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Fed aktuellNoch mehr Stimulus erforderlich?                                               Kreditvergabe läuft schonMonetar...
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[PDF] Pressemitteilung: Fortschritt oder geldpolitischer Aktivismus?
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  1. 1. Helaba Volkswirtschaft/Research Fed aktuell 24. Januar 2012 Fortschritt oder geldpolitischer Aktivismus? Autor: Patrick Franke  Nach der FOMC-Sitzung in dieser Woche wird das Gremium zum ersten Mal die An- Tel.: 0 69/91 32-47 38 nahmen der Mitglieder für die zukünftige Geldpolitik veröffentlichen. research@helaba.de  Die Fed erhofft sich davon unter anderem positive Impulse für die Konjunktur.  Neben dieser Innovation erwarten wir keine weiteren geldpolitischen Beschlüsse auf dieser Sitzung. Zu einem neuen Kaufprogramm besteht derzeit angesichts der besseren Redaktion: Konjunkturdaten kein Anlass. Dr. Stefan Mitropoulos Erstmalig werden die FOMC-Mitglieder am Mittwoch dieser Woche offen legen, was sie genau unter der „angemessenen Geldpolitik“ verstehen, die ihren Projektionen für Wachstum, Inflation Herausgeber: und die Arbeitslosenquote zu Grunde liegt. Da jeder Sitzungsteilnehmer im Hinblick auf den zu- künftigen Leitzins eine andere Meinung vertreten kann, was in den bisher publizierten ökonomi- Dr. Gertrud R. Traud schen Projektionen aber nicht zum Ausdruck kam, stellt dies einen weiteren Schritt in RichtungChefvolkswirt/Leitung Research höherer Transparenz dar. Die Fed wird die neuen Informationen über zwei Charts kommunizieren.Landesbank Hessen-Thüringen Erstens wird ein Schaubild zeigen, wie viele FOMC-Mitglieder in den Jahren 2012 bis 2016 je- MAIN TOWER weils den ersten Zinsschritt nach oben erwarten. Zweitens wird für jeden Sitzungsteilnehmer ein Neue Mainzer Str. 52-58 (gerundeter) numerischer Wert für die unterstellte Federal Funds Rate für das Ende der Jahre 2012 60311 Frankfurt am Main bis 2014 und „auf lange Sicht“ veröffentlicht. Die Projektionen sind, wie auch bisher, anonym. Telefon: 0 69/91 32-20 24 Telefax: 0 69/91 32-22 44 Neben einer erhöhten Transparenz der Geldpolitik verfolgt die US-Notenbank mit dieser Innovati- on wohl noch ein weiteres Ziel. Sie knüpft damit an ihre Entscheidung vom vergangenen August an, sich explizit auf einen Zeitraum festzulegen, in dem die Federal Funds Rate voraussichtlich auf ihrem extrem niedrigen Niveau bleibt. Dies soll die Erwartungen der Marktteilnehmer im Hinblick auf zukünftige Zinsen drücken. Dadurch fallen tendenziell auch die längerfristigen Zinsen am Kapitalmarkt, denn diese spiegeln zum Teil die für die Zukunft erwarteten kurzfristigen Zinsen wider. Von niedrigeren Zinsen wiederum erhofft sich die Fed stimulierende Effekte auf die Ge- samtwirtschaft. Liquidität: Weiterer Handlungsbedarf? Bilanzsumme der Fed, Mrd. Dollar 3000 3000 2500 2500 Die Publikation ist mit größter Sorgfaltbearbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich 2000 2000 unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Markt- 1500 1500 verhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für 1000 1000 deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktua- lität wir aber keine Gewähr übernehmen kön- 500 500 nen. Sämtliche in dieser Publikation getroffe- 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 nen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Anlageentscheidungen verstanden werden.
  2. 2. Fed aktuellNoch mehr Stimulus erforderlich? Kreditvergabe läuft schonMonetary Conditions Index (MCI), nominal (Dezember 1995 = 100) Unternehmenskredite, Veränderung über 13 Wochen, annualisiert in % 40 40 130 130 120 restriktiver 120 30 30 110 110 20 20 100 100 90 90 10 10 80 80 70 70 0 0 60 60 -10 -10 50 50 40 40 -20 -20 30 30 Dez 95 Dez 97 Dez 99 Dez 01 Dez 03 Dez 05 Dez 07 Dez 09 Dez 11 -30 -30 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Was sind die Risiken? Aus unserer Sicht birgt der Schritt der Fed mehr Risiken als Chancen. Zu hohe Zinsen sind aktuell für die US-Wirtschaft sicher nicht das größte Problem. Zehnjährige Staatsanleihen rentieren bei rund 2 %, Hypothekendarlehen sind so günstig wie nie zuvor – Ende 2011 fielen die von der Fed erhobenen Zinsen für 30jährige Hypotheken erstmalig unter 4 %. Insgesamt sind die monetären Bedingungen extrem locker. Während in der Eurozone über eine drohende Kreditklemme disku- tiert wird, vergeben die US-Banken in großem Umfang Kredite an Unternehmen. Die neue Strategie der Fed bringt zwei Hauptrisiken. Erstens ist nicht garantiert, dass die Markt- teilnehmer auch genau die Botschaft empfangen, die das FOMC senden will. Die Märkte erwarten Kommt die bereits eine auf absehbare Zeit expansive Fed, die der Bekämpfung der hohen Arbeitslosigkeit Botschaft an? Priorität einräumt. Vor diesem Hintergrund könnte „der Schuss nach hinten losegehen“, wenn das Meinungsspektrum im FOMC nur leicht „hawkisher“ ausfallen sollte, als der Konsens erwartet. So ist zumindest denkbar, dass der eine oder andere Geldpolitiker schon 2012 oder im ersten Halbjahr 2013 einen ersten Zinsschritt unterstellt, obwohl die stimmberechtigte Mehrheit des Gremiums diesen laut Kommuniqué frühestens Mitte 2013 erwartet. Auch die Geschwindigkeit, mit der die Geldpolitik normalisiert werden könnte, wird vielleicht von dem einen oder anderen Sitzungsteil- nehmer höher eingeschätzt als aktuell an den Märkten. Dieses Enttäuschungspotenzial wiederum birgt das Risiko, dass die FOMC-Mitglieder nicht wirklich das aus ihrer Sicht wahrscheinlichste Szenario darstellen, sondern stattdessen einen Verlauf für den Leitzins veröffentlichen, der ihrer aktuellen Zielsetzung (mehr Wachstum) entspricht. Das zweite potenzielle Problem ist eine mögliche Fehlinterpretation durch einige Marktteilnehmer der von nun an vierteljährlich veröffentlichten Leitzinsprojektionen. So ist denkbar, dass manche Kein bedingungsloses Beobachter die Aussage zur zukünftigen Geldpolitik als bedingungslose Festlegung verstehen. Versprechen Tatsächlich ist sie jedoch darauf konditioniert, dass sich zahlreiche unspezifizierte Faktoren gemäß der Erwartung der Geldpolitiker entwickeln. Dazu zählen nicht nur der weitere Verlauf der europä- ischen Staatsschuldenkrise, die Rohstoffpreise und andere weltwirtschaftliche Größen. Für den zyklischen und geldpolitischen Ausblick in den USA ist ganz zentral, wann, wo und wie viel die Bundesregierung sparen wird. Steuern Regierung und Kongress 2013 nach den Wahlen Ende 2012 den von uns erwarteten Konsolidierungskurs, könnte dies die gesamtwirtschaftliche Nachfrage so stark dämpfen, dass eine geldpolitische Straffung überflüssig wird. Es bleibt aber unklar, was für eine Fiskalpolitik die FOMC-Mitglieder bei ihren Leitzinsprognosen unterstellen. Schließlich ist der neue Veröffentlichungsmodus noch verbesserbar. So wird er angepasst werden müssen, wenn die Richtung zukünftiger Zinsschritte nicht mehr so eindeutig ist wie heute. Wenn Zinssenkungen ebenfalls möglich sind, muss dem breiteren Spektrum an Szenarien Rechnung Helaba Volkswirtschaft/Research · 24. Januar 2012· © Helaba 2
  3. 3. Fed aktuell getragen werden. Aktuell hingegen stellt sich ein zusätzliches Problem, das der Sondersituation eines Leitzinses nahe Null geschuldet ist: Es bleibt offen, welche unkonventionellen Maßnahmen die einzelnen FOMC-Mitglieder möglicherweise bei ihrer Projektion unterstellen. Die Alternative, zusätzlich eine Projektion für die Bilanzsumme der Fed zu publizieren, würde aber wohl die neue Kommunikationsstrategie überfrachten und unübersichtlich werden lassen. Fazit: Kein großer Wurf, aber besser als manche Alternativen Aus unserer Sicht werden die positiven Effekte der neuen Kommunikationsstrategie überschaubar sein, denn eine auf längere Sicht expansive Geldpolitik ist an den Märkten bereits eingepreist. Je Wenig Nutzen, aber mehr die tatsächlichen Projektionen aber kurzfristige Impulse liefern, desto wahrscheinlicher wer-auch geringer Schaden, den letztlich – aus Sicht des Rentenmarktes – unangenehme zukünftige Überraschungen. Einem wenn es schiefgeht möglichen Stimuluseffekt stehen zudem die oben beschriebenen, klaren Risiken gegenüber, insbe- sondere die Gefahr von Missverständnissen bei diesem neuen geldpolitischen Instrument. Mittel- fristig könnte sich zudem erweisen, dass die Notenbanker nicht besonders gut darin sind, ihren eigenen Leitzins zu prognostizieren – mit möglichen negativen Folgen für die Glaubwürdigkeit der Fed. Insgesamt ist dieser Schritt aber besser als einige zuletzt diskutierten Alternativen, sei es nun das von manchen nach wie vor propagierte Auflegen eines neuen Kaufprogramms für Wertpapiere oder die Einführung eines Ziels für das nominale Wirtschaftswachstum.  Helaba Volkswirtschaft/Research · 24. Januar 2012· © Helaba 3

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