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Die Zukunft stellt
viele große Fragen.
Geschäftsbericht 2014/15
Und unsere
Antworten
werden immer
kleiner.
1
Kennzahlen
IFRS Einheit 2011/12 2012/13 1)
2013/14 2014/15
Veränderung
in %
ERGEBNIS UND ALLGEMEINE INFORMATIONEN
Umsatzerlöse Mio. € 514,2 541,7 589,9 667,0 13,1 %
	 davon in Asien produziert % 73,4 % 73,9 % 75,9 % 79,0 % –
	 davon in Europa produziert % 26,6 % 26,1 % 24,1 % 21,0 % –
Umsatzkosten Mio. € 430,7 464,6 471,1 511,6 8,6 %
Bruttogewinn Mio. € 83,5 77,1 118,8 155,4 30,8 %
Bruttogewinn-Marge % 16,2 % 14,2 % 20,1 % 23,3 % –
EBITDA Mio. € 103,4 102,4 127,2 167,6 31,8 %
EBITDA-Marge % 20,1 % 18,9 % 21,6 % 25,1 % –
EBIT (Betriebsergebnis) Mio. € 42,1 31,4 53,9 90,1 67,0 %
EBIT-Marge % 8,2 % 5,8 % 9,1 % 13,5 % –
Konzernjahresergebnis Mio. € 26,5 14,6 38,2 69,3 81,5 %
Konzernjahresergebnis der Eigentümer
des Mutterunternehmens Mio. € 26,6 14,6 38,2 69,3 81,5 %
Cash Earnings Mio. € 87,8 85,6 111,4 146,8 31,7 %
ROE (Eigenkapitalrendite) 2)
% 10,3 % 5,0 % 11,0 % 13,9 % –
ROCE (Gesamtkapitalrendite) 2)
% 7,7 % 5,6 % 9,6 % 12,0 % –
ROS (Umsatzrendite) % 5,2 % 2,7 % 6,5 % 10,4 % –
IRR (Innovation revenue rate) % 15,0 % 19,2 % 26,5 % 29,2 % –
Nettomittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit (OCF) Mio. € 87,2 71,7 104,8 143,9 37,3 %
Netto-Investitionen (Net CAPEX) Mio. € 113,1 40,5 90,3 164,8 82,5 %
Mitarbeiterstand (inkl. Leiharbeiter), Ultimo – 7.478 7.011 7.129 8.120 13,9 %
Mitarbeiterstand (inkl. Leiharbeiter), Durchschnitt – 7.417 7.321 7.027 7.638 8,7 %
BILANZ
Bilanzsumme Mio. € 694,6 726,7 916,1 1.220,8 33,3 %
Eigenkapital Mio. € 283,1 304,8 390,7 604,4 54,7 %
Eigenkapital der Eigentümer des Mutterunternehmens Mio. € 283,2 304,9 390,7 604,3 54,7 %
Eigenkapitalquote % 40,8 % 42,0 % 42,7 % 49,5 % –
Nettoverschuldung Mio. € 242,5 217,4 110,9 130,5 17,7 %
Verschuldungsgrad % 85,7 % 71,3 % 28,4 % 21,6 % –
Nettoumlaufvermögen Mio. € 92,3 102,7 91,7 95,3 3,9 %
Nettoumlaufvermögen/Umsatzerlöse % 18,0 % 19,0 % 15,6 % 14,3 % –
AKTIENKENNZAHLEN
Anzahl der Aktien im Umlauf, Ultimo – 23.322.588 23.322.588 38.850.000 38.850.000 –
Anzahl der Aktien, gewichteter Durchschnitt – 23.322.588 23.322.588 30.820.545 38.850.000 26,1 %
Gewinn/Aktienanzahl zum Ultimo € 1,14 0,62 0,98 1,78 81,6 %
Gewinn/gewichteter Durchschnitt der Aktienanzahl € 1,14 0,62 1,24 1,78 43,5 %
Cash Earnings/gewichteter Durchschnitt der Aktienanzahl € 3,76 3,67 3,61 3,78 4,7 %
Dividende/Aktie 3)
€ 0,32 0,20 0,20 0,36 80 %
Schlusskurs € 9,15 6,79 8,75 14,62 67,1 %
Dividendenrendite (zum Schlusskurs) 3)
% 3,5 % 2,9 % 2,3 % 2,5 % –
Marktkapitalisierung, Ultimo Mio. € 213,4 158,4 339,9 568,0 67,1 %
Marktkapitalisierung/Eigenkapital 4)
% 75,4 % 51,9 % 87,0 % 94,0 % –
1) Angepasst unter Anwendung von IAS 19 revised.
2) Die Berechnung basiert auf durchschnittlichen Werten.
3) 2014/15: Dividendenvorschlag an die Hauptversammlung am 9. Juli 2015.
4) Den Eigentümern des Mutterunternehmens zurechenbares Eigenkapital.
2011/12 2012/13 2013/14 2014/15 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15
514 542
590
667
27
15
38
69
283 305
391
604
2011/12 2012/13 2013/14 2014/15
113
40
90
165
2011/12 2012/13 2013/14 2014/15
69
74
84
95
2011/12 2012/13 2013/14 2014/15
103
42
102
31
127
54
168
90
+31,8 % 25,1 %+13,1 %
EBITDA EBITDA-MargeUmsatz
13,5 % +81,5 %+67,0 %
EBIT-Marge KonzernjahresergebnisEBIT
Umsatz/Bruttogewinn-Marge
in Mio. €, in %
Mitarbeiter/Umsatz je Mitarbeiter
Anzahl, in Tsd. €
Netto-investitionen
in Mio. €
16,2
7.417
14,2
7.321
20,1
7.027
23,3
7.029*
Konzernjahresergebnis
in Mio. €
EBITDA/EBIT
in Mio. €
Eigenkapital/
Eigenkapitalquote
in Mio. €, in %
40,8
42,0
42,7
49,5
*	 Mitarbeiterstand Durchschnitt, bereinigt um nicht umsatz­
generierende Mitarbeiter (609 im Durchschnitt) des im Aufbau
befindlichen Werks in Chongqing.
2
2011/12 2012/13 2013/14 2014/15 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15
700
600
500
400
300
200
100
0
2011/12 2012/13 2013/14 2014/15
AT&S Geschäftsbericht 2014/15
»2014/15 war für AT&S ein
außergewöhnlich starkes Jahr
mit beachtlichen Erfolgen
in allen Geschäftsfeldern.«
Andreas Gerstenmayer, Vorstandsvorsitzender von AT&S
Wachstums­
investitionen in die
Zukunft von AT&S
§	 Planmäßige Errichtung des
neuen Werks im chinesischen
Chongqing mit Gesamt­
investitions­volumen bis Mitte
2017 in Höhe von 480 Mio. €
§	 Weitere Finanzierung dank
­starker Cashflows, zurück­
haltender ­Dividendenpolitik
und Kreditlinien gesichert
Neue Höchstwerte bei Umsatz und Ertrag
§	 Umsatzsteigerung um
13,1 % auf 667,0 Mio. €
§	 EBITDA mit 167,6 Mio. € um
31,8 % über Vorjahresniveau
§	 Verbesserung der EBITDA-Marge
von 21,6 % auf 25,1 %
§	 Erhöhung des Konzernergebnisses
um 81,5 % auf 69,3 Mio. € und
des ­Gewinns pro Aktie von 1,24 €
auf 1,78 €
Der Geschäftsverlauf profitierte vom
starken Wachstum in den Anwen­
dungsbereichen mobile Endgeräte –
vor allem Smartphones – und vom
immer höheren Elektronikanteil im
Bereich Automotive.
Bilanz- und Finanzierungsstruktur
§	 AT&S weist zum Bilanzstichtag eine
Eigenkapitalquote von 49,5 % aus und verfügt
über ­ausreichende Liquidität zur Umsetzung des
aktuellen Investitionsprogramms
§	 Nettoverschuldungsgrad konnte auf Basis des
höheren Eigenkapitals und trotz höherem
Investitions­programm auf 21,6 % gesenkt werden
§	 Cash Earnings waren 2014/15 mit 146,8 Mio. €
(+ 31,7 %) starke Innenfinanzierungsquelle
Eigenkapitalquote IN % Verschuldungsgrad IN %
40,8 42,0
49,5
42,7
21,6
28,4
71,3
85,7
Entwicklung Umsatz, EBITDA (jeweils in Mio. €) und EBITDA-Marge (in %)
55,0
45,0
35,0
25,0
15,0
5,0
514,2
103,4
541,7
102,4
589,9
127,2
667,0
167,6
20,1 18,9
21,6
25,1
n Umsatzerlöse	 n EBITDA	 n EBITDA-Marge
Performance-
Highlights
2014/15
3Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
Vorstandspräsentation  4
Unternehmensprofil und Standorte  14
Produktportfolio  Anwendungsbereiche  16
Wertschöpfungskette  18
ATS Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter  20
Märkte, Kunden und Potenziale  34
Trends und Technologien  36
Einfluss- und Erfolgsfaktoren  38
Unternehmensstrategie  39
Bericht des Aufsichtsrats  42
Investor Relations  44
Corporate Governance Bericht  48
Konzernlagebericht  68
Konzernabschluss 2014/15  104
Erklärung aller gesetzlichen Vertreter  154
Bestätigungsvermerk  155
Glossar  156
4 ATS Geschäftsbericht 2014/15
Geschätzte Aktionäre,
Kunden und Partner von ATS,
vielleicht können Sie ja über diese kleine
Anekdote schmunzeln, denn dieses schöne
Zitat stammt von Marty Cooper, dem
Erfinder des ersten Mobiltelefons. Für
uns dagegen ist die Meinungsbildung zur
Markttauglichkeit einer neuen Technik
einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren.
Insofern kann sich Herr Cooper unseres
Mitgefühls für seine Fehleinschätzung
sicher sein. Daran, dass seine Prognose
nicht eingetroffen ist, waren wir bei ATS
übrigens nicht ganz unbeteiligt, haben wir
doch die notwendigen technologischen
Entwicklungen maßgeblich geprägt, voran-
getrieben und entsprechend vom Boom der
Mobilkommunikation profitiert.
Wenn Sie heute mit mir durch eine belebte
Straße spazieren würden, was würden wir
dort sehen? Menschen, die mobil telefonie-
ren. Menschen, die im Gastgarten E-Mails,
Zeitungen oder ganze Romane am Tablet
lesen. Oder die gleich ein ­schönes Foto mit
ihrem Mobil­gerät machen. Was wir dage-
gen dank Navigationssystemen heute nicht
mehr so oft sehen, sind verirrte Autofahrer.
Ob rückwärts einparken mit Parkassistent,
ob bei der ­täglichen Joggingrunde durch
den Stadtpark – genauestens analysiert von
Mess­geräten für Puls, Geschwindigkeit
und Distanz – ob mit Datenbrille oder
smarter Armbanduhr: Noch nie zuvor in
der Geschichte waren neue Technologien
in solcher Zahl ein selbstverständlicher Teil
des täglichen Lebens.
Für diesen explosionsartigen Zuwachs
an hilfreicher Technik in unserem Alltag
liefern wir einen wichtigen Bestandteil:
die Leiterplatte. Wer uns und unser
­Geschäft verstehen will, muss zunächst
Entwicklungen für morgen,
­übermorgen und für den Tag danach.
»Mobiltelefone sind viel zu teuer! Sie werden das Festnetz
niemals ersetzen können, es sei denn, jemand möchte eine
Million Dollar fürs Telefonieren ausgeben.«
Was Sie schon immer
über die Leiterplatten-
Branche wissen
wollten und sollten
Immer kleiner
Neben Halbleitern gehören Leiter­platten
zu den wichtigsten Bauelementen des
digitalen Zeitalters, da sie die un­ersetzbare
Verbindungstechnologie für alle elek­
tronischen Geräte sind. Die Welt der
Halbleiter und Mikroprozessoren bewegt
sich heute im Nanometerbereich und
stimuliert auch die Leiterplatten-Branche
zu neuen Technologien und Lösungen.
Immer mehr
Die Aufgabenverteilung zwischen
Halbleiter und Leiterplatte lässt sich
mit jener von Hirn und Nervenbahnen
vergleichen. Beide sind unverzichtbar
für schnelle Reaktionen. Die technische
Evolution in der Elektronikbranche weist
stark in Richtung Zusammenwachsen
unterschiedlicher Komponenten,
Bauteile und Funktionen.
Immer besser
Leiterplatten sind unverzichtbar für
die rasante Leistungssteigerung aller
elektronischen Geräte und Anwendungen.
Im globalen Wettbewerb der Hersteller
liefern sie oft die Basis für den
entscheidenden Vorsprung.
das Produkt und seine Besonderheiten
verstehen. Erlauben Sie mir daher einen
kurzen Blick in die ­Vergangenheit. Die
Vorläufer der heutigen Leiter­platten wur-
den bereits in den 1920er Jahren patentiert.
Wirtschaftliche Bedeutung brachte aber
erst der Aufstieg der Computerbranche
Jahrzehnte später. Die immer größeren
­Anforderungen der Computer verlangten
nach grundlegenden Innovationen und
brachten Schwung in die Welt der Leiter-
platten. Die Entwicklung der Multilayer-
Leiterplatte vor rund 30 Jahren setzte einen
Meilenstein der Branche. Durch Durch-
kontaktieren werden die einzelnen Ebenen
miteinander verbunden. Damit wurde ein
Platz- bzw. Leistungsproblem gelöst.
Anfang 2000 wurde die sogenannte HDI-
Leiterplatte am Markt eingeführt. HDI
steht für High Density ­Interconnection
und setzt auf Strukturen, die kleiner als
0,1 Millimeter sind. Dank der eingesetzten
Lasertechnik konnten die Bohrungen, so-
genannte Microvias, substanziell verkleinert
werden, wodurch Platz gespart wurde und
gleichzeitig die elektrischen Eigenschaften
verbessert wurden. Vor allem für die Mobil-
kommunikation war diese Entwicklung von
großer Bedeutung. Im Jahr 2008 wurden
nahezu alle mobilen GSM- und UMTS-
Geräte mit HDI-­Leiterplatten ausgestattet.
ATS war einer der Ersten, die diese Ent-
wicklung am Markt prägten: Wir starteten
das neue Werk in Shanghai 2002, das eines
der modernsten HDI-Werke der Welt ist.
Die HDI-Leiterplatte eröffnete zwar
neue Möglichkeiten, die technologische
­Entwicklung schreitet aber in unglaub­
lichem Tempo voran. Wer uns ­ver­stehen
will, muss diese ­enorme Dynamik
»Unser Erfolg ist gleichzeitig
der Erfolg unserer Kunden.
Wir helfen ihnen dabei,
ihren Vorsprung am Markt
zu behalten.«
Andreas Gerstenmayer,
Vorstandsvorsitzender
6 ATS Geschäftsbericht 2014/15
­be­denken. Elektronische Geräte ­werden
immer kleiner – bei immer höheren
­Ansprüchen hinsichtlich Funktionalität
und Leistungsver­mögen. Können Sie sich
noch an Ihr erstes Mobiltelefon erinnern?
Wenn Sie dessen Leistungs­fähigkeit mit
der eines modernen Smartphones ver­
gleichen, stellen Sie fest, dass sie innerhalb
weniger Jahre buchstäblich explodiert ist.
Und die Entwicklungs­möglichkeiten sind
noch lange nicht ausgereizt.
Diese enorme Geschwindigkeit der
­technischen Entwicklung erfordert von
uns eine genaue Vorstellung davon, wohin
die technische Entwicklung geht. Denn
unser Erfolg ist ja gleichzeitig der Erfolg
unserer Kunden. Wir helfen ihnen dabei,
ihren Vorsprung am Markt zu behalten.
Um also einzuschätzen, was ein weltweit
führender Hersteller von Computern oder
Mobilgeräten in einigen Jahren benötigen
wird, braucht es ganz spezielle Voraus­
setzungen in Organisation und Firmen­
kultur.
Für diesen – was die Kommunikation
betrifft – hochsensiblen Bereich hat mein
Kollege Heinz Moitzi ein genauso schönes
wie verständliches Bild gefunden. Wir
produzieren für das Heute, entwickeln
für das Morgen, das Übermorgen und
außer­dem auch gleich für den Tag danach.
Vereinfacht gesagt trifft es das ziemlich
­genau. Dieser institutionalisierte Blick in
die unmittelbare Zukunft und darüber
hinaus ist ein weiterer unserer wesent­
lichen Erfolgsfaktoren. Er ermöglichte es
uns in den letzten Jahren, den Boom in
vielen Elektronikbranchen intelligent für
uns zu nutzen. Das zeigt sich nicht zuletzt
auch in der positiven Ent­wicklung unserer
Geschäftszahlen. Während der letzten fünf
Jahre konnten wir den Umsatz in Summe
um knapp 37 % auf rund 667 Mio. €
steigern und das EBITDA um 75 % auf
168 Mio. €. Der Vergleich der Wachstums-
raten dieser beiden Kennzahlen beweist,
dass wir auf die richtigen Martksegmente
mit erfolgreichen Kunden gesetzt haben.
Nur so konnten wir den ­Ertrag mehr als
doppelt so stark steigern wie den Umsatz –
das Resultat einer ­klaren ­Strategie und des
überdurchschnittlich hohen Engagements
unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Ich möchte Ihnen nun unsere Erfolgs­
faktoren etwas näherbringen, denn sie sind
die DNA von ATS.
»Die HDI-Leiterplatte
­eröffnete zwar neue
technische Möglich­
keiten, die ­Entwicklung
schreitet aber in
­rasendem ­Tempo ­voran.
Wer uns ver­stehen will,
muss diese ­enorme
­Dynamik ­bedenken.«
Hier wird eine innovative
Lösung für eingebettete
Leistungselektronik präsentiert.
Ein Bereich, in dem ATS
wieder frühzeitig effiziente
Methoden zur Optimierung der
Energienutzung entwickelte
und marktreif macht.
»Während der letzten fünf Jahre konnten wir den
Umsatz in Summe um knapp 37 % auf rund 667 Mio. €
steigern und das EBITDA um 75 % auf 168 Mio. €.«
Erfolgsfaktor Kundenfokus.
Wie ich Ihnen schon zuvor geschildert
habe, müssen wir die Bedürfnisse unserer
Kunden in allen Geschäftsfeldern anti­
zipieren. Dafür analysieren wir die Trends
der Elektronikindustrie sehr akribisch
und entwickeln die dafür notwendigen
Verbindungstechnologien frühzeitig
und marktnah. Nur so können wir die
rechtzeitige Produktion großer Stück­
zahlen sicherstellen und verschaffen damit
auch unseren Kunden einen wichtigen
Wett­bewerbsvorteil. Unsere europäische
Ingenieurstradition des kreativen Tüftelns
und Probierens ist ganz wesentlich für diese
Technologieentwicklungen. Dieses Selbst-
verständnis unterscheidet ATS klar von
zahlreichen Mitbewerbern und ­bestimmt
auch unseren wichtigsten Erfolgs­faktor –
die Nähe zu unseren Kunden. Dank
­unserer High-End-Positionierung be­gleiten
wir seit vielen Jahren die Marktführer in
den unterschiedlichsten Sektoren. Das
können wir nur dank unserer Technologie­
führerschaft und unserer fundierten
­Markt­kenntnisse.
Erfolgsfaktor globale Präsenz.
Dass Kundenorientierung bei ATS
kein Lippenbekenntnis ist, zeigt sich
auch in ­unserer globalen Aufstellung.
Wir ­produzieren vorwiegend dort, wo
sich die Wertschöpfungskette unserer
Kunden befindet. 79 % unserer ge­samten
Wert­schöpfung erfolgt in Asien, und 59 %
der Gesamterlöse erzielen wir mit dort
ansässigen Kunden bzw. deren ­Zulieferern.
Hätte ATS vor rund ­15 ­Jahren den
Schritt nach Asien nicht ­gewagt, würde
das Unternehmen nicht mehr ­existieren –
­davon bin ich fest überzeugt. Heute
profitieren wir von einer ­guten Balance aus
High-Tech-­Produktion mit großer Stück-
zahl bei geringem Produktmix in Asien und
einem hohen Produktmix mit geringerer
Stückzahl in Europa.
Erfolgsfaktor höchste Standards.
ATS setzt die Qualitäts- und Tech-
nologiestandards unserer Branche.
Es ­versteht sich von selbst, dass wir dabei
Wir starteten 2002
das neue Werk in
Shanghai, das eines
der modernsten
HDI-Werke der
Welt ist.
auf ­aus­ge­feilte Technologien setzen. Dafür
investieren wir massiv in Forschung und
Entwicklung. Entscheidend dabei ist, dass
wir zukunftsweisende Technologien nicht
nur entsprechend den Kundenbedürf­
nissen entwickeln, sondern diese auch rasch
industrialisieren und in den geforderten
Stückzahlen liefern können.
Erfolgsfaktor kontinuierliche Investitionen.
Wer stillsteht, der verliert. Für die hoch­
dynamische Leiterplattenbranche gilt das in
besonderer Weise. Deshalb investieren wir
bei ATS nicht nur massiv in die Weiter-
entwicklung unserer Technologien, sondern
auch in unsere Produktionskapazitäten.
Allein im Geschäftsjahr 2014/15 beliefen
sich die Netto-Investitionen auf knapp
165 Mio. €. Dazu berichte ich Ihnen gleich
etwas mehr.
Erfolgsfaktor Mensch.
Es sind unsere Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter mit ihrem überdurchschnitt-
lichen Engagement und ihrer Loyalität,
die unsere ­Position an der Spitze der
Branche festigen. Und als europäisches
Unter­nehmen punkten wir mit Werten
wie Respekt, Fairness, Zuverlässigkeit und
Handschlagqualität.
Nachhaltige Unternehmensführung.
ATS ist sich als „Good Corporate
Citizen“ der besonderen Verantwor-
tung gegenüber den Menschen in den
­Regionen, in denen wir tätig sind, bewusst.
Neben der Unterstützung von Sozial­
projekten und der laufenden Verbesserung
des Umwelt­schutzes arbeiten wir auch
­kontinuierlich an der Reduktion des Ver-
brauchs ­natürlicher Ressourcen wie Wasser,
Rohstoffe und ­Primärenergieträger. Damit
wollen wir nicht zuletzt auch den wirt-
schaftlichen Erfolg von ATS absichern.
Doch wie bringen wir nun die Kraft
­unserer Erfolgsfaktoren auf die operative
Straße?
8 ATS Geschäftsbericht 2014/15
»Erfolg und Effektivität unserer
Strategie lassen sich schwer
an einem isoliert betrachteten
Jahres­ergebnis ablesen. Dafür
sind unsere strategischen
­Entscheidungen zu langfristig.«
Wir unterteilen unser operatives ­Geschäft
in die Segmente Mobile Devices  Subs­
trate sowie ­Industrial  Auto­motive inkl.
­Medical. Diese beiden Bereiche unter­
scheiden sich hinsichtlich der Kunden­
ansprüche und Dynamik sehr stark. Das
Segment Mobile Devices mit ­Applikationen
für Smart­phones, Tablets, Notebooks, PCs
und ­Digitalkameras ist der ­klare technologi-
sche Treiber: per­manente Innovationen zur
Erweiterung der ­Funktionen und ­Steigerung
des ­Leistungsver­mögens sind absolut erfolg­
bestimmend. Gleich­zeitig ist dieser Sektor
von relativ kurzen ­Produktlebenszyklen ge-
prägt, die gewöhnlich nicht länger als 12 bis
18 ­Monate dauern. Die Bestell­mengen sind
in der Regel nur rund zwei Monate vorab
fix definiert.
Das Segment Industrial  Automotive
inkl. Medical wird von zwei wichtigen
Faktoren geprägt: Einerseits können wir
hier die ursprünglich für den Bereich
Mobile ­Devices  ­Substrates entwickel-
ten Technologien gewinnbringend zur
Verlängerung der ­Nutzungsdauer unserer
Produktions­anlagen einsetzen. Anderer­
seits ist der Lebens­­zyklus mit bis zu sieben
Jahren bedeutend länger, was die mittel­
fristige Absatzplanung erleichtert und
die Auslastung stabilisiert. Die techno-
logischen Ansprüche variieren je nach
­Anwendungsgebiet. Im Sektor ­Automotive
wird die Nachfrage aktuell von ­einem
­steigenden Anteil elektronischer Kompo-
nenten – zum Beispiel für hoch­wertige
Systeme wie Spurwechsel­assistenten oder
automatische ­Fahrerabstands­messung –
­unterstützt. In ­hochwertigen Fahrzeugen
kommen bis zu 200 Leiterplatten – von der
­Getriebesteuerung über die sich ­automatisch
anpassende LED-Beleuchtung bis zu Enter­
tainment-Systemen – zum ­Einsatz. Eine
­Industrieproduktion ohne ­Roboter und
Sensoren wäre ­heute un­vorstellbar – auch
hier ­stecken hochleistungs­fähige Leiter­
platten ­dahinter. In der Medizintechnik
erfordern Therapie­an­wen­dungen wie
­Hörgeräte oder ­Diagnostik­anwendungen
wie MRT hochwertige, zuverlässige
­Lösungen. Auch in diesem Bereich konnte
sich ATS während der letzten Jahre eine
führende Stellung sichern.
Unsere Strategie wurde im Geschäftsjahr
2014/15 erfolgreich bestätigt. Dank der
­erfolgreichen Positionierung in ertrag­
reichen Anwendungen konnten wir den
Umsatz und – noch viel wichtiger – auch
den Ertrag in beiden Segmenten markant
steigern. Der Erfolg und die ­Effektivität
unserer ­Strategie lassen sich aber nur
schwer an einem isoliert betrachteten
­Jahresergebnis ablesen. Dafür sind unsere
strategischen Ent­scheidungen zu lang­fristig.
Dazu zählt auch die Zusammenarbeit mit
Kunden, die in ihrem Sektor den Ton
angeben und damit ihren eigenen Erfolg
langfristig absichern; die laufende Steige-
rung der betrieblichen Effizienz und aller
Prozesse; auch die Fähigkeit, frühzeitig die
richtigen Technologien zu entwickeln und
diese auch industriell fertigen zu können.
Das derzeit viel zitierte „Internet of things“
oder „Internet of everything“ zeigt eine
Vielzahl von Trends auf, die die Zukunft
der Elektronikbranche weiter prägen
­werden. Die entscheidende Frage ist
jedoch, welche Anwendungen sich auch
im professionellen Bereich durchsetzen
werden: zum Beispiel die Datenbrille
für ­Wartungsarbeiten oder sogenannte
Wearable Devices, am Körper tragbare
An­wendungen, die auch für den medizini-
schen Bereich eingesetzt werden können.
»Leistungssteigernde Applikationen für
Mobile Devices sind absolut erfolgsbestimmend.«
Forschungsquote sichert ATS
den Platz an der Technologiespitze
(bereinigt um die Entwicklungs­
kosten Chongqing)
4,2 %
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
waren per 31. März 2015 bei ATS
beschäftigt
aller Umsätze 2014/15 wurden
mit Produkten erzielt, die
während der letzten drei
Jahre eingeführt wurden und
technologisch innovativ sind
8.120
29,2 %
9
2014 2015 2016 2017 2018
Vorstandspräsentation
1) Quelle Prismark, Mai 2015
Globaler Leiterplattenmarkt wächst rascher als viele Elektronikbranchen
Unabhängige Markteinschätzungen prognostizieren für den
weltweiten Leiterplattenmarkt, der von ATS adressiert wird,
im Zeitraum von 2014 bis 2019 ein durchschnittliches Wachstum
von 3,3 % jährlich. Höherwertige Technologien wie HDI-Microvia-­
Leiterplatten sollten ein stärkeres Wachstum erzielen können.
Smartphones bleiben Wachstumsmotor der Elektronikindustrie
Kein anderer Sektor der Elektronikindustrie wuchs 2014 stärker
als der Markt für Smartphones, der einen Anstieg um 27 % auf
über 1,3 Mrd. verkaufte Geräte verzeichnete. Für die nächsten
Jahre gehen Prognosen von einer Abflachung der Dynamik auf
rund 9 % aus.
PROGNOSE ABSATZVOLUMEN SMARTPHONES
IN MRD. STÜCK 1)
Die in nahezu allen Segmenten der Elektronik­industrie
­eingesetzten IC-Substrate können nur von wenigen Herstellern
angeboten werden. Die Top Ten Player ­nehmen in ­Summe einen
Marktanteil von rund 80 % ein.
Mit der Errichtung des neuen Werks in Chongqing, China, wird
sich ATS in den nächsten ­Jahren zu einem führenden Anbieter
in diesem Hoch­­technologie­segment etablieren. Der Ramp-up des
in Qualifi­zierung befindlichen Werks wird wie geplant mit ersten
­Umsätzen im Kalenderjahr 2016 erwartet.
Globales Marktvolumen für ­IC-Substrate
beläuft sich 2014 auf rund 8 Mrd. US-$
Substratähnliche ­Leiterplatte als nächster Entwicklungsschritt
der ­HDI-Technologie
Um das langfristige und nachhaltige, profitable ­Wachs­tum im High-
End-Bereich zu halten, wird ATS dieses Marktpotenzial durch
den Aufbau neuer ­Kapazitäten für diese nächste Leiterplatten-­
Generation, sogenannte „substratähnliche ­Leiterplatten“, am
Standort Chongqing erschließen. Dafür werden die Gesamt­
investitionen an diesem Standort bis Mitte 2017 von 350 Mio. €
auf etwa 480 Mio. € erhöht.
Der Produktionsstart für diese Technologie wird in der ­zweiten
Jahres­hälfte 2016 erwartet und basiert auf einer engen
­Kooperation zwischen den beiden ATS Standorten Shanghai und
Chongqing. Dabei werden Synergien vor allem in den Bereichen
Technologie, Prozess-Know-how und Managementkapazitäten
genutzt.
1,3
1,8 1,9
1,61,5
10 ATS Geschäftsbericht 2014/15
Zur Umsatz- und Ertragsentwicklung und
wie es damit weitergeht:
2014/15 war für uns ein sehr erfolg­
reiches Jahr. Wir konnten die sehr guten
Vorjahres­werte bei Umsatz und Ertrag
nochmals deutlich auf 667,0 Mio. € ­steigern
und neue Rekordergebnisse erzielen.
Hauptverantwort­lich für den Umsatz­
anstieg war der Nach­frage­anstieg sowohl im
Segment Mobile Devices  Substrates als
auch im Segment Industrial  Automotive.
Für das Geschäftsjahr 2015/16 erwarten wir
wiederum einen Umsatz auf dem hohen,
jetzt erreichten Niveau bei gleichen durch­
schnittlichen Wechselkursen. Die Steigerung
des ­Betriebsergebnisses im ­Geschäftsjahr
2014/15 auf 90,1 Mio. € resultiert neben der
verbesserten Kapazitätsauslastung haupt­
sächlich aus kontinuierlichen Kosten- und
Effizienzverbesserungsaktivitäten. Da­rüber
hinaus trugen positive Währungseffekte im
Finanzergebnis und kapitalisierte Zinsen zur
Ver­besserung des Konzernjahres­ergebnisses
bei. Für 2015/16 erwarten wir eine EBITDA-
Marge aus der Produktion und dem Verkauf
von Leiterplatten auf vergleichbar hohem
Niveau wie im Geschäftsjahr 2014/15. Unter
­Berücksichtigung der Belastungen durch
Anlaufkosten in Chongqing erwarten wir auf
Ebene des Gesamtkonzerns eine EBITDA-
Marge von 18–20 % für das Geschäftsjahr
2015/16.
Wichtige Ertragspotenziale:
Langfristig müssen wir weiterhin auf die rich­
tigen Anwendungsgebiete und vor allem auf
die richtigen Kunden setzen, mit denen wir
uns technologisch und mengenmäßig weiter­
entwickeln können. Nur so können wir unsere
hohe Ertragskraft absichern. In den nächsten
beiden Geschäftsjahren wird der erfolgreiche
Produktionsstart in Chongqing und somit der
Einstieg in das Geschäft mit IC-Substraten und
substratähnlichen Leiterplatten ein Haupt­
fokus sein. Strategisch bedeutet dieser Schritt
eine außerordentliche Entwicklungschance
für uns. Der operative Alltag wird weiterhin
durch die Verbesserung aller Prozesse und Ab­
läufe, dem optimalen IT-Einsatz, aber auch die
Investitionen zur langfristigen Absicherung der Profitabilität
und Steigerung des Unternehmenswertes
Karl Asamer, Finanzvorstand von ATS zum wirtschaftlichen Erfolg,
Bilanzstruktur, Finanzierungsstrategie und Dividendenpolitik.
11Vorstandspräsentation
hohen Investitionen geprägten Jahren, ist
es, die Netto­­verschuldung im Verhältnis zum
EBITDA unter 3,5 und die Eigenkapitalquote
über 35 % zu halten.
Langfristige, optimierte
­Finanzierungsstruktur:
Wir konnten im Geschäftsjahr 2014/15
den Nettomittelzufluss aus laufender
Geschäftstätigkeit um knapp 37 % auf über
143,9 Mio. € steigern. Unsere ­wichtigste
Finanzierungsquelle wird auch im Geschäfts­
jahr 2015/16 der erwirtschaftete ­Cashflow
aus dem Ergebnis ­bleiben. Parallel dazu
setzen wir Fremdkapital in Form von
Bank­darlehen, Schuldscheindarlehen und
Unternehmensanleihen ein. Zur Abfederung
von Liquiditäts­schwankungen haben wir
uns zudem Kredit­linien von über 200 Mio. €
gesichert. Die durchschnittliche Rück­
zahlungsdauer betrug zum Bilanzstichtag
3,8 Jahre. Wir werden weiterhin an der
­Optimierung der Rückzahlungsdauer
­arbeiten und das gegenüber den Vorjahren
niedrige Zinsniveau für Finanzierungen
nutzen. ATS verfügt über eine sehr gute
Bonität und kann daher aktuell neue Finan­
zierungen über 5 Jahre mit einer Verzinsung
von unter 2 % abschließen. Bei der Auswahl
unserer Finanzierungspartner legen wir
großen Wert auf Wettbewerbsfähigkeit,
langjährige Partnerschaft und Präsenz in den
Ländern, in denen wir auch aktiv sind.
Mit welcher Dividende Aktionäre
rechnen können:
Mit dem Start des Investitionsprojekts
„IC-Substrate“ in Chongqing wurde die
bisherige Dividendenpolitik vorübergehend
ausgesetzt und durch einen Fixbetrag von
0,20 €/Aktie für die Geschäftsjahre 2012/13
und 2013/14 ersetzt. In dieser durch hohe
Investitionen geprägten Zeit strebt der
Vorstand für das abgelaufene Geschäftsjahr
und die nächsten Jahre eine zurückhalten­
de Dividendenpolitik an.
»ATS verfügt über eine sehr
gute Bonität und kann daher
aktuell neue Finanzierungen
über 5 Jahre mit einer
Verzinsung von unter 2 %
abschließen.«
­Reduzierung der Kosten ­zugekaufter Materi­
alien und Leistungen geprägt ­werden.
Solide Bilanz und Cashflows:
2014/15 konnte die Eigenkapitalquote auf
49,5 % gesteigert werden und die Netto­
verschuldung im Verhältnis zum ­EBITDA
auf 0,8 gesenkt werden. Zum Bilanzstichtag
verfügte die ATS über Zahlungsmittel
und -äquivalente von 273,9 Mio. €. Der
­Verschuldungsgrad ­konnte auf 21,6 %
­gesenkt werden. Damit haben wir eine wich­
tige Voraussetzung ­geschaffen, die noch
ausstehenden Investitionen in Chongqing
von über 300 Mio. € bis Mitte 2017 und jene
für technologische Ver­besserungen und
Ersatz zu finanzieren. Diese Wachstums­
investitionen werden die Nettoverschuldung
erhöhen und die Eigenkapitalquote senken.
Unser Ziel in den nächsten beiden, von
»Aktuell erken­
nen wir zahlreiche
Trends. Die ent­
scheidende Frage
ist jedoch, welche
Anwendungen
sich auch wirk­
lich durchsetzen
­werden.«
Ich glaube, dass jeder, der ein wenig über
die Zukunft unserer Branche nachdenkt,
überzeugt davon ist, dass das sogenannte
„Internet of things“ unser tägliches Leben
nochmals stark verändern wird. Geräte und
Funktionalitäten werden über das Internet
miteinander vernetzt und ­kommunizieren
auch miteinander. Dazu zählen auch
Lösungen zur intelligenten Steuerung von
­Energiesystemen, Smart Homes oder die
weitere Automatisierung von Industrie­
prozessen. Und nicht zuletzt ist auch im
Automotive-Bereich mit revolutionären
Innovationen zu rechnen. Aus technologi-
scher Sicht sind schon heute selbst fahrende
Autos möglich, die also ganz ohne Fahrer
auskommen. Im Bereich der Mobilkommu-
nikation beschäftigt uns die Frage, ob bzw.
wie das Smartphone abgelöst werden wird.
Wird sich die Smart Watch durch­setzen,
oder kommt etwas ganz Neues?
Wir sehen, dass sich der Trend zur Minia­
turisierung weiter fortsetzen wird. Die
Leiterplatte wird noch kleiner werden, mehr
Funktionen über­nehmen und Komponen-
ten integrieren. Damit einhergehend wird
auch der Trend zur ­Modularisierung weiter
zunehmen. Gemeint ist damit eine subs-
tanzielle ­Verbesserung der elektronischen
Systeme, die nur erreicht werden kann,
wenn die einzelnen Komponenten ideal
aufeinander abgestimmt und in modularen
Strukturen aufgebaut werden. Auch dieser
Anspruch wird unsere Branche ganz wesent-
lich verändern.
12 ATS Geschäftsbericht 2014/15
So klein wird unsere Welt
Heinz Moitzi, Technikvorstand von ATS, über den Trend zu Miniaturisierungen und
andere aktuelle FE-Schwerpunkte und die damit verbundenen Herausforderungen.
Zum Thema Forschungsschwerpunkte:
Unsere Branche mit ihren zahlreichen Anwen­
dungsgebieten ist extrem schnell­lebig und
dynamisch. Als Technologieführer investiert
ATS rund 4,2 % (bereinigt um Entwicklungs­
kosten Chongqing) bzw. etwa 28,2 Mio. € in
Forschung und Entwicklung – in die Weiter­
entwicklung bestehender Lösungen ebenso
wie in gänzlich neue Bereiche. Neben dem
zentralen Themenfeld der Miniaturisierung,
wo es darum geht, die Leiterplatte trotz
immer höherer Komplexität zu verkleinern,
­beschäftigen wir uns intensiv mit der Frage
der Integration von weiteren Komponenten
und Funktionen oder wie mit der Wärmeent­
wicklung auf immer engerem Raum umge­
gangen werden kann. Darüber hinaus gilt es
natürlich auch, unsere eigenen Prozesse und
Abläufe selbstkritisch zu hinterfragen und
laufend zu verbessern.
Zur Organisation von FE:
Am Anfang steht die Arbeit unseres
­Advanced-Concepts-Teams, die darin besteht,
neue und aufstrebende Technologien zu
identifizieren, zu analysieren und weiterzu­
entwickeln. Hier geht es vorwiegend darum,
Zukunftstrends der Elektronikbranche früh­
zeitig zu antizipieren und die technologischen
Auswirkungen auf die Leiterplatten früher
als die Mitbewerber zu erkennen. Wir setzen
dabei neben Methoden der Geschäftsfeldana­
lyse, des Technologie-Screenings und Monito­
rings auch Risikoanalysen, Patentrecherchen
und technische Machbarkeits­studien ein, um
nur einige Instrumente zu nennen.
Zum Thema geringe Streuverluste:
Unser Innovationsprozess ist entlang des
sogenannten ATS Stage-Gate® Process
organisiert. Jeder Ansatz muss definierte
Kriterien erfüllen, um in einer nächsten Phase
weiterverfolgt zu werden. So können wir
erfolg­versprechende Projekte frühzeitig iden­
tifizieren und unsere Ressourcen darauf kon­
zentrieren. Erfolgentscheidend ist dabei eine
frühzeitige Abstimmung mit den Kunden, aber
auch mit den Lieferanten, vor allem wenn es
dabei um gänzlich neue Techno­logien und
Verarbeitungsprozesse geht.
Zu Patenten und ihrer Verteidigung:
In erster Linie schützen wir unsere Inno­
vationen durch Patentanmeldungen. Allein im
Geschäftsjahr 2014/15 konnten wir 20 Schutz­
rechte neu zur Anmeldung ein­reichen. In
Summe hält ATS über 100 Patent­familien
mit mehr als 170 Schutzrechten. In manchen
Fällen ist es aber sinnvoller, auf eine Patent­
anmeldung zu ver­zichten, um die Konkurrenz
erst gar nicht darauf aufmerksam zu machen.
Zur Frage, ob es Leiterplatten in ihrer heuti­
gen Form in einigen Jahren noch geben wird:
Die Commodity-Leiterplatte wird es auf
jeden Fall geben. Auch in größeren ­Mengen
13Vorstandspräsentation
Es zählt zu den Stärken von ATS, diese
Trends nicht nur rechtzeitig zu berück­
sichtigen, sondern sie in geeigneten
Technologien abzubilden – und das rascher,
als es die Konkurrenz kann. So ­arbeiten
wir ­beispielsweise bereits seit Jahren und
sehr intensiv daran, neue Maßstäbe und
Standards im Bereich der Miniaturisierung
zu setzen. Die Entwicklung unserer ECP®
Technologie (Embedded ­Component
­Packaging ­Technology) ist ein Resultat dieser
­Arbeit. Was kann diese Technologie? ­Dabei
werden aktive und passive Bau­elemente
in das Innere der Leiterplatte ­eingebaut,
um zusätzlichen Platz für ­Bauelemente
auf der Oberfläche zu ­schaffen. Aber auch
mit der Errichtung eines neuen Werks für
­IC-Substrate am ­chinesischen Standort
Chongqing ­schaffen wir die Voraussetzung
für zukünftige ­Erfolge. ­IC-Substrate sind
mehrlagige, elektrisch leitende Schaltungs-
träger für ­Silizium-Halbleiter (Integrated
­Circuits, IC) und fungieren als Bindeglied
­zwischen den Strukturen im Nanobe-
reich der Halb­leiter und den Strukturen
im Mikrometer­bereich der Leiterplatten.
Durch den Einsatz von immer leistungs­
fähigeren Mikroprozessoren in Computern,
Notebooks, Smartphones und Tablets sind
IC-Substrate ein wesentlicher Bestandteil
der Verbindungstechnologie. Mit diesem
Werk positionieren wir ATS als einen
der federführenden Anbieter in der High-
End-IC-Substrate-Technologie. Um die
Zukunftstrends zu antizipieren, haben
wir unser bisheriges Investitions­volumen
am Standort Chongqing von 350 Mio. €
auf 480 Mio. € erhöht. Wir werden in die
nächste Technologie­generation in unserem
Kerngeschäft und gleichsam eine Weiterent-
wicklung der HDI-­Technologie investieren.
Sozusagen das ­„Morgen“, um bei dem zuvor
vom Kollegen Moitzi gewählten Bild zu
bleiben.
Wir stehen also vor einem weiteren ent­
scheidenden ­Quantensprung unserer Unter­
nehmensgeschichte. Dabei halten wir an
den bewährten Stärken und Alleinstellungs­
merkmalen, die ATS seit Jahren auszeich-
nen, auch weiterhin fest. Neben ­unserer
Fähigkeit, die Standards bei Technik und
Qualität zu ­setzen, ist es auch unser Ein-
schätzungsvermögen darüber, was unsere
Kunden ­eines Tages brauchen könnten
und auch brauchen werden. ­Weiters starke
und bewährte Lieferanten und Forschungs­
partner, die uns auf unserem Weg auf das
nächste Level ­begleiten.
Aus technologischer Sicht und hinsicht-
lich der genannten neuen Geschäftsfelder
befindet sich ATS aktuell in einem
Transformationsprozess mit weitreichenden
­Auswirkungen für die Zukunft. Voran­ge­
trieben wird dieser Prozess von unserem
Kernteam, das täglich mit einem unglaub-
lichen Einsatz – und das quer durch alle
Kulturen – am weiteren Erfolg von ATS
arbeitet.
Die bisherigen Erfolge von ATS zeigen
klar, dass in der Vergangenheit strategische
Entscheidungen richtig gefällt und umge-
setzt wurden. Wir setzen täglich alles daran,
diesen Weg auch in Zukunft fortzusetzen:
die maßgeblichen Trends richtig zu er-
kennen und zu antizipieren, das operative
Geschäft weiter zu verbessern und unsere
Investitionsprojekte rechtzeitig und tech-
nisch gut umgesetzt auf Schiene zu bringen.
So wollen wir die ATS Erfolgsgeschichte
fortschreiben – im Sinne und zum Vorteil
unserer Aktionäre, Kunden und Mitarbeiter.
Vor uns liegt eine spannende Zukunft mit
interessanten Entwicklungsperspektiven,
die ich Ihnen mit diesen Zeilen hoffentlich
verständlicher machen konnte.
Sollte dieses Vorhaben gelungen sein, lade
ich Sie herzlich ein, uns doch ein Stück
unseres Weges zu begleiten. Ein analyti-
scher Blick zurück zeigt Ihnen, dass es sich
um ­einen Weg erfolgreichen Wachstums
­handelt. Zugegeben, für uns selbst ist
der Blick in die Vergangenheit weniger
­spannend als der in unsere Zukunft. Denn
sie ist die Zeit, in der wir unsere interes­
santesten Geschäfte machen werden.
Herzlich Ihr Andreas Gerstenmayer,
Vorstandsvorsitzender
als ­heute. Wir werden aber auch immer
mehr Leiterplatten brauchen, die über
eine andere Komplexität als heute ver­
fügen, die noch kleiner sind und immer
mehr Funktionen übernehmen. Vor
15 Jahren kam ein Telekommunikations­
modul nur in Mobiltelefonen zum Einsatz.
Heute finden wir es auch in ­intelligenten
Kühlschränken, Kaffee­auto­maten,
­medi­zinischen Geräten oder Industrie­
maschinen. Hier sind die technologi­
schen Möglichkeiten noch lange nicht
ausgereizt. Meines Erachtens bleiben
die nächsten Jahre für unsere Branche
extrem spannend. ATS ist dafür in jeder
Hinsicht bestens vorbereitet.
Weitere Informationen zu FE finden Sie
im Lagebericht ab Seite 94.
Leiterplatten der
neuesten Generation
im Millimeterbereich.
»Wir investieren
rund 480 Mio. €
bis 2017 und
halten so weiter­
hin die ­führende
Technologie­
position.«
14 ATS Geschäftsbericht 2014/15
ATS – First choice for
advanced applications
Mit dieser Vision – die erste Wahl für hochwertige Anwendungen zu sein – positioniert sich ATS erfolgreich
im hochdynamischen Weltmarkt für Leiterplatten. ATS ist heute Europas größter Leiterplattenhersteller und
einer der führenden Produzenten von technologisch hochwertigen Leiterplatten weltweit. ATS konzentriert
sich auf High-End-Technologien für langfristig attraktive und profitable Anwendungen für die Bereiche Mobile
Endgeräte, Automotive, Industrie und Medizintechnik. Die ATS-Aktien notieren seit 2008 an der Wiener Börse
(davor seit 1999 an der Börse Frankfurt), und sie stehen mit rund 65,9 % mehrheitlich im Streubesitz.
Per 31. März 2015 beschäftigte ATS über 8.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die im Geschäftsjahr
2014/15 Umsatzerlöse in Höhe von 667,0 Mio. € erwirtschafteten.
ATS-Mission
§	 Wir setzen höchste Qualitätsstandards in unserer Branche
§	 Wir industrialisieren zukunftsweisende Technologien
§	 Wir stellen den Menschen in den Mittelpunkt
§	 Wir reduzieren unseren ökologischen Fußabdruck
§	 Wir schaffen Werte
Über 8.100 Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter weltweit für
ATS im Einsatz
Meilensteine der Unternehmensgeschichte
1987
Unternehmensgründung,
hervor­gegangen aus mehreren
Unternehmen im Eigentum
der Österreichischen
Verstaatlichten Industrie.
1994
Privatisierung und
Zuschlag an Androsch,
Dörflinger, Zoidl.
1999
Börsengang Frankfurt (Neuer Markt);
Akquisition von Indal Electronics Ltd.,
dem größten indischen Leiterplatten­
werk in Nanjangud, heute ATS India
Private Limited.
2002
Produktionsstart im
neuen Werk in
Shanghai – eines der
führenden HDI-Werke
der Welt.
2006
Erwerb des koreanischen
Herstellers von flexiblen
Leiterplatten Tofic Co. Ltd.,
heute ATS Korea Co., Ltd.
2008
ATS Wechsel an
die Wiener Börse
2009
Neue Produktionsausrichtung:
Österreichische Werke produzieren
für hochwertige Nischen im Industrie-
und Automotive-Segment, Shanghai
konzentriert sich auf das High-End
Mobile Devices Segment.
2010
Produktionsstart
Werk II in Indien.
2011
§	Spatenstich für neues Werk
in Chongqing, China
§	Erhöhung der Kapazitäten
in Shanghai um 30 %.
2013
ATS steigt in Kooperation mit einem führenden
Halbleiterhersteller in das ­IC-Substrate-Geschäft ein.
2015
ATS erzielt im Geschäftsjahr
2104/15 neuerlich Rekord­
werte bei Umsatz und Ertrag
und beschließt Erhöhung des
Investitionsprogramms in
Chongqing von 350 Mio. €
auf 480 Mio. €.
15Unternehmensprofil
Unternehmensstandorte
§	 Produktion Europa: hohe Produktvielfalt, niedrigeres Volumen
§	 Produktion Asien: hohes Volumen, niedrige Produktvielfalt
§	 Vertriebsnetzwerk über drei Kontinente
	ATS Werk
	ATS Vertriebsstandort
Nanjangud, Indien
Rund 1.100 Mitarbeiter
Leoben, Österreich
Hauptquartier
Rund 900 Mitarbeiter
Shanghai, China
Rund 4.600 Mitarbeiter
Ansan, Korea
Rund 300 Mitarbeiter
Chongqing, China
Rund 900 Mitarbeiter,
in Bau befindlich
Fehring, Österreich
Rund 300 Mitarbeiter
16 ATS Geschäftsbericht 2014/15
Produktportfolio 
­Anwendungsbereiche
HDI
Microvia-Leiterplatte
HDI
Anylayer-Leiterplatte Multilayer-Leiterplatte IMS Leiterplatte
Doppelseitige
Leiterplatte
HDI bedeutet „High
­Density Inter­connect“
und steht für laser­ge­
bohrte Verbin­dungen
(Micro­vias). HDI ist
der erste Schritt zur
Minia­tu­risierung. ATS
ermöglicht Varianten von
4 Lagen Laser bis zum
6-n-6 HDI Multilayer.
Technologische Weiter­
entwicklung der HDI
Microvia: 100 % aller
elektr. Verbindungen
werden über laser­
gebohrte Microvias
realisiert. Vorteil: weitere
Minia­turisierung bei
höherer Leistungsfähigkeit
und Zuverlässigkeit.
ATS stellt HDI Anylayer
von 4 bis 12 Lagen her.
Multilayer-Leiterplatten
findet man nahezu
in jedem Bereich der
Industrie-Elektronik.
ATS fertigt 4- bis
28-lagige Leiter­platten
vom Einzelmuster bis
zur Großserie.
IMS steht für „Insulated
Metal Substrate“. IMS
Leiterplatten dienen in
erster Linie zur Wärme­
ableitung und werden
deshalb vor allem bei
LED oder ­sogenannten
Leistungsbauteilen
­verwendet.
Doppelseitig durch­
kontaktierte Leiterplatten
werden heute in allen
Bereichen der ­Elek­
tronik eingesetzt.
ATS kon­zen­triert
sich auf doppelseitige
Leiterplatten im
Bereich von 0,1 mm bis
3,2 mm Dicke.
Shanghai, Leoben
Produktionsstandort
Shanghai Leoben, Nanjangud,
Fehring
FehringFehring, Nanjangud
Mobiltelefone; in nahezu
allen Elektronik­bereichen,
z. B. auch in Computer-
Tomo­graphen, Naviga­
tions-, ­Infotainment- und
Fahrer­assistenzsystemen
Anwendungsbereiche
Smartphones,
Tablets, PCs
Einsatz in allen Elektronik­
anwendungen, z. B.
Touchpanels und vom
Flugzeug bis zum Motor­
rad, vom Speicherkraft­
werk bis zur Photovoltaik
BeleuchtungsindustrieVorwiegend ­Industrie-
und ­Automotive-
Anwendungen
17Produktportfolio
Flexible Leiterplatte
auf AluminiumRigid-Flex-LeiterplatteFlexible Leiterplatte
Semiflexible
Leiterplatte
Um beispielsweise
LED-Technologie im
Frontscheinwerfer
von Autos einsetzen
zu können, werden
flexible Leiterplatten mit
einem Kühlkörper aus
­Aluminium verklebt und
anschließend mit LED
bestückt.
Bei Rigid-Flex-Leiter­
platten werden die
Vorteile der starren
mit den Vorzügen der
flexiblen Leiterplatte
kombiniert. Dies
bringt dem Anwender
Vorteile in Bezug auf
Signalübertragung,
Größe und Stabilität.
Ermöglicht den Ersatz
von Kabeln und Steckern
sowie Verbindungen
und ­Geometrien, die
mit ­starren Leiterplatten
nicht möglich wären.
Im Vergleich zu flexiblen
Leiterplatten begrenzte
Biegeradien und -zyklen,
Verwendung eines
Standard-Dünnlaminats
ermöglicht kosten­
günstige Alternativen.
AnsanLeoben, AnsanAnsan, Fehring Fehring
Nahezu alle Elektronik­
bereiche z. B. Messgeräte,
Medizin­anwendungen
Automotive-
Anwendungen
Beleuchtung, Automotive,
Gebäudebeleuchtung
Industrieelektronik,
z. B. Fertigungs­maschinen,
Industrie­roboter
Patentierte
Technologien
von ATS
ECP: Embedded
Component Packaging
ECP® ist eine von ATS paten­
tierte Packaging-Technologie zur
Ein­bettung aktiver und passiver
elektronischer Bauelemente in
die Innenlagen der Leiterplatte.
Die mit der ECP®-Technologie
hergestellten Leiterplatten finden
Anwendung in immer kleineren,
­effizienteren und leistungs­
fähigeren Geräten wie beispiels­
weise Smartphones, Tablets,
Digital­kameras und Hörgeräten.
Produktionsstandort: Leoben
2.5D® Technologie-
Plattform
Diese Technologie-Plattform
ermöglicht die Kombination von
mechanischer und elektrischer
Miniaturisierung. Mithilfe dieser
Technologie kann die Stärke von
Leiterplatten partiell reduziert wer­
den, um damit die bestückte Bau­
gruppe dünner zu machen. ­Weiters
können damit Hohlräume in die
Leiterplatte gefertigt werden, um
z. B. Akustikkanäle zu ­realisieren.
Ein Hauptanwendungsgebiet
dieser Technologie ist die 2.5D®-
Rigid-Flex-Leiterplatte, welche
als kostenoptimierte Alternative
für sogenannte Flex-to-install-­
Applikationen eingesetzt wird.
Produktionsstandorte:
Leoben, Shanghai
18 ATS Geschäftsbericht 2014/15
Wertschöpfungskette
Das ist die schematische Darstellung einer Wertschöpfungskette – denn abhängig von der
Anzahl der Lagen kann die Herstellung einer Leiterplatte bis zu 150 Arbeitsschritte ­umfassen.
Ressourcen Produktionsprozess
Beschaffung von
Roh­stoffen und
Material
(u. a. Kupferfolie,
Cores, Prepreg, Gold,
Zinn, Silber, Laminate,
Chemikalien etc.)
Energie
(Strom, Wärme,
Druckluft etc.)
Wasser
(für Produktion,
Kühlung, Reinigung)
Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter
(8.120 FTE per
31.3.2015)
Auszug der
Faktoren, die
auf die Wert­
schöpfungs­kette
einwirken
Aufbereitung der
Kundendaten
Core
1.	Isolationsmaterial: in Epoxydharz
getränkte Glasfasermatte
2.	Kupferfolie
Wiederholen der
Laminatschichten und
Belichtungsvorgänge
Bis zu 26 Lagen möglichAuftragen der Lötstoppmaske
Dient als Schutz gegen Oxidation des
Kupfers auf der Oberfläche sowie
zur Vermeidung eines Kurzschlusses
zwischen den einzelnen Leiterbahnen
und Lötflächen.
Belichten, entwickeln
und aushärten
Alle inaktiven Flächen werden
abgedeckt. Alle aktiven Flächen
(Lötpads, Prüfflächen usw.) werden
vom Lötstopplack freigestellt.
Konturbearbeitung
(Fräsen, Ritzen)
Produktionsplanung und
laufende Optimierung
FEGrundlagenentwicklung,
Produktionsprozesse,
Materialauswahl,
Problemlösung
Internes und externes
Recycling von Reststoffen
Ressourcen-, energie- und
wassereffiziente Produktion
Wiederholung der
Prozessschritte Reinigung,
Laminierung, Belichtung,
Entwicklung und Ätzung
Oberflächenbeschichtung
der Pads mit Nickel/Gold,
Silber oder chemisch Zinn
Als Oxidationsschutz und zur
Bildung einer lötbaren Schicht
Reinigung der Oberfläche
und Laminierung mit
photosensitiver Folie
19Wertschöpfungskette
Einbau in das Endgerät
Anwen­dungen von
ATS Leiterplatten
Smartphones, Tablets, ­Digital­
kameras, LED-Frontscheinwerfer,
Antriebssteuerung, Fahrer­­
assistenzsysteme, Diagnose­
geräte, Hörgeräte, Herzschritt­
macher, Robotik, Sensorik etc.
Entwicklung des Resists und
Entfernung nicht benötigter
Kupferfolie mittels Ätzen
Chemische Behandlung
der Oberfläche
Für bessere Haftung
Belichten mittels LDI
(Laser Direct Imaging)
Ein Laserstrahl belichtet
alle Bereiche, die nach
dem Ätzprozess erhalten
bleiben sollen.
Lay-up und Verpressung
von Core, Prepeg und
Kupferfolie bei bis zu
40 bar und 220 °C
Mechanisches Bohren
Für durchgehende Verbindung
der einzelnen Kupferlagen
Qualitätskontrolle
100 % Test der elektrischen
Funktionsfähigkeit,
visueller Test.
Qualitätssicherung
Zertifizierung der Anlagen
und Prozesse
Aus- und Weiterbildung
der Mitarbeiter
Laserbohren
Für Verbindungen zwischen
bestimmten Ebenen
Verkupfern der
Bohr- und Laserlöcher
Für elektrische Verbindung
Bestückung der Leiterplatten
mit Halbleitern (Mikrochips),
Widerständen,
Kondensatoren etc.
Vakuumverpackung
der Leiterplatten (einzeln
oder in Trays) und
Auslieferung an Kunden
Nächste Schritte*
* Nicht Teil der ATS Wertschöpfungskette.
Die Champions League
der Leiterplatten
Wer kompromisslose Qualität im High-Tech-Bereich will, lässt bei ATS produzieren:
Rund 8.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weltweit produzieren an fünf Standorten
hochwertige Leiterplatten – selbst in kleinsten Losgrößen. Ihr Know-how und ihr Einsatz
sichern Weltklasse für unsere anspruchsvollen Kunden. Begleiten Sie uns und werfen wir
gemeinsam einen Blick in eine Produktion der Perfektion im Headquarter in Leoben.
Final Inspect. Hier findet die letzte Kontrolle
aller Leiterplatten statt, bevor sie verpackt und
versendet werden. Elektrisch sind die Produkte
einwandfrei funktionsfähig. Den­noch überprüfen
22 Mitarbeiterinnen im Zwei-Schicht-Betrieb
die Leiterplatten nochmals zu 100 % auf optisch
erkennbare Fehler.
22 ATS Geschäftsbericht 2014/15
Einwandfreie
Prozesskontrollen. u
Vom Basis­material
bis hin zum kunden­
spezifischen Test­report
– Sabrina ­Grießmaier,
Sonja Puster und
Mariella ­Baumgartner
verant­worten die
Prozess­kontrollen
im Physik­labor und
behalten die jeweiligen
Prüfkriterien im Auge.
p The next big thing.
Dietmar Drofeniks Job ist es, den unter­
nehmerischen Weitblick zu schärfen.
Gemeinsam mit den Kollegen von Strategy 
Business Development hält er Ausschau nach
der Technologie von morgen, übermorgen
und für den Tag danach.
t Geballtes Wissen auf acht Laufmetern.
Im Research  Development Team geht es darum, Know-how zu
entwickeln, festzuschreiben und zu schützen. Marco Gavagnin und
Diplomandin Martina Resch vor der Sammlung der ATS Patente.
»Wir versuchen, die Trends
in der Elektronikindustrie zu
antizipieren, um so unseren
Kunden frühzeitig Lösungen
für die Produkte von morgen
bieten zu können.«
Dietmar Drofenik, Strategy  Business Development
23
Elektrischer Testbereich: produktspezifische
Adapter für den sogenannten Nadeltest.
Vereinzelungsprozess. u
Daniel Gratz in der Abteilung Ritzen und
Fräsen vor einer der 15 State-of-the-art-
Fräsmaschinen, die präzise Konturen für rund
2.500 Arbeitsformate pro Tag ermöglichen.
▼ Training on the Job macht Anlagen-fit.
Serrano Santos Starlin absolviert ein mehrmonatiges Training
im Galvanikbereich im Rahmen des umfangreichen Aus- und
Weiterbildungsprogramms.
t Qualität, Qualität
und nochmals Qualität.
Lückenlose Kontrolle
jeder Leiterplatte.
Blick in die Abteilung
Elektrischer Test.
»Wir machen hier Leiter­
platten in Maßarbeit für
jeden nur denkbaren
­Kundenwunsch. Echte
­Präzisionsarbeit.«
Daniel Gratz, Fräsen
▼ Bereit zum Einbetten.
Tamara Paulsen vor der ECP®-Produktion, einer
von ATS patentierten Methode, bevor die Kom­
ponenten in die Leiterplatte integriert werden.
26 ATS Geschäftsbericht 2014/15
p High-Tech-Produktionslinie.
ATS setzt die Standards:
Blick auf hochautomatisierte
­Anlagen am modernsten Stand
der ­Produktionstechnik.
»Ein perfekter Jahresab­schluss
ist so einwandfrei wie unsere
Leiterplatten. Und mindestens
so geprüft.«
Katharina Murg, Finance  Controlling
27ATS Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
t Prüfender Blick II. Karim Beglari, Katharina Murg und ­Michael
Dunst sorgen für die Erstellung gesetzlich vorgeschriebener Konzern­
abschlüsse für Investoren und Management. Tochtergesellschaften
­er­halten hier Lenkungshilfen sowie Rechnungslegungs-Know-how.
p Prüfender Blick I. Vom Reagenzglas bis zum Berzelius-Becher.
Der prüfende Blick von Chemielabortechnikerin Verena Schlugi gilt
im Rahmen ihrer Ausbildung der laufenden Analyse der Prozess­
bäder chemischer Anlagen.
28 ATS Geschäftsbericht 2014/15
t À la carte für die Kunden.
Franz Mattl hält ein ATS Arbeits­
format in Händen. In ­seiner
­Ab­teilung „Fräsen“ werden die
Außen­konturen definiert, um
das vom ­Kunden gewünschte
Auslieferungs­format herzustellen.
Der Backend-Prozess. u
Links fertige Leiterplat­
ten zur Auslieferung.
Rund 5.000 verschie­
dene Kunden­formate
werden derzeit im Werk
Hinterberg für Kunden
quasi in Maß­arbeit
gefertigt. Rechts eine
­Galvanikanlage.
p Den Finger auf die Qualität.
Die Leitfähigkeit jeder Kontaktstelle und jeder Verbindung
wird von Yvonne Tahedl mittels Fingertestverfahren einem
Unterbrechungs- und Kurzschlusstest unterzogen.
q Mit Bravour. Diese Leiterplatte ist bereits im
­Kunden­format und hat soeben den elektrischen Test
in der Fingertest­maschine erfolgreich bestanden.
»Qualitätsbewusst­
sein endet nicht am
Fabriks­tor. Wenn
du es ernst meinst,
lebst du das.«
Yvonne Tahedl, Elektrischer Test
30
Auch der neueste Bohr­
maschinenpark im Werk will
sorgfältig gewartet sein.
31ATS Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
t Ohne Unterbrechung.
Manfred Ofner und sein Team –
hier mit Marion Burghauser und
Mithun Palai – sorgen für eine
reibungslose IT-Infrastruktur
und -Systeme.
p Ein Erfolgsgeheimnis.
Der kritische Blick der Frauen.
Sandra Weissensteiner bei der
finalen Inspektion.
Letzte Inspektion. u
Doris Sarcletti ist die letzte Instanz auf dem Weg
zum höchsten Qualitätsstandard in der Branche.
Sie setzt dabei weltweite Maßstäbe.
»Wir sorgen im
Hintergrund dafür,
dass die Werke nahtlos
24/7 effizient und IT-
unterstützt laufen.«
Manfred Ofner, IT
32 ATS Geschäftsbericht 2014/15
Ökonomisch, ökologisch und sozial. u
Für Tina Sumann, Group Managerin CSR/
Sustainability, ist das ATS Glas immer halb voll,
wenn es um nach­haltiges Wirtschaften und den
­schonenden Umgang mit Ressourcen geht.
p Kompetente Beschaffungsstrategie.
Doris Polding schafft Mehrwert durch
effiziente Ressourcenverwaltung und
optimales Lieferantenmanagement.
Wir als HR Team stellen den
Menschen in den Mittelpunkt.
Ob Arbeiter, Angestellte oder
Management – das interkulturelle
HR-Team stellt weltweit den
Menschen in den Mittelpunkt, indem
wir uns für Respekt, Engagement
und Vertrauen einsetzen.
(Nadja Noormofidi, Simona Rakusa,
Monika Stoisser-Göhring)
p Die Erfolgsgaranten.
Fritz Eder, Daniel Grosser und
Markus Maier stehen stellver­
tretend für 667 Mio. € Umsatz
und sind rund um die Uhr für
unsere Kunden da.
»Durch unsere
Kundenorientierung
ist es uns möglich,
frühzeitig Lösungen
und Innovationen zu
entwickeln.«
Fritz Eder, Sales
34
	 2003/2004	 2013	 2016	 2024
?
ATS Geschäftsbericht 2014/15
Der globale Markt für Leiterplatten ist stark geprägt von der hohen Dynamik der Elektronikindustrie bzw. den
dahinter liegenden Kundenbedürfnissen. Während der letzten Jahre jagte dabei ein „großes Ding“ das nächste
– von Desktop- und Notebook-Computern, MP3-Playern und Digitalkameras, Flachbildschirm-Geräten und
Mobiltelefonen bis hin zu Smartphones und Tablets der jüngsten Generation.
Es waren vor allem Smartphones und Tablets, die in den letzten Jahren überdurchschnittliche Wachstumsraten
erzielen konnten und die Entwicklung der dafür benötigten elektronischen Komponenten wie Halbleiter und
Verbindungstechnologien für Substrate und Leiterplatten stark beeinflusst haben. Konnte man Anfang 2000 mit
einem Mobiltelefon in der Regel „nur“ telefonieren, sind die Smartphones von heute High-End-Computer mit
mehr Rechenleistung, als der NASA für die erste Mondlandung im Jahr 1967 zur Verfügung stand.
Hinter dieser rasanten Entwicklung und Leistungssteigerung verbirgt sich die konsequente Miniaturisierung
in der Halbleiterindustrie. Nach dem Gesetz von Moore verdoppelt sich die Komplexität integrierter Schalt­
kreise alle zwölf bis 24 Monate. Die damit einhergehende Erhöhung der Leistungsdichte bei gleichzeitiger
­Reduzierung der Größe von Halbleitern hat auch bei Leiterplatten die Miniaturisierung und die Erhöhung
der ­Komplexität der Lagenaufbauten und das rasche Wachstum der HDI- und Microvia-Technologie in allen
Marktsegmenten ­bestimmt. So werden heute zunehmend High-End Leiterplatten im Bereich der Automobil­
elektronik, ­(Navigation, Multimedia, Kamerasysteme…) für Industrieanwendungen (Maschine zu Maschine-
Kommunikation, Industriecomputer…) sowie in der Medizinelektronik (MRT, Herzschrittmacher, Hörgeräte…)
und im Consumerbereich (Digitalkameras, High-End TV-Geräte, Smart-Watches…) eingesetzt.
Am anschaulichsten lässt sich diese Veränderung am Beispiel der Mobiltelefone verfolgen. Eine typische
Leiterplatte für ein Mobiltelefon war vor rund zehn Jahren etwa 13 x 6 cm groß. Im Jahr 2013 maß eine
Leiterplatte für ein Smartphone im High-End-Bereich rund 9 x 2 cm. Das heißt, die Leiterplattenfläche für ein
hochkomplexes Mobiltelefon wurde in zehn Jahren auf ein Viertel reduziert. Parallel dazu wurden jedoch die
Eigenschaften und Anwendungsmöglichkeiten substanziell verbessert bzw. erweitert – um hochauflösende
Fotografie, Internetzugang, integriertes Navigationssystem und vieles mehr. Diese Miniaturisierung ist jedoch
noch lange nicht ausgereizt. Durch die Integration von Komponenten in Substrate und Leiterplatten können die
Abmessungen weiter reduziert werden, wie nachstehende Aufstellung zeigt.
Technologischer Wandel der Leiterplatte im Überblick
Markt für Leiterplatten
unterliegt rasantem
technologischen Wandel
Trend zur Miniaturisierung
verstärkt sich weiter
Märkte, Kunden und Potenziale
	 Mobiltelefon	 Smartphone	 System on Chip	 All in One
	 125 x 55 mm	 85 x 20 mm	 30 x 30 mm	 20 x 20 mm?
	 1	 0,25	 0,13	 0,06?
	 100/100 μm	 40/40 μm	 30/30 μm	 20/20 μm
	 1-n-1	 Anylayer	 Anylayer  Embedding	 ?
Type
PCB
FF
L/S
Type
PCB
FF
L/S
Technologie
35
2014 2015 2016 2017 2018
Geschäftsmodell und Strategie
Für ATS eröffnen sich mit der Integration von Komponenten in die Leiterplatte (Chip-Embedding) völlig neue
Möglichkeiten und Wachstumspotenziale. Aktuell wird der Markt für die Bestückung der Leiterplatten (Assembly
Service) von den sogenannten „Contract Electronic Manufacturer“ (CEM’s) beherrscht und der Markt für die
Einbettung von Komponenten (Packaging) von der Halbleiterindustrie. Mit einem globalen Gesamtvolumen von
rund 1.300 Mrd. US-$ ist dieser Markt um ein Vielfaches größer als jener für „unbestückte“ Leiterplatten.
Mit dem Eintritt einiger Leiterplatten- und Substrathersteller in die Welt der Bestückung steht die Wert­
schöpfungs­kette der Elektronikindustrie vor grundlegenden Änderungen.
Der globale Leiterplattenmarkt weist nach Einschätzungen von Prismark für 2014 ein Gesamtvolumen von
über 57 Mrd. US-$ aus. Für die nächsten Jahre wird ein durchschnittliches jährliches Wachstum von rund 3 %
jährlich prognostiziert. Für höherwertige Technologien wie zum Beispiel HDI-Microvia-Leiterplatten werden
stärkere Wachstumsraten als für den Gesamtmarkt erwartet. Detaillierte Informationen dazu finden Sie auch
im Lagebericht ab Seite 70.
Absatzvolumen Leiterplattenmarkt
in Mrd. US-$
Integration von Komponenten
in die Leiterplatten bietet
großes Potenzial
Quelle: Prismark, Q4 2014
n Asien – sonstige
n China
n Japan
n Europa
n Amerika
19,4
26,1
6,7
2,2
3,0
57,4
19,9
27,6
6,4
2,1
2,9
58,9
20,8
29,2
5,9
2,1
2,9
60,9
21,6
30,7
5,5
2,0
2,9
62,7
22,5
32,1
5,2
2,0
2,9
64,7
36 ATS Geschäftsbericht 2014/15
„Fixed“ Computing
(Man geht zum Gerät)
Mobility/BYOD
(Man nimmt das Gerät mit sich)
Internet of Things
(Zeitalter des Geräts)
Internet of Everything
(Menschen, Prozess, Daten, „Dinge“)
Verdoppelt alle
1,3 Jahre
Verdoppelt alle
1,4 Jahre
Verdoppelt alle
? Jahre
50 Mrd. Dinge
Trends und Technologien
Die weitere „Digitalisierung der Welt“ wird dieses Jahrzehnt verändern und das Wachstum der Elektronik­
industrie bestimmen. Die treibenden Kräfte dieser Entwicklung sind der nahezu allgegenwärtige Zugang zum
Internet, zu immer günstigeren Tarifen für die Übertragung von Daten und für Sensoren sowie die Nutzung
des Internets zur Unterstützung der Kommunikation zwischen elektronischen Geräten. Aktuell steht die
­Gesellschaft am Beginn des sogenannten „Internet of Things“ (IoT). Eine Entwicklung, die darauf basiert, wie
Internet-verbundene Geräte verwendet werden, um den Datenaustausch zu verbessern, komplexe Prozesse in
der Industrie zu automatisieren und wertvolle Informationen zu generieren.
Im Jahr 2020 werden nahezu 50 Milliarden „Dinge“ über das Internet verbunden sein, gemäß einer Studie von
Cisco, dem weltweit führenden Anbieter von Netzwerklösungen. Im Vergleich zu 2014 mit knapp 20 ­Milliarden
verbundenen Geräten – in erster Line Smartphones und Computer – würde das einem jährlichen Wachstum von
rund 16 % entsprechen. Damit hat das IoT das Potenzial, das „nächste große Ding“ in der globalen Elektronik­
industrie zu werden.
Während das Konzept von IoT noch relativ jung ist, ­wandelt es sich bereits zu einer wesentlich breiteren Idee:
dem ­„Internet of Everything“ (IoE). Dieser Ansatz umfasst nicht nur die Anzahl der Geräte, sondern auch die
Ver­änderung der Art und Weise, wie diese Geräte das Internet in der ­Vergangenheit genutzt haben. Die meisten
der ­heute ­verwendeten „verbundenen Geräte“ ­benötigen eine ­aktive ­Interaktion durch den Benutzer und wer­
den vor ­allem für die Informationsbeschaffung oder Unter­haltung ver­wendet. Der Großteil der 50 ­Milliarden
­verbundenen ­Dinge im Jahr 2020 wird dafür verwendet werden, ­Systeme in unterschiedlichsten Bereichen
wie ­Industrie, Smart Home, Smart City, Smart Energy, Smart Mobility, Smart Healthcare, Wearables u.v.a. zu
vernetzten und zu ­steuern. Die Auswirkung ­dieser Entwicklung wird das ­weitere Wachstum der ­gesamten
Elektronik­industrie in ­allen Segmenten wesentlich beeinflussen.
„Digitalisierung der Welt“ wird
die Entwicklung der Elektronik­
industrie bestimmen
Quelle: Cisco
1995 2000 2011 2020
200 Mio.
10 Mrd.
37
2014 2015 2016 2017 2018 2019
140
104
180
211
166
569
502
134
100
170
201
160
552
492482
535
154
191
160
96
128
160
117
215
246
185
624
534
153
112
203
234
178
605
523
146
108
191
222
172
587
513
Geschäftsmodell und Strategie
Wachstumsprognosen Elektronikmarkt nach Segmenten
in Mrd. US-$
In den Prognosen von Prismark zur Entwicklung des globalen Elektronikmarkts spiegeln sich die skizzierten
Trends wider. Besonders groß sind die Wachstumserwartungen für elektronische Anwendungen im
Industriebereich (z. B. Industrie 4.0) mit einer Gesamtsteigerung bis 2018 von knapp 27  % gefolgt vom
Automobilbereich (z. B. Autonomes Fahren) mit 22,5 %. Überdurchschnittlich stark sollte diesen Einschätzung
zu Folge auch der Medizinsektor (z. B. online Patientenüberwachung) mit 17 % und der Sektor Luftfahrt und
Militär mit rund 20 % wachsen. Für die Bereiche Computer (z. B. Tablets, Notebooks) wird ein Wachstum von
9 % und für Kommunikation (z. B. Smartphones und Infrastruktur) mit 15 % gerechnet, das entspricht einer
leichten Abflachung nach dem Boom der Vorjahre. Der Sektor Consumer Electronic (z. B. Wearables) sollte bis
2018 einen Anstieg um knapp 16 % verzeichnen.
Detaillierte Informationen zur Entwicklung der Märkten und Branchen finden Sie auch im Lagebericht ab
Seite 70.
Quelle: Prismark, 2014
n Computer
n Industrie
n Kommunikation
n Medizin
n Consumer
n Luftfahrt/Militär
n Automotive
38 ATS Geschäftsbericht 2014/15
Einfluss- und Erfolgsfaktoren
Neben den zuvor skizzierten Veränderungen hinsichtlich Technologien und Anwendungsbereiche wird der
­Geschäftsverlauf von ATS von mehreren Einfluss- und Erfolgsfaktoren bestimmt. Die globale Elektronik­
industrie ist von einer hohen Dynamik geprägt und steht selbst im Einfluss der allgemeinen Konjunkturlage,
der ­Investitionsbereitschaft der Unternehmen und der privaten Konsumneigung. Neben diesen allgemeinen
­Einflussfaktoren ist die Leiterplattenindustrie mit ihren weltweit rund 2.800 Produzenten von intensivem Wett­
bewerb gekennzeichnet. ATS fokussiert sich daher seit Jahren auf den technologischen High-End Bereich mit
einer deutlich reduzierten Anzahl von rund 10 bis 15 relevanten Wettbewerbern.
In diesem sich kontinuierlich verändernden Umfeld hat ATS wesentliche Faktoren für den nachhaltigen Erfolg
definiert:
§	 Klarer Fokus des Produkt- und Technologieportfolios
§	 Langfristige Strategie mit ausreichender Flexibilität, um Marktentwicklungen antizipieren
zu können bzw. auf Marktveränderungen reagieren zu können
§	 Maximale Kundennähe und hohe eigene Marktintelligenz zur frühzeitigen Feststellung von Trends,
die die Elektronik- und Leiterplattenindustrie bestimmen werden
§	 Diversifiziertes und ausbalanciertes Kunden-, Anwendungs- und Technologieportfolio,
um die unterschiedlichen Saisonalitäten und Volatilitäten der einzelnen Marktsegmente positiv zu nützen
§	 Schnelle Umsetzung neuer High-End-Technologien und -Prozesse in den benötigten Mengen
§	 Operative Exzellenz zur Sicherstellung hoher Qualitäts- und Produktionsstandards
§	 Wettbewerbsfähige Standortwahl
39Geschäftsmodell und Strategie
Unternehmensstrategie
Unter Berücksichtigung der zuvor skizzierten Marktpotenziale sowie Einfluss- und Erfolgsfaktoren verfolgt die
ATS-Unternehmensstrategie eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts im Sinne aller relevanten
Interessengruppen. Nachstehende Themenfelder bilden die wichtigsten Eckpfeiler dieser Strategie:
§	 Ausbau der Technologieführerschaft
	- 	 durch Konzentration auf das High-End-Leiterplatten-Segment
	- 	 durch Industrialisierung von zukunftsweisenden Technologien
§	 Langfristiges, profitables Wachstum
	- 	 durch Konzentration auf Anwendungsbereiche mit attraktivem Wachstumspotenzial	
und langfristiger Profitabilität
	- 	 durch operative Exzellenz bei Qualität, Effizienz und Produktivität
§	 Zukunftsorientierte Human-Resources-Strategie
	- 	 Neue Kapazitäten für neue Technologien: Bindung und Gewinnung der besten Mitarbeiterinnen	
und Mitarbeiter durch globale Entwicklungsperspektiven und herausragende Aus- und	
Weiterbildungsprogramme
	- 	 Diversität als Zukunftspotenzial
§	 Nachhaltige Unternehmensführung
	- 	 durch europäische Standards an allen Standorten
	- 	 durch ambitionierte Key Performance Indicators für Ressourcenverbrauch und Emissionen
	- 	 durch klares Committment als „Good Corporate Citizen“
40
IC Substrate
7/7 μm L/S
ECP/SAP
25/25 μm L/S
Next gen.
­Anylayer+
Substrate
like PCB
30/30 μm L/S
Interposer
40/40 μm L/S
Anylayer
40/40 μm L/S
Microvia/HDI
60/60 μm L/S
Multilayer
100/100 μm L/S
PTH
250/250 μm L/S
ATS Geschäftsbericht 2014/15
Zur langfristigen Absicherung und dem
weiteren Ausbau der Marktposition
als führender Hersteller von High-End-
Leiterplatten verfolgt ATS eine klare
Technologiestrategie. Die zentralen
Ansatzpunkte bilden dabei das weitere
Vorantreiben der Miniaturisierung durch
Realisierung von feineren Strukturen, die
Verarbeitung dünnerer Materialien und
die Integration von zusätzlichen Funk­
tionalitäten wie thermische Lösungen,
Energie­gewinnungsmöglichkeiten sowie
die Einbettung von passiven und aktiven
Komponenten. Vor allem die Embedding-
Technologie bedingt auch ein Nachjustieren
des bisherigen Geschäftsmodells, in dem
die Wertschöpfung durch die Bauteilbe­
schaffung und Einbettung erweitert wird.
Die Kombination dieser techno­logischen
Entwicklungen – Miniaturisierung auf ­Ebene
der Leiterplatte sowie ­IC-Substraten – sowie
die Umsetzung von System-in-Board- und
System-in-­Package-Anwendungen werden
in weiterer Folge die vollständige Integrati­
on von High-End HDI-Microvia-Technologie
und Embedded-­Component-Packaging hin
zu hoch­komplexen All-in-One-Modulen
ermöglichen.
Die nachstehende Grafik v­erdeutlicht
entlang der linken Skala die Entwicklung der
Miniaturisierung im ­Hinblick auf Leiterzugs­
dichte und -abstände. Auf der horizontalen
Achse ist die Entwicklung der „Funktionellen
Integration“ dargestellt. Die Kombination
dieser beiden Aspekte wird zu den bereits
erwähnten „All-in-one Modulen“ führen.
Mit dem Einstieg in die IC-Substrat­
technologie und der Erweiterung des
Unternehmensstandorts Chongqing durch
die Implementierung eines ­neuen Tech­
nologieniveaus für sogenannte substrat­
ähnliche Leiterplatten schafft ATS als eines
der ersten Unternehmen weltweit die Basis
für die Verschmelzung der beiden Welten
von Leiterplatten- und Halbleiterindustrie in
einem wettbewerbsfähigen Umfeld. Neben
diesen Aspekten be­schäftigt sich ATS
mit zahlreichen weiteren technologischen
­Fragestellungen, die aus Wettbewerbs­
gründen nicht näher er­läutert werden.
Weitere Details zur Forschungs- und
­Entwicklungstätigkeit finden Sie im
­Lage­bericht ab Seite 94.
Technologiestrategie
Technische Evolution und Auswirkungen auf ATS-Produktportfolio
Rigid Kavitäten Rigid-Flex Thermo­
manage­
ment
HF-
Anwen­
dungen
Passive
 aktive
Komp.
Sensoren
MEMS
Power
Supply
Energy
Harvester
Gehäuse 3D PCB
Diversifikation:
Zusätzliche
Funktionalitäten
M
iniaturisation und SiB ergeben hochwertige M
odule
Roadmap für
Miniaturisierung
elektronischer
Verbindungen
Funktionelle Module:
System-in-board (SiB)
System-in-package (SiP)
Miniaturisierung
Zukunft: All-in-one-Module
Modularisierung
41Geschäftsmodell und Strategie
Nachhaltigkeit bedeutet bei ATS nicht nur ein „Good
Corporate Citizen“ zu sein, Nachhaltigkeit ist bei ATS auch
eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung. Daher hat ATS an
allen Standorten europäische Standards in vielen ­Bereichen
des Umweltschutzes bzw. Ressourcenver­brauchs ein­
geführt. Diese werden in klaren Key ­Performance Indicators
ausgedrückt: ATS hat sich zum Ziel gesetzt, den Total
Carbon Footprint in kg CO2 je m2 Leiterplatte um jährlich
5 %, den Frischwasserverbrauch je m2 Leiterplatte um
jährlich 3 % zu reduzieren. Die soziale Verantwortung wird
in Form von zahlreichen Projekten vor allem im Bildungs­
bereich auf Basis der Strategie „think global, act local“ an
den Standorten individuell umgesetzt. Ökonomie, Öko­
logie und soziale Verantwortung gewinnbringend für alle
Stakeholder zu vereinen ist das Ziel der Nachhaltigkeits­
strategie von ATS. Alle Handlungsfelder, Maßnahmen und
Zielsetzungen wurden im ersten Nachhaltigkeits­bericht von
ATS im Geschäftsjahr 2013/14 dokumentiert. Der nächste
Nachhaltigkeitsbericht erscheint im Juli 2015. Detaillierte
Informationen finden Sie auch im Lagebericht ab Seite 91.
Zukunftsorientierte
Human-Resources-Strategie
Nachhaltige
Unternehmensführung
Als globales Technologieunternehmen in einem sich ­ständig und
stark veränderndem Umfeld benötigt ATS für den lang­fristigen
Erfolg bestens ausgebildete, sehr flexible und hoch motivierte
­Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Für die Absicherung und Weiter­
entwicklung des Know-hows setzt ATS auf eine Aus- und Weiter­
bildungsoffensive mit kontinuierlich steigenden Mitteln. Fachkräfte
werden aufgrund fehlender allgemeiner Aus­bildungswege für die
Leiterplattenindustrie vorwiegend durch interne Programme ­aus-
und weitergebildet. Mit internationalen Talent-Programmen will
ATS junge, mobile und hochkarätige ­Absolventen als Führungs­
kräftenachwuchs gewinnen.
Die Stärkung der gemeinsamen, stark positiv ­ausgeprägten Unter­
nehmens­kultur (Basis: interne Umfrage, Februar 2015) mit einer
klaren Vision und Mission, erfolgsorientierten Führungsgrund­sätzen
und einer offenen Feedback-Kultur ist ebenso ein Erfolgs­faktor
für ATS als attraktiver und guter Arbeitgeber wie die ­weitere
­Förderung der Diversität nach Geschlechtern und Kulturen.
Detaillierte Angaben zu diesen Themenfeldern finden Sie im
­Lagebericht ab Seite 88.
ATS zählt zu den profitabelsten Unter­
nehmen der Branche und ­überzeugt seit
Jahren mit einer über dem Durchschnitt
der Leiterplattenindustrie liegenden hohen
EBITDA-Marge und einer ­starken opera­
tiven Cash-Flow-Generierung. Um diese
Profi­tabilität, in Kombination mit konti­
nuierlichem Wachstum, auch in Zukunft
sicherzustellen, konzentriert sich ATS
weiterhin auf profitable Marktsegmente
mit intakten Wachstumsperspektiven und
hohen technologischen Ansprüchen. Einen
wesentlichen Meilenstein wird dabei der
Produktionsstart von IC-Substraten sowie
substratähnlichen Leiterplatten am Stand­
ort Chongqing, China, im Jahr 2016 bilden.
Die laufende Verbesserung des Produkt­mix
und optimale Steuerung und ­Balancierung
der vorhandenen Kapazitäten an allen
Standorten sind weitere, wesentliche
Parameter für die nachhaltige Profitabilität
von ATS. Dabei spielt unter ­anderem
das Standortkonzept eine wichtige Rolle:
ATS setzt für entsprechende Kosten­
vorteile auch weiterhin auf die hoch­
volumige ­Produktion mit geringem
Produkt­mix in Asien und niedrige Volumina
mit hoher Produkt­vielfalt in Europa. Das
heraus­ragende Prozess-Know-how bildet
die Basis für die Qualitätsführerschaft von
ATS: niedrige interne Ausschussraten
haben einen unmittelbaren Einfluss auf die
EBITDA-Marge, das Verhältnis von unter­
proportional an­steigender Mitarbeiter­
anzahl zu ­steigendem Umsatzwachstum
drückt unter anderem eine hohe Produk­
tivität aus.
Die wesentlichen Kennzahlen
zur Unternehmenssteuerung:
ATS misst die Fähigkeit, Innovationen
markt- und zeitnah umzusetzen, anhand
der Kennzahl ­Innovation Revenue Rate
(IRR). Sie drückt den Umsatzanteil jener
Produkte aus, ­deren Markt­einführung
­während der ­letzten drei Jahre erfolg­
te und die sich durch einen hohen
­Innovationsgrad auszeichnen. ­Zielgröße:
IRR höher als 20 %.
Für die beiden ­weiteren Performance­
kennzahlen ROCE und Cash Earnings weist
ATS aufgrund der Expansionsphase für
die beiden neuen Werke in Chongqing,
­China, keine konkrete Zielgröße aus. Mit
dem Return on Capital Employed (ROCE)
misst ATS die Verzinsung des eingesetz­
ten Kapitals: das um das Finanz­ergebnis
bereinigte Ergebnis in ­Relation zum
durch­schnittlich eingesetzten verzinslichen
Kapitals. Der ROCE soll jedoch klar über
dem WACC (durschnittlicher Wert in der
Branche: rund 10 %) liegen.
Zur Beurteilung der operativen, finanziel­
len Leistungs­fähigkeit verwendet ATS die
Kennzahl Cash Earnings, die das Konzern­
jahresergebnis ohne Berück­sichtigung der
Abschreibungen umfasst.
Langfristig profitables Wachstum
42 ATS Geschäftsbericht 2014/152 ATS – First choice for advanced applications
Sehr geehrte Aktionärinnen, sehr geehrte Aktionäre!
Das Geschäftsjahr 2014/15 war für ATS ein außerordentlich erfolgreiches Jahr: In einem für ATS kundenseitig
stark wachsenden Marktumfeld konnte ATS dank der klaren strategischen Ausrichtung sowie operativer Exzellenz
alle wesentlichen Erfolgskennzahlen steigern und den Wachstumskurs der vergangenen Jahre nicht nur fortsetzen,
sondern darüber hinaus noch deutlich steigern. Dieser Wachstumskurs sowie die technologisch führende Position
im kompetitiven, asiatisch dominierten Mitbewerberumfeld sollen mit dem Produktionsstart der neuen Technolo-
gie „IC-Substrate“ bzw. der Erweiterung des Standortes Chongqing (China) um die nächste Leiterplattengeneration
– die substratähnlichen Leiterplatten – fortgesetzt werden.
Die strategischen Weichenstellungen für die Entwicklung in Chongqing und die in diesem Zusammenhang stehen-
den konkreten Fortschritte, Investitionen und Finanzierungsthemen bildeten einen wesentlichen Schwerpunkt der
Beratungen und Beschlüsse des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2014/15. Eine dieser Sitzungen wurde am Standort
des im Aufbau befindlichen Werkes in Chongqing abgehalten, womit sich alle Aufsichtsratsmitglieder vor Ort einen
Überblick über den Projektfortschritt verschaffen konnten.
Der Aufsichtsrat hat auch im abgelaufenen Geschäftsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung, Österreichischem Corpora-
te Governance Kodex (ÖCGK) und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben und Pflichten gewissenhaft wahrge-
nommen. Der Aufsichtsrat wurde während des Geschäftsjahres vom 1. April 2014 bis zum 31. März 2015 vom
Vorstand im Rahmen eines Informations- und Meinungsaustausches sowie in offenen Diskussionen regelmäßig,
sowie umfassend schriftlich und mündlich über die Marktsituation, die Strategie, die Geschäfts- und Finanzlage des
Konzerns und seiner Beteiligungen, über die Personalsituation und über die Investitionsvorhaben unterrichtet bzw.
hat der Aufsichtsrat entsprechende Beschlüsse gefasst. Der Aufsichtsrat konnte sich von einem funktionierenden
Emittenten-Compliance-System überzeugen.
Der Aufsichtsratsvorsitzende wurde auch außerhalb von Aufsichtsratssitzungen regelmäßig durch den Vorstand
über die Geschäftsentwicklung informiert.
Im Geschäftsjahr 2014/15 tagte der Aufsichtsrat sechs mal unter Teilnahme des Vorstands. Entschuldigt wurden
Franz Katzbeck für zwei Aufsichtsratssitzungen und DDr. Regina Prehofer, Dr. Karin Schaupp und Dkfm. Karl Fink für
jeweils eine Aufsichtsratssitzung. Während des Geschäftsjahres 2014/15 gab es keine personellen Veränderungen
im Aufsichtsrat: In der 20. ordentlichen Hauptversammlung der ATS vom 3. Juli 2014 erfolgte lediglich eine Wie-
derwahl, bei der Herr Mag. Gerhard Pichler erneut in den Aufsichtsrat der Gesellschaft gewählt wurde.
AUSSCHUSSTÄTIGKEIT Der Aufsichtsrat richtete einen Prüfungsausschuss und einen Nominierungs- und
Vergütungsausschuss als ständige Ausschüsse ein. Zusätzlich hat der Aufsichtsrat während des Geschäftsjahres
2014/15 einen Projektausschuss etabliert, der Fragen der Fremdfinanzierung behandelt. In den jeweiligen einge-
richteten Ausschüssen wurden einzelne Sachgebiete vertiefend behandelt und darüber dem Aufsichtsrat berichtet.
Der Prüfungsausschuss, dem DDr. Regina Prehofer (Vorsitzende), Mag. Gerhard Pichler (Finanzexperte), Dr. Georg
Riedl, Wolfgang Fleck und Günther Wölfler angehören, befasste sich schwerpunktmäßig mit der Prüfung des Jah-
resabschlusses und Konzernabschlusses zum 31. März 2014 und der Planung und Vorbereitung der Jahres- und
Konzernabschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2014/15. Er hat sich durch Erörterung mit dem Wirtschaftsprüfer,
Einsichtnahme in geeignete Unterlagen und Gespräche mit dem Vorstand ein umfassendes Bild verschafft. Weiters
überwachte er die Wirksamkeit des unternehmensweiten internen Kontrollsystems, des internen Revisionssystems
und des Risikomanagementsystems der Gesellschaft. Der Prüfungsausschuss hat dem gesamten Aufsichtsrat über
diese Überwachungstätigkeit berichtet und keinerlei Mängel festgestellt. Der Prüfungsausschuss tagte im abgelau-
fenen Geschäftsjahr zweimal. Die Sitzungen standen unter dem Vorsitz von Frau DDr. Prehofer, die in dieser Funktion
auch regelmäßig bei der Quartalsberichterstattung eingebunden warund im Anschluss an den Aufsichtsrat berichtete.
Wesentlicher Schwerpunkt des Aufsichtsrats hinsichtlich Vergütungsfragen bildete im Geschäftsjahr 2014/15 die
Einführung eines langfristigen Vergütungsmodells („Long-Term-Incentive-Programm“) für den Vorstand und Schlüs-
selkräfte der Gesellschaft auf Basis von „Stock Appreciation Rights“ (SAR) als Ersatz des mit letzter Zuteilung am
1. April 2012 ausgelaufenen Stock-Options-Programmes. Dem Nominierungs- und Vergütungsausschuss gehörten
Bericht des Aufsichtsrats
43Bericht des AufsichtsratsATS – First choice for advanced applications 3
folgende Mitglieder an: Dr. Hannes Androsch (Vorsitzender), Dkfm. Karl Fink, DI Albert Hochleitner, Wolfgang Fleck,
Günther Wölfler. Der Nominierungs- und Vergütungsausschuss tagte dreimal.
Am 19. März 2015 wurde durch Beschluss des Aufsichtsrats betreffend die Durchführung verschiedener Maßnah-
men zur Fremdfinanzierung ein Projektausschuss für die weitere Abwicklung einschließlich der Erteilung der Zu-
stimmung zur Durchführung entsprechender Transaktionen eingerichtet.
Dem Projektausschuss gehören Dr. Hannes Androsch als Vorsitzender sowie KR Ing. Willibald Dörflinger, DDr. Regi-
na Prehofer, Wolfgang Fleck und Günther Wölfler an. Der Projektausschuss, der am 19. März 2015 und damit am
Ende des Geschäftsjahres eingerichtet wurde, tagte während des Geschäftsjahres 2014/15 nicht, besteht jedoch
auch nach dem 31. März 2015 weiter bis zu seiner Auflösung.
SELBSTEVALUIERUNG DES AUFSICHTSRATS Der Aufsichtsrat führt jährlich, so auch für das Geschäfts-
jahr 2014/15, eine Selbstevaluierung durch, um durch kontinuierliche Verbesserungen in der Arbeitsweise sicherzu-
stellen, dass er weiterhin seine Aufgaben im Interesse der Aktionäre und aller weiteren Stakeholder wahrnehmen
kann. Die vom Aufsichtsrat jährlich vorgenommene Evaluierung seiner Tätigkeit hat ergeben, dass die geübte Praxis
den Anforderungen des Aktiengesetzes und des Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) entspricht
und die Organisation, Arbeitsweise und Zielorientierung im Sinne der Aktionäre und aller weiteren Stakeholder
effizient ist. Die Selbstevaluierung bleibt auch weiterhin Bestandteil der kritischen Eigenreflexion der Tätigkeit des
Aufsichtsrats.
KONZERN- UND JAHRESABSCHLUSS Der Aufsichtsrat der ATS schlug vor, die PwC Wirtschaftsprüfung
GmbH, Wien, zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2014/15 zu bestellen. Dieser
Vorschlag wurde von der Hauptversammlung am 3. Juli 2014 angenommen.
Der Jahresabschluss der AT  S Austria Technologie  Systemtechnik Aktiengesellschaft und der Konzernabschluss
zum 31. März 2015 wurden jeweils von der PwC Wirtschaftsprüfung GmbH, Wien, geprüft und mit einem uneinge-
schränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Lagebericht und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr
2014/15 stehen im Einklang mit dem Jahresabschluss und Konzernabschluss. Der Aufsichtsrat billigt nach vorherge-
hender Befassung des Prüfungsausschusses und ausführlicher Erörterung und Prüfung den Jahresabschluss der
Gesellschaft zum 31. März 2015, der damit gemäß § 96 Abs. 4 AktG festgestellt ist. Er erklärt sich außerdem nach
vorhergehender Befassung des Prüfungsausschusses sowie eingehender Erörterung und Prüfung mit dem gemäß
§ 245a UGB nach IFRS aufgestellten Konzernabschluss, dem Lagebericht, dem Konzernlagebericht und dem Corpo-
rate-Governance-Bericht einverstanden. Die Prüfungen des Aufsichtsrats haben nach umfassender Erörterung mit
dem Abschlussprüfer keinerlei Anlass zu Beanstandungen gegeben. Der Aufsichtsrat folgt der Empfehlung des
Prüfungsausschusses und wird der 21. ordentlichen Hauptversammlung vorschlagen, die PwC Wirtschaftsprüfung
GmbH, Wien, zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2015/16 zu bestellen.
Der Aufsichtsrat schließt sich dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands an. Demnach sollen vom ausgewie-
senen Bilanzgewinn zum 31. März 2015 in Höhe von 36.874.815,29 € (davon ausschüttungsfähig: 24.502.815,29 €)
als Dividende 13.986.000,00 € – das sind 0,36 € je Stückaktie – ausgeschüttet werden. Der restliche Gewinn in Höhe
von 22.888.815,29 € soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.
DANK AN VORSTAND UND AN ALLE MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER Abschlie-
ßend möchte der Aufsichtsrat dem gesamten Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Dank und
Anerkennung für ihre besonderen Leistungen und ihr Engagement im vergangenen Geschäftsjahr aussprechen.
Für den Aufsichtsrat
Leoben-Hinterberg, am 8. Juni 2015
Dr. Hannes Androsch
Vorsitzender des Aufsichtsrats
44 ATS Geschäftsbericht 2014/15
INVESTMENT-STORY VON ATS
Vier gute Gründe, die für ein Investment in die ATS-Aktien sprechen:
Nachhaltige Profitabilität
 Einer der profitabelsten Leiterplattenhersteller der Welt durch Konzentration auf das High-End-
Segment
 Starke operative Cashflow-Generierung
Einzigartige Marktposition
 Größter europäischer Leiterplattenhersteller
 Technologie- und Qualitätsführer in einem von asiatischen Mitbewerbern dominierten Umfeld
 Ausgewogenes Portfolio an Kundenindustrien
 Globale Blue-Chip-Kunden
Langfristig attraktives Wachstum
 Globale Megatrends der Elektronikindustrie bieten enormes Potenzial für ATS (z.B. totale Vernet-
zung aller „Dinge“)
 ATS ist mit seinem Technologieportfolio in Marktsegmenten und Endanwendungen positioniert,
die ein kontinuierlich attraktives Wachstum aufweisen
 Eintritt in ein neues High-End-Geschäftsfeld 2016 (IC-Substrate)
Überzeugende Kostenstruktur
 Idealer Produktionsfußabdruck: Asien für hohes Volumen und niedrige Produktvielfalt;
Europa für hohe Produktvielfalt und niedriges Volumen
 Hohe Produktivität und Effizienz durch herausragendes Prozess-Know-how
 Kontinuierliche Verbesserung der Kostenstruktur
Investor Relations
FINANZTERMINE IM
ÜBERBLICK
21. Ordentliche Hauptver-
sammlung
9. Juli 2015
1. Quartal 2015/16
28. Juli 2015
Dividendenzahltag und Ex-Tag
30. Juli 2015
2. Quartal 2015/16
27. Oktober 2015
3. Quartal 2015/16
28. Jänner 2016
Jahresergebnis 2015/16
10. Mai 2016
INVESTMENT-STORY VON ATS
Vier gute Gründe, die für ein Investment in die ATS-Aktien sprechen:
Nachhaltige Profitabilität
 Einer der profitabelsten Leiterplattenhersteller der Welt durch Konzentration auf das High-End-
Segment
 Starke operative Cashflow-Generierung
Einzigartige Marktposition
 Größter europäischer Leiterplattenhersteller
 Technologie- und Qualitätsführer in einem von asiatischen Mitbewerbern dominierten Umfeld
 Ausgewogenes Portfolio an Kundenindustrien
 Globale Blue-Chip-Kunden
Langfristig attraktives Wachstum
 Globale Megatrends der Elektronikindustrie bieten enormes Potenzial für ATS (z.B. totale Vernet-
zung aller „Dinge“)
 ATS ist mit seinem Technologieportfolio in Marktsegmenten und Endanwendungen positioniert,
die ein kontinuierlich attraktives Wachstum aufweisen
 Eintritt in ein neues High-End-Geschäftsfeld 2016 (IC-Substrate)
Überzeugende Kostenstruktur
 Idealer Produktionsfußabdruck: Asien für hohes Volumen und niedrige Produktvielfalt;
Europa für hohe Produktvielfalt und niedriges Volumen
 Hohe Produktivität und Effizienz durch herausragendes Prozess-Know-how
 Kontinuierliche Verbesserung der Kostenstruktur
Investor Relations
FINANZTERMINE IM
ÜBERBLICK
21. Ordentliche Hauptver-
sammlung
9. Juli 2015
1. Quartal 2015/16
28. Juli 2015
Dividendenzahltag und Ex-Tag
30. Juli 2015
2. Quartal 2015/16
27. Oktober 2015
3. Quartal 2015/16
28. Jänner 2016
Jahresergebnis 2015/16
10. Mai 2016
2 ATS – First choice for advanced applications
INVESTMENT-STORY VON ATS
Vier gute Gründe, die für ein Investment in die ATS-Aktien sprechen:
Nachhaltige Profitabilität
 Einer der profitabelsten Leiterplattenhersteller der Welt durch Konzentration auf das High-End-
Segment
 Starke operative Cashflow-Generierung
Einzigartige Marktposition
 Größter europäischer Leiterplattenhersteller
 Technologie- und Qualitätsführer in einem von asiatischen Mitbewerbern dominierten Umfeld
 Ausgewogenes Portfolio an Kundenindustrien
 Globale Blue-Chip-Kunden
Langfristig attraktives Wachstum
 Globale Megatrends der Elektronikindustrie bieten enormes Potenzial für ATS (z.B. totale Vernet-
zung aller „Dinge“)
 ATS ist mit seinem Technologieportfolio in Marktsegmenten und Endanwendungen positioniert,
die ein kontinuierlich attraktives Wachstum aufweisen
 Eintritt in ein neues High-End-Geschäftsfeld 2016 (IC-Substrate)
Überzeugende Kostenstruktur
 Idealer Produktionsfußabdruck: Asien für hohes Volumen und niedrige Produktvielfalt;
Europa für hohe Produktvielfalt und niedriges Volumen
 Hohe Produktivität und Effizienz durch herausragendes Prozess-Know-how
 Kontinuierliche Verbesserung der Kostenstruktur
Investor Relations
FINANZTERMINE IM
ÜBERBLICK
21. Ordentliche Hauptver-
sammlung
9. Juli 2015
1. Quartal 2015/16
28. Juli 2015
Dividendenzahltag und Ex-Tag
30. Juli 2015
2. Quartal 2015/16
27. Oktober 2015
3. Quartal 2015/16
28. Jänner 2016
Jahresergebnis 2015/16
10. Mai 2016
2 ATS – First choice for advanced applications
45Investor Relations
ENTWICKLUNGEN AM KAPITALMARKT Das Geschäftsjahr 2014/15 war von einer uneinheitlichen
globalen Konjunkturentwicklung, Unsicherheiten bezüglich der weiteren Politik der Notenbanken und einer
Serie geopolitischer Krisen geprägt. Die ursprünglichen Wachstumsprognosen für Europa wurden nicht erfüllt
– nicht zuletzt aufgrund der Ukraine-Russland-Krise. Die Entwicklung an internationalen Börsen, allen voran in
den USA, wurde vom anhaltend niedrigen Zinsniveau in den wichtigsten Volkswirtschaften bestimmt. Die
Befürchtungen, die US-Notenbank könnte ihren expansiven Kurs verlassen, lösten zwar temporäre Kurskor-
rekturen aus, traten letztlich aber nicht ein. Der US-Börsenindex Dow Jones Industrial (DJI) zeigte im Jahr
2014 neuerlich eine positive Entwicklung, legte um 7,5 % zu und setzte diesen Trend auch im ersten Quartal
2015 fort. Der NASDAQ 100 verzeichnete von April 2014 bis März 2015 aufgrund der starken Nachfrage nach
global führenden Technologiewerten einen Wertzuwachs um 23 %. Die europäischen Aktien zeigten unge-
achtet der enttäuschenden Konjunkturdaten unterjährige Kursgewinne, die von den Aussichten auf eine
quantitative Lockerung der Europäischen Zentralbank durch den Ankauf von Staats- und Unternehmensanlei-
hen unterstützt wurden. Der deutsche Leitindex DAX durchbrach im Juni 2014 erstmals die Marke von 10.000
Punkten, verlor jedoch im weiteren Jahresverlauf und schloss per Jahresende mit einem Plus von 2,7 %. Im
ersten Quartal 2015 erreichte der DAX neue Höchstwerte von über 12.000 Punkten. Als gesamteuropäischer
Aktienindex konnte sich der Eurostoxx 50 von seinen Tiefstständen im Oktober 2014 bis zum Jahresende
nicht mehr gänzlich erholen; ein Plus von 1,2 % war die Folge. Für das erste Quartal 2015 weist er jedoch ein
Kursplus von 18,6 % aus. Der Wiener Leitindex ATX hat aufgrund der Krise in der Ukraine, des Osteuropa-
Engagements zahlreicher Emittenten – insbesondere von Finanz- und Immobilientiteln – sowie schwacher
Konjunkturdaten im Jahr 2014 um 15,2 % nachgegeben. Der breiter gefasste ATX Prime verlor 13,5 %. Beide
Indizes konnten im ersten Quartal 2015 diese Verluste jedoch mehr als ausgleichen.
KAPITALMARKTKOMMUNIKATION Das ATS Investor-Relations-Team setzt auf eine transparente,
gleichberechtigte, proaktive und nachhaltige Kommunikation mit allen Kapitalmarktteilnehmern. Ziel ist es,
durch einen umfassenden Dialog sowie zeitnahe und relevante Informationen das Vertrauen in ATS langfris-
tig zu stärken. Die transparente Vermittlung der Strategie, des Wachstumskurses, der damit verbundenen
Chancen und Risiken und die aktuelle Geschäftsentwicklung stehen dabei im Fokus. Das Informationsangebot
wird auch auf der für mobile Anwendungen optimierten Homepage unter www.ats.net/de/investoren lau-
fend erweitert. Darüber hinaus steht Interessierten auch der Twitter- und YouTube-Kanal von ATS
(@ATS_IR_PR bzw. ATundS) als Informationsquelle offen. ATS stellt im Sinne der Transparenz und Gleichbe-
handlung aller Aktionärinnen und Aktionäre auch Web-Übertragungen der Hauptversammlung sowie der
zweimal jährlich stattfindenden Pressekonferenzen zu Verfügung. Unser Ziel ist es, den Dialog kontinuierlich
zu verbessern. Wir freuen uns über Ihre Anregungen und Rückmeldungen an die Aktionärshotline (siehe
Kontakt). Alle Aktionärinnen und Aktionäre sind herzlich zur nächsten Hauptversammlung am 9. Juli 2015
eingeladen. Diesbezüglichen Informationen werden auch zeitgerecht auf der Website zur Verfügung gestellt.
Dort finden Sie auch die Beschlüsse und Informationsunterlagen der letzten Hauptversammlung.
KURSENTWICKLUNG UND LIQUIDITÄT DER ATS AKTIE Die ATS-Aktie startete mit einem Kurs
von 8,70 € in das Geschäftsjahr 2014/15, stieg bis zum Juli auf 10,21 € und korrigierte zwischenzeitlich im
Gleichklang mit den wesentlichen Indizes wieder auf 8,60 €. Danach verlief die Entwicklung bis zum Ende des
Kalenderjahres 2014 weiterhin uneinheitlich. Ab Ende Januar 2015 setzte auf Basis des sehr guten Ergebnis-
ses der ersten drei Quartale 2014/15 ein deutlicher und kontinuierlicher Aufwärtstrend ein. Ihren Höchst-
stand im Berichtsjahr erreichte die ATS-Aktie bei hohen Umsätzen mit 15,55 € am 17. März 2015. Im Zuge
der Korrekturen internationaler Technologiewerte gab sie in weiterer Folge ebenfalls nach und schloss am
31. März 2015 mit einem Schlusskurs von 14,62 €. Im Vergleich zum Schlusskurs 2013/14 von 8,75 € ent-
spricht das einem Kursgewinn von 67,1 %. Damit zählte die ATS-Aktie zu jenen Aktien im ATX Prime Index
der Wiener Börse mit der stärksten Kurssteigerung. Parallel zu dieser positiven Aktienkursentwicklung stieg
auch die Anzahl der an der Börse gehandelten Aktien signifikant an: Lag die Liquidität im Geschäftsjahr
2013/14 noch bei rund 50.000 Stück (Einfachzählung) täglich, beliefen sich die durchschnittlichen Tagesum-
sätze gegen Ende des Geschäftsjahres 2014/15 auf durchschnittlich 67.000 Stück (Einfachzählung). In Summe
ATS Aktie im Überblick
Erstnotiz
16.07.1999
Frankfurt, Neuer Markt
ab 20.05.2008
Wien, Prime Market
Anzahl Stammaktien
38.850.000
Wertpapier-Kennnummer
969985
ISIN-Code
AT0000969985
Symbol
ATS
Reuters
ATS.VI
Bloomberg
ATS AV
Indices
ATXPrime, WBI SME
ATS – First choice for advanced applications 3
ENTWICKLUNGEN AM KAPITALMARKT Das Geschäftsjahr 2014/15 war von einer uneinheitlichen
globalen Konjunkturentwicklung, Unsicherheiten bezüglich der weiteren Politik der Notenbanken und einer
Serie geopolitischer Krisen geprägt. Die ursprünglichen Wachstumsprognosen für Europa wurden nicht erfüllt
– nicht zuletzt aufgrund der Ukraine-Russland-Krise. Die Entwicklung an internationalen Börsen, allen voran in
den USA, wurde vom anhaltend niedrigen Zinsniveau in den wichtigsten Volkswirtschaften bestimmt. Die
Befürchtungen, die US-Notenbank könnte ihren expansiven Kurs verlassen, lösten zwar temporäre Kurskor-
rekturen aus, traten letztlich aber nicht ein. Der US-Börsenindex Dow Jones Industrial (DJI) zeigte im Jahr
2014 neuerlich eine positive Entwicklung, legte um 7,5 % zu und setzte diesen Trend auch im ersten Quartal
2015 fort. Der NASDAQ 100 verzeichnete von April 2014 bis März 2015 aufgrund der starken Nachfrage nach
global führenden Technologiewerten einen Wertzuwachs um 23 %. Die europäischen Aktien zeigten unge-
achtet der enttäuschenden Konjunkturdaten unterjährige Kursgewinne, die von den Aussichten auf eine
quantitative Lockerung der Europäischen Zentralbank durch den Ankauf von Staats- und Unternehmensanlei-
hen unterstützt wurden. Der deutsche Leitindex DAX durchbrach im Juni 2014 erstmals die Marke von 10.000
Punkten, verlor jedoch im weiteren Jahresverlauf und schloss per Jahresende mit einem Plus von 2,7 %. Im
ersten Quartal 2015 erreichte der DAX neue Höchstwerte von über 12.000 Punkten. Als gesamteuropäischer
Aktienindex konnte sich der Eurostoxx 50 von seinen Tiefstständen im Oktober 2014 bis zum Jahresende
nicht mehr gänzlich erholen; ein Plus von 1,2 % war die Folge. Für das erste Quartal 2015 weist er jedoch ein
Kursplus von 18,6 % aus. Der Wiener Leitindex ATX hat aufgrund der Krise in der Ukraine, des Osteuropa-
Engagements zahlreicher Emittenten – insbesondere von Finanz- und Immobilientiteln – sowie schwacher
Konjunkturdaten im Jahr 2014 um 15,2 % nachgegeben. Der breiter gefasste ATX Prime verlor 13,5 %. Beide
Indizes konnten im ersten Quartal 2015 diese Verluste jedoch mehr als ausgleichen.
KAPITALMARKTKOMMUNIKATION Das ATS Investor-Relations-Team setzt auf eine transparente,
gleichberechtigte, proaktive und nachhaltige Kommunikation mit allen Kapitalmarktteilnehmern. Ziel ist es,
durch einen umfassenden Dialog sowie zeitnahe und relevante Informationen das Vertrauen in ATS langfris-
tig zu stärken. Die transparente Vermittlung der Strategie, des Wachstumskurses, der damit verbundenen
Chancen und Risiken und die aktuelle Geschäftsentwicklung stehen dabei im Fokus. Das Informationsangebot
wird auch auf der für mobile Anwendungen optimierten Homepage unter www.ats.net/de/investoren lau-
fend erweitert. Darüber hinaus steht Interessierten auch der Twitter- und YouTube-Kanal von ATS
(@ATS_IR_PR bzw. ATundS) als Informationsquelle offen. ATS stellt im Sinne der Transparenz und Gleichbe-
handlung aller Aktionärinnen und Aktionäre auch Web-Übertragungen der Hauptversammlung sowie der
zweimal jährlich stattfindenden Pressekonferenzen zu Verfügung. Unser Ziel ist es, den Dialog kontinuierlich
zu verbessern. Wir freuen uns über Ihre Anregungen und Rückmeldungen an die Aktionärshotline (siehe
Kontakt). Alle Aktionärinnen und Aktionäre sind herzlich zur nächsten Hauptversammlung am 9. Juli 2015
eingeladen. Diesbezüglichen Informationen werden auch zeitgerecht auf der Website zur Verfügung gestellt.
Dort finden Sie auch die Beschlüsse und Informationsunterlagen der letzten Hauptversammlung.
KURSENTWICKLUNG UND LIQUIDITÄT DER ATS AKTIE Die ATS-Aktie startete mit einem Kurs
von 8,70 € in das Geschäftsjahr 2014/15, stieg bis zum Juli auf 10,21 € und korrigierte zwischenzeitlich im
Gleichklang mit den wesentlichen Indizes wieder auf 8,60 €. Danach verlief die Entwicklung bis zum Ende des
Kalenderjahres 2014 weiterhin uneinheitlich. Ab Ende Januar 2015 setzte auf Basis des sehr guten Ergebnis-
ses der ersten drei Quartale 2014/15 ein deutlicher und kontinuierlicher Aufwärtstrend ein. Ihren Höchst-
stand im Berichtsjahr erreichte die ATS-Aktie bei hohen Umsätzen mit 15,55 € am 17. März 2015. Im Zuge
der Korrekturen internationaler Technologiewerte gab sie in weiterer Folge ebenfalls nach und schloss am
31. März 2015 mit einem Schlusskurs von 14,62 €. Im Vergleich zum Schlusskurs 2013/14 von 8,75 € ent-
spricht das einem Kursgewinn von 67,1 %. Damit zählte die ATS-Aktie zu jenen Aktien im ATX Prime Index
der Wiener Börse mit der stärksten Kurssteigerung. Parallel zu dieser positiven Aktienkursentwicklung stieg
auch die Anzahl der an der Börse gehandelten Aktien signifikant an: Lag die Liquidität im Geschäftsjahr
2013/14 noch bei rund 50.000 Stück (Einfachzählung) täglich, beliefen sich die durchschnittlichen Tagesum-
sätze gegen Ende des Geschäftsjahres 2014/15 auf durchschnittlich 67.000 Stück (Einfachzählung). In Summe
ATS Aktie im Überblick
Erstnotiz
16.07.1999
Frankfurt, Neuer Markt
ab 20.05.2008
Wien, Prime Market
Anzahl Stammaktien
38.850.000
Wertpapier-Kennnummer
969985
ISIN-Code
AT0000969985
Symbol
ATS
Reuters
ATS.VI
Bloomberg
ATS AV
Indices
ATXPrime, WBI SME
ATS – First choice for advanced applications 3
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  • 1. Die Zukunft stellt viele große Fragen. Geschäftsbericht 2014/15
  • 3. 1
  • 4. Kennzahlen IFRS Einheit 2011/12 2012/13 1) 2013/14 2014/15 Veränderung in % ERGEBNIS UND ALLGEMEINE INFORMATIONEN Umsatzerlöse Mio. € 514,2 541,7 589,9 667,0 13,1 % davon in Asien produziert % 73,4 % 73,9 % 75,9 % 79,0 % – davon in Europa produziert % 26,6 % 26,1 % 24,1 % 21,0 % – Umsatzkosten Mio. € 430,7 464,6 471,1 511,6 8,6 % Bruttogewinn Mio. € 83,5 77,1 118,8 155,4 30,8 % Bruttogewinn-Marge % 16,2 % 14,2 % 20,1 % 23,3 % – EBITDA Mio. € 103,4 102,4 127,2 167,6 31,8 % EBITDA-Marge % 20,1 % 18,9 % 21,6 % 25,1 % – EBIT (Betriebsergebnis) Mio. € 42,1 31,4 53,9 90,1 67,0 % EBIT-Marge % 8,2 % 5,8 % 9,1 % 13,5 % – Konzernjahresergebnis Mio. € 26,5 14,6 38,2 69,3 81,5 % Konzernjahresergebnis der Eigentümer des Mutterunternehmens Mio. € 26,6 14,6 38,2 69,3 81,5 % Cash Earnings Mio. € 87,8 85,6 111,4 146,8 31,7 % ROE (Eigenkapitalrendite) 2) % 10,3 % 5,0 % 11,0 % 13,9 % – ROCE (Gesamtkapitalrendite) 2) % 7,7 % 5,6 % 9,6 % 12,0 % – ROS (Umsatzrendite) % 5,2 % 2,7 % 6,5 % 10,4 % – IRR (Innovation revenue rate) % 15,0 % 19,2 % 26,5 % 29,2 % – Nettomittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit (OCF) Mio. € 87,2 71,7 104,8 143,9 37,3 % Netto-Investitionen (Net CAPEX) Mio. € 113,1 40,5 90,3 164,8 82,5 % Mitarbeiterstand (inkl. Leiharbeiter), Ultimo – 7.478 7.011 7.129 8.120 13,9 % Mitarbeiterstand (inkl. Leiharbeiter), Durchschnitt – 7.417 7.321 7.027 7.638 8,7 % BILANZ Bilanzsumme Mio. € 694,6 726,7 916,1 1.220,8 33,3 % Eigenkapital Mio. € 283,1 304,8 390,7 604,4 54,7 % Eigenkapital der Eigentümer des Mutterunternehmens Mio. € 283,2 304,9 390,7 604,3 54,7 % Eigenkapitalquote % 40,8 % 42,0 % 42,7 % 49,5 % – Nettoverschuldung Mio. € 242,5 217,4 110,9 130,5 17,7 % Verschuldungsgrad % 85,7 % 71,3 % 28,4 % 21,6 % – Nettoumlaufvermögen Mio. € 92,3 102,7 91,7 95,3 3,9 % Nettoumlaufvermögen/Umsatzerlöse % 18,0 % 19,0 % 15,6 % 14,3 % – AKTIENKENNZAHLEN Anzahl der Aktien im Umlauf, Ultimo – 23.322.588 23.322.588 38.850.000 38.850.000 – Anzahl der Aktien, gewichteter Durchschnitt – 23.322.588 23.322.588 30.820.545 38.850.000 26,1 % Gewinn/Aktienanzahl zum Ultimo € 1,14 0,62 0,98 1,78 81,6 % Gewinn/gewichteter Durchschnitt der Aktienanzahl € 1,14 0,62 1,24 1,78 43,5 % Cash Earnings/gewichteter Durchschnitt der Aktienanzahl € 3,76 3,67 3,61 3,78 4,7 % Dividende/Aktie 3) € 0,32 0,20 0,20 0,36 80 % Schlusskurs € 9,15 6,79 8,75 14,62 67,1 % Dividendenrendite (zum Schlusskurs) 3) % 3,5 % 2,9 % 2,3 % 2,5 % – Marktkapitalisierung, Ultimo Mio. € 213,4 158,4 339,9 568,0 67,1 % Marktkapitalisierung/Eigenkapital 4) % 75,4 % 51,9 % 87,0 % 94,0 % – 1) Angepasst unter Anwendung von IAS 19 revised. 2) Die Berechnung basiert auf durchschnittlichen Werten. 3) 2014/15: Dividendenvorschlag an die Hauptversammlung am 9. Juli 2015. 4) Den Eigentümern des Mutterunternehmens zurechenbares Eigenkapital.
  • 5. 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15 514 542 590 667 27 15 38 69 283 305 391 604 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15 113 40 90 165 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15 69 74 84 95 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15 103 42 102 31 127 54 168 90 +31,8 % 25,1 %+13,1 % EBITDA EBITDA-MargeUmsatz 13,5 % +81,5 %+67,0 % EBIT-Marge KonzernjahresergebnisEBIT Umsatz/Bruttogewinn-Marge in Mio. €, in % Mitarbeiter/Umsatz je Mitarbeiter Anzahl, in Tsd. € Netto-investitionen in Mio. € 16,2 7.417 14,2 7.321 20,1 7.027 23,3 7.029* Konzernjahresergebnis in Mio. € EBITDA/EBIT in Mio. € Eigenkapital/ Eigenkapitalquote in Mio. €, in % 40,8 42,0 42,7 49,5 * Mitarbeiterstand Durchschnitt, bereinigt um nicht umsatz­ generierende Mitarbeiter (609 im Durchschnitt) des im Aufbau befindlichen Werks in Chongqing.
  • 6. 2 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15 700 600 500 400 300 200 100 0 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15 AT&S Geschäftsbericht 2014/15 »2014/15 war für AT&S ein außergewöhnlich starkes Jahr mit beachtlichen Erfolgen in allen Geschäftsfeldern.« Andreas Gerstenmayer, Vorstandsvorsitzender von AT&S Wachstums­ investitionen in die Zukunft von AT&S § Planmäßige Errichtung des neuen Werks im chinesischen Chongqing mit Gesamt­ investitions­volumen bis Mitte 2017 in Höhe von 480 Mio. € § Weitere Finanzierung dank ­starker Cashflows, zurück­ haltender ­Dividendenpolitik und Kreditlinien gesichert Neue Höchstwerte bei Umsatz und Ertrag § Umsatzsteigerung um 13,1 % auf 667,0 Mio. € § EBITDA mit 167,6 Mio. € um 31,8 % über Vorjahresniveau § Verbesserung der EBITDA-Marge von 21,6 % auf 25,1 % § Erhöhung des Konzernergebnisses um 81,5 % auf 69,3 Mio. € und des ­Gewinns pro Aktie von 1,24 € auf 1,78 € Der Geschäftsverlauf profitierte vom starken Wachstum in den Anwen­ dungsbereichen mobile Endgeräte – vor allem Smartphones – und vom immer höheren Elektronikanteil im Bereich Automotive. Bilanz- und Finanzierungsstruktur § AT&S weist zum Bilanzstichtag eine Eigenkapitalquote von 49,5 % aus und verfügt über ­ausreichende Liquidität zur Umsetzung des aktuellen Investitionsprogramms § Nettoverschuldungsgrad konnte auf Basis des höheren Eigenkapitals und trotz höherem Investitions­programm auf 21,6 % gesenkt werden § Cash Earnings waren 2014/15 mit 146,8 Mio. € (+ 31,7 %) starke Innenfinanzierungsquelle Eigenkapitalquote IN % Verschuldungsgrad IN % 40,8 42,0 49,5 42,7 21,6 28,4 71,3 85,7 Entwicklung Umsatz, EBITDA (jeweils in Mio. €) und EBITDA-Marge (in %) 55,0 45,0 35,0 25,0 15,0 5,0 514,2 103,4 541,7 102,4 589,9 127,2 667,0 167,6 20,1 18,9 21,6 25,1 n Umsatzerlöse n EBITDA n EBITDA-Marge Performance- Highlights 2014/15
  • 7. 3Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis Vorstandspräsentation  4 Unternehmensprofil und Standorte  14 Produktportfolio Anwendungsbereiche  16 Wertschöpfungskette  18 ATS Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter  20 Märkte, Kunden und Potenziale  34 Trends und Technologien  36 Einfluss- und Erfolgsfaktoren  38 Unternehmensstrategie  39 Bericht des Aufsichtsrats  42 Investor Relations  44 Corporate Governance Bericht  48 Konzernlagebericht  68 Konzernabschluss 2014/15  104 Erklärung aller gesetzlichen Vertreter  154 Bestätigungsvermerk  155 Glossar  156
  • 8. 4 ATS Geschäftsbericht 2014/15 Geschätzte Aktionäre, Kunden und Partner von ATS, vielleicht können Sie ja über diese kleine Anekdote schmunzeln, denn dieses schöne Zitat stammt von Marty Cooper, dem Erfinder des ersten Mobiltelefons. Für uns dagegen ist die Meinungsbildung zur Markttauglichkeit einer neuen Technik einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren. Insofern kann sich Herr Cooper unseres Mitgefühls für seine Fehleinschätzung sicher sein. Daran, dass seine Prognose nicht eingetroffen ist, waren wir bei ATS übrigens nicht ganz unbeteiligt, haben wir doch die notwendigen technologischen Entwicklungen maßgeblich geprägt, voran- getrieben und entsprechend vom Boom der Mobilkommunikation profitiert. Wenn Sie heute mit mir durch eine belebte Straße spazieren würden, was würden wir dort sehen? Menschen, die mobil telefonie- ren. Menschen, die im Gastgarten E-Mails, Zeitungen oder ganze Romane am Tablet lesen. Oder die gleich ein ­schönes Foto mit ihrem Mobil­gerät machen. Was wir dage- gen dank Navigationssystemen heute nicht mehr so oft sehen, sind verirrte Autofahrer. Ob rückwärts einparken mit Parkassistent, ob bei der ­täglichen Joggingrunde durch den Stadtpark – genauestens analysiert von Mess­geräten für Puls, Geschwindigkeit und Distanz – ob mit Datenbrille oder smarter Armbanduhr: Noch nie zuvor in der Geschichte waren neue Technologien in solcher Zahl ein selbstverständlicher Teil des täglichen Lebens. Für diesen explosionsartigen Zuwachs an hilfreicher Technik in unserem Alltag liefern wir einen wichtigen Bestandteil: die Leiterplatte. Wer uns und unser ­Geschäft verstehen will, muss zunächst Entwicklungen für morgen, ­übermorgen und für den Tag danach. »Mobiltelefone sind viel zu teuer! Sie werden das Festnetz niemals ersetzen können, es sei denn, jemand möchte eine Million Dollar fürs Telefonieren ausgeben.« Was Sie schon immer über die Leiterplatten- Branche wissen wollten und sollten Immer kleiner Neben Halbleitern gehören Leiter­platten zu den wichtigsten Bauelementen des digitalen Zeitalters, da sie die un­ersetzbare Verbindungstechnologie für alle elek­ tronischen Geräte sind. Die Welt der Halbleiter und Mikroprozessoren bewegt sich heute im Nanometerbereich und stimuliert auch die Leiterplatten-Branche zu neuen Technologien und Lösungen. Immer mehr Die Aufgabenverteilung zwischen Halbleiter und Leiterplatte lässt sich mit jener von Hirn und Nervenbahnen vergleichen. Beide sind unverzichtbar für schnelle Reaktionen. Die technische Evolution in der Elektronikbranche weist stark in Richtung Zusammenwachsen unterschiedlicher Komponenten, Bauteile und Funktionen. Immer besser Leiterplatten sind unverzichtbar für die rasante Leistungssteigerung aller elektronischen Geräte und Anwendungen. Im globalen Wettbewerb der Hersteller liefern sie oft die Basis für den entscheidenden Vorsprung. das Produkt und seine Besonderheiten verstehen. Erlauben Sie mir daher einen kurzen Blick in die ­Vergangenheit. Die Vorläufer der heutigen Leiter­platten wur- den bereits in den 1920er Jahren patentiert. Wirtschaftliche Bedeutung brachte aber erst der Aufstieg der Computerbranche Jahrzehnte später. Die immer größeren ­Anforderungen der Computer verlangten nach grundlegenden Innovationen und brachten Schwung in die Welt der Leiter- platten. Die Entwicklung der Multilayer- Leiterplatte vor rund 30 Jahren setzte einen Meilenstein der Branche. Durch Durch- kontaktieren werden die einzelnen Ebenen miteinander verbunden. Damit wurde ein Platz- bzw. Leistungsproblem gelöst. Anfang 2000 wurde die sogenannte HDI- Leiterplatte am Markt eingeführt. HDI steht für High Density ­Interconnection und setzt auf Strukturen, die kleiner als 0,1 Millimeter sind. Dank der eingesetzten Lasertechnik konnten die Bohrungen, so- genannte Microvias, substanziell verkleinert werden, wodurch Platz gespart wurde und gleichzeitig die elektrischen Eigenschaften verbessert wurden. Vor allem für die Mobil- kommunikation war diese Entwicklung von großer Bedeutung. Im Jahr 2008 wurden nahezu alle mobilen GSM- und UMTS- Geräte mit HDI-­Leiterplatten ausgestattet. ATS war einer der Ersten, die diese Ent- wicklung am Markt prägten: Wir starteten das neue Werk in Shanghai 2002, das eines der modernsten HDI-Werke der Welt ist. Die HDI-Leiterplatte eröffnete zwar neue Möglichkeiten, die technologische ­Entwicklung schreitet aber in unglaub­ lichem Tempo voran. Wer uns ­ver­stehen will, muss diese ­enorme Dynamik
  • 9. »Unser Erfolg ist gleichzeitig der Erfolg unserer Kunden. Wir helfen ihnen dabei, ihren Vorsprung am Markt zu behalten.« Andreas Gerstenmayer, Vorstandsvorsitzender
  • 10. 6 ATS Geschäftsbericht 2014/15 ­be­denken. Elektronische Geräte ­werden immer kleiner – bei immer höheren ­Ansprüchen hinsichtlich Funktionalität und Leistungsver­mögen. Können Sie sich noch an Ihr erstes Mobiltelefon erinnern? Wenn Sie dessen Leistungs­fähigkeit mit der eines modernen Smartphones ver­ gleichen, stellen Sie fest, dass sie innerhalb weniger Jahre buchstäblich explodiert ist. Und die Entwicklungs­möglichkeiten sind noch lange nicht ausgereizt. Diese enorme Geschwindigkeit der ­technischen Entwicklung erfordert von uns eine genaue Vorstellung davon, wohin die technische Entwicklung geht. Denn unser Erfolg ist ja gleichzeitig der Erfolg unserer Kunden. Wir helfen ihnen dabei, ihren Vorsprung am Markt zu behalten. Um also einzuschätzen, was ein weltweit führender Hersteller von Computern oder Mobilgeräten in einigen Jahren benötigen wird, braucht es ganz spezielle Voraus­ setzungen in Organisation und Firmen­ kultur. Für diesen – was die Kommunikation betrifft – hochsensiblen Bereich hat mein Kollege Heinz Moitzi ein genauso schönes wie verständliches Bild gefunden. Wir produzieren für das Heute, entwickeln für das Morgen, das Übermorgen und außer­dem auch gleich für den Tag danach. Vereinfacht gesagt trifft es das ziemlich ­genau. Dieser institutionalisierte Blick in die unmittelbare Zukunft und darüber hinaus ist ein weiterer unserer wesent­ lichen Erfolgsfaktoren. Er ermöglichte es uns in den letzten Jahren, den Boom in vielen Elektronikbranchen intelligent für uns zu nutzen. Das zeigt sich nicht zuletzt auch in der positiven Ent­wicklung unserer Geschäftszahlen. Während der letzten fünf Jahre konnten wir den Umsatz in Summe um knapp 37 % auf rund 667 Mio. € steigern und das EBITDA um 75 % auf 168 Mio. €. Der Vergleich der Wachstums- raten dieser beiden Kennzahlen beweist, dass wir auf die richtigen Martksegmente mit erfolgreichen Kunden gesetzt haben. Nur so konnten wir den ­Ertrag mehr als doppelt so stark steigern wie den Umsatz – das Resultat einer ­klaren ­Strategie und des überdurchschnittlich hohen Engagements unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ich möchte Ihnen nun unsere Erfolgs­ faktoren etwas näherbringen, denn sie sind die DNA von ATS. »Die HDI-Leiterplatte ­eröffnete zwar neue technische Möglich­ keiten, die ­Entwicklung schreitet aber in ­rasendem ­Tempo ­voran. Wer uns ver­stehen will, muss diese ­enorme ­Dynamik ­bedenken.« Hier wird eine innovative Lösung für eingebettete Leistungselektronik präsentiert. Ein Bereich, in dem ATS wieder frühzeitig effiziente Methoden zur Optimierung der Energienutzung entwickelte und marktreif macht.
  • 11. »Während der letzten fünf Jahre konnten wir den Umsatz in Summe um knapp 37 % auf rund 667 Mio. € steigern und das EBITDA um 75 % auf 168 Mio. €.« Erfolgsfaktor Kundenfokus. Wie ich Ihnen schon zuvor geschildert habe, müssen wir die Bedürfnisse unserer Kunden in allen Geschäftsfeldern anti­ zipieren. Dafür analysieren wir die Trends der Elektronikindustrie sehr akribisch und entwickeln die dafür notwendigen Verbindungstechnologien frühzeitig und marktnah. Nur so können wir die rechtzeitige Produktion großer Stück­ zahlen sicherstellen und verschaffen damit auch unseren Kunden einen wichtigen Wett­bewerbsvorteil. Unsere europäische Ingenieurstradition des kreativen Tüftelns und Probierens ist ganz wesentlich für diese Technologieentwicklungen. Dieses Selbst- verständnis unterscheidet ATS klar von zahlreichen Mitbewerbern und ­bestimmt auch unseren wichtigsten Erfolgs­faktor – die Nähe zu unseren Kunden. Dank ­unserer High-End-Positionierung be­gleiten wir seit vielen Jahren die Marktführer in den unterschiedlichsten Sektoren. Das können wir nur dank unserer Technologie­ führerschaft und unserer fundierten ­Markt­kenntnisse. Erfolgsfaktor globale Präsenz. Dass Kundenorientierung bei ATS kein Lippenbekenntnis ist, zeigt sich auch in ­unserer globalen Aufstellung. Wir ­produzieren vorwiegend dort, wo sich die Wertschöpfungskette unserer Kunden befindet. 79 % unserer ge­samten Wert­schöpfung erfolgt in Asien, und 59 % der Gesamterlöse erzielen wir mit dort ansässigen Kunden bzw. deren ­Zulieferern. Hätte ATS vor rund ­15 ­Jahren den Schritt nach Asien nicht ­gewagt, würde das Unternehmen nicht mehr ­existieren – ­davon bin ich fest überzeugt. Heute profitieren wir von einer ­guten Balance aus High-Tech-­Produktion mit großer Stück- zahl bei geringem Produktmix in Asien und einem hohen Produktmix mit geringerer Stückzahl in Europa. Erfolgsfaktor höchste Standards. ATS setzt die Qualitäts- und Tech- nologiestandards unserer Branche. Es ­versteht sich von selbst, dass wir dabei Wir starteten 2002 das neue Werk in Shanghai, das eines der modernsten HDI-Werke der Welt ist. auf ­aus­ge­feilte Technologien setzen. Dafür investieren wir massiv in Forschung und Entwicklung. Entscheidend dabei ist, dass wir zukunftsweisende Technologien nicht nur entsprechend den Kundenbedürf­ nissen entwickeln, sondern diese auch rasch industrialisieren und in den geforderten Stückzahlen liefern können. Erfolgsfaktor kontinuierliche Investitionen. Wer stillsteht, der verliert. Für die hoch­ dynamische Leiterplattenbranche gilt das in besonderer Weise. Deshalb investieren wir bei ATS nicht nur massiv in die Weiter- entwicklung unserer Technologien, sondern auch in unsere Produktionskapazitäten. Allein im Geschäftsjahr 2014/15 beliefen sich die Netto-Investitionen auf knapp 165 Mio. €. Dazu berichte ich Ihnen gleich etwas mehr. Erfolgsfaktor Mensch. Es sind unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihrem überdurchschnitt- lichen Engagement und ihrer Loyalität, die unsere ­Position an der Spitze der Branche festigen. Und als europäisches Unter­nehmen punkten wir mit Werten wie Respekt, Fairness, Zuverlässigkeit und Handschlagqualität. Nachhaltige Unternehmensführung. ATS ist sich als „Good Corporate Citizen“ der besonderen Verantwor- tung gegenüber den Menschen in den ­Regionen, in denen wir tätig sind, bewusst. Neben der Unterstützung von Sozial­ projekten und der laufenden Verbesserung des Umwelt­schutzes arbeiten wir auch ­kontinuierlich an der Reduktion des Ver- brauchs ­natürlicher Ressourcen wie Wasser, Rohstoffe und ­Primärenergieträger. Damit wollen wir nicht zuletzt auch den wirt- schaftlichen Erfolg von ATS absichern. Doch wie bringen wir nun die Kraft ­unserer Erfolgsfaktoren auf die operative Straße?
  • 12. 8 ATS Geschäftsbericht 2014/15 »Erfolg und Effektivität unserer Strategie lassen sich schwer an einem isoliert betrachteten Jahres­ergebnis ablesen. Dafür sind unsere strategischen ­Entscheidungen zu langfristig.« Wir unterteilen unser operatives ­Geschäft in die Segmente Mobile Devices Subs­ trate sowie ­Industrial Auto­motive inkl. ­Medical. Diese beiden Bereiche unter­ scheiden sich hinsichtlich der Kunden­ ansprüche und Dynamik sehr stark. Das Segment Mobile Devices mit ­Applikationen für Smart­phones, Tablets, Notebooks, PCs und ­Digitalkameras ist der ­klare technologi- sche Treiber: per­manente Innovationen zur Erweiterung der ­Funktionen und ­Steigerung des ­Leistungsver­mögens sind absolut erfolg­ bestimmend. Gleich­zeitig ist dieser Sektor von relativ kurzen ­Produktlebenszyklen ge- prägt, die gewöhnlich nicht länger als 12 bis 18 ­Monate dauern. Die Bestell­mengen sind in der Regel nur rund zwei Monate vorab fix definiert. Das Segment Industrial Automotive inkl. Medical wird von zwei wichtigen Faktoren geprägt: Einerseits können wir hier die ursprünglich für den Bereich Mobile ­Devices  ­Substrates entwickel- ten Technologien gewinnbringend zur Verlängerung der ­Nutzungsdauer unserer Produktions­anlagen einsetzen. Anderer­ seits ist der Lebens­­zyklus mit bis zu sieben Jahren bedeutend länger, was die mittel­ fristige Absatzplanung erleichtert und die Auslastung stabilisiert. Die techno- logischen Ansprüche variieren je nach ­Anwendungsgebiet. Im Sektor ­Automotive wird die Nachfrage aktuell von ­einem ­steigenden Anteil elektronischer Kompo- nenten – zum Beispiel für hoch­wertige Systeme wie Spurwechsel­assistenten oder automatische ­Fahrerabstands­messung – ­unterstützt. In ­hochwertigen Fahrzeugen kommen bis zu 200 Leiterplatten – von der ­Getriebesteuerung über die sich ­automatisch anpassende LED-Beleuchtung bis zu Enter­ tainment-Systemen – zum ­Einsatz. Eine ­Industrieproduktion ohne ­Roboter und Sensoren wäre ­heute un­vorstellbar – auch hier ­stecken hochleistungs­fähige Leiter­ platten ­dahinter. In der Medizintechnik erfordern Therapie­an­wen­dungen wie ­Hörgeräte oder ­Diagnostik­anwendungen wie MRT hochwertige, zuverlässige ­Lösungen. Auch in diesem Bereich konnte sich ATS während der letzten Jahre eine führende Stellung sichern. Unsere Strategie wurde im Geschäftsjahr 2014/15 erfolgreich bestätigt. Dank der ­erfolgreichen Positionierung in ertrag­ reichen Anwendungen konnten wir den Umsatz und – noch viel wichtiger – auch den Ertrag in beiden Segmenten markant steigern. Der Erfolg und die ­Effektivität unserer ­Strategie lassen sich aber nur schwer an einem isoliert betrachteten ­Jahresergebnis ablesen. Dafür sind unsere strategischen Ent­scheidungen zu lang­fristig. Dazu zählt auch die Zusammenarbeit mit Kunden, die in ihrem Sektor den Ton angeben und damit ihren eigenen Erfolg langfristig absichern; die laufende Steige- rung der betrieblichen Effizienz und aller Prozesse; auch die Fähigkeit, frühzeitig die richtigen Technologien zu entwickeln und diese auch industriell fertigen zu können. Das derzeit viel zitierte „Internet of things“ oder „Internet of everything“ zeigt eine Vielzahl von Trends auf, die die Zukunft der Elektronikbranche weiter prägen ­werden. Die entscheidende Frage ist jedoch, welche Anwendungen sich auch im professionellen Bereich durchsetzen werden: zum Beispiel die Datenbrille für ­Wartungsarbeiten oder sogenannte Wearable Devices, am Körper tragbare An­wendungen, die auch für den medizini- schen Bereich eingesetzt werden können. »Leistungssteigernde Applikationen für Mobile Devices sind absolut erfolgsbestimmend.« Forschungsquote sichert ATS den Platz an der Technologiespitze (bereinigt um die Entwicklungs­ kosten Chongqing) 4,2 % Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren per 31. März 2015 bei ATS beschäftigt aller Umsätze 2014/15 wurden mit Produkten erzielt, die während der letzten drei Jahre eingeführt wurden und technologisch innovativ sind 8.120 29,2 %
  • 13. 9 2014 2015 2016 2017 2018 Vorstandspräsentation 1) Quelle Prismark, Mai 2015 Globaler Leiterplattenmarkt wächst rascher als viele Elektronikbranchen Unabhängige Markteinschätzungen prognostizieren für den weltweiten Leiterplattenmarkt, der von ATS adressiert wird, im Zeitraum von 2014 bis 2019 ein durchschnittliches Wachstum von 3,3 % jährlich. Höherwertige Technologien wie HDI-Microvia-­ Leiterplatten sollten ein stärkeres Wachstum erzielen können. Smartphones bleiben Wachstumsmotor der Elektronikindustrie Kein anderer Sektor der Elektronikindustrie wuchs 2014 stärker als der Markt für Smartphones, der einen Anstieg um 27 % auf über 1,3 Mrd. verkaufte Geräte verzeichnete. Für die nächsten Jahre gehen Prognosen von einer Abflachung der Dynamik auf rund 9 % aus. PROGNOSE ABSATZVOLUMEN SMARTPHONES IN MRD. STÜCK 1) Die in nahezu allen Segmenten der Elektronik­industrie ­eingesetzten IC-Substrate können nur von wenigen Herstellern angeboten werden. Die Top Ten Player ­nehmen in ­Summe einen Marktanteil von rund 80 % ein. Mit der Errichtung des neuen Werks in Chongqing, China, wird sich ATS in den nächsten ­Jahren zu einem führenden Anbieter in diesem Hoch­­technologie­segment etablieren. Der Ramp-up des in Qualifi­zierung befindlichen Werks wird wie geplant mit ersten ­Umsätzen im Kalenderjahr 2016 erwartet. Globales Marktvolumen für ­IC-Substrate beläuft sich 2014 auf rund 8 Mrd. US-$ Substratähnliche ­Leiterplatte als nächster Entwicklungsschritt der ­HDI-Technologie Um das langfristige und nachhaltige, profitable ­Wachs­tum im High- End-Bereich zu halten, wird ATS dieses Marktpotenzial durch den Aufbau neuer ­Kapazitäten für diese nächste Leiterplatten-­ Generation, sogenannte „substratähnliche ­Leiterplatten“, am Standort Chongqing erschließen. Dafür werden die Gesamt­ investitionen an diesem Standort bis Mitte 2017 von 350 Mio. € auf etwa 480 Mio. € erhöht. Der Produktionsstart für diese Technologie wird in der ­zweiten Jahres­hälfte 2016 erwartet und basiert auf einer engen ­Kooperation zwischen den beiden ATS Standorten Shanghai und Chongqing. Dabei werden Synergien vor allem in den Bereichen Technologie, Prozess-Know-how und Managementkapazitäten genutzt. 1,3 1,8 1,9 1,61,5
  • 14. 10 ATS Geschäftsbericht 2014/15 Zur Umsatz- und Ertragsentwicklung und wie es damit weitergeht: 2014/15 war für uns ein sehr erfolg­ reiches Jahr. Wir konnten die sehr guten Vorjahres­werte bei Umsatz und Ertrag nochmals deutlich auf 667,0 Mio. € ­steigern und neue Rekordergebnisse erzielen. Hauptverantwort­lich für den Umsatz­ anstieg war der Nach­frage­anstieg sowohl im Segment Mobile Devices Substrates als auch im Segment Industrial Automotive. Für das Geschäftsjahr 2015/16 erwarten wir wiederum einen Umsatz auf dem hohen, jetzt erreichten Niveau bei gleichen durch­ schnittlichen Wechselkursen. Die Steigerung des ­Betriebsergebnisses im ­Geschäftsjahr 2014/15 auf 90,1 Mio. € resultiert neben der verbesserten Kapazitätsauslastung haupt­ sächlich aus kontinuierlichen Kosten- und Effizienzverbesserungsaktivitäten. Da­rüber hinaus trugen positive Währungseffekte im Finanzergebnis und kapitalisierte Zinsen zur Ver­besserung des Konzernjahres­ergebnisses bei. Für 2015/16 erwarten wir eine EBITDA- Marge aus der Produktion und dem Verkauf von Leiterplatten auf vergleichbar hohem Niveau wie im Geschäftsjahr 2014/15. Unter ­Berücksichtigung der Belastungen durch Anlaufkosten in Chongqing erwarten wir auf Ebene des Gesamtkonzerns eine EBITDA- Marge von 18–20 % für das Geschäftsjahr 2015/16. Wichtige Ertragspotenziale: Langfristig müssen wir weiterhin auf die rich­ tigen Anwendungsgebiete und vor allem auf die richtigen Kunden setzen, mit denen wir uns technologisch und mengenmäßig weiter­ entwickeln können. Nur so können wir unsere hohe Ertragskraft absichern. In den nächsten beiden Geschäftsjahren wird der erfolgreiche Produktionsstart in Chongqing und somit der Einstieg in das Geschäft mit IC-Substraten und substratähnlichen Leiterplatten ein Haupt­ fokus sein. Strategisch bedeutet dieser Schritt eine außerordentliche Entwicklungschance für uns. Der operative Alltag wird weiterhin durch die Verbesserung aller Prozesse und Ab­ läufe, dem optimalen IT-Einsatz, aber auch die Investitionen zur langfristigen Absicherung der Profitabilität und Steigerung des Unternehmenswertes Karl Asamer, Finanzvorstand von ATS zum wirtschaftlichen Erfolg, Bilanzstruktur, Finanzierungsstrategie und Dividendenpolitik.
  • 15. 11Vorstandspräsentation hohen Investitionen geprägten Jahren, ist es, die Netto­­verschuldung im Verhältnis zum EBITDA unter 3,5 und die Eigenkapitalquote über 35 % zu halten. Langfristige, optimierte ­Finanzierungsstruktur: Wir konnten im Geschäftsjahr 2014/15 den Nettomittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit um knapp 37 % auf über 143,9 Mio. € steigern. Unsere ­wichtigste Finanzierungsquelle wird auch im Geschäfts­ jahr 2015/16 der erwirtschaftete ­Cashflow aus dem Ergebnis ­bleiben. Parallel dazu setzen wir Fremdkapital in Form von Bank­darlehen, Schuldscheindarlehen und Unternehmensanleihen ein. Zur Abfederung von Liquiditäts­schwankungen haben wir uns zudem Kredit­linien von über 200 Mio. € gesichert. Die durchschnittliche Rück­ zahlungsdauer betrug zum Bilanzstichtag 3,8 Jahre. Wir werden weiterhin an der ­Optimierung der Rückzahlungsdauer ­arbeiten und das gegenüber den Vorjahren niedrige Zinsniveau für Finanzierungen nutzen. ATS verfügt über eine sehr gute Bonität und kann daher aktuell neue Finan­ zierungen über 5 Jahre mit einer Verzinsung von unter 2 % abschließen. Bei der Auswahl unserer Finanzierungspartner legen wir großen Wert auf Wettbewerbsfähigkeit, langjährige Partnerschaft und Präsenz in den Ländern, in denen wir auch aktiv sind. Mit welcher Dividende Aktionäre rechnen können: Mit dem Start des Investitionsprojekts „IC-Substrate“ in Chongqing wurde die bisherige Dividendenpolitik vorübergehend ausgesetzt und durch einen Fixbetrag von 0,20 €/Aktie für die Geschäftsjahre 2012/13 und 2013/14 ersetzt. In dieser durch hohe Investitionen geprägten Zeit strebt der Vorstand für das abgelaufene Geschäftsjahr und die nächsten Jahre eine zurückhalten­ de Dividendenpolitik an. »ATS verfügt über eine sehr gute Bonität und kann daher aktuell neue Finanzierungen über 5 Jahre mit einer Verzinsung von unter 2 % abschließen.« ­Reduzierung der Kosten ­zugekaufter Materi­ alien und Leistungen geprägt ­werden. Solide Bilanz und Cashflows: 2014/15 konnte die Eigenkapitalquote auf 49,5 % gesteigert werden und die Netto­ verschuldung im Verhältnis zum ­EBITDA auf 0,8 gesenkt werden. Zum Bilanzstichtag verfügte die ATS über Zahlungsmittel und -äquivalente von 273,9 Mio. €. Der ­Verschuldungsgrad ­konnte auf 21,6 % ­gesenkt werden. Damit haben wir eine wich­ tige Voraussetzung ­geschaffen, die noch ausstehenden Investitionen in Chongqing von über 300 Mio. € bis Mitte 2017 und jene für technologische Ver­besserungen und Ersatz zu finanzieren. Diese Wachstums­ investitionen werden die Nettoverschuldung erhöhen und die Eigenkapitalquote senken. Unser Ziel in den nächsten beiden, von »Aktuell erken­ nen wir zahlreiche Trends. Die ent­ scheidende Frage ist jedoch, welche Anwendungen sich auch wirk­ lich durchsetzen ­werden.« Ich glaube, dass jeder, der ein wenig über die Zukunft unserer Branche nachdenkt, überzeugt davon ist, dass das sogenannte „Internet of things“ unser tägliches Leben nochmals stark verändern wird. Geräte und Funktionalitäten werden über das Internet miteinander vernetzt und ­kommunizieren auch miteinander. Dazu zählen auch Lösungen zur intelligenten Steuerung von ­Energiesystemen, Smart Homes oder die weitere Automatisierung von Industrie­ prozessen. Und nicht zuletzt ist auch im Automotive-Bereich mit revolutionären Innovationen zu rechnen. Aus technologi- scher Sicht sind schon heute selbst fahrende Autos möglich, die also ganz ohne Fahrer auskommen. Im Bereich der Mobilkommu- nikation beschäftigt uns die Frage, ob bzw. wie das Smartphone abgelöst werden wird. Wird sich die Smart Watch durch­setzen, oder kommt etwas ganz Neues? Wir sehen, dass sich der Trend zur Minia­ turisierung weiter fortsetzen wird. Die Leiterplatte wird noch kleiner werden, mehr Funktionen über­nehmen und Komponen- ten integrieren. Damit einhergehend wird auch der Trend zur ­Modularisierung weiter zunehmen. Gemeint ist damit eine subs- tanzielle ­Verbesserung der elektronischen Systeme, die nur erreicht werden kann, wenn die einzelnen Komponenten ideal aufeinander abgestimmt und in modularen Strukturen aufgebaut werden. Auch dieser Anspruch wird unsere Branche ganz wesent- lich verändern.
  • 16. 12 ATS Geschäftsbericht 2014/15 So klein wird unsere Welt Heinz Moitzi, Technikvorstand von ATS, über den Trend zu Miniaturisierungen und andere aktuelle FE-Schwerpunkte und die damit verbundenen Herausforderungen. Zum Thema Forschungsschwerpunkte: Unsere Branche mit ihren zahlreichen Anwen­ dungsgebieten ist extrem schnell­lebig und dynamisch. Als Technologieführer investiert ATS rund 4,2 % (bereinigt um Entwicklungs­ kosten Chongqing) bzw. etwa 28,2 Mio. € in Forschung und Entwicklung – in die Weiter­ entwicklung bestehender Lösungen ebenso wie in gänzlich neue Bereiche. Neben dem zentralen Themenfeld der Miniaturisierung, wo es darum geht, die Leiterplatte trotz immer höherer Komplexität zu verkleinern, ­beschäftigen wir uns intensiv mit der Frage der Integration von weiteren Komponenten und Funktionen oder wie mit der Wärmeent­ wicklung auf immer engerem Raum umge­ gangen werden kann. Darüber hinaus gilt es natürlich auch, unsere eigenen Prozesse und Abläufe selbstkritisch zu hinterfragen und laufend zu verbessern. Zur Organisation von FE: Am Anfang steht die Arbeit unseres ­Advanced-Concepts-Teams, die darin besteht, neue und aufstrebende Technologien zu identifizieren, zu analysieren und weiterzu­ entwickeln. Hier geht es vorwiegend darum, Zukunftstrends der Elektronikbranche früh­ zeitig zu antizipieren und die technologischen Auswirkungen auf die Leiterplatten früher als die Mitbewerber zu erkennen. Wir setzen dabei neben Methoden der Geschäftsfeldana­ lyse, des Technologie-Screenings und Monito­ rings auch Risikoanalysen, Patentrecherchen und technische Machbarkeits­studien ein, um nur einige Instrumente zu nennen. Zum Thema geringe Streuverluste: Unser Innovationsprozess ist entlang des sogenannten ATS Stage-Gate® Process organisiert. Jeder Ansatz muss definierte Kriterien erfüllen, um in einer nächsten Phase weiterverfolgt zu werden. So können wir erfolg­versprechende Projekte frühzeitig iden­ tifizieren und unsere Ressourcen darauf kon­ zentrieren. Erfolgentscheidend ist dabei eine frühzeitige Abstimmung mit den Kunden, aber auch mit den Lieferanten, vor allem wenn es dabei um gänzlich neue Techno­logien und Verarbeitungsprozesse geht. Zu Patenten und ihrer Verteidigung: In erster Linie schützen wir unsere Inno­ vationen durch Patentanmeldungen. Allein im Geschäftsjahr 2014/15 konnten wir 20 Schutz­ rechte neu zur Anmeldung ein­reichen. In Summe hält ATS über 100 Patent­familien mit mehr als 170 Schutzrechten. In manchen Fällen ist es aber sinnvoller, auf eine Patent­ anmeldung zu ver­zichten, um die Konkurrenz erst gar nicht darauf aufmerksam zu machen. Zur Frage, ob es Leiterplatten in ihrer heuti­ gen Form in einigen Jahren noch geben wird: Die Commodity-Leiterplatte wird es auf jeden Fall geben. Auch in größeren ­Mengen
  • 17. 13Vorstandspräsentation Es zählt zu den Stärken von ATS, diese Trends nicht nur rechtzeitig zu berück­ sichtigen, sondern sie in geeigneten Technologien abzubilden – und das rascher, als es die Konkurrenz kann. So ­arbeiten wir ­beispielsweise bereits seit Jahren und sehr intensiv daran, neue Maßstäbe und Standards im Bereich der Miniaturisierung zu setzen. Die Entwicklung unserer ECP® Technologie (Embedded ­Component ­Packaging ­Technology) ist ein Resultat dieser ­Arbeit. Was kann diese Technologie? ­Dabei werden aktive und passive Bau­elemente in das Innere der Leiterplatte ­eingebaut, um zusätzlichen Platz für ­Bauelemente auf der Oberfläche zu ­schaffen. Aber auch mit der Errichtung eines neuen Werks für ­IC-Substrate am ­chinesischen Standort Chongqing ­schaffen wir die Voraussetzung für zukünftige ­Erfolge. ­IC-Substrate sind mehrlagige, elektrisch leitende Schaltungs- träger für ­Silizium-Halbleiter (Integrated ­Circuits, IC) und fungieren als Bindeglied ­zwischen den Strukturen im Nanobe- reich der Halb­leiter und den Strukturen im Mikrometer­bereich der Leiterplatten. Durch den Einsatz von immer leistungs­ fähigeren Mikroprozessoren in Computern, Notebooks, Smartphones und Tablets sind IC-Substrate ein wesentlicher Bestandteil der Verbindungstechnologie. Mit diesem Werk positionieren wir ATS als einen der federführenden Anbieter in der High- End-IC-Substrate-Technologie. Um die Zukunftstrends zu antizipieren, haben wir unser bisheriges Investitions­volumen am Standort Chongqing von 350 Mio. € auf 480 Mio. € erhöht. Wir werden in die nächste Technologie­generation in unserem Kerngeschäft und gleichsam eine Weiterent- wicklung der HDI-­Technologie investieren. Sozusagen das ­„Morgen“, um bei dem zuvor vom Kollegen Moitzi gewählten Bild zu bleiben. Wir stehen also vor einem weiteren ent­ scheidenden ­Quantensprung unserer Unter­ nehmensgeschichte. Dabei halten wir an den bewährten Stärken und Alleinstellungs­ merkmalen, die ATS seit Jahren auszeich- nen, auch weiterhin fest. Neben ­unserer Fähigkeit, die Standards bei Technik und Qualität zu ­setzen, ist es auch unser Ein- schätzungsvermögen darüber, was unsere Kunden ­eines Tages brauchen könnten und auch brauchen werden. ­Weiters starke und bewährte Lieferanten und Forschungs­ partner, die uns auf unserem Weg auf das nächste Level ­begleiten. Aus technologischer Sicht und hinsicht- lich der genannten neuen Geschäftsfelder befindet sich ATS aktuell in einem Transformationsprozess mit weitreichenden ­Auswirkungen für die Zukunft. Voran­ge­ trieben wird dieser Prozess von unserem Kernteam, das täglich mit einem unglaub- lichen Einsatz – und das quer durch alle Kulturen – am weiteren Erfolg von ATS arbeitet. Die bisherigen Erfolge von ATS zeigen klar, dass in der Vergangenheit strategische Entscheidungen richtig gefällt und umge- setzt wurden. Wir setzen täglich alles daran, diesen Weg auch in Zukunft fortzusetzen: die maßgeblichen Trends richtig zu er- kennen und zu antizipieren, das operative Geschäft weiter zu verbessern und unsere Investitionsprojekte rechtzeitig und tech- nisch gut umgesetzt auf Schiene zu bringen. So wollen wir die ATS Erfolgsgeschichte fortschreiben – im Sinne und zum Vorteil unserer Aktionäre, Kunden und Mitarbeiter. Vor uns liegt eine spannende Zukunft mit interessanten Entwicklungsperspektiven, die ich Ihnen mit diesen Zeilen hoffentlich verständlicher machen konnte. Sollte dieses Vorhaben gelungen sein, lade ich Sie herzlich ein, uns doch ein Stück unseres Weges zu begleiten. Ein analyti- scher Blick zurück zeigt Ihnen, dass es sich um ­einen Weg erfolgreichen Wachstums ­handelt. Zugegeben, für uns selbst ist der Blick in die Vergangenheit weniger ­spannend als der in unsere Zukunft. Denn sie ist die Zeit, in der wir unsere interes­ santesten Geschäfte machen werden. Herzlich Ihr Andreas Gerstenmayer, Vorstandsvorsitzender als ­heute. Wir werden aber auch immer mehr Leiterplatten brauchen, die über eine andere Komplexität als heute ver­ fügen, die noch kleiner sind und immer mehr Funktionen übernehmen. Vor 15 Jahren kam ein Telekommunikations­ modul nur in Mobiltelefonen zum Einsatz. Heute finden wir es auch in ­intelligenten Kühlschränken, Kaffee­auto­maten, ­medi­zinischen Geräten oder Industrie­ maschinen. Hier sind die technologi­ schen Möglichkeiten noch lange nicht ausgereizt. Meines Erachtens bleiben die nächsten Jahre für unsere Branche extrem spannend. ATS ist dafür in jeder Hinsicht bestens vorbereitet. Weitere Informationen zu FE finden Sie im Lagebericht ab Seite 94. Leiterplatten der neuesten Generation im Millimeterbereich. »Wir investieren rund 480 Mio. € bis 2017 und halten so weiter­ hin die ­führende Technologie­ position.«
  • 18. 14 ATS Geschäftsbericht 2014/15 ATS – First choice for advanced applications Mit dieser Vision – die erste Wahl für hochwertige Anwendungen zu sein – positioniert sich ATS erfolgreich im hochdynamischen Weltmarkt für Leiterplatten. ATS ist heute Europas größter Leiterplattenhersteller und einer der führenden Produzenten von technologisch hochwertigen Leiterplatten weltweit. ATS konzentriert sich auf High-End-Technologien für langfristig attraktive und profitable Anwendungen für die Bereiche Mobile Endgeräte, Automotive, Industrie und Medizintechnik. Die ATS-Aktien notieren seit 2008 an der Wiener Börse (davor seit 1999 an der Börse Frankfurt), und sie stehen mit rund 65,9 % mehrheitlich im Streubesitz. Per 31. März 2015 beschäftigte ATS über 8.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die im Geschäftsjahr 2014/15 Umsatzerlöse in Höhe von 667,0 Mio. € erwirtschafteten. ATS-Mission § Wir setzen höchste Qualitätsstandards in unserer Branche § Wir industrialisieren zukunftsweisende Technologien § Wir stellen den Menschen in den Mittelpunkt § Wir reduzieren unseren ökologischen Fußabdruck § Wir schaffen Werte Über 8.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weltweit für ATS im Einsatz Meilensteine der Unternehmensgeschichte 1987 Unternehmensgründung, hervor­gegangen aus mehreren Unternehmen im Eigentum der Österreichischen Verstaatlichten Industrie. 1994 Privatisierung und Zuschlag an Androsch, Dörflinger, Zoidl. 1999 Börsengang Frankfurt (Neuer Markt); Akquisition von Indal Electronics Ltd., dem größten indischen Leiterplatten­ werk in Nanjangud, heute ATS India Private Limited. 2002 Produktionsstart im neuen Werk in Shanghai – eines der führenden HDI-Werke der Welt. 2006 Erwerb des koreanischen Herstellers von flexiblen Leiterplatten Tofic Co. Ltd., heute ATS Korea Co., Ltd. 2008 ATS Wechsel an die Wiener Börse 2009 Neue Produktionsausrichtung: Österreichische Werke produzieren für hochwertige Nischen im Industrie- und Automotive-Segment, Shanghai konzentriert sich auf das High-End Mobile Devices Segment. 2010 Produktionsstart Werk II in Indien. 2011 § Spatenstich für neues Werk in Chongqing, China § Erhöhung der Kapazitäten in Shanghai um 30 %. 2013 ATS steigt in Kooperation mit einem führenden Halbleiterhersteller in das ­IC-Substrate-Geschäft ein. 2015 ATS erzielt im Geschäftsjahr 2104/15 neuerlich Rekord­ werte bei Umsatz und Ertrag und beschließt Erhöhung des Investitionsprogramms in Chongqing von 350 Mio. € auf 480 Mio. €.
  • 19. 15Unternehmensprofil Unternehmensstandorte § Produktion Europa: hohe Produktvielfalt, niedrigeres Volumen § Produktion Asien: hohes Volumen, niedrige Produktvielfalt § Vertriebsnetzwerk über drei Kontinente ATS Werk ATS Vertriebsstandort Nanjangud, Indien Rund 1.100 Mitarbeiter Leoben, Österreich Hauptquartier Rund 900 Mitarbeiter Shanghai, China Rund 4.600 Mitarbeiter Ansan, Korea Rund 300 Mitarbeiter Chongqing, China Rund 900 Mitarbeiter, in Bau befindlich Fehring, Österreich Rund 300 Mitarbeiter
  • 20. 16 ATS Geschäftsbericht 2014/15 Produktportfolio ­Anwendungsbereiche HDI Microvia-Leiterplatte HDI Anylayer-Leiterplatte Multilayer-Leiterplatte IMS Leiterplatte Doppelseitige Leiterplatte HDI bedeutet „High ­Density Inter­connect“ und steht für laser­ge­ bohrte Verbin­dungen (Micro­vias). HDI ist der erste Schritt zur Minia­tu­risierung. ATS ermöglicht Varianten von 4 Lagen Laser bis zum 6-n-6 HDI Multilayer. Technologische Weiter­ entwicklung der HDI Microvia: 100 % aller elektr. Verbindungen werden über laser­ gebohrte Microvias realisiert. Vorteil: weitere Minia­turisierung bei höherer Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit. ATS stellt HDI Anylayer von 4 bis 12 Lagen her. Multilayer-Leiterplatten findet man nahezu in jedem Bereich der Industrie-Elektronik. ATS fertigt 4- bis 28-lagige Leiter­platten vom Einzelmuster bis zur Großserie. IMS steht für „Insulated Metal Substrate“. IMS Leiterplatten dienen in erster Linie zur Wärme­ ableitung und werden deshalb vor allem bei LED oder ­sogenannten Leistungsbauteilen ­verwendet. Doppelseitig durch­ kontaktierte Leiterplatten werden heute in allen Bereichen der ­Elek­ tronik eingesetzt. ATS kon­zen­triert sich auf doppelseitige Leiterplatten im Bereich von 0,1 mm bis 3,2 mm Dicke. Shanghai, Leoben Produktionsstandort Shanghai Leoben, Nanjangud, Fehring FehringFehring, Nanjangud Mobiltelefone; in nahezu allen Elektronik­bereichen, z. B. auch in Computer- Tomo­graphen, Naviga­ tions-, ­Infotainment- und Fahrer­assistenzsystemen Anwendungsbereiche Smartphones, Tablets, PCs Einsatz in allen Elektronik­ anwendungen, z. B. Touchpanels und vom Flugzeug bis zum Motor­ rad, vom Speicherkraft­ werk bis zur Photovoltaik BeleuchtungsindustrieVorwiegend ­Industrie- und ­Automotive- Anwendungen
  • 21. 17Produktportfolio Flexible Leiterplatte auf AluminiumRigid-Flex-LeiterplatteFlexible Leiterplatte Semiflexible Leiterplatte Um beispielsweise LED-Technologie im Frontscheinwerfer von Autos einsetzen zu können, werden flexible Leiterplatten mit einem Kühlkörper aus ­Aluminium verklebt und anschließend mit LED bestückt. Bei Rigid-Flex-Leiter­ platten werden die Vorteile der starren mit den Vorzügen der flexiblen Leiterplatte kombiniert. Dies bringt dem Anwender Vorteile in Bezug auf Signalübertragung, Größe und Stabilität. Ermöglicht den Ersatz von Kabeln und Steckern sowie Verbindungen und ­Geometrien, die mit ­starren Leiterplatten nicht möglich wären. Im Vergleich zu flexiblen Leiterplatten begrenzte Biegeradien und -zyklen, Verwendung eines Standard-Dünnlaminats ermöglicht kosten­ günstige Alternativen. AnsanLeoben, AnsanAnsan, Fehring Fehring Nahezu alle Elektronik­ bereiche z. B. Messgeräte, Medizin­anwendungen Automotive- Anwendungen Beleuchtung, Automotive, Gebäudebeleuchtung Industrieelektronik, z. B. Fertigungs­maschinen, Industrie­roboter Patentierte Technologien von ATS ECP: Embedded Component Packaging ECP® ist eine von ATS paten­ tierte Packaging-Technologie zur Ein­bettung aktiver und passiver elektronischer Bauelemente in die Innenlagen der Leiterplatte. Die mit der ECP®-Technologie hergestellten Leiterplatten finden Anwendung in immer kleineren, ­effizienteren und leistungs­ fähigeren Geräten wie beispiels­ weise Smartphones, Tablets, Digital­kameras und Hörgeräten. Produktionsstandort: Leoben 2.5D® Technologie- Plattform Diese Technologie-Plattform ermöglicht die Kombination von mechanischer und elektrischer Miniaturisierung. Mithilfe dieser Technologie kann die Stärke von Leiterplatten partiell reduziert wer­ den, um damit die bestückte Bau­ gruppe dünner zu machen. ­Weiters können damit Hohlräume in die Leiterplatte gefertigt werden, um z. B. Akustikkanäle zu ­realisieren. Ein Hauptanwendungsgebiet dieser Technologie ist die 2.5D®- Rigid-Flex-Leiterplatte, welche als kostenoptimierte Alternative für sogenannte Flex-to-install-­ Applikationen eingesetzt wird. Produktionsstandorte: Leoben, Shanghai
  • 22. 18 ATS Geschäftsbericht 2014/15 Wertschöpfungskette Das ist die schematische Darstellung einer Wertschöpfungskette – denn abhängig von der Anzahl der Lagen kann die Herstellung einer Leiterplatte bis zu 150 Arbeitsschritte ­umfassen. Ressourcen Produktionsprozess Beschaffung von Roh­stoffen und Material (u. a. Kupferfolie, Cores, Prepreg, Gold, Zinn, Silber, Laminate, Chemikalien etc.) Energie (Strom, Wärme, Druckluft etc.) Wasser (für Produktion, Kühlung, Reinigung) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (8.120 FTE per 31.3.2015) Auszug der Faktoren, die auf die Wert­ schöpfungs­kette einwirken Aufbereitung der Kundendaten Core 1. Isolationsmaterial: in Epoxydharz getränkte Glasfasermatte 2. Kupferfolie Wiederholen der Laminatschichten und Belichtungsvorgänge Bis zu 26 Lagen möglichAuftragen der Lötstoppmaske Dient als Schutz gegen Oxidation des Kupfers auf der Oberfläche sowie zur Vermeidung eines Kurzschlusses zwischen den einzelnen Leiterbahnen und Lötflächen. Belichten, entwickeln und aushärten Alle inaktiven Flächen werden abgedeckt. Alle aktiven Flächen (Lötpads, Prüfflächen usw.) werden vom Lötstopplack freigestellt. Konturbearbeitung (Fräsen, Ritzen) Produktionsplanung und laufende Optimierung FEGrundlagenentwicklung, Produktionsprozesse, Materialauswahl, Problemlösung Internes und externes Recycling von Reststoffen Ressourcen-, energie- und wassereffiziente Produktion Wiederholung der Prozessschritte Reinigung, Laminierung, Belichtung, Entwicklung und Ätzung Oberflächenbeschichtung der Pads mit Nickel/Gold, Silber oder chemisch Zinn Als Oxidationsschutz und zur Bildung einer lötbaren Schicht Reinigung der Oberfläche und Laminierung mit photosensitiver Folie
  • 23. 19Wertschöpfungskette Einbau in das Endgerät Anwen­dungen von ATS Leiterplatten Smartphones, Tablets, ­Digital­ kameras, LED-Frontscheinwerfer, Antriebssteuerung, Fahrer­­ assistenzsysteme, Diagnose­ geräte, Hörgeräte, Herzschritt­ macher, Robotik, Sensorik etc. Entwicklung des Resists und Entfernung nicht benötigter Kupferfolie mittels Ätzen Chemische Behandlung der Oberfläche Für bessere Haftung Belichten mittels LDI (Laser Direct Imaging) Ein Laserstrahl belichtet alle Bereiche, die nach dem Ätzprozess erhalten bleiben sollen. Lay-up und Verpressung von Core, Prepeg und Kupferfolie bei bis zu 40 bar und 220 °C Mechanisches Bohren Für durchgehende Verbindung der einzelnen Kupferlagen Qualitätskontrolle 100 % Test der elektrischen Funktionsfähigkeit, visueller Test. Qualitätssicherung Zertifizierung der Anlagen und Prozesse Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter Laserbohren Für Verbindungen zwischen bestimmten Ebenen Verkupfern der Bohr- und Laserlöcher Für elektrische Verbindung Bestückung der Leiterplatten mit Halbleitern (Mikrochips), Widerständen, Kondensatoren etc. Vakuumverpackung der Leiterplatten (einzeln oder in Trays) und Auslieferung an Kunden Nächste Schritte* * Nicht Teil der ATS Wertschöpfungskette.
  • 24. Die Champions League der Leiterplatten Wer kompromisslose Qualität im High-Tech-Bereich will, lässt bei ATS produzieren: Rund 8.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weltweit produzieren an fünf Standorten hochwertige Leiterplatten – selbst in kleinsten Losgrößen. Ihr Know-how und ihr Einsatz sichern Weltklasse für unsere anspruchsvollen Kunden. Begleiten Sie uns und werfen wir gemeinsam einen Blick in eine Produktion der Perfektion im Headquarter in Leoben. Final Inspect. Hier findet die letzte Kontrolle aller Leiterplatten statt, bevor sie verpackt und versendet werden. Elektrisch sind die Produkte einwandfrei funktionsfähig. Den­noch überprüfen 22 Mitarbeiterinnen im Zwei-Schicht-Betrieb die Leiterplatten nochmals zu 100 % auf optisch erkennbare Fehler.
  • 25.
  • 26. 22 ATS Geschäftsbericht 2014/15 Einwandfreie Prozesskontrollen. u Vom Basis­material bis hin zum kunden­ spezifischen Test­report – Sabrina ­Grießmaier, Sonja Puster und Mariella ­Baumgartner verant­worten die Prozess­kontrollen im Physik­labor und behalten die jeweiligen Prüfkriterien im Auge. p The next big thing. Dietmar Drofeniks Job ist es, den unter­ nehmerischen Weitblick zu schärfen. Gemeinsam mit den Kollegen von Strategy Business Development hält er Ausschau nach der Technologie von morgen, übermorgen und für den Tag danach. t Geballtes Wissen auf acht Laufmetern. Im Research Development Team geht es darum, Know-how zu entwickeln, festzuschreiben und zu schützen. Marco Gavagnin und Diplomandin Martina Resch vor der Sammlung der ATS Patente. »Wir versuchen, die Trends in der Elektronikindustrie zu antizipieren, um so unseren Kunden frühzeitig Lösungen für die Produkte von morgen bieten zu können.« Dietmar Drofenik, Strategy Business Development
  • 28. Vereinzelungsprozess. u Daniel Gratz in der Abteilung Ritzen und Fräsen vor einer der 15 State-of-the-art- Fräsmaschinen, die präzise Konturen für rund 2.500 Arbeitsformate pro Tag ermöglichen. ▼ Training on the Job macht Anlagen-fit. Serrano Santos Starlin absolviert ein mehrmonatiges Training im Galvanikbereich im Rahmen des umfangreichen Aus- und Weiterbildungsprogramms. t Qualität, Qualität und nochmals Qualität. Lückenlose Kontrolle jeder Leiterplatte. Blick in die Abteilung Elektrischer Test.
  • 29. »Wir machen hier Leiter­ platten in Maßarbeit für jeden nur denkbaren ­Kundenwunsch. Echte ­Präzisionsarbeit.« Daniel Gratz, Fräsen ▼ Bereit zum Einbetten. Tamara Paulsen vor der ECP®-Produktion, einer von ATS patentierten Methode, bevor die Kom­ ponenten in die Leiterplatte integriert werden.
  • 30. 26 ATS Geschäftsbericht 2014/15 p High-Tech-Produktionslinie. ATS setzt die Standards: Blick auf hochautomatisierte ­Anlagen am modernsten Stand der ­Produktionstechnik. »Ein perfekter Jahresab­schluss ist so einwandfrei wie unsere Leiterplatten. Und mindestens so geprüft.« Katharina Murg, Finance Controlling
  • 31. 27ATS Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter t Prüfender Blick II. Karim Beglari, Katharina Murg und ­Michael Dunst sorgen für die Erstellung gesetzlich vorgeschriebener Konzern­ abschlüsse für Investoren und Management. Tochtergesellschaften ­er­halten hier Lenkungshilfen sowie Rechnungslegungs-Know-how. p Prüfender Blick I. Vom Reagenzglas bis zum Berzelius-Becher. Der prüfende Blick von Chemielabortechnikerin Verena Schlugi gilt im Rahmen ihrer Ausbildung der laufenden Analyse der Prozess­ bäder chemischer Anlagen.
  • 32. 28 ATS Geschäftsbericht 2014/15 t À la carte für die Kunden. Franz Mattl hält ein ATS Arbeits­ format in Händen. In ­seiner ­Ab­teilung „Fräsen“ werden die Außen­konturen definiert, um das vom ­Kunden gewünschte Auslieferungs­format herzustellen. Der Backend-Prozess. u Links fertige Leiterplat­ ten zur Auslieferung. Rund 5.000 verschie­ dene Kunden­formate werden derzeit im Werk Hinterberg für Kunden quasi in Maß­arbeit gefertigt. Rechts eine ­Galvanikanlage.
  • 33. p Den Finger auf die Qualität. Die Leitfähigkeit jeder Kontaktstelle und jeder Verbindung wird von Yvonne Tahedl mittels Fingertestverfahren einem Unterbrechungs- und Kurzschlusstest unterzogen. q Mit Bravour. Diese Leiterplatte ist bereits im ­Kunden­format und hat soeben den elektrischen Test in der Fingertest­maschine erfolgreich bestanden. »Qualitätsbewusst­ sein endet nicht am Fabriks­tor. Wenn du es ernst meinst, lebst du das.« Yvonne Tahedl, Elektrischer Test
  • 34. 30 Auch der neueste Bohr­ maschinenpark im Werk will sorgfältig gewartet sein.
  • 35. 31ATS Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter t Ohne Unterbrechung. Manfred Ofner und sein Team – hier mit Marion Burghauser und Mithun Palai – sorgen für eine reibungslose IT-Infrastruktur und -Systeme. p Ein Erfolgsgeheimnis. Der kritische Blick der Frauen. Sandra Weissensteiner bei der finalen Inspektion. Letzte Inspektion. u Doris Sarcletti ist die letzte Instanz auf dem Weg zum höchsten Qualitätsstandard in der Branche. Sie setzt dabei weltweite Maßstäbe. »Wir sorgen im Hintergrund dafür, dass die Werke nahtlos 24/7 effizient und IT- unterstützt laufen.« Manfred Ofner, IT
  • 36. 32 ATS Geschäftsbericht 2014/15 Ökonomisch, ökologisch und sozial. u Für Tina Sumann, Group Managerin CSR/ Sustainability, ist das ATS Glas immer halb voll, wenn es um nach­haltiges Wirtschaften und den ­schonenden Umgang mit Ressourcen geht. p Kompetente Beschaffungsstrategie. Doris Polding schafft Mehrwert durch effiziente Ressourcenverwaltung und optimales Lieferantenmanagement.
  • 37. Wir als HR Team stellen den Menschen in den Mittelpunkt. Ob Arbeiter, Angestellte oder Management – das interkulturelle HR-Team stellt weltweit den Menschen in den Mittelpunkt, indem wir uns für Respekt, Engagement und Vertrauen einsetzen. (Nadja Noormofidi, Simona Rakusa, Monika Stoisser-Göhring) p Die Erfolgsgaranten. Fritz Eder, Daniel Grosser und Markus Maier stehen stellver­ tretend für 667 Mio. € Umsatz und sind rund um die Uhr für unsere Kunden da. »Durch unsere Kundenorientierung ist es uns möglich, frühzeitig Lösungen und Innovationen zu entwickeln.« Fritz Eder, Sales
  • 38. 34 2003/2004 2013 2016 2024 ? ATS Geschäftsbericht 2014/15 Der globale Markt für Leiterplatten ist stark geprägt von der hohen Dynamik der Elektronikindustrie bzw. den dahinter liegenden Kundenbedürfnissen. Während der letzten Jahre jagte dabei ein „großes Ding“ das nächste – von Desktop- und Notebook-Computern, MP3-Playern und Digitalkameras, Flachbildschirm-Geräten und Mobiltelefonen bis hin zu Smartphones und Tablets der jüngsten Generation. Es waren vor allem Smartphones und Tablets, die in den letzten Jahren überdurchschnittliche Wachstumsraten erzielen konnten und die Entwicklung der dafür benötigten elektronischen Komponenten wie Halbleiter und Verbindungstechnologien für Substrate und Leiterplatten stark beeinflusst haben. Konnte man Anfang 2000 mit einem Mobiltelefon in der Regel „nur“ telefonieren, sind die Smartphones von heute High-End-Computer mit mehr Rechenleistung, als der NASA für die erste Mondlandung im Jahr 1967 zur Verfügung stand. Hinter dieser rasanten Entwicklung und Leistungssteigerung verbirgt sich die konsequente Miniaturisierung in der Halbleiterindustrie. Nach dem Gesetz von Moore verdoppelt sich die Komplexität integrierter Schalt­ kreise alle zwölf bis 24 Monate. Die damit einhergehende Erhöhung der Leistungsdichte bei gleichzeitiger ­Reduzierung der Größe von Halbleitern hat auch bei Leiterplatten die Miniaturisierung und die Erhöhung der ­Komplexität der Lagenaufbauten und das rasche Wachstum der HDI- und Microvia-Technologie in allen Marktsegmenten ­bestimmt. So werden heute zunehmend High-End Leiterplatten im Bereich der Automobil­ elektronik, ­(Navigation, Multimedia, Kamerasysteme…) für Industrieanwendungen (Maschine zu Maschine- Kommunikation, Industriecomputer…) sowie in der Medizinelektronik (MRT, Herzschrittmacher, Hörgeräte…) und im Consumerbereich (Digitalkameras, High-End TV-Geräte, Smart-Watches…) eingesetzt. Am anschaulichsten lässt sich diese Veränderung am Beispiel der Mobiltelefone verfolgen. Eine typische Leiterplatte für ein Mobiltelefon war vor rund zehn Jahren etwa 13 x 6 cm groß. Im Jahr 2013 maß eine Leiterplatte für ein Smartphone im High-End-Bereich rund 9 x 2 cm. Das heißt, die Leiterplattenfläche für ein hochkomplexes Mobiltelefon wurde in zehn Jahren auf ein Viertel reduziert. Parallel dazu wurden jedoch die Eigenschaften und Anwendungsmöglichkeiten substanziell verbessert bzw. erweitert – um hochauflösende Fotografie, Internetzugang, integriertes Navigationssystem und vieles mehr. Diese Miniaturisierung ist jedoch noch lange nicht ausgereizt. Durch die Integration von Komponenten in Substrate und Leiterplatten können die Abmessungen weiter reduziert werden, wie nachstehende Aufstellung zeigt. Technologischer Wandel der Leiterplatte im Überblick Markt für Leiterplatten unterliegt rasantem technologischen Wandel Trend zur Miniaturisierung verstärkt sich weiter Märkte, Kunden und Potenziale Mobiltelefon Smartphone System on Chip All in One 125 x 55 mm 85 x 20 mm 30 x 30 mm 20 x 20 mm? 1 0,25 0,13 0,06? 100/100 μm 40/40 μm 30/30 μm 20/20 μm 1-n-1 Anylayer Anylayer Embedding ? Type PCB FF L/S Type PCB FF L/S Technologie
  • 39. 35 2014 2015 2016 2017 2018 Geschäftsmodell und Strategie Für ATS eröffnen sich mit der Integration von Komponenten in die Leiterplatte (Chip-Embedding) völlig neue Möglichkeiten und Wachstumspotenziale. Aktuell wird der Markt für die Bestückung der Leiterplatten (Assembly Service) von den sogenannten „Contract Electronic Manufacturer“ (CEM’s) beherrscht und der Markt für die Einbettung von Komponenten (Packaging) von der Halbleiterindustrie. Mit einem globalen Gesamtvolumen von rund 1.300 Mrd. US-$ ist dieser Markt um ein Vielfaches größer als jener für „unbestückte“ Leiterplatten. Mit dem Eintritt einiger Leiterplatten- und Substrathersteller in die Welt der Bestückung steht die Wert­ schöpfungs­kette der Elektronikindustrie vor grundlegenden Änderungen. Der globale Leiterplattenmarkt weist nach Einschätzungen von Prismark für 2014 ein Gesamtvolumen von über 57 Mrd. US-$ aus. Für die nächsten Jahre wird ein durchschnittliches jährliches Wachstum von rund 3 % jährlich prognostiziert. Für höherwertige Technologien wie zum Beispiel HDI-Microvia-Leiterplatten werden stärkere Wachstumsraten als für den Gesamtmarkt erwartet. Detaillierte Informationen dazu finden Sie auch im Lagebericht ab Seite 70. Absatzvolumen Leiterplattenmarkt in Mrd. US-$ Integration von Komponenten in die Leiterplatten bietet großes Potenzial Quelle: Prismark, Q4 2014 n Asien – sonstige n China n Japan n Europa n Amerika 19,4 26,1 6,7 2,2 3,0 57,4 19,9 27,6 6,4 2,1 2,9 58,9 20,8 29,2 5,9 2,1 2,9 60,9 21,6 30,7 5,5 2,0 2,9 62,7 22,5 32,1 5,2 2,0 2,9 64,7
  • 40. 36 ATS Geschäftsbericht 2014/15 „Fixed“ Computing (Man geht zum Gerät) Mobility/BYOD (Man nimmt das Gerät mit sich) Internet of Things (Zeitalter des Geräts) Internet of Everything (Menschen, Prozess, Daten, „Dinge“) Verdoppelt alle 1,3 Jahre Verdoppelt alle 1,4 Jahre Verdoppelt alle ? Jahre 50 Mrd. Dinge Trends und Technologien Die weitere „Digitalisierung der Welt“ wird dieses Jahrzehnt verändern und das Wachstum der Elektronik­ industrie bestimmen. Die treibenden Kräfte dieser Entwicklung sind der nahezu allgegenwärtige Zugang zum Internet, zu immer günstigeren Tarifen für die Übertragung von Daten und für Sensoren sowie die Nutzung des Internets zur Unterstützung der Kommunikation zwischen elektronischen Geräten. Aktuell steht die ­Gesellschaft am Beginn des sogenannten „Internet of Things“ (IoT). Eine Entwicklung, die darauf basiert, wie Internet-verbundene Geräte verwendet werden, um den Datenaustausch zu verbessern, komplexe Prozesse in der Industrie zu automatisieren und wertvolle Informationen zu generieren. Im Jahr 2020 werden nahezu 50 Milliarden „Dinge“ über das Internet verbunden sein, gemäß einer Studie von Cisco, dem weltweit führenden Anbieter von Netzwerklösungen. Im Vergleich zu 2014 mit knapp 20 ­Milliarden verbundenen Geräten – in erster Line Smartphones und Computer – würde das einem jährlichen Wachstum von rund 16 % entsprechen. Damit hat das IoT das Potenzial, das „nächste große Ding“ in der globalen Elektronik­ industrie zu werden. Während das Konzept von IoT noch relativ jung ist, ­wandelt es sich bereits zu einer wesentlich breiteren Idee: dem ­„Internet of Everything“ (IoE). Dieser Ansatz umfasst nicht nur die Anzahl der Geräte, sondern auch die Ver­änderung der Art und Weise, wie diese Geräte das Internet in der ­Vergangenheit genutzt haben. Die meisten der ­heute ­verwendeten „verbundenen Geräte“ ­benötigen eine ­aktive ­Interaktion durch den Benutzer und wer­ den vor ­allem für die Informationsbeschaffung oder Unter­haltung ver­wendet. Der Großteil der 50 ­Milliarden ­verbundenen ­Dinge im Jahr 2020 wird dafür verwendet werden, ­Systeme in unterschiedlichsten Bereichen wie ­Industrie, Smart Home, Smart City, Smart Energy, Smart Mobility, Smart Healthcare, Wearables u.v.a. zu vernetzten und zu ­steuern. Die Auswirkung ­dieser Entwicklung wird das ­weitere Wachstum der ­gesamten Elektronik­industrie in ­allen Segmenten wesentlich beeinflussen. „Digitalisierung der Welt“ wird die Entwicklung der Elektronik­ industrie bestimmen Quelle: Cisco 1995 2000 2011 2020 200 Mio. 10 Mrd.
  • 41. 37 2014 2015 2016 2017 2018 2019 140 104 180 211 166 569 502 134 100 170 201 160 552 492482 535 154 191 160 96 128 160 117 215 246 185 624 534 153 112 203 234 178 605 523 146 108 191 222 172 587 513 Geschäftsmodell und Strategie Wachstumsprognosen Elektronikmarkt nach Segmenten in Mrd. US-$ In den Prognosen von Prismark zur Entwicklung des globalen Elektronikmarkts spiegeln sich die skizzierten Trends wider. Besonders groß sind die Wachstumserwartungen für elektronische Anwendungen im Industriebereich (z. B. Industrie 4.0) mit einer Gesamtsteigerung bis 2018 von knapp 27  % gefolgt vom Automobilbereich (z. B. Autonomes Fahren) mit 22,5 %. Überdurchschnittlich stark sollte diesen Einschätzung zu Folge auch der Medizinsektor (z. B. online Patientenüberwachung) mit 17 % und der Sektor Luftfahrt und Militär mit rund 20 % wachsen. Für die Bereiche Computer (z. B. Tablets, Notebooks) wird ein Wachstum von 9 % und für Kommunikation (z. B. Smartphones und Infrastruktur) mit 15 % gerechnet, das entspricht einer leichten Abflachung nach dem Boom der Vorjahre. Der Sektor Consumer Electronic (z. B. Wearables) sollte bis 2018 einen Anstieg um knapp 16 % verzeichnen. Detaillierte Informationen zur Entwicklung der Märkten und Branchen finden Sie auch im Lagebericht ab Seite 70. Quelle: Prismark, 2014 n Computer n Industrie n Kommunikation n Medizin n Consumer n Luftfahrt/Militär n Automotive
  • 42. 38 ATS Geschäftsbericht 2014/15 Einfluss- und Erfolgsfaktoren Neben den zuvor skizzierten Veränderungen hinsichtlich Technologien und Anwendungsbereiche wird der ­Geschäftsverlauf von ATS von mehreren Einfluss- und Erfolgsfaktoren bestimmt. Die globale Elektronik­ industrie ist von einer hohen Dynamik geprägt und steht selbst im Einfluss der allgemeinen Konjunkturlage, der ­Investitionsbereitschaft der Unternehmen und der privaten Konsumneigung. Neben diesen allgemeinen ­Einflussfaktoren ist die Leiterplattenindustrie mit ihren weltweit rund 2.800 Produzenten von intensivem Wett­ bewerb gekennzeichnet. ATS fokussiert sich daher seit Jahren auf den technologischen High-End Bereich mit einer deutlich reduzierten Anzahl von rund 10 bis 15 relevanten Wettbewerbern. In diesem sich kontinuierlich verändernden Umfeld hat ATS wesentliche Faktoren für den nachhaltigen Erfolg definiert: § Klarer Fokus des Produkt- und Technologieportfolios § Langfristige Strategie mit ausreichender Flexibilität, um Marktentwicklungen antizipieren zu können bzw. auf Marktveränderungen reagieren zu können § Maximale Kundennähe und hohe eigene Marktintelligenz zur frühzeitigen Feststellung von Trends, die die Elektronik- und Leiterplattenindustrie bestimmen werden § Diversifiziertes und ausbalanciertes Kunden-, Anwendungs- und Technologieportfolio, um die unterschiedlichen Saisonalitäten und Volatilitäten der einzelnen Marktsegmente positiv zu nützen § Schnelle Umsetzung neuer High-End-Technologien und -Prozesse in den benötigten Mengen § Operative Exzellenz zur Sicherstellung hoher Qualitäts- und Produktionsstandards § Wettbewerbsfähige Standortwahl
  • 43. 39Geschäftsmodell und Strategie Unternehmensstrategie Unter Berücksichtigung der zuvor skizzierten Marktpotenziale sowie Einfluss- und Erfolgsfaktoren verfolgt die ATS-Unternehmensstrategie eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts im Sinne aller relevanten Interessengruppen. Nachstehende Themenfelder bilden die wichtigsten Eckpfeiler dieser Strategie: § Ausbau der Technologieführerschaft - durch Konzentration auf das High-End-Leiterplatten-Segment - durch Industrialisierung von zukunftsweisenden Technologien § Langfristiges, profitables Wachstum - durch Konzentration auf Anwendungsbereiche mit attraktivem Wachstumspotenzial und langfristiger Profitabilität - durch operative Exzellenz bei Qualität, Effizienz und Produktivität § Zukunftsorientierte Human-Resources-Strategie - Neue Kapazitäten für neue Technologien: Bindung und Gewinnung der besten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch globale Entwicklungsperspektiven und herausragende Aus- und Weiterbildungsprogramme - Diversität als Zukunftspotenzial § Nachhaltige Unternehmensführung - durch europäische Standards an allen Standorten - durch ambitionierte Key Performance Indicators für Ressourcenverbrauch und Emissionen - durch klares Committment als „Good Corporate Citizen“
  • 44. 40 IC Substrate 7/7 μm L/S ECP/SAP 25/25 μm L/S Next gen. ­Anylayer+ Substrate like PCB 30/30 μm L/S Interposer 40/40 μm L/S Anylayer 40/40 μm L/S Microvia/HDI 60/60 μm L/S Multilayer 100/100 μm L/S PTH 250/250 μm L/S ATS Geschäftsbericht 2014/15 Zur langfristigen Absicherung und dem weiteren Ausbau der Marktposition als führender Hersteller von High-End- Leiterplatten verfolgt ATS eine klare Technologiestrategie. Die zentralen Ansatzpunkte bilden dabei das weitere Vorantreiben der Miniaturisierung durch Realisierung von feineren Strukturen, die Verarbeitung dünnerer Materialien und die Integration von zusätzlichen Funk­ tionalitäten wie thermische Lösungen, Energie­gewinnungsmöglichkeiten sowie die Einbettung von passiven und aktiven Komponenten. Vor allem die Embedding- Technologie bedingt auch ein Nachjustieren des bisherigen Geschäftsmodells, in dem die Wertschöpfung durch die Bauteilbe­ schaffung und Einbettung erweitert wird. Die Kombination dieser techno­logischen Entwicklungen – Miniaturisierung auf ­Ebene der Leiterplatte sowie ­IC-Substraten – sowie die Umsetzung von System-in-Board- und System-in-­Package-Anwendungen werden in weiterer Folge die vollständige Integrati­ on von High-End HDI-Microvia-Technologie und Embedded-­Component-Packaging hin zu hoch­komplexen All-in-One-Modulen ermöglichen. Die nachstehende Grafik v­erdeutlicht entlang der linken Skala die Entwicklung der Miniaturisierung im ­Hinblick auf Leiterzugs­ dichte und -abstände. Auf der horizontalen Achse ist die Entwicklung der „Funktionellen Integration“ dargestellt. Die Kombination dieser beiden Aspekte wird zu den bereits erwähnten „All-in-one Modulen“ führen. Mit dem Einstieg in die IC-Substrat­ technologie und der Erweiterung des Unternehmensstandorts Chongqing durch die Implementierung eines ­neuen Tech­ nologieniveaus für sogenannte substrat­ ähnliche Leiterplatten schafft ATS als eines der ersten Unternehmen weltweit die Basis für die Verschmelzung der beiden Welten von Leiterplatten- und Halbleiterindustrie in einem wettbewerbsfähigen Umfeld. Neben diesen Aspekten be­schäftigt sich ATS mit zahlreichen weiteren technologischen ­Fragestellungen, die aus Wettbewerbs­ gründen nicht näher er­läutert werden. Weitere Details zur Forschungs- und ­Entwicklungstätigkeit finden Sie im ­Lage­bericht ab Seite 94. Technologiestrategie Technische Evolution und Auswirkungen auf ATS-Produktportfolio Rigid Kavitäten Rigid-Flex Thermo­ manage­ ment HF- Anwen­ dungen Passive aktive Komp. Sensoren MEMS Power Supply Energy Harvester Gehäuse 3D PCB Diversifikation: Zusätzliche Funktionalitäten M iniaturisation und SiB ergeben hochwertige M odule Roadmap für Miniaturisierung elektronischer Verbindungen Funktionelle Module: System-in-board (SiB) System-in-package (SiP) Miniaturisierung Zukunft: All-in-one-Module Modularisierung
  • 45. 41Geschäftsmodell und Strategie Nachhaltigkeit bedeutet bei ATS nicht nur ein „Good Corporate Citizen“ zu sein, Nachhaltigkeit ist bei ATS auch eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung. Daher hat ATS an allen Standorten europäische Standards in vielen ­Bereichen des Umweltschutzes bzw. Ressourcenver­brauchs ein­ geführt. Diese werden in klaren Key ­Performance Indicators ausgedrückt: ATS hat sich zum Ziel gesetzt, den Total Carbon Footprint in kg CO2 je m2 Leiterplatte um jährlich 5 %, den Frischwasserverbrauch je m2 Leiterplatte um jährlich 3 % zu reduzieren. Die soziale Verantwortung wird in Form von zahlreichen Projekten vor allem im Bildungs­ bereich auf Basis der Strategie „think global, act local“ an den Standorten individuell umgesetzt. Ökonomie, Öko­ logie und soziale Verantwortung gewinnbringend für alle Stakeholder zu vereinen ist das Ziel der Nachhaltigkeits­ strategie von ATS. Alle Handlungsfelder, Maßnahmen und Zielsetzungen wurden im ersten Nachhaltigkeits­bericht von ATS im Geschäftsjahr 2013/14 dokumentiert. Der nächste Nachhaltigkeitsbericht erscheint im Juli 2015. Detaillierte Informationen finden Sie auch im Lagebericht ab Seite 91. Zukunftsorientierte Human-Resources-Strategie Nachhaltige Unternehmensführung Als globales Technologieunternehmen in einem sich ­ständig und stark veränderndem Umfeld benötigt ATS für den lang­fristigen Erfolg bestens ausgebildete, sehr flexible und hoch motivierte ­Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Für die Absicherung und Weiter­ entwicklung des Know-hows setzt ATS auf eine Aus- und Weiter­ bildungsoffensive mit kontinuierlich steigenden Mitteln. Fachkräfte werden aufgrund fehlender allgemeiner Aus­bildungswege für die Leiterplattenindustrie vorwiegend durch interne Programme ­aus- und weitergebildet. Mit internationalen Talent-Programmen will ATS junge, mobile und hochkarätige ­Absolventen als Führungs­ kräftenachwuchs gewinnen. Die Stärkung der gemeinsamen, stark positiv ­ausgeprägten Unter­ nehmens­kultur (Basis: interne Umfrage, Februar 2015) mit einer klaren Vision und Mission, erfolgsorientierten Führungsgrund­sätzen und einer offenen Feedback-Kultur ist ebenso ein Erfolgs­faktor für ATS als attraktiver und guter Arbeitgeber wie die ­weitere ­Förderung der Diversität nach Geschlechtern und Kulturen. Detaillierte Angaben zu diesen Themenfeldern finden Sie im ­Lagebericht ab Seite 88. ATS zählt zu den profitabelsten Unter­ nehmen der Branche und ­überzeugt seit Jahren mit einer über dem Durchschnitt der Leiterplattenindustrie liegenden hohen EBITDA-Marge und einer ­starken opera­ tiven Cash-Flow-Generierung. Um diese Profi­tabilität, in Kombination mit konti­ nuierlichem Wachstum, auch in Zukunft sicherzustellen, konzentriert sich ATS weiterhin auf profitable Marktsegmente mit intakten Wachstumsperspektiven und hohen technologischen Ansprüchen. Einen wesentlichen Meilenstein wird dabei der Produktionsstart von IC-Substraten sowie substratähnlichen Leiterplatten am Stand­ ort Chongqing, China, im Jahr 2016 bilden. Die laufende Verbesserung des Produkt­mix und optimale Steuerung und ­Balancierung der vorhandenen Kapazitäten an allen Standorten sind weitere, wesentliche Parameter für die nachhaltige Profitabilität von ATS. Dabei spielt unter ­anderem das Standortkonzept eine wichtige Rolle: ATS setzt für entsprechende Kosten­ vorteile auch weiterhin auf die hoch­ volumige ­Produktion mit geringem Produkt­mix in Asien und niedrige Volumina mit hoher Produkt­vielfalt in Europa. Das heraus­ragende Prozess-Know-how bildet die Basis für die Qualitätsführerschaft von ATS: niedrige interne Ausschussraten haben einen unmittelbaren Einfluss auf die EBITDA-Marge, das Verhältnis von unter­ proportional an­steigender Mitarbeiter­ anzahl zu ­steigendem Umsatzwachstum drückt unter anderem eine hohe Produk­ tivität aus. Die wesentlichen Kennzahlen zur Unternehmenssteuerung: ATS misst die Fähigkeit, Innovationen markt- und zeitnah umzusetzen, anhand der Kennzahl ­Innovation Revenue Rate (IRR). Sie drückt den Umsatzanteil jener Produkte aus, ­deren Markt­einführung ­während der ­letzten drei Jahre erfolg­ te und die sich durch einen hohen ­Innovationsgrad auszeichnen. ­Zielgröße: IRR höher als 20 %. Für die beiden ­weiteren Performance­ kennzahlen ROCE und Cash Earnings weist ATS aufgrund der Expansionsphase für die beiden neuen Werke in Chongqing, ­China, keine konkrete Zielgröße aus. Mit dem Return on Capital Employed (ROCE) misst ATS die Verzinsung des eingesetz­ ten Kapitals: das um das Finanz­ergebnis bereinigte Ergebnis in ­Relation zum durch­schnittlich eingesetzten verzinslichen Kapitals. Der ROCE soll jedoch klar über dem WACC (durschnittlicher Wert in der Branche: rund 10 %) liegen. Zur Beurteilung der operativen, finanziel­ len Leistungs­fähigkeit verwendet ATS die Kennzahl Cash Earnings, die das Konzern­ jahresergebnis ohne Berück­sichtigung der Abschreibungen umfasst. Langfristig profitables Wachstum
  • 46. 42 ATS Geschäftsbericht 2014/152 ATS – First choice for advanced applications Sehr geehrte Aktionärinnen, sehr geehrte Aktionäre! Das Geschäftsjahr 2014/15 war für ATS ein außerordentlich erfolgreiches Jahr: In einem für ATS kundenseitig stark wachsenden Marktumfeld konnte ATS dank der klaren strategischen Ausrichtung sowie operativer Exzellenz alle wesentlichen Erfolgskennzahlen steigern und den Wachstumskurs der vergangenen Jahre nicht nur fortsetzen, sondern darüber hinaus noch deutlich steigern. Dieser Wachstumskurs sowie die technologisch führende Position im kompetitiven, asiatisch dominierten Mitbewerberumfeld sollen mit dem Produktionsstart der neuen Technolo- gie „IC-Substrate“ bzw. der Erweiterung des Standortes Chongqing (China) um die nächste Leiterplattengeneration – die substratähnlichen Leiterplatten – fortgesetzt werden. Die strategischen Weichenstellungen für die Entwicklung in Chongqing und die in diesem Zusammenhang stehen- den konkreten Fortschritte, Investitionen und Finanzierungsthemen bildeten einen wesentlichen Schwerpunkt der Beratungen und Beschlüsse des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2014/15. Eine dieser Sitzungen wurde am Standort des im Aufbau befindlichen Werkes in Chongqing abgehalten, womit sich alle Aufsichtsratsmitglieder vor Ort einen Überblick über den Projektfortschritt verschaffen konnten. Der Aufsichtsrat hat auch im abgelaufenen Geschäftsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung, Österreichischem Corpora- te Governance Kodex (ÖCGK) und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben und Pflichten gewissenhaft wahrge- nommen. Der Aufsichtsrat wurde während des Geschäftsjahres vom 1. April 2014 bis zum 31. März 2015 vom Vorstand im Rahmen eines Informations- und Meinungsaustausches sowie in offenen Diskussionen regelmäßig, sowie umfassend schriftlich und mündlich über die Marktsituation, die Strategie, die Geschäfts- und Finanzlage des Konzerns und seiner Beteiligungen, über die Personalsituation und über die Investitionsvorhaben unterrichtet bzw. hat der Aufsichtsrat entsprechende Beschlüsse gefasst. Der Aufsichtsrat konnte sich von einem funktionierenden Emittenten-Compliance-System überzeugen. Der Aufsichtsratsvorsitzende wurde auch außerhalb von Aufsichtsratssitzungen regelmäßig durch den Vorstand über die Geschäftsentwicklung informiert. Im Geschäftsjahr 2014/15 tagte der Aufsichtsrat sechs mal unter Teilnahme des Vorstands. Entschuldigt wurden Franz Katzbeck für zwei Aufsichtsratssitzungen und DDr. Regina Prehofer, Dr. Karin Schaupp und Dkfm. Karl Fink für jeweils eine Aufsichtsratssitzung. Während des Geschäftsjahres 2014/15 gab es keine personellen Veränderungen im Aufsichtsrat: In der 20. ordentlichen Hauptversammlung der ATS vom 3. Juli 2014 erfolgte lediglich eine Wie- derwahl, bei der Herr Mag. Gerhard Pichler erneut in den Aufsichtsrat der Gesellschaft gewählt wurde. AUSSCHUSSTÄTIGKEIT Der Aufsichtsrat richtete einen Prüfungsausschuss und einen Nominierungs- und Vergütungsausschuss als ständige Ausschüsse ein. Zusätzlich hat der Aufsichtsrat während des Geschäftsjahres 2014/15 einen Projektausschuss etabliert, der Fragen der Fremdfinanzierung behandelt. In den jeweiligen einge- richteten Ausschüssen wurden einzelne Sachgebiete vertiefend behandelt und darüber dem Aufsichtsrat berichtet. Der Prüfungsausschuss, dem DDr. Regina Prehofer (Vorsitzende), Mag. Gerhard Pichler (Finanzexperte), Dr. Georg Riedl, Wolfgang Fleck und Günther Wölfler angehören, befasste sich schwerpunktmäßig mit der Prüfung des Jah- resabschlusses und Konzernabschlusses zum 31. März 2014 und der Planung und Vorbereitung der Jahres- und Konzernabschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2014/15. Er hat sich durch Erörterung mit dem Wirtschaftsprüfer, Einsichtnahme in geeignete Unterlagen und Gespräche mit dem Vorstand ein umfassendes Bild verschafft. Weiters überwachte er die Wirksamkeit des unternehmensweiten internen Kontrollsystems, des internen Revisionssystems und des Risikomanagementsystems der Gesellschaft. Der Prüfungsausschuss hat dem gesamten Aufsichtsrat über diese Überwachungstätigkeit berichtet und keinerlei Mängel festgestellt. Der Prüfungsausschuss tagte im abgelau- fenen Geschäftsjahr zweimal. Die Sitzungen standen unter dem Vorsitz von Frau DDr. Prehofer, die in dieser Funktion auch regelmäßig bei der Quartalsberichterstattung eingebunden warund im Anschluss an den Aufsichtsrat berichtete. Wesentlicher Schwerpunkt des Aufsichtsrats hinsichtlich Vergütungsfragen bildete im Geschäftsjahr 2014/15 die Einführung eines langfristigen Vergütungsmodells („Long-Term-Incentive-Programm“) für den Vorstand und Schlüs- selkräfte der Gesellschaft auf Basis von „Stock Appreciation Rights“ (SAR) als Ersatz des mit letzter Zuteilung am 1. April 2012 ausgelaufenen Stock-Options-Programmes. Dem Nominierungs- und Vergütungsausschuss gehörten Bericht des Aufsichtsrats
  • 47. 43Bericht des AufsichtsratsATS – First choice for advanced applications 3 folgende Mitglieder an: Dr. Hannes Androsch (Vorsitzender), Dkfm. Karl Fink, DI Albert Hochleitner, Wolfgang Fleck, Günther Wölfler. Der Nominierungs- und Vergütungsausschuss tagte dreimal. Am 19. März 2015 wurde durch Beschluss des Aufsichtsrats betreffend die Durchführung verschiedener Maßnah- men zur Fremdfinanzierung ein Projektausschuss für die weitere Abwicklung einschließlich der Erteilung der Zu- stimmung zur Durchführung entsprechender Transaktionen eingerichtet. Dem Projektausschuss gehören Dr. Hannes Androsch als Vorsitzender sowie KR Ing. Willibald Dörflinger, DDr. Regi- na Prehofer, Wolfgang Fleck und Günther Wölfler an. Der Projektausschuss, der am 19. März 2015 und damit am Ende des Geschäftsjahres eingerichtet wurde, tagte während des Geschäftsjahres 2014/15 nicht, besteht jedoch auch nach dem 31. März 2015 weiter bis zu seiner Auflösung. SELBSTEVALUIERUNG DES AUFSICHTSRATS Der Aufsichtsrat führt jährlich, so auch für das Geschäfts- jahr 2014/15, eine Selbstevaluierung durch, um durch kontinuierliche Verbesserungen in der Arbeitsweise sicherzu- stellen, dass er weiterhin seine Aufgaben im Interesse der Aktionäre und aller weiteren Stakeholder wahrnehmen kann. Die vom Aufsichtsrat jährlich vorgenommene Evaluierung seiner Tätigkeit hat ergeben, dass die geübte Praxis den Anforderungen des Aktiengesetzes und des Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) entspricht und die Organisation, Arbeitsweise und Zielorientierung im Sinne der Aktionäre und aller weiteren Stakeholder effizient ist. Die Selbstevaluierung bleibt auch weiterhin Bestandteil der kritischen Eigenreflexion der Tätigkeit des Aufsichtsrats. KONZERN- UND JAHRESABSCHLUSS Der Aufsichtsrat der ATS schlug vor, die PwC Wirtschaftsprüfung GmbH, Wien, zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2014/15 zu bestellen. Dieser Vorschlag wurde von der Hauptversammlung am 3. Juli 2014 angenommen. Der Jahresabschluss der AT S Austria Technologie Systemtechnik Aktiengesellschaft und der Konzernabschluss zum 31. März 2015 wurden jeweils von der PwC Wirtschaftsprüfung GmbH, Wien, geprüft und mit einem uneinge- schränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Lagebericht und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2014/15 stehen im Einklang mit dem Jahresabschluss und Konzernabschluss. Der Aufsichtsrat billigt nach vorherge- hender Befassung des Prüfungsausschusses und ausführlicher Erörterung und Prüfung den Jahresabschluss der Gesellschaft zum 31. März 2015, der damit gemäß § 96 Abs. 4 AktG festgestellt ist. Er erklärt sich außerdem nach vorhergehender Befassung des Prüfungsausschusses sowie eingehender Erörterung und Prüfung mit dem gemäß § 245a UGB nach IFRS aufgestellten Konzernabschluss, dem Lagebericht, dem Konzernlagebericht und dem Corpo- rate-Governance-Bericht einverstanden. Die Prüfungen des Aufsichtsrats haben nach umfassender Erörterung mit dem Abschlussprüfer keinerlei Anlass zu Beanstandungen gegeben. Der Aufsichtsrat folgt der Empfehlung des Prüfungsausschusses und wird der 21. ordentlichen Hauptversammlung vorschlagen, die PwC Wirtschaftsprüfung GmbH, Wien, zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2015/16 zu bestellen. Der Aufsichtsrat schließt sich dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands an. Demnach sollen vom ausgewie- senen Bilanzgewinn zum 31. März 2015 in Höhe von 36.874.815,29 € (davon ausschüttungsfähig: 24.502.815,29 €) als Dividende 13.986.000,00 € – das sind 0,36 € je Stückaktie – ausgeschüttet werden. Der restliche Gewinn in Höhe von 22.888.815,29 € soll auf neue Rechnung vorgetragen werden. DANK AN VORSTAND UND AN ALLE MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER Abschlie- ßend möchte der Aufsichtsrat dem gesamten Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Dank und Anerkennung für ihre besonderen Leistungen und ihr Engagement im vergangenen Geschäftsjahr aussprechen. Für den Aufsichtsrat Leoben-Hinterberg, am 8. Juni 2015 Dr. Hannes Androsch Vorsitzender des Aufsichtsrats
  • 48. 44 ATS Geschäftsbericht 2014/15 INVESTMENT-STORY VON ATS Vier gute Gründe, die für ein Investment in die ATS-Aktien sprechen: Nachhaltige Profitabilität  Einer der profitabelsten Leiterplattenhersteller der Welt durch Konzentration auf das High-End- Segment  Starke operative Cashflow-Generierung Einzigartige Marktposition  Größter europäischer Leiterplattenhersteller  Technologie- und Qualitätsführer in einem von asiatischen Mitbewerbern dominierten Umfeld  Ausgewogenes Portfolio an Kundenindustrien  Globale Blue-Chip-Kunden Langfristig attraktives Wachstum  Globale Megatrends der Elektronikindustrie bieten enormes Potenzial für ATS (z.B. totale Vernet- zung aller „Dinge“)  ATS ist mit seinem Technologieportfolio in Marktsegmenten und Endanwendungen positioniert, die ein kontinuierlich attraktives Wachstum aufweisen  Eintritt in ein neues High-End-Geschäftsfeld 2016 (IC-Substrate) Überzeugende Kostenstruktur  Idealer Produktionsfußabdruck: Asien für hohes Volumen und niedrige Produktvielfalt; Europa für hohe Produktvielfalt und niedriges Volumen  Hohe Produktivität und Effizienz durch herausragendes Prozess-Know-how  Kontinuierliche Verbesserung der Kostenstruktur Investor Relations FINANZTERMINE IM ÜBERBLICK 21. Ordentliche Hauptver- sammlung 9. Juli 2015 1. Quartal 2015/16 28. Juli 2015 Dividendenzahltag und Ex-Tag 30. Juli 2015 2. Quartal 2015/16 27. Oktober 2015 3. Quartal 2015/16 28. Jänner 2016 Jahresergebnis 2015/16 10. Mai 2016 INVESTMENT-STORY VON ATS Vier gute Gründe, die für ein Investment in die ATS-Aktien sprechen: Nachhaltige Profitabilität  Einer der profitabelsten Leiterplattenhersteller der Welt durch Konzentration auf das High-End- Segment  Starke operative Cashflow-Generierung Einzigartige Marktposition  Größter europäischer Leiterplattenhersteller  Technologie- und Qualitätsführer in einem von asiatischen Mitbewerbern dominierten Umfeld  Ausgewogenes Portfolio an Kundenindustrien  Globale Blue-Chip-Kunden Langfristig attraktives Wachstum  Globale Megatrends der Elektronikindustrie bieten enormes Potenzial für ATS (z.B. totale Vernet- zung aller „Dinge“)  ATS ist mit seinem Technologieportfolio in Marktsegmenten und Endanwendungen positioniert, die ein kontinuierlich attraktives Wachstum aufweisen  Eintritt in ein neues High-End-Geschäftsfeld 2016 (IC-Substrate) Überzeugende Kostenstruktur  Idealer Produktionsfußabdruck: Asien für hohes Volumen und niedrige Produktvielfalt; Europa für hohe Produktvielfalt und niedriges Volumen  Hohe Produktivität und Effizienz durch herausragendes Prozess-Know-how  Kontinuierliche Verbesserung der Kostenstruktur Investor Relations FINANZTERMINE IM ÜBERBLICK 21. Ordentliche Hauptver- sammlung 9. Juli 2015 1. Quartal 2015/16 28. Juli 2015 Dividendenzahltag und Ex-Tag 30. Juli 2015 2. Quartal 2015/16 27. Oktober 2015 3. Quartal 2015/16 28. Jänner 2016 Jahresergebnis 2015/16 10. Mai 2016 2 ATS – First choice for advanced applications INVESTMENT-STORY VON ATS Vier gute Gründe, die für ein Investment in die ATS-Aktien sprechen: Nachhaltige Profitabilität  Einer der profitabelsten Leiterplattenhersteller der Welt durch Konzentration auf das High-End- Segment  Starke operative Cashflow-Generierung Einzigartige Marktposition  Größter europäischer Leiterplattenhersteller  Technologie- und Qualitätsführer in einem von asiatischen Mitbewerbern dominierten Umfeld  Ausgewogenes Portfolio an Kundenindustrien  Globale Blue-Chip-Kunden Langfristig attraktives Wachstum  Globale Megatrends der Elektronikindustrie bieten enormes Potenzial für ATS (z.B. totale Vernet- zung aller „Dinge“)  ATS ist mit seinem Technologieportfolio in Marktsegmenten und Endanwendungen positioniert, die ein kontinuierlich attraktives Wachstum aufweisen  Eintritt in ein neues High-End-Geschäftsfeld 2016 (IC-Substrate) Überzeugende Kostenstruktur  Idealer Produktionsfußabdruck: Asien für hohes Volumen und niedrige Produktvielfalt; Europa für hohe Produktvielfalt und niedriges Volumen  Hohe Produktivität und Effizienz durch herausragendes Prozess-Know-how  Kontinuierliche Verbesserung der Kostenstruktur Investor Relations FINANZTERMINE IM ÜBERBLICK 21. Ordentliche Hauptver- sammlung 9. Juli 2015 1. Quartal 2015/16 28. Juli 2015 Dividendenzahltag und Ex-Tag 30. Juli 2015 2. Quartal 2015/16 27. Oktober 2015 3. Quartal 2015/16 28. Jänner 2016 Jahresergebnis 2015/16 10. Mai 2016 2 ATS – First choice for advanced applications
  • 49. 45Investor Relations ENTWICKLUNGEN AM KAPITALMARKT Das Geschäftsjahr 2014/15 war von einer uneinheitlichen globalen Konjunkturentwicklung, Unsicherheiten bezüglich der weiteren Politik der Notenbanken und einer Serie geopolitischer Krisen geprägt. Die ursprünglichen Wachstumsprognosen für Europa wurden nicht erfüllt – nicht zuletzt aufgrund der Ukraine-Russland-Krise. Die Entwicklung an internationalen Börsen, allen voran in den USA, wurde vom anhaltend niedrigen Zinsniveau in den wichtigsten Volkswirtschaften bestimmt. Die Befürchtungen, die US-Notenbank könnte ihren expansiven Kurs verlassen, lösten zwar temporäre Kurskor- rekturen aus, traten letztlich aber nicht ein. Der US-Börsenindex Dow Jones Industrial (DJI) zeigte im Jahr 2014 neuerlich eine positive Entwicklung, legte um 7,5 % zu und setzte diesen Trend auch im ersten Quartal 2015 fort. Der NASDAQ 100 verzeichnete von April 2014 bis März 2015 aufgrund der starken Nachfrage nach global führenden Technologiewerten einen Wertzuwachs um 23 %. Die europäischen Aktien zeigten unge- achtet der enttäuschenden Konjunkturdaten unterjährige Kursgewinne, die von den Aussichten auf eine quantitative Lockerung der Europäischen Zentralbank durch den Ankauf von Staats- und Unternehmensanlei- hen unterstützt wurden. Der deutsche Leitindex DAX durchbrach im Juni 2014 erstmals die Marke von 10.000 Punkten, verlor jedoch im weiteren Jahresverlauf und schloss per Jahresende mit einem Plus von 2,7 %. Im ersten Quartal 2015 erreichte der DAX neue Höchstwerte von über 12.000 Punkten. Als gesamteuropäischer Aktienindex konnte sich der Eurostoxx 50 von seinen Tiefstständen im Oktober 2014 bis zum Jahresende nicht mehr gänzlich erholen; ein Plus von 1,2 % war die Folge. Für das erste Quartal 2015 weist er jedoch ein Kursplus von 18,6 % aus. Der Wiener Leitindex ATX hat aufgrund der Krise in der Ukraine, des Osteuropa- Engagements zahlreicher Emittenten – insbesondere von Finanz- und Immobilientiteln – sowie schwacher Konjunkturdaten im Jahr 2014 um 15,2 % nachgegeben. Der breiter gefasste ATX Prime verlor 13,5 %. Beide Indizes konnten im ersten Quartal 2015 diese Verluste jedoch mehr als ausgleichen. KAPITALMARKTKOMMUNIKATION Das ATS Investor-Relations-Team setzt auf eine transparente, gleichberechtigte, proaktive und nachhaltige Kommunikation mit allen Kapitalmarktteilnehmern. Ziel ist es, durch einen umfassenden Dialog sowie zeitnahe und relevante Informationen das Vertrauen in ATS langfris- tig zu stärken. Die transparente Vermittlung der Strategie, des Wachstumskurses, der damit verbundenen Chancen und Risiken und die aktuelle Geschäftsentwicklung stehen dabei im Fokus. Das Informationsangebot wird auch auf der für mobile Anwendungen optimierten Homepage unter www.ats.net/de/investoren lau- fend erweitert. Darüber hinaus steht Interessierten auch der Twitter- und YouTube-Kanal von ATS (@ATS_IR_PR bzw. ATundS) als Informationsquelle offen. ATS stellt im Sinne der Transparenz und Gleichbe- handlung aller Aktionärinnen und Aktionäre auch Web-Übertragungen der Hauptversammlung sowie der zweimal jährlich stattfindenden Pressekonferenzen zu Verfügung. Unser Ziel ist es, den Dialog kontinuierlich zu verbessern. Wir freuen uns über Ihre Anregungen und Rückmeldungen an die Aktionärshotline (siehe Kontakt). Alle Aktionärinnen und Aktionäre sind herzlich zur nächsten Hauptversammlung am 9. Juli 2015 eingeladen. Diesbezüglichen Informationen werden auch zeitgerecht auf der Website zur Verfügung gestellt. Dort finden Sie auch die Beschlüsse und Informationsunterlagen der letzten Hauptversammlung. KURSENTWICKLUNG UND LIQUIDITÄT DER ATS AKTIE Die ATS-Aktie startete mit einem Kurs von 8,70 € in das Geschäftsjahr 2014/15, stieg bis zum Juli auf 10,21 € und korrigierte zwischenzeitlich im Gleichklang mit den wesentlichen Indizes wieder auf 8,60 €. Danach verlief die Entwicklung bis zum Ende des Kalenderjahres 2014 weiterhin uneinheitlich. Ab Ende Januar 2015 setzte auf Basis des sehr guten Ergebnis- ses der ersten drei Quartale 2014/15 ein deutlicher und kontinuierlicher Aufwärtstrend ein. Ihren Höchst- stand im Berichtsjahr erreichte die ATS-Aktie bei hohen Umsätzen mit 15,55 € am 17. März 2015. Im Zuge der Korrekturen internationaler Technologiewerte gab sie in weiterer Folge ebenfalls nach und schloss am 31. März 2015 mit einem Schlusskurs von 14,62 €. Im Vergleich zum Schlusskurs 2013/14 von 8,75 € ent- spricht das einem Kursgewinn von 67,1 %. Damit zählte die ATS-Aktie zu jenen Aktien im ATX Prime Index der Wiener Börse mit der stärksten Kurssteigerung. Parallel zu dieser positiven Aktienkursentwicklung stieg auch die Anzahl der an der Börse gehandelten Aktien signifikant an: Lag die Liquidität im Geschäftsjahr 2013/14 noch bei rund 50.000 Stück (Einfachzählung) täglich, beliefen sich die durchschnittlichen Tagesum- sätze gegen Ende des Geschäftsjahres 2014/15 auf durchschnittlich 67.000 Stück (Einfachzählung). In Summe ATS Aktie im Überblick Erstnotiz 16.07.1999 Frankfurt, Neuer Markt ab 20.05.2008 Wien, Prime Market Anzahl Stammaktien 38.850.000 Wertpapier-Kennnummer 969985 ISIN-Code AT0000969985 Symbol ATS Reuters ATS.VI Bloomberg ATS AV Indices ATXPrime, WBI SME ATS – First choice for advanced applications 3 ENTWICKLUNGEN AM KAPITALMARKT Das Geschäftsjahr 2014/15 war von einer uneinheitlichen globalen Konjunkturentwicklung, Unsicherheiten bezüglich der weiteren Politik der Notenbanken und einer Serie geopolitischer Krisen geprägt. Die ursprünglichen Wachstumsprognosen für Europa wurden nicht erfüllt – nicht zuletzt aufgrund der Ukraine-Russland-Krise. Die Entwicklung an internationalen Börsen, allen voran in den USA, wurde vom anhaltend niedrigen Zinsniveau in den wichtigsten Volkswirtschaften bestimmt. Die Befürchtungen, die US-Notenbank könnte ihren expansiven Kurs verlassen, lösten zwar temporäre Kurskor- rekturen aus, traten letztlich aber nicht ein. Der US-Börsenindex Dow Jones Industrial (DJI) zeigte im Jahr 2014 neuerlich eine positive Entwicklung, legte um 7,5 % zu und setzte diesen Trend auch im ersten Quartal 2015 fort. Der NASDAQ 100 verzeichnete von April 2014 bis März 2015 aufgrund der starken Nachfrage nach global führenden Technologiewerten einen Wertzuwachs um 23 %. Die europäischen Aktien zeigten unge- achtet der enttäuschenden Konjunkturdaten unterjährige Kursgewinne, die von den Aussichten auf eine quantitative Lockerung der Europäischen Zentralbank durch den Ankauf von Staats- und Unternehmensanlei- hen unterstützt wurden. Der deutsche Leitindex DAX durchbrach im Juni 2014 erstmals die Marke von 10.000 Punkten, verlor jedoch im weiteren Jahresverlauf und schloss per Jahresende mit einem Plus von 2,7 %. Im ersten Quartal 2015 erreichte der DAX neue Höchstwerte von über 12.000 Punkten. Als gesamteuropäischer Aktienindex konnte sich der Eurostoxx 50 von seinen Tiefstständen im Oktober 2014 bis zum Jahresende nicht mehr gänzlich erholen; ein Plus von 1,2 % war die Folge. Für das erste Quartal 2015 weist er jedoch ein Kursplus von 18,6 % aus. Der Wiener Leitindex ATX hat aufgrund der Krise in der Ukraine, des Osteuropa- Engagements zahlreicher Emittenten – insbesondere von Finanz- und Immobilientiteln – sowie schwacher Konjunkturdaten im Jahr 2014 um 15,2 % nachgegeben. Der breiter gefasste ATX Prime verlor 13,5 %. Beide Indizes konnten im ersten Quartal 2015 diese Verluste jedoch mehr als ausgleichen. KAPITALMARKTKOMMUNIKATION Das ATS Investor-Relations-Team setzt auf eine transparente, gleichberechtigte, proaktive und nachhaltige Kommunikation mit allen Kapitalmarktteilnehmern. Ziel ist es, durch einen umfassenden Dialog sowie zeitnahe und relevante Informationen das Vertrauen in ATS langfris- tig zu stärken. Die transparente Vermittlung der Strategie, des Wachstumskurses, der damit verbundenen Chancen und Risiken und die aktuelle Geschäftsentwicklung stehen dabei im Fokus. Das Informationsangebot wird auch auf der für mobile Anwendungen optimierten Homepage unter www.ats.net/de/investoren lau- fend erweitert. Darüber hinaus steht Interessierten auch der Twitter- und YouTube-Kanal von ATS (@ATS_IR_PR bzw. ATundS) als Informationsquelle offen. ATS stellt im Sinne der Transparenz und Gleichbe- handlung aller Aktionärinnen und Aktionäre auch Web-Übertragungen der Hauptversammlung sowie der zweimal jährlich stattfindenden Pressekonferenzen zu Verfügung. Unser Ziel ist es, den Dialog kontinuierlich zu verbessern. Wir freuen uns über Ihre Anregungen und Rückmeldungen an die Aktionärshotline (siehe Kontakt). Alle Aktionärinnen und Aktionäre sind herzlich zur nächsten Hauptversammlung am 9. Juli 2015 eingeladen. Diesbezüglichen Informationen werden auch zeitgerecht auf der Website zur Verfügung gestellt. Dort finden Sie auch die Beschlüsse und Informationsunterlagen der letzten Hauptversammlung. KURSENTWICKLUNG UND LIQUIDITÄT DER ATS AKTIE Die ATS-Aktie startete mit einem Kurs von 8,70 € in das Geschäftsjahr 2014/15, stieg bis zum Juli auf 10,21 € und korrigierte zwischenzeitlich im Gleichklang mit den wesentlichen Indizes wieder auf 8,60 €. Danach verlief die Entwicklung bis zum Ende des Kalenderjahres 2014 weiterhin uneinheitlich. Ab Ende Januar 2015 setzte auf Basis des sehr guten Ergebnis- ses der ersten drei Quartale 2014/15 ein deutlicher und kontinuierlicher Aufwärtstrend ein. Ihren Höchst- stand im Berichtsjahr erreichte die ATS-Aktie bei hohen Umsätzen mit 15,55 € am 17. März 2015. Im Zuge der Korrekturen internationaler Technologiewerte gab sie in weiterer Folge ebenfalls nach und schloss am 31. März 2015 mit einem Schlusskurs von 14,62 €. Im Vergleich zum Schlusskurs 2013/14 von 8,75 € ent- spricht das einem Kursgewinn von 67,1 %. Damit zählte die ATS-Aktie zu jenen Aktien im ATX Prime Index der Wiener Börse mit der stärksten Kurssteigerung. Parallel zu dieser positiven Aktienkursentwicklung stieg auch die Anzahl der an der Börse gehandelten Aktien signifikant an: Lag die Liquidität im Geschäftsjahr 2013/14 noch bei rund 50.000 Stück (Einfachzählung) täglich, beliefen sich die durchschnittlichen Tagesum- sätze gegen Ende des Geschäftsjahres 2014/15 auf durchschnittlich 67.000 Stück (Einfachzählung). In Summe ATS Aktie im Überblick Erstnotiz 16.07.1999 Frankfurt, Neuer Markt ab 20.05.2008 Wien, Prime Market Anzahl Stammaktien 38.850.000 Wertpapier-Kennnummer 969985 ISIN-Code AT0000969985 Symbol ATS Reuters ATS.VI Bloomberg ATS AV Indices ATXPrime, WBI SME ATS – First choice for advanced applications 3