Sascha Michel 
Universität Koblenz-Landau 
michel@uni-koblenz.de 
SPUREN DER ANEIGNUNG VON MULTIMODALITÄT IM ÖFFENTLICHEN ...
1.Kommunikation im öffentlichen Raum: Stadtkommunikation 
2.Die Kommunikationsform Plakat 
3.Die Textsorte Wahlplakat 
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1. STADTKOMMUNIKATION
1. STADTKOMMUNIKATION
1. STADTKOMMUNIKATION
Städte als Räume, die sich von Orten (= punktuelle Ordnungen) dadurch unterscheiden, dass sie durch kommunikative Interak...
2. KOMMUNIKATIONSFORM PLAKAT
Wahrnehmungsmodalität 
visuell 
Kommunikationsrichtung 
unidirektional, monologisch 
Kommunikationspartner 
1:n (n ortsbed...
3. TEXTSORTE WAHLPLAKAT
situativ e und kontextuelle Dimension 
• Kommunikationsbereich: Politik 
• Handlungsbereich: öffentlich, 1:n 
• Handlungsf...
3. TEXTSORTE WAHLPLAKAT
Interaktionsrollen und -konstellationen: 
Produzent – Rezipient (monologisch) 
Klassische Interaktionsrollen der Plakatko...
3. TEXTSORTE WAHLPLAKAT 
1. Aneignung als Quasidialog
Kommentierung des Wahlplakats bei (Aus-)Nutzung der Medialität-Materialität 
Das Wahlplakat als Kommunikat wird nur mate...
Materialität (additiv vs. subtraktiv) 
3. TEXTSORTE WAHLPLAKAT
Modifikationen auf Sprachebene 
3. TEXTSORTE WAHLPLAKAT
Modifikationen auf Bildebene 
3. TEXTSORTE WAHLPLAKAT
Modifikationen auf Sprach- und Bildebene 
3. TEXTSORTE WAHLPLAKAT
Modifikationen betreffen hauptsächlich die strukturelle Ebene der Textsorte Wahlplakat auf Produzentenseite 
 Veränderun...
3. TEXTSORTE WAHLPLAKAT
3. TEXTSORTE WAHLPLAKAT
3. TEXTSORTE WAHLPLAKAT
Kommunikationstheoretisch/-strukturell: 
Ortsgebundenheit, Medialität-Materialität und Öffentlichkeit als wesentliche Kom...
4. ANALYSEN/SCHLUSSFOLGERUNGEN
5. AUSBLICK
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Persönliche Teilöffentlichkeiten durch soziale Netzwerke wie Twitter: 1. Crossmediale Interaktion (Politiker/Parteien eig...
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Spuren der Aneignung von Multimodalität

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In dem Vortrag geht es um die Aneignung von Politik im öffentlichen Raum, beispielhaft analysiert an der multimodalen Modifizierung von Wahlplakaten. Es wird gezeigt, dass sich hier - ganz im Sinne der Cultural Studies - ein Ermächtigungspotential seitens der Bürger ausgeschöpft wird.

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Spuren der Aneignung von Multimodalität

  1. 1. Sascha Michel Universität Koblenz-Landau michel@uni-koblenz.de SPUREN DER ANEIGNUNG VON MULTIMODALITÄT IM ÖFFENTLICHEN RAUM AM BEISPIEL VON WAHLPLAKATEN. ODER: „DER BÜRGER HAT DAS BILD“.
  2. 2. 1.Kommunikation im öffentlichen Raum: Stadtkommunikation 2.Die Kommunikationsform Plakat 3.Die Textsorte Wahlplakat 4.Analysen/Schlussfolgerungen 5.Ausblick GLIEDERUNG
  3. 3. 1. STADTKOMMUNIKATION
  4. 4. 1. STADTKOMMUNIKATION
  5. 5. 1. STADTKOMMUNIKATION
  6. 6. Städte als Räume, die sich von Orten (= punktuelle Ordnungen) dadurch unterscheiden, dass sie durch kommunikative Interaktion erst konstituiert werden (semiotischer Zugang) Stadtkommunikation: Textur (architektonische Zeichen) und Textwelt (semasiologische Zeichen, d.h. Sprache, Bilder, Töne etc.) (vgl. Meiler 2012, Domke 2010a, b). „Mesokommunikation“: Zwischen Face-to-face- und Massenkomunikation (vgl. Domke 2010a, b, 2013 für Bahnhof- und Flughafenkommunikation) Stärkere Berücksichtigung der Medialität-Materialität, der Situation, Temporalität und Ortsgebundenheit Empraktische (zur Unterstützung eines Ziels) Funktion (z. B. Fahrplan) vs. die Empraxis simulierende, ausnutzende (z. B. Werbung) 1. STADTKOMMUNIKATION
  7. 7. 2. KOMMUNIKATIONSFORM PLAKAT
  8. 8. Wahrnehmungsmodalität visuell Kommunikationsrichtung unidirektional, monologisch Kommunikationspartner 1:n (n ortsbedingt zu einem Zeitpunkt stark eingeschränkt) Kommunikationsmedium Übertragungsmedium mit spezifischer Dauer Medienmaterial unbeweglich bzw. fixiert, fest Zeichensystem Schriftsprache, Farben, Bilder, Symbole etc. Zeitgebundenheit relativ zeitgebunden, relativ eingeschränkt rezipierbar Ortsgebundenheit ortsgebunden, inhaltlich evtl. exklusiv Raumgenerierung eingeschränkt generierbarer Rezeptionsraum Rezipientenprofil sich fortbewegend, stehend, (sitzend) sehend 2. KOMMUNIKATIONSFORM PLAKAT
  9. 9. 3. TEXTSORTE WAHLPLAKAT
  10. 10. situativ e und kontextuelle Dimension • Kommunikationsbereich: Politik • Handlungsbereich: öffentlich, 1:n • Handlungsfeld: politische Werbung • Produzent: Parteien und Politiker • Rezipient: Wähler • raum-zeitlich asynchron • Diskursivität/Intertextualität strukturelle Dimension • Sprache: Slogan, Parteikürzel, intertextuelle deiktische Verweise • Bild: Personen (Politiker und/oder Normalbürger als Testimonial oder Betroffene), Symbole • arrangiertes Layout (Ordnung der Elemente, farbl. Gestaltung etc.) thematische Dimension deskriptiv-argumentative Themenentfaltung funktionale Dimension • informativ-persuasiv 3. TEXTSORTE WAHLPLAKAT
  11. 11. 3. TEXTSORTE WAHLPLAKAT
  12. 12. Interaktionsrollen und -konstellationen: Produzent – Rezipient (monologisch) Klassische Interaktionsrollen der Plakatkommunikation Produzent – Rezipient – Produzent/Rezipient (quasidialogisch) Der Rezipient „kommuniziert“ mit dem Produzent, allerdings aufgrund fehlender Reziprozität nur zum Schein; der Produzent ist nur sekundärer Adressat, die Mitrezipienten sind die primären Adressaten; aufgrund der Öffentlichkeit keine soziale Parainteraktion Produzent – Rezipient –> sekundärer Produzent – Produzent/Rezipient Der Rezipient wird zum sekundären Produzenten des Wahlplakats, indem er strukturelle, thematische und/oder funktionale medien- materiale Veränderungen vornimmt und somit ein sekundäres Kommunikat erstellt 3. TEXTSORTE WAHLPLAKAT
  13. 13. 3. TEXTSORTE WAHLPLAKAT 1. Aneignung als Quasidialog
  14. 14. Kommentierung des Wahlplakats bei (Aus-)Nutzung der Medialität-Materialität Das Wahlplakat als Kommunikat wird nur materiell verändert, die Materialität dient als Medium für die Scheininteraktion Kommentierung oft sprachlich Hinweise auf die Aneignung von Wahlplakaten: Kommentare geben Aufschluss darüber, wie sich die Rezipienten die komplexen multimodalen Kommunikate aneignen, in Bezug auf strukturelle Eigenschaften, Themen und Aneignungshandlungen: bewertend, (um-)deutend, interpretierend, (vgl. Klemm 2000, 2008) Aneignung politischer Kommunikation im öffentlichen Raum (im Unterschied zur privaten fernsehbegleitenden Kommunikation (vgl. Klemm/Michel 2014b, Michel i. Dr.) 3. TEXTSORTE WAHLPLAKAT
  15. 15. Materialität (additiv vs. subtraktiv) 3. TEXTSORTE WAHLPLAKAT
  16. 16. Modifikationen auf Sprachebene 3. TEXTSORTE WAHLPLAKAT
  17. 17. Modifikationen auf Bildebene 3. TEXTSORTE WAHLPLAKAT
  18. 18. Modifikationen auf Sprach- und Bildebene 3. TEXTSORTE WAHLPLAKAT
  19. 19. Modifikationen betreffen hauptsächlich die strukturelle Ebene der Textsorte Wahlplakat auf Produzentenseite  Veränderungen auf thematischer und funktionaler Ebene erfolgen durch komplexe multimodale Transkriptionsprozesse (vgl. Holly ) auf Rezipientenseite: Durch intracodale (Text-Text/Bild-Bild) und intercodale (Bild-Text/Text-Bild) Transkriptionen wird das Kommunikat lesbar/anders lesbar gemacht, d.h. es entsteht eine neue Bedeutung (evtl. neue Funktion) Die multimodale Aneignung/Transkriptivität des Sekundärkommunikats kann nur gelingen, wenn das Primärkommunikat als Vergleichsfolie rekonstruierbar und identifizierbar bleibt, einerseits, um die kreative Veränderung auf struktureller, thematischer und funktionaler Ebene nachzuvollziehen, andererseits aber, um die nicht-professionelle und nicht-institutionelle – und somit als „Gegenmacht“ materiell in Erscheinung tretende – Collage zu inszenieren 3. TEXTSORTE WAHLPLAKAT
  20. 20. 3. TEXTSORTE WAHLPLAKAT
  21. 21. 3. TEXTSORTE WAHLPLAKAT
  22. 22. 3. TEXTSORTE WAHLPLAKAT
  23. 23. Kommunikationstheoretisch/-strukturell: Ortsgebundenheit, Medialität-Materialität und Öffentlichkeit als wesentliche Kommunikationsformenparameter Flexible „Kommunikationsformenadressen“ (vgl. Meiler 2013): Rezipient -> (sekundärer) Produzent Produzent -> Rezipient Rezeptions- und Aneignungsraum nicht statisch (vgl. Domke 2010a,b) sondern dynamisch (veränderbar) und flexibel Textsortenebene: Textsortenvarianten (je nach Emittent) Kommunikationssoziologisch: Vergnügliche, widerständige An- und Umdeutung öffentlicher politischer Kommunikate als kulturelle Alltagspraktik subversive Form politischer Gegenmacht im Sinne der Cultural Studies; „the people“ vs. „the power block“ (de Certeau 1988, Eco 1967/1985, Fiske 1989) Anknüpfung an künstlerischen (Street Art, Graffiti) und körperlichen Formen (z. B. Protestmärschen) politischer Protestkommunikation in der Stadt 4. ANALYSEN/SCHLUSSFOLGERUNGEN
  24. 24. 4. ANALYSEN/SCHLUSSFOLGERUNGEN
  25. 25. 5. AUSBLICK
  26. 26. 5. AUSBLICK
  27. 27. Persönliche Teilöffentlichkeiten durch soziale Netzwerke wie Twitter: 1. Crossmediale Interaktion (Politiker/Parteien eignen sich die sekundären Kommunikate ihrerseits an, werden also zu Rezipienten), 2. Aneignung und Verbreitung sekundärer Kommunikate durch Medien (Journalisten), Bürger und andere Politiker Kreativ-spielerische, produktive und taktische Nutzung dieses Potentials durch strategische Einbeziehung im Wahlkampfs als eine Alternative für Politiker und Parteien zur weithin vorherrschenden negativen Betrachtung als Vandalismus, Zerstörung und Beschmierung. 5. AUSBLICK
  28. 28. 5. AUSBLICK
  29. 29. VIELEN DANK !!!

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