Jahresbericht 2015
Alle können sich sozial engagieren – glocal ahead! realisiert Projektideen und sensibilisiert
Bevölkerungen für globale un...
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Vorwort ............................................................................4
Projekte 2015...................
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VORWORT
Liebe Mitglieder, Interessierte und Unterstützende von glocal ahead!
Mit Freude und Befriedigung blicken wir auf...
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PROJEKTE 2015
PROJEKT „CAPOEIRA FÜR EIN JUNGES ENGAGIERTES BRASILIEN“
Capoeira-Unterricht für benachteiligte junge Mensc...
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schafft einen Ort für Begegnung und Austausch zwischen den Kindern, Jugendlichen und
der Gemeinschaft. Durch die Capoeir...
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SODIS macht glücklich!
SODIS
Im Jahr 2014 konnten wir die zweite Phase des SODIS Projektes abschliessen und die
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Zu Besuch beim Umweltminister
Um besonders innovative Promotionsstrategien zu fördern, schrieben wir einen
Wettbewerb un...
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COMMUNITY MAPPING BORNEO
Die Arbeit im Borneoprojekt bestand im Jahr 2015 hauptsächlich darin, die Fülle der
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Die Entstehung der digitalisierten Form der Karten war ein langer Prozess. Zum einen sind
Karten eine abstrakte Materie...
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UMWELTCLUBS AN SCHULEN IN TOGO
Während dem Besuch in Togo nahmen Eliane Häfliger und Sibylle Studer an der
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Das genannte Projekt von JVE Blitta zu „Hygiene Leadership & Energieeffizienz“ wurde im
Sommer 2015 umgesetzt. Die Mitg...
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FÖRDERUNG DES INTERKULTURELLEN AUSTAUSCHES
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Der Landbote. 11. Juli 2015
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KOCHDUELL 2015
Am 30. Oktober 2015 hat zum zweiten Mal ein Kochduell stattgefunden. Beim Kochduell
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ERFOLGSRECHNUNG
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Spenden Unternehmen/Kirchen 1‘500 0
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DANK
Wir möchten den ungebrochenen Einsatz vieler Freiwilliger würdigen, die für zahlreiche
anfallende Arbeiten Zeit un...
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Jahresbericht_2015

  1. 1. Jahresbericht 2015
  2. 2. Alle können sich sozial engagieren – glocal ahead! realisiert Projektideen und sensibilisiert Bevölkerungen für globale und lokale – “glocale” – Themen. glocal ahead! ist ein junger, gemeinnütziger Verein, der gesellschaftlichen Wandel mitbestimmt, indem er, basierend auf persönlichen Kontakten, Projekte zur Stärkung globaler Solidarität und Förderung sozialer Gerechtigkeit entwickelt und umsetzt. Das Hauptziel des Vereins ist die nachhaltige Verbesserung lokaler Lebensbedingungen. Dafür tritt glocal ahead! global und lokal in einen Dialog. Wir nutzen unsere persönlichen Kontakte vor Ort, tauschen uns mit ihnen aus und lernen voneinander. Die Projektinitianten vor Ort übernehmen aktiv Verantwortung für sich und ihre Umgebung. Hilfe zur Selbsthilfe wird durch sie gelebt und geprägt. glocal ahead! unterstützt die Projektausführenden in Konzeption, Fundraising, Monitoring und Qualitätssicherung. Damit nimmt glocal ahead! eine Vermittler- und Übersetzungsrolle ein und baut Barrieren aufgrund von Sprache, Kulturverständnis und anderen Wissensbeständen ab. Die Projekte sind zeitlich befristet und so angelegt, dass sie schrittweise von den Partnerorganisationen unabhängig weitergeführt werden können. Mit Hilfe von Informationsveranstaltungen sensibilisiert unser Verein die Bevölkerung in der Schweiz auf die Lebensumstände von Menschen in sozioökonomisch benachteiligten Weltregionen. Diese Events basieren auf konkreten Anliegen unserer persönlichen Kontakte im Ausland, schildern Erfahrungen aus unseren Tätigkeiten und beabsichtigen Wissenstransfer. Die Arbeitsleistung von glocal ahead! beruht vollumfänglich auf ehrenamtlichem Engagement. Somit fliessen Spenden und Fördergelder direkt in die Projekte. Spenden an: Raiffeisenbank Zürich (BC 81487), 5033 Buchs AG Konto 87-71996-7 glocalahead! IBAN CH09 8148 7000 0402 0139 8
  3. 3. INHALT Vorwort ............................................................................4 Projekte 2015.....................................................................5 Projekt „Capoeira für ein junges engagiertes Brasilien“ .............................. 5 Capoeira-Unterricht für benachteiligte junge Menschen in Salvador, Brasilien...........5 Sodis ........................................................................................... 7 Community Mapping Borneo ............................................................... 9 Umweltclubs an Schulen in Togo .........................................................11 Förderung des interkulturellen Austausches ............................... 13 Kochduell 2015 ................................................................. 15 Finanzen ......................................................................... 16 Erläuterungen zur Jahresrechnung.......................................................18 Dank.............................................................................. 19 KONTAKT info@glocalahead.ch www.glocalahead.ch
  4. 4. 4 VORWORT Liebe Mitglieder, Interessierte und Unterstützende von glocal ahead! Mit Freude und Befriedigung blicken wir auf das glocal ahead! Geschäftsjahr 2015 zurück. Wie schnell das Vereinsjahr vorübergeht, wird uns bewusst, wenn wir uns die Zeit nehmen, um über das Vergangene nachzudenken. Am 30. Oktober 2015 sagten wir im Gemeinschaftszentrum Buchegg in Zürich „en Guete“! Ich nehme Bezug auf das Kochduell, als das anwesende Publikum die Aufforderung zum Geniessen wahrnahm und die zwei Projekte CAPOEIRA GRUPO LUANDA BRASILIEN und COMMUNITY MAPPING BORNEO kulinarisch duellieren liess. Fotos vom wunderschönen, lustigen und erfolgreichen Abend sehen Sie auf Seite 15. Für das Projekt Borneo war 2015 wieder ein intensives Arbeitsjahr. Die Kartierung in Borneo wird mit grossem Eifer weitergeführt. Dank dem finanziellen und technischen Beistand werden digitale Karten entwickelt, die bei Landrechtsverhandlungen der indigenen Bevölkerung helfen, ihre Umwelt sicher zu beschützen. Bei den fleissigen Freiwilligen, die diese Karten in der Schweiz digitalisieren, bedanken wir uns herzlich. Mehr dazu auf Seite 10. Ein weiteres Projekt im glocal ahead! Portfolio kam aus Brasilien. glocal ahead! unterstützt den Verein Grupo Luanda, Finanzierungsmöglichkeiten zu finden. Ab Seite 6 lesen Sie mehr über den Verein Grupo Luanda und weshalb Capoeira so viel in der brasilianischen Gemeinschaft erreichen kann. Auf Seite 8 lesen Sie, wie es um unsere langjährige Arbeit in Togo (das abgeschlossene Projekt Sodis und die Umweltclubs der Jeunes Volontaires pour l’Environnement) nun steht. glocal ahead! blickt auf ein etwas ruhigeres Vorstandsjahr 2015 zurück. Das Vereinsjahr 2015 hatte im Vergleich zum Vorjahr weniger Veränderungen im Vorstand. Sibylle Studer ist nach einer wohlverdienten Auszeit von den Verantwortungen des Präsidiums wieder im Vorstand. Vera Caspar zog sich von ihrem Engagement bei ga! zurück und übergab ihre Togo-Verantwortung an Sibylle Studer. Seit mittlerweile sechs Jahren bringt ga! Interessierte zusammen, reflektiert über Entwicklungszusammenarbeit und setzt konkrete Projekte um. Unser Einsatz für mehr Gerechtigkeit in der Gesellschaft mag global klein erscheinen, lokal zeigt er aber eine besondere Wirkung. Deshalb: glocal ahead! macht weiter. Mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln werden wir unermüdlich weiterarbeiten und unsere Ziele hartnäckig verfolgen. Mit diesem Jahresbericht möchten wir euch einen Eindruck vermitteln, wie glocal ahead! und unsere Projekte vorangehen. Daraus wird ersichtlich, warum wir uns für Themen der Entwicklungszusammenarbeit engagieren, jetzt und auch in Zukunft. Ein ganz grosses Dankeschön an dieser Stelle geht an die Vorstandskolleginnen und unser unglaubliches Helferteam. Wir möchten uns bei den zahlreichen Mitgliedern, Spendern, Fördergebern und Sponsoren bedanken, die unsere Arbeit erst möglich machen, damit wir wirkungsvolle Projektarbeit leisten und Erfolge verzeichnen können. Herzlichen Dank für das Interesse an glocal ahead! und viel Spass bei der Lektüre! Für glocal ahead!, Lis Schneider, Präsidentin
  5. 5. 5 PROJEKTE 2015 PROJEKT „CAPOEIRA FÜR EIN JUNGES ENGAGIERTES BRASILIEN“ Capoeira-Unterricht für benachteiligte junge Menschen in Salvador, Brasilien Wie kann man verschiedene Leute zusammen bringen? Wie kann man Respekt und Solidarität fördern? Wie kann man an der Gesellschaft teilhaben? Wo lernen wir kritisches Denken? Capoeira ist eine afro-brasilianische Kunstform, die Elemente des Kampfes, des Tanzes und der musikalischen Performance beinhaltet. Capoeira wird nicht gekämpft oder getanzt – Capoeira wird gespielt. Die Spieler bilden einen Kreis, wobei zwei Spieler jeweils in die Mitte treten und durch verschiedene Bewegungen von Angriff und Verteidigung einen körperlichen Dialog bilden. Capoeira ist sehr vielfältig und bietet ein breites Spektrum an Wissen. Durch das Capoeira-Training wird eine soziale Gemeinschaft gebildet, in der Werte wie Respekt und Solidarität vermittelt und gelebt werden. Capoeira kann man nicht alleine spielen! Warum braucht es dieses Projekt? In vielen ärmeren Quartieren in den Städten Brasiliens können es sich die Familien nicht leisten, ihren Kindern eine Freizeitaktivität zu bezahlen. Dies ist auch in der Peripherie von Salvador, wie etwa in São Gonçalo im Quartier Cabula, wo das Projekt situiert ist, der Fall. Die Familien dort verfügen über ein sehr tiefes Einkommen, zudem sind öffentliche Dienste beschränkt. So gibt es z. B. keine oder nur spärlich eingerichtete Gesundheits- zentren, sehr wenige öffentliche Sport- und Freizeitangebote oder dafür geeignete Infrastruktur. Die Gefahr von Ausgrenzung und Marginalisierung sind in São Gonçalo deshalb besonders gross. Das Projekt ist in diesem Umfeld eines von wenigen Angeboten, die eine Freizeitaktivität ermöglichen und einen Ort für Begegnung und Austausch zwischen den verschiedenen Lebenswelten von Strassenkindern, Kindern aus benachteiligten Familien sowie Kindern und Jugendlichen aus diversen sozialen Gesellschaftsschichten schafft. Was macht das Projekt? Das Projekt „Capoeira für ein junges engagiertes Brasilien“ unterstützt eine lokale Capoeira-Gruppe der "Grupo Luanda". Diese unterrichtet benachteiligte Kinder und Jugendliche in São Gonçalo im Quartier Cabula. Das Projekt besteht darin, zweimal pro Woche Capoeira-Unterricht in den Räumlichkeiten einer Schule für Kinder und Jugendliche anzubieten. Zudem unterstützt das Projekt punktuelle Anlässe im und mit dem Quartier. So möchte das Projekt beispielsweise der lokalen Capoeira Gruppe ermöglichen, sogenannte Batizados durchzuführen. Dies sind grössere Events, an denen die Capoeira- Schüler einen Gürtel bekommen oder ihren Gürtel wechseln. Das Projekt nutzt die Capoeira als Form der lokalen Kultur und als eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung und glocal ahead! unterstützt den Verein Grupo Luanda darin, weitere Finanzierungsmöglichkeiten für die Capoeira-Schule in Salvador, Brasilien, zu finden. Mit dem gemeinsam organisierten Kochduell am 30. Oktober 2015 gelang dies auf eine sehr unterhaltsame Art und Weise.
  6. 6. 6 schafft einen Ort für Begegnung und Austausch zwischen den Kindern, Jugendlichen und der Gemeinschaft. Durch die Capoeira wird einerseits die Gesundheit sowie das Selbstvertrauen der Kinder und Jugendlichen gestärkt. Anderseits wird durch die Auseinandersetzung mit der Geschichte der Capoeira ein kritisches Bewusstsein gefördert und das längerfristige Ziel ist, dass sich die Kinder und Jugendlichen aktiv in die Gesellschaft einbringen. Aufgrund des Erfolgs am Kochduell konnte bereits ein Teil des Geldes für das Projekt nach Brasilien überwiesen werden. Damit konnten Capoeira-Kleider und Gürtel für die Kinder gekauft werden, die sie an einem Batizado, der kurz nach dem Kochduell organisiert wurde, erhielten. Der verbleibende Betrag wird voraussichtlich für Workshops eingesetzt, an denen die Kinder lernen, die Instrumente, welche im Capoeira verwendet werden, selbst herzustellen. Auf der Facebook-Seite https://www.facebook.com/grupoluandabahia/ sind weitere Fotos und ein Video des Events zu sehen. Batizado Grupo Luanda Brasilien, Kinder tragen die neuen Capoeira-Kleider und - Gürtel Verein Capoeira Grupo Luanda capoeiragrupoluanda@gmail.com http://g-luanda.blogspot.ch/ im Facebook unter: Capoeira Grupo Luanda Zürich
  7. 7. 7 SODIS macht glücklich! SODIS Im Jahr 2014 konnten wir die zweite Phase des SODIS Projektes abschliessen und die Promotion von SODIS in Togo nun ganz in die Hände unserer Partnerorganisation Jeunes Volontaires pour l’Environnement (JVE) übergeben. Die SODIS PromotorInnen haben Buch geführt über ihre Promotionsaktivitäten. Sie schätzen, dass sie mit ihren Sensibilisierungsaktivitäten rund 47‘000 Personen erreicht haben. Die solare Trinkwasserdesinfektion (SODIS) ist eine einfache und kostengünstige Methode, die mit Hilfe von Sonnenlicht Krankheitserreger im Wasser zerstört und somit zur Verbesserung der Trinkwasserqualität beiträgt. Das kontaminierte Wasser wird in durchsichtige PET-Flaschen abgefüllt und während sechs Stunden an die Sonne gelegt. Die im Sonnenlicht enthaltenen UV-A Strahlen töten Krankheitserreger wie Viren, Bakterien und Parasiten ab. Die Methode funktioniert auch bei niedrigen Lufttemperaturen. Nach der Pilotphase in Haushalten in einigen Dörfern und Schulen in den Jahren 2009 – 2010 hat das jetzige Projekt zum Ziel, SODIS auf institutioneller Ebene – insbesondere in Schulen - zu verankern und das Wissen um SODIS via Medien breitenwirksam zu vermitteln.
  8. 8. 8 Zu Besuch beim Umweltminister Um besonders innovative Promotionsstrategien zu fördern, schrieben wir einen Wettbewerb unter den SODIS-Umweltclubs aus. Gewonnen haben die PromotorInnen aus Guerin Kouka, die u.a. Gewerkschaften und Frauengruppen in ihre Sensibilisierungsarbeiten einbanden und Sketchs zu SODIS an kulturellen Veranstaltungen aufführten. Zweitplaziert war Mango, hier berichteten die PromotorInnen über SODIS auf Märkten und in Moscheen sowie in mehreren Radiosendungen. Der drittplatzierte Umweltclub in Pagouda entwarf Gedichte und Sketchs und etablierte eine gute Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsminister der Präfektur, der die Promotion von SODIS unterstützt. Während unserem Besuch in Togo anfangs 2015 konnten wir die Umweltclubs in Guerin Kouka und Pagouda besuchen und uns vor Ort ein Bild machen über ihre Aktivitäten. Wir nahmen auch an der Generalversammlung von JVE teil, wo alle Teilnehmenden mit SODIS Wasser versorgt wurden. An der Eröffnungs- zeremonie konnte JVE zudem SODIS einem Vertreter des Umweltministeriums vorstellen. JVE wird weiterhin die Gelegenheiten nutzen, SODIS bekannter zu machen. Dazu nehmen sie in verschiedenen Netzwerken von Organisationen im Wasserbereich eine aktive Rolle ein. Zudem streuen wir das mit unserer Unterstützung produzierte Video über SODIS (http://www.100-days.net/de/projekt/vips-fuer-trinkwasser/news). Dieser Rap wird oft in den lokalen Radios gespielt. Ebenfalls gefreut hat uns, dass auch weitere Umweltclubs, die nicht Teil des Projektes waren, von sich aus SODIS in ihren Aktionsplan aufnahmen. Die weiterführenden Aktivitäten rund um SODIS werden ab jetzt von JVE aus geleitet. glocal ahead! steht JVE – wo benötigt - weiterhin mit Rat und Tat zur Seite. Projektsitzung in Pagouda (Togo)
  9. 9. 9 COMMUNITY MAPPING BORNEO Die Arbeit im Borneoprojekt bestand im Jahr 2015 hauptsächlich darin, die Fülle der mittels GPS gesammelten Daten in das Programm GIS (Geoinformationssystem) einzuspeisen und aufzubereiten. Bei den Daten handelt es sich um Koordinaten aus den beiden Dorfgebieten von Kalasin und Tumbang Topus. Diese Koordinaten sind versehen mit dem jeweiligen Namen des Ortes, sowie einem zugewiesenen Code. Diese Codes bilden die Kategorien der Kartenlegende und sind die für die indigenen Gemeinschaften relevanten Informationen, welche Angaben über Flüsse, Berge, Höhlen, Vorkommen von Ressourcen wie Wild oder besondere Bäume beinhalten. Des Weiteren geben sie Auskunft über Salzwasserquellen und Nistbäume von Bienen, historische Schauplätze oder verlassene Siedlungen und verschiedene Arten von Grenzen. Auffällig ist, dass von den 31 verschiedenen Kategorien von Punktkoordinaten sieben mit den Flüssen zusammenhängen. Etwa verschiedene Arten von Stromschnellen oder Erscheinungsformen, die der Wasserstand je nach Regen- oder Trockenzeit im Flussbett oder am Flussufer hervorbringt. Wenn man bedenkt, dass der Fluss in den Dörfern am Oberlauf des Stromes Barito noch immer die Hauptverkehrsader ist, liegt eine differenzierte Betrachtung des Flusses auf der Hand. Das Projekt sieht vor, die Gebiete dreier Dorfgemeinschaften auf dem indonesischen Teil von Borneo zu kartieren. Diese Dorfgemeinschaften bewirtschaften ihr Gebiet seit Generationen gemeinsam, haben aber keinerlei verbriefte Rechte darauf. Mit der Kartierung ihres Gebietes schaffen sich die Indigenen eine rechtliche Grundlage für die Anerkennung ihrer Landrechte. Kleinod im Regenwald von Borneo
  10. 10. 10 Die Entstehung der digitalisierten Form der Karten war ein langer Prozess. Zum einen sind Karten eine abstrakte Materie und die Kommunikation darüber deshalb dementsprechend wenig greifbar. Zum anderen wurde uns bewusst, dass auch die Art, eine Karte zu lesen und zu gestalten vom Betrachter, seinen ästhetischen Gewohnheiten, dem kulturellen Kontext und der jeweilig herrschenden Norm abhängig ist. Die Karten der Dorfgebiete mit Skala 1:40'000, sowie die Karte in 1:2'000 vom Dorf Topus und eine Übersichtskarte in 1:100'000 sind jetzt soweit aufbereitet, dass sie von der Dorfbevölkerung der beiden Dörfer verifiziert und danach zur definitiven Fassung verarbeitet werden können. Derweil war der Direktor unserer Partnerorganisation PPAB in Borneo, Thomas Wanly, in verschiedenen Foren aktiv, sowie an Initiativen beteiligt, welche sich allesamt um die Rechte der indigenen Bevölkerung drehen. Parlamentsmitglieder wurden in einer SMS- Aktion dazu aufgefordert, die Rechte und den Schutz der Indigenen im Parlament auf die Prioritätenliste für das Jahr 2016 zu setzen. Federführend war die Lobbying-Organisation AMAN (Allianz der Indigenen Indonesiens). Thomas Wanly nahm zudem an verschiedenen Veranstaltungen teil, welche über den Kohleabbau in der Nähe des Projektgebietes informierte und Diskussionen über die Einforderung der Rechte der Indigenen führte. Wir danken Thomas Wanly und seinem Team für den grossartigen Einsatz! Ausschnitt aus der Karte vom Dorf Tumbang Topus (Stand 02.02.2016)
  11. 11. 11 UMWELTCLUBS AN SCHULEN IN TOGO Während dem Besuch in Togo nahmen Eliane Häfliger und Sibylle Studer an der mehrtägigen Generalversammlung von JVE teil. An diesem Anlass trafen Mitglieder von rund 40 lokalen Umweltclubs zusammen. An verschiedenen Workshops tauschten sie sich untereinander, aber auch mit Mitgliedern von JVE aus anderen Ländern wie Kamerun, Kenya oder der Zentralafrikanischen Republik aus. Ein Schwerpunkt der Mitgliederversammlung war das grüne, beziehungsweise soziale Unternehmertum. Neben einem Inputreferat und der Entwicklung eines Stärken-Schwächen-Profils der Umweltclubs wurde auch die nachhaltige Finanzierung der Umweltclubs diskutiert. Sibylle stellte im Rahmen dieser Diskussion vor, wie wir für JVE Blitta auf der Crowdfunding-Plattform betterplace.org Kleinspenden sammelten. glocal ahead! unterstützte JVE darin, die Bedingungen verschiedener Crowdfunding-Plattformen zu vergleichen und die Geeignetsten für die Kampagnenarbeit der Umweltclubs auszuwählen. Die Umweltclubs sind kleine, lokal organisierte Gruppen an Schulen in Togo, die auf Freiwilligenarbeit basieren. Sie gehören zur Organisation Jeunes Volontaires pour l’Environnement (JVE), welche sich Umweltthemen wie Aufforstung, Wasser, Hygiene, erneuerbare Energien und Abfallentsorgung annehmen. Seit Oktober 2010 werden in verschiedenen Dörfern in Togo Jugendliche in der Umsetzung von lokal angepassten und nachthaltigen Projekten unterstützt. Diese Projekte erlauben es den Umweltclubs, der einheimischen Bevölkerung einen Dienst zu erweisen in einem Bereich des öffentlichen Lebens, welcher aufgrund einer Analyse des lokalen Kontextes als wichtig erachtet wird. Die Umweltclubs werden während der Projektumsetzung begleitet und eignen sich Kompetenzen im Projektmanagement an.
  12. 12. 12 Das genannte Projekt von JVE Blitta zu „Hygiene Leadership & Energieeffizienz“ wurde im Sommer 2015 umgesetzt. Die Mitglieder von JVE Blitta erhielten eine Schulung zum Thema Hygiene Leadership und energieeffizienten Kochherden. Zur Schulung wurden auch Frauen aus der Nachbarschaft eingeladen, welche die Mitglieder von JVE in der Verbreitung des gewonnenen Wissens und der Praktiken unterstützen. Das nationale Büro von JVE brachte seinerseits noch weitere Themen in die Schulung ein, wie beispielsweise Ansätze zur Gemeindeentwicklung und es stellte die notwendigen Materialien für die Sensibilisierungsarbeiten zur Verfügung (u.a. energieeffiziente Kochherde als Demonstrationsanlagen). Basierend auf dem Input von glocal ahead! zum Crowdfunding lancierte der Umweltclub JVE Sokodé ihre erste Online-Kampagne. Mit der Unterstützung vom Koordinator der Umweltclubs im nationalen Büro präsentierten sie ihr Projekt auf Indiegogo.com und generierten 800 Dollar Privatspenden für ihr Projekt „Energie Verte“. glocal ahead! trug weitere 500 Dollar bei. Somit wurde das geplante Projektbudget von 1300 erreicht. Das Projekt geht im Jahr 2016 in Umsetzung. Projektsitzung
  13. 13. 13 FÖRDERUNG DES INTERKULTURELLEN AUSTAUSCHES Die UNAOC, eine Abteilung der Vereinten Nationen, die interkulturelles Verständnis und Zusammenarbeit fördert, und EF veranstalten jedes Jahr eine Summer School, bei der junge Menschen aus aller Welt die Möglichkeit haben, voneinander zu lernen, über globale Herausforderungen zu diskutieren und den Weg für gemeinsames Handeln und Frieden zu ebnen. Bei der Summer School werden insgesamt 75 Länder durch jeweils einen Teilnehmer vertreten. Gemeinsam wird diskutiert, wie man sich in seinem Heimatland für Menschenrechte, Gleichbehandlung und eine Verbesserung der Lebensqualität einsetzen kann. Die Summer School in New York bringt junge Erwachsene zwischen 18 und 35 aus allen Teilen der Welt zusammen, um in Workshops und Seminaren über soziale Herausforderungen im Rahmen kultureller Vielfalt zu diskutieren. So verschieden die Teilnehmer der Summer School auch waren, vereinte sie doch eine Eigenschaft: Alle engagieren sich sozial oder politisch. Während dieser Woche drehte sich für uns alles um das Thema grenzenlose Zusammenarbeit: Unter dem Motto "Global Citizenship" wurden unsere kommunikativen Fähigkeiten gestärkt, wir durften beim Seminar «Negotiation Skills» lernen, was bei Verhandlungen wichtig ist, sowie im Seminar «Social Entrepreneurship and Systemic Change» wie ein Businessplan für ein Projekt am erfolgreichsten erstellt wird. Vor allem aber tauschten wir uns aus, knüpften Freundschaften und netzwerkten. Während der ereignisvollen Woche gab es Workshops zu Themen wie erfolgreiche Kampagnengestaltung und Design Thinking. Inhaltlich ging es von Armut bis hin zu Sexismus um ganz unterschiedliche Probleme. Drei Kern-Workshops wurden von erfahrenen Mitarbeitern der UNAOC in Zusammenarbeit mit amerikanischen Universitätsprofessoren organisiert: “Building Alliances: Best Practices from and for the field”, “Strategies for Advocacy: From Local to Global Stakeholders” und “Creative Multimedia: Developing your message, Changing Perspectives, Affecting Social Change”. Wir organisierten uns in Gruppen, diskutierten und lernten voneinander. An einem Tag bestand die Gelegenheit, im UN-Gebäude eine Diskussion mit UN- Repräsentanten zu führen, zu der später sogar UN-Generalsekretär Ban Ki-moon stiess und eine Ansprache hielt. „Wir können keine Probleme lösen, die seit Generationen existieren, ohne nach neuen Lösungsansätzen zu suchen“, sagte Nassir Abdulaziz Al-Nasser, UN- Repräsentant für die Alliance of Civilization. Ohne die Jugend funktionieren neue Lösungsansätze ohnehin nicht. Wir hörten den United Nations Special Advisor on the Prevention of Genocide, Mr Adama Dieng; er sprach über die entscheidende Bedeutung der beruflichen und fachlichen Bildung für Jugendliche und deren Rolle beim Brückenschlag zwischen den Kulturen. Herr Dieng und Herr Abdulaziz Al-Nasser liessen sich auf unsere zum Teil sehr kritischen Fragen über die Rolle der UN in aktuellen Konflikten ein. Für mich war die Summer School ein unvergessliches Erlebnis, allein schon deswegen, weil ich durch die anderen Teilnehmer viele Informationen über die politische Situation anderer Länder bekommen habe, die über konventionelle Medien nicht zu erlangen sind. Dadurch wird der Abbau von gegenseitigen Vorbehalten gefördert. Gleichzeitig beeindruckte es mich, mit wie viel Mut und Motivation sich andere junge Menschen für ihre Ziele einsetzen. und wie viel man selbst durch kleine Schritte schon verändern kann. Lis Schneider verbringt im Juni eine Woche bei der United Nations Alliance Of Civilisations (UNAOC) - EF Summer School in New York und repräsentiert glocal ahead! und die Schweiz. Die Summer School bietet engagierten Jugendlichen die Gelegenheit, von UN-Botschaftern und Experten für sozialen Wandel zu lernen, wie man soziale Projekte aufbaut.
  14. 14. 14 Der Landbote. 11. Juli 2015
  15. 15. 15 KOCHDUELL 2015 Am 30. Oktober 2015 hat zum zweiten Mal ein Kochduell stattgefunden. Beim Kochduell handelt es sich um eine Benefizveranstaltung für zwei Projekte, die wir unterstützen. Die Verantwortlichen beider Projekte kreierten an diesem Abend ein wundervolles Menu und entführten uns kulinarisch in ihr jeweiliges Land. Duelliert haben sich das Community Mapping Projekt mit einem Ausflug in die Küche Indonesiens und das Capoeira-Projekt mit einem Ausflug in die Küche Brasiliens. Wir blicken erfüllt auf einen gemütlichen Abend mit tollen Gästen und vorzüglichem Essen zurück. Das tolle Apéro wurde uns von Gebana gesponsert, einer Organisation, die weltweit mit Kleinbauern und lokalen Weiterverarbeitern nachhaltige und marktfähige Produkte entwickeln und diese verkaufen. Zwischen den Gängen wurden die beiden Projekte kurz vorgestellt, dabei ging es vor allem darum Einblicke in die Feldarbeit zu zeigen und den momentanen Stand der Projekte festzuhalten. Eine gelungene Abwechslung war auch die Capoeira-Showeinlage der Grupo Luanda, die Gäste erhielten einen tollen Einblick in diese brasilianische Kampfkunst und wurden nicht nur kulinarisch, sondern auch akrobatisch ins ferne Brasilien entführt.
  16. 16. 16 FINANZEN BILANZ AKTIVA 2014 2015 Bankkonto Verein allgemein 10‘388 10‘768 Projektkonto Borneo 24‘844 35‘392 Postkonto Borneo 9‘710 9‘651 Transitorische Aktiven 100 TOTALSUMME AKTIVA 45'041 55‘811 PASSIVA 2014 2015 Transitorische Passiven Projektfonds 39‘888 49‘418 Freie Mittel (Organisationskapital) 2‘569 5‘154 Gewinnvortrag/Verlustvortrag 2‘585 1‘239 TOTALSUMME PASSIVA -45‘041 -55‘811
  17. 17. 17 ERFOLGSRECHNUNG AUFWAND 2104 2105 Administration Verein allgemein 436 336 SODIS Projekt Spesen Koordination, Evaluationsreise 3‘172 0 Transfer in Fonds 2‘864 0 Transfer für Umsetzung vor Ort 9‘441 0 Umweltclubs (Regionalstellenprojekt) Spesen Koordination 0 0 Transfer in Fonds 1'587 1‘697 Transfer für Umsetzung vor Ort 0 2‘586 Projekt Borneo Spesen Koordination, Fundraising 2‘609 217 Transfer in Fonds 42‘366 11‘355 Transfer für Umsetzung vor Ort 22‘115 545 Projekt Information & Lernen Events 0 1457 Allgemeine Vereinsausgaben interne Vereinsanlässe 139 0 Allgemeine Vereinsausgaben Generalversammlung 71 69 Ausgaben Event Kochduell 0 2‘303 Geschenke, Preise 54 59 Bankgebühren 150 124 TOTALSUMME AUFWAND 85‘004 20‘748
  18. 18. 18 ERTRAG 2014 2015 Mitgliederbeiträge 900 1‘103 Spenden Privatpersonen 945 550 Spenden Unternehmen/Kirchen 1‘500 0 Zweckgebundene Beiträge Spenden/Einnahmen Events 0 3‘760 Spenden Borneo 42‘366 11‘353 Spenden SODIS 2'864 Spenden Umweltclubs/Regionalstellen 1'587 1‘697 Transfer aus Fonds SODIS 12'613 0 Transfer aus Fonds Umweltclubs/RS 0 2‘640 Transfer aus Fonds Borneo 24‘759 882 Transfer aus Fonds Information & Lernen 0 0 Zinsertrag 55 2 TOTALSUMME ERTRAG 87‘589 21‘987 Ertragsüberschuss 2‘585 1‘239 ERLÄUTERUNGEN ZUR JAHRESRECHNUNG Die relativ tiefe Aufwandsumme im Jahr 2015 ist auf den Projektverlauf im Borneoprojekt sowie auf den Abschluss des SODIS-Projektes zurückzuführen. Im Borneoprojekt haben im Jahr 2015 Freiwillige in der Schweiz intensiv an der Digitalisierung der Karten gearbeitet, was keine Kosten verursachte und somit keinen Geldtransfer nach Borneo veranlasste. Das SODIS-Projekt wurde im Januar 2015 mit einer Evaluationsreise abgeschlossen. Die Ausgaben (Flug) dafür wurden bereits im 2014 bezahlt. Besonders freut uns der Ertragsüberschuss aus dem Kochduell, welcher an die zwei vorgestellten Projekte (Capoeira in Brasilien und Community Mapping in Indonesien) zu gleichen Teilen ausbezahlt wurden (je Fr. 728.60). Zu diesem Ertragsüberschuss gesellten sich noch Folgespenden, was uns besonders freut. Zu den Umweltclub-Projekten sei angemerkt, dass die Projektkoordination vor Ort im Jahr 2015 ihre Crowdfunding-Kampagne selbstständig lancierte und das gesammelte Geld direkt nach Togo floss. glocal ahead! war nur in Form von fachlicher Unterstützung durch Freiwillige engagiert, was nicht auf die Jahresrechnung einwirkt. Ertragsseitig verzeichnet das Projekt Borneo wiederum namhafte Zuwendungen. Wir bedanken uns ganz herzlich bei der Stiftung Ormelia und der Kairos-Stiftung für ihre Unterstützung. Das Kochduell spielte glocal ahead! 3760 Franken ein. Die zweckbestimmten Spenden Umweltclubs, Borneo sind den entsprechenden Fonds zugewiesen. Bilanz Die Projektfonds stellen sich zusammen aus: Fonds Umweltclubs CHF 1’407.90, Fonds Events CHF 1'483.40, Fonds Borneo CHF 45’026.55, Fonds Information&Lernen CHF 1'500.00.
  19. 19. 19 DANK Wir möchten den ungebrochenen Einsatz vieler Freiwilliger würdigen, die für zahlreiche anfallende Arbeiten Zeit und Energie finden! Ganz herzlichen und aufrichtigen Dank! Im Speziellen geht der Dank an: Walter Freivogel, Sara Maggi und Aliz Boer, die das Borneoprojekt mit ihrer grossen Expertise in der Digitalisierung der Karten unterstützen. Inab Geiger, grupo Luanda Schweiz mit Alessandra Pellegrini, Stefanie Hobbs Santos und Arquimedes Pires Santos, die für das wunderbare Essen am Kochduell sorgten – sowie allen HelferInnen, die mit viel guter Laune alle möglichen Arbeiten verrichteten! Sabrina Morandi, die uns immer wieder in redaktionellen Angelegenheiten unter die Arme greift. Werner Zecchino, Dominique Böhme und Monika Egli, die uns gebrauchte Laptops in sehr gutem Zustand spendeten. Eliane Häfliger, die Teil des Evaluationsteams des SODIS-Projektes in Togo war und Vera Caspar, welche das Umweltclubprojekt in Togo mit ihrer Arbeit unterstützt. Unser Team, welches den Vorstand tatkräftig unterstützt, es sind dies Berti Studer, Lukas Egetemayer, Sandra Scherbanowitz und Myrtha Bosshard. Und der letzte Dank richtet sich an alle privaten und institutionellen SpenderInnen GönnerInnen!
  20. 20. glocal ahead! Jahresbericht 2014

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