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Partizipationskonzept: Entwicklung eines digitalen Diskursraumes

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Beschreibung

Projektaufgabe Modul Gestaltung 1 an der UdK Berlin: “Democracy is the possibility to disagree”: Aufgabe war die Konzeption eines “Dritten Raumes”, eines digitalen Diskursraumes, der den Dialog zu kontroversen Stadtentwicklungsthemen visualisiert sowie Möglichkeiten zur demokratischen Partizipation schafft.
Fallbeispiel: Das Sanierungsgebiet “Nördliche Luisenstadt” in Berlin Mitte/Kreuzberg.

Transkript

  1. 1. Democracy is the possibility to disagree. Die Gestaltung eines dritten Raumes zur Visualisierung von kontroversen Stadtenwicklungsthemen in Berlin. LDK - Gestaltung 1 - Projektaufgabe Universität der Künste Berlin // Zu Gast bei Edenspiekermann Öffentliche Präsentation vom 19.03.2013
  2. 2. How to design matters of concern? Gestaltung der Dinge von Belang Projekt an der Universität der Künste Berlin Masterstudiengang "Leadership Digitale Kommunikation" Modul Gestaltung 1 Projektzeitraum: 15.02. – 31.03.2013 Betreuung: Pia Betton, Dr. Ralf Grötker, Prof. Peter Friedrich Stephan
  3. 3. Thema des Moduls Gestaltung 1. Gesucht wird ein neuer Zugang zum Umgang mit öffentlichen Angelegenheiten, den „matters of concern“ im Gegensatz zu den „matters of fact“ (nach der Unterscheidung von Latour).  Die These ist, dass Kompetenzen aus dem Cognitive Design und dem Service Design hier einen wesentlichen Beitrag liefern können. Eine zentrale Frage betrifft die Integration von Laienexpertise.
  4. 4. Agenda. 1. Thema 2. Hintergrund 3. Vorgehen 4. Projektidee 5. Fazit
  5. 5. Team Henriette Lüderitz Rea Novakovic Marja Annecke Research & Layout & Animation Strategie & Partizipationskonzept Konzeptpräsentation "Henri Contact is King" "Rea Grandmaster "Kitty Keynote Jedi" Flash"
  6. 6. 1.Thema
  7. 7. Hintergrund. Seit vielen Jahren ist die Wohnsituation in Berlin, für eine Stadt dieser Größenordnung, einzigartig: In kaum einer anderen Metropole Europas besteht noch die Möglichkeit in den innerstädtischen Bezirken zu bezahlbaren Mieten zu wohnen. Doch Bezirke werden weiter saniert, die Mieten steigen.
  8. 8. Gentrifizierung ist in Berlin ein stark politisierter Begriff, meint aber zunächst nur "Umbau". (Auf Dänisch sagt man "Kvarterløft" "Verschönerung")
  9. 9. Wer sind die "Guten" und wer die "Bösen"? Der Diskurs über die Veränderung Berlins ist in vollem Gang.
  10. 10. Dieser wird stark über Sichtbarkeit "auf der Straße" ausgetragen.
  11. 11. Für andere Meinungen ist wenig Platz.
  12. 12. Die Nördliche Luisenstadt in Berlin wird ab 2014 saniert. Foto: Rehavet Havası, http://rehavet.blogspot.de/
  13. 13. Herausforderung. Wir glauben dass Stadtentwicklung vor allem gemeinsam erfolgreich ist. Die Herausforderung liegt darin eine Lösung für einen Dialog zu entwickeln, die auch für die anderen Beteiligten wie Politik und Investoren attraktiv ist.
  14. 14. Unser Concern. Es geht um Sozialverträglichkeit und Partizipation bei der Gestaltung des eigenen Stadtteils.  Wie schaffen wir es dass die Anwohner im Sanierungsgebiet nicht von den Sanierungsplänen überrollt werden?
  15. 15. Wie können wir darüber hinaus einen digitalen Diskursraum schaffen, der die Anliegen aller Beteiligten angemessen und transparent zur Geltung und in produktiven Austausch bringt?
  16. 16. Vision. Ansprüche auf demokratische Teilhabe müssen nicht nur gestellt und gewährt werden, sondern methodisch im Detail praktisch umsetzbar sein. Neu wäre: Bürger bündeln und artikulieren ihre Interessen auf neuem Niveau und werden damit attraktiver für andere und weiter denkende Investoren in neuartigen Partnerschaften. Interessenkonflikte sind damit nicht aus der Welt, aber es gibt einen Ort, einen “dritten Raum”, um sie darzustellen und auszutragen.
  17. 17. 2. Hintergrund
  18. 18. Das Sanierungsgebiet. Ein paar Fakten.
  19. 19. 26 ha
  20. 20. 1527 Einwohner
  21. 21. 199 Grundstücke
  22. 22. 840 Wohnungen 
  23. 23. 5,15 EUR/ qm / NKM
  24. 24. Multilingual
  25. 25. Historische Ansicht.
  26. 26. Sanierungsgebiet.
  27. 27. Eigentumsverhältnisse.
  28. 28. Die Adalbertstrasse unterliegt gefühlt immer noch der Teilung Berlins.
  29. 29. Unser Projektauschnitt. Adalbert- Strasse
  30. 30. Status Quo. Die zur Zeit laufende Sanierungsplanung enthält ein städtebauliches Entwicklungskonzept für den öffentlichen Raum, das unter Beteiligung der betroffenen Bürger zustande kommen soll.
  31. 31. Über 20 Initiativen gibt es schon.
  32. 32. 3. Vorgehen
  33. 33. Diese Interessensgruppen haben wir identifiziert. Wirtschaftsraum Lebensraum Investoren Anwohner Gewerbetreibende Hauseigentümer Kulturvereine Polit. Organisationen Bauherren Religiöse Gemeinden Stadt Berlin / Senat Denkmalschutz Schulleitungen Cause "Adalbertstrasse"
  34. 34. Die Zielgruppe ist extrem diversifiziert: Von jungen Familien über Hausbesetzer zu Investoren. Sabine M. Peter S. Andreas B. Tobi B. Mutter & Hausfrau Bürgerversammlung Stadtplanung KoSP Fotograf Mehmet A. John T. Adrian N. Lisa S. Restaurantbesitzer Immobilienmakler Kurator Künstlerin / USA Kurt H. Punks Harald P. Carsten N. Rentner & Hausbesetzer (Trinkteufel) Eigentümer Köpi 45 Investor & Eigentümer
  35. 35. Möglichkeitsräume
  36. 36. 4. Idee
  37. 37. Die Idee. Das digitale Plattform-Konzept "Luise, bestehend aus der Website www.weristluise.de und einer mobile Smartphone-App. Diese Tools werden allen Stakeholdern zur Verfügung gestellt und schliessen niemanden aus. Über Datenvisualisierung werden umfangreiche Informationen auf der Website dargestellt, z. B. zum aktuellen Status Quo der Sanierungspläne sowie zukünftige Pläne. Diese Transparenz ermöglicht einen offenen und interaktiven Dialog aller Beteiligten.
  38. 38. Wir sind die Schweiz.
  39. 39. Die Projektidee: www.weristluise.de Visualisierung kontroverser Stadtenwicklungsthemen Ergänzende Plattform Neutraler Austragungsort zu bestehenden Angeboten für Interessenkonflikte Plattform www.weristluise.de
  40. 40. Funktionen. Senat und beteiligte Investoren können ein Informationen zu laufenden Projekten im Sanierungsgebiet über die Website selbst updaten. Über die App ist es für Bürger und Interessierte möglich Vorschläge und Ideen zu leerstehenden Gebäuden und ungenutzten Flächen einzustellen und die Aktivität über ein Instantposting in ihre eigenen sozialen Netzwerke zu verbreiten, z.B. Facebook oder Twitter.
  41. 41. Funktionen. Wird ein neues Projekt eingestellt wird automatisch ein Geolocation-Tag auf der Plattform gesetzt, sodass auch andere Nutzer über Dienste wie Instagram oder Foursquare auf die Aktion aufmerksam werden. Gleichzeitig wird die Idee redaktionell überprüft und nach Freischaltung eine visuelle Kennzeichnung in Form eines Schildes an dem Gebäude angebracht, und so als teilnehmendes Projekt gekennzeichnet. Der visuelle Marker sorgt dafür, dass vorbeilaufende Menschen auf das Sanierungsgebiet und die Pläne aufmerksam werden.
  42. 42. Funktionen. Einige Objekte verfügen über einen Hinweis, dass eine “Augmented Reality” Funktion verfügbar ist und erlauben dadurch ein nahtloses Diffundieren der Offline- in die Online-Nutzung (“Seamless User Experience”). So kann zum Beispiel auf historische Details in dem Stadtgebiet aufmerksam gemacht und Geschichte erlebbar werden. Darüber hinaus ermöglicht die Plattform das Abstimmen aller Interessierten zu einzelnen Projekten; sobald ein Projekt zur Entscheidungsfindung freigeschaltet wird kann diese ebenfalls über die Website erfolgen.
  43. 43. Die Idee anhand der Customer Journey.
  44. 44. Customer Journey: Prozessschritte im Bezug auf unser Angebot. 2. Anmelden 3. Idee posten 1. Informieren 4. Foto posten 5. Geo- CheckIn 6. Kommentar 7. Sharing 9. Teilnehmen 8. Abstimmen
  45. 45. Zwei der befragten Stakeholder schauen wir uns genauer an. Carsten N. Adrian N. Investor & Eigentümer Kurator
  46. 46. Carsten N. Investor & Eigentümer "Neuartige Partnerschaften mit Anwohnern und Stadtplanern machen auch unsere Investitionen nachhaltig erfolgreicher."
  47. 47. Porträt: Carsten N., Investor und Eigentümer Beschreibung _ Eigentümer und Investor des Postfuhramt _ möchte gemachte Fehler vermeiden _ arbeitet mit der Bürgerversammlung zusammen _ nimmt an den Versammlungen teil wenn es ihm zeitlich möglich ist _ besitzt einen Blackberry, ein iPhone und iPad Bedürfnisse _ wünscht sich Dialog und Austausch _ möchte aktuell informiert bleiben _ wünscht sich Transparenz über andere Projekte Carsten N. _ will aktiv Pläne und Daten auf der Plattform aktualisieren Investor & Eigentümer Motivationen: Macht Gewinn Sicherheit Lebensqualität Identifikation
  48. 48. Die Journey im Bezug auf unser Angebot "Bisher wird bei den Versammlungen Dropbox zum Austausch von Ideen genutzt. Eine neue Plattform ist verschafft Übersicht und Transparenz - über alle Projekte." Postfuhr- Bürger- Büro Büro amt treffen Informieren / Kommentieren / Informieren / Handlung: Informieren / Aktuelle Fotos Abstimmen Abstimmen Updates auf Plattform posten posten (Bauarbeiten) Verbreitung: Updates ins Intranet einstellen
  49. 49. Carsten N. Investor & Eigentümer Platt- form Büro: Informieren / Updates
  50. 50. Carsten N. nutzt die Luise-Plattform um sich aktuell zu informieren.
  51. 51. Besonders interessiert ihn der Status der Grundschule gegenüber dem Postfuhramt.
  52. 52. Carsten N. Investor & Eigentümer Büro: Informieren / Updates
  53. 53. Carsten N. Investor & Eigentümer Büro: Informieren / Updates
  54. 54. Carsten N. Investor & Eigentümer App Büro: Informieren / Updates Postfuhramt: Foto Post/ Update
  55. 55. Überblick der Customer Journey. Bürgertreffen: Platt- Sharen / Flyer & Poster form App Büro: Informieren / Updates Postfuhramt: Foto Post/ Update
  56. 56. Adrian N. Kurator "Berlin braucht eine zweite Wiedervereinigung. Und zwar in der Adalbertstrasse."
  57. 57. Porträt: Adrian N., Kurator, 42 Jahre alt Beschreibung _ setzt sich seit 25 Jahren für Kunst im öffentlichen Raum ein, z.B. Graffiti _ lebt schon ewig in der Adalbertstrasse _ ist stolz auf seinen Kiez _ Initiator Rock the Block Kunstfestival _ hat ein iPhone _ nutzt aktiv Twitter und Instagram Bedürfnisse _ möchte die Adalbertstrasse von ihrem schlechten Image befreien Adrian N. _ und die Identität mit dem Kiez erhöhen Kurator _ Nutzung von Freiflächen für Kunst & Kultur Motivationen: Macht Gewinn Sicherheit Lebensqualität Identifikation
  58. 58. Die Journey im Bezug auf unser Angebot "Es gibt so viele ungenutzte Gebäude in der nördlichen Adalbertstrasse. Über die neue Plattform kann ich Vorschläge zur Nutzung posten und abstimmen lassen." Auf der Grund- Radial Zuhause Straße Text schule System Idee posten Idee posten Kommentieren /Abstimmen Handlung: Flyer verteilen Event planen Verbreitung: Autopost Twitter Instagram Post Sharen
  59. 59. Adrian N. Kurator Zuhause: Informieren / Kommentieren / Sharen (Website)
  60. 60. Adrian N. Kurator Auf der Straße: Entdecken
  61. 61. Seamless experience: Hier diffundiert Adrians Offline- Nutzung in eine Online-Nutzung.
  62. 62. App Über den Augmented Reality Modus der Luise-App kann Adrian die Identität und Historie der Adalbertstrasse sichtbar machen.
  63. 63. Adrian N. Kurator Auf der Straße: Entdecken
  64. 64. Seamless experience: Hier diffundiert Adrians Offline- Nutzung in eine Online-Nutzung. Grundschule: Idee posten App
  65. 65. App (im Straßenumfeld)
  66. 66. App (im Straßenumfeld) • Schlägt Grundschule als Ausstellungsort vor • Das Projekt wird auf der Website eingestellt • Automatisch Geotag gesetzt, den andere z.B. über Instagram erkennen können
  67. 67. (im Straßenumfeld) Geo Tag • Über den Geotag ist das Gebäude als teilnehmendes Luise-Projekt erkennbar • Davor wird ein visueller Marker gesetzt
  68. 68. Adrian N. Kurator Grundschule: Idee posten
  69. 69. Adrian N. Kurator Grundschule: Idee posten
  70. 70. Adrian N. Kurator Radialsystem / Vortrag Spree Stadt: Sharen / Flyer & Poster
  71. 71. Im Radialsystem findet das Forum Stadt Spree zur Sanierungsplanung statt.
  72. 72. Adrian N. Überblick der Customer Journey. Kurator Radialsystem / Vortrag: Forum StadtSpree Grundschule: Idee posten App Auf der Straße: Entdecken App Zuhause: Informieren / Kommentieren / Platt- Sharen (Website) form
  73. 73. 5. Fazit
  74. 74. Erfolgsfaktoren für das Projekt. • Gebündelte Interessen aller Stakeholder • Neutralität der Plattform • Überblick, Information & Aktualität • Dokumentation der Projekterfolge • Mehrsprachigkeit • Definition Content Partnerschaften
  75. 75. Quellen & Partnerschaften für Content.
  76. 76. Ausblick. Neutralität einlösen: Wer ist der Absender der Plattform? Wie wird das Konzept finanziert?
  77. 77. Thank you.
  78. 78. Literatur (Auszug). • Davies, T., & Chandler, R. (2011): Online Deliberation Design: Choices, Criteria, and Evidence. In Democracy in Motion: Evaluating the Practice and Impact of Deliberative Civic Engagement. Hg. von T. Nabatchi, M. Weiksner, J. Gastil u.a. Oxford University Press, 2011 (Bd. 9, S. 97–115). Abgerufen von: http://www.stanford.edu/~davies/ Davies- Chandler-2011-08-31.pdf • Pingree, R. J. (2006): Decision Structure and the Problem of Scale in Deliberation. Communication Theory, 16(2), 198–222. • Stephan, P. F. (2012): Die Form der Debatte: Skizzen zum Diskurs Design, REVUE – Magazine for the next society, Ausgabe 11, S. 80-85. • Towne, W. B., & Herbsleb, J. D. (2012): Design Considerations for Online Deliberation Systems, Journal of Information Technology & Politics, 9(1), S. 97– 115.
  79. 79. Quellen (Auszug). • Betroffenenvertretung (2013): Nachbarschaftstreffen & Bauwagenplatz Aktivisten. Abgerufen von: http://luise.me/2013/02/17/wirbleibenalle-demo- am-22-2-2013/ • Bürgerverein Luisenstadt (2013): Sanierungsgebiet nördliche Luisenstadt. Abgerufen von: http://www.buergerverein-luisenstadt.de/sanierungsgebiet- noerdliche-luisenstadt/ veranstaltungen-und-treffen •Herwarth + Holz & Bezirksamt Mitte (2010a): Städtebaulicher Rahmenplan Luisenstadt. Abgerufen von:http://www.herwarth-holz.de/html/pdf/ rp_luisenstadt_bericht.pdf • Herwarth + Holz & Bezirksamt Mitte (2010a): Pläne Luisenstadt. Abgerufen von:http:// www.herwarth-holz.de/html/pdf/rp_luisenstadt_plaene.pdf • KoSP (2013): Büro Stadtentwicklung. Abgerufen von: http://www.kosp- berlin.de/kobuero/ ko-vorstellung.html • Planergemeinschaft (2013): Forum StadtSpree – Eröffnungsbilanz. Abgerufen von: http:// www.stadtspree.org/wp-content/uploads/2013/01/FSt_Referenten- in- Reihenfolge_13-01-30.pdf
  80. 80. Anhang: Papermodels.
  81. 81. Papermodels Customer Journeys.
  82. 82. Papermodels Customer Journeys.
  83. 83. Papermodel Visalisierung der Projekte.

Beschreibung

Projektaufgabe Modul Gestaltung 1 an der UdK Berlin: “Democracy is the possibility to disagree”: Aufgabe war die Konzeption eines “Dritten Raumes”, eines digitalen Diskursraumes, der den Dialog zu kontroversen Stadtentwicklungsthemen visualisiert sowie Möglichkeiten zur demokratischen Partizipation schafft.
Fallbeispiel: Das Sanierungsgebiet “Nördliche Luisenstadt” in Berlin Mitte/Kreuzberg.

Transkript

  1. 1. Democracy is the possibility to disagree. Die Gestaltung eines dritten Raumes zur Visualisierung von kontroversen Stadtenwicklungsthemen in Berlin. LDK - Gestaltung 1 - Projektaufgabe Universität der Künste Berlin // Zu Gast bei Edenspiekermann Öffentliche Präsentation vom 19.03.2013
  2. 2. How to design matters of concern? Gestaltung der Dinge von Belang Projekt an der Universität der Künste Berlin Masterstudiengang "Leadership Digitale Kommunikation" Modul Gestaltung 1 Projektzeitraum: 15.02. – 31.03.2013 Betreuung: Pia Betton, Dr. Ralf Grötker, Prof. Peter Friedrich Stephan
  3. 3. Thema des Moduls Gestaltung 1. Gesucht wird ein neuer Zugang zum Umgang mit öffentlichen Angelegenheiten, den „matters of concern“ im Gegensatz zu den „matters of fact“ (nach der Unterscheidung von Latour).  Die These ist, dass Kompetenzen aus dem Cognitive Design und dem Service Design hier einen wesentlichen Beitrag liefern können. Eine zentrale Frage betrifft die Integration von Laienexpertise.
  4. 4. Agenda. 1. Thema 2. Hintergrund 3. Vorgehen 4. Projektidee 5. Fazit
  5. 5. Team Henriette Lüderitz Rea Novakovic Marja Annecke Research & Layout & Animation Strategie & Partizipationskonzept Konzeptpräsentation "Henri Contact is King" "Rea Grandmaster "Kitty Keynote Jedi" Flash"
  6. 6. 1.Thema
  7. 7. Hintergrund. Seit vielen Jahren ist die Wohnsituation in Berlin, für eine Stadt dieser Größenordnung, einzigartig: In kaum einer anderen Metropole Europas besteht noch die Möglichkeit in den innerstädtischen Bezirken zu bezahlbaren Mieten zu wohnen. Doch Bezirke werden weiter saniert, die Mieten steigen.
  8. 8. Gentrifizierung ist in Berlin ein stark politisierter Begriff, meint aber zunächst nur "Umbau". (Auf Dänisch sagt man "Kvarterløft" "Verschönerung")
  9. 9. Wer sind die "Guten" und wer die "Bösen"? Der Diskurs über die Veränderung Berlins ist in vollem Gang.
  10. 10. Dieser wird stark über Sichtbarkeit "auf der Straße" ausgetragen.
  11. 11. Für andere Meinungen ist wenig Platz.
  12. 12. Die Nördliche Luisenstadt in Berlin wird ab 2014 saniert. Foto: Rehavet Havası, http://rehavet.blogspot.de/
  13. 13. Herausforderung. Wir glauben dass Stadtentwicklung vor allem gemeinsam erfolgreich ist. Die Herausforderung liegt darin eine Lösung für einen Dialog zu entwickeln, die auch für die anderen Beteiligten wie Politik und Investoren attraktiv ist.
  14. 14. Unser Concern. Es geht um Sozialverträglichkeit und Partizipation bei der Gestaltung des eigenen Stadtteils.  Wie schaffen wir es dass die Anwohner im Sanierungsgebiet nicht von den Sanierungsplänen überrollt werden?
  15. 15. Wie können wir darüber hinaus einen digitalen Diskursraum schaffen, der die Anliegen aller Beteiligten angemessen und transparent zur Geltung und in produktiven Austausch bringt?
  16. 16. Vision. Ansprüche auf demokratische Teilhabe müssen nicht nur gestellt und gewährt werden, sondern methodisch im Detail praktisch umsetzbar sein. Neu wäre: Bürger bündeln und artikulieren ihre Interessen auf neuem Niveau und werden damit attraktiver für andere und weiter denkende Investoren in neuartigen Partnerschaften. Interessenkonflikte sind damit nicht aus der Welt, aber es gibt einen Ort, einen “dritten Raum”, um sie darzustellen und auszutragen.
  17. 17. 2. Hintergrund
  18. 18. Das Sanierungsgebiet. Ein paar Fakten.
  19. 19. 26 ha
  20. 20. 1527 Einwohner
  21. 21. 199 Grundstücke
  22. 22. 840 Wohnungen 
  23. 23. 5,15 EUR/ qm / NKM
  24. 24. Multilingual
  25. 25. Historische Ansicht.
  26. 26. Sanierungsgebiet.
  27. 27. Eigentumsverhältnisse.
  28. 28. Die Adalbertstrasse unterliegt gefühlt immer noch der Teilung Berlins.
  29. 29. Unser Projektauschnitt. Adalbert- Strasse
  30. 30. Status Quo. Die zur Zeit laufende Sanierungsplanung enthält ein städtebauliches Entwicklungskonzept für den öffentlichen Raum, das unter Beteiligung der betroffenen Bürger zustande kommen soll.
  31. 31. Über 20 Initiativen gibt es schon.
  32. 32. 3. Vorgehen
  33. 33. Diese Interessensgruppen haben wir identifiziert. Wirtschaftsraum Lebensraum Investoren Anwohner Gewerbetreibende Hauseigentümer Kulturvereine Polit. Organisationen Bauherren Religiöse Gemeinden Stadt Berlin / Senat Denkmalschutz Schulleitungen Cause "Adalbertstrasse"
  34. 34. Die Zielgruppe ist extrem diversifiziert: Von jungen Familien über Hausbesetzer zu Investoren. Sabine M. Peter S. Andreas B. Tobi B. Mutter & Hausfrau Bürgerversammlung Stadtplanung KoSP Fotograf Mehmet A. John T. Adrian N. Lisa S. Restaurantbesitzer Immobilienmakler Kurator Künstlerin / USA Kurt H. Punks Harald P. Carsten N. Rentner & Hausbesetzer (Trinkteufel) Eigentümer Köpi 45 Investor & Eigentümer
  35. 35. Möglichkeitsräume
  36. 36. 4. Idee
  37. 37. Die Idee. Das digitale Plattform-Konzept "Luise, bestehend aus der Website www.weristluise.de und einer mobile Smartphone-App. Diese Tools werden allen Stakeholdern zur Verfügung gestellt und schliessen niemanden aus. Über Datenvisualisierung werden umfangreiche Informationen auf der Website dargestellt, z. B. zum aktuellen Status Quo der Sanierungspläne sowie zukünftige Pläne. Diese Transparenz ermöglicht einen offenen und interaktiven Dialog aller Beteiligten.
  38. 38. Wir sind die Schweiz.
  39. 39. Die Projektidee: www.weristluise.de Visualisierung kontroverser Stadtenwicklungsthemen Ergänzende Plattform Neutraler Austragungsort zu bestehenden Angeboten für Interessenkonflikte Plattform www.weristluise.de
  40. 40. Funktionen. Senat und beteiligte Investoren können ein Informationen zu laufenden Projekten im Sanierungsgebiet über die Website selbst updaten. Über die App ist es für Bürger und Interessierte möglich Vorschläge und Ideen zu leerstehenden Gebäuden und ungenutzten Flächen einzustellen und die Aktivität über ein Instantposting in ihre eigenen sozialen Netzwerke zu verbreiten, z.B. Facebook oder Twitter.
  41. 41. Funktionen. Wird ein neues Projekt eingestellt wird automatisch ein Geolocation-Tag auf der Plattform gesetzt, sodass auch andere Nutzer über Dienste wie Instagram oder Foursquare auf die Aktion aufmerksam werden. Gleichzeitig wird die Idee redaktionell überprüft und nach Freischaltung eine visuelle Kennzeichnung in Form eines Schildes an dem Gebäude angebracht, und so als teilnehmendes Projekt gekennzeichnet. Der visuelle Marker sorgt dafür, dass vorbeilaufende Menschen auf das Sanierungsgebiet und die Pläne aufmerksam werden.
  42. 42. Funktionen. Einige Objekte verfügen über einen Hinweis, dass eine “Augmented Reality” Funktion verfügbar ist und erlauben dadurch ein nahtloses Diffundieren der Offline- in die Online-Nutzung (“Seamless User Experience”). So kann zum Beispiel auf historische Details in dem Stadtgebiet aufmerksam gemacht und Geschichte erlebbar werden. Darüber hinaus ermöglicht die Plattform das Abstimmen aller Interessierten zu einzelnen Projekten; sobald ein Projekt zur Entscheidungsfindung freigeschaltet wird kann diese ebenfalls über die Website erfolgen.
  43. 43. Die Idee anhand der Customer Journey.
  44. 44. Customer Journey: Prozessschritte im Bezug auf unser Angebot. 2. Anmelden 3. Idee posten 1. Informieren 4. Foto posten 5. Geo- CheckIn 6. Kommentar 7. Sharing 9. Teilnehmen 8. Abstimmen
  45. 45. Zwei der befragten Stakeholder schauen wir uns genauer an. Carsten N. Adrian N. Investor & Eigentümer Kurator
  46. 46. Carsten N. Investor & Eigentümer "Neuartige Partnerschaften mit Anwohnern und Stadtplanern machen auch unsere Investitionen nachhaltig erfolgreicher."
  47. 47. Porträt: Carsten N., Investor und Eigentümer Beschreibung _ Eigentümer und Investor des Postfuhramt _ möchte gemachte Fehler vermeiden _ arbeitet mit der Bürgerversammlung zusammen _ nimmt an den Versammlungen teil wenn es ihm zeitlich möglich ist _ besitzt einen Blackberry, ein iPhone und iPad Bedürfnisse _ wünscht sich Dialog und Austausch _ möchte aktuell informiert bleiben _ wünscht sich Transparenz über andere Projekte Carsten N. _ will aktiv Pläne und Daten auf der Plattform aktualisieren Investor & Eigentümer Motivationen: Macht Gewinn Sicherheit Lebensqualität Identifikation
  48. 48. Die Journey im Bezug auf unser Angebot "Bisher wird bei den Versammlungen Dropbox zum Austausch von Ideen genutzt. Eine neue Plattform ist verschafft Übersicht und Transparenz - über alle Projekte." Postfuhr- Bürger- Büro Büro amt treffen Informieren / Kommentieren / Informieren / Handlung: Informieren / Aktuelle Fotos Abstimmen Abstimmen Updates auf Plattform posten posten (Bauarbeiten) Verbreitung: Updates ins Intranet einstellen
  49. 49. Carsten N. Investor & Eigentümer Platt- form Büro: Informieren / Updates
  50. 50. Carsten N. nutzt die Luise-Plattform um sich aktuell zu informieren.
  51. 51. Besonders interessiert ihn der Status der Grundschule gegenüber dem Postfuhramt.
  52. 52. Carsten N. Investor & Eigentümer Büro: Informieren / Updates
  53. 53. Carsten N. Investor & Eigentümer Büro: Informieren / Updates
  54. 54. Carsten N. Investor & Eigentümer App Büro: Informieren / Updates Postfuhramt: Foto Post/ Update
  55. 55. Überblick der Customer Journey. Bürgertreffen: Platt- Sharen / Flyer & Poster form App Büro: Informieren / Updates Postfuhramt: Foto Post/ Update
  56. 56. Adrian N. Kurator "Berlin braucht eine zweite Wiedervereinigung. Und zwar in der Adalbertstrasse."
  57. 57. Porträt: Adrian N., Kurator, 42 Jahre alt Beschreibung _ setzt sich seit 25 Jahren für Kunst im öffentlichen Raum ein, z.B. Graffiti _ lebt schon ewig in der Adalbertstrasse _ ist stolz auf seinen Kiez _ Initiator Rock the Block Kunstfestival _ hat ein iPhone _ nutzt aktiv Twitter und Instagram Bedürfnisse _ möchte die Adalbertstrasse von ihrem schlechten Image befreien Adrian N. _ und die Identität mit dem Kiez erhöhen Kurator _ Nutzung von Freiflächen für Kunst & Kultur Motivationen: Macht Gewinn Sicherheit Lebensqualität Identifikation
  58. 58. Die Journey im Bezug auf unser Angebot "Es gibt so viele ungenutzte Gebäude in der nördlichen Adalbertstrasse. Über die neue Plattform kann ich Vorschläge zur Nutzung posten und abstimmen lassen." Auf der Grund- Radial Zuhause Straße Text schule System Idee posten Idee posten Kommentieren /Abstimmen Handlung: Flyer verteilen Event planen Verbreitung: Autopost Twitter Instagram Post Sharen
  59. 59. Adrian N. Kurator Zuhause: Informieren / Kommentieren / Sharen (Website)
  60. 60. Adrian N. Kurator Auf der Straße: Entdecken
  61. 61. Seamless experience: Hier diffundiert Adrians Offline- Nutzung in eine Online-Nutzung.
  62. 62. App Über den Augmented Reality Modus der Luise-App kann Adrian die Identität und Historie der Adalbertstrasse sichtbar machen.
  63. 63. Adrian N. Kurator Auf der Straße: Entdecken
  64. 64. Seamless experience: Hier diffundiert Adrians Offline- Nutzung in eine Online-Nutzung. Grundschule: Idee posten App
  65. 65. App (im Straßenumfeld)
  66. 66. App (im Straßenumfeld) • Schlägt Grundschule als Ausstellungsort vor • Das Projekt wird auf der Website eingestellt • Automatisch Geotag gesetzt, den andere z.B. über Instagram erkennen können
  67. 67. (im Straßenumfeld) Geo Tag • Über den Geotag ist das Gebäude als teilnehmendes Luise-Projekt erkennbar • Davor wird ein visueller Marker gesetzt
  68. 68. Adrian N. Kurator Grundschule: Idee posten
  69. 69. Adrian N. Kurator Grundschule: Idee posten
  70. 70. Adrian N. Kurator Radialsystem / Vortrag Spree Stadt: Sharen / Flyer & Poster
  71. 71. Im Radialsystem findet das Forum Stadt Spree zur Sanierungsplanung statt.
  72. 72. Adrian N. Überblick der Customer Journey. Kurator Radialsystem / Vortrag: Forum StadtSpree Grundschule: Idee posten App Auf der Straße: Entdecken App Zuhause: Informieren / Kommentieren / Platt- Sharen (Website) form
  73. 73. 5. Fazit
  74. 74. Erfolgsfaktoren für das Projekt. • Gebündelte Interessen aller Stakeholder • Neutralität der Plattform • Überblick, Information & Aktualität • Dokumentation der Projekterfolge • Mehrsprachigkeit • Definition Content Partnerschaften
  75. 75. Quellen & Partnerschaften für Content.
  76. 76. Ausblick. Neutralität einlösen: Wer ist der Absender der Plattform? Wie wird das Konzept finanziert?
  77. 77. Thank you.
  78. 78. Literatur (Auszug). • Davies, T., & Chandler, R. (2011): Online Deliberation Design: Choices, Criteria, and Evidence. In Democracy in Motion: Evaluating the Practice and Impact of Deliberative Civic Engagement. Hg. von T. Nabatchi, M. Weiksner, J. Gastil u.a. Oxford University Press, 2011 (Bd. 9, S. 97–115). Abgerufen von: http://www.stanford.edu/~davies/ Davies- Chandler-2011-08-31.pdf • Pingree, R. J. (2006): Decision Structure and the Problem of Scale in Deliberation. Communication Theory, 16(2), 198–222. • Stephan, P. F. (2012): Die Form der Debatte: Skizzen zum Diskurs Design, REVUE – Magazine for the next society, Ausgabe 11, S. 80-85. • Towne, W. B., & Herbsleb, J. D. (2012): Design Considerations for Online Deliberation Systems, Journal of Information Technology & Politics, 9(1), S. 97– 115.
  79. 79. Quellen (Auszug). • Betroffenenvertretung (2013): Nachbarschaftstreffen & Bauwagenplatz Aktivisten. Abgerufen von: http://luise.me/2013/02/17/wirbleibenalle-demo- am-22-2-2013/ • Bürgerverein Luisenstadt (2013): Sanierungsgebiet nördliche Luisenstadt. Abgerufen von: http://www.buergerverein-luisenstadt.de/sanierungsgebiet- noerdliche-luisenstadt/ veranstaltungen-und-treffen •Herwarth + Holz & Bezirksamt Mitte (2010a): Städtebaulicher Rahmenplan Luisenstadt. Abgerufen von:http://www.herwarth-holz.de/html/pdf/ rp_luisenstadt_bericht.pdf • Herwarth + Holz & Bezirksamt Mitte (2010a): Pläne Luisenstadt. Abgerufen von:http:// www.herwarth-holz.de/html/pdf/rp_luisenstadt_plaene.pdf • KoSP (2013): Büro Stadtentwicklung. Abgerufen von: http://www.kosp- berlin.de/kobuero/ ko-vorstellung.html • Planergemeinschaft (2013): Forum StadtSpree – Eröffnungsbilanz. Abgerufen von: http:// www.stadtspree.org/wp-content/uploads/2013/01/FSt_Referenten- in- Reihenfolge_13-01-30.pdf
  80. 80. Anhang: Papermodels.
  81. 81. Papermodels Customer Journeys.
  82. 82. Papermodels Customer Journeys.
  83. 83. Papermodel Visalisierung der Projekte.

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