Zinsreport.pdf

98 Aufrufe

Veröffentlicht am

[PDF] Pressemitteilung: Zinsreport
[http://www.lifepr.de?boxid=336067]

0 Kommentare
0 Gefällt mir
Statistik
Notizen
  • Als Erste(r) kommentieren

  • Gehören Sie zu den Ersten, denen das gefällt!

Keine Downloads
Aufrufe
Aufrufe insgesamt
98
Auf SlideShare
0
Aus Einbettungen
0
Anzahl an Einbettungen
1
Aktionen
Geteilt
0
Downloads
0
Kommentare
0
Gefällt mir
0
Einbettungen 0
Keine Einbettungen

Keine Notizen für die Folie

Zinsreport.pdf

  1. 1. Helaba Volkswirtschaft/Research Zinsreport 31. Juli 2012 EZB stellt sich schützend vor Währungsunion Autor: Ulf Krauss  Die Kursentwicklung deutscher Staatsanleihen hängt in den kommenden Monaten vor Telefon: 0 69/91 32-47 28 allem von der Überlebenswahrscheinlichkeit der Währungsunion ab. Sollte das Bundes- research@helaba.de verfassungsgericht den Weg Europas in eine Haftungsunion stoppen, könnte die Kursral- ly in die Verlängerung gehen.  Die EZB steht gleichwohl als Euro-Retter bereit. Je nachdem wie stark sie die Liquidi- Redaktion: tätsschleusen öffnet und in geldpolitischen Grauzonen operiert, dürften Bundesanleihen Claudia Windt zunehmend unter Druck geraten. Der jüngste „Rating-Schock“ könnte der Ausgangs- punkt für ein schwieriges Umfeld sein.  Von konjunktureller Seite scheint die Kursunterstützung nachzulassen. So dürfte sich der Konjunkturpessimismus in den kommenden Monaten eher reduzieren. Die Notenbanken der Schwellenländer sind auf einen expansiven Kurs eingeschwenkt. In China ist mit ei- Herausgeber: ner weichen Landung der Konjunktur zu rechnen. Dr. Gertrud TraudChefvolkswirt/Leitung ResearchLandesbank Hessen-Thüringen Zinsszenarien auf Sicht von ein bis drei Monaten MAIN TOWER Pfandbriefrenditen, % Neue Mainzer Str. 52-58 3,5 3,5 Spreads 60311 Frankfurt a. Main in Bp Aktuell * Tendenz ** 3,0 3,0 Telefon: 0 69/91 32-20 24 Telefax: 0 69/91 32-22 44 2,5 2,5 10j./2j. Bundesanleihen 141 "Negativszenario" 2,0 2,0 30j./10j. Bundesanleihen 88 1,5 1,5 1,0 Aktuell 1,0 10j. Treasuries / Bunds 12 Basisszenario "Positivszenario" 0,5 0,5 Restlaufzeiten 10j. Pfandbriefe / Bunds 64 0,0 0,0 3M 1J 2J 3J 4J 5J 6J 7J 8J 9J 10J * 27.07.2012 ** auf Sicht von etwa drei Monaten Quellen: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/Research aktueller Basisszenario Ende... Alternativszenarien** Stand* ...Q3/2012 ...Q4/2012 positiv negativ Fed Funds Rate 0,25 0,25 0,25 0,25 0,25 Die Publikation ist mit größter Sorgfalt 10j. US-Treasuries 1,48 2,10 2,40 1,10 2,60 bearbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu EZB Mindestbietungssatz 1,00 0,75 0,75 0,25 0,75 den gegenwärtigen und zukünftigen Markt- 3M Euribor 0,42 0,50 0,50 0,10 1,00 verhältnissen. Die Angaben beruhen auf 2j. Pfandbriefe 0,51 0,60 0,80 0,25 1,35 Quellen, die wir für zuverlässig halten, für 5j. Pfandbriefe 1,15 1,35 1,50 0,90 2,25 deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktua- 10j. Pfandbriefe 2,00 2,50 2,70 1,60 3,00 lität wir aber keine Gewähr übernehmen kön- nen. Sämtliche in dieser Publikation getroffe- 10j. Bundesanleihen 1,36 1,80 2,10 0,90 2,25 nen Angaben dienen der Information. Sie 30j. Bundesanleihen 2,24 2,50 2,80 1,65 3,00 dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Prognoseänderungen sind rot markiert * 27.07.2012 ** auf Sicht von etwa drei Monaten; Anlageentscheidungen verstanden werden. Quellen: Helaba Volkswirtschaft/Research
  2. 2. Zinsreport Konjunkturerwartungen Die Konjunkturstimmung im Euroraum befindet sich nach dem kräftigen Rückgang zu Jahresbe- ginn in einer fragilen Bodenbildungsphase. Der Gesamtindex der Einkaufsmanager (DienstleistungKonjunkturschwäche bei und Industrie) hat sein Niveau seit April kaum verändert. Deutschlands Unternehmen werden Renten eingepreist angesichts der Euro-Krise gleichwohl nervös, wie der jüngste deutliche Rückgang des ifo-Index dokumentierte. Gleichzeitig signalisierte der angestiegene GfK-Index ein anhaltend günstiges Umfeld für die deutsche Binnennachfrage. Die niedrigen Zinsen begünstigen den Konsum und die Investitionen. Entscheidend für die Wachstumsdynamik dürfte aber vor allem eine stabile Ent- wicklung der Weltwirtschaft sein: Die Notenbanken der Schwellenländer sind alle auf einen ex- pansiven Kurs eingeschwenkt. In China ist mit einer weichen Landung zu rechnen.Wachstumsprognosen 2012/13 Geldmengenwachstum im Aufwärtstrend% gg. Vj 6M-Jahresrate,% Index Euroraum Bruttoinlandsprodukt 25 120 EU-Konjunkturindex (rechte Skala) 115 2009 2010 2011p 2012p 2013p 20 110 105 USA -3,5 3,0 1,7 2,2 2,0 15 100 Deutschland -5,1 3,6 3,1 1,2 1,7 95 10 90 Frankreich -2,6 1,6 1,7 0,7 1,5 85 5 Italien -5,5 1,8 0,5 -1,1 0,7 80 0 75 Spanien -3,7 -0,1 0,7 -1,2 -0,7 Geldemeng M1 Euroraum* 70 -5 65 Euroland -4,3 1,9 1,5 0,1 1,1 94 95 96 97 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13Deutschland arbeitstäglich bereinigt * Ein Jahr nach vorne verschobenQuellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Rohstoffmärkte Zunehmende Hoffnungen auf wachstumsfördernde geldpolitische Maßnahmen auch in China, extreme Wetterverhältnisse und erhöhte geopolitische Risiken haben Rohstoffindizes zuletzt Auf- Noch kein trieb gegeben. Angesichts des vor allem politisch motivierten Preissprungs bei Rohöl schnitten die fundamental geleiteter energielastigen Indizes besonders gut ab. Aber auch die von zuletzt ungünstigen Wetterverhältnis- Preisaufschwung sen getriebenen Getreidepreise zeigten Wirkung. Von einem fundamental geleiteten breiten Preis- aufschwung kann aber noch keine Rede sein. Ein weiteres kurzfristiges Überschießen der Notie- rungen bei Mineralölprodukten aufgrund einer Zuspitzung der politischen Situation im Nahen Osten erscheint zwar möglich, aber mit Ausnahme bestimmter Agrarrohstoffe dürfte sich die fun- damentale Situation an den Rohstoffmärkten in den kommenden Quartalen eher als relativ ent- spannt erweisen. Obwohl mittelfristig für Rohstoffe auch unter fundamentalen Gesichtspunkten eine Stabilisierung der Notierungen zu erwarten ist, scheint kurzfristig der Aufwärtsspielraum erst einmal erschöpft zu sein Nahrungsmittelpreise im Fokus nach Preissprung bei Getreide Index (02.01.2012=100) 140 140 130 CRB (CCI)-Getreide 130 120 120 110 110 100 CRB (CCI)-Edelmetalle 100 CRB (CCI)-Index CRB (CCI)-Tierprodukte 90 CRB (CCI)-Energie 90 CRB (CCI)-Industrie** CRB (CCI)-Genussmittel 80 80 **Baumwolle, Kupfer 70 70 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Helaba Volkswirtschaft/Research · 31. Juli 2012· © Helaba 2
  3. 3. Zinsreport Inflationserwartungen Der Rückgang der Teuerung hat sich im Juni nicht fortgesetzt. Die Inflationsrate im Euroraum verharrte bei 2,4 %. Griechenland (1,0 %), Spanien (1,8 %) und Irland (1,9 %) wiesen als Folge Inflationsrückgang der Konsolidierungsanstrengungen dabei die niedrigsten Werte auf. Deflationäre Tendenzen auf legt Pause ein breiter Front sind gleichwohl nicht zu erkennen. Der Anstieg der Euro-Kernrate liegt seit über einem Jahr im Bereich von 1,6 %. Die Inflationserwartungen sind zuletzt wieder leicht angestiegen und befinden sich auf Augenhöhe mit dem aktuellen Verbraucherpreisanstieg. Die globalen Roh- stoffpreise sind seit Ende Mai in einer Aufwärtsbewegung. Hinzu kommt die akute Euro- Schwäche. Seit Mitte Juni sind die Erdölpreise im Euroraum um rund 20 % gestiegen.Inflationsprognosen 2012/13 Momentan unkritischer Teuerungsausblick% gg. Vj. EUR/Fass % Verbraucherpreise 100 Inflationserwartungen* (rechte Skala) 3.00 2009 2010 2011p 2012p 2013p 90 2.50 80USA -0,3 1,6 3,1 1,6 1,7 70 2.00Deutschland 0,4 1,1 2,3 2,0 2,0 60 1.50Frankreich 0,1 1,7 2,3 2,4 2,1 50Italien 0,8 1,6 2,9 3,0 2,2 40 Olpreis 1.00 30Spanien -0,2 2,0 3,1 2,0 2,2 20 0.50 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012Euroland 0,3 1,6 2,7 2,4 2,1Quellen: Helaba Volkswirtschaft/Research * abgeleitet anhand inflationsindexierter Anleihen Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Internationale Kapitalströme Trotz der 100 Mrd.-Hilfe für Spaniens Banken und neuer Sparpakete sind die Risikoaufschläge spanischer und italienischer Staatsanleihen zwischenzeitlich merklich angestiegen. Die Unsicher- Sicherer Hafen heit über den Fortbestand der Währungsunion setzte den Euro ebenfalls massiv unter Druck und unter Vorbehalt hat zuletzt die EZB auf den Plan gerufen. Der Safe-Haven Status Deutschlands ist durch die Ein- schaltung des Bundesverfassungsgerichts zwar aufgewertet worden. Die wachsenden finanziellen Belastungen Deutschland haben zuletzt jedoch die Ratingagenturen alarmiert. Sollte das Verfassungsgericht am 12. September den Klägern gegen den ESM-Fonds nicht recht geben und damit den Weg in die Haftungsunion ebnen, dürfte das hohe Kursniveau deutscher Anleihen kaum zu halten sein. Spanien im Fokus Rendite 2-jähriger Staatsanleihen, % 8 8 7 7 6 6 Spanien 5 5 4 Italien 4 3 3 2 2 1 1 Belgien 0 Frankreich 0 Deutschland -1 -1 A S O N D J F M A M J J A S O Quellen: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/Research Helaba Volkswirtschaft/Research · 31. Juli 2012· © Helaba 3
  4. 4. Zinsreport Geldpolitik Die Senkung des Leitzinses auf ein historisches Tief von 0,75 % sowie die Kürzung des Einlagen- zinssatzes auf null Prozent brachte keine Entspannung an der Krisenfront. Stattdessen wird der EZB geht in Anlagenotstand der Investoren immer größer: Eine negative reale Verzinsung zehrt am Vermögen die Offensive der Kapitalsammelstellen. Sollte die Niedrigzinsphase länger andauern, dürften sich die Berech- nungen für die private Altersvorsorge als viel zu hoch erweisen. Hinzu kommt ein Anstieg der langfristigen Inflationserwartungen breiter Bevölkerungsschichten. In Deutschland macht sich dies u. a. in einer erhöhten Nachfrage nach Sachwerten wie insbesondere Immobilien bemerkbar. Um die deutschen Befindlichkeiten kann sich die EZB derzeit aber nicht kümmern. EZB-Präsident Draghi hat die Zielfunktion klar definiert: Die Rettung der Währungsunion mit allen Mitteln. Vermutlich bedeutet dies ein Ankaufprogramm für spanische und italienische Staatsanleihen. Damit soll die Refinanzierung der Staaten gesichert werden, bis die Reformen Wirkung zeigen.Helaba EZB-Kompass EZB wird wieder expansiverDeterminanten des geldpolitischen Kurses im Euroraum Mrd. Euro % 3500 4.50 Geldmenge Inflation 4.00 Euro- 3000 Neutral Außenwert Fiskalpolitik EZB-Bilanzsumme 3.50 2500 3.00 Konjunktur 2000 2.50 2.00 1500 Finanzmarkt-/ Euro-Krise 1.50 1000 1.00 Euro-Leitzins (rechte Skala) Lockerung Straffung 500 0.50 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012Quellen: Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research US-Rentenmarkt Die Rendite 10-jähriger US-Treasuries sackte zeitweise unter die Marke von 1,4 % ab. Die Treib- mittel für die Kursblase bei US-Renten sind die Krise in Europa, die internationale Investoren in US-Renditen loten den Dollarraum ausweichen lässt, sowie zuletzt eher schwache US-Konjunkturdaten. Erfahrungs- Tief aus gemäß intensiviert sich bei der US-Notenbank in solchen Phasen die Diskussion um weitere geld- politische Maßnahmen. Auch von politischer Seite dürfte im Rahmen des sich zuspitzenden US- Präsidentschaftswahlkampfs versucht werden, die Konjunkturstimmung positiv zu beeinflussen. Klingt gleichzeitig die Sorge vor einem Zusammenbruch der Währungsunion ab, dürften die Rückschlaggefahren für US-Renten spürbar zunehmen.US-Renditen auf Rezessionsniveau Helaba Determinantenmodell für US-TreasuriesIndex % Basisszenario (70% Eintrittswahrscheinlichkeit) 65 5.50 US-Einkaufsmanagerindex Determ inanten Q3/2012 Q4/2012 5.00 60 4.50 55 Konjunkturerw artungen - - 4.00 50 Inflationserw artungen 0 0 3.50 3.00 Haushaltspolitik - - 45 2.50 Geldpolitik 0 0 40 2.00 Politisches Umfeld 0 0 35 1.50 Internationale Kapitalströme 0 - 10-jährige US-Treasuries (rechte Skala) 30 1.00 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 Rendite 10j. US-Treasuries* 2,10% 2,40%Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Erläuterung: + kurssteigend, - kurssenkend, 0 neutral * Quartalsendprognosen Quelle: Helaba Volkswirtschaft/Research Helaba Volkswirtschaft/Research · 31. Juli 2012· © Helaba 4
  5. 5. Zinsreport Basisszenario für Zinsprognose Griechenland kommt seinen Konsolidierungsverpflichtungen nach und bleibt in der Währungsuni- on. Der Refinanzierungsbedarf der Euro-Staaten kann auch mit Hilfe der EZB und Rettungsfonds Taktisches geschultert werden. Das Bundesverfassungsgericht legt der Aktivierung des ESM keine unüber- Szenario windlichen Hürden in den Weg. Der finanzielle Verpflichtungsrahmen Deutschlands wächst an. Im Euroraum ist nicht mit einem weiteren konjunkturellen Abrutschen zu rechnen. Die USA profi- tieren von einer Erholung am Arbeitsmarkt. Auch China bleibt dank eines geldpolitischen Locke- rungskurses auf einem zufriedenstellenden Wachstumspfad. Rohölpreise und Inflationserwartun- gen verharren auf dem aktuellen Niveau. Helaba Determinantenmodell Basisszenario (70% Eintrittswahrscheinlichkeit) Determ inanten Q3/2012 Q4/2012 Konjunkturerw artungen - - Inflationserw artungen 0 0 Haushaltspolitik 0 0 Geldpolitik 0 0 Politisches Umfeld - - US-Kapitalmarkt - - Internationale Kapitalströme 0 - Rendite 10j. Bunds* 1,80% 2,10% Rendite 10j. Pfandbriefe* 2,50% 2,70% Erläuterung: + kurssteigend, - kurssenkend, 0 neutral * Quartalsendprognosen Quelle: Helaba Volkswirtschaft/Research Alternativszenarien für Rentenmärkte Rezessionsszenario: Die Konjunkturstimmung kippt aufgrund einer Eskalation der Schuldenkrise. Nach dem Euro-Austritt Griechenlands setzt in den Euro-Peripherieländern eine massive Kapital-Krise weitet sich aus flucht ein. Unternehmen und Haushalte verlieren das Vertrauen in die Wachstumskräfte. Der In- vestitionszyklus bricht ebenso ab wie die private Nachfrage. Deutschland rutscht in eine tiefe Re- zession. Die EZB senkt den Leitzins bis auf nahe Null und setzt noch stärker auf unkonventionelle Maßnahmen. Aufschwungszenario: Durch den massiven Einsatz der EZB und neue Wachstumsprogramme gelingt es, die Vertrauenskrise im Euroraum in den Griff zu bekommen. Der zyklische Auftrieb Konjunkturerholung gewinnt zusätzlich an Kraft. Asien erweist sich als Konjunkturlokomotive. Die USA können kon- junkturell wieder einen Gang hochschalten. Die Rohstoffpreise steigen an, die Inflationserwartun- gen drehen nach oben. Alternativszenarien Model auf Sicht von ca. drei bis sechs Monaten, % aktueller positives negatives Stand* Rentenszenario Euro-Leitzins 0,75 0,25 0,75 Federal Funds Rate 0,25 0,25 0,25 Inflationserw artungen** 2,10 0,50 3,00 Konjunkturerw artungen (ISM-Index***) 49,7 45,0 58,0 10j. US-Treasuries 1,48 1,10 2,60 10j. Bundesanleihen 1,36 0,90 2,25 3M Euribor 0,42 0,10 1,00 2j. Pfandbriefe 0,51 0,25 1,35 5j. Pfandbriefe 1,15 0,90 2,25 10j. Pfandbriefe 2,00 1,60 3,00 30j. Bundesanleihen 2,24 1,65 3,00 *27.07.2012 ** abgeleitet anhand inflationsindexierter US-Anleihen *** US-Industrie Quellen: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/Research Helaba Volkswirtschaft/Research · 31. Juli 2012· © Helaba 5
  6. 6. Zinsreport Performancerückblick Kräftige Gewinne im Mai, spürbare Verluste im Juni, deutliche Ertragszuwächse im Juli: Die Volatilität bei Renten ist hoch und spiegelt sich in einer schwankenden Monats-Performance wi- Große Ertragsschwan- der. Zuletzt konnten insbesondere sieben- bis zehnjährige Anleihen deutlich zulegen. In der Jah- kungen resperformance liegen sie sowohl bei deutschen Staatspapieren als auch bei Pfandbriefen gegen- über anderen Laufzeitenklassen vorne. Bei Pfandbriefen liegt der Abstand von fünf- bis siebenjäh- rigen zu den Langläufern allerdings nur bei 7 Basispunkten. Insgesamt ist die Differenz gegenüber deutschen Staatanleihen unverändert sehr groß. Da kurze Laufzeiten zuletzt sogar eine negative Verzinsung aufweisen, dürfte sich an diesem Vorsprung kaum etwas ändern. Performance deutscher Anleihen iBoxx-Ertragsindizes, % 8,00 8,00 Ertrag 2012 7,00 7,00 Pfandbriefe* 6,00 Bundesanleihen 6,00 5,00 5,00 4,00 4,00 3,00 3,00 2,00 Juli** 2,00 1,00 1,00 0,00 0,00 1-3 Jahre 3-5 Jahre 5-7 Jahre 7-10 Jahre * iBoxx Index für Jumbo Pfandbriefe **bis 30.06. Quellen: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/Research Ertragssensitivitäten Im Betrachtungszeitraum von drei Monaten ergeben sich über das gesamte Laufzeitenspektrum keine Verluste, wenn der Renditeanstieg auf maximal neun Basispunkte begrenzt bleibt. Bei einem Renditeshift Anstieg von 20 Basispunkten können selbst einjährige Pfandbriefe keinen Gewinn verbuchen. Im Negativszenario würden alle Laufzeiten einen Verlust aufweisen. Langlaufende Pfandbriefe hätten ein Minus von knapp 8 % zu verzeichnen. Der maximale Ertrag im positiven Szenario bei Alternativszenarien einer Investition in langen Laufzeiten liegt bei etwa 4,5 %.Erträge bei Verschiebung der aktuellen Renditestruktur Ertragserwartungen positives / negatives SzenarioPfandbrief-Laufzeiten auf Sicht von drei Monaten, % Pfandbrief-Laufzeiten auf Sicht von drei Monaten, % Shift 1J 2J 3J 4J 5J 6J 7J 8J 9 J 10 J 8,0 Positivszenario (Y-Achse) +75 Bp -0,7 -1,3 -1,9 -2,5 -3,0 -3,5 -4,1 -4,7 -5,2 -5,7 7,0 +50 Bp -0,4 -0,8 -1,2 -1,5 -1,8 -2,1 -2,5 -2,9 -3,3 -3,6 6,0 +20 Bp -0,1 -0,1 -0,3 -0,3 -0,4 -0,5 -0,6 -0,7 -0,9 -1,0 5,0 10J 9J 7J 8J +10 Bp 0,0 0,0 0,0 0,0 0,1 0,1 0,0 0,0 -0,1 -0,1 4,0 6J 5J +0 Bp 0,1 0,2 0,3 0,4 0,6 0,7 0,7 0,7 0,8 0,8 3,0 4J -10 BP 0,2 0,4 0,6 0,8 1,1 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 2,0 3J 2J -20 Bp 0,3 0,6 0,9 1,2 1,6 1,8 2,0 2,2 2,4 2,6 1,0 1J Negativszenario (X-Achse) -50 Bp 0,6 1,2 1,8 2,4 3,1 3,6 4,1 4,5 5,0 5,4 0,0 0,0 -1,0 -2,0 -3,0 -4,0 -5,0 -6,0 -7,0 -8,0 -75 Bp 0,8 1,7 2,5 3,4 4,3 5,1 5,8 6,5 7,2 7,8Berechnungen basieren auf Pfandbriefkursen von 100% Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/ResearchQuelle: Helaba Volkswirtschaft/Research Helaba Volkswirtschaft/Research · 31. Juli 2012· © Helaba 6
  7. 7. Zinsreport Laufzeitenempfehlung Der 10/2-Spread von Bundesanleihen hat die Marke von 1,3 Prozentpunkten – die seit über drei Jahren die Untergrenze darstellte – zwar wieder unterschritten. Eine weitere Abflachung der Zins-Auf kurze bis mittlere struktur ist in dem aktuellen Umfeld einer extrem expansiven Geldpolitik aber nur für den Fall Pfandbrieflaufzeiten einer erneuten massiven Zuspitzung der Eurokrise denkbar. Die Renditedifferenz zwischen fünf- setzen jährigen und dem Mittel aus zehn- und zweijährigen Bundesanleihen (Butterfly-Spread) testete zuletzt das Tief von 2008. In der extremen Zinsstruktur spiegeln sich u.E. nicht nur die strukturel- len Verwerfungen durch die Krise in der Eurozone wider, sondern auch übertriebene Wachstums- ängste. Da Engagements in langen Laufzeiten aufgrund der extremen Volatilität in diesem von politischen Einflussfaktoren dominierten Umfeld nicht empfehlenswert sind, sollte der Schwer- punkt bei Neuengagements im Bereich kurzer bis mittlerer Laufzeiten liegen. Renditestruktur und Attraktivitäten auf Sicht von 3 Monaten Pfandbrief-Laufzeiten, % aktueller Prognose Ertragser- Schw ankungs- Attraktivität*** Stand* auf ca. 3M w artungen risiken** 1J 0,35 0,45 0,0 1,5 0 2J 0,51 0,60 0,0 1,3 0 3J 0,70 0,80 0,0 2,0 0 4J 0,94 1,05 0,0 2,9 0 5J 1,15 1,35 -0,2 3,8 - 6J 1,36 1,60 -0,6 4,7 - 7J 1,56 1,85 -1,1 5,5 - 8J 1,73 2,10 -1,7 6,3 - 9J 1,87 2,30 -2,4 7,1 - 10J 2,00 2,50 -3,3 8,2 - *27.07.2012 ** 200-Tage Standardabweichung der Tageserträge *** abgeleitet aus Ertrag, Volatilität u. sonst. Risikoelementen Quellen: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/Research Portfoliostruktur Aufgrund der anhaltenden Rückschlaggefahren halten wir die Duration bei 3,5 (Benchmark: 5,1). Kurze Laufzeiten bis zu 1½ Jahren werden im Musterportfolio mit 15 % dotiert. Der Anteil zwei- Duration und dreijähriger Anleihen liegt mit 35 % auf dem gleichen Niveau wie der von vier- und fünfjähri- unter Benchmark gen Anleihen. Das Gewicht sechs- und siebenjähriger Rentenpapiere ist mit 10 % ebenso reduziert, wie der Anteil von acht- bis zehnjähriger Laufzeiten mit 5 %. Die zu erwartende Performance bei Eintritt des Basisszenarios auf Sicht von drei Monaten ist mit rund null Prozent zu veranschlagen. Im „worst case“-Szenario ergäbe sich ein Verlust von 2,5 %, im „best case“ ein Ertrag von 1,75 %. Empfohlene Portfoliogewichtung % 45 45 40 Portf oliogewichtung 40 35 35 30 Benchmarkgewichtung* 30 25 25 20 20 15 15 10 10 5 5 0 0 0,5 - 1,5 1,5 - 3,5 3,5 - 5,5 5,5 - 7,5 7,5 - 10,5 *REX-Ertragsindex Quelle: Helaba Volkswirtschaft/Research Helaba Volkswirtschaft/Research · 31. Juli 2012· © Helaba 7
  8. 8. Zinsreport Finanzmarktkalender Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag EU Konjunkturindex EU Verbraucherpreise US ISM-Index (Indus- EU EZB-Zinsentscheid US Stundenlöhne Jul 87,9 (11:00) Jul (Jun 2,4%) trie) (13:45) (14:30) Jul EU Arbeitslosenquote (16:00) Jul (Jun 49,7) EU Erzeugerpreise (Jun 0,3% Vm) 30.07. – 03.08. (11:00) Jun (Mai 11,1%) US Fomc-Zinsentscheid (15:00) Jun US ISM-Index (Dienst- US Einkommen/ (Mai -0,5/2,3% Vm/Vj) leistungen) Konsumausgaben (16:00) Jul (Jun 52,1) (14:30) Jun US Arbeitslosenquote (Mai 0,2/0,0% Vm) (14:30) Jul (Jun 8,2%) US Kerndeflator der US Arbeitsmarktdaten Konsumausgaben (14:30) Jul (14:30) Jun (Jun 80 Tsd. Vm) (Mai 0,1% Vm) US Chicago-Index (15:45) Jul (Jun 52,9) US Verbrauchervert. (16:00) Jul (Jun 62,0) US S&P CaseShiller Hauspreisindex (15:00) Mai (Apr 135,8) US Beschäftigungs- Kostenindex (14:30) 2.Q (1.Q 0,4) D Auftragseingänge D Industrieproduktion US Handelsbilanz F Industrieproduktion (12:00) Jun (12:00) Jun (14:30) Jun (08:45) Jun (Mai 0,6/-5,4% Vm/Vj) (Mai 1,6/0,0% Vm/Vj) (Mai -48,7 Mrd.) (Mai -1,9/-3,5% Vm/Vj)06.08. – 10.08. IT Industrieproduktion US Produktivität (10:00) Jun (14:30) 2.Q (1.Q -0,9%) (Mai 0,8/-6,9% Vm/Vj) US Lohnstückkosten IT BIP (14:30) 2.Q (1.Q 1,3%) (11:00) 2.Q (1.Q -0,8%) J BIP D ZEW-Index US Empire State Index US Baubeginne D Erzeugerpreise (01:50) 2.Q (11:00) Aug (Jul -19,6) (14:30) Aug (Jul 7,39) (14:30) Jul (08:00) Jul (1.Q 1,2% Vq) D BIP US Industrieproduktion (Jun 760 Tsd.) (Jun -0,4/1,6% Vm/Vj)13.08. – 17.08. (08:00) 2.Q (15:15) Jul US Philadelphia Fed US Verbraucher- (1.Q 0,5% Vq) (Jun 0,4% Vm) Index vertrauen Uni Michi- F BIP US Kapazitäts- (16:00) Aug (Jul -12,9) gan 2.Q (1.Q 0,0% Vq) auslastung EU Verbraucherpreise (15:55) Aug EU BIP (15:15) Jul (Jun 78,9%) (11:00) Jul US Frühindikatoren (11:00) 2.Q US Verbraucherpreise (16:00) Jul (1.Q 0,0/-0,1% Vq/Vj) Gesamt-/Kernrate (Jun -0,3% Vm) EU Industrieproduktion (14:30) Jul (11:00) Jun (Jun 0,0/0,2% Vm) (Mai 0,6/-2,8% Vm/Vj) US Einzelhandels- umsätze (14:30) Jul (Jun -0,5% Vm) US Erzeugerpreise Gesamt-/Kernrate (14:30) Jul (Jun 0,1/0,2% Vm) EU Index der Einkaufs- D Importpreise* manager (Dienstl.) Jul (10:00) Aug (Jul 47,6) US Gebrauchsgüter-20.08. - 24.08. EU Index der Einkaufs- aufträge manager (Industrie) (14:30) Jul (10:00) Aug (Jul 44,1) BE Konjunkturindex US Neubauverkäufe (15:00) Aug (16:00) Jul (Jun 0,369 Mio. Jr) EU Verbrauchervertr. (16:00) Aug D ifo-Geschäftsklima US Verbraucher- D Verbraucherpreise D Arbeitslosenquote US Chicago-Index (10:00) Aug (Jul 103,3) vertrauen (14:00) Aug (09:55) Aug (15:45) Aug (16:00) Aug US BIP US Einkommen/ J Industrieproduktion27.08. – 31.08. US S&P CaseShiller (14:30) 2.Q Konsumausgaben (01:50) Jul Hauspreisindex US Beige Book (14:30) Jul J Arbeitslosenquote (15:00) Jun F INSEE Geschäfts- US Kerndeflator der (01:30) Jul EU Geldmenge M3 klima Konsumausgaben EU Arbeitslosenquote (10:00) Jul 8Jun 3,2% Vj) (08:45) Aug (Jul 90) (14:30) Jul (11:00) Jul (Jun 0,1% Vm) EU Verbraucherpreise EU Konjunkturindex (11:00) Aug (11:00) Aug (Jul 87,9) D Deutschland Vj/Vm/Vq gg. Vorjahr/-monat/-quartal Vorausschau wichtiger US USA * frühester bzw. voraussichtlicher Termin Termine EU Euro-Raum sb, a saisonbereinigt, annualisiert F, Frankreich, EZB-Zinsentscheidungen: 06.09. / 04.10. BE, IT Belgien, Italien FOMC-Sitzungen: 13.09. / 24.10. J Japan  Helaba Volkswirtschaft/Research · 31. Juli 2012· © Helaba 8

×