜRST, A., 2010: In-
  8 Kernaussagen                                                                genieuren entwickelt sich von stark                       genieure für die Wirtschaft gewinnen,
                                                                                operativen Aufgaben hin zu Füh-                           in: Personalmanager – Zeitschrift für
  Die Kernaussagen lassen sich wie folgt                                        rungsaufgaben. Dies deckt sich mit                        Human Resources, Ausgabe 3/2010, S.
  zusammenfassen:                                                               der Selbsteinschätzung der befragten                      36 - 37



  WINGbusiness 2/2010                                                                                                                                                          35
Fachartikel

 Autoren
                 o.Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Ulrich Bauer ist Vorstand des Instituts für
                 Betriebswirtschaftslehre und Betriebssoziologie der TU Graz. Von 1983 bis 1989
                 war er Universitätsassistent an der TU Graz. 1989 wechselte er in die
                 Personalentwicklung der Steirerbrau. Von 1991 bis 1997 bekleidete er zuerst die
                 Position des Vorstandsassistenten der Steiermärkischen Elektrizitäts AG bevor er
                 ebendort Personalchef wurde. 1997 erhielt er den Ruf als Professor an die TU
                 Graz. 2000 bis 2003 Dekan der Fakultät Maschinenbau. Seit 2003 ist Prof. Bauer
                 Vizerektor für Finanzen und Personal der TU Graz.
 Kontaktdaten:
 Technische Universität Graz, Institut für Betriebswirtschaftslehre und Betriebssoziologie,
 Kopernikusgasse 24/II, A-8010 Graz. E-mail: ulrich.bauer@tugraz.at

                    Ass.Prof. DDipl.-Ing. Dr.techn. Bernd Markus Zunk studierte
                    Wirtschaftsingenieurswesen an der Technischen Universität Graz.
                    Von 2002 bis 2003 war Herr Dr. Zunk im Bau- und Projektmanagement tätig.
                    2003     bis   2008     Wissenschaftlicher    Assistent   am    Institut  für
                    Betriebswirtschaftslehre und Betriebssoziologie. 2009 begann Herr Dr. Zunk
                    eine Professorenlaufbahn an der Technischen Universität Graz. Seine
                    derzeitigen    Arbeitsgebiete     in     Forschung      und   Lehre      sind
                    Beziehungsmanagement, Kundenwert, Vertriebs- sowie Risikocontrolling.
 Kontaktdaten:
 Technische Universität Graz, Institut für Betriebswirtschaftslehre und Betriebssoziologie,
 Kopernikusgasse 24/II, A-8010 Graz. E-mail: bernd.zunk@tugraz.at

                  Dipl.-Ing. Dr.techn. Alfred Fürst studierte Wirtschaftsingenieurwesen-
                  Maschinenbau an der Technischen Universität in Graz.
                  Herr Dr. Alfred Fürst war bis Mai 2010 Universitätsassistent am Institut für
                  Betriebswirtschaftslehre und Betriebssoziologie der TU Graz wo er auch
                  promovierte. Von 2006 bis 2009 bekleidete er die Position des Geschäftsführers
                  des Österreichischen Wirtschaftsingenieurverbands. Seit Juni 2010 ist Herr Dr.
                  Fürst Mitarbeiter im Bereich Unternehmensentwicklung und MA bei der
                  KELAG in Klagenfurt.
 Kontaktdaten:
 KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft, Arnulfplatz 2, A-9010 Klagenfurt, E-mail:
 alfred.fuerst@kelag.at


                                                                                                            WINGNET


Thomas Guerra

WINGnet Graz kooperiert mit der TU Graz
A    m 4. März 2010 kam es zu einem
     erfolgreichen Abschluss einer viel-
versprechenden Zusammenarbeit zwi-
                                            ter und Netzwerker über die Tore der
                                            TU hinaus.
                                               Mit Unterzeichnung der Vereinba-
                                                                                      kung dieser Kooperation. Weitere In-
                                                                                      formationen über dieses Look IN kön-
                                                                                      nen Sie dem Artikel entnehmen, den
schen dem WINGnet Graz und der TU           rung hat das WINGnet Graz das allei-      Sie ebenfalls in diesem Heft finden.
Graz. Nach monatelangen Gesprächen          nige Recht, an der TU Graz Vorträge
zwischen Frank Hartmann, dem Ob-            mit Recrutingzweck zu organisieren.         Ein besonderer Verdienst und Dank
mann des WINGnet Christoph Sadei            Durch die neue Kooperation ist es nun     geht an DI Christoph Adametz und DI
und des Career Info Service der TU,         auch möglich, Studierende aus ausge-      Wolfgang Wallner für das geschenkte
besiegeln nun die Unterschriften des        wählten Studienrichtungen und in be-      Vertrauen, an Mario Fallast für das
Obmanns und des Rektors der TU              stimmten Studiensemestern gezielt per     Herstellen der Kontakte und das Ver-
Graz Prof. Dr. Hans Sünkel eine Koo-        e-mail zu erreichen. Dies bietet einen    mitteln, sowie an Frank Hartmann
perationsvereinbarung.                      großen Vorteil für Unternehmen, die       und Christoph Sadei für das Engage-
                                            sich den Studierenden an der TU Graz      ment und die Konstanz.
   Durch jahrzehntelange, professi-         vorstellen möchten.
onelle Organisation von Firmenvor-             Auf Basis dieser Zusammenarbeit ist       Für weitere Informationen und Kon-
trägen und anderen Events an der TU         bereits das Look IN mit Roland Berger     takte, wenden Sie sich bitte an graz@
Graz von Seiten des WINGnet Graz,           zustande gekommen. Der große Erfolg       wingnet.at oder besuchen Sie uns unter
gilt der Verein als erfahrener Veranstal-   dieser Veranstaltung bestätigt die Wir-   graz.wingnet.at .


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WINGnet




Frischer Wind unter den Flügeln beim WINGnet Graz
Im   März dieses Jahres wurden in der Generalversammlung des WINGnet Graz wieder Wahl-
en   abgehalten um die verschiedenen Ämter zu besetzen. Dabei ergaben sich vor allem
im    Vorstand große Veränderungen. Der Vorstand setzt sich nun wie folgt zusammen:


Obmann – Alois Bauer                        Seite. Ihm ist das Ansehen des Vereins     Robert Nini:
Obmann Stv. – Christoph Sadei               an der TU Graz sehr wichtig, positiv
Finanzreferent – Ulrich Renner              kommentiert er den steigenden Be-          Er studiert zurzeit im 8. Semester Pro-
Schriftführung – Ingrid Gumpesberger        kanntheitsgrad. Wichtig sind ihm die       duction Science  Management. Nach-
Schriftführung Stv – Robert Nini            professionelle Organisation unserer        dem er schon ein Jahr lang mit dem
                                            Veranstaltungen und Kooperationen          Gedanken spielte dem WINGnet bei-
Der Vorstand stellt sich vor:               mit der TU Graz und den anderen Stu-       zutreten, konnten wir ihn im Herbst
                                            dierendenvereinen. Sein Ausblick: „Die     2009 endlich in unserer Mitte begrü-
                                            Zukunft ist vielversprechend da die        ßen.
Alois Bauer:                                ausgearbeiteten und festgelegten Stra-     Er wollte sich neben dem Studium
                                            tegien der letzten Jahre gut gegriffen     mehr engagieren und war vom Auftre-
Er     studiert    Softwareentwicklung      haben.“                                    ten des WINGnet begeistert. In seinem
– Wirtschaft im 8. Semester und trat                                                   neuen Amt hat er vor den Vorstand
dem Verein ungefähr vor einem Jahr          Ulrich Renner:                             bestmöglich zu unterstützen, außer-
bei. Er ist sehr motiviert in seinem                                                   dem ist er nun im vereinsinternen „Ac-
neuen Amt und möchte viel bewegen,          Er studiert nun im 8. Semester BWL         tivities Team“ tätig, welches aus seiner
deswegen entschloss er sich auch dem        und ist seit 2004 Mitglied beim WING-      Sicht optimal die Brücke zwischen Uni-
Kongressteam für den WING Kongress          net. Das Amt des Finanzreferenten          versität und Wirtschaft schlägt.
in Graz dieses Jahr beizutreten. Seine      bekleidet er schon seit 2008 und seit
Ziele sind Mitgliederanwerbung, vor         kurzem leitet er intern das PR Team.       Ingrid Gumpesberger:
allem im Bereich der Softwareentwick-       Seine Ziele als Finanzreferent legt er
ler, die Erstellung von Best Practice Do-   klar da: der Verein soll in jeder Lage     Sie studiert seit 2006 Wirtschaftsinge-
kumenten für das WINGnet und noch           finanziell abgesichert und unabhängig      nieurwesen Maschinenbau und trat
vieles mehr.                                sein.                                      dem WINGnet im Wintersemester
                                                                                       2008 bei.
Christoph Sadei:                            Über die PR meint er: „ In der PR ha-      Über den Verein meint sie: „Es ist ein-
                                            ben wir, denke ich, schon einiges weiter   fach eine großartige Möglichkeit et-
Seit 2003 studiert er Wirtschaftsinge-      gebracht. Der Zuwachs an Mitgliedern       was zu lernen und mit der Wirtschaft
nieurwesen Maschinenbau und 2005            ist ein gutes Zeichen. Einen einheit-      in Kontakt zu kommen.“ In dem Amt
trat der dem WINGnet bei, wo er von         lichen Auftritt auf der TU, vor allem      der Schriftführerin hat sie vor mehr
2007 bis 2010 den Obmann stellte. Mit       bei unseren Veranstaltungen, haben         aktiv am Vereinsleben teilzunehmen,
seiner langjährigen Erfahrung steht er      wir realisieren können und werden wir      den Obmann zu unterstützen und die
nun dem Vorstand mit Rat und Tat zur        in Zukunft noch weiter verstärken.“        Homepage aktuell zu halten.


WINGbusiness 2/2010                                                                                                         37
Mediencorner

              Aumayr, K. J.:
              Erfolgreiches Produktmanagement
              Gabler Verlag, Wiesbaden 2009, 2. Auflage, 343 Seiten, € 62,00
              ISBN 978-3-8349-1803-1

              Wer entscheidet über den Erfolg eines Produkts? Die Käufer – und der verantwortliche Produktma-
              nager. Der Produktmanager kämpft dabei an mehreren Fronten: Er muss mit sinkenden Budgets
              immer mehr Produkte in immer kürzerer Zeit einführen und betreuen. Gleichzeitig muss er eine
              Fülle von Anforderungen aus den internen Abteilungen koordinieren. In dem vorliegenden Buch lie-
              fert Klaus J. Aumayr das komplette Rüstzeug, um diese komplexen Aufgaben souverän zu meistern.
              Fallbeispiele, Charts und Checklisten erleichtern den Transfer in die Praxis. Eine unverzichtbare
              Arbeitshilfe für alle, die ihre Produkte aktiv vermarkten wollen!

              Eignung/Leserschaft	                1 (Anfänger) 	oooþo	 5(Experten)
              Theorie	                     1 (nicht behandelt) 	 oþoo	 5 (intensiv)
                                                                o
              Anwendung 	                  1 (nicht behandelt)	 ooooþ	 5 (intensiv)

              Empfehlung: gute Arbeit, empfehlenswert
                                                                                                      Bernd Zunk



              Beck, B.:
              Volkswirtschaft verstehen
              Vdf Hochschulverlag AG, Zürich 2008, 5. Auflage, 472 Seiten, CHF 70,10
              ISBN: 978-3-7281-3207-9

              Der Titel dieses Buches wird seinen Ansprüchen absolut gerecht. Der Autor versteht es, in anschau-
              licher Weise die wichtigsten volkswirtschaftlichen Tatbestände umfassend und verständlich darzu-
              stellen. Dabei ist das Spektrum der behandelten Themen äußerst breit: Märkte, Marktversagen und
              Staat, Wohlstand und Wirtschaftswachstum, gesamtwirtschaftliche Analyse sowie Außenhandel
              und Entwicklungsökonomie. Neben der fundierten Darstellung und Erklärung der zentralen volks-
              wirtschaftlichen Fragestellungen werden auch neue internationale Entwicklungen aufgezeigt. Das
              Buch ist didaktisch hervorragend aufbereitet und somit bestens geeignet für Studienanfänger oder
              interessierte Laien, die sich einen grundlegenden Überblick über Volkswirtschaft verschaffen wollen.

              Eignung/Leserschaft	                1 (Anfänger) 	ooþoo	  5(Experten)
              Theorie	                     1 (nicht behandelt) 	ooooþ	 5 (intensiv)
              Anwendung 	                  1 (nicht behandelt)	 ooþoo 	 5 (intensiv)
              Empfehlung: erstklassig, sehr empfehlenswert
                                                                                                          Iris Uitz


              Bergmann, G.; Daub, J.:
              Systemisches Innovations- und Kompetenzmanagement – Grundlagen-Prozesse-Perspektiven
              Gabler Verlag, 2. Auflage, Wiesbaden 2008, 332 Seiten, € 34,50
              ISBN 978-3-8349-1059-2

              Das Werk ist als klassisches Lehrbuch aufgebaut. Ausgehend von Begriffsdefinitionen werden die
              Grundlagen des Innovations- und Kompetenzmanagements erklärt. Aus der Perspektive der Sys-
              temtheorie wird der Aufbau und Ablauf des Innovationsprozesses dargelegt. Besonders wird auf die
              Organisation der Innovation und die Kompetenzentwicklung eingegangen. Eine Beleuchtung des
              Themas aus dem Bereich der Ethik ist eine Bereicherung rund um das Thema. Fallbeispiele geben
              Einblick in Praxis.

              Eignung/Leserschaft	                1 (Anfänger) 	oþooo	 5(Experten)
              Theorie	                     1 (nicht behandelt) 	 oþoo	 5 (intensiv)
                                                                o
              Anwendung 	                  1 (nicht behandelt)	 ooþoo	 5 (intensiv)

              Empfehlung: gute Arbeit, empfehlenswert
                                                                                                      Sonja Embst


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Mediencorner

Derenthal, K.:
Innovationsorientierung von Unternehmen
Gabler Verlag, Wiesbaden 2010, 313 Seiten, € 49,90
ISBN 978-3-8349-1832-1

Die Autorin gibt in ihrem Werk einen Überblick über Erfolgsfaktoren um mit Innovationen in ge-
sättigten Märkten als Unternehmen bestehen zu können. Anhand einer quantitativen empirischen
Erhebung, die branchenübergreifend durchgeführt wurde, werden diese Faktoren bestätigt. Die Be-
deutung der Unternehmenskultur als Innovationstreiber und somit als wichtiger Baustein für nach-
haltigen Unternehmenserfolg wird dabei gut herausgearbeitet.


Eignung/Leserschaft	                1 (Anfänger) 	oþooo	 5(Experten)
Theorie	                     1 (nicht behandelt) 	 ooþo	 5 (intensiv)
                                                  o
Anwendung 	                  1 (nicht behandelt)	 ooþoo	 5 (intensiv)


Empfehlung: gute Arbeit, empfehlenswert
                                                                                        Georg Premm



Herstatt, C.; Verworn, B.(Hrsg.):
Management der frühen Innovationsphase
Gabler Verlag, Wiesbaden 2007, 2. Auflage, 432 Seiten, € 49,95
ISBN: 978-3-8349-0375-4

In diesem Buch werden aktuelle Forschungsergebnisse, die sich mit der frühen Phase des Innovati-
onsprozess befassen, vorgestellt. Die Ergebnisse zeigen, dass die frühen Phasen von entscheidender
Bedeutung für den Innovationsverlauf sind. Ausgehend von Arbeiten zu Innovationsanstößen wird
weiters auf die effektive und effiziente Gestaltung der frühen Phasen des Innovationsprozesses einge-
gangen. Im letzten Teil werden Ergebnisse aus der Innovationspraxis angeführt. Dieses Buch liefert
praktische Unterstützung für Innovationsverantwortliche Manager sowie Wissenschaftler und Stu-
dierende des Technologie- und Innovationsmanagements.

Eignung/Leserschaft	                1 (Anfänger) 	oooþo	  5(Experten)
Theorie	                     1 (nicht behandelt) 	 oþoo	 5 (intensiv)
                                                  o
Anwendung 	                  1 (nicht behandelt)	 ooþoo 	 5 (intensiv)

Empfehlung: gute Arbeit, empfehlenswert
                                                                                     Caroline Riemer


Taleb, N. N.:
Der Schwarze Schwan – Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse
Carl Hanser Verlag, München 2008, 441 Seiten, € 25,00
ISBN: 978-3446415683

Dieses Buch zeigt wie sehr das Weltgeschehen durch unwahrscheinliche Ereignisse beeinflusst wird.
Und diese passieren viel häufiger als man annimmt, egal ob es sich um Terroranschläge, Umwelt-
katastrophen, Finanzkrisen oder auch um den Siegeszug einer vorher nicht beachteten Technologie
handelt. Speziell die Probleme der empirischen Sozial- und Wirtschaftswissenschaften werden in
diesem Zusammenhang durchleuchtet und gängige Vorhersagemodelle kritisiert. Schließlich wer-
den Strategien, die zu einer erfolgreichen Bewältigung von unwahrscheinlichen Ereignissen führen
sollen, vorgestellt.

Eignung/Leserschaft	                1 (Anfänger) 	oooþo	 5(Experten)
Theorie	                     1 (nicht behandelt) 	 oþoo	 5 (intensiv)
                                                  o
Anwendung 	                  1 (nicht behandelt)	 oooþo	 5 (intensiv)

Empfehlung: gute Arbeit, empfehlenswert
                                                                                     Ernst Stelzmann

WINGbusiness 2/2010                                                                                           39
WING-Regional




Rupert Hasenöhrl, Johann Persoglia

25. Treffen der Wirtschaftsingenieure in Kärnten
15-04-2010, Klagenfurt am Wörthersee
Eine Jubiläumsveranstaltung sollte es werden, die im Gedächtnis haften bleibt! Wie bei einem ge-
lungenen Cocktail galt es, die Ingredienzien gut aufeinander abzustimmen. Spannende und kurz-
weilige Vortragende, ein Thema, das alle interessiert, Prominenz und etwas Gutes für den Gau-
men waren die Zutaten, gewürzt mit der einen oder anderen Überraschung sollte es gelingen, den
Kärntner Wirtschaftsingenieuren einen unvergesslichen Abend zu bereiten. Aber alles schön der Reihe nach!




B    undespräsident Heinz Fischer
     zur Begrüßung
Die Grußadresse übernahm UHBP per-
sönlich. Interessiert zeigte er sich nicht
nur der Ausbildung zum Wirtschafts-
ingenieurwesen gegenüber, er nützte
auch die Gelegenheit, alte Bekannt-
schaften aus der Zeit vor der Präsident-
schaft aufleben zu lassen, als Prof. Veit
im Rahmen der Rektorenkonferenz
tätig war.
   Worum es damals ging, konnte
nicht mehr eruiert werden, aber dass
Veit seinerzeit Heinz Fischer mit einem
Burgenländerwitz aufmunitionierte,
um bei seinem Bundeskanzler Fred Si-
nowatz zu „punkten“, blieb unbestrit-
ten.

Eine Standortbestimmung der BWL              fokussiert sich die BWL von heute in ih-   Pointen und Anekdoten
als Teilbereich der Techno-Ökonomie          rem Lehr- und Forschungsangebot auf        lieferte dann em. Univ. Prof. Walter
skizzierte dann Univ. Prof. Ulrich Bauer     die Themen Wirtschaftlichkeit, Markt-      Veit, als er 60 Jahre Wirtschaftsingeni-
und ging dabei auf die Rolle der BWL         erfolg und – immer stärker – auf das       eurwesen Revue passieren ließ. Wie zu
in Ausbildung und Forschung ein.             Verhalten der künftigen Absolventen        Zeiten seiner Vorlesung hingen seine
Neben den betriebswirtschaftlichen           als Führungskräfte und Mitglieder er-      zahlreich erschienenen Ex-Studenten
Grundlagen für WING und Techniker            folgreich arbeitender Teams.               an den Lippen von „Papa“ Veit. Stau-


40                                                                                                     WINGbusiness 2/2010
WING-Regional

nend, wenn er über die Zustände an                                                                        wie wir. Wir hal-
der Hochschule in der Aufbauzeit nach                                                                     ten uns zugute, die
dem Krieg erzählte, schmunzelnd,                                                                          Chance optimal ge-
wenn er die vielen kleinen Erfolge und                                                                    nützt zu haben…
das Wachstum darauf zurückführte,
dass man informell den anderen immer                                                                      PPS: Der inkrimi-
einen Schritt voraus war oder ganz ein-                                                                   nierte    Burgenlän-
fach Chancen schneller und beherzter                                                                      derwitz im Ori-
ergriff. Witz und Geist sprühten als er                                                                   ginal:      Wodurch
seine Thesen und Ratschläge aus der                                                                       unterscheiden sich
eigenen Inaugurationsrede rezitierte                                                                      eine steirische und
und den Anwesenden vor Augen führ-                                                                        eine burgenländische
te, dass diese auch heute noch nichts an                                                                  Jauchengrube? Die
Aktualität eingebüßt haben.                                                                               burgenländische ist
                                                                                                          mit einem Sprung-
Überraschungen zum Schluss                 sprechend nachhaltig bei den Kärntner                          brett ausgerüstet!
Nur wenige waren eingeweiht, dass die      Wirtschaftsingenieuren vorstellte. Viel
mittlerweile 12 Jahre lang amtierenden     Erfolg den Beiden!                          PPPS: Prof. Veit’s Ratschläge vor groß-
Regionalkreisleiter die Jubiläumsver-                                                  en Entscheidungen aus der Inaugurati-
anstaltung dazu nützten, um mit Dr.        PS: Mit einem Flunkern können wir           onsrede in Kurzversion als Fragen for-
Bernd Neuner und Dr. Alexander             nicht abtreten und daher gestehen wir,      muliert: 1. Was brauchen wir wirklich?
Marchner ihre Nachfolger zu präsen-        dass es nicht unserem Organisationsta-      – Sinnfrage! 2. Lässt es sich finanzieren?
tieren.                                    lent zuzuschreiben war, dass UHBP Fischer   – Wirtschaftlichkeit! 3. Wie setzen wir
   Beide sind im Bereich Unterneh-         beim Regionalkreistreffen anwesend          es um? – Methodenwissen! Und ganz
mensstrategie und MA der Firma            war. Es war vielmehr purer Zufall, dass     wesentlich dabei: die Reihenfolge der
kelag tätig, die sich durch die Über-      er im Zuge seiner Wahlwerbung zum           Fragestellung ist unbedingt einzuhal-
nahme des abschließenden Buffets ent-      gleichen Zeitpunkt im Sandwirth war         ten!


                                                                                                               WINGNET


Look IN - Roland Berger zu Gast an der TU Graz
A    m Mittwoch den 24. März 2010
     durften wir die Firma Roland
Berger auf der Technischen Universität
                                           gen Akkus beziehen, vorgestellt und
                                           auf die Problemstellungen dabei ein-
                                           gegangen. Diese Technologie wird sich
                                                                                       zu viel Gesprächsstoff. Darauf foltge
                                                                                       dann eine kurze Firmenvorstellung bei
                                                                                       der speziell auf den Einstieg bei Ro-
Graz zu einem Look IN begrüßen.            gegenüber anderen alternativen An-          land Berger eingegangen, sowie auch
   Wie üblich in dieser Veranstaltungs-    triebskonzepten, nach Einschätzungen        die Aufstiegsmöglichkeiten aufgezeigt
reihe, sollte ein Einblick in ein aktu-    von Roland Berger, vor allem als Zweit-     wurden.
elles Themengebiet sowie in die Un-        auto für Kurzstrecken durchsetzten.            In entspannter Atmosphäre wurden
ternehmensstruktur gegeben werden.         Dennoch wird laut der Studie der Mar-       diese Fachgespräche und Networking-
Zu diesem Zweck hatten die Herren ei-      kanteil von reinen Elektrofahrzeugen        dialoge danach am Buffet fortgeführt.
nen interessanten Vortrag zum Thema        in Europa 2020 nur rund 15% betragen.       Anhand der angeregten Gespräche,
E – Mobility mit im Gepäck.                Weitere Kernpunkte waren die Themen         der Vielzahl an Zuhörern sowie am
   Dies war wohl auch der Grund für        Bereitstellung, der damit verbunden         Interesse an der Thematik zeigt sich,
die zahlreiche Teilnahme von Studie-       notwenigen Unternehmenskooperati-           dass dieser Bereich ein enormes Zu-
renden, Absolventen/innen und Mitar-       onen und der Abrechnung der Energie         kunftspotenzial aufweist.
beitern/innen der Universität. Die vie-    mit Kunden. Dabei wurde speziell auf
len Zuhörer fanden in der Aula der TU      die Thematik von Pauschalvertragen             Rückblickend können wir sagen,
kaum Platz. Zu den zahlreichen An-         und die damit verbundene, andere            dass die erste gemeinsame Veranstal-
meldungen kamen noch etliche spon-         Denkweise von Energieunternehmen,           tung von WINGnet Graz und dem TU
tan Interessierte die sich weder den       als auch der Abnehmer eingegangen.          Graz Career Info – Service ein großer
spannenden Vortrag noch das anschlie-      Für nähere Details möchten wir auf die      Erfolg war! Wir hoffen natürlich auch
ßende Buffet entgehen lassen wollten.      Präsentation hinweisen die man auf          in Zukunft so interessante Themen,
   Der etwa einstündige Vortrag gab        unserer Webseite downloaden kann.           Unternehmen und Vortragende in die-
einen guten Überblick über das The-        (http://www.wing-online.at/graz/be-         ser Veranstaltungsreihe und an der TU
ma der elektrischen Mobilität. Dabei       richte.html)                                Graz begrüßen zu dürfen.
wurden aktuelle Pilotmodelle mit              Die interessante Präsentation von
elektrisch angetriebenen Fahrzeugen,       Seiten Roland Bergers führte in der          Bis dahin alles Gute Euer Team vom
welche ihre Energie aus leistungsfähi-     anschließenden Publikumsdiskussion          WINGnet Graz


WINGbusiness 2/2010                                                                                                           41
presse-Info

Wiesbaden, 10. Juni 2010
                                                                   WINGbusiness Impressum
Fußball für den Kopf
                                                                   Medieninhaber (Verleger)
                                                                   Österreichischer Verband der ­Wirtschaftsingenieure
Fachbücher zur WM aus dem Gabler Verlag, dem                       Kopernikusgasse 24/3, 8010 Graz
Vieweg+Teubner Verlag und dem VS Verlag                            ZVR-Zahl: 026865239

Die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika steht         Editor
vor der Tür, und so langsam ergreift wieder das Fußball-Fie-       Prof. Dr. Siegfried Vössner
ber die ganze Welt. Neben Public Viewing und Fan-Gesängen          	 E-Mail: voessner@tugraz.at
kann man sich dem Thema auch fachlich nähern. Die Sprin-
ger Fachmedien bieten dazu mit unterschiedlichen Publika-          Redaktion/Layout
tionen aus dem Gabler Verlag, dem Vieweg+Teubner Verlag            Chefin vom Dienst  Marketingleiterin:
und dem VS Verlag eine gute Grundlage.                             Mag. Beatrice Freund
                                                                   Tel. +43 (0)316 873-7795, E-Mail: office@wing-online.at
Die Gabler-Autoren Holger Preuß, Markus Kurscheidt und
Norbert Schütte haben in ihrem Buch „Ökonomie des Tou-             Redakteure
rismus durch Sportgroßveranstaltungen“ die wirtschaftlichen        Dipl.-Ing. Andreas Martischnig,
Wirkungen und die Zufriedenheit der Besucher rund um die           	 E-Mail: andreas.martischnig@tugraz.at
FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006 untersucht. Die Veran-         Dipl.-Ing. Paul Pfleger
staltung gilt als Meilenstein für die Praxis der veranstaltungs-   	 E-Mail: paul.pfleger@tugraz.at
basierten Standortpolitik und die Eventforschung in Deutsch-       Dipl.-Ing. Markus Kohlbacher
land. Mithilfe ihrer empirischen Erhebung leiten die Autoren       	 E-Mail: markus.kohlbacher@tugraz.at
erstmals eine Reihe von Handlungsanweisungen für den stra-         Dipl.-Ing. Dr.techn. Hannes Fuchs
tegischen Einsatz von Großveranstaltungen ab.                      	 E-Mail: hannes.fuchs@tugraz.at
                                                                   Dipl.-Ing. Sonja Embst
Aus der Welt der Zahlen blickt Vieweg+Teubner-Autor Matthi-        	 E-Mail: sonja.embst@tugraz.at
as Ludwig auf die Kicker und zeigt anhand von Spielfeldern,        Dipl.-Ing. Wolfgang Lang
Bällen und Stadien erstaunliche Zusammenhänge zwischen             	 E-Mail: wolfgang.lang@tugraz.at
den Disziplinen „Mathematik + Sport“ auf. Warum ist das
Elfmeterschießen beim Fußball reine Nervensache? Weshalb           Anzeigenleitung/Anzeigenkontakt
kann man mit Mathematik die Anzahl der Feldspieler bei             Mag. Beatrice Freund
Mannschaftssportarten begründet werden? Mit diesen Fragen          Tel. +43 (0)316 873-7795,E-Mail: office@wing-online.at
zeigt Ludwig auf heitere Art, dass Mathematik eine ganze
Menge mit Sport zu tun hat und dass mathematisches Wissen          Druck
für den erfolgreichen Sportler bzw. für seinen Trainer unent-      Medienfabrik Graz,Steierm. Landesdruckerei GmbH,
behrlich ist.                                                      8020 Graz, Dreihackengasse 20
                                                                   Auflage: 2.500 Stk.
Aus einer ganz anderen Perspektive nähert sich die VS-Auto-
rin Marion Müller dem „Fußball als Paradoxon der Moderne“:         WING-Sekretariat
Warum stört sich beim Fußball eigentlich niemand daran,            Kopernikusgasse 24/3, 8010 Graz,
wenn Franz Beckenbauer über die „angeborene Geschmei-              Tel. (0316) 873-7795, E-Mail: office@wing-online.at
digkeit der Afrikaner“ sinniert oder die „Ausländer“, die dem      WING-Homepage: www.wing-online.at
„Spiel die Würze geben“? Warum finden wir die Existenz von
„Ausländerregelungen“ in der Bundesliga so selbstverständ-         Erscheinungsweise
lich? Und weshalb ist die Vorstellung so abwegig, dass Frauen      4 mal jährlich, jeweils März, Juni, Oktober sowie De-
und Männer gemeinsam Fußball spielen? Marion Müller hat            zember. Nachdruck oder Textauszug nach Rück­sprache
auf diese Fragen anhand einer historischen Analyse des Fuß-        mit dem Editor des „WINGbusiness“. Erscheint in
ballsports und ethnografischer Untersuchungen in drei Fuß-         wissenschaftlicher Zusammen­arbeit mit den einschlä-
ball-Bundesligaklubs Antworten gefunden.                           gigen Instituten an den Universitäten und Fachhoch-
                                                                   schulen Österreichs. Der Wirtschaftsingenieur (Dipl.-
Gabler, Vieweg+Teubner und VS Verlag sind Marken von               Wirtschaftsingenieur): Wirtschaftsingenieure sind
Springer Fachmedien. Springer Fachmedien ist Teil der Fach-        wirtschaftswissenschaftlich ausgebildete Ingenieure
verlagsgruppe Springer Science+Business Media.                     mit akademischem Studienabschluss, die in ihrer be-
                                                                   ruflichen Tätigkeit ihre technische und ökonomische
Kontakt                                                            Kompetenz ganzheitlich verknüpfen.
                                                                   WING - Österreichischer Verband der Wirtschaftsinge-
Karen Ehrhardt | Leitung PR                                        nieure ist die Netzwerkplattform der Wirtschaftsinge-
tel +49 (0)611 / 78 78 – 394 | fax +49 (0)611 / 78 78 – 451        nieure. 				                       ISSN 0256-7830
karen.ehrhardt@springer.com | www.springerfachmedien.de


42                                                                                                   WINGbusiness 2/2010
WENN’S WIRKLICH
                 WICHTIG IST, DANN
              LIEBER MIT DER POST.




www.post.at
WING Managementanforderungen der Zukunft

WING Managementanforderungen der Zukunft

  • 1.
    ISSN 0256-7830; 43.Jahrgang, Verlagspostamt A-8010 Graz; P.b.b. 02Z033720M 2/10 business WING Future Enterprise Human Capital Der Unternehmer Entwicklung von - die zukünftige der Zukunft Märkten und Kon- Arbeitswelt sumverhalten Seite 6 Seite 9 Seite 13
  • 2.
    Impressionen vom 18.Kongress der Wirtschaftsingenieure
  • 3.
    Editorial Future Enterprise ansteigen – somit lag Watson damals um einen Faktor von einer Milliarde daneben. Aber so weit braucht man nicht zurück gehen. Denken Sie nur an die Geschichte des Internets. Um 1990 wurde es als WorldWideWeb über die Universitäten öffentlich zu- gänglich. Wer damals schon Emails schrieb, machte sich keine Vorstellungen, welch rasante Entwicklung die Anwen- dungen des Internets nehmen würden und wie fundamental es unsere Geschäftswelt und nicht zuletzt unser alltägliches Leben verändert hat: Ohne permanenten internetbasierten o.Univ.-Prof. Informationszugang (Stichwort: Emails, Facebook, Twitter) Dipl.-Ing. Dr. fühlt man sich von der Außenwelt abgeschnitten. „Sag, was tippst Du eigentlich dauernd auf Deinem iPhone?“, fragte Siegfried Vössner ich einen Freund, der auf ein Glas Wein vorbeigekommen war. „Ich habe gerade auf Twitter berichtet, dass ich mit Dir ein Glas Wein trinke – und vorher habe ich mit meiner Fa- Liebe Leserin, lieber Leser, cebook-App dasselbe gemacht!“. Gute Freunde findet man nicht leicht und darum habe ich mit einem interessierten „Future-Enterprise - Unternehmen der Zukunft“ war das „Aha!“ geantwortet. Motto unseres 18. Kongresses der Wirtschaftsingenieure, Der Blick in die Kristallkugel ist offenbar nicht leicht. welcher im Mai in Graz stattfand. Und darüber wollen wir Aber ist dies ein Grund ihn nicht zu wagen? Ihnen auch in diesem Heft berichten – daher auch der Ti- Wir wollten es wissen und haben zu unserem Kongress tel. Wenigstens ist es kein „Bindestrich-Management“ The- sechs prominente Vortragende zum Thema Zukunft der ma. Aber es kommt noch besser: Die jung gebliebenen und Unternehmen eingeladen, die aufgrund ihrer Tätigkeit und zukunftsorientierten unter Ihnen denken bei diesem Titel ihres Hintergrundes dieses Thema von den verschiedensten sicher sofort auch an das „Raumschiff Enterprise“. Seiten beleuchtet haben. Die Zusammenfassung ihrer Vor- Star Trek, wie das Unternehmen der Zukunft im Heimat- träge haben wir als Fachartikel oder Interviews für Sie in land USA heißt, lieferte Stoff für sechs Science-Fiction-Fern- diesem Heft vorbereitet. sehserien mit mehr als 700 Episoden, elf Kinofilme, unzäh- Den Anfang macht ein Interview mit dem Bundesminis- lige Romane, Computerspiele und viele andere Werke. Die ter für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz, Rudolf Geschichten der Enterprise, welche auf der 1966 von Gene Hundstorfer zum „Thema Human Capital - die zukünftige Roddenberry geschaffenen Fernsehserie basieren, sind die Arbeitswelt“. DDr. h. c. Peter Mitterbauer, Vorstandsvorsit- wohl populärsten Werke in der Geschichte der Science-Fic- zender der MIBA AG, beschreibt dann in seinem Beitrag den tion Literatur. Das Phänomen „Star Trek“ wird laut Wikipe- „Unternehmer der Zukunft“. dia weltweit immer wieder in kulturellen, technischen oder Der ehemalige Chefstratege der Shell International B.V., gesellschaftlichen Zusammenhängen zitiert und interpre- Dipl.-Ing. Karl Rose, beschreibt für uns Entwicklungstrends tiert. So auch hier. von Märkten und Konsumentenverhalten. Der moderne Mensch ist bekanntlich zukunftsorientiert Dipl.-Ing. MBA Lars Maydell, Practice Group Leader Tech- und versucht besonders gerne einen Blick in selbige zu wer- nology bei Egon Zehnder International, spricht in seinem fen. Und wenn er schon nicht soviel Weitblick hat, dann Interview über verantwortungsvolle Unternehmensführung lauscht er besonders gerne den Visionären, Phantasten, Pro- und Managementanforderungen der Zukunft. pheten, Sehenden, Einäugigen oder Scharlatanen, die emsig Univ.-Prof. Dr. Reinhard Haberfellner, Professor am Ins- durch die Lande ziehen. titut für Unternehmensführung und Organisation der TU Gene Roddenberry gehörte gewiss zu den Visionären Graz, beleuchtet in seinem Beitrag die strategischen Aspekte und Phantasten. Seinen kleinen Kommunikator, mit dem der Unternehmensführung der Zukunft. die Raumschiffbesatzung in seinen Romanen untereinan- der kommunizierte und Positions- und andere Daten un- Den Abschluss bildet ein Ausblick in die Zukunft der tereinander austauschte, gibt es heute unter dem Namen Informationstechnologien und Informationssysteme, den Smartphones. Jeder Österreicher hat heute mindestens einen Ing. Rudolf Kemler, Generaldirektor von Hewlett-Packard dieser Kommunikatoren. Hier gäbe es noch viele Beispiele Österreich, und ehemaliger Geschäftsführer von T-Systems zu nennen in denen man viele Errungenschaften moderner Österreich, in einem Inter- Technik vorhersagte. view gibt. Zum Ausgleich muss ich Ihnen auch ein weniger be- kanntes Gegenbeispiel nennen: Im Jahre 1943 soll Thomas Ich hoffe, dass Ihnen die J. Watson, damaliger Geschäftsführer von IBM, gesagt ha- Artikel, die wir in diesem ben: „Ich glaube, dass es einen Weltmarkt für vielleicht fünf Heft für Sie zusammen- Computer geben wird.“ Dazu muss man zu seiner Verteidi- gestellt haben, gefallen gung sagen, dass Computer damals einen ganzen Raum ein- und verbleibe im Namen nahmen. Laut der Marktforschungsfirma Gartner wurden des Redaktionsteams mit 2009 306 Millionen PCs verkauft - in den nächsten sechs Jah- freundlichen Grüßen, ren soll der Markt auf insgesamt fünf Milliarden PC-Nutzer Ihr Sieg fried Vössner Die Raumschiff Enterprise Crew (Kirk, McCoy und Spock) Bildquelle: © CBS Paramount Television WINGbusiness 2/2010
  • 4.
    TOP-THEMA: Future Enterprise Interview Human Capital - die zukünftige Arbeitswelt 6 Ein Gespräch mit Bundesminister Rudolf Hundstorfer am Kongress der Wirtschaftsingenieure Peter Mitterbauer Der Unternehmer der Zukunft 9 Vortrag, 18. Kongress der Wirtschaftsingenieure in Graz Karl Rose Entwicklungen von Märkten und Konsumverhalten 13 Der Einsatz von Zukunftsszenarien zur Erarbeitung von wirtschaftlichen Entscheidungsgrundlagen Interview Verantwortungsvolle Unternehmensführung 16 Managementanforderungen der Zukunft Ein Gespräch mit Dipl.-Ing. Lars Maydell am Kongress der Wirtschaftsingenieure Reinhard Haberfellner Unternehmungsführung der Zukunft 20 Interview Informationstechnologien/-systeme der Zukunft 26 Ein Gespräch mit Ing. Rudolf Kemler, Generaldirektor von Hewlett-Packard Österreich, am Kongress der Wirtschaftsingenieure WINGbusiness 2/2010
  • 5.
    Inhaltsverzeichnis EDITORIAL Future Enterprise 3 CALL for PAPERS Themenschwerpunkt: Energiemanagement 8 in WINGbusiness Heft 03/2010 LEUTE/KÖPFE Dipl.-Ing. Wolfgang Dopf MBA 12 WING-REGIONAL Johann Hintner Die Wirtschaftsingenieur-Ausbildung am 29 Management Center Innsbruck Bericht über die Veranstaltung des Regionalkreises Tirol am 18. Mai 2010 Rupert Hasenöhrl, Johann Persoglia 25. Treffen der Wirtschaftsingenieure in Kärnten 40 15-04-2010, Klagenfurt am Wörthersee WING Future Enterprise - Unternehmen der Zukunft 30 18. Kongress der Wirtschaftsingenieure, Graz 13-15. Mai 2010 FACHARTIKEL Ulrich Bauer, Bernd Markus, Zunk, Alfred Fürst Studie: 32 Wirtschaftsingenieurwesen in Österreich – Status quo Zentrale Ergebnisse der Studie „Ausbildungslandschaft, Berufs- bild, Karriereweg und Qualifikationsprofil von Wirtschaftsinge- nieuren“ WINGnet Thomas Guerra WINGnet Graz kooperiert mit der TU Graz 36 Robert Nini Frischer Wind unter den Flügeln beim WINGnet Graz 37 Neuer Vorstand Robert Nini Look IN - Roland Berger zu Gast an der TU Graz 41 MEDIENCORNER Buchrezensionen 38 PRESSE-INFO Presse-Info 42 IMPRESSUM Impressum 42 WINGbusiness 2/2010
  • 6.
    Top-thema Interview Human Capital -die zukünftige Arbeitswelt Ein Gespräch mit Bundesminister Rudolf Hundstorfer am Kongress der Wirtschaftsingenieure Rudolf Hundstorfer, geboren am 19. September 1951 in Wien, hat seine gewerkschaftliche Tätigkeit als Jugend- vertrauensperson beim Magistrat der Stadt Wien begonnen. Hundstorfer wurde 1975 Jugendreferent in der Ge- werkschaft der Gemeindebediensteten (GdG), 1983 Organisationsreferent, dann leitender Referent, 1998 wur- de er Vorsitzender der Landesgruppe Wien in der GdG, 2001 geschäftsführender Vorsitzender der GdG, 2003 (bis 2006) Vorsitzender der Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen (FSG) und bis Mai 2007 Vorsitzender der GdG. Hundstorfer war von 1990 bis 2007 Mitglied des Wiener Landtages und Gemeinde- rat und von 1995 bis 2007 erster Vorsitzender des Wiener Gemeinderates. 2003 wurde Hundstorfer Vize-Präsi- dent des ÖGB, 2006 folgte er als geschäftsführender Präsident des ÖGB Fritz Verzetnitsch nach und 2007 wur- de Hundstorfer Präsident des ÖGB und Mitglied im ÖGB-Vorstand, Arbeitsschwerpunkt “Soziales”. Seit 2. Dezember 2008 ist Rudolf Hundstorfer Bundesminister für Soziales und Konsumentenschutz der Republik Öster reich, seit 1. Februar 2009 auch Minister für Arbeit. Rudolf Hundstorfer ist verheiratet und hat drei Kinder. Im Unternehmen der Zukunft wird der Mensch mehr denn je eine zentrale Rolle spielen. Seine Arbeits- welt, die Möglichkeiten, Anforderungen und Rahmenbedingungen werden sich vermutlich von den heu- tigen deutlich unterscheiden. Für den 18. Kongress der Wirtschaftsingenieure 2010 hat Herr Bundesmi- nister Rudolf Hundstorfer einen interessanten und facettenreichen Blick in diese Zukunft geworfen. Sein Vortrag verband, vielleicht auch aufgrund der großen Bandbreite seiner bisherigen Aufgaben (als Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz, Kommunalpolitiker und als erfolg- reicher Vorsitzender des Österreichischen Gewerkschaftsbundes in seiner wohl schwierigsten Pha- se) die Arbeitnehmer-, Gesetzgeber- und Managementsicht. Im folgenden Interview, welches wir im Anschluss an den Kongressvortrag geführt haben, versuchen wir einige Vortragsthemen wiederzugeben. Sehr geehrter Herr Bundesminister, welche re Form der Flexibilität gefordert sein. vor allem, wie ich persönlich glaube, Anforderungen werden in der zukünftigen Im Moment jedoch stellt sich die Fra- wird es notwendig sein, mobiler zu Arbeitswelt an die Arbeitnehmer gestellt ge: Warum stehen hier die Räder still? sein. In vielen Teilen des Landes ist die- werden? In Teilen der Industrie ist Flexibilität se Mobilität ja heute schon gang und eine Einbahnstraße. Die Industrie will gäbe. Jemand, der im Waldviertel lebt, Auf der einen Seite wird man versu- keine Überstunden zahlen. Das ist na- weiß, dass er, um Bildung zu erlangen, chen, ein sehr hohes Bildungs- und türlich für die Arbeitnehmerseite nicht wegfahren muss. Es gibt zwar dort eini- Qualifikationsniveau zu erreichen, akzeptabel. Trotzdem wird es notwen- ge AHS, aber um Bildung für gewisse auf der anderen Seite wird eine ande- dig sein, hier flexibler zu werden und Berufe zu erlangen, muss man mobil WINGbusiness 2/2010
  • 7.
    Top-Thema sein. Das istin allen Teilen Österreichs Wo sehen Sie dabei einen Handlungsspiel- Jeder Unternehmer ist gut beraten, so. Demzufolge werden wir aber noch raum für die Politik? wenn er seine Arbeitnehmerinnen und mehr Mobilität brauchen und in An- Arbeitnehmer schätzt und nicht nur spruch nehmen müssen. Auch dies Wir dürfen nicht aus Jux und Tolle- „heiße Luft“ verbreitet. Eine Wertschät- wird sich verändern. Dabei muss vor rei diverse Arbeitszeitgesetze weiter zung in Form von Arbeitsbedingungen allem darauf geachtet werden, dass die öffnen. Wir dürfen auch den Arbeit- in der Arbeitsablaufgestaltung unter rechtlichen Rahmenbedingungen nicht nehmerschutz und die all die Be- Einbeziehung des Know-Hows der Be- dramatisch verändert werden, und dass wusstseinbildungsprogramme nicht troffenen und einer vernünftigen und man nicht mehr nur projektbezogene vernachlässigen. Man muss den Men- guten Entlohnung, ist der beste Rat an Dienstverträge hat. schen die Möglichkeit geben, Freizeit den Unternehmer. aktiv zu erleben, das bedeutet aber Sie haben in Ihrem Vortrag angeschnitten, auch ein gewisses Einkommen und Sehen Sie da einen Trend, dass sich das in dass es zukünftig immer mehr „Ein-Per- eine soziale Absicherung zu gewähren. Zukunft verbessern wird? sonen-Unternehmen“ geben wird. Führt dies dazu, dass dann Arbeitszeitgesetze Die Politik wird weiterhin die Rahmen- Es gibt immer mehr große Betriebe, die vermehrt von Arbeitnehmerseite umgan- bedingungen festlegen und auch sehr sehr viel Wert drauf legen, ein Corpo- gen werden – beispielsweise weil sich die stark darauf achten müssen, dass diese rate Social Responsibility-Abkommen Leute nicht mehr schützen lassen wollen Rahmenbedingungen auch eingehalten zu haben, zumindest die größeren. Bei oder weil sie keine andere Wahl haben? werden. Vor allem in Hinblick auf die den kleineren bin ich mir nicht so si- Ostöffnung im kommenden Jahr wird cher. Bei Kleinbetrieben erlebt man, Mit meiner Herkunft sehe ich das sehr dies eine Herausforderung werden. dass die Arbeitnehmer Familienmit- kritisch, wobei zu bemerken ist, dass Jene, die kommen, müssen entspre- glieder sind und es funktioniert hervor- es z.B. keinen dramatischen Anstieg chend unserer Rahmenbedingungen ragend. Es ist aber auch erfreulich, dass bei der Telearbeit gibt. Die Telearbeit entlohnt werden. man im Banken- und Versicherungs- stagniert teilweise. Weil die Leute ver- sektor, aber auch in größeren Indus- stehen, dass sie sich nur mehr selbst Sie haben in unserem Gespräch schon die triebetrieben, doch einen Wert darauf ausbeuten, nur mehr wie ein Hamster steigende Burn-out-Rate und den poli- legt, so ein CSR-Abkommen zu haben. im Rad unterwegs sind. Ein „Ein-Per- tischen Spielraum angesprochen. Wie ge- Man führt eine Nachhaltigkeitsdebat- sonen-Unternehmen“ ist durchwegs hen Arbeitnehmervertreter zukünftig mit te, nicht nur showmäßig, sondern man gut. Aber es gibt auch die Gesundheit, dieser Problematik um? denkt darüber nach, wie man nach- auf die geachtet werden muss, siehe die haltiger sein kann. Ein prominentes steigende Burn-out-Rate. Da hat es offen und ehrlich gesagt, Beispiel ist die Firma Spar. Spar bietet einen Bewusstseinswandel gegeben, eine Fortbildungs- und Grundausbil- Rechtlich werden wir das nicht in den früher war Mobbing auch bei Betriebs- dungsakademie an. Da sie ganz genau Griff bekommen. Ich bin kein Illusio- räten das unbekannte Wesen. Hier hat weiß, je besser man seine Mitarbeiter nist, wir werden hier keinen Rechtsrah- sich schon einiges gewandelt. Es gibt qualifiziert, desto mehr kann man dem men im Sinne von Arbeitszeitrahmen schon etliche Firmen, die Mobbing-Be- Kunden bieten. für Selbständige schaffen. Was man al- ratung anbieten, die das wirklich ernst lerdings schaffen kann, ist zu kommu- nehmen. Und es wird auch bei den In- Als eine der großen Errungenschaften und nizieren: es gibt auch Freizeit, arbeite dustriebetrieben bei Burn-Out schon Erfolgsfaktoren Österreichs nach dem 2. nicht 20 Stunden am Tag. „hingeschaut“. In der breiten Masse der Weltkrieg, wird oft die Sozialpartner- Klein- und Mittelbetriebe ist es manch- schaft genannt. Wie sehen Sie dafür die Wird sich der Stellenwert der Arbeit in mal schwieriger. Aber es entwickelt Zukunft? unserem Leben ändern? sich ein Stellenwert in dieser Frage. Das kann man natürlich auch wieder über Sie wird weiterhin stehen, sie hat sich Ich glaube die Arbeit wird im Leben den Arbeitnehmerschutz beeinflussen ja immer wieder inhaltlich gewandelt der Menschen weiterhin einen sehr ho- - aus der Pensionsdebatte heraus. Denn und angepasst. Die Zeit, in der ich da- hen Stellenwert einnehmen, die Men- wenn, die Menschen länger im Arbeits- bei war, war eine Zeit, in der man sich schen wollen ihre Qualifikation auch leben bleiben sollen, muss man natür- bemüht hat für die Regierung Dinge einbringen. lich auch dafür sorgen, dass das geht. vorweg zu erledigen. Ich habe dann mit Gerade Burn-Out ist eine Sache, die bei dem Wirtschaftskammerpräsident Leitl In Österreich wird es noch lange Zeit frühzeitiger Erkennung gut therapier- sieben Abkommen unterschrieben, da kein erwerbsloses Grundeinkommen und behandelbar ist. Und da wollen ist einiges weiter gegangen. Jetzt in der geben - d.h. Arbeit wird weiterhin ei- wir natürlich versuchen, frühzeitig ent- Krise hat sich zwar inhaltlich nicht nen hohen Stellenwert zur Überlebens- gegen zu steuern. wahnsinnig viel weiter entwickelt, aber sicherung haben. Ich bin überzeugt da- die Sozialpartnerschaft hat sich doch von, dass auch die Gemeinwesen-Arbeit Wir haben vom hohen Stellenwert der Ar- in der Krise als sehr stabile Plattform einen hohen Stellenwert hat, wo wir ja beit für die Arbeitnehmer gesprochen. Wie der Begegnung erwiesen. Das ist schon einen sehr hohen Grad an Freiwilligen steht es umgekehrt um die Bedeutung des wahnsinnig viel wert. Wir hatten große in unserem Land haben. Arbeit hat also einzelnen Arbeitnehmers für die Unter- Demos und wir werden sehen was noch schon einen sehr hohen Stellenwert. nehmen der Zukunft? kommt. Aber im vorigen Jahr gab es WINGbusiness 2/2010
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    Top-Thema auch genügend zur kann und in Zukunft noch entwickeln Wirtschaf tskam- soll? mer, zum ÖGB, die immer wieder fra- Ich glaube, dass wir grundsätzlich sehr gen: „Wie geht das, vernünftige Ansätze haben und dass was macht ihr da?“ wir wirklich sehr hoch qualifizierte Und viele Bereiche Arbeitskräfte und doch in Summe Rudolf Hundstorfer bemühen sich, gesehen viele Leute haben, die bereit Bundesminister für das Miteinander sind, die weitere Qualifikation vor- Arbeit, Soziales und herbeizuf ühren. anzutreiben. Und wir haben so etwas Konsumentenschutz Der französische unschätzbar Wertvolles wie den sozi- der Republik Österreich Präsident Sarkozy, alen Frieden. All dies sind, glaube ich, hat nun wirklich Standortvorteile. Auch die Rahmen- einige Male die Ge- bedingungen z.B. der Steuerpolitik keine riesigen Sozialkonflikte. Wir ha- werkschaften eingeladen, was früher sind bekanntermaßen in Österreich ben vernünftige Lohnrunden gehabt, nie der Fall war. Präsident Obama hat ja nicht uninteressant, ebenso die Un- da gibt es eine gute Weiterentwicklung. das von Haus aus gemacht. terstützungsmöglichkeiten. Ich glau- Die Sozialpartnerschaft ist ein Stand- be, wir können schon ein attraktiver ortfaktor - teilweise ein Exportartikel. Sein Vorgänger Präsident Bush hat in Standort sein. Wenn es um reinste seiner gesamten 8-jährigen Amtszeit Massenproduktion geht, da kommt Ist dies auch ein Standortfaktor, der für den amerikanischen Gewerkschafts- in Westeuropa niemand mehr mit, da Unternehmen attraktiv sein kann oder führer lediglich einmal eine halbe ja der Transport nichts kostet. Dies werden kann? Stunde lang empfangen. wird sich aber mit steigenden Energie- und damit Transportkosten ändern. Ja. Es ist ein Unterschied, ob ich jeden Österreich wird heute von vielen Unter- Dann wird es ein Umdenken geben. zweiten Konflikt mit einer Demo auf nehmen als Hochlohnland gesehen und er- Vielen Dank für das Gespräch! der Straße oder mit Arbeitsniederle- scheint in dieser Hinsicht für die Industrie gungen begleite oder ob man bereits weniger attraktiv als Niedriglohnländer Das Interview führten Frau Dipl.-Ing. zuvor alle Möglichkeiten ausprobiert. wie z.B. China. Was sind aus Ihrer Sicht Sabine Hösch und Herr O.Univ.-Prof. Das ist schon ein Asset. Es kommen ja die Assets, die Österreich Betrieben bieten Dipl.-Ing. Dr. Siegfried Vössner Call for Papers Themenschwerpunkt: Energiemanagement in WINGbusiness 03/2010 Beschreibung des europäischen Kraftwerkspark, Stra- Vorlagen zur Erstellung eines WING- tegien für den Klimawandel sind un- papers und konkrete Layout-Richtli- Für die Ausgabe 03/2010 laden wir teranderem Themenbereiche, die von nien sind als Download unter: Autoren ein, wissenschaftliche Arti- Interesse sind. Speziell Zukunftssze- http://www.wing-online.at/services/ kel (WINGPaper) zum Thema „Ener- narien der Elektromobilität, der ös- wingbusiness/medienfolder.html giemanagement“ zu verfassen. terreichischen Energiewirtschaft oder oder per E-Mail verfügbar. Das Energiemanagement umfasst für den gesamten Energiemarkt sind seit jeher die Energieversorgung, Herausforderungen, die mit Spannung Autoren können ihre Beiträge zum die die notwendige Basis für die verfolgt werden. Themenschwerpunkt als PDF an Entwicklung von Gesellschaft und Mit dem Schwerpunkt „Energie- office@wing-online.at übermitteln. Wirtschaft ist. Die Entwicklung der management“ soll den Lesern im 3. Die Ergebnisse des Reviews werden Energiepreise und der Klimawandel WINGbusiness im Jahr 2010 ein Ein- dem Autor innerhalb von 4-8 Wo- zwingt bisherige Lösungsansätze zu blick in diese spannenden Themenbe- chen nach Einsendung des Artikels überdenken. Die Gestaltung optima- reiche gegeben werden. zugestellt. ler Rahmenbedingungen für erneu- erbare Energien, die Entwicklung Hinweise für Autoren: Annahmeschluss: 25.07.2010 WINGbusiness 2/2010
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    Top-Thema Bildquelle: Miba AG Peter Mitterbauer Der Unternehmer der Zukunft Vortrag, 18. Kongress der Wirtschaftsingenieure in Graz Die Miba ist strategischer Entwicklungspartner der internationalen Motoren- und Fahrzeugindustrie. Das Unter- nehmen besteht seit 1927 und ist nach wie vor in Familienbesitz. Mittlerweile ist die dritte Generation der Fami- lie Mitterbauer im Unternehmen tätig. Die Unternehmensgruppe mit weltweit mehr als 2600 Mitarbeitern wird seit jeher nachhaltig und wertorientiert geführt. Um als Unternehmer der Zukunft erfolgreich zu sein, bedarf es einer gesunden Mischung aus Tradition und Innovation. Gerade in wirtschaftlich turbulenten Zeiten ist es von Bedeutung, unternehmerisches Handeln konsequent an den eigenen Stärken auszurichten und sich auf die eigenen Wurzeln und Kernkompetenzen zu konzentrieren. Durch die klare strategische Ausrichtung auf Hochtechnologie, gut geführte und engagierte Mitarbeiter und kluge Kosteneinsparungen in allen Bereichen gelang es der Miba gut, durch die schwierigen Monate der Wirtschaftskrise zu steuern. Das Unternehmen ist gut für die Zukunft gerüstet. Wirtschaftsingenieure arbeiten in Wirtschaft und Wissenschaft an Entwicklungen von morgen. Die Miba beschäftigt zahlreiche Wirtschaftsingenieure. In unterschiedlichen Bereichen des Unterneh- mens bringen sie ihr wertvolles Know-how ein. Die Ausbildung vereint auf einzigartige Weise tech- nisch-naturwissenschaftliche Kompetenz mit wirtschaftlichen Inhalten – diese Kombination ist in einem Unternehmen wie der Miba gefragt. Miba Technologie und langjährige Erfahrung machen Fahr- zeuge, Züge, Schiffe, Flugzeuge und Kraftwerke leistungsstärker, effizienter und umweltfreundlicher. 2009 - ein herausforderndes Jahr zu 25 Prozent. Gegen Ende des Jahres Das Unternehmen wurde unter dem stabilisierte sich die Industriekonjunk- Motto: „Sales up – Cash up – Cost Unternehmer blicken auf eine turbu- tur langsam, allerdings auf deutlich down“ rasch auf neue Prioritäten ausge- lente Zeit zurück und zweifelsohne niedrigerem Niveau. Das Management richtet. Die Miba blickt in die Zukunft, liegt auch eine anspruchsvolle Zeit vor der Miba hat zu Beginn der Krise die das Unternehmensziel ist unverändert ihnen. 2009 war ein herausforderndes richtigen Schwerpunkte gesetzt: es galt profitables Wachstum. Jahre für die Industrie, ihre Mitarbei- die Liquidität des Unternehmens zu si- ter und ihre Unternehmer. Die Ab- chern und die Kostenstrukturen an die Miba Strategie bewährt sich in der satzmärkte der Miba waren in einer Kundenaufträge anzupassen. Krise noch nie dagewesenen Intensität und Gleichzeitig aber war es wichtig, Geschwindigkeit eingebrochen. In den die klare strategische Ausrichtung auf In Summe konnte das Geschäftsjahr ersten drei Quartalen verzeichnete das Hochtechnologie unbeirrt weiter zu 2009/10 besser als erwartet abgeschlos- Unternehmen Umsatzrückgänge bis verfolgen. sen werden. Der Gesamtumsatz betrug WINGbusiness 2/2010
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    Top-Thema knapp 312 MillionenEuro, was etwa Peter Mitterbauer in der zweiten Gene- Die Übernahme von Verantwortung 16 Prozent Rückgang bedeutet. In der ration. Auch die dritte Generation der und gutes Management wurden lange Miba ist man stolz darauf, dass trotz Familie ist in Person der Kinder Peter Zeit belächelt und als antiquiert abge- der Umsatzeinbrüche in jedem Quartal und Therese Mitterbauer bereits in der tan. Jetzt zeigt sich, wie dringend ein ein positives Ergebnis erwirtschaftet Miba aktiv. Die Miba ist heute eine Wirtschaften nach diesen Prinzipien werden konnte. Im Branchenvergleich internationale Unternehmensgruppe, notwendig ist. Viele Unternehmen ist das ein hervorragendes Ergebnis. die technologisch anspruchsvolle und überleben ihre erste oder zweite Krise Die Eigenkapitalquote des Familienun- hochbelastbare Antriebskomponenten nicht – egal, ob es sich um einen größe- ternehmens stieg auf über 60 Prozent, produziert. ren Markteinbruch oder eine Fehlent- die EBIT Marge beträgt 5,3 Prozent. Sie begleitet ihre Kunden der Mo- scheidung des Managements handelt. Es ist gelungen, aus der Nettoverschul- toren- und Fahrzeugindustrie weltweit Nur wenige Unternehmen sind fähig, dung ein Nettoguthaben zu machen von der Entwicklung bis zur Umset- wirklich große politische oder wirt- und der Cashflow erreicht beinahe die- zung individueller Lösungen. An zwölf schaftliche Krisen – so wie wir sie jetzt selbe Höhe wie im vergangenen Jahr. Standorten in den Wachstumszentren erleben – problemlos durchzutauchen. Die Miba hat in den herausfordernden der Welt arbeiten rund 2600 Mitarbei- In der Rezession trennt sich die Spreu Monaten Marktanteile gewonnen und ter an einem gemeinsamen Ziel: Kein vom Weizen. investiert in die Zukunft. Antrieb ohne Miba Technologie. Das Ein Unternehmer muss an sein Unter- Netz der Produktionsstandorte spannt Der Unternehmer der Zukunft nehmen und seine Zukunft glauben. sich über die ganze Welt: von USA über Brasilien, Europa bis nach Singapur Um als Unternehmer der Zukunft er- Die Miba hat mit ihrem Fokus auf und China. folgreich zu sein, bedarf es einer gesun- Hochtechnologie eine klare Ausrich- den Mischung aus Tradition und Inno- tung. Doch um Technologieführer- Miba ist ein eigentümergeprägtes, vation. schaft abzusichern und ausbauen zu börsenotiertes Unternehmen. Die Ei- Ebenso wie ein Baum bedarf ein Un- können, muss man konsequent daran gentümerstruktur – rund drei Vier- ternehmen starker Wurzeln, um den arbeiten und investieren. Das Miba Ma- tel der Anteile sind nach wie vor in aufziehenden Stürmen und Unwettern nagement hat trotz Umsatzrückgängen Familienbesitz – ist seit Jahrzehnten trotzen zu können. Die Werte eines nicht aufgehört, in die Zukunft zu in- stabil. Finanzielle Unabhängigkeit, Unternehmens bilden dabei nicht nur vestieren und strategische Projekte und gesellschaftliche Verantwortung und die Grundlage ethischen Handelns, Investitionen weiterlaufen lassen. Im eine langfristige Ausrichtung prägen sondern geben Firmen in Krisenzeiten April hat die Miba den englischen Be- das Handeln im Unternehmen. Im vielmehr den notwendigen Halt, um schichtungsspezialisten Teer Coatings Jahr 2008 entwickelten die Führungs- diese zu meistern. Im Zentrum der Un- Ltd. übernommen. Das Unternehmen kräfte die Miba Vision 2015. Damit de- ternehmertätigkeit stehen nicht eine mit Sitz in Droitwich, Großbritannien finierten sie die Rahmenbedingungen kurzfristige Gewinnmaximierung, ist Technologieführer im Bereich hoch- für die Zukunft. sondern die langfristige Steigerung des spezialisierter Oberflächenbeschich- Über allem steht das gemeinsames Ziel, Wertes – und damit die Zukunftssiche- tungen. die Vision: rung des Unternehmens. Über Jahr- Das Know-How der Teer Coatings Kein Antrieb ohne Miba Technologie. zehnte hin erfolgreiche Unternehmen erweitert Produktportfolio und Kom- Die Mission: Innovation in Motion - – so wie die Miba eines ist – denken petenz der Miba optimal und die Unter- Miba Technologie ermöglicht Ressour- nicht in Quartalsberichten, sondern in nehmensgruppe kann so ihren Kunden cen schonende Mobilität. Generationen. noch umfassendere Lösungen anbieten. Die Strategie: Globale Nummer 1 in Im Juni 2010 eröffnet die Miba einen wirtschaftlich attraktiven, techno- Daran erinnert auch eine Aussa- neuen Sinterstandort in Ohio, USA. logisch anspruchsvollen Marktseg- ge des legendären GE Managers Jack Mit dem Aufbau dieses Standortes menten. Welch, der auf die Frage, ob es in einer trägt sie der Nachfrage nach energieef- Die Werte lauten Technologieführer- Krise neuer Regeln für das Manage- fizienten und emissionsreduzierten schaft, Leidenschaft für den Erfolg, ment bedarf, geantwortet hat: „Die Antriebskomponenten für Autos am Lebenslanges Lernen und Unterneh- Prinzipien sind immer noch dieselben. US-amerikanischen Markt Rechnung. merisches Handeln. Diese Werte leiten Jeden Tag danach streben, die Dinge Auch der bestehende Standort in Ohio, sich stark ab von den Prinzipien des besser zu machen als zuvor.“ Dabei die Miba Bearings US, wurde weiter Firmengründers Franz Mitterbauer, sind langfristiges, strategisches Den- ausgebaut. Im Juni startet dort die Pro- der einen hohen Leistungs- und Qua- ken und Handeln in den vergangenen duktion von Hochleistungs-Gleitlagern litätsanspruch an sich selbst und sein Jahren immer schwieriger geworden. für LKW Dieselmotoren. Umfeld hatte. Diese Werte waren in Manager müssen sich und ihre Organi- der Vergangenheit Leitlinie und wich- sationen auf Flexibilität einstellen, um Die Miba Welt tiger Ankerpunkt und sie werden es mit dem Tempo des Marktes mitzuhal- auch in der Zukunft sein. ten und den Veränderungen von außen Die Miba wurde 1927 im Salzkammer- Rechnung zu tragen. Diese Flexibilität gut gegründet, heute befindet sich das Die Miba – und das ist die wichtigste Ba- allerdings führt zu einem Verlust an Unternehmen im 83. Jahr seines Beste- sis für eine erfolgreiche Zukunft – wird Planbarkeit und Sicherheit für Mitar- hens und mit Vorstandsvorsitzenden nachhaltig und wertorientiert geführt. beiter, Kunden, Lieferanten. 10 WINGbusiness 2/2010
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    Top-Thema die Innovationsfä-  Gleitlagerlösungen in Windgetrie- higkeit des Unter- ben (Planetenlagerbüchsen) und nehmens. Techno- Windturbinengeneratoren (Rotorla- logieführerschaft ger-Pads) und Innovations-  Komponenten für Doppelkupp- kraft schaffen ei- lungsgetriebe oder Servo-Synchro- nen Wettbewerbs- nisierung zur Verbrauchsreduktion Dipl.-Ing. DDr. h.c. vorsprung. Ein und höherem Schaltkomfort in letzter, wichtiger PKW Peter Mitterbauer Punkt um als Un-  Reibbelag mit höherer Energiebe- Vorstandsvorsitzender ternehmer erfolg- lastbarkeit für Windturbinen der Miba AG reich zu sein, ist  Funktionale Bauteilbeschichtungen eine robuste Fi- zur Reibungsminimierung nanzstruktur des Dieses Manko – nämlich den Verlust Unternehmens. Die Miba hat darauf Alle diese Entwicklungen bringen die an Sicherheit und Stabilität – können immer großen Wert gelegt und es ge- Miba ihrer Vision einen Schritt näher: nur glaubwürdige, kompetente Füh- lingt gut, das Unternehmen auf die Zu- Kein Antrieb ohne Miba Technologie. rungskräfte wettmachen. kunft auszurichten. Es geht bei all diesen Entwicklungen nicht um kurzfristige Marktausnut- Deshalb schlägt in der Krise auch die Wachstum durch Technologie zung und schnelle Gewinne. Die De- Stunde mutiger, guter Führung. vise ist langjähriges, profitables Wachs- Die Miba investiert jährlich rund sechs tum. Dabei wird in der Miba einer Die wesentliche Aufgabe der Füh- Prozent des Umsatzes in Forschung und soliden Finanzierungsstrategie und der rungskraft in unsicheren Zeiten ist, Entwicklung und leistet mit ihrer In- Sicherung von Liquidität nicht nur in Sicherheit zu vermitteln, indem sie novationskraft einen unverzichtbaren der Krise hohe Bedeutung beigemes- Werte vorlebt und unermüdlich kom- Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit der sen. Ein straffes Forderungs- und La- muniziert. Kunden. Gerade in schwierigen Zeiten germanagement und die konsequente hat die Miba unverändert hoch in den Optimierung des Working Capital ver- In der Miba gibt es Führungsprin- Ausbau ihrer Technologieführerschaft schafft dem Unternehmen Luft zum zipien, die Mitarbeiter – egal, ob Rezes- investiert. Atmen. In der Miba werden Investi- sion oder Hochkonjunktur – von ihren Knapp 19 Millionen Euro flossen im tionen traditionell aus eigener Kraft, Führungskräften erwarten können. Es vergangenen Jahr in den Bereich FE. sprich aus dem operativen Cash-flow, handelt sich dabei um ebenso vermeint- 150 Mitarbeiter arbeiten dort tagtäglich finanziert. lich banale wie essentielle Tugenden Hand in Hand mit den Kunden an wie etwa Integrität, Mut, Respekt oder neuen Entwicklungen. Eine Stärke der Warm heart – Cool head – Working Leistungsbereitschaft. Integrität bedeu- Miba ist, dem Kunden Lösungen anzu- hands tet dabei für uns, aufrichtig zu sein, kri- bieten, die maßgeschneidert sind. tisch seine Meinung zu sagen, klar und „A warm heart – a cool head – working transparent zu kommunizieren und Die Miba setzt auf energieeffiziente An- hands“ - das beschreibt, was es in har- Probleme anzupacken. triebe und ressourcenschonende Mobili- ten Zeiten braucht. tät. Eine partnerschaftliche Unter- Die Qualität eines Managers macht nehmenskultur zeichnet attraktive Mit dem Forschungsschwerpunkt die richtige Kombination aus Realitäts- Arbeitgeber aus, steigert die Arbeits- auf leistungsstarke, sichere und um- sinn und Vision aus. Diese Krise bietet zufriedenheit und Identifikation mit weltfreundliche Antriebstechnologien ebenso viele Risiken wie Chancen. Gut dem Unternehmen und verbessert so ist die Miba auf die Anforderungen geführte Unternehmen finden auch in die Wirtschaftlichkeit. Das Ziel in der ihrer Kunden ausgerichtet. Großes Po- dieser Zeit enorme Wachstumsmög- Miba lautete, mit der Stammmann- tential und Chancen liegen im Bereich lichkeiten: Wenn sie sich auf ein starkes schaft durch die Krise zu kommen, da alternativer Antriebstechnologien oder Kerngeschäft konzentrieren und dort genau diese qualifizierten Mitarbei- in der Windindustrie. Wachstumschan- vorhandene Potenziale voll ausschöp- ter für den nächsten Aufschwung ge- cen ergeben sich auch in Zukunfts- fen. Es macht Freude, in anspruchs- braucht werden. märkten wie China, Indien, Brasilien. vollen Zeiten wie diesen Unternehmer Diese Regionen entwickeln sich sehr zu sein. Das sind die Zeiten, in denen Geringe Fluktuation der Mitarbei- erfreulich – vor allem China: hier wer- eine Firma ihre Innovationskraft und ter sichert die Nachhaltigkeit eines den heute mehr LKW produziert als in den Unternehmergeist unter Beweis Unternehmens ebenso wie die Schaf- Europa. Darauf richten das Unterneh- stellen und Zukunft gestalten kann. fung nachhaltiger, dauerhafter Wett- men seine Technologien aus, mit zum bewerbsvorteile: Eine hohe Kunden- Beispiel folgenden Entwicklungen: Veränderungsbereitschaft und In- orientierung und langjährige tragfä-  Hochbelastbare und völlig bleifreie novationskraft braucht es auch von der hige Beziehungen zu Kunden und Lie- Gleitlager für sparsame LKW Diesel- öffentlichen Hand, der Sozialpartner- feranten sind dabei ebenso wichtig wie motoren schaft, den politisch Verantwortlichen. WINGbusiness 2/2010 11
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    Top-Thema Die Vorraussetzung füreine starke und geboren 1942 in Laakirchen/OÖ, Sonstige Funktionen erfolgreiche heimische Industrie ist, verheiratet, 2 Kinder dass die Unternehmen Möglichkeiten haben, flexibel reagieren zu können. Ausbildung  1988 – 1996 Präsident der Vereini- Eine handhabbare Regelung zur Flexi- gung der Österreichischen Industrie, bilisierung der Arbeitszeit ist dringend  Realgymnasium Landesgruppe Oberösterreich notwendig.  Studium Maschinenbau und Be-  1990 – 1996 Vizepräsident der oberös- triebswirtschaft an den Technischen terreichischen Wirtschaftskammer Österreich braucht ein innovations- Universitäten Graz und Wien  1996 – 2004 Präsident der Vereini- freundliches Klima und gezielte Inves-  Berufspraxis und Ergänzungsstudi- gung der Österreichischen Industrie titionen in Bildung und Forschung und um in den USA  2001 – 2004 Vizepräsident der UNI- Entwicklung. Als Industrieland muss CE (Vereinigung der europ. Indus- Österreich ein attraktiver Standort für Berufliche Tätigkeit trie- und Arbeitgeberverbände) die besten Köpfe sein. So erhält und  Seit 2004 Vorsitzender des Auf- stärkt das Land seine Innovationskraft  1969 Eintritt in das 1927 vom Vater sichtsrats der FFG (österrei- und ist gut für die Zukunft gerüstet. gegründete Unternehmen, Leitung chische Forschungsförderungsge- des Gesamtverkaufs und Leitung sellschaft mbH) Zur Person: mehrerer Beteiligungsunternehmen  Seit 2005 Vorsitzender des ÖIAG-  1973 Eintritt in den Vorstand Aufsichtsrats DI DDR. H.C. PETER MITTERBAUER,  Seit 1986 Vorsitzender des Vorstands  Mitglied diverser anderer Aufsichts- Vorstandsvorsitzender der Miba AG, der heutigen Miba AG räte LEUTE/KÖPFE Dipl.-Ing. Wolfgang Dopf MBA Vorstandsdirektor der LINZ AG Jahrgang 1957 Nach der HTL in Vöcklabruck, dem Studium „Wirtschaftsingenieurwesen im Maschinenbau, Fachrichtung Dampf- und Wärmetechnik“ an der TU Graz und der Ausbildung zum Zivilingenieur, ergänzte das Limak General Management Executive MBA Programm seine Ausbildung. Auslandserfahrung sammelte er 1984/85 bei einem einjährigen Praxisaufenthalt bei Hills Industries Ltd. in Adelaide, Australien. Nach Tätigkeiten bei der Österreichischen Invesitionskredit AG in Wien und der Steyrermühl Papierfabriks- und Verlags AG trat er 1993 in die damalige ESG als Leiter der Kraftwerke ein. Im Oktober 2004 wurde Wolfgang Dopf zum Geschäftsführer der Linz Gas/Wär- me GmbH und im April 2007 in Personal¬union zum Geschäftsführer der LINZ STROM GmbH ernannt. Seit 1.4.2009 ist er als Vorstandsdirektor zuständig für das Energie-Ressort. Dieses umfasst die Strom-, Erdgas- und Fernwärmeversorgung und den Bereich Tele- kommunikation. 12 WINGbusiness 2/2010
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    Top-Thema Karl Rose Entwicklungen vonMärkten und Konsumverhalten Der Einsatz von Zukunftsszenarien zur Erarbeitung von wirtschaftlichen Entscheidungsgrundlagen Wie schön wäre es im Vorfeld einer großen Investitionsentscheidung zu wissen, ob die zugrunde liegen- den Annahmen richtig sind. Der Wunsch zu wissen wie die Zukunft aussieht ist so alt wie die Mensch- heit selbst. Leider ist und bleibt es unmöglich die Zukunft vorherzusagen. Aber die Zukunft ist nicht un- denkbar. Die Erschaffung von alternativen Zukunftsmodellen, auch Szenarien genannt, und das Arbeiten mit Zukunftsszenarien ist zu einem festen Bestandteil der modernen Unternehmensführung geworden. I n diesem Artikel beschäftigen wir uns mit möglichen Szenarien für die globale Entwicklung von Märkten und Planung Methoden und Instrumente um Unsicherheiten zu bewältigen und unsere Annahmen über die Zukunft zu machen, sondern primär um die Identifizierung der treibenden Kräfte und kritischen Unsicherheiten, deren Konsumverhalten. Es geht dabei nicht zu überprüfen. Die Entwicklung von unterschiedliche Lösung verschiedene um die Vorhersage von konkreten Zukunftsszearien ist eine Methode, die Zukunftsentwicklungen zur Folge hat. Kennzahlen, sondern um den Ansatz sich sehr gut eignet um mit grossen Un- Wir suchen in der Szenarioplanung ge- qualitativ über die Auswirkungen glo- sicherheiten systematisch umzugehen. zielt nach den Trendbrüchen, die mög- baler Trends auf die Märkte der Zu- Einige Beispiele wichtiger externer lich und sogar wahrscheinlich sind. kunft nachzudenken. Wir werfen einen Unsicherheiten die uns zum jetzigen Diese frühzeitig zu erkennen ist für Blick auf die möglichen Auswirkungen Zeitpunkt betreffen sind die Finanz- die Entwicklung von Handlungsopti- der Finanzkrise auf regionale Märkte krise, demographische Entwicklungen onen und zukunftsrobusten Strategien und betrachten potentielle makro-öko- und die Auswirkungen einer alternden von großem Wert. Dabei stellen wir uns nomische Verschiebungen im globalen Gesellschaft, sowie die Problematik nicht die Frage: „Was wird passieren?“, Handel genauso wie die Auswirkungen des Klimawandels. Es handelt sich da- sondern: „Was werden wir tun, wenn demographischer Entwicklungen. Ein bei um trans-nationale, oft unlösbar diese mögliche Zukunft wirklich ein- solcher Ansatz ermöglicht es, zum Bei- erscheinende Probleme, die Menschen tritt?“. Eine solche Einstellung ermög- spiel, Konsumverhalten und seine po- stark verunsichern und ein Gefühl licht es uns schneller als Konkurrenten tentiellen Auswirkungen auf die wirt- der Ohnmacht und Hilflosigkeit hin- auf eine mögliche, aber im Prinzip un- schaftliche Entwicklung einer Region terlassen. Für viele dieser Themen ist vorhersehbare, Zukunft zu reagieren. zu erkunden und auf Glaubwürdigkeit es beinahe unmöglich um exakte Vor- Schauen wir uns kurz die heutige zu testen. hersagen zu treffen. Darum verwenden Lage an. Die Erholung der globalen Die wichtigsten Entscheidungen wir in der Entwicklung von Strategien Wirtschaft wird gestützt durch das der Gegenwart hängen von unseren und Handlungsoptionen gerne die Wachstum der sich entwickelnden Be- Annahmen über die Zukunft ab. Wir Technik der Szenarioplanung. Dabei völkerungsgiganten China und Indien. brauchen deshalb in der strategischen geht es nicht darum eine Vorhersage Aus Angst vor den negativen Folgen WINGbusiness 2/2010 13
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    Top-Thema der Krise auflokaler und regionaler Der wirtschaftliche Aufschwung in auch wenn sie nicht auf Spekulation Ebene, wie zum Beispiel regional hoher den USA ist wie erwartet stärker als in zurückzuführen sind, wird mit großem Arbeitslosigkeit oder stark steigender Europa, wobei im Nordatlantischen Mißtrauen und Ablehnung begegnet Staatsverschuldung, halten schon ver- Wirtschaftsraum durchaus noch das werden. Das Potential für politische schwunden geglaubte nationale Priori- Risiko einer zweiten Rezession („dou- Radikalisierung durch bestehende und täten und Interessen wieder Einzug in ble dip“) im zweiten Halbjahr 2010 steigende Einkommensdisparität steigt die internationale Politik. Es kommt und ersten Halbjahr 2011 gegeben ist. und es besteht die Gefahr des Einzugs verstärkt zu einer Kombination von Grundlage dafür ist das Auslaufen der von Populismus und Extremismus in stark nationalen Positionen mit einem staatlichen Konjunkturpakete und die die tagespolitische Debatte. Stückwerk an wichtiger Kollaboration Frage, ob die Weltwirtschaft ohne diese Das Vertrauen in Institutionen, und und Entwicklung gemeinsamer Stand- Hilfspakete, und die dadurch ausgelös- hier inbesondere in die Politik, ist an punkte, vor allem im Bereich der Um- te Nachfrage nach Investitionsgütern, einem historischen Tiefpunkt ange- weltpolitik, die noch stets sehr große weiteres eigenständiges Wachstum langt. Das Verlangen nach Gerechtig- politische Aufmerksamkeit genießt. zeigen wird. Bis jetzt hat die Entwick- keit und Vergeltung für die Verursa- Die stärkere Rolle der G20 gegenüber lung des Privatkonsums im Westen ent- chung der Finanzkrise führt zu Rufen den G8 und die in Kopenhagen neu täuscht und es wird für die weitere po- nach mehr Regulierung und hat nega- entstandenen „table stake“ Koalitionen sitive Entwicklung der Weltwirtschaft tive Auswirkungen auf wirtschaftliche sind ein gutes Beispiel einer solchen von außerordentlicher Bedeutung sein, Risiken. Finanzierungsdefizite bei öf- internatonalen Zusammenarbeit unter ob Asien, und hier vor allem China und fentlichen Dienstleistungen und Pensi- Wahrung der nationalen Interessen. Indien, langfristig einen Binnenmarkt onen, und die Bürde demographischer In der Wirtschaft hat eine, nicht für Eigenkonsum entwickeln können Trends schaffen die Grundlage für Här- nur konjunktur- sondern auch struk- und wollen. tefälle und das Potential für politische turell bedingte, Differenzierung der Unternehmen werden sich auf stär- Krisen. Steigender Protektionismus wirtschaftlichen Positionierung ein- kere nationale Interessen einstellen ist in einer solchen Zukunft durch- zelner Staaten stattgefunden, wie ein müssen. Daher werden die Betriebe aus möglich. Wachsender Konsum in Vergleich der Wirtschafts- und Finanz- den globalen Wettbewerb gewinnen, Asien ist dabei die einzige Lösung für lage der EU Staaten Griechenland und die am besten lokalen Beziehungen ein stabiles Wachstum der Wirtschaft Dänemark deutlich erkennbar macht. aufbauen und erhalten können, und auf globaler Basis. Entstandene Budgetdefizite sind nicht diejenigen, welche zur Zeit die Der Trend der steigenden Urbanisie- langfristig wahrscheinlich nur durch größte internationale Erfahrung haben. rung in Entwicklungsländern setzt sich stärkeres Wachstum zu bekämpfen, Globalisierung wird sich, wenn auch fort, und eine wachsende Anzahl an wobei Strukturdefizite unbedingt be- holprig, fortsetzen, aber wahrscheilich „Megacities“ gewinnen an Bedeutung seitigt werden müssen. Im Falle eines in einem langsameren Tempo und mit und entwickeln sich zu Kristallisati- weiteren wirtschaftlichen Rückschlags nationalen Übertönen. onspunkten des Wachstums und der droht uns die Gefahr eines „verlorenen Die geopolitische Landschaft er- Innovation. Sie werden zu vernetzten Jahrzehnts“. scheint stabil, aber Volatilität steigt ins- Zentren der Macht und sind Pioniere gesamt. In der weiteren Machtverschie- einer Eco-Lebenskultur sowie einer Durch die Auswirkungen der Finanz- bung von Ost nach West ist vor allem globalen Dienstleistungsgesellschaft. krise hat Europa deutlich an Einfluß das Verhältnis zwischen China und Dabei stellt sich die Frage, ob stärkere und Macht verloren und weist im Ver- den Vereinigten Staaten von entschei- regionale Zusammenarbeit die Ant- gleich mit Asien und Amerika in den dender Bedeutung. Es ist vorauszuse- wort von kleineren Städten auf die sel- Bereichen Arbeitsmarkt, Konsum und hen, daß es zwischen diesen beiden ben Herausforderungen darstellt. Potentialwachstum, strukturell schwä- Supermächten in den nächsten Jahren Ungebremster Luxus wird sehr bald chere Leistungserwartungen auf. Der sowohl Perioden der Turbulenzen als zu einem Negativbild im Westen, aber jetzige wirtschaftliche Aufschwung ist auch des Entgegenkommens geben nicht im Osten. Es ensteht ein Rezes- regional sehr verschieden und schwankt wird, was direkte Auswirkungen auf sions-Chic, bei dem Luxusmarken zwischen einer sehr schnellen Erholung die globalen Märkte nach sich zieht. auch mit gezielt billigeren Produkten in einigen Ländern Asiens, einem so- Für China wird die Entwicklung eines auf den Markt kommen. Jugend und genannten V-Wachstum, bis zu einem funktionierenden Binnenmarktes lang- Konsumenten in den sogenannten deutlich langsameren Aufschwung in fristig nicht nur wirtschaftlich sondern BRIC Staaten (Brasilien, Rußland, In- Ländern wie Großbritannien, Grie- auch innen- und außenpolitisch zur dien China) gewinnen immer mehr chenland, Italien, Spanien, und Ruß- Schlüsselfrage. an Bedeutung für den weltweiten Kon- land. Die zu erwartenden großen Un- Eine weitere Kernfrage lautet in allen sum. Demographische Trends zeigen terschiede in der makro-ökonomischen politischen Systemen: „Wer sind die Ge- uns, daß es in den nächsten Jahren Leistung von Staaten sind sehr oft auf winner und Verlierer im Schultern der und Jahrzehnten zu einer einschnei- strukturelle Schwächen zurückzufüh- Auswirkungen der finanziellen Krise?“, denden Verschiebung im Bereich des ren. Österreich und Deutschland lie- wie man auch in der österreichischen Privatkonsums kommen wird. Erstens, gen zur Zeit eher im Mittelfeld, wobei Tagepolitik beobachten kann. Es wird zeichnet sich in Europa, und in schwä- die stattfindende Konjunkturbelebung sicherlich stärkere Eingriffe der Staaten cherem Maße den USA, eine sehr starke hauptsächlich durch Exportwachstum in den Industrie- und Finanzsektor ge- Veralterung der Gesellschaft ab. Dieser getrieben wird. ben. Größeren Gewinnen von Banken, Trend verstärkt sich ab 2010 in zuneh- 14 WINGbusiness 2/2010
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    Top-Thema steigen, da es einen und Gemeinschaften für langfristige großen öffentlichen wirtschaftliche und gesellschaftliche Kapitalbedarf gibt Entwicklung einzusetzen. Erfolgreiche um Budgetdefizite Unternehmen brauchen eine Vision, zu finanzieren, so- die über viele verschiedene Kulturen wie eine steigende hinweg wirksam ist, und doch auf das Dipl.-Ing. Regulierung der lokale Umfeld zugeschnitten werden Finanzmärkte. Die kann. Die Reputation von Unterneh- Karl Rose geforderte höhere men hängt nicht von Entscheidungen Geschäftsführer Qualität von Ver- der Gerichte, sondern von der Mei- Strategy Lab GmbH, mögenswer ten, nungsbildung in der Gesellschaft ab. Wien zum Beispiel bei Unternehmen können nicht überall tä- Banken, Versiche- tig sein, aber ihr Ruf wird überall gese- rungen und Pensi- hen werden. Als direkte Folge werden menden Maße und führt zu einer star- onen, wird sich in Form höherer Zin- Unternehmen wieder weniger Risiken ken Verschiebung des wirtschaftlichen sen auswirken. eingehen. Schwerpunkts von Güterproduktion Bei der Entwicklug der BRIC Staa- Abschließen möchte ich zu Dienstleistungen. ten wird es sowohl Ähnlichkeiten als aus aktuellem Anlaß mit ei- Zweitens, verschiebt sich das Aus- auch markante Unterschiede geben. Es ner (alt)griechischen Weisheit: maß des Konsums vom Westen in den handelt sich bei allen Staaten um große „Es kommt nicht darauf an, die Zukunft Osten, sowohl in Anzahl der Konsu- Wirtschaftsräume und rasch anstei- zu wissen, sondern auf die Zukunft vorbe- menten, als auch im absoluten Konsum- gende Märkte mit einem starken Ar- reitet zu sein.“ (Perikles) volumen. Es wird erwartet, daß Asien beitsmarktpotential. Ihre Binnenmärk- Dipl.-Ing. Karl Rose: in beiden Fällen über 80% des Welt- te werden an Bedeutung zunehmen 1979 - 1984 Studium der Erdölwissen- konsums ausmachen wird. Eine solche und neue bedeutende Absatzmärkte schaften, Montanuniversität Leoben Verschiebung des Schwerpunktes nach für den weltweiten Konsum werden. 1985 Militärdienst in Österreich Osten, die sich schon heute in Städten Für Brasilien wird wahrscheinlich er- Royal Dutch Shell wie Istanbul mit seiner wirtschaft- folgreicher Technologietransfer aus 1985 - 1996 Petroleum Engineering - lichen Macht und jungen Bevölkerung dem Westen zu einer Kernfrage, wäh- Technische Laufbahn in verschiedenen beobachten läßt, wird weitreichende rend Rußland stark unter Auswande- Positionen Auswirkungen für Wertschöpfung und rung leidet. Indien hat wahrscheinlich 1996 - 1998 Business Development Ma- damit verbunden auch Steueraufkom- die besten Voraussichten, da China’s nager - Leiter der Entwicklung neuer men und Wohlstand haben, und wich- ”Ein Kind” Politik schwerwiegende de- Märkte im Bereich Exploration und tige Fragen nach der Nachhaltigkeit der mographische Auswirkungen zeigt. Förderung produzierenden Wirtschaft im Westen Regionalen und globalen Organisati- 1998 - 1999 Vice President, Government aufwerfen. onen wird in Zukunft eine zusätzliche Relations - Kontakte mit der Regierung Die genannten demographischen Rolle zukommen. Nationale Interessen in den USA Entwicklungen werden einen starken und kurzfristige Anliegen treiben Ent- 1999 - 2001 Business Intelligence - Grün- Druck auf die Haushalts- und Steuer- scheidungsträger und es herrscht ein dung der ersten “Business Intelligence” politik in westlichen Ländern ausüben, starkes Element der Rivalität. Überein- Abteilung da abzusehen ist, daß die öffentlichen stimmung gibt es nur dort, wo Interes- 2001 - 2007 Corporate Strategy - Ver- Ausgaben steigen und die Basis für das sen zusammenfallen. Daher entsehen schiedene Positionen im Bereich Strate- Steuereinkommen sinkt. Dem muß neue Koalitionen des gemeinsamen gie für Shell in London und Den Haag, gezielt durch Reformen zur Steige- Interesses aus Furcht vor Verlust von inklusive Vizepräsident für Strategie rung von Produktivität, Effizienz und Lebensqualität und wirtschaftlichem 2008 - 2010 Chief Strategist - Unter- Wachstum entgegengewirkt werden. Fortschritt. Das Recht seine Stimme stütung des Vorstandes und des Auf- Außerdem ist eine De-regulierung zur geltend zu machen hält Einzug. Prag- sichtsrates in allen Aspekten der der Förderung von neuen Märkten, Pro- matische Netzwerke von globalen/regi- strategischen Ausrichtung und Ent- dukten und Dienstleistungen gefragt, onalen Institutionen existieren neben scheidungsfindung was im direkten Wiederspruch zur nationalen Regierungen und üben World Energy Council, London erwarteten stärkeren Regulierung als zum Beispiel finanzielle Kontrolle seit 1.2.2010 Senior Fellow, Global Sce- Folge der Finanzkrise steht. Weitere aus oder entwickeln neue Standards narios - Berichtet an den Generalsekre- Auswirkungen sind eine Verschiebung unsw. Es kommt zu Hybridmodellen tär des WEC und leitet Als Experte (in in den heimischen Märkten zu Dienst- (öffentlich+ privat) der Führung. Diese Teilzeit) die Entwicklung der globalen leistungen, vor allem im Gesundheits- neuen Institutionen fungieren als “ein- Energieszenarien 2050 für das WEC sektor, sowie eine stärkere Nachfrage gebaute” Stabilisatoren für wirtschaft- Strategy Lab GmbH, Wien nach Qualität und maßgeschneiderten liche und politische Volatilität. seit 1.4.2010 Geschäftsführer und Grün- Lösungen für Kunden, symptomatisch Auch die Position und gesellschaft- der - Etablierung einer Beratungsfirma für eine alternde Gesellschaft. Auch die liche Rolle von multinationalen Un- für alle Bereiche der Unternehmens- Kapitalkosten für Unternehmen wer- ternehmen ändert sich. Sie haben die führung und des strategischen Ma- den als Folge der Krise wahrscheinlich Chance sich als Partner für Staaten nagements. WINGbusiness 2/2010 15
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    Top-Thema Interview Verantwortungsvolle Unternehmensführung Managementanforderungen derZukunft Ein Gespräch mit Dipl.-Ing. Lars Maydell am Kongress der Wirtschafts- ingenieure Neueste Forschungsergebnisse, die Egon Zehnder International in Kooperation mit der Harvard Business School erarbeitet hat, zeigen die wichtigsten Einflussfaktoren auf die Gesamtperformance eines Unterneh- mens unabhängig von Größe und Branche. Diese sind: Firmenkultur, Teamstruktur, CEO-Impact, Indus- trie- und Brancheneffekte, makroökonomische, globale und/oder volkswirtschaftliche Effekte sowie sonstige Einflussfaktoren. Besonders signifikant ist die festgestellte Korrelation zwischen Firmenkultur, Teamstruktu- ren und CEO-Impact (der in Einzelfällen bis auf 40 % ansteigen kann). Es wird zukünftig notwendig sein, mit „Contextual Intelligence“ zu agieren und Nachfolgegenerationen danach auszuwählen und zu befähigen. In dem Vortrag plädiert Egon Zehnder International für einen Führungsstil, der stärker interdiszipli- när ausgeprägt ist und weit über die Grenzen des eigenen Positions- und Unternehmensbereiches hin- ausgeht. Ziel ist es, dass Führungskräfte einerseits verlorene Bodenhaftung zurück gewinnen und ande- rerseits eine noch höhere Komplexität managen und gleichzeitig Orientierung geben können. Der dafür notwenige Transformations- und Entwicklungsprozess von einzelnen Führungskräften bzw. ganzer Teams sowie mögliche „Lehren“, Konsequenzen und Maßnahmen aus der Krise sind ein wesentlicher Teil der Ausführungen. Was muss ich morgen tun, um dem Profil tung zu übernehmen. Suchen Sie ein Was wäre denn die perfekte Ausbildung eines Top-Managers zu entsprechen? Unternehmen, das Ihren Wertevor- für eine Position im Top-Management? stellungen entspricht. Führungsverhal- Als ersten Schritt nach der Universität ten, Kommunikationsverhalten sowie Natürlich ist eine hervorragende Aus- würde ich Ihnen empfehlen, sich das Team Work werden in dieser Zeit in bildung eine Grundvoraussetzung Unternehmen sehr genau auszusuchen, höchstem Maße geschult, und dies sind für einen guten Karriereweg. Es gibt für das Sie arbeiten wollen. Im Sinne jene Fähigkeiten, die sie dann später als natürlich auch immer Ausnahmen, von Führungskultur, von Weiterbil- Unternehmensführer können müssen. Persönlichkeiten, die genauso ohne dung, und von der Möglichkeit, schon Das größte Risiko für einen Berufsein- spezielle Ausbildung diese Fähigkeiten in einem frühen Stadium Verantwor- steiger ist ein schlechter Vorgesetzter. erlernen. Aber dieses Lernen von stra- 16 WINGbusiness 2/2010
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    Top-Thema tegischen, analytischen undkonzep- Vermächtnis aufgebaut haben, indem Aber viele kennen wir nicht! Sie arbei- tionellen Bereichen um eine Struktur Sie gute Führungsarbeit geleistet ha- ten in einer ähnlichen Industrie, ent- für sein Wissen bekommen, ist meiner ben. sprechen dem gesuchten Profil oder Meinung nach extrem wichtig. Ich bin werden empfohlen. Generell läuft bei aber schon vorsichtig, dabei zu sagen, Was macht einen Headhunter aus? uns sehr viel über Empfehlung. Wir ru- welche Ausbildung das genau wäre. fen Leute an und fragen, wer gut für Wenn wir nicht genau wissen, welche Ich will erklären, warum ich den Be- diese Rolle wäre. Von den genannten Berufe in den nächsten Jahren so er- griff Headhunter nicht zielführend Leuten haben wir bestimmt 2/3 noch folgreich sein werden und welche sich finde. Es impliziert, dass die Dienst- nie gesehen. Wir interviewen jeden entwickeln, ist sicher eine Betonung leistung das Finden ist, und das ist der Kandidaten persönlich, bevor wir ihn auf Technik oder Betriebswirtschaft große Irrtum. Das ist heute noch we- vorstellen. Das ist wie ein Trichter. Von zu kurz gegriffen. Aber die Kombinati- niger wahr als früher. Was Manager zwanzig interviewten Personen präsen- on aus Wirtschaft und Technik, dieses und HR Persönlichkeiten bei einem tieren wir schließlich drei. Kennenlernen verschiedener Werte- Executive Search Berater suchen, ist konflikte, verschiedener Denkarten, eine hohe Vertrautheit mit der Indus- Wie hat sich die Branche verändert bzw. verschiedener Wissenschaftskulturen trie, ein etabliertes Netzwerk und ein wie wird sie sich in Zukunft verändern? bereits in einem frühen Zeitpunkt der Wissen um die Leute in dem Markt Wird man einen Topmanager über Face- Ausbildung, kann nur ein großer Vor- – sogenanntes Insiderwissen. Und die book finden können? teil sein. Fähigkeit, dieses Insiderwissen nicht nur national, sondern auch internatio- Es gibt das Phänomen der sozialen Diese Heterogenität ist nicht nur in nal sicherzustellen. Netzwerke erst seit sehr kurzer Zeit. einem Lehrgang oder in einem Studi- Das ist ein Prozess, der erst gestartet enzweig zu erreichen. Erasmus bietet Man muss den Österreicher finden, der wurde, unter der Annahme, dass sich viele Möglichkeiten, ebenso Praktika. gerade in Silicon Valley ist. Man muss die Veränderungsgeschwindigkeit en- Ich denke, dass Sie zu allererst ihrer auch den finden, der sich gerade in Süd- orm steigern wird. Man kann heute Passion, was sie gerne machen möch- afrika befindet. Außerdem wird von noch gar nicht einschätzen, was das al- ten, folgen müssen. Wichtig ist, dass Sie einem Executive Search Berater erwar- les für uns bedeutet. Aber es ist sicher, eine gewisse Breite in der Ausbildung tet, dass er die Aufgabe analytisch ver- dass diese Plattformen in kürzester Zeit bekommen und sich nicht zu früh in standen hat, um dann Leute zu finden, nicht mehr vorrangig für Freizeitbe- ihrem Berufsweg zu sehr einengen. die diese Aufgabe erfüllen können. lange genutzt werden, sondern dass es eine Aufgliederung, eine Verfeinerung Wann wird man von Ihnen entdeckt? Wir nennen das Judgement - Beurtei- geben wird. lungskraft. Eine Führungskraft möchte Was macht junge Leute erfolgreich? sich nicht mehr als drei bis fünf Leute Es wird vermehrt ein sehr ausführ- Vorrangig sind da Themen wie Leis- anschauen, denn er hat nicht die Zeit licher Lebenslauf nicht nur im mittle- tungsfähigkeit und Engagement – aber für zwanzig. Er möchte, dass alle von ren Management, sondern bis hinauf natürlich auch Glück! Das wird immer diesen drei bis fünf Leuten in der Lage zu den höchsten Führungskräften dazugehören! Was Sie hingegen aktiv sind, die Aufgabe zu machen, und letzt- online abrufbar sein. Betrachten wir steuern können, ist in ihren ersten Füh- endlich menschliche Eigenschaften noch einmal die Kompetenzen des rungsaufgaben bei den Leuten, die Sie bzw. Sympathie den Ausschlag geben. Executive Search, die sich in die Teilbe- geführt haben, den Eindruck zu hinter- reiche Identifizierung, Beurteilung und lassen, dass es wertvoll war, mit Ihnen Wie läuft ein Executive Search Prozess schließlich in das Hineinbringen in die zu arbeiten. Sie werden heute kaum letztendlich ab? Position gliedern lassen. in einem Unternehmen in die nächste Position befördert, wenn Sie nicht von Zuerst definieren wir das Profil für die Der Bereich der Identifizierung verän- der Akzeptanz und von der positiven Rolle, die Sie suchen. Da geht es noch dert sich in jedem Fall als erstes ganz Reputation getragen werden. Es gibt gar nicht darum, ein Netzwerker zu dramatisch. Der Bereich der Beurtei- keinen Prozess, der ohne Referenzna- sein und Leute zu kennen. Es braucht lung jedoch wird immer ein Spezialbe- men stattfindet, ohne eine Befragung die Fähigkeit zu analysieren, was die reich sein! Das ist die Dienstleistung, des Umfelds. Aufgaben dieser Rolle genau sind. Was die unsere Branche anbietet. Egon macht jemanden in dieser Rolle er- Zehnder als Firmengründer hat vor 40 Bekommen Sie auch klassische Bewer- folgreich? Wo sind die Grenzen zu den Jahren begonnen, diese Branche in Eu- bungen? Nachbarbereichen? Wie fließt die Kom- ropa aufzubauen. munikation in diese Rolle ein? Dieser Die Charakteristik unserer Brache ist erste Teil ist reine Vorbereitungsarbeit. Damals hatte er nur das Telefonbuch eigentlich, dass wir uns bei Ihnen mel- Erst danach beginnt der Prozess der ak- von Zürich, um an Informationen den. Und zwar dann, wenn Sie gewisse tiven Suche mit Unterstützung von Re- über Firmen zu kommen! Was ist in Schritte in ihrem Berufsweg bereits ge- searchern. Einen Teil der potenziellen den letzten 40 Jahren passiert? Die macht haben und in einer Führungspo- Kandidaten können wir aus unserem Möglichkeiten, um Leute zu finden, sition sind, erfolgreich sind und Poten- Netzwerk gewinnen, wenn man ein- um Informationen zu bekommen, sind zial aufweisen. Wenn Sie ein gewisses schätzen kann, dass sie passen würden. geradezu exponentiell gewachsen. Die WINGbusiness 2/2010 17
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    Top-Thema Visibilität ist heuteüberall. Die Beur- Das ist eine sehr vielschichtige Evaluie- und Familie zu vereinbaren. Und das teilung ist aber in keinem Fall leichter rung, die nicht nur nach Matrix erfolgt, übt Druck auf Unternehmen aus. Wenn geworden. Das Unternehmenskonzept sondern sehr viel auch aus Wissen und ein Unternehmen Frauen einstellen des Executive Search ist somit nicht Gefühl. Man kennt das Unternehmen möchte, muss es eine gewisse Flexibi- verloren gegangen. und bekommt ein Gefühl dafür, was lität zur Verfügung stellen, sodass es passt. Grundwerte bzw. gewisse Dinge, auch für Frauen, die Karriere machen Gibt es gewisse Grundwerte, die Sie bei die man nicht überschreiten darf, sind möchten, interessant bleibt. Topmanagern erkennen können? Gibt es immer da. Wenn Sie heute in einer diesen einen „Typ Mensch“ und welche Führungsposition etwas getan haben, Bemerken Sie etwas von diesem Interesse Werte hat bzw. lebt er? das wirklich Schaden angerichtet hat, seitens der Unternehmen, ein attraktiver bleibt das in einer Volkswirtschaft wie Arbeitgeber für Frauen zu sein? Sie tendieren am Anfang einer Bera- Österreich nicht verborgen. Reputati- terkarriere immer dazu, diesen einen onsmanagement ist in allen Branchen Das Interesse wächst stetig, und wir Typus, der auf jede Position passt, zu sehr wichtig. spüren es vor allem in größeren Un- finden. Das verfeinert sich mit der ternehmen. Denken Sie nur an die Berufserfahrung. Mit dem Industrie- Vor allem in einem kleinen Land wie Ös- Risiken und an die Reputation! Ein wissen lernen Sie auch, was die Unter- terreich? Unternehmen, das explizit keine Frau- nehmenskultur der unterschiedlichen en einstellt, hat ein enorm hohes Dis- Player prägt. Das hängt immer von der Vernetzung kriminierungs- bzw. Reputationsrisiko. der Führungsleute ab. Grundsätzlich Stellen Sie sich vor, man liest auf Face- Dies gelingt nur, wenn Sie nicht aus- bleibt in einer Branche nicht viel ver- book oder Twitter „Herr xy hat gesagt, schließlich Executive Search Berater borgen, egal wie groß das Land ist. dass…“! Eine schlechte Reputation ist sind, sondern auch Begleiter und ver- auch dementsprechend schnell verbrei- trauter Ratgeber der Führungskräfte Sie haben in ihrem Vortrag auch das The- tet. Aber natürlich dürfen wir uns der in einem Unternehmen. Aus diesem ma Frauen in Führungspositionen ange- Realität nicht versperren, es gibt nach engen Begleiten der Karrierewege von sprochen. Woran liegt es, dass es so wenige wie vor großteils Männer in Führungs- Führungskräften erfahren wir sehr viel Frauen in höheren Positionen gibt? Sehr positionen. Wenn wir allerdings davon über das Unternehmen selbst, deren provokant formuliert: Streben einfach we- ausgehen, dass Entwicklungen aus Kultur und wer zum Unternehmen niger Frauen als Männer eine Führungs- Amerika nach einer gewissen Zeit zu passt. Wir unterscheiden sehr genau, position an? uns kommen, dass wir uns händerin- wer in die Unternehmenskultur passen gend um fähige Arbeitskräfte und Ma- könnte, und suchen ganz gezielt Leute, Das Thema ist so individuell, so wie nager bemühen, dann wird es gar nicht die hier entsprechen können. wir hier am Tisch sitzen. Aus meiner anders möglich sein, als die Frauen hier Sicht ist dies wirklich eine Frage der gleichberechtigt mit einzubeziehen. Ich Das heißt man orientiert sich an den Wer- Generationen. Wenn ich überlege, wie bin fest überzeugt, das ist eine Frage, ten des Unternehmens? ich meine Töchter aufziehe, würde die sich sehr schnell auswachsen wird. ich in der Ausbildung und in meinem Die Frage nach Grundwerten ist ein Wunsch für deren zukünftiges Le- Gute Leute sind also rar? sehr heikles Thema. Sie finden nun in ben keine Sekunde einen Unterschied einem multinationalen Umfeld sehr zwischen Mann und Frau machen! Ja, und zwar mit fünf Rufzeichen! viele Nationalitäten. Werte wie fleißig, Obwohl mein Vater auch schon so ge- Betrachten Sie nur die Komplexität anständig und pflichterfüllend sind für handelt hat, kann ich mir vorstellen, der Führungsaufgabe, wie viele un- alle Mitarbeiter in diesem Unterneh- dass es in seiner Generation noch viele terschiedliche Fähigkeiten ein Mana- men gleich vorgegeben. Die Werte in- anders denkende Menschen gab, die ger neben seiner fachlichen Kompe- terkulturelle Offenheit und Neugierde der Meinung waren, der Sohn solle stu- tenz entwickeln muss, um in so einer auf andere Kulturen hingegen werden dieren, und die Tochter wird schon ir- komplexen, von vielen Stakeholdern Sie nicht in allen Österreichern gleich gendetwas machen. Insofern bemerke getriebenen Welt, ein Unternehmen finden. ich, dass sich in der Denkweise unserer erfolgreich zu führen. Das ist ja auch Bevölkerung dramatisch etwas ändert. nicht immer lustig. Es reicht nicht nur, Jemanden, der sehr auf sein lokales die Kommunikationsfähigkeit, die Umfeld fokussiert ist, der auch in sei- Dabei spreche ich nur von unserem analytische Fähigkeit, die Fähigkeit, nem Studium kein interkulturelles In- Kulturkreis, ich kann nicht über Ame- strategisch zu denken, die Fähigkeit in teresse gezeigt hat, den werde ich für rika oder Asien urteilen. Die Gender- einem Team zu arbeiten zu besitzen, diese Position höchst wahrscheinlich Frage ist ein Thema, das sich in einer Sie müssen auch wirklich wollen. nicht ansprechen. Hingegen jemand, gewissen Art und Weise auswächst. der schon während seines Studiums ein Die Akademikerrate der Frauen steigt Ich hab noch keine Führungskraft ge- Austauschsemester z.B. in China oder stetig, und eine Akademikerin möchte funden, die nicht einmal auf diesem Amerika war, an deren Universitäten nicht unbedingt all das, was sie gelernt Weg überdurchschnittlich belastet studiert hat, den werde ich sehr wohl hat, wofür sie sich eingesetzt hat, nicht war und auf gewisse Dinge verzichten ansprechen, weil ich denke, dass das mehr ausleben dürfen. Die Frauen su- musste. Sie können sich nun vorstel- ein Umfeld in seinem Interesse wäre. chen aktiv nach Möglichkeiten, Beruf len, dass es nicht viele gibt, die können 18 WINGbusiness 2/2010
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    Top-Thema ein und tagaus zu Zur Person: arbeiten. Das wird aber auch trans- Dipl.-Ing. Lars Maydell, MBA, parent dargestellt Berater, Egon Zehnder International und jeder weiß, was ihn z.B. bei einer Ausbildung I nve s t m ent b a n k Dipl.-Ing. erwartet. Insofern 1984 – 1993 Universität für Bodenkultur kommen wir zu- in Wien - Schwerpunkt Siedlungswas- Lars Maydell, MBA rück zu einer Ihrer serbau Berater, Egon Zehnder ersten Fragen: Su- 1991 – 1992 Technische Universität International chen Sie sich Ihren Wien - Diplomarbeit für die VA TECH Arbeitgeber so aus, Wabag AG dass er zu Ihnen 1992 – 1993 Université de Technologie und wollen. Für ein Unternehmen ist persönlich passt! de Compiègne - Erasmus Austausch- es demnach überaus wichtig, sich als programm attraktiver Arbeitgeber zu positionie- Sind Sie selbst von einem Headhunter ge- 1997 – 1999 Rotterdam School of Ma- ren, denn diese wenigen sehr guten funden worden? nagement - MBA and MBI Führungskräfte können sich ihren Job aussuchen. Diese Persönlichkeiten ge- Für diesen Beruf bewirbt man sich eher Berufliche Tätigkeit hen dort hin, wo sie ihre Fähigkeiten selten. Es gehört zu einem Vorteil die- am besten einbringen können. ser Brache, dass man viele Persönlich- 1994 – 1997 Kommunalkredit Austria keiten trifft. AG - öffentliche Finanzierung - Projekt Eine Top-Management Position ist sehr Controlling. zeitintensiv. Lebt man als Top-Manager Wir haben die Möglichkeit, den beruf- Verantwortlich für den kaufmän- für den Beruf? lichen Werdegang von Führungskräf- nischen und technischen Due Dili- ten zu verfolgen und wenn wir denken, gence Ich bin fest davon überzeugt, es ist dass jemand zu uns passt, diese Person Prozess im Rahmen der Wasserwirt- Aufgabe eines Unternehmens, diese auch proaktiv anzusprechen. schaftsförderung des Bundes Work-Life-Balance für ihre Mitarbeiter 1999 – 2002 Arthur D. Little Internatio- zu managen. Es gehört für mich zu der Und so ist es auch bei Ihnen gewesen? nal, Inc. - Management Consulting sozialen Verantwortung eines Unter- Senior Manager in der Strategie Cor- nehmens. Viele Führungskräfte sagen So war es auch bei mir. Ich habe mir die- porate Finance Practice Group mir, es ist eines ihrer ganz dringenden sen Beruf vorher wenig vorstellen kön- 2003 – 2004 Berliner Beratungsdienste Aufgaben Burnouts zu vermeiden und nen. Man kannte die wesentlichen Fir- GbR - Management Consulting zu beurteilen, wie viel Belastung jeder men und wusste so manches, aber eine Abteilungsleiter “Wasser- und Abfall- einzelne aushalten kann. Ebenso ist es wirklich tiefe Vorstellung, was dieser management” in Deutschland und Ös- wichtig, auf die individuelle Lebens- Beruf erfordert, was man dort macht, terreich situation eingehen zu können, wenn was die Rolle in der Wirtschaft ist, das seit 2004 Egon Zehnder International jemand heiratet oder eine Scheidung erfahren Sie erst dort, denn die Branche GmbH - Management Consulting durchläuft. ist sehr diskret und ein stiller, effizienter, - Weltweite Executive Search und Ma- und vertrauensvoller Dienstleister. nagement Appraisal Projekte Es gibt jedoch auch Unternehmens- Herzlichen Dank für das Gespräch! - Mitglied der globalen “Industry Practi- felder, die mehr als 100%igen Einsatz ce Group” sowie Leitung der verlangen. Dabei ist das Konzept sehr Das Interview führten Frau Dipl.-Ing. “Technology Communication Practi- einfach: „Get rich quick“. Dort werden Elisabeth Plankenauer und Frau Dipl.- ce Group” in Österreich gute Leute gesucht, die bereit sind, tag- Ing. Verena Manninger sowie in Zentral- und Osteuropa WINGbusiness 2/2010 19
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    Top-Thema Reinhard Haberfellner Unternehmungsführung derZukunft Auch Konzepte der Unternehmungsführung sind der Mode und dem Zeitgeist ausgesetzt. Eine Zeit lang ha- ben sie einen hohen Stellenwert, Theorie und Praxis zitieren bzw. berufen sich auf sie. Und eines Tages sind sie „out“, nicht mehr aktuell. Ein neues, moderneres Konzept hat sie verdrängt. Wir sollten diese Aussage nicht dahingehend interpretieren, dass wir uns um das Neue nicht zu kümmern brauchen, weil es ohnehin bald überholt sein könnte. Wir sollten das Neue durchaus mit Interesse zur Kenntnis nehmen und neugierig dar- aufhin prüfen, ob es interessante und brauchbare Einsichten ermöglicht. Und wenn es dies tut, sollten wir di- ese Einsichten nutzbringend anwenden – ohne dass es nötig ist, die bewährten Konzepte über Bord zu werfen. I ch bin überzeugt davon, dass die Unternehmungsführung in der Zu- kunft nicht total anders sein wird, wie aktuellen Management-Literatur verste- hen kann. Diese beeinflussen im Zuge der zunehmenden Professionalisierung obigen Red Ocean-Situation - keine fixen Größen sind, denen man sich zu stellen hat. Dem Wettbewerb jene in der Gegenwart und Vergangen- sowohl die unternehmerische Praxis, weicht man am besten dadurch aus, heit. Die Herausforderungen bleiben als auch die Lehrmeinungen. Diese Pa- dass man einen neuen Markt schafft, im Prinzip ja bestehen: Es wird weiter- radigmen haben sich in der Vergangen- also gewissermaßen in einen Blue- hin einen großen Bedarf an unterneh- heit geändert und sie werden sich ohne Ocean geht. Die Repräsentanten merisch denkenden und handelnden Zweifel auch in Zukunft ändern. Dies dieses Ansatzes sind zwei INSEAD- Menschen geben. An Menschen, die möchte ich schwerpunktsartig an vier, Professoren W. Chan Kim und Re- Ideen haben, was der Markt brauchen in den letzten 25 Jahren besonders ein- nee Mauborgne. könnte, die das Bedürfnis verspüren, flussreichen strategischen Paradigmen  Der Ressource Based View, bei dem daraus etwas zu machen, die den Kun- zeigen. Es sind: Unternehmungen als Reservoirs von dennutzen als oberste Maxime der Ge-  Der sog. Market based view: Ausge- Ressourcen betrachtet werden, die schäftstätigkeit sehen und wissen, dass hend von der Annahme, dass Markt genutzt, clever eingesetzt und weiter dann der Gewinn durch die Hintertür und Konkurrenz existieren, lautet entwickelt werden sollen. Vertreter hereinkommt, die fähig sind, andere die zentrale Frage: Wie müssen wir dieses Ansatzes sind C. Pümpin, so- Personen, Geld, Betriebsmittel, Koope- uns verhalten, damit wir im Wettbe- wie G. Hamel und C.K. Prahalad. rationspartner etc. zu finden bzw. auf- werb am besten bestehen können?  Der Agile Enterprise-Ansatz, der von zutreiben, die nötig sind, um die Ideen Die wichtigsten Vertreter dieses der Voraussetzung ausgeht, dass nie- und Absichten umzusetzen, die bereit Ansatzes sind zwei US-Professoren: mand weiß, was die Zukunft brin- sind, ein Risiko einzugehen, u.v.a.m. W.K. Hall und M. Porter. gen wird und die Unternehmungen Und es wird auch weiterhin sich än-  Der sog. Blue Ocean View, bei dem deshalb agil, d.h. flexibel, anpas- dernde Paradigmen geben, die man als davon ausgegangen wird, dass Markt sungsfähig und –willig in allen Be- Weltbilder, als gängige Ideologien der und Konkurrenz – im Gegensatz zur reichen sein müßen. Vertreter dieses 20 WINGbusiness 2/2010
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    Top-Thema Ansatzessind R. Dove und N. Pal Weitere interessante Feststellungen von sourcen Erfolgspositionen aufbauen D. C. Pantaleo. Hall im Hinblick auf die Problemfir- konnten. 1. Der Market based view: Diesen Ansatz hat W.K. Hall sehr schön in seiner Untersuchung „Survi- val strategies in a hostile environment“ beschrieben. Er hat 64 Firmen in 8 ver- schiedenen Branchen untersucht und festgestellt, dass es – trotz einer feind- lichen Umwelt (gekennzeichnet durch hartnäckige Stagnation, hohe Lohn- und Lohnnebenkosten, einen Verdrän- gungswettbewerb mit Importen aus Billiglohnländern bzw. Ländern mit höherer Produktivität u.a.m) – in jeder dieser Branchen überdurchschnittlich erfolgreiche Firmen gab, die sich her- vorragend behaupten konnten, wäh- rend ihre Konkurrenten von Krisen geschüttelt wurden. Erfolgreiche Strategien, so stellte Hall fest, hatten gemeinsame Charak- men waren:  Diversifikation war keine erfolg- teristiken: Die in den einzelnen Bran-  Alle Problemfirmen seines Untersu- reiche Strategie: nur 3 von 64 konn- chen jeweils Erfolgreichen (die „Klas- chungssamples produzierten teuer, ten diesen Weg einigermaßen erfolg- senbesten“) waren ihren Konkurrenten ohne sich im Produkt wesentlich reich gehen. Der Beitrag, den eine in irgendeiner Art voraus: von der Konkurrenz zu unterschei- Diversifikation geliefert hat, war  Entweder konnten sie ihren Kunden den. Oft waren sie hins. der Qualität einerseits gering und kam – insbes. Produkte mit höherem Kundennut- sogar unterdurchschnittlich. bei Problemfirmen - zu spät. zen und/oder besserem Service an-  Unfaire ausländische Konkurrenz Der in der Management-Literatur bieten und andere Wettbewerbsverzer- bekannteste Vertreter des Market-ba-  Oder sie hatten niedrigere Herstell- rungen konnten zum endgültigen sed View ist Michael Porter (Harvard kosten, die sie bei der Preisbildung Untergang beitragen, waren für den Business School): geltend machen konnten. Misserfolg aber nicht allein verant- M. Porter hat den Ansatz von Hall Hinsichtlich beider Aspekte führend wortlich. um zwei Elemente erweitert, siehe zu sein, ist kaum möglich und in der  Wesentlicher Grund war immer Abb. 2. Regel auch nicht nötig. Probleme ent- auch eine falsche standen immer dann, wenn eine füh- strategische Positio- rende Position weder im einen noch nierung in früheren im anderen Fall erreicht bzw. gehalten Jahren: White Motors werden konnte. beispielsweise war in den 1960-er Jahren die Konkret hatten die „Klassenbesten“ in starke Nr. 2, investier- der Nutzfahrzeugbranche (Abb. 1) te aber unnötigerwei-  entweder die niedrigsten Kosten se in die Erhöhung der und Preise, verbunden mit einer ak- Fertigungstiefe und zeptablen Qualität. Damit konnten schaffte damit nur sie ihre Marktanteile erhöhen und unausgelastete Kapa- ihre Marktposition stärken. zitäten. Chrysler war  oder die höchste Produkt-/Service- in den 1950-er Jahren Qualität (= Kundennutzen), verbun- technologisch führend und hatte ei-  die Schwerpunktsbildung (Focus), den mit höheren, aber akzeptablen nen Marktanteil von 25%. die zum Ausdruck bringt, dass die Kosten und einer Preispolitik, wel-  Der Heimmarkt wurde vernachläs- Position des Qualitäts- bzw. des che die zum Halten der Position er- sigt, man imitierte General Motors Preisführers nicht auf den gesamten forderlichen Erträge ermöglichte. wo es nur ging, expandierte durch Markt einer Branche bezogen sein Die Erfolgsposition bestand also darin, Zukauf von Firmen nach Europa muss. Sie ist auch in einem Markts- hins. eines der o.g. Aspekte Qualität (Sunbeam, Simca). Dies hat sich segment sinnvoll anwendbar. oder Kosten, ausgezeichnet und hins. nicht gelohnt, weil weder Mutter-  „Stuck in the middle“ als unent- des anderen nicht schlecht d.h. wenigs- noch Tochtergesellschaften wegen schlossene Mittelposition . Natürlich tens durchschnittlich zu sein. insgesamt nicht ausreichender Res- ist das keine Erfolgsposition und WINGbusiness 2/2010 21
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    Top-Thema erfordert eine strategische Entschei- und ist von den Cafes zusehends auch 2010 war zu lesen, dass es in der Kon- dung in Richtung mehr Kundennut- in die Büros gewandert. Sobald man zernzentrale in Vevey zunächst sogar zen oder deutliche Kostenvorteile. sich daran gewöhnt hatte, mehrmals verboten war, Nespresso zu konsu- täglich einen Espresso zu trinken, war mieren, weil die mächtigen Vertreter 2. Blue Ocean View es natürlich nahe liegend, diese Mög- von Nescafe (löslicher Pulverkaffee) lichkeit auch zu Hause haben zu wol- die Kannibalisierung ihres Produktes Dieser Ansatz soll darauf hinweisen, len. Eine Espresso-Maschine, wie sie fürchteten. dass man nicht um jeden Preis im „Ro- vielleicht im Büro angemessen war, Die anzusprechende Zielgruppe hat ten Ozean“ bleiben sollte, der evtl. vom war dafür aber nicht gut geeignet: sie Nestle offensichtlich selbst nicht sofort Wettbewerb schon „blutgetränkt“ ist. ist teuer in der Anschaffung und wenn erkannt bzw. nicht wirkungsvoll adres- Vielmehr sollte man versuchen, dem der Verbrauch zu Hause nur gering ist, siert. Vielleicht war die Zielgruppe zum Wettbewerb auszuweichen und im leidet das Kaffee-Aroma darunter. Die Zeitpunkt der Entwicklung der Kap- „Blue Ocean“ einen neuen Markt zu kleinen italienischen Espresso-Kocher seln auch noch nicht so gut sichtbar, schaffen, auf dem es (noch) keinen oder bzw. -Kannen (früher meist aus Alu- wie heute. Man hat dies aber später, nur wenig Wettbewerb gibt. minium und 6-eckig) hatten zusätzlich in einem gezielten zweiten Schuss sehr Dieser Ansatz wird von W. Chan noch den Nachteil, dass die Befüllung wirkungsvoll nachgeholt: ein perfektes Kim and R. Mauborgne vom INSEAD/ mit Wasser und Kaffee, der Schraubvor- Marketing mit George Clooney unter- Fontainebleau propagiert. Als Erfolgs- gang, das Erhitzen auf der Herdplatte, stützt den leicht zu argumentierenden Beispiele werden genannt: das Reinigen etc. umständlich waren. Kundennutzen wirkungsvoll.  Der Cirque du Soleil, der mit einem Damit wäre die Zielkundschaft ei- künstlerisch-ästhetisch orientierten gentlich klar zu definieren: jemand, 3. Resource Based View Programm der Konkurrenz der der/die auch zu Hause oder in einem großen Zirkusse aus dem Weg geht. kleinen Büro einen guten (d.h. frisch Die Vertreter dieses Ansatzes (z.B. C. Es gibt weder teure Stars, noch Tier- schmeckenden) Espresso haben Pümpin, Hamel und Prahalad) emp- Dressur, auch keine gefährlichen möchte. Der Preis des Kaffees (Kilo- fehlen, eine Unternehmung gewisser- Akrobatik-Nummern. Stattdessen preis) ist - wegen des insgesamt geringen maßen als ein Reservoir von Ressour- wird Wert auf Musik, Tanz, ästhe- Verbrauchs – meist kein bedeutendes cen zu betrachten, das clever eingesetzt tische Bewegungen etc. gelegt. Das Argument: die Tasse Espresso braucht und strategisch weiter entwickelt wer- Konzept scheint sehr erfolgreich zu nicht vom Preis für ½ Kilo Kaffee her- den soll. sein. untergerechnet werden, man vergleicht C. Pümpin definiert sein Konzept  Der ungarische Bus-Hersteller NABI, ihn eher mit dem Preis einer Tasse im über den Begriff der Strategischen Er- der in den USA in das harte Geschäft Kaffeehaus. folgsposition (SEP), die er beschreibt der kommunalen Schulbusse ein- gestiegen ist. Die Konkurrenz war geprägt von harten Preisverhand- lungen (Billigstbieter-Prinzip), mit der Konsequenz der unterlassenen technischen Weiterentwicklung, eines altmodischen und auch un- praktischen Designs, hohen Unter- halts- und Reparaturkosten. NABI setzte auf modernes Design, mehr Sitzplätze, bequemeres und schnel- leres Ein- und Aussteigen, Fiberglas- Karosserien, die leicht im Gewicht und leichter zu reparieren sind, etc. Obwohl NABI im Anschaffungspreis leicht über der US-Konkurrenz lag, konnte man bei den Lebenszyklus- kosten (12 Jahre) deutliche Vorteile nachweisen. NABI soll in diesem Die Produktidee, Espresso in Porti- als: Wichtige und dominierende Fähig- Marktsegment in kurzer Zeit einen onen-Kapseln zu verpacken, soll Nestle keiten bzw. Voraussetzungen, die in ei- Marktanteil von 20% erreicht haben. schon vor mehr als 20 Jahren gehabt ner Unternehmung bewusst aufgebaut Als besonders pfiffiges und uns allen und auch realisiert haben. Allerdings wurden und es ihr erlauben, langfristig geläufiges Beispiel für eine Blue Ocean- wurden Espresso-Maschinen und Kaf- im Vergleich zur Konkurrenz über- Strategie halte ich den Erfolg von Nes- feekapseln über verschiedene Kanäle presso . vertrieben: Maschinen erhielt man im Die Clooney-Botschaft beschränkt sich auf die Espresso wurde in den letzten Jah- Elektrohandel, die Kapseln im Super- „hervorragende Qualität“ und zeigt auf amüsante Art, wie schöne junge Frauen George Clooney ren immer stärker zum „in“-Getränk markt. In einem Interview mit dem die letzte Kapsel abluchsen und dass sogar Petrus Die Idee, Nespresso mit dem Blue Ocean Kon- Nestle-Chef P. Brabeck-Letmathe in ein Nespresso-Fan ist. Die Botschaft, dass man zept zu verbinden, verdanke ich einer Kaffeepau- der Zeitung „Die Presse“ vom 30. März das auch zu Hause für wenig Geld haben kann, sen-Diskussion an unserem Institut. wird über andere Kanäle vermittelt. 22 WINGbusiness 2/2010
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    Top-Thema durchschnittliche Ergebnisse zuerzie- mittel- bis len. langfristi- Die Grundidee des SEP-Konzepts ist ge Angele- aus Abb. 3 ersichtlich: genheit. Alle Aktivitäten in den verschie-  Der Nut- denen Funktionsbereichen sollen auf zen von eine sorgfältig zu definierende SEP SEPs än- ausgerichtet sein. SEP’s können un- dert sich terschiedlicher Art sein, es kann sich im Zeitab- um produktbezogene, marktbezogene lauf (Kon- und/oder funktionale SEP’s handeln. kurrenten Als Beispiel seien produktbezogene lernen, SEP’s beschrieben. Sie können darin imitieren; bestehen, dass M a r k t  die Firma imstande ist, rasch be- und /oder dürfnisgerechte Marktleistungen Technolo- anzubieten, also Kundenbedürf- gien verändern sich).  Kernprodukte sind eine Vielzahl nisse überdurchschnittlich gut und  Zwischen Unternehmungskultur von optischen Präzisionsgeräten und schnell in verkaufsfähige Produkte und SEP besteht ein Zusammen- Baugruppen, welche diese Kernkom- umsetzen kann, über das entspre- hang. petenzen in ihrer Kombination be- chende Personal, geeignete Maschi-  SEPs müssen gelebt werden. Es ge- anspruchen und beinhalten. nen und Anlagen, Vertriebskanäle nügt nicht, nur davon zu sprechen.  Endprodukte sind die uns allen be- etc. verfügt kannte Fotoapparate und Videoge-  Die SEP kann technologiebezogen In die gleiche Richtung zielt der in der räte, Fotokopierer, Faxgeräte, Dru- sein und z.B. in der überdurch- Management-Literatur interessanter- cker, aber auch Justiergeräte für die schnittlichen Beherrschung be- weise viel stärker beachtete Kernkom- Chipproduktion u.a. stimmter Technologien bzw. Verfah- petenz-Ansatz von G. Hamel und C.K. ren bestehen (z.B. Kombination von Prahalad: 4. Agile Enterprise View analogen und digitalen Chips)  Kernfähigkeiten einer Unterneh-  Sie kann auch werkstoffbezogen sein mung bestehen in der überragenden Der letzte hier beschriebene Ansatz i.S. einer überdurchschnittlichen Fä- Beherrschung von Schlüssel-Ge- geht von der Dynamik der Umwelt, higkeit, bestimmte Werkstoffe her- schäftsprozessen bezüglich der am der Märkte, der Technologien, der Ge- zustellen, zu verwenden bzw. zu be- Markt entscheidenden Leistungsgrö- sellschaft und den damit verbundenen und verarbeiten (z.B. Schweißen von ßen wie Qualität, Kundennutzen, unsicheren Erwartungen für die Zu- hochwertigen Stählen, Schmieden Innovationsgrad, Geschwindigkeit, kunft aus. Da niemand weiß, wie die von sehr großen Werkstücken etc.) Geschäfts-Präzision, Kosten oder weitere Entwicklung sein wird, ist ein Service-Grad. Dies im Sinne von möglichst hohes Maß an Agilität, Fle- C. Pümpin hat für sein Konzept ein paar „prozessualem Können“ xibilität, Bereitschaft und Fähigkeit zur Leitsätze formuliert:  sowie in der gezielten Anstrengung Anpassung nötig und angebracht. Ty- in Richtung unternehmerische Ziele pische Vertreter dieses Ansatzes sind R.  Das Vorhandensein von SEPs be- als „motivationales Wollen“ Dove, sowie N. Pal D. C. Pantaleo. stimmt den Unternehmungserfolg.  SEPs werden durch die Zuordnung Der Nutzen von Kernfähigkeiten be- Das Agile Wettbewerbsmodell von von Ressourcen aufgebaut (Geld, steht darin, dass diese den Zugang zum R. Dove (Abb. 5) kann wie folgt inter- Management-Auf merk samkeit, Kunden öffnen, Wettbewerbsvorteile pretiert werden: neues Wissen entsteht, Zeit!). schaffen und Schutz bieten vor (ra- ob wir das wollen oder nicht. Wettbe-  Die Ressourcen, die einer bestimm- scher) Imitation. werber und Kunden werden davon Ge- ten SEP zugeordnet werden, müssen brauch machen, wenn sie meinen, dass anderen SEPs vorenthalten werden. Das Konzept wird in Form eines Baums es für sie nützlich ist. Die Herausforde- Die Anzahl aufbaubarer SEPs ist da- dargestellt, siehe Abb. 4: Der Stamm rung besteht darin, in diesem Wettbe- durch begrenzt. stellt die Kernkompetenzen dar, die Äste repräsentieren die Kernprodukte  Die Erhaltung einer SEP erfordert und an den Zweigen hängen die End- laufende Pflege und Ressourcenzu- produkte. teilung.  Starke SEPs können nur aufgebaut Als Beispiel sei die Firma Canon genannt: werden, wenn alle Unternehmens- bereiche konzentriert auf dieses Ziel  Kernkompetenzen liegen in 4 Berei- hinarbeiten. chen: in der Beherrschung von Op-  Der Aufbau einer SEP ist nicht kurz- tik, Feinmechanik, Mikroprozessor- fristig möglich, sondern ist eine steuerung und Bildverarbeitung. WINGbusiness 2/2010 23
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    Top-Thema werb durch entsprechendeAgilität die  Finanzen: Solide Finanzbasis, die Stärken und Schwächen, die Aktivi- Nase vorne zu behalten: es ermöglicht, neue Möglichkeiten täten der Wettbewerber, u.a. nicht re-  Eine agile Unternehmung agiert und rasch zu nutzen alistisch eingeschätzt hat, weil sich in- reagiert schnell, ist anpassungsfähig  Management, Strategie: Waches, tern kein Zugpferd gefunden hat bzw. und robust. aufmerksames, interessiertes Ma- zu finden war, das sich dieser Aktivität  Sie kann sich schnell auf unerwar- nagement. Verankerung von Agili- angenommen hätte u.v.a.m. Anderer- tete, nicht vorhergesehene Verände- tät in der Kultur durch Vorbildwir- seits ergeben sich aber Möglichkeiten rungen, Geschehnisse, Marktchan- kung, Anerkennung und Förderung und Chancen, an die man nie gedacht cen, Kundenbedürfnisse einstellen. erwünschter Verhaltensweisen hat, die aber in Kombination mit dem  Sie weist Prozesse und Strukturen planmäßig realisierten Anteil der Stra- auf, welche schnelle Reaktion, Ge- Agilität darf und soll aber nicht ab- tegie viel Sinn geben. schwindigkeit, Anpassungsfähigkeit, solute Beliebigkeit in dem Sinn bedeu- Für den anhaltenden Erfolg einer Robustheit, schnelle Koordination, ten, dass hektisch (und aus einer Situa- Unternehmung ist es wichtig, dass die gemeinsame konzertierte Aktionen tion der Schwäche) auf jeden beliebigen Entwicklungen außerhalb und inner- in einem Ausmaß ermöglichen, das externen Impuls sofort reagiert wird. halb der Unternehmung aufmerksam mit herkömmlichen Praktiken nicht Dadurch steigt i.d.R. die Komplexität, beobachtet, miteinander besprochen erreicht werden kann. was wiederum die Effizienz und Effek- und richtig beurteilt werden. Und vor tivität beeinträchtigt. Gerade Firmen, allem, dass in der Folge entschlossen Diese Eigenschaften ergeben sich nicht die einen hohen Kundennutzen ihrer und gemeinsam gehandelt wird. von selbst, vor allem in größeren Un- Produkte anführen können, die über ternehmungen muss die Fähigkeit zur wichtige und starke Kernkompetenzen 5. Schlussfolgerungen: Agilität bewusst gestaltet werden. Sie verfügen, werden ihre Agilität gelas- soll auch nicht auf einzelne Funkti- sener einsetzen und onsbereiche einer Unternehmung be- einen ruhigeren schränkt bleiben, sondern möglichst Kurs fahren kön- alle Unternehmungsbereiche umfas- nen. sen: Agilität muss  Konstruktion, Produktgestaltung, eine gekonnte Mi- Architektur: modularer Produktauf- schung sein aus bau: Mehrfachverwendbarkeit von Vorbereitung auf Moduln, Baukastenprinzip, gleiches Veränderungen, ge- Funktionsprinzip auf verschiedene danklicher Vorweg- Anwendungen übertragbar, u.a.m. nahme künftiger  Verkauf, Vertrieb: sensible und intel- Ent w ick lungen, ligente Wahrnehmung von Markt- Planung von Szena- und Wettbewerbssituationen, in- rien und Maßnah- teressante Kunden-Wünsche rasch men und der Bereit- erkennen, verstehen, beurteilen, schaft zum raschen intern kommunizieren, in Produkte Handeln, wenn umsetzen diese vorgedachte  Logistik: Beschaffbarkeit von Aus- Ent wick lungen gangsmaterialien und Produkt- nicht oder nicht ganz so eintreffen, wie Die hier vorgestellten Konzepte komponenten schnell, in den erfor- geplant. Sie muss damit die Fähigkeit der Unternehmungsführung sollen derlichen Mengen und Qualitäten. und Bereitschaft zu sinnvollem und ko- nicht als Gegensätze oder feindliche Hohe Variabilität der Mengen nach ordiniertem Handeln umfassen, wenn „Schulen“ betrachtet werden, die sich oben und unten, effiziente Koopera- eine Veränderung völlig unvorbereitet gegenseitig bekämpfen. Es handelt tion etc. eintrifft. sich vielmehr um Sichtweisen, die zu  Produktion: Rasche Herstellung Das in Abb. 6 gezeigte Modell der einem bestimmten Zeitpunkt aktuell und/oder Montage, rasche Umstel- Entwicklung einer Strategie im Zeitab- sind oder waren und von der Praxis als lung/Anpassung der Kapazitäten lauf bringt die Idee der Agilität schön wichtig angenommen wurden. Und auf an den Bedarf, Veränderungen des zum Ausdruck, obwohl H. Mintzberg keinen Fall sind es Erfolgsrezepte, aus Bedarfs nach oben und unten leicht den Begriff Agilität gar nicht verwen- denen man unmittelbar und zwingend verkraften, Produktion immer nahe det: Eine Strategie wird geplant, auf richtige strategische Verhaltensweisen dem kostengünstigsten Bereich, etc. Basis des Wissens, das zu diesem Zeit- ableiten könnte. Sie sollten vielmehr  Personal: Qualifiziertes Personal, Be- punkt vorhanden ist. Ein Teil dieser als Denkhilfen gesehen werden, die reitschaft, etwas Neues zu machen, Strategie wird niemals realisiert, aus helfen, die Logik des eigenen Geschäfts keine Scheu vor Veränderungen, ge- welchen Gründen auch immer: weil selbst zu entdecken. meinsame Lernplattformen. Koope- man eine Chance zu optimistisch ein- Am Beispiel Nespresso kann m.E. ration hat hohen Wert geschätzt hat, weil man die benötigte schön gezeigt werden, dass jedes der Source: Paul T. Kidd, http://www.cheshirehen- Technologie nicht beherrscht, den Zeit- Modelle anwendbar ist und wichtige bury.com/agility/two definitions.html, Zugriff punkt ihrer Wirksamkeit, seine eigenen Einsichten liefern kann: 10.5.2010 24 WINGbusiness 2/2010
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    Top-Thema  Aus derSicht des Marked-based View feemärkten, exzellente Marketingfä- Strategischer Erfolgspositionen; Bern, Stuttg- ist Nespresso sicherlich zunächst higkeiten, Attraktivität für Partner, art: Haupt 1982 als „Stuck in the Middle“-Position wie es die Hersteller von Kaffeema- anzusehen (Abb. 2). Das Marktseg- schinen sind etc. Die Bedeutung von 9. Suter, A. u.a.: Vorlesungsunterlagen TU ment Kleinverbraucher wurde nicht Kernkompetenzen wird einsichtig, Graz erkannt bzw. nicht wirkungsvoll be- wenn wir überlegen, ob Sie oder ich arbeitet. Durch die getrennten Ver- mit der Nespresso-Idee auch imstan- Autor: kaufskanäle für Kaffeekapseln und de gewesen wären, einen ähnlichen Maschinen war der Zugang zum Erfolg wie Nestle zu erzielen. Ich Reinhard Haberfellner, o.Univ.-Prof. Dipl.-Ing., Kunden erschwert. Die Kapseln denke, nein. Dr.sc.techn., Jahrgang 1942, wurden hins. ihres Kaffeeinhalts in  Aber auch das Agilitätsmodell ist 1960 - 65 Studium Maschinenbau und Wirt- Gramm beurteilt und natürlich als zur Erklärung geeignet, insbes. die schaftsingenieurwesen an den Technischen zu teuer empfunden. Die Wende zu Fähigkeit, rasch und massiv die Hochschulen Wien und Graz. Dipl.-Ing. TH- einer Erfolgsposition kam mit der Richtung zu ändern, sobald man die Graz, Dr. sc. techn. der ETH-Zürich. Fokussierung auf das Marktsegment Chance und das bisher unzweckmä- „Kleinverbraucher“ in dem das Pro- ßige Verhalten erkannt hat. 1966 - 79 Unternehmensberater am BWI (Be- dukt ganz offensichtlich einen über- triebswissenschaftliches Institut) der ETH. durchschnittlichen Kundennutzen Literatur: liefert, der gewisse Nachteile leicht 1979 - 94 o.Univ.-Prof. für Unternehmungs- überkompensieren kann. 1. Chan Kim, W. und Mauborgne, R.: Der blaue führung und Organisation an der TU-Graz.  Nespresso kann außerdem als Ozean als Strategie. Wie man neue Märkte Lehr- und Forschungsschwerpunkte: Unterneh- eine Blue-Ocean-Strategie gese- schafft, wo es keine Konkurrenz gibt. Hanser, mungsführung, Organisation, Strategie, Systems hen werden: Das Marktsegment 2005 Engineering, Projekt-Management, Prozess-Ma- Kleinverbraucher war ziemlich un- nagement, Unternehmensgründung. bedeutend, weder professionelle Es- 2. Dove, R.: Response Ability. The pressomaschinen noch die kleinen Language, Structure and Culture of the Agile En- 1984 - 86 Dekan der Fakultät für Maschinenbau, Espressokocher konnten einen aus- terprise. John Wiley Sons, 2001 1987 - 89 Rektor der TU-Graz. 1995 bis 1999 ka- reichenden Kundennutzen liefern. renziert und Vorstandsvorsitzender der STYRIA Der Markt der „zu Hause noch nicht 3. Hall W. K.: Survival Strategies in a Medien AG. Espresso-Trinker“ war der Fokus, Hostile Environment. Harvard Business Review, 1999 Sabbatical, USA (Stanford, MIT-Sloan, Har- oder sollte es sein. Nespresso brachte vol. 58 (1980), pp. 75-87 hohe Qualität des Espresso, auch bei geringem Verbrauch und einfache 4. Hamel, G. and Pra- Bedienung. Nestle hat den „blue halad C. K.: Competing ocean“ aber offensichtlich zunächst for the Future. Bos- nicht erkannt und deshalb nicht ge- ton, Harvard Business O.Univ.-Prof. konnt adressiert. Erst mit dieser Ein- School Press 1997, 2. ed. sicht konnte – mit entsprechender Dipl.-Ing. Dr.techn. Agilität - der Erfolgsweg beschritten 5. Mintzberg, H.: Craf- werden. ting Strategy. Harvard Reinhard Haberfellner  Nespresso kann aber auch mit dem Business Review, Vol. Inst. f. Unternehmensfüh- Ressource Based View beschrieben 65. (1987) Nr. 4, S. 66-75 rung u. Organisation TU werden: Zunächst war es nicht ge- Graz lungen, eine starke SEP aufzubau- 6. Pal, N. and Pantaleo, en (Verkauf/Marketing haben nicht D. C.: The Agile Enter- sofort auf die richtige SEP gesetzt). prise. Reinventing Your Organization for Suc- vard Business School, Kelloggs). Ab 2000 zurück Kernkompetenzen von Nestle konn- cess in an on an der TU-Graz. ten genutzt werden und haben den Demand World. Springer, Berlin 2005 Erfolg herbeigeführt: starke Etab- 5 Buch- und ca. 50 Zeitschriften-Veröffentli- lierung im Kaffeegeschäft, das In- 7. Porter, M.: Competitive Strategy. New York: chungen. teresse an und die Fähigkeit zur The Free Press 1980 Technologieentwicklung (Kapseln), Mitglied verschiedener Aufsichtsrats- bzw. Bei- Zugang zu – auch exotischen – Kaf- 8. Pümpin, C.: Management rats-Gremien. WINGbusiness 2/2010 25
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    Top-Thema Interview Informationstechnologien/-systeme der Zukunft EinGespräch mit Ing. Rudolf Kemler, Generaldirektor von Hewlett-Packard Österreich, am Kongress der Wirtschaftsingenieure Wir befinden uns inmitten einer Revolution, die mit dem Internet begonnen hat und die uns in eine Zukunft der Informationen und Erfahrungen bringen wird, die weit jenseits dessen liegt, was wir bisher erreicht und ge- sehen haben. Vom Gesundheits- und Bildungswesen bis hin zu Energie- und Umweltfragen benötigen wir mutige neue Ansätze und Lösungen. Technologie spielt dabei eine Schlüsselrolle. Sie ermöglicht es, Ideen in die Wirk- lichkeit umzusetzen, Informationen zu schaffen, zu teilen und darauf basierend bessere und schnellere Entschei- dungen denn je zu treffen. Daraus entstehen bisher ungekannte Möglichkeiten für Innovation und Wachstum. Der Vortrag von Herrn Kemler im Rahmen des WING-Kongresses umfasste verschiedene Ein- satzszenarien und Entwicklungsfelder und gab einen Überblick über aktuelle Forschungspro- jekte aus den HP Labs, den Entwicklungszentren des weltweit größten Technologieunternehmens: Aufbau intelligenter Infrastrukturen am Beispiel von CeNSE (Central Nervous Sys- tem for the Earth), einem IT Ecosystem aus Sensoren, das in Echtzeit eine riesige Men- ge an Informationen über Bauwerke wie Brücken, Straßen etc. aufspürt, sammelt und auswertet. IT und Nachhaltigkeit: Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) können das Rückgrat einer energieef- fizienten und CO2-reduzierten Wirtschaft bilden. Der Beitrag, den sie im Zusammenhang mit Klimaschutz und Ener- gieeffizienz zu leisten imstande sind, ist erheblich. Neben der laufenden Verringerung der CO2-Emmissionen kann IT mit ihrer Innovationskraft wesentlich dazu beigetragen, wirtschaftliche Lösungen für die übrigen 98 Prozent anzubieten. Information Management: Ziel der Forschungsprojekte in diesem Bereich ist, die riesige und jährlich wachsende Flut an Informationen in einem Unternehmen in unmittelbar nutzbare Entscheidungsgrundlagen zu verwandeln. Wie wird die IT in Zukunft Ihr Leben be- Ich bin jemand, der die Dinge, die wir elektronisch – und das seit sehr langer einflussen? am Markt transportieren auch selbst Zeit. Ich habe es mir abgewöhnt, Din- ausprobiert und bin daher eng verbun- ge auch persönlich zu archivieren, die Die Interaktion mit Informationstech- den mit allen Möglichkeiten, die mir ich digital wiederbekommen oder auf- nologien ist für mich eine seit Jahren heute Software und Hardware bieten. bewahren kann. Das versuche ich auch steigende. meinen Kindern entsprechend zu ver- Ich führe meine private Korrespon- mitteln. Abgesehen von meiner alten denz, die Datenhaltung, Kalender etc. analogen Schallplattensammlung und 26 WINGbusiness 2/2010
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    dem Plattenspieler sindalle anderen Produkt. In der nächsten Stufe begin- so wäre das eine bedeutende Verbesse- Daten bei mir digitalisiert. nen Technologien nun zusammen zu rung. wachsen: Mobiltelefone, bei denen zu- Welche Bedeutung wird die IT in Zukunft sätzliche Komponenten wie beispiels- Inwieweit sehen Sie die Verantwortung für generell haben? weise automatische Updates verfügbar HP in diesem Bereich etwas zu tun? sind und gleichzeitig alles mit einem Eine weiter steigende. Da sind meiner Server synchronisiert ist. HP setzt sich intensiv mit dem The- Meinung nach keine Limits gesetzt. ma Sustainability auseinander. Unsere Wir sind in der IT über die ganz großen Das heißt also, es gibt einen Trend hin Forschungsausgaben gehen sehr stark Grundlagenthemen hinaus. Man wird zu Lifestyle und Vereinfachung des in diese Richtung. Die Finanzierung sich in Zukunft mit Verfeinerungen Handling. Man hat von überall Zugriff einer Organisation wie der HP Labs ist auseinander setzen, die sehr stark mit auf benötigte Informationen – man ist bewusst gelebte Innovation, um auf der dem Angebot und dem dahinter ste- quasi „always on“. In dieser Stufe leben einen Seite „corporate social responsi- henden Inhalt verbunden sind. Das wir – diese Dinge sind heute bereits für bility“ zu leben – aber natürlich auch, Internet wird auf jeden Fall auch in jeden selbstverständlich. um daraus wirtschaftlichen Nutzen zu Zukunft eine ganz wesentliche Rolle ziehen. Diese Dinge gehen miteinander spielen. Was sehen Sie in der IT noch auf uns zu- einher. kommen? Wo werden noch große Innova- Heute gibt es Applikationen am Mobil- tionssprünge gemacht? Mir hat mal ein alternativer Denker telefon, die mir dabei helfen, als nicht in einer Diskussion vorgeworfen, dass regelmäßiger Nutzer der öffentlichen Die Themenkreise, die HP in den HP wir das alles nur tun, um damit wie- Verkehrsmittel in Wien von Punkt A Labs transportiert, das sind die Punkte, der Geschäft zu machen. Was natür- nach Punkt B zu gelangen. Man ruft wo in Zukunft noch viel passieren lich stimmt – allerdings ließe sich auf einfach die Applikation auf, gibt an, wird. (Anmerkung der Redaktion: anderen Gebieten, wo man auf diese dass man zu einer bestimmten Uhrzeit CeNSE – ein zentrales Nervensystem Themen keine Rücksicht nimmt, viel an einem Punkt sein möchte und der für die Welt; Intelligent Infrastructure - schnelleres Geld machen. Aber das Rest wird von der Applikation erledigt. Entwicklung intelligenter und sicherer muss natürlich Hand in Hand gehen Damit gewinnt man Zeit, die man frü- Geräte, Netzwerke und skalierbarer – sonst wären wir eine Wohltätigkeits- her darauf verwenden musste, um die Architekturen, die sich miteinander organisation. Als marktorientiertes Informationen zusammen zu tragen. verbinden lassen; Wynyard – ein Re- Unternehmen kann man solche Dinge Wir sind da also schon einen Schritt chenzentrum das von der Nordsee- nur versuchen zu verbinden. Aber eben weiter und solche Dinge werden in luft gekühlt wird; HP Halo und HP sehr gut zu verbinden und genau das Zukunft immer mehr benutzt werden, SkyRoom – virtuelle Konferenzräume tun wir auch. um uns das Leben so einfach wie mög- entwickelt von HP; etc.) In vielen Be- lich zu machen. reichen geht es um Umweltfragen wie Ich möchte mal ein Beispiel nennen: den CO2 Footprint, aber auch um Si- Wir haben in Österreich für mehrere Wird man sich die IT noch aus dem nor- cherheit. Großkunden die Rechenzentren ana- malen Leben wegdenken können? lysiert. Ohne am Maschinenpark etwas Die IT-Branche ist für rund 2% der welt- verändert zu haben, sprich ohne An- Das kann ich mir nicht mehr vorstel- weiten CO2-Emmissionen verantwortlich. schaffung neuer Hardware, sondern len – beim besten Willen nicht. Ich Kann denn die IT auch auf die verblei- rein durch Einstellungen, durch Positi- sehe das schon in der eigenen Familie: benden 98% Einfluss nehmen? onierung der Geräte, Justierungen von selbst jene Generation, die jetzt etwa 80 Klimaanlagen, etc. haben wir dort im Jahre alt ist. Selbst hier gibt es Berüh- Der Wettbewerb läuft. Die EU und Normalfall den Energiebedarf um 20- rungspunkte mit der IT. Natürlich gibt auch die Weltpolitik haben verstanden, 25% gesenkt. es in dieser Generation auch Personen, dass das ein Problemthema ist. Der die noch Berührungsängste mit der IT CO2-Fußabdruck ist ein absolut re- Das heißt in der Realität natürlich, dass haben – für jene Generationen, die mit ales Thema. Wenn es uns gelingt, den auch die Kosten für diesen Bedarf ge- diesen Themen aufgewachsen sind, ist CO2-Output zu reduzieren, weil man senkt wurden. Das ist wie gefundenes die Nutzung jedoch selbstverständlich. zum Beispiel die Produktionstechnik Geld. Und das sind natürlich nicht die ändert, weil man neue Modelle schafft kleinsten Unternehmen, sondern eher Welche Entwicklung der Produkte kann oder die Prozesse besser steuern kann, die größeren. Wir haben das zum Bei- man in der IT Branche beobachten? weil man sie punktgenau analysieren spiel bei Spar, mobilkom oder H3G ge- kann – dann sind wir einen großen tan. Bei diesen Unternehmen spielt IT- Die Entwicklung der Produkte durch- Schritt weiter. Damit müssen wir uns Kapazität schon eine große Rolle. Wir läuft eine Kurve: Vor der Zeit von auseinandersetzen! sind wie gesagt sehr aktiv im Nach- Outlook Co hatte man ein privates haltigkeitsbereich. In den Themen der Adressbuch in Papierform mit ein Selbst wenn das vorerst breitflächig HP Labs kommen überall Nachhaltig- paar hundert Einträgen bei sich – in nur in den entwickelten Ländern ge- keitsthemen vor. Ich möchte an dieser der nächsten Stufe wurde daraus das tan würde, die im Regelfall ohnehin Stelle das Rechenzentrum in Nordeng- Mobiltelefon, heute quasi ein Lifestyle- die größten CO2-Produzenten sind, land erwähnen. Da haben wir schon WINGbusiness 2/2010 27
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    einen gewissen Trendsettergeschaffen Informationen, die für alle zugänglich die Mitarbeiter des Konzerns auf Ver- wenn es darum geht, die natürlichen sind, für wie wichtig befinden Sie Themen änderungen vorzubereiten und sie dar- Ressourcen entsprechend zu nutzen. wie die Datensicherheit? auf einzuschwören. Ganz anders als In diesem Fall ist das schlicht die kalte das bei europäischen Unternehmen Luft der Nordsee, die zum Kühlen des Auf Facebook werden pro Tag rund 28 immer wieder vorkommt, dass Vor- Rechenzentrums genutzt wird – da- Millionen Fotos hochgeladen – das ist standsentscheidungen erst auf allen durch gelingt es, enorme Energiemen- allein Facebook, da sind andere Dinge Ebenen lange diskutiert werden – dort gen einzusparen. noch gar nicht inkludiert. Ich kann es hat das anders funktioniert: wenn Jack durchaus verstehen, dass es Menschen nach links gegangen ist, sind alle mit Es gibt viele solcher Bereiche, in denen gibt, die sich aus solchen Netzwerken ihm mitgegangen. Ihm gegenüber war man in absehbarer Zeit mit Lösungen wieder zurückziehen, weil es ihnen zu eben dieses Vertrauen da, das während rechnen kann. Das Rechenzentrum unsicher wird. Ich bin einer, der sich der vielen Jahre, die er im Unterneh- in Nordengland, Wynyard, existiert ja das gut überlegen würde. Ich denke, men war, gewachsen ist. Das hat in der bereits. Dieses Rechenzentrum nutzen dass vielen – vor allem Jugendlichen – damaligen Form der Entwicklung sehr wir selbst bereits. Das war für uns ein die ganze Tragweite gar nicht bewusst geholfen. GE Capital hat innerhalb Prototyp, den wir an vielen Standorten ist. Zahlreiche Personalchefs werfen von drei Jahren 30 bis 40 Banken und der Erde – es gibt ja genug kalte Län- schon mal einen Blick in die diversen Finanzinstitute gekauft, da muss das der – einsetzen können. So wie man Portale um zu sehen, was man über schon funktionieren. Das war eine sehr eben eine Schipiste nur dorthin baut, diesen Menschen, der sich da bewirbt, lehrreiche Zeit. wo auch ein Berg ist – wo eben die na- herausfinden kann. Welche Informati- türlichen Ressourcen dafür vorhanden onen man dabei von sich preisgibt, liegt Herzlichen Dank für das Gespräch!. sind – so gilt das für das Rechenzent- in der Einstellung und im Bewusstsein rum genauso. des Nutzers. Die können wir als Tech- Das Interview führten Frau Dipl.-Ing. nologielieferant nicht ändern. Verena Manninger und Frau Dipl.-Ing. Sie haben in Ihrem Vortrag auch das Elisabeth Plankenauer Thema Bevölkerungswachstum angespro- Wir machen allerdings auf solche Din- chen. Das Bevölkerungswachstum betrifft ge durchaus aufmerksam, aber ich glau- Zur Person: ja vor allem die wachsenden Märkte wie be nicht, dass wir da die Kraft sind, die beispielsweise Indien. Machen Sie Beob- das wirklich verhindern kann. Wir als Ing. Rudolf Kemler ist seit 2008 Gene- achtungen, dass es hier unterschiedliche HP könnten sagen, wir verkaufen kei- raldirektor von HP Österreich. Bedürfnisse hinsichtlich der Produkte gibt? nen Speicher mehr an Facebook (lacht) Werden von diesen Märkten andere Pro- – aber dann wird der Speicher eben Nach ersten Stationen in der Banken- dukte verlangt und muss man sich da spe- beim Nächsten gekauft. welt (Creditanstalt, Girozentrale und ziell darauf einstellen? Studiengesellschaft für Sparkassenau- Welcher Mensch hat denn Ihr Leben und tomation) übernahm Rudolf Kemler Die Produkte müssen natürlich an den Ihren Werdegang besonders beeinflusst 1984 die Geschäftsführung der WBG lokalen Markt angepasst werden und und geprägt? Betriebswirtschaft Beratungsgesell- zwar aus vielerlei Gründen: Das fängt schaft m.b.H., einer international tä- bei ganz banalen Dingen wie der Netz- Gute Frage – das waren sehr viele. Ich tigen Unternehmensberatung mit den spannung an und hört beim entspre- habe immer versucht die positiven Schwerpunkten „Organisationsent- chenden Alphabet auf – betrifft also Dinge jener Menschen, mit denen ich wicklung und Strategieberatung“. generell Einstellungen, um damit über- zusammen gearbeitet habe, zu sehen haupt arbeiten zu können. Es ist jedoch und über diese nachzudenken – man- 1989 wechselte er zur Nixdorf Compu- nicht so, dass diese Länder, die später in ches davon zu verinnerlichen und zu ter GmbH in Wien, wo er Mitglied der die Entwicklungskurve einsteigen, die nutzen. Wenn ich von diesen Men- Geschäftsleitung und Unternehmens- Entwicklung von hinten aufrollen. Di- schen wirklich jemanden herausgrei- bereichsleiter für Banken Versiche- ese Länder steigen genau an dem Punkt fen würde, dann wäre das Jack Welch, rungen wurde. Nach maßgeblicher in die Technologie ein, die im Moment der frühere General Electric – Chef. Mitgestaltung der Fusion von Siemens- am Weltmarkt ’state-of-the-art’ ist. Das Während meiner Zeit bei GE – ich war Data und Nixdorf wurde er 1990 zum Notebook oder das Mobile, die dort über drei Jahre bei GE und damals im Direktor bei der Siemens Nixdorf In- verwendet werden, sind genau jene, die weltweiten Board für die Informati- formationssysteme GmbH in Wien, auch im Rest der Welt verwendet wer- onstechnologie des Teilkonzerns GE 1992 folgte der Wechsel in die interna- den, nur eben angepasst an die Landes- Capital verantwortlich – hatte ich ei- tionale Konzernzentrale zur Siemens spezifika. Das liegt natürlich auch zum nigen Kontakt mit ihm. Er hat mich Nixdorf Informationssysteme AG in Teil daran, dass die Hardwarekosten in seinem strategischen Denken und München, wo er als Executive Vice Pre- schon so extrem gering sind. Handeln beeindruckt – nicht nur, weil sident die weltweite Verantwortung für seine Strategien so toll waren – die wa- das Geschäftsfeld „Branch Systems“ für Sie haben in Ihrem Vortrag erwähnt, dass ren natürlich gut, das steht außer Frage die Finanzwirtschaft übernahm. es in Zukunft eine richtige Informations- – aber vor allem in der Art und Weise, flut auf uns zukommen wird bzw. dass das wie er sie den Menschen um sich her- Ab 1995 leitete Rudolf Kemler die Di- zum Teil ja bereits passiert. Bei so vielen um vermittelt hat. Er hat es geschafft, vision Computer Systems von Siemens 28 WINGbusiness 2/2010
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    Nixdorf für dieRegion Austria T-Systems Austria South East Europe mit Sitz in Wien. und Regionsver- Von 1998 bis 2000 war er als Senior Vice antwortlicher für President und CIO bei der GE Capital Zentral- und Ost- Corporation in Stamford (USA) mit europa. Rudolf internationaler Verantwortung tätig. Kemler ist Mitglied Im Jahr 2000 wurde er Vorstandsvor- des Vorstandes der Ing. sitzender der börsennotierten Stage1.cc Industriellenverei- Technology Business Incubator AG mit nigung Wien und Rudolf Kemler Sitz in Wien. Vizepräsident der Generaldirektor A merikanischen Hewlett-Packard Von 2002 bis Anfang 2008 war er Vor- Handelskammer Österreich sitzender der Geschäftsführung von in Österreich. Johann Hintner Die Wirtschaftsingenieur-Ausbildung am Management Center Innsbruck Bericht über die Veranstaltung des Regionalkreises Tirol am 18. Mai 2010 I m Herbst 2010 startet am Manage- menter Center Innsbruck (MCI) ein Masterstudiengang für Wirtschaftsin- Jährlich stehen 30 Studienplätze zur Verfügung. Als Zugangsvoraussetzung wird vorzugsweise ein Bachelorstudium genieure made by MCI zur Verfügung. Das geplante Einsatzgebiet reicht von der Entwicklung über Prozessingeni- genieurwesen. Grund genug für den mit dem Schwerpunkt Umwelt- und eurwesen, Produktionsmanagement, Regionalkreis Tirol, sich vor Ort ein Verfahrenstechnik oder ein vergleich- Marketing und Vertrieb bis zu Füh- Bild über die Ausbildung der künf- barer Abschluss einer technisch-natur- rungspositionen im technischen und tigen Berufskollegen zu machen. So be- wissenschaftlichen Bildungseinrich- betriebswirtschaftlichen Bereich. suchten wir am 18. Mai 2010 das MCI tung erwartet. Über die Aufnahme Das unternehmerische Denken und wurden vom Studiengangsleiter, entscheidet die Studiengangsleitung und Handeln wird am MCI groß ge- FH-Prof.Dr.-Ing Gerhard Hillmer, aus aufgrund des individuellen Werde- schrieben. Die Bezeichnung „MCI erster Hand über die Motivation für ganges (50%) und eines komissionellen - die unternehmerische Hochschule“ den neuen Studiengang sowie über den Bewerbungsgespräches (50%). ist sogar markenrechtlich geschützt. Studienplan informiert. Das berufsbegleitende Studium dau- Getreu dem Leitspruch „Wir begleiten Das MCI wurde 1994 unter der Trä- ert vier Semester. Die Lehrveranstal- motivierte Menschen“ werden Studie- gerschaft von Gebietskörperschaften, tungen finden am Freitag nachmittags rende und Absolventen auch bei der Sozialpartnern und universitären Ein- von 13:30 bis 21:30 Uhr und am Samstag wirtschaftlichen Verwertung von For- richtungen gegründet. Ursprünglich von 8:00 bis 15:45 Uhr statt. Zusätzlich schungsergebnissen sowie bei der Un- umfasste das Angebot des MCI kom- wird eine Intensivwoche pro Semester ternehmensgründung unterstützt. pakte akademische Weiterbildungspro- angesetzt. Es besteht Anwesenheits- gramme für Berufstätige in Ergänzung pflicht. Die Studiengebühr beträgt 363,- Wir bedanken uns beim MCI für die zum bestehenden universitären Studi- € pro Semester zuzüglich gesetzlichem gelungene Veranstaltung. Besonders enangebot. Mit der Erlassung des Fach- ÖH-Beitrag. Die technischen Fächer gefreut haben wir uns über das geäu- hochschul-Studiengesetzes (FHStG) umfassen 60% der Ausbildung, wobei ßerte Interesse an einer Mitgliedschaft wurden im Laufe der Zeit elf eigene hier wiederum die Umwelt-, Verfah- beim WING. Studiengänge eingerichtet, die heute rens- und Energietech- von ca. 2400 Studierenden in berufs- nik den Schwerpunkt begleitender Form oder in der Vollzeit- bildet. Bleiben 40% für version besucht werden. Wirtschaftsfächer. Das Mit dem neuen Studiengang Wirt- Studium wird mit dem schaftsingenieurwesen reagiert man akademischen Grad auf veränderte bzw. erweiterte Aufga- Master of Science (MSc) benstellungen in den Unternehmen, abgeschlossen und be- bei denen technische und betriebswirt- fähigt in der Folge zu schaftliche Aspekte immer weniger einem einschlägigen klar zu trennen und folglich gemein- Doktoratsstudium. sam betrachtet und bearbeitet werden Ab Mitte 2012 stehen müssen. die ersten Wirtschaftsin- WINGbusiness 2/2010 29
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    WING Future Enterprise -Unternehmen der Zukunft 18. Kongress der Wirtschaftsingenieure, Graz 13.-15. Mai 2010 Liebe WING-Mitglieder! Wir haben ein langes Wochenende hinter uns, ein voller Erfolg, wie sich alle Beteiligten einig waren. Es stand der (bereits!) 18. Kongress der Wirtschaftsingenieure mit rund 200 Kongressteilnehmern an der Tagesord- nung. Darunter wirklich renommierte Referenten aus Wirtschaft, Forschung und Politik, zahlreiche Eh- rengäste, WING-Mitglieder und Gäste unserer Partnerverbände aus Deutschland und der Schweiz, Studie- rende verschiedenster Universitäten - u.a. auch ein größere Abordnung der TU Hamburg - und viele weitere Besucher des Kongresses. Das Kongressteam - bestehend aus Mitgliedern der Studierendengruppe WINGnet Graz - hat sich dabei wieder größte Mühe gegeben, um für diesen Anlass einen angemessenen Rahmen zu gestalten. E röffnet wurde der Kongress mit dem Get Together am Donnerstag, dem 13. Mai, im festlichen Ambiente wurde der WING-Kongress traditi- onsgemäß durch den Präsidenten des Wirtschaftsingenieurverbandes Dr. der Zukunft. Er berichtete dabei über die Aktionen, die in den letzten einein- halb Jahren durch das Füh-rungsteam der Orangerie im Grazer Burggarten Hans-Jörg Gress mit der Begrüßung seines Unternehmens gesetzt wurden, auf Einladung des Herrn Landes- und einleitenden Worten eröffnet. um den außergewöhnlichen Verände- hauptmann Mag. Franz Voves. Die Zum Auftakt der Vorträge hatte der rungen und Entwicklungen am Markt Begrüßungsworte hielt dabei Land- WING dabei die Ehre, Bundesminis- entgegen zu wirken. Mit Erfolg, wie die tagsabgeordneter Mag. Gerhard Rupp, ter Rudolf Hundstorfer am Redner- präsentierten Zahlen zeigten. welcher zum Abschluss seiner Rede das pult begrüßen zu dürfen. Unter dem Als dritter Referent widmete Dipl.-Ing. Buffet eröffnete. Hier bot sich für alle Titel „Human Capital - die zukünftige Karl Rose (CEO, Strategy Lab) seinen Kon-gressteilnehmer eine wunderbare Arbeitswelt“ strich Bundesminister Beitrag den „Entwicklungstrends von Gelegenheit, die weiteren Kongress- Hundstorfer die zentrale Rolle des Märkten und Konsumentenverhalten“. teilnehmer kennen zu lernen und alte Faktors Mensch im Unternehmen der Seine Botschaft lautete dabei, dass die Bekannte zu begrüßen. Im Anschluss Zukunft heraus. Dabei sprach er vor Zukunft unvorhersehbar ist und dies an das Get Together zogen noch einige allem über dessen - durch die sich än- auch bleibt, aber dennoch nicht un- Teilnehmer weiter in das Glöcklbräu dernden Rahmenbedingungen erge- denkbar ist. Er gab einen Anstoß dar- im Herzen der Grazer Innenstadt um benden - neuen Anforderungen, aber über nachzudenken, welche Szenarien den Abend ausklingen zu lassen. auch Möglichkeiten in der Arbeitswelt für die globale Entwicklung möglich „Future Enterprise - Unternehmen der von morgen. sind und wie sich diese auf die Märkte Zukunft“ war dann am Freitag, dem Anschließend legte DDr. h. c. Peter der Zukunft auswirken könnten. 14. Mai, im Prunksaal des ehrwürdigen Mitterbauer (Vorstandsvorsitzender Nach diesen drei sehr interessanten Minoritenklosters das bestimmende der Miba AG) den Fokus auf die Her- Ausführungen ging es in die Mittags- Thema. Zu Beginn der Veranstaltung ausforderungen für den Unternehmer pause, zu der sich auch die Begleitper- 30 WINGbusiness 2/2010
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    WING sonen, welche ander parallel zum Kon- führung und Organisation, TU Graz) ihrem wunderbaren Ambiente mitten gress stattgefundenen Führung durch widmete sich der „Unternehmensfüh- im Herzen der Grazer Altstadt zur die Grazer Innenstadt teilnahmen, ein- rung der Zukunft“. Er beschäftigte sich Abendveranstaltung ein. Hier konnte fanden. Es wurden beim gemütlichen dabei mit der Thematik, dass Konzepte der Kongresstag unter musikalischer Essen wie auch schon in den kürzeren der Unternehmungsführung der Mode Untermalung in einer gemütlichen Kaffeepausen davor rege Diskussionen und dem Zeitgeist ausgesetzt sind. Es Atmosphäre gebührend ausgeklungen unter den Teil-nehmern über das zuvor wurde anhand von vier wichtigen stra- werden. gehörte geführt. Ohne Zweifel ein Be- tegischen Konzepten der jüngeren Ver- leg für die gelungene Zusammenstel- gangenheit und Gegenwart beispielhaft Einen würdigen Schlusspunkt des Kon- lung interessanter Vor-tragender und gezeigt, dass diese nicht der Tyrannei gresses bot schließlich der Ausflug in Themen am Kongress. des „entweder-oder“ unterworfen wer- das Steirische Vulkanland am Samstag, den sollten. dem 15. Mai. Gemeinsam mit allen Teil- Das Nachmittagsprogramm begann nehmern dieses Rahmenprogramms dann mit einem Vortrag von Dipl.- Als letzter Beitrag des Kongresses re- wurde das Firmengelände des Biomas- Ing. MBA Lars Maydell (Berater, Egon ferierte Ing. Rudolf Kemler (General- sehei-zungsherstellers KWB besichti- Zehnder International), der die An- direktor, Hewlett-Packard Österreich) gt, den Eindrücken nach ein wirklich forderungen an den Manager der Zu- über „Infor-mationstechnologien und vorbildhaftes „Unternehmen der Zu- kunft aus seiner Sicht präsentierte. Er -systeme der Zukunft“, wobei die kunft“. Mit dem Besuch der Schnaps- zeigte dabei die wichtigsten Einfluss- Schlüsselrolle von Technologien groß- und Essigmanufaktur Gölles und dem faktoren auf die Gesamtperformance geschrieben wurde. Der Vortrag um- gemeinsamen Essen in der Hofberg- eines Unternehmens unabhängig von fasste verschiedene Einsatzszenarien stube Wippel fand der 18. Kongress der Größe und Branche auf, welche aus und Entwicklungsfelder und gab einen Wirtschaftsingenieure schließlich sei- Forschungen seines Unternehmens Überblick über aktuelle For-schungs- nen Abschluss. in Kooperation mit der Harvard Busi- projekte aus den HP Labs, den Ent- ness School hervorgingen. Er plädierte wicklungszentren des weltweit größ- In diesem Sinne möchten wir uns bei dabei für einen Führungsstil, der stär- ten Technologieunternehmens. Im allen Teilnehmern für die schönen ker interdisziplinär ausgeprägt ist und Anschluss an die abwechslungsreichen Tage bedanken und freuen uns auf ein weit über die Grenzen des eigenen Po- Vorträge wurde noch die WING-Gene- Wiedersehen beim Kongress 2012, sitions- und Unternehmensbereiches ralversammlung von den anwesenden hinausgeht. Mitgliedern abge-halten. Ihr Kongressteam Der anschließende Vortrag von O.Univ.- Am Abend lud der Verband der Wirt- Alois Bauer, Nicole Harter, Frank Hart- Prof. Dr. Reinhard Haberfellner (Pro- schaftsingenieure dann in die Räum- mann, Georg Michael Lexer, Michael fessor am Institut für Unternehmens- lichkeiten der Alten Universität mit Schütz, Dipl.-Ing. Iris Uitz WINGbusiness 2/2010 31
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    Fachartikel Ulrich Bauer, BerndMarkus Zunk, Alfred Fürst Studie: Wirtschaftsingenieurwesen in Österreich – Status quo Zentrale Ergebnisse der Studie „Ausbildungslandschaft, Berufsbild, Karrie- reweg und Qualifikationsprofil von Wirtschaftsingenieuren“ Mit den ausgezeichneten Berufsmöglichkeiten von Wirtschaftsingenieuren steigt auch die Attrak- tivität einer Wirtschaftsingenieurausbildung permanent, was sich nicht zuletzt an dem stark ex- pandierenden Ausbildungsangebot an Universitäten und Fachhochschulen in Österreich zeigt. So positiv diese Entwicklung auch ist, so schwierig wird es für die Interessengruppen Studierende, Personal- manager etc. sowie den Österreichischen Verband der Wirtschaftsingenieure, den Überblick über Ausbil- dungslandschaft, Berufsbild, Karriereweg und Qualifikationsprofil zu behalten. Die folgend zusammenge- fassten Untersuchungsergebnisse sollen einen Beitrag zur Schaffung der notwendigen Transparenz leisten. Die präsentierten Ergebnisse basieren auf einer zweiteilig aufgesetzten Untersuchung des Ins- tituts für Betriebswirtschaftslehre und Betriebssoziologie der Technischen Universität Graz. 1 Wer ist Wirtschaftsingenieur? So kam es in den letzten Jahren zu Fragen zum Anlass und definierte den einer starken Vergrößerung des Aus- Begriff „Wirtschaftsingenieur“ wie Im Jahr 2009 veröffentlichte die Zeit- bildungsangebots im Bereich des Wirt- folgt (WING 2010): schrift FORMAT in ihrer 23. Ausgabe schaftsingenieurwesens in Österreich, „Wirtschaftsingenieure sind wirt- die Ergebnisse einer Umfrage unter 200 was die Fragen aufwirft: „Wer ist den schaftswissenschaftlich ausgebildete Führungskräften im Personalbereich im Sinne des Österreichischen Wirt- Ingenieure mit akademischem Studi- zur Qualität von Hochschulstandorten schaftsingenieurverbandes überhaupt enabschluss, die in ihrer beruflichen und den dort angebotenen Studienrich- ein Wirtschaftsingenieur?“ und: „Kann Tätigkeit ihre technische und ökono- tungen. Dabei wurde den Wirtschafts- jeder Bildungsanbieter sein Studienan- mische Kompetenz ganzheitlich ver- ingenieurstudienrichtungen in Bezug gebot aufgrund der ‚Strahlkraft‘ einer knüpfen.“ auf einen erfolgreichen Start in das Be- solchen zukunftsträchtigen Ausbildung rufsleben ein ausgezeichnetes Zeugnis mit der Marke ‚Wirtschaftsingenieur‘ 2 Die 3 Säulen des Wirtschaftsingeni- ausgestellt, was die Attraktivität eines schmücken?“ eurwesens Wirtschaftsingenieurstudiums sowohl Der Österreichische Wirtschaftsin- für Bildungsanbieter wie Auszubilden- genieurverband nahm diese aktuellen, In Bezug auf die Ausbildungsinhalte de maßgebend erhöht hat. den Wettbewerb stark beeinflussenden in der Wirtschaftsingenieurausbildung 32 WINGbusiness 2/2010
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    Fachartikel 3 Untersuchung der Ausbil- Bereich des Wirtschaftsingenieurwe- dungslandschaft im Wirt- sens erarbeitet. WIRTSCHAFTSINGENIEURWESEN schaftsingenieurwesen Im ersten Halbjahr 2009 wurde Als Basis zur Umsetzung die- eine Sekundärerhebung und Analyse ser Dreiländererklärung soll des Studienangebots im Bereich des Natur- die am Institut für Betriebs- Wirtschaftsingenieurwesens in Ös- 3 Säulen wissenschaft Integration Wirtschaft und wirtschaftslehre und Be- terreich durchgeführt. Dabei wurden Technik triebssoziologie der TU Graz alle Universitäts- und Fachhochschul- durchgeführte Studie „Ausbil- studiengänge, welche prinzipiell dem dungslandschaft, Berufsbild, Wirtschaftsingenieurwesen zugerech- Abb. 1: 3 Säulen des Wirschaftsingenieurwesens Karriereweg und Qualifika- net werden könnten, auf Basis des von tionsprofil von Wirtschafts- ihnen veröffentlichten und zugäng- vertritt der Verband die Meinung, dass ingenieuren“ dienen. Darin wird ein lichen Datenmaterials analysiert. Die der Hauptanteil (d.h. mehr als 50%) im Überblick über das derzeit bestehende Kriterien für die Vorauswahl der Studi- Bereich technisch-naturwissenschaft- Angebot an Studienmöglichkeiten im enrichtungen und Studiengänge waren licher Fächer zu liegen hat. Zugleich reicht es nicht aus z.B. wirtschaftliche BACHELORSTUDIEN Inhalte rudimentär in den Lehrplänen Wirtschaftsingenieurwesen-Maschinenbau (TU Graz) zu verankern, sondern ihnen ist ent- Wirtschaftsingenieurwesen-Maschinenbau (TU Wien) Internationales Wirtschaftsingenieurwesen (FH Technikum Wien) sprechend hohes Gewicht beizumessen. Maschinenbau und Produktion Industriewirtschaft/Industrial Management (FH Joanneum) Aus der Formulierung „[…] in ihrer Energie-, Verkehrs- und Umweltmanagement (FH Joanneum) beruflichen Tätigkeit […] ganzheitlich Wirtschaftsingenieur (FH Wiener Neustadt) verknüpfen […]“ folgt, dass Wirtschafts- Wirtschaftsingenieurwesen (FH Vorarlberg) ingenieure neben Fachkenntnissen Softwareentwicklung und Wirtschaft (TU Graz) im wirtschaftlichen und technischen Informatik Wirtschaftsinformatik (TU Wien) Bereich zur Umsetzung ihres Fachwis- Informationstechnologien und IT-Marketing (FH Campus02) sens über weitere Fähigkeiten verfügen Wirtschaftsinformatik (FH Technikum Wien) müssen. Hierzu sind unter anderem Elektronik und Technologiemanagement (FH Joanneum) Elektrotechnik, Elektronik Kenntnisse und Fähigkeiten aus den Elektronik/Wirtschaft (FH Technikum Wien) Bereichen „Kommunikation“, „Präsen- Bauingenieurwesen und Infrastrukturmanagement (TU Wien) tation“, „Recht“ und „Projektmanage- Bauwesen, Gebäudetechnik Bauplanung und Bauwirtschaft (FH Joanneum) ment“ notwendig. Der Österreichische und Gebäudemanagement Bauingenieurwesen-Baumanagement (FH Campus Wien) Verband der Wirtschaftsingenieure Energie- und Umweltmanagement (FH Burgenland) fasst diese Kenntnisse in einer eigenen MASTERSTUDIEN Kategorie von Ausbildungslehrinhal- Wirtschaftsingenieurwesen-Maschinenbau (TU Graz) ten mit der Bezeichnung „Integration“ Production Science and Management (TU Graz) zusammen. Wirtschaftsingenieurwesen-Maschinenbau (TU Wien) Somit bilden die Bereiche „Naturwis- Maschinenbau und Produktion Internationales Wirtschaftsingenieurwesen (FH Technikum Wien) senschaft und Technik“, „Wirtschaft“ Supply Chain Management (FH Wiener Neustadt) und „Integration“ die drei Säulen des Produktions- und Prozessmanagement (FH Wiener Neustadt) Wirtschaftsingenieurwesens. Technisches Produktmanagement (FH Wiener Neustadt) Softwareentwicklung und Wirtschaft (TU Graz) Um dieses Ausbildungsprofil ba- Wirtschaftsinformatik (TU Wien) sierend auf den drei Säulen des Wirt- Informatik Wirtschaftsingenieurwesen-Informatik (TU Wien) Informationstechnologien und IT-Marketing (FH Campus02) schaftsingenieurwesens im deutschspra- Wirtschaftsinformatik (FH Technikum Wien) chigen Raum nachhaltig zu etablieren, verabschiedeten die drei Wirtschaftsin- Wirtschaftsingenieurwesen-Bauwesen (TU Graz) Infrastrukturplanung und -management (TU Wien) genieurverbände aus der Schweiz (STV Bauwesen, Gebäudetechnik Energie- und Umweltmanagement (FH Burgenland) - Schweizerischer technischer Ver- und Gebäudemanagement Baumanagement und Ingenieurbau (FH Joanneum) band), Deutschland (VWI - Verband Bautechnische Abwicklung internationaler Großprojekte (FH Campus Wien) Deutscher Wirtschaftsingenieure) und Gebäudetechnik und Gebäudemanagement (FH Burgenland) Österreich (WING - Österreichischer Architektur Architektur und Projektmanagement (FH Joanneum) Verband der Wirtschaftsingenieure) Kunststofftechnik Wirtschaftsingenieurwesen in Kunststofftechnik (JKU Linz) folgende Dreiländererklärung: DIPLOMSTUDIEN „Wir wollen eine hohe Qualität und Maschinenbau und Produktion Mechatronik Wirtschaft (FH Wels) das unverwechselbare Profil des Wirt- Chemie Wirtschaftsingenieurwesen-Technische Chemie (JKU Linz) schaftsingenieurs sicherstellen und seinen hohen Arbeitsmarktwert durch „Anerkannte“ Wirtschaftsingenieurstudien die Schaffung einer gemeinsamen Aus- „Sogenannte“ Wirtschaftsingenieurstudien bildungsmarke fördern.“ Abb. 2: Wirtschaftsingenieurstudiengänge in Österreich WINGbusiness 2/2010 33
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    Fachartikel Andere 5,7% MBA 3,6% 4 Weiterbildung von Wirt- 6 Kompetenzprofil Wirtschaftliche Individuelle Schulungen/Seminare schaftsingenieuren Karriereplanung 7,3% 26,6% Auch die Einschätzung der Relevanz In punkto Weiterbildung bezüglich des Idealverhältnisses der Doktorat 11,5% nach dem Studienabschluss Anteile an „Fach- Methoden- und So- zeigt sich folgendes Bild: von zialkompetenz“ (siehe grundlegend den 215 an der Primärerhe- die Arbeit von ROTH 1971) im Profil bung teilnehmenden Wirt- des Wirtschaftsingenieurs steht im di- Sprachausbildung 13,4% schaftsingenieuren zeigt rekten Zusammenhang zum Idealver- Technische Schulungen/Seminare Abbildung 3, dass bei 477 hältnis aus Wirtschaft zu Technik. 18,2% abgegebenen Nennungen Auslandsaufenthalt 13,6% der „durchschnittlich“ ak- Dabei ist unter Fachkompetenz das tive Wirtschaftsingenieur Fachwissen zu verstehen, das durch n=215, m=477 (Mehrfachnennungen möglich) Abb. 3: Weiterbildung von Wirtschaftsinge- bereits mehr als zwei Wei- eine entsprechende Aus- und Weiter- nieuren terbildungsmöglichkeiten bildung und zum Teil durch Erfahrung wahrgenommen hat. Dabei zu erwerben ist. Methodenkompetenz die Namensgebung bzw. die Beschrei- bilden wirtschaftliche und bezeichnet die Fähigkeit, dieses Wis- bung des Studiums auf der Homepage, technische Schulungen bzw. Seminare sen und diese Erfahrung anzuwenden wobei die Ausrichtung auf sowohl tech- in Summe mit 44,8% den größten An- und dazu unterstützende Skills zu be- nische als auch wirtschaftliche Inhalte teil. herrschen. Methodenkompetenz kann klar erkennbar sein musste. durch formales Training, z.B. in Semi- 5 Qualifikationsprofil naren (um Prinzipien und Theorien zu Diese zunächst wertfreie Voraus- verstehen), praktisches Training und wahl ergab 39 Studienrichtungen und Mit der Definition „Wirtschaftsingeni- Erfahrung erworben werden. Unter so- Studiengänge (Abbildung 2), welche eur“ wird die Forderung transparent, zialer Kompetenz sind die persönlichen aufgrund dieser genannten Kriterien dass in der akademischen Ausbildung Fähigkeiten im Umgang mit anderen als Wirtschaftsingenieurstudien in Fra- Anteil der Befragten (n=215) und die persönlichen ge kommen könnten. Charakterzüge und 90% : 10% 1,9% Wertvorstellungen zu Darauf folgend wurde abgeklärt, 80% : 20% 5,6% verstehen (BAUER/ welche dieser 39 Studienrichtungen GANGL 2005). Anteil Technik : Anteil Wirtschaft 70% : 30% 27,3% und Studiengänge vom Österrei- Abbildung 5 zeigt chischen Wirtschaftsingenieurverband 60% : 40% 30,6% 57,8% 42,2% die grundsätzlich anerkannt sind. Mit Ende des Jahres 50% : 50% 16,7% anzustrebende aus- Wirtschaft 2009 sind 24 Studienrichtungen und Technik geglichene Kompe- Studiengänge (in Abbildung 2 grau 40% : 60% 8,8% tenzverteilung bei hinterlegt) als Wirtschaftsingenieurstu- 30% : 70% 6,9% Wir t scha f t singeni- dien anerkannt worden, welche somit euren, wobei aus 20% : 80% 0,9% den Untersuchungsbereich für die vor- der Primärerhebung liegende Studie bilden. Die restlichen 10% : 90% 1,4% hervorgeht, dass mit 15 Studiengänge erfüllen derzeit nicht 34,8% der Anteil an die definierten Voraussetzungen einer Abb. 4: „Idealverhältnis“ Technik zu Wirtschaft sozialer Kompetenz Wirtschaftsingenieurausbildung. überwiegt. Dabei ist der überwiegende Teil der Lehrinhalte auch der Unterschied in der Einschät- In einem zweiten Schritt wurde im naturwissenschaftlich-technischen zung der Relevanz zwischen Berufsein- eine Primärerhebung in Fragebogen- Bereich zu liegen hat. Abbildung 4 steigern (befinden sich in ihrem ersten form mittels eines Online-Umfrage- zeigt die Einschätzung der Befragungs- Einsatzgebiet ihrer Karriere) und Be- tools von POLLISCOPE im Zeitraum teilnehmer zum „Idealverhältnis“ von rufserfahrenen (befinden sich in ihrem vom 09.08.2009 bis zum 31.08.2009 Technik zu Wirtschaft. vierten Einsatzgebiet) abgebildet. Inter- durchgeführt. Zur Umfrage wurden Das Idealverhältnis Technik zu essant dabei ist, dass Berufseinsteiger alle Mitglieder des Österreichischen Wirtschaft liegt bei 57,8% Wirtschaftsingenieurverbands von de- zu 42,2%. In der Umfrage 35,0% Sozialkompetenz nen die E-Mail-Adressen bekannt wa- des Jahres 2005 (BAUER/ 37,4% ren, eingeladen. GANGL 2005) betrug das Insgesamt wurden 1030 Einladungs- Verhältnis noch 62,6% zu 32,7% mails verschickt. Daraufhin starteten 37,4% , was eine aktuelle Methodenkompetenz 31,9% 307 Personen die Umfrage, 215 davon Verschiebung in der Ausbil- beendeten die Umfrage durch Beant- dungsinhalte im Idealprofil 32,3% Erfahrene (n=60) wortung aller Fragen vollständig. Dies zugunsten des Wirtschafts- Fachkompetenz 30,6% Einsteiger (n=31) ergibt eine Nettorücklaufquote von anteils in den Lehrinhalten rund 21%. bedeutet. Abb. 5: „Optimales“ Kompetenzprofil 34 WINGbusiness 2/2010
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    Fachartikel dieSozialkompetenz mit 37,4% wich-  Wirtschaftsingenieure sind wirt- Wirtschaftsingenieure in Bezug auf tiger einschätzen als Berufserfahrene. schaftswissenschaftlich ausgebildete deren Karriereperspektiven. Generell sind diese Unterschiede in der Ingenieure mit akademischem Stu- Einschätzung von Einsteigern und Be- dienabschluss, die in ihrer beruf- Unabhängig vom jeweiligen Ausbil- rufserfahrenen marginal. lichen Tätigkeit ihre technische und dungsprogramm sind Wirtschaftsin- ökonomische Kompetenz ganzheit- genieure Integratoren zwischen der 7 Karriereentwicklung von Wirt- lich verknüpfen. naturwissenschaftlich-technischen schaftsingenieuren.  Die drei Säulen des Wirtschaftsin- und der wirtschaftlichen Seite eines genieurwesens bilden „naturwis- Unternehmens. Sie sind Techniker, die Wirtschaftsingenieure fungieren als senschaftliche und technische“, „in- die Sprache der Ökonomen sprechen „Brückenbauer“ zwischen den Welten tegrative“ sowie „wirtschaftliche“ und verstehen. Aus diesem Grund kön- Wirtschaft und Technik und punkten Lehrfächer. nen sie einen wertvollen Beitrag für die vor allem in den Schnittstellenberei-  Der Österreichischen Wirtschafts- erfolgreiche Zusammenarbeit und zu- chen, in denen interdisziplinäre Kennt- ingenieurverband anerkennt derzeit kunftsgerechte Entwicklung in Unter- nisse gefragt sind (siehe dazu auch den 24 Studienrichtungen und Studien- nehmen leisten. Beitrag im GEWINN 2010). gänge als „Wirtschaftsingenieurstu- dien“. Dies sind u.a. Beratung, Projekt-  Wirtschaftsingenieure bilden sich 9 Literatur- und Quellenangaben leitung im Forschungs- und Entwick- primär im Rahmen wirtschaftlicher lungsbereich oder auch im technischen Schulungen und Seminare fort; im 1. FORMAT, 2009: www.format.at/ar- Verkauf und Marketing. Abbildung 6 Durchschnitt haben Wirtschaftsin- ticles/0923/527/243499/format-uniran- zeigt, dass 24,8% aller Wirtschaftsinge- genieure während ihrer bisherigen king-welche-absolventen-chancen-be- nieure ihre Karriere im Betätigungsfeld Berufslaufbahn zwei Weiterbil- rufseinstieg, Abfrage vom 30.03.2010 1. Einsatzgebiet 2. Einsatzgebiet 3. Einsatzgebiet 4. Einsatzgebiet 2. ÖSTERREICHISCHER VERBAND (n=206) (n=172) (n=118) (n=70) DER WIRTSCHAFTSINGENIEURE Produktion und 24, 8% 19, 8% 11,0% 10,0% (WING), www.wing-online.at, Abfrage Fertigungstechnik vom 13.05.2010 Beratung 18,4% 15,7% 17,8% 14,3% Forschung und 3. POLLISCOPE, 2010: www.pollis- Entwicklung 16,5% 12,2% 5,1% 4,3% cope.de, Abfrage vom 12.04.2010 Betätigungsfeld Verkauf und Marketing 13,6% 17,4% 13,6% 7,1% 4. BAUER, U.; FÜRST, A.; ZUNK, Einkauf und Logistik 13,1% 8,7% 10,2% 12,9% B.M., 2010: Ausbildungslandschaft, Be- Finanz- und 8,7% 9,9% 6,8% 5,7% rufsbild, Karriereweg und Qualifikati- Rechnungswesen onsprofil von Wirtschaftsingenieuren, Geschäftsführung 3,4% 15,7% 33,9% 44,3% in BAUER, U. (Hrsg.), Schriftenreihe Personalwesen 1,5% 0,6% 1,7% 1,4% Nummer 13 des Instituts für Betriebs- Abb.6: Berufseinstieg und Karriereentwicklung wirtschaftslehre und Betriebssoziolo- gie der TU Graz, Graz „Produktion und Fertigungstechnik“ dungsmaßnahmen in Anspruch ge- 5. ROTH, H., 1971: Pädagogische An- beginnen. Interessant ist die Betrach- nommen. thropologie, Band II: Entwicklung und tung der weiteren Karriereentwicklung  Den Wirtschaftsingenieur zeichnet Erziehung – Grundlagen der Entwick- in Richtung Führungsaufgaben. 70 typischerweise ein ausgewogenes lungspädagogik, 1. Auflage, Berlin et Studienteilnehmer hatten im Laufe ih- Kompetenzprofil zwischen Sozial-, al. rer Karriere bereits vier Einsatzgebiete. Fach- und Methodenkompetenz 6. BAUER, U.; GANGL, B., 2005: Qua- Es wird offensichtlich, dass sich der aus. lifikationsprofil und Berufsbild von Großteil der Positionen von eher ope-  Das „Idealverhältnis“ zwischen Wirtschaftsingenieuren bezogen auf rativen Bereichen im „ersten Einsatzge- technischen und wirtschaftlichen die ersten Berufsjahre am Beispiel TU biet“ hin zu dispositiven Positionen im Lehrinhalten im Zuge der Wirt- Graz und JKU Linz, in BAUER, U. Bereich der „Geschäftsführung“ ent- schaftsingenieurausbildung soll laut (Hrsg.), Schriftenreihe Nummer 8 des wickelt. Dieses Auswertungsergebnis Primärerhebung rund 58% zu 42% Instituts für Betriebswirtschaftslehre deckt sich mit der Selbsteinschätzung zu Gunsten der technischen Fächer und Betriebssoziologie der TU Graz, der befragten Wirtschaftsingenieure, betragen, was sich grundsätzlich mit Graz wenn es um die Beurteilung der Kar- der Anforderung „mind. 50% tech- 7. GEWINN, 2010: Wirtschaftsingeni- rieremöglichkeiten geht. Rund 90% der nische Fächer“ des Österreichischen eure – die Allrounder unter den Exper- Befragten schätzen ihre Entwicklungs- Wirtschaf tsingenieur verbandes ten, in: Gewinn – Das Wirtschaftsma- chancen mit „gut“ bis „sehr gut“ ein. deckt. gazin, Ausgabe 4/2010, S. 108 - 110  Der Karriereweg von Wirtschaftsin- 8. ZUNK, B.M.; FÜRST, A., 2010: In- 8 Kernaussagen genieuren entwickelt sich von stark genieure für die Wirtschaft gewinnen, operativen Aufgaben hin zu Füh- in: Personalmanager – Zeitschrift für Die Kernaussagen lassen sich wie folgt rungsaufgaben. Dies deckt sich mit Human Resources, Ausgabe 3/2010, S. zusammenfassen: der Selbsteinschätzung der befragten 36 - 37 WINGbusiness 2/2010 35
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    Fachartikel Autoren o.Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Ulrich Bauer ist Vorstand des Instituts für Betriebswirtschaftslehre und Betriebssoziologie der TU Graz. Von 1983 bis 1989 war er Universitätsassistent an der TU Graz. 1989 wechselte er in die Personalentwicklung der Steirerbrau. Von 1991 bis 1997 bekleidete er zuerst die Position des Vorstandsassistenten der Steiermärkischen Elektrizitäts AG bevor er ebendort Personalchef wurde. 1997 erhielt er den Ruf als Professor an die TU Graz. 2000 bis 2003 Dekan der Fakultät Maschinenbau. Seit 2003 ist Prof. Bauer Vizerektor für Finanzen und Personal der TU Graz. Kontaktdaten: Technische Universität Graz, Institut für Betriebswirtschaftslehre und Betriebssoziologie, Kopernikusgasse 24/II, A-8010 Graz. E-mail: ulrich.bauer@tugraz.at Ass.Prof. DDipl.-Ing. Dr.techn. Bernd Markus Zunk studierte Wirtschaftsingenieurswesen an der Technischen Universität Graz. Von 2002 bis 2003 war Herr Dr. Zunk im Bau- und Projektmanagement tätig. 2003 bis 2008 Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Betriebswirtschaftslehre und Betriebssoziologie. 2009 begann Herr Dr. Zunk eine Professorenlaufbahn an der Technischen Universität Graz. Seine derzeitigen Arbeitsgebiete in Forschung und Lehre sind Beziehungsmanagement, Kundenwert, Vertriebs- sowie Risikocontrolling. Kontaktdaten: Technische Universität Graz, Institut für Betriebswirtschaftslehre und Betriebssoziologie, Kopernikusgasse 24/II, A-8010 Graz. E-mail: bernd.zunk@tugraz.at Dipl.-Ing. Dr.techn. Alfred Fürst studierte Wirtschaftsingenieurwesen- Maschinenbau an der Technischen Universität in Graz. Herr Dr. Alfred Fürst war bis Mai 2010 Universitätsassistent am Institut für Betriebswirtschaftslehre und Betriebssoziologie der TU Graz wo er auch promovierte. Von 2006 bis 2009 bekleidete er die Position des Geschäftsführers des Österreichischen Wirtschaftsingenieurverbands. Seit Juni 2010 ist Herr Dr. Fürst Mitarbeiter im Bereich Unternehmensentwicklung und MA bei der KELAG in Klagenfurt. Kontaktdaten: KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft, Arnulfplatz 2, A-9010 Klagenfurt, E-mail: alfred.fuerst@kelag.at WINGNET Thomas Guerra WINGnet Graz kooperiert mit der TU Graz A m 4. März 2010 kam es zu einem erfolgreichen Abschluss einer viel- versprechenden Zusammenarbeit zwi- ter und Netzwerker über die Tore der TU hinaus. Mit Unterzeichnung der Vereinba- kung dieser Kooperation. Weitere In- formationen über dieses Look IN kön- nen Sie dem Artikel entnehmen, den schen dem WINGnet Graz und der TU rung hat das WINGnet Graz das allei- Sie ebenfalls in diesem Heft finden. Graz. Nach monatelangen Gesprächen nige Recht, an der TU Graz Vorträge zwischen Frank Hartmann, dem Ob- mit Recrutingzweck zu organisieren. Ein besonderer Verdienst und Dank mann des WINGnet Christoph Sadei Durch die neue Kooperation ist es nun geht an DI Christoph Adametz und DI und des Career Info Service der TU, auch möglich, Studierende aus ausge- Wolfgang Wallner für das geschenkte besiegeln nun die Unterschriften des wählten Studienrichtungen und in be- Vertrauen, an Mario Fallast für das Obmanns und des Rektors der TU stimmten Studiensemestern gezielt per Herstellen der Kontakte und das Ver- Graz Prof. Dr. Hans Sünkel eine Koo- e-mail zu erreichen. Dies bietet einen mitteln, sowie an Frank Hartmann perationsvereinbarung. großen Vorteil für Unternehmen, die und Christoph Sadei für das Engage- sich den Studierenden an der TU Graz ment und die Konstanz. Durch jahrzehntelange, professi- vorstellen möchten. onelle Organisation von Firmenvor- Auf Basis dieser Zusammenarbeit ist Für weitere Informationen und Kon- trägen und anderen Events an der TU bereits das Look IN mit Roland Berger takte, wenden Sie sich bitte an graz@ Graz von Seiten des WINGnet Graz, zustande gekommen. Der große Erfolg wingnet.at oder besuchen Sie uns unter gilt der Verein als erfahrener Veranstal- dieser Veranstaltung bestätigt die Wir- graz.wingnet.at . 36 WINGbusiness 2/2010
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    WINGnet Frischer Wind unterden Flügeln beim WINGnet Graz Im März dieses Jahres wurden in der Generalversammlung des WINGnet Graz wieder Wahl- en abgehalten um die verschiedenen Ämter zu besetzen. Dabei ergaben sich vor allem im Vorstand große Veränderungen. Der Vorstand setzt sich nun wie folgt zusammen: Obmann – Alois Bauer Seite. Ihm ist das Ansehen des Vereins Robert Nini: Obmann Stv. – Christoph Sadei an der TU Graz sehr wichtig, positiv Finanzreferent – Ulrich Renner kommentiert er den steigenden Be- Er studiert zurzeit im 8. Semester Pro- Schriftführung – Ingrid Gumpesberger kanntheitsgrad. Wichtig sind ihm die duction Science Management. Nach- Schriftführung Stv – Robert Nini professionelle Organisation unserer dem er schon ein Jahr lang mit dem Veranstaltungen und Kooperationen Gedanken spielte dem WINGnet bei- Der Vorstand stellt sich vor: mit der TU Graz und den anderen Stu- zutreten, konnten wir ihn im Herbst dierendenvereinen. Sein Ausblick: „Die 2009 endlich in unserer Mitte begrü- Zukunft ist vielversprechend da die ßen. Alois Bauer: ausgearbeiteten und festgelegten Stra- Er wollte sich neben dem Studium tegien der letzten Jahre gut gegriffen mehr engagieren und war vom Auftre- Er studiert Softwareentwicklung haben.“ ten des WINGnet begeistert. In seinem – Wirtschaft im 8. Semester und trat neuen Amt hat er vor den Vorstand dem Verein ungefähr vor einem Jahr Ulrich Renner: bestmöglich zu unterstützen, außer- bei. Er ist sehr motiviert in seinem dem ist er nun im vereinsinternen „Ac- neuen Amt und möchte viel bewegen, Er studiert nun im 8. Semester BWL tivities Team“ tätig, welches aus seiner deswegen entschloss er sich auch dem und ist seit 2004 Mitglied beim WING- Sicht optimal die Brücke zwischen Uni- Kongressteam für den WING Kongress net. Das Amt des Finanzreferenten versität und Wirtschaft schlägt. in Graz dieses Jahr beizutreten. Seine bekleidet er schon seit 2008 und seit Ziele sind Mitgliederanwerbung, vor kurzem leitet er intern das PR Team. Ingrid Gumpesberger: allem im Bereich der Softwareentwick- Seine Ziele als Finanzreferent legt er ler, die Erstellung von Best Practice Do- klar da: der Verein soll in jeder Lage Sie studiert seit 2006 Wirtschaftsinge- kumenten für das WINGnet und noch finanziell abgesichert und unabhängig nieurwesen Maschinenbau und trat vieles mehr. sein. dem WINGnet im Wintersemester 2008 bei. Christoph Sadei: Über die PR meint er: „ In der PR ha- Über den Verein meint sie: „Es ist ein- ben wir, denke ich, schon einiges weiter fach eine großartige Möglichkeit et- Seit 2003 studiert er Wirtschaftsinge- gebracht. Der Zuwachs an Mitgliedern was zu lernen und mit der Wirtschaft nieurwesen Maschinenbau und 2005 ist ein gutes Zeichen. Einen einheit- in Kontakt zu kommen.“ In dem Amt trat der dem WINGnet bei, wo er von lichen Auftritt auf der TU, vor allem der Schriftführerin hat sie vor mehr 2007 bis 2010 den Obmann stellte. Mit bei unseren Veranstaltungen, haben aktiv am Vereinsleben teilzunehmen, seiner langjährigen Erfahrung steht er wir realisieren können und werden wir den Obmann zu unterstützen und die nun dem Vorstand mit Rat und Tat zur in Zukunft noch weiter verstärken.“ Homepage aktuell zu halten. WINGbusiness 2/2010 37
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    Mediencorner Aumayr, K. J.: Erfolgreiches Produktmanagement Gabler Verlag, Wiesbaden 2009, 2. Auflage, 343 Seiten, € 62,00 ISBN 978-3-8349-1803-1 Wer entscheidet über den Erfolg eines Produkts? Die Käufer – und der verantwortliche Produktma- nager. Der Produktmanager kämpft dabei an mehreren Fronten: Er muss mit sinkenden Budgets immer mehr Produkte in immer kürzerer Zeit einführen und betreuen. Gleichzeitig muss er eine Fülle von Anforderungen aus den internen Abteilungen koordinieren. In dem vorliegenden Buch lie- fert Klaus J. Aumayr das komplette Rüstzeug, um diese komplexen Aufgaben souverän zu meistern. Fallbeispiele, Charts und Checklisten erleichtern den Transfer in die Praxis. Eine unverzichtbare Arbeitshilfe für alle, die ihre Produkte aktiv vermarkten wollen! Eignung/Leserschaft 1 (Anfänger) oooþo 5(Experten) Theorie 1 (nicht behandelt) oþoo 5 (intensiv) o Anwendung 1 (nicht behandelt) ooooþ 5 (intensiv) Empfehlung: gute Arbeit, empfehlenswert Bernd Zunk Beck, B.: Volkswirtschaft verstehen Vdf Hochschulverlag AG, Zürich 2008, 5. Auflage, 472 Seiten, CHF 70,10 ISBN: 978-3-7281-3207-9 Der Titel dieses Buches wird seinen Ansprüchen absolut gerecht. Der Autor versteht es, in anschau- licher Weise die wichtigsten volkswirtschaftlichen Tatbestände umfassend und verständlich darzu- stellen. Dabei ist das Spektrum der behandelten Themen äußerst breit: Märkte, Marktversagen und Staat, Wohlstand und Wirtschaftswachstum, gesamtwirtschaftliche Analyse sowie Außenhandel und Entwicklungsökonomie. Neben der fundierten Darstellung und Erklärung der zentralen volks- wirtschaftlichen Fragestellungen werden auch neue internationale Entwicklungen aufgezeigt. Das Buch ist didaktisch hervorragend aufbereitet und somit bestens geeignet für Studienanfänger oder interessierte Laien, die sich einen grundlegenden Überblick über Volkswirtschaft verschaffen wollen. Eignung/Leserschaft 1 (Anfänger) ooþoo 5(Experten) Theorie 1 (nicht behandelt) ooooþ 5 (intensiv) Anwendung 1 (nicht behandelt) ooþoo 5 (intensiv) Empfehlung: erstklassig, sehr empfehlenswert Iris Uitz Bergmann, G.; Daub, J.: Systemisches Innovations- und Kompetenzmanagement – Grundlagen-Prozesse-Perspektiven Gabler Verlag, 2. Auflage, Wiesbaden 2008, 332 Seiten, € 34,50 ISBN 978-3-8349-1059-2 Das Werk ist als klassisches Lehrbuch aufgebaut. Ausgehend von Begriffsdefinitionen werden die Grundlagen des Innovations- und Kompetenzmanagements erklärt. Aus der Perspektive der Sys- temtheorie wird der Aufbau und Ablauf des Innovationsprozesses dargelegt. Besonders wird auf die Organisation der Innovation und die Kompetenzentwicklung eingegangen. Eine Beleuchtung des Themas aus dem Bereich der Ethik ist eine Bereicherung rund um das Thema. Fallbeispiele geben Einblick in Praxis. Eignung/Leserschaft 1 (Anfänger) oþooo 5(Experten) Theorie 1 (nicht behandelt) oþoo 5 (intensiv) o Anwendung 1 (nicht behandelt) ooþoo 5 (intensiv) Empfehlung: gute Arbeit, empfehlenswert Sonja Embst 38 WINGbusiness 2/2010
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    Mediencorner Derenthal, K.: Innovationsorientierung vonUnternehmen Gabler Verlag, Wiesbaden 2010, 313 Seiten, € 49,90 ISBN 978-3-8349-1832-1 Die Autorin gibt in ihrem Werk einen Überblick über Erfolgsfaktoren um mit Innovationen in ge- sättigten Märkten als Unternehmen bestehen zu können. Anhand einer quantitativen empirischen Erhebung, die branchenübergreifend durchgeführt wurde, werden diese Faktoren bestätigt. Die Be- deutung der Unternehmenskultur als Innovationstreiber und somit als wichtiger Baustein für nach- haltigen Unternehmenserfolg wird dabei gut herausgearbeitet. Eignung/Leserschaft 1 (Anfänger) oþooo 5(Experten) Theorie 1 (nicht behandelt) ooþo 5 (intensiv) o Anwendung 1 (nicht behandelt) ooþoo 5 (intensiv) Empfehlung: gute Arbeit, empfehlenswert Georg Premm Herstatt, C.; Verworn, B.(Hrsg.): Management der frühen Innovationsphase Gabler Verlag, Wiesbaden 2007, 2. Auflage, 432 Seiten, € 49,95 ISBN: 978-3-8349-0375-4 In diesem Buch werden aktuelle Forschungsergebnisse, die sich mit der frühen Phase des Innovati- onsprozess befassen, vorgestellt. Die Ergebnisse zeigen, dass die frühen Phasen von entscheidender Bedeutung für den Innovationsverlauf sind. Ausgehend von Arbeiten zu Innovationsanstößen wird weiters auf die effektive und effiziente Gestaltung der frühen Phasen des Innovationsprozesses einge- gangen. Im letzten Teil werden Ergebnisse aus der Innovationspraxis angeführt. Dieses Buch liefert praktische Unterstützung für Innovationsverantwortliche Manager sowie Wissenschaftler und Stu- dierende des Technologie- und Innovationsmanagements. Eignung/Leserschaft 1 (Anfänger) oooþo 5(Experten) Theorie 1 (nicht behandelt) oþoo 5 (intensiv) o Anwendung 1 (nicht behandelt) ooþoo 5 (intensiv) Empfehlung: gute Arbeit, empfehlenswert Caroline Riemer Taleb, N. N.: Der Schwarze Schwan – Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse Carl Hanser Verlag, München 2008, 441 Seiten, € 25,00 ISBN: 978-3446415683 Dieses Buch zeigt wie sehr das Weltgeschehen durch unwahrscheinliche Ereignisse beeinflusst wird. Und diese passieren viel häufiger als man annimmt, egal ob es sich um Terroranschläge, Umwelt- katastrophen, Finanzkrisen oder auch um den Siegeszug einer vorher nicht beachteten Technologie handelt. Speziell die Probleme der empirischen Sozial- und Wirtschaftswissenschaften werden in diesem Zusammenhang durchleuchtet und gängige Vorhersagemodelle kritisiert. Schließlich wer- den Strategien, die zu einer erfolgreichen Bewältigung von unwahrscheinlichen Ereignissen führen sollen, vorgestellt. Eignung/Leserschaft 1 (Anfänger) oooþo 5(Experten) Theorie 1 (nicht behandelt) oþoo 5 (intensiv) o Anwendung 1 (nicht behandelt) oooþo 5 (intensiv) Empfehlung: gute Arbeit, empfehlenswert Ernst Stelzmann WINGbusiness 2/2010 39
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    WING-Regional Rupert Hasenöhrl, JohannPersoglia 25. Treffen der Wirtschaftsingenieure in Kärnten 15-04-2010, Klagenfurt am Wörthersee Eine Jubiläumsveranstaltung sollte es werden, die im Gedächtnis haften bleibt! Wie bei einem ge- lungenen Cocktail galt es, die Ingredienzien gut aufeinander abzustimmen. Spannende und kurz- weilige Vortragende, ein Thema, das alle interessiert, Prominenz und etwas Gutes für den Gau- men waren die Zutaten, gewürzt mit der einen oder anderen Überraschung sollte es gelingen, den Kärntner Wirtschaftsingenieuren einen unvergesslichen Abend zu bereiten. Aber alles schön der Reihe nach! B undespräsident Heinz Fischer zur Begrüßung Die Grußadresse übernahm UHBP per- sönlich. Interessiert zeigte er sich nicht nur der Ausbildung zum Wirtschafts- ingenieurwesen gegenüber, er nützte auch die Gelegenheit, alte Bekannt- schaften aus der Zeit vor der Präsident- schaft aufleben zu lassen, als Prof. Veit im Rahmen der Rektorenkonferenz tätig war. Worum es damals ging, konnte nicht mehr eruiert werden, aber dass Veit seinerzeit Heinz Fischer mit einem Burgenländerwitz aufmunitionierte, um bei seinem Bundeskanzler Fred Si- nowatz zu „punkten“, blieb unbestrit- ten. Eine Standortbestimmung der BWL fokussiert sich die BWL von heute in ih- Pointen und Anekdoten als Teilbereich der Techno-Ökonomie rem Lehr- und Forschungsangebot auf lieferte dann em. Univ. Prof. Walter skizzierte dann Univ. Prof. Ulrich Bauer die Themen Wirtschaftlichkeit, Markt- Veit, als er 60 Jahre Wirtschaftsingeni- und ging dabei auf die Rolle der BWL erfolg und – immer stärker – auf das eurwesen Revue passieren ließ. Wie zu in Ausbildung und Forschung ein. Verhalten der künftigen Absolventen Zeiten seiner Vorlesung hingen seine Neben den betriebswirtschaftlichen als Führungskräfte und Mitglieder er- zahlreich erschienenen Ex-Studenten Grundlagen für WING und Techniker folgreich arbeitender Teams. an den Lippen von „Papa“ Veit. Stau- 40 WINGbusiness 2/2010
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    WING-Regional nend, wenn erüber die Zustände an wie wir. Wir hal- der Hochschule in der Aufbauzeit nach ten uns zugute, die dem Krieg erzählte, schmunzelnd, Chance optimal ge- wenn er die vielen kleinen Erfolge und nützt zu haben… das Wachstum darauf zurückführte, dass man informell den anderen immer PPS: Der inkrimi- einen Schritt voraus war oder ganz ein- nierte Burgenlän- fach Chancen schneller und beherzter derwitz im Ori- ergriff. Witz und Geist sprühten als er ginal: Wodurch seine Thesen und Ratschläge aus der unterscheiden sich eigenen Inaugurationsrede rezitierte eine steirische und und den Anwesenden vor Augen führ- eine burgenländische te, dass diese auch heute noch nichts an Jauchengrube? Die Aktualität eingebüßt haben. burgenländische ist mit einem Sprung- Überraschungen zum Schluss sprechend nachhaltig bei den Kärntner brett ausgerüstet! Nur wenige waren eingeweiht, dass die Wirtschaftsingenieuren vorstellte. Viel mittlerweile 12 Jahre lang amtierenden Erfolg den Beiden! PPPS: Prof. Veit’s Ratschläge vor groß- Regionalkreisleiter die Jubiläumsver- en Entscheidungen aus der Inaugurati- anstaltung dazu nützten, um mit Dr. PS: Mit einem Flunkern können wir onsrede in Kurzversion als Fragen for- Bernd Neuner und Dr. Alexander nicht abtreten und daher gestehen wir, muliert: 1. Was brauchen wir wirklich? Marchner ihre Nachfolger zu präsen- dass es nicht unserem Organisationsta- – Sinnfrage! 2. Lässt es sich finanzieren? tieren. lent zuzuschreiben war, dass UHBP Fischer – Wirtschaftlichkeit! 3. Wie setzen wir Beide sind im Bereich Unterneh- beim Regionalkreistreffen anwesend es um? – Methodenwissen! Und ganz mensstrategie und MA der Firma war. Es war vielmehr purer Zufall, dass wesentlich dabei: die Reihenfolge der kelag tätig, die sich durch die Über- er im Zuge seiner Wahlwerbung zum Fragestellung ist unbedingt einzuhal- nahme des abschließenden Buffets ent- gleichen Zeitpunkt im Sandwirth war ten! WINGNET Look IN - Roland Berger zu Gast an der TU Graz A m Mittwoch den 24. März 2010 durften wir die Firma Roland Berger auf der Technischen Universität gen Akkus beziehen, vorgestellt und auf die Problemstellungen dabei ein- gegangen. Diese Technologie wird sich zu viel Gesprächsstoff. Darauf foltge dann eine kurze Firmenvorstellung bei der speziell auf den Einstieg bei Ro- Graz zu einem Look IN begrüßen. gegenüber anderen alternativen An- land Berger eingegangen, sowie auch Wie üblich in dieser Veranstaltungs- triebskonzepten, nach Einschätzungen die Aufstiegsmöglichkeiten aufgezeigt reihe, sollte ein Einblick in ein aktu- von Roland Berger, vor allem als Zweit- wurden. elles Themengebiet sowie in die Un- auto für Kurzstrecken durchsetzten. In entspannter Atmosphäre wurden ternehmensstruktur gegeben werden. Dennoch wird laut der Studie der Mar- diese Fachgespräche und Networking- Zu diesem Zweck hatten die Herren ei- kanteil von reinen Elektrofahrzeugen dialoge danach am Buffet fortgeführt. nen interessanten Vortrag zum Thema in Europa 2020 nur rund 15% betragen. Anhand der angeregten Gespräche, E – Mobility mit im Gepäck. Weitere Kernpunkte waren die Themen der Vielzahl an Zuhörern sowie am Dies war wohl auch der Grund für Bereitstellung, der damit verbunden Interesse an der Thematik zeigt sich, die zahlreiche Teilnahme von Studie- notwenigen Unternehmenskooperati- dass dieser Bereich ein enormes Zu- renden, Absolventen/innen und Mitar- onen und der Abrechnung der Energie kunftspotenzial aufweist. beitern/innen der Universität. Die vie- mit Kunden. Dabei wurde speziell auf len Zuhörer fanden in der Aula der TU die Thematik von Pauschalvertragen Rückblickend können wir sagen, kaum Platz. Zu den zahlreichen An- und die damit verbundene, andere dass die erste gemeinsame Veranstal- meldungen kamen noch etliche spon- Denkweise von Energieunternehmen, tung von WINGnet Graz und dem TU tan Interessierte die sich weder den als auch der Abnehmer eingegangen. Graz Career Info – Service ein großer spannenden Vortrag noch das anschlie- Für nähere Details möchten wir auf die Erfolg war! Wir hoffen natürlich auch ßende Buffet entgehen lassen wollten. Präsentation hinweisen die man auf in Zukunft so interessante Themen, Der etwa einstündige Vortrag gab unserer Webseite downloaden kann. Unternehmen und Vortragende in die- einen guten Überblick über das The- (http://www.wing-online.at/graz/be- ser Veranstaltungsreihe und an der TU ma der elektrischen Mobilität. Dabei richte.html) Graz begrüßen zu dürfen. wurden aktuelle Pilotmodelle mit Die interessante Präsentation von elektrisch angetriebenen Fahrzeugen, Seiten Roland Bergers führte in der Bis dahin alles Gute Euer Team vom welche ihre Energie aus leistungsfähi- anschließenden Publikumsdiskussion WINGnet Graz WINGbusiness 2/2010 41
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    presse-Info Wiesbaden, 10. Juni2010 WINGbusiness Impressum Fußball für den Kopf Medieninhaber (Verleger) Österreichischer Verband der ­Wirtschaftsingenieure Fachbücher zur WM aus dem Gabler Verlag, dem Kopernikusgasse 24/3, 8010 Graz Vieweg+Teubner Verlag und dem VS Verlag ZVR-Zahl: 026865239 Die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika steht Editor vor der Tür, und so langsam ergreift wieder das Fußball-Fie- Prof. Dr. Siegfried Vössner ber die ganze Welt. Neben Public Viewing und Fan-Gesängen E-Mail: voessner@tugraz.at kann man sich dem Thema auch fachlich nähern. Die Sprin- ger Fachmedien bieten dazu mit unterschiedlichen Publika- Redaktion/Layout tionen aus dem Gabler Verlag, dem Vieweg+Teubner Verlag Chefin vom Dienst Marketingleiterin: und dem VS Verlag eine gute Grundlage. Mag. Beatrice Freund Tel. +43 (0)316 873-7795, E-Mail: office@wing-online.at Die Gabler-Autoren Holger Preuß, Markus Kurscheidt und Norbert Schütte haben in ihrem Buch „Ökonomie des Tou- Redakteure rismus durch Sportgroßveranstaltungen“ die wirtschaftlichen Dipl.-Ing. Andreas Martischnig, Wirkungen und die Zufriedenheit der Besucher rund um die E-Mail: andreas.martischnig@tugraz.at FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006 untersucht. Die Veran- Dipl.-Ing. Paul Pfleger staltung gilt als Meilenstein für die Praxis der veranstaltungs- E-Mail: paul.pfleger@tugraz.at basierten Standortpolitik und die Eventforschung in Deutsch- Dipl.-Ing. Markus Kohlbacher land. Mithilfe ihrer empirischen Erhebung leiten die Autoren E-Mail: markus.kohlbacher@tugraz.at erstmals eine Reihe von Handlungsanweisungen für den stra- Dipl.-Ing. Dr.techn. Hannes Fuchs tegischen Einsatz von Großveranstaltungen ab. E-Mail: hannes.fuchs@tugraz.at Dipl.-Ing. Sonja Embst Aus der Welt der Zahlen blickt Vieweg+Teubner-Autor Matthi- E-Mail: sonja.embst@tugraz.at as Ludwig auf die Kicker und zeigt anhand von Spielfeldern, Dipl.-Ing. Wolfgang Lang Bällen und Stadien erstaunliche Zusammenhänge zwischen E-Mail: wolfgang.lang@tugraz.at den Disziplinen „Mathematik + Sport“ auf. Warum ist das Elfmeterschießen beim Fußball reine Nervensache? Weshalb Anzeigenleitung/Anzeigenkontakt kann man mit Mathematik die Anzahl der Feldspieler bei Mag. Beatrice Freund Mannschaftssportarten begründet werden? Mit diesen Fragen Tel. +43 (0)316 873-7795,E-Mail: office@wing-online.at zeigt Ludwig auf heitere Art, dass Mathematik eine ganze Menge mit Sport zu tun hat und dass mathematisches Wissen Druck für den erfolgreichen Sportler bzw. für seinen Trainer unent- Medienfabrik Graz,Steierm. Landesdruckerei GmbH, behrlich ist. 8020 Graz, Dreihackengasse 20 Auflage: 2.500 Stk. Aus einer ganz anderen Perspektive nähert sich die VS-Auto- rin Marion Müller dem „Fußball als Paradoxon der Moderne“: WING-Sekretariat Warum stört sich beim Fußball eigentlich niemand daran, Kopernikusgasse 24/3, 8010 Graz, wenn Franz Beckenbauer über die „angeborene Geschmei- Tel. (0316) 873-7795, E-Mail: office@wing-online.at digkeit der Afrikaner“ sinniert oder die „Ausländer“, die dem WING-Homepage: www.wing-online.at „Spiel die Würze geben“? Warum finden wir die Existenz von „Ausländerregelungen“ in der Bundesliga so selbstverständ- Erscheinungsweise lich? Und weshalb ist die Vorstellung so abwegig, dass Frauen 4 mal jährlich, jeweils März, Juni, Oktober sowie De- und Männer gemeinsam Fußball spielen? Marion Müller hat zember. Nachdruck oder Textauszug nach Rück­sprache auf diese Fragen anhand einer historischen Analyse des Fuß- mit dem Editor des „WINGbusiness“. Erscheint in ballsports und ethnografischer Untersuchungen in drei Fuß- wissenschaftlicher Zusammen­arbeit mit den einschlä- ball-Bundesligaklubs Antworten gefunden. gigen Instituten an den Universitäten und Fachhoch- schulen Österreichs. Der Wirtschaftsingenieur (Dipl.- Gabler, Vieweg+Teubner und VS Verlag sind Marken von Wirtschaftsingenieur): Wirtschaftsingenieure sind Springer Fachmedien. Springer Fachmedien ist Teil der Fach- wirtschaftswissenschaftlich ausgebildete Ingenieure verlagsgruppe Springer Science+Business Media. mit akademischem Studienabschluss, die in ihrer be- ruflichen Tätigkeit ihre technische und ökonomische Kontakt Kompetenz ganzheitlich verknüpfen. WING - Österreichischer Verband der Wirtschaftsinge- Karen Ehrhardt | Leitung PR nieure ist die Netzwerkplattform der Wirtschaftsinge- tel +49 (0)611 / 78 78 – 394 | fax +49 (0)611 / 78 78 – 451 nieure. ISSN 0256-7830 karen.ehrhardt@springer.com | www.springerfachmedien.de 42 WINGbusiness 2/2010
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    WENN’S WIRKLICH WICHTIG IST, DANN LIEBER MIT DER POST. www.post.at