Helaba Volkswirtschaft/Research                                                   Wochenausblick                          ...
Wochenausblick       Claudia Windt         1.2               Wochen-Quartals-TangenteTel.: 0 69/91 32-25 00               ...
Wochenausblick  1.3            Finanzmarktkalender KW 29 mit Prognosen                                                    ...
Wochenausblick                                   2 Im FokusMarkus Reinwand, CFA                  2.1            Aktien: Ne...
Wochenausblick             Patrick Franke          2.2           ESM: Europa wartet auf das Füllhorn        Tel.: 0 69/91 ...
Wochenausblick                                 3 CharttechnikBund-Future: Aufwärtstrend intakt                            ...
Wochenausblick                         4 Helaba Kapitalmarktszenarien                         Für unseren Kapitalmarktausb...
Wochenausblick5 Helaba Basisszenario mit PrognosetabelleIn unserem Hauptszenario „Gordischer Knoten“ (Eintrittswahrscheinl...
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[PDF] Pressemitteilung: Wochenausblick vom 13.07.2012
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  1. 1. Helaba Volkswirtschaft/Research Wochenausblick 13. Juli 2012 Im Niemandsland Redaktion: 1 Die Woche im Überblick 1 Dr. Stefan Mitropoulos Tel.: 0 69/91 32-46 19 1.1 Chart der Woche 1 research@helaba.de 1.2 Wochen-Quartals-Tangente 2 1.3 Finanzmarktkalender KW 29 mit Prognosen 3 2 Im Fokus 4 2.1 Aktien: Neue Impulse durch Zwischenberichtsaison 4 2.2 ESM: Europa wartet auf das Füllhorn 5 Herausgeber: 3 Charttechnik 6 Dr. Gertrud R. Traud 4 Helaba Kapitalmarktszenarien 7Chefvolkswirt/Leitung Research 5 Helaba Basisszenario mit Prognosetabelle 8Landesbank Hessen-Thüringen MAIN TOWER Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main 1 Die Woche im Überblick Telefon: 0 69/91 32-20 24 Telefax: 0 69/91 32-22 44 1.1 Chart der Woche Geldpolitik spiegelt sich kaum noch am Devisenmarkt wider Bilanzsummen der Zentralbanken, indexiert, 30.06.2007 = 100 Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Die Publikation ist mit größter Sorgfalt Seit Beginn der Finanzkrise Mitte 2007 reduzierten die wichtigsten Zentralbanken nicht nur ihrebearbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich Leitzinsen auf nahe Null, sondern erweiterten auch mittels quantitativer Maßnahmen ihre Bilanz- unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Markt- summen. Am aggressivsten ging hier die britische Notenbank vor. Die Bank of England dürfte verhältnissen. Die Angaben beruhen auf dank eines neuen Kaufprogramms die Spitzenposition verteidigen, selbst wenn die Schweizer Quellen, die wir für zuverlässig halten, für Notenbank aufgrund ihrer Devisenmarktinterventionen den Briten auf den Fersen folgt. Neue deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktua- Hinweise, ob die Federal Reserve ihre Bilanzsumme weiter ausdehnt, dürfte ihr Präsident lität wir aber keine Gewähr übernehmen kön- nen. Sämtliche in dieser Publikation getroffe- Bernanke in der kommenden Woche geben. Während die Zurückhaltung der japanischen Noten- nen Angaben dienen der Information. Sie bank am Devisenmarkt belohnt wird, zahlt sich die relative Bescheidenheit der EZB nicht aus: Der dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Euro-Dollar-Kurs fiel auf ein neues Jahrestief, an einer zu expansiven Geldpolitik liegt es kaum. Anlageentscheidungen verstanden werden.
  2. 2. Wochenausblick Claudia Windt 1.2 Wochen-Quartals-TangenteTel.: 0 69/91 32-25 00 Es geht nur schleppend voran: Zwar hat Spanien ein neues Sparpaket beschlossen und zeigt sich optimistisch, mit Hilfe der zugesagten europäischen Bankenhilfen die Staatsschuldenkrise zu überwinden. Gleichzeitig ist allerdings der europäische Fahrplan – insbesondere was die Etablie- rung einer gemeinsamen Bankenaufsicht anbelangt – ins Stocken geraten (S. 5). Zudem bleibt die Lage in Griechenland unübersichtlich. Das Schwelen der Staatsschuldenkrise belastete den Euro, während deutsche Renten von Safe-Haven Zuflüssen profitieren. Den Aktienmarkt (S. 4) hingegen bremsten Sorgen um ein Abflauen der Konjunktur aus. Chinas Wirtschaftswachstum hat sich in Q2 auf 7,6 % verlangsamt, das ist die niedrigste Wachs- tumsrate seit 2009. Dennoch gibt es hinreichend Evidenz, dass die Talsohle erreicht ist und die Gemischtes Dynamik in den nächsten Monaten anziehen dürfte: Neben der Kreditvergabe sprechen die robus- Konjunkturbild ten Zuwächse beim PKW-Absatz dafür. Insgesamt stabilisierten sich im Juni die Einzelhandels- umsätze sowie die Industrieproduktion und gleichzeitig beschleunigten sich die Anlageinvestitio- nen. Zudem spekulieren die Investoren nun auf weitere geldpolitische und fiskalische Stimuli. Ein ähnliches Bild zeigt sich konjunkturell auch in Deutschland: Mit Ende des zweiten Quartals sorg- ten Auftragseingänge, Industrieproduktion und Exporte für eine positive Überraschung, die von den Kapitalmärkten nahezu ignoriert wurde. Für Deutschland zeichnet sich damit ein Wachstums- plus im 2. Quartal ab, trotz der Stimmungsindikatoren, die sich sichtlich eingetrübt haben. In den USA fielen die Daten zuletzt durchwachsen aus: Die jüngsten Erstanträge auf Arbeitslosen- unterstützung überraschten zwar positiv, gleichzeitig dürften in der Berichtswoche Frühindikato- ren, Industrieproduktion und Einzelhandelsumsätze belegen, dass die Wirtschaft etwas an Schwung verloren hat. Deshalb spekulieren viele Marktbeobachter auf ein QE3. In der Berichts- woche wird sich Fed-Chef Bernanke vor beiden Häusern des Parlaments verantworten. Er muss dann Farbe bekennen, ob die aktuelle Datenlage neue umfangreiche geldpolitische Maßnahmen rechtfertigt, die dann auf der nächsten FOMC-Sitzung vor der Sommerpause beschlossen werden könnten. Oder ob sich die Konjunktur weiter eintrüben muss, so dass ein mögliches QE3 frühes- tens ab September erfolgen würde. Innerhalb der Fed wird dies bereits kontrovers diskutiert, so dass die Entscheidung denkbar knapp sein dürfte. Finanzmarktrückblick und –prognosen Veränderung seit... aktueller 30.12.2011 05.07.2012 Stand* Q3/2012 Q4/2012 Q1/2013 (in %) Index DAX 8,8 -1,8 6.419 7.000 7.200 7.300 (in Bp) (in %) 3M Euribor -86 -14 0,50 0,5 0,5 0,7 3M USD Libor -13 0 0,46 0,4 0,4 0,4 10 jähr. Bundesanleihen -58 -13 1,25 1,8 2,1 2,3 10 jähr. Swapsatz -62 -7 1,76 2,3 2,5 2,7 10 jähr. US-Treasuries -40 -12 1,47 2,1 2,4 2,7 (jew eils gg. Euro, %) (jew eils gg. Euro) US-Dollar 6,2 1,6 1,22 1,30 1,35 1,40 Japanischer Yen 3,1 2,4 97 104 110 115 Britisches Pfund 5,7 0,9 0,79 0,85 0,88 0,87 Schweizer Franken 1,3 0,0 1,20 1,20 1,20 1,25 (in %) Brentöl $/B -6,8 0,8 101 95 100 103 Gold $/U 0,5 -2,0 1.572 1.600 1.650 1.650 *Schlusskurse vom 12.07.2012 Bei Prognoseänderungen sind die vorherigen Werte in Klammern gesetzt Quellen: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/Research Helaba Volkswirtschaft/Research · 13. Juli 2012· © Helaba 2
  3. 3. Wochenausblick 1.3 Finanzmarktkalender KW 29 mit Prognosen Helaba- Bloom berg Zeit Land Periode Indikator Vorperiode Prognose Consensus Montag, 16.07.2012 Konsumentenpreise (HVPI) 11:00 EZ Jun % m/m 0,0 0,0 -0,1 % y/y 2,4 2,4 2,4 Konsumentenpreise Kernrate 12:00 EZ Jun % m/m 0,0 k.A. 0,0 % y/y 1,5 1,6 1,6 14:30 US Jul Empire State Umfrage; Index 0,0 3,8 2,3 14:30 US Jun Einzelhandelsumsätze, % m/m 0,2 0,2 -0,2 Einzelhandelsumsätze ohne Pkw s, 14:30 US Jun -0,1 0,0 -0,4 % m/m 16:00 US Mai Lageraufbau; % m/m 0,3 0,2 0,4 Dienstag, 17.07.2012 Kansas City Fed Präsidentin 01:30 US George 11:00 DE Jul ZEW-Indikator -21,0 -15,0 -16,9 CPI Konsumentenpreise 14:30 US Jun % m/m 0,0 0,0 -0,3 % y/y 1,6 1,6 1,7 CPI ohne Energie & Nahrungsmittel 14:30 US Jun % m/m 0,2 0,2 0,2 % y/y 2,2 2,2 2,3 15:15 US Jun Industrieproduktion, % m/m 0,2 0,4 -0,1 15:15 US Jun Kapazitätsauslastung; % 79,1 79,2 79,0 Halbjährliche Anhörung von Ben 16:00 US Bernanke vor dem Bankenausschuss des Senats 16:00 US Jul NAHB Housing Index 30 30 29 19:15 US Cleveland Fed Präsidentin Pianalto Mittw och, 18.07.2012 Baubeginne 14:30 US Jun % m/m 5,9 4,9 -4,8 Tsd (JR) 750 743 708 Baugenehmigungen 14:30 US Jun % m/m -4,3 -2,4 7,9 Tsd (JR) 750 765 784 Halbjährliche Anhörung von Ben Bernanke vor dem Financial 16:00 US Services Committee des Repräsentantenhauses 20:00 US Beige Book Donnerstag, 19.07.2012 Erstanträge auf 14:30 US 14. Jul 365 k.A. 350 Arbeitslosenunterstützung, Tsd 16:00 US Jul Philadelphia Fed; Index -5,0 -8,0 -16,6 Verkauf bestehender Häuser, Mio. 16:00 US Jun 4,7 4,6 4,6 (JR) 16:00 US Jun Frühindikatoren, % m/m -0,1 -0,1 0,3 Freitag, 20.07.2012 Erzeugerpreise 08:00 DE Jun % m/m -0,2 -0,2 -0,3 % y/y 1,8 1,8 2,1Quellen: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/ResearchHelaba Volkswirtschaft/Research · 13. Juli 2012· © Helaba 3
  4. 4. Wochenausblick 2 Im FokusMarkus Reinwand, CFA 2.1 Aktien: Neue Impulse durch Zwischenberichtsaison Tel.: 0 69/91 32-4723 Die Erholung bei Aktien ist zuletzt ins Stocken geraten. Neue Anregungen sind von der nun an Fahrt gewinnenden US-Berichtssaison zu erwarten. Nach zahlreichen Abwärtsrevisionen liegt die Messlatte nicht sehr hoch. Die Nervosität der Aktienanleger hat sich in den letzten Wochen wieder etwas gelegt. Obwohl die Risikoaufschläge bei Staatsanleihen der Europroblemländer auf erhöhtem Niveau verharrten undAnleger in Warteposition auch der Euro gegenüber dem US-Dollar weiter unter Druck blieb, hat sich die implizite Aktien- marktvolatilität zurückgebildet. Offenbar haben Aktienmarktteilnehmer ihre Wachstumserwartun- gen bereits hinreichend stark zurückgeschraubt. Nun warten sie auf neue Impulse. Seit dem Früh- jahr wurden die Konsens-Gewinnprognosen der Analysten für die kommenden 12 Monate auch für DAX- und S&P 500-Unternehmen merklich reduziert. Die Erwartungen der Aktieninvestoren hinsichtlich der Nettoergebnisse fallen offensichtlich ohnehin geringer aus. Dafür sprechen die niedrige absolute Bewertung (KGV) sowie die ausgesprochen hohen Risikoprämien. Dies bietet einen gewissen Schutz für den Fall kurzfristig noch rückläufiger Unternehmensergebnisse.Verhaltener Start in die Zwischenberichtsaison Pessimismus schützt vor Enttäuschungen% Saldo Anteil Aktienoptimisten minus -pessimisten, % 90 90 150 40 S&P 500: Anteil positiver Gewinnüberraschungen Stimmung US-Privatanleger (rechte Skala) 85 85 zu Beginn der Berichtssaison 30 80 80 100 75 Mittelwert 75 20 (seit Q1 2000) 50 70 70 10 65 65 0 0 60 60 55 55 -10 -50 50 50 -20 45 45 -100 -30 40 40 US-Konjunkturüberraschungen (linke Skala) Q1 Q1 Q1 Q1 Q1 Q1 Q1 Q1 Q1 Q1 Q1 Q1 Q1 -150 -40 2010 2011 2012 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012Quellen: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Für die nun anlaufende Zwischenberichterstattung über das zweite Quartal dürfte die Messlatte nicht sehr hoch liegen. In den USA haben die ersten Unternehmen aus dem S&P 500 Zahlen vor- gelegt. Rund 59 % von ihnen konnten die Analystenschätzungen übertreffen. Damit liegt der An- teil positiver Gewinnüberraschungen zum Auftakt der sogenannten reporting season zwar unter- halb des langjährigen Durchschnitts von 65 %. Die Tendenz kann sich aber im Verlauf der kom- menden Wochen durchaus noch ändern, wie die vergangenen Quartale belegen. So erhöhte sich der Anteil positiver Überraschungen bei den Q4/2011-Ergebnissen nach einem sehr schwachen Auftakt von 52 % auf 62 %. Dagegen startete die Q1/2012 Berichterstattung mit einem Anteil positiver Überraschungen von 80 % und endete bei 67 %. Von der in den kommenden Wochen Fahrt aufnehmenden Zwischenberichtsaison könnten somit durchaus positive Impulse ausgehen. Zudem kommt es nun darauf an, dass die Frühindikatoren allmählich ihren Boden ausbilden, auch wenn die Skepsis der Anleger vorerst noch vor größeren Enttäuschungen schützt. Bei einer weiter- Chancen überwiegen hin sehr lockeren Geldpolitik in den Industrieländern und weiteren Zinssenkungen in wichtigen Schwellenländern wie China überwiegen u. E. die Chancen auf mittelfristig steigende Notierun- gen. Angesichts wesentlich höherer Ertragspotenziale dürfte es bei nachlassender Risikoaversion zu spürbaren Umschichtungen von kurzfristig geparkten Geldern in Aktien kommen. Helaba Volkswirtschaft/Research · 13. Juli 2012· © Helaba 4
  5. 5. Wochenausblick Patrick Franke 2.2 ESM: Europa wartet auf das Füllhorn Tel.: 0 69/91 32-4738 Der Verhandlungserfolg der Spanier auf dem EU-Gipfel Ende Juni hat auch in Irland Hoff- nungen genährt, dass man einen Teil der drückenden Kosten der geleisteten Bankenbeihilfen bald „vergemeinschaften“ kann. Dem stehen aber noch einige Hürden entgegen. Kaum hatten die Euro-Finanzminister am 9. Juli den Iren versprochen, bis zum Oktober eine Ent- scheidung zur Entlastung bei ihren Bankschulden zu treffen, ist der Fahrplan schon wieder in Fra-Trotz parlamentarischem ge gestellt. Die Hoffnung seitens irischer Regierung und Medien, dass dabei ESM-Mittel quasi als Eilverfahren nicht „Ablöse“ der staatlichen Bankbeihilfen fließen könnten, war von vornherein optimistisch, denn der schnell genug? Eurogipfel am 29. Juni hatte ja die direkte Unterstützung von Banken durch den ESM explizit von der Etablierung einer „effektiven“ gemeinsamen Bankenaufsicht abhängig gemacht. Dass diese in so kurzer Zeit eingerichtet werden könnte, ist aber mehr als fragwürdig, wie die Kontroverse um die Vor- und Nachteile einer bei der EZB angesiedelten Bankenaufsicht unterstreicht. Nach der Ankündigung des deutschen Bundesverfassungsgerichts, keine schnelle Entscheidung über den Komplex „ESM/Fiskalpakt“ zu fällen, dürfte es noch eine Weile dauern, bis der ESM seine Arbeit aufnimmt. Außerdem hat das deutsche Parlament wegen des enormen Zeitdrucks eine Version des ESM verabschiedet, die nur Beihilfen an Regierungen vorsieht – eine unmittelbare Rekapitalisierung von Banken durch den ESM müsste erst noch parlamentarisch genehmigt wer- den. Da zudem nur diejenigen Länder, die vorher den Fiskalpakt ratifiziert haben und einhalten, ESM-Mittel in Anspruch nehmen können, stellt dieser legislative Prozess eine zusätzliche Hürde dar. Bisher haben von den Euroländern nur Portugal, Slowenien, Griechenland, Spanien und Ös- terreich den Fiskalpakt ratifiziert. In Deutschland steht noch die Unterschrift des Bundespräsiden- ten aus. In Frankreich wird wohl erst nach der Sommerpause im September abgestimmt. In Irland dürfte das Gesetz erst Ende des Jahres verabschiedet werden. Daher sind Auszahlungen aus dem ESM vor dem 1. Januar 2013 unwahrscheinlich.„Gipfel-Effekt“ für Irland nachhaltiger als für Spanien Bankensystem: Relativ entspannte Lage10jährige Staatsanleihen, Zinsdifferenz zu Deutschland in Prozentpunkten Risikoprämie am Bankenmarkt (LIBOR-OIS-Spread), Prozentpunkte 6,5 6,5 4,0 4,0 6,0 Irland 6,0 3,5 USA 3,5 3,0 3,0 5,5 5,5 2,5 2,5 5,0 5,0 2,0 2,0 4,5 4,5 1,5 1,5 4,0 Spanien 4,0 Eurozone 1,0 1,0 3,5 3,5 0,5 0,5 Euro-Gipf el 3,0 3,0 0,0 0,0 Mai-12 Jun-12 Jul-12 2007 2008 2009 2010 2011 2012Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Dennoch sind die Märkte zumindest Irland gegenüber wieder positiver gestimmt. Der Zinsauf- schlag irischer Staatsanleihen ist nach dem Gipfel am 29. Juni deutlich gefallen. In der ersten Juli- Silberstreifen Woche konnte das Finanzministerium in Dublin zum ersten Mal seit dem Herbst 2010 wieder eine am Horizont? Geldmarktanleihe platzieren. Die Rendite der €500 Mio. Anleihe mit drei Monaten Laufzeit lag bei 1,8 %, was als voller Erfolg gewertet wird. Vergleichsweise entspannt präsentiert sich derzeit auch ein gesamteuropäischer Krisenindikator: Angesichts der andauernden Diskussion um die Stabilität der europäischen Banken ist es erstaunlich, wie niedrig die Risikoprämie am Interban- kenmarkt der Eurozone nach der Beruhigungsspritze durch Mario Draghis „dicke Bertha“ Anfang des Jahres geblieben ist. Allerdings wirft die aktuelle Kontroverse um Manipulationen der LIBOR- Sätze in London einige Fragen über die Verlässlichkeit der „offiziellen“ Interbankensätze auf. Helaba Volkswirtschaft/Research · 13. Juli 2012· © Helaba 5
  6. 6. Wochenausblick 3 CharttechnikBund-Future: Aufwärtstrend intakt Widerstände: 145,47 145,89 146,36DMI Bund-Future (daily) Unterstützungen: 144,30 143,01 142,64 Zuletzt stand die Frage im Raum, ob der Bund-Future über ausreichend Kraft verfügen würde, das 50 %-Retracement zu überwinden. Die Brüche sowohl der 50 %- als auch der 61,8%-Marke lieferten eine eindrucksvolle Antwort. Infol- gedessen befindet sich der Bund in einem Aufwärtstrend, dessen übergeordnetes Kursziel, bei 146,89 (Allzeithoch) zu definieren ist. Nachdem der Kursanstieg in den letzten Tagen sehr schnell vollzogen wurde, steigt die Wahrschein- lichkeit für temporäre Korrekturen, was generell aber nicht als Schwäche verstanden werden sollte.Quellen: Reuters, Helaba Volkswirtschaft/Research Christian Schmidt (Tel.: 069/9132-2388)EUR-USD: Mehrjahrestief als prozyklisches Signal Widerstände: 1,2270 1,2322 1,2403DMI EUR-USD (weekly) Unterstützungen: 1,2139 1,2100 1,2059 Die von uns an dieser Stelle definierten Projektionskurszie- le wurden in den vergangenen Tagen mustergültig „abgear- beitet“. Aktuell konnte sich der Euro im Bereich der 1,2190er-Unterstützung etwas stabilisieren. Allerdings sollte dies nur von kurzer Dauer sein. Grundsätzlich deutet das erreichte Zwei-Jahrestief (prozyklisches Signal) auf weitere Kursverluste hin. Diese These wird auch von Trendfolgern untermauert. Entsprechend gilt es, die mögli- chen Unterstützungen zu definieren: Diese finden sich bei 1,2139, 1,2100 und 1,2059.Quellen: Reuters, Helaba Volkswirtschaft/Research Christian Schmidt (Tel.: 069/9132-2388)DAX: Warten auf den Ausbruch aus der Handelsrange Widerstände: 6.498 6.554 6.615DMI DAX (daily) Unterstützungen: 6.374 6.330 6.290 Das Chartbild des DAX hat sich zuletzt kaum verändert. Die seit geraumer Zeit etablierte Handelsrange mit Begrenzun- gen bei 6.350 Zählern auf der Unter- und 6.497 Punkten auf der Oberseite ist weiterhin intakt. Obwohl sich die trendfol- genden Indikatoren im „Long-Modus“ befinden, sind die Indikatoren mehrheitlich negativ zu werten. Vor allem die Oszillatoren weisen negative Divergenzen auf. Zudem fiel das Volumen bei steigenden Kursen unterdurchschnittlich aus. Eine deutlich ausgeprägte Kursbewegung ist aber erst mit dem Ausbruch aus der genannten Range zu erwarten.Quellen: Reuters, Helaba Volkswirtschaft/Research Christian Schmidt (Tel.: 069/9132-2388) Die Ausführungen auf dieser Seite basieren ausschließlich auf einer charttechnischen Analyse. Unsere fundamentalen Analysen gehen in diese Betrachtung nicht ein. Helaba Volkswirtschaft/Research · 13. Juli 2012· © Helaba 6
  7. 7. Wochenausblick 4 Helaba Kapitalmarktszenarien Für unseren Kapitalmarktausblick 2012 haben wir das Thema „Helden- und Göttersagen“ ge- wählt. Im Hauptszenario „Gordischer Knoten“ (Eintrittswahrscheinlichkeit: 65 %) kann die Hauptszenario: Eskalation der Euro-Staatsschuldenkrise vermieden werden, so dass die Unsicherheit und hohe Gordischer Knoten Volatilität an den Kapitalmärkten abebben. Dennoch erfordert die Bewältigung der Krise Zeit, so dass der Verlauf an den Kapitalmärkten stärker von politischen, denn von konjunkturellen Ein- flussfaktoren bestimmt wird. Die großen Euroländer ringen weiterhin um eine Lösung, wobei sich die Vorschläge stärker auf eine Vergemeinschaftung der Schulden fokussieren. Sie unterscheiden sich dahin, ob dies mit oder ohne Aufgabe von nationalstaatlicher Souveränität einhergeht. Mit weiteren Hilfsmechanismen, einer expansiven Geldpolitik sowie vertrauensbildenden Maßnahmen wie einer breiten Zustimmung zum Fiskalpakt sollte eine Stabilisierung der Lage gelingen. Eine weitere Vergemeinschaftung der europäischen Staatsschulden wird immer wahrscheinlicher. Der konjunkturelle Gegenwind aus den Euro-Problemländern dürfte bis Jahresende nachlassen. Insgesamt dürfte sich 2012 das globale Wirtschaftswachstum vor allem dank einer expansiven Geldpolitik festigen. Impulsgeber bleiben dabei die Schwellenländer. In den europäischen Prob- lemländern wird der Konsolidierungsdruck zwar hoch bleiben, aber die negativen Effekte der Restrukturierungen nehmen allmählich ab. In den USA kommt es dagegen im Wahljahr nicht zu größeren Konsolidierungsanstrengungen, so dass die Wirtschaft erneut um rund 2 % wachsen wird. 2013 dürfte das globale BIP insgesamt wieder stärker expandieren. In unserem positiven Szenario „Phönix aus der Asche“ (5 %) kann die Weltwirtschaft an das überdurchschnittliche Wachstum 2010 anknüpfen. Befeuert wird dies von einer expansiven Aus- Alternativszenario: richtung der Geld- und Fiskalpolitik. In den Euro-Ländern zeigen sich erste Erfolge der Strukturre-Phönix aus der Asche formen, so dass auch dort die konjunkturelle Dynamik wieder zunimmt. Aktien strahlen heller denn je und Renten verzeichnen im Gegenzug kräftige Kursverluste. Im negativen Szenario „Sisyphus“ (30 %) fällt die Weltwirtschaft in eine tiefe Rezession und die europäische Staatsschuldenkrise eskaliert. Die Industrieländer geraten in ein deflationäres Umfeld. Alternativszenario: Europa schafft es nicht, das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen. Vielmehr setzt eine Sisyphus breite Kapitalflucht aus dem Euroraum ein. Der Versuch Staaten und Banken gleichzeitig zu retten stellt sich als Sisyphusarbeit heraus. Anleger suchen Sicherheit, wovon der US-Dollar und Anlei- hen höchster Bonität profitieren. Auf die Aktienmärkte hingegen rollt ein Einbruch zu. Investmentszenarien 2012 Szenarien Wahrschein- Wachstum Inflation Renten Euro Aktien 2012 lichkeit Gordischer 65% Knoten Phönix aus 5% der Asche Sisyphus 30% Quelle: Helaba Volkswirtschaft/Research Helaba Volkswirtschaft/Research · 13. Juli 2012· © Helaba 7
  8. 8. Wochenausblick5 Helaba Basisszenario mit PrognosetabelleIn unserem Hauptszenario „Gordischer Knoten“ (Eintrittswahrscheinlichkeit: 65 %) kann dieEskalation der Euro-Staatsschuldenkrise vermieden werden, so dass die Unsicherheit und hoheVolatilität an den Kapitalmärkten abebben. Mit weiteren Hilfsmechanismen, einer expansivenGeldpolitik sowie vertrauensbildenden Maßnahmen wie einer breiten Zustimmung zum Fiskalpaktsollte eine Stabilisierung der Lage gelingen. Dabei zeichnet sich eine weitere Vergemeinschaftungder europäischen Staatsschulden ab. Der konjunkturelle Gegenwind aus den Euro-Problemländerndürfte bis Jahresende nachlassen. Insgesamt wird sich 2012 das globale Wirtschaftswachstum dankeiner expansiven Geld- und Fiskalpolitik festigen. In den europäischen Problemländern wird derKonsolidierungsdruck zwar hoch bleiben, aber die negativen Effekte der Restrukturierungen neh-men allmählich ab. In den USA kommt es im Wahljahr dagegen nicht zu größeren Konsolidie-rungsanstrengungen, so dass die Wirtschaft erneut um rund 2 % wachsen wird. 2013 dürfte dasglobale BIP insgesamt wieder stärker expandieren.Rentenmärkte: Die EZB sorgt mit extrem niedrige Leitzinsen, Liquiditätsmaßnahmen wie Kauf-programmen für Staatsanleihen gefährdeter Euro-Länder sowie Langfristtender für Finanzmarkt-stabilität. Die hohe Unsicherheit um den Verbleib Griechenlands im Euroraum hat zu einer extre-men Risikowahrnehmung im Euroraum geführt. Investoren nehmen daher sogar eine negativeRealverzinsung für deutsche Staatsanleihen in Kauf. Da jedoch der finanzielle Verpflichtungsrah-men Deutschlands im Zuge der Euro-Rettung weiter zunimmt, dürfte die Nachfrage nach sehrteuren Bundesanleihen tendenziell sinken. Die langfristige Bonität Deutschlands wird zunehmendkritisch hinterfragt. Die Verzinsung 10-jähriger Staatsanleihen dürfte in Deutschland in der zwei-ten Jahreshälfte zwischen 1,1 % und 2,2 % schwanken, in den USA zwischen 1,4 % und 2,5 %.Euro: Die Sorgen um die europäische Schuldenkrise werden im zweiten Halbjahr 2012 dank poli-tischer Fortschritte in den Hintergrund gedrängt. Die Konjunktur in der Eurozone fasst wiederTritt, der Wachstumsvorsprung der USA schmilzt. Die US-Geldpolitik bleibt sehr expansiv, selbstweitergehende Maßnahmen sind nicht ausgeschlossen. Der Euro dürfte sich daher gegenüber demUS-Dollar erholen. Der Euro-Dollar-Kurs sollte sich bis Ende 2012 im Bereich von 1,20 bis 1,40bewegen.Aktienmärkte: Mit einer Beruhigung der Schuldenkrise und wieder robusteren Konjunkturindika-toren wird der Risikoappetit der Anleger zunehmen. Dies dürfte zu Umschichtungen zugunstenvon Aktien führen. Auch die günstige Bewertung spricht mittelfristig für Dividendentitel, zumaldie Liquiditätsversorgung auch künftig sehr großzügig ausfallen wird. Der DAX dürfte daher bisJahresende die Marke von 7.000 Punkten wieder überschreiten.Helaba Volkswirtschaft/Research · 13. Juli 2012· © Helaba 8
  9. 9. WochenausblickPrognosetabelle Bruttoinlandsprodukt Verbraucherpreise Veränderung gg. reale Veränderung gg. Vorjahr in % Vorjahr in % 2010 2011 2012p 2013p 2010 2011 2012p 2013pEuroland 1,9 1,5 0,2 1,3 1,6 2,7 2,4 2,1 Frankreich 1,6 1,7 0,7 1,5 1,7 2,3 2,4 2,1 Italien 1,8 0,5 -1,1 0,7 1,6 2,9 3,0 2,2 Spanien -0,1 0,7 -0,8 0,5 2,0 3,1 2,0 2,2 Griechenland -3,5 -6,9 -5,0 0,0 4,7 3,1 0,5 0,5 Irland -0,8 1,4 0,5 1,5 -1,6 1,2 1,8 1,9 Portugal 1,4 -1,6 -3,5 -1,0 1,4 3,6 2,5 1,5 Deutschland* 3,6 3,1 1,2 1,7 1,1 2,3 2,0 2,0Großbritannien 1,8 0,8 0,4 1,5 3,3 4,5 2,6 2,3Schw eiz 2,7 2,1 1,2 1,2 0,7 0,2 -0,9 0,5Schw eden 6,2 3,9 1,0 1,3 1,2 3,0 1,5 1,8Polen 3,9 4,3 2,7 3,0 2,7 4,2 4,0 3,3Ungarn 1,3 1,7 -0,5 1,0 4,9 3,9 5,7 4,0Tschechien 2,7 1,7 0,5 1,7 1,5 1,9 3,4 2,5Russland 4,3 4,3 3,5 4,0 6,9 8,4 5,0 6,0USA 3,0 1,7 2,2 2,0 1,6 3,1 1,6 1,7Japan 4,4 -0,7 2,3 1,0 -0,7 -0,3 0,5 -0,2Asien ohne Japan 8,4 6,5 6,0 6,5 5,1 6,0 5,0 5,0 China 10,4 9,2 8,4 8,8 3,3 5,3 4,0 4,4 Indien 9,6 7,0 6,5 7,0 12,0 8,9 7,5 7,5Lateinamerika 6,0 4,3 3,0 4,0 5,9 6,5 6,5 6,0 Brasilien 7,5 2,7 2,3 3,8 5,0 6,6 5,8 5,5Welt 4,9 3,4 3,2 3,6 2,9 3,9 3,1 2,9s = Schätzung, p = Prognose; *Deutschland: arbeitstäglich bereinigt;Quellen: EIU, EcoWin, Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Helaba Volkswirtschaft/Research · 13. Juli 2012· © Helaba 9

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