Die Zukunft stellt
viele große Fragen.
Geschäftsbericht 2014/15
Und unsere
Antworten
werden immer
kleiner.
1
Kennzahlen
IFRS Einheit 2011/12 2012/13 1)
2013/14 2014/15
Veränderung
in %
ERGEBNIS UND ALLGEMEINE INFORMATIONEN
Umsatzerlöse Mio. € 514,2 541,7 589,9 667,0 13,1 %
	 davon in Asien produziert % 73,4 % 73,9 % 75,9 % 79,0 % –
	 davon in Europa produziert % 26,6 % 26,1 % 24,1 % 21,0 % –
Umsatzkosten Mio. € 430,7 464,6 471,1 511,6 8,6 %
Bruttogewinn Mio. € 83,5 77,1 118,8 155,4 30,8 %
Bruttogewinn-Marge % 16,2 % 14,2 % 20,1 % 23,3 % –
EBITDA Mio. € 103,4 102,4 127,2 167,6 31,8 %
EBITDA-Marge % 20,1 % 18,9 % 21,6 % 25,1 % –
EBIT (Betriebsergebnis) Mio. € 42,1 31,4 53,9 90,1 67,0 %
EBIT-Marge % 8,2 % 5,8 % 9,1 % 13,5 % –
Konzernjahresergebnis Mio. € 26,5 14,6 38,2 69,3 81,5 %
Konzernjahresergebnis der Eigentümer
des Mutterunternehmens Mio. € 26,6 14,6 38,2 69,3 81,5 %
Cash Earnings Mio. € 87,8 85,6 111,4 146,8 31,7 %
ROE (Eigenkapitalrendite) 2)
% 10,3 % 5,0 % 11,0 % 13,9 % –
ROCE (Gesamtkapitalrendite) 2)
% 7,7 % 5,6 % 9,6 % 12,0 % –
ROS (Umsatzrendite) % 5,2 % 2,7 % 6,5 % 10,4 % –
IRR (Innovation revenue rate) % 15,0 % 19,2 % 26,5 % 29,2 % –
Nettomittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit (OCF) Mio. € 87,2 71,7 104,8 143,9 37,3 %
Netto-Investitionen (Net CAPEX) Mio. € 113,1 40,5 90,3 164,8 82,5 %
Mitarbeiterstand (inkl. Leiharbeiter), Ultimo – 7.478 7.011 7.129 8.120 13,9 %
Mitarbeiterstand (inkl. Leiharbeiter), Durchschnitt – 7.417 7.321 7.027 7.638 8,7 %
BILANZ
Bilanzsumme Mio. € 694,6 726,7 916,1 1.220,8 33,3 %
Eigenkapital Mio. € 283,1 304,8 390,7 604,4 54,7 %
Eigenkapital der Eigentümer des Mutterunternehmens Mio. € 283,2 304,9 390,7 604,3 54,7 %
Eigenkapitalquote % 40,8 % 42,0 % 42,7 % 49,5 % –
Nettoverschuldung Mio. € 242,5 217,4 110,9 130,5 17,7 %
Verschuldungsgrad % 85,7 % 71,3 % 28,4 % 21,6 % –
Nettoumlaufvermögen Mio. € 92,3 102,7 91,7 95,3 3,9 %
Nettoumlaufvermögen/Umsatzerlöse % 18,0 % 19,0 % 15,6 % 14,3 % –
AKTIENKENNZAHLEN
Anzahl der Aktien im Umlauf, Ultimo – 23.322.588 23.322.588 38.850.000 38.850.000 –
Anzahl der Aktien, gewichteter Durchschnitt – 23.322.588 23.322.588 30.820.545 38.850.000 26,1 %
Gewinn/Aktienanzahl zum Ultimo € 1,14 0,62 0,98 1,78 81,6 %
Gewinn/gewichteter Durchschnitt der Aktienanzahl € 1,14 0,62 1,24 1,78 43,5 %
Cash Earnings/gewichteter Durchschnitt der Aktienanzahl € 3,76 3,67 3,61 3,78 4,7 %
Dividende/Aktie 3)
€ 0,32 0,20 0,20 0,36 80 %
Schlusskurs € 9,15 6,79 8,75 14,62 67,1 %
Dividendenrendite (zum Schlusskurs) 3)
% 3,5 % 2,9 % 2,3 % 2,5 % –
Marktkapitalisierung, Ultimo Mio. € 213,4 158,4 339,9 568,0 67,1 %
Marktkapitalisierung/Eigenkapital 4)
% 75,4 % 51,9 % 87,0 % 94,0 % –
1) Angepasst unter Anwendung von IAS 19 revised.
2) Die Berechnung basiert auf durchschnittlichen Werten.
3) 2014/15: Dividendenvorschlag an die Hauptversammlung am 9. Juli 2015.
4) Den Eigentümern des Mutterunternehmens zurechenbares Eigenkapital.
2011/12 2012/13 2013/14 2014/15 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15
514 542
590
667
27
15
38
69
283 305
391
604
2011/12 2012/13 2013/14 2014/15
113
40
90
165
2011/12 2012/13 2013/14 2014/15
69
74
84
95
2011/12 2012/13 2013/14 2014/15
103
42
102
31
127
54
168
90
+31,8 % 25,1 %+13,1 %
EBITDA EBITDA-MargeUmsatz
13,5 % +81,5 %+67,0 %
EBIT-Marge KonzernjahresergebnisEBIT
Umsatz/Bruttogewinn-Marge
in Mio. €, in %
Mitarbeiter/Umsatz je Mitarbeiter
Anzahl, in Tsd. €
Netto-investitionen
in Mio. €
16,2
7.417
14,2
7.321
20,1
7.027
23,3
7.029*
Konzernjahresergebnis
in Mio. €
EBITDA/EBIT
in Mio. €
Eigenkapital/
Eigenkapitalquote
in Mio. €, in %
40,8
42,0
42,7
49,5
*	 Mitarbeiterstand Durchschnitt, bereinigt um nicht umsatz­
generierende Mitarbeiter (609 im Durchschnitt) des im Aufbau
befindlichen Werks in Chongqing.
2
2011/12 2012/13 2013/14 2014/15 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15
700
600
500
400
300
200
100
0
2011/12 2012/13 2013/14 2014/15
AT&S Geschäftsbericht 2014/15
»2014/15 war für AT&S ein
außergewöhnlich starkes Jahr
mit beachtlichen Erfolgen
in allen Geschäftsfeldern.«
Andreas Gerstenmayer, Vorstandsvorsitzender von AT&S
Wachstums­
investitionen in die
Zukunft von AT&S
§	 Planmäßige Errichtung des
neuen Werks im chinesischen
Chongqing mit Gesamt­
investitions­volumen bis Mitte
2017 in Höhe von 480 Mio. €
§	 Weitere Finanzierung dank
­starker Cashflows, zurück­
haltender ­Dividendenpolitik
und Kreditlinien gesichert
Neue Höchstwerte bei Umsatz und Ertrag
§	 Umsatzsteigerung um
13,1 % auf 667,0 Mio. €
§	 EBITDA mit 167,6 Mio. € um
31,8 % über Vorjahresniveau
§	 Verbesserung der EBITDA-Marge
von 21,6 % auf 25,1 %
§	 Erhöhung des Konzernergebnisses
um 81,5 % auf 69,3 Mio. € und
des ­Gewinns pro Aktie von 1,24 €
auf 1,78 €
Der Geschäftsverlauf profitierte vom
starken Wachstum in den Anwen­
dungsbereichen mobile Endgeräte –
vor allem Smartphones – und vom
immer höheren Elektronikanteil im
Bereich Automotive.
Bilanz- und Finanzierungsstruktur
§	 AT&S weist zum Bilanzstichtag eine
Eigenkapitalquote von 49,5 % aus und verfügt
über ­ausreichende Liquidität zur Umsetzung des
aktuellen Investitionsprogramms
§	 Nettoverschuldungsgrad konnte auf Basis des
höheren Eigenkapitals und trotz höherem
Investitions­programm auf 21,6 % gesenkt werden
§	 Cash Earnings waren 2014/15 mit 146,8 Mio. €
(+ 31,7 %) starke Innenfinanzierungsquelle
Eigenkapitalquote IN % Verschuldungsgrad IN %
40,8 42,0
49,5
42,7
21,6
28,4
71,3
85,7
Entwicklung Umsatz, EBITDA (jeweils in Mio. €) und EBITDA-Marge (in %)
55,0
45,0
35,0
25,0
15,0
5,0
514,2
103,4
541,7
102,4
589,9
127,2
667,0
167,6
20,1 18,9
21,6
25,1
n Umsatzerlöse	 n EBITDA	 n EBITDA-Marge
Performance-
Highlights
2014/15
3Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
Vorstandspräsentation  4
Unternehmensprofil und Standorte  14
Produktportfolio  Anwendungsbereiche  16
Wertschöpfungskette  18
ATS Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter  20
Märkte, Kunden und Potenziale  34
Trends und Technologien  36
Einfluss- und Erfolgsfaktoren  38
Unternehmensstrategie  39
Bericht des Aufsichtsrats  42
Investor Relations  44
Corporate Governance Bericht  48
Konzernlagebericht  68
Konzernabschluss 2014/15  104
Erklärung aller gesetzlichen Vertreter  154
Bestätigungsvermerk  155
Glossar  156
4 ATS Geschäftsbericht 2014/15
Geschätzte Aktionäre,
Kunden und Partner von ATS,
vielleicht können Sie ja über diese kleine
Anekdote schmunzeln, denn dieses schöne
Zitat stammt von Marty Cooper, dem
Erfinder des ersten Mobiltelefons. Für
uns dagegen ist die Meinungsbildung zur
Markttauglichkeit einer neuen Technik
einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren.
Insofern kann sich Herr Cooper unseres
Mitgefühls für seine Fehleinschätzung
sicher sein. Daran, dass seine Prognose
nicht eingetroffen ist, waren wir bei ATS
übrigens nicht ganz unbeteiligt, haben wir
doch die notwendigen technologischen
Entwicklungen maßgeblich geprägt, voran-
getrieben und entsprechend vom Boom der
Mobilkommunikation profitiert.
Wenn Sie heute mit mir durch eine belebte
Straße spazieren würden, was würden wir
dort sehen? Menschen, die mobil telefonie-
ren. Menschen, die im Gastgarten E-Mails,
Zeitungen oder ganze Romane am Tablet
lesen. Oder die gleich ein ­schönes Foto mit
ihrem Mobil­gerät machen. Was wir dage-
gen dank Navigationssystemen heute nicht
mehr so oft sehen, sind verirrte Autofahrer.
Ob rückwärts einparken mit Parkassistent,
ob bei der ­täglichen Joggingrunde durch
den Stadtpark – genauestens analysiert von
Mess­geräten für Puls, Geschwindigkeit
und Distanz – ob mit Datenbrille oder
smarter Armbanduhr: Noch nie zuvor in
der Geschichte waren neue Technologien
in solcher Zahl ein selbstverständlicher Teil
des täglichen Lebens.
Für diesen explosionsartigen Zuwachs
an hilfreicher Technik in unserem Alltag
liefern wir einen wichtigen Bestandteil:
die Leiterplatte. Wer uns und unser
­Geschäft verstehen will, muss zunächst
Entwicklungen für morgen,
­übermorgen und für den Tag danach.
»Mobiltelefone sind viel zu teuer! Sie werden das Festnetz
niemals ersetzen können, es sei denn, jemand möchte eine
Million Dollar fürs Telefonieren ausgeben.«
Was Sie schon immer
über die Leiterplatten-
Branche wissen
wollten und sollten
Immer kleiner
Neben Halbleitern gehören Leiter­platten
zu den wichtigsten Bauelementen des
digitalen Zeitalters, da sie die un­ersetzbare
Verbindungstechnologie für alle elek­
tronischen Geräte sind. Die Welt der
Halbleiter und Mikroprozessoren bewegt
sich heute im Nanometerbereich und
stimuliert auch die Leiterplatten-Branche
zu neuen Technologien und Lösungen.
Immer mehr
Die Aufgabenverteilung zwischen
Halbleiter und Leiterplatte lässt sich
mit jener von Hirn und Nervenbahnen
vergleichen. Beide sind unverzichtbar
für schnelle Reaktionen. Die technische
Evolution in der Elektronikbranche weist
stark in Richtung Zusammenwachsen
unterschiedlicher Komponenten,
Bauteile und Funktionen.
Immer besser
Leiterplatten sind unverzichtbar für
die rasante Leistungssteigerung aller
elektronischen Geräte und Anwendungen.
Im globalen Wettbewerb der Hersteller
liefern sie oft die Basis für den
entscheidenden Vorsprung.
das Produkt und seine Besonderheiten
verstehen. Erlauben Sie mir daher einen
kurzen Blick in die ­Vergangenheit. Die
Vorläufer der heutigen Leiter­platten wur-
den bereits in den 1920er Jahren patentiert.
Wirtschaftliche Bedeutung brachte aber
erst der Aufstieg der Computerbranche
Jahrzehnte später. Die immer größeren
­Anforderungen der Computer verlangten
nach grundlegenden Innovationen und
brachten Schwung in die Welt der Leiter-
platten. Die Entwicklung der Multilayer-
Leiterplatte vor rund 30 Jahren setzte einen
Meilenstein der Branche. Durch Durch-
kontaktieren werden die einzelnen Ebenen
miteinander verbunden. Damit wurde ein
Platz- bzw. Leistungsproblem gelöst.
Anfang 2000 wurde die sogenannte HDI-
Leiterplatte am Markt eingeführt. HDI
steht für High Density ­Interconnection
und setzt auf Strukturen, die kleiner als
0,1 Millimeter sind. Dank der eingesetzten
Lasertechnik konnten die Bohrungen, so-
genannte Microvias, substanziell verkleinert
werden, wodurch Platz gespart wurde und
gleichzeitig die elektrischen Eigenschaften
verbessert wurden. Vor allem für die Mobil-
kommunikation war diese Entwicklung von
großer Bedeutung. Im Jahr 2008 wurden
nahezu alle mobilen GSM- und UMTS-
Geräte mit HDI-­Leiterplatten ausgestattet.
ATS war einer der Ersten, die diese Ent-
wicklung am Markt prägten: Wir starteten
das neue Werk in Shanghai 2002, das eines
der modernsten HDI-Werke der Welt ist.
Die HDI-Leiterplatte eröffnete zwar
neue Möglichkeiten, die technologische
­Entwicklung schreitet aber in unglaub­
lichem Tempo voran. Wer uns ­ver­stehen
will, muss diese ­enorme Dynamik
»Unser Erfolg ist gleichzeitig
der Erfolg unserer Kunden.
Wir helfen ihnen dabei,
ihren Vorsprung am Markt
zu behalten.«
Andreas Gerstenmayer,
Vorstandsvorsitzender
6 ATS Geschäftsbericht 2014/15
­be­denken. Elektronische Geräte ­werden
immer kleiner – bei immer höheren
­Ansprüchen hinsichtlich Funktionalität
und Leistungsver­mögen. Können Sie sich
noch an Ihr erstes Mobiltelefon erinnern?
Wenn Sie dessen Leistungs­fähigkeit mit
der eines modernen Smartphones ver­
gleichen, stellen Sie fest, dass sie innerhalb
weniger Jahre buchstäblich explodiert ist.
Und die Entwicklungs­möglichkeiten sind
noch lange nicht ausgereizt.
Diese enorme Geschwindigkeit der
­technischen Entwicklung erfordert von
uns eine genaue Vorstellung davon, wohin
die technische Entwicklung geht. Denn
unser Erfolg ist ja gleichzeitig der Erfolg
unserer Kunden. Wir helfen ihnen dabei,
ihren Vorsprung am Markt zu behalten.
Um also einzuschätzen, was ein weltweit
führender Hersteller von Computern oder
Mobilgeräten in einigen Jahren benötigen
wird, braucht es ganz spezielle Voraus­
setzungen in Organisation und Firmen­
kultur.
Für diesen – was die Kommunikation
betrifft – hochsensiblen Bereich hat mein
Kollege Heinz Moitzi ein genauso schönes
wie verständliches Bild gefunden. Wir
produzieren für das Heute, entwickeln
für das Morgen, das Übermorgen und
außer­dem auch gleich für den Tag danach.
Vereinfacht gesagt trifft es das ziemlich
­genau. Dieser institutionalisierte Blick in
die unmittelbare Zukunft und darüber
hinaus ist ein weiterer unserer wesent­
lichen Erfolgsfaktoren. Er ermöglichte es
uns in den letzten Jahren, den Boom in
vielen Elektronikbranchen intelligent für
uns zu nutzen. Das zeigt sich nicht zuletzt
auch in der positiven Ent­wicklung unserer
Geschäftszahlen. Während der letzten fünf
Jahre konnten wir den Umsatz in Summe
um knapp 37 % auf rund 667 Mio. €
steigern und das EBITDA um 75 % auf
168 Mio. €. Der Vergleich der Wachstums-
raten dieser beiden Kennzahlen beweist,
dass wir auf die richtigen Martksegmente
mit erfolgreichen Kunden gesetzt haben.
Nur so konnten wir den ­Ertrag mehr als
doppelt so stark steigern wie den Umsatz –
das Resultat einer ­klaren ­Strategie und des
überdurchschnittlich hohen Engagements
unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Ich möchte Ihnen nun unsere Erfolgs­
faktoren etwas näherbringen, denn sie sind
die DNA von ATS.
»Die HDI-Leiterplatte
­eröffnete zwar neue
technische Möglich­
keiten, die ­Entwicklung
schreitet aber in
­rasendem ­Tempo ­voran.
Wer uns ver­stehen will,
muss diese ­enorme
­Dynamik ­bedenken.«
Hier wird eine innovative
Lösung für eingebettete
Leistungselektronik präsentiert.
Ein Bereich, in dem ATS
wieder frühzeitig effiziente
Methoden zur Optimierung der
Energienutzung entwickelte
und marktreif macht.
»Während der letzten fünf Jahre konnten wir den
Umsatz in Summe um knapp 37 % auf rund 667 Mio. €
steigern und das EBITDA um 75 % auf 168 Mio. €.«
Erfolgsfaktor Kundenfokus.
Wie ich Ihnen schon zuvor geschildert
habe, müssen wir die Bedürfnisse unserer
Kunden in allen Geschäftsfeldern anti­
zipieren. Dafür analysieren wir die Trends
der Elektronikindustrie sehr akribisch
und entwickeln die dafür notwendigen
Verbindungstechnologien frühzeitig
und marktnah. Nur so können wir die
rechtzeitige Produktion großer Stück­
zahlen sicherstellen und verschaffen damit
auch unseren Kunden einen wichtigen
Wett­bewerbsvorteil. Unsere europäische
Ingenieurstradition des kreativen Tüftelns
und Probierens ist ganz wesentlich für diese
Technologieentwicklungen. Dieses Selbst-
verständnis unterscheidet ATS klar von
zahlreichen Mitbewerbern und ­bestimmt
auch unseren wichtigsten Erfolgs­faktor –
die Nähe zu unseren Kunden. Dank
­unserer High-End-Positionierung be­gleiten
wir seit vielen Jahren die Marktführer in
den unterschiedlichsten Sektoren. Das
können wir nur dank unserer Technologie­
führerschaft und unserer fundierten
­Markt­kenntnisse.
Erfolgsfaktor globale Präsenz.
Dass Kundenorientierung bei ATS
kein Lippenbekenntnis ist, zeigt sich
auch in ­unserer globalen Aufstellung.
Wir ­produzieren vorwiegend dort, wo
sich die Wertschöpfungskette unserer
Kunden befindet. 79 % unserer ge­samten
Wert­schöpfung erfolgt in Asien, und 59 %
der Gesamterlöse erzielen wir mit dort
ansässigen Kunden bzw. deren ­Zulieferern.
Hätte ATS vor rund ­15 ­Jahren den
Schritt nach Asien nicht ­gewagt, würde
das Unternehmen nicht mehr ­existieren –
­davon bin ich fest überzeugt. Heute
profitieren wir von einer ­guten Balance aus
High-Tech-­Produktion mit großer Stück-
zahl bei geringem Produktmix in Asien und
einem hohen Produktmix mit geringerer
Stückzahl in Europa.
Erfolgsfaktor höchste Standards.
ATS setzt die Qualitäts- und Tech-
nologiestandards unserer Branche.
Es ­versteht sich von selbst, dass wir dabei
Wir starteten 2002
das neue Werk in
Shanghai, das eines
der modernsten
HDI-Werke der
Welt ist.
auf ­aus­ge­feilte Technologien setzen. Dafür
investieren wir massiv in Forschung und
Entwicklung. Entscheidend dabei ist, dass
wir zukunftsweisende Technologien nicht
nur entsprechend den Kundenbedürf­
nissen entwickeln, sondern diese auch rasch
industrialisieren und in den geforderten
Stückzahlen liefern können.
Erfolgsfaktor kontinuierliche Investitionen.
Wer stillsteht, der verliert. Für die hoch­
dynamische Leiterplattenbranche gilt das in
besonderer Weise. Deshalb investieren wir
bei ATS nicht nur massiv in die Weiter-
entwicklung unserer Technologien, sondern
auch in unsere Produktionskapazitäten.
Allein im Geschäftsjahr 2014/15 beliefen
sich die Netto-Investitionen auf knapp
165 Mio. €. Dazu berichte ich Ihnen gleich
etwas mehr.
Erfolgsfaktor Mensch.
Es sind unsere Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter mit ihrem überdurchschnitt-
lichen Engagement und ihrer Loyalität,
die unsere ­Position an der Spitze der
Branche festigen. Und als europäisches
Unter­nehmen punkten wir mit Werten
wie Respekt, Fairness, Zuverlässigkeit und
Handschlagqualität.
Nachhaltige Unternehmensführung.
ATS ist sich als „Good Corporate
Citizen“ der besonderen Verantwor-
tung gegenüber den Menschen in den
­Regionen, in denen wir tätig sind, bewusst.
Neben der Unterstützung von Sozial­
projekten und der laufenden Verbesserung
des Umwelt­schutzes arbeiten wir auch
­kontinuierlich an der Reduktion des Ver-
brauchs ­natürlicher Ressourcen wie Wasser,
Rohstoffe und ­Primärenergieträger. Damit
wollen wir nicht zuletzt auch den wirt-
schaftlichen Erfolg von ATS absichern.
Doch wie bringen wir nun die Kraft
­unserer Erfolgsfaktoren auf die operative
Straße?
8 ATS Geschäftsbericht 2014/15
»Erfolg und Effektivität unserer
Strategie lassen sich schwer
an einem isoliert betrachteten
Jahres­ergebnis ablesen. Dafür
sind unsere strategischen
­Entscheidungen zu langfristig.«
Wir unterteilen unser operatives ­Geschäft
in die Segmente Mobile Devices  Subs­
trate sowie ­Industrial  Auto­motive inkl.
­Medical. Diese beiden Bereiche unter­
scheiden sich hinsichtlich der Kunden­
ansprüche und Dynamik sehr stark. Das
Segment Mobile Devices mit ­Applikationen
für Smart­phones, Tablets, Notebooks, PCs
und ­Digitalkameras ist der ­klare technologi-
sche Treiber: per­manente Innovationen zur
Erweiterung der ­Funktionen und ­Steigerung
des ­Leistungsver­mögens sind absolut erfolg­
bestimmend. Gleich­zeitig ist dieser Sektor
von relativ kurzen ­Produktlebenszyklen ge-
prägt, die gewöhnlich nicht länger als 12 bis
18 ­Monate dauern. Die Bestell­mengen sind
in der Regel nur rund zwei Monate vorab
fix definiert.
Das Segment Industrial  Automotive
inkl. Medical wird von zwei wichtigen
Faktoren geprägt: Einerseits können wir
hier die ursprünglich für den Bereich
Mobile ­Devices  ­Substrates entwickel-
ten Technologien gewinnbringend zur
Verlängerung der ­Nutzungsdauer unserer
Produktions­anlagen einsetzen. Anderer­
seits ist der Lebens­­zyklus mit bis zu sieben
Jahren bedeutend länger, was die mittel­
fristige Absatzplanung erleichtert und
die Auslastung stabilisiert. Die techno-
logischen Ansprüche variieren je nach
­Anwendungsgebiet. Im Sektor ­Automotive
wird die Nachfrage aktuell von ­einem
­steigenden Anteil elektronischer Kompo-
nenten – zum Beispiel für hoch­wertige
Systeme wie Spurwechsel­assistenten oder
automatische ­Fahrerabstands­messung –
­unterstützt. In ­hochwertigen Fahrzeugen
kommen bis zu 200 Leiterplatten – von der
­Getriebesteuerung über die sich ­automatisch
anpassende LED-Beleuchtung bis zu Enter­
tainment-Systemen – zum ­Einsatz. Eine
­Industrieproduktion ohne ­Roboter und
Sensoren wäre ­heute un­vorstellbar – auch
hier ­stecken hochleistungs­fähige Leiter­
platten ­dahinter. In der Medizintechnik
erfordern Therapie­an­wen­dungen wie
­Hörgeräte oder ­Diagnostik­anwendungen
wie MRT hochwertige, zuverlässige
­Lösungen. Auch in diesem Bereich konnte
sich ATS während der letzten Jahre eine
führende Stellung sichern.
Unsere Strategie wurde im Geschäftsjahr
2014/15 erfolgreich bestätigt. Dank der
­erfolgreichen Positionierung in ertrag­
reichen Anwendungen konnten wir den
Umsatz und – noch viel wichtiger – auch
den Ertrag in beiden Segmenten markant
steigern. Der Erfolg und die ­Effektivität
unserer ­Strategie lassen sich aber nur
schwer an einem isoliert betrachteten
­Jahresergebnis ablesen. Dafür sind unsere
strategischen Ent­scheidungen zu lang­fristig.
Dazu zählt auch die Zusammenarbeit mit
Kunden, die in ihrem Sektor den Ton
angeben und damit ihren eigenen Erfolg
langfristig absichern; die laufende Steige-
rung der betrieblichen Effizienz und aller
Prozesse; auch die Fähigkeit, frühzeitig die
richtigen Technologien zu entwickeln und
diese auch industriell fertigen zu können.
Das derzeit viel zitierte „Internet of things“
oder „Internet of everything“ zeigt eine
Vielzahl von Trends auf, die die Zukunft
der Elektronikbranche weiter prägen
­werden. Die entscheidende Frage ist
jedoch, welche Anwendungen sich auch
im professionellen Bereich durchsetzen
werden: zum Beispiel die Datenbrille
für ­Wartungsarbeiten oder sogenannte
Wearable Devices, am Körper tragbare
An­wendungen, die auch für den medizini-
schen Bereich eingesetzt werden können.
»Leistungssteigernde Applikationen für
Mobile Devices sind absolut erfolgsbestimmend.«
Forschungsquote sichert ATS
den Platz an der Technologiespitze
(bereinigt um die Entwicklungs­
kosten Chongqing)
4,2 %
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
waren per 31. März 2015 bei ATS
beschäftigt
aller Umsätze 2014/15 wurden
mit Produkten erzielt, die
während der letzten drei
Jahre eingeführt wurden und
technologisch innovativ sind
8.120
29,2 %
9
2014 2015 2016 2017 2018
Vorstandspräsentation
1) Quelle Prismark, Mai 2015
Globaler Leiterplattenmarkt wächst rascher als viele Elektronikbranchen
Unabhängige Markteinschätzungen prognostizieren für den
weltweiten Leiterplattenmarkt, der von ATS adressiert wird,
im Zeitraum von 2014 bis 2019 ein durchschnittliches Wachstum
von 3,3 % jährlich. Höherwertige Technologien wie HDI-Microvia-­
Leiterplatten sollten ein stärkeres Wachstum erzielen können.
Smartphones bleiben Wachstumsmotor der Elektronikindustrie
Kein anderer Sektor der Elektronikindustrie wuchs 2014 stärker
als der Markt für Smartphones, der einen Anstieg um 27 % auf
über 1,3 Mrd. verkaufte Geräte verzeichnete. Für die nächsten
Jahre gehen Prognosen von einer Abflachung der Dynamik auf
rund 9 % aus.
PROGNOSE ABSATZVOLUMEN SMARTPHONES
IN MRD. STÜCK 1)
Die in nahezu allen Segmenten der Elektronik­industrie
­eingesetzten IC-Substrate können nur von wenigen Herstellern
angeboten werden. Die Top Ten Player ­nehmen in ­Summe einen
Marktanteil von rund 80 % ein.
Mit der Errichtung des neuen Werks in Chongqing, China, wird
sich ATS in den nächsten ­Jahren zu einem führenden Anbieter
in diesem Hoch­­technologie­segment etablieren. Der Ramp-up des
in Qualifi­zierung befindlichen Werks wird wie geplant mit ersten
­Umsätzen im Kalenderjahr 2016 erwartet.
Globales Marktvolumen für ­IC-Substrate
beläuft sich 2014 auf rund 8 Mrd. US-$
Substratähnliche ­Leiterplatte als nächster Entwicklungsschritt
der ­HDI-Technologie
Um das langfristige und nachhaltige, profitable ­Wachs­tum im High-
End-Bereich zu halten, wird ATS dieses Marktpotenzial durch
den Aufbau neuer ­Kapazitäten für diese nächste Leiterplatten-­
Generation, sogenannte „substratähnliche ­Leiterplatten“, am
Standort Chongqing erschließen. Dafür werden die Gesamt­
investitionen an diesem Standort bis Mitte 2017 von 350 Mio. €
auf etwa 480 Mio. € erhöht.
Der Produktionsstart für diese Technologie wird in der ­zweiten
Jahres­hälfte 2016 erwartet und basiert auf einer engen
­Kooperation zwischen den beiden ATS Standorten Shanghai und
Chongqing. Dabei werden Synergien vor allem in den Bereichen
Technologie, Prozess-Know-how und Managementkapazitäten
genutzt.
1,3
1,8 1,9
1,61,5
10 ATS Geschäftsbericht 2014/15
Zur Umsatz- und Ertragsentwicklung und
wie es damit weitergeht:
2014/15 war für uns ein sehr erfolg­
reiches Jahr. Wir konnten die sehr guten
Vorjahres­werte bei Umsatz und Ertrag
nochmals deutlich auf 667,0 Mio. € ­steigern
und neue Rekordergebnisse erzielen.
Hauptverantwort­lich für den Umsatz­
anstieg war der Nach­frage­anstieg sowohl im
Segment Mobile Devices  Substrates als
auch im Segment Industrial  Automotive.
Für das Geschäftsjahr 2015/16 erwarten wir
wiederum einen Umsatz auf dem hohen,
jetzt erreichten Niveau bei gleichen durch­
schnittlichen Wechselkursen. Die Steigerung
des ­Betriebsergebnisses im ­Geschäftsjahr
2014/15 auf 90,1 Mio. € resultiert neben der
verbesserten Kapazitätsauslastung haupt­
sächlich aus kontinuierlichen Kosten- und
Effizienzverbesserungsaktivitäten. Da­rüber
hinaus trugen positive Währungseffekte im
Finanzergebnis und kapitalisierte Zinsen zur
Ver­besserung des Konzernjahres­ergebnisses
bei. Für 2015/16 erwarten wir eine EBITDA-
Marge aus der Produktion und dem Verkauf
von Leiterplatten auf vergleichbar hohem
Niveau wie im Geschäftsjahr 2014/15. Unter
­Berücksichtigung der Belastungen durch
Anlaufkosten in Chongqing erwarten wir auf
Ebene des Gesamtkonzerns eine EBITDA-
Marge von 18–20 % für das Geschäftsjahr
2015/16.
Wichtige Ertragspotenziale:
Langfristig müssen wir weiterhin auf die rich­
tigen Anwendungsgebiete und vor allem auf
die richtigen Kunden setzen, mit denen wir
uns technologisch und mengenmäßig weiter­
entwickeln können. Nur so können wir unsere
hohe Ertragskraft absichern. In den nächsten
beiden Geschäftsjahren wird der erfolgreiche
Produktionsstart in Chongqing und somit der
Einstieg in das Geschäft mit IC-Substraten und
substratähnlichen Leiterplatten ein Haupt­
fokus sein. Strategisch bedeutet dieser Schritt
eine außerordentliche Entwicklungschance
für uns. Der operative Alltag wird weiterhin
durch die Verbesserung aller Prozesse und Ab­
läufe, dem optimalen IT-Einsatz, aber auch die
Investitionen zur langfristigen Absicherung der Profitabilität
und Steigerung des Unternehmenswertes
Karl Asamer, Finanzvorstand von ATS zum wirtschaftlichen Erfolg,
Bilanzstruktur, Finanzierungsstrategie und Dividendenpolitik.
11Vorstandspräsentation
hohen Investitionen geprägten Jahren, ist
es, die Netto­­verschuldung im Verhältnis zum
EBITDA unter 3,5 und die Eigenkapitalquote
über 35 % zu halten.
Langfristige, optimierte
­Finanzierungsstruktur:
Wir konnten im Geschäftsjahr 2014/15
den Nettomittelzufluss aus laufender
Geschäftstätigkeit um knapp 37 % auf über
143,9 Mio. € steigern. Unsere ­wichtigste
Finanzierungsquelle wird auch im Geschäfts­
jahr 2015/16 der erwirtschaftete ­Cashflow
aus dem Ergebnis ­bleiben. Parallel dazu
setzen wir Fremdkapital in Form von
Bank­darlehen, Schuldscheindarlehen und
Unternehmensanleihen ein. Zur Abfederung
von Liquiditäts­schwankungen haben wir
uns zudem Kredit­linien von über 200 Mio. €
gesichert. Die durchschnittliche Rück­
zahlungsdauer betrug zum Bilanzstichtag
3,8 Jahre. Wir werden weiterhin an der
­Optimierung der Rückzahlungsdauer
­arbeiten und das gegenüber den Vorjahren
niedrige Zinsniveau für Finanzierungen
nutzen. ATS verfügt über eine sehr gute
Bonität und kann daher aktuell neue Finan­
zierungen über 5 Jahre mit einer Verzinsung
von unter 2 % abschließen. Bei der Auswahl
unserer Finanzierungspartner legen wir
großen Wert auf Wettbewerbsfähigkeit,
langjährige Partnerschaft und Präsenz in den
Ländern, in denen wir auch aktiv sind.
Mit welcher Dividende Aktionäre
rechnen können:
Mit dem Start des Investitionsprojekts
„IC-Substrate“ in Chongqing wurde die
bisherige Dividendenpolitik vorübergehend
ausgesetzt und durch einen Fixbetrag von
0,20 €/Aktie für die Geschäftsjahre 2012/13
und 2013/14 ersetzt. In dieser durch hohe
Investitionen geprägten Zeit strebt der
Vorstand für das abgelaufene Geschäftsjahr
und die nächsten Jahre eine zurückhalten­
de Dividendenpolitik an.
»ATS verfügt über eine sehr
gute Bonität und kann daher
aktuell neue Finanzierungen
über 5 Jahre mit einer
Verzinsung von unter 2 %
abschließen.«
­Reduzierung der Kosten ­zugekaufter Materi­
alien und Leistungen geprägt ­werden.
Solide Bilanz und Cashflows:
2014/15 konnte die Eigenkapitalquote auf
49,5 % gesteigert werden und die Netto­
verschuldung im Verhältnis zum ­EBITDA
auf 0,8 gesenkt werden. Zum Bilanzstichtag
verfügte die ATS über Zahlungsmittel
und -äquivalente von 273,9 Mio. €. Der
­Verschuldungsgrad ­konnte auf 21,6 %
­gesenkt werden. Damit haben wir eine wich­
tige Voraussetzung ­geschaffen, die noch
ausstehenden Investitionen in Chongqing
von über 300 Mio. € bis Mitte 2017 und jene
für technologische Ver­besserungen und
Ersatz zu finanzieren. Diese Wachstums­
investitionen werden die Nettoverschuldung
erhöhen und die Eigenkapitalquote senken.
Unser Ziel in den nächsten beiden, von
»Aktuell erken­
nen wir zahlreiche
Trends. Die ent­
scheidende Frage
ist jedoch, welche
Anwendungen
sich auch wirk­
lich durchsetzen
­werden.«
Ich glaube, dass jeder, der ein wenig über
die Zukunft unserer Branche nachdenkt,
überzeugt davon ist, dass das sogenannte
„Internet of things“ unser tägliches Leben
nochmals stark verändern wird. Geräte und
Funktionalitäten werden über das Internet
miteinander vernetzt und ­kommunizieren
auch miteinander. Dazu zählen auch
Lösungen zur intelligenten Steuerung von
­Energiesystemen, Smart Homes oder die
weitere Automatisierung von Industrie­
prozessen. Und nicht zuletzt ist auch im
Automotive-Bereich mit revolutionären
Innovationen zu rechnen. Aus technologi-
scher Sicht sind schon heute selbst fahrende
Autos möglich, die also ganz ohne Fahrer
auskommen. Im Bereich der Mobilkommu-
nikation beschäftigt uns die Frage, ob bzw.
wie das Smartphone abgelöst werden wird.
Wird sich die Smart Watch durch­setzen,
oder kommt etwas ganz Neues?
Wir sehen, dass sich der Trend zur Minia­
turisierung weiter fortsetzen wird. Die
Leiterplatte wird noch kleiner werden, mehr
Funktionen über­nehmen und Komponen-
ten integrieren. Damit einhergehend wird
auch der Trend zur ­Modularisierung weiter
zunehmen. Gemeint ist damit eine subs-
tanzielle ­Verbesserung der elektronischen
Systeme, die nur erreicht werden kann,
wenn die einzelnen Komponenten ideal
aufeinander abgestimmt und in modularen
Strukturen aufgebaut werden. Auch dieser
Anspruch wird unsere Branche ganz wesent-
lich verändern.
12 ATS Geschäftsbericht 2014/15
So klein wird unsere Welt
Heinz Moitzi, Technikvorstand von ATS, über den Trend zu Miniaturisierungen und
andere aktuelle FE-Schwerpunkte und die damit verbundenen Herausforderungen.
Zum Thema Forschungsschwerpunkte:
Unsere Branche mit ihren zahlreichen Anwen­
dungsgebieten ist extrem schnell­lebig und
dynamisch. Als Technologieführer investiert
ATS rund 4,2 % (bereinigt um Entwicklungs­
kosten Chongqing) bzw. etwa 28,2 Mio. € in
Forschung und Entwicklung – in die Weiter­
entwicklung bestehender Lösungen ebenso
wie in gänzlich neue Bereiche. Neben dem
zentralen Themenfeld der Miniaturisierung,
wo es darum geht, die Leiterplatte trotz
immer höherer Komplexität zu verkleinern,
­beschäftigen wir uns intensiv mit der Frage
der Integration von weiteren Komponenten
und Funktionen oder wie mit der Wärmeent­
wicklung auf immer engerem Raum umge­
gangen werden kann. Darüber hinaus gilt es
natürlich auch, unsere eigenen Prozesse und
Abläufe selbstkritisch zu hinterfragen und
laufend zu verbessern.
Zur Organisation von FE:
Am Anfang steht die Arbeit unseres
­Advanced-Concepts-Teams, die darin besteht,
neue und aufstrebende Technologien zu
identifizieren, zu analysieren und weiterzu­
entwickeln. Hier geht es vorwiegend darum,
Zukunftstrends der Elektronikbranche früh­
zeitig zu antizipieren und die technologischen
Auswirkungen auf die Leiterplatten früher
als die Mitbewerber zu erkennen. Wir setzen
dabei neben Methoden der Geschäftsfeldana­
lyse, des Technologie-Screenings und Monito­
rings auch Risikoanalysen, Patentrecherchen
und technische Machbarkeits­studien ein, um
nur einige Instrumente zu nennen.
Zum Thema geringe Streuverluste:
Unser Innovationsprozess ist entlang des
sogenannten ATS Stage-Gate® Process
organisiert. Jeder Ansatz muss definierte
Kriterien erfüllen, um in einer nächsten Phase
weiterverfolgt zu werden. So können wir
erfolg­versprechende Projekte frühzeitig iden­
tifizieren und unsere Ressourcen darauf kon­
zentrieren. Erfolgentscheidend ist dabei eine
frühzeitige Abstimmung mit den Kunden, aber
auch mit den Lieferanten, vor allem wenn es
dabei um gänzlich neue Techno­logien und
Verarbeitungsprozesse geht.
Zu Patenten und ihrer Verteidigung:
In erster Linie schützen wir unsere Inno­
vationen durch Patentanmeldungen. Allein im
Geschäftsjahr 2014/15 konnten wir 20 Schutz­
rechte neu zur Anmeldung ein­reichen. In
Summe hält ATS über 100 Patent­familien
mit mehr als 170 Schutzrechten. In manchen
Fällen ist es aber sinnvoller, auf eine Patent­
anmeldung zu ver­zichten, um die Konkurrenz
erst gar nicht darauf aufmerksam zu machen.
Zur Frage, ob es Leiterplatten in ihrer heuti­
gen Form in einigen Jahren noch geben wird:
Die Commodity-Leiterplatte wird es auf
jeden Fall geben. Auch in größeren ­Mengen
13Vorstandspräsentation
Es zählt zu den Stärken von ATS, diese
Trends nicht nur rechtzeitig zu berück­
sichtigen, sondern sie in geeigneten
Technologien abzubilden – und das rascher,
als es die Konkurrenz kann. So ­arbeiten
wir ­beispielsweise bereits seit Jahren und
sehr intensiv daran, neue Maßstäbe und
Standards im Bereich der Miniaturisierung
zu setzen. Die Entwicklung unserer ECP®
Technologie (Embedded ­Component
­Packaging ­Technology) ist ein Resultat dieser
­Arbeit. Was kann diese Technologie? ­Dabei
werden aktive und passive Bau­elemente
in das Innere der Leiterplatte ­eingebaut,
um zusätzlichen Platz für ­Bauelemente
auf der Oberfläche zu ­schaffen. Aber auch
mit der Errichtung eines neuen Werks für
­IC-Substrate am ­chinesischen Standort
Chongqing ­schaffen wir die Voraussetzung
für zukünftige ­Erfolge. ­IC-Substrate sind
mehrlagige, elektrisch leitende Schaltungs-
träger für ­Silizium-Halbleiter (Integrated
­Circuits, IC) und fungieren als Bindeglied
­zwischen den Strukturen im Nanobe-
reich der Halb­leiter und den Strukturen
im Mikrometer­bereich der Leiterplatten.
Durch den Einsatz von immer leistungs­
fähigeren Mikroprozessoren in Computern,
Notebooks, Smartphones und Tablets sind
IC-Substrate ein wesentlicher Bestandteil
der Verbindungstechnologie. Mit diesem
Werk positionieren wir ATS als einen
der federführenden Anbieter in der High-
End-IC-Substrate-Technologie. Um die
Zukunftstrends zu antizipieren, haben
wir unser bisheriges Investitions­volumen
am Standort Chongqing von 350 Mio. €
auf 480 Mio. € erhöht. Wir werden in die
nächste Technologie­generation in unserem
Kerngeschäft und gleichsam eine Weiterent-
wicklung der HDI-­Technologie investieren.
Sozusagen das ­„Morgen“, um bei dem zuvor
vom Kollegen Moitzi gewählten Bild zu
bleiben.
Wir stehen also vor einem weiteren ent­
scheidenden ­Quantensprung unserer Unter­
nehmensgeschichte. Dabei halten wir an
den bewährten Stärken und Alleinstellungs­
merkmalen, die ATS seit Jahren auszeich-
nen, auch weiterhin fest. Neben ­unserer
Fähigkeit, die Standards bei Technik und
Qualität zu ­setzen, ist es auch unser Ein-
schätzungsvermögen darüber, was unsere
Kunden ­eines Tages brauchen könnten
und auch brauchen werden. ­Weiters starke
und bewährte Lieferanten und Forschungs­
partner, die uns auf unserem Weg auf das
nächste Level ­begleiten.
Aus technologischer Sicht und hinsicht-
lich der genannten neuen Geschäftsfelder
befindet sich ATS aktuell in einem
Transformationsprozess mit weitreichenden
­Auswirkungen für die Zukunft. Voran­ge­
trieben wird dieser Prozess von unserem
Kernteam, das täglich mit einem unglaub-
lichen Einsatz – und das quer durch alle
Kulturen – am weiteren Erfolg von ATS
arbeitet.
Die bisherigen Erfolge von ATS zeigen
klar, dass in der Vergangenheit strategische
Entscheidungen richtig gefällt und umge-
setzt wurden. Wir setzen täglich alles daran,
diesen Weg auch in Zukunft fortzusetzen:
die maßgeblichen Trends richtig zu er-
kennen und zu antizipieren, das operative
Geschäft weiter zu verbessern und unsere
Investitionsprojekte rechtzeitig und tech-
nisch gut umgesetzt auf Schiene zu bringen.
So wollen wir die ATS Erfolgsgeschichte
fortschreiben – im Sinne und zum Vorteil
unserer Aktionäre, Kunden und Mitarbeiter.
Vor uns liegt eine spannende Zukunft mit
interessanten Entwicklungsperspektiven,
die ich Ihnen mit diesen Zeilen hoffentlich
verständlicher machen konnte.
Sollte dieses Vorhaben gelungen sein, lade
ich Sie herzlich ein, uns doch ein Stück
unseres Weges zu begleiten. Ein analyti-
scher Blick zurück zeigt Ihnen, dass es sich
um ­einen Weg erfolgreichen Wachstums
­handelt. Zugegeben, für uns selbst ist
der Blick in die Vergangenheit weniger
­spannend als der in unsere Zukunft. Denn
sie ist die Zeit, in der wir unsere interes­
santesten Geschäfte machen werden.
Herzlich Ihr Andreas Gerstenmayer,
Vorstandsvorsitzender
als ­heute. Wir werden aber auch immer
mehr Leiterplatten brauchen, die über
eine andere Komplexität als heute ver­
fügen, die noch kleiner sind und immer
mehr Funktionen übernehmen. Vor
15 Jahren kam ein Telekommunikations­
modul nur in Mobiltelefonen zum Einsatz.
Heute finden wir es auch in ­intelligenten
Kühlschränken, Kaffee­auto­maten,
­medi­zinischen Geräten oder Industrie­
maschinen. Hier sind die technologi­
schen Möglichkeiten noch lange nicht
ausgereizt. Meines Erachtens bleiben
die nächsten Jahre für unsere Branche
extrem spannend. ATS ist dafür in jeder
Hinsicht bestens vorbereitet.
Weitere Informationen zu FE finden Sie
im Lagebericht ab Seite 94.
Leiterplatten der
neuesten Generation
im Millimeterbereich.
»Wir investieren
rund 480 Mio. €
bis 2017 und
halten so weiter­
hin die ­führende
Technologie­
position.«
14 ATS Geschäftsbericht 2014/15
ATS – First choice for
advanced applications
Mit dieser Vision – die erste Wahl für hochwertige Anwendungen zu sein – positioniert sich ATS erfolgreich
im hochdynamischen Weltmarkt für Leiterplatten. ATS ist heute Europas größter Leiterplattenhersteller und
einer der führenden Produzenten von technologisch hochwertigen Leiterplatten weltweit. ATS konzentriert
sich auf High-End-Technologien für langfristig attraktive und profitable Anwendungen für die Bereiche Mobile
Endgeräte, Automotive, Industrie und Medizintechnik. Die ATS-Aktien notieren seit 2008 an der Wiener Börse
(davor seit 1999 an der Börse Frankfurt), und sie stehen mit rund 65,9 % mehrheitlich im Streubesitz.
Per 31. März 2015 beschäftigte ATS über 8.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die im Geschäftsjahr
2014/15 Umsatzerlöse in Höhe von 667,0 Mio. € erwirtschafteten.
ATS-Mission
§	 Wir setzen höchste Qualitätsstandards in unserer Branche
§	 Wir industrialisieren zukunftsweisende Technologien
§	 Wir stellen den Menschen in den Mittelpunkt
§	 Wir reduzieren unseren ökologischen Fußabdruck
§	 Wir schaffen Werte
Über 8.100 Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter weltweit für
ATS im Einsatz
Meilensteine der Unternehmensgeschichte
1987
Unternehmensgründung,
hervor­gegangen aus mehreren
Unternehmen im Eigentum
der Österreichischen
Verstaatlichten Industrie.
1994
Privatisierung und
Zuschlag an Androsch,
Dörflinger, Zoidl.
1999
Börsengang Frankfurt (Neuer Markt);
Akquisition von Indal Electronics Ltd.,
dem größten indischen Leiterplatten­
werk in Nanjangud, heute ATS India
Private Limited.
2002
Produktionsstart im
neuen Werk in
Shanghai – eines der
führenden HDI-Werke
der Welt.
2006
Erwerb des koreanischen
Herstellers von flexiblen
Leiterplatten Tofic Co. Ltd.,
heute ATS Korea Co., Ltd.
2008
ATS Wechsel an
die Wiener Börse
2009
Neue Produktionsausrichtung:
Österreichische Werke produzieren
für hochwertige Nischen im Industrie-
und Automotive-Segment, Shanghai
konzentriert sich auf das High-End
Mobile Devices Segment.
2010
Produktionsstart
Werk II in Indien.
2011
§	Spatenstich für neues Werk
in Chongqing, China
§	Erhöhung der Kapazitäten
in Shanghai um 30 %.
2013
ATS steigt in Kooperation mit einem führenden
Halbleiterhersteller in das ­IC-Substrate-Geschäft ein.
2015
ATS erzielt im Geschäftsjahr
2104/15 neuerlich Rekord­
werte bei Umsatz und Ertrag
und beschließt Erhöhung des
Investitionsprogramms in
Chongqing von 350 Mio. €
auf 480 Mio. €.
15Unternehmensprofil
Unternehmensstandorte
§	 Produktion Europa: hohe Produktvielfalt, niedrigeres Volumen
§	 Produktion Asien: hohes Volumen, niedrige Produktvielfalt
§	 Vertriebsnetzwerk über drei Kontinente
	ATS Werk
	ATS Vertriebsstandort
Nanjangud, Indien
Rund 1.100 Mitarbeiter
Leoben, Österreich
Hauptquartier
Rund 900 Mitarbeiter
Shanghai, China
Rund 4.600 Mitarbeiter
Ansan, Korea
Rund 300 Mitarbeiter
Chongqing, China
Rund 900 Mitarbeiter,
in Bau befindlich
Fehring, Österreich
Rund 300 Mitarbeiter
16 ATS Geschäftsbericht 2014/15
Produktportfolio 
­Anwendungsbereiche
HDI
Microvia-Leiterplatte
HDI
Anylayer-Leiterplatte Multilayer-Leiterplatte IMS Leiterplatte
Doppelseitige
Leiterplatte
HDI bedeutet „High
­Density Inter­connect“
und steht für laser­ge­
bohrte Verbin­dungen
(Micro­vias). HDI ist
der erste Schritt zur
Minia­tu­risierung. ATS
ermöglicht Varianten von
4 Lagen Laser bis zum
6-n-6 HDI Multilayer.
Technologische Weiter­
entwicklung der HDI
Microvia: 100 % aller
elektr. Verbindungen
werden über laser­
gebohrte Microvias
realisiert. Vorteil: weitere
Minia­turisierung bei
höherer Leistungsfähigkeit
und Zuverlässigkeit.
ATS stellt HDI Anylayer
von 4 bis 12 Lagen her.
Multilayer-Leiterplatten
findet man nahezu
in jedem Bereich der
Industrie-Elektronik.
ATS fertigt 4- bis
28-lagige Leiter­platten
vom Einzelmuster bis
zur Großserie.
IMS steht für „Insulated
Metal Substrate“. IMS
Leiterplatten dienen in
erster Linie zur Wärme­
ableitung und werden
deshalb vor allem bei
LED oder ­sogenannten
Leistungsbauteilen
­verwendet.
Doppelseitig durch­
kontaktierte Leiterplatten
werden heute in allen
Bereichen der ­Elek­
tronik eingesetzt.
ATS kon­zen­triert
sich auf doppelseitige
Leiterplatten im
Bereich von 0,1 mm bis
3,2 mm Dicke.
Shanghai, Leoben
Produktionsstandort
Shanghai Leoben, Nanjangud,
Fehring
FehringFehring, Nanjangud
Mobiltelefone; in nahezu
allen Elektronik­bereichen,
z. B. auch in Computer-
Tomo­graphen, Naviga­
tions-, ­Infotainment- und
Fahrer­assistenzsystemen
Anwendungsbereiche
Smartphones,
Tablets, PCs
Einsatz in allen Elektronik­
anwendungen, z. B.
Touchpanels und vom
Flugzeug bis zum Motor­
rad, vom Speicherkraft­
werk bis zur Photovoltaik
BeleuchtungsindustrieVorwiegend ­Industrie-
und ­Automotive-
Anwendungen
17Produktportfolio
Flexible Leiterplatte
auf AluminiumRigid-Flex-LeiterplatteFlexible Leiterplatte
Semiflexible
Leiterplatte
Um beispielsweise
LED-Technologie im
Frontscheinwerfer
von Autos einsetzen
zu können, werden
flexible Leiterplatten mit
einem Kühlkörper aus
­Aluminium verklebt und
anschließend mit LED
bestückt.
Bei Rigid-Flex-Leiter­
platten werden die
Vorteile der starren
mit den Vorzügen der
flexiblen Leiterplatte
kombiniert. Dies
bringt dem Anwender
Vorteile in Bezug auf
Signalübertragung,
Größe und Stabilität.
Ermöglicht den Ersatz
von Kabeln und Steckern
sowie Verbindungen
und ­Geometrien, die
mit ­starren Leiterplatten
nicht möglich wären.
Im Vergleich zu flexiblen
Leiterplatten begrenzte
Biegeradien und -zyklen,
Verwendung eines
Standard-Dünnlaminats
ermöglicht kosten­
günstige Alternativen.
AnsanLeoben, AnsanAnsan, Fehring Fehring
Nahezu alle Elektronik­
bereiche z. B. Messgeräte,
Medizin­anwendungen
Automotive-
Anwendungen
Beleuchtung, Automotive,
Gebäudebeleuchtung
Industrieelektronik,
z. B. Fertigungs­maschinen,
Industrie­roboter
Patentierte
Technologien
von ATS
ECP: Embedded
Component Packaging
ECP® ist eine von ATS paten­
tierte Packaging-Technologie zur
Ein­bettung aktiver und passiver
elektronischer Bauelemente in
die Innenlagen der Leiterplatte.
Die mit der ECP®-Technologie
hergestellten Leiterplatten finden
Anwendung in immer kleineren,
­effizienteren und leistungs­
fähigeren Geräten wie beispiels­
weise Smartphones, Tablets,
Digital­kameras und Hörgeräten.
Produktionsstandort: Leoben
2.5D® Technologie-
Plattform
Diese Technologie-Plattform
ermöglicht die Kombination von
mechanischer und elektrischer
Miniaturisierung. Mithilfe dieser
Technologie kann die Stärke von
Leiterplatten partiell reduziert wer­
den, um damit die bestückte Bau­
gruppe dünner zu machen. ­Weiters
können damit Hohlräume in die
Leiterplatte gefertigt werden, um
z. B. Akustikkanäle zu ­realisieren.
Ein Hauptanwendungsgebiet
dieser Technologie ist die 2.5D®-
Rigid-Flex-Leiterplatte, welche
als kostenoptimierte Alternative
für sogenannte Flex-to-install-­
Applikationen eingesetzt wird.
Produktionsstandorte:
Leoben, Shanghai
18 ATS Geschäftsbericht 2014/15
Wertschöpfungskette
Das ist die schematische Darstellung einer Wertschöpfungskette – denn abhängig von der
Anzahl der Lagen kann die Herstellung einer Leiterplatte bis zu 150 Arbeitsschritte ­umfassen.
Ressourcen Produktionsprozess
Beschaffung von
Roh­stoffen und
Material
(u. a. Kupferfolie,
Cores, Prepreg, Gold,
Zinn, Silber, Laminate,
Chemikalien etc.)
Energie
(Strom, Wärme,
Druckluft etc.)
Wasser
(für Produktion,
Kühlung, Reinigung)
Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter
(8.120 FTE per
31.3.2015)
Auszug der
Faktoren, die
auf die Wert­
schöpfungs­kette
einwirken
Aufbereitung der
Kundendaten
Core
1.	Isolationsmaterial: in Epoxydharz
getränkte Glasfasermatte
2.	Kupferfolie
Wiederholen der
Laminatschichten und
Belichtungsvorgänge
Bis zu 26 Lagen möglichAuftragen der Lötstoppmaske
Dient als Schutz gegen Oxidation des
Kupfers auf der Oberfläche sowie
zur Vermeidung eines Kurzschlusses
zwischen den einzelnen Leiterbahnen
und Lötflächen.
Belichten, entwickeln
und aushärten
Alle inaktiven Flächen werden
abgedeckt. Alle aktiven Flächen
(Lötpads, Prüfflächen usw.) werden
vom Lötstopplack freigestellt.
Konturbearbeitung
(Fräsen, Ritzen)
Produktionsplanung und
laufende Optimierung
FEGrundlagenentwicklung,
Produktionsprozesse,
Materialauswahl,
Problemlösung
Internes und externes
Recycling von Reststoffen
Ressourcen-, energie- und
wassereffiziente Produktion
Wiederholung der
Prozessschritte Reinigung,
Laminierung, Belichtung,
Entwicklung und Ätzung
Oberflächenbeschichtung
der Pads mit Nickel/Gold,
Silber oder chemisch Zinn
Als Oxidationsschutz und zur
Bildung einer lötbaren Schicht
Reinigung der Oberfläche
und Laminierung mit
photosensitiver Folie
19Wertschöpfungskette
Einbau in das Endgerät
Anwen­dungen von
ATS Leiterplatten
Smartphones, Tablets, ­Digital­
kameras, LED-Frontscheinwerfer,
Antriebssteuerung, Fahrer­­
assistenzsysteme, Diagnose­
geräte, Hörgeräte, Herzschritt­
macher, Robotik, Sensorik etc.
Entwicklung des Resists und
Entfernung nicht benötigter
Kupferfolie mittels Ätzen
Chemische Behandlung
der Oberfläche
Für bessere Haftung
Belichten mittels LDI
(Laser Direct Imaging)
Ein Laserstrahl belichtet
alle Bereiche, die nach
dem Ätzprozess erhalten
bleiben sollen.
Lay-up und Verpressung
von Core, Prepeg und
Kupferfolie bei bis zu
40 bar und 220 °C
Mechanisches Bohren
Für durchgehende Verbindung
der einzelnen Kupferlagen
Qualitätskontrolle
100 % Test der elektrischen
Funktionsfähigkeit,
visueller Test.
Qualitätssicherung
Zertifizierung der Anlagen
und Prozesse
Aus- und Weiterbildung
der Mitarbeiter
Laserbohren
Für Verbindungen zwischen
bestimmten Ebenen
Verkupfern der
Bohr- und Laserlöcher
Für elektrische Verbindung
Bestückung der Leiterplatten
mit Halbleitern (Mikrochips),
Widerständen,
Kondensatoren etc.
Vakuumverpackung
der Leiterplatten (einzeln
oder in Trays) und
Auslieferung an Kunden
Nächste Schritte*
* Nicht Teil der ATS Wertschöpfungskette.
Die Champions League
der Leiterplatten
Wer kompromisslose Qualität im High-Tech-Bereich will, lässt bei ATS produzieren:
Rund 8.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weltweit produzieren an fünf Standorten
hochwertige Leiterplatten – selbst in kleinsten Losgrößen. Ihr Know-how und ihr Einsatz
sichern Weltklasse für unsere anspruchsvollen Kunden. Begleiten Sie uns und werfen wir
gemeinsam einen Blick in eine Produktion der Perfektion im Headquarter in Leoben.
Final Inspect. Hier findet die letzte Kontrolle
aller Leiterplatten statt, bevor sie verpackt und
versendet werden. Elektrisch sind die Produkte
einwandfrei funktionsfähig. Den­noch überprüfen
22 Mitarbeiterinnen im Zwei-Schicht-Betrieb
die Leiterplatten nochmals zu 100 % auf optisch
erkennbare Fehler.
22 ATS Geschäftsbericht 2014/15
Einwandfreie
Prozesskontrollen. u
Vom Basis­material
bis hin zum kunden­
spezifischen Test­report
– Sabrina ­Grießmaier,
Sonja Puster und
Mariella ­Baumgartner
verant­worten die
Prozess­kontrollen
im Physik­labor und
behalten die jeweiligen
Prüfkriterien im Auge.
p The next big thing.
Dietmar Drofeniks Job ist es, den unter­
nehmerischen Weitblick zu schärfen.
Gemeinsam mit den Kollegen von Strategy 
Business Development hält er Ausschau nach
der Technologie von morgen, übermorgen
und für den Tag danach.
t Geballtes Wissen auf acht Laufmetern.
Im Research  Development Team geht es darum, Know-how zu
entwickeln, festzuschreiben und zu schützen. Marco Gavagnin und
Diplomandin Martina Resch vor der Sammlung der ATS Patente.
»Wir versuchen, die Trends
in der Elektronikindustrie zu
antizipieren, um so unseren
Kunden frühzeitig Lösungen
für die Produkte von morgen
bieten zu können.«
Dietmar Drofenik, Strategy  Business Development
23
Elektrischer Testbereich: produktspezifische
Adapter für den sogenannten Nadeltest.
Vereinzelungsprozess. u
Daniel Gratz in der Abteilung Ritzen und
Fräsen vor einer der 15 State-of-the-art-
Fräsmaschinen, die präzise Konturen für rund
2.500 Arbeitsformate pro Tag ermöglichen.
▼ Training on the Job macht Anlagen-fit.
Serrano Santos Starlin absolviert ein mehrmonatiges Training
im Galvanikbereich im Rahmen des umfangreichen Aus- und
Weiterbildungsprogramms.
t Qualität, Qualität
und nochmals Qualität.
Lückenlose Kontrolle
jeder Leiterplatte.
Blick in die Abteilung
Elektrischer Test.
»Wir machen hier Leiter­
platten in Maßarbeit für
jeden nur denkbaren
­Kundenwunsch. Echte
­Präzisionsarbeit.«
Daniel Gratz, Fräsen
▼ Bereit zum Einbetten.
Tamara Paulsen vor der ECP®-Produktion, einer
von ATS patentierten Methode, bevor die Kom­
ponenten in die Leiterplatte integriert werden.
26 ATS Geschäftsbericht 2014/15
p High-Tech-Produktionslinie.
ATS setzt die Standards:
Blick auf hochautomatisierte
­Anlagen am modernsten Stand
der ­Produktionstechnik.
»Ein perfekter Jahresab­schluss
ist so einwandfrei wie unsere
Leiterplatten. Und mindestens
so geprüft.«
Katharina Murg, Finance  Controlling
27ATS Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
t Prüfender Blick II. Karim Beglari, Katharina Murg und ­Michael
Dunst sorgen für die Erstellung gesetzlich vorgeschriebener Konzern­
abschlüsse für Investoren und Management. Tochtergesellschaften
­er­halten hier Lenkungshilfen sowie Rechnungslegungs-Know-how.
p Prüfender Blick I. Vom Reagenzglas bis zum Berzelius-Becher.
Der prüfende Blick von Chemielabortechnikerin Verena Schlugi gilt
im Rahmen ihrer Ausbildung der laufenden Analyse der Prozess­
bäder chemischer Anlagen.
28 ATS Geschäftsbericht 2014/15
t À la carte für die Kunden.
Franz Mattl hält ein ATS Arbeits­
format in Händen. In ­seiner
­Ab­teilung „Fräsen“ werden die
Außen­konturen definiert, um
das vom ­Kunden gewünschte
Auslieferungs­format herzustellen.
Der Backend-Prozess. u
Links fertige Leiterplat­
ten zur Auslieferung.
Rund 5.000 verschie­
dene Kunden­formate
werden derzeit im Werk
Hinterberg für Kunden
quasi in Maß­arbeit
gefertigt. Rechts eine
­Galvanikanlage.
p Den Finger auf die Qualität.
Die Leitfähigkeit jeder Kontaktstelle und jeder Verbindung
wird von Yvonne Tahedl mittels Fingertestverfahren einem
Unterbrechungs- und Kurzschlusstest unterzogen.
q Mit Bravour. Diese Leiterplatte ist bereits im
­Kunden­format und hat soeben den elektrischen Test
in der Fingertest­maschine erfolgreich bestanden.
»Qualitätsbewusst­
sein endet nicht am
Fabriks­tor. Wenn
du es ernst meinst,
lebst du das.«
Yvonne Tahedl, Elektrischer Test
30
Auch der neueste Bohr­
maschinenpark im Werk will
sorgfältig gewartet sein.
31ATS Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
t Ohne Unterbrechung.
Manfred Ofner und sein Team –
hier mit Marion Burghauser und
Mithun Palai – sorgen für eine
reibungslose IT-Infrastruktur
und -Systeme.
p Ein Erfolgsgeheimnis.
Der kritische Blick der Frauen.
Sandra Weissensteiner bei der
finalen Inspektion.
Letzte Inspektion. u
Doris Sarcletti ist die letzte Instanz auf dem Weg
zum höchsten Qualitätsstandard in der Branche.
Sie setzt dabei weltweite Maßstäbe.
»Wir sorgen im
Hintergrund dafür,
dass die Werke nahtlos
24/7 effizient und IT-
unterstützt laufen.«
Manfred Ofner, IT
32 ATS Geschäftsbericht 2014/15
Ökonomisch, ökologisch und sozial. u
Für Tina Sumann, Group Managerin CSR/
Sustainability, ist das ATS Glas immer halb voll,
wenn es um nach­haltiges Wirtschaften und den
­schonenden Umgang mit Ressourcen geht.
p Kompetente Beschaffungsstrategie.
Doris Polding schafft Mehrwert durch
effiziente Ressourcenverwaltung und
optimales Lieferantenmanagement.
Wir als HR Team stellen den
Menschen in den Mittelpunkt.
Ob Arbeiter, Angestellte oder
Management – das interkulturelle
HR-Team stellt weltweit den
Menschen in den Mittelpunkt, indem
wir uns für Respekt, Engagement
und Vertrauen einsetzen.
(Nadja Noormofidi, Simona Rakusa,
Monika Stoisser-Göhring)
p Die Erfolgsgaranten.
Fritz Eder, Daniel Grosser und
Markus Maier stehen stellver­
tretend für 667 Mio. € Umsatz
und sind rund um die Uhr für
unsere Kunden da.
»Durch unsere
Kundenorientierung
ist es uns möglich,
frühzeitig Lösungen
und Innovationen zu
entwickeln.«
Fritz Eder, Sales
34
	 2003/2004	 2013	 2016	 2024
?
ATS Geschäftsbericht 2014/15
Der globale Markt für Leiterplatten ist stark geprägt von der hohen Dynamik der Elektronikindustrie bzw. den
dahinter liegenden Kundenbedürfnissen. Während der letzten Jahre jagte dabei ein „großes Ding“ das nächste
– von Desktop- und Notebook-Computern, MP3-Playern und Digitalkameras, Flachbildschirm-Geräten und
Mobiltelefonen bis hin zu Smartphones und Tablets der jüngsten Generation.
Es waren vor allem Smartphones und Tablets, die in den letzten Jahren überdurchschnittliche Wachstumsraten
erzielen konnten und die Entwicklung der dafür benötigten elektronischen Komponenten wie Halbleiter und
Verbindungstechnologien für Substrate und Leiterplatten stark beeinflusst haben. Konnte man Anfang 2000 mit
einem Mobiltelefon in der Regel „nur“ telefonieren, sind die Smartphones von heute High-End-Computer mit
mehr Rechenleistung, als der NASA für die erste Mondlandung im Jahr 1967 zur Verfügung stand.
Hinter dieser rasanten Entwicklung und Leistungssteigerung verbirgt sich die konsequente Miniaturisierung
in der Halbleiterindustrie. Nach dem Gesetz von Moore verdoppelt sich die Komplexität integrierter Schalt­
kreise alle zwölf bis 24 Monate. Die damit einhergehende Erhöhung der Leistungsdichte bei gleichzeitiger
­Reduzierung der Größe von Halbleitern hat auch bei Leiterplatten die Miniaturisierung und die Erhöhung
der ­Komplexität der Lagenaufbauten und das rasche Wachstum der HDI- und Microvia-Technologie in allen
Marktsegmenten ­bestimmt. So werden heute zunehmend High-End Leiterplatten im Bereich der Automobil­
elektronik, ­(Navigation, Multimedia, Kamerasysteme…) für Industrieanwendungen (Maschine zu Maschine-
Kommunikation, Industriecomputer…) sowie in der Medizinelektronik (MRT, Herzschrittmacher, Hörgeräte…)
und im Consumerbereich (Digitalkameras, High-End TV-Geräte, Smart-Watches…) eingesetzt.
Am anschaulichsten lässt sich diese Veränderung am Beispiel der Mobiltelefone verfolgen. Eine typische
Leiterplatte für ein Mobiltelefon war vor rund zehn Jahren etwa 13 x 6 cm groß. Im Jahr 2013 maß eine
Leiterplatte für ein Smartphone im High-End-Bereich rund 9 x 2 cm. Das heißt, die Leiterplattenfläche für ein
hochkomplexes Mobiltelefon wurde in zehn Jahren auf ein Viertel reduziert. Parallel dazu wurden jedoch die
Eigenschaften und Anwendungsmöglichkeiten substanziell verbessert bzw. erweitert – um hochauflösende
Fotografie, Internetzugang, integriertes Navigationssystem und vieles mehr. Diese Miniaturisierung ist jedoch
noch lange nicht ausgereizt. Durch die Integration von Komponenten in Substrate und Leiterplatten können die
Abmessungen weiter reduziert werden, wie nachstehende Aufstellung zeigt.
Technologischer Wandel der Leiterplatte im Überblick
Markt für Leiterplatten
unterliegt rasantem
technologischen Wandel
Trend zur Miniaturisierung
verstärkt sich weiter
Märkte, Kunden und Potenziale
	 Mobiltelefon	 Smartphone	 System on Chip	 All in One
	 125 x 55 mm	 85 x 20 mm	 30 x 30 mm	 20 x 20 mm?
	 1	 0,25	 0,13	 0,06?
	 100/100 μm	 40/40 μm	 30/30 μm	 20/20 μm
	 1-n-1	 Anylayer	 Anylayer  Embedding	 ?
Type
PCB
FF
L/S
Type
PCB
FF
L/S
Technologie
35
2014 2015 2016 2017 2018
Geschäftsmodell und Strategie
Für ATS eröffnen sich mit der Integration von Komponenten in die Leiterplatte (Chip-Embedding) völlig neue
Möglichkeiten und Wachstumspotenziale. Aktuell wird der Markt für die Bestückung der Leiterplatten (Assembly
Service) von den sogenannten „Contract Electronic Manufacturer“ (CEM’s) beherrscht und der Markt für die
Einbettung von Komponenten (Packaging) von der Halbleiterindustrie. Mit einem globalen Gesamtvolumen von
rund 1.300 Mrd. US-$ ist dieser Markt um ein Vielfaches größer als jener für „unbestückte“ Leiterplatten.
Mit dem Eintritt einiger Leiterplatten- und Substrathersteller in die Welt der Bestückung steht die Wert­
schöpfungs­kette der Elektronikindustrie vor grundlegenden Änderungen.
Der globale Leiterplattenmarkt weist nach Einschätzungen von Prismark für 2014 ein Gesamtvolumen von
über 57 Mrd. US-$ aus. Für die nächsten Jahre wird ein durchschnittliches jährliches Wachstum von rund 3 %
jährlich prognostiziert. Für höherwertige Technologien wie zum Beispiel HDI-Microvia-Leiterplatten werden
stärkere Wachstumsraten als für den Gesamtmarkt erwartet. Detaillierte Informationen dazu finden Sie auch
im Lagebericht ab Seite 70.
Absatzvolumen Leiterplattenmarkt
in Mrd. US-$
Integration von Komponenten
in die Leiterplatten bietet
großes Potenzial
Quelle: Prismark, Q4 2014
n Asien – sonstige
n China
n Japan
n Europa
n Amerika
19,4
26,1
6,7
2,2
3,0
57,4
19,9
27,6
6,4
2,1
2,9
58,9
20,8
29,2
5,9
2,1
2,9
60,9
21,6
30,7
5,5
2,0
2,9
62,7
22,5
32,1
5,2
2,0
2,9
64,7
36 ATS Geschäftsbericht 2014/15
„Fixed“ Computing
(Man geht zum Gerät)
Mobility/BYOD
(Man nimmt das Gerät mit sich)
Internet of Things
(Zeitalter des Geräts)
Internet of Everything
(Menschen, Prozess, Daten, „Dinge“)
Verdoppelt alle
1,3 Jahre
Verdoppelt alle
1,4 Jahre
Verdoppelt alle
? Jahre
50 Mrd. Dinge
Trends und Technologien
Die weitere „Digitalisierung der Welt“ wird dieses Jahrzehnt verändern und das Wachstum der Elektronik­
industrie bestimmen. Die treibenden Kräfte dieser Entwicklung sind der nahezu allgegenwärtige Zugang zum
Internet, zu immer günstigeren Tarifen für die Übertragung von Daten und für Sensoren sowie die Nutzung
des Internets zur Unterstützung der Kommunikation zwischen elektronischen Geräten. Aktuell steht die
­Gesellschaft am Beginn des sogenannten „Internet of Things“ (IoT). Eine Entwicklung, die darauf basiert, wie
Internet-verbundene Geräte verwendet werden, um den Datenaustausch zu verbessern, komplexe Prozesse in
der Industrie zu automatisieren und wertvolle Informationen zu generieren.
Im Jahr 2020 werden nahezu 50 Milliarden „Dinge“ über das Internet verbunden sein, gemäß einer Studie von
Cisco, dem weltweit führenden Anbieter von Netzwerklösungen. Im Vergleich zu 2014 mit knapp 20 ­Milliarden
verbundenen Geräten – in erster Line Smartphones und Computer – würde das einem jährlichen Wachstum von
rund 16 % entsprechen. Damit hat das IoT das Potenzial, das „nächste große Ding“ in der globalen Elektronik­
industrie zu werden.
Während das Konzept von IoT noch relativ jung ist, ­wandelt es sich bereits zu einer wesentlich breiteren Idee:
dem ­„Internet of Everything“ (IoE). Dieser Ansatz umfasst nicht nur die Anzahl der Geräte, sondern auch die
Ver­änderung der Art und Weise, wie diese Geräte das Internet in der ­Vergangenheit genutzt haben. Die meisten
der ­heute ­verwendeten „verbundenen Geräte“ ­benötigen eine ­aktive ­Interaktion durch den Benutzer und wer­
den vor ­allem für die Informationsbeschaffung oder Unter­haltung ver­wendet. Der Großteil der 50 ­Milliarden
­verbundenen ­Dinge im Jahr 2020 wird dafür verwendet werden, ­Systeme in unterschiedlichsten Bereichen
wie ­Industrie, Smart Home, Smart City, Smart Energy, Smart Mobility, Smart Healthcare, Wearables u.v.a. zu
vernetzten und zu ­steuern. Die Auswirkung ­dieser Entwicklung wird das ­weitere Wachstum der ­gesamten
Elektronik­industrie in ­allen Segmenten wesentlich beeinflussen.
„Digitalisierung der Welt“ wird
die Entwicklung der Elektronik­
industrie bestimmen
Quelle: Cisco
1995 2000 2011 2020
200 Mio.
10 Mrd.
37
2014 2015 2016 2017 2018 2019
140
104
180
211
166
569
502
134
100
170
201
160
552
492482
535
154
191
160
96
128
160
117
215
246
185
624
534
153
112
203
234
178
605
523
146
108
191
222
172
587
513
Geschäftsmodell und Strategie
Wachstumsprognosen Elektronikmarkt nach Segmenten
in Mrd. US-$
In den Prognosen von Prismark zur Entwicklung des globalen Elektronikmarkts spiegeln sich die skizzierten
Trends wider. Besonders groß sind die Wachstumserwartungen für elektronische Anwendungen im
Industriebereich (z. B. Industrie 4.0) mit einer Gesamtsteigerung bis 2018 von knapp 27  % gefolgt vom
Automobilbereich (z. B. Autonomes Fahren) mit 22,5 %. Überdurchschnittlich stark sollte diesen Einschätzung
zu Folge auch der Medizinsektor (z. B. online Patientenüberwachung) mit 17 % und der Sektor Luftfahrt und
Militär mit rund 20 % wachsen. Für die Bereiche Computer (z. B. Tablets, Notebooks) wird ein Wachstum von
9 % und für Kommunikation (z. B. Smartphones und Infrastruktur) mit 15 % gerechnet, das entspricht einer
leichten Abflachung nach dem Boom der Vorjahre. Der Sektor Consumer Electronic (z. B. Wearables) sollte bis
2018 einen Anstieg um knapp 16 % verzeichnen.
Detaillierte Informationen zur Entwicklung der Märkten und Branchen finden Sie auch im Lagebericht ab
Seite 70.
Quelle: Prismark, 2014
n Computer
n Industrie
n Kommunikation
n Medizin
n Consumer
n Luftfahrt/Militär
n Automotive
38 ATS Geschäftsbericht 2014/15
Einfluss- und Erfolgsfaktoren
Neben den zuvor skizzierten Veränderungen hinsichtlich Technologien und Anwendungsbereiche wird der
­Geschäftsverlauf von ATS von mehreren Einfluss- und Erfolgsfaktoren bestimmt. Die globale Elektronik­
industrie ist von einer hohen Dynamik geprägt und steht selbst im Einfluss der allgemeinen Konjunkturlage,
der ­Investitionsbereitschaft der Unternehmen und der privaten Konsumneigung. Neben diesen allgemeinen
­Einflussfaktoren ist die Leiterplattenindustrie mit ihren weltweit rund 2.800 Produzenten von intensivem Wett­
bewerb gekennzeichnet. ATS fokussiert sich daher seit Jahren auf den technologischen High-End Bereich mit
einer deutlich reduzierten Anzahl von rund 10 bis 15 relevanten Wettbewerbern.
In diesem sich kontinuierlich verändernden Umfeld hat ATS wesentliche Faktoren für den nachhaltigen Erfolg
definiert:
§	 Klarer Fokus des Produkt- und Technologieportfolios
§	 Langfristige Strategie mit ausreichender Flexibilität, um Marktentwicklungen antizipieren
zu können bzw. auf Marktveränderungen reagieren zu können
§	 Maximale Kundennähe und hohe eigene Marktintelligenz zur frühzeitigen Feststellung von Trends,
die die Elektronik- und Leiterplattenindustrie bestimmen werden
§	 Diversifiziertes und ausbalanciertes Kunden-, Anwendungs- und Technologieportfolio,
um die unterschiedlichen Saisonalitäten und Volatilitäten der einzelnen Marktsegmente positiv zu nützen
§	 Schnelle Umsetzung neuer High-End-Technologien und -Prozesse in den benötigten Mengen
§	 Operative Exzellenz zur Sicherstellung hoher Qualitäts- und Produktionsstandards
§	 Wettbewerbsfähige Standortwahl
39Geschäftsmodell und Strategie
Unternehmensstrategie
Unter Berücksichtigung der zuvor skizzierten Marktpotenziale sowie Einfluss- und Erfolgsfaktoren verfolgt die
ATS-Unternehmensstrategie eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts im Sinne aller relevanten
Interessengruppen. Nachstehende Themenfelder bilden die wichtigsten Eckpfeiler dieser Strategie:
§	 Ausbau der Technologieführerschaft
	- 	 durch Konzentration auf das High-End-Leiterplatten-Segment
	- 	 durch Industrialisierung von zukunftsweisenden Technologien
§	 Langfristiges, profitables Wachstum
	- 	 durch Konzentration auf Anwendungsbereiche mit attraktivem Wachstumspotenzial	
und langfristiger Profitabilität
	- 	 durch operative Exzellenz bei Qualität, Effizienz und Produktivität
§	 Zukunftsorientierte Human-Resources-Strategie
	- 	 Neue Kapazitäten für neue Technologien: Bindung und Gewinnung der besten Mitarbeiterinnen	
und Mitarbeiter durch globale Entwicklungsperspektiven und herausragende Aus- und	
Weiterbildungsprogramme
	- 	 Diversität als Zukunftspotenzial
§	 Nachhaltige Unternehmensführung
	- 	 durch europäische Standards an allen Standorten
	- 	 durch ambitionierte Key Performance Indicators für Ressourcenverbrauch und Emissionen
	- 	 durch klares Committment als „Good Corporate Citizen“
40
IC Substrate
7/7 μm L/S
ECP/SAP
25/25 μm L/S
Next gen.
­Anylayer+
Substrate
like PCB
30/30 μm L/S
Interposer
40/40 μm L/S
Anylayer
40/40 μm L/S
Microvia/HDI
60/60 μm L/S
Multilayer
100/100 μm L/S
PTH
250/250 μm L/S
ATS Geschäftsbericht 2014/15
Zur langfristigen Absicherung und dem
weiteren Ausbau der Marktposition
als führender Hersteller von High-End-
Leiterplatten verfolgt ATS eine klare
Technologiestrategie. Die zentralen
Ansatzpunkte bilden dabei das weitere
Vorantreiben der Miniaturisierung durch
Realisierung von feineren Strukturen, die
Verarbeitung dünnerer Materialien und
die Integration von zusätzlichen Funk­
tionalitäten wie thermische Lösungen,
Energie­gewinnungsmöglichkeiten sowie
die Einbettung von passiven und aktiven
Komponenten. Vor allem die Embedding-
Technologie bedingt auch ein Nachjustieren
des bisherigen Geschäftsmodells, in dem
die Wertschöpfung durch die Bauteilbe­
schaffung und Einbettung erweitert wird.
Die Kombination dieser techno­logischen
Entwicklungen – Miniaturisierung auf ­Ebene
der Leiterplatte sowie ­IC-Substraten – sowie
die Umsetzung von System-in-Board- und
System-in-­Package-Anwendungen werden
in weiterer Folge die vollständige Integrati­
on von High-End HDI-Microvia-Technologie
und Embedded-­Component-Packaging hin
zu hoch­komplexen All-in-One-Modulen
ermöglichen.
Die nachstehende Grafik v­erdeutlicht
entlang der linken Skala die Entwicklung der
Miniaturisierung im ­Hinblick auf Leiterzugs­
dichte und -abstände. Auf der horizontalen
Achse ist die Entwicklung der „Funktionellen
Integration“ dargestellt. Die Kombination
dieser beiden Aspekte wird zu den bereits
erwähnten „All-in-one Modulen“ führen.
Mit dem Einstieg in die IC-Substrat­
technologie und der Erweiterung des
Unternehmensstandorts Chongqing durch
die Implementierung eines ­neuen Tech­
nologieniveaus für sogenannte substrat­
ähnliche Leiterplatten schafft ATS als eines
der ersten Unternehmen weltweit die Basis
für die Verschmelzung der beiden Welten
von Leiterplatten- und Halbleiterindustrie in
einem wettbewerbsfähigen Umfeld. Neben
diesen Aspekten be­schäftigt sich ATS
mit zahlreichen weiteren technologischen
­Fragestellungen, die aus Wettbewerbs­
gründen nicht näher er­läutert werden.
Weitere Details zur Forschungs- und
­Entwicklungstätigkeit finden Sie im
­Lage­bericht ab Seite 94.
Technologiestrategie
Technische Evolution und Auswirkungen auf ATS-Produktportfolio
Rigid Kavitäten Rigid-Flex Thermo­
manage­
ment
HF-
Anwen­
dungen
Passive
 aktive
Komp.
Sensoren
MEMS
Power
Supply
Energy
Harvester
Gehäuse 3D PCB
Diversifikation:
Zusätzliche
Funktionalitäten
M
iniaturisation und SiB ergeben hochwertige M
odule
Roadmap für
Miniaturisierung
elektronischer
Verbindungen
Funktionelle Module:
System-in-board (SiB)
System-in-package (SiP)
Miniaturisierung
Zukunft: All-in-one-Module
Modularisierung
41Geschäftsmodell und Strategie
Nachhaltigkeit bedeutet bei ATS nicht nur ein „Good
Corporate Citizen“ zu sein, Nachhaltigkeit ist bei ATS auch
eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung. Daher hat ATS an
allen Standorten europäische Standards in vielen ­Bereichen
des Umweltschutzes bzw. Ressourcenver­brauchs ein­
geführt. Diese werden in klaren Key ­Performance Indicators
ausgedrückt: ATS hat sich zum Ziel gesetzt, den Total
Carbon Footprint in kg CO2 je m2 Leiterplatte um jährlich
5 %, den Frischwasserverbrauch je m2 Leiterplatte um
jährlich 3 % zu reduzieren. Die soziale Verantwortung wird
in Form von zahlreichen Projekten vor allem im Bildungs­
bereich auf Basis der Strategie „think global, act local“ an
den Standorten individuell umgesetzt. Ökonomie, Öko­
logie und soziale Verantwortung gewinnbringend für alle
Stakeholder zu vereinen ist das Ziel der Nachhaltigkeits­
strategie von ATS. Alle Handlungsfelder, Maßnahmen und
Zielsetzungen wurden im ersten Nachhaltigkeits­bericht von
ATS im Geschäftsjahr 2013/14 dokumentiert. Der nächste
Nachhaltigkeitsbericht erscheint im Juli 2015. Detaillierte
Informationen finden Sie auch im Lagebericht ab Seite 91.
Zukunftsorientierte
Human-Resources-Strategie
Nachhaltige
Unternehmensführung
Als globales Technologieunternehmen in einem sich ­ständig und
stark veränderndem Umfeld benötigt ATS für den lang­fristigen
Erfolg bestens ausgebildete, sehr flexible und hoch motivierte
­Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Für die Absicherung und Weiter­
entwicklung des Know-hows setzt ATS auf eine Aus- und Weiter­
bildungsoffensive mit kontinuierlich steigenden Mitteln. Fachkräfte
werden aufgrund fehlender allgemeiner Aus­bildungswege für die
Leiterplattenindustrie vorwiegend durch interne Programme ­aus-
und weitergebildet. Mit internationalen Talent-Programmen will
ATS junge, mobile und hochkarätige ­Absolventen als Führungs­
kräftenachwuchs gewinnen.
Die Stärkung der gemeinsamen, stark positiv ­ausgeprägten Unter­
nehmens­kultur (Basis: interne Umfrage, Februar 2015) mit einer
klaren Vision und Mission, erfolgsorientierten Führungsgrund­sätzen
und einer offenen Feedback-Kultur ist ebenso ein Erfolgs­faktor
für ATS als attraktiver und guter Arbeitgeber wie die ­weitere
­Förderung der Diversität nach Geschlechtern und Kulturen.
Detaillierte Angaben zu diesen Themenfeldern finden Sie im
­Lagebericht ab Seite 88.
ATS zählt zu den profitabelsten Unter­
nehmen der Branche und ­überzeugt seit
Jahren mit einer über dem Durchschnitt
der Leiterplattenindustrie liegenden hohen
EBITDA-Marge und einer ­starken opera­
tiven Cash-Flow-Generierung. Um diese
Profi­tabilität, in Kombination mit konti­
nuierlichem Wachstum, auch in Zukunft
sicherzustellen, konzentriert sich ATS
weiterhin auf profitable Marktsegmente
mit intakten Wachstumsperspektiven und
hohen technologischen Ansprüchen. Einen
wesentlichen Meilenstein wird dabei der
Produktionsstart von IC-Substraten sowie
substratähnlichen Leiterplatten am Stand­
ort Chongqing, China, im Jahr 2016 bilden.
Die laufende Verbesserung des Produkt­mix
und optimale Steuerung und ­Balancierung
der vorhandenen Kapazitäten an allen
Standorten sind weitere, wesentliche
Parameter für die nachhaltige Profitabilität
von ATS. Dabei spielt unter ­anderem
das Standortkonzept eine wichtige Rolle:
ATS setzt für entsprechende Kosten­
vorteile auch weiterhin auf die hoch­
volumige ­Produktion mit geringem
Produkt­mix in Asien und niedrige Volumina
mit hoher Produkt­vielfalt in Europa. Das
heraus­ragende Prozess-Know-how bildet
die Basis für die Qualitätsführerschaft von
ATS: niedrige interne Ausschussraten
haben einen unmittelbaren Einfluss auf die
EBITDA-Marge, das Verhältnis von unter­
proportional an­steigender Mitarbeiter­
anzahl zu ­steigendem Umsatzwachstum
drückt unter anderem eine hohe Produk­
tivität aus.
Die wesentlichen Kennzahlen
zur Unternehmenssteuerung:
ATS misst die Fähigkeit, Innovationen
markt- und zeitnah umzusetzen, anhand
der Kennzahl ­Innovation Revenue Rate
(IRR). Sie drückt den Umsatzanteil jener
Produkte aus, ­deren Markt­einführung
­während der ­letzten drei Jahre erfolg­
te und die sich durch einen hohen
­Innovationsgrad auszeichnen. ­Zielgröße:
IRR höher als 20 %.
Für die beiden ­weiteren Performance­
kennzahlen ROCE und Cash Earnings weist
ATS aufgrund der Expansionsphase für
die beiden neuen Werke in Chongqing,
­China, keine konkrete Zielgröße aus. Mit
dem Return on Capital Employed (ROCE)
misst ATS die Verzinsung des eingesetz­
ten Kapitals: das um das Finanz­ergebnis
bereinigte Ergebnis in ­Relation zum
durch­schnittlich eingesetzten verzinslichen
Kapitals. Der ROCE soll jedoch klar über
dem WACC (durschnittlicher Wert in der
Branche: rund 10 %) liegen.
Zur Beurteilung der operativen, finanziel­
len Leistungs­fähigkeit verwendet ATS die
Kennzahl Cash Earnings, die das Konzern­
jahresergebnis ohne Berück­sichtigung der
Abschreibungen umfasst.
Langfristig profitables Wachstum
42 ATS Geschäftsbericht 2014/152 ATS – First choice for advanced applications
Sehr geehrte Aktionärinnen, sehr geehrte Aktionäre!
Das Geschäftsjahr 2014/15 war für ATS ein außerordentlich erfolgreiches Jahr: In einem für ATS kundenseitig
stark wachsenden Marktumfeld konnte ATS dank der klaren strategischen Ausrichtung sowie operativer Exzellenz
alle wesentlichen Erfolgskennzahlen steigern und den Wachstumskurs der vergangenen Jahre nicht nur fortsetzen,
sondern darüber hinaus noch deutlich steigern. Dieser Wachstumskurs sowie die technologisch führende Position
im kompetitiven, asiatisch dominierten Mitbewerberumfeld sollen mit dem Produktionsstart der neuen Technolo-
gie „IC-Substrate“ bzw. der Erweiterung des Standortes Chongqing (China) um die nächste Leiterplattengeneration
– die substratähnlichen Leiterplatten – fortgesetzt werden.
Die strategischen Weichenstellungen für die Entwicklung in Chongqing und die in diesem Zusammenhang stehen-
den konkreten Fortschritte, Investitionen und Finanzierungsthemen bildeten einen wesentlichen Schwerpunkt der
Beratungen und Beschlüsse des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2014/15. Eine dieser Sitzungen wurde am Standort
des im Aufbau befindlichen Werkes in Chongqing abgehalten, womit sich alle Aufsichtsratsmitglieder vor Ort einen
Überblick über den Projektfortschritt verschaffen konnten.
Der Aufsichtsrat hat auch im abgelaufenen Geschäftsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung, Österreichischem Corpora-
te Governance Kodex (ÖCGK) und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben und Pflichten gewissenhaft wahrge-
nommen. Der Aufsichtsrat wurde während des Geschäftsjahres vom 1. April 2014 bis zum 31. März 2015 vom
Vorstand im Rahmen eines Informations- und Meinungsaustausches sowie in offenen Diskussionen regelmäßig,
sowie umfassend schriftlich und mündlich über die Marktsituation, die Strategie, die Geschäfts- und Finanzlage des
Konzerns und seiner Beteiligungen, über die Personalsituation und über die Investitionsvorhaben unterrichtet bzw.
hat der Aufsichtsrat entsprechende Beschlüsse gefasst. Der Aufsichtsrat konnte sich von einem funktionierenden
Emittenten-Compliance-System überzeugen.
Der Aufsichtsratsvorsitzende wurde auch außerhalb von Aufsichtsratssitzungen regelmäßig durch den Vorstand
über die Geschäftsentwicklung informiert.
Im Geschäftsjahr 2014/15 tagte der Aufsichtsrat sechs mal unter Teilnahme des Vorstands. Entschuldigt wurden
Franz Katzbeck für zwei Aufsichtsratssitzungen und DDr. Regina Prehofer, Dr. Karin Schaupp und Dkfm. Karl Fink für
jeweils eine Aufsichtsratssitzung. Während des Geschäftsjahres 2014/15 gab es keine personellen Veränderungen
im Aufsichtsrat: In der 20. ordentlichen Hauptversammlung der ATS vom 3. Juli 2014 erfolgte lediglich eine Wie-
derwahl, bei der Herr Mag. Gerhard Pichler erneut in den Aufsichtsrat der Gesellschaft gewählt wurde.
AUSSCHUSSTÄTIGKEIT Der Aufsichtsrat richtete einen Prüfungsausschuss und einen Nominierungs- und
Vergütungsausschuss als ständige Ausschüsse ein. Zusätzlich hat der Aufsichtsrat während des Geschäftsjahres
2014/15 einen Projektausschuss etabliert, der Fragen der Fremdfinanzierung behandelt. In den jeweiligen einge-
richteten Ausschüssen wurden einzelne Sachgebiete vertiefend behandelt und darüber dem Aufsichtsrat berichtet.
Der Prüfungsausschuss, dem DDr. Regina Prehofer (Vorsitzende), Mag. Gerhard Pichler (Finanzexperte), Dr. Georg
Riedl, Wolfgang Fleck und Günther Wölfler angehören, befasste sich schwerpunktmäßig mit der Prüfung des Jah-
resabschlusses und Konzernabschlusses zum 31. März 2014 und der Planung und Vorbereitung der Jahres- und
Konzernabschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2014/15. Er hat sich durch Erörterung mit dem Wirtschaftsprüfer,
Einsichtnahme in geeignete Unterlagen und Gespräche mit dem Vorstand ein umfassendes Bild verschafft. Weiters
überwachte er die Wirksamkeit des unternehmensweiten internen Kontrollsystems, des internen Revisionssystems
und des Risikomanagementsystems der Gesellschaft. Der Prüfungsausschuss hat dem gesamten Aufsichtsrat über
diese Überwachungstätigkeit berichtet und keinerlei Mängel festgestellt. Der Prüfungsausschuss tagte im abgelau-
fenen Geschäftsjahr zweimal. Die Sitzungen standen unter dem Vorsitz von Frau DDr. Prehofer, die in dieser Funktion
auch regelmäßig bei der Quartalsberichterstattung eingebunden warund im Anschluss an den Aufsichtsrat berichtete.
Wesentlicher Schwerpunkt des Aufsichtsrats hinsichtlich Vergütungsfragen bildete im Geschäftsjahr 2014/15 die
Einführung eines langfristigen Vergütungsmodells („Long-Term-Incentive-Programm“) für den Vorstand und Schlüs-
selkräfte der Gesellschaft auf Basis von „Stock Appreciation Rights“ (SAR) als Ersatz des mit letzter Zuteilung am
1. April 2012 ausgelaufenen Stock-Options-Programmes. Dem Nominierungs- und Vergütungsausschuss gehörten
Bericht des Aufsichtsrats
43Bericht des AufsichtsratsATS – First choice for advanced applications 3
folgende Mitglieder an: Dr. Hannes Androsch (Vorsitzender), Dkfm. Karl Fink, DI Albert Hochleitner, Wolfgang Fleck,
Günther Wölfler. Der Nominierungs- und Vergütungsausschuss tagte dreimal.
Am 19. März 2015 wurde durch Beschluss des Aufsichtsrats betreffend die Durchführung verschiedener Maßnah-
men zur Fremdfinanzierung ein Projektausschuss für die weitere Abwicklung einschließlich der Erteilung der Zu-
stimmung zur Durchführung entsprechender Transaktionen eingerichtet.
Dem Projektausschuss gehören Dr. Hannes Androsch als Vorsitzender sowie KR Ing. Willibald Dörflinger, DDr. Regi-
na Prehofer, Wolfgang Fleck und Günther Wölfler an. Der Projektausschuss, der am 19. März 2015 und damit am
Ende des Geschäftsjahres eingerichtet wurde, tagte während des Geschäftsjahres 2014/15 nicht, besteht jedoch
auch nach dem 31. März 2015 weiter bis zu seiner Auflösung.
SELBSTEVALUIERUNG DES AUFSICHTSRATS Der Aufsichtsrat führt jährlich, so auch für das Geschäfts-
jahr 2014/15, eine Selbstevaluierung durch, um durch kontinuierliche Verbesserungen in der Arbeitsweise sicherzu-
stellen, dass er weiterhin seine Aufgaben im Interesse der Aktionäre und aller weiteren Stakeholder wahrnehmen
kann. Die vom Aufsichtsrat jährlich vorgenommene Evaluierung seiner Tätigkeit hat ergeben, dass die geübte Praxis
den Anforderungen des Aktiengesetzes und des Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) entspricht
und die Organisation, Arbeitsweise und Zielorientierung im Sinne der Aktionäre und aller weiteren Stakeholder
effizient ist. Die Selbstevaluierung bleibt auch weiterhin Bestandteil der kritischen Eigenreflexion der Tätigkeit des
Aufsichtsrats.
KONZERN- UND JAHRESABSCHLUSS Der Aufsichtsrat der ATS schlug vor, die PwC Wirtschaftsprüfung
GmbH, Wien, zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2014/15 zu bestellen. Dieser
Vorschlag wurde von der Hauptversammlung am 3. Juli 2014 angenommen.
Der Jahresabschluss der AT  S Austria Technologie  Systemtechnik Aktiengesellschaft und der Konzernabschluss
zum 31. März 2015 wurden jeweils von der PwC Wirtschaftsprüfung GmbH, Wien, geprüft und mit einem uneinge-
schränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Lagebericht und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr
2014/15 stehen im Einklang mit dem Jahresabschluss und Konzernabschluss. Der Aufsichtsrat billigt nach vorherge-
hender Befassung des Prüfungsausschusses und ausführlicher Erörterung und Prüfung den Jahresabschluss der
Gesellschaft zum 31. März 2015, der damit gemäß § 96 Abs. 4 AktG festgestellt ist. Er erklärt sich außerdem nach
vorhergehender Befassung des Prüfungsausschusses sowie eingehender Erörterung und Prüfung mit dem gemäß
§ 245a UGB nach IFRS aufgestellten Konzernabschluss, dem Lagebericht, dem Konzernlagebericht und dem Corpo-
rate-Governance-Bericht einverstanden. Die Prüfungen des Aufsichtsrats haben nach umfassender Erörterung mit
dem Abschlussprüfer keinerlei Anlass zu Beanstandungen gegeben. Der Aufsichtsrat folgt der Empfehlung des
Prüfungsausschusses und wird der 21. ordentlichen Hauptversammlung vorschlagen, die PwC Wirtschaftsprüfung
GmbH, Wien, zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2015/16 zu bestellen.
Der Aufsichtsrat schließt sich dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands an. Demnach sollen vom ausgewie-
senen Bilanzgewinn zum 31. März 2015 in Höhe von 36.874.815,29 € (davon ausschüttungsfähig: 24.502.815,29 €)
als Dividende 13.986.000,00 € – das sind 0,36 € je Stückaktie – ausgeschüttet werden. Der restliche Gewinn in Höhe
von 22.888.815,29 € soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.
DANK AN VORSTAND UND AN ALLE MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER Abschlie-
ßend möchte der Aufsichtsrat dem gesamten Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Dank und
Anerkennung für ihre besonderen Leistungen und ihr Engagement im vergangenen Geschäftsjahr aussprechen.
Für den Aufsichtsrat
Leoben-Hinterberg, am 8. Juni 2015
Dr. Hannes Androsch
Vorsitzender des Aufsichtsrats
44 ATS Geschäftsbericht 2014/15
INVESTMENT-STORY VON ATS
Vier gute Gründe, die für ein Investment in die ATS-Aktien sprechen:
Nachhaltige Profitabilität
 Einer der profitabelsten Leiterplattenhersteller der Welt durch Konzentration auf das High-End-
Segment
 Starke operative Cashflow-Generierung
Einzigartige Marktposition
 Größter europäischer Leiterplattenhersteller
 Technologie- und Qualitätsführer in einem von asiatischen Mitbewerbern dominierten Umfeld
 Ausgewogenes Portfolio an Kundenindustrien
 Globale Blue-Chip-Kunden
Langfristig attraktives Wachstum
 Globale Megatrends der Elektronikindustrie bieten enormes Potenzial für ATS (z.B. totale Vernet-
zung aller „Dinge“)
 ATS ist mit seinem Technologieportfolio in Marktsegmenten und Endanwendungen positioniert,
die ein kontinuierlich attraktives Wachstum aufweisen
 Eintritt in ein neues High-End-Geschäftsfeld 2016 (IC-Substrate)
Überzeugende Kostenstruktur
 Idealer Produktionsfußabdruck: Asien für hohes Volumen und niedrige Produktvielfalt;
Europa für hohe Produktvielfalt und niedriges Volumen
 Hohe Produktivität und Effizienz durch herausragendes Prozess-Know-how
 Kontinuierliche Verbesserung der Kostenstruktur
Investor Relations
FINANZTERMINE IM
ÜBERBLICK
21. Ordentliche Hauptver-
sammlung
9. Juli 2015
1. Quartal 2015/16
28. Juli 2015
Dividendenzahltag und Ex-Tag
30. Juli 2015
2. Quartal 2015/16
27. Oktober 2015
3. Quartal 2015/16
28. Jänner 2016
Jahresergebnis 2015/16
10. Mai 2016
INVESTMENT-STORY VON ATS
Vier gute Gründe, die für ein Investment in die ATS-Aktien sprechen:
Nachhaltige Profitabilität
 Einer der profitabelsten Leiterplattenhersteller der Welt durch Konzentration auf das High-End-
Segment
 Starke operative Cashflow-Generierung
Einzigartige Marktposition
 Größter europäischer Leiterplattenhersteller
 Technologie- und Qualitätsführer in einem von asiatischen Mitbewerbern dominierten Umfeld
 Ausgewogenes Portfolio an Kundenindustrien
 Globale Blue-Chip-Kunden
Langfristig attraktives Wachstum
 Globale Megatrends der Elektronikindustrie bieten enormes Potenzial für ATS (z.B. totale Vernet-
zung aller „Dinge“)
 ATS ist mit seinem Technologieportfolio in Marktsegmenten und Endanwendungen positioniert,
die ein kontinuierlich attraktives Wachstum aufweisen
 Eintritt in ein neues High-End-Geschäftsfeld 2016 (IC-Substrate)
Überzeugende Kostenstruktur
 Idealer Produktionsfußabdruck: Asien für hohes Volumen und niedrige Produktvielfalt;
Europa für hohe Produktvielfalt und niedriges Volumen
 Hohe Produktivität und Effizienz durch herausragendes Prozess-Know-how
 Kontinuierliche Verbesserung der Kostenstruktur
Investor Relations
FINANZTERMINE IM
ÜBERBLICK
21. Ordentliche Hauptver-
sammlung
9. Juli 2015
1. Quartal 2015/16
28. Juli 2015
Dividendenzahltag und Ex-Tag
30. Juli 2015
2. Quartal 2015/16
27. Oktober 2015
3. Quartal 2015/16
28. Jänner 2016
Jahresergebnis 2015/16
10. Mai 2016
2 ATS – First choice for advanced applications
INVESTMENT-STORY VON ATS
Vier gute Gründe, die für ein Investment in die ATS-Aktien sprechen:
Nachhaltige Profitabilität
 Einer der profitabelsten Leiterplattenhersteller der Welt durch Konzentration auf das High-End-
Segment
 Starke operative Cashflow-Generierung
Einzigartige Marktposition
 Größter europäischer Leiterplattenhersteller
 Technologie- und Qualitätsführer in einem von asiatischen Mitbewerbern dominierten Umfeld
 Ausgewogenes Portfolio an Kundenindustrien
 Globale Blue-Chip-Kunden
Langfristig attraktives Wachstum
 Globale Megatrends der Elektronikindustrie bieten enormes Potenzial für ATS (z.B. totale Vernet-
zung aller „Dinge“)
 ATS ist mit seinem Technologieportfolio in Marktsegmenten und Endanwendungen positioniert,
die ein kontinuierlich attraktives Wachstum aufweisen
 Eintritt in ein neues High-End-Geschäftsfeld 2016 (IC-Substrate)
Überzeugende Kostenstruktur
 Idealer Produktionsfußabdruck: Asien für hohes Volumen und niedrige Produktvielfalt;
Europa für hohe Produktvielfalt und niedriges Volumen
 Hohe Produktivität und Effizienz durch herausragendes Prozess-Know-how
 Kontinuierliche Verbesserung der Kostenstruktur
Investor Relations
FINANZTERMINE IM
ÜBERBLICK
21. Ordentliche Hauptver-
sammlung
9. Juli 2015
1. Quartal 2015/16
28. Juli 2015
Dividendenzahltag und Ex-Tag
30. Juli 2015
2. Quartal 2015/16
27. Oktober 2015
3. Quartal 2015/16
28. Jänner 2016
Jahresergebnis 2015/16
10. Mai 2016
2 ATS – First choice for advanced applications
45Investor Relations
ENTWICKLUNGEN AM KAPITALMARKT Das Geschäftsjahr 2014/15 war von einer uneinheitlichen
globalen Konjunkturentwicklung, Unsicherheiten bezüglich der weiteren Politik der Notenbanken und einer
Serie geopolitischer Krisen geprägt. Die ursprünglichen Wachstumsprognosen für Europa wurden nicht erfüllt
– nicht zuletzt aufgrund der Ukraine-Russland-Krise. Die Entwicklung an internationalen Börsen, allen voran in
den USA, wurde vom anhaltend niedrigen Zinsniveau in den wichtigsten Volkswirtschaften bestimmt. Die
Befürchtungen, die US-Notenbank könnte ihren expansiven Kurs verlassen, lösten zwar temporäre Kurskor-
rekturen aus, traten letztlich aber nicht ein. Der US-Börsenindex Dow Jones Industrial (DJI) zeigte im Jahr
2014 neuerlich eine positive Entwicklung, legte um 7,5 % zu und setzte diesen Trend auch im ersten Quartal
2015 fort. Der NASDAQ 100 verzeichnete von April 2014 bis März 2015 aufgrund der starken Nachfrage nach
global führenden Technologiewerten einen Wertzuwachs um 23 %. Die europäischen Aktien zeigten unge-
achtet der enttäuschenden Konjunkturdaten unterjährige Kursgewinne, die von den Aussichten auf eine
quantitative Lockerung der Europäischen Zentralbank durch den Ankauf von Staats- und Unternehmensanlei-
hen unterstützt wurden. Der deutsche Leitindex DAX durchbrach im Juni 2014 erstmals die Marke von 10.000
Punkten, verlor jedoch im weiteren Jahresverlauf und schloss per Jahresende mit einem Plus von 2,7 %. Im
ersten Quartal 2015 erreichte der DAX neue Höchstwerte von über 12.000 Punkten. Als gesamteuropäischer
Aktienindex konnte sich der Eurostoxx 50 von seinen Tiefstständen im Oktober 2014 bis zum Jahresende
nicht mehr gänzlich erholen; ein Plus von 1,2 % war die Folge. Für das erste Quartal 2015 weist er jedoch ein
Kursplus von 18,6 % aus. Der Wiener Leitindex ATX hat aufgrund der Krise in der Ukraine, des Osteuropa-
Engagements zahlreicher Emittenten – insbesondere von Finanz- und Immobilientiteln – sowie schwacher
Konjunkturdaten im Jahr 2014 um 15,2 % nachgegeben. Der breiter gefasste ATX Prime verlor 13,5 %. Beide
Indizes konnten im ersten Quartal 2015 diese Verluste jedoch mehr als ausgleichen.
KAPITALMARKTKOMMUNIKATION Das ATS Investor-Relations-Team setzt auf eine transparente,
gleichberechtigte, proaktive und nachhaltige Kommunikation mit allen Kapitalmarktteilnehmern. Ziel ist es,
durch einen umfassenden Dialog sowie zeitnahe und relevante Informationen das Vertrauen in ATS langfris-
tig zu stärken. Die transparente Vermittlung der Strategie, des Wachstumskurses, der damit verbundenen
Chancen und Risiken und die aktuelle Geschäftsentwicklung stehen dabei im Fokus. Das Informationsangebot
wird auch auf der für mobile Anwendungen optimierten Homepage unter www.ats.net/de/investoren lau-
fend erweitert. Darüber hinaus steht Interessierten auch der Twitter- und YouTube-Kanal von ATS
(@ATS_IR_PR bzw. ATundS) als Informationsquelle offen. ATS stellt im Sinne der Transparenz und Gleichbe-
handlung aller Aktionärinnen und Aktionäre auch Web-Übertragungen der Hauptversammlung sowie der
zweimal jährlich stattfindenden Pressekonferenzen zu Verfügung. Unser Ziel ist es, den Dialog kontinuierlich
zu verbessern. Wir freuen uns über Ihre Anregungen und Rückmeldungen an die Aktionärshotline (siehe
Kontakt). Alle Aktionärinnen und Aktionäre sind herzlich zur nächsten Hauptversammlung am 9. Juli 2015
eingeladen. Diesbezüglichen Informationen werden auch zeitgerecht auf der Website zur Verfügung gestellt.
Dort finden Sie auch die Beschlüsse und Informationsunterlagen der letzten Hauptversammlung.
KURSENTWICKLUNG UND LIQUIDITÄT DER ATS AKTIE Die ATS-Aktie startete mit einem Kurs
von 8,70 € in das Geschäftsjahr 2014/15, stieg bis zum Juli auf 10,21 € und korrigierte zwischenzeitlich im
Gleichklang mit den wesentlichen Indizes wieder auf 8,60 €. Danach verlief die Entwicklung bis zum Ende des
Kalenderjahres 2014 weiterhin uneinheitlich. Ab Ende Januar 2015 setzte auf Basis des sehr guten Ergebnis-
ses der ersten drei Quartale 2014/15 ein deutlicher und kontinuierlicher Aufwärtstrend ein. Ihren Höchst-
stand im Berichtsjahr erreichte die ATS-Aktie bei hohen Umsätzen mit 15,55 € am 17. März 2015. Im Zuge
der Korrekturen internationaler Technologiewerte gab sie in weiterer Folge ebenfalls nach und schloss am
31. März 2015 mit einem Schlusskurs von 14,62 €. Im Vergleich zum Schlusskurs 2013/14 von 8,75 € ent-
spricht das einem Kursgewinn von 67,1 %. Damit zählte die ATS-Aktie zu jenen Aktien im ATX Prime Index
der Wiener Börse mit der stärksten Kurssteigerung. Parallel zu dieser positiven Aktienkursentwicklung stieg
auch die Anzahl der an der Börse gehandelten Aktien signifikant an: Lag die Liquidität im Geschäftsjahr
2013/14 noch bei rund 50.000 Stück (Einfachzählung) täglich, beliefen sich die durchschnittlichen Tagesum-
sätze gegen Ende des Geschäftsjahres 2014/15 auf durchschnittlich 67.000 Stück (Einfachzählung). In Summe
ATS Aktie im Überblick
Erstnotiz
16.07.1999
Frankfurt, Neuer Markt
ab 20.05.2008
Wien, Prime Market
Anzahl Stammaktien
38.850.000
Wertpapier-Kennnummer
969985
ISIN-Code
AT0000969985
Symbol
ATS
Reuters
ATS.VI
Bloomberg
ATS AV
Indices
ATXPrime, WBI SME
ATS – First choice for advanced applications 3
ENTWICKLUNGEN AM KAPITALMARKT Das Geschäftsjahr 2014/15 war von einer uneinheitlichen
globalen Konjunkturentwicklung, Unsicherheiten bezüglich der weiteren Politik der Notenbanken und einer
Serie geopolitischer Krisen geprägt. Die ursprünglichen Wachstumsprognosen für Europa wurden nicht erfüllt
– nicht zuletzt aufgrund der Ukraine-Russland-Krise. Die Entwicklung an internationalen Börsen, allen voran in
den USA, wurde vom anhaltend niedrigen Zinsniveau in den wichtigsten Volkswirtschaften bestimmt. Die
Befürchtungen, die US-Notenbank könnte ihren expansiven Kurs verlassen, lösten zwar temporäre Kurskor-
rekturen aus, traten letztlich aber nicht ein. Der US-Börsenindex Dow Jones Industrial (DJI) zeigte im Jahr
2014 neuerlich eine positive Entwicklung, legte um 7,5 % zu und setzte diesen Trend auch im ersten Quartal
2015 fort. Der NASDAQ 100 verzeichnete von April 2014 bis März 2015 aufgrund der starken Nachfrage nach
global führenden Technologiewerten einen Wertzuwachs um 23 %. Die europäischen Aktien zeigten unge-
achtet der enttäuschenden Konjunkturdaten unterjährige Kursgewinne, die von den Aussichten auf eine
quantitative Lockerung der Europäischen Zentralbank durch den Ankauf von Staats- und Unternehmensanlei-
hen unterstützt wurden. Der deutsche Leitindex DAX durchbrach im Juni 2014 erstmals die Marke von 10.000
Punkten, verlor jedoch im weiteren Jahresverlauf und schloss per Jahresende mit einem Plus von 2,7 %. Im
ersten Quartal 2015 erreichte der DAX neue Höchstwerte von über 12.000 Punkten. Als gesamteuropäischer
Aktienindex konnte sich der Eurostoxx 50 von seinen Tiefstständen im Oktober 2014 bis zum Jahresende
nicht mehr gänzlich erholen; ein Plus von 1,2 % war die Folge. Für das erste Quartal 2015 weist er jedoch ein
Kursplus von 18,6 % aus. Der Wiener Leitindex ATX hat aufgrund der Krise in der Ukraine, des Osteuropa-
Engagements zahlreicher Emittenten – insbesondere von Finanz- und Immobilientiteln – sowie schwacher
Konjunkturdaten im Jahr 2014 um 15,2 % nachgegeben. Der breiter gefasste ATX Prime verlor 13,5 %. Beide
Indizes konnten im ersten Quartal 2015 diese Verluste jedoch mehr als ausgleichen.
KAPITALMARKTKOMMUNIKATION Das ATS Investor-Relations-Team setzt auf eine transparente,
gleichberechtigte, proaktive und nachhaltige Kommunikation mit allen Kapitalmarktteilnehmern. Ziel ist es,
durch einen umfassenden Dialog sowie zeitnahe und relevante Informationen das Vertrauen in ATS langfris-
tig zu stärken. Die transparente Vermittlung der Strategie, des Wachstumskurses, der damit verbundenen
Chancen und Risiken und die aktuelle Geschäftsentwicklung stehen dabei im Fokus. Das Informationsangebot
wird auch auf der für mobile Anwendungen optimierten Homepage unter www.ats.net/de/investoren lau-
fend erweitert. Darüber hinaus steht Interessierten auch der Twitter- und YouTube-Kanal von ATS
(@ATS_IR_PR bzw. ATundS) als Informationsquelle offen. ATS stellt im Sinne der Transparenz und Gleichbe-
handlung aller Aktionärinnen und Aktionäre auch Web-Übertragungen der Hauptversammlung sowie der
zweimal jährlich stattfindenden Pressekonferenzen zu Verfügung. Unser Ziel ist es, den Dialog kontinuierlich
zu verbessern. Wir freuen uns über Ihre Anregungen und Rückmeldungen an die Aktionärshotline (siehe
Kontakt). Alle Aktionärinnen und Aktionäre sind herzlich zur nächsten Hauptversammlung am 9. Juli 2015
eingeladen. Diesbezüglichen Informationen werden auch zeitgerecht auf der Website zur Verfügung gestellt.
Dort finden Sie auch die Beschlüsse und Informationsunterlagen der letzten Hauptversammlung.
KURSENTWICKLUNG UND LIQUIDITÄT DER ATS AKTIE Die ATS-Aktie startete mit einem Kurs
von 8,70 € in das Geschäftsjahr 2014/15, stieg bis zum Juli auf 10,21 € und korrigierte zwischenzeitlich im
Gleichklang mit den wesentlichen Indizes wieder auf 8,60 €. Danach verlief die Entwicklung bis zum Ende des
Kalenderjahres 2014 weiterhin uneinheitlich. Ab Ende Januar 2015 setzte auf Basis des sehr guten Ergebnis-
ses der ersten drei Quartale 2014/15 ein deutlicher und kontinuierlicher Aufwärtstrend ein. Ihren Höchst-
stand im Berichtsjahr erreichte die ATS-Aktie bei hohen Umsätzen mit 15,55 € am 17. März 2015. Im Zuge
der Korrekturen internationaler Technologiewerte gab sie in weiterer Folge ebenfalls nach und schloss am
31. März 2015 mit einem Schlusskurs von 14,62 €. Im Vergleich zum Schlusskurs 2013/14 von 8,75 € ent-
spricht das einem Kursgewinn von 67,1 %. Damit zählte die ATS-Aktie zu jenen Aktien im ATX Prime Index
der Wiener Börse mit der stärksten Kurssteigerung. Parallel zu dieser positiven Aktienkursentwicklung stieg
auch die Anzahl der an der Börse gehandelten Aktien signifikant an: Lag die Liquidität im Geschäftsjahr
2013/14 noch bei rund 50.000 Stück (Einfachzählung) täglich, beliefen sich die durchschnittlichen Tagesum-
sätze gegen Ende des Geschäftsjahres 2014/15 auf durchschnittlich 67.000 Stück (Einfachzählung). In Summe
ATS Aktie im Überblick
Erstnotiz
16.07.1999
Frankfurt, Neuer Markt
ab 20.05.2008
Wien, Prime Market
Anzahl Stammaktien
38.850.000
Wertpapier-Kennnummer
969985
ISIN-Code
AT0000969985
Symbol
ATS
Reuters
ATS.VI
Bloomberg
ATS AV
Indices
ATXPrime, WBI SME
ATS – First choice for advanced applications 3
46 ATS Geschäftsbericht 2014/15
wurden im Berichtsjahr ATS-Aktien im Gegenwert von 171,2 Mio. € gehandelt, woraus ein
durchschnittlicher Tagesumsatz von 693.255 € resultiert.
Aktienkennzahlen Einheit 2014/15 2013/14 2012/13
Ultimokurs zum 31.03. € 14,62 8,75 6,79
Höchstkurs € 15,55 9,12 9,60
Tiefstkurs € 7,68 6,15 6,25
Marktkapitalisierung Ultimo Mio. € 568,0 339,9 158,4
Durchschnittlicher Börsenumsatz pro Tag Tsd. € 693,3 496,6 177,3
Durchschnittliche Zahl gehandelter Aktien pro Tag - 67.000 50.200 22.600
Dividende je Aktie 1)
€ 0,36 0,20 0,20
Dividendenrendite (zum Schlusskurs) % 2,5 % 2,3 % 2,9 %
Ergebnis je Aktie € 1,78 1,24 0,62
Buchwert je Aktie € 15,56 10,06 13,07
Kurs-Gewinn-Verhältnis je Aktie - 8,21 7,06 10,95
1)
2014/15: Dividendenvorschlag an die Hauptversammlung am 9. Juli 2015.
DIVIDENDENPOLITIK Bis zum Geschäftsjahr 2011/12 war die Höhe der ATS Dividende an die Kennzahl
„Cash Earnings“ geknüpft. Im Durchschnitt wurden rund 10 % der Cash Earnings als Dividende ausgeschüttet.
Mit dem Start des Investitionsprojekts „IC-Substrate“ in Chongqing wurde diese Dividendenpolitik vorüberge-
hend ausgesetzt und durch einen Fixbetrag von 0,20 € pro Aktie für die Geschäftsjahre 2012/13 und 2013/14
ersetzt. Der Vorstand von ATS wird der Hauptversammlung am 9. Juli 2015 für das Geschäftsjahr 2014/15
eine Dividende von 0,36 € vorschlagen. Eine Änderung dieser Ausschüttungspolitik soll frühestens nach Fer-
tigstellung des Chongqing-Projekts angedacht werden.
4 ATS – First choice for advanced applications
47Investor Relations
ANALYSEN ZUR ATS AKTIE Zum Stichtag 31. März 2015 wurde die Entwicklung der ATS Aktie von
neun Investmentbanken analysiert:
 Berenberg Bank
 Deutsche Bank
 Erste Group
 Hauck  Aufhäuser
 HSBC
 Kepler Cheuvreux
 Oddo Seydler Research
 Raiffeisen Centrobank
 Wood  Company
Drei Investmenthäuser nahmen im Geschäftsjahr 2014/15 die Coverage der ATS Aktie auf. Sowohl Wood 
Company, Oddo Seydler Research als auch HSBC stuften die Aktie in ihrer Erstempfehlung mit „Buy“ ein. In
Summe sprachen sechs Analysten eine Kaufempfehlung aus, und drei stuften die ATS-Aktie mit „Halten“
ein. Auf der Website www.ats.net/de/investoren können die Namen der Analysten abgerufen werden. ATS
ist in seiner asiatisch geprägten Peergroup das Unternehmen mit der drittgrößten Anzahl an Coverages.
ROADSHOW-PROGRAMM Im Geschäftsjahr 2014/15 informierte ATS potenzielle und bestehende
private und institutionelle Investoren sowie Analysten im Rahmen von 18 Roadshows, Investorenkonferenzen
und Kapitalmarkttagen an allen relevanten Kapitalmarktplätzen in Europa, Asien und den USA. Darüber hin-
aus suchte der Vorstand und das Investor-Relations-Team den Dialog mit institutionellen Investoren und
Analysten im Rahmen zahlreicher One-on-ones und Telefonkonferenzen. In diesen Gesprächen wurden aktu-
elle Markt- und Technologietrends, die Entwicklung der Kundensegmente, die Geschäftsentwicklung im Kern-
geschäft sowie die Fortschritte im neuen Geschäftsfeld IC-Substrate erläutert. Die erhöhte Visibilität bei
potenziellen und bestehenden Investoren soll die Kenntnis über das ATS Geschäftsmodell und die zukünfti-
gen Strategien weiter verbessern und damit letztlich eine realistische Abbildung des Geschäftserfolgs in der
Kursentwicklung ermöglichen.
KONTAKT/AKTIONÄRS-HOTLINE
Elke Koch
Tel.: + 43 (0) 38 42 / 200 - 5925
E-Mail: ir@ats.net
ATS – First choice for advanced applications 5
4848
Corporate Governance Bericht
ATS Geschäftsbericht 2014/15
49Corporate Governance Bericht
Grundlagen  Corporate-Governance-Erklärung   50
Vorstand der ATS AG   53
Aufsichtsrat der ATS AG   55
	Zusammensetzung   59
	 Unabhängigkeit der Mitglieder des Aufsichtsrats   58
	Diversität   58
	 Zustimmungspflichtige Verträge   59
	Ausschüsse   59
Vergütungsbericht für Vorstand und Aufsichtsrat   61
Directors’ Holdings  Dealings   65
Sonstige Verhaltenskodizes   66
	 Förderung von Frauen in Führungspositionen   66
	 ATS Ethik- und Verhaltenskodex   66
	 ATS Compliance-Code   66
Inhaltsverzeichnis
50 ATS Geschäftsbericht 2014/15
Grundlagen 
Corporate-Governance-Erklärung
AT  S Austria Technologie  Systemtechnik Aktiengesellschaft (ATS) erklärt die Einhaltung des Österreichi-
schen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) in der Fassung Januar 2015 und erstattet gemäß § 243b UGB den
folgenden Corporate Governance Bericht, welcher auch in den Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr
2014/15 integriert wird.
CORPORATE GOVERNANCE KODEX In Österreich ist der vom Arbeitskreis für Corporate Governance
unter Leitung des Kapitalmarktbeauftragten der Regierung ausgearbeitete Corporate Governance Kodex seit
1. Oktober 2002 in Kraft und wird seitdem jährlich vor dem Hintergrund nationaler und internationaler Ent-
wicklungen überprüft und gegebenenfalls angepasst. Zuletzt erfolgte eine derartige Anpassung zur Umset-
zung der Empfehlung der EU-Kommission vom 9. April 2014 zur Qualität der Berichterstattung über die Un-
ternehmensführung (Comply or Explain) und zur Berücksichtigung der neuen AFRAC-Stellungnahme zur
Aufstellung und Prüfung eines Corporate Governance-Berichts gemäß § 243b UGB. Der aktualisierte Kodex
gilt für Geschäftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2014 beginnen.
Ziel des ÖCGK ist eine verantwortliche, auf nachhaltige und langfristige Wertschaffung ausgerichtete Leitung
und Kontrolle von Gesellschaften und Konzernen, unter Erreichung eines hohen Maßes an Transparenz für
alle Stakeholder des Unternehmens.
Seine Grundlage sind die Vorschriften des österreichischen Aktien-, Börsen- und Kapitalmarktrechts, die EU-
Empfehlungen zu den Aufgaben der Aufsichtsratsmitglieder und zur Vergütung von Direktoren sowie in ihren
Grundsätzen die OECD-Richtlinien für Corporate Governance.
Die Regeln des ÖCGK unterteilen sich in drei Kategorien:
 L-Regeln (Legal Requirement): Das sind Regeln, die auf zwingenden Rechtsvorschriften beruhen;
 C-Regeln (Comply or Explain): Das sind Regeln, bei denen ein Abweichen zu erklären und zu begründen ist;
und
 R-Regeln (Recommendation): Das sind Regeln mit Empfehlungscharakter, deren Nichteinhaltung weder
offenzulegen noch zu begründen ist.
Die jeweils aktuelle Fassung des ÖCGK ist auf der Website des Arbeitskreises unter www.corporate-
governance.at abrufbar. Dort finden sich auch die englische Übersetzung des Kodex sowie vom Arbeitskreis
erarbeitete Interpretationen.
Seit 20. Mai 2008 notieren die Aktien der ATS an der Wiener Börse. Voraussetzung für die Aufnahme von
Aktien in den Prime Market ist die Abgabe einer Verpflichtungserklärung zur Einhaltung des ÖCGK. ATS
bekennt sich seitdem ausdrücklich zum ÖCGK.
ATS erfüllt per 31. März 2015 mit folgenden Erklärungen inhaltlich alle geforderten Bestimmungen des
ÖCGK in der Fassung vom Januar 2015:
C-REGEL 18A Die Interne Revision führt konzernweit und regelmäßig Audits auf Basis eines durch den
Prüfungsausschuss genehmigten Auditplans, einschließlich der Maßnahmen zur Bekämpfung von Korruption
im Unternehmen, durch und berichtet hierüber und allenfalls auch anlassbezogen an den Prüfungsausschuss.
C-REGELN 27–28A UND ALLE DARAUF BEZUG NEHMENDEN WEITEREN BESTIMMUNGEN
Diese Regeln wurden im Zuge der Anpassung des ÖCGK im Dezember 2009 überarbeitet und sind mit
1. Januar 2010 in Kraft getreten, wobei die Fassung Januar 2010 der Regeln 27, 27a und 28 nur für nach dem
31. Dezember 2009 neu abgeschlossene Verträge gilt. Die C-Regeln 27-28a waren daher auf den ursprünglich
abgeschlossenen Vorstandsvertrag von Herrn Ing. Moitzi nicht anwendbar und wurden auch bei der bloßen
Verlängerung dieses Vertrages im Jahr 2013 nicht vollständig umgesetzt. Aufgrund der zeitlichen Nähe der
Grundlagen
 Corporate-Governance-
Erklärung
4 Corporate Governance Bericht
51Corporate Governance Bericht
letzten Anpassung zur Bestellung von Herrn DI (FH) Gerstenmayer zum Vorstandsvorsitzenden der ATS
Mitte Dezember 2009 und um keine Abweichung zu den Vergütungsregelungen des Vorstandsvertrages von
Ing. Moitzi festlegen zu müssen, wurden die neuen Regelungen bei dem im Januar 2010 unterfertigten Vor-
standsvertrag von DI (FH) Gerstenmayer – und auch bei der Vorstandsvertragsverlängerung im Jahr 2013 –
nicht berücksichtigt. Dies wurde als nicht erforderlich angesehen, weil das Stock-Option-Programm der Ge-
sellschaft ohnehin bereits ausgelaufen war (siehe unten). Zudem arbeiten der Vorstand und Aufsichtsrat
hinsichtlich der langfristigen Fortentwicklung des Unternehmens eng zusammen und der Nominierungs- und
Vergütungsausschuss bzw. der Aufsichtsrat setzen sich laufend mit der entsprechenden weiteren langfristi-
gen Ausrichtung der Vorstandsvergütung auseinander. Im Einzelnen sind zurzeit insbesondere folgende Ab-
weichungen zu erklären:
In Bezug auf das – bereits ausgelaufene – Stock-Option-Programm der Gesellschaft war es insbesondere nicht
erforderlich, dass ein Eigenanteil an Aktien des Unternehmens gehalten wird bzw. war lediglich eine Warte-
frist von zwei Jahren bis zur Ausübbarkeit (eines Teiles) der erworbenen Optionen vorgesehen. Das betref-
fende Stock-Option-Programm ist ausgelaufen, die letzte Zuteilung erfolgte am 1. April 2012. Zugeteilte Opti-
onen aus diesem Programm können noch bis 31. März 2017 ausgeübt werden.
Nach umfassender Vorbereitung wurde mit Beschluss des Aufsichtsrats vom 3. Juli 2014 als Ersatz des mit
letzter Zuteilung am 1. April 2012 ausgelaufenen Stock-Options-Programmes für den Vorstand sowie Schlüs-
selkräfte der Gesellschaft ein langfristiges Vergütungsmodell („Long–Term-Incentive-Programm“) auf Basis
von Stock Appreciation Rights („SAR“) implementiert. Der Vorstand und der Aufsichtsrat arbeiten kontinuier-
lich daran, die Leistungsfähigkeit der ATS-Gruppe auch in Bezug auf nicht-finanzielle Ziele weiter zu erhö-
hen. Um die Zielerreichung in Bezug auf die variable langfristige Vergütung transparent und nachvollziehbar
zu halten, wurde jedoch darauf verzichtet, ein dezidiertes nicht-finanzielles Kriterium für die Vergütung nach
dem Long-Term-Incentive-Programm vorzusehen. Details dieses Long-Term-Incentive-Programms finden sich
im Berichtsteil zur Vergütung des Vorstands.
Die (nicht auf Aktienoptionen bzw. SAR entfallende) variable, am Ergebnis des Geschäftsjahrs orientierte
Vergütung des Vorstands ist abhängig von der grundsätzlich kurzfristigen Erreichung von drei im Rahmen des
Budgets festgelegten Kenngrößen für das jeweilige Geschäftsjahr: Return on Capital Employed (ROCE), Cash
Earnings (mit einer Gewichtung von je 45 %) sowie Innovation Revenue Rate (IRR) (mit einer Gewichtung von
10 %). Grundvoraussetzung für die Gewährung dieser variablen Vergütung ist jedenfalls ein positives EBIT für
die gesamte Gruppe für das Geschäftsjahr sowie die Erfüllung des Zielwerts EBIT für die gesamte Gruppe für
das Geschäftsjahr von zumindest 70 % („Hurdle Rate“). Bei Übererfüllung der Zielvorgaben der Kennzahlen
ROCE, Cash Earnings und IRR kann maximal ein Bonus von 200 % auf Basis des vertraglich vereinbarten Jah-
resbonus erreicht werden. Die Einbeziehung der IRR spielt eine wichtige Rolle für die nachhaltige Gestaltung
der variablen Vergütung, weil die Innovationsfähigkeit – im Sinne der Entwicklung neuer Technologien, Pro-
dukte oder Produkteigenschaften – für das Unternehmen ein wesentlicher Faktor für den zukünftigen wirt-
schaftlichen Erfolg ist und überdies gut messbar ist: Die IRR drückt den Umsatzanteil von Produkten aus, die
in den vergangenen drei Jahren in den Markt eingeführt wurden und technologisch innovativ sind. Über den
dreijährigen Betrachtungszeitraum wird eine langfristige Komponente in der variablen Vergütung abgebildet.
Im Falle der Beendigung des Dienstverhältnisses haben die Vorstände vertraglich Anspruch auf Abfertigung
(in sinngemäßer Anwendung des Angestelltengesetzes „Abfertigung Alt“). Bei einer vorzeitigen Beendigung
des Dienstverhältnisses seitens eines Vorstandsmitglieds aus berechtigtem und wichtigem Grund oder auf-
grund des Erlöschens der Funktion aus gesellschaftsrechtlichen Gründen ist das Entgelt bis zum Vertragsende
– und nicht nur für höchstens zwei Jahre – weiterzubezahlen. Sollte ein Vorstand sein Amt niederlegen oder
aufgrund einer schwerwiegenden Pflichtverletzung von seiner Funktion abberufen und entlassen werden
sowie im Todesfall stoppt die Gehaltszahlung mit Ende des entsprechenden Monats. Abfindungszahlungen
bei vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit, auch ohne wichtigen Grund, könnten durch die Bindung an
die Abfertigungsregelungen gemäß Angestelltengesetz in Ausnahmefällen mehr als zwei Jahresgesamtvergü-
tungen überschreiten.
Corporate Governance Bericht 5
52 ATS Geschäftsbericht 2014/15
C-REGEL 62 Abweichend von C-Regel 62 hat ATS in der Vergangenheit nicht mindestens alle drei Jahre
die Einhaltung des ÖCGK durch eine externe Institution evaluieren lassen und über das Ergebnis im Corporate
Governance Bericht berichtet. Die C-Regel des Kodex in der Fassung Januar 2015 gilt für Geschäftsjahre, die
nach dem 31. Dezember 2014 beginnen. Die mit Wirksamwerden des ÖCGK in der Fassung vom Januar 2015
von einer Empfehlung (R-Regel) zu einer C-Regel geänderte Vorgabe wurde aber insofern aufgegriffen, als für
das Geschäftsjahr 2014/15 eine Evaluierung durch die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuer-
beratungsgesellschaft mit Sitz in 1090 Wien durchgeführt wurde. KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs-
und Steuerberatungsgesellschaft hat dazu einen Bericht vorgelegt. Künftig wird zumindest alle drei Jahre die
Einhaltung des ÖCGK durch eine externe Institution evaluiert werden und über das Ergebnis im Corporate
Governance Bericht informiert werden.
Zum Corporate Governance Bericht für das Geschäftsjahr 2014/15 ist aus diesem Bericht von KPMG Austria
GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft auszugsweise wiederzugeben:
„Überprüfung der Einhaltung der C-Regeln des Corporate Governance Kodex - Durchsicht der relevanten
Dokumente und der Homepage der ATS in Stichproben
Aufgrund der Überprüfung der Einhaltung der Regeln des Österreichischen Corporate
Governance Kodex kann folgendes festgestellt werden:
 Im Rahmen der durchgeführten Prüfungshandlungen sind uns – mit Ausnahme der Abweichungen
von C-Regeln, die seitens der ATS erläutert wurden – keine Tatsachen bekannt geworden, die ge-
gen die Einhaltung der übrigen C-Regeln des Österreichischen Corporate Governance Kodex spre-
chen.
 Die Veröffentlichung der in den C-Regeln im Österreichischen Corporate Governance Kodex ge-
nannten Informationen auf der Homepage der ATS erfolgte im Wesentlichen zeitgerecht und voll-
ständig.
 Bei unseren Prüfungshandlungen sind wir auf keine Tatsachen gestoßen, die im Widerspruch zu
den uns erteilten Auskünften stehen.“
6 Corporate Governance Bericht
53Corporate Governance Bericht
Der Vorstand ist als Kollegialorgan gesamtheitlich für die Leitung der Gesellschaft verantwortlich. Unbescha-
det der Gesamtverantwortung ist jedes Vorstandsmitglied für definierte Geschäftsbereiche zuständig. Über
alle wichtigen Vorgänge und Geschäftsfälle haben die Vorstandsmitglieder einander zu informieren. Grund-
sätzliche Fragen der Geschäftspolitik und wesentliche Entscheidungen erfordern die Beschlussfassung durch
den Gesamtvorstand. Die Vorstandssitzungen sind von einer offenen Diskussionskultur geprägt. Bei etwaigen
nicht einstimmigen Beschlüssen ist unverzüglich der Vorsitzende des Aufsichtsrats zu informieren. Darüber
hinaus ist über beabsichtigte Maßnahmen mit weitreichenden Auswirkungen der Aufsichtsrat zu informieren.
Für nach Gesetz und Satzung bzw. der durch den Aufsichtsrat erlassenen Geschäftsordnung für den Vorstand
vorgesehene Geschäftsfälle ist die vorherige Zustimmung des Aufsichtsrats durch den Vorstand einzuholen.
Weiters berichtet die Interne Revision direkt an den Vorstand. Dem Prüfungsausschuss wird mindestens
einmal jährlich über den Revisionsplan und wesentliche Ergebnisse berichtet. Die Geschäftsordnung für den
Vorstand der ATS sieht vor, dass dieser mindestens einmal pro Monat tagen soll. Im abgelaufenen Ge-
schäftsjahr fanden insgesamt 21 Sitzungen statt. Über alle Vorstandssitzungen und Vorstandsbeschlüsse sind
schriftliche Protokolle zu verfassen.
Dem Vorstand der ATS gehören per 31. März 2015 und während des gesamten Berichtszeitraumes DI (FH)
Andreas Gerstenmayer als Vorstandsvorsitzender (CEO), Dr. Karl Asamer als Finanzvorstand (CFO), stellvertre-
tender Vorstandsvorsitzender und Ing. Heinz Moitzi als Technikvorstand (COO) an.
Unbeschadet der gesetzlich zwingenden Gesamtverantwortlichkeit des Vorstands werden die Geschäfte
unter den Vorstandsmitgliedern wie folgt funktional verteilt:
a) Herr DI (FH) Andreas Gerstenmayer ist Vorstandsvorsitzender (CEO), und es obliegen ihm
 Vertrieb/Marketing
 Human Resources
 Investor Relations/Public Relations/
Interne Kommunikation
 Business Development  Strategie
 Compliance
 CSR  Sustainability
b) Herr Dr. Karl Asamer ist stellvertretender Vorstandsvorsitzender, ihm obliegen als CFO
 Finanz- und Rechnungswesen
 Buchhaltung und Konzernbuchhaltung
 Steuern
 Treasury
 Controlling
 Legal Affairs, Risk Management und Internal Audit
 IT
 Einkauf
und c) Herrn Ing. Heinz Moitzi obliegen als COO
 Forschung  Entwicklung (FE)
 Operations
 Qualitätsmanagement
 Business Process Excellence
 Umwelt
 Sicherheit
Vorstand der ATS AG
Corporate Governance Bericht 7
54 ATS Geschäftsbericht 2014/152 Corporate Governance Bericht
Herr Gerstenmayer, geboren am 18. Februar 1965, ist deutscher Staatsbürger und Absolvent der Studienrich-
tung Produktionstechnik an der Fachhochschule Rosenheim. Er trat im Jahr 1990 in den Siemens-Konzern in
Deutschland ein, wo er zuerst im Geschäftsgebiet Beleuchtungstechnik tätig war und danach verschiedene
Führungspositionen innerhalb der Siemens-Gruppe übernahm. 2003 erfolgte seine Bestellung als Geschäfts-
führer der Siemens Transportation Systems GmbH Österreich  CEO der Business Unit Fahrwerke Graz
(World Headquarters). Seine Erstbestellung in den Vorstand der ATS erfolgte mit 1. Februar 2010 und die
laufende Funktionsperiode endet mit 31. Januar 2018. Herr Gerstenmayer übt keine Aufsichtsratsmandate
oder vergleichbare Funktionen in anderen in- oder ausländischen Gesellschaften aus, die nicht in den Kon-
zernabschluss einbezogen sind. Mit Beschluss der Steiermärkischen Landesregierung vom 26. Januar 2012
wurde Herr Gerstenmayer in das Beratungsgremium Forschungsrat Steiermark nominiert.
Herr Asamer, geboren am 19. Januar 1970, ist Absolvent der J. Kepler Universität Linz, Fachrichtung Be-
triebswirtschaftslehre. Zuletzt war Herr Asamer als geschäftsführender Gesellschafter der Geka Gruppe in
Bechhofen, Deutschland, tätig. Davor verantwortete er unter anderem die Finanzagenden der Sell GmbH, des
führenden Herstellers von Flugzeugküchen für Großraumflugzeuge, und der Magna Closures Europe, einer
Divison des Automobilzulieferers Magna. Herr Asamer ist geschäftsführender Gesellschafter der Asamer
GmbH mit Sitz in Ansbach, Deutschland. Per 1. April 2014 wurde er in den Vorstand der ATS berufen. Seine
aktuelle Funktionsperiode endet mit 31. März 2017. Herr Asamer übt keine Aufsichtsratsmandate oder ver-
gleichbare Funktionen in anderen in- oder ausländischen Gesellschaften aus, die nicht in den Konzernab-
schluss einbezogen sind.
Herr Moitzi, geboren am 5. Juli 1956, absolvierte von 1971 bis 1975 die Elektroinstallationslehre bei den
Stadtwerken Judenburg. Danach, von 1976 bis 1981, besuchte er die HTBL für Elektrotechnik, wo er die Rei-
feprüfung ablegte. Herr Moitzi arbeitete 1981 als Messtechniker bei der Montanuniversität Leoben. Seit 1981
ist er bei ATS tätig, zuerst als Abteilungsleiter für den mechanischen Bereich und Galvanik, später als Pro-
duktions- und Standortleiter Leoben-Hinterberg. Von 2001 bis 2004 war er Projektleiter und COO der ATS in
Shanghai. Nach seiner Rückkehr übernahm er die Position des Vice President Produktion. Seine Erstbestellung
in den Vorstand der ATS erfolgte mit 1. April 2005 und die laufende Funktionsperiode endet mit 31. März
2018. Herr Moitzi übt keine Aufsichtsratsmandate oder vergleichbare Funktionen in anderen in- oder auslän-
dischen Gesellschaften aus, die nicht in den Konzernabschluss einbezogen sind.
55Corporate Governance Bericht
Aufsichtsrat der ATS AG
Geboren Datum der Erstbestellung Ende der lfd. Funktionsperiode
Unabhängig nach
ÖCKG-Regel
Hannes Androsch 18.04.1938 30.09.1995 21. o. HV 20151)
-
Willibald Dörflinger 20.05.1950 05.07.2005 21. o. HV 2015 53, 54
Regina Prehofer 02.08.1956 07.07.2011 22. o. HV 2016 53, 54
Karl Fink 22.08.1945 05.07.2005 21. o. HV 2015 53, 54
Albert Hochleitner 04.07.1940 05.07.2005 21. o. HV 2015 53, 54
Gerhard Pichler 30.05.1948 02.07.2009 25. o. HV 2019 53
Georg Riedl 30.10.1959 28.05.1999 22. o. HV 2016 53
Karin Schaupp 23.01.1950 07.07.2011 22. o. HV 2016 53, 54
Wolfgang Fleck 15.06.1962 03.09.20082)
n.a.
Sabine Fussi 12.10.1969 14.09.20112)
n.a.
Franz Katzbeck 11.02.1964 15.10.20132)
n.a.
Günther Wölfler 21.10.1960 10.06.20092)
n.a.
1)
ATS hatte ursprünglich die Rechtsform einer GmbH. Die Gesellschafterversammlung vom 23. Juni 1995 beschloss eine Rechtsformänderung zu einer Aktienge-
sellschaft und bestellte unter anderen Dr. Androsch in den Aufsichtsrat. Die Aktiengesellschaft wurde am 30. September 1995 in das Firmenbuch eingetragen.
2)
Vom Betriebsrat entsandt; Datum der Erstbestellung entspricht dem Datum der ersten Teilnahme an einer Aufsichtsratssitzung bzw. der Mitteilung über die
Nominierung an den Aufsichtsrat.
Der Aufsichtsrat überwacht die Geschäftsführung und entscheidet in Fragen grundsätzlicher Bedeutung und
über die strategische Ausrichtung des Unternehmens.
Der Aufsichtsrat wurde während des Geschäftsjahrs vom 1. April 2014 bis zum 31. März 2015 vom Vorstand
schriftlich und mündlich über die Geschäftspolitik und die Geschäftsentwicklung unterrichtet und befasste
sich intensiv mit den Unternehmensbelangen. Im Geschäftsjahr 2014/15 tagte der Aufsichtsrat sechsmal
unter Teilnahme des Vorstands. Eine dieser Sitzungen wurde am im Aufbau befindlichen Standorts in
Chongqing (China) abgehalten, damit sich alle Aufsichtsratsmitglieder vor Ort einen Überblick über den Pro-
jektfortschritt machen können.
In diesen Sitzungen tauschten sich der Vorstand und der Aufsichtsrat ausführlich über die wirtschaftliche Lage
der ATS Gruppe aus. Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat im Rahmen der laufenden Berichterstat-
tung sowie in allen Sitzungen anhand ausführlicher Berichte über die Geschäfts- und Finanzlage des Konzerns
und seiner Beteiligungen, über die Personalsituation und über die Investitionsvorhaben. Vor allem wurden
der strategische Einstieg gemeinsam mit einem führenden Halbleiterhersteller in den IC-Substrate-Bereich
sowie die weitere Ausrichtung des neuen Standorts in Chongqing in China intensiv erörtert.
Eine den Grundsätzen guter Corporate Governance folgende Unternehmensführung findet im Rahmen offe-
ner Diskussionen zwischen Vorstand und Aufsichtsrat und innerhalb dieser Organe statt.
ZUSAMMENSETZUNG
KAPITALVERTRETER
Dr. Hannes Androsch, Vorsitzender des Aufsichtsrats, erstmalig gewählt am 30. September 1995, bestellt bis
zur 21. ordentlichen Hauptversammlung 2015.
Herr Androsch, Industrieller, war von 1970 bis 1981 Bundesminister für Finanzen und von 1976 bis 1981 auch
Vizekanzler. Von 1981 bis 1988 leitete er als Generaldirektor die Creditanstalt-Bankverein. Im Jahr 1994
beteiligte er sich zusammen mit KR Ing. Willibald Dörflinger und Dkfm. Helmut Zoidl am Management-Buy-
out der ATS. Herr Androsch ist an einer Reihe namhafter österreichischer Unternehmen beteiligt.
Aufsichtsrat der ATS AG
Corporate Governance Bericht 9
56 ATS Geschäftsbericht 2014/15
KR Ing. Willibald Dörflinger, erster Stellvertreter des Vorsitzenden des Aufsichtsrats,
erstmalig gewählt am 5. Juli 2005, bestellt bis zur 21. ordentlichen Hauptversammlung 2015.
Herr Dörflinger begann seine berufliche Laufbahn im Jahr 1972 bei M. Schmid  Söhne und wechselte 1974
zu Honesta, Holz- und Kunststoffwarenindustrie. 1978 übernahm er die Leitung des technischen Einkaufs bei
EUMIG Elektrizitäts- und Metallwaren Industrie GesmbH, war ab 1980 Leiter der Abteilung Leiterplatten und
Oberflächentechnik und von 1986 bis 1990 Geschäftsführer. In den Jahren 1990 bis 1994 agierte Herr Dörf-
linger als Vorstand der ATS sowie Geschäftsführer der EUMIG Fohnsdorf Industrie GmbH. Er beteiligte sich
1994 zusammen mit Dr. Androsch und Dkfm. Zoidl am Management-Buy-out der ATS und war bis 2005
zuerst geschäftsführender Gesellschafter, dann Vorstand und zuletzt Vorstandsvorsitzender. Im Jahr 2005
wechselte Herr Dörflinger in den Aufsichtsrat der ATS.
Weitere Aufsichtsratsmandate oder vergleichbare Funktionen von Herrn Dörflinger in Gesellschaften, deren
Aktien börsennotiert sind:
 HWA AG
DDr. Regina Prehofer, zweite Stellvertreterin des Vorsitzenden des Aufsichtsrats,
erstmalig gewählt am 7. Juli 2011, bestellt bis zur 22. ordentlichen Hauptversammlung 2016.
Frau Prehofer studierte Handelswissenschaften und Rechtswissenschaften in Wien. Ihre berufliche Laufbahn
begann 1981 in der Österreichischen Kontrollbank. 1987 wechselte sie in die Creditanstalt, wo sie verschie-
dene Führungspositionen im Firmenkundengeschäft innehatte. 2003 wurde sie in den Vorstand der Bank
Austria Creditanstalt AG berufen, wo sie Verantwortung für das Firmenkundengeschäft bzw. das Osteuropa-
geschäft übernahm. Von 2006 bis 2008 führte sie neben ihrer Vorstandsfunktion in Österreich als CEO die
UniCredit Global Leasing und somit das gesamte Leasinggeschäft der UniCredit Group. Im September 2008
wechselte sie in den Vorstand der BAWAG P.S.K., wo sie das gesamte Privat- und Firmenkundengeschäft
leitete. Seit Mai 2011 bekleidet sie das Amt der Vizerektorin für Infrastruktur an der Wirtschaftsuniversität
Wien und seit Oktober 2011 auch das Amt der Vizerektorin für Finanzen.
Weitere Aufsichtsratsmandate oder vergleichbare Funktionen von Frau Prehofer in Gesellschaften, deren
Aktien börsennotiert sind:
 Wienerberger AG (Vorsitzende des Aufsichtsrats seit Dezember 2013)
Dkfm. Karl Fink, erstmalig gewählt am 5. Juli 2005, bestellt bis zur 21. ordentlichen Hauptversammlung 2015.
Herr Fink graduierte 1971 an der Hochschule für Welthandel in Wien zum Diplomkaufmann. Von 1971 bis
1975 war er bei Marubeni Corporation im internationalen Warenhandel tätig. Danach wechselte Herr Fink zur
Wiener Städtische Wechselseitige Versicherungsanstalt nach Wien. 1979 bis 1987 war er Vorsitzender des
Vorstands der Interrisk – Internationale Versicherungs-Aktiengesellschaft. Im Jahr 1987 wurde Herr Fink
Mitglied des Vorstands der Wiener Städtische Allgemeine Versicherungs AG und im Juli 2004 Generaldirektor-
Stellvertreter. Per Oktober 2007 wurde ihm der Titel Generaldirektor der Wiener Städtische Versicherung AG,
Vienna Insurance Group verliehen. Mit 30. September 2009 beendete Herr Fink seine aktive Laufbahn im
Vorstand der Vienna Insurance Group. Er ist Mitglied des Vorstands des Wiener Städtischen Vereins, dem
Hauptaktionär der Vienna Insurance Group, und bekleidet eine Reihe von Aufsichts- und Beratungsfunktionen
im Konzern. Herr Fink ist überdies Honorarkonsul von Montenegro.
Weitere Aufsichtsratsmandate oder vergleichbare Funktionen von Herrn Fink in Gesellschaften, deren Aktien
börsennotiert sind:
 Wienerberger AG
DI Albert Hochleitner, erstmalig gewählt am 5. Juli 2005, bestellt bis zur 21. ordentlichen Hauptversammlung
2015.
10 Corporate Governance Bericht
57Corporate Governance Bericht
Herr Hochleitner schloss 1965 das Studium der technischen Physik an der Technischen Universität Wien ab.
Im selben Jahr trat er in die damaligen Wiener Schwachstromwerke des Hauses Siemens ein. Im Jahr 1984
wurde Herr Hochleitner zum Vorsitzenden des Vorstands der Uher AG ernannt. 1988 wechselte er zur Sie-
mens AG und übernahm die Leitung des Geschäftsgebiets Elektromotoren im Bereich Automobiltechnik mit
Sitz in Würzburg. Im Oktober 1992 wurde er in den Vorstand der Siemens AG Österreich berufen. Ab 1994
war Herr Hochleitner dessen Vorsitzender, ehe er im Jahr 2005 in den Aufsichtsrat der Siemens AG wechsel-
te, aus dem er 2010 aufgrund des Erreichens der Altersgrenze für Mitglieder des Aufsichtsrats ausschied.
Mag. Gerhard Pichler, erstmalig gewählt am 2. Juli 2009, bestellt bis zur 25. ordentlichen Hauptversammlung
2019.
Herr Pichler studierte Betriebswirtschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien. Er ist beeideter Wirtschaftsprü-
fer und Steuerberater. Seit 1986 ist Herr Pichler Geschäftsführer der CONSULTATIO Wirtschaftsprüfungsge-
sellschaftm.b.H., seit 1995 Partner und geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens.
Dr. Georg Riedl, erstmalig gewählt am 28. Mai 1999, bestellt bis zur 22. ordentlichen Hauptversammlung
2016.
Herr Riedl promovierte 1984 an der Universität Wien zum Doktor der Rechtswissenschaften. 1991 wurde er
als selbstständiger Rechtsanwalt in der Kanzlei Riedl  Ringhofer eingetragen. Seit 2013 ist er selbstständiger
Rechtsanwalt der Kanzlei Frotz Riedl Rechtsanwälte. Seine Schwerpunkte liegen im Wirtschafts-, Handels-,
Gesellschafts-, Privatstiftungs- und Steuerrecht, bei Mergers  Acquisitions sowie im Vertragsrecht.
Weitere Aufsichtsratsmandate oder vergleichbare Funktionen von Herrn Riedl in Gesellschaften, deren Aktien
börsennotiert sind:
 Bwin.Party Digital Entertainment Plc
 VIENNA INSURANCE GROUP AG Wiener Versicherung Gruppe
Dr. Karin Schaupp, erstmalig gewählt am 7. Juli 2011, bestellt bis zur 22. ordentlichen Hauptversammlung
2016.
Frau Schaupp promovierte 1978 an der Karl Franzens Universität Graz und war danach Assistentin am Institut
für Pharmazeutische Chemie. 1980 begann sie ihre Industriekarriere mit dem Eintritt in die Firma Leopold-
Pharma GmbH als Leiterin der Analytischen Abteilung. Nach unterschiedlichen Funktionen im Forschungs-,
Entwicklungs- und Produktmanagementbereich in der internationalen Pharmaindustrie übernahm sie 1997
die Geschäftsführung der Fresenius Kabi Austria GmbH. 1999 wurde sie zur Regionalleiterin für Öster-
reich/Südosteuropa bestellt. 2000 erfolgte die Ernennung zum Mitglied des Vorstands der Fresenius Kabi AG,
Bad Homburg, mit weltweiter Geschäftsverantwortung. Seit 2003 ist sie selbstständige Unternehmensberate-
rin mit den Schwerpunkten Strategische Unternehmensentwicklung und Innovationstransfer.
Weitere Aufsichtsratsmandate oder vergleichbare Funktionen von Frau Schaupp in Gesellschaften, deren
Aktien börsennotiert sind:
 BDI – BioEnergy International AG
ARBEITNEHMERVERTRETER
Die Mitbestimmung der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat und dessen Ausschüssen ist gesetzlich geregelt und
Teil des österreichischen Corporate-Governance-Systems. Die Arbeitnehmervertretung ist berechtigt, für je
zwei von der Hauptversammlung gewählte Aufsichtsratsmitglieder ein Mitglied aus ihren Reihen zu entsen-
den. Bei ungerader Zahl der Aktionärsvertreter wird zugunsten der Arbeitnehmervertreter aufgestockt. Diese
Drittelparität gilt auch für alle Ausschüsse des Aufsichtsrats, außer für Sitzungen und Abstimmungen, welche
die Beziehungen zwischen der Gesellschaft und den Vorstandsmitgliedern betreffen. Ausgenommen sind
Corporate Governance Bericht 11
58 ATS Geschäftsbericht 2014/15
Beschlüsse auf Bestellung oder Widerruf der Bestellung eines Vorstandsmitglieds sowie die Einräumung von
Optionen auf Aktien der Gesellschaft. Die Konzernpersonalvertretung hält regelmäßig Rücksprachen mit dem
Vorstand. Diese dienender wechselseitigen Information über Arbeitnehmer betreffende Entwicklungen im
Unternehmen.
Wolfgang Fleck, Sabine Fussi, Franz Katzbeck und Günther Wölfler wurden vom Betriebsrat in den Aufsichts-
rat entsandt (Stand: 31. März 2015).
Eine aktuelle Übersicht mit weiteren Informationen kann unter www.ats.net/de/unternehmen/aufsichtsrat/
abgerufen werden.
UNABHÄNGIGKEIT DER MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS Der ÖCGK sieht vor, dass die
Mehrheit der Kapitalvertreter im Aufsichtsrat unabhängig sein soll. Der C-Regel 53 ÖCGK entsprechend hat
der Aufsichtsrat die folgenden Kriterien festgelegt, nach denen seine Mitglieder als unabhängig anzusehen
sind: Ein Aufsichtsratsmitglied ist als unabhängig anzusehen, wenn es in keiner geschäftlichen oder persönli-
chen Beziehung zu der Gesellschaft oder deren Vorstand steht, die einen materiellen Interessenkonflikt be-
gründet und daher geeignet ist, das Verhalten des Mitglieds zu beeinflussen. Folgende Kriterien dienen der
Beurteilung des Vorliegens der Unabhängigkeit eines Aufsichtsratsmitglieds:
 Das Aufsichtsratsmitglied war in den vergangenen fünf Jahren nicht Mitglied des Vorstands oder leitender
Angestellter der Gesellschaft oder eines Tochterunternehmens der Gesellschaft.
 Das Aufsichtsratsmitglied unterhielt im letzten Geschäftsjahr – und unterhält derzeit – zu der Gesellschaft
oder einem Tochterunternehmen der Gesellschaft kein Geschäftsverhältnis in einem für das Aufsichtsrats-
mitglied bedeutenden Umfang. Dies gilt auch für Geschäftsverhältnisse mit Unternehmen, an denen das
Aufsichtsratsmitglied ein erhebliches wirtschaftliches Interesse hat.
 Das Aufsichtsratsmitglied war in den letzten drei Jahren nicht Abschlussprüfer der Gesellschaft oder Betei-
ligter oder Angestellter der prüfenden Prüfungsgesellschaft.
 Das Aufsichtsratsmitglied ist nicht Vorstandsmitglied in einer anderen Gesellschaft, in der ein Vorstands-
mitglied der Gesellschaft Aufsichtsratsmitglied ist.
 Das Aufsichtsratsmitglied gehört nicht länger als 15 Jahre dem Aufsichtsrat an. Dies gilt allerdings nicht für
Aufsichtsratsmitglieder, die Anteilseigner mit einer unternehmerischen Beteiligung sind oder die Interessen
eines solchen Anteilseigners vertreten.
 Das Aufsichtsratsmitglied ist kein enger Familienangehöriger (direkte Nachkommen, Ehegatten, Lebensge-
fährten, Eltern, Onkel, Tanten, Geschwister, Nichten, Neffen) eines Vorstandsmitglieds oder von Personen,
die sich in einer in den vorstehenden Punkten beschriebenen Position befinden.
Nach diesen Kriterien hat jeder Kapitalvertreter im Aufsichtsrat in der Sitzung vom 19. März 2015 erklärt, dass
bzw. ob er unabhängig ist. Sieben von acht der Kapitalvertreter des Aufsichtsrats der ATS AG erklärten sich
als unabhängig; Herr Dr. Androsch erklärte sich als nicht unabhängig.
C-Regel 54 ÖCGK sieht vor, dass bei Gesellschaften mit einem Streubesitz von mehr als 50 % mindestens zwei
nach C-Regel 53 ÖCGK unabhängige Mitglieder dem Aufsichtsrat angehören sollen, die darüber hinaus keine
Anteilseigner mit einer Beteiligung von mehr als 10 % sind oder deren Interessen vertreten. Die Damen
DDr. Regina Prehofer und Dr. Karin Schaupp sowie die Herren KR Ing. Dörflinger, Dkfm. Fink und DI Hochleit-
ner und damit fünf von acht Kapitalvertretern erklärten sich auch in diesem Sinne als unabhängig.
DIVERSITÄT Bei der Auswahl der Mitglieder des Aufsichtsrats stehen einschlägiges Wissen und Erfahrung
in Führungspositionen im Vordergrund. Zusätzlich wird bei der Zusammensetzung auf Diversität geachtet.
Unter den Mitgliedern des Aufsichtsrats gibt es drei Frauen, womit mit einer Frauenquote von 25 % ein über-
durchschnittlicher Wert im Vergleich zu anderen österreichischen Unternehmen erreicht wird. Das Alter der
Aufsichtsratsmitglieder reicht von 45 bis 77 Jahre. Sämtliche Kapitalvertreter des Aufsichtsrats verfügen über
umfangreiche Erfahrungen im internationalen Geschäftsverkehr.
12 Corporate Governance Bericht
59Corporate Governance Bericht
ZUSTIMMUNGSPFLICHTIGE VERTRÄGE Im Zusammenhang mit diversen Projekten hat der Kon-
zern Leistungen von Beratungsunternehmen, bei denen der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Androsch für die AIC
Androsch International Management Consulting GmbH bzw. der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende
Ing. Dörflinger für die Dörflinger Management  Beteiligungs GmbH als Geschäftsführer einzelvertretungsbe-
fugt sind sowie Rechtsberatung von Frotz Riedl Rechtsanwälte, bei denen Aufsichtsratsmitglied Dr. Riedl als
selbständiger Rechtsanwalt tätig ist, erhalten:
in Tsd. € 2014/15 2013/14
AIC Androsch International Management Consulting GmbH 380 387
Dörflinger Management  Beteiligungs GmbH 8 5
Frotz Riedl Rechtsanwälte 3 6
391 398
AUSSCHÜSSE Der Aufsichtsrat richtete zu seiner effizienten Unterstützung und zur Behandlung komple-
xer Sachverhalte zwei ständige Ausschüsse ein, die einzelne Sachgebiete vertiefend behandeln und dem
Aufsichtsrat darüber berichten. Zusätzlich hat der Aufsichtsrat während des Geschäftsjahres 2014/15 einen
Projektausschuss eingerichtet, der sich mit Fragen der Fremdfinanzierung auseinandersetzt.
PRÜFUNGSAUSSCHUSS Dieser Ausschuss setzte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr zusammen aus:
 DDr. Regina Prehofer (Vorsitzende)
 Mag. Gerhard Pichler (Finanzexperte)
 Dr. Georg Riedl
 Wolfgang Fleck
 Günther Wölfler
Der Prüfungsausschuss befasst sich mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses und der Arbeit des
Abschlussprüfers, mit der Überwachung und Prüfung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, der Prüfung
und Vorbereitung der Feststellung des Jahresabschlusses, der Prüfung des Vorschlags für die Gewinnvertei-
lung, des Lageberichts sowie des Corporate-Governance-Berichts und ist für die Erstattung des Berichts über
die Prüfungsergebnisse an den Aufsichtsrat zuständig. Der Prüfungsausschuss beschäftigt sich auch vorberei-
tend für den Aufsichtsrat mit allen Fragen der Prüfung des Konzernabschlusses und Konzernlageberichts
sowie mit dem Konzernrechnungslegungsprozess. Er unterbreitet weiters einen Vorschlag für die Auswahl
des Abschlussprüfers und berichtet dem Aufsichtsrat darüber. Außerdem hat der Prüfungsausschuss die
Wirksamkeit des unternehmensweiten Internen Kontrollsystems, des Internen Revisionssystems und des
Risikomanagementsystems der Gesellschaft zu überwachen. Im Geschäftsjahr 2014/15 tagte der Prüfungs-
ausschuss zweimal. Tätigkeitsschwerpunkte waren die Behandlung und Prüfung des Jahresabschlusses und
Konzernabschlusses zum 31. März 2014, die Planung und Vorbereitung der Jahres- und Konzernabschlussprü-
fung für das Geschäftsjahr 2014/15 sowie die Behandlung des Risikomanagements, des Internen Kontrollsys-
tems und der Internen Revision. Weiters wurde die Vorsitzende des Prüfungsausschusses im Geschäftsjahr
2014/15 auch bei der Quartalsberichterstattung eingebunden.
NOMINIERUNGS- UND VERGÜTUNGSAUSSCHUSS Dieser Ausschuss setzt sich aus folgenden Mit-
gliedern zusammen:
 Dr. Hannes Androsch (Vorsitzender)
 Dkfm. Karl Fink
 DI Albert Hochleitner
 Wolfgang Fleck
 Günther Wölfler
Corporate Governance Bericht 13
60 ATS Geschäftsbericht 2014/15
Wenn erforderlich, unterbreitet der Nominierungs- und Vergütungsausschuss dem Aufsichtsrat Vorschläge
zur Besetzung frei werdender Mandate im Vorstand, befasst sich mit Fragen der Nachfolgeplanung und mit
den Angelegenheiten der Vergütung der Vorstandsmitglieder. Dieser Ausschuss hat im Geschäftsjahr 2014/15
zu diesem Zweck dreimal getagt.
Der Nominierungs- und Vergütungsausschuss ist weiters zur Entscheidung in dringenden Fällen befugt. Sämt-
liche Kapitalvertreter in diesem Ausschuss verfügen als ehemalige Vorstandsvorsitzende bzw. Generaldirekto-
renüber Kenntnisse und Erfahrung im Bereich der Vergütungspolitik.
PROJEKTAUSSCHUSS Am 19. März 2015 wurde durch Beschluss des Aufsichtsrats – im Rahmen des am
selben Tag erfolgten Grundsatzbeschlusses über die Durchführung verschiedener Maßnahmen zur Fremdfi-
nanzierung – gemäß § 17 der Satzung aus der Mitte des Aufsichtsrats ein Projektausschuss für die weitere
Abwicklung einschließlich der Erteilung der Zustimmung zur Durchführung entsprechender Transaktionen
eingerichtet. Diesem Projektausschuss gehören folgende Mitglieder an:
 Dr. Hannes Androsch (Vorsitzender)
 KR Ing. Willibald Dörflinger
 DDr. Regina Prehofer
 Wolfgang Fleck
 Günther Wölfler
Der Projektausschuss des Aufsichtsrats wurde ermächtigt alle weiteren zur Begebung einer Anleihe oder der
Aufnahme von Fremdkapital in einer anderen Form sowie die genaueren diesbezüglichen Bedingungen und
Konditionen erforderlichen Zustimmungen des Aufsichtsrats zu erteilen.
Der Projektausschuss, der am 19. März 2015 und damit am Ende des Geschäftsjahres eingerichtet wurde,
tagte während des Geschäftsjahres 2014/15 nicht, besteht jedoch auch nach dem 31. März 2015 weiter bis
zu seiner Auflösung.
14 Corporate Governance Bericht
61Corporate Governance Bericht
Der folgende Bericht stellt die Vergütung an die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der ATS dar.
Er ist in Verbindung mit den Erläuterungen im Anhang zum Jahresabschluss bzw. Konzernabschluss 2014/15
zu lesen.
BEZÜGE DER MITGLIEDER DES VORSTANDS Im Geschäftsjahr betragen die Gesamtbezüge der Mitglieder
des Vorstands:
Geschäftsjahr 2014/15 Geschäftsjahr 2013/14
in Tsd. € Fix Variabel Summe Fix Variabel Summe
DI (FH) Andreas Gerstenmayer 429 506 935 428 373 801
Dr. Karl Asamer 361 301 662 – – –
Ing. Heinz Moitzi 359 361 720 357 424 781
Gesamt 1.149 1.168 2.317 785 797 1.582
Der Anteil der fixen Vergütung von Herrn DI (FH) Gerstenmayer an seiner Gesamtvergütung hat daher
45,88 % betragen, jener der variablen Vergütung 54,12 %. Der Anteil der fixen Vergütung von Herrn
Dr. Asamer an seiner Gesamtvergütung hat 54,53 % betragen, jener der variablen Vergütung 45,47 %. Der
Anteil der fixen Vergütung von Herrn Ing. Moitzi an seiner Gesamtvergütung hat 49,86 % betragen, jener der
variablen Vergütung 50,14 %. In Bezug auf die gesamte Vorstandsvergütung beträgt für das Geschäftsjahr
2014/15 der Anteil der fixen Vergütung 49,59 % und der Anteil der variablen Vergütung 50,41 %.
Die aktienorientierte Vorstandsvergütung basiert auf dem Stock-Option-Plan 2009–2012 der ATS mit Zutei-
lungen vom 1. April 2009 bis zum 1. April 2012. Die Zahl der an Vorstände im Rahmen dieses Stock-Option-
Plans insgesamt zugeteilten Aktienoptionen stellt sich wie folgt dar:
Zuteilung jeweils am 1. April eines jeden Jahres
insgesamt zugeteilt 2012 2011 2010 2009
DI (FH) Andreas Gerstenmayer 120.000 40.000 40.000 40.000 –
Ing. Heinz Moitzi 120.000 30.000 30.000 30.000 30.000
Zuteilungspreis (in €) 9,86 16,60 7,45 3,86
Die Ausübbarkeit der zugeteilten Aktienoptionen erfolgt gestaffelt, wobei bis zu 20 % der zugeteilten Aktien-
optionen nach Ablauf von zwei Jahren, bis zu weiteren 30 % nach Ablauf von drei Jahren und die restlichen
bis zu 50 % nach Ablauf von vier Jahren nach ihrer Zuteilung ausgeübt werden können. Aktienoptionen kön-
nen nach Ablauf der Wartefrist, jedoch nicht während einer Sperrfrist, zur Gänze oder auch nur teilweise
ausgeübt werden. Zugeteilte Aktienoptionen, die nicht spätestens bis zum Ablauf von fünf Jahren nach dem
Zuteilungstag ausgeübt werden, verfallen grundsätzlich ersatzlos und endgültig; für den Fall, dass eine Sperr-
frist das Ende dieser Fünfjahresfrist umfasst gilt jedoch, dass diese Sperrfrist die Fünfjahresfrist unterbricht.
Für die Zeit dieser Unterbrechung können nach Ende der Sperrfrist die Aktienoptionen weiterhin ausgeübt
werden, die fünfjährige Frist wird daher insofern verlängert. Aktienoptionen, die aber nicht spätestens zum
Ablauf dieser so gegebenenfalls verlängerten Fünfjahresfrist ausgeübt werden, verfallen ersatzlos und end-
gültig. Das betreffende Stock-Option-Programm ist nunmehr ausgelaufen, die letzte Zuteilung erfolgte am 1.
April 2012. Per 1. April 2012 zugeteilte, noch nicht ausgeübte Optionen (siehe Directors‘ Holdings  Dealings
einschließlich Veränderung im Geschäftsjahr 2014/15) können demnach grundsätzlich noch bis
31. März 2017 gezogen werden.
Nach umfassender Vorbereitung wurde mit Beschluss des Aufsichtsrats vom 3. Juli 2014 als Ersatz des mit
letzter Zuteilung am 1. April 2012 ausgelaufenen Stock-Options-Programmes für den Vorstand sowie Schlüs-
Vergütungsbericht
für Vorstand und Aufsichtsrat
Corporate Governance Bericht 15
62 ATS Geschäftsbericht 2014/15
selkräfte der Gesellschaft ein langfristiges Vergütungsmodell („Long-Term-Incentive-Programm“) auf Basis
von „Stock Appreciation Rights“ (SAR) implementiert. SAR sind Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte auf der
Grundlage der Aktienkursentwicklung über einen definierten Zeitraum. Somit erfolgt für die Begünstigten,
wie auch bei Aktienoptionen, ohne dass aber tatsächlich Aktien übertragen oder Optionen auf eine solche
Übertragung eingeräumt werden, nur bei positiver Aktienkursentwicklung eine finanzielle Vergütung. Als
Voraussetzung sind insbesondere langfristige und mehrjährige Leistungskriterien, eine Mindestwartefrist von
drei Jahren (mit einem darauf folgenden Ausübungszeitraum von maximal zwei Jahren), ein Mindest-
Eigeninvestment sowie eine Höchstgrenze des möglichen finanziellen Vorteils vorgesehen:
 Die Kennzahl „Earnings per Share“ (EPS) determiniert, wieviele der zugeteilten SAR nach Ablauf der Warte-
frist tatsächlich ausgeübt werden können. Als Zielwert gilt der gemäß dem Mittelfristplan für den Bilanz-
stichtag des dritten Jahres nach Zuteilung festgelegte EPS-Wert. Wird dieser EPS-Wert nach Ablauf der
Wartefrist zu unter 50 % erreicht, verfallen die zugeteilten SAR. Wird der EPS Wert zu 100 % erreicht oder
übertroffen, so können die zugeteilten SAR zur Gänze ausgeübt werden. Liegt die Erreichung zwischen
50 % und 100 %, so können die zugeteilten SAR anteilig ausgeübt werden (linearer Verlauf).
 Ein Eigeninvestment als Voraussetzung für eine Ausübung ist verpflichtend. Das Eigeninvestment entspricht
einmalig 20 % der ersten Zuteilungssumme (in SAR) eines Jahres als Aktien (z.B. bei 5.000 zugeteilten SAR
beträgt das Eigeninvestment 1.000 Aktien). Wurde das Eigeninvestment bis zum Ende der Wartefrist (nach
Ablauf von drei Jahren) nicht zur Gänze aufgebaut, so verfallen die SAR der entsprechenden Zuteilung zur
Gänze. Das Eigeninvestment muss über die gesamte Dauer der Teilnahme am LTI-Programm gehalten wer-
den.
 Der Ausübungspreis wird am Zuteilungstag bestimmt und entspricht dem durchschnittlichen Schlusskurs
der ATS-Aktien an der Wiener Börse während der sechs Kalendermonate, die dem jeweiligen Zuteilungs-
tag vorausgehen.
 Die Entwicklung des Aktienkurses determiniert die Höhe des LTI für die Berechtigten: Die Differenz zwi-
schen Ausübungspreis der entsprechenden virtuellen Zuteilung und dem Schlusskurs der ATS-Aktie an der
Wiener Börse am Ausübungstag wird mit der Anzahl der SAR multipliziert. Der Ausübungspreis wird mit
keinem Aufschlag versehen. Eine allfällige Auszahlung erfolgt in bar. Für den Fall außerordentlich positiver
Entwicklungen ist der Auszahlungsbetrag je SAR der Höhe nach bei 200 % des jeweils festgelegten Aus-
übungspreises begrenzt (Beispiel: Ausübungspreis 8 €, der maximale Wert je SAR liegt somit bei 16 €, ein
Schlusskurs über 24 € führt damit nicht mehr weiter zu einem höheren Wert je SAR).
Es sind im Rahmen dieses LTI-Programmes 2014 – 2016 drei Zuteilungstranchen möglich, und zwar vom
1. April 2014 bis zum 1 . April 2016. Bisher wurden den Vorstandsmitgliedern folgende Stückzahlen an Ak-
tien-Wertsteigerungsrechten zu dem angeführten Ausübungspreis zugeteilt:
Zuteilung am 1. April 2014
insgesamt zugeteilt 2014
DI (FH) Andreas Gerstenmayer 40.000 40.000
Dr. Karl Asamer 30.000 30.000
Ing. Heinz Moitzi 30.000 30.000
Zuteilungspreis (in €) 7,68
Die (nicht auf Stock Option und SARs entfallende) variable Vergütung des Vorstands hing im Geschäftsjahr
2014/15 von der kurzfristigen Erreichung von drei im Rahmen des Budgets festgelegten Kenngrößen für das
betreffende Geschäftsjahr, Return on Capital Employed (ROCE), Cash Earnings (mit einer Gewichtung von je
45 %) sowie Innovation Revenue Rate (IRR) (mit einer Gewichtung von 10 %), ab. Grundvoraussetzung für die
Gewährung dieser variablen Vergütung ist jedenfalls ein positives EBIT für die gesamte Gruppe für das Ge-
schäftsjahr sowie die Erfüllung des Zielwerts EBIT für die gesamte Gruppe für das Geschäftsjahr von zumin-
16 Corporate Governance Bericht
63Corporate Governance Bericht
dest 70 % („Hurdle Rate“). Bei Übererfüllung der Zielvorgaben der Kennzahlen ROCE, Cash Earnings und IRR
kann maximal ein Bonus von 200 % auf Basis des vertraglich vereinbarten Jahresbonus erreicht werden. Die
Einbeziehung der IRR spielt eine wichtige Rolle für die nachhaltige Gestaltung der variablen Vergütung, weil
die Innovationsfähigkeit – im Sinne der Entwicklung neuer Technologien, Produkte oder Produkteigenschaf-
ten – für das Unternehmen ein wesentlicher Faktor für zukünftigen wirtschaftlichen Erfolg ist und überdies
gut messbar ist: Die IRR drückt den Umsatzanteil von Produkten aus, die in den vergangenen drei Jahren in
den Markt eingeführt wurden und die technisch und innovativ sind. Über den dreijährigen Betrachtungszeit-
raum wird eine langfristige Komponente in der variablen Vergütung abgebildet. Im Falle der Beendigung des
Dienstverhältnisses haben die Vorstände vertraglich Anspruch auf Abfertigung (in sinngemäßer Anwendung
des Angestelltengesetzes „Abfertigung Alt“). Im Falle einer vorzeitigen Beendigung des Dienstverhältnisses
seitens eines Vorstandsmitglieds aus berechtigtem und wichtigem Grund oder aufgrund des Erlöschens der
Funktion aus gesellschaftsrechtlichen Gründen ist das Entgelt bis zum Vertragsende weiterzubezahlen. Sollte
ein Vorstand sein Amt niederlegen oder aufgrund einer schwerwiegenden Pflichtverletzung von seiner Funk-
tion abberufen und entlassen werden sowie im Todesfall stoppt die Gehaltszahlung mit Ende des entspre-
chenden Monats. Sonstige Anwartschaften und Ansprüche im Zuge der Beendigung der Funktion bestehen
nicht.
Pensionsansprüche der Vorstände sind mittels einzelvertraglicher Leistungszusagen oder Beitragszahlungen
geregelt. Herrn Ing. Moitzi wurde für jedes anrechenbare Dienstjahr ein Pensionsanspruch in Höhe von 1,2 %
des zuletzt bezogenen Aktiveinkommens, maximal jedoch 40 % davon zugesagt. Für Herrn DI (FH) Gersten-
mayer wurde ein Beitrag in Höhe von 10 % des monatlichen Bruttogehalts in eine Pensionskasse eingezahlt.
Die Höhe der Betriebspension ergibt sich aus dem vorhandenen Kapital in der Pensionskasse, die Verrentung
erfolgt entsprechend dem Geschäftsplan der Pensionskasse.
Vorstandsmitglieder erhalten einen Dienstwagen (der entsprechende steuerliche Hinzurechnungsbetrag -
Sachbezug- wird bei der Ermittlung des Nettogehalts berücksichtigt) und haben Anspruch auf eine Unfallver-
sicherung. Die Krankenversicherung beschränkt sich auf die österreichische gesetzliche Sozialversicherung.
BEZÜGE DER MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS Die Festlegung der Vergütung der Mitglieder des Auf-
sichtsrats erfolgt durch Beschluss in der ordentlichen Hauptversammlung jeweils im Nachhinein für das vo-
rangegangene Geschäftsjahr. Die an Mitglieder des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2014/15 gezahlte Vergü-
tung für das vorangegangene Geschäftsjahr 2013/14 entspricht dem Beschluss der 20. ordentlichen Haupt-
versammlung vom 3. Juli 2014:
in €
Mitglied Fixum
Ausschuss-
vergütung
variable
Vergütung Sitzungsgeld Summe
Dr. Hannes Androsch 30.000 3.000 17.700 2.000 52.700
Ing. Willibald Dörflinger 25.000 – 8.850 1.600 35.450
DDr. Regina Prehofer 20.000 3.000 8.850 2.000 33.850
Dkfm. Karl Fink 20.000 2.000 8.850 1.600 32.450
DI Albert Hochleitner 20.000 2.000 8.850 1.600 32.450
Mag. Gerhard Pichler 20.000 2.000 8.850 2.000 32.850
Dr. Georg Riedl 20.000 2.000 8.850 2.000 32.850
Dr. Karin Schaupp 20.000 – 8.850 2.000 30.850
Gesamt 175.000 14.000 79.650 14.800 283.450
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält eine fixe Vergütung in Höhe von 30.000 € pro Geschäftsjahr, sein
erster Stellvertreter eine fixe Vergütung in Höhe von 25.000 € und alle anderen Mitglieder des Aufsichtsrats
Corporate Governance Bericht 17
64 ATS Geschäftsbericht 2014/15
20.000 €. Der Vorsitz eines ständigen Ausschusses (Nominierungs- und Vergütungsausschuss bzw. Prüfungs-
ausschuss) wird mit einem Fixum von 3.000 € pro Geschäftsjahr, die Mitgliedschaft mit 2.000 € remuneriert.
Das Sitzungsgeld beträgt 400 € pro Sitzung des Aufsichtsratsplenums, womit auch sämtliche Barauslagen
abgegolten sind. Darüber hinaus erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats eine auf den Kennzahlen Cash-
Earnings und ROCE (Return on Capital Employed) basierende variable Vergütung (in Höhe von 10.000 € pro
Geschäftsjahr bei 100 %-iger Zielerreichung im Fall des Aufsichtsratsvorsitzenden und in Höhe von 5.000 € für
übrige Mitglieder des Aufsichtsrats), wobei die Gewichtung zu jeweils gleichen Teilen erfolgt. Mitglieder des
Aufsichtsrats erhalten keine Aktienoptionen der Gesellschaft. Nachdem die im Rahmen des Budgetierungs-
prozesses festgelegten Kenngrößen für eine variable Vergütung im Geschäftsjahr 2013/14 erreicht wurden,
kam es zu einer solchen Vergütungskomponente für das Geschäftsjahr 2013/14, welche entsprechend dem
Beschluss der 20. ordentlichen Hauptversammlung vom 3. Juli 2014 während des Geschäftsjahres 2014/15
ebenfalls ausbezahlt wurde.
Die in den Aufsichtsrat entsandten Arbeitnehmervertreter üben ihre Funktion ehrenamtlich aus und erhalten
daher keine gesonderte Vergütung.
VERMÖGENSSCHADENHAFTPFLICHTVERSICHERUNG (DO-VERSICHERUNG) Die bei ATS bestehen-
de DO-Versicherung gilt für alle ehemaligen, gegenwärtigen und zukünftigen Mitglieder der geschäftsfüh-
renden Organe und der Kontrollorgane der Gesellschaft oder ihrer Tochterunternehmen. Umfasst sind die
gerichtliche und außergerichtliche Abwehr ungerechtfertigter und die Befriedigung begründeter Schadener-
satzansprüche wegen reiner Vermögensschäden aus Pflichtverletzungen der versicherten Personen aus ihrer
organschaftlichen Tätigkeit. Die Versicherung gilt weltweit, die Jahresprämie wird von ATS bezahlt.
18 Corporate Governance Bericht
65Corporate Governance Bericht
Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands haben sich freiwillig bereit erklärt, die Anzahl der von
ihnen gehaltenen Aktien der AT  S Austria Technologie  Systemtechnik Aktiengesellschaft zu veröffentli-
chen. Nicht veröffentlicht wird der Aktienbesitz von natürlichen Personen, die in enger Beziehung zu den
Aufsichtsratsmitgliedern oder Vorstandsmitgliedern stehen.
Aktien Optionen gemäß Stock-Option-Plan
Stand
31.03.2014 Veränderung
Stand
31.03.2015 % Kapital*)
Stand
31.03.2014
Aus-
übung/Verfall
Stand
31.03.2015
Andreas Gerstenmayer – 10.000 10.000 0,03 % 120.000 40.000 80.000
Karl Asamer – 4.000 4.000 0,01 % – – –
Heinz Moitzi 2.786 – 2.786 0,01 % 90.000 30.000 60.000
Hannes Androsch 599.699 – 599.699 1,54 % – – –
Androsch Privatstiftung 6.339.896 – 6.339.896 16,32 % – – –
Willibald Dörflinger – – – – – – –
Dörflinger Privatstiftung 6.902.380 – 6.902.380 17,77 % – – –
Karl Fink – – – – – – –
Albert Hochleitner – – – – – – –
Gerhard Pichler 26.768 – 26.768 0,07 % – – –
Regina Prehofer – – – – – – –
Georg Riedl 15.482 – 15.482 0,04 % – – –
Karin Schaupp – – – – – – –
Wolfgang Fleck – – – – – – –
Sabine Fussi – – – – – – –
Franz Katzbeck – – – – – – –
Günther Wölfler – – – – – – –
*)
Die angegebene Anzahl der jeweils an der AT  S Austria Technologie  Systemtechnik Aktiengesellschaft gehaltenen Aktien schließt alle
direkten und indirekten Beteiligungen mit ein. Bei der Androsch Privatstiftung sind damit in dieser Angabe auch jene Aktien enthalten, die
von der im Eigentum der Androsch Privatstiftung stehenden AIC Androsch International Management Consulting GmbH gehalten werden,
bei der Dörflinger-Privatstiftung sind auch jene Aktien enthalten, die von der im Mehrheitseigentum der Dörflinger-Privatstiftung stehenden
Dörflinger Management  Beteiligungs GmbH gehalten werden. Transaktionen zwischen der Androsch Privatstiftung und der im Eigentum
der Androsch Privatstiftung stehenden AIC Androsch International Management Consulting GmbH werden daher ebenfalls saldiert und hier
nicht gesondert dargestellt.
Einzelne Directors’-Dealings-Meldungen sind jeweils der Directors’-Dealings-Datenbank der FMA zu entneh-
men, abrufbar unter https://www.fma.gv.at/de/unternehmen/emittenten/directors-dealings/directors-
dealings-datenbank.html.
Directors‘-Holdings  Dealings
Corporate Governance Bericht 19
Directors’ Holdings  Dealings
66 ATS Geschäftsbericht 2014/15
FÖRDERUNG VON FRAUEN IN FÜHRUNGSPOSITIONEN ATS verfügt über keinen ausformulierten Plan
für die Förderung von Frauen in Vorstand, Aufsichtsrat und leitenden Funktionen in der Gesellschaft und
ihren Tochtergesellschaften. Die Auswahl von Kandidatinnen und Kandidaten erfolgt jeweils im Hinblick auf
die bestmögliche Besetzung freier Stellen, insbesondere unabhängig von Geschlecht, Alter, Religion und
ethnischer Herkunft.
Frauen sind in verschiedenen leitenden Positionen innerhalb der ATS und ihrer Tochtergesellschaften tätig.
Im Vorstand der ATS sind keine Frauen vertreten. Im Aufsichtsrat der ATS sind jedoch zwei der acht Kapi-
talvertreter Frauen und eine auf seiten der Arbeitnehmervertretung, womit mit einer Frauenquote von 25 %
der Aufsichtsratsmitglieder ein im Vergleich zu anderen österreichischen Unternehmen überdurchschnittli-
cher Wert erreicht wird. Von den leitenden Positionen in der 1. Ebene unterhalb des ATS Vorstands werden
16 % von Frauen eingenommen. Der Frauenanteil im Konzern beträgt insgesamt rund 34 %. Innerhalb ATS
liegt der Frauenanteil in Europa und USA mit 40 % nach wie vor deutlich über jenem in Asien, wo der Frauen-
anteil 33 % beträgt. Das Unternehmen ist weiterhin bemüht, die Entwicklung von Frauen auch in Führungs-
positionen zu fördern. Es wird aktiv versucht, insbesondere bei Rückkehr aus einer Karenz, die Vereinbarkeit
von Familie und Beruf zu fördern.
ATS ETHIK- UND VERHALTENSKODEX Als Ergänzung zum ÖCGK hat sich ATS selbst einen Ethik- und
Verhaltenskodex auferlegt. Dieser beschreibt, wie ATS ihre Geschäfte auf ethische und sozial verantwortli-
che Weise führt. Die Richtlinien gelten für alle Aktivitäten von ATS weltweit. Jede Mitarbeiterin und jeder
Mitarbeiter ist dafür verantwortlich, sich bei der Ausübung seines Berufs und seiner täglichen Arbeit aus-
nahmslos an diesen Kodex zu halten. Für bestimmte Regionen, Länder oder Funktionen können strengere
oder detailliertere Richtlinien gelten, die jedoch grundsätzlich im Einklang mit dieser Unternehmenspolitik
stehen. Ein Kernpunkt des Kodex ist, dass ATS etwa bei Einstellung, Vergütung, Beförderung keinerlei Form
der Diskriminierung aufgrund z. B. Rasse, Religion, politischer Zugehörigkeit, aber auch Geschlecht unter-
stützt. Es zählt die persönliche Leistung.
ATS COMPLIANCE-CODE ATS unterstützt die Intention des ÖCGK, das Vertrauen in- und ausländischer
Investoren in den Kapitalmarkt Österreich durch Erhöhung der Transparenz und durch einheitliche Grundsät-
ze zu stärken. Die Gleichbehandlung und umfassende Information aller Aktionäre hat für ATS eine hohe
Bedeutung. Zur Vermeidung von Insiderhandel und zur Einhaltung sonstiger relevanter kapitalmarktrechtli-
cher Bestimmungen wurde ein Compliance Code („Konzernrichtlinie Emittenten Compliance“) im Unterneh-
men unter Einbezug aller Aufsichtsratsmitglieder installiert. Die Konzernrichtlinie Emittenten Compliance
wurde zuletzt im Geschäftsjahr 2012/13 an die Änderungen der Emittenten Compliance Verordnung der
Finanzmarktaufsichtsbehörde (BGBl. II 213/2007 idF BGBl. II Nr. 30/2012) angepasst und in der geänderten
Fassung am 1. Dezember 2012 in Kraft gesetzt.
Der Vorstand
DI (FH) Andreas Gerstenmayer Dr. Karl Asamer Ing. Heinz Moitzi
Sonstige Verhaltenskodizes
20 Corporate Governance Bericht
6868 ATS Geschäftsbericht 2014/15ATS Geschäftsbericht 2014/15
Konzernlagebericht 2014/15
69Konzernlagebericht
1.	Geschäftsentwicklung   70
	 1.1. Markt und Branche   70
	 1.2. Ertragslage   74
	 1.3. Vermögens- und Finanzlage   77
2.	Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag   83
3.	Standorte und Zweigniederlassungen   84
4.	Geschäftsentwicklung nach Segmenten   85
5.	Konzern   88
	 5.1. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter   88
	 5.2. Nachhaltigkeit   91
	 5.3. Forschung und Entwicklung   94
6.	Chancen- und Risikomanagement   96
7.	Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem
	 im Hinblick auf das Rechnungswesen   99
8.	Aktionärsstruktur und Angaben zum Kapital (Angaben gemäß § 243a UGB)   100
9.	Ausblick   102
Inhaltsverzeichnis
70 ATS Geschäftsbericht 2014/15
Eine Leiterplatte ist eine Verbindungsplattform für elektrische, elektronische und mechanische Bauteile. Sie
ermöglicht die mechanische Befestigung sowie die elektrische Verbindung von Widerständen, Kondensato-
ren, Mikroprozessoren, Speicherbausteinen, Sensoren, Steckern und vielen anderen Komponenten, welche
für die volle Funktionsfähigkeit elektronischer Systeme erforderlich sind. Nachdem nahezu jedes elektroni-
sche Gerät eine oder mehrere Leiterplatten enthält, sind sie ein unverzichtbarer Bestandteil in unserem
täglichen Leben.
Leiterplatten bestehen aus einem elektrisch isolierenden Trägermaterial – zum Großteil werden dafür in
Epoxidharz getränkte Glasfasermatten verwendet – und darauf aufgebrachten leitenden Verbindungen –
zumeist aus geätzten Kupferschichten. Es gibt unzählige Arten von Leiterplatten, von einseitigen bis zu hoch-
komplexen mehrlagigen Ausführungen. Die Komplexität von Leiterplatten und, damit verbunden, die Anfor-
derungen an die unterschiedlichen Herstellungsprozesse werden von mehreren Faktoren bestimmt. Es sind
dies die Lagenanzahl, die vertikalen Verbindungen der einzelnen Lagen und deren minimaler Lochdurchmes-
ser, die Breite und Abstände der Leiterzüge sowie das Oberflächen-Finish. Die fortschreitende Miniaturisie-
rung der elektronischen Komponenten in den Endgeräten bei gleichzeitig zunehmender Leistungsdichte
erhöhen die Anforderungen an und die Komplexität der Leiterplatten. ATS hat seit Jahren den Schwerpunkt
auf die Produktion hochkomplexer Leiterplatten für anspruchsvollste Anwendungen gesetzt und realisiert
mittlerweile mehr als 75 % des Umsatzes in dieser höchsten Technologieklasse.
IC-Substrate repräsentieren die Spitzentechnologie für Verbindungsplattformen. Der größte Unterschied zu
Leiterplatten liegt in den realisierbaren Strukturen, welche ein Minimum von weniger als 10 µm erreichen
können. Dazu sind im Gegensatz zur Herstellung von Leiterplatten wesentlich anspruchsvollere Reinrauman-
forderungen zu erfüllen und alternative Plating-Verfahren zur Formierung der vertikalen Verbindungen erfor-
derlich. Im Gegensatz zu herkömmlichen Leiterplatten können IC-Substrate auch aus Keramik- oder Glasma-
terialien bestehen.
INTERNATIONALE MARKTENTWICKLUNG Der globale Markt für Leiterplatten ist stark geprägt
von der hoch entwickelten, aber schwierig prognostizierbaren Elektronikindustrie. Die Märkte für Endgeräte
und Halbleiter unterliegen aufgrund der sich rasch ändernden Bedürfnisse der Kunden und des wechselnden
globalen Wirtschaftsklimas immer größeren Schwankungen. Die Leiterplattenindustrie folgt untrennbar diesen
Makro-Trends, welche den Bedarf an elektronischen Geräten und Systemen bestimmen. Zusätzlich beeinflus-
sen die Unausgewogenheit von Angebot und Nachfrage, die fortschreitende geografische Migration, der
Preisverfall und der harte Wettbewerb diesen stark fragmentierten Markt, welcher dadurch noch dynamischer
und schwerer vorhersehbar geworden ist. Weltweit gab es 2013 etwa 2800 Hersteller (Quelle: NTI, Aug. 2014).
Die Top-30-Unternehmen haben einen gemeinsamen Marktanteil von rund 55 % (Quelle: Prismark, Q4 2014).
Die Prognosen unabhängiger Marktforscher zeigen ein durchschnittliches jährliches Wachstum für den welt-
weiten Leiterplattenmarkt von rund 3 % bis zum Jahr 2019 (Quelle: Prismark, Q4 2014), wobei für die höher-
wertigen Technologien, wie z. B. HDI-Microvia-Leiterplatten, überdurchschnittliche Zuwachsraten prognosti-
ziert werden.
Im Jahr 2014 lag der weltweite Bedarf für Leiterplatten bei 57,4 Mrd. US-$ (Quelle: Prismark, Q4 2014). Dies
entspricht im Vergleich zu 2013 einer Steigerung von 2,3 %. Die nebenstehende Grafik zeigt die unterschiedli-
che Entwicklung in den verschiedenen Regionen. Während die Märkte in Amerika, Europa und Japan weiter
an Bedeutung verlieren, wird Asien (ohne Japan) bis 2019 einen Anteil von etwa 85 % an der weltweiten
Produktion von Leiterplatten für sich beanspruchen.
Geschäftsentwicklung1.
1.1. Markt und Branche
Leiterplattenmarkt
in Mrd. US-$
Quelle: Prismark, Q4 2014
3,0 2,9 2,9 2,9 2,9
2,2 2,1 2,1 2,0 2,0
6,7 6,4 5,9 5,5 5,2
26,1 27,6 29,2 30,7 32,1
19,4 19,9 20,8 21,6 22,5
57,4 58,9
60,9 62,7 64,7
2014 2015 2016 2017 2018
Asien - sonstige
China
Japan
Europa
Amerika
4 Konzernlagebericht 2014/15
71Konzernlagebericht
SMARTPHONES BLEIBEN WACHSTUMSMOTOR DER ELEKTRONIKINDUSTRIE Mit rund
1,3 Mrd. verkauften Geräten war der Markt für Smartphones im Jahr 2014 das mit Abstand größte und mit
über 27 % Wachstum gegenüber 2013 auch das am stärksten wachsende Segment der globalen Elektronikin-
dustrie. Auch wenn die Prognosen unabhängiger Marktforscher für die nächsten Jahre deutlich niedrigere
Wachstumsraten von durchschnittlich rund 9 % zeigen (Quelle: IDC, März 2015), stellen Smartphones auch in
Zukunft einen der wichtigsten Wachstumstreiber dar. Entgegen ursprünglichen Prognosen, welche von einem
durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 13 % ausgegangen sind (Quelle: IDC, Januar 2014), hat der Tab-
let-Computer-Markt im Jahr 2014 mit einem Wachstum von 4,5 % (Quelle: IDC, März 2015) gegenüber 2013
deutlich an Dynamik verloren. Für die kommenden Jahre wird nun ein durchschnittliches Wachstum von rund
3 % p. a. prognostiziert (Quelle: IDC, März 2015).
Neben den genannten Anwendungen sind Personal Computer, Notebooks, Server/Speicher-Computer, Kom-
munikations-Infrastruktureinrichtungen und Consumer-Produkte wie Digitalkameras und TV-Geräte wesentli-
che Bestandteile in den Marktsegmenten Computer, Communication und Consumer. Deutliches Marktpoten-
zial sieht das ATS Management bei Wearable-Anwendungen wie z. B. Smart-Watches, welche ähnlich
hochwertige Leiterplattentechnologien wie Smartphones benötigen.
Diese Marktsegmente werden in hohem Maß durch den Megatrend „Konnektivität“ getrieben. Die Verbin-
dung einzelner Anwendungen – wie Smartphones, Tablets, Computer, sogenannte Smart Devices wie eben
Smart-Watches, Fitness-Tracker, aber auch Fernseher und in Zukunft eine Vielzahl an elektrischen Geräten
des täglichen Lebens – über das Internet eröffnet neue Wachstumsbereiche, welche unter dem Begriff „In-
ternet of Things“ die Entwicklung dieser Segmente in den nächsten Jahren bestimmen werden.
ÜBERDURCHSCHNITTLICHES WACHSTUM FÜR AUTOMOBILELEKTRONIK DURCH
NEUE ANWENDUNGEN Die Prognosen unabhängiger Marktforscher zeigen bis zum Jahr 2018 ein
durchschnittliches jährliches Wachstum von rund 5 % für den globalen Automobilmarkt. Der Anteil an Elekt-
ronik-Systemen wird im gleichen Zeitraum ein jährliches Wachstum von 5,5 % aufweisen (Quelle: Prismark,
Q4 2014). Für den Bedarf an Leiterplatten für die Automobilelektronik wird ein durchschnittliches jährliches
Wachstum von 4 % prognostiziert (Quelle: Prismark, Q4 2014). Damit liegen die Wachstumsraten für elektro-
nische Systeme wie auch für Leiterplatten deutlich über den durchschnittlichen Gesamtwerten der globalen
Elektronikbranche, welche mit einem Wachstum von 3,5 % für elektronische Systeme sowie 3,1 % für Leiter-
platten prognostiziert werden (Quelle: Prismark, Q4 2014).
Sicherheit, Information, Verbrauchs- und Emissionsreduzierung sind die Schwerpunktthemen der Automobil-
branche. Zuverlässigkeit, Langlebigkeit, Beständigkeit gegen Temperatureinflüssen definieren dabei höchste
Ansprüche an die verwendeten Leiterplatten. Anwendungen im Bereich Sicherheit und Information treiben
auch in diesem Segment die Nachfrage und den Einsatz von HDI- und Microvia-Leiterplatten. Die Anwendun-
gen, bei denen mittlerweile HDI- und Microvia-Leiterplatten eingesetzt werden, reichen von Navigations-,
Multimedia- und Infotainment-Systemen über Emergency-Call und Kamerasysteme bis zu elektronischen
Getriebesteuerungen.
Zukünftig erfordert das Thema „Autonomes Fahren“ die Entwicklung von neuen zentralen Systemen für die
Erfassung von Informationen und Daten, welche von Kamerasystemen, Radar- und Ultraschallsensoren zur
Verfügung stehen, sowie für deren Auswertung und die anschließende Ansteuerung der entsprechenden
Aktuatoren für Brems-, Stabilitäts- und Lenksystem. Aufgrund des großen Datenvolumens und der notwendi-
gen schnellen Übertragungsraten benötigen diese neuen Zentralrechner ebenfalls HDI-Technologie.
ATS ist im Bereich Automobilelektronik gemessen am Umsatz weltweit unter den Top Ten der Leiterplatten-
lieferanten (Quelle: NTI, März 2014).
Wachstumstreiber Smart-
phones und Tablet-Computer
in Mrd. verkauften Stück
Quelle: IDC, März 2015
Absatzvolumen Automobil-
markt
in Mio. verkauften Fahrzeuge
Quelle: KPMG, LMC, September 2013
1,3
1,5 1,6
1,8 1,9
0,2 0,2 0,2 0,2 0,3
2014 2015 2016 2017 2018
Smartphones
Tablets
89 96 102 107 111
2014 2015 2016 2017 2018
Konzernlagebericht 2014/15 5
72 ATS Geschäftsbericht 2014/15
STABILES WACHSTUM IN DER INDUSTRIEELEKTRONIK Für das Jahr 2015 rechnen unabhän-
gige Marktanalysten mit einem Wachstum von rund 5 % im Industrieelektronik-Systemmarkt (Quelle: Pris-
mark, März 2015). Das korrelierende Wachstum für Leiterplatten für dieses Segment wird für den gleichen
Zeitraum mit rund 3 % prognostiziert (Quelle: Prismark, März 2015).
Der Markt für Industrieelektronik ist stark fragmentiert und aufgrund der breit gefächerten Anwendungen
durch unzählige unterschiedliche Kunden von sehr differenzierten Anforderungen an die eingesetzten Leiter-
plattentechnologien gekennzeichnet. Das nachgefragte Technologiespektrum reicht von einseitigen und
doppelseitigen Leiterplatten über hochlagige Multilayer-Leiterplatten sowie vermehrt HDI- und Microvia-
Leiterplatten bis hin zu allen Typen von flexiblen und starr-flexiblen Leiterplatten. Um den daraus resultieren-
den Anforderungen – bestimmt vom Einsatzgebiet und den verschiedenen Produktspezifikationen – gerecht
zu werden, sind Kundennähe, hohe Flexibilität und kürzeste Lieferzeiten die Erfolgsparameter für die Leiter-
plattenhersteller.
Das Industrieelektronik-Segment ist nach wie vor stark geprägt von Anwendungen in den Bereichen Mess-,
Regel- und Steuertechnik, Leistungselektronik, Beleuchtungssysteme sowie Diagnostikgeräten, RFID-
Erfassungssystemen, aber auch Eisenbahntechnik. Zukünftig werden M2M- (Maschine-zu-Maschine und
Maschine-zu-Mensch)-Kommunikationsmodule, getrieben durch die Industrie-4.0-Aktivitäten, weiteres
Wachstum in diesem Segment ermöglichen. ATS arbeitet mit einigen Branchengrößen in diesem neuen
Betätigungsfeld und ist für die neuen Anforderungen dieser Anwendungen bestens gerüstet.
DER MARKT FÜR MEDIZINELEKTRONIK Der globale Markt für medizintechnische Elektronik-
Systeme erreichte im Jahr 2014 einen Wert von 96 Mrd. US-$ dar (Quelle: Prismark Discovery Series, März
2015). Gegenüber 2013 bedeutet dies eine Stagnation. Betrachtet man die Prognosen anderer Analysten,
zeigen diese deutlich abweichende Marktgrößen. IC-Insight erwartete z.B. für 2014 einen Gesamt-
Systemmarkt in der Größe von 50,9 Mrd. US-$ (Quelle: IC-Insight, Dezember 2013). Dies verdeutlicht die
Komplexität und Vielschichtigkeit dieses Marktes hinsichtlich der Anwendungen wie Diagnose- und bildge-
bende Geräte, Therapieapplikationen, Patientenüberwachung. Weitere Anwendungsbereiche sind chirurgi-
sche Beleuchtung, Sterilisationssysteme, analytische Instrumente und Molekulardiagnostik. Abhängig von der
Zuordnung der vorgenannten Anwendungen zu den einzelnen Segmenten der globalen Elektronikindustrie
sind die abweichenden Prognosen über das tatsächliche Marktvolumen der Medizinelektronik zu interpretie-
ren. Die Preise für medizintechnische Geräte bzw. Systeme reichen von niedrigen zweistelligen US-$-Beträgen
für Fitness-Tracker bis zu mehreren 100.000 US-$ für ein Computertomografie-System.
So verschieden die Einschätzungen des Marktvolumens der einzelnen Marktanalysen sind, so unterschiedlich
stellen sich auch die Wachstumsprognosen dar. So geht Prismark für die kommenden Jahre von einem durch-
schnittlichen jährlichen Wachstum von rund 4 % aus, während IC-Insight eine Steigerung des Marktes für
Medizinelektronik von 7 % prognostiziert.
Medizintechnische Anwendungen stellen höchste Anforderungen an die Zuverlässigkeit der Geräte und somit
auch an die dort eingesetzten Leiterplatten. Daneben haben Miniaturisierung und Gewichtsreduzierung
oberste Priorität, insbesondere bei Applikationen wie Herzschrittmachern, Hörgeräten und anderen mobilen
Systemen. Die jahrelange Erfahrung in der Entwicklung und Miniaturisierung von hochwertigen Leiterplatten
für die Smartphone-Industrie in Kombination mit der Erfüllung höchster Qualitätsansprüche dieser Technolo-
gie im Automobilbereich, ermöglicht es ATS, immer mehr Kunden in diesem Markt zu gewinnen und ihre
Anforderungen bestmöglich zu erfüllen.
Absatzvolumen Industrie-
elektronik-Systemmarkt
in Mrd. US-$
Quelle: Prismark Discovery Series, März
2015
Absatzvolumen Medizin-
elektronik-Systemmarkt
in Mrd. US-$
Quelle: Prismark Discovery Series, März
2015
129 135 143 150 159
2014 2015 2016 2017 2018
96 99 104 108 112
2014 2015 2016 2017 2018
6 Konzernlagebericht 2014/15
73Konzernlagebericht
DER MARKT FÜR IC-SUBSTRATE Ursprüngliche Prognosen unabhängiger Marktanalysten zeigten für
das Jahr 2013 ein Volumen von 8,9 Mrd. US-$ und ein Wachstum von 4 % für 2014 (Quelle: JMS, 2. HJ 2012).
Durch den weltweiten Rückgang des Computermarktes für Desktop-PCs, getrieben durch das Wachstum im
Bereich Tablets, zeigen neueste Analysen ein deutlich geringeres Marktvolumen für sogenannte BGA-
Substrate und dafür stärkeres Wachstum für CSP-Substrate. Tatsächlich erreichte demnach der Gesamtmarkt
für IC-Substrate im Jahr 2013 einen Wert von 7,6 Mrd. US-$ (Quelle: JMS, Juni 2014). Für das Jahr 2014 wurde
ein Gesamtmarktvolumen von 8,0 Mrd. US-$ und für die kommenden Jahre ein durchschnittliches jährliches
Wachstum von rund 4,7 % prognostiziert. Für BGA-Substrate wurde für 2014 ein Marktvolumen von 3,6 Mrd.
US-$ angegeben und ein durchschnittlicher jährlicher Rückgang des Bedarfes um rund 1,4 % für den Zeitraum
2014 bis 2018. Für CSP-Substrate wurde für 2014 ein Marktvolumen von 4,4 Mrd. US-$ errechnet und für die
Jahre 2014 bis 2018 ein durchschnittliches jährliches Wachstum von rund 9 % (Quelle: JMS, Juni 2014).
IC-Substrate werden in allen Segmenten der Elektronikindustrie eingesetzt, wobei über 80 % dieser Techno-
logie in Smartphones, Desktop- und Notebook-Computern, Tablets, Servern und Speichersystemen verbaut
wird (Quelle: Prismark, Juli 2014). Im Gegensatz zu der Vielzahl an Leiterplattenproduzenten gibt es für IC-
Substrate nur wenige Hersteller, wobei die Top Ten Player gemeinsam einen Marktanteil von mehr als 80 %
für sich beanspruchen (Quelle: Prismark, Juli 2014). Dieses Umfeld bietet ATS die Möglichkeit, sich in den
nächsten Jahren in diesem Hochtechnologiesegment als einer der führenden Marktanbieter zu etablieren.
MINIATURISIERUNG, FUNKTIONSINTEGRATION UND MODULARISIERUNG
BESTIMMEN MARKT FÜR EMBEDDED COMPONENT PACKAGING (ECP) BZW.
EMBEDDED DIE PACKAGING Die Embedded-Die-Packaging-Technologie befindet sich derzeit in der
Markteinführungsphase. Die Analysten von Yole schätzen den Gesamtmarkt für das Jahr 2014 auf ein Volu-
men von 14 Mio. US-$ und prognostizieren einen Anstieg des Marktes bis zum Jahr 2018 auf ein Gesamtvo-
lumen von rund 142 Mio. US-$. Dies entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von rund
78 %. Es gibt derzeit etwa ein Dutzend Anbieter für Embedding-Technologien, wobei ATS aktuell in diesem
neuen Markt mit einem Marktanteil von 75 % eine klare Führungsposition einnimmt (Quelle: Yole, März 2015).
Im Vordergrund der ECP-Technologie stehen Miniaturisierung durch Integration von Komponenten und damit
Funktionalität in die Leiterplatte sowie die Verbesserung der Zuverlässigkeit der Verbindungstechnologie
zwischen Komponenten und Leiterplatte. Weitere Herausforderungen sind die Erhöhung der mechanischen
Stabilität und die Verbesserung der thermischen und elektrischen Eigenschaften für Anwendungen im Hoch-
frequenzbereich, für Leistungselektronik, aber auch für Audio-Anwendungen und High-Speed Datenübertra-
gung.
Die ECP-Technologie fokussiert auf zwei unterschiedliche Bereiche. Den derzeit größten Anteil haben soge-
nannte Packages bzw. System-in-Package-(SiP-)Module. Typische Anwendungsbeispiele sind Leistungsmodu-
le, MOSFET und IGBT-Applikationen, MEMS-Module, Sensor- und Kamera-Module, Audio- und Radio-Module
sowie DC/DC-Converter.
Der zweite Bereich sind die Motherboards oder auch Hauptplatinen, mit Anwendungen wie hochzuverlässige
Leiterplatten für raue Umweltbedingungen (z. B. Motorsteuerungen im Automobilbereich), Notebook-
Computer, Geräte für mobiles Internet, Smartphones, Hörgeräte und integrierte RFID-Lösungen.
Absatzvolumen IC-Substrat-
Markt für BGA- und CSP-
Technologie
in Mrd. US-$
Quelle: JMS, Juni 2014
Absatzvolumen Embedded Die
Packaging Technologie
in Mio. US-$
Quelle: Yole, März 2015
4,4
4,9
5,4
5,9
6,3
3,6 3,4 3,4 3,4 3,3
2014 2015 2016 2017 2018
CSP-Substrate
BGA-Substrate
14 27
52
90
142
2014 2015 2016 2017 2018
Konzernlagebericht 2014/15 7
74 ATS Geschäftsbericht 2014/15
ATS konnte den außerordentlich positiven Geschäftsverlauf des Vorjahres im Geschäftsjahr 2014/15 stei-
gern und sowohl beim Umsatz als auch beim Ertrag neue Rekordergebnisse erzielen. Im ersten Quartal, das
branchenbedingt das schwächste ist, ging der Umsatz um 1,2 Mio. € bzw. 0,9 % auf 141,3 Mio. € (Vor-
jahr: 142,5 Mio. €) zurück. Das zweite und dritte Quartal sind für ATS in der Regel die umsatzstärksten. Im
zweiten Quartal 2014/15 konnte ATS den Umsatz um 3,4 Mio. € bzw. 2,1 % auf 160,8 Mio. € steigern (Vor-
jahr: 157,4 Mio. €). Hauptverantwortlich dafür war die starke Nachfrage im Segment Industrial  Automotive.
Im dritten Quartal 2014/15 hielt diese positive Entwicklung an. Daneben kam es, unterstützt durch zahlreiche
Produkteinführungen und der weiterhin erfolgreichen Positionierung im High-End Bereich der Mobilkommu-
nikation, zu einem sehr starken Nachfrageanstieg im Segment Mobile Devices  Substrates. Dies führte ins-
gesamt zu einem sehr hohen Umsatzanstieg von 36,3 Mio. € bzw. 24,1 % auf 187,3 Mio. € (Vor-
jahr: 151,0 Mio. €). Darüber hinaus konnte ATS die Produktionsmengen dank optimierter Prozesse weiter
steigern. Das vierte Quartal ist, bedingt durch das chinesische Neujahrsfest und den damit verbundenen
Produktionsunterbrechungen, traditionell schwächer als das zweite und dritte. Die Nachfrage im vierten
Quartal übertraf aufgrund der kontinuierlich positiven Entwicklung im Segment Mobile Devices  Substrates
deutlich die Erwartungen, und der Umsatz stieg um 38,6 Mio. € bzw. 27,8 % auf 177,6 Mio. € (Vor-
jahr: 139,0 Mio. €). Damit lag der Umsatz über dem ohnehin schon starken zweiten Quartal.
Ergebniskennzahlen
in Mio. € (wenn nicht anders angeführt)
2014/15 2013/14 ±
Umsatzerlöse 667,0 589,9 13,1 %
Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (EBITDA) 167,6 127,2 31,8 %
EBITDA-Marge (%) 25,1 % 21,6 %
Betriebsergebnis (EBIT) 90,1 53,9 67,0 %
EBIT-Marge (%) 13,5 % 9,1 %
Konzernjahresergebnis 69,3 38,2 81,5 %
Gewinn je Aktie (€) 1,78 1,24 43,5 %
Investitionen 154,5 111,1 39,0 %
Mitarbeiterstand (inkl. Leiharbeiter), Durchschnitt (Anzahl) 7.638 7.027 8,7 %
In Summe gelang ATS im Berichtsjahr 2014/15 eine Steigerung des Konzernumsatzes um 77,1 Mio. € bzw.
13,1 % auf 667,0 Mio. € (Vorjahr: 589,9 Mio. €). Eine sehr hohe Auslastung in allen Segmenten ermöglichte
diese positive Entwicklung. Neben dem starken organischen Wachstum profitierte ATS im Berichtsjahr auch
von Währungseffekten. Rund 65,1 % des Umsatzes 2014/15 wurde in Fremdwährungen verrechnet. Der
Umsatzanteil der in Asien produzierten Produkte stieg von 75,9 % im Vorjahr auf 79,0 % im Geschäftsjahr an.
Die regionale Umsatzstruktur auf Basis des Verbringungsortes der Leistung weist für Asien einen Anteil von
58,9 % nach 52,7 % im Vorjahr aus. Der Umsatzanteil der übrigen Regionen ging hingegen zurück.
Das EBITDA der Gruppe lag mit 167,6 Mio. € um 40,4 Mio. € bzw. 31,8 % über dem Vorjahresvergleichswert
von 127,2 Mio. €. Währungseffekte aus dem chinesischen Renminbi, der indischen Rupie, dem Hongkong-
Dollar sowie dem südkoreanischen Won erhöhten das EBITDA um 5,6 Mio. € bzw. 4,4 %. Nicht aktivierungs-
fähige Anlaufkosten für das neue Substratwerk in Chongqing belasten das EBITDA im Berichtsjahr mit
4,7 Mio. € (Vorjahr: 4,9 Mio. €). Im Vorjahr waren Schließungskosten des Standortes Klagenfurt in Höhe von
3,0 Mio. € enthalten. Darüber hinaus wurde das Ergebnis durch eine Kompensationszahlung eines Lieferanten
positiv beeinflusst.
1.2. Ertragslage
Umsatzentwicklung
in Mio. €
Umsatz nach Quartalen
in Mio. €
EBITDA-Entwicklung
in Mio. €
EBITDA nach Quartalen
in Mio. €
514,2
541,7
589,9
667,0
11/12 12/13 13/14 14/15
142,5
157,4
151,0
139,0
141,3
160,8
187,3
177,6
Q1 Q2 Q3 Q4
2013/14 2014/15
103,4
102,4
127,2
167,6
11/12 12/13 13/14 14/15
28,1
37,3
34,7
27,1
29,1
43,2
55,0
40,3
Q1 Q2 Q3 Q4
2013/14 2014/15
8 Konzernlagebericht 2014/15
75Konzernlagebericht
Im Segment Mobile Devices  Substrates erzielte ATS im Berichtsjahr einen Umsatz von 455,2 Mio. € und
damit um 76,9 Mio. € bzw. 20,3 % mehr als im Vorjahr mit 378,3 Mio. €. Das Segment profitierte von einer
sehr starken Nachfrage in den letzten beiden Quartalen des Berichtsjahres, der erfolgreichen Einführung
neuer Produkte und positiven Währungseffekten. Zudem konnten die Auswirkungen der Werksferien auf-
grund des chinesischen Neujahrsfestes im vierten Quartal minimiert werden. Das EBITDA des Segments konn-
te um 20,7 Mio. € bzw. 19,4 % auf 127,5 Mio. € (Vorjahr: 106,8 Mio. €) verbessert werden. Die EBITDA-
wirksamen nicht aktivierungsfähigen Anlaufkosten für das neue Substratwerk in Chongqing lagen mit
4,7 Mio. € unter dem Vorjahreswert von 4,9 Mio. €.
Das Segment Industrial  Automotive konnte 2014/15 den Umsatz um 28,9 Mio. € bzw. 10,6 % auf
301,8 Mio. € (Vorjahr: 272,9 Mio. €) steigern. Wichtige Treiber dieser Entwicklung waren der Trend zu mehr
Elektronik in den Kraftfahrzeugen, die Entwicklung zur Industrie 4.0 und die stärkere Nachfrage nach mobilen
Anwendungen im Bereich Patienten-Monitoring. Das EBITDA des Segmentes konnte um 13,3 Mio. € bzw.
61,8 % auf 34,8 Mio. € (Vorjahr: 21,5 Mio. €) gesteigert werden. Bereinigt um die im Vorjahr enthaltenen
Schließungskosten des Werkes Klagenfurt (3,0 Mio. €), beträgt der Anstieg noch immer beachtliche 41,9 %.
Ertragsentwicklung
in Mio. €
2013/14 Einmaleffekte1)
Währungseffekte2)
Organisch 2014/15
Umsatzerlöse 589,9 – 21,4 55,7 667,0
Umsatzkosten (471,1) – (18,1) (22,4) (511,6)
Bruttogewinn 118,8 – 3,3 33,3 155,4
Vertriebskosten (30,9) – (0,7) (0,0) (31,6)
Allgemeine Verwaltungskosten (24,1) – (0,4) (3,5) (28,0)
Sonstiges betriebliches Ergebnis (6,9) (0,5) 0,2 1,5 (5,7)
Nicht wiederkehrende Posten (3,0) 3,0 – – –
Betriebsergebnis vor Abschrei-
bungen (EBITDA) 127,2 3,2 5,6 31,6 167,6
Betriebsergebnis (EBIT) 53,9 2,5 2,4 31,3 90,1
Finanzergebnis (11,1) 0,2 6,6 (0,8) (5,1)
Ergebnis vor Steuern 42,8 2,7 9,0 30,5 85,0
Ertragsteuern (4,6) 0,0 (0,8) (10,2) (15,6)
Konzernjahresergebnis
(Ergebnis nach Steuern) 38,2 2,7 8,2 20,2 69,3
1)
Werkserrichtung Chongqing, Schließung Klagenfurt
2)
Im Konzernabschluss enthaltene Translations- und Bewertungseffekte
Die EBITDA-Marge stieg im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozentpunkte von 21,6 % auf 25,1 %. Bereinigt um
Einmaleffekte (Anlaufkosten Chongqing und Schließung Klagenfurt), beträgt der Anstieg 2,9 Prozentpunkte
von 22,9 % des Vorjahres auf 25,8 % im laufenden Jahr. Diese Verbesserung ist einerseits auf die Fixkosten-
degression infolge der guten Kapazitätsauslastung und auf den verbesserten Produktmix zurückzuführen.
Darüber hinaus wurde der Materialaufwand von 34,7 % der Umsatzerlöse im Vorjahr durch Optimierungs-
maßnahmen auf 34,1 % im Berichtsjahr gesenkt. Die Personaltangente konnte mit 20,0 % der Umsatzerlöse
leicht verbessert werden (Vorjahr: 20,6 %). Diese Entwicklung schlägt sich auch in den Verwaltungs- und
Vertriebskosten nieder, die aufgrund von Skaleneffekten in Relation zum Umsatz unterproportional anstie-
gen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden Sozialkapitalzinsen in Höhe von 1,3 Mio. € im Finanzergebnis erfasst,
die Vorjahresvergleichszahlen wurden aufgrund von Geringfügigkeit (Aufwand 2013/14: 0,9 Mio. €) nicht
angepasst. Darüber hinaus wurden positive Währungsdifferenzen aus der Bewertung von Fremdwährungs-
forderungen und -verbindlichkeiten in Höhe von 0,7 Mio. € ergebniswirksam erfasst (Vorjahr: Aufwand von
1,3 Mio. €).
Externe Umsatzerlöse
Anteile Segmente
in %
2014/15
2013/14
Umsatz nach Regionen
in %
F
E
D
C
B
A
2013/14 2014/15
A - Österreich
B - Deutschland
C - Sonstiges Europa
D - China
E - Sonstiges Asien
F - Amerika
3,5 %
21,4 %
12,4 %
34,9 %
17,8 %
10,0 %
3,3 %
19,8 %
12,5 %
40,1 %
18,8 %
5,4 %
Konzernlagebericht 2014/15 9
76 ATS Geschäftsbericht 2014/15
Die Abschreibungen auf das Sach- und immaterielle Anlagevermögen in Höhe von 71,5 Mio. € bzw. 11,0 %
des Anlagevermögens (Vorjahr: 67,9 Mio. € bzw. 15,3 % des Anlagevermögens) spiegeln den hohen techni-
schen Standard sowie die Anlagenintensität der ATS wieder. Neben laufenden Abschreibungen sind auch
Sonderabschreibungen in Höhe von 6,0 Mio. € bzw. 0,9 % des Anlagevermögens (Vorjahr: 5,4 Mio. € bzw.
1,2 % des Anlagevermögens) angefallen, die aus der Abwertung von nicht mehr verwendeten technischen
Anlagen resultieren. Sonderabschreibungen erfolgen immer dann, wenn in der laufenden Geschäftstätigkeit
keine Nutzungsmöglichkeit mehr gegeben ist und der erzielbare Betrag im Rahmen einer Veräußerung unter
dem Buchwert liegt.
Das Betriebsergebnis (EBIT) steigerte sich um 36,2 Mio. € bzw. 67,0 % auf 90,1 Mio. € (Vorjahr: 53,9 Mio. €).
Die EBIT-Marge verbesserte sich um 4,4 Prozentpunkte auf 13,5 % (Vorjahr: 9,1 %).
Das Finanzergebnis konnte von -11,1 Mio. € auf -5,1 Mio. € verbessert werden. Der Zinsaufwand für finanziel-
le Verbindlichkeiten stieg von 10,4 Mio. € auf 11,3 Mio. €. Hauptursache dafür ist die, aufgrund der bereits
durchgeführten Fremdkapitalmaßnahmen zur Finanzierung des neuen Substratwerkes in Chongqing, höhere
durchschnittliche Bruttoverschuldung. Von den Zinsaufwendungen wurden aktivierte Fremdkapitalzinsen in
Höhe von 2,8 Mio. € (Vorjahr: 0,5 Mio. €), die im Zusammenhang mit der Anschaffung von qualifizierten
Vermögensgegenständen stehen, in Abzug gebracht. Im Finanzergebnis sind erstmalig die Zinsaufwendungen
in Höhe von 1,3 Mio. € aus dem Sozialkapital ausgewiesen, welche im Vorjahr noch in den entsprechenden
Aufwandspositionen enthalten waren. Die Vorjahresvergleichszahlen (0,9 Mio. €) wurden aufgrund von Ge-
ringfügigkeit nicht angepasst.
Im Finanzergebnis wurden im laufenden Jahr positive Fremdwährungsdifferenzen, die sich aufgrund der
Bewertung von liquiden Fremdwährungsmitteln und realisierter Kursgewinne von Finanzinstrumenten erga-
ben, in Höhe von 6,6 Mio. € als Ertrag erfasst (Vorjahr: Aufwand von 0,3 Mio. €). Grundsätzlich ist das Finan-
zergebnis in geringerem Ausmaß von Währungseffekten beeinflusst, da ein Großteil der Ausleihungen gegen-
über Kreditinstituten Euro-Verbindlichkeiten sind. Die größten konzerninternen Ausleihungen sind langfristi-
ger Natur und deren Rückzahlung ist auf absehbare Zeit weder geplant noch wahrscheinlich. Die Bewertung
dieser Ausleihungen erfolgt daher ergebnisneutral im Rahmen der Gesamtergebnisrechnung.
Analog zum Konzernjahresergebnis vor Steuern stieg auch die Konzernsteuerbelastung und beträgt
15,6 Mio. € (Vorjahr: 4,6 Mio. €). Der Effektivsteuersatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 7,6 Prozentpunkte
von 10,8 % auf 18,4 %. Dies hat seine Ursache in einem höheren Gewinnanteil in Ländern mit höheren Steu-
ersätzen sowie dem Effekt aus Steuersatzänderungen. ATS (China) Company Limited konnte den begünstig-
ten Steuerstatus als „Hightech-Company“ im Januar 2015 rückwirkend für das Kalenderjahr 2014 wieder
erlangen. Der Steuerstatus beginnt mit 1. Januar 2014, ist für drei Jahre gültig und hängt von der jährlichen
Erreichung bestimmter Kriterien ab. Der negative Ergebniseffekt in Höhe von 1,3 Mio. €, der sich aus der
Umwertung der langfristig aktiven latenten Steuern ergibt, wurde im vierten Quartal 2014/15 als Steuerauf-
wand erfasst.
Das Konzernjahresergebnis konnte von 38,2 Mio. € im Vorjahr um 31,1 Mio. € bzw. 81,5 % auf 69,3 Mio. €
gesteigert werden, und das Ergebnis je Aktie um 0,54 € bzw. 43,5 % von 1,24 € auf 1,78 €. Dabei ist zu be-
rücksichtigen, dass sich die Anzahl der gewichteten Aktien aufgrund der, im Geschäftsjahr 2013/14 durchge-
führten, unterjährigen Kapitalerhöhung von 30,8 Mio. Stück auf 38,9 Mio. Stück erhöht hat.
EBITDA-Marge
in %
EBIT-Marge
in %
Entwicklung Gewinn/Aktie
in €
20,1
18,9
21,6
25,1
11/12 12/13 13/14 14/15
8,2
5,8
9,1
13,5
11/12 12/13 13/14 14/15
1,14
0,62
1,24
1,78
11/12 12/13 13/14 14/15
10 Konzernlagebericht 2014/15
77Konzernlagebericht
Bilanzentwicklung
in Mio. €
31.03.2014 Einmaleffekte1)
Währungseffekte Organisch 31.03.2015
Langfristige Vermögenswerte 483,9 102,5 153,3 (26,9) 712,8
Kurzfristige Vermögenswerte 432,2 (24,8) 89,2 11,5 508,1
Summe Vermögenswerte 916,1 77,7 242,5 (15,4) 1.220,8
Eigenkapital 390,7 (14,7) 169,5 58,9 604,4
Langfristige Schulden 370,3 102,8 33,4 (93,5) 413,1
Kurzfristige Schulden 155,0 (10,4) 39,6 19,1 203,4
Summe Eigenkapital und
Schulden 916,1 77,7 242,5 (15,4) 1.220,8
1)
Chongqing, Umbewertung Personalrückstellung und Bewertung Hedging-Reserve auf Zinsswap
Die Bilanzsumme wuchs im Geschäftsjahr 2014/15 um 304,7 Mio. € bzw. 33,3 % von 916,1 Mio. € auf
1.220,8 Mio. € an. Die Hauptursachen dafür waren die Anlagenzugänge für das neue Werk in Chongqing in
Höhe von 79,1 Mio. € sowie positive Wechselkursdifferenzen in Höhe von 242,5 Mio. €.
Der Anstieg der immateriellen Vermögenswerte um insgesamt 36,1 Mio. € bzw. 394,4 % auf 45,2 Mio. €
(Vorjahr: 9,1 Mio. €) ist in erster Linie auf aktivierte Entwicklungskosten, die die Kriterien des IAS 38 erfüllen,
in Höhe von 29,8 Mio. € sowie Wechselkursdifferenzen in Höhe von 5,4 Mio. € zurückzuführen. Das Sachanla-
gevermögen stieg in erster Linie durch Zugänge in Chongqing in Höhe von 49,3 Mio. €, Technologie-Upgrades
in Shanghai in Höhe von 47,7 Mio. € sowie Wechselkursdifferenzen von 122,9 Mio. € um insgesamt
168,6 Mio. € bzw. 38,7 % auf 603,7 Mio. € (Vorjahr: 435,1 Mio. €). In der Nettoveränderung des Anlagever-
mögens sind Abschreibungen in Höhe von 71,5 Mio. € (Vorjahr: 67,9 Mio. €) berücksichtigt. In den langfristi-
gen Vermögenswerten sind Vorsteuerforderungen in Höhe von 17,6 Mio. € enthalten (Vorjahr: 4,3 Mio. €),
welche erst in mehr als einem Jahr mit Umsatzsteuerverbindlichkeiten gegengerechnet werden können.
Aufwertungen des chinesischen Renminbi, der indischen Rupie und des südkoreanischen Won trugen zu
einem Anstieg des langfristigen Vermögens in Höhe von insgesamt 153,3 Mio. € bei.
Nettoumlaufvermögen
in Mio. € (wenn nicht anders angeführt)
31.03.2015 31.03.2014 ±
Vorräte 89,2 59,4 50,1 %
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 113,5 94,0 20,7 %
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (97,8) (66,2) 47,8 %
Bereinigung um Verbindlichkeiten aus Investitionen 17,5 26,3 (33,4 %)
Umlaufvermögen Handel 122,4 113,5 7,9 %
Sonstiges Umlaufvermögen, Verbindlichkeiten, Rückstellungen (27,1) (21,8) 24,1 %
Nettoumlaufvermögen 95,3 91,7 3,9 %
Nettoumlaufvermögen in % der Gesamterlöse 14,3 % 15,6 %
Außenstandsdauern (in Tagen):
Vorräte 64 46 38,2 %
Forderungen 62 58 6,7 %
Verbindlichkeiten 77 43 80,4 %
1.3. Vermögens- und Finanzlage
Konzernlagebericht 2014/15 11
78 ATS Geschäftsbericht 2014/15
Die Vorräte stiegen um 29,8 Mio. € bzw. 50,1 % von 59,4 Mio. € auf 89,2 Mio. €. Dies ist auf gestiegene Roh-,
Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Fertigfabrikate und die vorher genannten Wechselkurseffekte zurückzuführen.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen um 19,5 Mio. € bzw. 20,7 % auf 113,5 Mio. € (Vor-
jahr: 94,0 Mio. €). Der Anstieg ist bedingt durch höhere Umsätze sowie Wechselkurseffekte. Die Außen-
standsdauern stiegen um 6,7 % auf 62 Tage (Vorjahr: 58 Tage). Die Erhöhung der Außenstandsdauer der
Forderungen konnte durch ein rigides Forderungsmanagementsystem eingeschränkt werden, und diese liegt
jetzt deutlich unter der Außenstandsdauer der Verbindlichkeiten. Durch permanente Optimierung der Zah-
lungsziele und Wechselkurseffekte konnten die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um
31,6 Mio. € bzw. 47,8 % von 66,2 Mio. € auf 97,8 Mio. € erhöht werden. Dieser Anstieg konnte trotz um
8,8 Mio. € auf 17,5 Mio. € (Vorjahr: 26,3 Mio. €) gesunkener Verbindlichkeiten für Investitionen erreicht
werden.
Das Eigenkapital erhöhte sich um 213,7 Mio. € bzw. 54,7 % von 390,7 Mio. € auf 604,4 Mio. €. Das positive
Konzernergebnis trug mit 69,3 Mio. € (Vorjahr: 38,2 Mio. €) zum Anstieg bei. Positive Währungsdifferenzen
aus der Umrechnung der Nettovermögenspositionen der Tochterunternehmen sowie aus der Umrechnung
langfristiger Ausleihungen an Tochterunternehmen erhöhten das Eigenkapital um 161,4 Mio. €. Der Anstieg
resultiert aus einer starken Aufwertung des chinesischen Renminbi, der indischen Rupie und des südkoreani-
schen Won im zweiten Halbjahr. Demgegenüber belastete im Vorjahr die Währungsumrechnungsdifferenzen
das Eigenkapital mit 42,7 Mio. €. Negativ auf das Eigenkapital wirkten sich Verluste aus der Bewertung von
Sicherungsinstrumenten (Zinshedge) in Höhe von 2,5 Mio. € (Vorjahr: Verlust 0,2 Mio. €) aus. Versicherungs-
mathematische Verluste, die sich in erster Linie aufgrund der zur Berechnung der Personalrückstellungen
verwendeten niedrigeren Zinssätze ergeben, reduzieren das Eigenkapital um 6,8 Mio. € (Vorjahr: 0,7 Mio. €).
Die langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten stiegen um 33,4 Mio. € bzw. 10,3 % von 325,9 Mio. € auf
359,3 Mio. €. Der kurzfristige Teil sank von 46,1 Mio. € auf 46,0 Mio. €. Bei den sonstigen Schulden gab es
einen Anstieg im langfristigen Bereich. Die darin enthaltenen Personalrückstellungen erhöhten sich aufgrund
geänderter versicherungsmathematischer Parameter um 9,0 Mio. € (Vorjahr: Anstieg 2,5 Mio. €).
Nettoverschuldung
in Mio. € (wenn nicht anders angeführt)
31.03.2015 31.03.2014 ±
Finanzielle Verbindlichkeiten, kurzfristig 46,0 46,1 (0,1 %)
Finanzielle Verbindlichkeiten, langfristig 359,3 325,9 10,3 %
Zahlungsmittel und -äquivalente (273,9) (260,1) 5,3 %
Finanzielle Vermögenswerte (0,9) (0,9) (6,4 %)
Nettoverschuldung 130,5 110,9 17,7 %
Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (EBITDA) 167,6 127,2 31,8 %
Nettoverschuldung/EBITDA-Verhältnis 0,8 0,9
Eigenkapital 604,4 390,7 54,7 %
Bilanzsumme 1.220,8 916,1 33,3 %
Eigenkapitalquote (%) 49,5 % 42,7 %
Verschuldungsgrad (Nettoverschuldung/Eigenkapital) (%) 21,6 % 28,4 %
Nettoverschuldung/EBITDA
Multiple
2,3
2,1
0,9
0,8
11/12 12/13 13/14 14/15
12 Konzernlagebericht 2014/15
79Konzernlagebericht
Die Nettoverschuldung stieg, trotz eines verbesserten Cashflow aus dem Ergebnis, aufgrund der hohen Inves-
titionstätigkeit, der gezahlten Dividende sowie eines Anstiegs des Nettoumlaufvermögens um 19,6 Mio. €
bzw. 17,7 % auf 130,5 Mio. € (Vorjahr: 110,9 Mio. €). Der Verschuldungsgrad sank aufgrund des höheren
Eigenkapitals auf 21,6 % und lag damit deutlich unter dem Vorjahresniveau von 28,4 %. Die Kennzahl Netto-
verschuldung/EBITDA, die eine fiktive Entschuldungsdauer widerspiegelt, verbesserte sich, trotz einer leicht
höheren Nettoverschuldung, aufgrund des stark gestiegenen EBITDAs von 0,9 auf 0,8 Jahre.
TREASURY-AKTIVITÄTEN Die Finanzierung der ATS basiert auf einer Vier-Säulen-Strategie, mit der die
Abhängigkeit von einzelnen Finanzierungsinstrumenten minimiert werden soll:
Die Basis bilden langfristige, fix verzinste Retail Bonds: Ihr Vorteil liegt in einer hohen Planbarkeit und Sicher-
heit für das Unternehmen, die sich aufgrund der fixen Verzinsung und Unkündbarkeit ergeben. Nachteilig
sind die höheren Platzierungskosten. Der aktuelle Retail Bond, mit einem Buchwert in Höhe von 101,5 Mio. €,
läuft im November 2016 aus.
Als zweite Säule dienen Schuldscheindarlehen: Auch sie überzeugen mit einer hohen Planbarkeit. Im März
2014 wurden 156,5 Mio. € sowie 2,0 Mio. US-$ an 40 Investoren mit Laufzeiten von 5, 7 bzw. 10 Jahren plat-
ziert. Künftige variable Euro-Zinsverpflichtungen wurden mittels eines Zinsswaps in fixe Zinszahlungen umge-
wandelt.
Als dritte Säule werden Bankdarlehen genutzt. 109,3 Mio. € wurden bei mehreren nationalen bzw. internati-
onalen Banken als Darlehen aufgenommen. Diese sind zum Großteil fix verzinst und weisen Restlaufzeiten
von 1 bis 7 Jahren aus.
Die vierte Säule sind Kreditlinien, die der Deckung von Liquiditätsschwankungen dienen. Zum Bilanzstichtag
verfügte ATS über 211,1 Mio. € nicht genutzte Kreditlinien.
Die wichtigste Aufgabe des Treasury von ATS liegt in der Sicherstellung ausreichender Liquiditätsreserven.
Zudem gilt es, die in den Kreditvereinbarungen definierten Schwellenwerte (Covenants) zu überwachen und
deren Einhaltung sicherzustellen.
Verschuldungsgrad
in %
85,7
71,3
28,4
21,6
11/12 12/13 13/14 14/15
Konzernlagebericht 2014/15 13
80 ATS Geschäftsbericht 2014/15
Die fiktive Entschuldungsdauer, definiert durch Nettoverschuldung/EBITDA, lag mit 0,8 Jahren deutlich unter
dem Zielwert von 4,0 und hat sich trotz der hohen Investitionstätigkeit weiter verbessert (Vorjahr: 0,9 Jahre).
Die Eigenkapitalquote stieg von 42,7 % im Vorjahr auf 49,5 % im Berichtsjahr.
Treasury-Kennzahlen
Schwellenwert 31.03.2015 31.03.2014
Nettoverschuldung/EBITDA - Verhältnis  4,0 0,8 0,9
Eigenkapitalquote  35 % 49,5 % 42,7 %
ATS strebt eine möglichst ausgeglichene Finanzierungsstruktur mit einer durchschnittlichen Rückzahlungs-
dauer (Duration), die mit dem Investitionsprogramm in Einklang steht, an. Zum Bilanzstichtag betrug die
Duration 3,8 Jahre (Vorjahr: 4,8 Jahre). Der Rückgang ist auf das Näherrücken der Anleihenfälligkeit
(18. November 2016) und der Fälligkeit der Schuldscheindarlehen zurückzuführen. Die Finanzierungsstrukur
weist im Jahr 2016/17 mit der Rückzahlung der Anleihe und Bankkrediten in Höhe von 111,9 Mio. € sowie im
Jahr 2018/19 mit der Rückzahlung von Teilen des Schuldscheindarlehens sowie Bankkrediten in Höhe von
149,1 Mio. € zwei hohe Werte aus.
Buchwerte der Finanzverbindlichkeiten nach Fristigkeiten
in Mio. €
31.03.2015 in % 31.03.2014 in %
Restlaufzeit
bis zu einem Jahr 46,0 11,4 % 46,1 12,4 %
zwischen einem und fünf Jahren 321,6 79,3 % 282,9 76,0 %
mehr als fünf Jahre 37,7 9,3 % 43,0 11,6 %
Summe Finanzverbindlichkeiten 405,3 100,0 % 371,9 100,0 %
Als weiteres Ziel wird die Risikominimierung im Zinsbereich mit vorwiegend fixen Zinssätzen verfolgt. 78,3 %
der Finanzierungen sind im Fixzinsbereich bzw. wurden auf einen Fixzinssatz geswapt, und lediglich 21,7 %
werden variabel verzinst. Aufgrund dieser Strategie konnte ATS vom allgemeinen Rückgang des Zinsniveaus
im Berichtsjahr nur bedingt profitieren.
ATS betreibt ein aktives Finanzmanagement, um die genannten Treasury-Ziele möglichst kosteneffizient zu
erreichen. Für das Geschäftsjahr 2015/16 gilt es, die aktuell niedrigen Finanzierungszinsen zu nutzen und die
vorhandenen liquiden Mittel ertragreich, aber risikobewusst zu veranlagen. Unterstützt werden diese Ziele
durch eine frühzeitige Konvertierung von liquiden Mitteln in Währungen, die einerseits höhere Zinssätze
aufweisen und bei denen ATS kontinuierlichen Bedarf hat. Das dient zudem auch einem natürlichen Wäh-
rungs-Hedging.
Neben diesem natürlichen Hedging und den oben erwähnten Zinssicherungsinstrumenten werden bei der
ATS fallweise Fremdwährungstransaktionsrisiken kurzfristig (bis zu einem Jahr) abgesichert. Zum Bilanzstich-
tag bestanden keine Sicherungsinstrumente aus diesem Titel. Translationsrisiken, die sich aus der Umrech-
nung von Tochtergesellschaften mit abweichender Hauswährung ergeben, werden nicht abgesichert.
CASHFLOW Basierend auf der sehr erfreulichen Ergebnisentwicklung konnte eine deutliche Steigerung des
Geldflusses aus dem Ergebnis von 103,7 Mio. € auf 145,0 Mio. € erreicht werden. Dabei steht einem Anstieg
des Jahresergebnisses von 38,2 Mio. € auf 69,3 Mio. € ein Anstieg der Zinszahlungen von 14,2 Mio. € auf
14,5 Mio. € sowie ein ergebnisbedingter Anstieg der Steuerzahlung von 8,4 Mio. € auf 16,4 Mio. € gegenüber.
Tilgungsplan
in Mio. €
Restlaufzeiten finanzieller
Verbindlichkeiten
in %
37,9
18,4
149,1
43,0
111,9
43,6
 19/20
19/20
18/19
17/18
16/17
15/16
 5 Jahre  1 Jahr
1 – 5 Jahre
79,3 %
9,3 % 11,4 %
14 Konzernlagebericht 2014/15
81Konzernlagebericht
Der Nettomittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit konnte von 104,8 Mio. € um 39,1 Mio. € bzw. 37,3 %
auf 143,9 Mio. € gesteigert werden. Dem im Vergleich zum Vorjahreswert um 41,3 Mio. € bzw. 39,8 % höhe-
ren Nettomittelzufluss aus dem Ergebnis von 145,0 Mio. € stand ein um lediglich 2,7 Mio. € höherer Mittelab-
fluss aus dem Working Capital gegenüber. Dies ist ein Resultat eines optimierten Vorratsmanagements, eines
strikten Forderungsmanagements sowie eines optimierten Kreditorenmanagements. Aus den sonstigen
Rückstellungen ergab sich ein Zufluss von 1,6 Mio. €.
Aufgrund der Investitionstätigkeiten in Chongqing und Shanghai sowie diverser technologischer Reinvestitio-
nen an den anderen Standorten ergab sich ein Nettomittelabfluss aus Investitionstätigkeit von 164,8 Mio. €.
Der Nettomittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit von 11,9 Mio. € lag um 157,2 Mio. € unter dem sehr hohen
Vorjahreswert, der durch eine Kapitalerhöhung sowie eine Platzierung von Schuldscheindarlehen überdurch-
schnittlich hoch war.
Der Freie Cashflow, d. h. der Geldfluss aus laufender Tätigkeit zuzüglich des Geldflusses aus Investitionstätig-
keit, war aufgrund der hohen Investitionstätigkeit mit 20,9 Mio. € negativ und lag um 35,4 Mio. € unter dem
Vorjahreswert von 14,5 Mio. € (Zufluss).
Geldflussrechnung (Kurzfassung)
in Mio. €
2014/15 2013/14 ±
Geldfluss aus dem Ergebnis 145,0 103,7 39,8 %
Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit 143,9 104,8 37,3 %
Geldfluss aus Investitionstätigkeit (164,8) (90,3) 82,5 %
Freier Cashflow (20,9) 14,5 n. a.
Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit 11,9 169,1 (92,9 %)
Veränderung der liquiden Mittel (9,0) 183,6 n. a.
Währungseffekte auf liquide Mittel 22,8 (3,7) n. a.
Liquide Mittel am Jahresende 273,9 260,1 5,3 %
Die Zahlungsmittel sind trotz der hohen Investitionen, vor allem aufgrund eines sehr starken Geldflusses aus
laufender Geschäftstätigkeit, von 260,1 Mio. € auf 273,9 Mio. € leicht gestiegen. Dieser aktuell sehr hohe
Wert dient zur Sicherstellung der Finanzierung des neuen Werkes in Chongqing. Es stehen somit genügend
Barmittel für die in den nächsten Monaten geplanten Investitionen in Chongqing zur Verfügung.
ATS PERFORMANCE SYSTEM Neben dem Umsatz und dem EBITDA als primäre Führungsgrößen der
internen strategischen Unternehmenssteuerung verwendet ATS weitere drei Kennzahlen für die Perfor-
mance-Messung: ROCE, Cash Earnings sowie die IRR. Damit soll die Performance gegenüber Investoren,
operativ und gegenüber Kunden abgebildet und gesteuert werden.
Mit dem Return on Capital Employed (ROCE) misst ATS ihre Performance aus der Sicht von Investoren.
Dabei wird das um das Finanzergebnis bereinigte Ergebnis in Relation zum durchschnittlich eingesetzten
verzinslichen Kapital (Capital Employed) gesetzt. Daraus ist ersichtlich, inwieweit ATS die Verzinsungsan-
sprüche ihrer Kapitalgeber erfüllt. Die durchschnittlichen Kapitalkosten werden aus den Mindestrenditen
abgeleitet, die Investoren für die Bereitstellung von Eigen- bzw. Fremdkapital erwarten. Der durchschnittliche
WACC (Weighted Average Cost of Capital) für die Leiterplattenbranche liegt bei rund 10,1 %. Im Berichtsjahr
konnten ATS den WACC-Wert mit einem ROCE von 12,0 % deutlich übertreffen. Bereinigt um die Aufwen-
dungen sowie das durchschnittliche Capital Employed aus dem Substrat-Geschäft betrug der ROCE 15,9 %
(Vorjahr: 11,0 %). Die Rendite auf das eingesetzte Kapital war somit deutlich höher als die von den Kapitalge-
bern erwartete Rendite.
Konzernlagebericht 2014/15 15
82 ATS Geschäftsbericht 2014/15
Der ROCE verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr vor allem durch das deutlich höhere EBIT. Das durch-
schnittliche Kapital erhöhte sich aufgrund der hohen Investitionstätigkeit sowie positiver Währungskurseffek-
te auf 618,2 Mio. € (Vorjahr: 511,9 Mio. €).
Gesamtkapitalrendite (ROCE)
in Mio. €
2014/15 2013/14 ±
Betriebsergebnis (EBIT) vor Einmaleffekten 90,1 56,9 58,2 %
Nicht wiederkehrende Posten – (3,0) n. a.
Ertragsteuern (15,6) (4,6) 238,3 %
Betriebsergebnis nach Steuern (NOPAT) 74,5 49,3 51,0 %
Durchschnittliches Eigenkapital 497,5 347,8 43,1 %
Durchschnittliche Nettoverschuldung 120,7 164,1 (26,5 %)
Durchschnittlich eingesetztes Kapital 618,2 511,9 20,8 %
ROCE 12,0 % 9,6 %
Neben der kapitalgeberorientierten Kennzahl (ROCE) verwendet ATS die Cash Earnings als Steuerungsgröße.
Diese Kennzahl gibt Auskunft über die operative finanzielle Leistungsfähigkeit eines Unternehmens.
Die Cash Earnings konnten dank des stark verbesserten Konzernergebnisses und der leicht gestiegenen Ab-
schreibung um 35,4 Mio. € bzw. 31,7 % auf 146,8 Mio. € gesteigert werden (Vorjahr: 111,4 Mio. €).
Cash Earnings
in Mio. € (wenn nicht anders angeführt)
2014/15 2013/14 ±
Konzernergebnis der Eigentümer des Mutterunternehmens 69,3 38,2 81,5 %
Abschreibungen und Wertminderungen von SAV und IAV 77,5 73,3 5,8 %
Cash Earnings 146,8 111,4 31,7 %
Cash Earnings je Aktie (€) 3,78 3,61 4,5 %
Die dritte Kennzahl zur Performance-Messung zeigt die Fähigkeit, Innovationen markt- und zeitnahe umzu-
setzen. ATS misst diese Fähigkeit mit der Innovation Revenue Rate (IRR), die den Umsatzanteil von Produk-
ten, welche neue, innovative Technologien aufweisen und deren Markteinführung in den letzten drei Jahren
stattfand, ausdrückt. Für das Geschäftsjahr 2014/15 beläuft sich die IRR auf 29,2 % nach 26,5 % im Vorjahr.
ATS strebt einen Zyklus von fünf Jahren an, d. h. eine IRR von mindestens 20 %.
Innovation Revenue Rate (IRR)
in Mio. € 2014/15 2013/14 ±
Haupterlöse 666,7 589,6 13,1 %
Haupterlöse mit innovativen Produkten 194,7 156,3 24,6 %
IRR 29,2 % 26,5 %
ROCE
in %
Cash Earnings
in Mio. €
IRR (Innovation Revenue Rate)
in %
7,7
5,6
9,6
12,0
11/12 12/13 13/14 14/15
87,8
85,6
111,4
146,8
11/12 12/13 13/14 14/15
15,0
19,2
26,5
29,2
11/12 12/13 13/14 14/15
16 Konzernlagebericht 2014/15
83Konzernlagebericht
Am 28. April 2015 gab ATS ihren Einstieg in die nächste Leiterplattengeneration, die sogenannte „substrat-
ähnlichen Leiterplatte“, bekannt. Dies erfolgt durch den Aufbau weiterer Kapazitäten am Standort Chongqing.
Dadurch erhöht sich das an diesem Standort bis Mitte 2017 geplante Investitionsvolumen von ursprünglich
350 Mio. € auf 480 Mio. €.
Darüber hinaus wurden bis zum 5. Mai 2015 keine Ereignisse oder Entwicklungen bekannt, die zu einer we-
sentlichen Änderung des Ausweises oder Wertansatzes der einzelnen Vermögenswerte und Schuldenposten
zum 31. März 2015 geführt hätten.
Wesentliche Ereignisse2.
nach dem Bilanzstichtag
Konzernlagebericht 2014/15 17
84 ATS Geschäftsbericht 2014/15
Die ATS Gruppe unterhält aktuell fünf aktive Produktionsstandorte, die auf unterschiedliche Technologien
spezialisiert sind und nachstehend vorgestellt werden.
LEOBEN UND FEHRING Die österreichischen Werke beliefern vor allem den europäischen und zuneh-
mend den amerikanischen Markt. In Europa sind im Wesentlichen kurze Durchlaufzeiten, Spezialanwendun-
gen sowie die Nähe zum Kunden von großer Bedeutung. Das Werk in Leoben konnte den in den vergangenen
Jahren begonnenen Weg der Nischen- und Prototypenerzeugung weiterhin erfolgreich fortsetzen. Der Markt-
trend zur verstärkten Digitalisierung zeigte sich im Werk Leoben durch vermehrte Aufträge aus dem Bereich
Industrie 4.0 und der erhöhten Vernetzung von elektronischen Geräten (Internet of Things). Trotz der hohen
Auslastung am Standort Leoben konnte die Flexibilität zur Bedienung von kurzfristigen Anfragen aufrecht-
erhalten werden. In Leoben erfolgt auch die Produktion für den Zukunftsmarkt Advanced Packaging. Die
Auslastung des Werks in Fehring entwickelte sich im Berichtsjahr positiv. Der verstärkte Fokus auf Anwen-
dungen im Bereich IMS (Aluminium wird als Wärmeableiter auf die Leiterplatte aufgebracht) zeigt einen sehr
positiven Ergebniseffekt. Zusätzlich werden verstärkt Synergien mit anderen Standorten (Leoben und Nan-
jangud) im Bereich der Außenlagenfertigung von Multilayern genutzt. Durch diese Maßnahmen konnte der
Rückgang im Bereich des ursprünglichen Kerngeschäfts (2-lagige Leiterplatten) kompensiert werden.
SHANGHAI Das Werk in Shanghai fertigt HDI-(High Density Interconnection-)Leiterplatten höchster Tech-
nologie in Großserien für die Mobile Devices  Substrates Business Unit mit weltweiten Kunden. Die Auslas-
tung war im Geschäftsjahr 2014/15 sehr gut, und in mehreren Monaten wurde durchgängig an der maxima-
len Kapazitätsgrenze produziert. Weiters zeigte sich 2014/15 eine steigende Nachfrage nach HDI-
Leiterplatten für die Automobilindustrie, weshalb auch verstärkt Leiterplatten für die Business Unit Industrial
 Automotive gefertigt wurden.
CHONGQING An diesem zweiten Standort in China will ATS mit der Produktion von IC-Substraten (In-
tegrated Circuit Substrates) einen weiteren technologischen Meilenstein setzen. Die Zusammenarbeit mit
dem Technologiepartner verläuft erfolgreich, und der Aufbau des neuen Standortes liegt im Plan. Die Zertifi-
zierung der neu entwickelten Prozesse durch Kunden ist bis Ende des Kalenderjahres 2015 geplant, das
Ramp-up und die ersten Umsätze sind für das Kalenderjahr 2016 vorgesehen. Weiters erfolgt an diesem
Standort der Einstieg in die nächste Leiterplattengeneration, der „substratähnlichen Leiterplatte“ (siehe
Pkt. 2. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag).
ANSAN Die positive Entwicklung des Tochterunternehmens ATS Korea konnte im Geschäftsjahr 2014/15
fortgesetzt werden. Neben der weiterhin sehr guten Auslastung im Bereich Medizinprodukte für europäische
und amerikanische Abnehmer, konnten substanzielle Mengen im Bereich der hochwertigen mobilen Anwen-
dungen gefertigt werden.
NANJANGUD Sowohl die Umsatzentwicklung wie auch das Betriebsergebnis entwickelten sich sehr posi-
tiv. Durch gezielte Maßnahmen konnten sowohl die Produktionsmenge in m² Leiterplatte als auch die Effizi-
enz in der Fertigung (Materialverbrauch, Energieverbrauch und Instandhaltungskosten) deutlich verbessert
werden. Die Auslastung des Werkes war durchgängig auf einem sehr hohen Niveau.
HONGKONG Die Gesellschaft ATS Asia Pacific in Hongkong ist die Holdinggesellschaft für das Segment
Mobile Devices  Substrates und ist Sitz des gruppenweiten Einkaufs dieser Business Unit. Die Nähe zu den
CEMs der Kunden sowie zu den Lieferanten ist ein Standortvorteil, der von den Geschäftspartnern sehr ge-
schätzt wird. Rund die Hälfte des Konzernumsatzes wird über diese Gesellschaft abgewickelt.
Die Vertriebsbüros in Amerika, Deutschland, Japan und Taiwan konnten im Geschäftsjahr 2014/15 weiterhin
einen guten und engen Kontakt zu den Kunden sicherstellen.
Standorte und Zweigniederlassungen3.
Österreich
China
China
Südkorea
Indien
Hongkong
Vertriebsbüros
18 Konzernlagebericht 2014/15
85Konzernlagebericht
Der ATS Konzern gliedert seine betriebliche Tätigkeit in drei Segmente: Mobile Devices  Substrates, Indust-
rial  Automotive und Sonstige. Das Segment Mobile Devices  Substrates umfasst im Wesentlichen die
Applikationen Smartphones, Tablets und Digitalkameras. Das Segment Industrial  Automotive beinhaltet die
Applikationen Industrial Electronics, Automotive, Aviation  Security und Medical. Im Segment Sonstige sind
die Aktivitäten des im Aufbau befindlichen Geschäftsbereichs Advanced Packaging sowie übergeordnete
Konzernaktivitäten abgebildet. Da Advanced Packaging weder die quantitativen Schwellenwerte erreicht,
noch die mit dieser Business Unit verbundenen Chancen und Risiken wesentlich für den Gesamtkonzern sind,
wird es in der Segmentberichterstattung nicht als eigenes Segment angeführt.
2014/15 stieg die Nachfrage nach HDI-Leiterplatten in der Automobilbranche weiter an. Dies zeigt sich in den
deutlich gestiegenen intersegmentären Umsätzen, die von 68,7 Mio. € auf 100,9 Mio. € gestiegen und bei der
Errechnung des Konzernumsatzes zu eliminieren sind.
SEGMENT MOBILE DEVICES  SUBSTRATES Die Anwendungen im Segment Mobile Devices 
Substrates erfordern technologisch sehr anspruchsvolle Leiterplatten und permanente Prozess- und Produk-
tionsinnovationen. Wichtigster Wachstumstreiber ist die weltweit stark steigende Nachfrage nach Smartpho-
nes. Die immer höhere Leistung dieser Geräte wäre ohne HDI-Leiterplatten (High-Density-Interconnection-
Leiterplatten) nicht möglich. ATS ist weltweit einer der führenden Anbieter von HDI-Technologie und hatte
im Jahr 2013 die dritte Marktposition eingenommen (Quelle: Prismark: August 2014). Das Segment Mobile
Devices  Substrates ist mit einem Umsatzanteil von 57,3 % (Vorjahr: 54,5 %) weiterhin das größte Segment
des ATS Konzerns.
Segment Mobile Devices  Substrates – Überblick
in Mio. € (wenn nicht anders angeführt)
2014/15 2013/14 ±
Segmentumsatzerlöse 455,2 378,3 20,3 %
Umsatzerlöse mit externen Kunden 382,1 321,3 18,9 %
Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) 127,5 106,8 19,4 %
EBITDA-Marge (%) 28,0 % 28,2 %
Betriebsergebnis (EBIT) 60,1 43,4 38,6 %
EBIT-Marge (%) 13,2 % 11,5 %
Investitionen 126,8 94,3 34,5 %
Mitarbeiterstand (inkl. Leiharbeiter), Durchschnitt (Anzahl) 5.017 4.425 13,4 %
Der erzielte Umsatz lag mit 455,2 Mio. € um 76,9 Mio. € bzw. 20,3 % über dem Wert des Vorjahres von
378,3 Mio. €. Auch 2014/15 zeigte sich in den ersten drei Quartalen die branchenübliche Saisonalität mit
einem etwas schwächeren ersten Quartal. Nach dem im Sommer erwarteten Anstieg der Nachfrage, welcher
durch die Produktlaunches der Mobilbranche bedingt ist, erhöhte sich die Nachfrage im Herbst nochmals. Die
Auslastung war in diesen beiden Quartalen sehr hoch. Das vierte Quartal, welches, bedingt durch Werks-
schließungen aufgrund des chinesischen Neujahrs, üblicherweise schwächer ausfällt, zeigte hingegen im
abgelaufenen Geschäftsjahr eine weiterhin starke Nachfrage und lag über dem zweiten Quartal. ATS mini-
mierte die Schließungstage, um das Momentum der hohen Nachfrage zu nutzen und die Erwartungen seiner
Kunden zu erfüllen. Geografisch ist wie bereits im Vorjahr eine weitere Verlagerung des erzielten Umsatzes
nach Asien zu erkennen, da die meisten großen CEMs (Contract Electronic Manufacturer) in Asien angesiedelt
sind. Darüber hinaus wurde die Umsatzentwicklung durch positive Wechselkurseffekte beeinflusst.
Das EBITDA des Segments lag mit 127,5 Mio. € um 20,7 Mio. € bzw. 19,4 % über dem Vorjahreswert von
106,8 Mio. €. Grund dafür waren der höhere Umsatz, ein besserer Produktmix, eine Auslastung an der Kapa-
zitätsgrenze, positive Wechselkurseffekte sowie effizienzsteigernde Maßnahmen, wodurch die negativen
Effekte aus den Anlaufverlusten in Chongqing kompensiert werden konnten. Die EBITDA-Marge des Segments
Geschäftsentwicklung nach Segmenten4.
Mobile Devices  Substrates
Umsatzentwicklung
in Mio. €
Mobile Devices  Substrates
Externe Umsatzerlöse
nach Quartalen
in Mio. €
Mobile Devices  Substrates
EBITDA-Entwicklung
in Mio. €
Mobile Devices  Substrates
EBITDA nach Quartalen
in Mio. €
320,4
334,7
378,3
455,2
11/12 12/13 13/14 14/15
74,5
90,1
87,7
69,0
68,0
88,7
120,9
104,5
Q1 Q2 Q3 Q4
2013/14 2014/15
95,8
82,0
106,8
127,5
11/12 12/13 13/14 14/15
25,0
32,4
30,5
18,9
21,5
30,5
43,9
31,6
Q1 Q2 Q3 Q4
2013/14 2014/15
Konzernlagebericht 2014/15 19
86 ATS Geschäftsbericht 2014/15
Mobile Devices  Substrates lag mit 28,0 % um 0,2 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert von 28,2 %.
Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg um 16,7 Mio. € bzw. 38,6 % auf 60,1 Mio. € (Vorjahr: 43,4 Mio. €). Im Ver-
gleich zum Vorjahr gab es um 1,0 Mio. € höhere Sonderabschreibungen von nicht mehr genutzten Technolo-
gien in Höhe von 6,0 Mio. € (Vorjahr: 5,0 Mio. €).
Die EBIT-Marge verbesserte sich um 1,7 Prozentpunkte auf 13,2 % (Vorjahr: 11,5 %), da sich der Gesamtbe-
trag an Abschreibungen unterproportional erhöhte.
Die Anlagenzugänge stiegen um 32,5 Mio. € bzw. 34,5 % auf 126,8 Mio. € (Vorjahr: 94,3 Mio. €) an. Neben
Zugängen von 47,7 Mio. € durch laufenden Technologie-Upgrade des Werkes Shanghai erhöhte sich das
Anlagevermögen um 79,1 Mio. € am neuen Standort Chongqing. Die Installation der ersten Fertigungslinie
verläuft weiterhin planmäßig und die ersten Umsätze werden im Kalenderjahr 2016 erwartet.
SEGMENT INDUSTRIAL  AUTOMOTIVE Mit einem Umsatzzuwachs um 28,9 Mio. € auf
301,8 Mio. € (Vorjahr: 272,9 Mio. €) konnte das Segment Industrial  Automotive eine Steigerung von 10,6 %
erzielen. Die positive Entwicklung wurde einerseits durch einen nach wie vor steigenden Bedarf im Bereich
Automotive (der Anteil an elektronischen Komponenten in Fahrzeugen für beispielsweise Advanced Driver
Assistance Systems steigt kontinuierlich) und andererseits durch einen erhöhten Bedarf in den Bereichen
Industrie und Medizintechnik verursacht.
Segment Industrial  Automotive – Überblick
in Mio. € (wenn nicht anders angeführt)
2014/15 2013/14 ±
Segmentumsatzerlöse 301,8 272,9 10,6 %
Umsatzerlöse mit externen Kunden 282,9 265,2 6,7 %
Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) 34,8 21,5 61,8 %
EBITDA-Marge (%) 11,5 % 7,9 %
Betriebsergebnis (EBIT) 25,9 13,2 95,8 %
EBIT-Marge (%) 8,6 % 4,8 %
Investitionen 25,5 7,9 221,4 %
Mitarbeiterstand (inkl. Leiharbeiter), Durchschnitt 2.489 2.482 0,3 %
Zu der Entwicklung der dem Segment Industrial  Automotive zugeordneten Standorte Leoben, Fehring,
Ansan und Nanjangud wird auf Punkt 3 des Lageberichts verwiesen. Generell war das Geschäftsjahr 2014/15
durch eine nochmals verbesserte Auslastung, weitere effizienzsteigernde Maßnahmen und dem Wegfall von
Einmaleffekten durch die Schließung des Standortes Klagenfurt in Höhe von 3,0 Mio. € gekennzeichnet. Belas-
tet wurde das Ergebnis des Segments im Geschäftsjahr 2014/15 durch negative Wechselkurseffekte. Dies
führte in Summe zu einem Anstieg des EBITDA um 13,3 Mio. € bzw. 61,8 % auf 34,8 Mio. € (Vor-
jahr: 21,5 Mio. €).
Die EBITDA-Marge stieg um 3,6 Prozentpunkte auf einen Wert von 11,5 % (Vorjahr: 7,9 %). Bereinigt um die
Schließungskosten Klagenfurt, beträgt der Vorjahreswert 9,0 % und der Anstieg 2,5 %.
Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg um 12,7 Mio. € bzw. 95,8 % auf 25,9 Mio. € (Vorjahr: 13,2 Mio. €). Die EBIT-
Marge des Segments Industrial  Automotive lag, aufgrund der oben genannten Effekte, mit 8,6 % deutlich
über dem Vorjahresvergleichswert von 4,8 %.
Industrial  Automotive
Umsatzentwicklung
in Mio. €
Industrial  Automotive
Externe Umsatzerlöse
nach Quartalen
in Mio. €
Industrial  Automotive
EBITDA-Entwicklung
in Mio. €
Industrial  Automotive
EBITDA nach Quartalen
in Mio. €
215,7
243,7
272,9
301,8
11/12 12/13 13/14 14/15
66,4
66,3
62,9
69,7
72,6
71,7
65,9
72,6
Q1 Q2 Q3 Q4
2013/14 2014/15
19,2
20,1
21,5
34,8
11/12 12/13 13/14 14/15
2,5
5,9
5,3
7,8
8,4
9,4
9,4
7,6
Q1 Q2 Q3 Q4
2013/14 2014/15
20 Konzernlagebericht 2014/15
87Konzernlagebericht
Die Anlagenzugänge wurden um 17,6 Mio. € bzw. 221,4 % auf 25,5 Mio. € (Vorjahr: 7,9 Mio. €) erhöht.
Hauptursache für den Anstieg waren Zugänge in Österreich. Daneben gab es noch Zugänge durch Insourcing,
effizienzsteigernde Maßnahmen und für technologische Produktions-Upgrades an den anderen Standorten.
SEGMENT SONSTIGE Im Segment Sonstige wird neben den allgemeinen Holdingaktivitäten auch noch
die im Aufbau befindliche Business Unit Advanced Packaging abgebildet. Diese beschäftigt sich mit der Ein-
bettung aktiver und passiver elektronischer Bauelemente in die Leiterplatte, mithilfe der von ATS patentier-
ten ECP® Technologie. Ziel ist es, die Leiterplatten weiter zu miniaturisieren, bei gleichzeitiger Verbesserung
der Wärmeverteilung, elektrischen Performance und Lebensdauer. Die Business Unit konnte im Geschäftsjahr
2014/15 ihre Umsätze weiter deutlich steigern und etabliert sich immer mehr als Entwicklungspartner ihrer
Kunden. Die Business Unit wird aufgrund der noch geringen Größe weiterhin nicht als eigenständiges Seg-
ment berichtet.
Segment Sonstige – Überblick
in Mio. € (wenn nicht anders angeführt)
2014/15 2013/14 ±
Segmentumsatzerlöse 10,9 7,5 46,1 %
Umsatzerlöse mit externen Kunden 2,0 3,4 (40,0 %)
Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) 5,2 (1,1) n. a.
EBITDA-Marge (%) 47,8 % (14,7 %)
Betriebsergebnis (EBIT) 4,0 (2,7) n. a.
EBIT-Marge (%) 36,4 % (36,1 %)
Investitionen 2,1 8,9 (75,9 %)
Mitarbeiterstand (inkl. Leihpersonal), Durchschnitt (Anzahl) 132 120 9,9 %
Konzernlagebericht 2014/15 21
88 ATS Geschäftsbericht 2014/15
In Anlehnung an die Vision und Mission „Wir stellen den Menschen in den Mittelpunkt“ wird auch die HR-
Arbeit für die ATS Gruppe stetig weiterentwickelt. So wurde im Geschäftsjahr 2014/15 eine intensive Inter-
viewreihe mit den verantwortlichen Führungskräften durchgeführt, um deren Bedürfnisse und Erwartungen
vor dem Hintergrund der neuen Herausforderungen, denen sich ATS in den kommenden Jahren stellen
möchte, abzufragen. Daraus wurden Schwerpunkte für die HR-Arbeit der ATS, wie zum Beispiel die Weiter-
entwicklung eines internationalen Talentprogrammes, aber auch die Arbeit an den ATS Führungsgrundsät-
zen abgeleitet.
Engagement, Motivation und Begeisterung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ein wesentlicher Er-
folgsfaktor für ATS. ATS bietet ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit ein sicheres Arbeitsum-
feld, in dem Transparenz, Eigenverantwortung und Vertrauen als wesentliche Werte festgelegt wurden. Das
motiviert und steigert in der Folge auch die Qualität der Produkte und Services. Die freiwillige Verpflichtung
zu Corporate-Social-Responsibility-(CSR-)Maßnahmen sowie zum Electronic Industry Citizenship Coalition
(EICC) Verhaltenskodex untermauern das globale Engagement der ATS im Bereich Umwelt, Ökonomie sowie
Arbeit, Arbeitssicherheit und Ethik.
HUMAN RESOURCES IN ZAHLEN Im Geschäftsjahr 2014/15 hatte der Konzern inklusive Leiharbeite-
rinnen und Leiharbeiter einen durchschnittlichen Stand des Leistungspersonals von 7.638 Vollzeitäquivalen-
ten. Das sind um 611 Vollzeitäquivalente mehr als im Durchschnitt des vorherigen Geschäftsjahres. Diese
Entwicklung ist auf den personellen Aufbau im Werk in Chongqing zurückzuführen.
Durchschnittlicher Stand Leistungspersonal (inkl. Leiharbeiter)
2014/15 2013/14 ±
Segment Mobile Devices  Substrates 5.017 4.425 592
Segment Industrial  Automotive 2.489 2.482 7
Sonstige 132 120 12
Konzern gesamt 7.638 7.027 611
FÜHRUNGSGRUNDSÄTZE Im Geschäftsjahr 2014/15 wurden basierend auf der ATS Vision und
Mission neue Führungsgrundsätze erarbeitet und konzernweit kommuniziert. OPEN-MINDEDNESS, COM-
MITMENT und RESPONSIBILITY sind die Werte, die exzellente Führung ermöglichen sollen. Damit diese Werte
in allen Ebenen gelebt werden, wurde eine Initiative gestartet, die alle Führungskräfte sensibilisieren und
coachen soll. Dabei liegt der Fokus darauf, Stärken zu festigen und gegenseitiges Verständnis und Vertrauen
aufzubauen. Letztlich ist exzellente Führung die Grundlage für Motivation und langfristige Bindung der Mitar-
beiterinnen und Mitarbeiter und damit essenziell für den weiteren Geschäftserfolg. Sie umfasst unter ande-
rem die Bereiche Talent-Management, die Weiterentwicklung wesentlicher Fähigkeiten und Fertigkeiten, die
weitere Etablierung einer offenen Feedbackkultur sowie das Fördern und Fordern von Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern.
FÖRDERN UND FORDERN im Gleichgewicht. Das Ziel von ATS ist es, die Zufriedenheit der Mitarbei-
terinnen und Mitarbeiter kontinuierlich zu steigern. Das kann nur erreicht werden, wenn jede/r Einzelne
entsprechend ihren oder seinen Fähigkeiten eingesetzt und hinsichtlich vorhandener Potenziale entwickelt
wird. Dieses Gleichgewicht zwischen Fördern und Fordern ist eine wichtige Basis für die Zufriedenheit der
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die wiederum den Nährboden für ein loyales und motiviertes, erfolgrei-
ches Handeln im Sinne der ATS Vision bildet.
Jährlich finden Mitarbeitergespräche statt, bei denen basierend auf den Unternehmenszielen für das folgen-
de Geschäftsjahr Zielvereinbarungen für die einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsprechend ihrem
Aufgabenbereich definiert werden. Zudem werden Potenziale und Weiterentwicklungsmöglichkeiten inner-
halb der bestehenden Position, aber auch betreffend potenzieller anderer Karrierewege besprochen.
Konzern5.
5.1. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
22 Konzernlagebericht 2014/15
89Konzernlagebericht
Kontinuierliche Weiterbildungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Form von Einschulungen am Ar-
beitsplatz, internen und externen Trainings, Workshops und Coachings sind ein Schwerpunkt der Personal-
entwicklung, um der Vision „First Choice for advanced applications“ gerecht zu werden. Im Geschäftsjahr
2014/15 wurden 869,8 Tsd. € (Vorjahr: 452,3 Tsd. €) allein in externe Weiterbildungen investiert. Konzern-
weit haben sich damit die Weiterbildungskosten um 92,3 % im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Dieser Anstieg
resultiert vor allem aus höheren Personalentwicklungskosten, die im Zusammenhang mit dem Einstieg in
neue Technologiefelder stehen. Darüber hinaus werden Basistrainings für neue Mitarbeiterinnen und Mitar-
beiter angeboten, um sie mit dem Produktionsprozess der Leiterplatte, der Aufbau- und Ablauforganisation
von ATS sowie den Werten des Unternehmens vertraut zu machen. Aber auch funktionsübergreifende,
internationale sowie interkulturelle Trainings stehen zur Verfügung, um die Vernetzung zu erleichtern, effizi-
ente Abläufe und einen kontinuierlichen Wissenstransfer zu gewährleisten und keine kulturellen Hürden
entstehen zu lassen. Spezielle Führungskräftetrainings, ausgerichtet auf Vision, Mission und Strategie der
ATS, reichen von den Grundlagen des Führens und Schulungen im Bereich Führen von Mitarbeitergesprä-
chen über Change Management bis hin zu Strategieentwicklung.
Die Nachwuchsförderung ist ATS ein großes Anliegen, unter anderem im Bereich der Lehrlinge, um den
Fachkräftenachwuchs für die Zukunft sicherzustellen. Zum Ende des Geschäftsjahres waren konzernweit 599
Lehrlinge beschäftigt, davon 571 in einem mehrjährigen Ausbildungsprogramm in Indien, 27 in Österreich
und einer in Deutschland. Mit der ATS Erlebniswelt, Schnupper- und Ferialpraktika will ATS jungen Men-
schen Einblicke in die spannende Arbeitswelt bei ATS bieten und für technische Berufe gewinnen. In Zu-
sammenarbeit mit Hochschulen werden praxisbezogene Bachelor- oder Master-Arbeiten vergeben, um ATS
auch bei Absolventinnen und Absolventen als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren. Im Rahmen des soge-
nannten „International Talent Programs“ erhalten talentierte Absolventinnen und Absolventen aus unter-
schiedlichen Nationen nach einem mehrstufigen Auswahlprozess in einem 18 bis 24 Monate dauernden
Traineeprogramm umfassenden Einblick in Theorie und Praxis auf dem Gebiet der Leiterplattentechnologie
und -produktion und lernen sämtliche Produktions- und Entwicklungsbereiche von ATS kennen. Neben
fachlichen werden aber auch bereits methodische Fertigkeiten und soziale Kompetenzen gefördert und das
Gelernte in der Praxis angewendet.
Ausgaben für externe Weiterbildung
in Tsd. €
2014/15 2013/14 ±
Segment Mobile Devices  Substrates 383,8 179,4 113,9 %
Segment Industrial  Automotive 283,5 210,2 34,9 %
Sonstige 202,5 62,7 223,0 %
Konzern gesamt 869,8 452,3 92,3 %
DIVERSITÄT  MOBILITÄT Die Chancengleichheit in Hinblick auf Karrierewege und Entlohnungen oder
Weiterbildungen unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft, Religion, sexueller Orientierung, ethnischer
Abstammung, Beeinträchtigung, religiöser oder politischer Überzeugung ist für ATS selbstverständlich. Eine
hohe Diversität ist speziell in einem internationalen Unternehmen wie ATS Grundvoraussetzung für künftige
Erfolge. Zu Ende des Geschäftsjahres betrug der Frauenanteil rund 34 %. Der Frauenanteil in Europa und den
USA liegt mit 40 % nach wie vor deutlich über jenem in Asien. Der Anteil an Mitarbeiterinnen im Topma-
nagement ist im Vergleich zum Vorjahr von 11 % auf 16 % gestiegen. Es ist ATS im Hinblick auf Diversität
und erfolgreiche gemischte Teams ein Anliegen, die Zahl der Mitarbeiterinnen vor allem in Führungspositio-
nen weiter zu erhöhen.
Weltweit beschäftigt ATS, über alle Standorte verteilt, Menschen aus 34 unterschiedlichen Nationen. Als
international agierendes Unternehmen bietet ATS vielfältige Karrieremöglichkeiten auf internationaler
Ebene. Neben dem „International Talent Program“ wird die internationale Zusammenarbeit sowie die berufli-
che Mobilität vor allem von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, aber auch von externen Bewerberinnen und
Frauenquote
in %
34 %
33 %
40 %
C
B
A
A - Europa und USA
B - Asien
C - Gesamt
Konzernlagebericht 2014/15 23
90 ATS Geschäftsbericht 2014/15
Bewerbern gefördert. Zusätzlich bietet ATS interkulturelle Trainings, fördert Sprachkompetenzen und legt
Wert auf virtuelle Zusammenarbeit für bestmögliche Kommunikation und höchste Effizienz. Auch das trägt
dazu bei, voneinander zu lernen und den Grundsatz ‚Open-mindedness‘ zu leben.
Das Durchschnittsalter ist mit rund 30 Jahren im Vergleich zur allgemeinen demografischen Entwicklung
relativ niedrig, dies basiert vor allem auf den vielen jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in China. Das
Durchschnittsalter in Asien liegt mit 28,4 Jahren weit unter dem Durchschnittsalter in den USA und Europa
mit 39,1 Jahren. Das durchschnittliche Dienstalter (inkl. Leiharbeiter) liegt konzernweit bei 5,4 Jahren, wobei
das durchschnittliche Dienstalter in den USA und Europa 11,9 und in Asien 4,0 Jahre beträgt. Das liegt vor
allem daran, dass die Gesellschaft in Chongqing seit erst zwei Jahren besteht und sich seitdem im ständigen
Aufbau befindet.
ATS legt großen Wert auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung, dazu sollen Maßnahmen zur Motiva-
tion der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie das Gewinnen und die langfristige Bindung neuer Talente
beitragen.
Neben einer marktgerechten Vergütung sieht ATS die Chance einer Beteiligung am finanziellen Erfolg des
Unternehmens als wesentlich an – sowohl für die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch
für die Gewinnung und Bindung neuer Talente. Das globale Bonussystem trägt diesem Grundsatz Rechnung,
indem individuell oder kollektiv vereinbarte Bonuszahlungen ausgeschüttet werden, sofern bestimmte Hurdle
Rates (Basisquoten) erreicht werden. Die erste Hurdle Rate ist ein positives EBIT für die Gesamtgruppe, die
zweite Hurdle Rate ist gekoppelt an die Erreichung bestimmter EBIT- bzw. Gross-Profit-Margen in Relation zu
budgetierten Zielen im jeweiligen Verantwortungsbereich.
Die Höhe der Auszahlung ist abhängig vom ROCE, den Cash Earnings, der Innovation Revenue Rate sowie der
individuellen Leistung der einzelnen Mitarbeiterin oder des Mitarbeiters. Das Bonussystem sieht auch vor,
dass im Falle von wirtschaftlich schwierigen Situationen, in denen gesteckte Ziele nicht erreicht werden konn-
ten, die Bonusausschüttung ganz oder teilweise ausgesetzt wird. Details zur Berechnung von ROCE, Cash
Earnings und Innovation Revenue Rate siehe Kapitel 1.3. „Vermögens- und Finanzlage“ im Lagebericht.
AUSBLICK Basierend auf dem Mission-Statement „Wir stellen den Menschen in den Mittelpunkt“ ist es Ziel
des HR-Programmes von ATS, einerseits die Führungskräfte der ATS bei der strategischen Ausrichtung des
Konzerns zu unterstützen und andererseits eine ATS Wissensgesellschaft unter Einbindung aller Mitarbeite-
rinnen und Mitarbeiter zu etablieren. Der Hebel erfolgreicher Führung ist beträchtlich und ermöglicht einen
nachhaltigen Unternehmenserfolg. Führung und Wissen spielen dann erfolgreich zusammen, wenn sich alle
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit den Unternehmenszielen identifizieren, sich engagiert und motiviert
für die Erreichung dieser Ziele einsetzen und bereit sind, hohe Leistungen zu erbringen.
24 Konzernlagebericht 2014/15
91Konzernlagebericht
Nachhaltiges Wirtschaften und der schonende Umgang mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen haben
für ATS hohe Priorität. Als wesentlicher Meilenstein erfolgte im Geschäftsjahr 2014/15 daher die Aufnahme
des Themas Nachhaltigkeit in die ATS Unternehmensmission:
 Wir reduzieren unseren ökologischen Fußabdruck.
 Wir stellen den Menschen in den Mittelpunkt.
Die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten ist für die Fortsetzung des Unternehmenserfolgs mitent-
scheidend. Durch die Integration von Nachhaltigkeit in die Unternehmensvision gibt ATS ein starkes Com-
mitment an die Stakeholder.
Mit Unterstützung einer Reihe von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den unterschiedlichsten Abteilun-
gen und allen Standorten wurden im Rahmen einer umfassenden Wesentlichkeitsanalyse die für ATS zen-
tralen Aspekte von Nachhaltigkeit definiert. Durch die Befragung und Einbeziehung von Abteilungen wie
Produktion, Sales, Human Resources, Investor Relations, Umwelt und Arbeitssicherheit etc. konnte ein um-
fassendes Bild der unterschiedlichen Ansprüche und wesentlichen Aspekte, die das Unternehmen beeinflus-
sen, generiert werden. Weitere Details zur Wesentlichkeitsanalyse erfahren Sie im Nachhaltigkeitsbericht
2014/15, welcher im Juli 2015 erscheint.
5.2. Nachhaltigkeit
Konzernlagebericht 2014/15 25
92 ATS Geschäftsbericht 2014/15
Es wurden nur jene Werte und Beiträge herangezogen, auf die ATS auch wirklich Einfluss nehmen kann, um
Veränderungen zu erwirken. Als wesentliche Kernthemen wurden folgende Aspekte gewählt:
ENERGIE UND CO2-FUSSABDRUCK, WASSER UND RESSOURCEN Für die Herstellung der
Produkte benötigt ATS sehr viel Energie in Form von Strom und Wärme. Dadurch ergeben sich CO2-
Emissionen in der Produktion, es werden aber auch die CO2-Emissionen, die bei der Lieferung der Produkte
an die Kunden entstehen, miteinberechnet. Diese CO2-Emissionen stellt ATS in einem Key-Performance-
Indikator dar – dem Total Carbon Footprint in kg CO2 je m² produzierter Leiterplatte.
Im Zuge der Produktion ist Wasser ein essenzieller Bestandteil. Innovative Wasserrückgewinnungsanlagen
sowie hochwertige Aufbereitungstechniken ermöglichen es ATS jetzt schon, den Wasserbedarf auf ein
Minimum zu beschränken. ATS hat es sich trotzdem zum Ziel gesetzt, weiterhin 3 % Wasser jährlich einzu-
sparen. Der Frischwasserverbrauch ist ebenfalls ein Key-Performance-Indikator.
Um gemäß der ATS Mission den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren, setzt ATS den Fokus sehr stark
auf die Optimierung des Materialeinsatzes sowie der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe. Je nach Schwerpunkten
der einzelnen Produktionsstandorte unterscheiden sich hier die Projekte. Gemeinsames Ziel aller Projekte ist
es jedoch, Abfälle zu vermeiden, Recyclingquoten zu verbessern und damit die Effizienz der Produktion zu
steigern. Der Materialverbrauch erhöhte sich im Geschäftsjahr 2014/15 auf Basis der Produktionssteigerung.
Einkauf wesentlicher Materialien
Einheit 2014/15 2013/14 2012/13
Gold kg 596 484 585
Kupfer1)
t 3.550 3.144 2.014
Laminate Mio. m² 13,4 12,5 11,2
Chemikalien Tsd. t 92,9 87,2 86,1
1)
Beginnend mit Geschäftsjahr 2013/14 wurden auch Kupferfolien mitberücksichtigt.
ORT DES LERNENS Der ATS Mission entsprechend – „Wir stellen den Menschen in den Mittelpunkt“ –
ist es für das Unternehmen wesentlich, gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu
haben. Nur so kann die Vision langfristig gemeinsam erreicht werden. Genauere Darstellungen zu den Maß-
nahmen und Angeboten sowie Kennzahlen sind im Kapitel Human Resources beschrieben.
CO2-Fußabdruck
in kg CO2 je m² gewichteter Leiterplatte
Frischwasserverbrauch
in Liter je m² gewichteter Leiterplatte
47,4
51,0
50,7
49,0
11/12 12/13 13/14 14/15
765,2
834,7
783,9
734,0
11/12 12/13 13/14 14/15
26 Konzernlagebericht 2014/15
93Konzernlagebericht
ZUKUNFT GESTALTEN DURCH VORDENKEN Nicht nur die Ausbildung und Motivation von Mit-
arbeitern ist für uns zentraler Aspekt des Leitsatzes – „Wir stellen den Menschen in den Mittelpunkt“ –, son-
dern auch die Sicherheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. So bestehen für alle Produktionsstandor-
te einheitliche Standards hinsichtlich der Sicherheitseinrichtungen der Anlagen, aber auch der persönlichen
Schutzausrüstung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Einführung der OHSAS18001, Management-
system für Arbeitssicherheit, und der einhergehenden Maßnahmen hat seit dem Geschäftsjahr 2004/05 eine
Verminderung der Arbeitsunfälle gerechnet auf 1 Million Arbeitsstunden um 59 % ermöglicht. Im Sinne einer
kontinuierlichen Verbesserung verfolgt ATS das Ziel, die Arbeitsunfälle jährlich um 7 % zu senken.
ATS ist sich sowohl der internen als auch der externen sozialen Verantwortung bewusst. Hier steht das
Motto – „Think global, act local“ – sehr stark im Vordergrund. Je nach kulturellen und lokalen Anforderungen
und Bedürfnissen setzt ATS Schwerpunkte. Die Verbesserung der medizinischen Versorgung in Indien, die
Unterstützung von Schulkindern und Studenten in China oder die Förderung von Universitäten und For-
schungseinrichtungen in Österreich können als Beispiele angeführt werden.
Als Rahmenbedingung für eine erfolgreiche Umsetzung der ATS Mission hat sich das integrierte Manage-
mentsystem, welches die Standards ISO/TS16949 für Qualitätsmanagement, ISO14001 für Umweltmanage-
ment und OHSAS18001 für Arbeitssicherheit sowie weitere Qualitätsstandards umfasst, bereits sehr gut
bewährt. Wie in den letzten Jahren konnte auch im vergangenen Geschäftsjahr 2014/15 das integrierte Ma-
nagementsystem auf Konzernebene sowie an allen Standorten erneut durch die externe Zertifizierungsgesell-
schaft mittels des Rezertifizierungsaudits bestätigt werden. Im Geschäftsjahr 2014/15 hat ATS, als eines der
ersten österreichischen Unternehmen, an den beiden österreichischen Standorten Hinterberg und Fehring
auch die Zertifizierung nach ISO50001 – den Standard für Energiemanagement – erfolgreich eingeführt.
Nachhaltigkeit ist für ATS ein wesentlicher Beitrag für die erfolgreiche Zukunft unseres Unternehmens.
Konkrete Beispiele, Maßnahmen und Ziele erfahren Sie im Nachhaltigkeitsbericht 2014/15.
Anzahl Arbeitsunfälle
Ausfallsstunden je eine Million Arbeits-
stunden ab Betriebsausfallsdauer  1 Tag
7,2
5,7
4,0
6,1
11/12 12/13 13/14 14/15
Konzernlagebericht 2014/15 27
94 ATS Geschäftsbericht 2014/15
HIGHLIGHTS IM GESCHÄFTSJAHR 2014/15
 29,2 % des Gesamtumsatzes der ATS wird mit Produkten erzielt, welche neue, innovative Technologien
aufweisen und die während der letzten drei Jahre auf dem Markt eingeführt wurden (Innovation Revenue
Rate).
 Die „Coole Leiterplatte“ gewinnt den steirischen Innovationspreis und ist unter den fünf besten Projekten
für den österreichischen Staatspreis für Innovation.
 Substratprojekt: Erfolgreicher Abschluss der Entwicklungsphase und Maschinenqualifikation, Produktquali-
fikation gestartet.
Das zweite Jahr in Folge erwirtschaftet die ATS mehr als 20 % ihres Umsatzes mit Produkten, die seit weni-
ger als drei Jahren auf dem Markt sind. Diese Produkte sind Ergebnisse der konsequenten Umsetzung unserer
Technologiestrategie und der abgeleiteten Entwicklungsprojekte. Dies unterstreicht, wie wichtig Innovation
für die ATS ist. Sie trägt nicht nur wesentlich zur Generierung von Umsätzen bei, sondern entwickelte sich
zu einem der wesentlichen Unterscheidungsmerkmale zu den Mitbewerbern am Markt.
ENTWICKLUNGSAKTIVITÄTEN ATS richtet den Schwerpunkt der Entwicklungsaktivitäten auf die Kern-
entwicklungsfelder:
1. Verdrahtungsdichte
In diesem Bereich ist es das Ziel, die Größe der Leiterplatte bzw. Substrate und deren Strukturen zu verklei-
nern und die Komplexität bzw. Verdrahtungsdichte zu erhöhen.
2. Mechanische Integration
Hier wird die Leiterplatte zur Übernahme zusätzlicher Funktionen als Komponente des elektronischen Geräts
weiterentwickelt. So wird sie flexibel oder starr-flexibel, Träger von Hochfrequenzelektronik oder Spezialist
für Wärmemanagement.
3. Funktionelle Integration
Dieses Entwicklungsgebiet fokussiert auf die Integration anderer elektronischer Komponenten in der Leiter-
platte. Die Leiterplatte tritt in diesem Fall nicht mehr als klassisches Verbindungselement auf, sondern über-
nimmt als Modul ganze elektronische Funktionen.
4. Gedruckte Lösungen
Hier liegt der Fokus auf neuen Lösungen, die den Verbrauch von Wasser und anderen natürlichen Ressourcen
(z. B. Kupfer) reduzieren. Neue Verfahren basierend auf der Drucktechnologie werden entwickelt, um einen
minimalen Einsatz natürlicher Ressourcen zu ermöglichen.
Die Kosten für die Forschungs- und Entwicklungsprojekte beliefen sich im Geschäftsjahr 2014/15 auf
57,9 Mio. €. Dies entspricht einer Forschungsquote (d. h. Relation zum Umsatz) von 8,7 % gegenüber 5,4 %
im Vorjahr. Der Wert des Geschäftsjahres 2014/15 war geprägt durch die hohen Entwicklungskosten für das
Substrat-Geschäft. Bereinigt um dieses Sonderprojekt, beträgt die Forschungsquote 4,2 %, die dazugehören-
den Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen haben sich um 2,2 Mio. € bzw. 8,4 % auf 28,2 Mio. € erhöht
(Vorjahr: 26,0 Mio. €). Mit dieser weiterhin hohen Forschungsquote sichern wir unsere Position als Technolo-
gieführer auch für die kommenden Jahre ab.
Innovationskraft und langfristige Wettbewerbsfähigkeit zeigen sich auch in der Anzahl und Qualität der Pa-
tente. Weltweit hat ATS im Geschäftsjahr 2014/15 20 Schutzrechte neu zur Anmeldung eingereicht. Aktuell
kommt ATS auf 114 Patentfamilien, die in 174 Schutzrechten resultieren. Das IP Portfolio wurde im abgelau-
fenen Geschäftsjahr 2014/15 zudem mit dem Erwerb von Lizenzen insbesondere im Bereich der Embedding-
Technologie zusätzlich erweitert.
5.3. Forschung und Entwicklung
IRR (Innovation Revenue Rate)
in %
15,0
19,2
26,5
29,2
11/12 12/13 13/14 14/15
28 Konzernlagebericht 2014/15
95Konzernlagebericht
Die Effizienz in der Entwicklung wird durch die enge globale Zusammenarbeit mit Kunden, Lieferanten und
Forschungseinrichtungen sichergestellt. Wesentliche FE-Partner, mit denen laufend Projekte initiiert und
durchgeführt werden, sind zum Beispiel das Fraunhofer Institut Berlin, die Technische Universität Wien, das
Joanneum Research Graz, die Christian Doppler Labors Graz, die Montanuniversität Leoben und die Fudan
University in Shanghai. Intern führt ATS einen zweistufigen Innovationsprozess durch. In den Forschungsein-
richtungen am Hauptsitz Leoben-Hinterberg werden die Entwicklungen in den Bereichen Materialien, Prozes-
se und Applikationen bis zu dem Punkt durchgeführt, an dem die prinzipielle Machbarkeit der Technologie
erreicht ist. Dieser Tätigkeitsbereich umfasst somit die angewandte Forschung und Technologieevaluierung.
Anschließend ist es Aufgabe der lokalen Abteilungen für Technologieentwicklung und Implementierung an
den Standorten der ATS, die Prozesse und Produkte experimentell weiterzuentwickeln und in den beste-
henden Produktionsablauf zu integrieren.
AUSZÜGE AUS DEN AKTUELLEN FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSPROJEKTEN Im Projekt
IC-Substrate, dem größten Entwicklungsprojekt der Unternehmensgruppe, konnte erfolgreich die Entwick-
lungsphase und die Maschinenqualifikation abgeschlossen werden. Die Anlagen für die erste Linie sind instal-
liert, und die Produktion von Qualifikationslosen wurde gestartet. In dieser Qualifikationsphase werden die
genauen Prozessparameter für die Massenproduktion ermittelt, mit denen unter hoher Ausbeute in hohem
Volumen produziert werden kann. Die Qualifikationslose dienen zur Überprüfung der finalen Produkteigen-
schaften und der Langzeitzuverlässigkeit. Die Erkenntnisse daraus dienen zur weiteren Produktoptimierung.
Die Zertifizierung durch den Kunden ist bis Ende Kalenderjahr 2015 geplant. Die Qualifizierung der für die
ATS gänzlich neuen Produkttype stellt in Hinblick auf die Verdrahtungsdichte einen Quantensprung im
Vergleich zum bestehenden Produktportfolio der ATS dar. Nach Abschluss der Zertifizierung ist für das
vierte Quartal 2015/16 die Anlaufphase mit anschließender Volumenproduktion vorgesehen.
Das Produktportfolio Powermodule mit eingebetteten Komponenten wird sukzessive in Richtung höherer
Leistungsklassen erweitert. Im Rahmen des Entwicklungsprojekts EmPower wird der Fokus auf hocheffiziente
und miniaturisierte Baugruppen im Bereich Elektromobilität gelegt. Im letzten Jahr wurden funktionelle High-
Power-Packages verwirklicht, die in weiterer Folge industrialisiert werden sollen. Außerdem wurde die Kon-
zeptentwicklung für Hybrid Electrical Vehicles (HEV) in die Produktentwicklung überführt.
Auch bei der Miniaturisierung von Leiterplatten in mobilen Endgeräten konnte die Entwicklung eines neuen
Technologiesprungs abgeschlossen werden. Es stehen nun modifizierte Herstellungsverfahren zur Verfügung,
die die Produktanforderungen in Richtung höherer Verdrahtungsdichte der nächsten Generation erfüllen
können. Die ersten Produkte in der Hochvolumenproduktion werden im Geschäftsjahr 2015/16 erwartet.
Der Trend zur Miniaturisierung und gleichzeitigen Leistungserhöhung bei elektronischen Geräten stellt die
Hersteller der entsprechenden Bauteile vor große Herausforderungen. Eine davon ist die Wärmeentwicklung
auf dem zunehmend engeren Raum. Egal, ob es um Smartphones, Lichttechnik oder E-Autos geht: Innovatio-
nen, die der Überhitzung entgegenwirken, sind ein wichtiges Betätigungsfeld. Schließlich verschuldet eine zu
hohe Temperatur mehr als die Hälfte aller Produktfehler. Unsere neuen thermischen Lösungen, die diesem
Problem entgegenwirken, führten zum Gewinn des steirischen Innovationspreises und einer Nominierung für
den Staatspreis für Innovation im abgelaufenen Geschäftsjahr.
Erste Produkte konnten auch in einer neu aufkommenden und technisch sehr anspruchsvollen Liga der Lei-
terplattenproduktion in Hinblick auf Prozessbeherrschung, den Leiterplatten für Hochfrequenzanwendungen,
im abgelaufenen Geschäftsjahr realisiert werden. Leiterplatten für Hochfrequenzanwendungen stellen einen
stark wachsenden Markt dar, da diese Produkte für kontaktlose Kommunikation von Menschen und Geräten,
in Bereichen wie der Informations-, Automobil-, Industrie- und Medizintechnik sowie Radaranwendungen,
wie sie in den neuesten Autos bereits zum Einsatz kommen, benötigt werden. In Zukunft sind sie für selbst-
fahrende Autos und Arbeitsgeräte eine Grundvoraussetzung.
Schutzrechte der ATS
in Stück
101
124
153
174
11/12 12/13 13/14 14/15
Konzernlagebericht 2014/15 29
96 ATS Geschäftsbericht 2014/15
GRUNDSÄTZE, STRUKTUREN UND PROZESSE Risiko- und Chancenmanagement ist im ATS
Konzern eine wichtige Voraussetzung unternehmerischen Handelns. Mit dem Ziel, den Unternehmenswert zu
steigern, werden nicht nur Chancen wahrgenommen, sondern auch Risiken eingegangen. Um Risiken frühzei-
tig zu erkennen und proaktiv zu steuern, betreibt ATS, gemäß ÖCGK-Anforderung, ein konzernweites Risi-
komanagement- und Internes Kontrollsystem sowie eine interne Revision.
Organisatorisch fallen das Risikomanagement, das Interne Kontrollsystem und die interne Revision in die
Verantwortung des Finanzvorstands. Dem Gesamtvorstand wird einmal monatlich in der Vorstandssitzung
vom Group Risk Manager bzw. Internal Auditor berichtet. Die Einbindung des Aufsichtsrats erfolgt im Rahmen
des zweimal jährlich stattfindenden Prüfungsausschusses. Die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsys-
tems wird des Weiteren jährlich im Zuge der Jahresabschlussprüfung durch den Wirtschaftsprüfer gemäß
Regel 83 ÖCGK beurteilt.
Das operative Risikomanagement besteht aus einem mindestens zweimal jährlich zu durchlaufenden Prozess
der Risikoidentifizierung und -bewertung. Risiken, welche in der Risikostrategie festgelegte Kriterien erfüllen,
werden unter Berücksichtigung unterschiedlicher Szenarien zur Gesamtrisikoposition des Konzerns aggregiert
und in den halbjährlich aktualisierten Risikobericht an Vorstand und Aufsichtsrat aufgenommen. Die Risi-
kosteuerung erfolgt mittels Maßnahmen zur Minimierung der Auswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit
durch die zugeteilten Verantwortlichen.
Grundsätzlich sind die Risiken, Ungewissheiten und Chancen der Gruppe von den weltweiten Entwicklungen
am Leiterplatten- und Substratmarkt geprägt und stellen sich wie folgt dar:
INVESTITIONEN Um Wachstumspotenziale zu nutzen und konkurrenzfähig zu bleiben, tätigt die Gruppe
wesentliche Investitionen in neue Technologien sowie in die Weiterentwicklung und den Kapazitätsausbau
bestehender Technologien. Besondere Chancen, aber auch Risiken ergeben sich durch den Einstieg in das von
potenziell attraktiven Margen, Eintrittsbarrieren und wenigen Mitbewerbern gekennzeichnete Substratge-
schäft mittels einer strategischen Partnerschaft mit einem weltweit führenden Halbleiterhersteller. Zusätzlich
bietet der Standort in Chongqing, China, Wettbewerbsvorteile gegenüber der hauptsächlich japanisch domi-
nierten Konkurrenz. Erste Umsätze im Geschäftsfeld IC-Substrate werden für das Kalenderjahr 2016 erwartet.
Risiken im Investitionsbereich, insbesondere in Bezug auf den Einstieg in das Substratgeschäft, und generell
für die Geschäftstätigkeit von ATS stellen unerkannte oder falsch eingeschätzte technologische Entwicklun-
gen oder eine Veränderung der Nachfrage, welche die Werthaltigkeit von Investitionen negativ beeinträchti-
gen könnten, dar.
WETTBEWERB Durch intensiven Fokus auf das Hightech-Segment, gepaart mit höchsten Qualitätsstan-
dards und konsequenter Kostenkontrolle, konnte sich die Gruppe im HDI-Bereich einen Wettbewerbsvorteil
gegenüber einem Großteil der Mitbewerber erarbeiten und damit dem intensiven Wettbewerb und der
permanenten „Kommodifizierung“ (mit entsprechender Margenreduktion) erfolgreich entgegenwirken. Die
Ausweitung der Endprodukte, auf die sich die HDI-Produktpalette von ATS bezieht, von Smartphones und
anderen mobilen Anwendungen sowie das Automotive Segment unterstützen diese Strategie ebenso.
Die Chancen der österreichischen Werke von ATS liegen in hoher Flexibilität, hohen Qualitätsstandards und
der Fähigkeit, sich sehr schnell auf wechselnde Spezifikationen und Technologien einzustellen, wie es der
Industrial-Markt durch unterschiedliche Technologieanforderungen seitens einer Vielzahl von Kunden erfor-
dert. In enger Kooperation mit unterschiedlichen Kunden werden laufend neue Technologien und Projekte
vorangetrieben.
Das Segment Advanced Packaging, eine Technologie, welche von ATS unter dem Markennamen ECP® zur
Marktreife gebracht wurde, birgt ebenfalls großes Chancenpotenzial und wurde im abgelaufenen Geschäfts-
jahr weiter ausgebaut.
Chancen- und Risikomanagement6.
Strategie
30 Konzernlagebericht 2014/15
97Konzernlagebericht
Wettbewerbsrisiken ergeben sich durch potenzielle Qualitätssteigerungen und technologische Fortschritte in
Ländern mit niedrigeren Produktionskosten, die dazu führen könnten, dass insbesondere die Tätigkeiten der
Gruppe in Österreich, aber auch an anderen Produktionsstandorten wie in China weniger wettbewerbsfähig
werden.
KUNDENBASIS Die ATS Gruppe hat es, insbesondere mit ihren Kapazitäten in Asien, durch fortgeschrit-
tene Fertigungstechnologien und hohe Qualitätsstandards geschafft, sich als verlässlicher Anbieter für einige
der weltweit namhaftesten Abnehmer in der Elektronikindustrie zu etablieren. Die Umsätze mit den größten
fünf dieser Kunden tragen 52 % zum Gesamtumsatz bei. Die guten Geschäftsbeziehungen mit diesen Kunden
bieten auch in Zukunft gute Chancen.
Allerdings birgt diese Kundenkonzentration auch Risiken im Falle einer signifikanten Reduktion der Geschäfts-
tätigkeit mit diesen Kunden. Daher sind sowohl die anhaltende Wettbewerbsfähigkeit von ATS als auch der
kontinuierliche Ausbau einer breiten Kundenbasis und die Erschließung neuer Produktsegmente für eine schnel-
le Kompensation im Falle reduzierter Absatzmengen einzelner wesentlicher Kunden von großer Bedeutung.
WIRTSCHAFTSENTWICKLUNG Wirtschaftliche Zyklen und Fluktuationen der Produktnachfrage in der
Industrie für mobile Endgeräte, dem Automobilsektor und allgemein in der Industrie könnten die Ergebnisse
der Gruppe beeinträchtigen, ein wirtschaftlicher Aufschwung könnte aber ebenso gesteigerte Geschäftschan-
cen bieten. Die breit gefächerte Aufstellung über die Segmente Mobile Devices  Substrates und Industrial 
Automotive kann Risiken durch unterschiedliche Produktionszyklen zum Teil abmindern.
ROHSTOFFPREISE Preisschwankungen für Energie sowie Rohmaterial (Gold, Kupfer, Laminate) können
sich kurzfristig sowohl positiv als auch negativ auf erzielbare Margen auswirken.
LIEFERANTENBASIS Die Strategie der Gruppe zielt konsequent auf eine diversifizierte und breite Basis
von sorgfältig ausgewählten Bezugsquellen ab, um die Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten zu reduzie-
ren. Mit wenigen Ausnahmen gibt es daher alternative Lieferantenoptionen, um Versorgungsrisiken zu be-
gegnen. Zu wesentlichen Schlüssellieferanten mit besonderem Know-how und Wettbewerbsfähigkeit beste-
hen langjährige stabile Lieferanten-Kunden-Beziehungen.
GEISTIGES EIGENTUM Durch eigene Entwicklungen, Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern und
Investitionen versucht die ATS Gruppe, sich in diesem Bereich bietende Chancen zu nutzen, um geistiges
Eigentum zu erlangen und zusätzlich Zugang zu chancenreichen Patenten zu bekommen. Risiken ergeben
sich, sollte die Gruppe es verabsäumen, ihr geistiges Eigentum zu sichern, und Mitbewerber somit in der Lage
wären, diese Technologien zu nutzen. Rechtsstreitigkeiten über geistiges Eigentum könnten die Gruppe da-
von abhalten, in Streit stehende Technologien zu nutzen oder zu verkaufen bzw. können Rechtsstreitigkeiten
über die missbräuchliche Verwendung von fremdem geistigem Eigentum erhebliche finanzielle Belastungen
nach sich ziehen. Gerade der Einstieg in das neue Geschäftsfeld der IC-Substrate birgt diesbezügliche Risiken
in sich, auch weil ATS entsprechendes Know-how in diesem Bereich weiter aufbauen muss.
COMPLIANCE Die Änderung regulatorischer Anforderungen wie Verbote spezieller Prozesse oder Materi-
alien könnten zu einem Anstieg der Produktionskosten führen. Bei Verletzung von Vertraulichkeitsanforde-
rungen von Kundenseite oder gesetzlichen Bestimmungen könnte die Gruppe erheblichen Strafen ausgesetzt
sein. ATS hat organisatorische Maßnahmen zur Verhinderung des Eintritts bzw. der Minimierung von Com-
pliance-Risiken getroffen und baut diese laufend aus.
STANDORTRISIKEN Ein großer Teil der Tätigkeiten der Gruppe ist außerhalb von Österreich, insbeson-
dere in Asien, angesiedelt, was die Gruppe potenziell rechtlicher Unsicherheit, staatlichen Eingriffen, Han-
delsbeschränkungen und politischen Unruhen aussetzen könnte. Weiters kann unabhängig davon jede Pro-
duktionsstätte der Gruppe Feuer, Naturkatastrophen, kriegerischen Akten, Versorgungsengpässen oder
Marktentwicklung
Beschaffung
Umfeld
Konzernlagebericht 2014/15 31
98 ATS Geschäftsbericht 2014/15
sonstigen Ereignissen ausgesetzt sein. Die Kündigung von Landnutzungsrechten, Genehmigungen oder Lea-
singverträgen bestimmter Werke könnte die Produktionstätigkeit der Gruppe ebenfalls negativ beeinflussen.
Der Konzern betreibt eine aktive Versicherungspolitik in Abwägung der Risiken und der entsprechenden
Kosten und hat für ein Unternehmen dieser Größe übliche Versicherungspolizzen abgeschlossen, sofern
solche zu vertretbaren Kosten in Relation zum drohenden Risiko verfügbar sind.
PRODUKTQUALITÄT Wie bisher wird hohe Produktqualität, Liefertreue und Servicequalität auch in
Zukunft eine Chance darstellen, um sich von Mitbewerbern zu differenzieren, und maßgeblich sein, um
Wachstumschancen wahrzunehmen. Technische Defekte und Mängel in der Qualität sowie Schwierigkeiten
bei der Lieferung von Produkten könnten die Gruppe Gewährleistungs-und Schadenersatzansprüchen sowie
Vertragsstrafen aussetzen und zu Rückrufaktionen und dem Verlust von Kunden führen. ATS unterhält ein
entsprechendes Qualitätswesen, um mangelnde Produktqualität und negative Folgen daraus nach Möglich-
keit auszuschließen, ist gleichzeitig jedoch im Rahmen einer (erweiterten) Produkthaftverpflichtung gegen
wesentliche Risiken versichert.
TECHNOLOGIE- UND PROJEKTENTWICKLUNG Das Know-how der Gruppe in der Projekt- und
Technologieentwicklung, speziell in China, ermöglicht die Nutzung von weiteren erfolgversprechenden
Wachstumschancen, wie insbesondere die Entwicklung des IC-Substrate-Geschäfts. Allerdings ergeben sich
dadurch, auch angesichts des erheblichen Investitionsvolumens für den Standort Chongqing, spezifische
Risiken. Komplikationen beim Vorantreiben der technologischen Entwicklung und der Projektentwicklung
könnten die Geschäftsentwicklung sowie finanzielle und administrative Ressourcen erheblich belasten.
MITARBEITER Die kollektive Industrieerfahrung und Managementexpertise der Mitarbeiter der ATS
Gruppe ist die Basis zur Nutzung zukünftiger Chancen. Das Geschäft der Gruppe könnte leiden, wenn leitende
Angestellte das Beschäftigungsverhältnis mit der Gruppe beenden oder die Gruppe nicht in der Lage wäre,
weiterhin hochqualifizierte Ingenieure oder Verkäufer zu rekrutieren und zu halten. ATS arbeitet kontinuier-
lich an Strategien, um Schlüsselarbeitskräfte zu halten, wertvolle Mitarbeiter zu akquirieren und die Fähigkei-
ten der Mitarbeiter weiter auszubauen.
LOHNKOSTEN Wesentliche Anstiege der Lohnkosten, besonders an den Produktionsstandorten in China,
könnten sich negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns auswirken.
FINANZRISIKEN Zu den Bereichen Finanzierungsrisiko, Liquiditätsrisiko, Kreditrisiko sowie Wechselkursri-
siko wird auf Erläuterung 20 „Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten“ im Konzernabschluss verwiesen.
STEUERRISIKO Die Gesellschaft ist global tätig und somit mit unterschiedlichen Steuersystemen konfron-
tiert. Solange die Voraussetzungen für die Bildung einer Rückstellung oder Verbindlichkeit nicht gegeben sind,
werden Steuerrisiken, nationale wie auch internationale, unter die Finanzrisiken subsumiert und entspre-
chend überwacht. Das derzeit wesentliche Steuerrisiko betrifft die Gesellschaft in Indien.
Operatives Geschäft
Organisation
Finanzrisiken
32 Konzernlagebericht 2014/15
99Konzernlagebericht
Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem und Risikomanagement ist integrierter Bestandteil
des konzernweiten Risikomanagementsystems. In Anlehnung an das Rahmenkonzept von COSO (The Com-
mittee of Sponsoring Organization of the Treadway Commission) werden unter dem Begriff des unterneh-
mensweiten Risikomanagements das eigentliche Risikomanagement sowie das interne Kontrollsystem (IKS)
subsumiert. Die wesentlichen Merkmale des Risikomanagements, des internen Kontrollsystems sowie der inter-
nen Revision von ATS sind in einem konzernweiten Risikomanagement- und Revisionshandbuch festgehalten.
Die Dokumentation der internen Kontrollen (Geschäftsprozesse, Risiken, Kontrollmaßnahmen und Verant-
wortliche) erfolgt grundsätzlich in Form von Kontrollmatrizen, die in einer zentralen Managementdatenbank
archiviert werden. Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem beinhaltet dabei die Grundsätze,
Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung im Sinne der be-
schriebenen Kontrollziele für die Finanzberichterstattung.
Die Prozesse der Rechnungslegung sind in gesonderten Verfahrensanweisungen dokumentiert. Nach Mög-
lichkeit sind diese konzernweit einheitlich ausgestaltet und werden in einem standardisierten Dokumentati-
onsformat abgebildet. Aus den spezifischen lokalen Regelungen resultieren zusätzlich Anforderungen an die
Rechnungslegungsprozesse. Die Grundlagen der Rechnungslegung und Berichterstattung sind in den Prozess-
beschreibungen und weiters in ausführlichen Verfahrensanweisungen dokumentiert, welche ebenfalls im
zentralen Management Manual archiviert sind. Darüber hinaus werden Arbeitsbehelfe zu Bewertungsläufen,
Bilanzierungsvorgängen und organisatorischen Erfordernissen im Zusammenhang mit den Rechnungslegungs-
und Jahresabschlussprozessen erstellt und laufend aktualisiert. Die Terminplanungen erfolgen im Einklang mit
den Konzernerfordernissen.
Die interne Finanzberichterstattung erfolgt monatlich als Bestandteil der Konzernberichterstattung, wobei die
Finanzinformationen durch die Organisationseinheit Group Accounting (Teilbereich von Group Finance 
Controlling) überprüft und analysiert werden. Die monatliche Soll-Ist-Abweichung mit entsprechender Kom-
mentierung der Segment- bzw. Werksergebnisse sowie des Gesellschaftsergebnisses wird intern an die Füh-
rungskräfte und an die Mitglieder des Aufsichtsrats berichtet.
Die jährliche Budgeterstellung erfolgt durch die Organisationseinheit Group Controlling (Teilbereich von
Group Finance  Controlling). Auf Basis der Quartalsergebnisse und aktuellen Planungsinformationen werden
unterjährig quartalsweise Vorschaurechnungen (Forecasts) für das verbleibende Geschäftsjahr erstellt. Die
Vorschaurechnungen mit Kommentierung zum Budgetvergleich und Darstellungen zur Auswirkung von Chan-
cen und Risiken bis Geschäftsjahresende werden an den Aufsichtsrat berichtet. Neben der regelmäßigen
Berichterstattung werden Mehrjahresplanungen, projektbezogene Finanzinformationen oder Berechnungen
über Investitionsvorhaben aufbereitet und an den Aufsichtsrat übermittelt.
Internes Kontroll- und Risiko-7.
managementsystem im Hinblick auf das
Rechnungswesen
Konzernlagebericht 2014/15 33
100 ATS Geschäftsbericht 2014/15
KAPITALANTEILSSTRUKTUR UND ANGABEN ZU GESELLSCHAFTERRECHTEN Zum Bi-
lanzstichtag per 31. März 2015 beträgt das Grundkapital der Gesellschaft 42.735.000 € und besteht aus
38.850.000 Stückaktien mit einem rechnerischen Nennwert von je 1,1 € pro Aktie. Das Stimmrecht in der
Hauptversammlung wird nach Stückaktien ausgeübt, wobei je eine Stückaktie das Recht auf eine Stimme
gewährt. Sämtliche Aktien lauten auf Inhaber.
Die maßgeblichen direkten und indirekten Beteiligungen an der Konzernmuttergesellschaft AT  S Austria
Technologie  Systemtechnik Aktiengesellschaft (AT  S AG), die zum Bilanzstichtag zumindest 10 % betra-
gen, stellen sich wie folgt dar:
Aktien % Kapital % Stimmrechte
Dörflinger-Privatstiftung,
Karl-Waldbrunner-Platz 1, A-1210 Wien 6.902.380 17,77 % 17,77 %
Androsch Privatstiftung,
Schottengasse 10/12, A-1010 Wien 6.339.896 16,32 % 16,32 %
Zum Stichtag 31. März 2015 befanden sich rund 65,91 % der Aktien im Streubesitz. Außer den oben angeführ-
ten Beteiligungen gab es keinen weiteren Aktionär, der mehr als 10 % der Stimmrechte an der AT  S AG
hielt. Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Es bestehen keine Beschränkungen hinsichtlich
der Ausübung des Stimmrechtes durch Arbeitnehmer mit Kapitalbeteiligung.
Es gibt keine besonderen Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands
und Aufsichtsrats.
Es bestehen keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der AT  S AG und ihren Vorstands- und Auf-
sichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebotes.
Der Vorstand wurde durch die 20. Hauptversammlung am 3. Juli 2014 ermächtigt, bis zum 2. Juli 2019 das
Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu 21.367.500 € durch Ausgabe von
bis zu 19.425.000 neuen, auf den Inhaber lautenden nennwertlosen Stückaktien gegen Bareinlage oder Sach-
einlage, einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Über-
nahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 AktG, zu erhöhen. Der Vorstand wurde
ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats die näheren Ausgabebedingungen (insbesondere Aus-
gabebetrag, Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der Aktienrechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzule-
gen (genehmigtes Kapital). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die
Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen. Die Hauptversammlung hat auch
beschlossen, die Satzung entsprechend diesem Beschluss in § 4 (Grundkapital) zu ändern.
Darüber hinaus wurde in der 20. Hauptversammlung am 3. Juli 2014 die in der Hauptversammlung vom 7. Juli
2010 beschlossene Ermächtigung zur Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen widerrufen und gleichzeitig
der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 2. Juli 2019 einmalig oder mehrmals auf
den Inhaber lautende Wandelschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu 150.000.000 € auszu-
geben und den Inhabern von Wandelschuldverschreibungen Bezugs- und/oder Umtauschrechte auf bis zu
19.425.000 Stück neue auf Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien der Gesellschaft nach Maßgabe der
vom Vorstand festzulegenden Wandelschuldverschreibungsbedingungen zu gewähren. Außerdem wurde in
diesem Zusammenhang das Grundkapital der Gesellschaft gemäß § 159 Abs 2 Z 1 AktG um bis zu
21.367.500 € durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 Stück neuer, auf Inhaber lautende Stückaktien bedingt
erhöht. Diese bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als Inhaber von auf Grundlage des
Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 3. Juli 2014 ausgegebenen Wandelschuldverschrei-
bungen von dem ihnen gewährten Umtausch- und/oder Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch
machen. Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelhei-
Aktionärsstruktur und Angaben zum8.
Kapital (Angaben gemäß § 243a UGB)
34 Konzernlagebericht 2014/15
101Konzernlagebericht
ten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen (insbesondere Ausgabebetrag, Inhalt der
Aktienrechte).
In Bezug auf die Erhöhung des Genehmigten Kapitals bzw. die bedingte Kapitalerhöhung ist folgende be-
tragsmäßige Determinierung, entsprechend den Beschlüssen der 20. Hauptversammlung vom 3. Juli 2014, zu
beachten: Die Summe aus (i) der Anzahl der nach den Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen je-
weils aus bedingtem Kapital aktuell ausgegebenen oder potenziell auszugebenden Aktien und (ii) der Anzahl
der aus dem genehmigten Kapital ausgegeben Aktien darf die Zahl von insgesamt 19.425.000 nicht über-
schreiten (betragsmäßige Determinierung der Ermächtigungen).
EIGENE AKTIEN In der 19. ordentlichen Hauptversammlung vom 4. Juli 2013 wurde der Vorstand erneut
ermächtigt, binnen 30 Monaten ab Beschlussfassung eigene Aktien im Ausmaß von bis zu 10 % des Grundka-
pitals zu erwerben sowie einzuziehen. Weiters wurde der Vorstand für die Dauer von fünf Jahren, sohin bis
einschließlich 3. Juli 2018 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Anteile auch auf andere Art
als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern, insbesondere zur Bedienung von Mitar-
beiteraktienoptionen, Wandelschuldverschreibungen oder als Gegenleistung für den Erwerb von Unterneh-
men bzw. sonstigen Vermögenswerten und zu jedem sonstigen gesetzlich zulässigen Zweck zu verwenden.
Zum 31. März 2015 hält der Konzern keine eigenen Aktien.
Es gibt keine außerbilanziellen Geschäfte zwischen der AT  S AG und ihren Tochtergesellschaften.
Die AT  S AG hat keine Kredite an Organmitglieder vergeben und ist auch keine Haftungsverhältnisse zu
deren Gunsten eingegangen.
Weiterführend wird auf die Erläuterungen im Anhang zum Konzernabschluss, Erläuterung 22 „Gezeichnetes
Kapital“, sowie auf die Erläuterungen 16 „Finanzielle Verbindlichkeiten“ verwiesen.
Der Corporate Governance Bericht der Gesellschaft nach § 243b UGB ist unter
http://www.ats.net/de/unternehmen/corporate-governance/berichte/ abrufbar.
Konzernlagebericht 2014/15 35
102 ATS Geschäftsbericht 2014/15
Der stetig zunehmende Bedarf an elektronischen Endgeräten, der generell steigende Elektronikanteil in un-
terschiedlichsten Applikationen sowie die Vernetzung von unterschiedlichsten elektronischen Applikationen
sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld, stellen Megatrends in den kommenden Jahren dar, und
werden weiterhin zu einer Steigerung des Bedarfs an Leiterplatten führen. Um dem steigenden Preisdruck in
der Branche entgegenzuwirken, wird der Fokus auch im Geschäftsjahr 2015/16 auf die Weiterentwicklung
des Kerngeschäfts mit technologisch hochwertigen Produkten gelegt. In diesem Zusammenhang bleibt die
Entwicklung von innovativen Produkten und Technologien ein Schwerpunkt der ATS. Zur Absicherung dieser
Strategie werden neben Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten weiterhin Investitionen in technologische
Upgrades an den bestehenden Standorten durchgeführt.
Der Einstieg in das Marktsegment der IC-Substrate stellt für ATS eine Weiterentwicklung des derzeitigen
Hochtechnologiemarktes der HDI-Leiterplatten dar. Strategisch bedeutet dieser Schritt eine außerordentliche
Entwicklungschance für den Konzern. Nach der Errichtung des Gebäudes und der Installation der ersten Linie
im Geschäftsjahr 2014/15 am Standort Chongqing wird im Geschäftsjahr 2015/16 die Zertifizierung der Anla-
ge durchgeführt. Der Ramp-up wird im Kalenderjahr 2016 gestartet, und erste Umsätze werden ebenfalls im
Kalenderjahr 2016 erwartet. Parallel dazu erfolgt die Installation der zweiten Linie. Durch die Ramp-up-Phase
des Werkes erwarten wir Anlaufkosten, die das Konzernergebnis belasten werden.
Ende April wurde die Erweiterung der ursprünglich geplanten Investitionen bis Mitte 2017 in den Standort
von 350 Mio. € auf 480 Mio. € bekanntgegeben: ATS positioniert sich für die nächste Leiterplatten-
Technologiegeneration und wird zusätzlich zu den IC-Substraten ab 2016 substratähnliche Leiterplatten in
Chongqing herstellen. ATS wird damit Potenziale ausschöpfen, die sich durch die fortschreitende Miniaturi-
sierung und zunehmende Modularisierung ergeben. Damit soll das langfristige und nachhaltig profitable
Wachstum im High-End-Bereich sichergestellt werden.
ATS wird auch 2015/16 kontinuierlich Investitionen in den neuen Standort in Chongqing tätigen und dar-
über hinaus weitere Investitionen für Technologie-Upgrades in den bestehenden Standorten tätigen. In die-
ser durch hohe Investitionen geprägten Zeit strebt der Vorstand für die nächsten Jahre eine zurückhaltende
Dividendenpolitik an.
Das Management geht für das kommende Geschäftsjahr unter der Voraussetzung eines makroökonomisch
stabilen Umfeldes und anhaltender Kundennachfrage von einer weiterhin guten Auslastung aus. Auf Basis der
limitiert verfügbaren Kapazitäten wird eine Umsatzentwicklung ähnlich wie im Geschäftsjahr 2014/15 prog-
nostiziert. Die EBITDA-Marge wird auf Basis der zu erwartenden Belastungen für den Anlauf Chongqing bei
18-20 % liegen, die EBITDA-Marge im Kerngeschäft hingegen auf einem vergleichbaren Niveau wie im Ge-
schäftsjahr 2014/15.
Leoben-Hinterberg, am 5. Mai 2015
Der Vorstand:
DI (FH) Andreas Gerstenmayer e.h. Dr. Karl Asamer e.h. Ing. Heinz Moitzi e.h.
Ausblick9.
36 Konzernlagebericht 2014/15
104
Konzernabschluss
zum 31. März 2015
ATS Geschäftsbericht 2014/15
105Konzernabschluss
Konzern‐Gewinn‐ und Verlustrechnung   106
Konzern‐Gesamtergebnisrechnung   106
Konzernbilanz   107
Konzern‐Geldflussrechnung   108
Konzern‐Eigenkapitalveränderungsrechnung   109
Anhang zum Konzernabschluss   110
Inhaltsverzeichnis
106 ATS Geschäftsbericht 2014/15
in Tsd. € Erläuterung 2014/15 2013/14
Umsatzerlöse 1 667.010 589.909
Umsatzkosten 2 (511.628) (471.096)
Bruttogewinn 155.382 118.813
Vertriebskosten 2 (31.595) (30.901)
Allgemeine Verwaltungskosten 2 (28.005) (24.143)
Sonstiges betriebliches Ergebnis 4 (5.696) (6.835)
Nicht wiederkehrende Posten 5 – (3.004)
Betriebsergebnis 90.086 53.930
Finanzierungserträge 6 9.067 316
Finanzierungsaufwendungen 6 (14.170) (11.406)
Finanzergebnis (5.103) (11.090)
Ergebnis vor Steuern 84.983 42.840
Ertragsteuern 7 (15.634) (4.621)
Konzernjahresergebnis 69.349 38.219
davon den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnen 69.279 38.168
davon den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 70 51
Ergebnis je Aktie, das den Aktionären des Mutterunternehmens zusteht
(in € je Aktie): 24
- unverwässert 1,78 1,24
- verwässert 1,78 1,21
Konzern-
Gesamtergebnisrechnung
in Tsd. € 2014/15 2013/14
Konzernjahresergebnis 69.349 38.219
Zu reklassifizierende Ergebnisse:
Währungsumrechnungsdifferenzen 161.373 (42.697)
(Verluste) aus der Bewertung von Sicherungsinstrumenten aus der
Absicherung von Zahlungsströmen, nach Steuern (2.517) (225)
Nicht zu reklassifizierende Ergebnisse: (6.757) (728)
Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer
nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses (6.757) (728)
Sonstiges Ergebnis 152.099 (43.650)
Konzerngesamtergebnis 221.448 (5.431)
davon den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnen 221.350 (5.480)
davon den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 98 49
Konzern-Gewinn-
und Verlustrechnung
4 Konzernabschluss zum 31. März 2015
107Konzernabschluss
in Tsd. € Erläuterung 31.03.2015 31.03.2014
VERMÖGENSWERTE
Sachanlagen 8 603.664 435.103
Immaterielle Vermögenswerte 9 45.211 9.145
Finanzielle Vermögenswerte 13 96 96
Aktive latente Steuern 7 34.301 25.538
Sonstige langfristige Vermögenswerte 10 29.485 13.976
Langfristige Vermögenswerte 712.757 483.858
Vorräte 11 89.222 59.434
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 12 143.130 110.999
Finanzielle Vermögenswerte 13 780 836
Laufende Ertragsteuerforderungen 1.004 799
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 14 273.919 260.133
Kurzfristige Vermögenswerte 508.055 432.201
Summe Vermögenswerte 1.220.812 916.059
EIGENKAPITAL
Gezeichnetes Kapital 22 141.846 141.846
Sonstige Rücklagen 23 150.774 (1.297)
Gewinnrücklagen 311.642 250.133
Den Eigentümern des Mutterunternehmens zurechenbares Eigenkapital 604.262 390.682
Nicht beherrschende Anteile 96 (2)
Summe Eigenkapital 604.358 390.680
SCHULDEN
Finanzielle Verbindlichkeiten 16 359.268 325.863
Rückstellungen für Personalaufwand 17 33.726 24.755
Sonstige Rückstellungen 18 7.545 9.736
Passive latente Steuern 7 7.774 6.738
Sonstige Verbindlichkeiten 15 4.757 3.244
Langfristige Schulden 413.070 370.336
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 15 149.409 101.908
Finanzielle Verbindlichkeiten 16 46.037 46.076
Laufende Ertragsteuerschulden 2.823 3.986
Sonstige Rückstellungen 18 5.115 3.073
Kurzfristige Schulden 203.384 155.043
Summe Schulden 616.454 525.379
Summe Eigenkapital und Schulden 1.220.812 916.059
Konzernbilanz
Konzernabschluss zum 31. März 2015 5
108 ATS Geschäftsbericht 2014/15
in Tsd. € 2014/15 2013/14
Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit
Konzernjahresergebnis 69.349 38.219
Abschreibungen und Wertminderungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 77.485 73.245
Veränderung langfristiger Rückstellungen 6.079 1.917
Ertragsteuern 15.634 4.621
Finanzergebnis 5.103 11.090
Gewinne/Verluste aus dem Verkauf von Anlagevermögen 114 461
Auflösung von Investitionszuschüssen (1.189) (1.153)
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/(Erträge), saldiert 1.010 (2.485)
Gezahlte Zinsen (14.460) (14.153)
Erhaltene Zinsen und Dividendenerträge 2.267 278
Gezahlte Ertragsteuern (16.436) (8.380)
Nettomittelzufluss aus dem Ergebnis 144.956 103.660
Vorräte (16.011) (474)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen (23.612) (9.766)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 36.926 9.828
Sonstige Rückstellungen 1.611 1.511
Nettomittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit 143.870 104.759
Geldfluss aus Investitionstätigkeit
Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten (165.318) (90.906)
Einzahlungen aus der Veräußerung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 539 630
Auszahlungen für den Erwerb/Veräußerung von finanziellen Vermögenswerten – (12)
Nettomittelabfluss aus Investitionstätigkeit (164.779) (90.288)
Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit
Einzahlungen aus der Aufnahme von finanziellen Verbindlichkeiten 34.623 261.982
Auszahlungen für die Rückzahlung von finanziellen Verbindlichkeiten (16.249) (185.450)
Einzahlungen aus Investitionszuschüssen 1.339 1.345
Dividendenzahlungen (7.770) (4.665)
Einzahlungen aus der Kapitalerhöhung – 79.179
Verkauf eigener Anteile – 16.753
Nettomittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit 11.943 169.144
Nettozunahme/(-abnahme) von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten (8.966) 183.615
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Jahresanfang 260.133 80.226
Währungsgewinne/(-verluste) aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten 22.752 (3.708)
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente per 31.03. 273.919 260.133
Konzern-Geldflussrechnung
6 Konzernabschluss zum 31. März 2015
109Konzernabschluss
in Tsd. €
Gezeichnetes
Kapital
Sonstige
Rücklagen
Gewinn-
rücklagen
Den Eigen-
tümern des
Mutterunter-
nehmens zu-
rechenbares
Eigenkapital
Nicht
beherr-
schende
Anteile
Summe
Eigenkapital
Stand zum 31.03.2013 *)
45.914 42.351 216.630 304.895 (51) 304.844
Konzernjahresergebnis – – 38.168 38.168 51 38.219
Sonstiges Ergebnis – (43.648) – (43.648) (2) (43.650)
davon Währungsumrechnungsdifferenzen – (42.695) – (42.695) (2) (42.697)
davon Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an
Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses (728) – (728) – (728)
davon Veränderung von Sicherungsinstrumenten aus der
Absicherung von Zahlungsströmen, nach Steuern – (225) – (225) – (225)
Konzerngesamtergebnis 2013/14 – (43.648) 38.168 (5.480) 49 (5.431)
Dividendenzahlung für 2012/13 – – (4.665) (4.665) – (4.665)
Veränderung eigene Anteile, nach Steuern 16.753 – – 16.753 – 16.753
Kapitalerhöhung 79.179 79.179 79.179
Stand zum 31.03.2014 141.846 (1.297) 250.133 390.682 (2) 390.680
Konzernjahresergebnis – – 69.279 69.279 70 69.349
Sonstiges Ergebnis – 152.071 – 152.071 28 152.099
davon Währungsumrechnungsdifferenzen – 161.339 – 161.339 34 161.373
davon Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an
Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses – (6.751) – (6.751) (6) (6.757)
davon Veränderung von Sicherungsinstrumenten aus der
Absicherung von Zahlungsströmen, nach Steuern – (2.517) – (2.517) – (2.517)
Konzerngesamtergebnis 2014/15 – 152.071 69.279 221.350 98 221.448
Dividendenzahlung für 2013/14 – – (7.770) (7.770) – (7.770)
Stand zum 31.03.2015 141.846 150.774 311.642 604.262 96 604.358
*)
Angepasst unter Anwendung von IAS 19 revised.
Konzern-
Eigenkapitalveränderungsrechnung
Konzernabschluss zum 31. März 2015 7
110 ATS Geschäftsbericht 2014/15
ALLGEMEINES AT  S Austria Technologie  SystemtechnikA.
Aktiengesellschaft (im Folgenden kurz „die Gesellschaft“ und mit ihren
Tochtergesellschaften „der Konzern“ genannt) wurde in Österreich
gegründet. Der Sitz der Gesellschaft ist in Österreich, Fabriksgasse 13,
8700 Leoben-Hinterberg.
Unternehmensgegenstand sind die Fertigung und der Vertrieb von
Leiterplatten und die Durchführung von damit verbundenen Dienst-
leistungen primär in den Segmenten Mobile Devices  Substrates,
Industrial  Automotive, sowie Advanced Packaging. Die Produkte
werden im europäischen und asiatischen Raum produziert und sowohl
direkt bei den Erstausrüstern (OEM – Original Equipment Manufactu-
rer) als auch bei Auftragsfertigern (CEM – Contract Electronic Manu-
facturer) abgesetzt.
Die Gesellschaft notiert seit 20. Mai 2008 an der Wiener Börse, Öster-
reich, im Börsensegment Prime Market und wird seit 15. September
2008, nach einer Phase des Doppellistings auf dem bisherigen Börsen-
platz Frankfurt am Main, Deutschland, ausschließlich an der Wiener
Börse gehandelt. Vor dem Wechsel des Börsenplatzes notierte die
Gesellschaft seit 16. Juli 1999 an der Frankfurter Börse.
Der Konzernabschluss wurde gemäß § 245a UGB in Übereinstimmung
mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) formu-
lierten Standards (IFRS und IAS) und Interpretationen (IFRIC und SIC),
wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt.
BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUND-B.
SÄTZE Die bei der Erstellung des Konzernabschlusses herangezoge-
nen Bewertungsgrundlagen basieren auf historischen Anschaffungs-
oder Herstellungskosten – mit Ausnahme der Wertpapiere und der
derivativen Finanzinstrumente, die mit dem beizulegenden Zeitwert
bewertet werden.
a. KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZE Abschlussstichtag für alle
in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist der 31. März
2015 mit folgenden Ausnahmen: Aufgrund der gesetzlichen Lage in
China entspricht das Geschäftsjahr der ATS (China) Company Limited
und der ATS (Chongqing) Company Limited dem Kalenderjahr (Ab-
schlussstichtag: 31. Dezember 2014), sodass die Einbeziehung auf
Basis eines Zwischenabschlusses zum 31. März 2015 erfolgte.
Der Konzernabschluss wurde vom Vorstand am 5. Mai 2015 zur Veröf-
fentlichung freigegeben. Der Einzelabschluss der Gesellschaft, der
nach Überleitung auf die anzuwendenden Rechnungslegungsstan-
dards auch in den Konzernabschluss einbezogen ist, wird am 8. Juni
2015 dem Aufsichtsrat zur Prüfung und Feststellung vorgelegt. Der
Aufsichtsrat und – im Falle einer Vorlage an die Hauptversammlung –
die Gesellschafter, können diesen Einzelabschluss in einer Weise
ändern, die auch die Präsentation des Konzernabschlusses beeinflusst.
KONSOLIDIERUNGSKREIS Die Gesellschaft beherrscht ein Beteili-
gungsunternehmen, wenn eine Risikobelastung durch oder Anrechte
auf schwankende Renditen aus seinem Engagement in dem Beteili-
gungsunternehmen vorliegt und der Konzern die Fähigkeit besitzt,
seine Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen dergestalt
zu nutzen, dass dadurch die Höhe der Rendite des Beteiligungsunter-
nehmens beeinflusst wird. In den Konzernabschluss sind – neben der
Gesellschaft – folgende Tochterunternehmen einbezogen und voll-
konsolidiert:
 ATS Asia Pacific Limited, Hongkong (im Folgenden ATS Asia
Pacific genannt), Anteil 100 %
 ATS (China) Company Limited, China (im Folgenden ATS China
genannt), 100 % Tochtergesellschaft der ATS Asia Pacific
 ATS (Chongqing) Company Limited, China (im Folgenden ATS
Chongqing genannt), 100 % Tochtergesellschaft der ATS Asia Pacific
 ATS Japan K.K., Japan, 100 % Tochtergesellschaft der ATS Asia
Pacific
 ATS (Taiwan) Co., Ltd., Taiwan (im Folgenden ATS Taiwan ge-
nannt), 100 % Tochtergesellschaft der ATS Asia Pacific
 ATS India Private Limited, Indien (im Folgenden ATS Indien ge-
nannt), Anteil 100 %
 ATS Korea Co., Ltd., Südkorea (im Folgenden ATS Korea ge-
nannt), Anteil 98,76 %
 ATS Americas LLC, USA (im Folgenden ATS Americas genannt),
Anteil 100 %
 ATS Deutschland GmbH, Deutschland, Anteil 100 %
 AT  S Klagenfurt Leiterplatten GmbH in Liqu., Österreich, Anteil 100 %
Die Tochtergesellschaft AT  S Klagenfurt Leiterplatten GmbH in Liqu.
befindet sich zum Bilanzstichtag in Liquidation.
Die Bilanzierung erworbener Tochterunternehmen erfolgt nach der
Erwerbsmethode. Die Anschaffungskosten des Erwerbs entsprechen
dem beizulegenden Zeitwert der hingegebenen Vermögenswerte, der
ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente und der entstandenen bzw.
übernommenen Schulden zum Transaktionszeitpunkt. Sie beinhalten
weiters die beizulegenden Zeitwerte jeglicher angesetzter Vermö-
genswerte oder Schulden, die aus einer bedingten Gegenleistungsver-
einbarung resultieren. Erwerbsbezogene Kosten werden aufwands-
wirksam erfasst. Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses
identifizierbare Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlich-
keiten werden bei der Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden
Zeitwerten im Erwerbszeitpunkt bewertet.
Der Überschuss der Anschaffungskosten des Erwerbs, der nicht be-
herrschenden Anteile am Unternehmen sowie des beizulegenden
Zeitwerts jeglicher vorher gehaltenen Eigenkapitalanteile zum Er-
werbsdatum über den Anteil des Konzerns an dem zum beizulegenden
Zeitwert bewerteten Nettovermögen wird als Firmenwert angesetzt.
Anhang zum Konzernabschluss
I. Allgemeine Erläuterungen
8 Konzernabschluss zum 31. März 2015
111Konzernabschluss
Für jeden Unternehmenserwerb entscheidet der Konzern, ob die nicht
beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen zum beizule-
genden Zeitwert oder anhand des proportionalen Anteils am Netto-
vermögen des erworbenen Unternehmens erfasst werden und dem-
entsprechend der volle oder anteilige Firmenwert angesetzt wird. Sind
die Anschaffungskosten geringer als das zum beizulegenden Zeitwert
bewertete Nettovermögen des erworbenen Tochterunternehmens,
wird der Unterschiedsbetrag direkt in der Gewinn- und Verlustrech-
nung erfasst.
Wenn der Konzern entweder die Beherrschung oder den maßgebli-
chen Einfluss über ein Unternehmen verliert, wird der verbleibende
Anteil zum beizulegenden Zeitwert neu bewertet und die daraus
resultierende Differenz als Gewinn oder Verlust erfasst. Der beizule-
gende Zeitwert ist der beim erstmaligen Ansatz eines assoziierten
Unternehmens, Gemeinschaftsunternehmens oder eines finanziellen
Vermögenswerts ermittelte Zeitwert. Darüber hinaus werden alle im
sonstigen Ergebnis ausgewiesenen Beträge in Bezug auf dieses Unter-
nehmen so bilanziert, wie dies verlangt werden würde, wenn das
Mutterunternehmen die dazugehörigen Vermögenswerte und Schul-
den direkt veräußert hätte. Dies bedeutet, dass ein zuvor im sonstigen
Ergebnis erfasster Gewinn oder Verlust vom Eigenkapital in das Er-
gebnis umgegliedert wird.
KONSOLIDIERUNGSMETHODEN Alle wesentlichen Konzernsalden
und -transaktionen wurden eliminiert, damit der Konzernabschluss die
Rechnungslegungsinformationen über den Konzern so darstellt, als
würde es sich bei dem Konzern um ein einziges Unternehmen han-
deln.
Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach den Bestimmungen des IFRS 10
„Konzernabschlüsse“ (Consolidated Financial Statements). Konzernin-
terne Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Aufwendungen und
Erträge werden eliminiert. Zwischenergebnisse im Anlage- und Vor-
ratsvermögen werden eliminiert, sofern sie nicht von untergeordneter
Bedeutung sind. Für alle einbezogenen Tochterunternehmen werden
darüber hinaus einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
angewendet.
Der Konzern betrachtet Transaktionen mit nicht beherrschenden
Anteilen als Transaktionen mit Eigenkapitalgebern des Konzerns. Bei
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen wird die Differenz zwi-
schen den Anschaffungskosten und dem zuordenbaren erworbenen
Anteil am Nettovermögen des Tochterunternehmens vom Eigenkapi-
tal abgezogen. Gewinne oder Verluste bei der Veräußerung von nicht
beherrschenden Anteilen werden ebenfalls im Eigenkapital erfasst.
b. GESCHÄFTSSEGMENTINFORMATIONEN Als Geschäftsseg-
ment wird ein Unternehmensbestandteil, der Geschäftstätigkeiten
betreibt und dessen Betriebsergebnisse regelmäßig von der verant-
wortlichen Unternehmensinstanz überprüft werden, bezeichnet. Mit
den Geschäftstätigkeiten werden Umsatzerlöse erwirtschaftet, wofür
Aufwendungen anfallen. Diese Aufwendungen können auch im Zu-
sammenhang mit Geschäftsvorfällen mit anderen Geschäftssegmen-
ten des Unternehmens stehen. Für die einzelnen Geschäftssegmente
liegen separate Finanzinformationen vor.
Im Geschäftsjahr 2011/12 hat sich der Vorstand mit Zustimmung des
Aufsichtsrats dazu entschlossen, die Organisationsstruktur weiter zu
entwickeln, um die operativen Prozesse noch mehr an die Kundenbe-
dürfnisse anzupassen. Es wurden daher drei Segmente (Business
Units) – Mobile Devices, Industrial  Automotive, sowie Advanced
Packaging – eingerichtet.
Aufgrund des Einstiegs in das für die ATS neue Geschäft mit IC-
Substraten (Integrated Circuit Substrates) und der Zuordnung dieses
Geschäftsfeldes in die Business Unit Mobile Devices wurde diese
Business Unit in Mobile Devices  Substrates umbenannt. Sowohl für
den Bereich Mobile Applications als auch Substrates besteht nunmehr
eine entsprechende Organisationsstruktur. Das Managementreporting
erfolgt hingegen weiterhin einheitlich unter dem Segment Mobile
Devices  Substrates.
Das Segment Mobile Devices  Substrates umfasst die Herstellung
von Leiterplatten für mobile Endgeräte, wie zum Beispiel Smart-
phones, Tablets, Digitalkameras und portable Musikgeräte. Leiterplat-
ten für diese Applikationen werden großteils in unserem Werk in
Shanghai (ATS China) produziert. Die Herstellung der IC-Substrate ist
in unserem im Bau befindlichen Werk in Chongqing (ATS Chongqing)
geplant.
Das Segment Industrial  Automotive beliefert Kunden in den Berei-
chen Automobilzulieferungen, Industrieanwendungen, Medizintech-
nik, aber auch Luftfahrt und andere Branchen. Für dieses Segment
wird in unseren Werken in Indien, Korea und an den Standorten in
Österreich produziert.
Das Segment Advanced Packaging steht für neue technologisch sehr
hochwertige Anwendungen. Hier werden diverse Komponenten be-
reits direkt in die Leiterplatte integriert, um eine weitere Verkleine-
rung der Endgeräte bei höherer Funktionalität zu gewährleisten. Diese
neue Technologie ist für unterschiedlichste Anwendungen nützlich.
Diese Business Unit befindet sich im Aufbau und so erfolgt der Aus-
weis noch nicht separat sondern unter dem Bereich „Sonstige“.
c. FREMDWÄHRUNGEN Die Konzerndarstellungswährung ist der
Euro (€). Die funktionale Währung ausländischer Tochterunternehmen
ist die jeweilige Landeswährung.
AUSLÄNDISCHE GESELLSCHAFTEN Die Umrechnung der Bilanzen
der ATS Indien, ATS China, ATS Asia Pacific, ATS Japan K.K.,
ATS Korea, ATS Americas, ATS Chongqing und ATS Taiwan er-
folgt mit Ausnahme der Eigenkapitalpositionen (historischer Kurs) mit
dem Stichtagskurs zum Bilanzstichtag. Die Umrechnung der Gewinn-
Konzernabschluss zum 31. März 2015 9
112 ATS Geschäftsbericht 2014/15
und Verlustrechnungen erfolgt mit dem Durchschnittskurs des Ge-
schäftsjahres. Die Auswirkungen von Wechselkursveränderungen auf
das Nettovermögen der ausländischen Tochtergesellschaften werden
erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.
FREMDWÄHRUNGSTRANSAKTIONEN In den Einzelabschlüssen
werden Fremdwährungsposten zum jeweils gültigen Entstehungskurs
erfasst. Monetäre Posten werden zum Bilanzstichtag mit dem Kurs
des Abschlussstichtags umgerechnet; nicht monetäre Posten, die nach
dem Anschaffungskostenprinzip bilanziert worden sind, werden un-
verändert mit dem Kurs der Erstbuchung ausgewiesen. Die Wäh-
rungsdifferenzen aus der Umrechnung monetärer Posten – mit Aus-
nahme jener aus „zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermö-
genswerte“ – werden erfolgswirksam erfasst. Die Währungsdifferen-
zen aus „zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte“
werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.
d. ERTRAGSREALISIERUNG Unter den Umsatzerlösen sind die
beizulegenden Werte jener Gegenleistungen ausgewiesen, die der
Konzern im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erhält.
Die Umsatzerlöse werden netto ohne Umsatzsteuer nach Abzug von
Rabatten und Preisnachlässen, sowie nach Eliminierung konzerninter-
ner Verkäufe ausgewiesen. Erträge werden wie folgt realisiert:
ERLÖSE AUS PRODUKTVERKÄUFEN Erlöse aus Produktverkäufen
werden erfasst, wenn die maßgeblichen Risiken und Chancen, die mit
dem Eigentum der verkauften Erzeugnisse verbunden sind, auf den
Käufer übertragen werden. Gewöhnlich erfolgt dies bei Eigentums-
übergang.
ZINS- UND DIVIDENDENERTRÄGE Die Zinserträge werden zeitpro-
portional unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung des Vermö-
genswerts erfasst. Dividendenerträge aus finanziellen Vermögenswer-
ten werden mit der Entstehung des Rechtsanspruchs des Konzerns
erfolgswirksam erfasst.
e. ERTRAGSTEUERN Die Ertragsteuerbelastung basiert auf dem
Jahresgewinn und berücksichtigt latente Steuern.
Aktive und passive latente Steuerabgrenzungen werden im Konzern
unter Anwendung der bilanzorientierten Methode angesetzt. Dabei
wird der erwartete Steuereffekt aus Differenzen zwischen den Buch-
werten im Konzernabschluss und den steuerlichen Buchwerten, die
sich in den Folgejahren wieder ausgleichen, durch Bildung von aktiven
und passiven latenten Steuerpositionen berücksichtigt. Die Berech-
nung der latenten Steuern erfolgt unter Anwendung der Steuersätze
(und Steuervorschriften), die am Bilanzstichtag gelten oder im We-
sentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum
Zeitpunkt der Realisierung der latenten Steuerforderung bzw. der
Begleichung der latenten Steuerverbindlichkeit erwartet wird. Eine
künftige Änderung der Steuersätze hätte auch Auswirkungen auf die
zum aktuellen Bilanzstichtag aktivierten latenten Steuern.
Steuerabgrenzungen ergeben sich aus der Bewertung bestimmter
Positionen der Vermögenswerte und Schulden sowie steuerlichen
Verlustvorträgen und Firmenwertabschreibungen.
Latente Steuern auf die – erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten –
noch nicht realisierten Gewinne/Verluste von zur Veräußerung ver-
fügbaren finanziellen Vermögenswerten sowie auf noch nicht reali-
sierte Gewinne/Verluste aus Sicherungsinstrumenten zur Absicherung
von Zahlungsströmen werden ebenso erfolgsneutral im Eigenkapital
erfasst.
Aktive latente Steuerabgrenzungen auf Verlustvorträge sind nach IFRS
zu bilden, wenn angenommen werden kann, dass diese durch zukünf-
tige steuerliche Gewinne genutzt werden können.
Latente Steuern werden nicht erfasst für temporäre Differenzen in
Verbindung mit Anteilen an Tochterunternehmen, sofern der Konzern
in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Auflösung der temporären
Differenzen zu steuern; und es wahrscheinlich ist, dass sie sich in
absehbarer Zeit nicht auflösen werden.
f. SACHANLAGEN Die Bewertung der Sachanlagen erfolgt zu An-
schaffungs- oder Herstellungskosten. Anschaffungsnebenkosten und
Erweiterungsinvestitionen werden aktiviert, hingegen werden In-
standhaltungsaufwendungen in jener Periode aufwandswirksam
erfasst, in der sie angefallen sind.
Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Her-
stellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden
können, werden gemäß IAS 23 als Teil der Anschaffungs- oder Herstel-
lungskosten dieses Vermögenswerts aktiviert.
Die Vermögenswerte werden ab dem Zeitpunkt linear über die vo-
raussichtliche Nutzungsdauer der jeweiligen Anlagen abgeschrieben,
ab dem sie sich im betriebsbereiten Zustand befinden. Die Abschrei-
bung erfolgt pro rata temporis. Grundstücke werden nicht abge-
schrieben.
Der Bemessung der planmäßigen Abschreibung liegen konzerneinheit-
lich folgende Nutzungsdauern zugrunde:
Gebäude und Bauten 10 – 50 Jahre
Maschinen und technische Anlagen 4 – 15 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung 3 – 15 Jahre
Abschreibungsdauer und Abschreibungsmethode werden jährlich zum
Ende des Geschäftsjahres überprüft.
Erwartete Abbruch- und Entsorgungskosten am Ende der Nutzungs-
dauer werden als Teil der Anschaffungskosten aktiviert und in eine
Rückstellung eingestellt. Die Voraussetzung dafür bildet eine rechtli-
10 Konzernabschluss zum 31. März 2015
113Konzernabschluss
che oder faktische Verpflichtung gegenüber Dritten und dass eine
Schätzung zuverlässig durchgeführt werden kann.
Gemietete Sachanlagen, bei denen der Konzern im Wesentlichen alle
Risiken und Chancen innehat und die wirtschaftlich als Anlagenkäufe
mit langfristiger Finanzierung anzusehen sind, werden entsprechend
IAS 17 „Leasingverhältnisse“ (Leases) mit dem Zeitwert oder dem
niedrigeren Barwert aktiviert. Die Abschreibungen erfolgen planmäßig
über die wirtschaftliche Nutzungsdauer des Anlagegegenstands. Ist zu
Beginn des Leasingverhältnisses nicht hinreichend sichergestellt, dass
das Eigentum auf den Leasingnehmer übergehen wird, so wird der
Vermögenswert über den kürzeren der beiden Zeiträume, Laufzeit des
Leasingverhältnisses oder Nutzungsdauer, abgeschrieben. Die aus den
künftigen Leasingraten resultierenden Zahlungsverpflichtungen sind
abgezinst passiviert. Die laufenden Zahlungen der Leasingraten wer-
den in Tilgungsanteil und Finanzierungskosten aufgeteilt.
Die überlassenen Gegenstände aller anderen Leasing- und Pachtver-
träge werden als operatives Leasing behandelt und dem Vermieter
oder Verpächter zugerechnet. Die Mietzahlungen werden als Aufwand
erfasst.
Die aus der Stilllegung oder aus dem Abgang von Vermögenswerten
des Anlagevermögens resultierenden Gewinne oder Verluste, die sich
aus der Differenz zwischen Nettoveräußerungswert und Buchwert
ergeben, werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung
erfasst.
g. IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
PATENTE, MARKENRECHTE UND LIZENZEN Ausgaben für erwor-
bene Patente, Markenrechte und Lizenzen werden mit den Anschaf-
fungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten aktiviert und
linear über ihre gewöhnliche Nutzungsdauer von zwei bis zehn Jahren
abgeschrieben. Abschreibungsdauer und Abschreibungsmethode
werden jährlich zum Ende des Geschäftsjahres überprüft.
FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOSTEN Forschungskosten
werden ergebniswirksam im Jahr ihres Entstehens in den Herstel-
lungskosten erfasst. Entwicklungskosten stellen ebenfalls Perioden-
aufwand dar. Eine Aktivierung erfolgt nur dann, wenn die folgenden
Nachweise kumulativ erbracht werden können:
 Die technische Realisierbarkeit der Fertigstellung des immateriellen
Vermögenswerts ist gegeben, damit er zur Nutzung oder zum Ver-
kauf zur Verfügung stehen wird.
 Die Absicht besteht, den immateriellen Vermögenswert fertigzustel-
len sowie ihn zu nutzen oder zu verkaufen.
 Die Fähigkeit ist vorhanden, den immateriellen Vermögenswert zu
nutzen oder zu verkaufen.
 Wie der immaterielle Vermögenswert einen voraussichtlichen
künftigen Nutzen erzielen wird, ist nachweisbar.
 Die Verfügbarkeit adäquater technischer, finanzieller und sonstiger
Ressourcen, um die Entwicklung abschließen und den immateriellen
Vermögenswert nutzen oder verkaufen zu können, ist gegeben.
 Es besteht die Fähigkeit zur verlässlichen Bestimmung der im Rah-
men der Entwicklung des immateriellen Vermögenswerts zure-
chenbaren Aufwendungen.
h. ABSCHREIBUNGEN FÜR WERTVERLUSTE UND ZU-
SCHREIBUNGEN AUF SACHANLAGEN, IMMATERIELLES
ANLAGEVERMÖGEN UND ZUR VERÄUSSERUNG GEHAL-
TENE LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE Die Werthaltigkeit
der Sachanlagen und der immateriellen Vermögenswerte wird regel-
mäßig daraufhin überprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung
vorliegen. Falls Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen,
erfolgt eine sofortige Überprüfung. Für Sachanlagen im Bau und im-
materielle Vermögenswerte in Entwicklung wird jährlich untersucht,
ob eine Wertminderung vorliegt. Liegt der erzielbare Betrag des jewei-
ligen Anlagegegenstands unter dem Buchwert, erfolgt eine Abschrei-
bung für Wertverluste (Impairment) in Höhe des Unterschiedsbetrags.
Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts ist der höhere der bei-
den Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskos-
ten und Nutzungswert. Der Nutzungswert ist der Barwert der ge-
schätzten künftigen Cashflows, die aus der fortgesetzten Nutzung
eines Vermögenswerts und seinem Abgang am Ende seiner Nutzungs-
dauer erwartet werden. Die angewandten Abzinsungssätze entspre-
chen den marktüblichen und an die spezifischen Risiken angepassten
gewogenen Kapitalkosten auf Basis extern verfügbarer Kapitalmarkt-
daten.
Es wird jährlich untersucht, ob eine Wertminderung (Impairment) des
Geschäfts- oder Firmenwerts vorliegt. Falls unterjährig Ereignisse oder
veränderte Umstände darauf hinweisen, dass eine Wertminderung
stattgefunden haben könnte, erfolgt eine sofortige Überprüfung. Der
Geschäfts- oder Firmenwert wird zum Zweck des Werthaltigkeitstests
auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten (Cash Generating Units)
zugeordnet.
Langfristige Vermögenswerte werden als zur Veräußerung gehalten
klassifiziert und zum niedrigeren Wert aus Buchwert oder beizulegen-
dem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet, wenn ihr
Buchwert im Wesentlichen durch einen Verkauf und nicht durch die
weitere betriebliche Nutzung erlöst werden wird.
Fällt die Ursache für eine in der Vergangenheit erfolgte Abschreibung
für Wertverluste weg, wird, mit Ausnahme des Geschäfts- oder Fir-
menwerts, eine Zuschreibung für Wertaufholung auf die fortgeführten
Anschaffungs- und Herstellungskosten vorgenommen.
i. VORRÄTE Vorräte werden mit den Anschaffungs- oder Herstel-
lungskosten oder mit dem niedrigeren Nettoveräußerungswert be-
wertet. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im regulären
Geschäftsverlauf erzielbare Verkaufserlös, abzüglich der notwendigen
Konzernabschluss zum 31. März 2015 11
114 ATS Geschäftsbericht 2014/15
variablen Veräußerungskosten. Anschaffungskosten werden durch die
FIFO-Methode (First-in, First-out) ermittelt. Bei der Ermittlung der
Herstellungskosten für unfertige und fertige Erzeugnisse werden
Fertigungsmaterial, Fertigungslöhne und andere direkt zurechenbare
Kosten sowie angemessene Teile der Fertigungsgemeinkosten einbe-
zogen. Zinsen werden nicht angesetzt.
j. FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
UND SONSTIGE FORDERUNGEN Die Forderungen werden zum
Nennwert, abzüglich Wertberichtigungen für mögliche Ausfälle, bilan-
ziert. Fremdwährungsforderungen werden zum Devisenmittelkurs am
Bilanzstichtag bewertet. Die Risikovorsorgen decken alle erkennbaren
Bonitäts- und Länderrisiken ab.
k. FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE Ansatz und Ausbuchung
von finanziellen Vermögenswerten erfolgen nach dem Erfüllungsda-
tum. Die in der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeitwerte werden in
der Regel mit dem Marktpreis bestimmt. Der Erstansatz erfolgt zuzüg-
lich der Transaktionskosten – außer bei den erfolgswirksam zum bei-
zulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten.
Finanzielle Vermögenswerte werden in nachfolgend erläuterte Kate-
gorien unterteilt. Die Klassifizierung hängt von dem jeweiligen Zweck
der finanziellen Vermögenswerte ab und wird jährlich überprüft.
ERFOLGSWIRKSAM ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT BEWER-
TETE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE Finanzinstrumente, die
hauptsächlich mit der Absicht erworben wurden, einen Gewinn aus
kurzfristigen Schwankungen des Preises oder der Händlermarge zu
erzielen, sind als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewer-
tete finanzielle Vermögenswerte klassifiziert. Die Bewertung erfolgt
zum Zugangszeitpunkt zu Zeitwerten exklusive Transaktionskosten, in
späteren Perioden zum jeweils aktuellen Marktwert. Realisierte und
nicht realisierte Gewinne und Verluste werden in der Gewinn- und
Verlustrechnung im Finanzergebnis erfasst. Dies betrifft im Wesentli-
chen zu Handelszwecken gehaltene Wertpapiere. Derivative Finanzin-
strumente gehören ebenfalls dieser Kategorie an, sofern nicht das
„Hedge Accounting“ zur Anwendung gelangt (siehe l. Derivative Finanz-
instrumente).
BIS ZUR ENDFÄLLIGKEIT GEHALTENE WERTPAPIERE Die bis zur
Endfälligkeit gehaltenen Wertpapiere werden zu fortgeführten An-
schaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bilan-
ziert. Erforderliche Wertminderungen werden erfolgswirksam vorge-
nommen.
AUSLEIHUNGEN UND FORDERUNGEN Ausleihungen und Forde-
rungen sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit fixen
bzw. bestimmbaren Zahlungen, die nicht an einem aktiven Markt
notiert sind. In der Bilanz werden diesbezügliche Vermögenswerte
unter der Position „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und
sonstige Forderungen“ ausgewiesen.
ZUR VERÄUSSERUNG VERFÜGBARE FINANZIELLE VERMÖ-
GENSWERTE Die zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermö-
genswerte betreffen jederzeit verkaufbare Wertpapiere (Securities
Available-for-Sale). Es handelt sich dabei um Wertpapiere, die nach
Meinung des Managements als Reaktion auf einen erwarteten Liquidi-
tätsbedarf/s oder aufgrund erwarteter Änderungen von Zinssätzen,
Wechselkursen oder Aktienkursen verkauft werden können. Die Ein-
teilung in lang- und kurzfristige Aktiva erfolgt dabei in Übereinstim-
mung mit der voraussichtlichen Behaltedauer.
Die Bewertung erfolgt zum Zugangszeitpunkt zu Anschaffungskosten
zuzüglich Transaktionskosten, in späteren Perioden zum jeweils beizu-
legenden Zeitwert. Nicht realisierte Gewinne oder Verluste werden
abzüglich entsprechender Ertragsteuern erfolgsneutral im sonstigen
Ergebnis erfasst, bis diese Wertpapiere verkauft oder als wertgemin-
dert eingestuft werden.
Zins- und Dividendenerträge aus jederzeit verkaufbaren Wertpapieren
werden in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis er-
fasst.
Bei der Veräußerung von jederzeit verkaufbaren Wertpapieren wird
der kumulierte und bis dahin im Eigenkapital erfasste nicht realisierte
Gewinn oder Verlust in der Gewinn- und Verlustrechnung der Be-
richtsperiode im Finanzergebnis erfasst.
Sobald ein jederzeit verkaufbares Wertpapier als wertgemindert
eingestuft wird, wird der bis dahin im Eigenkapital erfasste, kumulierte
nicht realisierte Verlust in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finan-
zergebnis ausgewiesen. Eine Wertminderung ist dann gegeben, wenn
Hinweise darauf bestehen, dass der erzielbare Betrag unter den
Buchwert gesunken ist. Dies ist insbesondere dann gegeben, wenn der
Rückgang des Marktpreises ein solches Ausmaß annimmt, dass eine
Wertaufholung auf den Anschaffungswert innerhalb eines vorherseh-
baren Zeitraums vernünftigerweise nicht erwartet werden kann. Eine
Werthaltigkeitsprüfung erfolgt zu jedem Bilanzstichtag.
Weiters werden unter den zur Veräußerung verfügbaren finanziellen
Vermögenswerten jene finanziellen Vermögenswerte ausgewiesen,
die keiner der anderen dargestellten Kategorien zugeordnet wurden.
Wenn sich für nicht börsennotierte Eigenkapitalinstrumente der bei-
zulegende Zeitwert nicht hinreichend verlässlich bestimmen lässt,
werden diese finanziellen Vermögenswerte mit den Anschaffungskos-
ten bewertet. Gegebenenfalls erforderliche Wertminderungen wer-
den erfolgswirksam vorgenommen, wobei diesbezügliche Wertminde-
rungen nicht rückgängig gemacht werden.
l. DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE Der Konzern schließt
nach Möglichkeit derivative Finanzgeschäfte ab, um sich gegen Wäh-
rungsschwankungen bei Transaktionen in Fremdwährung – in erster
Linie in US-Dollar – abzusichern. Diese Instrumente betreffen haupt-
sächlich Devisentermingeschäfte, Währungsoptionen sowie Wäh-
12 Konzernabschluss zum 31. März 2015
115Konzernabschluss
rungsswaps. Sie werden abgeschlossen, um den Konzern gegen
Wechselkursschwankungen – durch Fixierung von zukünftigen Wech-
selkursen für Fremdwährungsaktiva und -passiva – zu schützen.
Der Konzern schließt weiters Zinsswaps ab, um sich gegen Zinssatz-
schwankungen abzusichern.
Der Konzern setzt keine Finanzinstrumente für spekulative Zwecke
ein.
Die erstmalige Erfassung bei Vertragsabschluss und die Folgebewer-
tung von derivativen Finanzinstrumenten erfolgen mit deren Markt-
werten. Das „Hedge Accounting“ gemäß IAS 39 „Finanzinstrumente:
Ansatz und Bewertung“ (Financial Instruments: Recognition and Mea-
surement), wonach Veränderungen der Marktwerte von Sicherungsin-
strumenten erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst werden, kommt
dann zur Anwendung, wenn eine wirksame Sicherungsbeziehung
gemäß IAS 39 für Sicherungsinstrumente aus der Absicherung von
Zahlungsströmen vorliegt. Zu Beginn der Sicherungsbeziehung und
fortlaufend findet eine Dokumentation der Einschätzung statt, ob die
in der Sicherungsbeziehung eingesetzten Derivate die Änderungen der
Zahlungsströme des Grundgeschäftes hocheffektiv kompensieren.
Sofern kein erfolgsneutrales „Hedge Accounting“ anzuwenden ist,
werden unrealisierte Gewinne und Verluste aus derivativen Finanzin-
strumenten erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung im
Finanzergebnis erfasst.
m. ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVA-
LENTE Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen
Kassenbestände, Termingelder, täglich fällige Bankguthaben sowie
kurzfristige, hochliquide Veranlagungen mit einer Gesamtlaufzeit von
bis zu drei Monaten (Commercial Papers und Geldmarktfonds).
n. NICHT BEHERRSCHENDE ANTEILE Die nicht beherrschenden
Anteile betreffen 1,24 % des Eigenkapitals an der ATS Korea.
Das Konzernjahresergebnis und das sonstige Ergebnis werden den
Eigentümern des Mutterunternehmens und den nicht beherrschen-
den Anteilen zugeordnet. Die Zuordnung zu den nicht beherrschenden
Anteilen erfolgt selbst dann, wenn dies dazu führt, dass die nicht
beherrschenden Anteile einen Negativsaldo aufweisen.
o. RÜCKSTELLUNGEN Rückstellungen werden bilanziert, wenn der
Konzern eine rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber Drit-
ten hat, die auf vorangegangenen Ereignissen beruht, es wahrschein-
lich ist, dass dies zu einem Ressourcenabfluss führt, und dieser Betrag
verlässlich geschätzt werden kann. Die Rückstellungen werden zu
jedem Bilanzstichtag überprüft und ihre Höhe der jeweiligen Neuein-
schätzung angepasst.
Langfristige Rückstellungen werden, sofern der aus der Diskontierung
resultierende Zinseffekt wesentlich ist, mit ihrem auf den Bilanzstich-
tag abgezinsten Erfüllungsbetrag bilanziert.
p. RÜCKSTELLUNGEN FÜR PERSONALAUFWAND
RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN Im Konzern bestehen für die
betriebliche Altersvorsorge verschiedene beitrags- und leistungsorien-
tierte Versorgungssysteme.
Bei beitragsorientierten Pensionszusagen (Defined Contribution)
werden die Zusagen durch fixierte Beträge an zweckgebundene Ver-
sorgungseinrichtungen geleistet. Diese Beiträge werden im Personal-
aufwand ausgewiesen. Eine Rückstellung ist nicht zu bilden, da über
die festgelegten Beträge hinaus keine weiteren Verpflichtungen be-
stehen.
Für einzelne Vorstandsmitglieder und bestimmte leitende Angestellte
bestehen leistungsorientierte Pensionszusagen (Defined Benefit), die
zu jedem Bilanzstichtag durch qualifizierte und unabhängige Versiche-
rungsmathematiker bewertet werden. Die Verpflichtung des Konzerns
besteht darin, die zugesagten Leistungen an aktive und ausgeschiede-
ne Vorstände und leitende Angestellte sowie deren Angehörige zu
erfüllen. Die nach der Methode des Anwartschaftsansammlungsver-
fahrens (Projected Unit Credit Method) ermittelte Pensionsverpflich-
tung wird bei einem fondsfinanzierten Versorgungssystem in Höhe
des Vermögens des Fonds gekürzt. Der Barwert der Anwartschaft wird
aufgrund der geleisteten Dienstjahre, der erwarteten Gehaltsentwick-
lung und der Rentenanpassungen berechnet.
Soweit das Fondsvermögen die Verpflichtung nicht deckt, wird die
Nettoverpflichtung unter den Pensionsrückstellungen passiviert.
Übersteigt das Fondsvermögen die Pensionsverpflichtung, wird der
übersteigende Wert unter den übergedeckten Pensionsansprüchen
aktiviert.
Der im jeweiligen Geschäftsjahr erfasste Personalaufwand basiert auf
Erwartungswerten und beinhaltet den Dienstzeitaufwand. Der Netto-
zinsaufwand auf die Nettoschuld wird im Finanzergebnis ausgewiesen.
Neubewertungen der Nettoschuld werden im sonstigen Ergebnis
erfasst. Neubewertungen umfassen die Gewinne und Verluste aus der
Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer
nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses.
RÜCKSTELLUNGEN FÜR ABFERTIGUNGEN Abfertigungen sind
aufgrund arbeitsrechtlicher Bestimmungen im Wesentlichen bei Kün-
digungen durch den Dienstgeber sowie bei Pensionsantritt zu bezah-
len. Die Bewertung der Verpflichtungen erfolgt zu jedem Bilanzstich-
tag durch qualifizierte und unabhängige Versicherungsmathematiker.
Für bis einschließlich 2002 eingetretene Mitarbeiter der österreichi-
schen Gesellschaften bestehen direkte Verpflichtungen, welche den
Konzernabschluss zum 31. März 2015 13
116 ATS Geschäftsbericht 2014/15
wesentlichen Teil der Abfertigungsverpflichtungen des Konzerns
darstellen. Diese Verpflichtungen werden, unter Anwendung des IAS
19, nach dem oben beschriebenen Anwartschaftsansammlungsverfah-
ren bewertet und stellen ungedeckte Abfertigungsansprüche dar. Für
seit dem 1. Januar 2003 eingetretene Mitarbeiter wird der Abferti-
gungsanspruch durch laufende Beiträge in eine Mitarbeitervorsorge-
kasse (MVK) abgegolten. Diese laufenden Beiträge werden im Perso-
nalaufwand ausgewiesen. Eine darüber hinausgehende Verpflichtung
des Unternehmens besteht nicht.
Für Mitarbeiter der Gesellschaft in Indien sind die Abfertigungsan-
sprüche durch Lebensversicherungen gedeckt. Weiters bestehen bei
den Mitarbeitern in Südkorea und China Abfertigungsansprüche.
Diese Verpflichtungen werden, unter Anwendung des IAS 19, nach
dem oben beschriebenen Anwartschaftsansammlungsverfahren be-
wertet und stellen ungedeckte Abfertigungsansprüche dar.
RÜCKSTELLUNGEN FÜR SONSTIGE DIENSTNEHMERANSPRÜCHE
Die Personalrückstellungen für sonstige Dienstnehmeransprüche
beinhalten Rückstellungen für Jubiläumsgelder und betreffen die
Mitarbeiter in Österreich und China.
Jubiläumsgelder sind kollektivvertraglich festgelegte, einmalige, vom
Entgelt und der Betriebszugehörigkeit abhängige Sonderzahlungen.
Eine bestimmte Anzahl von ununterbrochenen Dienstjahren ist Vo-
raussetzung. Die Bewertung erfolgt nach dem Anwartschaftsansamm-
lungsverfahren unter Zugrundelegung derselben Parameter wie bei
den Abfertigungen.
Der im jeweiligen Geschäftsjahr erfasste Personalaufwand beinhaltet
die erworbenen Ansprüche und die versicherungstechnischen Ergeb-
nisse. Die Zinskomponente wird im Finanzergebnis ausgewiesen. Zu
jedem Bilanzstichtag erfolgt durch qualifizierte und unabhängige
Versicherungsmathematiker die Bewertung der Verpflichtung.
q. AKTIENOPTIONEN Der Konzern hat aktienbasierte Vergütungs-
pläne, mit wahlweisem Barausgleich oder Ausgleich durch eigene
Anteile aufgelegt. Das diesbezügliche Erfüllungswahlrecht liegt bei den
teilnahmeberechtigten Mitarbeitern. Diese aktienorientierten Mitar-
beitervergütungen (Stock-Option-Pläne) werden gemäß IFRS 2 „An-
teilsbasierte Vergütung“ (Share-based Payment) bilanziert.
Die anteilsbasierten Vergütungen sind in der Weise strukturiert, dass
die beiden Erfüllungsalternativen den gleichen beizulegenden Zeit-
wert haben. Der beizulegende Zeitwert der von den Mitarbeitern als
Gegenleistung für die Gewährung der Aktienoptionen erbrachten
Arbeitsleistung wird als Aufwand erfasst. Die Verbindlichkeiten aus
den aktienorientierten Mitarbeitervergütungen werden bei der erst-
maligen Erfassung und zu jedem Berichtsstichtag bis zur Begleichung
mit dem beizulegenden Zeitwert unter Anwendung eines Options-
preismodells angesetzt und erfolgswirksam erfasst. Es wird auf Erläu-
terung 15 „Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und
sonstige Verbindlichkeiten“ verwiesen.
r. AKTIENKURS-WERTSTEIGERUNGSRECHTE Der Konzern hat ein
langfristiges Vergütungsmodell (Long-Term-Incentive-Programm) auf
Basis von Stock Appreciation Rights (SAR) aufgelegt. Stock Appreciati-
on Rights sind Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte auf der Grundlage
der Aktienkursentwicklung. Diese Rechte werden gemäß IFRS 2 „An-
teilsbasierte Vergütung“ (Share-based Payment) bilanziert.
Der beizulegende Zeitwert der von den Mitarbeitern als Gegenleistung
für die Gewährung von SAR erbrachten Arbeitsleistung wird als Auf-
wand erfasst. Die Verbindlichkeiten aus SAR werden bei der erstmali-
gen Erfassung und zu jedem Berichtsstichtag bis zur Begleichung mit
dem beizulegenden Zeitwert unter Anwendung eines Optionspreis-
modells angesetzt und erfolgswirksam erfasst. Es wird auf Erläuterung
15 „Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige
Verbindlichkeiten“ verwiesen.
s. VERBINDLICHKEITEN Verbindlichkeiten werden bei ihrem
erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Transakti-
onskosten angesetzt und in Folgeperioden zu fortgeführten Anschaf-
fungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet.
Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Devisenmittelkurs
des Bilanzstichtags bewertet.
t. ÖFFENTLICHE ZUWENDUNGEN Zuwendungen der öffentli-
chen Hand werden zu ihrem beizulegenden Zeitwert erfasst, wenn mit
großer Sicherheit davon auszugehen ist, dass sie tatsächlich erfolgen
werden und der Konzern die definierten Bedingungen dafür erfüllt.
Öffentliche Zuwendungen für Aufwendungen werden über den Zeit-
raum erfasst, in dem die entsprechenden Aufwendungen, für deren
Kompensation sie gewährt werden, anfallen. Öffentliche Zuwendun-
gen für Investitionen werden als Abgrenzungsposten innerhalb der
Verbindlichkeiten ausgewiesen. Sie werden auf linearer Basis über die
erwartete Nutzungsdauer der betreffenden Vermögenswerte erfolgs-
wirksam aufgelöst. Die erfolgswirksame Erfassung der öffentlichen
Zuwendungen für Aufwendungen und Investitionen wird im sonstigen
betrieblichen Ergebnis ausgewiesen.
u. EVENTUALSCHULDEN, -FORDERUNGEN UND SONSTIGE
FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN Eventualschulden werden in
der Bilanz nicht berücksichtigt, aber im Anhang unter Punkt 21 erläu-
tert. Sie werden dann nicht offengelegt, wenn der Abfluss von Res-
sourcen mit wirtschaftlichem Nutzen unwahrscheinlich ist.
Eine Eventualforderung wird im Konzernabschluss nicht berücksich-
tigt, aber offengelegt, wenn der Zufluss eines wirtschaftlichen Nutzens
wahrscheinlich ist.
14 Konzernabschluss zum 31. März 2015
117Konzernabschluss
v. ERSTMALS ANGEWENDETE RECHNUNGSLEGUNGS-
VORSCHRIFTEN Folgende neue bzw. geänderte Standards und
Interpretationen wurden im Geschäftsjahr erstmalig angewendet und
beziehen sich auf die von der EU verabschiedeten IFRS.
IAS 32: Die Änderung an IAS 32 „Finanzinstrumente Darstellung“ stellt
klar, dass zur Vornahme von Saldierungen von finanziellen Vermö-
genswerten und finanziellen Schulden ein unbedingter, rechtlicher
Aufrechnungsanspruch nicht vom Eintreten einer künftigen Bedingung
abhängig sein darf und auch bei Insolvenz einer der beteiligten Partei-
en vorliegen muss. Zusätzlich werden beispielhaft Kriterien aufgeführt,
unter denen eine Bruttoerfüllung von finanziellem Vermögenswert
und finanzieller Verbindlichkeit dennoch zu einer Saldierung führt. Der
Konzern führt zurzeit keine Saldierungen durch; daher sind keine
abweichenden Darstellungen vorzunehmen.
IAS 36: Die Änderung an IAS 36 „Wertminderung von Vermögenswer-
ten“ bezieht sich auf Angaben zum erzielbaren Betrag nicht-
finanzieller Vermögenswerte. Sie hebt einige durch die Veröffentli-
chung von IFRS 13 in IAS 36 aufgenommene Angabevorschriften zum
erzielbaren Betrag zahlungsmittelgenerierender Einheiten, denen ein
wesentlicher Goodwill oder bedeutende immaterielle Vermögenswer-
te mit unbegrenzter Nutzungsdauer zugeordnet wurden, auf. Es erge-
ben sich dadurch keine Auswirkungen auf die Angaben des Konzerns.
IAS 39: Die Änderung an IAS 39 „Finanzinstrumente: Ansatz und Be-
wertung“ zur Novation von Derivaten und Fortsetzung der Bilanzie-
rung von Sicherungsgeschäften reagiert auf neue rechtliche bzw.
regulatorische Anforderungen im Hinblick auf außerbörsliche Derivate
und die Umstellung auf zentrale Gegenparteien. Unter den bisherigen
Regelungen des IAS 39 hätte das Umstellen von Derivaten auf zentrale
Gegenparteien zu einer zwingenden Beendigung des Hedge Ac-
counting geführt, was nunmehr – sofern die Novation eines Siche-
rungsinstruments mit einer zentralen Gegenpartei bestimmte Krite-
rien erfüllt – nicht der Fall ist. Es ergeben sich dadurch keine Auswir-
kungen auf den Ansatz und die Bewertung im Konzern.
IFRS 10, IAS 27: IFRS 10 „Konzernabschlüsse“ baut auf bestehenden
Grundsätzen auf. Im Mittelpunkt von IFRS 10 steht die Einführung
eines einheitlichen Konsolidierungsmodells für sämtliche Unterneh-
men, welches auf die Beherrschung des Tochterunternehmens durch
das Mutterunternehmen abstellt. Darüber hinaus enthält der Stan-
dard zusätzliche Leitfäden, die bei der Bestimmung, ob eine Beherr-
schung vorliegt, unterstützen – insbesondere bei schwierigen Fällen.
Der Standard war mit 1. Januar 2014 verpflichtend anzuwenden. Der
Konzern hat indes den Standard frühzeitig mit Wirkung vom
1. April 2013 angewandt. Infolge des neuen IFRS 10 wurde IAS 27
„Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunterneh-
men“ angepasst. Durch die Einführung von IFRS 10 „Konzernabschlüs-
se“ ergaben sich keine Änderungen im Konsolidierungskreis des Kon-
zerns.
IFRS 12: IFRS 12 „Angaben zu Anteilen an Unternehmen“ führt die
überarbeiteten Angabepflichten zu IAS 27 bzw. IFRS 10, IAS 31 bzw.
IFRS 11 und IAS 28 in einem Standard zusammen und erweitert die
Angaben zu Tochterunternehmen an denen wesentliche Anteile von
Minderheitsgesellschaftern bestehen. Die Einführung von IFRS 12,
welcher in der ATS Gruppe frühzeitig im Abschluss 2013/14 ange-
wandt wurde, führte zu keinen Änderungen in den Anhangsangaben
des Konzernabschlusses der ATS Gruppe, da die Minderheitenanteile
am Eigenkapital des Konzerns nicht als wesentlich einzustufen sind.
w. KÜNFTIGE ÄNDERUNGEN DER RECHNUNGSLEGUNGS-
VORSCHRIFTEN Das IASB und das IFRIC haben weitere Standards
und Interpretationen verabschiedet, die im Geschäftsjahr 2014/15
noch nicht verpflichtend anzuwenden sind.
Diese wurden bisher teilweise durch die Europäische Union über-
nommen. Die folgenden Standards und Interpretationen wurden bis
zum Erstellungszeitpunkt des Konzernabschlusses bereits veröffent-
licht und sind noch nicht verpflichtend anzuwenden; sie werden im
vorliegenden Konzernabschluss nicht frühzeitig angewendet:
Konzernabschluss zum 31. März 2015 15
118 ATS Geschäftsbericht 2014/15
Standard/Interpretation
(Inhalt der Regelung) Anwendung 1)
EU 2)
Erwartete Auswirkungen
auf den Konzernabschluss
IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer (Klärung von Vorschriften zu Beiträgen
von Arbeitnehmern an einen leistungsorientierten Versorgungsplan)
01.07.2014 Ja Keine
Jährliche Verbesserungen an den IFRS – Zyklus 2010-2012 01.07.2014 Ja Keine
Jährliche Verbesserungen an den IFRS – Zyklus 2011-2013 01.07.2014 Ja Keine
IFRIC 21 Abgaben (Regelung des Ansatzzeitpunktes von Rückstellungen für
Abgaben)
01.01.2014 Ja 3)
Keine
IFRS 14 Regulatorische Abgrenzungsposten (Regelung zur Bilanzierung
regulatorischer Abgrenzungsposten für IFRS-Erstanwender)
01.01.2016 Nein Keine
IFRS 11 Erwerb von Anteilen an einer gemeinsamen Geschäftstätigkeit
(Änderungen an IFRS 11)
01.01.2016 Nein Keine
IAS 16,
IAS 38
Sachanlagen/Immaterielle Vermögenswerte: Klarstellung akzeptabler
Abschreibungsmethoden
01.01.2016 Nein Keine
IAS 16,
IAS 41
Sachanlagen/Landwirtschaft: Fruchttragende Pflanzen 01.01.2016 Nein Keine
IAS 27 Equity-Methode im separaten Abschluss 01.01.2016 Nein Keine
Jährliche Verbesserungen an den IFRS – Zyklus 2012-2014 01.01.2016 Nein Keine
IAS 1 Angabeninitiative (Änderungen an IAS 1) 01.01.2016 Nein Keine
IFRS 10,
IFRS 12,
IAS 28
Investmentgesellschaften: Anwendung der Konsolidierungsausnahme 01.01.2016 Nein Keine
IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden 01.01.2017 Nein Keine
IFRS 9 Finanzinstrumente (Neuregelung der Einstufung und Bewertung von
Finanzinstrumenten, zu Hedge Accounting und Wertminderungen)
01.01.2018 Nein Die Erfassung der Zeitwertänderungen von Finanzin-
strumenten, die der Konzern zurzeit „als zur Veräuße-
rung verfügbar“ einstuft, wird künftig (teilweise) im
Gewinn oder Verlust erfasst.
1)
Im Abschluss des Konzerns werden die neuen Regelungen voraussichtlich in dem Geschäftsjahr, das nach dem Anwendungsdatum beginnt, erstmals angewendet.
2)
Status der Übernahme durch die EU
3)
Abweichendes Inkrafttreten in der EU: 17.06.2014
KRITISCHE SCHÄTZUNGEN UND ANNAHMEN BEIC.
DER BILANZIERUNG UND BEWERTUNG Der Konzern trifft
Schätzungen und Annahmen zur Festlegung des Werts der angegebe-
nen Aktiva, Passiva, Umsatzerlöse und Aufwendungen sowie sonstiger
finanzieller Verpflichtungen und Eventualforderungen und -schulden.
Sämtliche Schätzungen und Beurteilungen werden fortlaufend neu
bewertet und basieren auf historischen Erfahrungen und weiteren
Faktoren, einschließlich Erwartungen hinsichtlich zukünftiger Ereignis-
se, die unter den gegebenen Umständen vernünftig erscheinen. Die
tatsächlichen Ergebnisse können in Zukunft von diesen Schätzungen
abweichen. Die Geschäftsleitung geht davon aus, dass die Annahmen
angemessen sind.
ENTWICKLUNGSKOSTEN Die aktivierten Entwicklungskosten betref-
fen im Wesentlichen die am neuen Standort Chongqing, China, statt-
findende Entwicklung einer Technologie zur Fertigung von Substraten
für Siliziumhalbleiterchips. Diese Entwicklungskosten werden aktiviert,
da die in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden dargestellten
Kriterien zur Aktivierung zum 1. März 2014 vollständig erfüllt waren.
Für Zwecke der Ermittlung der Werthaltigkeit der aktivierten Entwick-
lungskosten trifft die Geschäftsleitung Annahmen über die Höhe der
erwarteten künftigen Zahlungsströme aus dem Projekt, den anzuwen-
denden Abzinsungssatz, die Wachstumsrate und den Zeitraum des
Zuflusses des erwarteten zukünftigen Nutzens.
Eine Erhöhung der wesentlichen Annahmen hätte folgende Auswir-
kungen auf den Wertminderungstest zum 31. März 2015:
Vorsteuer-
Diskontierungszins Wachstumsrate
+ 5,00 % + 5,00 %
Aktivierte Entwicklungskosten
kein Wertminderungs-
bedarf
kein Wertminderungs-
bedarf
16 Konzernabschluss zum 31. März 2015
119Konzernabschluss
Eine Reduktion derselben Annahmen hätte folgende Auswirkungen
auf den Wertminderungstest zum 31. März 2015:
Vorsteuer-
Diskontierungszins Wachstumsrate
- 5,00 % - 5,00 %
Aktivierte Entwicklungskosten
kein Wertminde-
rungs-
bedarf
kein Wertminde-
rungs-
bedarf
ERMITTLUNG DER ANWARTSCHAFTSBARWERTE FÜR PERSO-
NALVERPFLICHTUNGEN Der Barwert der langfristigen Personalver-
pflichtungen hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, die auf versi-
cherungsmathematischen Annahmen beruhen (siehe I.B.p. „Rückstel-
lungen für Personalaufwand“).
Diese versicherungsmathematischen Annahmen zur Berechnung des
Pensionsaufwands und der erwarteten leistungsorientierten Ansprü-
che wurden einem Stresstest mit folgenden Parametern unterzogen:
Eine Erhöhung des Zinssatzes, der erwarteten Gehaltssteigerung
beziehungsweise der künftigen Pensionserhöhung für die österreichi-
schen Gesellschaften um in der Tabelle angegebene Prozentpunkte
hätte folgende Auswirkungen auf den Anwartschaftsbarwert der
Pensions- und Abfertigungsansprüche zum 31. März 2015:
Zinssatz
Gehalts-
steigerung
Pensions-
steigerung
in Tsd. € + 0,50 % + 0,25 % + 0,25 %
Pensionsverpflichtung (1.375) 154 624
Abfertigungsverpflichtung (1.248) 633 –
Eine Reduktion derselben Parameter für die österreichischen Gesell-
schaften hätte folgende Auswirkungen auf den Anwartschaftsbarwert
der Pensions- und Abfertigungsansprüche zum 31. März 2015:
Zinssatz
Gehalts-
steigerung
Pensions-
steigerung
in Tsd. € - 0,50 % - 0,25 % - 0,25 %
Pensionsverpflichtung 1.560 (150) (594)
Abfertigungsverpflichtung 1.366 (609) –
Es wird auf Erläuterung 17 „Rückstellungen für Personalaufwand“
verwiesen.
BEWERTUNG DER LATENTEN STEUERN UND LAUFENDEN ER-
TRAGSTEUERSCHULDEN Die Berechnung der latenten Steuern
erfolgt unter Anwendung der Steuersätze (und Steuervorschriften),
die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verab-
schiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der
latenten Steuerforderung bzw. der Begleichung der latenten Steuer-
verbindlichkeit erwartet wird. Eine künftige Änderung der Steuersätze
hätte auch Auswirkungen auf die zum aktuellen Bilanzstichtag aktivier-
ten latenten Steuern.
Für ertragsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 164,2 Mio. € im
Konzern wurden keine aktiven latenten Steuern in Höhe von
42,1 Mio. € gebildet. Der Großteil dieser nicht aktivierten steuerlichen
Verlustvorträge ist unbegrenzt vortragsfähig. Falls in weiterer Folge
von einer Realisierbarkeit ausgegangen werden sollte, wären diese
aktiven Steuerlatenzen anzusetzen und entsprechende Steuererträge
auszuweisen. Es wird auf Erläuterung 7 „Ertragsteuern“ verwiesen.
Weiters können Abweichungen hinsichtlich der Interpretation von
Steuervorschriften seitens der Finanzverwaltungen zu einer Änderung
von Ertragsteuerschulden führen.
SONSTIGE SCHÄTZUNGEN UND ANNAHMEN Weiters erfolgen
Schätzungen, sofern nötig, die Wertminderungen (Impairment) des
Anlagevermögens und Rückstellungen, die Bewertung von derivativen
Finanzinstrumenten, Forderungswertberichtigungen und Vorratsbe-
wertungen betreffen. Es wird insbesondere auf Erläuterung 4 „Sonsti-
ges betriebliches Ergebnis“, Erläuterung 8 „Sachanlagen“, Erläuterung
9 „Immaterielle Vermögenswerte“ und Erläuterung 18 „Sonstige
Rückstellungen“ verwiesen.
Konzernabschluss zum 31. März 2015 17
120 ATS Geschäftsbericht 2014/15
Die nachfolgenden Segmentinformationen werden gemäß dem Konzept des Management Approach, wie er in der internen Berichterstattung
des Konzerns abgebildet ist, erstellt (siehe Punkt I.B.b. „Geschäftssegmentinformationen“).
Aufgrund des Einstiegs in das für die ATS neue Geschäft mit IC-Substraten und der Zuordnung dieses Geschäftsfeldes in die Business Unit
Mobile Devices wurde diese Business Unit in Mobile Devices  Substrates umbenannt. Sowohl für den Bereich Mobile Applications als auch
Substrates gibt es nun eine entsprechende Organisationsstruktur, wogegen das Managementreporting weiterhin einheitlich unter dem Segment
Mobile Devices  Substrates erfolgt.
Als berichtspflichtige primäre Segmente sind die Business Units Mobile Devices  Substrates, Industrial  Automotive und Sonstige definiert. Im
Segment Sonstige befindet sich die im Aufbau befindliche Business Unit Advanced Packaging. Da Advanced Packaging weder die quantitativen
Schwellenwerte erreicht, noch die mit dieser Business Unit verbundenen Chancen und Risiken wesentlich für den Gesamtkonzern sind, wird es in
der Segmentberichterstattung nicht als eigenes Segment angeführt. Weiters beinhaltet das Segment Sonstige die allgemeinen Holdingaktivitäten
sowie die Finanzierungsaktivitäten des Konzerns. Die zentrale operative Ergebnissteuerungsgröße ist das Betriebsergebnis vor Abschreibungen.
Die jeweilige Überleitung zu den Konzernwerten beinhaltet weiters die entsprechende Konsolidierung.
Übertragungen und Transaktionen zwischen den Segmenten erfolgen zu marktüblichen Bedingungen, wie sie gegenüber Dritten zur Anwendung
kämen. Für die Segmentberichterstattung werden die allgemein für den Konzernabschluss geltenden Bewertungsgrundlagen, wie unter Punkt
I.B. „Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze“ ausgeführt, angewendet.
GESCHÄFTSJAHR 2014/15
in Tsd. €
Mobile Devices 
Substrates
Industrial 
Automotive Sonstige
Eliminierung/
Konsolidierung Konzern
Segmentumsatzerlöse 455.192 301.790 10.913 (100.885) 667.010
Intersegmentäre Umsatzerlöse (73.115) (18.898) (8.872) 100.885 –
Umsatzerlöse mit externen Kunden 382.077 282.892 2.041 – 667.010
Betriebsergebnis vor Abschreibungen 127.501 34.780 5.211 79 167.571
Abschreibungen (67.368) (8.874) (1.243) – (77.485)
Betriebsergebnis 60.133 25.906 3.968 79 90.086
Finanzergebnis (5.103)
Ergebnis vor Steuern 84.983
Ertragsteuern (15.634)
Konzernjahresergebnis 69.349
Sachanlagen und
immaterielle Vermögenswerte 567.909 70.036 10.930 – 648.875
Zugänge zu Sachanlagen und
immateriellen Vermögenswerten 126.825 25.515 2.135 – 154.475
II. Segmentberichterstattung
18 Konzernabschluss zum 31. März 2015
121Konzernabschluss
GESCHÄFTSJAHR 2013/14
in Tsd. €
Mobile Devices 
Substrates
Industrial 
Automotive Sonstige
Eliminierung/
Konsolidierung Konzern
Segmentumsatzerlöse 378.278 272.882 7.473 (68.724) 589.909
Intersegmentäre Umsatzerlöse (56.971) (7.678) (4.075) 68.724 –
Umsatzerlöse mit externen Kunden 321.307 265.204 3.398 – 589.909
Betriebsergebnis vor Abschreibungen 106.756 21.504 (1.099) 14 127.175
Abschreibungen (63.368) (8.275) (1.602) – (73.245)
Betriebsergebnis 43.388 13.229 (2.701) 14 53.930
Finanzergebnis (11.090)
Ergebnis vor Steuern 42.840
Ertragsteuern (4.621)
Konzernjahresergebnis 38.219
Sachanlagen und
immaterielle Vermögenswerte 386.319 47.888 10.041 – 444.248
Zugänge zu Sachanlagen und
immateriellen Vermögenswerten 94.275 7.940 8.883 – 111.098
Nicht wiederkehrende Posten – 3.004 – – 3.004
INFORMATIONEN NACH GEOGRAFISCHEN REGIONEN
Umsatzerlöse nach Kundenregionen, nach dem Verbringungsort der
Leistung:
in Tsd. € 2014/15 2013/14
Österreich 22.290 20.386
Deutschland 132.342 126.373
Sonstiges Europa 83.576 73.171
China 267.449 205.691
Sonstiges Asien 125.436 105.190
Amerika 35.917 59.098
667.010 589.909
Auf die fünf umsatzstärksten Kunden entfiel in Summe ein Anteil von
52 % (im Geschäftsjahr 2013/14: 51 %) aller Umsatzerlöse.
Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte nach dem Sitz der
jeweiligen Gesellschaft:
in Tsd. € 31.03.2015 31.03.2014
Österreich 49.019 33.473
China 567.867 386.279
Übrige 31.989 24.496
648.875 444.248
Konzernabschluss zum 31. März 2015 19
122 ATS Geschäftsbericht 2014/15
1. UMSATZERLÖSE
in Tsd. € 2014/15 2013/14
Haupterlöse 666.705 589.608
Nebenerlöse 305 301
667.010 589.909
2. AUFWANDSARTEN Die Aufwandsarten der Umsatzkosten,
Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten stellen sich wie
folgt dar:
in Tsd. € 2014/15 2013/14
Materialaufwand 227.503 204.884
Personalaufwand 133.572 121.324
Abschreibungen 67.755 67.819
Bezogene Leistungen inkl. Leiharbeiter 46.744 39.713
Energie 37.786 33.483
Instandhaltung (inkl. Ersatzteile) 40.732 34.044
Frachtkosten 13.086 11.052
Miet- und Leasingaufwendungen 4.878 4.987
Bestandsveränderung Vorräte (12.231) (5.666)
Sonstiges 11.403 14.501
571.228 526.140
Die Position „Sonstiges“ betrifft in den Geschäftsjahren 2014/15 und
2013/14 vorwiegend Reisekosten, Versicherungsaufwendungen, IT-
Serviceleistungen, Rechts- und Beratungsaufwendungen.
3. AUFWENDUNGEN FÜR FORSCHUNG UND ENT-
WICKLUNG Der Konzern tätigte im Geschäftsjahr 2014/15 Auf-
wendungen für Forschung und Entwicklung in Höhe von 28.150 Tsd. €
(im Geschäftsjahr 2013/14: 25.977 Tsd. €). Bei den angegebenen
Beträgen handelt es sich nur um die direkt zuordenbaren Kosten, die
ergebniswirksam in den Umsatzkosten erfasst werden. Im vorliegen-
den Konzernabschluss wurden Entwicklungskosten in Höhe von
29.789 Tsd. € (im Geschäftsjahr 2013/14: 146 Tsd. €) aktiviert. Es wird
auf Erläuterung 9 „Immaterielle Vermögenswerte“ verwiesen.
4. SONSTIGES BETRIEBLICHES ERGEBNIS
in Tsd. € 2014/15 2013/14
Erträge aus der Auflösung von
Investitionszuschüssen aus öffentlichen Mitteln 309 321
Öffentliche Zuwendungen für Aufwendungen 3.402 3.009
Erträge/(Aufwendungen) aus Wechselkursdiffe-
renzen 987 (1.328)
Gewinne/(Verluste) aus Anlagenabgängen (114) (461)
Wertminderungen von Sachanlagen*)
(5.966) (4.996)
Anlaufverluste (8.703) (4.931)
Übrige Erträge 4.389 1.551
(5.696) (6.835)
*)
Es wird auf Erläuterung 8 „Sachanlagen″ verwiesen.
In den Geschäftsjahren 2014/15 und 2013/14 betreffen die öffentli-
chen Zuwendungen für Aufwendungen hauptsächlich Exportvergü-
tungen sowie Forschungs- und Entwicklungsprämien. 2013/14 resul-
tierten die Anlaufverluste aus der Errichtung des neuen Werkes in
Chongqing, China. Im Geschäftsjahr 2014/15 sind in dieser Position
darüber hinaus noch Kosten für den Aufbau einer neuen Linie in Hin-
terberg-Leoben, Österreich, enthalten. Im Geschäftsjahr 2014/15
betrifft die Position „Übrige Erträge“ im Wesentlichen die Verringe-
rung der Rückstellung für nicht mehr genutzte Gebäudeflächen – es
wird auf Erläuterung 18 „Sonstige Rückstellungen“ verwiesen – sowie
Einmalerträge aus einer Ausgleichszahlung durch einen Lieferanten.
Im Geschäftsjahr 2013/14 betrifft die Position „Übrige Erträge“ im
Wesentlichen nachträgliche Forderungseingänge sowie die Ausbu-
chung von weggefallenen sonstigen Verbindlichkeiten.
5. NICHT WIEDERKEHRENDE POSTEN
in Tsd. € 2014/15 2013/14
Personalaufwendungen – 2.194
Nettokosten aus
sonstigen vertraglichen Verpflichtungen – 810
– 3.004
Im Geschäftsjahr 2014/15 gab es keine nicht wiederkehrenden Pos-
ten. Im Geschäftsjahr 2013/14 sind Kosten in Höhe von 3.004 Tsd. €
aufgrund der Schließung des Werkes in Klagenfurt angefallen.
2.194 Tsd. € davon entfielen auf Sozialplanzahlungen und 810 Tsd. €
auf Kosten für Rückbauten am gemieteten Gebäude.
III. Erläuterungen zur
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
20 Konzernabschluss zum 31. März 2015
123Konzernabschluss
6. FINANZERGEBNIS
in Tsd. € 2014/15 2013/14
Zinserträge aus erfolgswirksam zum beizulegenden
Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswer-
ten und zur Veräußerung verfügbaren finanziellen
Vermögenswerten 35 32
Sonstige Zinserträge 2.232 245
Gewinne aus dem Verkauf von
Zahlungsmitteläquivalenten 91 39
Fremdwährungsgewinne, netto 6.709 –
Finanzierungserträge 9.067 316
Zinsaufwendungen aus Verbindlichkeiten gegen-
über Kreditinstituten und Anleihen (11.308) (10.392)
Nettozinsaufwand aus personalbezogenen Ver-
pflichtungen (1.327) –
Realisierte Verluste aus derivativen
Finanzinstrumenten, netto (690) (178)
Fremdwährungsverluste, netto – (311)
Sonstige finanzielle Aufwendungen (845) (525)
Finanzierungsaufwendungen (14.170) (11.406)
Finanzergebnis (5.103) (11.090)
In der Position Zinsaufwendungen aus Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten und Anleihen sind gemäß IAS 23 aktivierte Fremdkapi-
talkosten in Höhe von 2.791 Tsd. € (im Geschäftsjahr 2013/14:
531 Tsd. €) saldiert dargestellt.
7. ERTRAGSTEUERN Der Ertragsteueraufwand setzt sich wie
folgt zusammen:
in Tsd. € 2014/15 2013/14
Laufende Ertragsteuern 14.564 11.022
Latente Steuern 1.070 (6.401)
Summe Steueraufwand 15.634 4.621
Die Abweichung zwischen dem tatsächlichen Steueraufwand im Kon-
zern und dem theoretischen Steueraufwand, der sich unter Anwen-
dung des österreichischen Körperschaftsteuersatzes ergäbe, erklärt
sich wie folgt:
in Tsd. € 2014/15 2013/14
Steueraufwand bei österreichischem Steuersatz 21.245 10.710
Effekt aus abweichenden Steuersätzen im Ausland (5.354) (4.002)
Nicht anrechenbare ausländische Quellensteuer 1.142 1.496
Effekt aus der Veränderung nicht berücksichtigter
steuerlicher Verluste und temporärer
Unterschiede (938) 1.407
Effekt aus der Änderung von Steuersätzen 979 (3.292)
Effekt aus permanenten Differenzen (1.479) (1.714)
Effekt aus Steuern aus Vorperioden 39 9
Sonstige Steuereffekte, saldiert – 7
Summe Steueraufwand 15.634 4.621
Der Effekt aus der Änderung von Steuersätzen resultiert überwiegend
aus dem wieder anzuwendenden begünstigten Steuersatz von 15 %
im Tochterunternehmen ATS (China) gegenüber dem allgemeinen
Steuersatz von 25 % im Vorjahr.
Zur Erhöhung der Transparenz und einer besseren Vergleichbarkeit
wurden die Vorjahreswerte in den Bereichen „Effekt aus abweichen-
den Steuersätzen im Ausland“ und „Effekt aus permanenten Differen-
zen“ adaptiert.
Konzernabschluss zum 31. März 2015 21
124 ATS Geschäftsbericht 2014/15
Die aktiven und passiven latenten Steuern entfallen auf folgende
Bilanzpositionen und Verlustvorträge:
in Tsd. € 31.03.2015 31.03.2014
Aktive latente Steuerabgrenzungen
Ertragsteuerliche Verlustvorträge inkl. steuerlicher
Firmenwerte 415 2.278
Anlagevermögen 23.435 16.158
Vorräte 2.897 2.448
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und
sonstige Forderungen 16 14
Rückstellungen für Personalaufwand 4.977 3.130
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten 2.994 2.684
Temporäre Differenzen aus Anteilen an Tochter-
unternehmen 46 306
Noch nicht realisierte Verluste aus Sicherungsin-
strumenten zur Absicherung von Zahlungsströ-
men, erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst 944 –
Übrige 1.682 1.072
Aktive latente Steuern 37.406 28.090
Passive latente Steuerabgrenzung
Anlagevermögen (2.806) (2.517)
Temporäre Differenzen aus Anteilen an Tochter-
unternehmen (7.675) (6.663)
Noch nicht realisierte Gewinne aus jederzeit
verkaufbaren Wertpapieren, erfolgsneutral im
Eigenkapital erfasst (1) (1)
Übrige (397) (109)
Passive latente Steuern (10.879) (9.290)
Aktive latente Steuern, saldiert 26.527 18.800
Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden dann
saldiert, wenn ein einklagbares Recht zur Aufrechnung tatsächlicher
Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden gege-
ben ist und wenn sie von der gleichen Steuerbehörde behoben wer-
den. Nach Saldierung ergeben sich folgende Beträge:
in Tsd. € 31.03.2015 31.03.2014
Aktive latente Steuern:
- langfristig 25.610 15.979
- kurzfristig 8.691 9.559
34.301 25.538
Passive latente Steuern:
- langfristig (99) (75)
- kurzfristig (7.675) (6.663)
(7.774) (6.738)
Aktive latente Steuern, saldiert 26.527 18.800
Zum 31. März 2015 verfügt der Konzern über ertragsteuerliche Ver-
lustvorträge und steuerliche Firmenwertabschreibungen in Höhe von
insgesamt 171.820 Tsd. € (164.586 Tsd. € zum 31. März 2014), die
zum überwiegenden Teil unbegrenzt vortragsfähig sind. Für darin
enthaltene Verlustvorträge in Höhe von 164.163 Tsd. €
(162.421 Tsd. € zum 31. März 2014) wurden keine aktiven latenten
Steuern in Höhe von 42.083 Tsd. € (41.484 Tsd. € zum 31. März 2014)
gebildet, da von einer Realisierbarkeit in absehbarer Zeit nicht auszu-
gehen ist.
Die Veränderung der saldierten latenten Steuern stellt sich wie folgt
dar:
in Tsd. € 2014/15 2013/14
Buchwert am Beginn des Geschäftsjahres 18.800 14.937
Währungsdifferenzen 7.958 (2.613)
Ertrag in der Gewinn- und Verlustrechnung (1.070) 6.401
Im Eigenkapital erfasste Ertragsteuern 839 75
Buchwert am Ende des Geschäftsjahres 26.527 18.800
Die Ertragsteuern in Zusammenhang mit den Bestandteilen des sonstigen Ergebnisses stellen sich wie folgt dar:
2014/15 2013/14
in Tsd. €
Ertrag/
(Aufwand)
vor Steuern
Steuer-
ertrag/
(-aufwand)
Ertrag/
(Aufwand)
nach Steuern
Ertrag/
(Aufwand)
vor Steuern
Steuer-
ertrag/
(-aufwand)
Ertrag/
(Aufwand)
nach Steuern
Währungsumrechnungsdifferenzen 161.373 – 161.373 (42.697) – (42.697)
Gewinne/(Verluste) aus der Bewertung von Sicherungs-
instrumenten aus der Absicherung von Zahlungsströmen (3.356) 839 (2.517) (300) 75 (225)
Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an
Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses (6.757) – (6.757) (728) – (728)
Sonstiges Ergebnis 151.260 839 152.099 (43.725) 75 (43.650)
22 Konzernabschluss zum 31. März 2015
125Konzernabschluss
8. SACHANLAGEN
in Tsd. €
Grundstücke, Ge-
bäude und Bauten
Maschinen und
technische Anlagen
Andere Anlagen,
Betriebs- und Ge-
schäftsausstattung
Geleistete
Anzahlungen und
Anlagen im Bau Total
Buchwert 31.03.2014 46.996 267.635 4.865 115.607 435.103
Umrechnungsdifferenzen 18.381 77.073 994 26.411 122.859
Zugänge 7.890 68.478 2.925 43.650 122.943
Abgänge (3) (658) ‒ ‒ (661)
Umbuchungen 27.163 53.572 11 (80.746) ‒
Wertminderungen ‒ (5.966) ‒ ‒ (5.966)
Abschreibungen, laufend (4.656) (63.998) (1.960) ‒ (70.614)
Buchwert 31.03.2015 95.771 396.136 6.835 104.922 603.664
Zum 31.03.2015
Bruttowert 135.314 1.088.131 27.223 104.922 1.355.590
Abschreibungen, kumuliert (39.543) (691.995) (20.388) ‒ (751.926)
Buchwert 95.771 396.136 6.835 104.922 603.664
in Tsd. €
Grundstücke, Ge-
bäude und Bauten
Maschinen und
technische Anlagen
Andere Anlagen,
Betriebs- und Ge-
schäftsausstattung
Geleistete
Anzahlungen und
Anlagen im Bau Total
Buchwert 31.03.2013 54.412 343.964 4.542 34.845 437.763
Umrechnungsdifferenzen (3.975) (21.761) (307) (6.158) (32.201)
Änderung Konsolidierungskreis ‒ (84) ‒ ‒ (84)
Zugänge 187 10.368 2.212 89.487 102.254
Abgänge (14) (978) (13) ‒ (1.005)
Umbuchungen 21 2.527 19 (2.567) ‒
Wertminderungen ‒ (4.996) ‒ ‒ (4.996)
Abschreibungen, laufend (3.635) (61.405) (1.588) ‒ (66.628)
Buchwert 31.03.2014 46.996 267.635 4.865 115.607 435.103
Zum 31.03.2014
Bruttowert 73.719 786.139 22.517 115.607 997.982
Abschreibungen, kumuliert (26.723) (518.504) (17.652) ‒ (562.879)
Buchwert 46.996 267.635 4.865 115.607 435.103
Der in „Grundstücke, Gebäude und Bauten“ enthaltene Grundwert
beträgt 1.858 Tsd. € (1.509 Tsd. € zum 31. März 2014).
Die laufenden Abschreibungen des Geschäftsjahres sind größtenteils
in den Umsatzkosten und zusätzlich in den Vertriebskosten, den all-
gemeinen Verwaltungskosten sowie in den Anlaufverlusten, welche im
sonstigen betrieblichen Ergebnis dargestellt werden, ausgewiesen.
Im Geschäftsjahr 2014/15 wurden Fremdkapitalkosten in Höhe von
2.557 Tsd. € (im Geschäftsjahr 2013/14: 531 Tsd. €) auf qualifizierte
Vermögenswerte aktiviert. Es wurde ein Finanzierungssatz von 3,63 %
(im Geschäftsjahr 2013/14: 3,62 %) herangezogen.
WERTMINDERUNGEN Die Wertminderungen für Maschinen und
technische Anlagen im Geschäftsjahr 2014/15 betrugen 5.966 Tsd. €
(im Geschäftsjahr 2013/14: 4.996 Tsd. €). Diese Wertminderungen
wurden für eine nicht mehr nutzbare Prototypenlinie sowie für nicht
mehr verwertbare Maschinen eingestellt.
IV. Erläuterungen zur Konzernbilanz
Konzernabschluss zum 31. März 2015 23
126 ATS Geschäftsbericht 2014/15
9. IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
in Tsd. €
Gewerbliche Schutz-
rechte und ähnliche
Rechte und Vorteile
sowie daraus abgelei-
tete Lizenzen
Aktivierte
Entwicklungskosten Firmenwerte
Geleistete
Anzahlungen
Sonstiges immateriel-
les Anlagevermögen Total
Buchwert 31.03.2014 1.313 140 ‒ 7.692 ‒ 9.145
Umrechnungsdifferenzen 85 5.354 ‒ ‒ ‒ 5.439
Zugänge 1.535 29.789 ‒ ‒ 208 31.532
Abschreibungen, laufend (697) ‒ ‒ ‒ (208) (905)
Buchwert 31.03.2015 2.236 35.283 ‒ 7.692 ‒ 45.211
Zum 31.03.2015
Bruttowert 16.572 35.283 7.767 7.692 ‒ 67.314
Abschreibungen, kumuliert (14.336) ‒ (7.767) ‒ ‒ (22.103)
Buchwert 2.236 35.283 ‒ 7.692 ‒ 45.211
in Tsd. €
Gewerbliche Schutz-
rechte und ähnliche
Rechte und Vorteile
sowie daraus abgelei-
tete Lizenzen
Aktivierte
Entwicklungskosten Firmenwerte
Geleistete
Anzahlungen
Sonstiges immateriel-
les Anlagevermögen Total
Buchwert 31.03.2013 1.952 ‒ ‒ ‒ ‒ 1.952
Umrechnungsdifferenzen (21) (6) ‒ ‒ ‒ (27)
Zugänge 484 146 ‒ 7.692 522 8.844
Abgänge (3) ‒ ‒ ‒ ‒ (3)
Wertminderungen (375) ‒ ‒ ‒ ‒ (375)
Abschreibungen, laufend (724) ‒ ‒ ‒ (522) (1.246)
Buchwert 31.03.2014 1.313 140 ‒ 7.692 ‒ 9.145
Zum 31.03.2014
Bruttowert 14.681 140 6.307 7.692 ‒ 28.820
Abschreibungen, kumuliert (13.368) ‒ (6.307) ‒ ‒ (19.675)
Buchwert 1.313 140 ‒ 7.692 ‒ 9.145
Die laufenden Abschreibungen des Geschäftsjahres sind in den Um-
satzkosten, den Vertriebskosten und den allgemeinen Verwaltungs-
kosten ausgewiesen.
Die am neuen Standort Chongqing, China, stattfindende Entwicklung
einer Technologie zur Fertigung von Substraten für Siliziumhalbleiter-
chips stellt das größte Entwicklungsprojekt der Unternehmensgruppe
dar. Da für dieses Projekt die für die Aktivierung von Entwicklungskos-
ten erforderlichen Nachweise erbracht werden können, wurden die
entsprechenden Kosten im Konzernabschluss aktiviert.
Im Geschäftsjahr 2014/15 wurden Fremdkapitalkosten in Höhe von
234 Tsd. € (im Geschäftsjahr 2013/14: 0 Tsd. €) auf aktivierte Entwick-
lungskosten aktiviert. Ein Finanzierungssatz von 3,63 % wurde heran-
gezogen.
WERTMINDERUNGEN Im Geschäftsjahr 2014/15 waren keine
Wertminderungen für immaterielle Vermögenswerte anzusetzen. Im
Geschäftsjahr 2013/14 betrugen die Wertminderungen 375 Tsd. € und
wurden für nicht mehr nutzbare Lizenzen eingestellt. Der Wertminde-
rungstest für das noch nicht abgeschlossene Entwicklungsprojekt in
Chongqing, China, basiert auf Berechnungen des Nutzungswerts. Die
Bestimmung des Nutzungswerts erfolgt jährlich mittels eines DCF-
Verfahrens. Die wesentlichen Bewertungsannahmen dabei sind:
 Langfristige Wachstumsrate: 5 %
 (Vorsteuer-) Diskontierungszins: 11,1 %
Aufgrund der Langfristigkeit des Projekts und um die in den zukünfti-
gen Perioden erwarteten Mittelabflüsse aus dem Substratgeschäft
adäquat zu berücksichtigen werden der Ermittlung des Nutzungswerts
24 Konzernabschluss zum 31. März 2015
127Konzernabschluss
die erwarteten Zahlungsströme für die nächsten zehn Jahre zugrunde
gelegt. Eine Betrachtung über einen kürzeren Zeitraum würde zu einer
unverhältnismäßig erhöhten Gewichtung der Mittelzuflüsse führen.
10. SONSTIGE LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
in Tsd. € 31.03.2015 31.03.2014
Vorauszahlungen 6.878 5.467
Gegebene Kautionen 5.013 4.190
Sonstige langfristige Forderungen 17.594 4.319
Buchwert 29.485 13.976
Die Vorauszahlungen betreffen langfristige Mietvorauszahlungen für
Betriebsgrundstücke in China. Die sonstigen langfristigen Forderungen
bestehen aus Vorsteuerrückvergütungen in China für das im Bau
befindliche Werk Chongqing, welche erst in der operativen Phase
rückgefordert werden können.
11. VORRÄTE
in Tsd. € 31.03.2015 31.03.2014
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 32.558 21.839
Unfertige Erzeugnisse 22.533 15.576
Fertige Erzeugnisse 34.131 22.019
Buchwert 89.222 59.434
Der Stand der als Aufwand erfassten Wertberichtigungen von Vorrä-
ten beträgt zum 31. März 2015 13.953 Tsd. € (9.899 Tsd. € zum
31. März 2014). Aus der Bewertung der Vorräte zum Nettoveräuße-
rungswert resultiert weder für das Geschäftsjahr 2014/15 noch für
das Vorjahr eine wesentliche Abwertung.
12. FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEIS-
TUNGEN UND SONSTIGE FORDERUNGEN Die Buchwerte
der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen For-
derungen stellen sich wie folgt dar:
in Tsd. € 31.03.2015 31.03.2014
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen 113.886 94.118
Umsatzsteuerforderungen 15.140 5.993
Sonstige Forderungen gegenüber Behörden 6.253 3.889
Vorauszahlungen 4.722 3.724
Energieabgabenrückvergütungen 1.937 2.245
Kautionen 977 656
Übrige Forderungen 609 456
Wertberichtigungen (394) (82)
143.130 110.999
Die übrigen Forderungen beinhalten zum 31. März 2015 sowie zum
31. März 2014 vor allem Forderungen aus Abgrenzungspositionen.
Im Zusammenhang mit diversen Finanzierungsverträgen dienen For-
derungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 32.000 Tsd. €
(32.000 Tsd. € zum 31. März 2014) als Besicherung. Es wird auf Erläu-
terung 16 „Finanzielle Verbindlichkeiten“ verwiesen.
Die Buchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und
sonstigen Forderungen entsprechen unter Berücksichtigung der
Wertberichtigungen annähernd den jeweils beizulegenden Zeitwer-
ten.
RESTLAUFZEITEN VON FORDERUNGEN Alle Forderungen zum
31. März 2015 sowie zum 31. März 2014 weisen eine Restlaufzeit von
bis zu einem Jahr auf.
Konzernabschluss zum 31. März 2015 25
128 ATS Geschäftsbericht 2014/15
ENTWICKLUNG DER ÜBERFÄLLIGKEITEN UND WERTBERICHTI-
GUNGEN DER FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEIS-
TUNGEN
Zum 31.03.2015:
davon nicht
wertgemindert
davon nicht wertgemindert und nicht versichert und in den
folgenden Zeitbändern überfällig
in Tsd. € Buchwert
und nicht
überfällig bzw.
versichert
weniger als
3 Monate
zwischen
3 und 6
Monaten
zwischen
6 und 12
Monaten
mehr als
12 Monate
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 113.886 112.508 957 27 – –
Zum 31.03.2014:
davon nicht
wertgemindert
davon nicht wertgemindert und nicht versichert und in den
folgenden Zeitbändern überfällig
in Tsd. € Buchwert
und nicht
überfällig bzw.
versichert
weniger als
3 Monate
zwischen
3 und 6
Monaten
zwischen
6 und 12
Monaten
mehr als
12 Monate
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 94.118 93.298 678 60 – –
Bei den nicht wertgeminderten überfälligen Forderungen aus Liefe-
rungen und Leistungen bestehen zum Bilanzstichtag keine Anzeichen,
dass den Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen wird.
Die Wertberichtigungen der Forderungen aus Lieferungen und Leis-
tungen entwickelten sich wie folgt:
in Tsd. € 2014/15 2013/14
Wertberichtigungen am Beginn
des Geschäftsjahres 82 81
Verwendung – (70)
Zuführung 253 83
Umrechnungsdifferenzen 59 (12)
Wertberichtigungen am Ende
des Geschäftsjahres 394 82
26 Konzernabschluss zum 31. März 2015
129Konzernabschluss
13. FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE Die Buchwerte der
finanziellen Vermögenswerte stellen sich wie folgt dar:
in Tsd. € 31.03.2015
davon lang-
fristig
davon kurz-
fristig
Erfolgswirksam zum beizule-
genden Zeitwert bewertete
finanzielle Vermögenswerte 780 – 780
Zur Veräußerung verfügbare
finanzielle Vermögenswerte 96 96 –
876 96 780
in Tsd. € 31.03.2014
davon lang-
fristig
davon kurz-
fristig
Erfolgswirksam zum beizule-
genden Zeitwert bewertete
finanzielle Vermögenswerte 836 – 836
Zur Veräußerung verfügbare
finanzielle Vermögenswerte 96 96 –
932 96 836
ERFOLGSWIRKSAM ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT BEWER-
TETE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
in Tsd. € 31.03.2015 31.03.2014
Anleihen 780 836
Sämtliche Anleihen werden in der Nominalwährung Euro gehalten.
ZUR VERÄUSSERUNG VERFÜGBARE FINANZIELLE VERMÖ-
GENSWERTE
in Tsd. € 2014/15 2013/14
Buchwert am Beginn des Geschäftsjahres 96 96
Abgänge – –
Realisierte Gewinne/(Verluste) aus der laufenden
Periode aus dem Eigenkapital entnommen – –
Umrechnungsdifferenzen – –
Buchwert am Ende des Geschäftsjahres 96 96
Sämtliche zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte
werden in der Nominalwährung Euro gehalten.
14. ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTEL-
ÄQUIVALENTE
in Tsd. € 31.03.2015 31.03.2014
Guthaben bei Kreditinstituten
und Kassenbestand 273.919 260.132
Gebundene Barmittel – 1
Buchwert 273.919 260.133
Die gebundenen Barmittel betreffen zum 31. März 2014 ATS Indien.
Die ausgewiesenen Buchwerte entsprechen den jeweils beizulegen-
den Zeitwerten.
Konzernabschluss zum 31. März 2015 27
130 ATS Geschäftsbericht 2014/15
15. VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND
LEISTUNGEN UND SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN
Restlaufzeit
in Tsd. € 31.03.2015 bis zu einem Jahr
zwischen einem und
fünf Jahren mehr als fünf Jahre
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 97.785 97.785 ‒ ‒
Zuschüsse der öffentlichen Hand 4.265 311 3.868 86
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzämtern und sonstigen
öffentlichen Abgabestellen 5.853 5.853 ‒ ‒
Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungsträgern 2.523 2.523 ‒ ‒
Verbindlichkeiten aus nicht konsumierten Urlauben 5.303 5.303 ‒ ‒
Verbindlichkeiten aus Aktienoptionen 418 54 364 ‒
Verbindlichkeiten aus Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten 397 ‒ 397 ‒
Verbindlichkeiten gegenüber Dienstnehmern 29.133 29.133 ‒ ‒
Übrige Verbindlichkeiten 8.489 8.447 42 ‒
Buchwert 154.166 149.409 4.671 86
Restlaufzeit
in Tsd. € 31.03.2014 bis zu einem Jahr
zwischen einem und
fünf Jahren mehr als fünf Jahre
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 66.184 66.184 ‒ ‒
Zuschüsse der öffentlichen Hand 3.457 312 2.981 164
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzämtern und sonstigen
öffentlichen Abgabestellen 3.195 3.195 ‒ ‒
Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungsträgern 1.912 1.912 ‒ ‒
Verbindlichkeiten aus nicht konsumierten Urlauben 3.875 3.875 ‒ ‒
Verbindlichkeiten aus Aktienoptionen 195 130 65 ‒
Verbindlichkeiten gegenüber Dienstnehmern 19.697 19.697 ‒ ‒
Übrige Verbindlichkeiten 6.637 6.603 34 ‒
Buchwert 105.152 101.908 3.080 164
Die Buchwerte der ausgewiesenen Verbindlichkeiten entsprechen
annähernd den jeweils beizulegenden Zeitwerten.
ZUSCHÜSSE DER ÖFFENTLICHEN HAND Die Zuschüsse der öffent-
lichen Hand betreffen großteils Zuschüsse für Bodennutzungsrechte
und Sachanlagevermögen und werden entsprechend der Nutzungs-
dauer der zugehörigen Sachanlagen ertragswirksam aufgelöst.
Weiters hat der Konzern für mehrere Forschungsprojekte Zuschüsse
für Projektkosten erhalten, die entsprechend den angefallenen Kosten
und der Förderquote anteilig ertragsmäßig erfasst werden. Dazuge-
hörende Abgrenzungsbeträge sind in den Zuschüssen der öffentlichen
Hand enthalten.
VERBINDLICHKEITEN AUS AKTIENOPTIONEN Aufgrund des Aus-
laufens des Stock-Option-Plans (2005 bis 2008) wurde in der 1. Sitzung
des Nominierungs- und Vergütungsausschusses des Aufsichtsrats vom
17. März 2009 ein weiterer Stock-Option-Plan (SOP 2009 von 2009 bis
2012) beschlossen, nachdem dieser in der 55. Aufsichtsratssitzung
vom 16. Dezember 2008 zur Begutachtung vorgelegt wurde. Die
Zuteilung von Aktienoptionen konnte im Zeitraum zwischen 1. April
2009 und 1. April 2012 erfolgen.
Jede dieser Optionen berechtigt entweder
 zum Erwerb von Aktien (Equity-settled Share-based Payment Trans-
actions) oder
 zu einem ein Barausgleich (Cash-settled Share-based Payment
Transactions), der in Höhe des Differenzbetrags zwischen dem Aus-
übungspreis und dem Schlusskurs der ATS-Aktie an der Börse der
Hauptnotierung der ATS-Aktie am Tag der Ausübung des Bezugs-
rechtes durch den Optionsberechtigten verlangt werden kann.
28 Konzernabschluss zum 31. März 2015
131Konzernabschluss
Der Ausübungspreis wird jeweils am Tag der Zuteilung bestimmt und
errechnet sich aus dem Durchschnittspreis der ATS-Aktie über einen
Zeitraum von sechs Kalendermonaten vor dem Tag der jeweiligen
Zuteilung. Auf diesen Durchschnittspreis wird ein Aufschlag von 10 %
hinzugerechnet. Der Ausübungspreis entspricht jedoch zumindest
dem auf eine Aktie der Gesellschaft entfallenden anteiligen Betrag des
Grundkapitals.
Die Ausübbarkeit der zugeteilten Aktienoptionen erfolgt gestaffelt,
wobei 20 % der zugeteilten Aktienoptionen nach zwei Jahren, 30 %
nach drei Jahren und 50 % nach vier Jahren ausübbar sind. Die Aktien-
optionen können jeweils nach Ablauf der Wartefrist, jedoch nicht
während einer Sperrfrist, zur Gänze oder auch nur teilweise ausgeübt
werden. Nicht ausgeübte Aktienoptionen können nach Ablauf der
nächstfolgenden Wartefrist ausgeübt werden. Zugeteilte Aktienoptio-
nen, die nicht spätestens bis zum Ablauf von fünf Jahren nach dem
Zuteilungstag ausgeübt werden, verfallen ersatzlos und endgültig. Für
den Fall, dass eine Sperrfrist das Ende dieser Fünfjahresfrist umfasst,
gilt jedoch, dass diese Sperrfrist die betreffende Fünfjahresfrist unter-
bricht. Nach Ende der Sperrfrist können die Aktienoptionen weiterhin
für die Zeit dieser Unterbrechung ausgeübt werden. Aktienoptionen,
die nicht spätestens zum Ablauf dieser so gegebenenfalls verlängerten
Fünfjahresfrist ausgeübt werden, verfallen ersatzlos und endgültig.
Die Zuteilung von Aktienoptionen konnte im Zeitraum zwischen
1. April 2009 und 1. April 2012 erfolgen. Ein neuer Stock-Option-Plan
beginnend mit 1. April 2013 wurde nicht abgeschlossen.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Aktienoptionen in den Geschäftsjahren 2014/15 und 2013/14.
Zuteilungstag
1. April 2012 1. April 2011 1. April 2010 1. April 2009
Ausübungspreis (in €) 9,86 16,60 7,45 3,86
31.03.2013 88.500 88.500 88.500 40.400
Ausgeübte Aktienoptionen – – – 39.200
Verfallene Aktienoptionen – – – 1.200
31.03.2014 88.500 88.500 88.500 –
Ausgeübte Aktienoptionen – – 84.000 –
Verfallene Aktienoptionen 1.500 1.500 1.500 –
31.03.2015 87.000 87.000 3.000 –
Restliche Vertragslaufzeiten der gewährten Aktienoptionen 2 Jahre 1 Jahr 3 Monate –
Beizulegender Zeitwert der gewährten Aktienoptionen zum Bilanzstich-
tag (in Tsd. €)
31.03.2014 94 13 130 –
31.03.2015 417 32 21 –
Weiters wird auf Erläuterung 26 „Geschäftsvorfälle mit nahestehen-
den Personen und Unternehmen“ verwiesen.
Der gewichtete Durchschnittsaktienkurs am Tag der Ausübung aller im
Geschäftsjahr ausgeübten Optionen beträgt im Geschäftsjahr 2014/15
9,93 € (im Geschäftsjahr 2013/14: 8,45 €).
Die Bewertung der Aktienoptionen erfolgt zum beizulegenden Zeit-
wert zum jeweiligen Bilanzstichtag unter Anwendung des Monte-
Carlo-Verfahrens, basierend auf Modellannahmen und den nachfol-
gend angeführten Bewertungsparametern. Diese können von später
am Markt realisierten Werten für sämtliche zum 1. April 2010, zum
1. April 2011 und zum 1. April 2012 zugeteilten Aktienoptionen abwei-
chen.
Risikofreier Zinssatz -0,19 bis -0,24 %
Volatilität 30,16 bis 30,97 %
Die Berechnung der Volatilität erfolgt auf Basis der täglichen Aktien-
kurse ab 2. September 2013 bis zum Bilanzstichtag.
Der beizulegende Zeitwert der eingeräumten Aktienoptionen wird
über deren Laufzeit verteilt aufwandsmäßig erfasst.
Der gesamte innere Wert der zum 31. März 2015 ausübbaren Aktien-
optionen beträgt 104 Tsd. € (zum 31. März 2014: 59 Tsd. €).
Konzernabschluss zum 31. März 2015 29
132 ATS Geschäftsbericht 2014/15
Zum 31. März 2015 sind 3.000 Aktienoptionen aus der Zuteilung vom
1. April 2010 und aus der Zuteilung vom 1. April 2012 17.400 Aktien-
optionen ausübbar. Zum 31. März 2014 waren 45.000 Aktienoptionen
aus der Zuteilung vom 1. April 2010 ausübbar.
VERBINDLICHKEITEN AUS AKTIENKURS-WERTSTEIGERUNGS-
RECHTEN Aufgrund des Auslaufens des Stock-Option-Plans (2009 bis
2012) wurde in der 81. Aufsichtsratssitzung vom 3. Juli 2014 ein lang-
fristiges Vergütungsmodell (Long-Term-Incentive-Programm) auf Basis
von Stock Appreciation Rights (SAR) beschlossen. SAR sind Aktienkurs-
Wertsteigerungsrechte auf der Grundlage der Aktienkursentwicklung.
Ihre Zuteilung kann im Zeitraum zwischen 1. April 2014 und 1. April
2016 erfolgen.
Jedes Aktienkurs-Wertsteigerungsrecht berechtigt zum Barausgleich
in Höhe des Differenzbetrags zwischen dem Ausübungspreis und dem
Schlusskurs der ATS-Aktie an der Börse der Hauptnotierung (derzeit
Wiener Börse) am Tag der Ausübung des Bezugsrechtes.
Der Ausübungspreis der Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte wird je-
weils am Tag der Zuteilung bestimmt und entspricht dem durch-
schnittlichen Schlusskurs der Aktien der ATS an der Wiener Börse
bzw. an der Börse der Hauptnotierung der Aktien der ATS während
der letzten sechs Kalendermonate, die dem Tag der jeweiligen Zutei-
lung vorausgehen.
Die Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte können jeweils nach Ablauf von
drei Jahren nach ihrer Zuteilung, jedoch nicht während einer Sperr-
frist, zur Gänze oder auch nur teilweise ausgeübt werden. Zugeteilte
Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte, die nicht spätestens bis zum Ab-
lauf von fünf Jahren nach dem Zuteilungstag ausgeübt werden, verfal-
len grundsätzlich ersatzlos und endgültig.
Die Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte können von Berechtigten nur
ausgeübt werden, sofern zum Zeitpunkt der Ausübung die folgenden
Voraussetzungen erfüllt sind:
 Es besteht ein aufrechtes Dienstverhältnis mit einer Gesellschaft
des ATS Konzerns. Unter bestimmten Voraussetzungen können
Rechte noch innerhalb eines Jahres ab Beendigung des Anstellungs-
bzw. Dienstverhältnisses ausgeübt werden.
 Das notwendige Eigeninvestment in Höhe von 20 % der ersten
Zuteilungssumme (in SAR) als ATS Aktien wird gehalten. Wird das
Eigeninvestment bis zum Ende der dreijährigen Wartefrist nicht zur
Gänze aufgebaut, so verfallen alle bereits zugeteilten SAR zur Gän-
ze. Das aufgebaute Eigeninvestment muss über die gesamte Dauer
der Teilnahme am Programm gehalten werden und gilt auch für die
Zuteilungen in den Folgejahren. Das Eigeninvestment darf erst ab-
gebaut werden, wenn keine Ausübung mehr möglich ist.
 Das Earnings per Share (EPS) Performance-Ziel wurde erreicht. Der
Erreichungsgrad der Kennzahl Earnings per Share determiniert, wie-
viele der zugeteilten SAR tatsächlich ausgeübt werden können. Als
Zielwert gilt der EPS-Wert, welcher im Midtermplan für den Bilanz-
stichtag des dritten Jahres nach Zuteilung festgelegt wurde. Wird
der EPS-Wert zu 100 % erreicht oder übertroffen, so können die zu-
geteilten SAR zur Gänze ausgeübt werden. Liegt die Erreichung zwi-
schen 50 % und 100 %, so können die zugeteilten SAR anteilig aus-
geübt werden. Wird der EPS-Wert zu unter 50 % erreicht, verfallen
die zugeteilten SAR zur Gänze.
Anzahl und Aufteilung der eingeräumten Aktienkurs-
Wertsteigerungsrechte:
Zuteilungstag
1. April 2014
Ausübungspreis (in €) 7,68
31.03.2014 –
Gewährte Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte 230.000
31.03.2015 230.000
Restliche Vertragslaufzeiten der gewährten Aktienkurs-
Wertsteigerungsrechte 4 Jahre
Beizulegender Zeitwert der gewährten Aktienkurs-
Wertsteigerungsrechte zum Bilanzstichtag (in Tsd. €)
31.03.2014 –
31.03.2015 1.192
Die Bewertung der Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte erfolgt zum
beizulegenden Zeitwert zum jeweiligen Bilanzstichtag unter Anwen-
dung des Monte-Carlo-Verfahrens, basierend auf Modellannahmen
und den nachfolgend angeführten Bewertungsparametern. Diese
können von später am Markt realisierten Werten abweichen.
Risikofreier Zinssatz -0,19 bis -0,24 %
Volatilität 34,39%
Die Berechnung der Volatilität erfolgt auf Basis der täglichen Aktien-
kurse von 1. September 2011 bis zum Bilanzstichtag.
Der beizulegende Zeitwert der eingeräumten Aktienkurs-
Wertsteigerungsrechte wird über deren Laufzeit verteilt aufwands-
mäßig erfasst.
ÜBRIGE VERBINDLICHKEITEN Bei den übrigen Verbindlichkeiten
handelt es sich vor allem um kreditorische Debitoren, abgegrenzte
Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwendungen sowie sonstige Ab-
grenzungen.
30 Konzernabschluss zum 31. März 2015
133Konzernabschluss
16. FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
Restlaufzeit
in Tsd. € 31.03.2015 bis zu einem Jahr
zwischen einem und
fünf Jahren mehr als fünf Jahre Zinssatz in %
Anleihen 101.505 1.822 99.683 – 5,00
Exportkredite 32.000 32.000 – – 0,49
Kredite der öffentlichen Hand 508 – 508 – 0,75-2,00
Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 267.515 12.215 219.116 36.184 1,15-5,76
Derivative Finanzinstrumente 1)
3.777 – 2.266 1.511
Buchwert 405.305 46.037 321.573 37.695
Restlaufzeit
in Tsd. € 31.03.2014 bis zu einem Jahr
zwischen einem und
fünf Jahren mehr als fünf Jahre Zinssatz in %
Anleihen 101.305 1.822 99.483 – 5,00
Exportkredite 32.000 32.000 – – 0,74
Kredite der öffentlichen Hand 510 177 333 – 0,75-2,00
Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 237.704 12.077 182.830 42.797 1,50-6,40
Derivative Finanzinstrumente 1)
420 – 241 179
Buchwert 371.939 46.076 282.887 42.976
1)
Es wird auf Erläuterung 19 „Derivative Finanzinstrumente” verwiesen.
Die Anleihe mit einem Gesamtnennbetrag von 100 Mio. € wurde am
18. November 2011 mit einer Laufzeit von fünf Jahren von der Gesell-
schaft platziert und ist im Geregelten Freiverkehr der Wiener Börse
gelistet. Die Anleihe hat eine Stückelung von 1.000 € und die jährliche
Fixverzinsung in Höhe von 5,00 % vom Nennwert ist nachträglich am
18. November eines jeden Jahres zahlbar.
Für die Anleihe gelten die folgenden Anleihebedingungen:
Es besteht kein ordentliches Kündigungsrecht der Anleihegläubiger.
Ein außerordentliches Kündigungsrecht ist im Wesentlichen bei fol-
genden Ereignissen bei der Gesellschaft oder einer ihrer wesentlichen
Tochtergesellschaften vereinbart:
 Einstellung von Zahlungen oder Bekanntgabe von Zahlungsunfähig-
keit oder Überschuldung,
 Konkurs- oder sonstiges Insolvenzverfahren (Ausnahme: gerichtli-
cher Ausgleich) oder Liquidation,
 wesentliche Verschlechterung der Finanz- und Ertragslage durch
überwiegende Einstellung der Geschäftstätigkeit, Veräußerung we-
sentlicher Teile der Vermögenswerte oder nicht fremdüblicher Ge-
schäfte mit verbundenen Unternehmen,
 Kontrollwechsel im Sinne des österreichischen Übernahmegesetzes,
wenn dieser zu einer wesentlichen Beeinträchtigung der Erfüllung
der Anleiheverpflichtungen führt.
Die sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betreffen
neben dem laufenden Liquiditätsbedarf vor allem langfristige Investi-
tionsfinanzierungen.
Zur Refinanzierung des Eigenkapitalbedarfs für das Werk in Chongqing
wurde im Geschäftsjahr 2012/13 eine langfristige Finanzierung im
Rahmen einer OeKB-Beteiligungsfinanzierung aufgenommen. Die
Tilgung erfolgt ab September 2014 in Halbjahresraten bis Februar
2020. Für 80 % der Finanzierung gilt ein Fixzinssatz, für 20 % ein vari-
abler Zinssatz, wobei der variable Teil zuerst getilgt wird. Die wesentli-
chen Vertragsbedingungen stellen sich folgendermaßen dar:
 Nettoverschuldung/EBITDA max. 4
 Eigenkapitalquote mindestens 30 %
 Kontrollwechsel
Zur Sicherstellung der geplanten Investitionen in Chongqing und zur
weiteren Optimierung der Finanzierung des Konzerns wurde im Feb-
ruar 2014 ein Schuldscheindarlehen über insgesamt 158 Mio. € erfolg-
reich platziert. Das Darlehen besteht aus mehreren Tranchen mit
Laufzeiten von fünf, sieben und zehn Jahren zu variablen und fixen
Zinssätzen und wurde in Euro und US-Dollar abgeschlossen. Die vari-
able Euro-Verzinsung wurde zur Gänze durch Zinsswaps abgesichert.
Die wesentlichen Vertragsbedingungen stellen sich folgendermaßen
dar:
 Eigenkapitalquote mindestens 35 %
 Nettoverschuldung/EBITDA 3 (Step-up Covenant)
 Kontrollwechsel im Sinne des österreichischen Übernahmegesetzes,
wenn dieser zu einer wesentlichen Beeinträchtigung der Erfüllung
der Kreditverpflichtungen führt.
Konzernabschluss zum 31. März 2015 31
134 ATS Geschäftsbericht 2014/15
Eine Überschreitung des Step-up Covenants führt zu einer Margenerhöhung von 75 Basispunkten. Das Schuldscheindarlehen ist in den sonstigen
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ausgewiesen.
Die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der finanziellen Verbindlichkeiten zum 31. März 2015 stellen sich in
den nächsten Geschäftsjahren unter Berücksichtigung der Zinsabsicherungen wie folgt dar:
in Tsd. € Anleihen Exportkredite
Kredite
öffentlicher Hand
Sonstige
Verbindlichkeiten
gegenüber
Kreditinstituten
Derivative
Finanz-
instrumente
2015/16
Tilgung – 32.000 – 11.611 –
Zinsen fix 5.000 – 6 4.121 –
Zinsen variabel – 159 – 3.910 –
2016/17
Tilgung 100.000 – 213 11.679 –
Zinsen fix 5.000 – 6 3.748 –
Zinsen variabel – – – 4.373 –
2017/18
Tilgung – – 251 42.764 –
Zinsen fix – – 1 3.334 –
Zinsen variabel – – – 4.516 –
2018/19
Tilgung – – 150 148.907 –
Zinsen fix – – 1 2.920 –
Zinsen variabel – – – 2.744 –
2019/20
Tilgung – – 44 16.068 2.266
Zinsen fix – – – 693 –
Zinsen variabel – – – 853 –
nach 2019/20
Tilgung – – – 36.360 1.511
Zinsen fix – – – 1.122 –
Zinsen variabel – – – 740 –
Mit Ausnahme des Exportkredites, der voraussichtlich wieder prolongiert wird, werden keine wesentlichen Abweichungen von den vereinbarten
Zins- und Tilgungszahlungen hinsichtlich Zeitraum oder Betrag erwartet.
32 Konzernabschluss zum 31. März 2015
135Konzernabschluss
Zum Vorjahresstichtag 31. März 2014 stellten sich die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der finanziellen
Verbindlichkeiten in den nächsten Geschäftsjahren unter Berücksichtigung der Zinsabsicherungen wie folgt dar:
in Tsd. € Anleihen Exportkredite
Kredite
öffentlicher Hand
Sonstige
Verbindlichkeiten
gegenüber
Kreditinstituten
Derivative
Finanz-
instrumente
2014/15
Tilgung – 32.000 177 11.504 –
Zinsen fix 5.000 – 5 4.183 –
Zinsen variabel – 240 – 3.134 –
2015/16
Tilgung – – – 11.500 –
Zinsen fix 5.000 – 5 4.121 –
Zinsen variabel – – – 2.985 –
2016/17
Tilgung 100.000 – 184 11.500 –
Zinsen fix 5.000 – 5 3.748 –
Zinsen variabel – – – 2.967 –
2017/18
Tilgung – – 150 22.462 –
Zinsen fix – – – 3.334 –
Zinsen variabel – – – 2.967 –
2018/19
Tilgung – – – 138.076 241
Zinsen fix – – – 2.920 –
Zinsen variabel – – – 2.530 –
nach 2018/19
Tilgung – – – 43.000 179
Zinsen fix – – – 1.832 –
Zinsen variabel – – – 1.319 –
Die Anleihen, Exportkredite, Kredite der öffentlichen Hand und sonsti-
gen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten weisen teilweise
eine nicht marktübliche Verzinsung auf. Aus diesem Grund kann es zu
Abweichungen zwischen deren beizulegenden Zeitwerten und deren
Buchwerten kommen.
Buchwerte Beizulegende Zeitwerte
in Tsd. € 31.03.2015 31.03.2014 31.03.2015 31.03.2014
Anleihen 101.505 101.305 105.000 106.000
Exportkredite 32.000 32.000 32.000 32.000
Kredite der öffentlichen Hand 508 510 520 516
Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 267.515 237.704 270.801 239.037
Derivative Finanzinstrumente 3.777 420 3.777 420
405.305 371.939 412.098 377.973
Die Berechnung der beizulegenden Zeitwerte basiert auf der Abzin-
sung der künftigen Zahlungen unter Verwendung aktueller Markt-
zinssätze, oder sie werden anhand von öffentlich notierten Marktprei-
sen bestimmt.
Konzernabschluss zum 31. März 2015 33
136 ATS Geschäftsbericht 2014/15
Die Buchwerte der finanziellen Verbindlichkeiten nach Währungen
stellen sich wie folgt dar:
in Tsd. € 31.03.2015 31.03.2014
Euro 351.610 359.401
US-Dollar 53.534 10.016
Chinesische Renminbi Yuan 161 2.522
405.305 371.939
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch Forderungen
aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 32.000 Tsd. € (zum 31.
März 2014: 32.000 Tsd. €) besichert. Es wird auf Erläuterung 12 „For-
derungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen“
verwiesen.
Der Konzern verfügt über folgende nicht in Anspruch genommene
Kreditlinien:
in Tsd. € 31.03.2015 31.03.2014
Exportkreditrahmen -
gesichert 8.000 8.000
Sonstige Kreditrahmen -
gesichert 203.068 230.510
Kreditrahmen -
ungesichert – 20.000
211.068 258.510
LEASINGVERHÄLTNISSE Die Summe der künftigen Mindestleasing-
zahlungen aus unkündbaren Operating-Leasing- und Mietverhältnis-
sen stellt sich wie folgt dar:
in Tsd. € 31.03.2015 31.03.2014
Bis zu einem Jahr 2.113 2.102
Zwischen einem und fünf Jahren 7.133 7.350
Mehr als fünf Jahre 2.709 4.228
11.955 13.680
Im Konzern bestehen mehrere Operating-Leasing-Verträge für die
Anmietung von Büroräumen, Grundstücken und Produktionshallen
sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung und technische Anlagen.
Die Verpflichtungen aus Operating-Leasing-Verhältnissen betreffen
zum Großteil ein im Geschäftsjahr 2006/07 durchgeführtes
Sale-and-Lease-Back für Betriebsgrundstücke und -gebäude in
Leoben-Hinterberg und Fehring, Österreich, mit einer unkündbaren
Leasingdauer bis Dezember 2021. Die angeführten Beträge beinhalten
zum 31. März 2015 mit 4.219 Tsd. € (zum 31. März 2014: 5.967 Tsd. €)
auch die auf die nicht mehr genutzten Gebäudeflächen in Leoben-
Hinterberg entfallenden Mindestzahlungen aus dem Operating-
Leasing-Verhältnis, die bereits in der Bilanz als sonstige Rückstellun-
gen enthalten sind. Es wird auf Erläuterung 18 „Sonstige Rückstellun-
gen“ verwiesen.
Die im laufenden Jahr erfassten Zahlungen für unkündbare Leasing-
und Mietaufwendungen stellen sich wie folgt dar:
in Tsd. € 2014/15 2013/14
Leasing- und Mietaufwand 3.551 3.123
34 Konzernabschluss zum 31. März 2015
137Konzernabschluss
17. RÜCKSTELLUNGEN FÜR PERSONALAUFWAND Die
Rückstellungen für Personalaufwand betreffen Pensionszusagen,
Abfertigungsansprüche und sonstige Dienstnehmeransprüche.
BEITRAGSORIENTIERTE PENSIONSPLÄNE Für einen Großteil der
Beschäftigten in Österreich und einen Teil der Mitarbeiter in Indien
bestehen beitragsorientierte Pensionspläne, die an eine Pensionskas-
se ausgelagert sind. Für die Beschäftigten in Österreich sind die Pensi-
onspläne durch eine Er- und Ablebensversicherung ergänzt. Die Ar-
beitgeberbeiträge bemessen sich nach einem bestimmten Prozentsatz
der laufenden Bezüge. Die Beitragszahlungen betrugen 472 Tsd. € im
Geschäftsjahr 2014/15 und 475 Tsd. € im Geschäftsjahr 2013/14.
LEISTUNGSORIENTIERTE PENSIONSPLÄNE Für einzelne Mitglieder
des Vorstands und für leitende Angestellte bestehen leistungsorien-
tierte Pensionszusagen ohne das Erfordernis von eigenen Mitarbeiter-
beiträgen. Pensionszusagen an Mitglieder des Vorstands und an ande-
re Führungskräfte sind teilweise durch Vermögensmittel in Pensions-
kassen fondsfinanziert („funded“) und teilweise nicht fondsfinanziert
(„unfunded“). Die Pensionsansprüche des Vorstands und der Füh-
rungskräfte sind von deren Bezügen und Dienstzeiten abhängig. Im
Wesentlichen entstehen dem Konzern aus diesen Verpflichtungen
Risiken aus der Langlebigkeit und der Inflation aufgrund künftiger
Gehalts- und Pensionssteigerungen.
FONDSFINANZIERTE ABFERTIGUNGSANSPRÜCHE Den Mitarbei-
tern in Indien steht im Falle der Pensionierung sowie bei vorzeitigem
Austritt unter bestimmten Umständen eine Abfertigung zu, deren
Höhe von der Dauer des Arbeitsverhältnisses und der Höhe des Ar-
beitsentgelts abhängt. Die Abfertigungen bewegen sich zwischen
einem halben Monatsentgelt pro Dienstjahr und einem fixierten
Höchstbetrag. Die Abfertigungsansprüche sind durch eine Lebensver-
sicherung gedeckt. Im Wesentlichen entsteht dem Konzern aus diesen
Verpflichtungen das Risiko der Inflation aufgrund künftiger Gehalts-
steigerungen.
NICHT FONDSFINANZIERTE ABFERTIGUNGSANSPRÜCHE Den
Mitarbeitern in Österreich, Südkorea und China steht im Falle der
Pensionierung generell sowie bei Beendigung des Dienstverhältnisses
unter bestimmten Umständen eine Abfertigung zu, deren Höhe von
der Dauer des Arbeitsverhältnisses und der Höhe des Arbeitsentgelts
abhängt. Die Abfertigung beträgt in Österreich für Mitarbeiter die im
Allgemeinen, vor dem 1. Januar 2003 eingetreten sind, je nach Dienst-
zeit zweit bis zwölf Zwölftel des Jahresgehaltes. Mitarbeitern in Südko-
rea und China steht ebenfalls ein je nach Dienstzeit fixierter entgelt-
abhängiger Betrag zu. Im Wesentlichen entsteht dem Konzern aus
diesen Verpflichtungen das Risiko der Inflation aufgrund künftiger
Gehaltssteigerungen.
Für seit dem 1. Januar 2003 in Österreich eintretende Mitarbeiter wird
dieser Anspruch durch laufende Beiträge in eine Mitarbeitervorsorge-
kasse ohne weitere Verpflichtungen für den Konzern abgegolten. Die
Beitragszahlungen betrugen 288 Tsd. € im Geschäftsjahr 2014/15 und
267 Tsd. € im Geschäftsjahr 2013/14.
SONSTIGE DIENSTNEHMERANSPRÜCHE Den Mitarbeitern der
Gesellschaften in Österreich und China gebühren bei langjähriger
Betriebszugehörigkeit Jubiläumsgelder, wobei in Österreich An-
spruchsberechtigung und Höhe kollektivvertraglich geregelt sind.
Die AUFWENDUNGEN für (leistungsorientierte) Pensionszusagen, Abfertigungsansprüche und sonstige Dienstnehmeransprüche setzen sich
folgendermaßen zusammen:
Pensionsansprüche Abfertigungsansprüche
Sonstige Dienstnehmer-
ansprüche
in Tsd. € 2014/15 2013/14 2014/15 2013/14 2014/15 2013/14
Laufender Dienstzeitaufwand 98 91 1.366 1.497 261 1.060
Zinsaufwand 136 138 549 524 149 144
Umbewertung von Verpflichtungen aus sonstigen
Dienstnehmeransprüchen – – – – 1.121 152
Aufwand im Periodenergebnis erfasst 234 229 1.915 2.021 1.531 1.356
Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an
Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 2.551 472 4.206 255 – –
Aufwand im sonstigen Ergebnis erfasst 2.551 472 4.206 255 – –
Summe 2.785 701 6.121 2.276 1.531 1.356
Die Aufwendungen im Periodenergebnis für Pensionszusagen, Abfer-
tigungsansprüche und sonstige Dienstnehmeransprüche werden in
den Umsatzkosten, den Vertriebskosten und den allgemeinen Verwal-
tungskosten ausgewiesen. Der Nettozinsaufwand aus personalbezo-
genen Verpflichtungen wird im Geschäftsjahr 2014/15 erstmalig im
Finanzergebnis ausgewiesen.
Konzernabschluss zum 31. März 2015 35
138 ATS Geschäftsbericht 2014/15
In der BILANZ sind folgende Ansprüche abgegrenzt:
in Tsd. € 31.03.2015 31.03.2014
Gedeckte Pensionsansprüche 5.546 3.091
Ungedeckte Pensionsansprüche 1.493 1.226
Ungedeckte Abfertigungsansprüche 22.284 16.505
Gedeckte Abfertigungsansprüche 202 66
Sonstige Dienstnehmeransprüche 4.201 3.867
Rückstellungen für Personalaufwand 33.726 24.755
Die Pensionsansprüche und Abfertigungsansprüche stellen sich wie folgt dar:
Pensionsansprüche Abfertigungsansprüche
in Tsd. € 31.03.2015 31.03.2014 31.03.2015 31.03.2014
Barwert der fondsfinanzierten Verpflichtungen 15.862 13.010 1.014 674
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens (10.316) (9.919) (812) (608)
Deckungsstatus fondsfinanzierte Verpflichtungen 5.546 3.091 202 66
Barwert der nicht fondsfinanzierten Verpflichtungen 1.493 1.226 22.284 16.505
Bilanzierte Rückstellungen 7.039 4.317 22.486 16.571
Der Barwert der erwarteten Pensionsansprüche, die Entwicklung des zur Deckung vorgesehenen Planvermögens und der Deckungsstatus stellen
sich folgendermaßen dar:
Fondsfinanzierte
Pensionsansprüche
Nicht fondsfinanzierte
Pensionsansprüche
in Tsd. € 2014/15 2013/14 2014/15 2013/14
Barwert der Pensionsverpflichtung
Barwert am Beginn des Geschäftsjahres 13.010 11.949 1.226 1.175
Laufender Dienstzeitaufwand 98 91 – –
Zinsaufwand 424 444 39 43
Umbewertung aus der Veränderung von finanziellen Annahmen 3.604 898 269 64
Umbewertung aus erfahrungsbedingten Anpassungen (1.132) (238) 21 5
Auszahlungen (142) (134) (62) (61)
Barwert am Ende des Geschäftsjahres 15.862 13.010 1.493 1.226
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens
Zeitwert am Beginn des Geschäftsjahres 9.919 9.404
Einzahlungen – 42
Veranlagungsergebnis 211 257
Zinserträge 327 350
Auszahlungen (141) (134)
Zeitwert am Ende des Geschäftsjahres 10.316 9.919
Deckungsstatus fondsfinanzierte Pensionspläne 5.546 3.091
Zum 31. März 2015 beträgt die durchschnittliche Laufzeit der fondsfinanzierten Pensionsansprüche 17 Jahre und die der nicht fondsfinanzierten
Pensionsansprüche 13 Jahre.
36 Konzernabschluss zum 31. März 2015
139Konzernabschluss
Das zur Deckung vorgesehene Planvermögen ist in Pensionskassen ausgegliedert. Die Streuung der Vermögenswerte stellt sich wie folgt dar:
in % 31.03.2015 31.03.2014
Anleihen 39 % 34 %
Aktien 45 % 44 %
Immobilien 4 % 5 %
Liquide Mittel 12 % 17 %
100 % 100 %
Wesentliche Teile des Planvermögens werden an einem aktiven Markt gehandelt.
Die Gesamtentwicklung der fondsfinanzierten und nicht fondsfinanzierten Abfertigungsansprüche stellt sich wie folgt dar:
Fondsfinanzierte
Abfertigungsansprüche
Nicht fondsfinanzierte
Abfertigungssansprüche
in Tsd. € 2014/15 2013/14 2014/15 2013/14
Barwert der Abfertigungsverpflichtung
Barwert am Beginn des Geschäftsjahres 674 723 16.505 14.657
Umrechnungsdifferenzen 181 (116) 354 (23)
Dienstzeitaufwand 50 45 1.316 1.452
Zinsaufwand 64 49 544 519
Umbewertung aus der Veränderung von demografischen Annahmen – (2) (369) (528)
Umbewertung aus der Veränderung von finanziellen Annahmen 59 (64) 3.820 889
Umbewertung aus erfahrungsbedingten Anpassungen 12 55 680 (88)
Auszahlungen (26) (16) (566) (373)
Barwert am Ende des Geschäftsjahres 1.014 674 22.284 16.505
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens
Zeitwert am Beginn des Geschäftsjahres 608 616
Umrechnungsdifferenzen 149 (100)
Einzahlungen 26 57
Veranlagungsergebnis (4) 7
Zinserträge 59 44
Auszahlungen (26) (16)
Zeitwert am Ende des Geschäftsjahres 812 608
Deckungsstatus fondsfinanzierte Abfertigungsansprüche 202 66
Zum 31. März 2015 beträgt die durchschnittliche Laufzeit der nicht fondsfinanzierten Abfertigungsansprüche 13 Jahre.
Konzernabschluss zum 31. März 2015 37
140 ATS Geschäftsbericht 2014/15
Die Gesamtentwicklung der sonstigen Dienstnehmeransprüche (Jubiläumsgelder) stellt sich wie folgt dar:
in Tsd. € 2014/15 2013/14
Barwert am Beginn des Geschäftsjahres 3.867 3.793
Umrechnungsdifferenzen 305 (96)
Dienstzeitaufwand 261 1.060
Zinsaufwand 149 144
Umbewertung aus der Veränderung von demografischen Annahmen (286) (53)
Umbewertung aus der Veränderung von finanziellen Annahmen 493 49
Umbewertung aus erfahrungsbedingten Anpassungen 914 155
Auszahlungen (1.502) (1.185)
Barwert am Ende des Geschäftsjahres 4.201 3.867
Zum 31. März 2015 beträgt die durchschnittliche Laufzeit der sonstigen Dienstnehmeransprüche 11 Jahre.
Es wurden für die Bewertung zum Bilanzstichtag folgende gewichtete versicherungsmathematische Parameter angewendet:
Pensionsansprüche Abfertigungsansprüche
Sonstige Dienstnehmer-
ansprüche (Jubiläumsgelder)
31.03.2015 31.03.2014 31.03.2015 31.03.2014 31.03.2015 31.03.2014
Zinssatz 1,70 % 3,30 % 2,10 % 3,57 % 2,15 % 3,40 %
Erwartete Gehaltssteigerung 2,25 % 2,25 % 3,40 % 3,32 % 5,00 % 5,38 %
Künftige Pensionserhöhung 2,00 % 2,00 % – – – –
Pensionseintrittsalter 65 65 *) *) – –
*)
individuell gemäß landesspezifischer Gesetze
38 Konzernabschluss zum 31. März 2015
141Konzernabschluss
18. SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN
in Tsd. € Summe Gewährleistung Restrukturierung Übrige
Buchwert 31.03.2014 12.809 893 10.816 1.100
Verwendung (1.970) (240) (1.030) (700)
Auflösung (2.578) (530) (1.612) (436)
Zuführung 3.978 2.005 – 1.973
Zinseffekt (21) – (21) –
Umrechnungsdifferenzen 442 387 – 55
Buchwert 31.03.2015 12.660 2.515 8.153 1.992
in Tsd. € Summe Gewährleistung Restrukturierung Übrige
Buchwert 31.03.2013 12.059 405 11.210 444
Verwendung (4.535) (471) (3.444) (620)
Auflösung – – – –
Zuführung 5.302 995 3.004 1.303
Zinseffekt 46 – 46 –
Umrechnungsdifferenzen (63) (36) – (27)
Buchwert 31.03.2014 12.809 893 10.816 1.100
in Tsd. € 31.03.2015 31.03.2014
davon langfristig 7.545 9.736
davon kurzfristig 5.115 3.073
Buchwert 12.660 12.809
RÜCKSTELLUNG FÜR GEWÄHRLEISTUNG Diese Position betrifft
die Kosten der bereits entstandenen und zu erwartenden Reklamatio-
nen für die noch im Gewährleistungszeitraum befindlichen Produkte.
Der rückgestellte Betrag ist eine auf Basis von Erfahrungswerten und
konkreten Sachverhalten durchgeführte bestmögliche Schätzung
dieser erwarteten Kosten, welche aufgrund der Unsicherheit hinsicht-
lich der Höhe oder des Zeitpunkts nicht bereits als Schulden ausge-
wiesen werden. Bei der Höhe der erwarteten Kosten sind von der
Produkthaftplichtversicherung übernommene Beträge berücksichtigt.
RÜCKSTELLUNG FÜR RESTRUKTURIERUNG Diese Rückstellung
betrifft die künftigen Leerstandskosten für die nicht mehr genutzten
Gebäudeflächen auf Basis der nicht kündbaren Immobilienleasingver-
pflichtung, sowie einen möglichen Verlust aus der Verwertung der
Immobilie durch den Leasinggeber, welcher vom Leasingnehmer zu
tragen ist. Aufgrund der Verringerung der nicht genutzten Gebäude-
fläche wurde der Wert angepasst. Die Rückstellung wurde überwie-
gend in Höhe des Barwerts der erwarteten Ausgaben bis zur Beendi-
gung der nicht kündbaren Immobilienleasingverpflichtung im Dezem-
ber 2021 angesetzt. Zusätzlich war im Geschäftsjahr 2013/14 eine
Rückstellung für die Schließungskosten des Werks Klagenfurt enthal-
ten, welche im Geschäftsjahr 2014/15 verbraucht wurde.
ÜBRIGE Diese Position enthält Rückstellungen für Risiken aus schwe-
benden Geschäften sowie für Risiken im Zusammenhang mit Pensi-
onsversicherungsbeiträgen in Asien, die sich aufgrund der unklaren
Rechtslage ergeben.
19. DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE Die derivativen Finanzinstrumente betreffen vor allem Währungsswaps und Zinsswaps.
Gesichert werden hauptsächlich Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Zahlungen im Zusammenhang mit
Krediten.
Der Buchwert der derivativen Finanzinstrumente des Konzerns entspricht dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert entspricht
jenem Betrag, der bei einer Abrechnung der Transaktion zum Bilanzstichtag aufzuwenden wäre bzw. erlöst werden würde.
Konzernabschluss zum 31. März 2015 39
142 ATS Geschäftsbericht 2014/15
Die beizulegenden Zeitwerte der am Bilanzstichtag bestehenden derivativen Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar:
31.03.2015 31.03.2014
in Tsd. € Aktiva Passiva Aktiva Passiva
Zinsswaps zu Marktwerten – 3.777 – 420
Summe Marktwerte – 3.777 – 420
Kurzfristiger Anteil – – – –
Langfristiger Anteil – 3.777 – 420
Die Nominalbeträge und die beizulegenden Zeitwerte der am Bilanzstichtag bestehenden derivativen Finanzinstrumente im Zusammenhang mit
der Absicherung von Zinssatzschwankungen stellen sich nach Währungen wie folgt dar:
31.03.2015 31.03.2014
Währung
Nominalbetrag
in 1.000 Landeswährung
Marktwert
in Tsd. €
Nominalbetrag
in 1.000 Landeswährung
Marktwert
in Tsd. €
Euro 92.000 (3.777) 92.000 (420)
Die Restlaufzeiten der am Bilanzstichtag bestehenden derivativen Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar:
in Monaten 31.03.2015 31.03.2014
Zinsswaps 47 - 71 59 - 83
Zum 31. März 2015 sind die festen Zinssätze der Zinsswaps 1,01 % und 1,405 %, der variable Zinssatz basiert auf dem 6-Monats-EURIBOR.
Basierend auf den verschiedenen Szenarien sichert der Konzern sein zinsbedingtes Cashflow-Risiko durch die Nutzung von Zinsswaps ab. Derarti-
ge Zinsswaps haben den wirtschaftlichen Effekt, variabel verzinsliche Darlehen in festverzinsliche umzuwandeln. Nimmt der Konzern Darlehen
mit einem variablen Zinssatz auf, so wandelt er diese durch Swaps in festverzinsliche Darlehensverbindlichkeiten um. Bei diesen Zinsswaps
kommt der Konzern mit anderen Parteien überein, die Differenz zwischen den festen und variablen Zinsen, die sich von den vereinbarten Nomi-
nalbeträgen ableiten, in bestimmten Intervallen zu tauschen. Die Gewinne oder Verluste aus der Bewertung von Zinsswaps werden ergebnis-
neutral im Eigenkapital erfasst. Die dazugehörenden Zinsaufwände wurden ergebniswirksam in den Finanzaufwendungen erfasst.
40 Konzernabschluss zum 31. März 2015
143Konzernabschluss
20. ZUSÄTZLICHE ANGABEN ZU FINANZINSTRUMENTEN
BUCHWERTE UND BEIZULEGENDE ZEITWERTE NACH BEWERTUNGSKATEGORIEN Die Zusammenfassung der Buchwerte und beizulegen-
den Zeitwerte der in den einzelnen Bilanzpositionen enthaltenen Finanzinstrumente nach Bewertungskategorien stellt sich zum Bilanzstichtag
wie folgt dar. Sofern nicht anders angegeben, entsprechen die Buchwerte näherungsweise den beizulegenden Zeitwerten:
31.03.2015
in Tsd. €
Bewertungskategorie
nach IAS 39 oder Bewer-
tung nach anderen IFRS Level Buchwert Beizulegender Zeitwert
Vermögenswerte
Langfristige Vermögenswerte
Finanzielle Vermögenswerte AFSFA 2 96 96
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich Wertberichtigungen LAR 113.492 113.492
Sonstige Forderungen LAR 609 609
Sonstige Forderungen – 29.029 29.029
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 143.130 143.130
Finanzielle Vermögenswerte FAAFVPL 1 780 780
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente LAR 273.919 273.919
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 273.919 273.919
Schulden
Anleihen FLAAC 1 101.505 105.000
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten FLAAC 2 300.023 303.321
Derivative Finanzinstrumente DHI 2 3.777 3.777
Lang- und kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 405.305 412.098
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAAC 97.785 97.785
Sonstige Verbindlichkeiten FLAAC 29.133 29.133
Sonstige Verbindlichkeiten – 27.248 27.248
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige lang- und
kurzfristige Verbindlichkeiten 154.166 154.166
Aggregiert nach Bewertungskategorien
Vermögenswerte
Kredite und Forderungen LAR1)
388.020
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte AFSFA2)
96
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermö-
genswerte FAAFVPL3)
780
Schulden
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten FLAAC 4)
528.446
Derivate als Sicherungsinstrumente DHI5)
3.777
Konzernabschluss zum 31. März 2015 41
144 ATS Geschäftsbericht 2014/15
31.03.2014
in Tsd. €
Bewertungskategorie
nach IAS 39 oder Bewer-
tung nach anderen IFRS Level Buchwert Beizulegender Zeitwert
Vermögenswerte
Langfristige Vermögenswerte
Finanzielle Vermögenswerte AFSFA 2 96 96
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich Wertberichtigungen LAR 94.036 94.036
Sonstige Forderungen LAR 456 456
Sonstige Forderungen – 16.507 16.507
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 110.999 110.999
Finanzielle Vermögenswerte FAAFVPL 1 836 836
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente LAR 1 15.321 15.321
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente LAR 244.812 244.812
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 260.133 260.133
Schulden
Anleihen FLAAC 1 101.305 106.000
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten FLAAC 2 270.214 271.553
Derivative Finanzinstrumente DHI 2 420 420
Lang- und kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 371.939 377.973
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAAC 66.184 66.184
Sonstige Verbindlichkeiten FLAAC 19.697 19.697
Sonstige Verbindlichkeiten – 19.271 19.271
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige lang- und
kurzfristige Verbindlichkeiten 105.152 105.152
Aggregiert nach Bewertungskategorien
Vermögenswerte
Kredite und Forderungen LAR1)
354.625
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte AFSFA2)
96
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermö-
genswerte FAAFVPL3)
836
Schulden
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten FLAAC 4)
457.400
Derivate als Sicherungsinstrumente DHI5)
420
1)
Loans and receivables (Kredite und Forderungen)
2)
Available-for-sale financial assets (Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte)
3)
Financial assets at fair value through profit or loss (Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte)
4)
Financial liabilities at amortised cost (Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten)
5)
Derivatives as hedging instruments (Derivate als Sicherungsinstrumente)
42 Konzernabschluss zum 31. März 2015
145Konzernabschluss
Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts ist zwischen drei
Bewertungshierarchien zu unterscheiden.
 Level 1: Die beizulegenden Zeitwerte werden anhand von öffentlich
notierten Marktpreisen auf einem aktiven Markt für identische Fi-
nanzinstrumente bestimmt.
 Level 2: Wenn keine öffentlich notierten Marktpreise auf einem
aktiven Markt bestehen, werden die beizulegenden Zeitwerte auf
Grundlage der Ergebnisse einer Bewertungsmethode bestimmt, die
im größtmöglichen Umfang auf Marktpreisen basiert.
 Level 3: In diesem Fall liegen den zur Bestimmung der beizulegen-
den Zeitwerte verwendeten Bewertungsmodellen auch nicht am
Markt beobachtbare Daten zugrunde.
NETTOERGEBNISSE IN BEZUG AUF FINANZINSTRUMENTE NACH
BEWERTUNGSKATEGORIEN Die Nettogewinne oder Nettoverluste
in Bezug auf finanzielle Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten nach
Bewertungskategorien stellen sich wie folgt dar:
in Tsd. € 2014/15 2013/14
Kredite und Forderungen 6.815 (2.065)
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
bewertete finanzielle Vermögenswerte (29) (87)
Zur Veräußerung verfügbare
finanzielle Vermögenswerte 8 8
Finanzielle Verbindlichkeiten
zu fortgeführten Anschaffungskosten (8.712) (9.768)
(1.918) (11.912)
Die Nettoergebnisse in Bezug auf Finanzinstrumente beinhalten Divi-
dendenerträge, Zinserträge und -aufwendungen, Fremdwährungsge-
winne und -verluste, realisierte Gewinne und Verluste aus dem Ab-
gang bzw. Verkauf sowie ergebniswirksame Erträge und Aufwendun-
gen aus der Bewertung der Finanzinstrumente.
Als Ergebnis aus Finanzinstrumenten sind 427 Tsd. € Nettoertrag
(2013/14: 1.420 Tsd. € Nettoaufwand) im Betriebsergebnis darge-
stellt. Des Weiteren sind 2.345 Tsd. € Nettoaufwand (2013/14:
10.492 Tsd. € Nettoaufwand) im Finanzergebnis enthalten.
FINANZRISIKEN
Im Folgenden wird auf die Finanzrisiken, welche das Finanzierungsrisi-
ko, das Liquiditätsrisiko, das Kreditrisiko und das Wechselkursrisiko
umfassen, eingegangen. Im Konzernlagebericht werden die weiteren
Risikokategorien und die zugehörigen Prozesse und Maßnahmen
erläutert.
Das Risikomanagement der Finanzrisiken erfolgt durch das zentrale
Treasury entsprechend den vom Vorstand verabschiedeten Richtli-
nien. Diese internen Richtlinien regeln Zuständigkeiten, Handlungspa-
rameter und Limite. Das zentrale Treasury identifiziert, bewertet und
sichert finanzielle Risiken in enger Zusammenarbeit mit den operati-
ven Einheiten des Konzerns ab.
FINANZIERUNGSRISIKO Das Finanzierungsrisiko umfasst so-
wohl die Sicherstellung der langfristigen Finanzierung des Konzerns als
auch Schwankungen im Wert der Finanzierungsinstrumente.
Aktivseitig bestehen geringe Zinsänderungsrisiken im Wertpapierver-
mögen. Sonstige Liquiditätsbestände werden überwiegend kurzfristig
veranlagt, und der gesamte Wertpapierbestand ist jederzeit veräu-
ßerbar. Es wird auf Erläuterung 13 „Finanzielle Vermögenswerte“ und
Erläuterung 14 „Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente“ ver-
wiesen.
Passivseitig sind zum Bilanzstichtag 78 % des Gesamtbetrags aus
Anleihen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten unter
Berücksichtigung der Zinssicherungsinstrumente fix verzinst (Vor-
jahr: 84 %). Es wird weiters auf Erläuterung 16 „Finanzielle Verbind-
lichkeiten“ verwiesen.
Die Finanzverbindlichkeiten des Konzerns sind mit marktüblichen
Kreditverpflichtungen verbunden, die auf Quartalsbasis überprüft
werden. Bei Nichteinhalten dieser Verpflichtungen haben die Kredit-
geber ein Kündigungsrecht.
LIQUIDITÄTSRISIKO Unter Liquiditätsrisiko wird im Konzern der
Umstand der Zahlungsunfähigkeit verstanden. Es soll daher stets
ausreichend Liquidität vorhanden sein, um den laufenden Zahlungs-
verpflichtungen zeitgerecht nachkommen zu können.
Der Konzern verfügt zum Bilanzstichtag über Liquiditätsreserven in
Höhe von 485,9 Mio. € (Vorjahr: 519,6 Mio. €). Davon entfallen
274,8 Mio. € (Vorjahr: 261,1 Mio. €) auf Zahlungsmittel(äquivalente)
sowie zu Handelszwecken gehaltene und jederzeit veräußerbare
Wertpapiere und 211,1 Mio. € (Vorjahr: 258,5 Mio. €) auf bestehende,
nicht ausgenützte Finanzierungsrahmen. Die Liquiditätsreserven
haben sich somit gegenüber dem letzten Bilanzstichtag um
33,7 Mio. € verringert. Darin enthalten sind aktuelle Reserven in Höhe
von 131,7 Mio. € (Vorjahr: 180,2 Mio. €), welche auf die ATS in China
entfallen und spezifischen Liquiditätszwecken unterliegen.
Der Konzern verfügt über einen deutlich positiven operativen Cash-
flow. Der Nettomittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit beträgt
für das Geschäftsjahr 2014/15 143,9 Mio. € (Vorjahr: 104,8 Mio. €).
Somit konnten die im Geschäftsjahr getätigten Investitionen großteils
durch den operativen Cashflow finanziert werden.
KREDITRISIKO Unter dem Kreditrisiko versteht der Konzern die
Möglichkeit eines kundenseitigen Zahlungsausfalls. Der Konzern hat es
stets verstanden, starke Partnerschaften zu seinen größten Kunden
aufzubauen. Die am Umsatz gemessenen fünf wesentlichsten Kunden
trugen zu den Umsatzerlösen insgesamt 52 % bei.
Konzernabschluss zum 31. März 2015 43
146 ATS Geschäftsbericht 2014/15
Der Beitrag zu den am Bilanzstichtag aushaftenden Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen entspricht im Wesentlichen den Umsatz-
anteilen der einzelnen Kunden. Das Kreditrisiko wird zum einen durch
laufende Verrechnung ausgelieferter Produkte und zum anderen
durch Bonitätsprüfungen und Kreditversicherungen minimiert. Im
Falle erkennbarer finanzieller Schwierigkeiten würden Lieferungen nur
gegen Vorauszahlungen durchgeführt werden.
Es wird auf die detaillierten Angaben unter Erläuterung 12 „Forderun-
gen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen“ ver-
wiesen.
WECHSELKURSRISIKO Als weltweit tätiges Unternehmen ist der
ATS Konzern Währungsrisiken ausgesetzt. Durch die lokale Wert-
schöpfung an den verschiedenen Standorten sind teilweise „natürliche
Hedges“ vorhanden. Innerhalb des Konzerns erfolgt die Kurssicherung
von Transaktionsrisiken zunächst durch Schließen von Positionen
(Netting). Offene Positionen werden laufend analysiert und durch die
Nutzung verschiedener Hedging-Instrumente wie z. B. Devisentermin-
geschäfte, Währungsoptionen und Währungsswaps abgesichert.
Zur Evaluierung des Wechselkursrisikos werden Sensitivitätsanalysen
durchgeführt, wobei ceteris paribus die Auswirkungen prozentmäßi-
ger Änderungen der Wechselkurse zueinander simuliert werden.
FINANZMARKTRISIKEN Zu den Finanzmarktrisiken und derivati-
ven Finanzinstrumenten finden sich detaillierte Angaben unter Erläu-
terung I.B.l. „Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze: Derivative
Finanzinstrumente“ und Erläuterung 19 „Derivative Finanzinstrumen-
te“. Derivative Finanzinstrumente wie Devisentermingeschäfte, Opti-
onen und Swaps werden im Konzern ausschließlich zu Sicherungszwe-
cken eingesetzt.
EVALUIERUNG DER FINANZMARKTRISIKEN DURCH SENSITIVI-
TÄTSANALYSEN Der Konzern setzt zur Quantifizierung der Zins- und
Währungsrisiken Sensitivitätsanalysen ein. In sogenannten GAP-
Analysen wird die mögliche Ergebnisveränderung durch eine 1 %-ige
Preisänderung (Wechselkurs und Zinsen), bezogen auf die Fremdwäh-
rungs- bzw. Zinsnettoposition, ermittelt. Dabei werden keine Korrela-
tionen der verschiedenen Risikoelemente zueinander berücksichtigt.
Die Ergebnisauswirkungen werden jeweils unter Beachtung der er-
tragsteuerlichen Auswirkungen auf das Konzernjahresergebnis nach
Steuern errechnet.
Wären die Zinssätze zum Bilanzstichtag um 100 Basispunkte höher
(bzw. niedriger) gewesen, wäre auf Basis der Finanzierungsstruktur
zum Bilanzstichtag das Konzernjahresergebnis um 0,9 Mio. € (Vor-
jahr: 0,6 Mio. €) geringer (bzw. höher) ausgefallen, sofern alle anderen
Variablen konstant geblieben wären. Dies wäre im Wesentlichen auf
höhere (bzw. niedrigere) Zinsaufwendungen für variabel verzinste
Finanzschulden zurückzuführen gewesen. Der Auswirkung dieser
Zinssatzsensitivitätsanalyse liegt die Annahme zugrunde, dass die
Zinssätze jeweils während eines gesamten Geschäftsjahres um 100
Basispunkte abweichen würden und die nunmehr neuen Zinssätze auf
den Kapital- bzw. Verbindlichkeitenstand zum Bilanzstichtag anzu-
wenden wären.
Eine 1 %-ige Veränderung des US-Dollar im Vergleich zum Euro hätte
in der Bewertung von auf US-Dollar basierenden Forderungen und
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Finanzie-
rungssalden und zum beizulegenden Zeitwert bewertete derivative
Finanzinstrumenten einen Konzernjahresergebniseffekt in Höhe von
0,6 Mio. € (Vorjahr: 1,1 Mio. €) zur Folge gehabt.
Es wird weiters auf die detaillierten Angaben unter Erläuterung 12
„Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forde-
rungen“ verwiesen.
KAPITALRISIKOMANAGEMENT Die Ziele des Konzerns im
Hinblick auf das Kapitalmanagement liegen zum einen in der Sicher-
stellung der Unternehmensfortführung, um den Anteilseignern wei-
terhin Erträge und den anderen Interessenten die ihnen zustehenden
Leistungen bereitstellen zu können, zum anderen in der Aufrechter-
haltung einer geeigneten Kapitalstruktur, um die Kapitalkosten zu
optimieren. Daher wird das Ausmaß der Dividendenzahlungen an die
jeweiligen Erfordernisse angepasst, werden Kapitalrückzahlungen an
Anteilseigner vorgenommen (Einziehung eigener Aktien), neue Anteile
ausgegeben oder der Bestand von sonstigen Vermögenswerten ver-
ändert.
Basierend auf den in den Kreditvereinbarungen definierten Schwel-
lenwerten (covenants) überwacht der Konzern sein Kapital auf Basis
der Eigenkapitalquote sowie dem Verhältnis der Nettoverschuldung
zum EBITDA (fiktive Entschuldungsdauer).
Die Strategie des Konzerns besteht darin die Eigenkapitalquote von
40 % nicht zu unterschreiten, sowie die fiktive Entschuldungsdauer
von 3,0 Jahren nicht zu überschreiten. Dadurch besteht ausreichend
Spielraum um das Eintreten von ungünstigen Geschäftsentwicklungen
abzufedern und den Fortbestand des Unternehmens auch in Krisensi-
tuationen zu gewährleisten. Kurzfristige Abweichungen werden in
Kauf genommen.
Zum Bilanzstichtag betrug die Eigenkapitalquote 49,5 % und lag damit
deutlich über dem Vorjahreswert von 42,7 %. Die fiktive Entschul-
dungsdauer lag mit 0,8 Jahren unter dem ohnehin schon niedrigen
Vorjahreswert von 0,9 Jahren.
Die bis zum Vorjahr verwendete Kennzahl des Nettoverschuldungs-
grades wird nicht mehr als die zentrale Steuerungsgröße verwendet,
da sie sich nicht direkt in den Kreditvereinbarungen widerspiegelt.
44 Konzernabschluss zum 31. März 2015
147Konzernabschluss
21. EVENTUALSCHULDEN UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN In Bezug auf unkündbare Leasing- und Miet-
verträge wird auf Erläuterung 16 „Finanzielle Verbindlichkeiten“ verwiesen. Zum 31. März 2015 bestehen im Konzern sonstige finanzielle Ver-
pflichtungen in Höhe von 32.857 Tsd. € (zum 31. März 2014: 59.548 Tsd. €) im Zusammenhang mit verbindlich kontrahierten Investitionsvorha-
ben. Weiters bestehen zum Bilanzstichtag Haftungsverhältnisse aus Bankgarantien in Höhe von 51 Tsd. € (zum 31. März 2014: 703 Tsd. €). Ande-
re Garantien bzw. sonstige Haftungszusagen aus dem laufenden Geschäftsbetrieb sind zum Bilanzstichtag nicht gegeben.
22. GEZEICHNETES KAPITAL
Im Umlauf
befindliche Aktien
in Tsd. Stück
Grundkapital
in Tsd. €
Kapitalrücklage
in Tsd. €
Eigene Anteile
(nach Steuern)
in Tsd. €
Gezeichnetes Kapital
in Tsd. €
31.03.2013 23.323 28.490 63.542 (46.118) 45.914
Veränderung eigene Anteile,
nach Steuern 2.577 – (29.365) 46.118 16.753
Kapitalerhöhung 12.950 14.245 64.934 – 79.179
31.03.2014 38.850 42.735 99.111 – 141.846
31.03.2015 38.850 42.735 99.111 – 141.846
GRUNDKAPITAL Nach Durchführung der Erhöhung des Grundkapi-
tals der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2013/14 um 14.245 Tsd. €
durch Ausgabe von 12.950.000 auf Inhaber lautende Stückaktien
beträgt das Grundkapital zum 31. März 2015 42.735 Tsd. € (Vorjahr:
42.735 Tsd. €) und ist in 38.850.000 (Vorjahr: 38.850.000) Stückaktien,
mit einem rechnerischen Wert von je 1,10 €, eingeteilt.
GENEHMIGTES KAPITAL UND BEDINGTE KAPITALERHÖ-
HUNG Der Vorstand wurde mit Beschluss der 20. Hauptversammlung
vom 3. Juli 2014 ermächtigt, bis zum 2. Juli 2019 das Grundkapital der
Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu
21.367,5 Tsd. €, durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 neuen, auf den
Inhaber lautenden Stückaktien, gegen Bareinlage oder Sacheinlage,
einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege eines mittelbaren
Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinsti-
tute gemäß § 153 Abs. 6 AktG, zu erhöhen. Der Vorstand wurde er-
mächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht
der Aktionäre ganz oder teilweise auszuschließen sowie mit Zustim-
mung des Aufsichtsrats die näheren Ausgabebedingungen (insbeson-
dere Ausgabebetrag, Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der Aktien-
rechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen (genehmigtes
Kapital). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung,
die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital
ergeben, zu beschließen.
Darüber hinaus wurde in der 20. Hauptversammlung am 3. Juli 2014
die in der Hauptversammlung vom 7. Juli 2010 beschlossene Ermäch-
tigung zur Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen widerrufen
und gleichzeitig der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Auf-
sichtsrats bis zum 2. Juli 2019 einmalig oder mehrmals auf den Inha-
ber lautende Wandelschuldverschreibungen im Gesamtbetrag von bis
zu 150.000,0 Tsd. € auszugeben und den Inhabern von Wandelschuld-
verschreibungen Umtausch- und/oder Bezugsrechte auf bis zu
19.425.000 Stück neue, auf Inhaber lautende Stückaktien der Gesell-
schaft nach Maßgabe der vom Vorstand, mit Zustimmung des Auf-
sichtsrats, festzulegenden Wandelschuldverschreibungsbedingungen
zu gewähren. Der Vorstand wurde ermächtigt, das Bezugsrecht der
Aktionäre auf Wandelschuldverschreibungen ganz oder teilweise
auszuschließen. Die Wandelschuldverschreibungen können auch
durch eine zu hundert Prozent direkt oder indirekt im Eigentum der
AT  S Austria Technologie  Systemtechnik Aktiengesellschaft ste-
hende Gesellschaft ausgegeben werden. Für diesen Fall wurde der
Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats für die Gesell-
schaft eine Garantie für die Wandelschuldverschreibungen zu über-
nehmen und den Inhabern der Wandelschuldverschreibungen Um-
tausch- und/oder Bezugsrechte auf Aktien der AT  S Austria Techno-
logie  Systemtechnik Aktiengesellschaft zu gewähren.
Außerdem wurde in diesem Zusammenhang das Grundkapital der
Gesellschaft gemäß § 159 Abs 2 Z 1 AktG um bis zu 21.367,5 Tsd. €
durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 Stück neuen, auf Inhaber lau-
tende Stückaktien bedingt erhöht. Diese bedingte Kapitalerhöhung
wird nur insoweit durchgeführt, als Inhaber von auf Grundlage des
Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 3. Juli 2014
ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen von dem ihnen gewähr-
ten Umtausch- und/oder Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft
Gebrauch machen. Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, mit Zu-
stimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchfüh-
rung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen (insbesondere
Ausgabebetrag, Inhalt der Aktienrechte). Der Aufsichtsrat wurde
Konzernabschluss zum 31. März 2015 45
148 ATS Geschäftsbericht 2014/15
ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe der
Aktien aus dem bedingten Kapital ergeben, zu beschließen.
In Bezug auf das genehmigte Kapital bzw. die bedingte Kapitalerhö-
hung ist folgende betragsmäßige Determinierung, entsprechend den
Beschlüssen der 20. Hauptversammlung vom 3. Juli 2014, zu beach-
ten: Die Summe aus (i) der Anzahl der nach den Bedingungen der
Wandelschuldverschreibungen jeweils aus bedingtem Kapital aktuell
ausgegebenen oder potenziell auszugebenden Aktien und (ii) der
Anzahl der aus dem genehmigten Kapital ausgegebenen Aktien darf
die Zahl von insgesamt 19.425.000 nicht überschreiten.
IM UMLAUF BEFINDLICHE AKTIEN Die Anzahl der ausgegebe-
nen Aktien beträgt 38.850.000 Stück zum 31. März 2015 (zum
31. März 2014: 38.850.000 Stück).
EIGENE ANTEILE In der 19. ordentlichen Hauptversammlung vom
4. Juli 2013 wurde der Vorstand erneut ermächtigt, gemäß § 65 Abs. 1
Z. 8 AktG binnen 30 Monaten ab Beschlussfassung eigene Aktien der
Gesellschaft im Ausmaß von bis zu 10 % des Grundkapitals der Gesell-
schaft zu einem niedrigsten Gegenwert, der höchstens 30 % unter
dem durchschnittlichen, ungewichteten Börsenschlusskurs der voran-
gegangenen zehn Handelstage liegen darf, und einem höchsten Ge-
genwert je Aktie, der höchstens 30 % über dem durchschnittlichen,
ungewichteten Börsenschlusskurs der vorangegangenen zehn Han-
delstage liegen darf, zu erwerben. Die Ermächtigung umfasst auch den
Erwerb von Aktien durch Tochtergesellschaften der Gesellschaft
(§ 66 AktG). Der Erwerb kann über die Börse, im Wege eines öffentli-
chen Angebots oder auf eine sonstige gesetzlich zulässige Weise und
zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck erfolgen. Der Vorstand wurde
außerdem ermächtigt, eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb
sowie die bereits im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen
Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen.
Diese Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren
Teilen ausgeübt werden. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, Änderungen
der Satzung, die sich durch die Einziehung von Aktien ergeben, zu
beschließen.
Der Konzern hat seit 15. Mai 2006 insgesamt 2.632.432 eigene Aktien
zum jeweiligen Börsenkurswert im Gesamtwert von 47.484,0 Tsd. €
gekauft. Im Geschäftsjahr 2013/14 wurden im Zuge der Kapitalerhö-
hung 2.577.412 eigene Aktien veräußert. Zum 31. März 2015 hält der
Konzern keine eigenen Aktien mehr.
Weiters wurde der Vorstand in der 19. ordentlichen Hauptversamm-
lung vom 4. Juli 2013, gemäß § 65 Abs. 1b AktG, ermächtigt, für die
Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, sohin bis einschließlich
3. Juli 2018, mit Zustimmung des Aufsichtsrats und ohne weiteren
Beschluss der Hauptversammlung, eigene Aktien nach erfolgtem
Rückerwerb sowie bereits im Bestand der Gesellschaft befindliche
eigene Aktien der Gesellschaft auch auf andere Art als über die Börse
oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern oder zu verwenden,
insbesondere eigene Aktien
 zur Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder
des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit
ihr verbundenen Unternehmens, einschließlich der Bedienung von
Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Aktienoptionen,
Long-Term-Incentive-Plänen oder sonstigen Mitarbeiterbeteili-
gungsprogrammen,
 zur Bedienung von allenfalls ausgegebenen Wandelschuldverschrei-
bungen,
 als Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen, Beteiligungen
oder sonstigen Vermögenswerten, und
 zu jedem sonstigen gesetzlich zulässigen Zweck
zu verwenden und hierbei die allgemeine Kaufmöglichkeit der Aktio-
näre auszuschließen (Bezugsrechtsausschluss). Die Ermächtigung kann
ganz oder teilweise und auch in mehreren Teilen und zur Verfolgung
mehrerer Zwecke ausgeübt werden.
DIVIDENDE PRO AKTIE Im Geschäftsjahr 2014/15 wurden pro
Aktie 0,20 € (im Geschäftsjahr 2013/14: 0,20 €) an Dividenden ausge-
schüttet.
46 Konzernabschluss zum 31. März 2015
149Konzernabschluss
23. SONSTIGE RÜCKLAGEN Die im Konzernergebnis realisierten Umgliederungsbeträge des sonstigen Ergebnisses und die Entwicklung
der sonstigen Rücklagen stellen sich wie folgt dar:
in Tsd. €
Währungsumrech-
nungsdifferenzen
Zur Veräußerung
verfügbare finanzielle
Vermögenswerte
Sicherungs-
instrumente aus der
Absicherung von
Zahlungsströmen
Umbewertung von
Verpflichtungen aus
Leistungen an Arbeit-
nehmer nach Beendi-
gung des Arbeitsver-
hältnisses
Sonstige
Rücklagen
Buchwert zum 31.03.2013*)
44.963 3 (89) (2.526) 42.351
Saldo unrealisierter Veränderungen vor
Umgliederung, nach Steuern (42.695) – (314) – (43.009)
Umgliederung realisierter, im Konzernergebnis
erfasster Änderungen, nach Steuern – – 89 – 89
Umbewertung von Verpflichtungen aus
Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung
des Arbeitsverhältnisses – – – (728) (728)
Buchwert zum 31.03.2014 2.268 3 (314) (3.254) (1.297)
Saldo unrealisierter Veränderungen vor
Umgliederung, nach Steuern 161.339 – (2.517) – 158.822
Umbewertung von Verpflichtungen aus
Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung
des Arbeitsverhältnisses – – – (6.751) (6.751)
Buchwert zum 31.03.2015 163.607 3 (2.831) (10.005) 150.774
*)
Angepasst unter Anwendung von IAS 19 revised.
Zur Darstellung der Ertragsteuern, die auf die einzelnen Bestandteile des sonstigen Ergebnisses einschließlich der Umgliederungsbeträge entfal-
len, wird auf Erläuterung 7 „Ertragsteuern“ verwiesen.
Konzernabschluss zum 31. März 2015 47
150 ATS Geschäftsbericht 2014/15
24. ERGEBNIS JE AKTIE Der Gewinn je Aktie wird gemäß IAS 33
„Ergebnis je Aktie“ (Earnings per Share) berechnet.
GEWICHTETER DURCHSCHNITT DER IM UMLAUF BEFINDLI-
CHEN AKTIEN Die Anzahl der ausgegebenen Aktien beträgt
38.850.000 Stück. Zum Stichtag 31. März 2015 werden keine eigenen
Aktien gehalten, die für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie in
Abzug zu bringen gewesen wären.
Der gewichtete Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien zur
Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie beträgt
38.850 Tsd. Stück im Geschäftsjahr 2014/15 bzw. 30.821 Tsd. Stück im
Geschäftsjahr 2013/14.
Der gewichtete Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien zur
Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie beträgt 38.850 Tsd.
Stück im Geschäftsjahr 2014/15 bzw. 31.618 Tsd. Stück im Geschäfts-
jahr 2013/14.
Die folgende Tabelle zeigt die Zusammensetzung des verwässerten
gewichteten Durchschnitts der im Umlauf befindlichen Aktien für die
angegebenen Perioden:
in Tsd. Stück 2014/15 2013/14
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf
befindlichen Aktien – Basisberechnung 38.850 30.821
Verwässernde Auswirkung – 797
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf
befindlichen Aktien – verwässerter Wert 38.850 31.618
UNVERWÄSSERTES ERGEBNIS JE AKTIE Die Basisberechnung des
Ergebnisses pro Aktie wird ermittelt, indem man das Konzernergebnis
der jeweiligen Periode, das den Aktionären der Gesellschaft zuzurech-
nen ist, durch den gewogenen Mittelwert der im Umlauf befindlichen
Stammaktien der jeweiligen Periode dividiert.
2014/15 2013/14
Konzernergebnis (in Tsd. €) 69.279 38.168
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf
befindlichen Aktien – Basisberechnung
(in Tsd. Stück) 38.850 30.821
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (in €) 1,78 1,24
VERWÄSSERTES ERGEBNIS JE AKTIE Das verwässerte Ergebnis je
Aktie wird ermittelt, indem man das Konzernergebnis der jeweiligen
Periode, das den Aktionären der Gesellschaft zuzurechnen ist, durch
den gewogenen Mittelwert der Anzahl der im Umlauf befindlichen
Stammaktien zuzüglich der Anzahl der möglichen ausständigen
Stammaktien der jeweiligen Periode dividiert. Die möglichen ausstän-
digen Stammaktien setzen sich aus den zusätzlich auszugebenden
Aktien für ausübbare Optionen bzw. Bezugsrechte zusammen und
sind im verwässerten Ergebnis pro Aktie enthalten.
2014/15 2013/14
Konzernergebnis (in Tsd. €) 69.279 38.168
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf
befindlichen Aktien –
verwässerter Wert (in Tsd. Stück) 38.850 31.618
Verwässertes Ergebnis je Aktie (in €) 1,78 1,21
25. WESENTLICHE EREIGNISSE NACH DEM BILANZ-
STICHTAG Am 28. April 2015 gab ATS ihren Einstieg in die nächste
Leiterplattengeneration, der sogenannten „substratähnlichen Leiter-
platte“, bekannt. Dies erfolgt durch den Aufbau weiterer Kapazitäten
am Standort Chongqing. Dadurch erhöht sich das geplante Investiti-
onsvolumen an diesem Standort bis Mitte 2017 von ursprünglich
350 Mio. € auf 480 Mio. €.
Darüber hinaus wurden bis zum 5. Mai 2015 keine Ereignisse oder
Entwicklungen bekannt, die zu einer wesentlichen Änderung des
Ausweises oder Wertansatzes der einzelnen Vermögenswerte und
Schuldenposten zum 31. März 2015 geführt hätten.
V. Sonstige Angaben
48 Konzernabschluss zum 31. März 2015
151Konzernabschluss
26. GESCHÄFTSVORFÄLLE MIT NAHESTEHENDEN PERSONEN UND UNTERNEHMEN Im Zusammenhang mit diversen
Projekten hat der Konzern Leistungen von Beratungsunternehmen, bei denen der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Androsch für die AIC Androsch
International Management Consulting bzw. der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Ing. Dörflinger für die Dörflinger Management  Betei-
ligungs GmbH als Geschäftsführer einzelvertretungsbefugt sind sowie Rechtsberatung von Frotz Riedl Rechtsanwälte, bei denen Aufsichtsrats-
mitglied Dr. Riedl als selbstständiger Rechtsanwalt tätig ist, erhalten:
in Tsd. € 2014/15 2013/14
AIC Androsch International Management Consulting GmbH 380 387
Dörflinger Management  Beteiligungs GmbH 8 5
Frotz Riedl Rechtsanwälte 3 6
391 398
Zum Bilanzstichtag bestehen keine ausstehenden Salden oder Verpflichtungen gegenüber den benannten Rechts- und Beratungsunternehmen.
MITGLIEDER DES VORSTANDS UND DES AUFSICHTSRATS Im Geschäftsjahr 2014/15 und bis zur Veröffentlichung des Konzernab-
schlusses waren folgende Personen als VORSTAND tätig:
 DI (FH) Andreas Gerstenmayer (Vorstandsvorsitzender)
 Dr. Karl Asamer (stellvertretender Vorstandsvorsitzender)
 Ing. Heinz Moitzi
Im Geschäftsjahr 2014/15 waren folgende Personen als AUFSICHTSRATSMITGLIEDER bestellt:
 Dr. Hannes Androsch (Vorsitzender)
 Ing. Willibald Dörflinger (1. Stellvertreter des Vorsitzenden)
 DDr. Regina Prehofer (2. Stellvertreterin des Vorsitzenden)
 Dkfm. Karl Fink
 DI Albert Hochleitner
 Mag. Gerhard Pichler
 Dr. Georg Riedl
 Dr. Karin Schaupp
Vom Betriebsrat waren delegiert:
 Wolfgang Fleck
 Sabine Fussi
 Franz Katzbeck
 Günther Wölfler
Die Anzahl der ausstehenden Aktienoptionen und der Personalaufwand aus zugeteilten Aktienoptionen stellen sich wie folgt dar:
Anzahl der ausstehenden Aktienoptionen
(in Stück)
Personalaufwand
(in Tsd. €)
31.03.2015 31.03.2014 2014/15 2013/14
DI (FH) Andreas Gerstenmayer 80.000 120.000 218 60
Ing. Heinz Moitzi 60.000 90.000 114 89
Vorstandsmitglieder gesamt 140.000 210.000 332 149
Andere Führungskräfte gesamt 37.000 55.500 99 46
177.000 265.500 431 195
Konzernabschluss zum 31. März 2015 49
152 ATS Geschäftsbericht 2014/15
Die Anzahl der ausstehenden Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte und der Personalaufwand aus zugeteilten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten
stellen sich wie folgt dar:
Anzahl der ausstehenden Aktien-
kurs-Wertsteigerungsrechte
Personalaufwand
(in Tsd. €)
31.03.2015 2014/15
DI (FH) Andreas Gerstenmayer 40.000 69
Dr. Karl Asamer 30.000 52
Ing. Heinz Moitzi 30.000 52
Vorstandsmitglieder gesamt 100.000 173
Andere Führungskräfte gesamt 130.000 224
230.000 397
Es wird auf die Erläuterungen zu den Aktienoptionsprogrammen unter Erläuterung 15 „Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und
sonstige Verbindlichkeiten“ verwiesen.
Im Geschäftsjahr betragen die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstands und der leitenden Angestellten gemäß IAS 24:
2014/15 2013/14
in Tsd. € Fix Variabel Summe Fix Variabel Summe
DI (FH) Andreas Gerstenmayer 429 506 935 428 373 801
Dr. Karl Asamer 361 301 662 – – –
Ing. Heinz Moitzi 359 361 720 357 424 781
Leitende Angestellte 4.134 1.996 6.130 3.898 1.598 5.496
8.447 7.078
Gemäß IAS 24 sind dies Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen, die direkt/indirekt für die Planung, Leitung und Überwachung der
Tätigkeiten des Unternehmens zuständig sind und verantwortlich sind; dies schließt Mitglieder der Geschäftsführung ein.
Die Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen der Mitglieder des Vorstands und der leitenden Angestellten betragen:
Abfertigungen
Geschäftsjahr
Pensionen
Geschäftsjahr
in Tsd. € 2014/15 2013/14 2014/15 2013/14
Aufwand im Periodenergebnis erfasst 165 136 328 322
Neubewertung im sonstigen Ergebnis erfasst 381 2 2.550 472
Auf das Geschäftsjahr entfallende und der Hauptversammlung vorgeschlagene Gesamtvergütung für persönlich erbrachte Leistungen der Mit-
glieder des Aufsichtsrats:
2014/15 2013/14
in Tsd. € Fix Variabel Summe Fix Variabel Summe
Dr. Hannes Androsch 35 19 54 35 18 53
Ing. Willibald Dörflinger 28 9 37 26 9 35
DDr. Regina Prehofer 25 9 34 25 9 34
Dkfm. Karl Fink 24 9 33 23 9 32
DI Albert Hochleitner 25 9 34 23 9 32
Mag. Gerhard Pichler 25 9 34 24 9 33
Dr. Georg Riedl 25 9 34 24 9 33
Dr. Karin Schaupp 22 9 31 22 9 31
209 82 291 202 81 283
50 Konzernabschluss zum 31. März 2015
153Konzernabschluss
Aktienbesitz und Aktienoptionen der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats zum 31. März 2015:
Aktien Aktienoptionen
Summe Aktien und
Aktienoptionen % Kapital
Vorstandsmitglieder 16.786 140.000 156.786 0,40
Aufsichtsratsmitglieder:
Dr. Hannes Androsch 599.699 – 599.699 1,54
Übrige Aufsichtsratsmitglieder 42.250 – 42.250 0,11
Summe Aufsichtsratsmitglieder 641.949 – 641.949 1,65
Privatstiftungen:
Androsch Privatstiftung 6.339.896 – 6.339.896 16,32
Dörflinger Privatstiftung 6.902.380 – 6.902.380 17,77
Summe Privatstiftungen 13.242.276 – 13.242.276 34,09
13.901.011 140.000 14.041.011 36,14
27. AUFWENDUNGEN FÜR DEN KONZERNAB-
SCHLUSSPRÜFER Die auf das Geschäftsjahr entfallenden Auf-
wendungen für den Konzernabschlussprüfer stellen sich wie folgt dar:
in Tsd. € 2014/15 2013/14
Konzern- und Jahresabschlussprüfung 124 125
Andere Bestätigungsleistungen 2 101
Sonstige Leistungen 48 52
174 278
Darin sind die Aufwendungen für andere Netzwerkmitglieder des
Konzernabschlussprüfers, beispielsweise für die Abschlussprüfung der
Tochterunternehmen oder Steuerberatungsleistungen, nicht enthal-
ten.
28. PERSONALSTAND Die Durchschnittszahlen der im Ge-
schäftsjahr beschäftigten Mitarbeiter stellen sich wie folgt dar:
2014/15 2013/14
Arbeiter 5.924 5.488
Angestellte 1.714 1.539
7.638 7.027
Die Ermittlung des Personalstands beinhaltet Leihpersonal im Bereich
der Arbeiter für das Geschäftsjahr 2014/15 in durchschnittlicher Höhe
von 3.264 und für das Geschäftsjahr 2013/14 in durchschnittlicher
Höhe von 3.045.
Leoben-Hinterberg, am 5. Mai 2015
Der Vorstand
DI (FH) Andreas Gerstenmayer e.h. Dr. Karl Asamer e.h. Ing. Heinz Moitzi e.h.
Konzernabschluss zum 31. März 2015 51
154 Erklärung aller gesetzlichen Vertreter
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den
maßgebenden Rechnungslegungsstandards erstellte Konzernabschluss
ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäfts-
verlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt,
dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertrags-
lage des Konzerns entsteht und dass der Konzernlagebericht die we-
sentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern
ausgesetzt ist.
Leoben-Hinterberg, am 5. Mai 2015
Der Vorstand
DI (FH) Andreas Gerstenmayer
Vorstandsvorsitzender
Dr. Karl Asamer
Finanzvorstand
Ing. Heinz Moitzi
Technikvorstand
Erklärung aller
gesetzlichen Vertreter
52 Erklärung aller gesetzlichen Vertreter
155Bestätigungsvermerk
BERICHT ZUM KONZERNABSCHLUSS Wir haben den beige-
fügten Konzernabschluss der AT  S Austria Technologie  System-
technik Aktiengesellschaft, Leoben-Hinterberg, für das Geschäftsjahr
vom 1. April 2014 bis 31. März 2015 geprüft. Dieser Konzernabschluss
umfasst die Konzernbilanz zum 31. März 2015, die Konzern-Gewinn-
und Verlustrechnung, die Konzerngesamtergebnisrechnung, die Kon-
zerngeldflussrechnung und die Konzerneigenkapitalveränderungs-
rechnung für das am 31. März 2015 endende Geschäftsjahr sowie den
Konzernanhang.
VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER FÜR
DEN KONZERNABSCHLUSS UND FÜR DIE BUCHFÜHRUNG
Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Konzernbuch-
führung sowie für die Aufstellung eines Konzernabschlusses verant-
wortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International
Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden
sind, und den nach § 245a UGB zu beachtenden unternehmensrecht-
lichen Vorschriften vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Ge-
staltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontroll-
systems, soweit dieses für die Aufstellung des Konzernabschlusses und
die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, damit dieser
frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von
beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und An-
wendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die
Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebe-
nen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.
VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS UND BE-
SCHREIBUNG VON ART UND UMFANG DER GESETZLI-
CHEN ABSCHLUSSPRÜFUNG Unsere Verantwortung besteht in
der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss auf der
Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beach-
tung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und
Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung sowie der vom Inter-
national Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) der Interna-
tional Federation of Accountants (IFAC) herausgegebenen Internatio-
nal Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Diese Grundsätze erfor-
dern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen
und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil
darüber bilden können, ob der Konzernabschluss frei von wesentli-
chen Fehldarstellungen ist.
Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen
zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und
sonstigen Angaben im Konzernabschluss. Die Auswahl der Prüfungs-
handlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers
unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftre-
tens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtig-
ten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risi-
koeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kon-
trollsystem, soweit es für die Aufstellung des Konzernabschlusses und
die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, um unter
Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshand-
lungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirk-
samkeit der internen Kontrollen des Konzerns abzugeben. Die Prüfung
umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzli-
chen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie
eine Würdigung der Gesamtaussage des Konzernabschlusses.
Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prü-
fungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinrei-
chend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.
PRÜFUNGSURTEIL Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen
geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung den gesetz-
lichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der
Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. März 2015 sowie
der Ertragslage des Konzerns und der Zahlungsströme des Konzerns
für das Geschäftsjahr vom 1. April 2014 bis zum 31. März 2015 in
Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards
(IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind.
AUSSAGEN ZUM KONZERNLAGEBERICHT Der Konzernla-
gebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prü-
fen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die
sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstel-
lung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk
hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebe-
richt mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die Angaben
nach § 243a UGB zutreffen.
Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit
dem Konzernabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutref-
fend.
Wien, den 5. Mai 2015
PwC Wirtschaftsprüfung GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und
Steuerberatungsgesellschaft
gez.:
Mag. Christian Neuherz
Wirtschaftsprüfer
Eine von den gesetzlichen Vorschriften abweichende Offenlegung, Veröffentlichung und Vervielfältigung im Sinne des § 281 Abs. 2 UGB in einer von der bestätigten Fassung abweichen-
den Form unter Beifügung unseres Bestätigungsvermerks ist nicht zulässig. Im Fall des bloßen Hinweises auf unsere Prüfung bedarf dies unserer vorherigen schriftlichen Zustimmung.
Bestätigungsvermerk
Bestätigungsvermerk 53
156 ATS Geschäftsbericht 2014/15
Advanced-Concepts-Team
Team bestehend aus Technologiefrüherkennung und Business Development, das sich vornehmlich mit der
Identifizierung neuer Technologien und Produkte für ATS beschäftigt
Assembly Service
Bestückung von Komponenten auf (oder in) der Leiterplatte
ATX Global Player
Ist ein nach Streubesitz gewichteter Preisindex und besteht aus allen Aktien, die an der Wiener Börse (im
„Prime Market“) gehandelt werden und mindestens 20 % ihres Umsatzes außerhalb Europas erwirtschaften.
ATX Prime
Der ATX Prime ist ein kapitalisierungsgewichteter Preisindex der Wiener Börse und besteht aus sämtlichen
Aktien, die im Prime Market notiert sind. Der ATX Prime ist der breite Index für jene Aktien, die über eine
ausreichende Kapitalisierung verfügen und die erhöhten Transparenz- und Publizitätskriterien erfüllen.
BGA-Substrate
Ball-Grid-Array-Substrat; das Substrat ist zumindest 1,2mal so groß wie der darauf befindliche Chip
CAPEX
Die CAPEX stellen die Zahlungswirksamen Investitionen in das Sach- bzw. Immaterielle Anlagevermögen dar,
d.h. die Anlagenzugänge werden um nicht zahlungswirksame Effekte bereinigt.
Cash Earnings
Berechnung siehe Lagebericht
Corporate Citizenship
Bürgerschaftliches Engagement in und von Unternehmen, die eine mittel- und langfristige unternehmerische
Strategie auf der Basis verantwortungsvollen Handelns verfolgt und sich über die eigentliche Geschäftstätig-
keit hinaus als „guter Bürger“ aktiv für die lokale Zivilgesellschaft oder z.B. für ökologische oder kulturelle
Belange engagiert.
Corporate Governance Kodex
Regelwerk für die verantwortungsvolle Führung und Leitung von Unternehmen; Geltung erlangt der Kodex
durch die freiwillige Selbstverpflichtung von Unternehmen
Corporate Social Responsibility (CSR)
Beitrag des Unternehmens zu einer nachhaltigen Entwicklung, die über die gesetzlichen Forderungen hinaus-
geht. CSR steht für verantwortliches unternehmerisches Handeln in der eigentlichen Geschäftstätigkeit, über
ökologisch relevante Aspekte (Umwelt) bis hin zu den Beziehungen mit Mitarbeitern (Arbeitsplatz) und dem
Austausch mit den relevanten Anspruchs- bzw. Interessengruppen.
Covenants (financial)
Ein Covenant stellt eine Verpflichtung des Schuldners gegenüber dem Gläubiger dar bestimmte Kriterien
nicht zu über- oder zu unterschreiten. Die gängigsten Covenants sind EK-Quote bzw. Nettoverschul-
dung/EBITDA.
Coverage
Unternehmensanalyse mit Bewertung durch Finanzanalysten
Glossar
Glossar 1
Advanced-Concepts-Team
Team bestehend aus Technologiefrüherkennung und Business Development, das sich vornehmlich mit der
Identifizierung neuer Technologien und Produkte für ATS beschäftigt
Assembly Service
Bestückung von Komponenten auf (oder in) der Leiterplatte
ATX Global Player
Ist ein nach Streubesitz gewichteter Preisindex und besteht aus allen Aktien, die an der Wiener Börse (im
„Prime Market“) gehandelt werden und mindestens 20 % ihres Umsatzes außerhalb Europas erwirtschaften.
ATX Prime
Der ATX Prime ist ein kapitalisierungsgewichteter Preisindex der Wiener Börse und besteht aus sämtlichen
Aktien, die im Prime Market notiert sind. Der ATX Prime ist der breite Index für jene Aktien, die über eine
ausreichende Kapitalisierung verfügen und die erhöhten Transparenz- und Publizitätskriterien erfüllen.
BGA-Substrate
Ball-Grid-Array-Substrat; das Substrat ist zumindest 1,2mal so groß wie der darauf befindliche Chip
BYOD
Bring your own device - es wird den Mitarbeitern gestattet, Ihre privaten Geräte zu verwenden um auf Fir-
mendaten zuzugreifen
CAPEX
Die CAPEX stellen die Zahlungswirksamen Investitionen in das Sach- bzw. Immaterielle Anlagevermögen dar,
d.h. die Anlagenzugänge werden um nicht zahlungswirksame Effekte bereinigt.
Cash Earnings
Berechnung: siehe Lagebericht
Corporate Governance Kodex
Regelwerk für die verantwortungsvolle Führung und Leitung von Unternehmen; Geltung erlangt der Kodex
durch die freiwillige Selbstverpflichtung von Unternehmen
Corporate Social Responsibility (CSR)
Beitrag des Unternehmens zu einer nachhaltigen Entwicklung, die über die gesetzlichen Forderungen hinaus-
geht. CSR steht für verantwortliches unternehmerisches Handeln in der eigentlichen Geschäftstätigkeit, über
ökologisch relevante Aspekte (Umwelt) bis hin zu den Beziehungen mit Mitarbeitern (Arbeitsplatz) und dem
Austausch mit den relevanten Anspruchs- bzw. Interessengruppen.
Covenants (financial):
Ein Covenant stellt eine Verpflichtung des Schuldners gegenüber dem Gläubiger dar bestimmte Kriterien
nicht zu über- oder zu unterschreiten. Die gängigsten Covenants sind EK-Quote bzw. Nettoverschul-
dung/EBITDA.
Coverage
Unternehmensanalyse mit Bewertung durch Finanzanalysten
CSP-Substrate
Chip-Scale-Packaging-Substrate; das Substrat ist max. 1,2 so groß wie der darauf befindliche Chip
Glossar
2 Glossar
157Glossar
CSP-Substrate
Chip-Scale-Packaging-Substrate; das Substrat ist max. 1,2 so groß wie der darauf befindliche Chip
Duration
Durchschnittliche Rückzahlungsdauer der finanziellen Verbindlichkeiten.
EBIT
Betriebsergebnis = Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (Earnings Before Interest and Taxes)
EBIT-Marge
EBIT in Prozent der Umsatzerlöse
EBITDA
Betriebsergebnis vor Abschreibungen und Amortisationen (Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and
Amortisation)
EBITDA-Marge
EBITDA in Prozent der Umsatzerlöse
ECP® Technologie
Von ATS entwickelte Technologie, um aktive und/oder passive elektronische Bauteile in das Leiterplattenin-
nere einzubetten (Embedded Component Packaging Technologie)
® Registrierte Marke AT 255868
Embedding
Integration aktiver und/oder passiver elektronischer Bauteile in das Innere der Leiterplatte
EN9100
Qualitätsmanagementnorm Luftfahrt/Raumfahrt
EN ISO 13485
EN ISO 13485 ist eine international gültige Norm, welche die Anforderungen an ein Qualitätsmanagementsys-
tem für Organisationen festlegt, die Medizinprodukte entwickeln, herstellen, installieren oder instand halten.
FE
Forschung  Entwicklung
FF
Formfaktor
Flex-to-install
Leiterplatten, die für den platzeffizienten Einbau (z.B. in ein Gehäuse) gebogen werden
HDI Leiterplatten
Leiterplatten mit Strukturen kleiner 100 Mikrometer bzw. 0,1 Millimeter (High Density Interconnection)
Hedging
Finanzgeschäft zur Absicherung gegen Risiken, beispielsweise von Wechselkurs- oder Zinsschwankungen
High-End-Segment
Technologisch anspruchsvolles Segment, auf das ATS als Technologieführer fokussiert
158 ATS Geschäftsbericht 2014/15
IC-Substrate
IC-Substrate sind mehrlagige, elektrisch leitende Schaltungsträger für Silizium-Halbleiter, auch Chips oder
Integrated Circuits/ICs genannt, und stellen das Bindeglied zwischen Halbleitern und Leiterplatte dar.
IFRS
Die International Financial Reporting Standards sind die internationalen Rechnungslegungsvorschriften, wel-
che für ATS, als börsennotiertes Unternehmen, verpflichtend gelten
Internet of Things
Eine Entwicklung, die darauf basiert, wie Internet-verbundene Geräte verwendet werden, um den Datenaus-
tausch zu verbessern, komplexe Prozesse in der Industrie zu automatisieren und wertvolle Informationen zu
generieren
Internet of Everthing
Die meisten der heute verwendeten „verbundenen Geräte“ benötigen eine aktive Interaktion durch den
Benutzer und werden vor allem für die Informationsbeschaffung oder Unterhaltung verwendet. Der Großteil
der 50 Milliarden verbundenen Dinge im Jahr 2020 wird dafür verwendet werden, Systeme in unterschied-
lichsten Bereichen (Industrie, Smart Home, Smart City, Smart Energy, Smart Healthcare Wearables u.v.a.) zu
überwachen und zu steuern
IRR
Die Innovation Revenue Rate stellt den Umsatzanteil von Produkten dar, welche neue, innovative Technolo-
gien aufweisen und deren Markteinführung in den letzten drei Jahren stattfand.
ISIN
Alphanumerische Wertpapierkennnummer zur weltweiten Identifizierung von Wertpapieren
(International Securities Identification Number)
ISO
Internationale Organisation für Normung
ISO 14001
Umweltmanagementnorm
ISO 9001
Qualitätsmanagementnorm
ISO/TS 16949
Anerkannte ISO-technische Spezifikation, fasst die Anforderungen der internationalen Automobilhersteller
zusammen
Lötstoppmaske
Lack zum Schutz der Leiterplattenoberfläche
L/S
Line/Space Breite und Abstand von Leiterzügen
LTI
Long-Term-Incentive: langfristig orientiertes Bonussystem
4 Glossar
159GlossarGlossar 3
MEMS
Mikro Elektro Mechanisches System
Microvia
Bei Microvias handelt es sich um kleinste Bohrungen, die mit einem Laser gebohrt werden und die elektrische
Verbindung zwischen den Lagen in einem Multilayer erzeugen.
Miniaturisierung
Trend zu immer feineren Leiterplattenstruktur auf immer kleinerer Oberfläche
Modularisierung
Einzelkomponenten werden zu Modulen zusammengefasst
Multilayer
Mehrlagige Leiterplatte
Net CAPEX
CAPEX abzüglich Einzahlungen aus der Veräußerung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten
Nettoverschuldung
Berechnung siehe Lagebericht
NOPAT
Das Net Operating Profit After Tax stellt den um das Finanzergebnis bereinigten Jahresüberschuss dar. Be-
rechnung siehe Lagebericht.
OHSAS 18001
Arbeitssicherheitsmanagementnorm (Occupational Health and Safety Assessment Series)
One-on-Ones
Einzelgespräche
One-Stop-Shop
Dem Kunden ist es möglich, an einem Anlaufpunkt (One Stop – ein Halt) mehrere Bedürfnisse zu befriedigen.
ÖCGK
Österreichischer Corporate Governance Kodex; siehe „Corporate Governance Kodex“
Prime Market
Umfasst Aktienwerte der Wiener Börse, die zum Amtlichen Handel oder zum Geregelten Freiverkehr zugelas-
sen sind und speziellen Zusatzanforderungen entsprechen
PTH
Plated-Trough-Hole / Durchkontaktiert
Ramp-up
Hochfahren eines Werks
Retail Bonds
Unternehmensanleihen deren Zeichner sowohl private als auch an institutionelle Investoren sein können.
160 ATS Geschäftsbericht 2014/15
Rigid-Flex Leiterplatte
Siehe ATS Produktportfolio
ROCE
Das Return On Capital Employed gibt an, wieviel Rendite ein Unternehmen mit seinem eingesetzten Kapital
erwirtschaftet. Berechnung siehe Lagebericht
Sale-and-Lease-Back
Sonderform des Leasings, bei der eine Organisation eine Immobilie oder auch bewegliche Sachen an eine
Leasinggesellschaft verkauft und sie zur weiteren Nutzung anschließend wieder zurückleast
Schuldscheindarlehen
Sind anleiheähnliche mittel- oder langfristige Großkredite. Darlehensgeber sind in erster Linie Banken oder
Versicherungen. Die Darlehensurkunde ist ein Schuldschein.
Stock Options
Aktienoptionen
Swap
Ein Swap ist ein derivatives Finanzinstrument, das künftige Zahlungsströme tauscht. In der Regel werden
Währungen (Währungsswaps) bzw. fixe und variable Zinszahlungen (Zinsswaps) getauscht.
System-in-board (SiB)
Wenn passive oder/und aktive Komponenten in einer Leiterplatte eingebettet sind
System-in-package (SiP)
Besteht aus einem oder mehreren Halbleitern und passiven Komponenten, welche ein System oder einen
funktionellen Block bilden
Verschuldungsgrad
Berechnung: siehe Lagebericht
WACC
Die Weighted Average Cost of Capital stellen die durchschnittlichen Kapitalkosten dar, die das Unternehmen
für die Aufnahme von Eigen- bzw. Fremdkapital bezahlen muss.
Wearable Devices
Tragbare elektronische Geräte
Kontakt/Impressum
AT  S Austria Technologie  Systemtechnik Aktiengesellschaft
Fabriksgasse 13
8700 Leoben
Österreich
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Beratung, Konzept und Gestaltung allgemeiner Teil
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Fotos
Klaus Vyhnalek Fotografie, Wien
Daniel Novotny: Seite 42
Werbeagentur DMP: Seiten 15, 16, 17
Illustrationen/Grafiken
Stefanie Hilgarth/carolineseidler.com: Seiten 18, 19
Werbeagentur DMP: Seiten 16, 17, 46, 47, 79, 91, 92
Disclaimer
Dieser Bericht enthält zukunftsbezogene Aussagen, die auf Basis von zum Erstellungszeitpunkt zur Verfügung
stehenden Informationen getroffen wurden. Sie werden üblicherweise mit Wörtern wie „erwarten“, „planen“,
„rechnen“, „beabsichtigen“, „könnten“, „werden“, „Ziel“, „Einschätzung“ und ähnlichen Begriffen umschrieben.
Aussagen dieser Art beruhen auf aktuellen Erwartungen und Annahmen. Solche Aussagen unterliegen ihrer
­Natur nach bekannten und unbekannten Risiken und Unsicherheiten. Die tatsächlichen Entwicklungen ­können
von den dargestellten Erwartungen daher wesentlich abweichen. Empfänger dieses Berichts sollten diese Aus-
sagen daher nur mit der entsprechend gebotenen Vorsicht zur Kenntnis nehmen. Weder ATS noch irgend­
eine andere Person übernehmen für die Richtigkeit und Vollständigkeit der in diesem Bericht enthaltenen, die
Zukunft betreffenden Aussagen Verantwortung. ATS übernimmt keine Verpflichtung, diese Aussagen, etwa
in Hinblick auf geänderte Annahmen und Erwartungen oder zukünftige Entwicklungen und Ereignisse sowie
tatsächliche Ergebnisse, zu aktualisieren.
Durch die kaufmännische Rundung von in diesem Bericht enthaltenen Einzelpositionen und Prozentangaben
kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen.
Personenbezogene Formulierungen sind geschlechtsneutral zu verstehen.
Dieser Bericht stellt keine Empfehlung oder Einladung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren der ATS dar.
Der Bericht wurde in deutscher und englischer Sprache verfasst. Maßgeblich ist in Zweifelsfällen die deutsch-
sprachige Version.
Druck- und Satzfehler vorbehalten.
Veröffentlicht am 17. Juni 2015
Web ats gb2015_deutsch_

Web ats gb2015_deutsch_

  • 1.
    Die Zukunft stellt vielegroße Fragen. Geschäftsbericht 2014/15
  • 2.
  • 3.
  • 4.
    Kennzahlen IFRS Einheit 2011/122012/13 1) 2013/14 2014/15 Veränderung in % ERGEBNIS UND ALLGEMEINE INFORMATIONEN Umsatzerlöse Mio. € 514,2 541,7 589,9 667,0 13,1 % davon in Asien produziert % 73,4 % 73,9 % 75,9 % 79,0 % – davon in Europa produziert % 26,6 % 26,1 % 24,1 % 21,0 % – Umsatzkosten Mio. € 430,7 464,6 471,1 511,6 8,6 % Bruttogewinn Mio. € 83,5 77,1 118,8 155,4 30,8 % Bruttogewinn-Marge % 16,2 % 14,2 % 20,1 % 23,3 % – EBITDA Mio. € 103,4 102,4 127,2 167,6 31,8 % EBITDA-Marge % 20,1 % 18,9 % 21,6 % 25,1 % – EBIT (Betriebsergebnis) Mio. € 42,1 31,4 53,9 90,1 67,0 % EBIT-Marge % 8,2 % 5,8 % 9,1 % 13,5 % – Konzernjahresergebnis Mio. € 26,5 14,6 38,2 69,3 81,5 % Konzernjahresergebnis der Eigentümer des Mutterunternehmens Mio. € 26,6 14,6 38,2 69,3 81,5 % Cash Earnings Mio. € 87,8 85,6 111,4 146,8 31,7 % ROE (Eigenkapitalrendite) 2) % 10,3 % 5,0 % 11,0 % 13,9 % – ROCE (Gesamtkapitalrendite) 2) % 7,7 % 5,6 % 9,6 % 12,0 % – ROS (Umsatzrendite) % 5,2 % 2,7 % 6,5 % 10,4 % – IRR (Innovation revenue rate) % 15,0 % 19,2 % 26,5 % 29,2 % – Nettomittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit (OCF) Mio. € 87,2 71,7 104,8 143,9 37,3 % Netto-Investitionen (Net CAPEX) Mio. € 113,1 40,5 90,3 164,8 82,5 % Mitarbeiterstand (inkl. Leiharbeiter), Ultimo – 7.478 7.011 7.129 8.120 13,9 % Mitarbeiterstand (inkl. Leiharbeiter), Durchschnitt – 7.417 7.321 7.027 7.638 8,7 % BILANZ Bilanzsumme Mio. € 694,6 726,7 916,1 1.220,8 33,3 % Eigenkapital Mio. € 283,1 304,8 390,7 604,4 54,7 % Eigenkapital der Eigentümer des Mutterunternehmens Mio. € 283,2 304,9 390,7 604,3 54,7 % Eigenkapitalquote % 40,8 % 42,0 % 42,7 % 49,5 % – Nettoverschuldung Mio. € 242,5 217,4 110,9 130,5 17,7 % Verschuldungsgrad % 85,7 % 71,3 % 28,4 % 21,6 % – Nettoumlaufvermögen Mio. € 92,3 102,7 91,7 95,3 3,9 % Nettoumlaufvermögen/Umsatzerlöse % 18,0 % 19,0 % 15,6 % 14,3 % – AKTIENKENNZAHLEN Anzahl der Aktien im Umlauf, Ultimo – 23.322.588 23.322.588 38.850.000 38.850.000 – Anzahl der Aktien, gewichteter Durchschnitt – 23.322.588 23.322.588 30.820.545 38.850.000 26,1 % Gewinn/Aktienanzahl zum Ultimo € 1,14 0,62 0,98 1,78 81,6 % Gewinn/gewichteter Durchschnitt der Aktienanzahl € 1,14 0,62 1,24 1,78 43,5 % Cash Earnings/gewichteter Durchschnitt der Aktienanzahl € 3,76 3,67 3,61 3,78 4,7 % Dividende/Aktie 3) € 0,32 0,20 0,20 0,36 80 % Schlusskurs € 9,15 6,79 8,75 14,62 67,1 % Dividendenrendite (zum Schlusskurs) 3) % 3,5 % 2,9 % 2,3 % 2,5 % – Marktkapitalisierung, Ultimo Mio. € 213,4 158,4 339,9 568,0 67,1 % Marktkapitalisierung/Eigenkapital 4) % 75,4 % 51,9 % 87,0 % 94,0 % – 1) Angepasst unter Anwendung von IAS 19 revised. 2) Die Berechnung basiert auf durchschnittlichen Werten. 3) 2014/15: Dividendenvorschlag an die Hauptversammlung am 9. Juli 2015. 4) Den Eigentümern des Mutterunternehmens zurechenbares Eigenkapital.
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    2011/12 2012/13 2013/142014/15 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15 514 542 590 667 27 15 38 69 283 305 391 604 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15 113 40 90 165 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15 69 74 84 95 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15 103 42 102 31 127 54 168 90 +31,8 % 25,1 %+13,1 % EBITDA EBITDA-MargeUmsatz 13,5 % +81,5 %+67,0 % EBIT-Marge KonzernjahresergebnisEBIT Umsatz/Bruttogewinn-Marge in Mio. €, in % Mitarbeiter/Umsatz je Mitarbeiter Anzahl, in Tsd. € Netto-investitionen in Mio. € 16,2 7.417 14,2 7.321 20,1 7.027 23,3 7.029* Konzernjahresergebnis in Mio. € EBITDA/EBIT in Mio. € Eigenkapital/ Eigenkapitalquote in Mio. €, in % 40,8 42,0 42,7 49,5 * Mitarbeiterstand Durchschnitt, bereinigt um nicht umsatz­ generierende Mitarbeiter (609 im Durchschnitt) des im Aufbau befindlichen Werks in Chongqing.
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    2 2011/12 2012/13 2013/142014/15 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15 700 600 500 400 300 200 100 0 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15 AT&S Geschäftsbericht 2014/15 »2014/15 war für AT&S ein außergewöhnlich starkes Jahr mit beachtlichen Erfolgen in allen Geschäftsfeldern.« Andreas Gerstenmayer, Vorstandsvorsitzender von AT&S Wachstums­ investitionen in die Zukunft von AT&S § Planmäßige Errichtung des neuen Werks im chinesischen Chongqing mit Gesamt­ investitions­volumen bis Mitte 2017 in Höhe von 480 Mio. € § Weitere Finanzierung dank ­starker Cashflows, zurück­ haltender ­Dividendenpolitik und Kreditlinien gesichert Neue Höchstwerte bei Umsatz und Ertrag § Umsatzsteigerung um 13,1 % auf 667,0 Mio. € § EBITDA mit 167,6 Mio. € um 31,8 % über Vorjahresniveau § Verbesserung der EBITDA-Marge von 21,6 % auf 25,1 % § Erhöhung des Konzernergebnisses um 81,5 % auf 69,3 Mio. € und des ­Gewinns pro Aktie von 1,24 € auf 1,78 € Der Geschäftsverlauf profitierte vom starken Wachstum in den Anwen­ dungsbereichen mobile Endgeräte – vor allem Smartphones – und vom immer höheren Elektronikanteil im Bereich Automotive. Bilanz- und Finanzierungsstruktur § AT&S weist zum Bilanzstichtag eine Eigenkapitalquote von 49,5 % aus und verfügt über ­ausreichende Liquidität zur Umsetzung des aktuellen Investitionsprogramms § Nettoverschuldungsgrad konnte auf Basis des höheren Eigenkapitals und trotz höherem Investitions­programm auf 21,6 % gesenkt werden § Cash Earnings waren 2014/15 mit 146,8 Mio. € (+ 31,7 %) starke Innenfinanzierungsquelle Eigenkapitalquote IN % Verschuldungsgrad IN % 40,8 42,0 49,5 42,7 21,6 28,4 71,3 85,7 Entwicklung Umsatz, EBITDA (jeweils in Mio. €) und EBITDA-Marge (in %) 55,0 45,0 35,0 25,0 15,0 5,0 514,2 103,4 541,7 102,4 589,9 127,2 667,0 167,6 20,1 18,9 21,6 25,1 n Umsatzerlöse n EBITDA n EBITDA-Marge Performance- Highlights 2014/15
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    3Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis Vorstandspräsentation  4 Unternehmensprofil undStandorte  14 Produktportfolio Anwendungsbereiche  16 Wertschöpfungskette  18 ATS Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter  20 Märkte, Kunden und Potenziale  34 Trends und Technologien  36 Einfluss- und Erfolgsfaktoren  38 Unternehmensstrategie  39 Bericht des Aufsichtsrats  42 Investor Relations  44 Corporate Governance Bericht  48 Konzernlagebericht  68 Konzernabschluss 2014/15  104 Erklärung aller gesetzlichen Vertreter  154 Bestätigungsvermerk  155 Glossar  156
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    4 ATS Geschäftsbericht2014/15 Geschätzte Aktionäre, Kunden und Partner von ATS, vielleicht können Sie ja über diese kleine Anekdote schmunzeln, denn dieses schöne Zitat stammt von Marty Cooper, dem Erfinder des ersten Mobiltelefons. Für uns dagegen ist die Meinungsbildung zur Markttauglichkeit einer neuen Technik einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren. Insofern kann sich Herr Cooper unseres Mitgefühls für seine Fehleinschätzung sicher sein. Daran, dass seine Prognose nicht eingetroffen ist, waren wir bei ATS übrigens nicht ganz unbeteiligt, haben wir doch die notwendigen technologischen Entwicklungen maßgeblich geprägt, voran- getrieben und entsprechend vom Boom der Mobilkommunikation profitiert. Wenn Sie heute mit mir durch eine belebte Straße spazieren würden, was würden wir dort sehen? Menschen, die mobil telefonie- ren. Menschen, die im Gastgarten E-Mails, Zeitungen oder ganze Romane am Tablet lesen. Oder die gleich ein ­schönes Foto mit ihrem Mobil­gerät machen. Was wir dage- gen dank Navigationssystemen heute nicht mehr so oft sehen, sind verirrte Autofahrer. Ob rückwärts einparken mit Parkassistent, ob bei der ­täglichen Joggingrunde durch den Stadtpark – genauestens analysiert von Mess­geräten für Puls, Geschwindigkeit und Distanz – ob mit Datenbrille oder smarter Armbanduhr: Noch nie zuvor in der Geschichte waren neue Technologien in solcher Zahl ein selbstverständlicher Teil des täglichen Lebens. Für diesen explosionsartigen Zuwachs an hilfreicher Technik in unserem Alltag liefern wir einen wichtigen Bestandteil: die Leiterplatte. Wer uns und unser ­Geschäft verstehen will, muss zunächst Entwicklungen für morgen, ­übermorgen und für den Tag danach. »Mobiltelefone sind viel zu teuer! Sie werden das Festnetz niemals ersetzen können, es sei denn, jemand möchte eine Million Dollar fürs Telefonieren ausgeben.« Was Sie schon immer über die Leiterplatten- Branche wissen wollten und sollten Immer kleiner Neben Halbleitern gehören Leiter­platten zu den wichtigsten Bauelementen des digitalen Zeitalters, da sie die un­ersetzbare Verbindungstechnologie für alle elek­ tronischen Geräte sind. Die Welt der Halbleiter und Mikroprozessoren bewegt sich heute im Nanometerbereich und stimuliert auch die Leiterplatten-Branche zu neuen Technologien und Lösungen. Immer mehr Die Aufgabenverteilung zwischen Halbleiter und Leiterplatte lässt sich mit jener von Hirn und Nervenbahnen vergleichen. Beide sind unverzichtbar für schnelle Reaktionen. Die technische Evolution in der Elektronikbranche weist stark in Richtung Zusammenwachsen unterschiedlicher Komponenten, Bauteile und Funktionen. Immer besser Leiterplatten sind unverzichtbar für die rasante Leistungssteigerung aller elektronischen Geräte und Anwendungen. Im globalen Wettbewerb der Hersteller liefern sie oft die Basis für den entscheidenden Vorsprung. das Produkt und seine Besonderheiten verstehen. Erlauben Sie mir daher einen kurzen Blick in die ­Vergangenheit. Die Vorläufer der heutigen Leiter­platten wur- den bereits in den 1920er Jahren patentiert. Wirtschaftliche Bedeutung brachte aber erst der Aufstieg der Computerbranche Jahrzehnte später. Die immer größeren ­Anforderungen der Computer verlangten nach grundlegenden Innovationen und brachten Schwung in die Welt der Leiter- platten. Die Entwicklung der Multilayer- Leiterplatte vor rund 30 Jahren setzte einen Meilenstein der Branche. Durch Durch- kontaktieren werden die einzelnen Ebenen miteinander verbunden. Damit wurde ein Platz- bzw. Leistungsproblem gelöst. Anfang 2000 wurde die sogenannte HDI- Leiterplatte am Markt eingeführt. HDI steht für High Density ­Interconnection und setzt auf Strukturen, die kleiner als 0,1 Millimeter sind. Dank der eingesetzten Lasertechnik konnten die Bohrungen, so- genannte Microvias, substanziell verkleinert werden, wodurch Platz gespart wurde und gleichzeitig die elektrischen Eigenschaften verbessert wurden. Vor allem für die Mobil- kommunikation war diese Entwicklung von großer Bedeutung. Im Jahr 2008 wurden nahezu alle mobilen GSM- und UMTS- Geräte mit HDI-­Leiterplatten ausgestattet. ATS war einer der Ersten, die diese Ent- wicklung am Markt prägten: Wir starteten das neue Werk in Shanghai 2002, das eines der modernsten HDI-Werke der Welt ist. Die HDI-Leiterplatte eröffnete zwar neue Möglichkeiten, die technologische ­Entwicklung schreitet aber in unglaub­ lichem Tempo voran. Wer uns ­ver­stehen will, muss diese ­enorme Dynamik
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    »Unser Erfolg istgleichzeitig der Erfolg unserer Kunden. Wir helfen ihnen dabei, ihren Vorsprung am Markt zu behalten.« Andreas Gerstenmayer, Vorstandsvorsitzender
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    6 ATS Geschäftsbericht2014/15 ­be­denken. Elektronische Geräte ­werden immer kleiner – bei immer höheren ­Ansprüchen hinsichtlich Funktionalität und Leistungsver­mögen. Können Sie sich noch an Ihr erstes Mobiltelefon erinnern? Wenn Sie dessen Leistungs­fähigkeit mit der eines modernen Smartphones ver­ gleichen, stellen Sie fest, dass sie innerhalb weniger Jahre buchstäblich explodiert ist. Und die Entwicklungs­möglichkeiten sind noch lange nicht ausgereizt. Diese enorme Geschwindigkeit der ­technischen Entwicklung erfordert von uns eine genaue Vorstellung davon, wohin die technische Entwicklung geht. Denn unser Erfolg ist ja gleichzeitig der Erfolg unserer Kunden. Wir helfen ihnen dabei, ihren Vorsprung am Markt zu behalten. Um also einzuschätzen, was ein weltweit führender Hersteller von Computern oder Mobilgeräten in einigen Jahren benötigen wird, braucht es ganz spezielle Voraus­ setzungen in Organisation und Firmen­ kultur. Für diesen – was die Kommunikation betrifft – hochsensiblen Bereich hat mein Kollege Heinz Moitzi ein genauso schönes wie verständliches Bild gefunden. Wir produzieren für das Heute, entwickeln für das Morgen, das Übermorgen und außer­dem auch gleich für den Tag danach. Vereinfacht gesagt trifft es das ziemlich ­genau. Dieser institutionalisierte Blick in die unmittelbare Zukunft und darüber hinaus ist ein weiterer unserer wesent­ lichen Erfolgsfaktoren. Er ermöglichte es uns in den letzten Jahren, den Boom in vielen Elektronikbranchen intelligent für uns zu nutzen. Das zeigt sich nicht zuletzt auch in der positiven Ent­wicklung unserer Geschäftszahlen. Während der letzten fünf Jahre konnten wir den Umsatz in Summe um knapp 37 % auf rund 667 Mio. € steigern und das EBITDA um 75 % auf 168 Mio. €. Der Vergleich der Wachstums- raten dieser beiden Kennzahlen beweist, dass wir auf die richtigen Martksegmente mit erfolgreichen Kunden gesetzt haben. Nur so konnten wir den ­Ertrag mehr als doppelt so stark steigern wie den Umsatz – das Resultat einer ­klaren ­Strategie und des überdurchschnittlich hohen Engagements unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ich möchte Ihnen nun unsere Erfolgs­ faktoren etwas näherbringen, denn sie sind die DNA von ATS. »Die HDI-Leiterplatte ­eröffnete zwar neue technische Möglich­ keiten, die ­Entwicklung schreitet aber in ­rasendem ­Tempo ­voran. Wer uns ver­stehen will, muss diese ­enorme ­Dynamik ­bedenken.« Hier wird eine innovative Lösung für eingebettete Leistungselektronik präsentiert. Ein Bereich, in dem ATS wieder frühzeitig effiziente Methoden zur Optimierung der Energienutzung entwickelte und marktreif macht.
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    »Während der letztenfünf Jahre konnten wir den Umsatz in Summe um knapp 37 % auf rund 667 Mio. € steigern und das EBITDA um 75 % auf 168 Mio. €.« Erfolgsfaktor Kundenfokus. Wie ich Ihnen schon zuvor geschildert habe, müssen wir die Bedürfnisse unserer Kunden in allen Geschäftsfeldern anti­ zipieren. Dafür analysieren wir die Trends der Elektronikindustrie sehr akribisch und entwickeln die dafür notwendigen Verbindungstechnologien frühzeitig und marktnah. Nur so können wir die rechtzeitige Produktion großer Stück­ zahlen sicherstellen und verschaffen damit auch unseren Kunden einen wichtigen Wett­bewerbsvorteil. Unsere europäische Ingenieurstradition des kreativen Tüftelns und Probierens ist ganz wesentlich für diese Technologieentwicklungen. Dieses Selbst- verständnis unterscheidet ATS klar von zahlreichen Mitbewerbern und ­bestimmt auch unseren wichtigsten Erfolgs­faktor – die Nähe zu unseren Kunden. Dank ­unserer High-End-Positionierung be­gleiten wir seit vielen Jahren die Marktführer in den unterschiedlichsten Sektoren. Das können wir nur dank unserer Technologie­ führerschaft und unserer fundierten ­Markt­kenntnisse. Erfolgsfaktor globale Präsenz. Dass Kundenorientierung bei ATS kein Lippenbekenntnis ist, zeigt sich auch in ­unserer globalen Aufstellung. Wir ­produzieren vorwiegend dort, wo sich die Wertschöpfungskette unserer Kunden befindet. 79 % unserer ge­samten Wert­schöpfung erfolgt in Asien, und 59 % der Gesamterlöse erzielen wir mit dort ansässigen Kunden bzw. deren ­Zulieferern. Hätte ATS vor rund ­15 ­Jahren den Schritt nach Asien nicht ­gewagt, würde das Unternehmen nicht mehr ­existieren – ­davon bin ich fest überzeugt. Heute profitieren wir von einer ­guten Balance aus High-Tech-­Produktion mit großer Stück- zahl bei geringem Produktmix in Asien und einem hohen Produktmix mit geringerer Stückzahl in Europa. Erfolgsfaktor höchste Standards. ATS setzt die Qualitäts- und Tech- nologiestandards unserer Branche. Es ­versteht sich von selbst, dass wir dabei Wir starteten 2002 das neue Werk in Shanghai, das eines der modernsten HDI-Werke der Welt ist. auf ­aus­ge­feilte Technologien setzen. Dafür investieren wir massiv in Forschung und Entwicklung. Entscheidend dabei ist, dass wir zukunftsweisende Technologien nicht nur entsprechend den Kundenbedürf­ nissen entwickeln, sondern diese auch rasch industrialisieren und in den geforderten Stückzahlen liefern können. Erfolgsfaktor kontinuierliche Investitionen. Wer stillsteht, der verliert. Für die hoch­ dynamische Leiterplattenbranche gilt das in besonderer Weise. Deshalb investieren wir bei ATS nicht nur massiv in die Weiter- entwicklung unserer Technologien, sondern auch in unsere Produktionskapazitäten. Allein im Geschäftsjahr 2014/15 beliefen sich die Netto-Investitionen auf knapp 165 Mio. €. Dazu berichte ich Ihnen gleich etwas mehr. Erfolgsfaktor Mensch. Es sind unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihrem überdurchschnitt- lichen Engagement und ihrer Loyalität, die unsere ­Position an der Spitze der Branche festigen. Und als europäisches Unter­nehmen punkten wir mit Werten wie Respekt, Fairness, Zuverlässigkeit und Handschlagqualität. Nachhaltige Unternehmensführung. ATS ist sich als „Good Corporate Citizen“ der besonderen Verantwor- tung gegenüber den Menschen in den ­Regionen, in denen wir tätig sind, bewusst. Neben der Unterstützung von Sozial­ projekten und der laufenden Verbesserung des Umwelt­schutzes arbeiten wir auch ­kontinuierlich an der Reduktion des Ver- brauchs ­natürlicher Ressourcen wie Wasser, Rohstoffe und ­Primärenergieträger. Damit wollen wir nicht zuletzt auch den wirt- schaftlichen Erfolg von ATS absichern. Doch wie bringen wir nun die Kraft ­unserer Erfolgsfaktoren auf die operative Straße?
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    8 ATS Geschäftsbericht2014/15 »Erfolg und Effektivität unserer Strategie lassen sich schwer an einem isoliert betrachteten Jahres­ergebnis ablesen. Dafür sind unsere strategischen ­Entscheidungen zu langfristig.« Wir unterteilen unser operatives ­Geschäft in die Segmente Mobile Devices Subs­ trate sowie ­Industrial Auto­motive inkl. ­Medical. Diese beiden Bereiche unter­ scheiden sich hinsichtlich der Kunden­ ansprüche und Dynamik sehr stark. Das Segment Mobile Devices mit ­Applikationen für Smart­phones, Tablets, Notebooks, PCs und ­Digitalkameras ist der ­klare technologi- sche Treiber: per­manente Innovationen zur Erweiterung der ­Funktionen und ­Steigerung des ­Leistungsver­mögens sind absolut erfolg­ bestimmend. Gleich­zeitig ist dieser Sektor von relativ kurzen ­Produktlebenszyklen ge- prägt, die gewöhnlich nicht länger als 12 bis 18 ­Monate dauern. Die Bestell­mengen sind in der Regel nur rund zwei Monate vorab fix definiert. Das Segment Industrial Automotive inkl. Medical wird von zwei wichtigen Faktoren geprägt: Einerseits können wir hier die ursprünglich für den Bereich Mobile ­Devices  ­Substrates entwickel- ten Technologien gewinnbringend zur Verlängerung der ­Nutzungsdauer unserer Produktions­anlagen einsetzen. Anderer­ seits ist der Lebens­­zyklus mit bis zu sieben Jahren bedeutend länger, was die mittel­ fristige Absatzplanung erleichtert und die Auslastung stabilisiert. Die techno- logischen Ansprüche variieren je nach ­Anwendungsgebiet. Im Sektor ­Automotive wird die Nachfrage aktuell von ­einem ­steigenden Anteil elektronischer Kompo- nenten – zum Beispiel für hoch­wertige Systeme wie Spurwechsel­assistenten oder automatische ­Fahrerabstands­messung – ­unterstützt. In ­hochwertigen Fahrzeugen kommen bis zu 200 Leiterplatten – von der ­Getriebesteuerung über die sich ­automatisch anpassende LED-Beleuchtung bis zu Enter­ tainment-Systemen – zum ­Einsatz. Eine ­Industrieproduktion ohne ­Roboter und Sensoren wäre ­heute un­vorstellbar – auch hier ­stecken hochleistungs­fähige Leiter­ platten ­dahinter. In der Medizintechnik erfordern Therapie­an­wen­dungen wie ­Hörgeräte oder ­Diagnostik­anwendungen wie MRT hochwertige, zuverlässige ­Lösungen. Auch in diesem Bereich konnte sich ATS während der letzten Jahre eine führende Stellung sichern. Unsere Strategie wurde im Geschäftsjahr 2014/15 erfolgreich bestätigt. Dank der ­erfolgreichen Positionierung in ertrag­ reichen Anwendungen konnten wir den Umsatz und – noch viel wichtiger – auch den Ertrag in beiden Segmenten markant steigern. Der Erfolg und die ­Effektivität unserer ­Strategie lassen sich aber nur schwer an einem isoliert betrachteten ­Jahresergebnis ablesen. Dafür sind unsere strategischen Ent­scheidungen zu lang­fristig. Dazu zählt auch die Zusammenarbeit mit Kunden, die in ihrem Sektor den Ton angeben und damit ihren eigenen Erfolg langfristig absichern; die laufende Steige- rung der betrieblichen Effizienz und aller Prozesse; auch die Fähigkeit, frühzeitig die richtigen Technologien zu entwickeln und diese auch industriell fertigen zu können. Das derzeit viel zitierte „Internet of things“ oder „Internet of everything“ zeigt eine Vielzahl von Trends auf, die die Zukunft der Elektronikbranche weiter prägen ­werden. Die entscheidende Frage ist jedoch, welche Anwendungen sich auch im professionellen Bereich durchsetzen werden: zum Beispiel die Datenbrille für ­Wartungsarbeiten oder sogenannte Wearable Devices, am Körper tragbare An­wendungen, die auch für den medizini- schen Bereich eingesetzt werden können. »Leistungssteigernde Applikationen für Mobile Devices sind absolut erfolgsbestimmend.« Forschungsquote sichert ATS den Platz an der Technologiespitze (bereinigt um die Entwicklungs­ kosten Chongqing) 4,2 % Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren per 31. März 2015 bei ATS beschäftigt aller Umsätze 2014/15 wurden mit Produkten erzielt, die während der letzten drei Jahre eingeführt wurden und technologisch innovativ sind 8.120 29,2 %
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    9 2014 2015 20162017 2018 Vorstandspräsentation 1) Quelle Prismark, Mai 2015 Globaler Leiterplattenmarkt wächst rascher als viele Elektronikbranchen Unabhängige Markteinschätzungen prognostizieren für den weltweiten Leiterplattenmarkt, der von ATS adressiert wird, im Zeitraum von 2014 bis 2019 ein durchschnittliches Wachstum von 3,3 % jährlich. Höherwertige Technologien wie HDI-Microvia-­ Leiterplatten sollten ein stärkeres Wachstum erzielen können. Smartphones bleiben Wachstumsmotor der Elektronikindustrie Kein anderer Sektor der Elektronikindustrie wuchs 2014 stärker als der Markt für Smartphones, der einen Anstieg um 27 % auf über 1,3 Mrd. verkaufte Geräte verzeichnete. Für die nächsten Jahre gehen Prognosen von einer Abflachung der Dynamik auf rund 9 % aus. PROGNOSE ABSATZVOLUMEN SMARTPHONES IN MRD. STÜCK 1) Die in nahezu allen Segmenten der Elektronik­industrie ­eingesetzten IC-Substrate können nur von wenigen Herstellern angeboten werden. Die Top Ten Player ­nehmen in ­Summe einen Marktanteil von rund 80 % ein. Mit der Errichtung des neuen Werks in Chongqing, China, wird sich ATS in den nächsten ­Jahren zu einem führenden Anbieter in diesem Hoch­­technologie­segment etablieren. Der Ramp-up des in Qualifi­zierung befindlichen Werks wird wie geplant mit ersten ­Umsätzen im Kalenderjahr 2016 erwartet. Globales Marktvolumen für ­IC-Substrate beläuft sich 2014 auf rund 8 Mrd. US-$ Substratähnliche ­Leiterplatte als nächster Entwicklungsschritt der ­HDI-Technologie Um das langfristige und nachhaltige, profitable ­Wachs­tum im High- End-Bereich zu halten, wird ATS dieses Marktpotenzial durch den Aufbau neuer ­Kapazitäten für diese nächste Leiterplatten-­ Generation, sogenannte „substratähnliche ­Leiterplatten“, am Standort Chongqing erschließen. Dafür werden die Gesamt­ investitionen an diesem Standort bis Mitte 2017 von 350 Mio. € auf etwa 480 Mio. € erhöht. Der Produktionsstart für diese Technologie wird in der ­zweiten Jahres­hälfte 2016 erwartet und basiert auf einer engen ­Kooperation zwischen den beiden ATS Standorten Shanghai und Chongqing. Dabei werden Synergien vor allem in den Bereichen Technologie, Prozess-Know-how und Managementkapazitäten genutzt. 1,3 1,8 1,9 1,61,5
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    10 ATS Geschäftsbericht2014/15 Zur Umsatz- und Ertragsentwicklung und wie es damit weitergeht: 2014/15 war für uns ein sehr erfolg­ reiches Jahr. Wir konnten die sehr guten Vorjahres­werte bei Umsatz und Ertrag nochmals deutlich auf 667,0 Mio. € ­steigern und neue Rekordergebnisse erzielen. Hauptverantwort­lich für den Umsatz­ anstieg war der Nach­frage­anstieg sowohl im Segment Mobile Devices Substrates als auch im Segment Industrial Automotive. Für das Geschäftsjahr 2015/16 erwarten wir wiederum einen Umsatz auf dem hohen, jetzt erreichten Niveau bei gleichen durch­ schnittlichen Wechselkursen. Die Steigerung des ­Betriebsergebnisses im ­Geschäftsjahr 2014/15 auf 90,1 Mio. € resultiert neben der verbesserten Kapazitätsauslastung haupt­ sächlich aus kontinuierlichen Kosten- und Effizienzverbesserungsaktivitäten. Da­rüber hinaus trugen positive Währungseffekte im Finanzergebnis und kapitalisierte Zinsen zur Ver­besserung des Konzernjahres­ergebnisses bei. Für 2015/16 erwarten wir eine EBITDA- Marge aus der Produktion und dem Verkauf von Leiterplatten auf vergleichbar hohem Niveau wie im Geschäftsjahr 2014/15. Unter ­Berücksichtigung der Belastungen durch Anlaufkosten in Chongqing erwarten wir auf Ebene des Gesamtkonzerns eine EBITDA- Marge von 18–20 % für das Geschäftsjahr 2015/16. Wichtige Ertragspotenziale: Langfristig müssen wir weiterhin auf die rich­ tigen Anwendungsgebiete und vor allem auf die richtigen Kunden setzen, mit denen wir uns technologisch und mengenmäßig weiter­ entwickeln können. Nur so können wir unsere hohe Ertragskraft absichern. In den nächsten beiden Geschäftsjahren wird der erfolgreiche Produktionsstart in Chongqing und somit der Einstieg in das Geschäft mit IC-Substraten und substratähnlichen Leiterplatten ein Haupt­ fokus sein. Strategisch bedeutet dieser Schritt eine außerordentliche Entwicklungschance für uns. Der operative Alltag wird weiterhin durch die Verbesserung aller Prozesse und Ab­ läufe, dem optimalen IT-Einsatz, aber auch die Investitionen zur langfristigen Absicherung der Profitabilität und Steigerung des Unternehmenswertes Karl Asamer, Finanzvorstand von ATS zum wirtschaftlichen Erfolg, Bilanzstruktur, Finanzierungsstrategie und Dividendenpolitik.
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    11Vorstandspräsentation hohen Investitionen geprägtenJahren, ist es, die Netto­­verschuldung im Verhältnis zum EBITDA unter 3,5 und die Eigenkapitalquote über 35 % zu halten. Langfristige, optimierte ­Finanzierungsstruktur: Wir konnten im Geschäftsjahr 2014/15 den Nettomittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit um knapp 37 % auf über 143,9 Mio. € steigern. Unsere ­wichtigste Finanzierungsquelle wird auch im Geschäfts­ jahr 2015/16 der erwirtschaftete ­Cashflow aus dem Ergebnis ­bleiben. Parallel dazu setzen wir Fremdkapital in Form von Bank­darlehen, Schuldscheindarlehen und Unternehmensanleihen ein. Zur Abfederung von Liquiditäts­schwankungen haben wir uns zudem Kredit­linien von über 200 Mio. € gesichert. Die durchschnittliche Rück­ zahlungsdauer betrug zum Bilanzstichtag 3,8 Jahre. Wir werden weiterhin an der ­Optimierung der Rückzahlungsdauer ­arbeiten und das gegenüber den Vorjahren niedrige Zinsniveau für Finanzierungen nutzen. ATS verfügt über eine sehr gute Bonität und kann daher aktuell neue Finan­ zierungen über 5 Jahre mit einer Verzinsung von unter 2 % abschließen. Bei der Auswahl unserer Finanzierungspartner legen wir großen Wert auf Wettbewerbsfähigkeit, langjährige Partnerschaft und Präsenz in den Ländern, in denen wir auch aktiv sind. Mit welcher Dividende Aktionäre rechnen können: Mit dem Start des Investitionsprojekts „IC-Substrate“ in Chongqing wurde die bisherige Dividendenpolitik vorübergehend ausgesetzt und durch einen Fixbetrag von 0,20 €/Aktie für die Geschäftsjahre 2012/13 und 2013/14 ersetzt. In dieser durch hohe Investitionen geprägten Zeit strebt der Vorstand für das abgelaufene Geschäftsjahr und die nächsten Jahre eine zurückhalten­ de Dividendenpolitik an. »ATS verfügt über eine sehr gute Bonität und kann daher aktuell neue Finanzierungen über 5 Jahre mit einer Verzinsung von unter 2 % abschließen.« ­Reduzierung der Kosten ­zugekaufter Materi­ alien und Leistungen geprägt ­werden. Solide Bilanz und Cashflows: 2014/15 konnte die Eigenkapitalquote auf 49,5 % gesteigert werden und die Netto­ verschuldung im Verhältnis zum ­EBITDA auf 0,8 gesenkt werden. Zum Bilanzstichtag verfügte die ATS über Zahlungsmittel und -äquivalente von 273,9 Mio. €. Der ­Verschuldungsgrad ­konnte auf 21,6 % ­gesenkt werden. Damit haben wir eine wich­ tige Voraussetzung ­geschaffen, die noch ausstehenden Investitionen in Chongqing von über 300 Mio. € bis Mitte 2017 und jene für technologische Ver­besserungen und Ersatz zu finanzieren. Diese Wachstums­ investitionen werden die Nettoverschuldung erhöhen und die Eigenkapitalquote senken. Unser Ziel in den nächsten beiden, von »Aktuell erken­ nen wir zahlreiche Trends. Die ent­ scheidende Frage ist jedoch, welche Anwendungen sich auch wirk­ lich durchsetzen ­werden.« Ich glaube, dass jeder, der ein wenig über die Zukunft unserer Branche nachdenkt, überzeugt davon ist, dass das sogenannte „Internet of things“ unser tägliches Leben nochmals stark verändern wird. Geräte und Funktionalitäten werden über das Internet miteinander vernetzt und ­kommunizieren auch miteinander. Dazu zählen auch Lösungen zur intelligenten Steuerung von ­Energiesystemen, Smart Homes oder die weitere Automatisierung von Industrie­ prozessen. Und nicht zuletzt ist auch im Automotive-Bereich mit revolutionären Innovationen zu rechnen. Aus technologi- scher Sicht sind schon heute selbst fahrende Autos möglich, die also ganz ohne Fahrer auskommen. Im Bereich der Mobilkommu- nikation beschäftigt uns die Frage, ob bzw. wie das Smartphone abgelöst werden wird. Wird sich die Smart Watch durch­setzen, oder kommt etwas ganz Neues? Wir sehen, dass sich der Trend zur Minia­ turisierung weiter fortsetzen wird. Die Leiterplatte wird noch kleiner werden, mehr Funktionen über­nehmen und Komponen- ten integrieren. Damit einhergehend wird auch der Trend zur ­Modularisierung weiter zunehmen. Gemeint ist damit eine subs- tanzielle ­Verbesserung der elektronischen Systeme, die nur erreicht werden kann, wenn die einzelnen Komponenten ideal aufeinander abgestimmt und in modularen Strukturen aufgebaut werden. Auch dieser Anspruch wird unsere Branche ganz wesent- lich verändern.
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    12 ATS Geschäftsbericht2014/15 So klein wird unsere Welt Heinz Moitzi, Technikvorstand von ATS, über den Trend zu Miniaturisierungen und andere aktuelle FE-Schwerpunkte und die damit verbundenen Herausforderungen. Zum Thema Forschungsschwerpunkte: Unsere Branche mit ihren zahlreichen Anwen­ dungsgebieten ist extrem schnell­lebig und dynamisch. Als Technologieführer investiert ATS rund 4,2 % (bereinigt um Entwicklungs­ kosten Chongqing) bzw. etwa 28,2 Mio. € in Forschung und Entwicklung – in die Weiter­ entwicklung bestehender Lösungen ebenso wie in gänzlich neue Bereiche. Neben dem zentralen Themenfeld der Miniaturisierung, wo es darum geht, die Leiterplatte trotz immer höherer Komplexität zu verkleinern, ­beschäftigen wir uns intensiv mit der Frage der Integration von weiteren Komponenten und Funktionen oder wie mit der Wärmeent­ wicklung auf immer engerem Raum umge­ gangen werden kann. Darüber hinaus gilt es natürlich auch, unsere eigenen Prozesse und Abläufe selbstkritisch zu hinterfragen und laufend zu verbessern. Zur Organisation von FE: Am Anfang steht die Arbeit unseres ­Advanced-Concepts-Teams, die darin besteht, neue und aufstrebende Technologien zu identifizieren, zu analysieren und weiterzu­ entwickeln. Hier geht es vorwiegend darum, Zukunftstrends der Elektronikbranche früh­ zeitig zu antizipieren und die technologischen Auswirkungen auf die Leiterplatten früher als die Mitbewerber zu erkennen. Wir setzen dabei neben Methoden der Geschäftsfeldana­ lyse, des Technologie-Screenings und Monito­ rings auch Risikoanalysen, Patentrecherchen und technische Machbarkeits­studien ein, um nur einige Instrumente zu nennen. Zum Thema geringe Streuverluste: Unser Innovationsprozess ist entlang des sogenannten ATS Stage-Gate® Process organisiert. Jeder Ansatz muss definierte Kriterien erfüllen, um in einer nächsten Phase weiterverfolgt zu werden. So können wir erfolg­versprechende Projekte frühzeitig iden­ tifizieren und unsere Ressourcen darauf kon­ zentrieren. Erfolgentscheidend ist dabei eine frühzeitige Abstimmung mit den Kunden, aber auch mit den Lieferanten, vor allem wenn es dabei um gänzlich neue Techno­logien und Verarbeitungsprozesse geht. Zu Patenten und ihrer Verteidigung: In erster Linie schützen wir unsere Inno­ vationen durch Patentanmeldungen. Allein im Geschäftsjahr 2014/15 konnten wir 20 Schutz­ rechte neu zur Anmeldung ein­reichen. In Summe hält ATS über 100 Patent­familien mit mehr als 170 Schutzrechten. In manchen Fällen ist es aber sinnvoller, auf eine Patent­ anmeldung zu ver­zichten, um die Konkurrenz erst gar nicht darauf aufmerksam zu machen. Zur Frage, ob es Leiterplatten in ihrer heuti­ gen Form in einigen Jahren noch geben wird: Die Commodity-Leiterplatte wird es auf jeden Fall geben. Auch in größeren ­Mengen
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    13Vorstandspräsentation Es zählt zuden Stärken von ATS, diese Trends nicht nur rechtzeitig zu berück­ sichtigen, sondern sie in geeigneten Technologien abzubilden – und das rascher, als es die Konkurrenz kann. So ­arbeiten wir ­beispielsweise bereits seit Jahren und sehr intensiv daran, neue Maßstäbe und Standards im Bereich der Miniaturisierung zu setzen. Die Entwicklung unserer ECP® Technologie (Embedded ­Component ­Packaging ­Technology) ist ein Resultat dieser ­Arbeit. Was kann diese Technologie? ­Dabei werden aktive und passive Bau­elemente in das Innere der Leiterplatte ­eingebaut, um zusätzlichen Platz für ­Bauelemente auf der Oberfläche zu ­schaffen. Aber auch mit der Errichtung eines neuen Werks für ­IC-Substrate am ­chinesischen Standort Chongqing ­schaffen wir die Voraussetzung für zukünftige ­Erfolge. ­IC-Substrate sind mehrlagige, elektrisch leitende Schaltungs- träger für ­Silizium-Halbleiter (Integrated ­Circuits, IC) und fungieren als Bindeglied ­zwischen den Strukturen im Nanobe- reich der Halb­leiter und den Strukturen im Mikrometer­bereich der Leiterplatten. Durch den Einsatz von immer leistungs­ fähigeren Mikroprozessoren in Computern, Notebooks, Smartphones und Tablets sind IC-Substrate ein wesentlicher Bestandteil der Verbindungstechnologie. Mit diesem Werk positionieren wir ATS als einen der federführenden Anbieter in der High- End-IC-Substrate-Technologie. Um die Zukunftstrends zu antizipieren, haben wir unser bisheriges Investitions­volumen am Standort Chongqing von 350 Mio. € auf 480 Mio. € erhöht. Wir werden in die nächste Technologie­generation in unserem Kerngeschäft und gleichsam eine Weiterent- wicklung der HDI-­Technologie investieren. Sozusagen das ­„Morgen“, um bei dem zuvor vom Kollegen Moitzi gewählten Bild zu bleiben. Wir stehen also vor einem weiteren ent­ scheidenden ­Quantensprung unserer Unter­ nehmensgeschichte. Dabei halten wir an den bewährten Stärken und Alleinstellungs­ merkmalen, die ATS seit Jahren auszeich- nen, auch weiterhin fest. Neben ­unserer Fähigkeit, die Standards bei Technik und Qualität zu ­setzen, ist es auch unser Ein- schätzungsvermögen darüber, was unsere Kunden ­eines Tages brauchen könnten und auch brauchen werden. ­Weiters starke und bewährte Lieferanten und Forschungs­ partner, die uns auf unserem Weg auf das nächste Level ­begleiten. Aus technologischer Sicht und hinsicht- lich der genannten neuen Geschäftsfelder befindet sich ATS aktuell in einem Transformationsprozess mit weitreichenden ­Auswirkungen für die Zukunft. Voran­ge­ trieben wird dieser Prozess von unserem Kernteam, das täglich mit einem unglaub- lichen Einsatz – und das quer durch alle Kulturen – am weiteren Erfolg von ATS arbeitet. Die bisherigen Erfolge von ATS zeigen klar, dass in der Vergangenheit strategische Entscheidungen richtig gefällt und umge- setzt wurden. Wir setzen täglich alles daran, diesen Weg auch in Zukunft fortzusetzen: die maßgeblichen Trends richtig zu er- kennen und zu antizipieren, das operative Geschäft weiter zu verbessern und unsere Investitionsprojekte rechtzeitig und tech- nisch gut umgesetzt auf Schiene zu bringen. So wollen wir die ATS Erfolgsgeschichte fortschreiben – im Sinne und zum Vorteil unserer Aktionäre, Kunden und Mitarbeiter. Vor uns liegt eine spannende Zukunft mit interessanten Entwicklungsperspektiven, die ich Ihnen mit diesen Zeilen hoffentlich verständlicher machen konnte. Sollte dieses Vorhaben gelungen sein, lade ich Sie herzlich ein, uns doch ein Stück unseres Weges zu begleiten. Ein analyti- scher Blick zurück zeigt Ihnen, dass es sich um ­einen Weg erfolgreichen Wachstums ­handelt. Zugegeben, für uns selbst ist der Blick in die Vergangenheit weniger ­spannend als der in unsere Zukunft. Denn sie ist die Zeit, in der wir unsere interes­ santesten Geschäfte machen werden. Herzlich Ihr Andreas Gerstenmayer, Vorstandsvorsitzender als ­heute. Wir werden aber auch immer mehr Leiterplatten brauchen, die über eine andere Komplexität als heute ver­ fügen, die noch kleiner sind und immer mehr Funktionen übernehmen. Vor 15 Jahren kam ein Telekommunikations­ modul nur in Mobiltelefonen zum Einsatz. Heute finden wir es auch in ­intelligenten Kühlschränken, Kaffee­auto­maten, ­medi­zinischen Geräten oder Industrie­ maschinen. Hier sind die technologi­ schen Möglichkeiten noch lange nicht ausgereizt. Meines Erachtens bleiben die nächsten Jahre für unsere Branche extrem spannend. ATS ist dafür in jeder Hinsicht bestens vorbereitet. Weitere Informationen zu FE finden Sie im Lagebericht ab Seite 94. Leiterplatten der neuesten Generation im Millimeterbereich. »Wir investieren rund 480 Mio. € bis 2017 und halten so weiter­ hin die ­führende Technologie­ position.«
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    14 ATS Geschäftsbericht2014/15 ATS – First choice for advanced applications Mit dieser Vision – die erste Wahl für hochwertige Anwendungen zu sein – positioniert sich ATS erfolgreich im hochdynamischen Weltmarkt für Leiterplatten. ATS ist heute Europas größter Leiterplattenhersteller und einer der führenden Produzenten von technologisch hochwertigen Leiterplatten weltweit. ATS konzentriert sich auf High-End-Technologien für langfristig attraktive und profitable Anwendungen für die Bereiche Mobile Endgeräte, Automotive, Industrie und Medizintechnik. Die ATS-Aktien notieren seit 2008 an der Wiener Börse (davor seit 1999 an der Börse Frankfurt), und sie stehen mit rund 65,9 % mehrheitlich im Streubesitz. Per 31. März 2015 beschäftigte ATS über 8.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die im Geschäftsjahr 2014/15 Umsatzerlöse in Höhe von 667,0 Mio. € erwirtschafteten. ATS-Mission § Wir setzen höchste Qualitätsstandards in unserer Branche § Wir industrialisieren zukunftsweisende Technologien § Wir stellen den Menschen in den Mittelpunkt § Wir reduzieren unseren ökologischen Fußabdruck § Wir schaffen Werte Über 8.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weltweit für ATS im Einsatz Meilensteine der Unternehmensgeschichte 1987 Unternehmensgründung, hervor­gegangen aus mehreren Unternehmen im Eigentum der Österreichischen Verstaatlichten Industrie. 1994 Privatisierung und Zuschlag an Androsch, Dörflinger, Zoidl. 1999 Börsengang Frankfurt (Neuer Markt); Akquisition von Indal Electronics Ltd., dem größten indischen Leiterplatten­ werk in Nanjangud, heute ATS India Private Limited. 2002 Produktionsstart im neuen Werk in Shanghai – eines der führenden HDI-Werke der Welt. 2006 Erwerb des koreanischen Herstellers von flexiblen Leiterplatten Tofic Co. Ltd., heute ATS Korea Co., Ltd. 2008 ATS Wechsel an die Wiener Börse 2009 Neue Produktionsausrichtung: Österreichische Werke produzieren für hochwertige Nischen im Industrie- und Automotive-Segment, Shanghai konzentriert sich auf das High-End Mobile Devices Segment. 2010 Produktionsstart Werk II in Indien. 2011 § Spatenstich für neues Werk in Chongqing, China § Erhöhung der Kapazitäten in Shanghai um 30 %. 2013 ATS steigt in Kooperation mit einem führenden Halbleiterhersteller in das ­IC-Substrate-Geschäft ein. 2015 ATS erzielt im Geschäftsjahr 2104/15 neuerlich Rekord­ werte bei Umsatz und Ertrag und beschließt Erhöhung des Investitionsprogramms in Chongqing von 350 Mio. € auf 480 Mio. €.
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    15Unternehmensprofil Unternehmensstandorte § Produktion Europa:hohe Produktvielfalt, niedrigeres Volumen § Produktion Asien: hohes Volumen, niedrige Produktvielfalt § Vertriebsnetzwerk über drei Kontinente ATS Werk ATS Vertriebsstandort Nanjangud, Indien Rund 1.100 Mitarbeiter Leoben, Österreich Hauptquartier Rund 900 Mitarbeiter Shanghai, China Rund 4.600 Mitarbeiter Ansan, Korea Rund 300 Mitarbeiter Chongqing, China Rund 900 Mitarbeiter, in Bau befindlich Fehring, Österreich Rund 300 Mitarbeiter
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    16 ATS Geschäftsbericht2014/15 Produktportfolio ­Anwendungsbereiche HDI Microvia-Leiterplatte HDI Anylayer-Leiterplatte Multilayer-Leiterplatte IMS Leiterplatte Doppelseitige Leiterplatte HDI bedeutet „High ­Density Inter­connect“ und steht für laser­ge­ bohrte Verbin­dungen (Micro­vias). HDI ist der erste Schritt zur Minia­tu­risierung. ATS ermöglicht Varianten von 4 Lagen Laser bis zum 6-n-6 HDI Multilayer. Technologische Weiter­ entwicklung der HDI Microvia: 100 % aller elektr. Verbindungen werden über laser­ gebohrte Microvias realisiert. Vorteil: weitere Minia­turisierung bei höherer Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit. ATS stellt HDI Anylayer von 4 bis 12 Lagen her. Multilayer-Leiterplatten findet man nahezu in jedem Bereich der Industrie-Elektronik. ATS fertigt 4- bis 28-lagige Leiter­platten vom Einzelmuster bis zur Großserie. IMS steht für „Insulated Metal Substrate“. IMS Leiterplatten dienen in erster Linie zur Wärme­ ableitung und werden deshalb vor allem bei LED oder ­sogenannten Leistungsbauteilen ­verwendet. Doppelseitig durch­ kontaktierte Leiterplatten werden heute in allen Bereichen der ­Elek­ tronik eingesetzt. ATS kon­zen­triert sich auf doppelseitige Leiterplatten im Bereich von 0,1 mm bis 3,2 mm Dicke. Shanghai, Leoben Produktionsstandort Shanghai Leoben, Nanjangud, Fehring FehringFehring, Nanjangud Mobiltelefone; in nahezu allen Elektronik­bereichen, z. B. auch in Computer- Tomo­graphen, Naviga­ tions-, ­Infotainment- und Fahrer­assistenzsystemen Anwendungsbereiche Smartphones, Tablets, PCs Einsatz in allen Elektronik­ anwendungen, z. B. Touchpanels und vom Flugzeug bis zum Motor­ rad, vom Speicherkraft­ werk bis zur Photovoltaik BeleuchtungsindustrieVorwiegend ­Industrie- und ­Automotive- Anwendungen
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    17Produktportfolio Flexible Leiterplatte auf AluminiumRigid-Flex-LeiterplatteFlexibleLeiterplatte Semiflexible Leiterplatte Um beispielsweise LED-Technologie im Frontscheinwerfer von Autos einsetzen zu können, werden flexible Leiterplatten mit einem Kühlkörper aus ­Aluminium verklebt und anschließend mit LED bestückt. Bei Rigid-Flex-Leiter­ platten werden die Vorteile der starren mit den Vorzügen der flexiblen Leiterplatte kombiniert. Dies bringt dem Anwender Vorteile in Bezug auf Signalübertragung, Größe und Stabilität. Ermöglicht den Ersatz von Kabeln und Steckern sowie Verbindungen und ­Geometrien, die mit ­starren Leiterplatten nicht möglich wären. Im Vergleich zu flexiblen Leiterplatten begrenzte Biegeradien und -zyklen, Verwendung eines Standard-Dünnlaminats ermöglicht kosten­ günstige Alternativen. AnsanLeoben, AnsanAnsan, Fehring Fehring Nahezu alle Elektronik­ bereiche z. B. Messgeräte, Medizin­anwendungen Automotive- Anwendungen Beleuchtung, Automotive, Gebäudebeleuchtung Industrieelektronik, z. B. Fertigungs­maschinen, Industrie­roboter Patentierte Technologien von ATS ECP: Embedded Component Packaging ECP® ist eine von ATS paten­ tierte Packaging-Technologie zur Ein­bettung aktiver und passiver elektronischer Bauelemente in die Innenlagen der Leiterplatte. Die mit der ECP®-Technologie hergestellten Leiterplatten finden Anwendung in immer kleineren, ­effizienteren und leistungs­ fähigeren Geräten wie beispiels­ weise Smartphones, Tablets, Digital­kameras und Hörgeräten. Produktionsstandort: Leoben 2.5D® Technologie- Plattform Diese Technologie-Plattform ermöglicht die Kombination von mechanischer und elektrischer Miniaturisierung. Mithilfe dieser Technologie kann die Stärke von Leiterplatten partiell reduziert wer­ den, um damit die bestückte Bau­ gruppe dünner zu machen. ­Weiters können damit Hohlräume in die Leiterplatte gefertigt werden, um z. B. Akustikkanäle zu ­realisieren. Ein Hauptanwendungsgebiet dieser Technologie ist die 2.5D®- Rigid-Flex-Leiterplatte, welche als kostenoptimierte Alternative für sogenannte Flex-to-install-­ Applikationen eingesetzt wird. Produktionsstandorte: Leoben, Shanghai
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    18 ATS Geschäftsbericht2014/15 Wertschöpfungskette Das ist die schematische Darstellung einer Wertschöpfungskette – denn abhängig von der Anzahl der Lagen kann die Herstellung einer Leiterplatte bis zu 150 Arbeitsschritte ­umfassen. Ressourcen Produktionsprozess Beschaffung von Roh­stoffen und Material (u. a. Kupferfolie, Cores, Prepreg, Gold, Zinn, Silber, Laminate, Chemikalien etc.) Energie (Strom, Wärme, Druckluft etc.) Wasser (für Produktion, Kühlung, Reinigung) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (8.120 FTE per 31.3.2015) Auszug der Faktoren, die auf die Wert­ schöpfungs­kette einwirken Aufbereitung der Kundendaten Core 1. Isolationsmaterial: in Epoxydharz getränkte Glasfasermatte 2. Kupferfolie Wiederholen der Laminatschichten und Belichtungsvorgänge Bis zu 26 Lagen möglichAuftragen der Lötstoppmaske Dient als Schutz gegen Oxidation des Kupfers auf der Oberfläche sowie zur Vermeidung eines Kurzschlusses zwischen den einzelnen Leiterbahnen und Lötflächen. Belichten, entwickeln und aushärten Alle inaktiven Flächen werden abgedeckt. Alle aktiven Flächen (Lötpads, Prüfflächen usw.) werden vom Lötstopplack freigestellt. Konturbearbeitung (Fräsen, Ritzen) Produktionsplanung und laufende Optimierung FEGrundlagenentwicklung, Produktionsprozesse, Materialauswahl, Problemlösung Internes und externes Recycling von Reststoffen Ressourcen-, energie- und wassereffiziente Produktion Wiederholung der Prozessschritte Reinigung, Laminierung, Belichtung, Entwicklung und Ätzung Oberflächenbeschichtung der Pads mit Nickel/Gold, Silber oder chemisch Zinn Als Oxidationsschutz und zur Bildung einer lötbaren Schicht Reinigung der Oberfläche und Laminierung mit photosensitiver Folie
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    19Wertschöpfungskette Einbau in dasEndgerät Anwen­dungen von ATS Leiterplatten Smartphones, Tablets, ­Digital­ kameras, LED-Frontscheinwerfer, Antriebssteuerung, Fahrer­­ assistenzsysteme, Diagnose­ geräte, Hörgeräte, Herzschritt­ macher, Robotik, Sensorik etc. Entwicklung des Resists und Entfernung nicht benötigter Kupferfolie mittels Ätzen Chemische Behandlung der Oberfläche Für bessere Haftung Belichten mittels LDI (Laser Direct Imaging) Ein Laserstrahl belichtet alle Bereiche, die nach dem Ätzprozess erhalten bleiben sollen. Lay-up und Verpressung von Core, Prepeg und Kupferfolie bei bis zu 40 bar und 220 °C Mechanisches Bohren Für durchgehende Verbindung der einzelnen Kupferlagen Qualitätskontrolle 100 % Test der elektrischen Funktionsfähigkeit, visueller Test. Qualitätssicherung Zertifizierung der Anlagen und Prozesse Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter Laserbohren Für Verbindungen zwischen bestimmten Ebenen Verkupfern der Bohr- und Laserlöcher Für elektrische Verbindung Bestückung der Leiterplatten mit Halbleitern (Mikrochips), Widerständen, Kondensatoren etc. Vakuumverpackung der Leiterplatten (einzeln oder in Trays) und Auslieferung an Kunden Nächste Schritte* * Nicht Teil der ATS Wertschöpfungskette.
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    Die Champions League derLeiterplatten Wer kompromisslose Qualität im High-Tech-Bereich will, lässt bei ATS produzieren: Rund 8.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weltweit produzieren an fünf Standorten hochwertige Leiterplatten – selbst in kleinsten Losgrößen. Ihr Know-how und ihr Einsatz sichern Weltklasse für unsere anspruchsvollen Kunden. Begleiten Sie uns und werfen wir gemeinsam einen Blick in eine Produktion der Perfektion im Headquarter in Leoben. Final Inspect. Hier findet die letzte Kontrolle aller Leiterplatten statt, bevor sie verpackt und versendet werden. Elektrisch sind die Produkte einwandfrei funktionsfähig. Den­noch überprüfen 22 Mitarbeiterinnen im Zwei-Schicht-Betrieb die Leiterplatten nochmals zu 100 % auf optisch erkennbare Fehler.
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    22 ATS Geschäftsbericht2014/15 Einwandfreie Prozesskontrollen. u Vom Basis­material bis hin zum kunden­ spezifischen Test­report – Sabrina ­Grießmaier, Sonja Puster und Mariella ­Baumgartner verant­worten die Prozess­kontrollen im Physik­labor und behalten die jeweiligen Prüfkriterien im Auge. p The next big thing. Dietmar Drofeniks Job ist es, den unter­ nehmerischen Weitblick zu schärfen. Gemeinsam mit den Kollegen von Strategy Business Development hält er Ausschau nach der Technologie von morgen, übermorgen und für den Tag danach. t Geballtes Wissen auf acht Laufmetern. Im Research Development Team geht es darum, Know-how zu entwickeln, festzuschreiben und zu schützen. Marco Gavagnin und Diplomandin Martina Resch vor der Sammlung der ATS Patente. »Wir versuchen, die Trends in der Elektronikindustrie zu antizipieren, um so unseren Kunden frühzeitig Lösungen für die Produkte von morgen bieten zu können.« Dietmar Drofenik, Strategy Business Development
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    Vereinzelungsprozess. u Daniel Gratzin der Abteilung Ritzen und Fräsen vor einer der 15 State-of-the-art- Fräsmaschinen, die präzise Konturen für rund 2.500 Arbeitsformate pro Tag ermöglichen. ▼ Training on the Job macht Anlagen-fit. Serrano Santos Starlin absolviert ein mehrmonatiges Training im Galvanikbereich im Rahmen des umfangreichen Aus- und Weiterbildungsprogramms. t Qualität, Qualität und nochmals Qualität. Lückenlose Kontrolle jeder Leiterplatte. Blick in die Abteilung Elektrischer Test.
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    »Wir machen hierLeiter­ platten in Maßarbeit für jeden nur denkbaren ­Kundenwunsch. Echte ­Präzisionsarbeit.« Daniel Gratz, Fräsen ▼ Bereit zum Einbetten. Tamara Paulsen vor der ECP®-Produktion, einer von ATS patentierten Methode, bevor die Kom­ ponenten in die Leiterplatte integriert werden.
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    26 ATS Geschäftsbericht2014/15 p High-Tech-Produktionslinie. ATS setzt die Standards: Blick auf hochautomatisierte ­Anlagen am modernsten Stand der ­Produktionstechnik. »Ein perfekter Jahresab­schluss ist so einwandfrei wie unsere Leiterplatten. Und mindestens so geprüft.« Katharina Murg, Finance Controlling
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    27ATS Mitarbeiterinnen undMitarbeiter t Prüfender Blick II. Karim Beglari, Katharina Murg und ­Michael Dunst sorgen für die Erstellung gesetzlich vorgeschriebener Konzern­ abschlüsse für Investoren und Management. Tochtergesellschaften ­er­halten hier Lenkungshilfen sowie Rechnungslegungs-Know-how. p Prüfender Blick I. Vom Reagenzglas bis zum Berzelius-Becher. Der prüfende Blick von Chemielabortechnikerin Verena Schlugi gilt im Rahmen ihrer Ausbildung der laufenden Analyse der Prozess­ bäder chemischer Anlagen.
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    28 ATS Geschäftsbericht2014/15 t À la carte für die Kunden. Franz Mattl hält ein ATS Arbeits­ format in Händen. In ­seiner ­Ab­teilung „Fräsen“ werden die Außen­konturen definiert, um das vom ­Kunden gewünschte Auslieferungs­format herzustellen. Der Backend-Prozess. u Links fertige Leiterplat­ ten zur Auslieferung. Rund 5.000 verschie­ dene Kunden­formate werden derzeit im Werk Hinterberg für Kunden quasi in Maß­arbeit gefertigt. Rechts eine ­Galvanikanlage.
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    p Den Fingerauf die Qualität. Die Leitfähigkeit jeder Kontaktstelle und jeder Verbindung wird von Yvonne Tahedl mittels Fingertestverfahren einem Unterbrechungs- und Kurzschlusstest unterzogen. q Mit Bravour. Diese Leiterplatte ist bereits im ­Kunden­format und hat soeben den elektrischen Test in der Fingertest­maschine erfolgreich bestanden. »Qualitätsbewusst­ sein endet nicht am Fabriks­tor. Wenn du es ernst meinst, lebst du das.« Yvonne Tahedl, Elektrischer Test
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    30 Auch der neuesteBohr­ maschinenpark im Werk will sorgfältig gewartet sein.
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    31ATS Mitarbeiterinnen undMitarbeiter t Ohne Unterbrechung. Manfred Ofner und sein Team – hier mit Marion Burghauser und Mithun Palai – sorgen für eine reibungslose IT-Infrastruktur und -Systeme. p Ein Erfolgsgeheimnis. Der kritische Blick der Frauen. Sandra Weissensteiner bei der finalen Inspektion. Letzte Inspektion. u Doris Sarcletti ist die letzte Instanz auf dem Weg zum höchsten Qualitätsstandard in der Branche. Sie setzt dabei weltweite Maßstäbe. »Wir sorgen im Hintergrund dafür, dass die Werke nahtlos 24/7 effizient und IT- unterstützt laufen.« Manfred Ofner, IT
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    32 ATS Geschäftsbericht2014/15 Ökonomisch, ökologisch und sozial. u Für Tina Sumann, Group Managerin CSR/ Sustainability, ist das ATS Glas immer halb voll, wenn es um nach­haltiges Wirtschaften und den ­schonenden Umgang mit Ressourcen geht. p Kompetente Beschaffungsstrategie. Doris Polding schafft Mehrwert durch effiziente Ressourcenverwaltung und optimales Lieferantenmanagement.
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    Wir als HRTeam stellen den Menschen in den Mittelpunkt. Ob Arbeiter, Angestellte oder Management – das interkulturelle HR-Team stellt weltweit den Menschen in den Mittelpunkt, indem wir uns für Respekt, Engagement und Vertrauen einsetzen. (Nadja Noormofidi, Simona Rakusa, Monika Stoisser-Göhring) p Die Erfolgsgaranten. Fritz Eder, Daniel Grosser und Markus Maier stehen stellver­ tretend für 667 Mio. € Umsatz und sind rund um die Uhr für unsere Kunden da. »Durch unsere Kundenorientierung ist es uns möglich, frühzeitig Lösungen und Innovationen zu entwickeln.« Fritz Eder, Sales
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    34 2003/2004 2013 2016 2024 ? ATS Geschäftsbericht 2014/15 Der globale Markt für Leiterplatten ist stark geprägt von der hohen Dynamik der Elektronikindustrie bzw. den dahinter liegenden Kundenbedürfnissen. Während der letzten Jahre jagte dabei ein „großes Ding“ das nächste – von Desktop- und Notebook-Computern, MP3-Playern und Digitalkameras, Flachbildschirm-Geräten und Mobiltelefonen bis hin zu Smartphones und Tablets der jüngsten Generation. Es waren vor allem Smartphones und Tablets, die in den letzten Jahren überdurchschnittliche Wachstumsraten erzielen konnten und die Entwicklung der dafür benötigten elektronischen Komponenten wie Halbleiter und Verbindungstechnologien für Substrate und Leiterplatten stark beeinflusst haben. Konnte man Anfang 2000 mit einem Mobiltelefon in der Regel „nur“ telefonieren, sind die Smartphones von heute High-End-Computer mit mehr Rechenleistung, als der NASA für die erste Mondlandung im Jahr 1967 zur Verfügung stand. Hinter dieser rasanten Entwicklung und Leistungssteigerung verbirgt sich die konsequente Miniaturisierung in der Halbleiterindustrie. Nach dem Gesetz von Moore verdoppelt sich die Komplexität integrierter Schalt­ kreise alle zwölf bis 24 Monate. Die damit einhergehende Erhöhung der Leistungsdichte bei gleichzeitiger ­Reduzierung der Größe von Halbleitern hat auch bei Leiterplatten die Miniaturisierung und die Erhöhung der ­Komplexität der Lagenaufbauten und das rasche Wachstum der HDI- und Microvia-Technologie in allen Marktsegmenten ­bestimmt. So werden heute zunehmend High-End Leiterplatten im Bereich der Automobil­ elektronik, ­(Navigation, Multimedia, Kamerasysteme…) für Industrieanwendungen (Maschine zu Maschine- Kommunikation, Industriecomputer…) sowie in der Medizinelektronik (MRT, Herzschrittmacher, Hörgeräte…) und im Consumerbereich (Digitalkameras, High-End TV-Geräte, Smart-Watches…) eingesetzt. Am anschaulichsten lässt sich diese Veränderung am Beispiel der Mobiltelefone verfolgen. Eine typische Leiterplatte für ein Mobiltelefon war vor rund zehn Jahren etwa 13 x 6 cm groß. Im Jahr 2013 maß eine Leiterplatte für ein Smartphone im High-End-Bereich rund 9 x 2 cm. Das heißt, die Leiterplattenfläche für ein hochkomplexes Mobiltelefon wurde in zehn Jahren auf ein Viertel reduziert. Parallel dazu wurden jedoch die Eigenschaften und Anwendungsmöglichkeiten substanziell verbessert bzw. erweitert – um hochauflösende Fotografie, Internetzugang, integriertes Navigationssystem und vieles mehr. Diese Miniaturisierung ist jedoch noch lange nicht ausgereizt. Durch die Integration von Komponenten in Substrate und Leiterplatten können die Abmessungen weiter reduziert werden, wie nachstehende Aufstellung zeigt. Technologischer Wandel der Leiterplatte im Überblick Markt für Leiterplatten unterliegt rasantem technologischen Wandel Trend zur Miniaturisierung verstärkt sich weiter Märkte, Kunden und Potenziale Mobiltelefon Smartphone System on Chip All in One 125 x 55 mm 85 x 20 mm 30 x 30 mm 20 x 20 mm? 1 0,25 0,13 0,06? 100/100 μm 40/40 μm 30/30 μm 20/20 μm 1-n-1 Anylayer Anylayer Embedding ? Type PCB FF L/S Type PCB FF L/S Technologie
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    35 2014 2015 20162017 2018 Geschäftsmodell und Strategie Für ATS eröffnen sich mit der Integration von Komponenten in die Leiterplatte (Chip-Embedding) völlig neue Möglichkeiten und Wachstumspotenziale. Aktuell wird der Markt für die Bestückung der Leiterplatten (Assembly Service) von den sogenannten „Contract Electronic Manufacturer“ (CEM’s) beherrscht und der Markt für die Einbettung von Komponenten (Packaging) von der Halbleiterindustrie. Mit einem globalen Gesamtvolumen von rund 1.300 Mrd. US-$ ist dieser Markt um ein Vielfaches größer als jener für „unbestückte“ Leiterplatten. Mit dem Eintritt einiger Leiterplatten- und Substrathersteller in die Welt der Bestückung steht die Wert­ schöpfungs­kette der Elektronikindustrie vor grundlegenden Änderungen. Der globale Leiterplattenmarkt weist nach Einschätzungen von Prismark für 2014 ein Gesamtvolumen von über 57 Mrd. US-$ aus. Für die nächsten Jahre wird ein durchschnittliches jährliches Wachstum von rund 3 % jährlich prognostiziert. Für höherwertige Technologien wie zum Beispiel HDI-Microvia-Leiterplatten werden stärkere Wachstumsraten als für den Gesamtmarkt erwartet. Detaillierte Informationen dazu finden Sie auch im Lagebericht ab Seite 70. Absatzvolumen Leiterplattenmarkt in Mrd. US-$ Integration von Komponenten in die Leiterplatten bietet großes Potenzial Quelle: Prismark, Q4 2014 n Asien – sonstige n China n Japan n Europa n Amerika 19,4 26,1 6,7 2,2 3,0 57,4 19,9 27,6 6,4 2,1 2,9 58,9 20,8 29,2 5,9 2,1 2,9 60,9 21,6 30,7 5,5 2,0 2,9 62,7 22,5 32,1 5,2 2,0 2,9 64,7
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    36 ATS Geschäftsbericht2014/15 „Fixed“ Computing (Man geht zum Gerät) Mobility/BYOD (Man nimmt das Gerät mit sich) Internet of Things (Zeitalter des Geräts) Internet of Everything (Menschen, Prozess, Daten, „Dinge“) Verdoppelt alle 1,3 Jahre Verdoppelt alle 1,4 Jahre Verdoppelt alle ? Jahre 50 Mrd. Dinge Trends und Technologien Die weitere „Digitalisierung der Welt“ wird dieses Jahrzehnt verändern und das Wachstum der Elektronik­ industrie bestimmen. Die treibenden Kräfte dieser Entwicklung sind der nahezu allgegenwärtige Zugang zum Internet, zu immer günstigeren Tarifen für die Übertragung von Daten und für Sensoren sowie die Nutzung des Internets zur Unterstützung der Kommunikation zwischen elektronischen Geräten. Aktuell steht die ­Gesellschaft am Beginn des sogenannten „Internet of Things“ (IoT). Eine Entwicklung, die darauf basiert, wie Internet-verbundene Geräte verwendet werden, um den Datenaustausch zu verbessern, komplexe Prozesse in der Industrie zu automatisieren und wertvolle Informationen zu generieren. Im Jahr 2020 werden nahezu 50 Milliarden „Dinge“ über das Internet verbunden sein, gemäß einer Studie von Cisco, dem weltweit führenden Anbieter von Netzwerklösungen. Im Vergleich zu 2014 mit knapp 20 ­Milliarden verbundenen Geräten – in erster Line Smartphones und Computer – würde das einem jährlichen Wachstum von rund 16 % entsprechen. Damit hat das IoT das Potenzial, das „nächste große Ding“ in der globalen Elektronik­ industrie zu werden. Während das Konzept von IoT noch relativ jung ist, ­wandelt es sich bereits zu einer wesentlich breiteren Idee: dem ­„Internet of Everything“ (IoE). Dieser Ansatz umfasst nicht nur die Anzahl der Geräte, sondern auch die Ver­änderung der Art und Weise, wie diese Geräte das Internet in der ­Vergangenheit genutzt haben. Die meisten der ­heute ­verwendeten „verbundenen Geräte“ ­benötigen eine ­aktive ­Interaktion durch den Benutzer und wer­ den vor ­allem für die Informationsbeschaffung oder Unter­haltung ver­wendet. Der Großteil der 50 ­Milliarden ­verbundenen ­Dinge im Jahr 2020 wird dafür verwendet werden, ­Systeme in unterschiedlichsten Bereichen wie ­Industrie, Smart Home, Smart City, Smart Energy, Smart Mobility, Smart Healthcare, Wearables u.v.a. zu vernetzten und zu ­steuern. Die Auswirkung ­dieser Entwicklung wird das ­weitere Wachstum der ­gesamten Elektronik­industrie in ­allen Segmenten wesentlich beeinflussen. „Digitalisierung der Welt“ wird die Entwicklung der Elektronik­ industrie bestimmen Quelle: Cisco 1995 2000 2011 2020 200 Mio. 10 Mrd.
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    37 2014 2015 20162017 2018 2019 140 104 180 211 166 569 502 134 100 170 201 160 552 492482 535 154 191 160 96 128 160 117 215 246 185 624 534 153 112 203 234 178 605 523 146 108 191 222 172 587 513 Geschäftsmodell und Strategie Wachstumsprognosen Elektronikmarkt nach Segmenten in Mrd. US-$ In den Prognosen von Prismark zur Entwicklung des globalen Elektronikmarkts spiegeln sich die skizzierten Trends wider. Besonders groß sind die Wachstumserwartungen für elektronische Anwendungen im Industriebereich (z. B. Industrie 4.0) mit einer Gesamtsteigerung bis 2018 von knapp 27  % gefolgt vom Automobilbereich (z. B. Autonomes Fahren) mit 22,5 %. Überdurchschnittlich stark sollte diesen Einschätzung zu Folge auch der Medizinsektor (z. B. online Patientenüberwachung) mit 17 % und der Sektor Luftfahrt und Militär mit rund 20 % wachsen. Für die Bereiche Computer (z. B. Tablets, Notebooks) wird ein Wachstum von 9 % und für Kommunikation (z. B. Smartphones und Infrastruktur) mit 15 % gerechnet, das entspricht einer leichten Abflachung nach dem Boom der Vorjahre. Der Sektor Consumer Electronic (z. B. Wearables) sollte bis 2018 einen Anstieg um knapp 16 % verzeichnen. Detaillierte Informationen zur Entwicklung der Märkten und Branchen finden Sie auch im Lagebericht ab Seite 70. Quelle: Prismark, 2014 n Computer n Industrie n Kommunikation n Medizin n Consumer n Luftfahrt/Militär n Automotive
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    38 ATS Geschäftsbericht2014/15 Einfluss- und Erfolgsfaktoren Neben den zuvor skizzierten Veränderungen hinsichtlich Technologien und Anwendungsbereiche wird der ­Geschäftsverlauf von ATS von mehreren Einfluss- und Erfolgsfaktoren bestimmt. Die globale Elektronik­ industrie ist von einer hohen Dynamik geprägt und steht selbst im Einfluss der allgemeinen Konjunkturlage, der ­Investitionsbereitschaft der Unternehmen und der privaten Konsumneigung. Neben diesen allgemeinen ­Einflussfaktoren ist die Leiterplattenindustrie mit ihren weltweit rund 2.800 Produzenten von intensivem Wett­ bewerb gekennzeichnet. ATS fokussiert sich daher seit Jahren auf den technologischen High-End Bereich mit einer deutlich reduzierten Anzahl von rund 10 bis 15 relevanten Wettbewerbern. In diesem sich kontinuierlich verändernden Umfeld hat ATS wesentliche Faktoren für den nachhaltigen Erfolg definiert: § Klarer Fokus des Produkt- und Technologieportfolios § Langfristige Strategie mit ausreichender Flexibilität, um Marktentwicklungen antizipieren zu können bzw. auf Marktveränderungen reagieren zu können § Maximale Kundennähe und hohe eigene Marktintelligenz zur frühzeitigen Feststellung von Trends, die die Elektronik- und Leiterplattenindustrie bestimmen werden § Diversifiziertes und ausbalanciertes Kunden-, Anwendungs- und Technologieportfolio, um die unterschiedlichen Saisonalitäten und Volatilitäten der einzelnen Marktsegmente positiv zu nützen § Schnelle Umsetzung neuer High-End-Technologien und -Prozesse in den benötigten Mengen § Operative Exzellenz zur Sicherstellung hoher Qualitäts- und Produktionsstandards § Wettbewerbsfähige Standortwahl
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    39Geschäftsmodell und Strategie Unternehmensstrategie UnterBerücksichtigung der zuvor skizzierten Marktpotenziale sowie Einfluss- und Erfolgsfaktoren verfolgt die ATS-Unternehmensstrategie eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts im Sinne aller relevanten Interessengruppen. Nachstehende Themenfelder bilden die wichtigsten Eckpfeiler dieser Strategie: § Ausbau der Technologieführerschaft - durch Konzentration auf das High-End-Leiterplatten-Segment - durch Industrialisierung von zukunftsweisenden Technologien § Langfristiges, profitables Wachstum - durch Konzentration auf Anwendungsbereiche mit attraktivem Wachstumspotenzial und langfristiger Profitabilität - durch operative Exzellenz bei Qualität, Effizienz und Produktivität § Zukunftsorientierte Human-Resources-Strategie - Neue Kapazitäten für neue Technologien: Bindung und Gewinnung der besten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch globale Entwicklungsperspektiven und herausragende Aus- und Weiterbildungsprogramme - Diversität als Zukunftspotenzial § Nachhaltige Unternehmensführung - durch europäische Standards an allen Standorten - durch ambitionierte Key Performance Indicators für Ressourcenverbrauch und Emissionen - durch klares Committment als „Good Corporate Citizen“
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    40 IC Substrate 7/7 μm L/S ECP/SAP 25/25 μmL/S Next gen. ­Anylayer+ Substrate like PCB 30/30 μm L/S Interposer 40/40 μm L/S Anylayer 40/40 μm L/S Microvia/HDI 60/60 μm L/S Multilayer 100/100 μm L/S PTH 250/250 μm L/S ATS Geschäftsbericht 2014/15 Zur langfristigen Absicherung und dem weiteren Ausbau der Marktposition als führender Hersteller von High-End- Leiterplatten verfolgt ATS eine klare Technologiestrategie. Die zentralen Ansatzpunkte bilden dabei das weitere Vorantreiben der Miniaturisierung durch Realisierung von feineren Strukturen, die Verarbeitung dünnerer Materialien und die Integration von zusätzlichen Funk­ tionalitäten wie thermische Lösungen, Energie­gewinnungsmöglichkeiten sowie die Einbettung von passiven und aktiven Komponenten. Vor allem die Embedding- Technologie bedingt auch ein Nachjustieren des bisherigen Geschäftsmodells, in dem die Wertschöpfung durch die Bauteilbe­ schaffung und Einbettung erweitert wird. Die Kombination dieser techno­logischen Entwicklungen – Miniaturisierung auf ­Ebene der Leiterplatte sowie ­IC-Substraten – sowie die Umsetzung von System-in-Board- und System-in-­Package-Anwendungen werden in weiterer Folge die vollständige Integrati­ on von High-End HDI-Microvia-Technologie und Embedded-­Component-Packaging hin zu hoch­komplexen All-in-One-Modulen ermöglichen. Die nachstehende Grafik v­erdeutlicht entlang der linken Skala die Entwicklung der Miniaturisierung im ­Hinblick auf Leiterzugs­ dichte und -abstände. Auf der horizontalen Achse ist die Entwicklung der „Funktionellen Integration“ dargestellt. Die Kombination dieser beiden Aspekte wird zu den bereits erwähnten „All-in-one Modulen“ führen. Mit dem Einstieg in die IC-Substrat­ technologie und der Erweiterung des Unternehmensstandorts Chongqing durch die Implementierung eines ­neuen Tech­ nologieniveaus für sogenannte substrat­ ähnliche Leiterplatten schafft ATS als eines der ersten Unternehmen weltweit die Basis für die Verschmelzung der beiden Welten von Leiterplatten- und Halbleiterindustrie in einem wettbewerbsfähigen Umfeld. Neben diesen Aspekten be­schäftigt sich ATS mit zahlreichen weiteren technologischen ­Fragestellungen, die aus Wettbewerbs­ gründen nicht näher er­läutert werden. Weitere Details zur Forschungs- und ­Entwicklungstätigkeit finden Sie im ­Lage­bericht ab Seite 94. Technologiestrategie Technische Evolution und Auswirkungen auf ATS-Produktportfolio Rigid Kavitäten Rigid-Flex Thermo­ manage­ ment HF- Anwen­ dungen Passive aktive Komp. Sensoren MEMS Power Supply Energy Harvester Gehäuse 3D PCB Diversifikation: Zusätzliche Funktionalitäten M iniaturisation und SiB ergeben hochwertige M odule Roadmap für Miniaturisierung elektronischer Verbindungen Funktionelle Module: System-in-board (SiB) System-in-package (SiP) Miniaturisierung Zukunft: All-in-one-Module Modularisierung
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    41Geschäftsmodell und Strategie Nachhaltigkeitbedeutet bei ATS nicht nur ein „Good Corporate Citizen“ zu sein, Nachhaltigkeit ist bei ATS auch eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung. Daher hat ATS an allen Standorten europäische Standards in vielen ­Bereichen des Umweltschutzes bzw. Ressourcenver­brauchs ein­ geführt. Diese werden in klaren Key ­Performance Indicators ausgedrückt: ATS hat sich zum Ziel gesetzt, den Total Carbon Footprint in kg CO2 je m2 Leiterplatte um jährlich 5 %, den Frischwasserverbrauch je m2 Leiterplatte um jährlich 3 % zu reduzieren. Die soziale Verantwortung wird in Form von zahlreichen Projekten vor allem im Bildungs­ bereich auf Basis der Strategie „think global, act local“ an den Standorten individuell umgesetzt. Ökonomie, Öko­ logie und soziale Verantwortung gewinnbringend für alle Stakeholder zu vereinen ist das Ziel der Nachhaltigkeits­ strategie von ATS. Alle Handlungsfelder, Maßnahmen und Zielsetzungen wurden im ersten Nachhaltigkeits­bericht von ATS im Geschäftsjahr 2013/14 dokumentiert. Der nächste Nachhaltigkeitsbericht erscheint im Juli 2015. Detaillierte Informationen finden Sie auch im Lagebericht ab Seite 91. Zukunftsorientierte Human-Resources-Strategie Nachhaltige Unternehmensführung Als globales Technologieunternehmen in einem sich ­ständig und stark veränderndem Umfeld benötigt ATS für den lang­fristigen Erfolg bestens ausgebildete, sehr flexible und hoch motivierte ­Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Für die Absicherung und Weiter­ entwicklung des Know-hows setzt ATS auf eine Aus- und Weiter­ bildungsoffensive mit kontinuierlich steigenden Mitteln. Fachkräfte werden aufgrund fehlender allgemeiner Aus­bildungswege für die Leiterplattenindustrie vorwiegend durch interne Programme ­aus- und weitergebildet. Mit internationalen Talent-Programmen will ATS junge, mobile und hochkarätige ­Absolventen als Führungs­ kräftenachwuchs gewinnen. Die Stärkung der gemeinsamen, stark positiv ­ausgeprägten Unter­ nehmens­kultur (Basis: interne Umfrage, Februar 2015) mit einer klaren Vision und Mission, erfolgsorientierten Führungsgrund­sätzen und einer offenen Feedback-Kultur ist ebenso ein Erfolgs­faktor für ATS als attraktiver und guter Arbeitgeber wie die ­weitere ­Förderung der Diversität nach Geschlechtern und Kulturen. Detaillierte Angaben zu diesen Themenfeldern finden Sie im ­Lagebericht ab Seite 88. ATS zählt zu den profitabelsten Unter­ nehmen der Branche und ­überzeugt seit Jahren mit einer über dem Durchschnitt der Leiterplattenindustrie liegenden hohen EBITDA-Marge und einer ­starken opera­ tiven Cash-Flow-Generierung. Um diese Profi­tabilität, in Kombination mit konti­ nuierlichem Wachstum, auch in Zukunft sicherzustellen, konzentriert sich ATS weiterhin auf profitable Marktsegmente mit intakten Wachstumsperspektiven und hohen technologischen Ansprüchen. Einen wesentlichen Meilenstein wird dabei der Produktionsstart von IC-Substraten sowie substratähnlichen Leiterplatten am Stand­ ort Chongqing, China, im Jahr 2016 bilden. Die laufende Verbesserung des Produkt­mix und optimale Steuerung und ­Balancierung der vorhandenen Kapazitäten an allen Standorten sind weitere, wesentliche Parameter für die nachhaltige Profitabilität von ATS. Dabei spielt unter ­anderem das Standortkonzept eine wichtige Rolle: ATS setzt für entsprechende Kosten­ vorteile auch weiterhin auf die hoch­ volumige ­Produktion mit geringem Produkt­mix in Asien und niedrige Volumina mit hoher Produkt­vielfalt in Europa. Das heraus­ragende Prozess-Know-how bildet die Basis für die Qualitätsführerschaft von ATS: niedrige interne Ausschussraten haben einen unmittelbaren Einfluss auf die EBITDA-Marge, das Verhältnis von unter­ proportional an­steigender Mitarbeiter­ anzahl zu ­steigendem Umsatzwachstum drückt unter anderem eine hohe Produk­ tivität aus. Die wesentlichen Kennzahlen zur Unternehmenssteuerung: ATS misst die Fähigkeit, Innovationen markt- und zeitnah umzusetzen, anhand der Kennzahl ­Innovation Revenue Rate (IRR). Sie drückt den Umsatzanteil jener Produkte aus, ­deren Markt­einführung ­während der ­letzten drei Jahre erfolg­ te und die sich durch einen hohen ­Innovationsgrad auszeichnen. ­Zielgröße: IRR höher als 20 %. Für die beiden ­weiteren Performance­ kennzahlen ROCE und Cash Earnings weist ATS aufgrund der Expansionsphase für die beiden neuen Werke in Chongqing, ­China, keine konkrete Zielgröße aus. Mit dem Return on Capital Employed (ROCE) misst ATS die Verzinsung des eingesetz­ ten Kapitals: das um das Finanz­ergebnis bereinigte Ergebnis in ­Relation zum durch­schnittlich eingesetzten verzinslichen Kapitals. Der ROCE soll jedoch klar über dem WACC (durschnittlicher Wert in der Branche: rund 10 %) liegen. Zur Beurteilung der operativen, finanziel­ len Leistungs­fähigkeit verwendet ATS die Kennzahl Cash Earnings, die das Konzern­ jahresergebnis ohne Berück­sichtigung der Abschreibungen umfasst. Langfristig profitables Wachstum
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    42 ATS Geschäftsbericht2014/152 ATS – First choice for advanced applications Sehr geehrte Aktionärinnen, sehr geehrte Aktionäre! Das Geschäftsjahr 2014/15 war für ATS ein außerordentlich erfolgreiches Jahr: In einem für ATS kundenseitig stark wachsenden Marktumfeld konnte ATS dank der klaren strategischen Ausrichtung sowie operativer Exzellenz alle wesentlichen Erfolgskennzahlen steigern und den Wachstumskurs der vergangenen Jahre nicht nur fortsetzen, sondern darüber hinaus noch deutlich steigern. Dieser Wachstumskurs sowie die technologisch führende Position im kompetitiven, asiatisch dominierten Mitbewerberumfeld sollen mit dem Produktionsstart der neuen Technolo- gie „IC-Substrate“ bzw. der Erweiterung des Standortes Chongqing (China) um die nächste Leiterplattengeneration – die substratähnlichen Leiterplatten – fortgesetzt werden. Die strategischen Weichenstellungen für die Entwicklung in Chongqing und die in diesem Zusammenhang stehen- den konkreten Fortschritte, Investitionen und Finanzierungsthemen bildeten einen wesentlichen Schwerpunkt der Beratungen und Beschlüsse des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2014/15. Eine dieser Sitzungen wurde am Standort des im Aufbau befindlichen Werkes in Chongqing abgehalten, womit sich alle Aufsichtsratsmitglieder vor Ort einen Überblick über den Projektfortschritt verschaffen konnten. Der Aufsichtsrat hat auch im abgelaufenen Geschäftsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung, Österreichischem Corpora- te Governance Kodex (ÖCGK) und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben und Pflichten gewissenhaft wahrge- nommen. Der Aufsichtsrat wurde während des Geschäftsjahres vom 1. April 2014 bis zum 31. März 2015 vom Vorstand im Rahmen eines Informations- und Meinungsaustausches sowie in offenen Diskussionen regelmäßig, sowie umfassend schriftlich und mündlich über die Marktsituation, die Strategie, die Geschäfts- und Finanzlage des Konzerns und seiner Beteiligungen, über die Personalsituation und über die Investitionsvorhaben unterrichtet bzw. hat der Aufsichtsrat entsprechende Beschlüsse gefasst. Der Aufsichtsrat konnte sich von einem funktionierenden Emittenten-Compliance-System überzeugen. Der Aufsichtsratsvorsitzende wurde auch außerhalb von Aufsichtsratssitzungen regelmäßig durch den Vorstand über die Geschäftsentwicklung informiert. Im Geschäftsjahr 2014/15 tagte der Aufsichtsrat sechs mal unter Teilnahme des Vorstands. Entschuldigt wurden Franz Katzbeck für zwei Aufsichtsratssitzungen und DDr. Regina Prehofer, Dr. Karin Schaupp und Dkfm. Karl Fink für jeweils eine Aufsichtsratssitzung. Während des Geschäftsjahres 2014/15 gab es keine personellen Veränderungen im Aufsichtsrat: In der 20. ordentlichen Hauptversammlung der ATS vom 3. Juli 2014 erfolgte lediglich eine Wie- derwahl, bei der Herr Mag. Gerhard Pichler erneut in den Aufsichtsrat der Gesellschaft gewählt wurde. AUSSCHUSSTÄTIGKEIT Der Aufsichtsrat richtete einen Prüfungsausschuss und einen Nominierungs- und Vergütungsausschuss als ständige Ausschüsse ein. Zusätzlich hat der Aufsichtsrat während des Geschäftsjahres 2014/15 einen Projektausschuss etabliert, der Fragen der Fremdfinanzierung behandelt. In den jeweiligen einge- richteten Ausschüssen wurden einzelne Sachgebiete vertiefend behandelt und darüber dem Aufsichtsrat berichtet. Der Prüfungsausschuss, dem DDr. Regina Prehofer (Vorsitzende), Mag. Gerhard Pichler (Finanzexperte), Dr. Georg Riedl, Wolfgang Fleck und Günther Wölfler angehören, befasste sich schwerpunktmäßig mit der Prüfung des Jah- resabschlusses und Konzernabschlusses zum 31. März 2014 und der Planung und Vorbereitung der Jahres- und Konzernabschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2014/15. Er hat sich durch Erörterung mit dem Wirtschaftsprüfer, Einsichtnahme in geeignete Unterlagen und Gespräche mit dem Vorstand ein umfassendes Bild verschafft. Weiters überwachte er die Wirksamkeit des unternehmensweiten internen Kontrollsystems, des internen Revisionssystems und des Risikomanagementsystems der Gesellschaft. Der Prüfungsausschuss hat dem gesamten Aufsichtsrat über diese Überwachungstätigkeit berichtet und keinerlei Mängel festgestellt. Der Prüfungsausschuss tagte im abgelau- fenen Geschäftsjahr zweimal. Die Sitzungen standen unter dem Vorsitz von Frau DDr. Prehofer, die in dieser Funktion auch regelmäßig bei der Quartalsberichterstattung eingebunden warund im Anschluss an den Aufsichtsrat berichtete. Wesentlicher Schwerpunkt des Aufsichtsrats hinsichtlich Vergütungsfragen bildete im Geschäftsjahr 2014/15 die Einführung eines langfristigen Vergütungsmodells („Long-Term-Incentive-Programm“) für den Vorstand und Schlüs- selkräfte der Gesellschaft auf Basis von „Stock Appreciation Rights“ (SAR) als Ersatz des mit letzter Zuteilung am 1. April 2012 ausgelaufenen Stock-Options-Programmes. Dem Nominierungs- und Vergütungsausschuss gehörten Bericht des Aufsichtsrats
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    43Bericht des AufsichtsratsATS– First choice for advanced applications 3 folgende Mitglieder an: Dr. Hannes Androsch (Vorsitzender), Dkfm. Karl Fink, DI Albert Hochleitner, Wolfgang Fleck, Günther Wölfler. Der Nominierungs- und Vergütungsausschuss tagte dreimal. Am 19. März 2015 wurde durch Beschluss des Aufsichtsrats betreffend die Durchführung verschiedener Maßnah- men zur Fremdfinanzierung ein Projektausschuss für die weitere Abwicklung einschließlich der Erteilung der Zu- stimmung zur Durchführung entsprechender Transaktionen eingerichtet. Dem Projektausschuss gehören Dr. Hannes Androsch als Vorsitzender sowie KR Ing. Willibald Dörflinger, DDr. Regi- na Prehofer, Wolfgang Fleck und Günther Wölfler an. Der Projektausschuss, der am 19. März 2015 und damit am Ende des Geschäftsjahres eingerichtet wurde, tagte während des Geschäftsjahres 2014/15 nicht, besteht jedoch auch nach dem 31. März 2015 weiter bis zu seiner Auflösung. SELBSTEVALUIERUNG DES AUFSICHTSRATS Der Aufsichtsrat führt jährlich, so auch für das Geschäfts- jahr 2014/15, eine Selbstevaluierung durch, um durch kontinuierliche Verbesserungen in der Arbeitsweise sicherzu- stellen, dass er weiterhin seine Aufgaben im Interesse der Aktionäre und aller weiteren Stakeholder wahrnehmen kann. Die vom Aufsichtsrat jährlich vorgenommene Evaluierung seiner Tätigkeit hat ergeben, dass die geübte Praxis den Anforderungen des Aktiengesetzes und des Österreichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) entspricht und die Organisation, Arbeitsweise und Zielorientierung im Sinne der Aktionäre und aller weiteren Stakeholder effizient ist. Die Selbstevaluierung bleibt auch weiterhin Bestandteil der kritischen Eigenreflexion der Tätigkeit des Aufsichtsrats. KONZERN- UND JAHRESABSCHLUSS Der Aufsichtsrat der ATS schlug vor, die PwC Wirtschaftsprüfung GmbH, Wien, zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2014/15 zu bestellen. Dieser Vorschlag wurde von der Hauptversammlung am 3. Juli 2014 angenommen. Der Jahresabschluss der AT S Austria Technologie Systemtechnik Aktiengesellschaft und der Konzernabschluss zum 31. März 2015 wurden jeweils von der PwC Wirtschaftsprüfung GmbH, Wien, geprüft und mit einem uneinge- schränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Lagebericht und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2014/15 stehen im Einklang mit dem Jahresabschluss und Konzernabschluss. Der Aufsichtsrat billigt nach vorherge- hender Befassung des Prüfungsausschusses und ausführlicher Erörterung und Prüfung den Jahresabschluss der Gesellschaft zum 31. März 2015, der damit gemäß § 96 Abs. 4 AktG festgestellt ist. Er erklärt sich außerdem nach vorhergehender Befassung des Prüfungsausschusses sowie eingehender Erörterung und Prüfung mit dem gemäß § 245a UGB nach IFRS aufgestellten Konzernabschluss, dem Lagebericht, dem Konzernlagebericht und dem Corpo- rate-Governance-Bericht einverstanden. Die Prüfungen des Aufsichtsrats haben nach umfassender Erörterung mit dem Abschlussprüfer keinerlei Anlass zu Beanstandungen gegeben. Der Aufsichtsrat folgt der Empfehlung des Prüfungsausschusses und wird der 21. ordentlichen Hauptversammlung vorschlagen, die PwC Wirtschaftsprüfung GmbH, Wien, zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2015/16 zu bestellen. Der Aufsichtsrat schließt sich dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands an. Demnach sollen vom ausgewie- senen Bilanzgewinn zum 31. März 2015 in Höhe von 36.874.815,29 € (davon ausschüttungsfähig: 24.502.815,29 €) als Dividende 13.986.000,00 € – das sind 0,36 € je Stückaktie – ausgeschüttet werden. Der restliche Gewinn in Höhe von 22.888.815,29 € soll auf neue Rechnung vorgetragen werden. DANK AN VORSTAND UND AN ALLE MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER Abschlie- ßend möchte der Aufsichtsrat dem gesamten Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Dank und Anerkennung für ihre besonderen Leistungen und ihr Engagement im vergangenen Geschäftsjahr aussprechen. Für den Aufsichtsrat Leoben-Hinterberg, am 8. Juni 2015 Dr. Hannes Androsch Vorsitzender des Aufsichtsrats
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    44 ATS Geschäftsbericht2014/15 INVESTMENT-STORY VON ATS Vier gute Gründe, die für ein Investment in die ATS-Aktien sprechen: Nachhaltige Profitabilität  Einer der profitabelsten Leiterplattenhersteller der Welt durch Konzentration auf das High-End- Segment  Starke operative Cashflow-Generierung Einzigartige Marktposition  Größter europäischer Leiterplattenhersteller  Technologie- und Qualitätsführer in einem von asiatischen Mitbewerbern dominierten Umfeld  Ausgewogenes Portfolio an Kundenindustrien  Globale Blue-Chip-Kunden Langfristig attraktives Wachstum  Globale Megatrends der Elektronikindustrie bieten enormes Potenzial für ATS (z.B. totale Vernet- zung aller „Dinge“)  ATS ist mit seinem Technologieportfolio in Marktsegmenten und Endanwendungen positioniert, die ein kontinuierlich attraktives Wachstum aufweisen  Eintritt in ein neues High-End-Geschäftsfeld 2016 (IC-Substrate) Überzeugende Kostenstruktur  Idealer Produktionsfußabdruck: Asien für hohes Volumen und niedrige Produktvielfalt; Europa für hohe Produktvielfalt und niedriges Volumen  Hohe Produktivität und Effizienz durch herausragendes Prozess-Know-how  Kontinuierliche Verbesserung der Kostenstruktur Investor Relations FINANZTERMINE IM ÜBERBLICK 21. Ordentliche Hauptver- sammlung 9. Juli 2015 1. Quartal 2015/16 28. Juli 2015 Dividendenzahltag und Ex-Tag 30. Juli 2015 2. Quartal 2015/16 27. Oktober 2015 3. Quartal 2015/16 28. Jänner 2016 Jahresergebnis 2015/16 10. Mai 2016 INVESTMENT-STORY VON ATS Vier gute Gründe, die für ein Investment in die ATS-Aktien sprechen: Nachhaltige Profitabilität  Einer der profitabelsten Leiterplattenhersteller der Welt durch Konzentration auf das High-End- Segment  Starke operative Cashflow-Generierung Einzigartige Marktposition  Größter europäischer Leiterplattenhersteller  Technologie- und Qualitätsführer in einem von asiatischen Mitbewerbern dominierten Umfeld  Ausgewogenes Portfolio an Kundenindustrien  Globale Blue-Chip-Kunden Langfristig attraktives Wachstum  Globale Megatrends der Elektronikindustrie bieten enormes Potenzial für ATS (z.B. totale Vernet- zung aller „Dinge“)  ATS ist mit seinem Technologieportfolio in Marktsegmenten und Endanwendungen positioniert, die ein kontinuierlich attraktives Wachstum aufweisen  Eintritt in ein neues High-End-Geschäftsfeld 2016 (IC-Substrate) Überzeugende Kostenstruktur  Idealer Produktionsfußabdruck: Asien für hohes Volumen und niedrige Produktvielfalt; Europa für hohe Produktvielfalt und niedriges Volumen  Hohe Produktivität und Effizienz durch herausragendes Prozess-Know-how  Kontinuierliche Verbesserung der Kostenstruktur Investor Relations FINANZTERMINE IM ÜBERBLICK 21. Ordentliche Hauptver- sammlung 9. Juli 2015 1. Quartal 2015/16 28. Juli 2015 Dividendenzahltag und Ex-Tag 30. Juli 2015 2. Quartal 2015/16 27. Oktober 2015 3. Quartal 2015/16 28. Jänner 2016 Jahresergebnis 2015/16 10. Mai 2016 2 ATS – First choice for advanced applications INVESTMENT-STORY VON ATS Vier gute Gründe, die für ein Investment in die ATS-Aktien sprechen: Nachhaltige Profitabilität  Einer der profitabelsten Leiterplattenhersteller der Welt durch Konzentration auf das High-End- Segment  Starke operative Cashflow-Generierung Einzigartige Marktposition  Größter europäischer Leiterplattenhersteller  Technologie- und Qualitätsführer in einem von asiatischen Mitbewerbern dominierten Umfeld  Ausgewogenes Portfolio an Kundenindustrien  Globale Blue-Chip-Kunden Langfristig attraktives Wachstum  Globale Megatrends der Elektronikindustrie bieten enormes Potenzial für ATS (z.B. totale Vernet- zung aller „Dinge“)  ATS ist mit seinem Technologieportfolio in Marktsegmenten und Endanwendungen positioniert, die ein kontinuierlich attraktives Wachstum aufweisen  Eintritt in ein neues High-End-Geschäftsfeld 2016 (IC-Substrate) Überzeugende Kostenstruktur  Idealer Produktionsfußabdruck: Asien für hohes Volumen und niedrige Produktvielfalt; Europa für hohe Produktvielfalt und niedriges Volumen  Hohe Produktivität und Effizienz durch herausragendes Prozess-Know-how  Kontinuierliche Verbesserung der Kostenstruktur Investor Relations FINANZTERMINE IM ÜBERBLICK 21. Ordentliche Hauptver- sammlung 9. Juli 2015 1. Quartal 2015/16 28. Juli 2015 Dividendenzahltag und Ex-Tag 30. Juli 2015 2. Quartal 2015/16 27. Oktober 2015 3. Quartal 2015/16 28. Jänner 2016 Jahresergebnis 2015/16 10. Mai 2016 2 ATS – First choice for advanced applications
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    45Investor Relations ENTWICKLUNGEN AMKAPITALMARKT Das Geschäftsjahr 2014/15 war von einer uneinheitlichen globalen Konjunkturentwicklung, Unsicherheiten bezüglich der weiteren Politik der Notenbanken und einer Serie geopolitischer Krisen geprägt. Die ursprünglichen Wachstumsprognosen für Europa wurden nicht erfüllt – nicht zuletzt aufgrund der Ukraine-Russland-Krise. Die Entwicklung an internationalen Börsen, allen voran in den USA, wurde vom anhaltend niedrigen Zinsniveau in den wichtigsten Volkswirtschaften bestimmt. Die Befürchtungen, die US-Notenbank könnte ihren expansiven Kurs verlassen, lösten zwar temporäre Kurskor- rekturen aus, traten letztlich aber nicht ein. Der US-Börsenindex Dow Jones Industrial (DJI) zeigte im Jahr 2014 neuerlich eine positive Entwicklung, legte um 7,5 % zu und setzte diesen Trend auch im ersten Quartal 2015 fort. Der NASDAQ 100 verzeichnete von April 2014 bis März 2015 aufgrund der starken Nachfrage nach global führenden Technologiewerten einen Wertzuwachs um 23 %. Die europäischen Aktien zeigten unge- achtet der enttäuschenden Konjunkturdaten unterjährige Kursgewinne, die von den Aussichten auf eine quantitative Lockerung der Europäischen Zentralbank durch den Ankauf von Staats- und Unternehmensanlei- hen unterstützt wurden. Der deutsche Leitindex DAX durchbrach im Juni 2014 erstmals die Marke von 10.000 Punkten, verlor jedoch im weiteren Jahresverlauf und schloss per Jahresende mit einem Plus von 2,7 %. Im ersten Quartal 2015 erreichte der DAX neue Höchstwerte von über 12.000 Punkten. Als gesamteuropäischer Aktienindex konnte sich der Eurostoxx 50 von seinen Tiefstständen im Oktober 2014 bis zum Jahresende nicht mehr gänzlich erholen; ein Plus von 1,2 % war die Folge. Für das erste Quartal 2015 weist er jedoch ein Kursplus von 18,6 % aus. Der Wiener Leitindex ATX hat aufgrund der Krise in der Ukraine, des Osteuropa- Engagements zahlreicher Emittenten – insbesondere von Finanz- und Immobilientiteln – sowie schwacher Konjunkturdaten im Jahr 2014 um 15,2 % nachgegeben. Der breiter gefasste ATX Prime verlor 13,5 %. Beide Indizes konnten im ersten Quartal 2015 diese Verluste jedoch mehr als ausgleichen. KAPITALMARKTKOMMUNIKATION Das ATS Investor-Relations-Team setzt auf eine transparente, gleichberechtigte, proaktive und nachhaltige Kommunikation mit allen Kapitalmarktteilnehmern. Ziel ist es, durch einen umfassenden Dialog sowie zeitnahe und relevante Informationen das Vertrauen in ATS langfris- tig zu stärken. Die transparente Vermittlung der Strategie, des Wachstumskurses, der damit verbundenen Chancen und Risiken und die aktuelle Geschäftsentwicklung stehen dabei im Fokus. Das Informationsangebot wird auch auf der für mobile Anwendungen optimierten Homepage unter www.ats.net/de/investoren lau- fend erweitert. Darüber hinaus steht Interessierten auch der Twitter- und YouTube-Kanal von ATS (@ATS_IR_PR bzw. ATundS) als Informationsquelle offen. ATS stellt im Sinne der Transparenz und Gleichbe- handlung aller Aktionärinnen und Aktionäre auch Web-Übertragungen der Hauptversammlung sowie der zweimal jährlich stattfindenden Pressekonferenzen zu Verfügung. Unser Ziel ist es, den Dialog kontinuierlich zu verbessern. Wir freuen uns über Ihre Anregungen und Rückmeldungen an die Aktionärshotline (siehe Kontakt). Alle Aktionärinnen und Aktionäre sind herzlich zur nächsten Hauptversammlung am 9. Juli 2015 eingeladen. Diesbezüglichen Informationen werden auch zeitgerecht auf der Website zur Verfügung gestellt. Dort finden Sie auch die Beschlüsse und Informationsunterlagen der letzten Hauptversammlung. KURSENTWICKLUNG UND LIQUIDITÄT DER ATS AKTIE Die ATS-Aktie startete mit einem Kurs von 8,70 € in das Geschäftsjahr 2014/15, stieg bis zum Juli auf 10,21 € und korrigierte zwischenzeitlich im Gleichklang mit den wesentlichen Indizes wieder auf 8,60 €. Danach verlief die Entwicklung bis zum Ende des Kalenderjahres 2014 weiterhin uneinheitlich. Ab Ende Januar 2015 setzte auf Basis des sehr guten Ergebnis- ses der ersten drei Quartale 2014/15 ein deutlicher und kontinuierlicher Aufwärtstrend ein. Ihren Höchst- stand im Berichtsjahr erreichte die ATS-Aktie bei hohen Umsätzen mit 15,55 € am 17. März 2015. Im Zuge der Korrekturen internationaler Technologiewerte gab sie in weiterer Folge ebenfalls nach und schloss am 31. März 2015 mit einem Schlusskurs von 14,62 €. Im Vergleich zum Schlusskurs 2013/14 von 8,75 € ent- spricht das einem Kursgewinn von 67,1 %. Damit zählte die ATS-Aktie zu jenen Aktien im ATX Prime Index der Wiener Börse mit der stärksten Kurssteigerung. Parallel zu dieser positiven Aktienkursentwicklung stieg auch die Anzahl der an der Börse gehandelten Aktien signifikant an: Lag die Liquidität im Geschäftsjahr 2013/14 noch bei rund 50.000 Stück (Einfachzählung) täglich, beliefen sich die durchschnittlichen Tagesum- sätze gegen Ende des Geschäftsjahres 2014/15 auf durchschnittlich 67.000 Stück (Einfachzählung). In Summe ATS Aktie im Überblick Erstnotiz 16.07.1999 Frankfurt, Neuer Markt ab 20.05.2008 Wien, Prime Market Anzahl Stammaktien 38.850.000 Wertpapier-Kennnummer 969985 ISIN-Code AT0000969985 Symbol ATS Reuters ATS.VI Bloomberg ATS AV Indices ATXPrime, WBI SME ATS – First choice for advanced applications 3 ENTWICKLUNGEN AM KAPITALMARKT Das Geschäftsjahr 2014/15 war von einer uneinheitlichen globalen Konjunkturentwicklung, Unsicherheiten bezüglich der weiteren Politik der Notenbanken und einer Serie geopolitischer Krisen geprägt. Die ursprünglichen Wachstumsprognosen für Europa wurden nicht erfüllt – nicht zuletzt aufgrund der Ukraine-Russland-Krise. Die Entwicklung an internationalen Börsen, allen voran in den USA, wurde vom anhaltend niedrigen Zinsniveau in den wichtigsten Volkswirtschaften bestimmt. Die Befürchtungen, die US-Notenbank könnte ihren expansiven Kurs verlassen, lösten zwar temporäre Kurskor- rekturen aus, traten letztlich aber nicht ein. Der US-Börsenindex Dow Jones Industrial (DJI) zeigte im Jahr 2014 neuerlich eine positive Entwicklung, legte um 7,5 % zu und setzte diesen Trend auch im ersten Quartal 2015 fort. Der NASDAQ 100 verzeichnete von April 2014 bis März 2015 aufgrund der starken Nachfrage nach global führenden Technologiewerten einen Wertzuwachs um 23 %. Die europäischen Aktien zeigten unge- achtet der enttäuschenden Konjunkturdaten unterjährige Kursgewinne, die von den Aussichten auf eine quantitative Lockerung der Europäischen Zentralbank durch den Ankauf von Staats- und Unternehmensanlei- hen unterstützt wurden. Der deutsche Leitindex DAX durchbrach im Juni 2014 erstmals die Marke von 10.000 Punkten, verlor jedoch im weiteren Jahresverlauf und schloss per Jahresende mit einem Plus von 2,7 %. Im ersten Quartal 2015 erreichte der DAX neue Höchstwerte von über 12.000 Punkten. Als gesamteuropäischer Aktienindex konnte sich der Eurostoxx 50 von seinen Tiefstständen im Oktober 2014 bis zum Jahresende nicht mehr gänzlich erholen; ein Plus von 1,2 % war die Folge. Für das erste Quartal 2015 weist er jedoch ein Kursplus von 18,6 % aus. Der Wiener Leitindex ATX hat aufgrund der Krise in der Ukraine, des Osteuropa- Engagements zahlreicher Emittenten – insbesondere von Finanz- und Immobilientiteln – sowie schwacher Konjunkturdaten im Jahr 2014 um 15,2 % nachgegeben. Der breiter gefasste ATX Prime verlor 13,5 %. Beide Indizes konnten im ersten Quartal 2015 diese Verluste jedoch mehr als ausgleichen. KAPITALMARKTKOMMUNIKATION Das ATS Investor-Relations-Team setzt auf eine transparente, gleichberechtigte, proaktive und nachhaltige Kommunikation mit allen Kapitalmarktteilnehmern. Ziel ist es, durch einen umfassenden Dialog sowie zeitnahe und relevante Informationen das Vertrauen in ATS langfris- tig zu stärken. Die transparente Vermittlung der Strategie, des Wachstumskurses, der damit verbundenen Chancen und Risiken und die aktuelle Geschäftsentwicklung stehen dabei im Fokus. Das Informationsangebot wird auch auf der für mobile Anwendungen optimierten Homepage unter www.ats.net/de/investoren lau- fend erweitert. Darüber hinaus steht Interessierten auch der Twitter- und YouTube-Kanal von ATS (@ATS_IR_PR bzw. ATundS) als Informationsquelle offen. ATS stellt im Sinne der Transparenz und Gleichbe- handlung aller Aktionärinnen und Aktionäre auch Web-Übertragungen der Hauptversammlung sowie der zweimal jährlich stattfindenden Pressekonferenzen zu Verfügung. Unser Ziel ist es, den Dialog kontinuierlich zu verbessern. Wir freuen uns über Ihre Anregungen und Rückmeldungen an die Aktionärshotline (siehe Kontakt). Alle Aktionärinnen und Aktionäre sind herzlich zur nächsten Hauptversammlung am 9. Juli 2015 eingeladen. Diesbezüglichen Informationen werden auch zeitgerecht auf der Website zur Verfügung gestellt. Dort finden Sie auch die Beschlüsse und Informationsunterlagen der letzten Hauptversammlung. KURSENTWICKLUNG UND LIQUIDITÄT DER ATS AKTIE Die ATS-Aktie startete mit einem Kurs von 8,70 € in das Geschäftsjahr 2014/15, stieg bis zum Juli auf 10,21 € und korrigierte zwischenzeitlich im Gleichklang mit den wesentlichen Indizes wieder auf 8,60 €. Danach verlief die Entwicklung bis zum Ende des Kalenderjahres 2014 weiterhin uneinheitlich. Ab Ende Januar 2015 setzte auf Basis des sehr guten Ergebnis- ses der ersten drei Quartale 2014/15 ein deutlicher und kontinuierlicher Aufwärtstrend ein. Ihren Höchst- stand im Berichtsjahr erreichte die ATS-Aktie bei hohen Umsätzen mit 15,55 € am 17. März 2015. Im Zuge der Korrekturen internationaler Technologiewerte gab sie in weiterer Folge ebenfalls nach und schloss am 31. März 2015 mit einem Schlusskurs von 14,62 €. Im Vergleich zum Schlusskurs 2013/14 von 8,75 € ent- spricht das einem Kursgewinn von 67,1 %. Damit zählte die ATS-Aktie zu jenen Aktien im ATX Prime Index der Wiener Börse mit der stärksten Kurssteigerung. Parallel zu dieser positiven Aktienkursentwicklung stieg auch die Anzahl der an der Börse gehandelten Aktien signifikant an: Lag die Liquidität im Geschäftsjahr 2013/14 noch bei rund 50.000 Stück (Einfachzählung) täglich, beliefen sich die durchschnittlichen Tagesum- sätze gegen Ende des Geschäftsjahres 2014/15 auf durchschnittlich 67.000 Stück (Einfachzählung). In Summe ATS Aktie im Überblick Erstnotiz 16.07.1999 Frankfurt, Neuer Markt ab 20.05.2008 Wien, Prime Market Anzahl Stammaktien 38.850.000 Wertpapier-Kennnummer 969985 ISIN-Code AT0000969985 Symbol ATS Reuters ATS.VI Bloomberg ATS AV Indices ATXPrime, WBI SME ATS – First choice for advanced applications 3
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    46 ATS Geschäftsbericht2014/15 wurden im Berichtsjahr ATS-Aktien im Gegenwert von 171,2 Mio. € gehandelt, woraus ein durchschnittlicher Tagesumsatz von 693.255 € resultiert. Aktienkennzahlen Einheit 2014/15 2013/14 2012/13 Ultimokurs zum 31.03. € 14,62 8,75 6,79 Höchstkurs € 15,55 9,12 9,60 Tiefstkurs € 7,68 6,15 6,25 Marktkapitalisierung Ultimo Mio. € 568,0 339,9 158,4 Durchschnittlicher Börsenumsatz pro Tag Tsd. € 693,3 496,6 177,3 Durchschnittliche Zahl gehandelter Aktien pro Tag - 67.000 50.200 22.600 Dividende je Aktie 1) € 0,36 0,20 0,20 Dividendenrendite (zum Schlusskurs) % 2,5 % 2,3 % 2,9 % Ergebnis je Aktie € 1,78 1,24 0,62 Buchwert je Aktie € 15,56 10,06 13,07 Kurs-Gewinn-Verhältnis je Aktie - 8,21 7,06 10,95 1) 2014/15: Dividendenvorschlag an die Hauptversammlung am 9. Juli 2015. DIVIDENDENPOLITIK Bis zum Geschäftsjahr 2011/12 war die Höhe der ATS Dividende an die Kennzahl „Cash Earnings“ geknüpft. Im Durchschnitt wurden rund 10 % der Cash Earnings als Dividende ausgeschüttet. Mit dem Start des Investitionsprojekts „IC-Substrate“ in Chongqing wurde diese Dividendenpolitik vorüberge- hend ausgesetzt und durch einen Fixbetrag von 0,20 € pro Aktie für die Geschäftsjahre 2012/13 und 2013/14 ersetzt. Der Vorstand von ATS wird der Hauptversammlung am 9. Juli 2015 für das Geschäftsjahr 2014/15 eine Dividende von 0,36 € vorschlagen. Eine Änderung dieser Ausschüttungspolitik soll frühestens nach Fer- tigstellung des Chongqing-Projekts angedacht werden. 4 ATS – First choice for advanced applications
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    47Investor Relations ANALYSEN ZURATS AKTIE Zum Stichtag 31. März 2015 wurde die Entwicklung der ATS Aktie von neun Investmentbanken analysiert:  Berenberg Bank  Deutsche Bank  Erste Group  Hauck Aufhäuser  HSBC  Kepler Cheuvreux  Oddo Seydler Research  Raiffeisen Centrobank  Wood Company Drei Investmenthäuser nahmen im Geschäftsjahr 2014/15 die Coverage der ATS Aktie auf. Sowohl Wood Company, Oddo Seydler Research als auch HSBC stuften die Aktie in ihrer Erstempfehlung mit „Buy“ ein. In Summe sprachen sechs Analysten eine Kaufempfehlung aus, und drei stuften die ATS-Aktie mit „Halten“ ein. Auf der Website www.ats.net/de/investoren können die Namen der Analysten abgerufen werden. ATS ist in seiner asiatisch geprägten Peergroup das Unternehmen mit der drittgrößten Anzahl an Coverages. ROADSHOW-PROGRAMM Im Geschäftsjahr 2014/15 informierte ATS potenzielle und bestehende private und institutionelle Investoren sowie Analysten im Rahmen von 18 Roadshows, Investorenkonferenzen und Kapitalmarkttagen an allen relevanten Kapitalmarktplätzen in Europa, Asien und den USA. Darüber hin- aus suchte der Vorstand und das Investor-Relations-Team den Dialog mit institutionellen Investoren und Analysten im Rahmen zahlreicher One-on-ones und Telefonkonferenzen. In diesen Gesprächen wurden aktu- elle Markt- und Technologietrends, die Entwicklung der Kundensegmente, die Geschäftsentwicklung im Kern- geschäft sowie die Fortschritte im neuen Geschäftsfeld IC-Substrate erläutert. Die erhöhte Visibilität bei potenziellen und bestehenden Investoren soll die Kenntnis über das ATS Geschäftsmodell und die zukünfti- gen Strategien weiter verbessern und damit letztlich eine realistische Abbildung des Geschäftserfolgs in der Kursentwicklung ermöglichen. KONTAKT/AKTIONÄRS-HOTLINE Elke Koch Tel.: + 43 (0) 38 42 / 200 - 5925 E-Mail: ir@ats.net ATS – First choice for advanced applications 5
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    4848 Corporate Governance Bericht ATSGeschäftsbericht 2014/15
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    49Corporate Governance Bericht Grundlagen Corporate-Governance-Erklärung   50 Vorstand der ATS AG   53 Aufsichtsrat der ATS AG   55 Zusammensetzung   59 Unabhängigkeit der Mitglieder des Aufsichtsrats   58 Diversität   58 Zustimmungspflichtige Verträge   59 Ausschüsse   59 Vergütungsbericht für Vorstand und Aufsichtsrat   61 Directors’ Holdings Dealings   65 Sonstige Verhaltenskodizes   66 Förderung von Frauen in Führungspositionen   66 ATS Ethik- und Verhaltenskodex   66 ATS Compliance-Code   66 Inhaltsverzeichnis
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    50 ATS Geschäftsbericht2014/15 Grundlagen Corporate-Governance-Erklärung AT S Austria Technologie Systemtechnik Aktiengesellschaft (ATS) erklärt die Einhaltung des Österreichi- schen Corporate Governance Kodex (ÖCGK) in der Fassung Januar 2015 und erstattet gemäß § 243b UGB den folgenden Corporate Governance Bericht, welcher auch in den Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2014/15 integriert wird. CORPORATE GOVERNANCE KODEX In Österreich ist der vom Arbeitskreis für Corporate Governance unter Leitung des Kapitalmarktbeauftragten der Regierung ausgearbeitete Corporate Governance Kodex seit 1. Oktober 2002 in Kraft und wird seitdem jährlich vor dem Hintergrund nationaler und internationaler Ent- wicklungen überprüft und gegebenenfalls angepasst. Zuletzt erfolgte eine derartige Anpassung zur Umset- zung der Empfehlung der EU-Kommission vom 9. April 2014 zur Qualität der Berichterstattung über die Un- ternehmensführung (Comply or Explain) und zur Berücksichtigung der neuen AFRAC-Stellungnahme zur Aufstellung und Prüfung eines Corporate Governance-Berichts gemäß § 243b UGB. Der aktualisierte Kodex gilt für Geschäftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2014 beginnen. Ziel des ÖCGK ist eine verantwortliche, auf nachhaltige und langfristige Wertschaffung ausgerichtete Leitung und Kontrolle von Gesellschaften und Konzernen, unter Erreichung eines hohen Maßes an Transparenz für alle Stakeholder des Unternehmens. Seine Grundlage sind die Vorschriften des österreichischen Aktien-, Börsen- und Kapitalmarktrechts, die EU- Empfehlungen zu den Aufgaben der Aufsichtsratsmitglieder und zur Vergütung von Direktoren sowie in ihren Grundsätzen die OECD-Richtlinien für Corporate Governance. Die Regeln des ÖCGK unterteilen sich in drei Kategorien:  L-Regeln (Legal Requirement): Das sind Regeln, die auf zwingenden Rechtsvorschriften beruhen;  C-Regeln (Comply or Explain): Das sind Regeln, bei denen ein Abweichen zu erklären und zu begründen ist; und  R-Regeln (Recommendation): Das sind Regeln mit Empfehlungscharakter, deren Nichteinhaltung weder offenzulegen noch zu begründen ist. Die jeweils aktuelle Fassung des ÖCGK ist auf der Website des Arbeitskreises unter www.corporate- governance.at abrufbar. Dort finden sich auch die englische Übersetzung des Kodex sowie vom Arbeitskreis erarbeitete Interpretationen. Seit 20. Mai 2008 notieren die Aktien der ATS an der Wiener Börse. Voraussetzung für die Aufnahme von Aktien in den Prime Market ist die Abgabe einer Verpflichtungserklärung zur Einhaltung des ÖCGK. ATS bekennt sich seitdem ausdrücklich zum ÖCGK. ATS erfüllt per 31. März 2015 mit folgenden Erklärungen inhaltlich alle geforderten Bestimmungen des ÖCGK in der Fassung vom Januar 2015: C-REGEL 18A Die Interne Revision führt konzernweit und regelmäßig Audits auf Basis eines durch den Prüfungsausschuss genehmigten Auditplans, einschließlich der Maßnahmen zur Bekämpfung von Korruption im Unternehmen, durch und berichtet hierüber und allenfalls auch anlassbezogen an den Prüfungsausschuss. C-REGELN 27–28A UND ALLE DARAUF BEZUG NEHMENDEN WEITEREN BESTIMMUNGEN Diese Regeln wurden im Zuge der Anpassung des ÖCGK im Dezember 2009 überarbeitet und sind mit 1. Januar 2010 in Kraft getreten, wobei die Fassung Januar 2010 der Regeln 27, 27a und 28 nur für nach dem 31. Dezember 2009 neu abgeschlossene Verträge gilt. Die C-Regeln 27-28a waren daher auf den ursprünglich abgeschlossenen Vorstandsvertrag von Herrn Ing. Moitzi nicht anwendbar und wurden auch bei der bloßen Verlängerung dieses Vertrages im Jahr 2013 nicht vollständig umgesetzt. Aufgrund der zeitlichen Nähe der Grundlagen Corporate-Governance- Erklärung 4 Corporate Governance Bericht
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    51Corporate Governance Bericht letztenAnpassung zur Bestellung von Herrn DI (FH) Gerstenmayer zum Vorstandsvorsitzenden der ATS Mitte Dezember 2009 und um keine Abweichung zu den Vergütungsregelungen des Vorstandsvertrages von Ing. Moitzi festlegen zu müssen, wurden die neuen Regelungen bei dem im Januar 2010 unterfertigten Vor- standsvertrag von DI (FH) Gerstenmayer – und auch bei der Vorstandsvertragsverlängerung im Jahr 2013 – nicht berücksichtigt. Dies wurde als nicht erforderlich angesehen, weil das Stock-Option-Programm der Ge- sellschaft ohnehin bereits ausgelaufen war (siehe unten). Zudem arbeiten der Vorstand und Aufsichtsrat hinsichtlich der langfristigen Fortentwicklung des Unternehmens eng zusammen und der Nominierungs- und Vergütungsausschuss bzw. der Aufsichtsrat setzen sich laufend mit der entsprechenden weiteren langfristi- gen Ausrichtung der Vorstandsvergütung auseinander. Im Einzelnen sind zurzeit insbesondere folgende Ab- weichungen zu erklären: In Bezug auf das – bereits ausgelaufene – Stock-Option-Programm der Gesellschaft war es insbesondere nicht erforderlich, dass ein Eigenanteil an Aktien des Unternehmens gehalten wird bzw. war lediglich eine Warte- frist von zwei Jahren bis zur Ausübbarkeit (eines Teiles) der erworbenen Optionen vorgesehen. Das betref- fende Stock-Option-Programm ist ausgelaufen, die letzte Zuteilung erfolgte am 1. April 2012. Zugeteilte Opti- onen aus diesem Programm können noch bis 31. März 2017 ausgeübt werden. Nach umfassender Vorbereitung wurde mit Beschluss des Aufsichtsrats vom 3. Juli 2014 als Ersatz des mit letzter Zuteilung am 1. April 2012 ausgelaufenen Stock-Options-Programmes für den Vorstand sowie Schlüs- selkräfte der Gesellschaft ein langfristiges Vergütungsmodell („Long–Term-Incentive-Programm“) auf Basis von Stock Appreciation Rights („SAR“) implementiert. Der Vorstand und der Aufsichtsrat arbeiten kontinuier- lich daran, die Leistungsfähigkeit der ATS-Gruppe auch in Bezug auf nicht-finanzielle Ziele weiter zu erhö- hen. Um die Zielerreichung in Bezug auf die variable langfristige Vergütung transparent und nachvollziehbar zu halten, wurde jedoch darauf verzichtet, ein dezidiertes nicht-finanzielles Kriterium für die Vergütung nach dem Long-Term-Incentive-Programm vorzusehen. Details dieses Long-Term-Incentive-Programms finden sich im Berichtsteil zur Vergütung des Vorstands. Die (nicht auf Aktienoptionen bzw. SAR entfallende) variable, am Ergebnis des Geschäftsjahrs orientierte Vergütung des Vorstands ist abhängig von der grundsätzlich kurzfristigen Erreichung von drei im Rahmen des Budgets festgelegten Kenngrößen für das jeweilige Geschäftsjahr: Return on Capital Employed (ROCE), Cash Earnings (mit einer Gewichtung von je 45 %) sowie Innovation Revenue Rate (IRR) (mit einer Gewichtung von 10 %). Grundvoraussetzung für die Gewährung dieser variablen Vergütung ist jedenfalls ein positives EBIT für die gesamte Gruppe für das Geschäftsjahr sowie die Erfüllung des Zielwerts EBIT für die gesamte Gruppe für das Geschäftsjahr von zumindest 70 % („Hurdle Rate“). Bei Übererfüllung der Zielvorgaben der Kennzahlen ROCE, Cash Earnings und IRR kann maximal ein Bonus von 200 % auf Basis des vertraglich vereinbarten Jah- resbonus erreicht werden. Die Einbeziehung der IRR spielt eine wichtige Rolle für die nachhaltige Gestaltung der variablen Vergütung, weil die Innovationsfähigkeit – im Sinne der Entwicklung neuer Technologien, Pro- dukte oder Produkteigenschaften – für das Unternehmen ein wesentlicher Faktor für den zukünftigen wirt- schaftlichen Erfolg ist und überdies gut messbar ist: Die IRR drückt den Umsatzanteil von Produkten aus, die in den vergangenen drei Jahren in den Markt eingeführt wurden und technologisch innovativ sind. Über den dreijährigen Betrachtungszeitraum wird eine langfristige Komponente in der variablen Vergütung abgebildet. Im Falle der Beendigung des Dienstverhältnisses haben die Vorstände vertraglich Anspruch auf Abfertigung (in sinngemäßer Anwendung des Angestelltengesetzes „Abfertigung Alt“). Bei einer vorzeitigen Beendigung des Dienstverhältnisses seitens eines Vorstandsmitglieds aus berechtigtem und wichtigem Grund oder auf- grund des Erlöschens der Funktion aus gesellschaftsrechtlichen Gründen ist das Entgelt bis zum Vertragsende – und nicht nur für höchstens zwei Jahre – weiterzubezahlen. Sollte ein Vorstand sein Amt niederlegen oder aufgrund einer schwerwiegenden Pflichtverletzung von seiner Funktion abberufen und entlassen werden sowie im Todesfall stoppt die Gehaltszahlung mit Ende des entsprechenden Monats. Abfindungszahlungen bei vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit, auch ohne wichtigen Grund, könnten durch die Bindung an die Abfertigungsregelungen gemäß Angestelltengesetz in Ausnahmefällen mehr als zwei Jahresgesamtvergü- tungen überschreiten. Corporate Governance Bericht 5
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    52 ATS Geschäftsbericht2014/15 C-REGEL 62 Abweichend von C-Regel 62 hat ATS in der Vergangenheit nicht mindestens alle drei Jahre die Einhaltung des ÖCGK durch eine externe Institution evaluieren lassen und über das Ergebnis im Corporate Governance Bericht berichtet. Die C-Regel des Kodex in der Fassung Januar 2015 gilt für Geschäftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2014 beginnen. Die mit Wirksamwerden des ÖCGK in der Fassung vom Januar 2015 von einer Empfehlung (R-Regel) zu einer C-Regel geänderte Vorgabe wurde aber insofern aufgegriffen, als für das Geschäftsjahr 2014/15 eine Evaluierung durch die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuer- beratungsgesellschaft mit Sitz in 1090 Wien durchgeführt wurde. KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft hat dazu einen Bericht vorgelegt. Künftig wird zumindest alle drei Jahre die Einhaltung des ÖCGK durch eine externe Institution evaluiert werden und über das Ergebnis im Corporate Governance Bericht informiert werden. Zum Corporate Governance Bericht für das Geschäftsjahr 2014/15 ist aus diesem Bericht von KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft auszugsweise wiederzugeben: „Überprüfung der Einhaltung der C-Regeln des Corporate Governance Kodex - Durchsicht der relevanten Dokumente und der Homepage der ATS in Stichproben Aufgrund der Überprüfung der Einhaltung der Regeln des Österreichischen Corporate Governance Kodex kann folgendes festgestellt werden:  Im Rahmen der durchgeführten Prüfungshandlungen sind uns – mit Ausnahme der Abweichungen von C-Regeln, die seitens der ATS erläutert wurden – keine Tatsachen bekannt geworden, die ge- gen die Einhaltung der übrigen C-Regeln des Österreichischen Corporate Governance Kodex spre- chen.  Die Veröffentlichung der in den C-Regeln im Österreichischen Corporate Governance Kodex ge- nannten Informationen auf der Homepage der ATS erfolgte im Wesentlichen zeitgerecht und voll- ständig.  Bei unseren Prüfungshandlungen sind wir auf keine Tatsachen gestoßen, die im Widerspruch zu den uns erteilten Auskünften stehen.“ 6 Corporate Governance Bericht
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    53Corporate Governance Bericht DerVorstand ist als Kollegialorgan gesamtheitlich für die Leitung der Gesellschaft verantwortlich. Unbescha- det der Gesamtverantwortung ist jedes Vorstandsmitglied für definierte Geschäftsbereiche zuständig. Über alle wichtigen Vorgänge und Geschäftsfälle haben die Vorstandsmitglieder einander zu informieren. Grund- sätzliche Fragen der Geschäftspolitik und wesentliche Entscheidungen erfordern die Beschlussfassung durch den Gesamtvorstand. Die Vorstandssitzungen sind von einer offenen Diskussionskultur geprägt. Bei etwaigen nicht einstimmigen Beschlüssen ist unverzüglich der Vorsitzende des Aufsichtsrats zu informieren. Darüber hinaus ist über beabsichtigte Maßnahmen mit weitreichenden Auswirkungen der Aufsichtsrat zu informieren. Für nach Gesetz und Satzung bzw. der durch den Aufsichtsrat erlassenen Geschäftsordnung für den Vorstand vorgesehene Geschäftsfälle ist die vorherige Zustimmung des Aufsichtsrats durch den Vorstand einzuholen. Weiters berichtet die Interne Revision direkt an den Vorstand. Dem Prüfungsausschuss wird mindestens einmal jährlich über den Revisionsplan und wesentliche Ergebnisse berichtet. Die Geschäftsordnung für den Vorstand der ATS sieht vor, dass dieser mindestens einmal pro Monat tagen soll. Im abgelaufenen Ge- schäftsjahr fanden insgesamt 21 Sitzungen statt. Über alle Vorstandssitzungen und Vorstandsbeschlüsse sind schriftliche Protokolle zu verfassen. Dem Vorstand der ATS gehören per 31. März 2015 und während des gesamten Berichtszeitraumes DI (FH) Andreas Gerstenmayer als Vorstandsvorsitzender (CEO), Dr. Karl Asamer als Finanzvorstand (CFO), stellvertre- tender Vorstandsvorsitzender und Ing. Heinz Moitzi als Technikvorstand (COO) an. Unbeschadet der gesetzlich zwingenden Gesamtverantwortlichkeit des Vorstands werden die Geschäfte unter den Vorstandsmitgliedern wie folgt funktional verteilt: a) Herr DI (FH) Andreas Gerstenmayer ist Vorstandsvorsitzender (CEO), und es obliegen ihm  Vertrieb/Marketing  Human Resources  Investor Relations/Public Relations/ Interne Kommunikation  Business Development Strategie  Compliance  CSR Sustainability b) Herr Dr. Karl Asamer ist stellvertretender Vorstandsvorsitzender, ihm obliegen als CFO  Finanz- und Rechnungswesen  Buchhaltung und Konzernbuchhaltung  Steuern  Treasury  Controlling  Legal Affairs, Risk Management und Internal Audit  IT  Einkauf und c) Herrn Ing. Heinz Moitzi obliegen als COO  Forschung Entwicklung (FE)  Operations  Qualitätsmanagement  Business Process Excellence  Umwelt  Sicherheit Vorstand der ATS AG Corporate Governance Bericht 7
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    54 ATS Geschäftsbericht2014/152 Corporate Governance Bericht Herr Gerstenmayer, geboren am 18. Februar 1965, ist deutscher Staatsbürger und Absolvent der Studienrich- tung Produktionstechnik an der Fachhochschule Rosenheim. Er trat im Jahr 1990 in den Siemens-Konzern in Deutschland ein, wo er zuerst im Geschäftsgebiet Beleuchtungstechnik tätig war und danach verschiedene Führungspositionen innerhalb der Siemens-Gruppe übernahm. 2003 erfolgte seine Bestellung als Geschäfts- führer der Siemens Transportation Systems GmbH Österreich CEO der Business Unit Fahrwerke Graz (World Headquarters). Seine Erstbestellung in den Vorstand der ATS erfolgte mit 1. Februar 2010 und die laufende Funktionsperiode endet mit 31. Januar 2018. Herr Gerstenmayer übt keine Aufsichtsratsmandate oder vergleichbare Funktionen in anderen in- oder ausländischen Gesellschaften aus, die nicht in den Kon- zernabschluss einbezogen sind. Mit Beschluss der Steiermärkischen Landesregierung vom 26. Januar 2012 wurde Herr Gerstenmayer in das Beratungsgremium Forschungsrat Steiermark nominiert. Herr Asamer, geboren am 19. Januar 1970, ist Absolvent der J. Kepler Universität Linz, Fachrichtung Be- triebswirtschaftslehre. Zuletzt war Herr Asamer als geschäftsführender Gesellschafter der Geka Gruppe in Bechhofen, Deutschland, tätig. Davor verantwortete er unter anderem die Finanzagenden der Sell GmbH, des führenden Herstellers von Flugzeugküchen für Großraumflugzeuge, und der Magna Closures Europe, einer Divison des Automobilzulieferers Magna. Herr Asamer ist geschäftsführender Gesellschafter der Asamer GmbH mit Sitz in Ansbach, Deutschland. Per 1. April 2014 wurde er in den Vorstand der ATS berufen. Seine aktuelle Funktionsperiode endet mit 31. März 2017. Herr Asamer übt keine Aufsichtsratsmandate oder ver- gleichbare Funktionen in anderen in- oder ausländischen Gesellschaften aus, die nicht in den Konzernab- schluss einbezogen sind. Herr Moitzi, geboren am 5. Juli 1956, absolvierte von 1971 bis 1975 die Elektroinstallationslehre bei den Stadtwerken Judenburg. Danach, von 1976 bis 1981, besuchte er die HTBL für Elektrotechnik, wo er die Rei- feprüfung ablegte. Herr Moitzi arbeitete 1981 als Messtechniker bei der Montanuniversität Leoben. Seit 1981 ist er bei ATS tätig, zuerst als Abteilungsleiter für den mechanischen Bereich und Galvanik, später als Pro- duktions- und Standortleiter Leoben-Hinterberg. Von 2001 bis 2004 war er Projektleiter und COO der ATS in Shanghai. Nach seiner Rückkehr übernahm er die Position des Vice President Produktion. Seine Erstbestellung in den Vorstand der ATS erfolgte mit 1. April 2005 und die laufende Funktionsperiode endet mit 31. März 2018. Herr Moitzi übt keine Aufsichtsratsmandate oder vergleichbare Funktionen in anderen in- oder auslän- dischen Gesellschaften aus, die nicht in den Konzernabschluss einbezogen sind.
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    55Corporate Governance Bericht Aufsichtsratder ATS AG Geboren Datum der Erstbestellung Ende der lfd. Funktionsperiode Unabhängig nach ÖCKG-Regel Hannes Androsch 18.04.1938 30.09.1995 21. o. HV 20151) - Willibald Dörflinger 20.05.1950 05.07.2005 21. o. HV 2015 53, 54 Regina Prehofer 02.08.1956 07.07.2011 22. o. HV 2016 53, 54 Karl Fink 22.08.1945 05.07.2005 21. o. HV 2015 53, 54 Albert Hochleitner 04.07.1940 05.07.2005 21. o. HV 2015 53, 54 Gerhard Pichler 30.05.1948 02.07.2009 25. o. HV 2019 53 Georg Riedl 30.10.1959 28.05.1999 22. o. HV 2016 53 Karin Schaupp 23.01.1950 07.07.2011 22. o. HV 2016 53, 54 Wolfgang Fleck 15.06.1962 03.09.20082) n.a. Sabine Fussi 12.10.1969 14.09.20112) n.a. Franz Katzbeck 11.02.1964 15.10.20132) n.a. Günther Wölfler 21.10.1960 10.06.20092) n.a. 1) ATS hatte ursprünglich die Rechtsform einer GmbH. Die Gesellschafterversammlung vom 23. Juni 1995 beschloss eine Rechtsformänderung zu einer Aktienge- sellschaft und bestellte unter anderen Dr. Androsch in den Aufsichtsrat. Die Aktiengesellschaft wurde am 30. September 1995 in das Firmenbuch eingetragen. 2) Vom Betriebsrat entsandt; Datum der Erstbestellung entspricht dem Datum der ersten Teilnahme an einer Aufsichtsratssitzung bzw. der Mitteilung über die Nominierung an den Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat überwacht die Geschäftsführung und entscheidet in Fragen grundsätzlicher Bedeutung und über die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Der Aufsichtsrat wurde während des Geschäftsjahrs vom 1. April 2014 bis zum 31. März 2015 vom Vorstand schriftlich und mündlich über die Geschäftspolitik und die Geschäftsentwicklung unterrichtet und befasste sich intensiv mit den Unternehmensbelangen. Im Geschäftsjahr 2014/15 tagte der Aufsichtsrat sechsmal unter Teilnahme des Vorstands. Eine dieser Sitzungen wurde am im Aufbau befindlichen Standorts in Chongqing (China) abgehalten, damit sich alle Aufsichtsratsmitglieder vor Ort einen Überblick über den Pro- jektfortschritt machen können. In diesen Sitzungen tauschten sich der Vorstand und der Aufsichtsrat ausführlich über die wirtschaftliche Lage der ATS Gruppe aus. Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat im Rahmen der laufenden Berichterstat- tung sowie in allen Sitzungen anhand ausführlicher Berichte über die Geschäfts- und Finanzlage des Konzerns und seiner Beteiligungen, über die Personalsituation und über die Investitionsvorhaben. Vor allem wurden der strategische Einstieg gemeinsam mit einem führenden Halbleiterhersteller in den IC-Substrate-Bereich sowie die weitere Ausrichtung des neuen Standorts in Chongqing in China intensiv erörtert. Eine den Grundsätzen guter Corporate Governance folgende Unternehmensführung findet im Rahmen offe- ner Diskussionen zwischen Vorstand und Aufsichtsrat und innerhalb dieser Organe statt. ZUSAMMENSETZUNG KAPITALVERTRETER Dr. Hannes Androsch, Vorsitzender des Aufsichtsrats, erstmalig gewählt am 30. September 1995, bestellt bis zur 21. ordentlichen Hauptversammlung 2015. Herr Androsch, Industrieller, war von 1970 bis 1981 Bundesminister für Finanzen und von 1976 bis 1981 auch Vizekanzler. Von 1981 bis 1988 leitete er als Generaldirektor die Creditanstalt-Bankverein. Im Jahr 1994 beteiligte er sich zusammen mit KR Ing. Willibald Dörflinger und Dkfm. Helmut Zoidl am Management-Buy- out der ATS. Herr Androsch ist an einer Reihe namhafter österreichischer Unternehmen beteiligt. Aufsichtsrat der ATS AG Corporate Governance Bericht 9
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    56 ATS Geschäftsbericht2014/15 KR Ing. Willibald Dörflinger, erster Stellvertreter des Vorsitzenden des Aufsichtsrats, erstmalig gewählt am 5. Juli 2005, bestellt bis zur 21. ordentlichen Hauptversammlung 2015. Herr Dörflinger begann seine berufliche Laufbahn im Jahr 1972 bei M. Schmid Söhne und wechselte 1974 zu Honesta, Holz- und Kunststoffwarenindustrie. 1978 übernahm er die Leitung des technischen Einkaufs bei EUMIG Elektrizitäts- und Metallwaren Industrie GesmbH, war ab 1980 Leiter der Abteilung Leiterplatten und Oberflächentechnik und von 1986 bis 1990 Geschäftsführer. In den Jahren 1990 bis 1994 agierte Herr Dörf- linger als Vorstand der ATS sowie Geschäftsführer der EUMIG Fohnsdorf Industrie GmbH. Er beteiligte sich 1994 zusammen mit Dr. Androsch und Dkfm. Zoidl am Management-Buy-out der ATS und war bis 2005 zuerst geschäftsführender Gesellschafter, dann Vorstand und zuletzt Vorstandsvorsitzender. Im Jahr 2005 wechselte Herr Dörflinger in den Aufsichtsrat der ATS. Weitere Aufsichtsratsmandate oder vergleichbare Funktionen von Herrn Dörflinger in Gesellschaften, deren Aktien börsennotiert sind:  HWA AG DDr. Regina Prehofer, zweite Stellvertreterin des Vorsitzenden des Aufsichtsrats, erstmalig gewählt am 7. Juli 2011, bestellt bis zur 22. ordentlichen Hauptversammlung 2016. Frau Prehofer studierte Handelswissenschaften und Rechtswissenschaften in Wien. Ihre berufliche Laufbahn begann 1981 in der Österreichischen Kontrollbank. 1987 wechselte sie in die Creditanstalt, wo sie verschie- dene Führungspositionen im Firmenkundengeschäft innehatte. 2003 wurde sie in den Vorstand der Bank Austria Creditanstalt AG berufen, wo sie Verantwortung für das Firmenkundengeschäft bzw. das Osteuropa- geschäft übernahm. Von 2006 bis 2008 führte sie neben ihrer Vorstandsfunktion in Österreich als CEO die UniCredit Global Leasing und somit das gesamte Leasinggeschäft der UniCredit Group. Im September 2008 wechselte sie in den Vorstand der BAWAG P.S.K., wo sie das gesamte Privat- und Firmenkundengeschäft leitete. Seit Mai 2011 bekleidet sie das Amt der Vizerektorin für Infrastruktur an der Wirtschaftsuniversität Wien und seit Oktober 2011 auch das Amt der Vizerektorin für Finanzen. Weitere Aufsichtsratsmandate oder vergleichbare Funktionen von Frau Prehofer in Gesellschaften, deren Aktien börsennotiert sind:  Wienerberger AG (Vorsitzende des Aufsichtsrats seit Dezember 2013) Dkfm. Karl Fink, erstmalig gewählt am 5. Juli 2005, bestellt bis zur 21. ordentlichen Hauptversammlung 2015. Herr Fink graduierte 1971 an der Hochschule für Welthandel in Wien zum Diplomkaufmann. Von 1971 bis 1975 war er bei Marubeni Corporation im internationalen Warenhandel tätig. Danach wechselte Herr Fink zur Wiener Städtische Wechselseitige Versicherungsanstalt nach Wien. 1979 bis 1987 war er Vorsitzender des Vorstands der Interrisk – Internationale Versicherungs-Aktiengesellschaft. Im Jahr 1987 wurde Herr Fink Mitglied des Vorstands der Wiener Städtische Allgemeine Versicherungs AG und im Juli 2004 Generaldirektor- Stellvertreter. Per Oktober 2007 wurde ihm der Titel Generaldirektor der Wiener Städtische Versicherung AG, Vienna Insurance Group verliehen. Mit 30. September 2009 beendete Herr Fink seine aktive Laufbahn im Vorstand der Vienna Insurance Group. Er ist Mitglied des Vorstands des Wiener Städtischen Vereins, dem Hauptaktionär der Vienna Insurance Group, und bekleidet eine Reihe von Aufsichts- und Beratungsfunktionen im Konzern. Herr Fink ist überdies Honorarkonsul von Montenegro. Weitere Aufsichtsratsmandate oder vergleichbare Funktionen von Herrn Fink in Gesellschaften, deren Aktien börsennotiert sind:  Wienerberger AG DI Albert Hochleitner, erstmalig gewählt am 5. Juli 2005, bestellt bis zur 21. ordentlichen Hauptversammlung 2015. 10 Corporate Governance Bericht
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    57Corporate Governance Bericht HerrHochleitner schloss 1965 das Studium der technischen Physik an der Technischen Universität Wien ab. Im selben Jahr trat er in die damaligen Wiener Schwachstromwerke des Hauses Siemens ein. Im Jahr 1984 wurde Herr Hochleitner zum Vorsitzenden des Vorstands der Uher AG ernannt. 1988 wechselte er zur Sie- mens AG und übernahm die Leitung des Geschäftsgebiets Elektromotoren im Bereich Automobiltechnik mit Sitz in Würzburg. Im Oktober 1992 wurde er in den Vorstand der Siemens AG Österreich berufen. Ab 1994 war Herr Hochleitner dessen Vorsitzender, ehe er im Jahr 2005 in den Aufsichtsrat der Siemens AG wechsel- te, aus dem er 2010 aufgrund des Erreichens der Altersgrenze für Mitglieder des Aufsichtsrats ausschied. Mag. Gerhard Pichler, erstmalig gewählt am 2. Juli 2009, bestellt bis zur 25. ordentlichen Hauptversammlung 2019. Herr Pichler studierte Betriebswirtschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien. Er ist beeideter Wirtschaftsprü- fer und Steuerberater. Seit 1986 ist Herr Pichler Geschäftsführer der CONSULTATIO Wirtschaftsprüfungsge- sellschaftm.b.H., seit 1995 Partner und geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens. Dr. Georg Riedl, erstmalig gewählt am 28. Mai 1999, bestellt bis zur 22. ordentlichen Hauptversammlung 2016. Herr Riedl promovierte 1984 an der Universität Wien zum Doktor der Rechtswissenschaften. 1991 wurde er als selbstständiger Rechtsanwalt in der Kanzlei Riedl Ringhofer eingetragen. Seit 2013 ist er selbstständiger Rechtsanwalt der Kanzlei Frotz Riedl Rechtsanwälte. Seine Schwerpunkte liegen im Wirtschafts-, Handels-, Gesellschafts-, Privatstiftungs- und Steuerrecht, bei Mergers Acquisitions sowie im Vertragsrecht. Weitere Aufsichtsratsmandate oder vergleichbare Funktionen von Herrn Riedl in Gesellschaften, deren Aktien börsennotiert sind:  Bwin.Party Digital Entertainment Plc  VIENNA INSURANCE GROUP AG Wiener Versicherung Gruppe Dr. Karin Schaupp, erstmalig gewählt am 7. Juli 2011, bestellt bis zur 22. ordentlichen Hauptversammlung 2016. Frau Schaupp promovierte 1978 an der Karl Franzens Universität Graz und war danach Assistentin am Institut für Pharmazeutische Chemie. 1980 begann sie ihre Industriekarriere mit dem Eintritt in die Firma Leopold- Pharma GmbH als Leiterin der Analytischen Abteilung. Nach unterschiedlichen Funktionen im Forschungs-, Entwicklungs- und Produktmanagementbereich in der internationalen Pharmaindustrie übernahm sie 1997 die Geschäftsführung der Fresenius Kabi Austria GmbH. 1999 wurde sie zur Regionalleiterin für Öster- reich/Südosteuropa bestellt. 2000 erfolgte die Ernennung zum Mitglied des Vorstands der Fresenius Kabi AG, Bad Homburg, mit weltweiter Geschäftsverantwortung. Seit 2003 ist sie selbstständige Unternehmensberate- rin mit den Schwerpunkten Strategische Unternehmensentwicklung und Innovationstransfer. Weitere Aufsichtsratsmandate oder vergleichbare Funktionen von Frau Schaupp in Gesellschaften, deren Aktien börsennotiert sind:  BDI – BioEnergy International AG ARBEITNEHMERVERTRETER Die Mitbestimmung der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat und dessen Ausschüssen ist gesetzlich geregelt und Teil des österreichischen Corporate-Governance-Systems. Die Arbeitnehmervertretung ist berechtigt, für je zwei von der Hauptversammlung gewählte Aufsichtsratsmitglieder ein Mitglied aus ihren Reihen zu entsen- den. Bei ungerader Zahl der Aktionärsvertreter wird zugunsten der Arbeitnehmervertreter aufgestockt. Diese Drittelparität gilt auch für alle Ausschüsse des Aufsichtsrats, außer für Sitzungen und Abstimmungen, welche die Beziehungen zwischen der Gesellschaft und den Vorstandsmitgliedern betreffen. Ausgenommen sind Corporate Governance Bericht 11
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    58 ATS Geschäftsbericht2014/15 Beschlüsse auf Bestellung oder Widerruf der Bestellung eines Vorstandsmitglieds sowie die Einräumung von Optionen auf Aktien der Gesellschaft. Die Konzernpersonalvertretung hält regelmäßig Rücksprachen mit dem Vorstand. Diese dienender wechselseitigen Information über Arbeitnehmer betreffende Entwicklungen im Unternehmen. Wolfgang Fleck, Sabine Fussi, Franz Katzbeck und Günther Wölfler wurden vom Betriebsrat in den Aufsichts- rat entsandt (Stand: 31. März 2015). Eine aktuelle Übersicht mit weiteren Informationen kann unter www.ats.net/de/unternehmen/aufsichtsrat/ abgerufen werden. UNABHÄNGIGKEIT DER MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS Der ÖCGK sieht vor, dass die Mehrheit der Kapitalvertreter im Aufsichtsrat unabhängig sein soll. Der C-Regel 53 ÖCGK entsprechend hat der Aufsichtsrat die folgenden Kriterien festgelegt, nach denen seine Mitglieder als unabhängig anzusehen sind: Ein Aufsichtsratsmitglied ist als unabhängig anzusehen, wenn es in keiner geschäftlichen oder persönli- chen Beziehung zu der Gesellschaft oder deren Vorstand steht, die einen materiellen Interessenkonflikt be- gründet und daher geeignet ist, das Verhalten des Mitglieds zu beeinflussen. Folgende Kriterien dienen der Beurteilung des Vorliegens der Unabhängigkeit eines Aufsichtsratsmitglieds:  Das Aufsichtsratsmitglied war in den vergangenen fünf Jahren nicht Mitglied des Vorstands oder leitender Angestellter der Gesellschaft oder eines Tochterunternehmens der Gesellschaft.  Das Aufsichtsratsmitglied unterhielt im letzten Geschäftsjahr – und unterhält derzeit – zu der Gesellschaft oder einem Tochterunternehmen der Gesellschaft kein Geschäftsverhältnis in einem für das Aufsichtsrats- mitglied bedeutenden Umfang. Dies gilt auch für Geschäftsverhältnisse mit Unternehmen, an denen das Aufsichtsratsmitglied ein erhebliches wirtschaftliches Interesse hat.  Das Aufsichtsratsmitglied war in den letzten drei Jahren nicht Abschlussprüfer der Gesellschaft oder Betei- ligter oder Angestellter der prüfenden Prüfungsgesellschaft.  Das Aufsichtsratsmitglied ist nicht Vorstandsmitglied in einer anderen Gesellschaft, in der ein Vorstands- mitglied der Gesellschaft Aufsichtsratsmitglied ist.  Das Aufsichtsratsmitglied gehört nicht länger als 15 Jahre dem Aufsichtsrat an. Dies gilt allerdings nicht für Aufsichtsratsmitglieder, die Anteilseigner mit einer unternehmerischen Beteiligung sind oder die Interessen eines solchen Anteilseigners vertreten.  Das Aufsichtsratsmitglied ist kein enger Familienangehöriger (direkte Nachkommen, Ehegatten, Lebensge- fährten, Eltern, Onkel, Tanten, Geschwister, Nichten, Neffen) eines Vorstandsmitglieds oder von Personen, die sich in einer in den vorstehenden Punkten beschriebenen Position befinden. Nach diesen Kriterien hat jeder Kapitalvertreter im Aufsichtsrat in der Sitzung vom 19. März 2015 erklärt, dass bzw. ob er unabhängig ist. Sieben von acht der Kapitalvertreter des Aufsichtsrats der ATS AG erklärten sich als unabhängig; Herr Dr. Androsch erklärte sich als nicht unabhängig. C-Regel 54 ÖCGK sieht vor, dass bei Gesellschaften mit einem Streubesitz von mehr als 50 % mindestens zwei nach C-Regel 53 ÖCGK unabhängige Mitglieder dem Aufsichtsrat angehören sollen, die darüber hinaus keine Anteilseigner mit einer Beteiligung von mehr als 10 % sind oder deren Interessen vertreten. Die Damen DDr. Regina Prehofer und Dr. Karin Schaupp sowie die Herren KR Ing. Dörflinger, Dkfm. Fink und DI Hochleit- ner und damit fünf von acht Kapitalvertretern erklärten sich auch in diesem Sinne als unabhängig. DIVERSITÄT Bei der Auswahl der Mitglieder des Aufsichtsrats stehen einschlägiges Wissen und Erfahrung in Führungspositionen im Vordergrund. Zusätzlich wird bei der Zusammensetzung auf Diversität geachtet. Unter den Mitgliedern des Aufsichtsrats gibt es drei Frauen, womit mit einer Frauenquote von 25 % ein über- durchschnittlicher Wert im Vergleich zu anderen österreichischen Unternehmen erreicht wird. Das Alter der Aufsichtsratsmitglieder reicht von 45 bis 77 Jahre. Sämtliche Kapitalvertreter des Aufsichtsrats verfügen über umfangreiche Erfahrungen im internationalen Geschäftsverkehr. 12 Corporate Governance Bericht
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    59Corporate Governance Bericht ZUSTIMMUNGSPFLICHTIGEVERTRÄGE Im Zusammenhang mit diversen Projekten hat der Kon- zern Leistungen von Beratungsunternehmen, bei denen der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Androsch für die AIC Androsch International Management Consulting GmbH bzw. der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Ing. Dörflinger für die Dörflinger Management Beteiligungs GmbH als Geschäftsführer einzelvertretungsbe- fugt sind sowie Rechtsberatung von Frotz Riedl Rechtsanwälte, bei denen Aufsichtsratsmitglied Dr. Riedl als selbständiger Rechtsanwalt tätig ist, erhalten: in Tsd. € 2014/15 2013/14 AIC Androsch International Management Consulting GmbH 380 387 Dörflinger Management Beteiligungs GmbH 8 5 Frotz Riedl Rechtsanwälte 3 6 391 398 AUSSCHÜSSE Der Aufsichtsrat richtete zu seiner effizienten Unterstützung und zur Behandlung komple- xer Sachverhalte zwei ständige Ausschüsse ein, die einzelne Sachgebiete vertiefend behandeln und dem Aufsichtsrat darüber berichten. Zusätzlich hat der Aufsichtsrat während des Geschäftsjahres 2014/15 einen Projektausschuss eingerichtet, der sich mit Fragen der Fremdfinanzierung auseinandersetzt. PRÜFUNGSAUSSCHUSS Dieser Ausschuss setzte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr zusammen aus:  DDr. Regina Prehofer (Vorsitzende)  Mag. Gerhard Pichler (Finanzexperte)  Dr. Georg Riedl  Wolfgang Fleck  Günther Wölfler Der Prüfungsausschuss befasst sich mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses und der Arbeit des Abschlussprüfers, mit der Überwachung und Prüfung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, der Prüfung und Vorbereitung der Feststellung des Jahresabschlusses, der Prüfung des Vorschlags für die Gewinnvertei- lung, des Lageberichts sowie des Corporate-Governance-Berichts und ist für die Erstattung des Berichts über die Prüfungsergebnisse an den Aufsichtsrat zuständig. Der Prüfungsausschuss beschäftigt sich auch vorberei- tend für den Aufsichtsrat mit allen Fragen der Prüfung des Konzernabschlusses und Konzernlageberichts sowie mit dem Konzernrechnungslegungsprozess. Er unterbreitet weiters einen Vorschlag für die Auswahl des Abschlussprüfers und berichtet dem Aufsichtsrat darüber. Außerdem hat der Prüfungsausschuss die Wirksamkeit des unternehmensweiten Internen Kontrollsystems, des Internen Revisionssystems und des Risikomanagementsystems der Gesellschaft zu überwachen. Im Geschäftsjahr 2014/15 tagte der Prüfungs- ausschuss zweimal. Tätigkeitsschwerpunkte waren die Behandlung und Prüfung des Jahresabschlusses und Konzernabschlusses zum 31. März 2014, die Planung und Vorbereitung der Jahres- und Konzernabschlussprü- fung für das Geschäftsjahr 2014/15 sowie die Behandlung des Risikomanagements, des Internen Kontrollsys- tems und der Internen Revision. Weiters wurde die Vorsitzende des Prüfungsausschusses im Geschäftsjahr 2014/15 auch bei der Quartalsberichterstattung eingebunden. NOMINIERUNGS- UND VERGÜTUNGSAUSSCHUSS Dieser Ausschuss setzt sich aus folgenden Mit- gliedern zusammen:  Dr. Hannes Androsch (Vorsitzender)  Dkfm. Karl Fink  DI Albert Hochleitner  Wolfgang Fleck  Günther Wölfler Corporate Governance Bericht 13
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    60 ATS Geschäftsbericht2014/15 Wenn erforderlich, unterbreitet der Nominierungs- und Vergütungsausschuss dem Aufsichtsrat Vorschläge zur Besetzung frei werdender Mandate im Vorstand, befasst sich mit Fragen der Nachfolgeplanung und mit den Angelegenheiten der Vergütung der Vorstandsmitglieder. Dieser Ausschuss hat im Geschäftsjahr 2014/15 zu diesem Zweck dreimal getagt. Der Nominierungs- und Vergütungsausschuss ist weiters zur Entscheidung in dringenden Fällen befugt. Sämt- liche Kapitalvertreter in diesem Ausschuss verfügen als ehemalige Vorstandsvorsitzende bzw. Generaldirekto- renüber Kenntnisse und Erfahrung im Bereich der Vergütungspolitik. PROJEKTAUSSCHUSS Am 19. März 2015 wurde durch Beschluss des Aufsichtsrats – im Rahmen des am selben Tag erfolgten Grundsatzbeschlusses über die Durchführung verschiedener Maßnahmen zur Fremdfi- nanzierung – gemäß § 17 der Satzung aus der Mitte des Aufsichtsrats ein Projektausschuss für die weitere Abwicklung einschließlich der Erteilung der Zustimmung zur Durchführung entsprechender Transaktionen eingerichtet. Diesem Projektausschuss gehören folgende Mitglieder an:  Dr. Hannes Androsch (Vorsitzender)  KR Ing. Willibald Dörflinger  DDr. Regina Prehofer  Wolfgang Fleck  Günther Wölfler Der Projektausschuss des Aufsichtsrats wurde ermächtigt alle weiteren zur Begebung einer Anleihe oder der Aufnahme von Fremdkapital in einer anderen Form sowie die genaueren diesbezüglichen Bedingungen und Konditionen erforderlichen Zustimmungen des Aufsichtsrats zu erteilen. Der Projektausschuss, der am 19. März 2015 und damit am Ende des Geschäftsjahres eingerichtet wurde, tagte während des Geschäftsjahres 2014/15 nicht, besteht jedoch auch nach dem 31. März 2015 weiter bis zu seiner Auflösung. 14 Corporate Governance Bericht
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    61Corporate Governance Bericht Derfolgende Bericht stellt die Vergütung an die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der ATS dar. Er ist in Verbindung mit den Erläuterungen im Anhang zum Jahresabschluss bzw. Konzernabschluss 2014/15 zu lesen. BEZÜGE DER MITGLIEDER DES VORSTANDS Im Geschäftsjahr betragen die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstands: Geschäftsjahr 2014/15 Geschäftsjahr 2013/14 in Tsd. € Fix Variabel Summe Fix Variabel Summe DI (FH) Andreas Gerstenmayer 429 506 935 428 373 801 Dr. Karl Asamer 361 301 662 – – – Ing. Heinz Moitzi 359 361 720 357 424 781 Gesamt 1.149 1.168 2.317 785 797 1.582 Der Anteil der fixen Vergütung von Herrn DI (FH) Gerstenmayer an seiner Gesamtvergütung hat daher 45,88 % betragen, jener der variablen Vergütung 54,12 %. Der Anteil der fixen Vergütung von Herrn Dr. Asamer an seiner Gesamtvergütung hat 54,53 % betragen, jener der variablen Vergütung 45,47 %. Der Anteil der fixen Vergütung von Herrn Ing. Moitzi an seiner Gesamtvergütung hat 49,86 % betragen, jener der variablen Vergütung 50,14 %. In Bezug auf die gesamte Vorstandsvergütung beträgt für das Geschäftsjahr 2014/15 der Anteil der fixen Vergütung 49,59 % und der Anteil der variablen Vergütung 50,41 %. Die aktienorientierte Vorstandsvergütung basiert auf dem Stock-Option-Plan 2009–2012 der ATS mit Zutei- lungen vom 1. April 2009 bis zum 1. April 2012. Die Zahl der an Vorstände im Rahmen dieses Stock-Option- Plans insgesamt zugeteilten Aktienoptionen stellt sich wie folgt dar: Zuteilung jeweils am 1. April eines jeden Jahres insgesamt zugeteilt 2012 2011 2010 2009 DI (FH) Andreas Gerstenmayer 120.000 40.000 40.000 40.000 – Ing. Heinz Moitzi 120.000 30.000 30.000 30.000 30.000 Zuteilungspreis (in €) 9,86 16,60 7,45 3,86 Die Ausübbarkeit der zugeteilten Aktienoptionen erfolgt gestaffelt, wobei bis zu 20 % der zugeteilten Aktien- optionen nach Ablauf von zwei Jahren, bis zu weiteren 30 % nach Ablauf von drei Jahren und die restlichen bis zu 50 % nach Ablauf von vier Jahren nach ihrer Zuteilung ausgeübt werden können. Aktienoptionen kön- nen nach Ablauf der Wartefrist, jedoch nicht während einer Sperrfrist, zur Gänze oder auch nur teilweise ausgeübt werden. Zugeteilte Aktienoptionen, die nicht spätestens bis zum Ablauf von fünf Jahren nach dem Zuteilungstag ausgeübt werden, verfallen grundsätzlich ersatzlos und endgültig; für den Fall, dass eine Sperr- frist das Ende dieser Fünfjahresfrist umfasst gilt jedoch, dass diese Sperrfrist die Fünfjahresfrist unterbricht. Für die Zeit dieser Unterbrechung können nach Ende der Sperrfrist die Aktienoptionen weiterhin ausgeübt werden, die fünfjährige Frist wird daher insofern verlängert. Aktienoptionen, die aber nicht spätestens zum Ablauf dieser so gegebenenfalls verlängerten Fünfjahresfrist ausgeübt werden, verfallen ersatzlos und end- gültig. Das betreffende Stock-Option-Programm ist nunmehr ausgelaufen, die letzte Zuteilung erfolgte am 1. April 2012. Per 1. April 2012 zugeteilte, noch nicht ausgeübte Optionen (siehe Directors‘ Holdings Dealings einschließlich Veränderung im Geschäftsjahr 2014/15) können demnach grundsätzlich noch bis 31. März 2017 gezogen werden. Nach umfassender Vorbereitung wurde mit Beschluss des Aufsichtsrats vom 3. Juli 2014 als Ersatz des mit letzter Zuteilung am 1. April 2012 ausgelaufenen Stock-Options-Programmes für den Vorstand sowie Schlüs- Vergütungsbericht für Vorstand und Aufsichtsrat Corporate Governance Bericht 15
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    62 ATS Geschäftsbericht2014/15 selkräfte der Gesellschaft ein langfristiges Vergütungsmodell („Long-Term-Incentive-Programm“) auf Basis von „Stock Appreciation Rights“ (SAR) implementiert. SAR sind Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte auf der Grundlage der Aktienkursentwicklung über einen definierten Zeitraum. Somit erfolgt für die Begünstigten, wie auch bei Aktienoptionen, ohne dass aber tatsächlich Aktien übertragen oder Optionen auf eine solche Übertragung eingeräumt werden, nur bei positiver Aktienkursentwicklung eine finanzielle Vergütung. Als Voraussetzung sind insbesondere langfristige und mehrjährige Leistungskriterien, eine Mindestwartefrist von drei Jahren (mit einem darauf folgenden Ausübungszeitraum von maximal zwei Jahren), ein Mindest- Eigeninvestment sowie eine Höchstgrenze des möglichen finanziellen Vorteils vorgesehen:  Die Kennzahl „Earnings per Share“ (EPS) determiniert, wieviele der zugeteilten SAR nach Ablauf der Warte- frist tatsächlich ausgeübt werden können. Als Zielwert gilt der gemäß dem Mittelfristplan für den Bilanz- stichtag des dritten Jahres nach Zuteilung festgelegte EPS-Wert. Wird dieser EPS-Wert nach Ablauf der Wartefrist zu unter 50 % erreicht, verfallen die zugeteilten SAR. Wird der EPS Wert zu 100 % erreicht oder übertroffen, so können die zugeteilten SAR zur Gänze ausgeübt werden. Liegt die Erreichung zwischen 50 % und 100 %, so können die zugeteilten SAR anteilig ausgeübt werden (linearer Verlauf).  Ein Eigeninvestment als Voraussetzung für eine Ausübung ist verpflichtend. Das Eigeninvestment entspricht einmalig 20 % der ersten Zuteilungssumme (in SAR) eines Jahres als Aktien (z.B. bei 5.000 zugeteilten SAR beträgt das Eigeninvestment 1.000 Aktien). Wurde das Eigeninvestment bis zum Ende der Wartefrist (nach Ablauf von drei Jahren) nicht zur Gänze aufgebaut, so verfallen die SAR der entsprechenden Zuteilung zur Gänze. Das Eigeninvestment muss über die gesamte Dauer der Teilnahme am LTI-Programm gehalten wer- den.  Der Ausübungspreis wird am Zuteilungstag bestimmt und entspricht dem durchschnittlichen Schlusskurs der ATS-Aktien an der Wiener Börse während der sechs Kalendermonate, die dem jeweiligen Zuteilungs- tag vorausgehen.  Die Entwicklung des Aktienkurses determiniert die Höhe des LTI für die Berechtigten: Die Differenz zwi- schen Ausübungspreis der entsprechenden virtuellen Zuteilung und dem Schlusskurs der ATS-Aktie an der Wiener Börse am Ausübungstag wird mit der Anzahl der SAR multipliziert. Der Ausübungspreis wird mit keinem Aufschlag versehen. Eine allfällige Auszahlung erfolgt in bar. Für den Fall außerordentlich positiver Entwicklungen ist der Auszahlungsbetrag je SAR der Höhe nach bei 200 % des jeweils festgelegten Aus- übungspreises begrenzt (Beispiel: Ausübungspreis 8 €, der maximale Wert je SAR liegt somit bei 16 €, ein Schlusskurs über 24 € führt damit nicht mehr weiter zu einem höheren Wert je SAR). Es sind im Rahmen dieses LTI-Programmes 2014 – 2016 drei Zuteilungstranchen möglich, und zwar vom 1. April 2014 bis zum 1 . April 2016. Bisher wurden den Vorstandsmitgliedern folgende Stückzahlen an Ak- tien-Wertsteigerungsrechten zu dem angeführten Ausübungspreis zugeteilt: Zuteilung am 1. April 2014 insgesamt zugeteilt 2014 DI (FH) Andreas Gerstenmayer 40.000 40.000 Dr. Karl Asamer 30.000 30.000 Ing. Heinz Moitzi 30.000 30.000 Zuteilungspreis (in €) 7,68 Die (nicht auf Stock Option und SARs entfallende) variable Vergütung des Vorstands hing im Geschäftsjahr 2014/15 von der kurzfristigen Erreichung von drei im Rahmen des Budgets festgelegten Kenngrößen für das betreffende Geschäftsjahr, Return on Capital Employed (ROCE), Cash Earnings (mit einer Gewichtung von je 45 %) sowie Innovation Revenue Rate (IRR) (mit einer Gewichtung von 10 %), ab. Grundvoraussetzung für die Gewährung dieser variablen Vergütung ist jedenfalls ein positives EBIT für die gesamte Gruppe für das Ge- schäftsjahr sowie die Erfüllung des Zielwerts EBIT für die gesamte Gruppe für das Geschäftsjahr von zumin- 16 Corporate Governance Bericht
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    63Corporate Governance Bericht dest70 % („Hurdle Rate“). Bei Übererfüllung der Zielvorgaben der Kennzahlen ROCE, Cash Earnings und IRR kann maximal ein Bonus von 200 % auf Basis des vertraglich vereinbarten Jahresbonus erreicht werden. Die Einbeziehung der IRR spielt eine wichtige Rolle für die nachhaltige Gestaltung der variablen Vergütung, weil die Innovationsfähigkeit – im Sinne der Entwicklung neuer Technologien, Produkte oder Produkteigenschaf- ten – für das Unternehmen ein wesentlicher Faktor für zukünftigen wirtschaftlichen Erfolg ist und überdies gut messbar ist: Die IRR drückt den Umsatzanteil von Produkten aus, die in den vergangenen drei Jahren in den Markt eingeführt wurden und die technisch und innovativ sind. Über den dreijährigen Betrachtungszeit- raum wird eine langfristige Komponente in der variablen Vergütung abgebildet. Im Falle der Beendigung des Dienstverhältnisses haben die Vorstände vertraglich Anspruch auf Abfertigung (in sinngemäßer Anwendung des Angestelltengesetzes „Abfertigung Alt“). Im Falle einer vorzeitigen Beendigung des Dienstverhältnisses seitens eines Vorstandsmitglieds aus berechtigtem und wichtigem Grund oder aufgrund des Erlöschens der Funktion aus gesellschaftsrechtlichen Gründen ist das Entgelt bis zum Vertragsende weiterzubezahlen. Sollte ein Vorstand sein Amt niederlegen oder aufgrund einer schwerwiegenden Pflichtverletzung von seiner Funk- tion abberufen und entlassen werden sowie im Todesfall stoppt die Gehaltszahlung mit Ende des entspre- chenden Monats. Sonstige Anwartschaften und Ansprüche im Zuge der Beendigung der Funktion bestehen nicht. Pensionsansprüche der Vorstände sind mittels einzelvertraglicher Leistungszusagen oder Beitragszahlungen geregelt. Herrn Ing. Moitzi wurde für jedes anrechenbare Dienstjahr ein Pensionsanspruch in Höhe von 1,2 % des zuletzt bezogenen Aktiveinkommens, maximal jedoch 40 % davon zugesagt. Für Herrn DI (FH) Gersten- mayer wurde ein Beitrag in Höhe von 10 % des monatlichen Bruttogehalts in eine Pensionskasse eingezahlt. Die Höhe der Betriebspension ergibt sich aus dem vorhandenen Kapital in der Pensionskasse, die Verrentung erfolgt entsprechend dem Geschäftsplan der Pensionskasse. Vorstandsmitglieder erhalten einen Dienstwagen (der entsprechende steuerliche Hinzurechnungsbetrag - Sachbezug- wird bei der Ermittlung des Nettogehalts berücksichtigt) und haben Anspruch auf eine Unfallver- sicherung. Die Krankenversicherung beschränkt sich auf die österreichische gesetzliche Sozialversicherung. BEZÜGE DER MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS Die Festlegung der Vergütung der Mitglieder des Auf- sichtsrats erfolgt durch Beschluss in der ordentlichen Hauptversammlung jeweils im Nachhinein für das vo- rangegangene Geschäftsjahr. Die an Mitglieder des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2014/15 gezahlte Vergü- tung für das vorangegangene Geschäftsjahr 2013/14 entspricht dem Beschluss der 20. ordentlichen Haupt- versammlung vom 3. Juli 2014: in € Mitglied Fixum Ausschuss- vergütung variable Vergütung Sitzungsgeld Summe Dr. Hannes Androsch 30.000 3.000 17.700 2.000 52.700 Ing. Willibald Dörflinger 25.000 – 8.850 1.600 35.450 DDr. Regina Prehofer 20.000 3.000 8.850 2.000 33.850 Dkfm. Karl Fink 20.000 2.000 8.850 1.600 32.450 DI Albert Hochleitner 20.000 2.000 8.850 1.600 32.450 Mag. Gerhard Pichler 20.000 2.000 8.850 2.000 32.850 Dr. Georg Riedl 20.000 2.000 8.850 2.000 32.850 Dr. Karin Schaupp 20.000 – 8.850 2.000 30.850 Gesamt 175.000 14.000 79.650 14.800 283.450 Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält eine fixe Vergütung in Höhe von 30.000 € pro Geschäftsjahr, sein erster Stellvertreter eine fixe Vergütung in Höhe von 25.000 € und alle anderen Mitglieder des Aufsichtsrats Corporate Governance Bericht 17
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    64 ATS Geschäftsbericht2014/15 20.000 €. Der Vorsitz eines ständigen Ausschusses (Nominierungs- und Vergütungsausschuss bzw. Prüfungs- ausschuss) wird mit einem Fixum von 3.000 € pro Geschäftsjahr, die Mitgliedschaft mit 2.000 € remuneriert. Das Sitzungsgeld beträgt 400 € pro Sitzung des Aufsichtsratsplenums, womit auch sämtliche Barauslagen abgegolten sind. Darüber hinaus erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats eine auf den Kennzahlen Cash- Earnings und ROCE (Return on Capital Employed) basierende variable Vergütung (in Höhe von 10.000 € pro Geschäftsjahr bei 100 %-iger Zielerreichung im Fall des Aufsichtsratsvorsitzenden und in Höhe von 5.000 € für übrige Mitglieder des Aufsichtsrats), wobei die Gewichtung zu jeweils gleichen Teilen erfolgt. Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten keine Aktienoptionen der Gesellschaft. Nachdem die im Rahmen des Budgetierungs- prozesses festgelegten Kenngrößen für eine variable Vergütung im Geschäftsjahr 2013/14 erreicht wurden, kam es zu einer solchen Vergütungskomponente für das Geschäftsjahr 2013/14, welche entsprechend dem Beschluss der 20. ordentlichen Hauptversammlung vom 3. Juli 2014 während des Geschäftsjahres 2014/15 ebenfalls ausbezahlt wurde. Die in den Aufsichtsrat entsandten Arbeitnehmervertreter üben ihre Funktion ehrenamtlich aus und erhalten daher keine gesonderte Vergütung. VERMÖGENSSCHADENHAFTPFLICHTVERSICHERUNG (DO-VERSICHERUNG) Die bei ATS bestehen- de DO-Versicherung gilt für alle ehemaligen, gegenwärtigen und zukünftigen Mitglieder der geschäftsfüh- renden Organe und der Kontrollorgane der Gesellschaft oder ihrer Tochterunternehmen. Umfasst sind die gerichtliche und außergerichtliche Abwehr ungerechtfertigter und die Befriedigung begründeter Schadener- satzansprüche wegen reiner Vermögensschäden aus Pflichtverletzungen der versicherten Personen aus ihrer organschaftlichen Tätigkeit. Die Versicherung gilt weltweit, die Jahresprämie wird von ATS bezahlt. 18 Corporate Governance Bericht
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    65Corporate Governance Bericht DieMitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands haben sich freiwillig bereit erklärt, die Anzahl der von ihnen gehaltenen Aktien der AT S Austria Technologie Systemtechnik Aktiengesellschaft zu veröffentli- chen. Nicht veröffentlicht wird der Aktienbesitz von natürlichen Personen, die in enger Beziehung zu den Aufsichtsratsmitgliedern oder Vorstandsmitgliedern stehen. Aktien Optionen gemäß Stock-Option-Plan Stand 31.03.2014 Veränderung Stand 31.03.2015 % Kapital*) Stand 31.03.2014 Aus- übung/Verfall Stand 31.03.2015 Andreas Gerstenmayer – 10.000 10.000 0,03 % 120.000 40.000 80.000 Karl Asamer – 4.000 4.000 0,01 % – – – Heinz Moitzi 2.786 – 2.786 0,01 % 90.000 30.000 60.000 Hannes Androsch 599.699 – 599.699 1,54 % – – – Androsch Privatstiftung 6.339.896 – 6.339.896 16,32 % – – – Willibald Dörflinger – – – – – – – Dörflinger Privatstiftung 6.902.380 – 6.902.380 17,77 % – – – Karl Fink – – – – – – – Albert Hochleitner – – – – – – – Gerhard Pichler 26.768 – 26.768 0,07 % – – – Regina Prehofer – – – – – – – Georg Riedl 15.482 – 15.482 0,04 % – – – Karin Schaupp – – – – – – – Wolfgang Fleck – – – – – – – Sabine Fussi – – – – – – – Franz Katzbeck – – – – – – – Günther Wölfler – – – – – – – *) Die angegebene Anzahl der jeweils an der AT S Austria Technologie Systemtechnik Aktiengesellschaft gehaltenen Aktien schließt alle direkten und indirekten Beteiligungen mit ein. Bei der Androsch Privatstiftung sind damit in dieser Angabe auch jene Aktien enthalten, die von der im Eigentum der Androsch Privatstiftung stehenden AIC Androsch International Management Consulting GmbH gehalten werden, bei der Dörflinger-Privatstiftung sind auch jene Aktien enthalten, die von der im Mehrheitseigentum der Dörflinger-Privatstiftung stehenden Dörflinger Management Beteiligungs GmbH gehalten werden. Transaktionen zwischen der Androsch Privatstiftung und der im Eigentum der Androsch Privatstiftung stehenden AIC Androsch International Management Consulting GmbH werden daher ebenfalls saldiert und hier nicht gesondert dargestellt. Einzelne Directors’-Dealings-Meldungen sind jeweils der Directors’-Dealings-Datenbank der FMA zu entneh- men, abrufbar unter https://www.fma.gv.at/de/unternehmen/emittenten/directors-dealings/directors- dealings-datenbank.html. Directors‘-Holdings Dealings Corporate Governance Bericht 19 Directors’ Holdings Dealings
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    66 ATS Geschäftsbericht2014/15 FÖRDERUNG VON FRAUEN IN FÜHRUNGSPOSITIONEN ATS verfügt über keinen ausformulierten Plan für die Förderung von Frauen in Vorstand, Aufsichtsrat und leitenden Funktionen in der Gesellschaft und ihren Tochtergesellschaften. Die Auswahl von Kandidatinnen und Kandidaten erfolgt jeweils im Hinblick auf die bestmögliche Besetzung freier Stellen, insbesondere unabhängig von Geschlecht, Alter, Religion und ethnischer Herkunft. Frauen sind in verschiedenen leitenden Positionen innerhalb der ATS und ihrer Tochtergesellschaften tätig. Im Vorstand der ATS sind keine Frauen vertreten. Im Aufsichtsrat der ATS sind jedoch zwei der acht Kapi- talvertreter Frauen und eine auf seiten der Arbeitnehmervertretung, womit mit einer Frauenquote von 25 % der Aufsichtsratsmitglieder ein im Vergleich zu anderen österreichischen Unternehmen überdurchschnittli- cher Wert erreicht wird. Von den leitenden Positionen in der 1. Ebene unterhalb des ATS Vorstands werden 16 % von Frauen eingenommen. Der Frauenanteil im Konzern beträgt insgesamt rund 34 %. Innerhalb ATS liegt der Frauenanteil in Europa und USA mit 40 % nach wie vor deutlich über jenem in Asien, wo der Frauen- anteil 33 % beträgt. Das Unternehmen ist weiterhin bemüht, die Entwicklung von Frauen auch in Führungs- positionen zu fördern. Es wird aktiv versucht, insbesondere bei Rückkehr aus einer Karenz, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern. ATS ETHIK- UND VERHALTENSKODEX Als Ergänzung zum ÖCGK hat sich ATS selbst einen Ethik- und Verhaltenskodex auferlegt. Dieser beschreibt, wie ATS ihre Geschäfte auf ethische und sozial verantwortli- che Weise führt. Die Richtlinien gelten für alle Aktivitäten von ATS weltweit. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter ist dafür verantwortlich, sich bei der Ausübung seines Berufs und seiner täglichen Arbeit aus- nahmslos an diesen Kodex zu halten. Für bestimmte Regionen, Länder oder Funktionen können strengere oder detailliertere Richtlinien gelten, die jedoch grundsätzlich im Einklang mit dieser Unternehmenspolitik stehen. Ein Kernpunkt des Kodex ist, dass ATS etwa bei Einstellung, Vergütung, Beförderung keinerlei Form der Diskriminierung aufgrund z. B. Rasse, Religion, politischer Zugehörigkeit, aber auch Geschlecht unter- stützt. Es zählt die persönliche Leistung. ATS COMPLIANCE-CODE ATS unterstützt die Intention des ÖCGK, das Vertrauen in- und ausländischer Investoren in den Kapitalmarkt Österreich durch Erhöhung der Transparenz und durch einheitliche Grundsät- ze zu stärken. Die Gleichbehandlung und umfassende Information aller Aktionäre hat für ATS eine hohe Bedeutung. Zur Vermeidung von Insiderhandel und zur Einhaltung sonstiger relevanter kapitalmarktrechtli- cher Bestimmungen wurde ein Compliance Code („Konzernrichtlinie Emittenten Compliance“) im Unterneh- men unter Einbezug aller Aufsichtsratsmitglieder installiert. Die Konzernrichtlinie Emittenten Compliance wurde zuletzt im Geschäftsjahr 2012/13 an die Änderungen der Emittenten Compliance Verordnung der Finanzmarktaufsichtsbehörde (BGBl. II 213/2007 idF BGBl. II Nr. 30/2012) angepasst und in der geänderten Fassung am 1. Dezember 2012 in Kraft gesetzt. Der Vorstand DI (FH) Andreas Gerstenmayer Dr. Karl Asamer Ing. Heinz Moitzi Sonstige Verhaltenskodizes 20 Corporate Governance Bericht
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    6868 ATS Geschäftsbericht2014/15ATS Geschäftsbericht 2014/15 Konzernlagebericht 2014/15
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    69Konzernlagebericht 1. Geschäftsentwicklung   70 1.1.Markt und Branche   70 1.2. Ertragslage   74 1.3. Vermögens- und Finanzlage   77 2. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag   83 3. Standorte und Zweigniederlassungen   84 4. Geschäftsentwicklung nach Segmenten   85 5. Konzern   88 5.1. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter   88 5.2. Nachhaltigkeit   91 5.3. Forschung und Entwicklung   94 6. Chancen- und Risikomanagement   96 7. Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf das Rechnungswesen   99 8. Aktionärsstruktur und Angaben zum Kapital (Angaben gemäß § 243a UGB)   100 9. Ausblick   102 Inhaltsverzeichnis
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    70 ATS Geschäftsbericht2014/15 Eine Leiterplatte ist eine Verbindungsplattform für elektrische, elektronische und mechanische Bauteile. Sie ermöglicht die mechanische Befestigung sowie die elektrische Verbindung von Widerständen, Kondensato- ren, Mikroprozessoren, Speicherbausteinen, Sensoren, Steckern und vielen anderen Komponenten, welche für die volle Funktionsfähigkeit elektronischer Systeme erforderlich sind. Nachdem nahezu jedes elektroni- sche Gerät eine oder mehrere Leiterplatten enthält, sind sie ein unverzichtbarer Bestandteil in unserem täglichen Leben. Leiterplatten bestehen aus einem elektrisch isolierenden Trägermaterial – zum Großteil werden dafür in Epoxidharz getränkte Glasfasermatten verwendet – und darauf aufgebrachten leitenden Verbindungen – zumeist aus geätzten Kupferschichten. Es gibt unzählige Arten von Leiterplatten, von einseitigen bis zu hoch- komplexen mehrlagigen Ausführungen. Die Komplexität von Leiterplatten und, damit verbunden, die Anfor- derungen an die unterschiedlichen Herstellungsprozesse werden von mehreren Faktoren bestimmt. Es sind dies die Lagenanzahl, die vertikalen Verbindungen der einzelnen Lagen und deren minimaler Lochdurchmes- ser, die Breite und Abstände der Leiterzüge sowie das Oberflächen-Finish. Die fortschreitende Miniaturisie- rung der elektronischen Komponenten in den Endgeräten bei gleichzeitig zunehmender Leistungsdichte erhöhen die Anforderungen an und die Komplexität der Leiterplatten. ATS hat seit Jahren den Schwerpunkt auf die Produktion hochkomplexer Leiterplatten für anspruchsvollste Anwendungen gesetzt und realisiert mittlerweile mehr als 75 % des Umsatzes in dieser höchsten Technologieklasse. IC-Substrate repräsentieren die Spitzentechnologie für Verbindungsplattformen. Der größte Unterschied zu Leiterplatten liegt in den realisierbaren Strukturen, welche ein Minimum von weniger als 10 µm erreichen können. Dazu sind im Gegensatz zur Herstellung von Leiterplatten wesentlich anspruchsvollere Reinrauman- forderungen zu erfüllen und alternative Plating-Verfahren zur Formierung der vertikalen Verbindungen erfor- derlich. Im Gegensatz zu herkömmlichen Leiterplatten können IC-Substrate auch aus Keramik- oder Glasma- terialien bestehen. INTERNATIONALE MARKTENTWICKLUNG Der globale Markt für Leiterplatten ist stark geprägt von der hoch entwickelten, aber schwierig prognostizierbaren Elektronikindustrie. Die Märkte für Endgeräte und Halbleiter unterliegen aufgrund der sich rasch ändernden Bedürfnisse der Kunden und des wechselnden globalen Wirtschaftsklimas immer größeren Schwankungen. Die Leiterplattenindustrie folgt untrennbar diesen Makro-Trends, welche den Bedarf an elektronischen Geräten und Systemen bestimmen. Zusätzlich beeinflus- sen die Unausgewogenheit von Angebot und Nachfrage, die fortschreitende geografische Migration, der Preisverfall und der harte Wettbewerb diesen stark fragmentierten Markt, welcher dadurch noch dynamischer und schwerer vorhersehbar geworden ist. Weltweit gab es 2013 etwa 2800 Hersteller (Quelle: NTI, Aug. 2014). Die Top-30-Unternehmen haben einen gemeinsamen Marktanteil von rund 55 % (Quelle: Prismark, Q4 2014). Die Prognosen unabhängiger Marktforscher zeigen ein durchschnittliches jährliches Wachstum für den welt- weiten Leiterplattenmarkt von rund 3 % bis zum Jahr 2019 (Quelle: Prismark, Q4 2014), wobei für die höher- wertigen Technologien, wie z. B. HDI-Microvia-Leiterplatten, überdurchschnittliche Zuwachsraten prognosti- ziert werden. Im Jahr 2014 lag der weltweite Bedarf für Leiterplatten bei 57,4 Mrd. US-$ (Quelle: Prismark, Q4 2014). Dies entspricht im Vergleich zu 2013 einer Steigerung von 2,3 %. Die nebenstehende Grafik zeigt die unterschiedli- che Entwicklung in den verschiedenen Regionen. Während die Märkte in Amerika, Europa und Japan weiter an Bedeutung verlieren, wird Asien (ohne Japan) bis 2019 einen Anteil von etwa 85 % an der weltweiten Produktion von Leiterplatten für sich beanspruchen. Geschäftsentwicklung1. 1.1. Markt und Branche Leiterplattenmarkt in Mrd. US-$ Quelle: Prismark, Q4 2014 3,0 2,9 2,9 2,9 2,9 2,2 2,1 2,1 2,0 2,0 6,7 6,4 5,9 5,5 5,2 26,1 27,6 29,2 30,7 32,1 19,4 19,9 20,8 21,6 22,5 57,4 58,9 60,9 62,7 64,7 2014 2015 2016 2017 2018 Asien - sonstige China Japan Europa Amerika 4 Konzernlagebericht 2014/15
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    71Konzernlagebericht SMARTPHONES BLEIBEN WACHSTUMSMOTORDER ELEKTRONIKINDUSTRIE Mit rund 1,3 Mrd. verkauften Geräten war der Markt für Smartphones im Jahr 2014 das mit Abstand größte und mit über 27 % Wachstum gegenüber 2013 auch das am stärksten wachsende Segment der globalen Elektronikin- dustrie. Auch wenn die Prognosen unabhängiger Marktforscher für die nächsten Jahre deutlich niedrigere Wachstumsraten von durchschnittlich rund 9 % zeigen (Quelle: IDC, März 2015), stellen Smartphones auch in Zukunft einen der wichtigsten Wachstumstreiber dar. Entgegen ursprünglichen Prognosen, welche von einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 13 % ausgegangen sind (Quelle: IDC, Januar 2014), hat der Tab- let-Computer-Markt im Jahr 2014 mit einem Wachstum von 4,5 % (Quelle: IDC, März 2015) gegenüber 2013 deutlich an Dynamik verloren. Für die kommenden Jahre wird nun ein durchschnittliches Wachstum von rund 3 % p. a. prognostiziert (Quelle: IDC, März 2015). Neben den genannten Anwendungen sind Personal Computer, Notebooks, Server/Speicher-Computer, Kom- munikations-Infrastruktureinrichtungen und Consumer-Produkte wie Digitalkameras und TV-Geräte wesentli- che Bestandteile in den Marktsegmenten Computer, Communication und Consumer. Deutliches Marktpoten- zial sieht das ATS Management bei Wearable-Anwendungen wie z. B. Smart-Watches, welche ähnlich hochwertige Leiterplattentechnologien wie Smartphones benötigen. Diese Marktsegmente werden in hohem Maß durch den Megatrend „Konnektivität“ getrieben. Die Verbin- dung einzelner Anwendungen – wie Smartphones, Tablets, Computer, sogenannte Smart Devices wie eben Smart-Watches, Fitness-Tracker, aber auch Fernseher und in Zukunft eine Vielzahl an elektrischen Geräten des täglichen Lebens – über das Internet eröffnet neue Wachstumsbereiche, welche unter dem Begriff „In- ternet of Things“ die Entwicklung dieser Segmente in den nächsten Jahren bestimmen werden. ÜBERDURCHSCHNITTLICHES WACHSTUM FÜR AUTOMOBILELEKTRONIK DURCH NEUE ANWENDUNGEN Die Prognosen unabhängiger Marktforscher zeigen bis zum Jahr 2018 ein durchschnittliches jährliches Wachstum von rund 5 % für den globalen Automobilmarkt. Der Anteil an Elekt- ronik-Systemen wird im gleichen Zeitraum ein jährliches Wachstum von 5,5 % aufweisen (Quelle: Prismark, Q4 2014). Für den Bedarf an Leiterplatten für die Automobilelektronik wird ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 4 % prognostiziert (Quelle: Prismark, Q4 2014). Damit liegen die Wachstumsraten für elektro- nische Systeme wie auch für Leiterplatten deutlich über den durchschnittlichen Gesamtwerten der globalen Elektronikbranche, welche mit einem Wachstum von 3,5 % für elektronische Systeme sowie 3,1 % für Leiter- platten prognostiziert werden (Quelle: Prismark, Q4 2014). Sicherheit, Information, Verbrauchs- und Emissionsreduzierung sind die Schwerpunktthemen der Automobil- branche. Zuverlässigkeit, Langlebigkeit, Beständigkeit gegen Temperatureinflüssen definieren dabei höchste Ansprüche an die verwendeten Leiterplatten. Anwendungen im Bereich Sicherheit und Information treiben auch in diesem Segment die Nachfrage und den Einsatz von HDI- und Microvia-Leiterplatten. Die Anwendun- gen, bei denen mittlerweile HDI- und Microvia-Leiterplatten eingesetzt werden, reichen von Navigations-, Multimedia- und Infotainment-Systemen über Emergency-Call und Kamerasysteme bis zu elektronischen Getriebesteuerungen. Zukünftig erfordert das Thema „Autonomes Fahren“ die Entwicklung von neuen zentralen Systemen für die Erfassung von Informationen und Daten, welche von Kamerasystemen, Radar- und Ultraschallsensoren zur Verfügung stehen, sowie für deren Auswertung und die anschließende Ansteuerung der entsprechenden Aktuatoren für Brems-, Stabilitäts- und Lenksystem. Aufgrund des großen Datenvolumens und der notwendi- gen schnellen Übertragungsraten benötigen diese neuen Zentralrechner ebenfalls HDI-Technologie. ATS ist im Bereich Automobilelektronik gemessen am Umsatz weltweit unter den Top Ten der Leiterplatten- lieferanten (Quelle: NTI, März 2014). Wachstumstreiber Smart- phones und Tablet-Computer in Mrd. verkauften Stück Quelle: IDC, März 2015 Absatzvolumen Automobil- markt in Mio. verkauften Fahrzeuge Quelle: KPMG, LMC, September 2013 1,3 1,5 1,6 1,8 1,9 0,2 0,2 0,2 0,2 0,3 2014 2015 2016 2017 2018 Smartphones Tablets 89 96 102 107 111 2014 2015 2016 2017 2018 Konzernlagebericht 2014/15 5
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    72 ATS Geschäftsbericht2014/15 STABILES WACHSTUM IN DER INDUSTRIEELEKTRONIK Für das Jahr 2015 rechnen unabhän- gige Marktanalysten mit einem Wachstum von rund 5 % im Industrieelektronik-Systemmarkt (Quelle: Pris- mark, März 2015). Das korrelierende Wachstum für Leiterplatten für dieses Segment wird für den gleichen Zeitraum mit rund 3 % prognostiziert (Quelle: Prismark, März 2015). Der Markt für Industrieelektronik ist stark fragmentiert und aufgrund der breit gefächerten Anwendungen durch unzählige unterschiedliche Kunden von sehr differenzierten Anforderungen an die eingesetzten Leiter- plattentechnologien gekennzeichnet. Das nachgefragte Technologiespektrum reicht von einseitigen und doppelseitigen Leiterplatten über hochlagige Multilayer-Leiterplatten sowie vermehrt HDI- und Microvia- Leiterplatten bis hin zu allen Typen von flexiblen und starr-flexiblen Leiterplatten. Um den daraus resultieren- den Anforderungen – bestimmt vom Einsatzgebiet und den verschiedenen Produktspezifikationen – gerecht zu werden, sind Kundennähe, hohe Flexibilität und kürzeste Lieferzeiten die Erfolgsparameter für die Leiter- plattenhersteller. Das Industrieelektronik-Segment ist nach wie vor stark geprägt von Anwendungen in den Bereichen Mess-, Regel- und Steuertechnik, Leistungselektronik, Beleuchtungssysteme sowie Diagnostikgeräten, RFID- Erfassungssystemen, aber auch Eisenbahntechnik. Zukünftig werden M2M- (Maschine-zu-Maschine und Maschine-zu-Mensch)-Kommunikationsmodule, getrieben durch die Industrie-4.0-Aktivitäten, weiteres Wachstum in diesem Segment ermöglichen. ATS arbeitet mit einigen Branchengrößen in diesem neuen Betätigungsfeld und ist für die neuen Anforderungen dieser Anwendungen bestens gerüstet. DER MARKT FÜR MEDIZINELEKTRONIK Der globale Markt für medizintechnische Elektronik- Systeme erreichte im Jahr 2014 einen Wert von 96 Mrd. US-$ dar (Quelle: Prismark Discovery Series, März 2015). Gegenüber 2013 bedeutet dies eine Stagnation. Betrachtet man die Prognosen anderer Analysten, zeigen diese deutlich abweichende Marktgrößen. IC-Insight erwartete z.B. für 2014 einen Gesamt- Systemmarkt in der Größe von 50,9 Mrd. US-$ (Quelle: IC-Insight, Dezember 2013). Dies verdeutlicht die Komplexität und Vielschichtigkeit dieses Marktes hinsichtlich der Anwendungen wie Diagnose- und bildge- bende Geräte, Therapieapplikationen, Patientenüberwachung. Weitere Anwendungsbereiche sind chirurgi- sche Beleuchtung, Sterilisationssysteme, analytische Instrumente und Molekulardiagnostik. Abhängig von der Zuordnung der vorgenannten Anwendungen zu den einzelnen Segmenten der globalen Elektronikindustrie sind die abweichenden Prognosen über das tatsächliche Marktvolumen der Medizinelektronik zu interpretie- ren. Die Preise für medizintechnische Geräte bzw. Systeme reichen von niedrigen zweistelligen US-$-Beträgen für Fitness-Tracker bis zu mehreren 100.000 US-$ für ein Computertomografie-System. So verschieden die Einschätzungen des Marktvolumens der einzelnen Marktanalysen sind, so unterschiedlich stellen sich auch die Wachstumsprognosen dar. So geht Prismark für die kommenden Jahre von einem durch- schnittlichen jährlichen Wachstum von rund 4 % aus, während IC-Insight eine Steigerung des Marktes für Medizinelektronik von 7 % prognostiziert. Medizintechnische Anwendungen stellen höchste Anforderungen an die Zuverlässigkeit der Geräte und somit auch an die dort eingesetzten Leiterplatten. Daneben haben Miniaturisierung und Gewichtsreduzierung oberste Priorität, insbesondere bei Applikationen wie Herzschrittmachern, Hörgeräten und anderen mobilen Systemen. Die jahrelange Erfahrung in der Entwicklung und Miniaturisierung von hochwertigen Leiterplatten für die Smartphone-Industrie in Kombination mit der Erfüllung höchster Qualitätsansprüche dieser Technolo- gie im Automobilbereich, ermöglicht es ATS, immer mehr Kunden in diesem Markt zu gewinnen und ihre Anforderungen bestmöglich zu erfüllen. Absatzvolumen Industrie- elektronik-Systemmarkt in Mrd. US-$ Quelle: Prismark Discovery Series, März 2015 Absatzvolumen Medizin- elektronik-Systemmarkt in Mrd. US-$ Quelle: Prismark Discovery Series, März 2015 129 135 143 150 159 2014 2015 2016 2017 2018 96 99 104 108 112 2014 2015 2016 2017 2018 6 Konzernlagebericht 2014/15
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    73Konzernlagebericht DER MARKT FÜRIC-SUBSTRATE Ursprüngliche Prognosen unabhängiger Marktanalysten zeigten für das Jahr 2013 ein Volumen von 8,9 Mrd. US-$ und ein Wachstum von 4 % für 2014 (Quelle: JMS, 2. HJ 2012). Durch den weltweiten Rückgang des Computermarktes für Desktop-PCs, getrieben durch das Wachstum im Bereich Tablets, zeigen neueste Analysen ein deutlich geringeres Marktvolumen für sogenannte BGA- Substrate und dafür stärkeres Wachstum für CSP-Substrate. Tatsächlich erreichte demnach der Gesamtmarkt für IC-Substrate im Jahr 2013 einen Wert von 7,6 Mrd. US-$ (Quelle: JMS, Juni 2014). Für das Jahr 2014 wurde ein Gesamtmarktvolumen von 8,0 Mrd. US-$ und für die kommenden Jahre ein durchschnittliches jährliches Wachstum von rund 4,7 % prognostiziert. Für BGA-Substrate wurde für 2014 ein Marktvolumen von 3,6 Mrd. US-$ angegeben und ein durchschnittlicher jährlicher Rückgang des Bedarfes um rund 1,4 % für den Zeitraum 2014 bis 2018. Für CSP-Substrate wurde für 2014 ein Marktvolumen von 4,4 Mrd. US-$ errechnet und für die Jahre 2014 bis 2018 ein durchschnittliches jährliches Wachstum von rund 9 % (Quelle: JMS, Juni 2014). IC-Substrate werden in allen Segmenten der Elektronikindustrie eingesetzt, wobei über 80 % dieser Techno- logie in Smartphones, Desktop- und Notebook-Computern, Tablets, Servern und Speichersystemen verbaut wird (Quelle: Prismark, Juli 2014). Im Gegensatz zu der Vielzahl an Leiterplattenproduzenten gibt es für IC- Substrate nur wenige Hersteller, wobei die Top Ten Player gemeinsam einen Marktanteil von mehr als 80 % für sich beanspruchen (Quelle: Prismark, Juli 2014). Dieses Umfeld bietet ATS die Möglichkeit, sich in den nächsten Jahren in diesem Hochtechnologiesegment als einer der führenden Marktanbieter zu etablieren. MINIATURISIERUNG, FUNKTIONSINTEGRATION UND MODULARISIERUNG BESTIMMEN MARKT FÜR EMBEDDED COMPONENT PACKAGING (ECP) BZW. EMBEDDED DIE PACKAGING Die Embedded-Die-Packaging-Technologie befindet sich derzeit in der Markteinführungsphase. Die Analysten von Yole schätzen den Gesamtmarkt für das Jahr 2014 auf ein Volu- men von 14 Mio. US-$ und prognostizieren einen Anstieg des Marktes bis zum Jahr 2018 auf ein Gesamtvo- lumen von rund 142 Mio. US-$. Dies entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von rund 78 %. Es gibt derzeit etwa ein Dutzend Anbieter für Embedding-Technologien, wobei ATS aktuell in diesem neuen Markt mit einem Marktanteil von 75 % eine klare Führungsposition einnimmt (Quelle: Yole, März 2015). Im Vordergrund der ECP-Technologie stehen Miniaturisierung durch Integration von Komponenten und damit Funktionalität in die Leiterplatte sowie die Verbesserung der Zuverlässigkeit der Verbindungstechnologie zwischen Komponenten und Leiterplatte. Weitere Herausforderungen sind die Erhöhung der mechanischen Stabilität und die Verbesserung der thermischen und elektrischen Eigenschaften für Anwendungen im Hoch- frequenzbereich, für Leistungselektronik, aber auch für Audio-Anwendungen und High-Speed Datenübertra- gung. Die ECP-Technologie fokussiert auf zwei unterschiedliche Bereiche. Den derzeit größten Anteil haben soge- nannte Packages bzw. System-in-Package-(SiP-)Module. Typische Anwendungsbeispiele sind Leistungsmodu- le, MOSFET und IGBT-Applikationen, MEMS-Module, Sensor- und Kamera-Module, Audio- und Radio-Module sowie DC/DC-Converter. Der zweite Bereich sind die Motherboards oder auch Hauptplatinen, mit Anwendungen wie hochzuverlässige Leiterplatten für raue Umweltbedingungen (z. B. Motorsteuerungen im Automobilbereich), Notebook- Computer, Geräte für mobiles Internet, Smartphones, Hörgeräte und integrierte RFID-Lösungen. Absatzvolumen IC-Substrat- Markt für BGA- und CSP- Technologie in Mrd. US-$ Quelle: JMS, Juni 2014 Absatzvolumen Embedded Die Packaging Technologie in Mio. US-$ Quelle: Yole, März 2015 4,4 4,9 5,4 5,9 6,3 3,6 3,4 3,4 3,4 3,3 2014 2015 2016 2017 2018 CSP-Substrate BGA-Substrate 14 27 52 90 142 2014 2015 2016 2017 2018 Konzernlagebericht 2014/15 7
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    74 ATS Geschäftsbericht2014/15 ATS konnte den außerordentlich positiven Geschäftsverlauf des Vorjahres im Geschäftsjahr 2014/15 stei- gern und sowohl beim Umsatz als auch beim Ertrag neue Rekordergebnisse erzielen. Im ersten Quartal, das branchenbedingt das schwächste ist, ging der Umsatz um 1,2 Mio. € bzw. 0,9 % auf 141,3 Mio. € (Vor- jahr: 142,5 Mio. €) zurück. Das zweite und dritte Quartal sind für ATS in der Regel die umsatzstärksten. Im zweiten Quartal 2014/15 konnte ATS den Umsatz um 3,4 Mio. € bzw. 2,1 % auf 160,8 Mio. € steigern (Vor- jahr: 157,4 Mio. €). Hauptverantwortlich dafür war die starke Nachfrage im Segment Industrial Automotive. Im dritten Quartal 2014/15 hielt diese positive Entwicklung an. Daneben kam es, unterstützt durch zahlreiche Produkteinführungen und der weiterhin erfolgreichen Positionierung im High-End Bereich der Mobilkommu- nikation, zu einem sehr starken Nachfrageanstieg im Segment Mobile Devices Substrates. Dies führte ins- gesamt zu einem sehr hohen Umsatzanstieg von 36,3 Mio. € bzw. 24,1 % auf 187,3 Mio. € (Vor- jahr: 151,0 Mio. €). Darüber hinaus konnte ATS die Produktionsmengen dank optimierter Prozesse weiter steigern. Das vierte Quartal ist, bedingt durch das chinesische Neujahrsfest und den damit verbundenen Produktionsunterbrechungen, traditionell schwächer als das zweite und dritte. Die Nachfrage im vierten Quartal übertraf aufgrund der kontinuierlich positiven Entwicklung im Segment Mobile Devices Substrates deutlich die Erwartungen, und der Umsatz stieg um 38,6 Mio. € bzw. 27,8 % auf 177,6 Mio. € (Vor- jahr: 139,0 Mio. €). Damit lag der Umsatz über dem ohnehin schon starken zweiten Quartal. Ergebniskennzahlen in Mio. € (wenn nicht anders angeführt) 2014/15 2013/14 ± Umsatzerlöse 667,0 589,9 13,1 % Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (EBITDA) 167,6 127,2 31,8 % EBITDA-Marge (%) 25,1 % 21,6 % Betriebsergebnis (EBIT) 90,1 53,9 67,0 % EBIT-Marge (%) 13,5 % 9,1 % Konzernjahresergebnis 69,3 38,2 81,5 % Gewinn je Aktie (€) 1,78 1,24 43,5 % Investitionen 154,5 111,1 39,0 % Mitarbeiterstand (inkl. Leiharbeiter), Durchschnitt (Anzahl) 7.638 7.027 8,7 % In Summe gelang ATS im Berichtsjahr 2014/15 eine Steigerung des Konzernumsatzes um 77,1 Mio. € bzw. 13,1 % auf 667,0 Mio. € (Vorjahr: 589,9 Mio. €). Eine sehr hohe Auslastung in allen Segmenten ermöglichte diese positive Entwicklung. Neben dem starken organischen Wachstum profitierte ATS im Berichtsjahr auch von Währungseffekten. Rund 65,1 % des Umsatzes 2014/15 wurde in Fremdwährungen verrechnet. Der Umsatzanteil der in Asien produzierten Produkte stieg von 75,9 % im Vorjahr auf 79,0 % im Geschäftsjahr an. Die regionale Umsatzstruktur auf Basis des Verbringungsortes der Leistung weist für Asien einen Anteil von 58,9 % nach 52,7 % im Vorjahr aus. Der Umsatzanteil der übrigen Regionen ging hingegen zurück. Das EBITDA der Gruppe lag mit 167,6 Mio. € um 40,4 Mio. € bzw. 31,8 % über dem Vorjahresvergleichswert von 127,2 Mio. €. Währungseffekte aus dem chinesischen Renminbi, der indischen Rupie, dem Hongkong- Dollar sowie dem südkoreanischen Won erhöhten das EBITDA um 5,6 Mio. € bzw. 4,4 %. Nicht aktivierungs- fähige Anlaufkosten für das neue Substratwerk in Chongqing belasten das EBITDA im Berichtsjahr mit 4,7 Mio. € (Vorjahr: 4,9 Mio. €). Im Vorjahr waren Schließungskosten des Standortes Klagenfurt in Höhe von 3,0 Mio. € enthalten. Darüber hinaus wurde das Ergebnis durch eine Kompensationszahlung eines Lieferanten positiv beeinflusst. 1.2. Ertragslage Umsatzentwicklung in Mio. € Umsatz nach Quartalen in Mio. € EBITDA-Entwicklung in Mio. € EBITDA nach Quartalen in Mio. € 514,2 541,7 589,9 667,0 11/12 12/13 13/14 14/15 142,5 157,4 151,0 139,0 141,3 160,8 187,3 177,6 Q1 Q2 Q3 Q4 2013/14 2014/15 103,4 102,4 127,2 167,6 11/12 12/13 13/14 14/15 28,1 37,3 34,7 27,1 29,1 43,2 55,0 40,3 Q1 Q2 Q3 Q4 2013/14 2014/15 8 Konzernlagebericht 2014/15
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    75Konzernlagebericht Im Segment MobileDevices Substrates erzielte ATS im Berichtsjahr einen Umsatz von 455,2 Mio. € und damit um 76,9 Mio. € bzw. 20,3 % mehr als im Vorjahr mit 378,3 Mio. €. Das Segment profitierte von einer sehr starken Nachfrage in den letzten beiden Quartalen des Berichtsjahres, der erfolgreichen Einführung neuer Produkte und positiven Währungseffekten. Zudem konnten die Auswirkungen der Werksferien auf- grund des chinesischen Neujahrsfestes im vierten Quartal minimiert werden. Das EBITDA des Segments konn- te um 20,7 Mio. € bzw. 19,4 % auf 127,5 Mio. € (Vorjahr: 106,8 Mio. €) verbessert werden. Die EBITDA- wirksamen nicht aktivierungsfähigen Anlaufkosten für das neue Substratwerk in Chongqing lagen mit 4,7 Mio. € unter dem Vorjahreswert von 4,9 Mio. €. Das Segment Industrial Automotive konnte 2014/15 den Umsatz um 28,9 Mio. € bzw. 10,6 % auf 301,8 Mio. € (Vorjahr: 272,9 Mio. €) steigern. Wichtige Treiber dieser Entwicklung waren der Trend zu mehr Elektronik in den Kraftfahrzeugen, die Entwicklung zur Industrie 4.0 und die stärkere Nachfrage nach mobilen Anwendungen im Bereich Patienten-Monitoring. Das EBITDA des Segmentes konnte um 13,3 Mio. € bzw. 61,8 % auf 34,8 Mio. € (Vorjahr: 21,5 Mio. €) gesteigert werden. Bereinigt um die im Vorjahr enthaltenen Schließungskosten des Werkes Klagenfurt (3,0 Mio. €), beträgt der Anstieg noch immer beachtliche 41,9 %. Ertragsentwicklung in Mio. € 2013/14 Einmaleffekte1) Währungseffekte2) Organisch 2014/15 Umsatzerlöse 589,9 – 21,4 55,7 667,0 Umsatzkosten (471,1) – (18,1) (22,4) (511,6) Bruttogewinn 118,8 – 3,3 33,3 155,4 Vertriebskosten (30,9) – (0,7) (0,0) (31,6) Allgemeine Verwaltungskosten (24,1) – (0,4) (3,5) (28,0) Sonstiges betriebliches Ergebnis (6,9) (0,5) 0,2 1,5 (5,7) Nicht wiederkehrende Posten (3,0) 3,0 – – – Betriebsergebnis vor Abschrei- bungen (EBITDA) 127,2 3,2 5,6 31,6 167,6 Betriebsergebnis (EBIT) 53,9 2,5 2,4 31,3 90,1 Finanzergebnis (11,1) 0,2 6,6 (0,8) (5,1) Ergebnis vor Steuern 42,8 2,7 9,0 30,5 85,0 Ertragsteuern (4,6) 0,0 (0,8) (10,2) (15,6) Konzernjahresergebnis (Ergebnis nach Steuern) 38,2 2,7 8,2 20,2 69,3 1) Werkserrichtung Chongqing, Schließung Klagenfurt 2) Im Konzernabschluss enthaltene Translations- und Bewertungseffekte Die EBITDA-Marge stieg im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozentpunkte von 21,6 % auf 25,1 %. Bereinigt um Einmaleffekte (Anlaufkosten Chongqing und Schließung Klagenfurt), beträgt der Anstieg 2,9 Prozentpunkte von 22,9 % des Vorjahres auf 25,8 % im laufenden Jahr. Diese Verbesserung ist einerseits auf die Fixkosten- degression infolge der guten Kapazitätsauslastung und auf den verbesserten Produktmix zurückzuführen. Darüber hinaus wurde der Materialaufwand von 34,7 % der Umsatzerlöse im Vorjahr durch Optimierungs- maßnahmen auf 34,1 % im Berichtsjahr gesenkt. Die Personaltangente konnte mit 20,0 % der Umsatzerlöse leicht verbessert werden (Vorjahr: 20,6 %). Diese Entwicklung schlägt sich auch in den Verwaltungs- und Vertriebskosten nieder, die aufgrund von Skaleneffekten in Relation zum Umsatz unterproportional anstie- gen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden Sozialkapitalzinsen in Höhe von 1,3 Mio. € im Finanzergebnis erfasst, die Vorjahresvergleichszahlen wurden aufgrund von Geringfügigkeit (Aufwand 2013/14: 0,9 Mio. €) nicht angepasst. Darüber hinaus wurden positive Währungsdifferenzen aus der Bewertung von Fremdwährungs- forderungen und -verbindlichkeiten in Höhe von 0,7 Mio. € ergebniswirksam erfasst (Vorjahr: Aufwand von 1,3 Mio. €). Externe Umsatzerlöse Anteile Segmente in % 2014/15 2013/14 Umsatz nach Regionen in % F E D C B A 2013/14 2014/15 A - Österreich B - Deutschland C - Sonstiges Europa D - China E - Sonstiges Asien F - Amerika 3,5 % 21,4 % 12,4 % 34,9 % 17,8 % 10,0 % 3,3 % 19,8 % 12,5 % 40,1 % 18,8 % 5,4 % Konzernlagebericht 2014/15 9
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    76 ATS Geschäftsbericht2014/15 Die Abschreibungen auf das Sach- und immaterielle Anlagevermögen in Höhe von 71,5 Mio. € bzw. 11,0 % des Anlagevermögens (Vorjahr: 67,9 Mio. € bzw. 15,3 % des Anlagevermögens) spiegeln den hohen techni- schen Standard sowie die Anlagenintensität der ATS wieder. Neben laufenden Abschreibungen sind auch Sonderabschreibungen in Höhe von 6,0 Mio. € bzw. 0,9 % des Anlagevermögens (Vorjahr: 5,4 Mio. € bzw. 1,2 % des Anlagevermögens) angefallen, die aus der Abwertung von nicht mehr verwendeten technischen Anlagen resultieren. Sonderabschreibungen erfolgen immer dann, wenn in der laufenden Geschäftstätigkeit keine Nutzungsmöglichkeit mehr gegeben ist und der erzielbare Betrag im Rahmen einer Veräußerung unter dem Buchwert liegt. Das Betriebsergebnis (EBIT) steigerte sich um 36,2 Mio. € bzw. 67,0 % auf 90,1 Mio. € (Vorjahr: 53,9 Mio. €). Die EBIT-Marge verbesserte sich um 4,4 Prozentpunkte auf 13,5 % (Vorjahr: 9,1 %). Das Finanzergebnis konnte von -11,1 Mio. € auf -5,1 Mio. € verbessert werden. Der Zinsaufwand für finanziel- le Verbindlichkeiten stieg von 10,4 Mio. € auf 11,3 Mio. €. Hauptursache dafür ist die, aufgrund der bereits durchgeführten Fremdkapitalmaßnahmen zur Finanzierung des neuen Substratwerkes in Chongqing, höhere durchschnittliche Bruttoverschuldung. Von den Zinsaufwendungen wurden aktivierte Fremdkapitalzinsen in Höhe von 2,8 Mio. € (Vorjahr: 0,5 Mio. €), die im Zusammenhang mit der Anschaffung von qualifizierten Vermögensgegenständen stehen, in Abzug gebracht. Im Finanzergebnis sind erstmalig die Zinsaufwendungen in Höhe von 1,3 Mio. € aus dem Sozialkapital ausgewiesen, welche im Vorjahr noch in den entsprechenden Aufwandspositionen enthalten waren. Die Vorjahresvergleichszahlen (0,9 Mio. €) wurden aufgrund von Ge- ringfügigkeit nicht angepasst. Im Finanzergebnis wurden im laufenden Jahr positive Fremdwährungsdifferenzen, die sich aufgrund der Bewertung von liquiden Fremdwährungsmitteln und realisierter Kursgewinne von Finanzinstrumenten erga- ben, in Höhe von 6,6 Mio. € als Ertrag erfasst (Vorjahr: Aufwand von 0,3 Mio. €). Grundsätzlich ist das Finan- zergebnis in geringerem Ausmaß von Währungseffekten beeinflusst, da ein Großteil der Ausleihungen gegen- über Kreditinstituten Euro-Verbindlichkeiten sind. Die größten konzerninternen Ausleihungen sind langfristi- ger Natur und deren Rückzahlung ist auf absehbare Zeit weder geplant noch wahrscheinlich. Die Bewertung dieser Ausleihungen erfolgt daher ergebnisneutral im Rahmen der Gesamtergebnisrechnung. Analog zum Konzernjahresergebnis vor Steuern stieg auch die Konzernsteuerbelastung und beträgt 15,6 Mio. € (Vorjahr: 4,6 Mio. €). Der Effektivsteuersatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 7,6 Prozentpunkte von 10,8 % auf 18,4 %. Dies hat seine Ursache in einem höheren Gewinnanteil in Ländern mit höheren Steu- ersätzen sowie dem Effekt aus Steuersatzänderungen. ATS (China) Company Limited konnte den begünstig- ten Steuerstatus als „Hightech-Company“ im Januar 2015 rückwirkend für das Kalenderjahr 2014 wieder erlangen. Der Steuerstatus beginnt mit 1. Januar 2014, ist für drei Jahre gültig und hängt von der jährlichen Erreichung bestimmter Kriterien ab. Der negative Ergebniseffekt in Höhe von 1,3 Mio. €, der sich aus der Umwertung der langfristig aktiven latenten Steuern ergibt, wurde im vierten Quartal 2014/15 als Steuerauf- wand erfasst. Das Konzernjahresergebnis konnte von 38,2 Mio. € im Vorjahr um 31,1 Mio. € bzw. 81,5 % auf 69,3 Mio. € gesteigert werden, und das Ergebnis je Aktie um 0,54 € bzw. 43,5 % von 1,24 € auf 1,78 €. Dabei ist zu be- rücksichtigen, dass sich die Anzahl der gewichteten Aktien aufgrund der, im Geschäftsjahr 2013/14 durchge- führten, unterjährigen Kapitalerhöhung von 30,8 Mio. Stück auf 38,9 Mio. Stück erhöht hat. EBITDA-Marge in % EBIT-Marge in % Entwicklung Gewinn/Aktie in € 20,1 18,9 21,6 25,1 11/12 12/13 13/14 14/15 8,2 5,8 9,1 13,5 11/12 12/13 13/14 14/15 1,14 0,62 1,24 1,78 11/12 12/13 13/14 14/15 10 Konzernlagebericht 2014/15
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    77Konzernlagebericht Bilanzentwicklung in Mio. € 31.03.2014Einmaleffekte1) Währungseffekte Organisch 31.03.2015 Langfristige Vermögenswerte 483,9 102,5 153,3 (26,9) 712,8 Kurzfristige Vermögenswerte 432,2 (24,8) 89,2 11,5 508,1 Summe Vermögenswerte 916,1 77,7 242,5 (15,4) 1.220,8 Eigenkapital 390,7 (14,7) 169,5 58,9 604,4 Langfristige Schulden 370,3 102,8 33,4 (93,5) 413,1 Kurzfristige Schulden 155,0 (10,4) 39,6 19,1 203,4 Summe Eigenkapital und Schulden 916,1 77,7 242,5 (15,4) 1.220,8 1) Chongqing, Umbewertung Personalrückstellung und Bewertung Hedging-Reserve auf Zinsswap Die Bilanzsumme wuchs im Geschäftsjahr 2014/15 um 304,7 Mio. € bzw. 33,3 % von 916,1 Mio. € auf 1.220,8 Mio. € an. Die Hauptursachen dafür waren die Anlagenzugänge für das neue Werk in Chongqing in Höhe von 79,1 Mio. € sowie positive Wechselkursdifferenzen in Höhe von 242,5 Mio. €. Der Anstieg der immateriellen Vermögenswerte um insgesamt 36,1 Mio. € bzw. 394,4 % auf 45,2 Mio. € (Vorjahr: 9,1 Mio. €) ist in erster Linie auf aktivierte Entwicklungskosten, die die Kriterien des IAS 38 erfüllen, in Höhe von 29,8 Mio. € sowie Wechselkursdifferenzen in Höhe von 5,4 Mio. € zurückzuführen. Das Sachanla- gevermögen stieg in erster Linie durch Zugänge in Chongqing in Höhe von 49,3 Mio. €, Technologie-Upgrades in Shanghai in Höhe von 47,7 Mio. € sowie Wechselkursdifferenzen von 122,9 Mio. € um insgesamt 168,6 Mio. € bzw. 38,7 % auf 603,7 Mio. € (Vorjahr: 435,1 Mio. €). In der Nettoveränderung des Anlagever- mögens sind Abschreibungen in Höhe von 71,5 Mio. € (Vorjahr: 67,9 Mio. €) berücksichtigt. In den langfristi- gen Vermögenswerten sind Vorsteuerforderungen in Höhe von 17,6 Mio. € enthalten (Vorjahr: 4,3 Mio. €), welche erst in mehr als einem Jahr mit Umsatzsteuerverbindlichkeiten gegengerechnet werden können. Aufwertungen des chinesischen Renminbi, der indischen Rupie und des südkoreanischen Won trugen zu einem Anstieg des langfristigen Vermögens in Höhe von insgesamt 153,3 Mio. € bei. Nettoumlaufvermögen in Mio. € (wenn nicht anders angeführt) 31.03.2015 31.03.2014 ± Vorräte 89,2 59,4 50,1 % Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 113,5 94,0 20,7 % Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (97,8) (66,2) 47,8 % Bereinigung um Verbindlichkeiten aus Investitionen 17,5 26,3 (33,4 %) Umlaufvermögen Handel 122,4 113,5 7,9 % Sonstiges Umlaufvermögen, Verbindlichkeiten, Rückstellungen (27,1) (21,8) 24,1 % Nettoumlaufvermögen 95,3 91,7 3,9 % Nettoumlaufvermögen in % der Gesamterlöse 14,3 % 15,6 % Außenstandsdauern (in Tagen): Vorräte 64 46 38,2 % Forderungen 62 58 6,7 % Verbindlichkeiten 77 43 80,4 % 1.3. Vermögens- und Finanzlage Konzernlagebericht 2014/15 11
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    78 ATS Geschäftsbericht2014/15 Die Vorräte stiegen um 29,8 Mio. € bzw. 50,1 % von 59,4 Mio. € auf 89,2 Mio. €. Dies ist auf gestiegene Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Fertigfabrikate und die vorher genannten Wechselkurseffekte zurückzuführen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen um 19,5 Mio. € bzw. 20,7 % auf 113,5 Mio. € (Vor- jahr: 94,0 Mio. €). Der Anstieg ist bedingt durch höhere Umsätze sowie Wechselkurseffekte. Die Außen- standsdauern stiegen um 6,7 % auf 62 Tage (Vorjahr: 58 Tage). Die Erhöhung der Außenstandsdauer der Forderungen konnte durch ein rigides Forderungsmanagementsystem eingeschränkt werden, und diese liegt jetzt deutlich unter der Außenstandsdauer der Verbindlichkeiten. Durch permanente Optimierung der Zah- lungsziele und Wechselkurseffekte konnten die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 31,6 Mio. € bzw. 47,8 % von 66,2 Mio. € auf 97,8 Mio. € erhöht werden. Dieser Anstieg konnte trotz um 8,8 Mio. € auf 17,5 Mio. € (Vorjahr: 26,3 Mio. €) gesunkener Verbindlichkeiten für Investitionen erreicht werden. Das Eigenkapital erhöhte sich um 213,7 Mio. € bzw. 54,7 % von 390,7 Mio. € auf 604,4 Mio. €. Das positive Konzernergebnis trug mit 69,3 Mio. € (Vorjahr: 38,2 Mio. €) zum Anstieg bei. Positive Währungsdifferenzen aus der Umrechnung der Nettovermögenspositionen der Tochterunternehmen sowie aus der Umrechnung langfristiger Ausleihungen an Tochterunternehmen erhöhten das Eigenkapital um 161,4 Mio. €. Der Anstieg resultiert aus einer starken Aufwertung des chinesischen Renminbi, der indischen Rupie und des südkoreani- schen Won im zweiten Halbjahr. Demgegenüber belastete im Vorjahr die Währungsumrechnungsdifferenzen das Eigenkapital mit 42,7 Mio. €. Negativ auf das Eigenkapital wirkten sich Verluste aus der Bewertung von Sicherungsinstrumenten (Zinshedge) in Höhe von 2,5 Mio. € (Vorjahr: Verlust 0,2 Mio. €) aus. Versicherungs- mathematische Verluste, die sich in erster Linie aufgrund der zur Berechnung der Personalrückstellungen verwendeten niedrigeren Zinssätze ergeben, reduzieren das Eigenkapital um 6,8 Mio. € (Vorjahr: 0,7 Mio. €). Die langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten stiegen um 33,4 Mio. € bzw. 10,3 % von 325,9 Mio. € auf 359,3 Mio. €. Der kurzfristige Teil sank von 46,1 Mio. € auf 46,0 Mio. €. Bei den sonstigen Schulden gab es einen Anstieg im langfristigen Bereich. Die darin enthaltenen Personalrückstellungen erhöhten sich aufgrund geänderter versicherungsmathematischer Parameter um 9,0 Mio. € (Vorjahr: Anstieg 2,5 Mio. €). Nettoverschuldung in Mio. € (wenn nicht anders angeführt) 31.03.2015 31.03.2014 ± Finanzielle Verbindlichkeiten, kurzfristig 46,0 46,1 (0,1 %) Finanzielle Verbindlichkeiten, langfristig 359,3 325,9 10,3 % Zahlungsmittel und -äquivalente (273,9) (260,1) 5,3 % Finanzielle Vermögenswerte (0,9) (0,9) (6,4 %) Nettoverschuldung 130,5 110,9 17,7 % Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (EBITDA) 167,6 127,2 31,8 % Nettoverschuldung/EBITDA-Verhältnis 0,8 0,9 Eigenkapital 604,4 390,7 54,7 % Bilanzsumme 1.220,8 916,1 33,3 % Eigenkapitalquote (%) 49,5 % 42,7 % Verschuldungsgrad (Nettoverschuldung/Eigenkapital) (%) 21,6 % 28,4 % Nettoverschuldung/EBITDA Multiple 2,3 2,1 0,9 0,8 11/12 12/13 13/14 14/15 12 Konzernlagebericht 2014/15
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    79Konzernlagebericht Die Nettoverschuldung stieg,trotz eines verbesserten Cashflow aus dem Ergebnis, aufgrund der hohen Inves- titionstätigkeit, der gezahlten Dividende sowie eines Anstiegs des Nettoumlaufvermögens um 19,6 Mio. € bzw. 17,7 % auf 130,5 Mio. € (Vorjahr: 110,9 Mio. €). Der Verschuldungsgrad sank aufgrund des höheren Eigenkapitals auf 21,6 % und lag damit deutlich unter dem Vorjahresniveau von 28,4 %. Die Kennzahl Netto- verschuldung/EBITDA, die eine fiktive Entschuldungsdauer widerspiegelt, verbesserte sich, trotz einer leicht höheren Nettoverschuldung, aufgrund des stark gestiegenen EBITDAs von 0,9 auf 0,8 Jahre. TREASURY-AKTIVITÄTEN Die Finanzierung der ATS basiert auf einer Vier-Säulen-Strategie, mit der die Abhängigkeit von einzelnen Finanzierungsinstrumenten minimiert werden soll: Die Basis bilden langfristige, fix verzinste Retail Bonds: Ihr Vorteil liegt in einer hohen Planbarkeit und Sicher- heit für das Unternehmen, die sich aufgrund der fixen Verzinsung und Unkündbarkeit ergeben. Nachteilig sind die höheren Platzierungskosten. Der aktuelle Retail Bond, mit einem Buchwert in Höhe von 101,5 Mio. €, läuft im November 2016 aus. Als zweite Säule dienen Schuldscheindarlehen: Auch sie überzeugen mit einer hohen Planbarkeit. Im März 2014 wurden 156,5 Mio. € sowie 2,0 Mio. US-$ an 40 Investoren mit Laufzeiten von 5, 7 bzw. 10 Jahren plat- ziert. Künftige variable Euro-Zinsverpflichtungen wurden mittels eines Zinsswaps in fixe Zinszahlungen umge- wandelt. Als dritte Säule werden Bankdarlehen genutzt. 109,3 Mio. € wurden bei mehreren nationalen bzw. internati- onalen Banken als Darlehen aufgenommen. Diese sind zum Großteil fix verzinst und weisen Restlaufzeiten von 1 bis 7 Jahren aus. Die vierte Säule sind Kreditlinien, die der Deckung von Liquiditätsschwankungen dienen. Zum Bilanzstichtag verfügte ATS über 211,1 Mio. € nicht genutzte Kreditlinien. Die wichtigste Aufgabe des Treasury von ATS liegt in der Sicherstellung ausreichender Liquiditätsreserven. Zudem gilt es, die in den Kreditvereinbarungen definierten Schwellenwerte (Covenants) zu überwachen und deren Einhaltung sicherzustellen. Verschuldungsgrad in % 85,7 71,3 28,4 21,6 11/12 12/13 13/14 14/15 Konzernlagebericht 2014/15 13
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    80 ATS Geschäftsbericht2014/15 Die fiktive Entschuldungsdauer, definiert durch Nettoverschuldung/EBITDA, lag mit 0,8 Jahren deutlich unter dem Zielwert von 4,0 und hat sich trotz der hohen Investitionstätigkeit weiter verbessert (Vorjahr: 0,9 Jahre). Die Eigenkapitalquote stieg von 42,7 % im Vorjahr auf 49,5 % im Berichtsjahr. Treasury-Kennzahlen Schwellenwert 31.03.2015 31.03.2014 Nettoverschuldung/EBITDA - Verhältnis 4,0 0,8 0,9 Eigenkapitalquote 35 % 49,5 % 42,7 % ATS strebt eine möglichst ausgeglichene Finanzierungsstruktur mit einer durchschnittlichen Rückzahlungs- dauer (Duration), die mit dem Investitionsprogramm in Einklang steht, an. Zum Bilanzstichtag betrug die Duration 3,8 Jahre (Vorjahr: 4,8 Jahre). Der Rückgang ist auf das Näherrücken der Anleihenfälligkeit (18. November 2016) und der Fälligkeit der Schuldscheindarlehen zurückzuführen. Die Finanzierungsstrukur weist im Jahr 2016/17 mit der Rückzahlung der Anleihe und Bankkrediten in Höhe von 111,9 Mio. € sowie im Jahr 2018/19 mit der Rückzahlung von Teilen des Schuldscheindarlehens sowie Bankkrediten in Höhe von 149,1 Mio. € zwei hohe Werte aus. Buchwerte der Finanzverbindlichkeiten nach Fristigkeiten in Mio. € 31.03.2015 in % 31.03.2014 in % Restlaufzeit bis zu einem Jahr 46,0 11,4 % 46,1 12,4 % zwischen einem und fünf Jahren 321,6 79,3 % 282,9 76,0 % mehr als fünf Jahre 37,7 9,3 % 43,0 11,6 % Summe Finanzverbindlichkeiten 405,3 100,0 % 371,9 100,0 % Als weiteres Ziel wird die Risikominimierung im Zinsbereich mit vorwiegend fixen Zinssätzen verfolgt. 78,3 % der Finanzierungen sind im Fixzinsbereich bzw. wurden auf einen Fixzinssatz geswapt, und lediglich 21,7 % werden variabel verzinst. Aufgrund dieser Strategie konnte ATS vom allgemeinen Rückgang des Zinsniveaus im Berichtsjahr nur bedingt profitieren. ATS betreibt ein aktives Finanzmanagement, um die genannten Treasury-Ziele möglichst kosteneffizient zu erreichen. Für das Geschäftsjahr 2015/16 gilt es, die aktuell niedrigen Finanzierungszinsen zu nutzen und die vorhandenen liquiden Mittel ertragreich, aber risikobewusst zu veranlagen. Unterstützt werden diese Ziele durch eine frühzeitige Konvertierung von liquiden Mitteln in Währungen, die einerseits höhere Zinssätze aufweisen und bei denen ATS kontinuierlichen Bedarf hat. Das dient zudem auch einem natürlichen Wäh- rungs-Hedging. Neben diesem natürlichen Hedging und den oben erwähnten Zinssicherungsinstrumenten werden bei der ATS fallweise Fremdwährungstransaktionsrisiken kurzfristig (bis zu einem Jahr) abgesichert. Zum Bilanzstich- tag bestanden keine Sicherungsinstrumente aus diesem Titel. Translationsrisiken, die sich aus der Umrech- nung von Tochtergesellschaften mit abweichender Hauswährung ergeben, werden nicht abgesichert. CASHFLOW Basierend auf der sehr erfreulichen Ergebnisentwicklung konnte eine deutliche Steigerung des Geldflusses aus dem Ergebnis von 103,7 Mio. € auf 145,0 Mio. € erreicht werden. Dabei steht einem Anstieg des Jahresergebnisses von 38,2 Mio. € auf 69,3 Mio. € ein Anstieg der Zinszahlungen von 14,2 Mio. € auf 14,5 Mio. € sowie ein ergebnisbedingter Anstieg der Steuerzahlung von 8,4 Mio. € auf 16,4 Mio. € gegenüber. Tilgungsplan in Mio. € Restlaufzeiten finanzieller Verbindlichkeiten in % 37,9 18,4 149,1 43,0 111,9 43,6 19/20 19/20 18/19 17/18 16/17 15/16 5 Jahre 1 Jahr 1 – 5 Jahre 79,3 % 9,3 % 11,4 % 14 Konzernlagebericht 2014/15
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    81Konzernlagebericht Der Nettomittelzufluss auslaufender Geschäftstätigkeit konnte von 104,8 Mio. € um 39,1 Mio. € bzw. 37,3 % auf 143,9 Mio. € gesteigert werden. Dem im Vergleich zum Vorjahreswert um 41,3 Mio. € bzw. 39,8 % höhe- ren Nettomittelzufluss aus dem Ergebnis von 145,0 Mio. € stand ein um lediglich 2,7 Mio. € höherer Mittelab- fluss aus dem Working Capital gegenüber. Dies ist ein Resultat eines optimierten Vorratsmanagements, eines strikten Forderungsmanagements sowie eines optimierten Kreditorenmanagements. Aus den sonstigen Rückstellungen ergab sich ein Zufluss von 1,6 Mio. €. Aufgrund der Investitionstätigkeiten in Chongqing und Shanghai sowie diverser technologischer Reinvestitio- nen an den anderen Standorten ergab sich ein Nettomittelabfluss aus Investitionstätigkeit von 164,8 Mio. €. Der Nettomittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit von 11,9 Mio. € lag um 157,2 Mio. € unter dem sehr hohen Vorjahreswert, der durch eine Kapitalerhöhung sowie eine Platzierung von Schuldscheindarlehen überdurch- schnittlich hoch war. Der Freie Cashflow, d. h. der Geldfluss aus laufender Tätigkeit zuzüglich des Geldflusses aus Investitionstätig- keit, war aufgrund der hohen Investitionstätigkeit mit 20,9 Mio. € negativ und lag um 35,4 Mio. € unter dem Vorjahreswert von 14,5 Mio. € (Zufluss). Geldflussrechnung (Kurzfassung) in Mio. € 2014/15 2013/14 ± Geldfluss aus dem Ergebnis 145,0 103,7 39,8 % Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit 143,9 104,8 37,3 % Geldfluss aus Investitionstätigkeit (164,8) (90,3) 82,5 % Freier Cashflow (20,9) 14,5 n. a. Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit 11,9 169,1 (92,9 %) Veränderung der liquiden Mittel (9,0) 183,6 n. a. Währungseffekte auf liquide Mittel 22,8 (3,7) n. a. Liquide Mittel am Jahresende 273,9 260,1 5,3 % Die Zahlungsmittel sind trotz der hohen Investitionen, vor allem aufgrund eines sehr starken Geldflusses aus laufender Geschäftstätigkeit, von 260,1 Mio. € auf 273,9 Mio. € leicht gestiegen. Dieser aktuell sehr hohe Wert dient zur Sicherstellung der Finanzierung des neuen Werkes in Chongqing. Es stehen somit genügend Barmittel für die in den nächsten Monaten geplanten Investitionen in Chongqing zur Verfügung. ATS PERFORMANCE SYSTEM Neben dem Umsatz und dem EBITDA als primäre Führungsgrößen der internen strategischen Unternehmenssteuerung verwendet ATS weitere drei Kennzahlen für die Perfor- mance-Messung: ROCE, Cash Earnings sowie die IRR. Damit soll die Performance gegenüber Investoren, operativ und gegenüber Kunden abgebildet und gesteuert werden. Mit dem Return on Capital Employed (ROCE) misst ATS ihre Performance aus der Sicht von Investoren. Dabei wird das um das Finanzergebnis bereinigte Ergebnis in Relation zum durchschnittlich eingesetzten verzinslichen Kapital (Capital Employed) gesetzt. Daraus ist ersichtlich, inwieweit ATS die Verzinsungsan- sprüche ihrer Kapitalgeber erfüllt. Die durchschnittlichen Kapitalkosten werden aus den Mindestrenditen abgeleitet, die Investoren für die Bereitstellung von Eigen- bzw. Fremdkapital erwarten. Der durchschnittliche WACC (Weighted Average Cost of Capital) für die Leiterplattenbranche liegt bei rund 10,1 %. Im Berichtsjahr konnten ATS den WACC-Wert mit einem ROCE von 12,0 % deutlich übertreffen. Bereinigt um die Aufwen- dungen sowie das durchschnittliche Capital Employed aus dem Substrat-Geschäft betrug der ROCE 15,9 % (Vorjahr: 11,0 %). Die Rendite auf das eingesetzte Kapital war somit deutlich höher als die von den Kapitalge- bern erwartete Rendite. Konzernlagebericht 2014/15 15
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    82 ATS Geschäftsbericht2014/15 Der ROCE verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr vor allem durch das deutlich höhere EBIT. Das durch- schnittliche Kapital erhöhte sich aufgrund der hohen Investitionstätigkeit sowie positiver Währungskurseffek- te auf 618,2 Mio. € (Vorjahr: 511,9 Mio. €). Gesamtkapitalrendite (ROCE) in Mio. € 2014/15 2013/14 ± Betriebsergebnis (EBIT) vor Einmaleffekten 90,1 56,9 58,2 % Nicht wiederkehrende Posten – (3,0) n. a. Ertragsteuern (15,6) (4,6) 238,3 % Betriebsergebnis nach Steuern (NOPAT) 74,5 49,3 51,0 % Durchschnittliches Eigenkapital 497,5 347,8 43,1 % Durchschnittliche Nettoverschuldung 120,7 164,1 (26,5 %) Durchschnittlich eingesetztes Kapital 618,2 511,9 20,8 % ROCE 12,0 % 9,6 % Neben der kapitalgeberorientierten Kennzahl (ROCE) verwendet ATS die Cash Earnings als Steuerungsgröße. Diese Kennzahl gibt Auskunft über die operative finanzielle Leistungsfähigkeit eines Unternehmens. Die Cash Earnings konnten dank des stark verbesserten Konzernergebnisses und der leicht gestiegenen Ab- schreibung um 35,4 Mio. € bzw. 31,7 % auf 146,8 Mio. € gesteigert werden (Vorjahr: 111,4 Mio. €). Cash Earnings in Mio. € (wenn nicht anders angeführt) 2014/15 2013/14 ± Konzernergebnis der Eigentümer des Mutterunternehmens 69,3 38,2 81,5 % Abschreibungen und Wertminderungen von SAV und IAV 77,5 73,3 5,8 % Cash Earnings 146,8 111,4 31,7 % Cash Earnings je Aktie (€) 3,78 3,61 4,5 % Die dritte Kennzahl zur Performance-Messung zeigt die Fähigkeit, Innovationen markt- und zeitnahe umzu- setzen. ATS misst diese Fähigkeit mit der Innovation Revenue Rate (IRR), die den Umsatzanteil von Produk- ten, welche neue, innovative Technologien aufweisen und deren Markteinführung in den letzten drei Jahren stattfand, ausdrückt. Für das Geschäftsjahr 2014/15 beläuft sich die IRR auf 29,2 % nach 26,5 % im Vorjahr. ATS strebt einen Zyklus von fünf Jahren an, d. h. eine IRR von mindestens 20 %. Innovation Revenue Rate (IRR) in Mio. € 2014/15 2013/14 ± Haupterlöse 666,7 589,6 13,1 % Haupterlöse mit innovativen Produkten 194,7 156,3 24,6 % IRR 29,2 % 26,5 % ROCE in % Cash Earnings in Mio. € IRR (Innovation Revenue Rate) in % 7,7 5,6 9,6 12,0 11/12 12/13 13/14 14/15 87,8 85,6 111,4 146,8 11/12 12/13 13/14 14/15 15,0 19,2 26,5 29,2 11/12 12/13 13/14 14/15 16 Konzernlagebericht 2014/15
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    83Konzernlagebericht Am 28. April2015 gab ATS ihren Einstieg in die nächste Leiterplattengeneration, die sogenannte „substrat- ähnlichen Leiterplatte“, bekannt. Dies erfolgt durch den Aufbau weiterer Kapazitäten am Standort Chongqing. Dadurch erhöht sich das an diesem Standort bis Mitte 2017 geplante Investitionsvolumen von ursprünglich 350 Mio. € auf 480 Mio. €. Darüber hinaus wurden bis zum 5. Mai 2015 keine Ereignisse oder Entwicklungen bekannt, die zu einer we- sentlichen Änderung des Ausweises oder Wertansatzes der einzelnen Vermögenswerte und Schuldenposten zum 31. März 2015 geführt hätten. Wesentliche Ereignisse2. nach dem Bilanzstichtag Konzernlagebericht 2014/15 17
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    84 ATS Geschäftsbericht2014/15 Die ATS Gruppe unterhält aktuell fünf aktive Produktionsstandorte, die auf unterschiedliche Technologien spezialisiert sind und nachstehend vorgestellt werden. LEOBEN UND FEHRING Die österreichischen Werke beliefern vor allem den europäischen und zuneh- mend den amerikanischen Markt. In Europa sind im Wesentlichen kurze Durchlaufzeiten, Spezialanwendun- gen sowie die Nähe zum Kunden von großer Bedeutung. Das Werk in Leoben konnte den in den vergangenen Jahren begonnenen Weg der Nischen- und Prototypenerzeugung weiterhin erfolgreich fortsetzen. Der Markt- trend zur verstärkten Digitalisierung zeigte sich im Werk Leoben durch vermehrte Aufträge aus dem Bereich Industrie 4.0 und der erhöhten Vernetzung von elektronischen Geräten (Internet of Things). Trotz der hohen Auslastung am Standort Leoben konnte die Flexibilität zur Bedienung von kurzfristigen Anfragen aufrecht- erhalten werden. In Leoben erfolgt auch die Produktion für den Zukunftsmarkt Advanced Packaging. Die Auslastung des Werks in Fehring entwickelte sich im Berichtsjahr positiv. Der verstärkte Fokus auf Anwen- dungen im Bereich IMS (Aluminium wird als Wärmeableiter auf die Leiterplatte aufgebracht) zeigt einen sehr positiven Ergebniseffekt. Zusätzlich werden verstärkt Synergien mit anderen Standorten (Leoben und Nan- jangud) im Bereich der Außenlagenfertigung von Multilayern genutzt. Durch diese Maßnahmen konnte der Rückgang im Bereich des ursprünglichen Kerngeschäfts (2-lagige Leiterplatten) kompensiert werden. SHANGHAI Das Werk in Shanghai fertigt HDI-(High Density Interconnection-)Leiterplatten höchster Tech- nologie in Großserien für die Mobile Devices Substrates Business Unit mit weltweiten Kunden. Die Auslas- tung war im Geschäftsjahr 2014/15 sehr gut, und in mehreren Monaten wurde durchgängig an der maxima- len Kapazitätsgrenze produziert. Weiters zeigte sich 2014/15 eine steigende Nachfrage nach HDI- Leiterplatten für die Automobilindustrie, weshalb auch verstärkt Leiterplatten für die Business Unit Industrial Automotive gefertigt wurden. CHONGQING An diesem zweiten Standort in China will ATS mit der Produktion von IC-Substraten (In- tegrated Circuit Substrates) einen weiteren technologischen Meilenstein setzen. Die Zusammenarbeit mit dem Technologiepartner verläuft erfolgreich, und der Aufbau des neuen Standortes liegt im Plan. Die Zertifi- zierung der neu entwickelten Prozesse durch Kunden ist bis Ende des Kalenderjahres 2015 geplant, das Ramp-up und die ersten Umsätze sind für das Kalenderjahr 2016 vorgesehen. Weiters erfolgt an diesem Standort der Einstieg in die nächste Leiterplattengeneration, der „substratähnlichen Leiterplatte“ (siehe Pkt. 2. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag). ANSAN Die positive Entwicklung des Tochterunternehmens ATS Korea konnte im Geschäftsjahr 2014/15 fortgesetzt werden. Neben der weiterhin sehr guten Auslastung im Bereich Medizinprodukte für europäische und amerikanische Abnehmer, konnten substanzielle Mengen im Bereich der hochwertigen mobilen Anwen- dungen gefertigt werden. NANJANGUD Sowohl die Umsatzentwicklung wie auch das Betriebsergebnis entwickelten sich sehr posi- tiv. Durch gezielte Maßnahmen konnten sowohl die Produktionsmenge in m² Leiterplatte als auch die Effizi- enz in der Fertigung (Materialverbrauch, Energieverbrauch und Instandhaltungskosten) deutlich verbessert werden. Die Auslastung des Werkes war durchgängig auf einem sehr hohen Niveau. HONGKONG Die Gesellschaft ATS Asia Pacific in Hongkong ist die Holdinggesellschaft für das Segment Mobile Devices Substrates und ist Sitz des gruppenweiten Einkaufs dieser Business Unit. Die Nähe zu den CEMs der Kunden sowie zu den Lieferanten ist ein Standortvorteil, der von den Geschäftspartnern sehr ge- schätzt wird. Rund die Hälfte des Konzernumsatzes wird über diese Gesellschaft abgewickelt. Die Vertriebsbüros in Amerika, Deutschland, Japan und Taiwan konnten im Geschäftsjahr 2014/15 weiterhin einen guten und engen Kontakt zu den Kunden sicherstellen. Standorte und Zweigniederlassungen3. Österreich China China Südkorea Indien Hongkong Vertriebsbüros 18 Konzernlagebericht 2014/15
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    85Konzernlagebericht Der ATS Konzerngliedert seine betriebliche Tätigkeit in drei Segmente: Mobile Devices Substrates, Indust- rial Automotive und Sonstige. Das Segment Mobile Devices Substrates umfasst im Wesentlichen die Applikationen Smartphones, Tablets und Digitalkameras. Das Segment Industrial Automotive beinhaltet die Applikationen Industrial Electronics, Automotive, Aviation Security und Medical. Im Segment Sonstige sind die Aktivitäten des im Aufbau befindlichen Geschäftsbereichs Advanced Packaging sowie übergeordnete Konzernaktivitäten abgebildet. Da Advanced Packaging weder die quantitativen Schwellenwerte erreicht, noch die mit dieser Business Unit verbundenen Chancen und Risiken wesentlich für den Gesamtkonzern sind, wird es in der Segmentberichterstattung nicht als eigenes Segment angeführt. 2014/15 stieg die Nachfrage nach HDI-Leiterplatten in der Automobilbranche weiter an. Dies zeigt sich in den deutlich gestiegenen intersegmentären Umsätzen, die von 68,7 Mio. € auf 100,9 Mio. € gestiegen und bei der Errechnung des Konzernumsatzes zu eliminieren sind. SEGMENT MOBILE DEVICES SUBSTRATES Die Anwendungen im Segment Mobile Devices Substrates erfordern technologisch sehr anspruchsvolle Leiterplatten und permanente Prozess- und Produk- tionsinnovationen. Wichtigster Wachstumstreiber ist die weltweit stark steigende Nachfrage nach Smartpho- nes. Die immer höhere Leistung dieser Geräte wäre ohne HDI-Leiterplatten (High-Density-Interconnection- Leiterplatten) nicht möglich. ATS ist weltweit einer der führenden Anbieter von HDI-Technologie und hatte im Jahr 2013 die dritte Marktposition eingenommen (Quelle: Prismark: August 2014). Das Segment Mobile Devices Substrates ist mit einem Umsatzanteil von 57,3 % (Vorjahr: 54,5 %) weiterhin das größte Segment des ATS Konzerns. Segment Mobile Devices Substrates – Überblick in Mio. € (wenn nicht anders angeführt) 2014/15 2013/14 ± Segmentumsatzerlöse 455,2 378,3 20,3 % Umsatzerlöse mit externen Kunden 382,1 321,3 18,9 % Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) 127,5 106,8 19,4 % EBITDA-Marge (%) 28,0 % 28,2 % Betriebsergebnis (EBIT) 60,1 43,4 38,6 % EBIT-Marge (%) 13,2 % 11,5 % Investitionen 126,8 94,3 34,5 % Mitarbeiterstand (inkl. Leiharbeiter), Durchschnitt (Anzahl) 5.017 4.425 13,4 % Der erzielte Umsatz lag mit 455,2 Mio. € um 76,9 Mio. € bzw. 20,3 % über dem Wert des Vorjahres von 378,3 Mio. €. Auch 2014/15 zeigte sich in den ersten drei Quartalen die branchenübliche Saisonalität mit einem etwas schwächeren ersten Quartal. Nach dem im Sommer erwarteten Anstieg der Nachfrage, welcher durch die Produktlaunches der Mobilbranche bedingt ist, erhöhte sich die Nachfrage im Herbst nochmals. Die Auslastung war in diesen beiden Quartalen sehr hoch. Das vierte Quartal, welches, bedingt durch Werks- schließungen aufgrund des chinesischen Neujahrs, üblicherweise schwächer ausfällt, zeigte hingegen im abgelaufenen Geschäftsjahr eine weiterhin starke Nachfrage und lag über dem zweiten Quartal. ATS mini- mierte die Schließungstage, um das Momentum der hohen Nachfrage zu nutzen und die Erwartungen seiner Kunden zu erfüllen. Geografisch ist wie bereits im Vorjahr eine weitere Verlagerung des erzielten Umsatzes nach Asien zu erkennen, da die meisten großen CEMs (Contract Electronic Manufacturer) in Asien angesiedelt sind. Darüber hinaus wurde die Umsatzentwicklung durch positive Wechselkurseffekte beeinflusst. Das EBITDA des Segments lag mit 127,5 Mio. € um 20,7 Mio. € bzw. 19,4 % über dem Vorjahreswert von 106,8 Mio. €. Grund dafür waren der höhere Umsatz, ein besserer Produktmix, eine Auslastung an der Kapa- zitätsgrenze, positive Wechselkurseffekte sowie effizienzsteigernde Maßnahmen, wodurch die negativen Effekte aus den Anlaufverlusten in Chongqing kompensiert werden konnten. Die EBITDA-Marge des Segments Geschäftsentwicklung nach Segmenten4. Mobile Devices Substrates Umsatzentwicklung in Mio. € Mobile Devices Substrates Externe Umsatzerlöse nach Quartalen in Mio. € Mobile Devices Substrates EBITDA-Entwicklung in Mio. € Mobile Devices Substrates EBITDA nach Quartalen in Mio. € 320,4 334,7 378,3 455,2 11/12 12/13 13/14 14/15 74,5 90,1 87,7 69,0 68,0 88,7 120,9 104,5 Q1 Q2 Q3 Q4 2013/14 2014/15 95,8 82,0 106,8 127,5 11/12 12/13 13/14 14/15 25,0 32,4 30,5 18,9 21,5 30,5 43,9 31,6 Q1 Q2 Q3 Q4 2013/14 2014/15 Konzernlagebericht 2014/15 19
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    86 ATS Geschäftsbericht2014/15 Mobile Devices Substrates lag mit 28,0 % um 0,2 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert von 28,2 %. Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg um 16,7 Mio. € bzw. 38,6 % auf 60,1 Mio. € (Vorjahr: 43,4 Mio. €). Im Ver- gleich zum Vorjahr gab es um 1,0 Mio. € höhere Sonderabschreibungen von nicht mehr genutzten Technolo- gien in Höhe von 6,0 Mio. € (Vorjahr: 5,0 Mio. €). Die EBIT-Marge verbesserte sich um 1,7 Prozentpunkte auf 13,2 % (Vorjahr: 11,5 %), da sich der Gesamtbe- trag an Abschreibungen unterproportional erhöhte. Die Anlagenzugänge stiegen um 32,5 Mio. € bzw. 34,5 % auf 126,8 Mio. € (Vorjahr: 94,3 Mio. €) an. Neben Zugängen von 47,7 Mio. € durch laufenden Technologie-Upgrade des Werkes Shanghai erhöhte sich das Anlagevermögen um 79,1 Mio. € am neuen Standort Chongqing. Die Installation der ersten Fertigungslinie verläuft weiterhin planmäßig und die ersten Umsätze werden im Kalenderjahr 2016 erwartet. SEGMENT INDUSTRIAL AUTOMOTIVE Mit einem Umsatzzuwachs um 28,9 Mio. € auf 301,8 Mio. € (Vorjahr: 272,9 Mio. €) konnte das Segment Industrial Automotive eine Steigerung von 10,6 % erzielen. Die positive Entwicklung wurde einerseits durch einen nach wie vor steigenden Bedarf im Bereich Automotive (der Anteil an elektronischen Komponenten in Fahrzeugen für beispielsweise Advanced Driver Assistance Systems steigt kontinuierlich) und andererseits durch einen erhöhten Bedarf in den Bereichen Industrie und Medizintechnik verursacht. Segment Industrial Automotive – Überblick in Mio. € (wenn nicht anders angeführt) 2014/15 2013/14 ± Segmentumsatzerlöse 301,8 272,9 10,6 % Umsatzerlöse mit externen Kunden 282,9 265,2 6,7 % Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) 34,8 21,5 61,8 % EBITDA-Marge (%) 11,5 % 7,9 % Betriebsergebnis (EBIT) 25,9 13,2 95,8 % EBIT-Marge (%) 8,6 % 4,8 % Investitionen 25,5 7,9 221,4 % Mitarbeiterstand (inkl. Leiharbeiter), Durchschnitt 2.489 2.482 0,3 % Zu der Entwicklung der dem Segment Industrial Automotive zugeordneten Standorte Leoben, Fehring, Ansan und Nanjangud wird auf Punkt 3 des Lageberichts verwiesen. Generell war das Geschäftsjahr 2014/15 durch eine nochmals verbesserte Auslastung, weitere effizienzsteigernde Maßnahmen und dem Wegfall von Einmaleffekten durch die Schließung des Standortes Klagenfurt in Höhe von 3,0 Mio. € gekennzeichnet. Belas- tet wurde das Ergebnis des Segments im Geschäftsjahr 2014/15 durch negative Wechselkurseffekte. Dies führte in Summe zu einem Anstieg des EBITDA um 13,3 Mio. € bzw. 61,8 % auf 34,8 Mio. € (Vor- jahr: 21,5 Mio. €). Die EBITDA-Marge stieg um 3,6 Prozentpunkte auf einen Wert von 11,5 % (Vorjahr: 7,9 %). Bereinigt um die Schließungskosten Klagenfurt, beträgt der Vorjahreswert 9,0 % und der Anstieg 2,5 %. Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg um 12,7 Mio. € bzw. 95,8 % auf 25,9 Mio. € (Vorjahr: 13,2 Mio. €). Die EBIT- Marge des Segments Industrial Automotive lag, aufgrund der oben genannten Effekte, mit 8,6 % deutlich über dem Vorjahresvergleichswert von 4,8 %. Industrial Automotive Umsatzentwicklung in Mio. € Industrial Automotive Externe Umsatzerlöse nach Quartalen in Mio. € Industrial Automotive EBITDA-Entwicklung in Mio. € Industrial Automotive EBITDA nach Quartalen in Mio. € 215,7 243,7 272,9 301,8 11/12 12/13 13/14 14/15 66,4 66,3 62,9 69,7 72,6 71,7 65,9 72,6 Q1 Q2 Q3 Q4 2013/14 2014/15 19,2 20,1 21,5 34,8 11/12 12/13 13/14 14/15 2,5 5,9 5,3 7,8 8,4 9,4 9,4 7,6 Q1 Q2 Q3 Q4 2013/14 2014/15 20 Konzernlagebericht 2014/15
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    87Konzernlagebericht Die Anlagenzugänge wurdenum 17,6 Mio. € bzw. 221,4 % auf 25,5 Mio. € (Vorjahr: 7,9 Mio. €) erhöht. Hauptursache für den Anstieg waren Zugänge in Österreich. Daneben gab es noch Zugänge durch Insourcing, effizienzsteigernde Maßnahmen und für technologische Produktions-Upgrades an den anderen Standorten. SEGMENT SONSTIGE Im Segment Sonstige wird neben den allgemeinen Holdingaktivitäten auch noch die im Aufbau befindliche Business Unit Advanced Packaging abgebildet. Diese beschäftigt sich mit der Ein- bettung aktiver und passiver elektronischer Bauelemente in die Leiterplatte, mithilfe der von ATS patentier- ten ECP® Technologie. Ziel ist es, die Leiterplatten weiter zu miniaturisieren, bei gleichzeitiger Verbesserung der Wärmeverteilung, elektrischen Performance und Lebensdauer. Die Business Unit konnte im Geschäftsjahr 2014/15 ihre Umsätze weiter deutlich steigern und etabliert sich immer mehr als Entwicklungspartner ihrer Kunden. Die Business Unit wird aufgrund der noch geringen Größe weiterhin nicht als eigenständiges Seg- ment berichtet. Segment Sonstige – Überblick in Mio. € (wenn nicht anders angeführt) 2014/15 2013/14 ± Segmentumsatzerlöse 10,9 7,5 46,1 % Umsatzerlöse mit externen Kunden 2,0 3,4 (40,0 %) Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) 5,2 (1,1) n. a. EBITDA-Marge (%) 47,8 % (14,7 %) Betriebsergebnis (EBIT) 4,0 (2,7) n. a. EBIT-Marge (%) 36,4 % (36,1 %) Investitionen 2,1 8,9 (75,9 %) Mitarbeiterstand (inkl. Leihpersonal), Durchschnitt (Anzahl) 132 120 9,9 % Konzernlagebericht 2014/15 21
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    88 ATS Geschäftsbericht2014/15 In Anlehnung an die Vision und Mission „Wir stellen den Menschen in den Mittelpunkt“ wird auch die HR- Arbeit für die ATS Gruppe stetig weiterentwickelt. So wurde im Geschäftsjahr 2014/15 eine intensive Inter- viewreihe mit den verantwortlichen Führungskräften durchgeführt, um deren Bedürfnisse und Erwartungen vor dem Hintergrund der neuen Herausforderungen, denen sich ATS in den kommenden Jahren stellen möchte, abzufragen. Daraus wurden Schwerpunkte für die HR-Arbeit der ATS, wie zum Beispiel die Weiter- entwicklung eines internationalen Talentprogrammes, aber auch die Arbeit an den ATS Führungsgrundsät- zen abgeleitet. Engagement, Motivation und Begeisterung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ein wesentlicher Er- folgsfaktor für ATS. ATS bietet ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit ein sicheres Arbeitsum- feld, in dem Transparenz, Eigenverantwortung und Vertrauen als wesentliche Werte festgelegt wurden. Das motiviert und steigert in der Folge auch die Qualität der Produkte und Services. Die freiwillige Verpflichtung zu Corporate-Social-Responsibility-(CSR-)Maßnahmen sowie zum Electronic Industry Citizenship Coalition (EICC) Verhaltenskodex untermauern das globale Engagement der ATS im Bereich Umwelt, Ökonomie sowie Arbeit, Arbeitssicherheit und Ethik. HUMAN RESOURCES IN ZAHLEN Im Geschäftsjahr 2014/15 hatte der Konzern inklusive Leiharbeite- rinnen und Leiharbeiter einen durchschnittlichen Stand des Leistungspersonals von 7.638 Vollzeitäquivalen- ten. Das sind um 611 Vollzeitäquivalente mehr als im Durchschnitt des vorherigen Geschäftsjahres. Diese Entwicklung ist auf den personellen Aufbau im Werk in Chongqing zurückzuführen. Durchschnittlicher Stand Leistungspersonal (inkl. Leiharbeiter) 2014/15 2013/14 ± Segment Mobile Devices Substrates 5.017 4.425 592 Segment Industrial Automotive 2.489 2.482 7 Sonstige 132 120 12 Konzern gesamt 7.638 7.027 611 FÜHRUNGSGRUNDSÄTZE Im Geschäftsjahr 2014/15 wurden basierend auf der ATS Vision und Mission neue Führungsgrundsätze erarbeitet und konzernweit kommuniziert. OPEN-MINDEDNESS, COM- MITMENT und RESPONSIBILITY sind die Werte, die exzellente Führung ermöglichen sollen. Damit diese Werte in allen Ebenen gelebt werden, wurde eine Initiative gestartet, die alle Führungskräfte sensibilisieren und coachen soll. Dabei liegt der Fokus darauf, Stärken zu festigen und gegenseitiges Verständnis und Vertrauen aufzubauen. Letztlich ist exzellente Führung die Grundlage für Motivation und langfristige Bindung der Mitar- beiterinnen und Mitarbeiter und damit essenziell für den weiteren Geschäftserfolg. Sie umfasst unter ande- rem die Bereiche Talent-Management, die Weiterentwicklung wesentlicher Fähigkeiten und Fertigkeiten, die weitere Etablierung einer offenen Feedbackkultur sowie das Fördern und Fordern von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. FÖRDERN UND FORDERN im Gleichgewicht. Das Ziel von ATS ist es, die Zufriedenheit der Mitarbei- terinnen und Mitarbeiter kontinuierlich zu steigern. Das kann nur erreicht werden, wenn jede/r Einzelne entsprechend ihren oder seinen Fähigkeiten eingesetzt und hinsichtlich vorhandener Potenziale entwickelt wird. Dieses Gleichgewicht zwischen Fördern und Fordern ist eine wichtige Basis für die Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die wiederum den Nährboden für ein loyales und motiviertes, erfolgrei- ches Handeln im Sinne der ATS Vision bildet. Jährlich finden Mitarbeitergespräche statt, bei denen basierend auf den Unternehmenszielen für das folgen- de Geschäftsjahr Zielvereinbarungen für die einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsprechend ihrem Aufgabenbereich definiert werden. Zudem werden Potenziale und Weiterentwicklungsmöglichkeiten inner- halb der bestehenden Position, aber auch betreffend potenzieller anderer Karrierewege besprochen. Konzern5. 5.1. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 22 Konzernlagebericht 2014/15
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    89Konzernlagebericht Kontinuierliche Weiterbildungen derMitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Form von Einschulungen am Ar- beitsplatz, internen und externen Trainings, Workshops und Coachings sind ein Schwerpunkt der Personal- entwicklung, um der Vision „First Choice for advanced applications“ gerecht zu werden. Im Geschäftsjahr 2014/15 wurden 869,8 Tsd. € (Vorjahr: 452,3 Tsd. €) allein in externe Weiterbildungen investiert. Konzern- weit haben sich damit die Weiterbildungskosten um 92,3 % im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Dieser Anstieg resultiert vor allem aus höheren Personalentwicklungskosten, die im Zusammenhang mit dem Einstieg in neue Technologiefelder stehen. Darüber hinaus werden Basistrainings für neue Mitarbeiterinnen und Mitar- beiter angeboten, um sie mit dem Produktionsprozess der Leiterplatte, der Aufbau- und Ablauforganisation von ATS sowie den Werten des Unternehmens vertraut zu machen. Aber auch funktionsübergreifende, internationale sowie interkulturelle Trainings stehen zur Verfügung, um die Vernetzung zu erleichtern, effizi- ente Abläufe und einen kontinuierlichen Wissenstransfer zu gewährleisten und keine kulturellen Hürden entstehen zu lassen. Spezielle Führungskräftetrainings, ausgerichtet auf Vision, Mission und Strategie der ATS, reichen von den Grundlagen des Führens und Schulungen im Bereich Führen von Mitarbeitergesprä- chen über Change Management bis hin zu Strategieentwicklung. Die Nachwuchsförderung ist ATS ein großes Anliegen, unter anderem im Bereich der Lehrlinge, um den Fachkräftenachwuchs für die Zukunft sicherzustellen. Zum Ende des Geschäftsjahres waren konzernweit 599 Lehrlinge beschäftigt, davon 571 in einem mehrjährigen Ausbildungsprogramm in Indien, 27 in Österreich und einer in Deutschland. Mit der ATS Erlebniswelt, Schnupper- und Ferialpraktika will ATS jungen Men- schen Einblicke in die spannende Arbeitswelt bei ATS bieten und für technische Berufe gewinnen. In Zu- sammenarbeit mit Hochschulen werden praxisbezogene Bachelor- oder Master-Arbeiten vergeben, um ATS auch bei Absolventinnen und Absolventen als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren. Im Rahmen des soge- nannten „International Talent Programs“ erhalten talentierte Absolventinnen und Absolventen aus unter- schiedlichen Nationen nach einem mehrstufigen Auswahlprozess in einem 18 bis 24 Monate dauernden Traineeprogramm umfassenden Einblick in Theorie und Praxis auf dem Gebiet der Leiterplattentechnologie und -produktion und lernen sämtliche Produktions- und Entwicklungsbereiche von ATS kennen. Neben fachlichen werden aber auch bereits methodische Fertigkeiten und soziale Kompetenzen gefördert und das Gelernte in der Praxis angewendet. Ausgaben für externe Weiterbildung in Tsd. € 2014/15 2013/14 ± Segment Mobile Devices Substrates 383,8 179,4 113,9 % Segment Industrial Automotive 283,5 210,2 34,9 % Sonstige 202,5 62,7 223,0 % Konzern gesamt 869,8 452,3 92,3 % DIVERSITÄT MOBILITÄT Die Chancengleichheit in Hinblick auf Karrierewege und Entlohnungen oder Weiterbildungen unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft, Religion, sexueller Orientierung, ethnischer Abstammung, Beeinträchtigung, religiöser oder politischer Überzeugung ist für ATS selbstverständlich. Eine hohe Diversität ist speziell in einem internationalen Unternehmen wie ATS Grundvoraussetzung für künftige Erfolge. Zu Ende des Geschäftsjahres betrug der Frauenanteil rund 34 %. Der Frauenanteil in Europa und den USA liegt mit 40 % nach wie vor deutlich über jenem in Asien. Der Anteil an Mitarbeiterinnen im Topma- nagement ist im Vergleich zum Vorjahr von 11 % auf 16 % gestiegen. Es ist ATS im Hinblick auf Diversität und erfolgreiche gemischte Teams ein Anliegen, die Zahl der Mitarbeiterinnen vor allem in Führungspositio- nen weiter zu erhöhen. Weltweit beschäftigt ATS, über alle Standorte verteilt, Menschen aus 34 unterschiedlichen Nationen. Als international agierendes Unternehmen bietet ATS vielfältige Karrieremöglichkeiten auf internationaler Ebene. Neben dem „International Talent Program“ wird die internationale Zusammenarbeit sowie die berufli- che Mobilität vor allem von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, aber auch von externen Bewerberinnen und Frauenquote in % 34 % 33 % 40 % C B A A - Europa und USA B - Asien C - Gesamt Konzernlagebericht 2014/15 23
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    90 ATS Geschäftsbericht2014/15 Bewerbern gefördert. Zusätzlich bietet ATS interkulturelle Trainings, fördert Sprachkompetenzen und legt Wert auf virtuelle Zusammenarbeit für bestmögliche Kommunikation und höchste Effizienz. Auch das trägt dazu bei, voneinander zu lernen und den Grundsatz ‚Open-mindedness‘ zu leben. Das Durchschnittsalter ist mit rund 30 Jahren im Vergleich zur allgemeinen demografischen Entwicklung relativ niedrig, dies basiert vor allem auf den vielen jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in China. Das Durchschnittsalter in Asien liegt mit 28,4 Jahren weit unter dem Durchschnittsalter in den USA und Europa mit 39,1 Jahren. Das durchschnittliche Dienstalter (inkl. Leiharbeiter) liegt konzernweit bei 5,4 Jahren, wobei das durchschnittliche Dienstalter in den USA und Europa 11,9 und in Asien 4,0 Jahre beträgt. Das liegt vor allem daran, dass die Gesellschaft in Chongqing seit erst zwei Jahren besteht und sich seitdem im ständigen Aufbau befindet. ATS legt großen Wert auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung, dazu sollen Maßnahmen zur Motiva- tion der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie das Gewinnen und die langfristige Bindung neuer Talente beitragen. Neben einer marktgerechten Vergütung sieht ATS die Chance einer Beteiligung am finanziellen Erfolg des Unternehmens als wesentlich an – sowohl für die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch für die Gewinnung und Bindung neuer Talente. Das globale Bonussystem trägt diesem Grundsatz Rechnung, indem individuell oder kollektiv vereinbarte Bonuszahlungen ausgeschüttet werden, sofern bestimmte Hurdle Rates (Basisquoten) erreicht werden. Die erste Hurdle Rate ist ein positives EBIT für die Gesamtgruppe, die zweite Hurdle Rate ist gekoppelt an die Erreichung bestimmter EBIT- bzw. Gross-Profit-Margen in Relation zu budgetierten Zielen im jeweiligen Verantwortungsbereich. Die Höhe der Auszahlung ist abhängig vom ROCE, den Cash Earnings, der Innovation Revenue Rate sowie der individuellen Leistung der einzelnen Mitarbeiterin oder des Mitarbeiters. Das Bonussystem sieht auch vor, dass im Falle von wirtschaftlich schwierigen Situationen, in denen gesteckte Ziele nicht erreicht werden konn- ten, die Bonusausschüttung ganz oder teilweise ausgesetzt wird. Details zur Berechnung von ROCE, Cash Earnings und Innovation Revenue Rate siehe Kapitel 1.3. „Vermögens- und Finanzlage“ im Lagebericht. AUSBLICK Basierend auf dem Mission-Statement „Wir stellen den Menschen in den Mittelpunkt“ ist es Ziel des HR-Programmes von ATS, einerseits die Führungskräfte der ATS bei der strategischen Ausrichtung des Konzerns zu unterstützen und andererseits eine ATS Wissensgesellschaft unter Einbindung aller Mitarbeite- rinnen und Mitarbeiter zu etablieren. Der Hebel erfolgreicher Führung ist beträchtlich und ermöglicht einen nachhaltigen Unternehmenserfolg. Führung und Wissen spielen dann erfolgreich zusammen, wenn sich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit den Unternehmenszielen identifizieren, sich engagiert und motiviert für die Erreichung dieser Ziele einsetzen und bereit sind, hohe Leistungen zu erbringen. 24 Konzernlagebericht 2014/15
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    91Konzernlagebericht Nachhaltiges Wirtschaften undder schonende Umgang mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen haben für ATS hohe Priorität. Als wesentlicher Meilenstein erfolgte im Geschäftsjahr 2014/15 daher die Aufnahme des Themas Nachhaltigkeit in die ATS Unternehmensmission:  Wir reduzieren unseren ökologischen Fußabdruck.  Wir stellen den Menschen in den Mittelpunkt. Die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten ist für die Fortsetzung des Unternehmenserfolgs mitent- scheidend. Durch die Integration von Nachhaltigkeit in die Unternehmensvision gibt ATS ein starkes Com- mitment an die Stakeholder. Mit Unterstützung einer Reihe von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den unterschiedlichsten Abteilun- gen und allen Standorten wurden im Rahmen einer umfassenden Wesentlichkeitsanalyse die für ATS zen- tralen Aspekte von Nachhaltigkeit definiert. Durch die Befragung und Einbeziehung von Abteilungen wie Produktion, Sales, Human Resources, Investor Relations, Umwelt und Arbeitssicherheit etc. konnte ein um- fassendes Bild der unterschiedlichen Ansprüche und wesentlichen Aspekte, die das Unternehmen beeinflus- sen, generiert werden. Weitere Details zur Wesentlichkeitsanalyse erfahren Sie im Nachhaltigkeitsbericht 2014/15, welcher im Juli 2015 erscheint. 5.2. Nachhaltigkeit Konzernlagebericht 2014/15 25
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    92 ATS Geschäftsbericht2014/15 Es wurden nur jene Werte und Beiträge herangezogen, auf die ATS auch wirklich Einfluss nehmen kann, um Veränderungen zu erwirken. Als wesentliche Kernthemen wurden folgende Aspekte gewählt: ENERGIE UND CO2-FUSSABDRUCK, WASSER UND RESSOURCEN Für die Herstellung der Produkte benötigt ATS sehr viel Energie in Form von Strom und Wärme. Dadurch ergeben sich CO2- Emissionen in der Produktion, es werden aber auch die CO2-Emissionen, die bei der Lieferung der Produkte an die Kunden entstehen, miteinberechnet. Diese CO2-Emissionen stellt ATS in einem Key-Performance- Indikator dar – dem Total Carbon Footprint in kg CO2 je m² produzierter Leiterplatte. Im Zuge der Produktion ist Wasser ein essenzieller Bestandteil. Innovative Wasserrückgewinnungsanlagen sowie hochwertige Aufbereitungstechniken ermöglichen es ATS jetzt schon, den Wasserbedarf auf ein Minimum zu beschränken. ATS hat es sich trotzdem zum Ziel gesetzt, weiterhin 3 % Wasser jährlich einzu- sparen. Der Frischwasserverbrauch ist ebenfalls ein Key-Performance-Indikator. Um gemäß der ATS Mission den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren, setzt ATS den Fokus sehr stark auf die Optimierung des Materialeinsatzes sowie der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe. Je nach Schwerpunkten der einzelnen Produktionsstandorte unterscheiden sich hier die Projekte. Gemeinsames Ziel aller Projekte ist es jedoch, Abfälle zu vermeiden, Recyclingquoten zu verbessern und damit die Effizienz der Produktion zu steigern. Der Materialverbrauch erhöhte sich im Geschäftsjahr 2014/15 auf Basis der Produktionssteigerung. Einkauf wesentlicher Materialien Einheit 2014/15 2013/14 2012/13 Gold kg 596 484 585 Kupfer1) t 3.550 3.144 2.014 Laminate Mio. m² 13,4 12,5 11,2 Chemikalien Tsd. t 92,9 87,2 86,1 1) Beginnend mit Geschäftsjahr 2013/14 wurden auch Kupferfolien mitberücksichtigt. ORT DES LERNENS Der ATS Mission entsprechend – „Wir stellen den Menschen in den Mittelpunkt“ – ist es für das Unternehmen wesentlich, gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu haben. Nur so kann die Vision langfristig gemeinsam erreicht werden. Genauere Darstellungen zu den Maß- nahmen und Angeboten sowie Kennzahlen sind im Kapitel Human Resources beschrieben. CO2-Fußabdruck in kg CO2 je m² gewichteter Leiterplatte Frischwasserverbrauch in Liter je m² gewichteter Leiterplatte 47,4 51,0 50,7 49,0 11/12 12/13 13/14 14/15 765,2 834,7 783,9 734,0 11/12 12/13 13/14 14/15 26 Konzernlagebericht 2014/15
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    93Konzernlagebericht ZUKUNFT GESTALTEN DURCHVORDENKEN Nicht nur die Ausbildung und Motivation von Mit- arbeitern ist für uns zentraler Aspekt des Leitsatzes – „Wir stellen den Menschen in den Mittelpunkt“ –, son- dern auch die Sicherheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. So bestehen für alle Produktionsstandor- te einheitliche Standards hinsichtlich der Sicherheitseinrichtungen der Anlagen, aber auch der persönlichen Schutzausrüstung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Einführung der OHSAS18001, Management- system für Arbeitssicherheit, und der einhergehenden Maßnahmen hat seit dem Geschäftsjahr 2004/05 eine Verminderung der Arbeitsunfälle gerechnet auf 1 Million Arbeitsstunden um 59 % ermöglicht. Im Sinne einer kontinuierlichen Verbesserung verfolgt ATS das Ziel, die Arbeitsunfälle jährlich um 7 % zu senken. ATS ist sich sowohl der internen als auch der externen sozialen Verantwortung bewusst. Hier steht das Motto – „Think global, act local“ – sehr stark im Vordergrund. Je nach kulturellen und lokalen Anforderungen und Bedürfnissen setzt ATS Schwerpunkte. Die Verbesserung der medizinischen Versorgung in Indien, die Unterstützung von Schulkindern und Studenten in China oder die Förderung von Universitäten und For- schungseinrichtungen in Österreich können als Beispiele angeführt werden. Als Rahmenbedingung für eine erfolgreiche Umsetzung der ATS Mission hat sich das integrierte Manage- mentsystem, welches die Standards ISO/TS16949 für Qualitätsmanagement, ISO14001 für Umweltmanage- ment und OHSAS18001 für Arbeitssicherheit sowie weitere Qualitätsstandards umfasst, bereits sehr gut bewährt. Wie in den letzten Jahren konnte auch im vergangenen Geschäftsjahr 2014/15 das integrierte Ma- nagementsystem auf Konzernebene sowie an allen Standorten erneut durch die externe Zertifizierungsgesell- schaft mittels des Rezertifizierungsaudits bestätigt werden. Im Geschäftsjahr 2014/15 hat ATS, als eines der ersten österreichischen Unternehmen, an den beiden österreichischen Standorten Hinterberg und Fehring auch die Zertifizierung nach ISO50001 – den Standard für Energiemanagement – erfolgreich eingeführt. Nachhaltigkeit ist für ATS ein wesentlicher Beitrag für die erfolgreiche Zukunft unseres Unternehmens. Konkrete Beispiele, Maßnahmen und Ziele erfahren Sie im Nachhaltigkeitsbericht 2014/15. Anzahl Arbeitsunfälle Ausfallsstunden je eine Million Arbeits- stunden ab Betriebsausfallsdauer 1 Tag 7,2 5,7 4,0 6,1 11/12 12/13 13/14 14/15 Konzernlagebericht 2014/15 27
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    94 ATS Geschäftsbericht2014/15 HIGHLIGHTS IM GESCHÄFTSJAHR 2014/15  29,2 % des Gesamtumsatzes der ATS wird mit Produkten erzielt, welche neue, innovative Technologien aufweisen und die während der letzten drei Jahre auf dem Markt eingeführt wurden (Innovation Revenue Rate).  Die „Coole Leiterplatte“ gewinnt den steirischen Innovationspreis und ist unter den fünf besten Projekten für den österreichischen Staatspreis für Innovation.  Substratprojekt: Erfolgreicher Abschluss der Entwicklungsphase und Maschinenqualifikation, Produktquali- fikation gestartet. Das zweite Jahr in Folge erwirtschaftet die ATS mehr als 20 % ihres Umsatzes mit Produkten, die seit weni- ger als drei Jahren auf dem Markt sind. Diese Produkte sind Ergebnisse der konsequenten Umsetzung unserer Technologiestrategie und der abgeleiteten Entwicklungsprojekte. Dies unterstreicht, wie wichtig Innovation für die ATS ist. Sie trägt nicht nur wesentlich zur Generierung von Umsätzen bei, sondern entwickelte sich zu einem der wesentlichen Unterscheidungsmerkmale zu den Mitbewerbern am Markt. ENTWICKLUNGSAKTIVITÄTEN ATS richtet den Schwerpunkt der Entwicklungsaktivitäten auf die Kern- entwicklungsfelder: 1. Verdrahtungsdichte In diesem Bereich ist es das Ziel, die Größe der Leiterplatte bzw. Substrate und deren Strukturen zu verklei- nern und die Komplexität bzw. Verdrahtungsdichte zu erhöhen. 2. Mechanische Integration Hier wird die Leiterplatte zur Übernahme zusätzlicher Funktionen als Komponente des elektronischen Geräts weiterentwickelt. So wird sie flexibel oder starr-flexibel, Träger von Hochfrequenzelektronik oder Spezialist für Wärmemanagement. 3. Funktionelle Integration Dieses Entwicklungsgebiet fokussiert auf die Integration anderer elektronischer Komponenten in der Leiter- platte. Die Leiterplatte tritt in diesem Fall nicht mehr als klassisches Verbindungselement auf, sondern über- nimmt als Modul ganze elektronische Funktionen. 4. Gedruckte Lösungen Hier liegt der Fokus auf neuen Lösungen, die den Verbrauch von Wasser und anderen natürlichen Ressourcen (z. B. Kupfer) reduzieren. Neue Verfahren basierend auf der Drucktechnologie werden entwickelt, um einen minimalen Einsatz natürlicher Ressourcen zu ermöglichen. Die Kosten für die Forschungs- und Entwicklungsprojekte beliefen sich im Geschäftsjahr 2014/15 auf 57,9 Mio. €. Dies entspricht einer Forschungsquote (d. h. Relation zum Umsatz) von 8,7 % gegenüber 5,4 % im Vorjahr. Der Wert des Geschäftsjahres 2014/15 war geprägt durch die hohen Entwicklungskosten für das Substrat-Geschäft. Bereinigt um dieses Sonderprojekt, beträgt die Forschungsquote 4,2 %, die dazugehören- den Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen haben sich um 2,2 Mio. € bzw. 8,4 % auf 28,2 Mio. € erhöht (Vorjahr: 26,0 Mio. €). Mit dieser weiterhin hohen Forschungsquote sichern wir unsere Position als Technolo- gieführer auch für die kommenden Jahre ab. Innovationskraft und langfristige Wettbewerbsfähigkeit zeigen sich auch in der Anzahl und Qualität der Pa- tente. Weltweit hat ATS im Geschäftsjahr 2014/15 20 Schutzrechte neu zur Anmeldung eingereicht. Aktuell kommt ATS auf 114 Patentfamilien, die in 174 Schutzrechten resultieren. Das IP Portfolio wurde im abgelau- fenen Geschäftsjahr 2014/15 zudem mit dem Erwerb von Lizenzen insbesondere im Bereich der Embedding- Technologie zusätzlich erweitert. 5.3. Forschung und Entwicklung IRR (Innovation Revenue Rate) in % 15,0 19,2 26,5 29,2 11/12 12/13 13/14 14/15 28 Konzernlagebericht 2014/15
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    95Konzernlagebericht Die Effizienz inder Entwicklung wird durch die enge globale Zusammenarbeit mit Kunden, Lieferanten und Forschungseinrichtungen sichergestellt. Wesentliche FE-Partner, mit denen laufend Projekte initiiert und durchgeführt werden, sind zum Beispiel das Fraunhofer Institut Berlin, die Technische Universität Wien, das Joanneum Research Graz, die Christian Doppler Labors Graz, die Montanuniversität Leoben und die Fudan University in Shanghai. Intern führt ATS einen zweistufigen Innovationsprozess durch. In den Forschungsein- richtungen am Hauptsitz Leoben-Hinterberg werden die Entwicklungen in den Bereichen Materialien, Prozes- se und Applikationen bis zu dem Punkt durchgeführt, an dem die prinzipielle Machbarkeit der Technologie erreicht ist. Dieser Tätigkeitsbereich umfasst somit die angewandte Forschung und Technologieevaluierung. Anschließend ist es Aufgabe der lokalen Abteilungen für Technologieentwicklung und Implementierung an den Standorten der ATS, die Prozesse und Produkte experimentell weiterzuentwickeln und in den beste- henden Produktionsablauf zu integrieren. AUSZÜGE AUS DEN AKTUELLEN FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSPROJEKTEN Im Projekt IC-Substrate, dem größten Entwicklungsprojekt der Unternehmensgruppe, konnte erfolgreich die Entwick- lungsphase und die Maschinenqualifikation abgeschlossen werden. Die Anlagen für die erste Linie sind instal- liert, und die Produktion von Qualifikationslosen wurde gestartet. In dieser Qualifikationsphase werden die genauen Prozessparameter für die Massenproduktion ermittelt, mit denen unter hoher Ausbeute in hohem Volumen produziert werden kann. Die Qualifikationslose dienen zur Überprüfung der finalen Produkteigen- schaften und der Langzeitzuverlässigkeit. Die Erkenntnisse daraus dienen zur weiteren Produktoptimierung. Die Zertifizierung durch den Kunden ist bis Ende Kalenderjahr 2015 geplant. Die Qualifizierung der für die ATS gänzlich neuen Produkttype stellt in Hinblick auf die Verdrahtungsdichte einen Quantensprung im Vergleich zum bestehenden Produktportfolio der ATS dar. Nach Abschluss der Zertifizierung ist für das vierte Quartal 2015/16 die Anlaufphase mit anschließender Volumenproduktion vorgesehen. Das Produktportfolio Powermodule mit eingebetteten Komponenten wird sukzessive in Richtung höherer Leistungsklassen erweitert. Im Rahmen des Entwicklungsprojekts EmPower wird der Fokus auf hocheffiziente und miniaturisierte Baugruppen im Bereich Elektromobilität gelegt. Im letzten Jahr wurden funktionelle High- Power-Packages verwirklicht, die in weiterer Folge industrialisiert werden sollen. Außerdem wurde die Kon- zeptentwicklung für Hybrid Electrical Vehicles (HEV) in die Produktentwicklung überführt. Auch bei der Miniaturisierung von Leiterplatten in mobilen Endgeräten konnte die Entwicklung eines neuen Technologiesprungs abgeschlossen werden. Es stehen nun modifizierte Herstellungsverfahren zur Verfügung, die die Produktanforderungen in Richtung höherer Verdrahtungsdichte der nächsten Generation erfüllen können. Die ersten Produkte in der Hochvolumenproduktion werden im Geschäftsjahr 2015/16 erwartet. Der Trend zur Miniaturisierung und gleichzeitigen Leistungserhöhung bei elektronischen Geräten stellt die Hersteller der entsprechenden Bauteile vor große Herausforderungen. Eine davon ist die Wärmeentwicklung auf dem zunehmend engeren Raum. Egal, ob es um Smartphones, Lichttechnik oder E-Autos geht: Innovatio- nen, die der Überhitzung entgegenwirken, sind ein wichtiges Betätigungsfeld. Schließlich verschuldet eine zu hohe Temperatur mehr als die Hälfte aller Produktfehler. Unsere neuen thermischen Lösungen, die diesem Problem entgegenwirken, führten zum Gewinn des steirischen Innovationspreises und einer Nominierung für den Staatspreis für Innovation im abgelaufenen Geschäftsjahr. Erste Produkte konnten auch in einer neu aufkommenden und technisch sehr anspruchsvollen Liga der Lei- terplattenproduktion in Hinblick auf Prozessbeherrschung, den Leiterplatten für Hochfrequenzanwendungen, im abgelaufenen Geschäftsjahr realisiert werden. Leiterplatten für Hochfrequenzanwendungen stellen einen stark wachsenden Markt dar, da diese Produkte für kontaktlose Kommunikation von Menschen und Geräten, in Bereichen wie der Informations-, Automobil-, Industrie- und Medizintechnik sowie Radaranwendungen, wie sie in den neuesten Autos bereits zum Einsatz kommen, benötigt werden. In Zukunft sind sie für selbst- fahrende Autos und Arbeitsgeräte eine Grundvoraussetzung. Schutzrechte der ATS in Stück 101 124 153 174 11/12 12/13 13/14 14/15 Konzernlagebericht 2014/15 29
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    96 ATS Geschäftsbericht2014/15 GRUNDSÄTZE, STRUKTUREN UND PROZESSE Risiko- und Chancenmanagement ist im ATS Konzern eine wichtige Voraussetzung unternehmerischen Handelns. Mit dem Ziel, den Unternehmenswert zu steigern, werden nicht nur Chancen wahrgenommen, sondern auch Risiken eingegangen. Um Risiken frühzei- tig zu erkennen und proaktiv zu steuern, betreibt ATS, gemäß ÖCGK-Anforderung, ein konzernweites Risi- komanagement- und Internes Kontrollsystem sowie eine interne Revision. Organisatorisch fallen das Risikomanagement, das Interne Kontrollsystem und die interne Revision in die Verantwortung des Finanzvorstands. Dem Gesamtvorstand wird einmal monatlich in der Vorstandssitzung vom Group Risk Manager bzw. Internal Auditor berichtet. Die Einbindung des Aufsichtsrats erfolgt im Rahmen des zweimal jährlich stattfindenden Prüfungsausschusses. Die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsys- tems wird des Weiteren jährlich im Zuge der Jahresabschlussprüfung durch den Wirtschaftsprüfer gemäß Regel 83 ÖCGK beurteilt. Das operative Risikomanagement besteht aus einem mindestens zweimal jährlich zu durchlaufenden Prozess der Risikoidentifizierung und -bewertung. Risiken, welche in der Risikostrategie festgelegte Kriterien erfüllen, werden unter Berücksichtigung unterschiedlicher Szenarien zur Gesamtrisikoposition des Konzerns aggregiert und in den halbjährlich aktualisierten Risikobericht an Vorstand und Aufsichtsrat aufgenommen. Die Risi- kosteuerung erfolgt mittels Maßnahmen zur Minimierung der Auswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit durch die zugeteilten Verantwortlichen. Grundsätzlich sind die Risiken, Ungewissheiten und Chancen der Gruppe von den weltweiten Entwicklungen am Leiterplatten- und Substratmarkt geprägt und stellen sich wie folgt dar: INVESTITIONEN Um Wachstumspotenziale zu nutzen und konkurrenzfähig zu bleiben, tätigt die Gruppe wesentliche Investitionen in neue Technologien sowie in die Weiterentwicklung und den Kapazitätsausbau bestehender Technologien. Besondere Chancen, aber auch Risiken ergeben sich durch den Einstieg in das von potenziell attraktiven Margen, Eintrittsbarrieren und wenigen Mitbewerbern gekennzeichnete Substratge- schäft mittels einer strategischen Partnerschaft mit einem weltweit führenden Halbleiterhersteller. Zusätzlich bietet der Standort in Chongqing, China, Wettbewerbsvorteile gegenüber der hauptsächlich japanisch domi- nierten Konkurrenz. Erste Umsätze im Geschäftsfeld IC-Substrate werden für das Kalenderjahr 2016 erwartet. Risiken im Investitionsbereich, insbesondere in Bezug auf den Einstieg in das Substratgeschäft, und generell für die Geschäftstätigkeit von ATS stellen unerkannte oder falsch eingeschätzte technologische Entwicklun- gen oder eine Veränderung der Nachfrage, welche die Werthaltigkeit von Investitionen negativ beeinträchti- gen könnten, dar. WETTBEWERB Durch intensiven Fokus auf das Hightech-Segment, gepaart mit höchsten Qualitätsstan- dards und konsequenter Kostenkontrolle, konnte sich die Gruppe im HDI-Bereich einen Wettbewerbsvorteil gegenüber einem Großteil der Mitbewerber erarbeiten und damit dem intensiven Wettbewerb und der permanenten „Kommodifizierung“ (mit entsprechender Margenreduktion) erfolgreich entgegenwirken. Die Ausweitung der Endprodukte, auf die sich die HDI-Produktpalette von ATS bezieht, von Smartphones und anderen mobilen Anwendungen sowie das Automotive Segment unterstützen diese Strategie ebenso. Die Chancen der österreichischen Werke von ATS liegen in hoher Flexibilität, hohen Qualitätsstandards und der Fähigkeit, sich sehr schnell auf wechselnde Spezifikationen und Technologien einzustellen, wie es der Industrial-Markt durch unterschiedliche Technologieanforderungen seitens einer Vielzahl von Kunden erfor- dert. In enger Kooperation mit unterschiedlichen Kunden werden laufend neue Technologien und Projekte vorangetrieben. Das Segment Advanced Packaging, eine Technologie, welche von ATS unter dem Markennamen ECP® zur Marktreife gebracht wurde, birgt ebenfalls großes Chancenpotenzial und wurde im abgelaufenen Geschäfts- jahr weiter ausgebaut. Chancen- und Risikomanagement6. Strategie 30 Konzernlagebericht 2014/15
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    97Konzernlagebericht Wettbewerbsrisiken ergeben sichdurch potenzielle Qualitätssteigerungen und technologische Fortschritte in Ländern mit niedrigeren Produktionskosten, die dazu führen könnten, dass insbesondere die Tätigkeiten der Gruppe in Österreich, aber auch an anderen Produktionsstandorten wie in China weniger wettbewerbsfähig werden. KUNDENBASIS Die ATS Gruppe hat es, insbesondere mit ihren Kapazitäten in Asien, durch fortgeschrit- tene Fertigungstechnologien und hohe Qualitätsstandards geschafft, sich als verlässlicher Anbieter für einige der weltweit namhaftesten Abnehmer in der Elektronikindustrie zu etablieren. Die Umsätze mit den größten fünf dieser Kunden tragen 52 % zum Gesamtumsatz bei. Die guten Geschäftsbeziehungen mit diesen Kunden bieten auch in Zukunft gute Chancen. Allerdings birgt diese Kundenkonzentration auch Risiken im Falle einer signifikanten Reduktion der Geschäfts- tätigkeit mit diesen Kunden. Daher sind sowohl die anhaltende Wettbewerbsfähigkeit von ATS als auch der kontinuierliche Ausbau einer breiten Kundenbasis und die Erschließung neuer Produktsegmente für eine schnel- le Kompensation im Falle reduzierter Absatzmengen einzelner wesentlicher Kunden von großer Bedeutung. WIRTSCHAFTSENTWICKLUNG Wirtschaftliche Zyklen und Fluktuationen der Produktnachfrage in der Industrie für mobile Endgeräte, dem Automobilsektor und allgemein in der Industrie könnten die Ergebnisse der Gruppe beeinträchtigen, ein wirtschaftlicher Aufschwung könnte aber ebenso gesteigerte Geschäftschan- cen bieten. Die breit gefächerte Aufstellung über die Segmente Mobile Devices Substrates und Industrial Automotive kann Risiken durch unterschiedliche Produktionszyklen zum Teil abmindern. ROHSTOFFPREISE Preisschwankungen für Energie sowie Rohmaterial (Gold, Kupfer, Laminate) können sich kurzfristig sowohl positiv als auch negativ auf erzielbare Margen auswirken. LIEFERANTENBASIS Die Strategie der Gruppe zielt konsequent auf eine diversifizierte und breite Basis von sorgfältig ausgewählten Bezugsquellen ab, um die Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten zu reduzie- ren. Mit wenigen Ausnahmen gibt es daher alternative Lieferantenoptionen, um Versorgungsrisiken zu be- gegnen. Zu wesentlichen Schlüssellieferanten mit besonderem Know-how und Wettbewerbsfähigkeit beste- hen langjährige stabile Lieferanten-Kunden-Beziehungen. GEISTIGES EIGENTUM Durch eigene Entwicklungen, Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern und Investitionen versucht die ATS Gruppe, sich in diesem Bereich bietende Chancen zu nutzen, um geistiges Eigentum zu erlangen und zusätzlich Zugang zu chancenreichen Patenten zu bekommen. Risiken ergeben sich, sollte die Gruppe es verabsäumen, ihr geistiges Eigentum zu sichern, und Mitbewerber somit in der Lage wären, diese Technologien zu nutzen. Rechtsstreitigkeiten über geistiges Eigentum könnten die Gruppe da- von abhalten, in Streit stehende Technologien zu nutzen oder zu verkaufen bzw. können Rechtsstreitigkeiten über die missbräuchliche Verwendung von fremdem geistigem Eigentum erhebliche finanzielle Belastungen nach sich ziehen. Gerade der Einstieg in das neue Geschäftsfeld der IC-Substrate birgt diesbezügliche Risiken in sich, auch weil ATS entsprechendes Know-how in diesem Bereich weiter aufbauen muss. COMPLIANCE Die Änderung regulatorischer Anforderungen wie Verbote spezieller Prozesse oder Materi- alien könnten zu einem Anstieg der Produktionskosten führen. Bei Verletzung von Vertraulichkeitsanforde- rungen von Kundenseite oder gesetzlichen Bestimmungen könnte die Gruppe erheblichen Strafen ausgesetzt sein. ATS hat organisatorische Maßnahmen zur Verhinderung des Eintritts bzw. der Minimierung von Com- pliance-Risiken getroffen und baut diese laufend aus. STANDORTRISIKEN Ein großer Teil der Tätigkeiten der Gruppe ist außerhalb von Österreich, insbeson- dere in Asien, angesiedelt, was die Gruppe potenziell rechtlicher Unsicherheit, staatlichen Eingriffen, Han- delsbeschränkungen und politischen Unruhen aussetzen könnte. Weiters kann unabhängig davon jede Pro- duktionsstätte der Gruppe Feuer, Naturkatastrophen, kriegerischen Akten, Versorgungsengpässen oder Marktentwicklung Beschaffung Umfeld Konzernlagebericht 2014/15 31
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    98 ATS Geschäftsbericht2014/15 sonstigen Ereignissen ausgesetzt sein. Die Kündigung von Landnutzungsrechten, Genehmigungen oder Lea- singverträgen bestimmter Werke könnte die Produktionstätigkeit der Gruppe ebenfalls negativ beeinflussen. Der Konzern betreibt eine aktive Versicherungspolitik in Abwägung der Risiken und der entsprechenden Kosten und hat für ein Unternehmen dieser Größe übliche Versicherungspolizzen abgeschlossen, sofern solche zu vertretbaren Kosten in Relation zum drohenden Risiko verfügbar sind. PRODUKTQUALITÄT Wie bisher wird hohe Produktqualität, Liefertreue und Servicequalität auch in Zukunft eine Chance darstellen, um sich von Mitbewerbern zu differenzieren, und maßgeblich sein, um Wachstumschancen wahrzunehmen. Technische Defekte und Mängel in der Qualität sowie Schwierigkeiten bei der Lieferung von Produkten könnten die Gruppe Gewährleistungs-und Schadenersatzansprüchen sowie Vertragsstrafen aussetzen und zu Rückrufaktionen und dem Verlust von Kunden führen. ATS unterhält ein entsprechendes Qualitätswesen, um mangelnde Produktqualität und negative Folgen daraus nach Möglich- keit auszuschließen, ist gleichzeitig jedoch im Rahmen einer (erweiterten) Produkthaftverpflichtung gegen wesentliche Risiken versichert. TECHNOLOGIE- UND PROJEKTENTWICKLUNG Das Know-how der Gruppe in der Projekt- und Technologieentwicklung, speziell in China, ermöglicht die Nutzung von weiteren erfolgversprechenden Wachstumschancen, wie insbesondere die Entwicklung des IC-Substrate-Geschäfts. Allerdings ergeben sich dadurch, auch angesichts des erheblichen Investitionsvolumens für den Standort Chongqing, spezifische Risiken. Komplikationen beim Vorantreiben der technologischen Entwicklung und der Projektentwicklung könnten die Geschäftsentwicklung sowie finanzielle und administrative Ressourcen erheblich belasten. MITARBEITER Die kollektive Industrieerfahrung und Managementexpertise der Mitarbeiter der ATS Gruppe ist die Basis zur Nutzung zukünftiger Chancen. Das Geschäft der Gruppe könnte leiden, wenn leitende Angestellte das Beschäftigungsverhältnis mit der Gruppe beenden oder die Gruppe nicht in der Lage wäre, weiterhin hochqualifizierte Ingenieure oder Verkäufer zu rekrutieren und zu halten. ATS arbeitet kontinuier- lich an Strategien, um Schlüsselarbeitskräfte zu halten, wertvolle Mitarbeiter zu akquirieren und die Fähigkei- ten der Mitarbeiter weiter auszubauen. LOHNKOSTEN Wesentliche Anstiege der Lohnkosten, besonders an den Produktionsstandorten in China, könnten sich negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns auswirken. FINANZRISIKEN Zu den Bereichen Finanzierungsrisiko, Liquiditätsrisiko, Kreditrisiko sowie Wechselkursri- siko wird auf Erläuterung 20 „Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten“ im Konzernabschluss verwiesen. STEUERRISIKO Die Gesellschaft ist global tätig und somit mit unterschiedlichen Steuersystemen konfron- tiert. Solange die Voraussetzungen für die Bildung einer Rückstellung oder Verbindlichkeit nicht gegeben sind, werden Steuerrisiken, nationale wie auch internationale, unter die Finanzrisiken subsumiert und entspre- chend überwacht. Das derzeit wesentliche Steuerrisiko betrifft die Gesellschaft in Indien. Operatives Geschäft Organisation Finanzrisiken 32 Konzernlagebericht 2014/15
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    99Konzernlagebericht Das rechnungslegungsbezogene interneKontrollsystem und Risikomanagement ist integrierter Bestandteil des konzernweiten Risikomanagementsystems. In Anlehnung an das Rahmenkonzept von COSO (The Com- mittee of Sponsoring Organization of the Treadway Commission) werden unter dem Begriff des unterneh- mensweiten Risikomanagements das eigentliche Risikomanagement sowie das interne Kontrollsystem (IKS) subsumiert. Die wesentlichen Merkmale des Risikomanagements, des internen Kontrollsystems sowie der inter- nen Revision von ATS sind in einem konzernweiten Risikomanagement- und Revisionshandbuch festgehalten. Die Dokumentation der internen Kontrollen (Geschäftsprozesse, Risiken, Kontrollmaßnahmen und Verant- wortliche) erfolgt grundsätzlich in Form von Kontrollmatrizen, die in einer zentralen Managementdatenbank archiviert werden. Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem beinhaltet dabei die Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung im Sinne der be- schriebenen Kontrollziele für die Finanzberichterstattung. Die Prozesse der Rechnungslegung sind in gesonderten Verfahrensanweisungen dokumentiert. Nach Mög- lichkeit sind diese konzernweit einheitlich ausgestaltet und werden in einem standardisierten Dokumentati- onsformat abgebildet. Aus den spezifischen lokalen Regelungen resultieren zusätzlich Anforderungen an die Rechnungslegungsprozesse. Die Grundlagen der Rechnungslegung und Berichterstattung sind in den Prozess- beschreibungen und weiters in ausführlichen Verfahrensanweisungen dokumentiert, welche ebenfalls im zentralen Management Manual archiviert sind. Darüber hinaus werden Arbeitsbehelfe zu Bewertungsläufen, Bilanzierungsvorgängen und organisatorischen Erfordernissen im Zusammenhang mit den Rechnungslegungs- und Jahresabschlussprozessen erstellt und laufend aktualisiert. Die Terminplanungen erfolgen im Einklang mit den Konzernerfordernissen. Die interne Finanzberichterstattung erfolgt monatlich als Bestandteil der Konzernberichterstattung, wobei die Finanzinformationen durch die Organisationseinheit Group Accounting (Teilbereich von Group Finance Controlling) überprüft und analysiert werden. Die monatliche Soll-Ist-Abweichung mit entsprechender Kom- mentierung der Segment- bzw. Werksergebnisse sowie des Gesellschaftsergebnisses wird intern an die Füh- rungskräfte und an die Mitglieder des Aufsichtsrats berichtet. Die jährliche Budgeterstellung erfolgt durch die Organisationseinheit Group Controlling (Teilbereich von Group Finance Controlling). Auf Basis der Quartalsergebnisse und aktuellen Planungsinformationen werden unterjährig quartalsweise Vorschaurechnungen (Forecasts) für das verbleibende Geschäftsjahr erstellt. Die Vorschaurechnungen mit Kommentierung zum Budgetvergleich und Darstellungen zur Auswirkung von Chan- cen und Risiken bis Geschäftsjahresende werden an den Aufsichtsrat berichtet. Neben der regelmäßigen Berichterstattung werden Mehrjahresplanungen, projektbezogene Finanzinformationen oder Berechnungen über Investitionsvorhaben aufbereitet und an den Aufsichtsrat übermittelt. Internes Kontroll- und Risiko-7. managementsystem im Hinblick auf das Rechnungswesen Konzernlagebericht 2014/15 33
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    100 ATS Geschäftsbericht2014/15 KAPITALANTEILSSTRUKTUR UND ANGABEN ZU GESELLSCHAFTERRECHTEN Zum Bi- lanzstichtag per 31. März 2015 beträgt das Grundkapital der Gesellschaft 42.735.000 € und besteht aus 38.850.000 Stückaktien mit einem rechnerischen Nennwert von je 1,1 € pro Aktie. Das Stimmrecht in der Hauptversammlung wird nach Stückaktien ausgeübt, wobei je eine Stückaktie das Recht auf eine Stimme gewährt. Sämtliche Aktien lauten auf Inhaber. Die maßgeblichen direkten und indirekten Beteiligungen an der Konzernmuttergesellschaft AT S Austria Technologie Systemtechnik Aktiengesellschaft (AT S AG), die zum Bilanzstichtag zumindest 10 % betra- gen, stellen sich wie folgt dar: Aktien % Kapital % Stimmrechte Dörflinger-Privatstiftung, Karl-Waldbrunner-Platz 1, A-1210 Wien 6.902.380 17,77 % 17,77 % Androsch Privatstiftung, Schottengasse 10/12, A-1010 Wien 6.339.896 16,32 % 16,32 % Zum Stichtag 31. März 2015 befanden sich rund 65,91 % der Aktien im Streubesitz. Außer den oben angeführ- ten Beteiligungen gab es keinen weiteren Aktionär, der mehr als 10 % der Stimmrechte an der AT S AG hielt. Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Es bestehen keine Beschränkungen hinsichtlich der Ausübung des Stimmrechtes durch Arbeitnehmer mit Kapitalbeteiligung. Es gibt keine besonderen Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und Aufsichtsrats. Es bestehen keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der AT S AG und ihren Vorstands- und Auf- sichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebotes. Der Vorstand wurde durch die 20. Hauptversammlung am 3. Juli 2014 ermächtigt, bis zum 2. Juli 2019 das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu 21.367.500 € durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 neuen, auf den Inhaber lautenden nennwertlosen Stückaktien gegen Bareinlage oder Sach- einlage, einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Über- nahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß § 153 Abs. 6 AktG, zu erhöhen. Der Vorstand wurde ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats die näheren Ausgabebedingungen (insbesondere Aus- gabebetrag, Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der Aktienrechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzule- gen (genehmigtes Kapital). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen. Die Hauptversammlung hat auch beschlossen, die Satzung entsprechend diesem Beschluss in § 4 (Grundkapital) zu ändern. Darüber hinaus wurde in der 20. Hauptversammlung am 3. Juli 2014 die in der Hauptversammlung vom 7. Juli 2010 beschlossene Ermächtigung zur Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen widerrufen und gleichzeitig der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 2. Juli 2019 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber lautende Wandelschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu 150.000.000 € auszu- geben und den Inhabern von Wandelschuldverschreibungen Bezugs- und/oder Umtauschrechte auf bis zu 19.425.000 Stück neue auf Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien der Gesellschaft nach Maßgabe der vom Vorstand festzulegenden Wandelschuldverschreibungsbedingungen zu gewähren. Außerdem wurde in diesem Zusammenhang das Grundkapital der Gesellschaft gemäß § 159 Abs 2 Z 1 AktG um bis zu 21.367.500 € durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 Stück neuer, auf Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht. Diese bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als Inhaber von auf Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 3. Juli 2014 ausgegebenen Wandelschuldverschrei- bungen von dem ihnen gewährten Umtausch- und/oder Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen. Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelhei- Aktionärsstruktur und Angaben zum8. Kapital (Angaben gemäß § 243a UGB) 34 Konzernlagebericht 2014/15
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    101Konzernlagebericht ten der Durchführungder bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen (insbesondere Ausgabebetrag, Inhalt der Aktienrechte). In Bezug auf die Erhöhung des Genehmigten Kapitals bzw. die bedingte Kapitalerhöhung ist folgende be- tragsmäßige Determinierung, entsprechend den Beschlüssen der 20. Hauptversammlung vom 3. Juli 2014, zu beachten: Die Summe aus (i) der Anzahl der nach den Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen je- weils aus bedingtem Kapital aktuell ausgegebenen oder potenziell auszugebenden Aktien und (ii) der Anzahl der aus dem genehmigten Kapital ausgegeben Aktien darf die Zahl von insgesamt 19.425.000 nicht über- schreiten (betragsmäßige Determinierung der Ermächtigungen). EIGENE AKTIEN In der 19. ordentlichen Hauptversammlung vom 4. Juli 2013 wurde der Vorstand erneut ermächtigt, binnen 30 Monaten ab Beschlussfassung eigene Aktien im Ausmaß von bis zu 10 % des Grundka- pitals zu erwerben sowie einzuziehen. Weiters wurde der Vorstand für die Dauer von fünf Jahren, sohin bis einschließlich 3. Juli 2018 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Anteile auch auf andere Art als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern, insbesondere zur Bedienung von Mitar- beiteraktienoptionen, Wandelschuldverschreibungen oder als Gegenleistung für den Erwerb von Unterneh- men bzw. sonstigen Vermögenswerten und zu jedem sonstigen gesetzlich zulässigen Zweck zu verwenden. Zum 31. März 2015 hält der Konzern keine eigenen Aktien. Es gibt keine außerbilanziellen Geschäfte zwischen der AT S AG und ihren Tochtergesellschaften. Die AT S AG hat keine Kredite an Organmitglieder vergeben und ist auch keine Haftungsverhältnisse zu deren Gunsten eingegangen. Weiterführend wird auf die Erläuterungen im Anhang zum Konzernabschluss, Erläuterung 22 „Gezeichnetes Kapital“, sowie auf die Erläuterungen 16 „Finanzielle Verbindlichkeiten“ verwiesen. Der Corporate Governance Bericht der Gesellschaft nach § 243b UGB ist unter http://www.ats.net/de/unternehmen/corporate-governance/berichte/ abrufbar. Konzernlagebericht 2014/15 35
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    102 ATS Geschäftsbericht2014/15 Der stetig zunehmende Bedarf an elektronischen Endgeräten, der generell steigende Elektronikanteil in un- terschiedlichsten Applikationen sowie die Vernetzung von unterschiedlichsten elektronischen Applikationen sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld, stellen Megatrends in den kommenden Jahren dar, und werden weiterhin zu einer Steigerung des Bedarfs an Leiterplatten führen. Um dem steigenden Preisdruck in der Branche entgegenzuwirken, wird der Fokus auch im Geschäftsjahr 2015/16 auf die Weiterentwicklung des Kerngeschäfts mit technologisch hochwertigen Produkten gelegt. In diesem Zusammenhang bleibt die Entwicklung von innovativen Produkten und Technologien ein Schwerpunkt der ATS. Zur Absicherung dieser Strategie werden neben Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten weiterhin Investitionen in technologische Upgrades an den bestehenden Standorten durchgeführt. Der Einstieg in das Marktsegment der IC-Substrate stellt für ATS eine Weiterentwicklung des derzeitigen Hochtechnologiemarktes der HDI-Leiterplatten dar. Strategisch bedeutet dieser Schritt eine außerordentliche Entwicklungschance für den Konzern. Nach der Errichtung des Gebäudes und der Installation der ersten Linie im Geschäftsjahr 2014/15 am Standort Chongqing wird im Geschäftsjahr 2015/16 die Zertifizierung der Anla- ge durchgeführt. Der Ramp-up wird im Kalenderjahr 2016 gestartet, und erste Umsätze werden ebenfalls im Kalenderjahr 2016 erwartet. Parallel dazu erfolgt die Installation der zweiten Linie. Durch die Ramp-up-Phase des Werkes erwarten wir Anlaufkosten, die das Konzernergebnis belasten werden. Ende April wurde die Erweiterung der ursprünglich geplanten Investitionen bis Mitte 2017 in den Standort von 350 Mio. € auf 480 Mio. € bekanntgegeben: ATS positioniert sich für die nächste Leiterplatten- Technologiegeneration und wird zusätzlich zu den IC-Substraten ab 2016 substratähnliche Leiterplatten in Chongqing herstellen. ATS wird damit Potenziale ausschöpfen, die sich durch die fortschreitende Miniaturi- sierung und zunehmende Modularisierung ergeben. Damit soll das langfristige und nachhaltig profitable Wachstum im High-End-Bereich sichergestellt werden. ATS wird auch 2015/16 kontinuierlich Investitionen in den neuen Standort in Chongqing tätigen und dar- über hinaus weitere Investitionen für Technologie-Upgrades in den bestehenden Standorten tätigen. In die- ser durch hohe Investitionen geprägten Zeit strebt der Vorstand für die nächsten Jahre eine zurückhaltende Dividendenpolitik an. Das Management geht für das kommende Geschäftsjahr unter der Voraussetzung eines makroökonomisch stabilen Umfeldes und anhaltender Kundennachfrage von einer weiterhin guten Auslastung aus. Auf Basis der limitiert verfügbaren Kapazitäten wird eine Umsatzentwicklung ähnlich wie im Geschäftsjahr 2014/15 prog- nostiziert. Die EBITDA-Marge wird auf Basis der zu erwartenden Belastungen für den Anlauf Chongqing bei 18-20 % liegen, die EBITDA-Marge im Kerngeschäft hingegen auf einem vergleichbaren Niveau wie im Ge- schäftsjahr 2014/15. Leoben-Hinterberg, am 5. Mai 2015 Der Vorstand: DI (FH) Andreas Gerstenmayer e.h. Dr. Karl Asamer e.h. Ing. Heinz Moitzi e.h. Ausblick9. 36 Konzernlagebericht 2014/15
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    104 Konzernabschluss zum 31. März2015 ATS Geschäftsbericht 2014/15
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    105Konzernabschluss Konzern‐Gewinn‐ und Verlustrechnung  106 Konzern‐Gesamtergebnisrechnung   106 Konzernbilanz   107 Konzern‐Geldflussrechnung   108 Konzern‐Eigenkapitalveränderungsrechnung   109 Anhang zum Konzernabschluss   110 Inhaltsverzeichnis
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    106 ATS Geschäftsbericht2014/15 in Tsd. € Erläuterung 2014/15 2013/14 Umsatzerlöse 1 667.010 589.909 Umsatzkosten 2 (511.628) (471.096) Bruttogewinn 155.382 118.813 Vertriebskosten 2 (31.595) (30.901) Allgemeine Verwaltungskosten 2 (28.005) (24.143) Sonstiges betriebliches Ergebnis 4 (5.696) (6.835) Nicht wiederkehrende Posten 5 – (3.004) Betriebsergebnis 90.086 53.930 Finanzierungserträge 6 9.067 316 Finanzierungsaufwendungen 6 (14.170) (11.406) Finanzergebnis (5.103) (11.090) Ergebnis vor Steuern 84.983 42.840 Ertragsteuern 7 (15.634) (4.621) Konzernjahresergebnis 69.349 38.219 davon den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnen 69.279 38.168 davon den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 70 51 Ergebnis je Aktie, das den Aktionären des Mutterunternehmens zusteht (in € je Aktie): 24 - unverwässert 1,78 1,24 - verwässert 1,78 1,21 Konzern- Gesamtergebnisrechnung in Tsd. € 2014/15 2013/14 Konzernjahresergebnis 69.349 38.219 Zu reklassifizierende Ergebnisse: Währungsumrechnungsdifferenzen 161.373 (42.697) (Verluste) aus der Bewertung von Sicherungsinstrumenten aus der Absicherung von Zahlungsströmen, nach Steuern (2.517) (225) Nicht zu reklassifizierende Ergebnisse: (6.757) (728) Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses (6.757) (728) Sonstiges Ergebnis 152.099 (43.650) Konzerngesamtergebnis 221.448 (5.431) davon den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnen 221.350 (5.480) davon den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen 98 49 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 4 Konzernabschluss zum 31. März 2015
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    107Konzernabschluss in Tsd. €Erläuterung 31.03.2015 31.03.2014 VERMÖGENSWERTE Sachanlagen 8 603.664 435.103 Immaterielle Vermögenswerte 9 45.211 9.145 Finanzielle Vermögenswerte 13 96 96 Aktive latente Steuern 7 34.301 25.538 Sonstige langfristige Vermögenswerte 10 29.485 13.976 Langfristige Vermögenswerte 712.757 483.858 Vorräte 11 89.222 59.434 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 12 143.130 110.999 Finanzielle Vermögenswerte 13 780 836 Laufende Ertragsteuerforderungen 1.004 799 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 14 273.919 260.133 Kurzfristige Vermögenswerte 508.055 432.201 Summe Vermögenswerte 1.220.812 916.059 EIGENKAPITAL Gezeichnetes Kapital 22 141.846 141.846 Sonstige Rücklagen 23 150.774 (1.297) Gewinnrücklagen 311.642 250.133 Den Eigentümern des Mutterunternehmens zurechenbares Eigenkapital 604.262 390.682 Nicht beherrschende Anteile 96 (2) Summe Eigenkapital 604.358 390.680 SCHULDEN Finanzielle Verbindlichkeiten 16 359.268 325.863 Rückstellungen für Personalaufwand 17 33.726 24.755 Sonstige Rückstellungen 18 7.545 9.736 Passive latente Steuern 7 7.774 6.738 Sonstige Verbindlichkeiten 15 4.757 3.244 Langfristige Schulden 413.070 370.336 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 15 149.409 101.908 Finanzielle Verbindlichkeiten 16 46.037 46.076 Laufende Ertragsteuerschulden 2.823 3.986 Sonstige Rückstellungen 18 5.115 3.073 Kurzfristige Schulden 203.384 155.043 Summe Schulden 616.454 525.379 Summe Eigenkapital und Schulden 1.220.812 916.059 Konzernbilanz Konzernabschluss zum 31. März 2015 5
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    108 ATS Geschäftsbericht2014/15 in Tsd. € 2014/15 2013/14 Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit Konzernjahresergebnis 69.349 38.219 Abschreibungen und Wertminderungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 77.485 73.245 Veränderung langfristiger Rückstellungen 6.079 1.917 Ertragsteuern 15.634 4.621 Finanzergebnis 5.103 11.090 Gewinne/Verluste aus dem Verkauf von Anlagevermögen 114 461 Auflösung von Investitionszuschüssen (1.189) (1.153) Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/(Erträge), saldiert 1.010 (2.485) Gezahlte Zinsen (14.460) (14.153) Erhaltene Zinsen und Dividendenerträge 2.267 278 Gezahlte Ertragsteuern (16.436) (8.380) Nettomittelzufluss aus dem Ergebnis 144.956 103.660 Vorräte (16.011) (474) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen (23.612) (9.766) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 36.926 9.828 Sonstige Rückstellungen 1.611 1.511 Nettomittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit 143.870 104.759 Geldfluss aus Investitionstätigkeit Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten (165.318) (90.906) Einzahlungen aus der Veräußerung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 539 630 Auszahlungen für den Erwerb/Veräußerung von finanziellen Vermögenswerten – (12) Nettomittelabfluss aus Investitionstätigkeit (164.779) (90.288) Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit Einzahlungen aus der Aufnahme von finanziellen Verbindlichkeiten 34.623 261.982 Auszahlungen für die Rückzahlung von finanziellen Verbindlichkeiten (16.249) (185.450) Einzahlungen aus Investitionszuschüssen 1.339 1.345 Dividendenzahlungen (7.770) (4.665) Einzahlungen aus der Kapitalerhöhung – 79.179 Verkauf eigener Anteile – 16.753 Nettomittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit 11.943 169.144 Nettozunahme/(-abnahme) von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten (8.966) 183.615 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Jahresanfang 260.133 80.226 Währungsgewinne/(-verluste) aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten 22.752 (3.708) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente per 31.03. 273.919 260.133 Konzern-Geldflussrechnung 6 Konzernabschluss zum 31. März 2015
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    109Konzernabschluss in Tsd. € Gezeichnetes Kapital Sonstige Rücklagen Gewinn- rücklagen DenEigen- tümern des Mutterunter- nehmens zu- rechenbares Eigenkapital Nicht beherr- schende Anteile Summe Eigenkapital Stand zum 31.03.2013 *) 45.914 42.351 216.630 304.895 (51) 304.844 Konzernjahresergebnis – – 38.168 38.168 51 38.219 Sonstiges Ergebnis – (43.648) – (43.648) (2) (43.650) davon Währungsumrechnungsdifferenzen – (42.695) – (42.695) (2) (42.697) davon Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses (728) – (728) – (728) davon Veränderung von Sicherungsinstrumenten aus der Absicherung von Zahlungsströmen, nach Steuern – (225) – (225) – (225) Konzerngesamtergebnis 2013/14 – (43.648) 38.168 (5.480) 49 (5.431) Dividendenzahlung für 2012/13 – – (4.665) (4.665) – (4.665) Veränderung eigene Anteile, nach Steuern 16.753 – – 16.753 – 16.753 Kapitalerhöhung 79.179 79.179 79.179 Stand zum 31.03.2014 141.846 (1.297) 250.133 390.682 (2) 390.680 Konzernjahresergebnis – – 69.279 69.279 70 69.349 Sonstiges Ergebnis – 152.071 – 152.071 28 152.099 davon Währungsumrechnungsdifferenzen – 161.339 – 161.339 34 161.373 davon Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses – (6.751) – (6.751) (6) (6.757) davon Veränderung von Sicherungsinstrumenten aus der Absicherung von Zahlungsströmen, nach Steuern – (2.517) – (2.517) – (2.517) Konzerngesamtergebnis 2014/15 – 152.071 69.279 221.350 98 221.448 Dividendenzahlung für 2013/14 – – (7.770) (7.770) – (7.770) Stand zum 31.03.2015 141.846 150.774 311.642 604.262 96 604.358 *) Angepasst unter Anwendung von IAS 19 revised. Konzern- Eigenkapitalveränderungsrechnung Konzernabschluss zum 31. März 2015 7
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    110 ATS Geschäftsbericht2014/15 ALLGEMEINES AT S Austria Technologie SystemtechnikA. Aktiengesellschaft (im Folgenden kurz „die Gesellschaft“ und mit ihren Tochtergesellschaften „der Konzern“ genannt) wurde in Österreich gegründet. Der Sitz der Gesellschaft ist in Österreich, Fabriksgasse 13, 8700 Leoben-Hinterberg. Unternehmensgegenstand sind die Fertigung und der Vertrieb von Leiterplatten und die Durchführung von damit verbundenen Dienst- leistungen primär in den Segmenten Mobile Devices Substrates, Industrial Automotive, sowie Advanced Packaging. Die Produkte werden im europäischen und asiatischen Raum produziert und sowohl direkt bei den Erstausrüstern (OEM – Original Equipment Manufactu- rer) als auch bei Auftragsfertigern (CEM – Contract Electronic Manu- facturer) abgesetzt. Die Gesellschaft notiert seit 20. Mai 2008 an der Wiener Börse, Öster- reich, im Börsensegment Prime Market und wird seit 15. September 2008, nach einer Phase des Doppellistings auf dem bisherigen Börsen- platz Frankfurt am Main, Deutschland, ausschließlich an der Wiener Börse gehandelt. Vor dem Wechsel des Börsenplatzes notierte die Gesellschaft seit 16. Juli 1999 an der Frankfurter Börse. Der Konzernabschluss wurde gemäß § 245a UGB in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) formu- lierten Standards (IFRS und IAS) und Interpretationen (IFRIC und SIC), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUND-B. SÄTZE Die bei der Erstellung des Konzernabschlusses herangezoge- nen Bewertungsgrundlagen basieren auf historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten – mit Ausnahme der Wertpapiere und der derivativen Finanzinstrumente, die mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet werden. a. KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZE Abschlussstichtag für alle in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist der 31. März 2015 mit folgenden Ausnahmen: Aufgrund der gesetzlichen Lage in China entspricht das Geschäftsjahr der ATS (China) Company Limited und der ATS (Chongqing) Company Limited dem Kalenderjahr (Ab- schlussstichtag: 31. Dezember 2014), sodass die Einbeziehung auf Basis eines Zwischenabschlusses zum 31. März 2015 erfolgte. Der Konzernabschluss wurde vom Vorstand am 5. Mai 2015 zur Veröf- fentlichung freigegeben. Der Einzelabschluss der Gesellschaft, der nach Überleitung auf die anzuwendenden Rechnungslegungsstan- dards auch in den Konzernabschluss einbezogen ist, wird am 8. Juni 2015 dem Aufsichtsrat zur Prüfung und Feststellung vorgelegt. Der Aufsichtsrat und – im Falle einer Vorlage an die Hauptversammlung – die Gesellschafter, können diesen Einzelabschluss in einer Weise ändern, die auch die Präsentation des Konzernabschlusses beeinflusst. KONSOLIDIERUNGSKREIS Die Gesellschaft beherrscht ein Beteili- gungsunternehmen, wenn eine Risikobelastung durch oder Anrechte auf schwankende Renditen aus seinem Engagement in dem Beteili- gungsunternehmen vorliegt und der Konzern die Fähigkeit besitzt, seine Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen dergestalt zu nutzen, dass dadurch die Höhe der Rendite des Beteiligungsunter- nehmens beeinflusst wird. In den Konzernabschluss sind – neben der Gesellschaft – folgende Tochterunternehmen einbezogen und voll- konsolidiert:  ATS Asia Pacific Limited, Hongkong (im Folgenden ATS Asia Pacific genannt), Anteil 100 %  ATS (China) Company Limited, China (im Folgenden ATS China genannt), 100 % Tochtergesellschaft der ATS Asia Pacific  ATS (Chongqing) Company Limited, China (im Folgenden ATS Chongqing genannt), 100 % Tochtergesellschaft der ATS Asia Pacific  ATS Japan K.K., Japan, 100 % Tochtergesellschaft der ATS Asia Pacific  ATS (Taiwan) Co., Ltd., Taiwan (im Folgenden ATS Taiwan ge- nannt), 100 % Tochtergesellschaft der ATS Asia Pacific  ATS India Private Limited, Indien (im Folgenden ATS Indien ge- nannt), Anteil 100 %  ATS Korea Co., Ltd., Südkorea (im Folgenden ATS Korea ge- nannt), Anteil 98,76 %  ATS Americas LLC, USA (im Folgenden ATS Americas genannt), Anteil 100 %  ATS Deutschland GmbH, Deutschland, Anteil 100 %  AT S Klagenfurt Leiterplatten GmbH in Liqu., Österreich, Anteil 100 % Die Tochtergesellschaft AT S Klagenfurt Leiterplatten GmbH in Liqu. befindet sich zum Bilanzstichtag in Liquidation. Die Bilanzierung erworbener Tochterunternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode. Die Anschaffungskosten des Erwerbs entsprechen dem beizulegenden Zeitwert der hingegebenen Vermögenswerte, der ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente und der entstandenen bzw. übernommenen Schulden zum Transaktionszeitpunkt. Sie beinhalten weiters die beizulegenden Zeitwerte jeglicher angesetzter Vermö- genswerte oder Schulden, die aus einer bedingten Gegenleistungsver- einbarung resultieren. Erwerbsbezogene Kosten werden aufwands- wirksam erfasst. Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses identifizierbare Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlich- keiten werden bei der Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten im Erwerbszeitpunkt bewertet. Der Überschuss der Anschaffungskosten des Erwerbs, der nicht be- herrschenden Anteile am Unternehmen sowie des beizulegenden Zeitwerts jeglicher vorher gehaltenen Eigenkapitalanteile zum Er- werbsdatum über den Anteil des Konzerns an dem zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Nettovermögen wird als Firmenwert angesetzt. Anhang zum Konzernabschluss I. Allgemeine Erläuterungen 8 Konzernabschluss zum 31. März 2015
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    111Konzernabschluss Für jeden Unternehmenserwerbentscheidet der Konzern, ob die nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen zum beizule- genden Zeitwert oder anhand des proportionalen Anteils am Netto- vermögen des erworbenen Unternehmens erfasst werden und dem- entsprechend der volle oder anteilige Firmenwert angesetzt wird. Sind die Anschaffungskosten geringer als das zum beizulegenden Zeitwert bewertete Nettovermögen des erworbenen Tochterunternehmens, wird der Unterschiedsbetrag direkt in der Gewinn- und Verlustrech- nung erfasst. Wenn der Konzern entweder die Beherrschung oder den maßgebli- chen Einfluss über ein Unternehmen verliert, wird der verbleibende Anteil zum beizulegenden Zeitwert neu bewertet und die daraus resultierende Differenz als Gewinn oder Verlust erfasst. Der beizule- gende Zeitwert ist der beim erstmaligen Ansatz eines assoziierten Unternehmens, Gemeinschaftsunternehmens oder eines finanziellen Vermögenswerts ermittelte Zeitwert. Darüber hinaus werden alle im sonstigen Ergebnis ausgewiesenen Beträge in Bezug auf dieses Unter- nehmen so bilanziert, wie dies verlangt werden würde, wenn das Mutterunternehmen die dazugehörigen Vermögenswerte und Schul- den direkt veräußert hätte. Dies bedeutet, dass ein zuvor im sonstigen Ergebnis erfasster Gewinn oder Verlust vom Eigenkapital in das Er- gebnis umgegliedert wird. KONSOLIDIERUNGSMETHODEN Alle wesentlichen Konzernsalden und -transaktionen wurden eliminiert, damit der Konzernabschluss die Rechnungslegungsinformationen über den Konzern so darstellt, als würde es sich bei dem Konzern um ein einziges Unternehmen han- deln. Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach den Bestimmungen des IFRS 10 „Konzernabschlüsse“ (Consolidated Financial Statements). Konzernin- terne Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Aufwendungen und Erträge werden eliminiert. Zwischenergebnisse im Anlage- und Vor- ratsvermögen werden eliminiert, sofern sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind. Für alle einbezogenen Tochterunternehmen werden darüber hinaus einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewendet. Der Konzern betrachtet Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilen als Transaktionen mit Eigenkapitalgebern des Konzerns. Bei Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen wird die Differenz zwi- schen den Anschaffungskosten und dem zuordenbaren erworbenen Anteil am Nettovermögen des Tochterunternehmens vom Eigenkapi- tal abgezogen. Gewinne oder Verluste bei der Veräußerung von nicht beherrschenden Anteilen werden ebenfalls im Eigenkapital erfasst. b. GESCHÄFTSSEGMENTINFORMATIONEN Als Geschäftsseg- ment wird ein Unternehmensbestandteil, der Geschäftstätigkeiten betreibt und dessen Betriebsergebnisse regelmäßig von der verant- wortlichen Unternehmensinstanz überprüft werden, bezeichnet. Mit den Geschäftstätigkeiten werden Umsatzerlöse erwirtschaftet, wofür Aufwendungen anfallen. Diese Aufwendungen können auch im Zu- sammenhang mit Geschäftsvorfällen mit anderen Geschäftssegmen- ten des Unternehmens stehen. Für die einzelnen Geschäftssegmente liegen separate Finanzinformationen vor. Im Geschäftsjahr 2011/12 hat sich der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats dazu entschlossen, die Organisationsstruktur weiter zu entwickeln, um die operativen Prozesse noch mehr an die Kundenbe- dürfnisse anzupassen. Es wurden daher drei Segmente (Business Units) – Mobile Devices, Industrial Automotive, sowie Advanced Packaging – eingerichtet. Aufgrund des Einstiegs in das für die ATS neue Geschäft mit IC- Substraten (Integrated Circuit Substrates) und der Zuordnung dieses Geschäftsfeldes in die Business Unit Mobile Devices wurde diese Business Unit in Mobile Devices Substrates umbenannt. Sowohl für den Bereich Mobile Applications als auch Substrates besteht nunmehr eine entsprechende Organisationsstruktur. Das Managementreporting erfolgt hingegen weiterhin einheitlich unter dem Segment Mobile Devices Substrates. Das Segment Mobile Devices Substrates umfasst die Herstellung von Leiterplatten für mobile Endgeräte, wie zum Beispiel Smart- phones, Tablets, Digitalkameras und portable Musikgeräte. Leiterplat- ten für diese Applikationen werden großteils in unserem Werk in Shanghai (ATS China) produziert. Die Herstellung der IC-Substrate ist in unserem im Bau befindlichen Werk in Chongqing (ATS Chongqing) geplant. Das Segment Industrial Automotive beliefert Kunden in den Berei- chen Automobilzulieferungen, Industrieanwendungen, Medizintech- nik, aber auch Luftfahrt und andere Branchen. Für dieses Segment wird in unseren Werken in Indien, Korea und an den Standorten in Österreich produziert. Das Segment Advanced Packaging steht für neue technologisch sehr hochwertige Anwendungen. Hier werden diverse Komponenten be- reits direkt in die Leiterplatte integriert, um eine weitere Verkleine- rung der Endgeräte bei höherer Funktionalität zu gewährleisten. Diese neue Technologie ist für unterschiedlichste Anwendungen nützlich. Diese Business Unit befindet sich im Aufbau und so erfolgt der Aus- weis noch nicht separat sondern unter dem Bereich „Sonstige“. c. FREMDWÄHRUNGEN Die Konzerndarstellungswährung ist der Euro (€). Die funktionale Währung ausländischer Tochterunternehmen ist die jeweilige Landeswährung. AUSLÄNDISCHE GESELLSCHAFTEN Die Umrechnung der Bilanzen der ATS Indien, ATS China, ATS Asia Pacific, ATS Japan K.K., ATS Korea, ATS Americas, ATS Chongqing und ATS Taiwan er- folgt mit Ausnahme der Eigenkapitalpositionen (historischer Kurs) mit dem Stichtagskurs zum Bilanzstichtag. Die Umrechnung der Gewinn- Konzernabschluss zum 31. März 2015 9
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    112 ATS Geschäftsbericht2014/15 und Verlustrechnungen erfolgt mit dem Durchschnittskurs des Ge- schäftsjahres. Die Auswirkungen von Wechselkursveränderungen auf das Nettovermögen der ausländischen Tochtergesellschaften werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. FREMDWÄHRUNGSTRANSAKTIONEN In den Einzelabschlüssen werden Fremdwährungsposten zum jeweils gültigen Entstehungskurs erfasst. Monetäre Posten werden zum Bilanzstichtag mit dem Kurs des Abschlussstichtags umgerechnet; nicht monetäre Posten, die nach dem Anschaffungskostenprinzip bilanziert worden sind, werden un- verändert mit dem Kurs der Erstbuchung ausgewiesen. Die Wäh- rungsdifferenzen aus der Umrechnung monetärer Posten – mit Aus- nahme jener aus „zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermö- genswerte“ – werden erfolgswirksam erfasst. Die Währungsdifferen- zen aus „zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte“ werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. d. ERTRAGSREALISIERUNG Unter den Umsatzerlösen sind die beizulegenden Werte jener Gegenleistungen ausgewiesen, die der Konzern im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erhält. Die Umsatzerlöse werden netto ohne Umsatzsteuer nach Abzug von Rabatten und Preisnachlässen, sowie nach Eliminierung konzerninter- ner Verkäufe ausgewiesen. Erträge werden wie folgt realisiert: ERLÖSE AUS PRODUKTVERKÄUFEN Erlöse aus Produktverkäufen werden erfasst, wenn die maßgeblichen Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum der verkauften Erzeugnisse verbunden sind, auf den Käufer übertragen werden. Gewöhnlich erfolgt dies bei Eigentums- übergang. ZINS- UND DIVIDENDENERTRÄGE Die Zinserträge werden zeitpro- portional unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung des Vermö- genswerts erfasst. Dividendenerträge aus finanziellen Vermögenswer- ten werden mit der Entstehung des Rechtsanspruchs des Konzerns erfolgswirksam erfasst. e. ERTRAGSTEUERN Die Ertragsteuerbelastung basiert auf dem Jahresgewinn und berücksichtigt latente Steuern. Aktive und passive latente Steuerabgrenzungen werden im Konzern unter Anwendung der bilanzorientierten Methode angesetzt. Dabei wird der erwartete Steuereffekt aus Differenzen zwischen den Buch- werten im Konzernabschluss und den steuerlichen Buchwerten, die sich in den Folgejahren wieder ausgleichen, durch Bildung von aktiven und passiven latenten Steuerpositionen berücksichtigt. Die Berech- nung der latenten Steuern erfolgt unter Anwendung der Steuersätze (und Steuervorschriften), die am Bilanzstichtag gelten oder im We- sentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der latenten Steuerforderung bzw. der Begleichung der latenten Steuerverbindlichkeit erwartet wird. Eine künftige Änderung der Steuersätze hätte auch Auswirkungen auf die zum aktuellen Bilanzstichtag aktivierten latenten Steuern. Steuerabgrenzungen ergeben sich aus der Bewertung bestimmter Positionen der Vermögenswerte und Schulden sowie steuerlichen Verlustvorträgen und Firmenwertabschreibungen. Latente Steuern auf die – erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten – noch nicht realisierten Gewinne/Verluste von zur Veräußerung ver- fügbaren finanziellen Vermögenswerten sowie auf noch nicht reali- sierte Gewinne/Verluste aus Sicherungsinstrumenten zur Absicherung von Zahlungsströmen werden ebenso erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Aktive latente Steuerabgrenzungen auf Verlustvorträge sind nach IFRS zu bilden, wenn angenommen werden kann, dass diese durch zukünf- tige steuerliche Gewinne genutzt werden können. Latente Steuern werden nicht erfasst für temporäre Differenzen in Verbindung mit Anteilen an Tochterunternehmen, sofern der Konzern in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Auflösung der temporären Differenzen zu steuern; und es wahrscheinlich ist, dass sie sich in absehbarer Zeit nicht auflösen werden. f. SACHANLAGEN Die Bewertung der Sachanlagen erfolgt zu An- schaffungs- oder Herstellungskosten. Anschaffungsnebenkosten und Erweiterungsinvestitionen werden aktiviert, hingegen werden In- standhaltungsaufwendungen in jener Periode aufwandswirksam erfasst, in der sie angefallen sind. Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Her- stellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, werden gemäß IAS 23 als Teil der Anschaffungs- oder Herstel- lungskosten dieses Vermögenswerts aktiviert. Die Vermögenswerte werden ab dem Zeitpunkt linear über die vo- raussichtliche Nutzungsdauer der jeweiligen Anlagen abgeschrieben, ab dem sie sich im betriebsbereiten Zustand befinden. Die Abschrei- bung erfolgt pro rata temporis. Grundstücke werden nicht abge- schrieben. Der Bemessung der planmäßigen Abschreibung liegen konzerneinheit- lich folgende Nutzungsdauern zugrunde: Gebäude und Bauten 10 – 50 Jahre Maschinen und technische Anlagen 4 – 15 Jahre Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 – 15 Jahre Abschreibungsdauer und Abschreibungsmethode werden jährlich zum Ende des Geschäftsjahres überprüft. Erwartete Abbruch- und Entsorgungskosten am Ende der Nutzungs- dauer werden als Teil der Anschaffungskosten aktiviert und in eine Rückstellung eingestellt. Die Voraussetzung dafür bildet eine rechtli- 10 Konzernabschluss zum 31. März 2015
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    113Konzernabschluss che oder faktischeVerpflichtung gegenüber Dritten und dass eine Schätzung zuverlässig durchgeführt werden kann. Gemietete Sachanlagen, bei denen der Konzern im Wesentlichen alle Risiken und Chancen innehat und die wirtschaftlich als Anlagenkäufe mit langfristiger Finanzierung anzusehen sind, werden entsprechend IAS 17 „Leasingverhältnisse“ (Leases) mit dem Zeitwert oder dem niedrigeren Barwert aktiviert. Die Abschreibungen erfolgen planmäßig über die wirtschaftliche Nutzungsdauer des Anlagegegenstands. Ist zu Beginn des Leasingverhältnisses nicht hinreichend sichergestellt, dass das Eigentum auf den Leasingnehmer übergehen wird, so wird der Vermögenswert über den kürzeren der beiden Zeiträume, Laufzeit des Leasingverhältnisses oder Nutzungsdauer, abgeschrieben. Die aus den künftigen Leasingraten resultierenden Zahlungsverpflichtungen sind abgezinst passiviert. Die laufenden Zahlungen der Leasingraten wer- den in Tilgungsanteil und Finanzierungskosten aufgeteilt. Die überlassenen Gegenstände aller anderen Leasing- und Pachtver- träge werden als operatives Leasing behandelt und dem Vermieter oder Verpächter zugerechnet. Die Mietzahlungen werden als Aufwand erfasst. Die aus der Stilllegung oder aus dem Abgang von Vermögenswerten des Anlagevermögens resultierenden Gewinne oder Verluste, die sich aus der Differenz zwischen Nettoveräußerungswert und Buchwert ergeben, werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. g. IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE PATENTE, MARKENRECHTE UND LIZENZEN Ausgaben für erwor- bene Patente, Markenrechte und Lizenzen werden mit den Anschaf- fungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten aktiviert und linear über ihre gewöhnliche Nutzungsdauer von zwei bis zehn Jahren abgeschrieben. Abschreibungsdauer und Abschreibungsmethode werden jährlich zum Ende des Geschäftsjahres überprüft. FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOSTEN Forschungskosten werden ergebniswirksam im Jahr ihres Entstehens in den Herstel- lungskosten erfasst. Entwicklungskosten stellen ebenfalls Perioden- aufwand dar. Eine Aktivierung erfolgt nur dann, wenn die folgenden Nachweise kumulativ erbracht werden können:  Die technische Realisierbarkeit der Fertigstellung des immateriellen Vermögenswerts ist gegeben, damit er zur Nutzung oder zum Ver- kauf zur Verfügung stehen wird.  Die Absicht besteht, den immateriellen Vermögenswert fertigzustel- len sowie ihn zu nutzen oder zu verkaufen.  Die Fähigkeit ist vorhanden, den immateriellen Vermögenswert zu nutzen oder zu verkaufen.  Wie der immaterielle Vermögenswert einen voraussichtlichen künftigen Nutzen erzielen wird, ist nachweisbar.  Die Verfügbarkeit adäquater technischer, finanzieller und sonstiger Ressourcen, um die Entwicklung abschließen und den immateriellen Vermögenswert nutzen oder verkaufen zu können, ist gegeben.  Es besteht die Fähigkeit zur verlässlichen Bestimmung der im Rah- men der Entwicklung des immateriellen Vermögenswerts zure- chenbaren Aufwendungen. h. ABSCHREIBUNGEN FÜR WERTVERLUSTE UND ZU- SCHREIBUNGEN AUF SACHANLAGEN, IMMATERIELLES ANLAGEVERMÖGEN UND ZUR VERÄUSSERUNG GEHAL- TENE LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE Die Werthaltigkeit der Sachanlagen und der immateriellen Vermögenswerte wird regel- mäßig daraufhin überprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Falls Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen, erfolgt eine sofortige Überprüfung. Für Sachanlagen im Bau und im- materielle Vermögenswerte in Entwicklung wird jährlich untersucht, ob eine Wertminderung vorliegt. Liegt der erzielbare Betrag des jewei- ligen Anlagegegenstands unter dem Buchwert, erfolgt eine Abschrei- bung für Wertverluste (Impairment) in Höhe des Unterschiedsbetrags. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts ist der höhere der bei- den Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskos- ten und Nutzungswert. Der Nutzungswert ist der Barwert der ge- schätzten künftigen Cashflows, die aus der fortgesetzten Nutzung eines Vermögenswerts und seinem Abgang am Ende seiner Nutzungs- dauer erwartet werden. Die angewandten Abzinsungssätze entspre- chen den marktüblichen und an die spezifischen Risiken angepassten gewogenen Kapitalkosten auf Basis extern verfügbarer Kapitalmarkt- daten. Es wird jährlich untersucht, ob eine Wertminderung (Impairment) des Geschäfts- oder Firmenwerts vorliegt. Falls unterjährig Ereignisse oder veränderte Umstände darauf hinweisen, dass eine Wertminderung stattgefunden haben könnte, erfolgt eine sofortige Überprüfung. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird zum Zweck des Werthaltigkeitstests auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten (Cash Generating Units) zugeordnet. Langfristige Vermögenswerte werden als zur Veräußerung gehalten klassifiziert und zum niedrigeren Wert aus Buchwert oder beizulegen- dem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet, wenn ihr Buchwert im Wesentlichen durch einen Verkauf und nicht durch die weitere betriebliche Nutzung erlöst werden wird. Fällt die Ursache für eine in der Vergangenheit erfolgte Abschreibung für Wertverluste weg, wird, mit Ausnahme des Geschäfts- oder Fir- menwerts, eine Zuschreibung für Wertaufholung auf die fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten vorgenommen. i. VORRÄTE Vorräte werden mit den Anschaffungs- oder Herstel- lungskosten oder mit dem niedrigeren Nettoveräußerungswert be- wertet. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im regulären Geschäftsverlauf erzielbare Verkaufserlös, abzüglich der notwendigen Konzernabschluss zum 31. März 2015 11
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    114 ATS Geschäftsbericht2014/15 variablen Veräußerungskosten. Anschaffungskosten werden durch die FIFO-Methode (First-in, First-out) ermittelt. Bei der Ermittlung der Herstellungskosten für unfertige und fertige Erzeugnisse werden Fertigungsmaterial, Fertigungslöhne und andere direkt zurechenbare Kosten sowie angemessene Teile der Fertigungsgemeinkosten einbe- zogen. Zinsen werden nicht angesetzt. j. FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE FORDERUNGEN Die Forderungen werden zum Nennwert, abzüglich Wertberichtigungen für mögliche Ausfälle, bilan- ziert. Fremdwährungsforderungen werden zum Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Die Risikovorsorgen decken alle erkennbaren Bonitäts- und Länderrisiken ab. k. FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE Ansatz und Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten erfolgen nach dem Erfüllungsda- tum. Die in der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeitwerte werden in der Regel mit dem Marktpreis bestimmt. Der Erstansatz erfolgt zuzüg- lich der Transaktionskosten – außer bei den erfolgswirksam zum bei- zulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten. Finanzielle Vermögenswerte werden in nachfolgend erläuterte Kate- gorien unterteilt. Die Klassifizierung hängt von dem jeweiligen Zweck der finanziellen Vermögenswerte ab und wird jährlich überprüft. ERFOLGSWIRKSAM ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT BEWER- TETE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE Finanzinstrumente, die hauptsächlich mit der Absicht erworben wurden, einen Gewinn aus kurzfristigen Schwankungen des Preises oder der Händlermarge zu erzielen, sind als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewer- tete finanzielle Vermögenswerte klassifiziert. Die Bewertung erfolgt zum Zugangszeitpunkt zu Zeitwerten exklusive Transaktionskosten, in späteren Perioden zum jeweils aktuellen Marktwert. Realisierte und nicht realisierte Gewinne und Verluste werden in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis erfasst. Dies betrifft im Wesentli- chen zu Handelszwecken gehaltene Wertpapiere. Derivative Finanzin- strumente gehören ebenfalls dieser Kategorie an, sofern nicht das „Hedge Accounting“ zur Anwendung gelangt (siehe l. Derivative Finanz- instrumente). BIS ZUR ENDFÄLLIGKEIT GEHALTENE WERTPAPIERE Die bis zur Endfälligkeit gehaltenen Wertpapiere werden zu fortgeführten An- schaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bilan- ziert. Erforderliche Wertminderungen werden erfolgswirksam vorge- nommen. AUSLEIHUNGEN UND FORDERUNGEN Ausleihungen und Forde- rungen sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit fixen bzw. bestimmbaren Zahlungen, die nicht an einem aktiven Markt notiert sind. In der Bilanz werden diesbezügliche Vermögenswerte unter der Position „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen“ ausgewiesen. ZUR VERÄUSSERUNG VERFÜGBARE FINANZIELLE VERMÖ- GENSWERTE Die zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermö- genswerte betreffen jederzeit verkaufbare Wertpapiere (Securities Available-for-Sale). Es handelt sich dabei um Wertpapiere, die nach Meinung des Managements als Reaktion auf einen erwarteten Liquidi- tätsbedarf/s oder aufgrund erwarteter Änderungen von Zinssätzen, Wechselkursen oder Aktienkursen verkauft werden können. Die Ein- teilung in lang- und kurzfristige Aktiva erfolgt dabei in Übereinstim- mung mit der voraussichtlichen Behaltedauer. Die Bewertung erfolgt zum Zugangszeitpunkt zu Anschaffungskosten zuzüglich Transaktionskosten, in späteren Perioden zum jeweils beizu- legenden Zeitwert. Nicht realisierte Gewinne oder Verluste werden abzüglich entsprechender Ertragsteuern erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst, bis diese Wertpapiere verkauft oder als wertgemin- dert eingestuft werden. Zins- und Dividendenerträge aus jederzeit verkaufbaren Wertpapieren werden in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis er- fasst. Bei der Veräußerung von jederzeit verkaufbaren Wertpapieren wird der kumulierte und bis dahin im Eigenkapital erfasste nicht realisierte Gewinn oder Verlust in der Gewinn- und Verlustrechnung der Be- richtsperiode im Finanzergebnis erfasst. Sobald ein jederzeit verkaufbares Wertpapier als wertgemindert eingestuft wird, wird der bis dahin im Eigenkapital erfasste, kumulierte nicht realisierte Verlust in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finan- zergebnis ausgewiesen. Eine Wertminderung ist dann gegeben, wenn Hinweise darauf bestehen, dass der erzielbare Betrag unter den Buchwert gesunken ist. Dies ist insbesondere dann gegeben, wenn der Rückgang des Marktpreises ein solches Ausmaß annimmt, dass eine Wertaufholung auf den Anschaffungswert innerhalb eines vorherseh- baren Zeitraums vernünftigerweise nicht erwartet werden kann. Eine Werthaltigkeitsprüfung erfolgt zu jedem Bilanzstichtag. Weiters werden unter den zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten jene finanziellen Vermögenswerte ausgewiesen, die keiner der anderen dargestellten Kategorien zugeordnet wurden. Wenn sich für nicht börsennotierte Eigenkapitalinstrumente der bei- zulegende Zeitwert nicht hinreichend verlässlich bestimmen lässt, werden diese finanziellen Vermögenswerte mit den Anschaffungskos- ten bewertet. Gegebenenfalls erforderliche Wertminderungen wer- den erfolgswirksam vorgenommen, wobei diesbezügliche Wertminde- rungen nicht rückgängig gemacht werden. l. DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE Der Konzern schließt nach Möglichkeit derivative Finanzgeschäfte ab, um sich gegen Wäh- rungsschwankungen bei Transaktionen in Fremdwährung – in erster Linie in US-Dollar – abzusichern. Diese Instrumente betreffen haupt- sächlich Devisentermingeschäfte, Währungsoptionen sowie Wäh- 12 Konzernabschluss zum 31. März 2015
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    115Konzernabschluss rungsswaps. Sie werdenabgeschlossen, um den Konzern gegen Wechselkursschwankungen – durch Fixierung von zukünftigen Wech- selkursen für Fremdwährungsaktiva und -passiva – zu schützen. Der Konzern schließt weiters Zinsswaps ab, um sich gegen Zinssatz- schwankungen abzusichern. Der Konzern setzt keine Finanzinstrumente für spekulative Zwecke ein. Die erstmalige Erfassung bei Vertragsabschluss und die Folgebewer- tung von derivativen Finanzinstrumenten erfolgen mit deren Markt- werten. Das „Hedge Accounting“ gemäß IAS 39 „Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung“ (Financial Instruments: Recognition and Mea- surement), wonach Veränderungen der Marktwerte von Sicherungsin- strumenten erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst werden, kommt dann zur Anwendung, wenn eine wirksame Sicherungsbeziehung gemäß IAS 39 für Sicherungsinstrumente aus der Absicherung von Zahlungsströmen vorliegt. Zu Beginn der Sicherungsbeziehung und fortlaufend findet eine Dokumentation der Einschätzung statt, ob die in der Sicherungsbeziehung eingesetzten Derivate die Änderungen der Zahlungsströme des Grundgeschäftes hocheffektiv kompensieren. Sofern kein erfolgsneutrales „Hedge Accounting“ anzuwenden ist, werden unrealisierte Gewinne und Verluste aus derivativen Finanzin- strumenten erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis erfasst. m. ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVA- LENTE Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Kassenbestände, Termingelder, täglich fällige Bankguthaben sowie kurzfristige, hochliquide Veranlagungen mit einer Gesamtlaufzeit von bis zu drei Monaten (Commercial Papers und Geldmarktfonds). n. NICHT BEHERRSCHENDE ANTEILE Die nicht beherrschenden Anteile betreffen 1,24 % des Eigenkapitals an der ATS Korea. Das Konzernjahresergebnis und das sonstige Ergebnis werden den Eigentümern des Mutterunternehmens und den nicht beherrschen- den Anteilen zugeordnet. Die Zuordnung zu den nicht beherrschenden Anteilen erfolgt selbst dann, wenn dies dazu führt, dass die nicht beherrschenden Anteile einen Negativsaldo aufweisen. o. RÜCKSTELLUNGEN Rückstellungen werden bilanziert, wenn der Konzern eine rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber Drit- ten hat, die auf vorangegangenen Ereignissen beruht, es wahrschein- lich ist, dass dies zu einem Ressourcenabfluss führt, und dieser Betrag verlässlich geschätzt werden kann. Die Rückstellungen werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und ihre Höhe der jeweiligen Neuein- schätzung angepasst. Langfristige Rückstellungen werden, sofern der aus der Diskontierung resultierende Zinseffekt wesentlich ist, mit ihrem auf den Bilanzstich- tag abgezinsten Erfüllungsbetrag bilanziert. p. RÜCKSTELLUNGEN FÜR PERSONALAUFWAND RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN Im Konzern bestehen für die betriebliche Altersvorsorge verschiedene beitrags- und leistungsorien- tierte Versorgungssysteme. Bei beitragsorientierten Pensionszusagen (Defined Contribution) werden die Zusagen durch fixierte Beträge an zweckgebundene Ver- sorgungseinrichtungen geleistet. Diese Beiträge werden im Personal- aufwand ausgewiesen. Eine Rückstellung ist nicht zu bilden, da über die festgelegten Beträge hinaus keine weiteren Verpflichtungen be- stehen. Für einzelne Vorstandsmitglieder und bestimmte leitende Angestellte bestehen leistungsorientierte Pensionszusagen (Defined Benefit), die zu jedem Bilanzstichtag durch qualifizierte und unabhängige Versiche- rungsmathematiker bewertet werden. Die Verpflichtung des Konzerns besteht darin, die zugesagten Leistungen an aktive und ausgeschiede- ne Vorstände und leitende Angestellte sowie deren Angehörige zu erfüllen. Die nach der Methode des Anwartschaftsansammlungsver- fahrens (Projected Unit Credit Method) ermittelte Pensionsverpflich- tung wird bei einem fondsfinanzierten Versorgungssystem in Höhe des Vermögens des Fonds gekürzt. Der Barwert der Anwartschaft wird aufgrund der geleisteten Dienstjahre, der erwarteten Gehaltsentwick- lung und der Rentenanpassungen berechnet. Soweit das Fondsvermögen die Verpflichtung nicht deckt, wird die Nettoverpflichtung unter den Pensionsrückstellungen passiviert. Übersteigt das Fondsvermögen die Pensionsverpflichtung, wird der übersteigende Wert unter den übergedeckten Pensionsansprüchen aktiviert. Der im jeweiligen Geschäftsjahr erfasste Personalaufwand basiert auf Erwartungswerten und beinhaltet den Dienstzeitaufwand. Der Netto- zinsaufwand auf die Nettoschuld wird im Finanzergebnis ausgewiesen. Neubewertungen der Nettoschuld werden im sonstigen Ergebnis erfasst. Neubewertungen umfassen die Gewinne und Verluste aus der Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses. RÜCKSTELLUNGEN FÜR ABFERTIGUNGEN Abfertigungen sind aufgrund arbeitsrechtlicher Bestimmungen im Wesentlichen bei Kün- digungen durch den Dienstgeber sowie bei Pensionsantritt zu bezah- len. Die Bewertung der Verpflichtungen erfolgt zu jedem Bilanzstich- tag durch qualifizierte und unabhängige Versicherungsmathematiker. Für bis einschließlich 2002 eingetretene Mitarbeiter der österreichi- schen Gesellschaften bestehen direkte Verpflichtungen, welche den Konzernabschluss zum 31. März 2015 13
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    116 ATS Geschäftsbericht2014/15 wesentlichen Teil der Abfertigungsverpflichtungen des Konzerns darstellen. Diese Verpflichtungen werden, unter Anwendung des IAS 19, nach dem oben beschriebenen Anwartschaftsansammlungsverfah- ren bewertet und stellen ungedeckte Abfertigungsansprüche dar. Für seit dem 1. Januar 2003 eingetretene Mitarbeiter wird der Abferti- gungsanspruch durch laufende Beiträge in eine Mitarbeitervorsorge- kasse (MVK) abgegolten. Diese laufenden Beiträge werden im Perso- nalaufwand ausgewiesen. Eine darüber hinausgehende Verpflichtung des Unternehmens besteht nicht. Für Mitarbeiter der Gesellschaft in Indien sind die Abfertigungsan- sprüche durch Lebensversicherungen gedeckt. Weiters bestehen bei den Mitarbeitern in Südkorea und China Abfertigungsansprüche. Diese Verpflichtungen werden, unter Anwendung des IAS 19, nach dem oben beschriebenen Anwartschaftsansammlungsverfahren be- wertet und stellen ungedeckte Abfertigungsansprüche dar. RÜCKSTELLUNGEN FÜR SONSTIGE DIENSTNEHMERANSPRÜCHE Die Personalrückstellungen für sonstige Dienstnehmeransprüche beinhalten Rückstellungen für Jubiläumsgelder und betreffen die Mitarbeiter in Österreich und China. Jubiläumsgelder sind kollektivvertraglich festgelegte, einmalige, vom Entgelt und der Betriebszugehörigkeit abhängige Sonderzahlungen. Eine bestimmte Anzahl von ununterbrochenen Dienstjahren ist Vo- raussetzung. Die Bewertung erfolgt nach dem Anwartschaftsansamm- lungsverfahren unter Zugrundelegung derselben Parameter wie bei den Abfertigungen. Der im jeweiligen Geschäftsjahr erfasste Personalaufwand beinhaltet die erworbenen Ansprüche und die versicherungstechnischen Ergeb- nisse. Die Zinskomponente wird im Finanzergebnis ausgewiesen. Zu jedem Bilanzstichtag erfolgt durch qualifizierte und unabhängige Versicherungsmathematiker die Bewertung der Verpflichtung. q. AKTIENOPTIONEN Der Konzern hat aktienbasierte Vergütungs- pläne, mit wahlweisem Barausgleich oder Ausgleich durch eigene Anteile aufgelegt. Das diesbezügliche Erfüllungswahlrecht liegt bei den teilnahmeberechtigten Mitarbeitern. Diese aktienorientierten Mitar- beitervergütungen (Stock-Option-Pläne) werden gemäß IFRS 2 „An- teilsbasierte Vergütung“ (Share-based Payment) bilanziert. Die anteilsbasierten Vergütungen sind in der Weise strukturiert, dass die beiden Erfüllungsalternativen den gleichen beizulegenden Zeit- wert haben. Der beizulegende Zeitwert der von den Mitarbeitern als Gegenleistung für die Gewährung der Aktienoptionen erbrachten Arbeitsleistung wird als Aufwand erfasst. Die Verbindlichkeiten aus den aktienorientierten Mitarbeitervergütungen werden bei der erst- maligen Erfassung und zu jedem Berichtsstichtag bis zur Begleichung mit dem beizulegenden Zeitwert unter Anwendung eines Options- preismodells angesetzt und erfolgswirksam erfasst. Es wird auf Erläu- terung 15 „Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten“ verwiesen. r. AKTIENKURS-WERTSTEIGERUNGSRECHTE Der Konzern hat ein langfristiges Vergütungsmodell (Long-Term-Incentive-Programm) auf Basis von Stock Appreciation Rights (SAR) aufgelegt. Stock Appreciati- on Rights sind Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte auf der Grundlage der Aktienkursentwicklung. Diese Rechte werden gemäß IFRS 2 „An- teilsbasierte Vergütung“ (Share-based Payment) bilanziert. Der beizulegende Zeitwert der von den Mitarbeitern als Gegenleistung für die Gewährung von SAR erbrachten Arbeitsleistung wird als Auf- wand erfasst. Die Verbindlichkeiten aus SAR werden bei der erstmali- gen Erfassung und zu jedem Berichtsstichtag bis zur Begleichung mit dem beizulegenden Zeitwert unter Anwendung eines Optionspreis- modells angesetzt und erfolgswirksam erfasst. Es wird auf Erläuterung 15 „Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten“ verwiesen. s. VERBINDLICHKEITEN Verbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Transakti- onskosten angesetzt und in Folgeperioden zu fortgeführten Anschaf- fungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Devisenmittelkurs des Bilanzstichtags bewertet. t. ÖFFENTLICHE ZUWENDUNGEN Zuwendungen der öffentli- chen Hand werden zu ihrem beizulegenden Zeitwert erfasst, wenn mit großer Sicherheit davon auszugehen ist, dass sie tatsächlich erfolgen werden und der Konzern die definierten Bedingungen dafür erfüllt. Öffentliche Zuwendungen für Aufwendungen werden über den Zeit- raum erfasst, in dem die entsprechenden Aufwendungen, für deren Kompensation sie gewährt werden, anfallen. Öffentliche Zuwendun- gen für Investitionen werden als Abgrenzungsposten innerhalb der Verbindlichkeiten ausgewiesen. Sie werden auf linearer Basis über die erwartete Nutzungsdauer der betreffenden Vermögenswerte erfolgs- wirksam aufgelöst. Die erfolgswirksame Erfassung der öffentlichen Zuwendungen für Aufwendungen und Investitionen wird im sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen. u. EVENTUALSCHULDEN, -FORDERUNGEN UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN Eventualschulden werden in der Bilanz nicht berücksichtigt, aber im Anhang unter Punkt 21 erläu- tert. Sie werden dann nicht offengelegt, wenn der Abfluss von Res- sourcen mit wirtschaftlichem Nutzen unwahrscheinlich ist. Eine Eventualforderung wird im Konzernabschluss nicht berücksich- tigt, aber offengelegt, wenn der Zufluss eines wirtschaftlichen Nutzens wahrscheinlich ist. 14 Konzernabschluss zum 31. März 2015
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    117Konzernabschluss v. ERSTMALS ANGEWENDETERECHNUNGSLEGUNGS- VORSCHRIFTEN Folgende neue bzw. geänderte Standards und Interpretationen wurden im Geschäftsjahr erstmalig angewendet und beziehen sich auf die von der EU verabschiedeten IFRS. IAS 32: Die Änderung an IAS 32 „Finanzinstrumente Darstellung“ stellt klar, dass zur Vornahme von Saldierungen von finanziellen Vermö- genswerten und finanziellen Schulden ein unbedingter, rechtlicher Aufrechnungsanspruch nicht vom Eintreten einer künftigen Bedingung abhängig sein darf und auch bei Insolvenz einer der beteiligten Partei- en vorliegen muss. Zusätzlich werden beispielhaft Kriterien aufgeführt, unter denen eine Bruttoerfüllung von finanziellem Vermögenswert und finanzieller Verbindlichkeit dennoch zu einer Saldierung führt. Der Konzern führt zurzeit keine Saldierungen durch; daher sind keine abweichenden Darstellungen vorzunehmen. IAS 36: Die Änderung an IAS 36 „Wertminderung von Vermögenswer- ten“ bezieht sich auf Angaben zum erzielbaren Betrag nicht- finanzieller Vermögenswerte. Sie hebt einige durch die Veröffentli- chung von IFRS 13 in IAS 36 aufgenommene Angabevorschriften zum erzielbaren Betrag zahlungsmittelgenerierender Einheiten, denen ein wesentlicher Goodwill oder bedeutende immaterielle Vermögenswer- te mit unbegrenzter Nutzungsdauer zugeordnet wurden, auf. Es erge- ben sich dadurch keine Auswirkungen auf die Angaben des Konzerns. IAS 39: Die Änderung an IAS 39 „Finanzinstrumente: Ansatz und Be- wertung“ zur Novation von Derivaten und Fortsetzung der Bilanzie- rung von Sicherungsgeschäften reagiert auf neue rechtliche bzw. regulatorische Anforderungen im Hinblick auf außerbörsliche Derivate und die Umstellung auf zentrale Gegenparteien. Unter den bisherigen Regelungen des IAS 39 hätte das Umstellen von Derivaten auf zentrale Gegenparteien zu einer zwingenden Beendigung des Hedge Ac- counting geführt, was nunmehr – sofern die Novation eines Siche- rungsinstruments mit einer zentralen Gegenpartei bestimmte Krite- rien erfüllt – nicht der Fall ist. Es ergeben sich dadurch keine Auswir- kungen auf den Ansatz und die Bewertung im Konzern. IFRS 10, IAS 27: IFRS 10 „Konzernabschlüsse“ baut auf bestehenden Grundsätzen auf. Im Mittelpunkt von IFRS 10 steht die Einführung eines einheitlichen Konsolidierungsmodells für sämtliche Unterneh- men, welches auf die Beherrschung des Tochterunternehmens durch das Mutterunternehmen abstellt. Darüber hinaus enthält der Stan- dard zusätzliche Leitfäden, die bei der Bestimmung, ob eine Beherr- schung vorliegt, unterstützen – insbesondere bei schwierigen Fällen. Der Standard war mit 1. Januar 2014 verpflichtend anzuwenden. Der Konzern hat indes den Standard frühzeitig mit Wirkung vom 1. April 2013 angewandt. Infolge des neuen IFRS 10 wurde IAS 27 „Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunterneh- men“ angepasst. Durch die Einführung von IFRS 10 „Konzernabschlüs- se“ ergaben sich keine Änderungen im Konsolidierungskreis des Kon- zerns. IFRS 12: IFRS 12 „Angaben zu Anteilen an Unternehmen“ führt die überarbeiteten Angabepflichten zu IAS 27 bzw. IFRS 10, IAS 31 bzw. IFRS 11 und IAS 28 in einem Standard zusammen und erweitert die Angaben zu Tochterunternehmen an denen wesentliche Anteile von Minderheitsgesellschaftern bestehen. Die Einführung von IFRS 12, welcher in der ATS Gruppe frühzeitig im Abschluss 2013/14 ange- wandt wurde, führte zu keinen Änderungen in den Anhangsangaben des Konzernabschlusses der ATS Gruppe, da die Minderheitenanteile am Eigenkapital des Konzerns nicht als wesentlich einzustufen sind. w. KÜNFTIGE ÄNDERUNGEN DER RECHNUNGSLEGUNGS- VORSCHRIFTEN Das IASB und das IFRIC haben weitere Standards und Interpretationen verabschiedet, die im Geschäftsjahr 2014/15 noch nicht verpflichtend anzuwenden sind. Diese wurden bisher teilweise durch die Europäische Union über- nommen. Die folgenden Standards und Interpretationen wurden bis zum Erstellungszeitpunkt des Konzernabschlusses bereits veröffent- licht und sind noch nicht verpflichtend anzuwenden; sie werden im vorliegenden Konzernabschluss nicht frühzeitig angewendet: Konzernabschluss zum 31. März 2015 15
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    118 ATS Geschäftsbericht2014/15 Standard/Interpretation (Inhalt der Regelung) Anwendung 1) EU 2) Erwartete Auswirkungen auf den Konzernabschluss IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer (Klärung von Vorschriften zu Beiträgen von Arbeitnehmern an einen leistungsorientierten Versorgungsplan) 01.07.2014 Ja Keine Jährliche Verbesserungen an den IFRS – Zyklus 2010-2012 01.07.2014 Ja Keine Jährliche Verbesserungen an den IFRS – Zyklus 2011-2013 01.07.2014 Ja Keine IFRIC 21 Abgaben (Regelung des Ansatzzeitpunktes von Rückstellungen für Abgaben) 01.01.2014 Ja 3) Keine IFRS 14 Regulatorische Abgrenzungsposten (Regelung zur Bilanzierung regulatorischer Abgrenzungsposten für IFRS-Erstanwender) 01.01.2016 Nein Keine IFRS 11 Erwerb von Anteilen an einer gemeinsamen Geschäftstätigkeit (Änderungen an IFRS 11) 01.01.2016 Nein Keine IAS 16, IAS 38 Sachanlagen/Immaterielle Vermögenswerte: Klarstellung akzeptabler Abschreibungsmethoden 01.01.2016 Nein Keine IAS 16, IAS 41 Sachanlagen/Landwirtschaft: Fruchttragende Pflanzen 01.01.2016 Nein Keine IAS 27 Equity-Methode im separaten Abschluss 01.01.2016 Nein Keine Jährliche Verbesserungen an den IFRS – Zyklus 2012-2014 01.01.2016 Nein Keine IAS 1 Angabeninitiative (Änderungen an IAS 1) 01.01.2016 Nein Keine IFRS 10, IFRS 12, IAS 28 Investmentgesellschaften: Anwendung der Konsolidierungsausnahme 01.01.2016 Nein Keine IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden 01.01.2017 Nein Keine IFRS 9 Finanzinstrumente (Neuregelung der Einstufung und Bewertung von Finanzinstrumenten, zu Hedge Accounting und Wertminderungen) 01.01.2018 Nein Die Erfassung der Zeitwertänderungen von Finanzin- strumenten, die der Konzern zurzeit „als zur Veräuße- rung verfügbar“ einstuft, wird künftig (teilweise) im Gewinn oder Verlust erfasst. 1) Im Abschluss des Konzerns werden die neuen Regelungen voraussichtlich in dem Geschäftsjahr, das nach dem Anwendungsdatum beginnt, erstmals angewendet. 2) Status der Übernahme durch die EU 3) Abweichendes Inkrafttreten in der EU: 17.06.2014 KRITISCHE SCHÄTZUNGEN UND ANNAHMEN BEIC. DER BILANZIERUNG UND BEWERTUNG Der Konzern trifft Schätzungen und Annahmen zur Festlegung des Werts der angegebe- nen Aktiva, Passiva, Umsatzerlöse und Aufwendungen sowie sonstiger finanzieller Verpflichtungen und Eventualforderungen und -schulden. Sämtliche Schätzungen und Beurteilungen werden fortlaufend neu bewertet und basieren auf historischen Erfahrungen und weiteren Faktoren, einschließlich Erwartungen hinsichtlich zukünftiger Ereignis- se, die unter den gegebenen Umständen vernünftig erscheinen. Die tatsächlichen Ergebnisse können in Zukunft von diesen Schätzungen abweichen. Die Geschäftsleitung geht davon aus, dass die Annahmen angemessen sind. ENTWICKLUNGSKOSTEN Die aktivierten Entwicklungskosten betref- fen im Wesentlichen die am neuen Standort Chongqing, China, statt- findende Entwicklung einer Technologie zur Fertigung von Substraten für Siliziumhalbleiterchips. Diese Entwicklungskosten werden aktiviert, da die in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden dargestellten Kriterien zur Aktivierung zum 1. März 2014 vollständig erfüllt waren. Für Zwecke der Ermittlung der Werthaltigkeit der aktivierten Entwick- lungskosten trifft die Geschäftsleitung Annahmen über die Höhe der erwarteten künftigen Zahlungsströme aus dem Projekt, den anzuwen- denden Abzinsungssatz, die Wachstumsrate und den Zeitraum des Zuflusses des erwarteten zukünftigen Nutzens. Eine Erhöhung der wesentlichen Annahmen hätte folgende Auswir- kungen auf den Wertminderungstest zum 31. März 2015: Vorsteuer- Diskontierungszins Wachstumsrate + 5,00 % + 5,00 % Aktivierte Entwicklungskosten kein Wertminderungs- bedarf kein Wertminderungs- bedarf 16 Konzernabschluss zum 31. März 2015
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    119Konzernabschluss Eine Reduktion derselbenAnnahmen hätte folgende Auswirkungen auf den Wertminderungstest zum 31. März 2015: Vorsteuer- Diskontierungszins Wachstumsrate - 5,00 % - 5,00 % Aktivierte Entwicklungskosten kein Wertminde- rungs- bedarf kein Wertminde- rungs- bedarf ERMITTLUNG DER ANWARTSCHAFTSBARWERTE FÜR PERSO- NALVERPFLICHTUNGEN Der Barwert der langfristigen Personalver- pflichtungen hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, die auf versi- cherungsmathematischen Annahmen beruhen (siehe I.B.p. „Rückstel- lungen für Personalaufwand“). Diese versicherungsmathematischen Annahmen zur Berechnung des Pensionsaufwands und der erwarteten leistungsorientierten Ansprü- che wurden einem Stresstest mit folgenden Parametern unterzogen: Eine Erhöhung des Zinssatzes, der erwarteten Gehaltssteigerung beziehungsweise der künftigen Pensionserhöhung für die österreichi- schen Gesellschaften um in der Tabelle angegebene Prozentpunkte hätte folgende Auswirkungen auf den Anwartschaftsbarwert der Pensions- und Abfertigungsansprüche zum 31. März 2015: Zinssatz Gehalts- steigerung Pensions- steigerung in Tsd. € + 0,50 % + 0,25 % + 0,25 % Pensionsverpflichtung (1.375) 154 624 Abfertigungsverpflichtung (1.248) 633 – Eine Reduktion derselben Parameter für die österreichischen Gesell- schaften hätte folgende Auswirkungen auf den Anwartschaftsbarwert der Pensions- und Abfertigungsansprüche zum 31. März 2015: Zinssatz Gehalts- steigerung Pensions- steigerung in Tsd. € - 0,50 % - 0,25 % - 0,25 % Pensionsverpflichtung 1.560 (150) (594) Abfertigungsverpflichtung 1.366 (609) – Es wird auf Erläuterung 17 „Rückstellungen für Personalaufwand“ verwiesen. BEWERTUNG DER LATENTEN STEUERN UND LAUFENDEN ER- TRAGSTEUERSCHULDEN Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt unter Anwendung der Steuersätze (und Steuervorschriften), die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verab- schiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der latenten Steuerforderung bzw. der Begleichung der latenten Steuer- verbindlichkeit erwartet wird. Eine künftige Änderung der Steuersätze hätte auch Auswirkungen auf die zum aktuellen Bilanzstichtag aktivier- ten latenten Steuern. Für ertragsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 164,2 Mio. € im Konzern wurden keine aktiven latenten Steuern in Höhe von 42,1 Mio. € gebildet. Der Großteil dieser nicht aktivierten steuerlichen Verlustvorträge ist unbegrenzt vortragsfähig. Falls in weiterer Folge von einer Realisierbarkeit ausgegangen werden sollte, wären diese aktiven Steuerlatenzen anzusetzen und entsprechende Steuererträge auszuweisen. Es wird auf Erläuterung 7 „Ertragsteuern“ verwiesen. Weiters können Abweichungen hinsichtlich der Interpretation von Steuervorschriften seitens der Finanzverwaltungen zu einer Änderung von Ertragsteuerschulden führen. SONSTIGE SCHÄTZUNGEN UND ANNAHMEN Weiters erfolgen Schätzungen, sofern nötig, die Wertminderungen (Impairment) des Anlagevermögens und Rückstellungen, die Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten, Forderungswertberichtigungen und Vorratsbe- wertungen betreffen. Es wird insbesondere auf Erläuterung 4 „Sonsti- ges betriebliches Ergebnis“, Erläuterung 8 „Sachanlagen“, Erläuterung 9 „Immaterielle Vermögenswerte“ und Erläuterung 18 „Sonstige Rückstellungen“ verwiesen. Konzernabschluss zum 31. März 2015 17
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    120 ATS Geschäftsbericht2014/15 Die nachfolgenden Segmentinformationen werden gemäß dem Konzept des Management Approach, wie er in der internen Berichterstattung des Konzerns abgebildet ist, erstellt (siehe Punkt I.B.b. „Geschäftssegmentinformationen“). Aufgrund des Einstiegs in das für die ATS neue Geschäft mit IC-Substraten und der Zuordnung dieses Geschäftsfeldes in die Business Unit Mobile Devices wurde diese Business Unit in Mobile Devices Substrates umbenannt. Sowohl für den Bereich Mobile Applications als auch Substrates gibt es nun eine entsprechende Organisationsstruktur, wogegen das Managementreporting weiterhin einheitlich unter dem Segment Mobile Devices Substrates erfolgt. Als berichtspflichtige primäre Segmente sind die Business Units Mobile Devices Substrates, Industrial Automotive und Sonstige definiert. Im Segment Sonstige befindet sich die im Aufbau befindliche Business Unit Advanced Packaging. Da Advanced Packaging weder die quantitativen Schwellenwerte erreicht, noch die mit dieser Business Unit verbundenen Chancen und Risiken wesentlich für den Gesamtkonzern sind, wird es in der Segmentberichterstattung nicht als eigenes Segment angeführt. Weiters beinhaltet das Segment Sonstige die allgemeinen Holdingaktivitäten sowie die Finanzierungsaktivitäten des Konzerns. Die zentrale operative Ergebnissteuerungsgröße ist das Betriebsergebnis vor Abschreibungen. Die jeweilige Überleitung zu den Konzernwerten beinhaltet weiters die entsprechende Konsolidierung. Übertragungen und Transaktionen zwischen den Segmenten erfolgen zu marktüblichen Bedingungen, wie sie gegenüber Dritten zur Anwendung kämen. Für die Segmentberichterstattung werden die allgemein für den Konzernabschluss geltenden Bewertungsgrundlagen, wie unter Punkt I.B. „Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze“ ausgeführt, angewendet. GESCHÄFTSJAHR 2014/15 in Tsd. € Mobile Devices Substrates Industrial Automotive Sonstige Eliminierung/ Konsolidierung Konzern Segmentumsatzerlöse 455.192 301.790 10.913 (100.885) 667.010 Intersegmentäre Umsatzerlöse (73.115) (18.898) (8.872) 100.885 – Umsatzerlöse mit externen Kunden 382.077 282.892 2.041 – 667.010 Betriebsergebnis vor Abschreibungen 127.501 34.780 5.211 79 167.571 Abschreibungen (67.368) (8.874) (1.243) – (77.485) Betriebsergebnis 60.133 25.906 3.968 79 90.086 Finanzergebnis (5.103) Ergebnis vor Steuern 84.983 Ertragsteuern (15.634) Konzernjahresergebnis 69.349 Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 567.909 70.036 10.930 – 648.875 Zugänge zu Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 126.825 25.515 2.135 – 154.475 II. Segmentberichterstattung 18 Konzernabschluss zum 31. März 2015
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    121Konzernabschluss GESCHÄFTSJAHR 2013/14 in Tsd.€ Mobile Devices Substrates Industrial Automotive Sonstige Eliminierung/ Konsolidierung Konzern Segmentumsatzerlöse 378.278 272.882 7.473 (68.724) 589.909 Intersegmentäre Umsatzerlöse (56.971) (7.678) (4.075) 68.724 – Umsatzerlöse mit externen Kunden 321.307 265.204 3.398 – 589.909 Betriebsergebnis vor Abschreibungen 106.756 21.504 (1.099) 14 127.175 Abschreibungen (63.368) (8.275) (1.602) – (73.245) Betriebsergebnis 43.388 13.229 (2.701) 14 53.930 Finanzergebnis (11.090) Ergebnis vor Steuern 42.840 Ertragsteuern (4.621) Konzernjahresergebnis 38.219 Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 386.319 47.888 10.041 – 444.248 Zugänge zu Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 94.275 7.940 8.883 – 111.098 Nicht wiederkehrende Posten – 3.004 – – 3.004 INFORMATIONEN NACH GEOGRAFISCHEN REGIONEN Umsatzerlöse nach Kundenregionen, nach dem Verbringungsort der Leistung: in Tsd. € 2014/15 2013/14 Österreich 22.290 20.386 Deutschland 132.342 126.373 Sonstiges Europa 83.576 73.171 China 267.449 205.691 Sonstiges Asien 125.436 105.190 Amerika 35.917 59.098 667.010 589.909 Auf die fünf umsatzstärksten Kunden entfiel in Summe ein Anteil von 52 % (im Geschäftsjahr 2013/14: 51 %) aller Umsatzerlöse. Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte nach dem Sitz der jeweiligen Gesellschaft: in Tsd. € 31.03.2015 31.03.2014 Österreich 49.019 33.473 China 567.867 386.279 Übrige 31.989 24.496 648.875 444.248 Konzernabschluss zum 31. März 2015 19
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    122 ATS Geschäftsbericht2014/15 1. UMSATZERLÖSE in Tsd. € 2014/15 2013/14 Haupterlöse 666.705 589.608 Nebenerlöse 305 301 667.010 589.909 2. AUFWANDSARTEN Die Aufwandsarten der Umsatzkosten, Vertriebskosten und allgemeinen Verwaltungskosten stellen sich wie folgt dar: in Tsd. € 2014/15 2013/14 Materialaufwand 227.503 204.884 Personalaufwand 133.572 121.324 Abschreibungen 67.755 67.819 Bezogene Leistungen inkl. Leiharbeiter 46.744 39.713 Energie 37.786 33.483 Instandhaltung (inkl. Ersatzteile) 40.732 34.044 Frachtkosten 13.086 11.052 Miet- und Leasingaufwendungen 4.878 4.987 Bestandsveränderung Vorräte (12.231) (5.666) Sonstiges 11.403 14.501 571.228 526.140 Die Position „Sonstiges“ betrifft in den Geschäftsjahren 2014/15 und 2013/14 vorwiegend Reisekosten, Versicherungsaufwendungen, IT- Serviceleistungen, Rechts- und Beratungsaufwendungen. 3. AUFWENDUNGEN FÜR FORSCHUNG UND ENT- WICKLUNG Der Konzern tätigte im Geschäftsjahr 2014/15 Auf- wendungen für Forschung und Entwicklung in Höhe von 28.150 Tsd. € (im Geschäftsjahr 2013/14: 25.977 Tsd. €). Bei den angegebenen Beträgen handelt es sich nur um die direkt zuordenbaren Kosten, die ergebniswirksam in den Umsatzkosten erfasst werden. Im vorliegen- den Konzernabschluss wurden Entwicklungskosten in Höhe von 29.789 Tsd. € (im Geschäftsjahr 2013/14: 146 Tsd. €) aktiviert. Es wird auf Erläuterung 9 „Immaterielle Vermögenswerte“ verwiesen. 4. SONSTIGES BETRIEBLICHES ERGEBNIS in Tsd. € 2014/15 2013/14 Erträge aus der Auflösung von Investitionszuschüssen aus öffentlichen Mitteln 309 321 Öffentliche Zuwendungen für Aufwendungen 3.402 3.009 Erträge/(Aufwendungen) aus Wechselkursdiffe- renzen 987 (1.328) Gewinne/(Verluste) aus Anlagenabgängen (114) (461) Wertminderungen von Sachanlagen*) (5.966) (4.996) Anlaufverluste (8.703) (4.931) Übrige Erträge 4.389 1.551 (5.696) (6.835) *) Es wird auf Erläuterung 8 „Sachanlagen″ verwiesen. In den Geschäftsjahren 2014/15 und 2013/14 betreffen die öffentli- chen Zuwendungen für Aufwendungen hauptsächlich Exportvergü- tungen sowie Forschungs- und Entwicklungsprämien. 2013/14 resul- tierten die Anlaufverluste aus der Errichtung des neuen Werkes in Chongqing, China. Im Geschäftsjahr 2014/15 sind in dieser Position darüber hinaus noch Kosten für den Aufbau einer neuen Linie in Hin- terberg-Leoben, Österreich, enthalten. Im Geschäftsjahr 2014/15 betrifft die Position „Übrige Erträge“ im Wesentlichen die Verringe- rung der Rückstellung für nicht mehr genutzte Gebäudeflächen – es wird auf Erläuterung 18 „Sonstige Rückstellungen“ verwiesen – sowie Einmalerträge aus einer Ausgleichszahlung durch einen Lieferanten. Im Geschäftsjahr 2013/14 betrifft die Position „Übrige Erträge“ im Wesentlichen nachträgliche Forderungseingänge sowie die Ausbu- chung von weggefallenen sonstigen Verbindlichkeiten. 5. NICHT WIEDERKEHRENDE POSTEN in Tsd. € 2014/15 2013/14 Personalaufwendungen – 2.194 Nettokosten aus sonstigen vertraglichen Verpflichtungen – 810 – 3.004 Im Geschäftsjahr 2014/15 gab es keine nicht wiederkehrenden Pos- ten. Im Geschäftsjahr 2013/14 sind Kosten in Höhe von 3.004 Tsd. € aufgrund der Schließung des Werkes in Klagenfurt angefallen. 2.194 Tsd. € davon entfielen auf Sozialplanzahlungen und 810 Tsd. € auf Kosten für Rückbauten am gemieteten Gebäude. III. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 20 Konzernabschluss zum 31. März 2015
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    123Konzernabschluss 6. FINANZERGEBNIS in Tsd.€ 2014/15 2013/14 Zinserträge aus erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswer- ten und zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten 35 32 Sonstige Zinserträge 2.232 245 Gewinne aus dem Verkauf von Zahlungsmitteläquivalenten 91 39 Fremdwährungsgewinne, netto 6.709 – Finanzierungserträge 9.067 316 Zinsaufwendungen aus Verbindlichkeiten gegen- über Kreditinstituten und Anleihen (11.308) (10.392) Nettozinsaufwand aus personalbezogenen Ver- pflichtungen (1.327) – Realisierte Verluste aus derivativen Finanzinstrumenten, netto (690) (178) Fremdwährungsverluste, netto – (311) Sonstige finanzielle Aufwendungen (845) (525) Finanzierungsaufwendungen (14.170) (11.406) Finanzergebnis (5.103) (11.090) In der Position Zinsaufwendungen aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Anleihen sind gemäß IAS 23 aktivierte Fremdkapi- talkosten in Höhe von 2.791 Tsd. € (im Geschäftsjahr 2013/14: 531 Tsd. €) saldiert dargestellt. 7. ERTRAGSTEUERN Der Ertragsteueraufwand setzt sich wie folgt zusammen: in Tsd. € 2014/15 2013/14 Laufende Ertragsteuern 14.564 11.022 Latente Steuern 1.070 (6.401) Summe Steueraufwand 15.634 4.621 Die Abweichung zwischen dem tatsächlichen Steueraufwand im Kon- zern und dem theoretischen Steueraufwand, der sich unter Anwen- dung des österreichischen Körperschaftsteuersatzes ergäbe, erklärt sich wie folgt: in Tsd. € 2014/15 2013/14 Steueraufwand bei österreichischem Steuersatz 21.245 10.710 Effekt aus abweichenden Steuersätzen im Ausland (5.354) (4.002) Nicht anrechenbare ausländische Quellensteuer 1.142 1.496 Effekt aus der Veränderung nicht berücksichtigter steuerlicher Verluste und temporärer Unterschiede (938) 1.407 Effekt aus der Änderung von Steuersätzen 979 (3.292) Effekt aus permanenten Differenzen (1.479) (1.714) Effekt aus Steuern aus Vorperioden 39 9 Sonstige Steuereffekte, saldiert – 7 Summe Steueraufwand 15.634 4.621 Der Effekt aus der Änderung von Steuersätzen resultiert überwiegend aus dem wieder anzuwendenden begünstigten Steuersatz von 15 % im Tochterunternehmen ATS (China) gegenüber dem allgemeinen Steuersatz von 25 % im Vorjahr. Zur Erhöhung der Transparenz und einer besseren Vergleichbarkeit wurden die Vorjahreswerte in den Bereichen „Effekt aus abweichen- den Steuersätzen im Ausland“ und „Effekt aus permanenten Differen- zen“ adaptiert. Konzernabschluss zum 31. März 2015 21
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    124 ATS Geschäftsbericht2014/15 Die aktiven und passiven latenten Steuern entfallen auf folgende Bilanzpositionen und Verlustvorträge: in Tsd. € 31.03.2015 31.03.2014 Aktive latente Steuerabgrenzungen Ertragsteuerliche Verlustvorträge inkl. steuerlicher Firmenwerte 415 2.278 Anlagevermögen 23.435 16.158 Vorräte 2.897 2.448 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 16 14 Rückstellungen für Personalaufwand 4.977 3.130 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 2.994 2.684 Temporäre Differenzen aus Anteilen an Tochter- unternehmen 46 306 Noch nicht realisierte Verluste aus Sicherungsin- strumenten zur Absicherung von Zahlungsströ- men, erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst 944 – Übrige 1.682 1.072 Aktive latente Steuern 37.406 28.090 Passive latente Steuerabgrenzung Anlagevermögen (2.806) (2.517) Temporäre Differenzen aus Anteilen an Tochter- unternehmen (7.675) (6.663) Noch nicht realisierte Gewinne aus jederzeit verkaufbaren Wertpapieren, erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst (1) (1) Übrige (397) (109) Passive latente Steuern (10.879) (9.290) Aktive latente Steuern, saldiert 26.527 18.800 Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden dann saldiert, wenn ein einklagbares Recht zur Aufrechnung tatsächlicher Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden gege- ben ist und wenn sie von der gleichen Steuerbehörde behoben wer- den. Nach Saldierung ergeben sich folgende Beträge: in Tsd. € 31.03.2015 31.03.2014 Aktive latente Steuern: - langfristig 25.610 15.979 - kurzfristig 8.691 9.559 34.301 25.538 Passive latente Steuern: - langfristig (99) (75) - kurzfristig (7.675) (6.663) (7.774) (6.738) Aktive latente Steuern, saldiert 26.527 18.800 Zum 31. März 2015 verfügt der Konzern über ertragsteuerliche Ver- lustvorträge und steuerliche Firmenwertabschreibungen in Höhe von insgesamt 171.820 Tsd. € (164.586 Tsd. € zum 31. März 2014), die zum überwiegenden Teil unbegrenzt vortragsfähig sind. Für darin enthaltene Verlustvorträge in Höhe von 164.163 Tsd. € (162.421 Tsd. € zum 31. März 2014) wurden keine aktiven latenten Steuern in Höhe von 42.083 Tsd. € (41.484 Tsd. € zum 31. März 2014) gebildet, da von einer Realisierbarkeit in absehbarer Zeit nicht auszu- gehen ist. Die Veränderung der saldierten latenten Steuern stellt sich wie folgt dar: in Tsd. € 2014/15 2013/14 Buchwert am Beginn des Geschäftsjahres 18.800 14.937 Währungsdifferenzen 7.958 (2.613) Ertrag in der Gewinn- und Verlustrechnung (1.070) 6.401 Im Eigenkapital erfasste Ertragsteuern 839 75 Buchwert am Ende des Geschäftsjahres 26.527 18.800 Die Ertragsteuern in Zusammenhang mit den Bestandteilen des sonstigen Ergebnisses stellen sich wie folgt dar: 2014/15 2013/14 in Tsd. € Ertrag/ (Aufwand) vor Steuern Steuer- ertrag/ (-aufwand) Ertrag/ (Aufwand) nach Steuern Ertrag/ (Aufwand) vor Steuern Steuer- ertrag/ (-aufwand) Ertrag/ (Aufwand) nach Steuern Währungsumrechnungsdifferenzen 161.373 – 161.373 (42.697) – (42.697) Gewinne/(Verluste) aus der Bewertung von Sicherungs- instrumenten aus der Absicherung von Zahlungsströmen (3.356) 839 (2.517) (300) 75 (225) Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses (6.757) – (6.757) (728) – (728) Sonstiges Ergebnis 151.260 839 152.099 (43.725) 75 (43.650) 22 Konzernabschluss zum 31. März 2015
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    125Konzernabschluss 8. SACHANLAGEN in Tsd.€ Grundstücke, Ge- bäude und Bauten Maschinen und technische Anlagen Andere Anlagen, Betriebs- und Ge- schäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Total Buchwert 31.03.2014 46.996 267.635 4.865 115.607 435.103 Umrechnungsdifferenzen 18.381 77.073 994 26.411 122.859 Zugänge 7.890 68.478 2.925 43.650 122.943 Abgänge (3) (658) ‒ ‒ (661) Umbuchungen 27.163 53.572 11 (80.746) ‒ Wertminderungen ‒ (5.966) ‒ ‒ (5.966) Abschreibungen, laufend (4.656) (63.998) (1.960) ‒ (70.614) Buchwert 31.03.2015 95.771 396.136 6.835 104.922 603.664 Zum 31.03.2015 Bruttowert 135.314 1.088.131 27.223 104.922 1.355.590 Abschreibungen, kumuliert (39.543) (691.995) (20.388) ‒ (751.926) Buchwert 95.771 396.136 6.835 104.922 603.664 in Tsd. € Grundstücke, Ge- bäude und Bauten Maschinen und technische Anlagen Andere Anlagen, Betriebs- und Ge- schäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Total Buchwert 31.03.2013 54.412 343.964 4.542 34.845 437.763 Umrechnungsdifferenzen (3.975) (21.761) (307) (6.158) (32.201) Änderung Konsolidierungskreis ‒ (84) ‒ ‒ (84) Zugänge 187 10.368 2.212 89.487 102.254 Abgänge (14) (978) (13) ‒ (1.005) Umbuchungen 21 2.527 19 (2.567) ‒ Wertminderungen ‒ (4.996) ‒ ‒ (4.996) Abschreibungen, laufend (3.635) (61.405) (1.588) ‒ (66.628) Buchwert 31.03.2014 46.996 267.635 4.865 115.607 435.103 Zum 31.03.2014 Bruttowert 73.719 786.139 22.517 115.607 997.982 Abschreibungen, kumuliert (26.723) (518.504) (17.652) ‒ (562.879) Buchwert 46.996 267.635 4.865 115.607 435.103 Der in „Grundstücke, Gebäude und Bauten“ enthaltene Grundwert beträgt 1.858 Tsd. € (1.509 Tsd. € zum 31. März 2014). Die laufenden Abschreibungen des Geschäftsjahres sind größtenteils in den Umsatzkosten und zusätzlich in den Vertriebskosten, den all- gemeinen Verwaltungskosten sowie in den Anlaufverlusten, welche im sonstigen betrieblichen Ergebnis dargestellt werden, ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2014/15 wurden Fremdkapitalkosten in Höhe von 2.557 Tsd. € (im Geschäftsjahr 2013/14: 531 Tsd. €) auf qualifizierte Vermögenswerte aktiviert. Es wurde ein Finanzierungssatz von 3,63 % (im Geschäftsjahr 2013/14: 3,62 %) herangezogen. WERTMINDERUNGEN Die Wertminderungen für Maschinen und technische Anlagen im Geschäftsjahr 2014/15 betrugen 5.966 Tsd. € (im Geschäftsjahr 2013/14: 4.996 Tsd. €). Diese Wertminderungen wurden für eine nicht mehr nutzbare Prototypenlinie sowie für nicht mehr verwertbare Maschinen eingestellt. IV. Erläuterungen zur Konzernbilanz Konzernabschluss zum 31. März 2015 23
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    126 ATS Geschäftsbericht2014/15 9. IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE in Tsd. € Gewerbliche Schutz- rechte und ähnliche Rechte und Vorteile sowie daraus abgelei- tete Lizenzen Aktivierte Entwicklungskosten Firmenwerte Geleistete Anzahlungen Sonstiges immateriel- les Anlagevermögen Total Buchwert 31.03.2014 1.313 140 ‒ 7.692 ‒ 9.145 Umrechnungsdifferenzen 85 5.354 ‒ ‒ ‒ 5.439 Zugänge 1.535 29.789 ‒ ‒ 208 31.532 Abschreibungen, laufend (697) ‒ ‒ ‒ (208) (905) Buchwert 31.03.2015 2.236 35.283 ‒ 7.692 ‒ 45.211 Zum 31.03.2015 Bruttowert 16.572 35.283 7.767 7.692 ‒ 67.314 Abschreibungen, kumuliert (14.336) ‒ (7.767) ‒ ‒ (22.103) Buchwert 2.236 35.283 ‒ 7.692 ‒ 45.211 in Tsd. € Gewerbliche Schutz- rechte und ähnliche Rechte und Vorteile sowie daraus abgelei- tete Lizenzen Aktivierte Entwicklungskosten Firmenwerte Geleistete Anzahlungen Sonstiges immateriel- les Anlagevermögen Total Buchwert 31.03.2013 1.952 ‒ ‒ ‒ ‒ 1.952 Umrechnungsdifferenzen (21) (6) ‒ ‒ ‒ (27) Zugänge 484 146 ‒ 7.692 522 8.844 Abgänge (3) ‒ ‒ ‒ ‒ (3) Wertminderungen (375) ‒ ‒ ‒ ‒ (375) Abschreibungen, laufend (724) ‒ ‒ ‒ (522) (1.246) Buchwert 31.03.2014 1.313 140 ‒ 7.692 ‒ 9.145 Zum 31.03.2014 Bruttowert 14.681 140 6.307 7.692 ‒ 28.820 Abschreibungen, kumuliert (13.368) ‒ (6.307) ‒ ‒ (19.675) Buchwert 1.313 140 ‒ 7.692 ‒ 9.145 Die laufenden Abschreibungen des Geschäftsjahres sind in den Um- satzkosten, den Vertriebskosten und den allgemeinen Verwaltungs- kosten ausgewiesen. Die am neuen Standort Chongqing, China, stattfindende Entwicklung einer Technologie zur Fertigung von Substraten für Siliziumhalbleiter- chips stellt das größte Entwicklungsprojekt der Unternehmensgruppe dar. Da für dieses Projekt die für die Aktivierung von Entwicklungskos- ten erforderlichen Nachweise erbracht werden können, wurden die entsprechenden Kosten im Konzernabschluss aktiviert. Im Geschäftsjahr 2014/15 wurden Fremdkapitalkosten in Höhe von 234 Tsd. € (im Geschäftsjahr 2013/14: 0 Tsd. €) auf aktivierte Entwick- lungskosten aktiviert. Ein Finanzierungssatz von 3,63 % wurde heran- gezogen. WERTMINDERUNGEN Im Geschäftsjahr 2014/15 waren keine Wertminderungen für immaterielle Vermögenswerte anzusetzen. Im Geschäftsjahr 2013/14 betrugen die Wertminderungen 375 Tsd. € und wurden für nicht mehr nutzbare Lizenzen eingestellt. Der Wertminde- rungstest für das noch nicht abgeschlossene Entwicklungsprojekt in Chongqing, China, basiert auf Berechnungen des Nutzungswerts. Die Bestimmung des Nutzungswerts erfolgt jährlich mittels eines DCF- Verfahrens. Die wesentlichen Bewertungsannahmen dabei sind:  Langfristige Wachstumsrate: 5 %  (Vorsteuer-) Diskontierungszins: 11,1 % Aufgrund der Langfristigkeit des Projekts und um die in den zukünfti- gen Perioden erwarteten Mittelabflüsse aus dem Substratgeschäft adäquat zu berücksichtigen werden der Ermittlung des Nutzungswerts 24 Konzernabschluss zum 31. März 2015
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    127Konzernabschluss die erwarteten Zahlungsströmefür die nächsten zehn Jahre zugrunde gelegt. Eine Betrachtung über einen kürzeren Zeitraum würde zu einer unverhältnismäßig erhöhten Gewichtung der Mittelzuflüsse führen. 10. SONSTIGE LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE in Tsd. € 31.03.2015 31.03.2014 Vorauszahlungen 6.878 5.467 Gegebene Kautionen 5.013 4.190 Sonstige langfristige Forderungen 17.594 4.319 Buchwert 29.485 13.976 Die Vorauszahlungen betreffen langfristige Mietvorauszahlungen für Betriebsgrundstücke in China. Die sonstigen langfristigen Forderungen bestehen aus Vorsteuerrückvergütungen in China für das im Bau befindliche Werk Chongqing, welche erst in der operativen Phase rückgefordert werden können. 11. VORRÄTE in Tsd. € 31.03.2015 31.03.2014 Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 32.558 21.839 Unfertige Erzeugnisse 22.533 15.576 Fertige Erzeugnisse 34.131 22.019 Buchwert 89.222 59.434 Der Stand der als Aufwand erfassten Wertberichtigungen von Vorrä- ten beträgt zum 31. März 2015 13.953 Tsd. € (9.899 Tsd. € zum 31. März 2014). Aus der Bewertung der Vorräte zum Nettoveräuße- rungswert resultiert weder für das Geschäftsjahr 2014/15 noch für das Vorjahr eine wesentliche Abwertung. 12. FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEIS- TUNGEN UND SONSTIGE FORDERUNGEN Die Buchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen For- derungen stellen sich wie folgt dar: in Tsd. € 31.03.2015 31.03.2014 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 113.886 94.118 Umsatzsteuerforderungen 15.140 5.993 Sonstige Forderungen gegenüber Behörden 6.253 3.889 Vorauszahlungen 4.722 3.724 Energieabgabenrückvergütungen 1.937 2.245 Kautionen 977 656 Übrige Forderungen 609 456 Wertberichtigungen (394) (82) 143.130 110.999 Die übrigen Forderungen beinhalten zum 31. März 2015 sowie zum 31. März 2014 vor allem Forderungen aus Abgrenzungspositionen. Im Zusammenhang mit diversen Finanzierungsverträgen dienen For- derungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 32.000 Tsd. € (32.000 Tsd. € zum 31. März 2014) als Besicherung. Es wird auf Erläu- terung 16 „Finanzielle Verbindlichkeiten“ verwiesen. Die Buchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen entsprechen unter Berücksichtigung der Wertberichtigungen annähernd den jeweils beizulegenden Zeitwer- ten. RESTLAUFZEITEN VON FORDERUNGEN Alle Forderungen zum 31. März 2015 sowie zum 31. März 2014 weisen eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr auf. Konzernabschluss zum 31. März 2015 25
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    128 ATS Geschäftsbericht2014/15 ENTWICKLUNG DER ÜBERFÄLLIGKEITEN UND WERTBERICHTI- GUNGEN DER FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEIS- TUNGEN Zum 31.03.2015: davon nicht wertgemindert davon nicht wertgemindert und nicht versichert und in den folgenden Zeitbändern überfällig in Tsd. € Buchwert und nicht überfällig bzw. versichert weniger als 3 Monate zwischen 3 und 6 Monaten zwischen 6 und 12 Monaten mehr als 12 Monate Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 113.886 112.508 957 27 – – Zum 31.03.2014: davon nicht wertgemindert davon nicht wertgemindert und nicht versichert und in den folgenden Zeitbändern überfällig in Tsd. € Buchwert und nicht überfällig bzw. versichert weniger als 3 Monate zwischen 3 und 6 Monaten zwischen 6 und 12 Monaten mehr als 12 Monate Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 94.118 93.298 678 60 – – Bei den nicht wertgeminderten überfälligen Forderungen aus Liefe- rungen und Leistungen bestehen zum Bilanzstichtag keine Anzeichen, dass den Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen wird. Die Wertberichtigungen der Forderungen aus Lieferungen und Leis- tungen entwickelten sich wie folgt: in Tsd. € 2014/15 2013/14 Wertberichtigungen am Beginn des Geschäftsjahres 82 81 Verwendung – (70) Zuführung 253 83 Umrechnungsdifferenzen 59 (12) Wertberichtigungen am Ende des Geschäftsjahres 394 82 26 Konzernabschluss zum 31. März 2015
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    129Konzernabschluss 13. FINANZIELLE VERMÖGENSWERTEDie Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte stellen sich wie folgt dar: in Tsd. € 31.03.2015 davon lang- fristig davon kurz- fristig Erfolgswirksam zum beizule- genden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 780 – 780 Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 96 96 – 876 96 780 in Tsd. € 31.03.2014 davon lang- fristig davon kurz- fristig Erfolgswirksam zum beizule- genden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 836 – 836 Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 96 96 – 932 96 836 ERFOLGSWIRKSAM ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT BEWER- TETE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE in Tsd. € 31.03.2015 31.03.2014 Anleihen 780 836 Sämtliche Anleihen werden in der Nominalwährung Euro gehalten. ZUR VERÄUSSERUNG VERFÜGBARE FINANZIELLE VERMÖ- GENSWERTE in Tsd. € 2014/15 2013/14 Buchwert am Beginn des Geschäftsjahres 96 96 Abgänge – – Realisierte Gewinne/(Verluste) aus der laufenden Periode aus dem Eigenkapital entnommen – – Umrechnungsdifferenzen – – Buchwert am Ende des Geschäftsjahres 96 96 Sämtliche zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte werden in der Nominalwährung Euro gehalten. 14. ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTEL- ÄQUIVALENTE in Tsd. € 31.03.2015 31.03.2014 Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbestand 273.919 260.132 Gebundene Barmittel – 1 Buchwert 273.919 260.133 Die gebundenen Barmittel betreffen zum 31. März 2014 ATS Indien. Die ausgewiesenen Buchwerte entsprechen den jeweils beizulegen- den Zeitwerten. Konzernabschluss zum 31. März 2015 27
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    130 ATS Geschäftsbericht2014/15 15. VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN Restlaufzeit in Tsd. € 31.03.2015 bis zu einem Jahr zwischen einem und fünf Jahren mehr als fünf Jahre Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 97.785 97.785 ‒ ‒ Zuschüsse der öffentlichen Hand 4.265 311 3.868 86 Verbindlichkeiten gegenüber Finanzämtern und sonstigen öffentlichen Abgabestellen 5.853 5.853 ‒ ‒ Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungsträgern 2.523 2.523 ‒ ‒ Verbindlichkeiten aus nicht konsumierten Urlauben 5.303 5.303 ‒ ‒ Verbindlichkeiten aus Aktienoptionen 418 54 364 ‒ Verbindlichkeiten aus Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten 397 ‒ 397 ‒ Verbindlichkeiten gegenüber Dienstnehmern 29.133 29.133 ‒ ‒ Übrige Verbindlichkeiten 8.489 8.447 42 ‒ Buchwert 154.166 149.409 4.671 86 Restlaufzeit in Tsd. € 31.03.2014 bis zu einem Jahr zwischen einem und fünf Jahren mehr als fünf Jahre Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 66.184 66.184 ‒ ‒ Zuschüsse der öffentlichen Hand 3.457 312 2.981 164 Verbindlichkeiten gegenüber Finanzämtern und sonstigen öffentlichen Abgabestellen 3.195 3.195 ‒ ‒ Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungsträgern 1.912 1.912 ‒ ‒ Verbindlichkeiten aus nicht konsumierten Urlauben 3.875 3.875 ‒ ‒ Verbindlichkeiten aus Aktienoptionen 195 130 65 ‒ Verbindlichkeiten gegenüber Dienstnehmern 19.697 19.697 ‒ ‒ Übrige Verbindlichkeiten 6.637 6.603 34 ‒ Buchwert 105.152 101.908 3.080 164 Die Buchwerte der ausgewiesenen Verbindlichkeiten entsprechen annähernd den jeweils beizulegenden Zeitwerten. ZUSCHÜSSE DER ÖFFENTLICHEN HAND Die Zuschüsse der öffent- lichen Hand betreffen großteils Zuschüsse für Bodennutzungsrechte und Sachanlagevermögen und werden entsprechend der Nutzungs- dauer der zugehörigen Sachanlagen ertragswirksam aufgelöst. Weiters hat der Konzern für mehrere Forschungsprojekte Zuschüsse für Projektkosten erhalten, die entsprechend den angefallenen Kosten und der Förderquote anteilig ertragsmäßig erfasst werden. Dazuge- hörende Abgrenzungsbeträge sind in den Zuschüssen der öffentlichen Hand enthalten. VERBINDLICHKEITEN AUS AKTIENOPTIONEN Aufgrund des Aus- laufens des Stock-Option-Plans (2005 bis 2008) wurde in der 1. Sitzung des Nominierungs- und Vergütungsausschusses des Aufsichtsrats vom 17. März 2009 ein weiterer Stock-Option-Plan (SOP 2009 von 2009 bis 2012) beschlossen, nachdem dieser in der 55. Aufsichtsratssitzung vom 16. Dezember 2008 zur Begutachtung vorgelegt wurde. Die Zuteilung von Aktienoptionen konnte im Zeitraum zwischen 1. April 2009 und 1. April 2012 erfolgen. Jede dieser Optionen berechtigt entweder  zum Erwerb von Aktien (Equity-settled Share-based Payment Trans- actions) oder  zu einem ein Barausgleich (Cash-settled Share-based Payment Transactions), der in Höhe des Differenzbetrags zwischen dem Aus- übungspreis und dem Schlusskurs der ATS-Aktie an der Börse der Hauptnotierung der ATS-Aktie am Tag der Ausübung des Bezugs- rechtes durch den Optionsberechtigten verlangt werden kann. 28 Konzernabschluss zum 31. März 2015
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    131Konzernabschluss Der Ausübungspreis wirdjeweils am Tag der Zuteilung bestimmt und errechnet sich aus dem Durchschnittspreis der ATS-Aktie über einen Zeitraum von sechs Kalendermonaten vor dem Tag der jeweiligen Zuteilung. Auf diesen Durchschnittspreis wird ein Aufschlag von 10 % hinzugerechnet. Der Ausübungspreis entspricht jedoch zumindest dem auf eine Aktie der Gesellschaft entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals. Die Ausübbarkeit der zugeteilten Aktienoptionen erfolgt gestaffelt, wobei 20 % der zugeteilten Aktienoptionen nach zwei Jahren, 30 % nach drei Jahren und 50 % nach vier Jahren ausübbar sind. Die Aktien- optionen können jeweils nach Ablauf der Wartefrist, jedoch nicht während einer Sperrfrist, zur Gänze oder auch nur teilweise ausgeübt werden. Nicht ausgeübte Aktienoptionen können nach Ablauf der nächstfolgenden Wartefrist ausgeübt werden. Zugeteilte Aktienoptio- nen, die nicht spätestens bis zum Ablauf von fünf Jahren nach dem Zuteilungstag ausgeübt werden, verfallen ersatzlos und endgültig. Für den Fall, dass eine Sperrfrist das Ende dieser Fünfjahresfrist umfasst, gilt jedoch, dass diese Sperrfrist die betreffende Fünfjahresfrist unter- bricht. Nach Ende der Sperrfrist können die Aktienoptionen weiterhin für die Zeit dieser Unterbrechung ausgeübt werden. Aktienoptionen, die nicht spätestens zum Ablauf dieser so gegebenenfalls verlängerten Fünfjahresfrist ausgeübt werden, verfallen ersatzlos und endgültig. Die Zuteilung von Aktienoptionen konnte im Zeitraum zwischen 1. April 2009 und 1. April 2012 erfolgen. Ein neuer Stock-Option-Plan beginnend mit 1. April 2013 wurde nicht abgeschlossen. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Aktienoptionen in den Geschäftsjahren 2014/15 und 2013/14. Zuteilungstag 1. April 2012 1. April 2011 1. April 2010 1. April 2009 Ausübungspreis (in €) 9,86 16,60 7,45 3,86 31.03.2013 88.500 88.500 88.500 40.400 Ausgeübte Aktienoptionen – – – 39.200 Verfallene Aktienoptionen – – – 1.200 31.03.2014 88.500 88.500 88.500 – Ausgeübte Aktienoptionen – – 84.000 – Verfallene Aktienoptionen 1.500 1.500 1.500 – 31.03.2015 87.000 87.000 3.000 – Restliche Vertragslaufzeiten der gewährten Aktienoptionen 2 Jahre 1 Jahr 3 Monate – Beizulegender Zeitwert der gewährten Aktienoptionen zum Bilanzstich- tag (in Tsd. €) 31.03.2014 94 13 130 – 31.03.2015 417 32 21 – Weiters wird auf Erläuterung 26 „Geschäftsvorfälle mit nahestehen- den Personen und Unternehmen“ verwiesen. Der gewichtete Durchschnittsaktienkurs am Tag der Ausübung aller im Geschäftsjahr ausgeübten Optionen beträgt im Geschäftsjahr 2014/15 9,93 € (im Geschäftsjahr 2013/14: 8,45 €). Die Bewertung der Aktienoptionen erfolgt zum beizulegenden Zeit- wert zum jeweiligen Bilanzstichtag unter Anwendung des Monte- Carlo-Verfahrens, basierend auf Modellannahmen und den nachfol- gend angeführten Bewertungsparametern. Diese können von später am Markt realisierten Werten für sämtliche zum 1. April 2010, zum 1. April 2011 und zum 1. April 2012 zugeteilten Aktienoptionen abwei- chen. Risikofreier Zinssatz -0,19 bis -0,24 % Volatilität 30,16 bis 30,97 % Die Berechnung der Volatilität erfolgt auf Basis der täglichen Aktien- kurse ab 2. September 2013 bis zum Bilanzstichtag. Der beizulegende Zeitwert der eingeräumten Aktienoptionen wird über deren Laufzeit verteilt aufwandsmäßig erfasst. Der gesamte innere Wert der zum 31. März 2015 ausübbaren Aktien- optionen beträgt 104 Tsd. € (zum 31. März 2014: 59 Tsd. €). Konzernabschluss zum 31. März 2015 29
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    132 ATS Geschäftsbericht2014/15 Zum 31. März 2015 sind 3.000 Aktienoptionen aus der Zuteilung vom 1. April 2010 und aus der Zuteilung vom 1. April 2012 17.400 Aktien- optionen ausübbar. Zum 31. März 2014 waren 45.000 Aktienoptionen aus der Zuteilung vom 1. April 2010 ausübbar. VERBINDLICHKEITEN AUS AKTIENKURS-WERTSTEIGERUNGS- RECHTEN Aufgrund des Auslaufens des Stock-Option-Plans (2009 bis 2012) wurde in der 81. Aufsichtsratssitzung vom 3. Juli 2014 ein lang- fristiges Vergütungsmodell (Long-Term-Incentive-Programm) auf Basis von Stock Appreciation Rights (SAR) beschlossen. SAR sind Aktienkurs- Wertsteigerungsrechte auf der Grundlage der Aktienkursentwicklung. Ihre Zuteilung kann im Zeitraum zwischen 1. April 2014 und 1. April 2016 erfolgen. Jedes Aktienkurs-Wertsteigerungsrecht berechtigt zum Barausgleich in Höhe des Differenzbetrags zwischen dem Ausübungspreis und dem Schlusskurs der ATS-Aktie an der Börse der Hauptnotierung (derzeit Wiener Börse) am Tag der Ausübung des Bezugsrechtes. Der Ausübungspreis der Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte wird je- weils am Tag der Zuteilung bestimmt und entspricht dem durch- schnittlichen Schlusskurs der Aktien der ATS an der Wiener Börse bzw. an der Börse der Hauptnotierung der Aktien der ATS während der letzten sechs Kalendermonate, die dem Tag der jeweiligen Zutei- lung vorausgehen. Die Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte können jeweils nach Ablauf von drei Jahren nach ihrer Zuteilung, jedoch nicht während einer Sperr- frist, zur Gänze oder auch nur teilweise ausgeübt werden. Zugeteilte Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte, die nicht spätestens bis zum Ab- lauf von fünf Jahren nach dem Zuteilungstag ausgeübt werden, verfal- len grundsätzlich ersatzlos und endgültig. Die Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte können von Berechtigten nur ausgeübt werden, sofern zum Zeitpunkt der Ausübung die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:  Es besteht ein aufrechtes Dienstverhältnis mit einer Gesellschaft des ATS Konzerns. Unter bestimmten Voraussetzungen können Rechte noch innerhalb eines Jahres ab Beendigung des Anstellungs- bzw. Dienstverhältnisses ausgeübt werden.  Das notwendige Eigeninvestment in Höhe von 20 % der ersten Zuteilungssumme (in SAR) als ATS Aktien wird gehalten. Wird das Eigeninvestment bis zum Ende der dreijährigen Wartefrist nicht zur Gänze aufgebaut, so verfallen alle bereits zugeteilten SAR zur Gän- ze. Das aufgebaute Eigeninvestment muss über die gesamte Dauer der Teilnahme am Programm gehalten werden und gilt auch für die Zuteilungen in den Folgejahren. Das Eigeninvestment darf erst ab- gebaut werden, wenn keine Ausübung mehr möglich ist.  Das Earnings per Share (EPS) Performance-Ziel wurde erreicht. Der Erreichungsgrad der Kennzahl Earnings per Share determiniert, wie- viele der zugeteilten SAR tatsächlich ausgeübt werden können. Als Zielwert gilt der EPS-Wert, welcher im Midtermplan für den Bilanz- stichtag des dritten Jahres nach Zuteilung festgelegt wurde. Wird der EPS-Wert zu 100 % erreicht oder übertroffen, so können die zu- geteilten SAR zur Gänze ausgeübt werden. Liegt die Erreichung zwi- schen 50 % und 100 %, so können die zugeteilten SAR anteilig aus- geübt werden. Wird der EPS-Wert zu unter 50 % erreicht, verfallen die zugeteilten SAR zur Gänze. Anzahl und Aufteilung der eingeräumten Aktienkurs- Wertsteigerungsrechte: Zuteilungstag 1. April 2014 Ausübungspreis (in €) 7,68 31.03.2014 – Gewährte Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte 230.000 31.03.2015 230.000 Restliche Vertragslaufzeiten der gewährten Aktienkurs- Wertsteigerungsrechte 4 Jahre Beizulegender Zeitwert der gewährten Aktienkurs- Wertsteigerungsrechte zum Bilanzstichtag (in Tsd. €) 31.03.2014 – 31.03.2015 1.192 Die Bewertung der Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte erfolgt zum beizulegenden Zeitwert zum jeweiligen Bilanzstichtag unter Anwen- dung des Monte-Carlo-Verfahrens, basierend auf Modellannahmen und den nachfolgend angeführten Bewertungsparametern. Diese können von später am Markt realisierten Werten abweichen. Risikofreier Zinssatz -0,19 bis -0,24 % Volatilität 34,39% Die Berechnung der Volatilität erfolgt auf Basis der täglichen Aktien- kurse von 1. September 2011 bis zum Bilanzstichtag. Der beizulegende Zeitwert der eingeräumten Aktienkurs- Wertsteigerungsrechte wird über deren Laufzeit verteilt aufwands- mäßig erfasst. ÜBRIGE VERBINDLICHKEITEN Bei den übrigen Verbindlichkeiten handelt es sich vor allem um kreditorische Debitoren, abgegrenzte Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwendungen sowie sonstige Ab- grenzungen. 30 Konzernabschluss zum 31. März 2015
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    133Konzernabschluss 16. FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN Restlaufzeit inTsd. € 31.03.2015 bis zu einem Jahr zwischen einem und fünf Jahren mehr als fünf Jahre Zinssatz in % Anleihen 101.505 1.822 99.683 – 5,00 Exportkredite 32.000 32.000 – – 0,49 Kredite der öffentlichen Hand 508 – 508 – 0,75-2,00 Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 267.515 12.215 219.116 36.184 1,15-5,76 Derivative Finanzinstrumente 1) 3.777 – 2.266 1.511 Buchwert 405.305 46.037 321.573 37.695 Restlaufzeit in Tsd. € 31.03.2014 bis zu einem Jahr zwischen einem und fünf Jahren mehr als fünf Jahre Zinssatz in % Anleihen 101.305 1.822 99.483 – 5,00 Exportkredite 32.000 32.000 – – 0,74 Kredite der öffentlichen Hand 510 177 333 – 0,75-2,00 Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 237.704 12.077 182.830 42.797 1,50-6,40 Derivative Finanzinstrumente 1) 420 – 241 179 Buchwert 371.939 46.076 282.887 42.976 1) Es wird auf Erläuterung 19 „Derivative Finanzinstrumente” verwiesen. Die Anleihe mit einem Gesamtnennbetrag von 100 Mio. € wurde am 18. November 2011 mit einer Laufzeit von fünf Jahren von der Gesell- schaft platziert und ist im Geregelten Freiverkehr der Wiener Börse gelistet. Die Anleihe hat eine Stückelung von 1.000 € und die jährliche Fixverzinsung in Höhe von 5,00 % vom Nennwert ist nachträglich am 18. November eines jeden Jahres zahlbar. Für die Anleihe gelten die folgenden Anleihebedingungen: Es besteht kein ordentliches Kündigungsrecht der Anleihegläubiger. Ein außerordentliches Kündigungsrecht ist im Wesentlichen bei fol- genden Ereignissen bei der Gesellschaft oder einer ihrer wesentlichen Tochtergesellschaften vereinbart:  Einstellung von Zahlungen oder Bekanntgabe von Zahlungsunfähig- keit oder Überschuldung,  Konkurs- oder sonstiges Insolvenzverfahren (Ausnahme: gerichtli- cher Ausgleich) oder Liquidation,  wesentliche Verschlechterung der Finanz- und Ertragslage durch überwiegende Einstellung der Geschäftstätigkeit, Veräußerung we- sentlicher Teile der Vermögenswerte oder nicht fremdüblicher Ge- schäfte mit verbundenen Unternehmen,  Kontrollwechsel im Sinne des österreichischen Übernahmegesetzes, wenn dieser zu einer wesentlichen Beeinträchtigung der Erfüllung der Anleiheverpflichtungen führt. Die sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betreffen neben dem laufenden Liquiditätsbedarf vor allem langfristige Investi- tionsfinanzierungen. Zur Refinanzierung des Eigenkapitalbedarfs für das Werk in Chongqing wurde im Geschäftsjahr 2012/13 eine langfristige Finanzierung im Rahmen einer OeKB-Beteiligungsfinanzierung aufgenommen. Die Tilgung erfolgt ab September 2014 in Halbjahresraten bis Februar 2020. Für 80 % der Finanzierung gilt ein Fixzinssatz, für 20 % ein vari- abler Zinssatz, wobei der variable Teil zuerst getilgt wird. Die wesentli- chen Vertragsbedingungen stellen sich folgendermaßen dar:  Nettoverschuldung/EBITDA max. 4  Eigenkapitalquote mindestens 30 %  Kontrollwechsel Zur Sicherstellung der geplanten Investitionen in Chongqing und zur weiteren Optimierung der Finanzierung des Konzerns wurde im Feb- ruar 2014 ein Schuldscheindarlehen über insgesamt 158 Mio. € erfolg- reich platziert. Das Darlehen besteht aus mehreren Tranchen mit Laufzeiten von fünf, sieben und zehn Jahren zu variablen und fixen Zinssätzen und wurde in Euro und US-Dollar abgeschlossen. Die vari- able Euro-Verzinsung wurde zur Gänze durch Zinsswaps abgesichert. Die wesentlichen Vertragsbedingungen stellen sich folgendermaßen dar:  Eigenkapitalquote mindestens 35 %  Nettoverschuldung/EBITDA 3 (Step-up Covenant)  Kontrollwechsel im Sinne des österreichischen Übernahmegesetzes, wenn dieser zu einer wesentlichen Beeinträchtigung der Erfüllung der Kreditverpflichtungen führt. Konzernabschluss zum 31. März 2015 31
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    134 ATS Geschäftsbericht2014/15 Eine Überschreitung des Step-up Covenants führt zu einer Margenerhöhung von 75 Basispunkten. Das Schuldscheindarlehen ist in den sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ausgewiesen. Die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der finanziellen Verbindlichkeiten zum 31. März 2015 stellen sich in den nächsten Geschäftsjahren unter Berücksichtigung der Zinsabsicherungen wie folgt dar: in Tsd. € Anleihen Exportkredite Kredite öffentlicher Hand Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Derivative Finanz- instrumente 2015/16 Tilgung – 32.000 – 11.611 – Zinsen fix 5.000 – 6 4.121 – Zinsen variabel – 159 – 3.910 – 2016/17 Tilgung 100.000 – 213 11.679 – Zinsen fix 5.000 – 6 3.748 – Zinsen variabel – – – 4.373 – 2017/18 Tilgung – – 251 42.764 – Zinsen fix – – 1 3.334 – Zinsen variabel – – – 4.516 – 2018/19 Tilgung – – 150 148.907 – Zinsen fix – – 1 2.920 – Zinsen variabel – – – 2.744 – 2019/20 Tilgung – – 44 16.068 2.266 Zinsen fix – – – 693 – Zinsen variabel – – – 853 – nach 2019/20 Tilgung – – – 36.360 1.511 Zinsen fix – – – 1.122 – Zinsen variabel – – – 740 – Mit Ausnahme des Exportkredites, der voraussichtlich wieder prolongiert wird, werden keine wesentlichen Abweichungen von den vereinbarten Zins- und Tilgungszahlungen hinsichtlich Zeitraum oder Betrag erwartet. 32 Konzernabschluss zum 31. März 2015
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    135Konzernabschluss Zum Vorjahresstichtag 31.März 2014 stellten sich die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der finanziellen Verbindlichkeiten in den nächsten Geschäftsjahren unter Berücksichtigung der Zinsabsicherungen wie folgt dar: in Tsd. € Anleihen Exportkredite Kredite öffentlicher Hand Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Derivative Finanz- instrumente 2014/15 Tilgung – 32.000 177 11.504 – Zinsen fix 5.000 – 5 4.183 – Zinsen variabel – 240 – 3.134 – 2015/16 Tilgung – – – 11.500 – Zinsen fix 5.000 – 5 4.121 – Zinsen variabel – – – 2.985 – 2016/17 Tilgung 100.000 – 184 11.500 – Zinsen fix 5.000 – 5 3.748 – Zinsen variabel – – – 2.967 – 2017/18 Tilgung – – 150 22.462 – Zinsen fix – – – 3.334 – Zinsen variabel – – – 2.967 – 2018/19 Tilgung – – – 138.076 241 Zinsen fix – – – 2.920 – Zinsen variabel – – – 2.530 – nach 2018/19 Tilgung – – – 43.000 179 Zinsen fix – – – 1.832 – Zinsen variabel – – – 1.319 – Die Anleihen, Exportkredite, Kredite der öffentlichen Hand und sonsti- gen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten weisen teilweise eine nicht marktübliche Verzinsung auf. Aus diesem Grund kann es zu Abweichungen zwischen deren beizulegenden Zeitwerten und deren Buchwerten kommen. Buchwerte Beizulegende Zeitwerte in Tsd. € 31.03.2015 31.03.2014 31.03.2015 31.03.2014 Anleihen 101.505 101.305 105.000 106.000 Exportkredite 32.000 32.000 32.000 32.000 Kredite der öffentlichen Hand 508 510 520 516 Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 267.515 237.704 270.801 239.037 Derivative Finanzinstrumente 3.777 420 3.777 420 405.305 371.939 412.098 377.973 Die Berechnung der beizulegenden Zeitwerte basiert auf der Abzin- sung der künftigen Zahlungen unter Verwendung aktueller Markt- zinssätze, oder sie werden anhand von öffentlich notierten Marktprei- sen bestimmt. Konzernabschluss zum 31. März 2015 33
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    136 ATS Geschäftsbericht2014/15 Die Buchwerte der finanziellen Verbindlichkeiten nach Währungen stellen sich wie folgt dar: in Tsd. € 31.03.2015 31.03.2014 Euro 351.610 359.401 US-Dollar 53.534 10.016 Chinesische Renminbi Yuan 161 2.522 405.305 371.939 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 32.000 Tsd. € (zum 31. März 2014: 32.000 Tsd. €) besichert. Es wird auf Erläuterung 12 „For- derungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen“ verwiesen. Der Konzern verfügt über folgende nicht in Anspruch genommene Kreditlinien: in Tsd. € 31.03.2015 31.03.2014 Exportkreditrahmen - gesichert 8.000 8.000 Sonstige Kreditrahmen - gesichert 203.068 230.510 Kreditrahmen - ungesichert – 20.000 211.068 258.510 LEASINGVERHÄLTNISSE Die Summe der künftigen Mindestleasing- zahlungen aus unkündbaren Operating-Leasing- und Mietverhältnis- sen stellt sich wie folgt dar: in Tsd. € 31.03.2015 31.03.2014 Bis zu einem Jahr 2.113 2.102 Zwischen einem und fünf Jahren 7.133 7.350 Mehr als fünf Jahre 2.709 4.228 11.955 13.680 Im Konzern bestehen mehrere Operating-Leasing-Verträge für die Anmietung von Büroräumen, Grundstücken und Produktionshallen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung und technische Anlagen. Die Verpflichtungen aus Operating-Leasing-Verhältnissen betreffen zum Großteil ein im Geschäftsjahr 2006/07 durchgeführtes Sale-and-Lease-Back für Betriebsgrundstücke und -gebäude in Leoben-Hinterberg und Fehring, Österreich, mit einer unkündbaren Leasingdauer bis Dezember 2021. Die angeführten Beträge beinhalten zum 31. März 2015 mit 4.219 Tsd. € (zum 31. März 2014: 5.967 Tsd. €) auch die auf die nicht mehr genutzten Gebäudeflächen in Leoben- Hinterberg entfallenden Mindestzahlungen aus dem Operating- Leasing-Verhältnis, die bereits in der Bilanz als sonstige Rückstellun- gen enthalten sind. Es wird auf Erläuterung 18 „Sonstige Rückstellun- gen“ verwiesen. Die im laufenden Jahr erfassten Zahlungen für unkündbare Leasing- und Mietaufwendungen stellen sich wie folgt dar: in Tsd. € 2014/15 2013/14 Leasing- und Mietaufwand 3.551 3.123 34 Konzernabschluss zum 31. März 2015
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    137Konzernabschluss 17. RÜCKSTELLUNGEN FÜRPERSONALAUFWAND Die Rückstellungen für Personalaufwand betreffen Pensionszusagen, Abfertigungsansprüche und sonstige Dienstnehmeransprüche. BEITRAGSORIENTIERTE PENSIONSPLÄNE Für einen Großteil der Beschäftigten in Österreich und einen Teil der Mitarbeiter in Indien bestehen beitragsorientierte Pensionspläne, die an eine Pensionskas- se ausgelagert sind. Für die Beschäftigten in Österreich sind die Pensi- onspläne durch eine Er- und Ablebensversicherung ergänzt. Die Ar- beitgeberbeiträge bemessen sich nach einem bestimmten Prozentsatz der laufenden Bezüge. Die Beitragszahlungen betrugen 472 Tsd. € im Geschäftsjahr 2014/15 und 475 Tsd. € im Geschäftsjahr 2013/14. LEISTUNGSORIENTIERTE PENSIONSPLÄNE Für einzelne Mitglieder des Vorstands und für leitende Angestellte bestehen leistungsorien- tierte Pensionszusagen ohne das Erfordernis von eigenen Mitarbeiter- beiträgen. Pensionszusagen an Mitglieder des Vorstands und an ande- re Führungskräfte sind teilweise durch Vermögensmittel in Pensions- kassen fondsfinanziert („funded“) und teilweise nicht fondsfinanziert („unfunded“). Die Pensionsansprüche des Vorstands und der Füh- rungskräfte sind von deren Bezügen und Dienstzeiten abhängig. Im Wesentlichen entstehen dem Konzern aus diesen Verpflichtungen Risiken aus der Langlebigkeit und der Inflation aufgrund künftiger Gehalts- und Pensionssteigerungen. FONDSFINANZIERTE ABFERTIGUNGSANSPRÜCHE Den Mitarbei- tern in Indien steht im Falle der Pensionierung sowie bei vorzeitigem Austritt unter bestimmten Umständen eine Abfertigung zu, deren Höhe von der Dauer des Arbeitsverhältnisses und der Höhe des Ar- beitsentgelts abhängt. Die Abfertigungen bewegen sich zwischen einem halben Monatsentgelt pro Dienstjahr und einem fixierten Höchstbetrag. Die Abfertigungsansprüche sind durch eine Lebensver- sicherung gedeckt. Im Wesentlichen entsteht dem Konzern aus diesen Verpflichtungen das Risiko der Inflation aufgrund künftiger Gehalts- steigerungen. NICHT FONDSFINANZIERTE ABFERTIGUNGSANSPRÜCHE Den Mitarbeitern in Österreich, Südkorea und China steht im Falle der Pensionierung generell sowie bei Beendigung des Dienstverhältnisses unter bestimmten Umständen eine Abfertigung zu, deren Höhe von der Dauer des Arbeitsverhältnisses und der Höhe des Arbeitsentgelts abhängt. Die Abfertigung beträgt in Österreich für Mitarbeiter die im Allgemeinen, vor dem 1. Januar 2003 eingetreten sind, je nach Dienst- zeit zweit bis zwölf Zwölftel des Jahresgehaltes. Mitarbeitern in Südko- rea und China steht ebenfalls ein je nach Dienstzeit fixierter entgelt- abhängiger Betrag zu. Im Wesentlichen entsteht dem Konzern aus diesen Verpflichtungen das Risiko der Inflation aufgrund künftiger Gehaltssteigerungen. Für seit dem 1. Januar 2003 in Österreich eintretende Mitarbeiter wird dieser Anspruch durch laufende Beiträge in eine Mitarbeitervorsorge- kasse ohne weitere Verpflichtungen für den Konzern abgegolten. Die Beitragszahlungen betrugen 288 Tsd. € im Geschäftsjahr 2014/15 und 267 Tsd. € im Geschäftsjahr 2013/14. SONSTIGE DIENSTNEHMERANSPRÜCHE Den Mitarbeitern der Gesellschaften in Österreich und China gebühren bei langjähriger Betriebszugehörigkeit Jubiläumsgelder, wobei in Österreich An- spruchsberechtigung und Höhe kollektivvertraglich geregelt sind. Die AUFWENDUNGEN für (leistungsorientierte) Pensionszusagen, Abfertigungsansprüche und sonstige Dienstnehmeransprüche setzen sich folgendermaßen zusammen: Pensionsansprüche Abfertigungsansprüche Sonstige Dienstnehmer- ansprüche in Tsd. € 2014/15 2013/14 2014/15 2013/14 2014/15 2013/14 Laufender Dienstzeitaufwand 98 91 1.366 1.497 261 1.060 Zinsaufwand 136 138 549 524 149 144 Umbewertung von Verpflichtungen aus sonstigen Dienstnehmeransprüchen – – – – 1.121 152 Aufwand im Periodenergebnis erfasst 234 229 1.915 2.021 1.531 1.356 Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 2.551 472 4.206 255 – – Aufwand im sonstigen Ergebnis erfasst 2.551 472 4.206 255 – – Summe 2.785 701 6.121 2.276 1.531 1.356 Die Aufwendungen im Periodenergebnis für Pensionszusagen, Abfer- tigungsansprüche und sonstige Dienstnehmeransprüche werden in den Umsatzkosten, den Vertriebskosten und den allgemeinen Verwal- tungskosten ausgewiesen. Der Nettozinsaufwand aus personalbezo- genen Verpflichtungen wird im Geschäftsjahr 2014/15 erstmalig im Finanzergebnis ausgewiesen. Konzernabschluss zum 31. März 2015 35
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    138 ATS Geschäftsbericht2014/15 In der BILANZ sind folgende Ansprüche abgegrenzt: in Tsd. € 31.03.2015 31.03.2014 Gedeckte Pensionsansprüche 5.546 3.091 Ungedeckte Pensionsansprüche 1.493 1.226 Ungedeckte Abfertigungsansprüche 22.284 16.505 Gedeckte Abfertigungsansprüche 202 66 Sonstige Dienstnehmeransprüche 4.201 3.867 Rückstellungen für Personalaufwand 33.726 24.755 Die Pensionsansprüche und Abfertigungsansprüche stellen sich wie folgt dar: Pensionsansprüche Abfertigungsansprüche in Tsd. € 31.03.2015 31.03.2014 31.03.2015 31.03.2014 Barwert der fondsfinanzierten Verpflichtungen 15.862 13.010 1.014 674 Beizulegender Zeitwert des Planvermögens (10.316) (9.919) (812) (608) Deckungsstatus fondsfinanzierte Verpflichtungen 5.546 3.091 202 66 Barwert der nicht fondsfinanzierten Verpflichtungen 1.493 1.226 22.284 16.505 Bilanzierte Rückstellungen 7.039 4.317 22.486 16.571 Der Barwert der erwarteten Pensionsansprüche, die Entwicklung des zur Deckung vorgesehenen Planvermögens und der Deckungsstatus stellen sich folgendermaßen dar: Fondsfinanzierte Pensionsansprüche Nicht fondsfinanzierte Pensionsansprüche in Tsd. € 2014/15 2013/14 2014/15 2013/14 Barwert der Pensionsverpflichtung Barwert am Beginn des Geschäftsjahres 13.010 11.949 1.226 1.175 Laufender Dienstzeitaufwand 98 91 – – Zinsaufwand 424 444 39 43 Umbewertung aus der Veränderung von finanziellen Annahmen 3.604 898 269 64 Umbewertung aus erfahrungsbedingten Anpassungen (1.132) (238) 21 5 Auszahlungen (142) (134) (62) (61) Barwert am Ende des Geschäftsjahres 15.862 13.010 1.493 1.226 Beizulegender Zeitwert des Planvermögens Zeitwert am Beginn des Geschäftsjahres 9.919 9.404 Einzahlungen – 42 Veranlagungsergebnis 211 257 Zinserträge 327 350 Auszahlungen (141) (134) Zeitwert am Ende des Geschäftsjahres 10.316 9.919 Deckungsstatus fondsfinanzierte Pensionspläne 5.546 3.091 Zum 31. März 2015 beträgt die durchschnittliche Laufzeit der fondsfinanzierten Pensionsansprüche 17 Jahre und die der nicht fondsfinanzierten Pensionsansprüche 13 Jahre. 36 Konzernabschluss zum 31. März 2015
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    139Konzernabschluss Das zur Deckungvorgesehene Planvermögen ist in Pensionskassen ausgegliedert. Die Streuung der Vermögenswerte stellt sich wie folgt dar: in % 31.03.2015 31.03.2014 Anleihen 39 % 34 % Aktien 45 % 44 % Immobilien 4 % 5 % Liquide Mittel 12 % 17 % 100 % 100 % Wesentliche Teile des Planvermögens werden an einem aktiven Markt gehandelt. Die Gesamtentwicklung der fondsfinanzierten und nicht fondsfinanzierten Abfertigungsansprüche stellt sich wie folgt dar: Fondsfinanzierte Abfertigungsansprüche Nicht fondsfinanzierte Abfertigungssansprüche in Tsd. € 2014/15 2013/14 2014/15 2013/14 Barwert der Abfertigungsverpflichtung Barwert am Beginn des Geschäftsjahres 674 723 16.505 14.657 Umrechnungsdifferenzen 181 (116) 354 (23) Dienstzeitaufwand 50 45 1.316 1.452 Zinsaufwand 64 49 544 519 Umbewertung aus der Veränderung von demografischen Annahmen – (2) (369) (528) Umbewertung aus der Veränderung von finanziellen Annahmen 59 (64) 3.820 889 Umbewertung aus erfahrungsbedingten Anpassungen 12 55 680 (88) Auszahlungen (26) (16) (566) (373) Barwert am Ende des Geschäftsjahres 1.014 674 22.284 16.505 Beizulegender Zeitwert des Planvermögens Zeitwert am Beginn des Geschäftsjahres 608 616 Umrechnungsdifferenzen 149 (100) Einzahlungen 26 57 Veranlagungsergebnis (4) 7 Zinserträge 59 44 Auszahlungen (26) (16) Zeitwert am Ende des Geschäftsjahres 812 608 Deckungsstatus fondsfinanzierte Abfertigungsansprüche 202 66 Zum 31. März 2015 beträgt die durchschnittliche Laufzeit der nicht fondsfinanzierten Abfertigungsansprüche 13 Jahre. Konzernabschluss zum 31. März 2015 37
  • 144.
    140 ATS Geschäftsbericht2014/15 Die Gesamtentwicklung der sonstigen Dienstnehmeransprüche (Jubiläumsgelder) stellt sich wie folgt dar: in Tsd. € 2014/15 2013/14 Barwert am Beginn des Geschäftsjahres 3.867 3.793 Umrechnungsdifferenzen 305 (96) Dienstzeitaufwand 261 1.060 Zinsaufwand 149 144 Umbewertung aus der Veränderung von demografischen Annahmen (286) (53) Umbewertung aus der Veränderung von finanziellen Annahmen 493 49 Umbewertung aus erfahrungsbedingten Anpassungen 914 155 Auszahlungen (1.502) (1.185) Barwert am Ende des Geschäftsjahres 4.201 3.867 Zum 31. März 2015 beträgt die durchschnittliche Laufzeit der sonstigen Dienstnehmeransprüche 11 Jahre. Es wurden für die Bewertung zum Bilanzstichtag folgende gewichtete versicherungsmathematische Parameter angewendet: Pensionsansprüche Abfertigungsansprüche Sonstige Dienstnehmer- ansprüche (Jubiläumsgelder) 31.03.2015 31.03.2014 31.03.2015 31.03.2014 31.03.2015 31.03.2014 Zinssatz 1,70 % 3,30 % 2,10 % 3,57 % 2,15 % 3,40 % Erwartete Gehaltssteigerung 2,25 % 2,25 % 3,40 % 3,32 % 5,00 % 5,38 % Künftige Pensionserhöhung 2,00 % 2,00 % – – – – Pensionseintrittsalter 65 65 *) *) – – *) individuell gemäß landesspezifischer Gesetze 38 Konzernabschluss zum 31. März 2015
  • 145.
    141Konzernabschluss 18. SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN inTsd. € Summe Gewährleistung Restrukturierung Übrige Buchwert 31.03.2014 12.809 893 10.816 1.100 Verwendung (1.970) (240) (1.030) (700) Auflösung (2.578) (530) (1.612) (436) Zuführung 3.978 2.005 – 1.973 Zinseffekt (21) – (21) – Umrechnungsdifferenzen 442 387 – 55 Buchwert 31.03.2015 12.660 2.515 8.153 1.992 in Tsd. € Summe Gewährleistung Restrukturierung Übrige Buchwert 31.03.2013 12.059 405 11.210 444 Verwendung (4.535) (471) (3.444) (620) Auflösung – – – – Zuführung 5.302 995 3.004 1.303 Zinseffekt 46 – 46 – Umrechnungsdifferenzen (63) (36) – (27) Buchwert 31.03.2014 12.809 893 10.816 1.100 in Tsd. € 31.03.2015 31.03.2014 davon langfristig 7.545 9.736 davon kurzfristig 5.115 3.073 Buchwert 12.660 12.809 RÜCKSTELLUNG FÜR GEWÄHRLEISTUNG Diese Position betrifft die Kosten der bereits entstandenen und zu erwartenden Reklamatio- nen für die noch im Gewährleistungszeitraum befindlichen Produkte. Der rückgestellte Betrag ist eine auf Basis von Erfahrungswerten und konkreten Sachverhalten durchgeführte bestmögliche Schätzung dieser erwarteten Kosten, welche aufgrund der Unsicherheit hinsicht- lich der Höhe oder des Zeitpunkts nicht bereits als Schulden ausge- wiesen werden. Bei der Höhe der erwarteten Kosten sind von der Produkthaftplichtversicherung übernommene Beträge berücksichtigt. RÜCKSTELLUNG FÜR RESTRUKTURIERUNG Diese Rückstellung betrifft die künftigen Leerstandskosten für die nicht mehr genutzten Gebäudeflächen auf Basis der nicht kündbaren Immobilienleasingver- pflichtung, sowie einen möglichen Verlust aus der Verwertung der Immobilie durch den Leasinggeber, welcher vom Leasingnehmer zu tragen ist. Aufgrund der Verringerung der nicht genutzten Gebäude- fläche wurde der Wert angepasst. Die Rückstellung wurde überwie- gend in Höhe des Barwerts der erwarteten Ausgaben bis zur Beendi- gung der nicht kündbaren Immobilienleasingverpflichtung im Dezem- ber 2021 angesetzt. Zusätzlich war im Geschäftsjahr 2013/14 eine Rückstellung für die Schließungskosten des Werks Klagenfurt enthal- ten, welche im Geschäftsjahr 2014/15 verbraucht wurde. ÜBRIGE Diese Position enthält Rückstellungen für Risiken aus schwe- benden Geschäften sowie für Risiken im Zusammenhang mit Pensi- onsversicherungsbeiträgen in Asien, die sich aufgrund der unklaren Rechtslage ergeben. 19. DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE Die derivativen Finanzinstrumente betreffen vor allem Währungsswaps und Zinsswaps. Gesichert werden hauptsächlich Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Zahlungen im Zusammenhang mit Krediten. Der Buchwert der derivativen Finanzinstrumente des Konzerns entspricht dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert entspricht jenem Betrag, der bei einer Abrechnung der Transaktion zum Bilanzstichtag aufzuwenden wäre bzw. erlöst werden würde. Konzernabschluss zum 31. März 2015 39
  • 146.
    142 ATS Geschäftsbericht2014/15 Die beizulegenden Zeitwerte der am Bilanzstichtag bestehenden derivativen Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar: 31.03.2015 31.03.2014 in Tsd. € Aktiva Passiva Aktiva Passiva Zinsswaps zu Marktwerten – 3.777 – 420 Summe Marktwerte – 3.777 – 420 Kurzfristiger Anteil – – – – Langfristiger Anteil – 3.777 – 420 Die Nominalbeträge und die beizulegenden Zeitwerte der am Bilanzstichtag bestehenden derivativen Finanzinstrumente im Zusammenhang mit der Absicherung von Zinssatzschwankungen stellen sich nach Währungen wie folgt dar: 31.03.2015 31.03.2014 Währung Nominalbetrag in 1.000 Landeswährung Marktwert in Tsd. € Nominalbetrag in 1.000 Landeswährung Marktwert in Tsd. € Euro 92.000 (3.777) 92.000 (420) Die Restlaufzeiten der am Bilanzstichtag bestehenden derivativen Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar: in Monaten 31.03.2015 31.03.2014 Zinsswaps 47 - 71 59 - 83 Zum 31. März 2015 sind die festen Zinssätze der Zinsswaps 1,01 % und 1,405 %, der variable Zinssatz basiert auf dem 6-Monats-EURIBOR. Basierend auf den verschiedenen Szenarien sichert der Konzern sein zinsbedingtes Cashflow-Risiko durch die Nutzung von Zinsswaps ab. Derarti- ge Zinsswaps haben den wirtschaftlichen Effekt, variabel verzinsliche Darlehen in festverzinsliche umzuwandeln. Nimmt der Konzern Darlehen mit einem variablen Zinssatz auf, so wandelt er diese durch Swaps in festverzinsliche Darlehensverbindlichkeiten um. Bei diesen Zinsswaps kommt der Konzern mit anderen Parteien überein, die Differenz zwischen den festen und variablen Zinsen, die sich von den vereinbarten Nomi- nalbeträgen ableiten, in bestimmten Intervallen zu tauschen. Die Gewinne oder Verluste aus der Bewertung von Zinsswaps werden ergebnis- neutral im Eigenkapital erfasst. Die dazugehörenden Zinsaufwände wurden ergebniswirksam in den Finanzaufwendungen erfasst. 40 Konzernabschluss zum 31. März 2015
  • 147.
    143Konzernabschluss 20. ZUSÄTZLICHE ANGABENZU FINANZINSTRUMENTEN BUCHWERTE UND BEIZULEGENDE ZEITWERTE NACH BEWERTUNGSKATEGORIEN Die Zusammenfassung der Buchwerte und beizulegen- den Zeitwerte der in den einzelnen Bilanzpositionen enthaltenen Finanzinstrumente nach Bewertungskategorien stellt sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar. Sofern nicht anders angegeben, entsprechen die Buchwerte näherungsweise den beizulegenden Zeitwerten: 31.03.2015 in Tsd. € Bewertungskategorie nach IAS 39 oder Bewer- tung nach anderen IFRS Level Buchwert Beizulegender Zeitwert Vermögenswerte Langfristige Vermögenswerte Finanzielle Vermögenswerte AFSFA 2 96 96 Kurzfristige Vermögenswerte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich Wertberichtigungen LAR 113.492 113.492 Sonstige Forderungen LAR 609 609 Sonstige Forderungen – 29.029 29.029 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 143.130 143.130 Finanzielle Vermögenswerte FAAFVPL 1 780 780 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente LAR 273.919 273.919 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 273.919 273.919 Schulden Anleihen FLAAC 1 101.505 105.000 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten FLAAC 2 300.023 303.321 Derivative Finanzinstrumente DHI 2 3.777 3.777 Lang- und kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 405.305 412.098 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAAC 97.785 97.785 Sonstige Verbindlichkeiten FLAAC 29.133 29.133 Sonstige Verbindlichkeiten – 27.248 27.248 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige lang- und kurzfristige Verbindlichkeiten 154.166 154.166 Aggregiert nach Bewertungskategorien Vermögenswerte Kredite und Forderungen LAR1) 388.020 Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte AFSFA2) 96 Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermö- genswerte FAAFVPL3) 780 Schulden Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten FLAAC 4) 528.446 Derivate als Sicherungsinstrumente DHI5) 3.777 Konzernabschluss zum 31. März 2015 41
  • 148.
    144 ATS Geschäftsbericht2014/15 31.03.2014 in Tsd. € Bewertungskategorie nach IAS 39 oder Bewer- tung nach anderen IFRS Level Buchwert Beizulegender Zeitwert Vermögenswerte Langfristige Vermögenswerte Finanzielle Vermögenswerte AFSFA 2 96 96 Kurzfristige Vermögenswerte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich Wertberichtigungen LAR 94.036 94.036 Sonstige Forderungen LAR 456 456 Sonstige Forderungen – 16.507 16.507 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 110.999 110.999 Finanzielle Vermögenswerte FAAFVPL 1 836 836 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente LAR 1 15.321 15.321 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente LAR 244.812 244.812 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 260.133 260.133 Schulden Anleihen FLAAC 1 101.305 106.000 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten FLAAC 2 270.214 271.553 Derivative Finanzinstrumente DHI 2 420 420 Lang- und kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 371.939 377.973 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAAC 66.184 66.184 Sonstige Verbindlichkeiten FLAAC 19.697 19.697 Sonstige Verbindlichkeiten – 19.271 19.271 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige lang- und kurzfristige Verbindlichkeiten 105.152 105.152 Aggregiert nach Bewertungskategorien Vermögenswerte Kredite und Forderungen LAR1) 354.625 Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte AFSFA2) 96 Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermö- genswerte FAAFVPL3) 836 Schulden Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten FLAAC 4) 457.400 Derivate als Sicherungsinstrumente DHI5) 420 1) Loans and receivables (Kredite und Forderungen) 2) Available-for-sale financial assets (Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte) 3) Financial assets at fair value through profit or loss (Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte) 4) Financial liabilities at amortised cost (Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten) 5) Derivatives as hedging instruments (Derivate als Sicherungsinstrumente) 42 Konzernabschluss zum 31. März 2015
  • 149.
    145Konzernabschluss Bei der Bemessungdes beizulegenden Zeitwerts ist zwischen drei Bewertungshierarchien zu unterscheiden.  Level 1: Die beizulegenden Zeitwerte werden anhand von öffentlich notierten Marktpreisen auf einem aktiven Markt für identische Fi- nanzinstrumente bestimmt.  Level 2: Wenn keine öffentlich notierten Marktpreise auf einem aktiven Markt bestehen, werden die beizulegenden Zeitwerte auf Grundlage der Ergebnisse einer Bewertungsmethode bestimmt, die im größtmöglichen Umfang auf Marktpreisen basiert.  Level 3: In diesem Fall liegen den zur Bestimmung der beizulegen- den Zeitwerte verwendeten Bewertungsmodellen auch nicht am Markt beobachtbare Daten zugrunde. NETTOERGEBNISSE IN BEZUG AUF FINANZINSTRUMENTE NACH BEWERTUNGSKATEGORIEN Die Nettogewinne oder Nettoverluste in Bezug auf finanzielle Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien stellen sich wie folgt dar: in Tsd. € 2014/15 2013/14 Kredite und Forderungen 6.815 (2.065) Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (29) (87) Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 8 8 Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten (8.712) (9.768) (1.918) (11.912) Die Nettoergebnisse in Bezug auf Finanzinstrumente beinhalten Divi- dendenerträge, Zinserträge und -aufwendungen, Fremdwährungsge- winne und -verluste, realisierte Gewinne und Verluste aus dem Ab- gang bzw. Verkauf sowie ergebniswirksame Erträge und Aufwendun- gen aus der Bewertung der Finanzinstrumente. Als Ergebnis aus Finanzinstrumenten sind 427 Tsd. € Nettoertrag (2013/14: 1.420 Tsd. € Nettoaufwand) im Betriebsergebnis darge- stellt. Des Weiteren sind 2.345 Tsd. € Nettoaufwand (2013/14: 10.492 Tsd. € Nettoaufwand) im Finanzergebnis enthalten. FINANZRISIKEN Im Folgenden wird auf die Finanzrisiken, welche das Finanzierungsrisi- ko, das Liquiditätsrisiko, das Kreditrisiko und das Wechselkursrisiko umfassen, eingegangen. Im Konzernlagebericht werden die weiteren Risikokategorien und die zugehörigen Prozesse und Maßnahmen erläutert. Das Risikomanagement der Finanzrisiken erfolgt durch das zentrale Treasury entsprechend den vom Vorstand verabschiedeten Richtli- nien. Diese internen Richtlinien regeln Zuständigkeiten, Handlungspa- rameter und Limite. Das zentrale Treasury identifiziert, bewertet und sichert finanzielle Risiken in enger Zusammenarbeit mit den operati- ven Einheiten des Konzerns ab. FINANZIERUNGSRISIKO Das Finanzierungsrisiko umfasst so- wohl die Sicherstellung der langfristigen Finanzierung des Konzerns als auch Schwankungen im Wert der Finanzierungsinstrumente. Aktivseitig bestehen geringe Zinsänderungsrisiken im Wertpapierver- mögen. Sonstige Liquiditätsbestände werden überwiegend kurzfristig veranlagt, und der gesamte Wertpapierbestand ist jederzeit veräu- ßerbar. Es wird auf Erläuterung 13 „Finanzielle Vermögenswerte“ und Erläuterung 14 „Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente“ ver- wiesen. Passivseitig sind zum Bilanzstichtag 78 % des Gesamtbetrags aus Anleihen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten unter Berücksichtigung der Zinssicherungsinstrumente fix verzinst (Vor- jahr: 84 %). Es wird weiters auf Erläuterung 16 „Finanzielle Verbind- lichkeiten“ verwiesen. Die Finanzverbindlichkeiten des Konzerns sind mit marktüblichen Kreditverpflichtungen verbunden, die auf Quartalsbasis überprüft werden. Bei Nichteinhalten dieser Verpflichtungen haben die Kredit- geber ein Kündigungsrecht. LIQUIDITÄTSRISIKO Unter Liquiditätsrisiko wird im Konzern der Umstand der Zahlungsunfähigkeit verstanden. Es soll daher stets ausreichend Liquidität vorhanden sein, um den laufenden Zahlungs- verpflichtungen zeitgerecht nachkommen zu können. Der Konzern verfügt zum Bilanzstichtag über Liquiditätsreserven in Höhe von 485,9 Mio. € (Vorjahr: 519,6 Mio. €). Davon entfallen 274,8 Mio. € (Vorjahr: 261,1 Mio. €) auf Zahlungsmittel(äquivalente) sowie zu Handelszwecken gehaltene und jederzeit veräußerbare Wertpapiere und 211,1 Mio. € (Vorjahr: 258,5 Mio. €) auf bestehende, nicht ausgenützte Finanzierungsrahmen. Die Liquiditätsreserven haben sich somit gegenüber dem letzten Bilanzstichtag um 33,7 Mio. € verringert. Darin enthalten sind aktuelle Reserven in Höhe von 131,7 Mio. € (Vorjahr: 180,2 Mio. €), welche auf die ATS in China entfallen und spezifischen Liquiditätszwecken unterliegen. Der Konzern verfügt über einen deutlich positiven operativen Cash- flow. Der Nettomittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit beträgt für das Geschäftsjahr 2014/15 143,9 Mio. € (Vorjahr: 104,8 Mio. €). Somit konnten die im Geschäftsjahr getätigten Investitionen großteils durch den operativen Cashflow finanziert werden. KREDITRISIKO Unter dem Kreditrisiko versteht der Konzern die Möglichkeit eines kundenseitigen Zahlungsausfalls. Der Konzern hat es stets verstanden, starke Partnerschaften zu seinen größten Kunden aufzubauen. Die am Umsatz gemessenen fünf wesentlichsten Kunden trugen zu den Umsatzerlösen insgesamt 52 % bei. Konzernabschluss zum 31. März 2015 43
  • 150.
    146 ATS Geschäftsbericht2014/15 Der Beitrag zu den am Bilanzstichtag aushaftenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht im Wesentlichen den Umsatz- anteilen der einzelnen Kunden. Das Kreditrisiko wird zum einen durch laufende Verrechnung ausgelieferter Produkte und zum anderen durch Bonitätsprüfungen und Kreditversicherungen minimiert. Im Falle erkennbarer finanzieller Schwierigkeiten würden Lieferungen nur gegen Vorauszahlungen durchgeführt werden. Es wird auf die detaillierten Angaben unter Erläuterung 12 „Forderun- gen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen“ ver- wiesen. WECHSELKURSRISIKO Als weltweit tätiges Unternehmen ist der ATS Konzern Währungsrisiken ausgesetzt. Durch die lokale Wert- schöpfung an den verschiedenen Standorten sind teilweise „natürliche Hedges“ vorhanden. Innerhalb des Konzerns erfolgt die Kurssicherung von Transaktionsrisiken zunächst durch Schließen von Positionen (Netting). Offene Positionen werden laufend analysiert und durch die Nutzung verschiedener Hedging-Instrumente wie z. B. Devisentermin- geschäfte, Währungsoptionen und Währungsswaps abgesichert. Zur Evaluierung des Wechselkursrisikos werden Sensitivitätsanalysen durchgeführt, wobei ceteris paribus die Auswirkungen prozentmäßi- ger Änderungen der Wechselkurse zueinander simuliert werden. FINANZMARKTRISIKEN Zu den Finanzmarktrisiken und derivati- ven Finanzinstrumenten finden sich detaillierte Angaben unter Erläu- terung I.B.l. „Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze: Derivative Finanzinstrumente“ und Erläuterung 19 „Derivative Finanzinstrumen- te“. Derivative Finanzinstrumente wie Devisentermingeschäfte, Opti- onen und Swaps werden im Konzern ausschließlich zu Sicherungszwe- cken eingesetzt. EVALUIERUNG DER FINANZMARKTRISIKEN DURCH SENSITIVI- TÄTSANALYSEN Der Konzern setzt zur Quantifizierung der Zins- und Währungsrisiken Sensitivitätsanalysen ein. In sogenannten GAP- Analysen wird die mögliche Ergebnisveränderung durch eine 1 %-ige Preisänderung (Wechselkurs und Zinsen), bezogen auf die Fremdwäh- rungs- bzw. Zinsnettoposition, ermittelt. Dabei werden keine Korrela- tionen der verschiedenen Risikoelemente zueinander berücksichtigt. Die Ergebnisauswirkungen werden jeweils unter Beachtung der er- tragsteuerlichen Auswirkungen auf das Konzernjahresergebnis nach Steuern errechnet. Wären die Zinssätze zum Bilanzstichtag um 100 Basispunkte höher (bzw. niedriger) gewesen, wäre auf Basis der Finanzierungsstruktur zum Bilanzstichtag das Konzernjahresergebnis um 0,9 Mio. € (Vor- jahr: 0,6 Mio. €) geringer (bzw. höher) ausgefallen, sofern alle anderen Variablen konstant geblieben wären. Dies wäre im Wesentlichen auf höhere (bzw. niedrigere) Zinsaufwendungen für variabel verzinste Finanzschulden zurückzuführen gewesen. Der Auswirkung dieser Zinssatzsensitivitätsanalyse liegt die Annahme zugrunde, dass die Zinssätze jeweils während eines gesamten Geschäftsjahres um 100 Basispunkte abweichen würden und die nunmehr neuen Zinssätze auf den Kapital- bzw. Verbindlichkeitenstand zum Bilanzstichtag anzu- wenden wären. Eine 1 %-ige Veränderung des US-Dollar im Vergleich zum Euro hätte in der Bewertung von auf US-Dollar basierenden Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Finanzie- rungssalden und zum beizulegenden Zeitwert bewertete derivative Finanzinstrumenten einen Konzernjahresergebniseffekt in Höhe von 0,6 Mio. € (Vorjahr: 1,1 Mio. €) zur Folge gehabt. Es wird weiters auf die detaillierten Angaben unter Erläuterung 12 „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forde- rungen“ verwiesen. KAPITALRISIKOMANAGEMENT Die Ziele des Konzerns im Hinblick auf das Kapitalmanagement liegen zum einen in der Sicher- stellung der Unternehmensfortführung, um den Anteilseignern wei- terhin Erträge und den anderen Interessenten die ihnen zustehenden Leistungen bereitstellen zu können, zum anderen in der Aufrechter- haltung einer geeigneten Kapitalstruktur, um die Kapitalkosten zu optimieren. Daher wird das Ausmaß der Dividendenzahlungen an die jeweiligen Erfordernisse angepasst, werden Kapitalrückzahlungen an Anteilseigner vorgenommen (Einziehung eigener Aktien), neue Anteile ausgegeben oder der Bestand von sonstigen Vermögenswerten ver- ändert. Basierend auf den in den Kreditvereinbarungen definierten Schwel- lenwerten (covenants) überwacht der Konzern sein Kapital auf Basis der Eigenkapitalquote sowie dem Verhältnis der Nettoverschuldung zum EBITDA (fiktive Entschuldungsdauer). Die Strategie des Konzerns besteht darin die Eigenkapitalquote von 40 % nicht zu unterschreiten, sowie die fiktive Entschuldungsdauer von 3,0 Jahren nicht zu überschreiten. Dadurch besteht ausreichend Spielraum um das Eintreten von ungünstigen Geschäftsentwicklungen abzufedern und den Fortbestand des Unternehmens auch in Krisensi- tuationen zu gewährleisten. Kurzfristige Abweichungen werden in Kauf genommen. Zum Bilanzstichtag betrug die Eigenkapitalquote 49,5 % und lag damit deutlich über dem Vorjahreswert von 42,7 %. Die fiktive Entschul- dungsdauer lag mit 0,8 Jahren unter dem ohnehin schon niedrigen Vorjahreswert von 0,9 Jahren. Die bis zum Vorjahr verwendete Kennzahl des Nettoverschuldungs- grades wird nicht mehr als die zentrale Steuerungsgröße verwendet, da sie sich nicht direkt in den Kreditvereinbarungen widerspiegelt. 44 Konzernabschluss zum 31. März 2015
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    147Konzernabschluss 21. EVENTUALSCHULDEN UNDSONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN In Bezug auf unkündbare Leasing- und Miet- verträge wird auf Erläuterung 16 „Finanzielle Verbindlichkeiten“ verwiesen. Zum 31. März 2015 bestehen im Konzern sonstige finanzielle Ver- pflichtungen in Höhe von 32.857 Tsd. € (zum 31. März 2014: 59.548 Tsd. €) im Zusammenhang mit verbindlich kontrahierten Investitionsvorha- ben. Weiters bestehen zum Bilanzstichtag Haftungsverhältnisse aus Bankgarantien in Höhe von 51 Tsd. € (zum 31. März 2014: 703 Tsd. €). Ande- re Garantien bzw. sonstige Haftungszusagen aus dem laufenden Geschäftsbetrieb sind zum Bilanzstichtag nicht gegeben. 22. GEZEICHNETES KAPITAL Im Umlauf befindliche Aktien in Tsd. Stück Grundkapital in Tsd. € Kapitalrücklage in Tsd. € Eigene Anteile (nach Steuern) in Tsd. € Gezeichnetes Kapital in Tsd. € 31.03.2013 23.323 28.490 63.542 (46.118) 45.914 Veränderung eigene Anteile, nach Steuern 2.577 – (29.365) 46.118 16.753 Kapitalerhöhung 12.950 14.245 64.934 – 79.179 31.03.2014 38.850 42.735 99.111 – 141.846 31.03.2015 38.850 42.735 99.111 – 141.846 GRUNDKAPITAL Nach Durchführung der Erhöhung des Grundkapi- tals der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2013/14 um 14.245 Tsd. € durch Ausgabe von 12.950.000 auf Inhaber lautende Stückaktien beträgt das Grundkapital zum 31. März 2015 42.735 Tsd. € (Vorjahr: 42.735 Tsd. €) und ist in 38.850.000 (Vorjahr: 38.850.000) Stückaktien, mit einem rechnerischen Wert von je 1,10 €, eingeteilt. GENEHMIGTES KAPITAL UND BEDINGTE KAPITALERHÖ- HUNG Der Vorstand wurde mit Beschluss der 20. Hauptversammlung vom 3. Juli 2014 ermächtigt, bis zum 2. Juli 2019 das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu 21.367,5 Tsd. €, durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien, gegen Bareinlage oder Sacheinlage, einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinsti- tute gemäß § 153 Abs. 6 AktG, zu erhöhen. Der Vorstand wurde er- mächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre ganz oder teilweise auszuschließen sowie mit Zustim- mung des Aufsichtsrats die näheren Ausgabebedingungen (insbeson- dere Ausgabebetrag, Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der Aktien- rechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen (genehmigtes Kapital). Der Aufsichtsrat wurde ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen. Darüber hinaus wurde in der 20. Hauptversammlung am 3. Juli 2014 die in der Hauptversammlung vom 7. Juli 2010 beschlossene Ermäch- tigung zur Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen widerrufen und gleichzeitig der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Auf- sichtsrats bis zum 2. Juli 2019 einmalig oder mehrmals auf den Inha- ber lautende Wandelschuldverschreibungen im Gesamtbetrag von bis zu 150.000,0 Tsd. € auszugeben und den Inhabern von Wandelschuld- verschreibungen Umtausch- und/oder Bezugsrechte auf bis zu 19.425.000 Stück neue, auf Inhaber lautende Stückaktien der Gesell- schaft nach Maßgabe der vom Vorstand, mit Zustimmung des Auf- sichtsrats, festzulegenden Wandelschuldverschreibungsbedingungen zu gewähren. Der Vorstand wurde ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre auf Wandelschuldverschreibungen ganz oder teilweise auszuschließen. Die Wandelschuldverschreibungen können auch durch eine zu hundert Prozent direkt oder indirekt im Eigentum der AT S Austria Technologie Systemtechnik Aktiengesellschaft ste- hende Gesellschaft ausgegeben werden. Für diesen Fall wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats für die Gesell- schaft eine Garantie für die Wandelschuldverschreibungen zu über- nehmen und den Inhabern der Wandelschuldverschreibungen Um- tausch- und/oder Bezugsrechte auf Aktien der AT S Austria Techno- logie Systemtechnik Aktiengesellschaft zu gewähren. Außerdem wurde in diesem Zusammenhang das Grundkapital der Gesellschaft gemäß § 159 Abs 2 Z 1 AktG um bis zu 21.367,5 Tsd. € durch Ausgabe von bis zu 19.425.000 Stück neuen, auf Inhaber lau- tende Stückaktien bedingt erhöht. Diese bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als Inhaber von auf Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 3. Juli 2014 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen von dem ihnen gewähr- ten Umtausch- und/oder Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft Gebrauch machen. Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, mit Zu- stimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchfüh- rung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen (insbesondere Ausgabebetrag, Inhalt der Aktienrechte). Der Aufsichtsrat wurde Konzernabschluss zum 31. März 2015 45
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    148 ATS Geschäftsbericht2014/15 ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe der Aktien aus dem bedingten Kapital ergeben, zu beschließen. In Bezug auf das genehmigte Kapital bzw. die bedingte Kapitalerhö- hung ist folgende betragsmäßige Determinierung, entsprechend den Beschlüssen der 20. Hauptversammlung vom 3. Juli 2014, zu beach- ten: Die Summe aus (i) der Anzahl der nach den Bedingungen der Wandelschuldverschreibungen jeweils aus bedingtem Kapital aktuell ausgegebenen oder potenziell auszugebenden Aktien und (ii) der Anzahl der aus dem genehmigten Kapital ausgegebenen Aktien darf die Zahl von insgesamt 19.425.000 nicht überschreiten. IM UMLAUF BEFINDLICHE AKTIEN Die Anzahl der ausgegebe- nen Aktien beträgt 38.850.000 Stück zum 31. März 2015 (zum 31. März 2014: 38.850.000 Stück). EIGENE ANTEILE In der 19. ordentlichen Hauptversammlung vom 4. Juli 2013 wurde der Vorstand erneut ermächtigt, gemäß § 65 Abs. 1 Z. 8 AktG binnen 30 Monaten ab Beschlussfassung eigene Aktien der Gesellschaft im Ausmaß von bis zu 10 % des Grundkapitals der Gesell- schaft zu einem niedrigsten Gegenwert, der höchstens 30 % unter dem durchschnittlichen, ungewichteten Börsenschlusskurs der voran- gegangenen zehn Handelstage liegen darf, und einem höchsten Ge- genwert je Aktie, der höchstens 30 % über dem durchschnittlichen, ungewichteten Börsenschlusskurs der vorangegangenen zehn Han- delstage liegen darf, zu erwerben. Die Ermächtigung umfasst auch den Erwerb von Aktien durch Tochtergesellschaften der Gesellschaft (§ 66 AktG). Der Erwerb kann über die Börse, im Wege eines öffentli- chen Angebots oder auf eine sonstige gesetzlich zulässige Weise und zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck erfolgen. Der Vorstand wurde außerdem ermächtigt, eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie die bereits im Bestand der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen. Diese Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Teilen ausgeübt werden. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Einziehung von Aktien ergeben, zu beschließen. Der Konzern hat seit 15. Mai 2006 insgesamt 2.632.432 eigene Aktien zum jeweiligen Börsenkurswert im Gesamtwert von 47.484,0 Tsd. € gekauft. Im Geschäftsjahr 2013/14 wurden im Zuge der Kapitalerhö- hung 2.577.412 eigene Aktien veräußert. Zum 31. März 2015 hält der Konzern keine eigenen Aktien mehr. Weiters wurde der Vorstand in der 19. ordentlichen Hauptversamm- lung vom 4. Juli 2013, gemäß § 65 Abs. 1b AktG, ermächtigt, für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, sohin bis einschließlich 3. Juli 2018, mit Zustimmung des Aufsichtsrats und ohne weiteren Beschluss der Hauptversammlung, eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb sowie bereits im Bestand der Gesellschaft befindliche eigene Aktien der Gesellschaft auch auf andere Art als über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern oder zu verwenden, insbesondere eigene Aktien  zur Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, einschließlich der Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Aktienoptionen, Long-Term-Incentive-Plänen oder sonstigen Mitarbeiterbeteili- gungsprogrammen,  zur Bedienung von allenfalls ausgegebenen Wandelschuldverschrei- bungen,  als Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen, Beteiligungen oder sonstigen Vermögenswerten, und  zu jedem sonstigen gesetzlich zulässigen Zweck zu verwenden und hierbei die allgemeine Kaufmöglichkeit der Aktio- näre auszuschließen (Bezugsrechtsausschluss). Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise und auch in mehreren Teilen und zur Verfolgung mehrerer Zwecke ausgeübt werden. DIVIDENDE PRO AKTIE Im Geschäftsjahr 2014/15 wurden pro Aktie 0,20 € (im Geschäftsjahr 2013/14: 0,20 €) an Dividenden ausge- schüttet. 46 Konzernabschluss zum 31. März 2015
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    149Konzernabschluss 23. SONSTIGE RÜCKLAGENDie im Konzernergebnis realisierten Umgliederungsbeträge des sonstigen Ergebnisses und die Entwicklung der sonstigen Rücklagen stellen sich wie folgt dar: in Tsd. € Währungsumrech- nungsdifferenzen Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte Sicherungs- instrumente aus der Absicherung von Zahlungsströmen Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeit- nehmer nach Beendi- gung des Arbeitsver- hältnisses Sonstige Rücklagen Buchwert zum 31.03.2013*) 44.963 3 (89) (2.526) 42.351 Saldo unrealisierter Veränderungen vor Umgliederung, nach Steuern (42.695) – (314) – (43.009) Umgliederung realisierter, im Konzernergebnis erfasster Änderungen, nach Steuern – – 89 – 89 Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses – – – (728) (728) Buchwert zum 31.03.2014 2.268 3 (314) (3.254) (1.297) Saldo unrealisierter Veränderungen vor Umgliederung, nach Steuern 161.339 – (2.517) – 158.822 Umbewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses – – – (6.751) (6.751) Buchwert zum 31.03.2015 163.607 3 (2.831) (10.005) 150.774 *) Angepasst unter Anwendung von IAS 19 revised. Zur Darstellung der Ertragsteuern, die auf die einzelnen Bestandteile des sonstigen Ergebnisses einschließlich der Umgliederungsbeträge entfal- len, wird auf Erläuterung 7 „Ertragsteuern“ verwiesen. Konzernabschluss zum 31. März 2015 47
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    150 ATS Geschäftsbericht2014/15 24. ERGEBNIS JE AKTIE Der Gewinn je Aktie wird gemäß IAS 33 „Ergebnis je Aktie“ (Earnings per Share) berechnet. GEWICHTETER DURCHSCHNITT DER IM UMLAUF BEFINDLI- CHEN AKTIEN Die Anzahl der ausgegebenen Aktien beträgt 38.850.000 Stück. Zum Stichtag 31. März 2015 werden keine eigenen Aktien gehalten, die für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie in Abzug zu bringen gewesen wären. Der gewichtete Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien zur Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie beträgt 38.850 Tsd. Stück im Geschäftsjahr 2014/15 bzw. 30.821 Tsd. Stück im Geschäftsjahr 2013/14. Der gewichtete Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien zur Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie beträgt 38.850 Tsd. Stück im Geschäftsjahr 2014/15 bzw. 31.618 Tsd. Stück im Geschäfts- jahr 2013/14. Die folgende Tabelle zeigt die Zusammensetzung des verwässerten gewichteten Durchschnitts der im Umlauf befindlichen Aktien für die angegebenen Perioden: in Tsd. Stück 2014/15 2013/14 Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien – Basisberechnung 38.850 30.821 Verwässernde Auswirkung – 797 Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien – verwässerter Wert 38.850 31.618 UNVERWÄSSERTES ERGEBNIS JE AKTIE Die Basisberechnung des Ergebnisses pro Aktie wird ermittelt, indem man das Konzernergebnis der jeweiligen Periode, das den Aktionären der Gesellschaft zuzurech- nen ist, durch den gewogenen Mittelwert der im Umlauf befindlichen Stammaktien der jeweiligen Periode dividiert. 2014/15 2013/14 Konzernergebnis (in Tsd. €) 69.279 38.168 Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien – Basisberechnung (in Tsd. Stück) 38.850 30.821 Unverwässertes Ergebnis je Aktie (in €) 1,78 1,24 VERWÄSSERTES ERGEBNIS JE AKTIE Das verwässerte Ergebnis je Aktie wird ermittelt, indem man das Konzernergebnis der jeweiligen Periode, das den Aktionären der Gesellschaft zuzurechnen ist, durch den gewogenen Mittelwert der Anzahl der im Umlauf befindlichen Stammaktien zuzüglich der Anzahl der möglichen ausständigen Stammaktien der jeweiligen Periode dividiert. Die möglichen ausstän- digen Stammaktien setzen sich aus den zusätzlich auszugebenden Aktien für ausübbare Optionen bzw. Bezugsrechte zusammen und sind im verwässerten Ergebnis pro Aktie enthalten. 2014/15 2013/14 Konzernergebnis (in Tsd. €) 69.279 38.168 Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien – verwässerter Wert (in Tsd. Stück) 38.850 31.618 Verwässertes Ergebnis je Aktie (in €) 1,78 1,21 25. WESENTLICHE EREIGNISSE NACH DEM BILANZ- STICHTAG Am 28. April 2015 gab ATS ihren Einstieg in die nächste Leiterplattengeneration, der sogenannten „substratähnlichen Leiter- platte“, bekannt. Dies erfolgt durch den Aufbau weiterer Kapazitäten am Standort Chongqing. Dadurch erhöht sich das geplante Investiti- onsvolumen an diesem Standort bis Mitte 2017 von ursprünglich 350 Mio. € auf 480 Mio. €. Darüber hinaus wurden bis zum 5. Mai 2015 keine Ereignisse oder Entwicklungen bekannt, die zu einer wesentlichen Änderung des Ausweises oder Wertansatzes der einzelnen Vermögenswerte und Schuldenposten zum 31. März 2015 geführt hätten. V. Sonstige Angaben 48 Konzernabschluss zum 31. März 2015
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    151Konzernabschluss 26. GESCHÄFTSVORFÄLLE MITNAHESTEHENDEN PERSONEN UND UNTERNEHMEN Im Zusammenhang mit diversen Projekten hat der Konzern Leistungen von Beratungsunternehmen, bei denen der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Androsch für die AIC Androsch International Management Consulting bzw. der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Ing. Dörflinger für die Dörflinger Management Betei- ligungs GmbH als Geschäftsführer einzelvertretungsbefugt sind sowie Rechtsberatung von Frotz Riedl Rechtsanwälte, bei denen Aufsichtsrats- mitglied Dr. Riedl als selbstständiger Rechtsanwalt tätig ist, erhalten: in Tsd. € 2014/15 2013/14 AIC Androsch International Management Consulting GmbH 380 387 Dörflinger Management Beteiligungs GmbH 8 5 Frotz Riedl Rechtsanwälte 3 6 391 398 Zum Bilanzstichtag bestehen keine ausstehenden Salden oder Verpflichtungen gegenüber den benannten Rechts- und Beratungsunternehmen. MITGLIEDER DES VORSTANDS UND DES AUFSICHTSRATS Im Geschäftsjahr 2014/15 und bis zur Veröffentlichung des Konzernab- schlusses waren folgende Personen als VORSTAND tätig:  DI (FH) Andreas Gerstenmayer (Vorstandsvorsitzender)  Dr. Karl Asamer (stellvertretender Vorstandsvorsitzender)  Ing. Heinz Moitzi Im Geschäftsjahr 2014/15 waren folgende Personen als AUFSICHTSRATSMITGLIEDER bestellt:  Dr. Hannes Androsch (Vorsitzender)  Ing. Willibald Dörflinger (1. Stellvertreter des Vorsitzenden)  DDr. Regina Prehofer (2. Stellvertreterin des Vorsitzenden)  Dkfm. Karl Fink  DI Albert Hochleitner  Mag. Gerhard Pichler  Dr. Georg Riedl  Dr. Karin Schaupp Vom Betriebsrat waren delegiert:  Wolfgang Fleck  Sabine Fussi  Franz Katzbeck  Günther Wölfler Die Anzahl der ausstehenden Aktienoptionen und der Personalaufwand aus zugeteilten Aktienoptionen stellen sich wie folgt dar: Anzahl der ausstehenden Aktienoptionen (in Stück) Personalaufwand (in Tsd. €) 31.03.2015 31.03.2014 2014/15 2013/14 DI (FH) Andreas Gerstenmayer 80.000 120.000 218 60 Ing. Heinz Moitzi 60.000 90.000 114 89 Vorstandsmitglieder gesamt 140.000 210.000 332 149 Andere Führungskräfte gesamt 37.000 55.500 99 46 177.000 265.500 431 195 Konzernabschluss zum 31. März 2015 49
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    152 ATS Geschäftsbericht2014/15 Die Anzahl der ausstehenden Aktienkurs-Wertsteigerungsrechte und der Personalaufwand aus zugeteilten Aktienkurs-Wertsteigerungsrechten stellen sich wie folgt dar: Anzahl der ausstehenden Aktien- kurs-Wertsteigerungsrechte Personalaufwand (in Tsd. €) 31.03.2015 2014/15 DI (FH) Andreas Gerstenmayer 40.000 69 Dr. Karl Asamer 30.000 52 Ing. Heinz Moitzi 30.000 52 Vorstandsmitglieder gesamt 100.000 173 Andere Führungskräfte gesamt 130.000 224 230.000 397 Es wird auf die Erläuterungen zu den Aktienoptionsprogrammen unter Erläuterung 15 „Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten“ verwiesen. Im Geschäftsjahr betragen die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstands und der leitenden Angestellten gemäß IAS 24: 2014/15 2013/14 in Tsd. € Fix Variabel Summe Fix Variabel Summe DI (FH) Andreas Gerstenmayer 429 506 935 428 373 801 Dr. Karl Asamer 361 301 662 – – – Ing. Heinz Moitzi 359 361 720 357 424 781 Leitende Angestellte 4.134 1.996 6.130 3.898 1.598 5.496 8.447 7.078 Gemäß IAS 24 sind dies Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen, die direkt/indirekt für die Planung, Leitung und Überwachung der Tätigkeiten des Unternehmens zuständig sind und verantwortlich sind; dies schließt Mitglieder der Geschäftsführung ein. Die Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen der Mitglieder des Vorstands und der leitenden Angestellten betragen: Abfertigungen Geschäftsjahr Pensionen Geschäftsjahr in Tsd. € 2014/15 2013/14 2014/15 2013/14 Aufwand im Periodenergebnis erfasst 165 136 328 322 Neubewertung im sonstigen Ergebnis erfasst 381 2 2.550 472 Auf das Geschäftsjahr entfallende und der Hauptversammlung vorgeschlagene Gesamtvergütung für persönlich erbrachte Leistungen der Mit- glieder des Aufsichtsrats: 2014/15 2013/14 in Tsd. € Fix Variabel Summe Fix Variabel Summe Dr. Hannes Androsch 35 19 54 35 18 53 Ing. Willibald Dörflinger 28 9 37 26 9 35 DDr. Regina Prehofer 25 9 34 25 9 34 Dkfm. Karl Fink 24 9 33 23 9 32 DI Albert Hochleitner 25 9 34 23 9 32 Mag. Gerhard Pichler 25 9 34 24 9 33 Dr. Georg Riedl 25 9 34 24 9 33 Dr. Karin Schaupp 22 9 31 22 9 31 209 82 291 202 81 283 50 Konzernabschluss zum 31. März 2015
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    153Konzernabschluss Aktienbesitz und Aktienoptionender Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats zum 31. März 2015: Aktien Aktienoptionen Summe Aktien und Aktienoptionen % Kapital Vorstandsmitglieder 16.786 140.000 156.786 0,40 Aufsichtsratsmitglieder: Dr. Hannes Androsch 599.699 – 599.699 1,54 Übrige Aufsichtsratsmitglieder 42.250 – 42.250 0,11 Summe Aufsichtsratsmitglieder 641.949 – 641.949 1,65 Privatstiftungen: Androsch Privatstiftung 6.339.896 – 6.339.896 16,32 Dörflinger Privatstiftung 6.902.380 – 6.902.380 17,77 Summe Privatstiftungen 13.242.276 – 13.242.276 34,09 13.901.011 140.000 14.041.011 36,14 27. AUFWENDUNGEN FÜR DEN KONZERNAB- SCHLUSSPRÜFER Die auf das Geschäftsjahr entfallenden Auf- wendungen für den Konzernabschlussprüfer stellen sich wie folgt dar: in Tsd. € 2014/15 2013/14 Konzern- und Jahresabschlussprüfung 124 125 Andere Bestätigungsleistungen 2 101 Sonstige Leistungen 48 52 174 278 Darin sind die Aufwendungen für andere Netzwerkmitglieder des Konzernabschlussprüfers, beispielsweise für die Abschlussprüfung der Tochterunternehmen oder Steuerberatungsleistungen, nicht enthal- ten. 28. PERSONALSTAND Die Durchschnittszahlen der im Ge- schäftsjahr beschäftigten Mitarbeiter stellen sich wie folgt dar: 2014/15 2013/14 Arbeiter 5.924 5.488 Angestellte 1.714 1.539 7.638 7.027 Die Ermittlung des Personalstands beinhaltet Leihpersonal im Bereich der Arbeiter für das Geschäftsjahr 2014/15 in durchschnittlicher Höhe von 3.264 und für das Geschäftsjahr 2013/14 in durchschnittlicher Höhe von 3.045. Leoben-Hinterberg, am 5. Mai 2015 Der Vorstand DI (FH) Andreas Gerstenmayer e.h. Dr. Karl Asamer e.h. Ing. Heinz Moitzi e.h. Konzernabschluss zum 31. März 2015 51
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    154 Erklärung allergesetzlichen Vertreter Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards erstellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäfts- verlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertrags- lage des Konzerns entsteht und dass der Konzernlagebericht die we- sentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist. Leoben-Hinterberg, am 5. Mai 2015 Der Vorstand DI (FH) Andreas Gerstenmayer Vorstandsvorsitzender Dr. Karl Asamer Finanzvorstand Ing. Heinz Moitzi Technikvorstand Erklärung aller gesetzlichen Vertreter 52 Erklärung aller gesetzlichen Vertreter
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    155Bestätigungsvermerk BERICHT ZUM KONZERNABSCHLUSSWir haben den beige- fügten Konzernabschluss der AT S Austria Technologie System- technik Aktiengesellschaft, Leoben-Hinterberg, für das Geschäftsjahr vom 1. April 2014 bis 31. März 2015 geprüft. Dieser Konzernabschluss umfasst die Konzernbilanz zum 31. März 2015, die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, die Konzerngesamtergebnisrechnung, die Kon- zerngeldflussrechnung und die Konzerneigenkapitalveränderungs- rechnung für das am 31. März 2015 endende Geschäftsjahr sowie den Konzernanhang. VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER FÜR DEN KONZERNABSCHLUSS UND FÜR DIE BUCHFÜHRUNG Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Konzernbuch- führung sowie für die Aufstellung eines Konzernabschlusses verant- wortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den nach § 245a UGB zu beachtenden unternehmensrecht- lichen Vorschriften vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Ge- staltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontroll- systems, soweit dieses für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und An- wendung geeigneter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung der gegebe- nen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen. VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS UND BE- SCHREIBUNG VON ART UND UMFANG DER GESETZLI- CHEN ABSCHLUSSPRÜFUNG Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beach- tung der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung sowie der vom Inter- national Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) der Interna- tional Federation of Accountants (IFAC) herausgegebenen Internatio- nal Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Diese Grundsätze erfor- dern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können, ob der Konzernabschluss frei von wesentli- chen Fehldarstellungen ist. Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Konzernabschluss. Die Auswahl der Prüfungs- handlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftre- tens wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtig- ten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risi- koeinschätzung berücksichtigt der Abschlussprüfer das interne Kon- trollsystem, soweit es für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete Prüfungshand- lungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirk- samkeit der internen Kontrollen des Konzerns abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzli- chen Vertretern vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Konzernabschlusses. Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prü- fungsnachweise erlangt haben, sodass unsere Prüfung eine hinrei- chend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt. PRÜFUNGSURTEIL Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung den gesetz- lichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. März 2015 sowie der Ertragslage des Konzerns und der Zahlungsströme des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. April 2014 bis zum 31. März 2015 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind. AUSSAGEN ZUM KONZERNLAGEBERICHT Der Konzernla- gebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prü- fen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine falsche Vorstel- lung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebe- richt mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die Angaben nach § 243a UGB zutreffen. Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss. Die Angaben gemäß § 243a UGB sind zutref- fend. Wien, den 5. Mai 2015 PwC Wirtschaftsprüfung GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft gez.: Mag. Christian Neuherz Wirtschaftsprüfer Eine von den gesetzlichen Vorschriften abweichende Offenlegung, Veröffentlichung und Vervielfältigung im Sinne des § 281 Abs. 2 UGB in einer von der bestätigten Fassung abweichen- den Form unter Beifügung unseres Bestätigungsvermerks ist nicht zulässig. Im Fall des bloßen Hinweises auf unsere Prüfung bedarf dies unserer vorherigen schriftlichen Zustimmung. Bestätigungsvermerk Bestätigungsvermerk 53
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    156 ATS Geschäftsbericht2014/15 Advanced-Concepts-Team Team bestehend aus Technologiefrüherkennung und Business Development, das sich vornehmlich mit der Identifizierung neuer Technologien und Produkte für ATS beschäftigt Assembly Service Bestückung von Komponenten auf (oder in) der Leiterplatte ATX Global Player Ist ein nach Streubesitz gewichteter Preisindex und besteht aus allen Aktien, die an der Wiener Börse (im „Prime Market“) gehandelt werden und mindestens 20 % ihres Umsatzes außerhalb Europas erwirtschaften. ATX Prime Der ATX Prime ist ein kapitalisierungsgewichteter Preisindex der Wiener Börse und besteht aus sämtlichen Aktien, die im Prime Market notiert sind. Der ATX Prime ist der breite Index für jene Aktien, die über eine ausreichende Kapitalisierung verfügen und die erhöhten Transparenz- und Publizitätskriterien erfüllen. BGA-Substrate Ball-Grid-Array-Substrat; das Substrat ist zumindest 1,2mal so groß wie der darauf befindliche Chip CAPEX Die CAPEX stellen die Zahlungswirksamen Investitionen in das Sach- bzw. Immaterielle Anlagevermögen dar, d.h. die Anlagenzugänge werden um nicht zahlungswirksame Effekte bereinigt. Cash Earnings Berechnung siehe Lagebericht Corporate Citizenship Bürgerschaftliches Engagement in und von Unternehmen, die eine mittel- und langfristige unternehmerische Strategie auf der Basis verantwortungsvollen Handelns verfolgt und sich über die eigentliche Geschäftstätig- keit hinaus als „guter Bürger“ aktiv für die lokale Zivilgesellschaft oder z.B. für ökologische oder kulturelle Belange engagiert. Corporate Governance Kodex Regelwerk für die verantwortungsvolle Führung und Leitung von Unternehmen; Geltung erlangt der Kodex durch die freiwillige Selbstverpflichtung von Unternehmen Corporate Social Responsibility (CSR) Beitrag des Unternehmens zu einer nachhaltigen Entwicklung, die über die gesetzlichen Forderungen hinaus- geht. CSR steht für verantwortliches unternehmerisches Handeln in der eigentlichen Geschäftstätigkeit, über ökologisch relevante Aspekte (Umwelt) bis hin zu den Beziehungen mit Mitarbeitern (Arbeitsplatz) und dem Austausch mit den relevanten Anspruchs- bzw. Interessengruppen. Covenants (financial) Ein Covenant stellt eine Verpflichtung des Schuldners gegenüber dem Gläubiger dar bestimmte Kriterien nicht zu über- oder zu unterschreiten. Die gängigsten Covenants sind EK-Quote bzw. Nettoverschul- dung/EBITDA. Coverage Unternehmensanalyse mit Bewertung durch Finanzanalysten Glossar Glossar 1 Advanced-Concepts-Team Team bestehend aus Technologiefrüherkennung und Business Development, das sich vornehmlich mit der Identifizierung neuer Technologien und Produkte für ATS beschäftigt Assembly Service Bestückung von Komponenten auf (oder in) der Leiterplatte ATX Global Player Ist ein nach Streubesitz gewichteter Preisindex und besteht aus allen Aktien, die an der Wiener Börse (im „Prime Market“) gehandelt werden und mindestens 20 % ihres Umsatzes außerhalb Europas erwirtschaften. ATX Prime Der ATX Prime ist ein kapitalisierungsgewichteter Preisindex der Wiener Börse und besteht aus sämtlichen Aktien, die im Prime Market notiert sind. Der ATX Prime ist der breite Index für jene Aktien, die über eine ausreichende Kapitalisierung verfügen und die erhöhten Transparenz- und Publizitätskriterien erfüllen. BGA-Substrate Ball-Grid-Array-Substrat; das Substrat ist zumindest 1,2mal so groß wie der darauf befindliche Chip BYOD Bring your own device - es wird den Mitarbeitern gestattet, Ihre privaten Geräte zu verwenden um auf Fir- mendaten zuzugreifen CAPEX Die CAPEX stellen die Zahlungswirksamen Investitionen in das Sach- bzw. Immaterielle Anlagevermögen dar, d.h. die Anlagenzugänge werden um nicht zahlungswirksame Effekte bereinigt. Cash Earnings Berechnung: siehe Lagebericht Corporate Governance Kodex Regelwerk für die verantwortungsvolle Führung und Leitung von Unternehmen; Geltung erlangt der Kodex durch die freiwillige Selbstverpflichtung von Unternehmen Corporate Social Responsibility (CSR) Beitrag des Unternehmens zu einer nachhaltigen Entwicklung, die über die gesetzlichen Forderungen hinaus- geht. CSR steht für verantwortliches unternehmerisches Handeln in der eigentlichen Geschäftstätigkeit, über ökologisch relevante Aspekte (Umwelt) bis hin zu den Beziehungen mit Mitarbeitern (Arbeitsplatz) und dem Austausch mit den relevanten Anspruchs- bzw. Interessengruppen. Covenants (financial): Ein Covenant stellt eine Verpflichtung des Schuldners gegenüber dem Gläubiger dar bestimmte Kriterien nicht zu über- oder zu unterschreiten. Die gängigsten Covenants sind EK-Quote bzw. Nettoverschul- dung/EBITDA. Coverage Unternehmensanalyse mit Bewertung durch Finanzanalysten CSP-Substrate Chip-Scale-Packaging-Substrate; das Substrat ist max. 1,2 so groß wie der darauf befindliche Chip Glossar 2 Glossar
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    157Glossar CSP-Substrate Chip-Scale-Packaging-Substrate; das Substratist max. 1,2 so groß wie der darauf befindliche Chip Duration Durchschnittliche Rückzahlungsdauer der finanziellen Verbindlichkeiten. EBIT Betriebsergebnis = Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (Earnings Before Interest and Taxes) EBIT-Marge EBIT in Prozent der Umsatzerlöse EBITDA Betriebsergebnis vor Abschreibungen und Amortisationen (Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortisation) EBITDA-Marge EBITDA in Prozent der Umsatzerlöse ECP® Technologie Von ATS entwickelte Technologie, um aktive und/oder passive elektronische Bauteile in das Leiterplattenin- nere einzubetten (Embedded Component Packaging Technologie) ® Registrierte Marke AT 255868 Embedding Integration aktiver und/oder passiver elektronischer Bauteile in das Innere der Leiterplatte EN9100 Qualitätsmanagementnorm Luftfahrt/Raumfahrt EN ISO 13485 EN ISO 13485 ist eine international gültige Norm, welche die Anforderungen an ein Qualitätsmanagementsys- tem für Organisationen festlegt, die Medizinprodukte entwickeln, herstellen, installieren oder instand halten. FE Forschung Entwicklung FF Formfaktor Flex-to-install Leiterplatten, die für den platzeffizienten Einbau (z.B. in ein Gehäuse) gebogen werden HDI Leiterplatten Leiterplatten mit Strukturen kleiner 100 Mikrometer bzw. 0,1 Millimeter (High Density Interconnection) Hedging Finanzgeschäft zur Absicherung gegen Risiken, beispielsweise von Wechselkurs- oder Zinsschwankungen High-End-Segment Technologisch anspruchsvolles Segment, auf das ATS als Technologieführer fokussiert
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    158 ATS Geschäftsbericht2014/15 IC-Substrate IC-Substrate sind mehrlagige, elektrisch leitende Schaltungsträger für Silizium-Halbleiter, auch Chips oder Integrated Circuits/ICs genannt, und stellen das Bindeglied zwischen Halbleitern und Leiterplatte dar. IFRS Die International Financial Reporting Standards sind die internationalen Rechnungslegungsvorschriften, wel- che für ATS, als börsennotiertes Unternehmen, verpflichtend gelten Internet of Things Eine Entwicklung, die darauf basiert, wie Internet-verbundene Geräte verwendet werden, um den Datenaus- tausch zu verbessern, komplexe Prozesse in der Industrie zu automatisieren und wertvolle Informationen zu generieren Internet of Everthing Die meisten der heute verwendeten „verbundenen Geräte“ benötigen eine aktive Interaktion durch den Benutzer und werden vor allem für die Informationsbeschaffung oder Unterhaltung verwendet. Der Großteil der 50 Milliarden verbundenen Dinge im Jahr 2020 wird dafür verwendet werden, Systeme in unterschied- lichsten Bereichen (Industrie, Smart Home, Smart City, Smart Energy, Smart Healthcare Wearables u.v.a.) zu überwachen und zu steuern IRR Die Innovation Revenue Rate stellt den Umsatzanteil von Produkten dar, welche neue, innovative Technolo- gien aufweisen und deren Markteinführung in den letzten drei Jahren stattfand. ISIN Alphanumerische Wertpapierkennnummer zur weltweiten Identifizierung von Wertpapieren (International Securities Identification Number) ISO Internationale Organisation für Normung ISO 14001 Umweltmanagementnorm ISO 9001 Qualitätsmanagementnorm ISO/TS 16949 Anerkannte ISO-technische Spezifikation, fasst die Anforderungen der internationalen Automobilhersteller zusammen Lötstoppmaske Lack zum Schutz der Leiterplattenoberfläche L/S Line/Space Breite und Abstand von Leiterzügen LTI Long-Term-Incentive: langfristig orientiertes Bonussystem 4 Glossar
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    159GlossarGlossar 3 MEMS Mikro ElektroMechanisches System Microvia Bei Microvias handelt es sich um kleinste Bohrungen, die mit einem Laser gebohrt werden und die elektrische Verbindung zwischen den Lagen in einem Multilayer erzeugen. Miniaturisierung Trend zu immer feineren Leiterplattenstruktur auf immer kleinerer Oberfläche Modularisierung Einzelkomponenten werden zu Modulen zusammengefasst Multilayer Mehrlagige Leiterplatte Net CAPEX CAPEX abzüglich Einzahlungen aus der Veräußerung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten Nettoverschuldung Berechnung siehe Lagebericht NOPAT Das Net Operating Profit After Tax stellt den um das Finanzergebnis bereinigten Jahresüberschuss dar. Be- rechnung siehe Lagebericht. OHSAS 18001 Arbeitssicherheitsmanagementnorm (Occupational Health and Safety Assessment Series) One-on-Ones Einzelgespräche One-Stop-Shop Dem Kunden ist es möglich, an einem Anlaufpunkt (One Stop – ein Halt) mehrere Bedürfnisse zu befriedigen. ÖCGK Österreichischer Corporate Governance Kodex; siehe „Corporate Governance Kodex“ Prime Market Umfasst Aktienwerte der Wiener Börse, die zum Amtlichen Handel oder zum Geregelten Freiverkehr zugelas- sen sind und speziellen Zusatzanforderungen entsprechen PTH Plated-Trough-Hole / Durchkontaktiert Ramp-up Hochfahren eines Werks Retail Bonds Unternehmensanleihen deren Zeichner sowohl private als auch an institutionelle Investoren sein können.
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    160 ATS Geschäftsbericht2014/15 Rigid-Flex Leiterplatte Siehe ATS Produktportfolio ROCE Das Return On Capital Employed gibt an, wieviel Rendite ein Unternehmen mit seinem eingesetzten Kapital erwirtschaftet. Berechnung siehe Lagebericht Sale-and-Lease-Back Sonderform des Leasings, bei der eine Organisation eine Immobilie oder auch bewegliche Sachen an eine Leasinggesellschaft verkauft und sie zur weiteren Nutzung anschließend wieder zurückleast Schuldscheindarlehen Sind anleiheähnliche mittel- oder langfristige Großkredite. Darlehensgeber sind in erster Linie Banken oder Versicherungen. Die Darlehensurkunde ist ein Schuldschein. Stock Options Aktienoptionen Swap Ein Swap ist ein derivatives Finanzinstrument, das künftige Zahlungsströme tauscht. In der Regel werden Währungen (Währungsswaps) bzw. fixe und variable Zinszahlungen (Zinsswaps) getauscht. System-in-board (SiB) Wenn passive oder/und aktive Komponenten in einer Leiterplatte eingebettet sind System-in-package (SiP) Besteht aus einem oder mehreren Halbleitern und passiven Komponenten, welche ein System oder einen funktionellen Block bilden Verschuldungsgrad Berechnung: siehe Lagebericht WACC Die Weighted Average Cost of Capital stellen die durchschnittlichen Kapitalkosten dar, die das Unternehmen für die Aufnahme von Eigen- bzw. Fremdkapital bezahlen muss. Wearable Devices Tragbare elektronische Geräte
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    Kontakt/Impressum AT SAustria Technologie Systemtechnik Aktiengesellschaft Fabriksgasse 13 8700 Leoben Österreich Tel.: +43 (0)3842 200-0 ir@ats.net www.ats.net Herausgeber und für den Inhalt verantwortlich AT S Austria Technologie Systemtechnik Aktiengesellschaft Fabriksgasse 13 8700 Leoben Österreich Beratung, Konzept und Gestaltung allgemeiner Teil Mensalia Unternehmensberatungs GmbH, Wien Fotos Klaus Vyhnalek Fotografie, Wien Daniel Novotny: Seite 42 Werbeagentur DMP: Seiten 15, 16, 17 Illustrationen/Grafiken Stefanie Hilgarth/carolineseidler.com: Seiten 18, 19 Werbeagentur DMP: Seiten 16, 17, 46, 47, 79, 91, 92 Disclaimer Dieser Bericht enthält zukunftsbezogene Aussagen, die auf Basis von zum Erstellungszeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen wurden. Sie werden üblicherweise mit Wörtern wie „erwarten“, „planen“, „rechnen“, „beabsichtigen“, „könnten“, „werden“, „Ziel“, „Einschätzung“ und ähnlichen Begriffen umschrieben. Aussagen dieser Art beruhen auf aktuellen Erwartungen und Annahmen. Solche Aussagen unterliegen ihrer ­Natur nach bekannten und unbekannten Risiken und Unsicherheiten. Die tatsächlichen Entwicklungen ­können von den dargestellten Erwartungen daher wesentlich abweichen. Empfänger dieses Berichts sollten diese Aus- sagen daher nur mit der entsprechend gebotenen Vorsicht zur Kenntnis nehmen. Weder ATS noch irgend­ eine andere Person übernehmen für die Richtigkeit und Vollständigkeit der in diesem Bericht enthaltenen, die Zukunft betreffenden Aussagen Verantwortung. ATS übernimmt keine Verpflichtung, diese Aussagen, etwa in Hinblick auf geänderte Annahmen und Erwartungen oder zukünftige Entwicklungen und Ereignisse sowie tatsächliche Ergebnisse, zu aktualisieren. Durch die kaufmännische Rundung von in diesem Bericht enthaltenen Einzelpositionen und Prozentangaben kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen. Personenbezogene Formulierungen sind geschlechtsneutral zu verstehen. Dieser Bericht stellt keine Empfehlung oder Einladung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren der ATS dar. Der Bericht wurde in deutscher und englischer Sprache verfasst. Maßgeblich ist in Zweifelsfällen die deutsch- sprachige Version. Druck- und Satzfehler vorbehalten. Veröffentlicht am 17. Juni 2015