neXTkonferenz 2.0: Wolfgang Gründinger

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Wolfgang Gründinger (SRZG) hat in seinem Refereat auf der neXTkonferenz 2.0 u.a. mehr Generationengerechtigkeit angemahnt.

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neXTkonferenz 2.0: Wolfgang Gründinger

  1. 1. Jugendarbeit im Jahr 2020 Herausforderungen und Chancen Wolfgang Gründinger Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen
  2. 2. Wer sind wir? <ul><li>Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen </li></ul><ul><li>gegründet 1997 von Studenten </li></ul><ul><li>advokatorische Denkfabrik </li></ul><ul><li>überparteilich, unabhängig </li></ul><ul><li>www.srzg.de </li></ul>
  3. 3. Generationengerechtigkeit
  4. 4. Generationengerechtigkeit <ul><li>Die folgende Generation muss mindestens die gleichen Chancen auf Befriedigung ihrer Bedürfnisse haben wie die vorherige Generation. </li></ul><ul><li>Keine Generation darf bewusst bevorzugt oder benachteiligt werden. </li></ul>
  5. 5. Alt vs. Jung? <ul><li>Alt und Jung verstehen sich heute gut – allem Geschrei vom „Krieg der Generationen“ zum Trotz </li></ul><ul><li>Familiäre Ebene: wenig Konflikte </li></ul><ul><li>Gesellschaftliche Ebene: sich zuspitzende Verteilungskonflikte </li></ul>
  6. 6. Alt vs. Jung? Lesehilfe: Unterstützung für bessere Kinderbetreuung. Die Zustimmung sinkt mit dem Alter: Jüngere um Mitte 20 und Ältere im Großelternalter um 55 Jahre sind für mehr Betreuung. Ab etwa 60 Jahren überwiegt Ablehnung. Befragte um die 40 äußern sich eher neutral - ihre Kinder sind evtl. schon in der Schule.
  7. 7. Überalterte Parteien
  8. 8. Kurzfristdenken
  9. 9. 1. Generationenvertrag am Ende?
  10. 10. Alterung – halb so schlimm (I) Altersquotienten bei verschiedenen Abgrenzungen Mit der „Rente ab 67“ kommen im Jahr 2050 nur noch 52 Ältere auf 100 Erwerbsfähige. Quelle: Statistisches Bundesamt 2006 60 Jahre 65 Jahre 67 Jahre 2005 45 32 26 2050 (Untergrenze) 91 64 56 2050 (Obergrenze) 85 60 52
  11. 11. Alterung – halb so schlimm (II) Versorgungsquotienten bei verschiedenen Abgrenzungen Im Jahr 2050 kommen nur noch 80 Abhängige auf 100 Erwerbsfähige. Die Versorgungsquote sinkt also sogar. Quelle: Statistisches Bundesamt 2006 60 Jahre 65 Jahre 67 Jahre 2005 81,5 64,6 57,3 2050 (Untergrenze) 124,7 93,5 83,9 2050 (Obergrenze) 118,9 89,3 80,3
  12. 12. Alterung – halb so schlimm (III)
  13. 13. Alterung – halb so schlimm (IV)
  14. 14. Alterung – halb so schlimm (V) <ul><li>sinkender Energieverbrauch </li></ul><ul><li>weniger Klimagase </li></ul><ul><li>weniger Landschaftsverbrauch </li></ul><ul><li>mehr Natur </li></ul><ul><li>weniger Verkehr und Stau </li></ul><ul><li>weniger Gewalt </li></ul><ul><li>billigere Wohnungen </li></ul>
  15. 15. Generationenvertrag © Informationsdienst der deutschen Versicherer 2007
  16. 16. Die Alten: nicht gierig – aber (relativ) reich <ul><li>Sozialhilfe: Alte ab 65: 1,3 % Kinder: 6,6 % Gesamt ø : 3,3 % </li></ul><ul><li>Einkommensarmut: Alte (61-70): 5,7 % Alte ab 70: 4,8 % Gesamt ø : 9,1 % </li></ul>
  17. 17. Rentenausgaben stabil!
  18. 18. Kapitaldeckung <ul><li>Doppelbelastung der Beitragszahler </li></ul><ul><li>gleiche Abhängigkeit von Demografie </li></ul><ul><li>fehlender sozialer Ausgleich </li></ul><ul><li>höheres Risiko der Kapitalmärkte </li></ul><ul><li>Rendite nicht höher </li></ul><ul><li>mangelnde Anlagemöglichkeiten </li></ul><ul><li>negative konjunkturelle Effekte </li></ul><ul><li>höhere Verwaltungskosten </li></ul>
  19. 19. Die Bürgerversicherung (I) <ul><li>Solidargemeinschaft erweitern </li></ul><ul><ul><li>Besserverdiener und Vermögen einbeziehen </li></ul></ul><ul><ul><li>sinkende Beiträge (ca. 3%-Punkte laut DIW) </li></ul></ul><ul><li>„ Nicht der Millionär braucht die Solidargemeinschaft. Aber die Solidargemeinschaft braucht den Millionär.“ </li></ul>
  20. 20. Die Bürgerversicherung (II) <ul><li>Nachsteuern bei Rente ab 67: „Gute Arbeit“ und Ausbau der Erwerbsminderungsrente </li></ul><ul><li>Höchstrente </li></ul><ul><li>Arbeitgeberanteil vom Faktor Arbeit entkoppeln </li></ul><ul><li>Riester-Förderung auf sozial Schwache konzentrieren </li></ul>
  21. 21. 2. Sparen an der Zukunft
  22. 22. Wachsende Schulden (I)
  23. 23. Wachsende Schulden (II)
  24. 24. Schuldenspirale © Konrad-Adenauer-Stiftung 2002
  25. 25. Sinkende Investitionen
  26. 26. Legitime Verschuldung <ul><li>1. Zukunftsinvestitionen </li></ul><ul><ul><li>Investitionsbegriff unscharf </li></ul></ul><ul><ul><li>begrenzte Nutzungsdauer (max. 30-60 Jahre) </li></ul></ul><ul><ul><li>Fehlschläge (Schneller Brüter, Transrapid) </li></ul></ul><ul><li>2. Antizyklische Konjunkturpolitik </li></ul><ul><ul><li>„ deficit spending“ </li></ul></ul><ul><ul><li>aber auch: „surplus saving“ </li></ul></ul>
  27. 27. Dreifachstrategie: Ausgaben <ul><li>1. Skalpell statt Heckenschere </li></ul><ul><ul><li>Umweltschädliche Subventionen (42 Mrd. €) </li></ul></ul><ul><ul><li>Bekämpfung Steuerverschwendung </li></ul></ul><ul><ul><li>Öffentlicher Dienst </li></ul></ul><ul><ul><li>Dafür: </li></ul></ul><ul><ul><li>Start eines Zukunftsinvestitionsprogramm </li></ul></ul>
  28. 28. Dreifachstrategie: Einnahmen (I)
  29. 29. Dreifachstrategie: Einnahmen (II) <ul><li>2. Mit Steuern (um)steuern </li></ul><ul><ul><li>Vermögensteuer: „1% für 100%“ (21 Mrd. €) </li></ul></ul><ul><ul><li>Bekämpfung Steuerflucht & -hinterziehung (5 Mrd. €) </li></ul></ul><ul><ul><li>Ehegattensplitting (9 Mrd. €) </li></ul></ul><ul><ul><li>Steuerreform für Arbeit und Umwelt (19 Mrd. €) </li></ul></ul>
  30. 30. Dreifachstrategie: Finanzordnung <ul><li>3. Optimierung des konjunkturpolitischen Instrumentariums </li></ul><ul><ul><li>Kritik an beschlossener Schuldenbremse: </li></ul></ul><ul><ul><ul><li>0,35% BIP Schuldenaufnahme künftig erlaubt (= 9 Mrd. €; zum Vergleich: 2010 ca. 90 Mrd. €); für Länder verboten </li></ul></ul></ul><ul><ul><ul><li>Annahme Symmetrie der automatischen Stabilisatoren schwierig – Rückzahlungsmechanismen ungewiss </li></ul></ul></ul><ul><ul><ul><li>Verschuldungsverbot führt zu prozyklischer Politik </li></ul></ul></ul><ul><ul><ul><li>Abschaffung „Goldene Regel“: Investitionen leiden </li></ul></ul></ul><ul><ul><ul><li>kommt erst 2016 bzw. 2020: heute Schulden machen, später begleichen (oder auch nicht) </li></ul></ul></ul>
  31. 31. 3. Die prekäre Generation http://www.bundestag.de/Blickpunkt/bilderInhalte/0607/500px/0607013b.jpg
  32. 32. „ Generation Praktikum“ <ul><li>jeder 5. Berufseinsteiger mind. 1 Praktikum </li></ul><ul><li>davon mehr als Hälfte unbezahlt, weitere 12% kaum bezahlt </li></ul><ul><li>80% wie normale Arbeitskräfte </li></ul><ul><li>nur 22% nach Praktikum übernommen (keine Brückenfunktion in Job) </li></ul>
  33. 33. Junge: Prekär beschäftigt
  34. 34. Senioritätsprivilegien <ul><li>Ältere Arbeitnehmer… </li></ul><ul><ul><li>werden besser bezahlt </li></ul></ul><ul><ul><li>haben mehr Urlaub </li></ul></ul><ul><ul><li>haben weniger Wochenarbeitszeit </li></ul></ul><ul><ul><li>genießen deutlich besseren Kündigungsschutz </li></ul></ul><ul><ul><li>bekommen länger Arbeitslosengeld </li></ul></ul><ul><ul><li>können staatlich subventioniert in die Frührente </li></ul></ul><ul><li>Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!? </li></ul>
  35. 35. Alt werden, jung bleiben <ul><li>Fair P(l)ay im Praktikum </li></ul><ul><li>Abschaffung sämtlicher Altersprivilegien </li></ul><ul><li>Alternsgerechtes Arbeiten: </li></ul><ul><ul><li>Gesundheitsschutz </li></ul></ul><ul><ul><li>Weiterbildung </li></ul></ul><ul><ul><li>Einstellungspraxis </li></ul></ul><ul><ul><li>Familienfreundlichkeit </li></ul></ul>
  36. 36. Der Jugend gehört die Zukunft <ul><li>„ Wir brauchen die Herausforderungen der jungen Generation. Sonst würden uns die Füße einschlafen.“ - Willy Brandt </li></ul><ul><li>„ Ich kann nicht verstehen, warum junge Leute nicht massenhaft Bagger blockieren und sie davon abhalten, Kohlekraftwerke zu bauen.“
 - Al Gore </li></ul>
  37. 37. www.wolfgang-gruendinger.de www.srzg.de

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