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Wir machen Terminologie… … oder von 0 auf 1000 Einträgen in 10 Wochen Pascal Kesselmark, Leiter Technische Dokumentation
Ziel Zeigen, wie innert kurzer Zeit eine firmenweite  Terminologie aufgebaut werden kann Nicht in Schönheit zu sterben, sondern ein  brauchbares, praktisches Ergebnis zu liefern Eine gute Basis zu schaffen, um später  alle Optionen offen zu haben Hilfestellung bei: Erfassungsstruktur Definitionen Prozessen Tools Kein Argumentationshilfen für Terminologie Keine ROI-Berechnung
Pascal Kesselmark Leiter Technische Dokumentation Verantwortlich für die TD sowie für das firmenweite Terminologie- und Übersetzungsmanagement. Technische Grundausbildung Journalist (Fachredaktor) Technischer Redaktor (Eidg. dipl. TR) Ing. EurEta Informatik Leiter TD / Prüfungsleiter Tecom Einführung neuer Redaktionssysteme Einführung Terminologie- und  Übersetzungstools und -Prozesse Prozessoptimierung Standardisierung, Konformität Werdegang Projekte
Klingelnberg – Maschinen und Anwendungen
Kunden SIAP
Aufbau Definition Basics Eintragsstruktur definieren Regeln / Verantwortlichkeiten Notwendige Mittel / Anforderungen definieren Terminologie erarbeiten Tools Abschluss
Was ist überhaupt Terminologie? …und was nicht? Als  Terminologie  wird die Gesamtheit aller  Terme  oder  Termini , also die  Begriffe ,  Bezeichnungen  (Benennungen),  Fachwörter  (lateinisch: Terminus technicus) usw. einer Fachsprache bezeichnet. Fachsprachen selbst werden in neuerer Zeit nicht mehr als reine Terminologien angesehen, da sie auch über andere charakteristische Merkmale, etwa Phraseologie oder Grammatik, verfügen. Mit der Untersuchung und Aufstellung von Terminologien beschäftigt sich die Terminologielehre. Terminologien können beispielsweise in einem  Wörterbuch , einem  Glossar  oder einem  Thesaurus  formuliert sein. Viele Terminologien bilden ein  kontrolliertes Vokabular . Maschinell lassen sich Terminologien in terminologischen Datenbanken verwalten, die unter anderem zur Übersetzung verwandt werden. Die  DIN 2342  trifft nähere Festlegungen zur Terminologie. Mit der Darstellung von Einträgen in Fachwörterbüchern und Terminologie-Datenbanken beschäftigt sich die  DIN 2336 . Darin werden unter anderem Hinweise zur Gestaltung und Anordnung der Einträge bei Wörterbüchern gegeben mit dem Ziel, die Verwendung von typographischen Zeichen und Konventionen einheitlich zu gestalten. (Quelle: Wikipedia – 21.8.2009)
Was ist überhaupt Terminologie? …und was nicht? Gesamtbestand  der  Begriffe  und ihrer  Benennungen  in einem  Fachgebiet Jedes Ding hat  eine  Benennung (Name, Bezeichnung, Term) Die Zielgruppe  versteht  die Benennung NICHT: Ungenormte, mehrsprachige Sammlung aller verwendeten Benennungen
Basics
Einfache Sprachenlehre Synonym Verschiedene Benennungen in derselben Sprache, die denselben Begriff repräsentieren Innen-Sechskantschraube, Inbus™ etc. Wien, Hauptstadt von Österreich, Mozartstadt, Walzermetropole, Donaustadt etc. Homonym Identischen Benennungen   in derselben Sprache für unterschiedliche Begriffe Maus, Schloss, Leitung, Bank, modern, Spielende, Tau etc.
Benennungs- vs. Begriffsorientiert Benennungsorientierte Terminologie Benennung bestimmt „Eintrag “ Einfach (Excel) Schnell Problem bei Homonymen Beispiel: Leitung -> Cable, Pipe Beispiel: Stromführendes Kupferkabel -> Leitung -> Cable Begriffsorientierte Terminologie Begriff bestimmt „Eintrag “ Denkeinheit Sauberer Komplexer, da abstrakt Keine Probleme mit Homonymen
Eintragsstruktur
Eintragsstruktur definieren Unterschiedliche Bedürfnisse an die Struktur Übersetzer will „nur “ wissen wie korrekte Benennung lautet Intern müssen Sie viel mehr Informationen haben: Quelle des Terms Kontext und Quelle Abgestimmt mit/Freigabe durch Falls Sie ein Budget dafür kriegen, nehmen Sie sich einen auf Terminologie spezialisierten Dienstleister zu Hilfe, um Ihre eigene Struktur zu definieren.
Die Standard Eintragsstruktur Begriff Fachgebiet Maschinen-/Produktfamilie Definition DE Quelle Definition DE Definition EN Quelle Definition EN Sprachabhängigkeit Abbildung Status (des Begriffes) Benennung (pro Term) Term Quelle des Terms Kontext Quelle des Kontext Termtyp Status (des Terms) Abgestimmt mit Anmerkungen Wortklasse Numerus Verwendung Benennung n Benennung 2 Benennung 1 Begriff
Die Standard Eintragsstruktur – Begriff Fachgebiet Für welches Fachgebiet ist der Begriff gültig -> Filter, Qualitätsmerkmal Maschinen-/Produktfamilie Erstverwendung des Begriffes -> Filter Definition / Quelle Definition DE / EN Deutsch als Master und Englisch als Brückensprache -> ich setze voraus, dass man eine der Sprachen kann Sprachabhängigkeit Darf der Begriff überhaupt übersetzt werden?  Z.B. Produktnamen Abbildung Ja, gerne. Status (des Begriffes) Neu, In Prüfung, Freigegeben
Die Standard Eintragsstruktur – Benennung  Term / Quelle des Terms Quelle muss angegeben werden, damit Ursprung nachvollzogen werden kann, darf auch Name von Personen/Personengruppen enthalten Kontext / Quelle des Kontext Kontext: Ganzer Satz / Quelle: Nachvollziehbarkeit Termtyp Vollform, Kurzform, Abkürzung, Akronym (z.B. ADAC, EDV) Status (des Terms) Neu, In Prüfung, Definiert   Abgestimmt mit Wer hat den Term und dessen Verwendung bestimmt? Anmerkungen Kann Anmerkungen zum Abstimmungsprozess (Begründung) oder auch Zusatzinformationen zum Term aufnehmen Wortklasse Substantiv, Verb, Adjektiv Genus/Numerus m, f, n, pl, mpl, fpl, npl Verwendung Erlaubt, abgelehnt
Regeln / Verantwortlichkeiten
Regeln – Benennungsgrundsätze  Schreibregeln? Eigennamen von Produkten und Marken Genauigkeit Wiederholungen Bildung von Komposita  Länge der Komposita Bindestrichregelung Geschlechtsneutralität
Regeln – Bildung von neuen Benennungen Auslöser Keine eingebürgerte Benennung Existierende Benennung verstösst gegen einen oder mehrere der Benennungsgrundsätze Existierende Benennung führt häufig zu Missverständnissen Viele Synonyme und eine Benennung muss bevorzugt werden Kriterien Sprachlich-logische Korrektheit Wertneutralität Einprägsamkeit Vermeidung von Anglizismen Vermeidung von Metaphern Erfassung Substantiv: Nominativ Verb: Infinitiv / Präsens / Indikativ
Regeln – Formulierung von Definitionen  Inhaltsdefinition Definition durch Angabe des Oberbegriffs und der einschränkenden Merkmale, die den zu definierenden Begriff kennzeichnen und ihn von anderen Begriffen derselben Begriffsreihe (Kohyponyme) unterscheiden. Bsp.: Schraube = Verbindungselement, mit dem man Werkstücke befestigen kann. Umfangsdefinition Definition bei der alle auf derselben Ebene stehenden Unterbegriffe des zu definierenden Begriffs (=Kohyponyme) aufgezählt werden. Bsp.: Obst = Oberbegriff für Tafeltraube, Apfel und Birne. Bestandsdefinition Definition bei der alle unter dem zu definierenden Begriff subsumierten Gegenstände (Bestandteile) aufgezählt werden. Bsp.: Schraube = Zylindrischer oder kegelförmig zugespitzter Stift oder Bolzen, auf dem ein Gewinde angebracht ist, und der zudem an seinem oberen Ende einen geometrisch verschieden ausgeführten Kopf aufweist. Kontextdefinition Satz der die Benennung enthält und etwas über den Begriff aussagt. Bsp.: Schrauben können sich durch die Richtung unterscheiden, in welcher sie eingeschraubt werden. Nominaldefinition Definition durch Angabe eines Synonyms bzw einer synonymen Wendung. Bsp.: Linguistik = Sprachwissenschaft   Es ist nicht immer möglich bzw. sinnvoll, für alle Begriffe die gleiche Art von Definition aufzunehmen. Die durch die obige Aufzählung gegebene Priorisierung sollte diesbezüglich beachtet werden.
Verantwortlichkeiten Welche Rollen gibt es? Terminologe, Fachverantwortliche, Marktvertreter, Übersetzer Wichtig:  Lassen Sie nur Personen/Fachstellen mitreden, die auch „Liefern “. Wie können „Problemfälle “ gelöst werden? Terminologiezirkel Entscheid von „oben “ Wer hat die Fachverantwortung und das letzte Wort? Durch GF definieren lassen. Gute Möglichkeit das wichtige Thema Terminologie zu platzieren.
Notwendige Mittel / Anforderungen definieren
Notwendige Mittel Leider muss man zuerst beweisen, was Terminologie bringt, bevor man die gewünschten Mittel bekommt. Meine Empfehlung: Lieber kein Tool kaufen, als das falsche/billigste! Somit sind vor allem Sie gefragt. Am Anfang ist Ihre Eigenleistung in den meisten Fällen das Einzige, was Sie haben… Falls Sie in der glücklichen Lage sind und Ihr Arbeitgeber noch investieren kann, dann sollten Sie anhand Ihres Pflichtenheftes die Tool-Hersteller um ein Angebot bitten. Für eine Top-Lösung mit genug Benutzerlizenzen (für ca. 500 Mitarbeiter) sollten Sie mit ca. 20 ‘000 Euro rechnen.  Die Preise können aber je nach bevorstehendem Quartalsabschluss noch verhandelt werden!
Anforderungen definieren Auf dem Papier können alle Profitools alles. Wichtig sind aber auch die Dinge rundherum und deshalb müssen Sie bei den Anforderungen auf folgende wichtigen Punkte achten: Kann ich zu 100% meine eigene Eintragsstruktur verwenden oder bin ich an die Struktur des SW-Herstellers gebunden? Was ist Ihr langfristiges Ziel? Kann der Hersteller weitere Bereiche abdecken?  Viele Hersteller = viele Schnittstellen = viele Probleme! Ist alles im Preis dabei oder müssen alle Zusatzmodule nochmals bezahlt werden? Wie ist die Lizenzpolitik? Lizenzen müssen unpersönlich sein (concurrent-user)! Ist das Tool auch in exotischen Märkten vertreten oder kennt man es nur im deutschsprachigen Raum? Was erwarte ich vom Support? Bestehende Kunden als Referenz verlangen und Internet-Foren konsultieren. Wie „gesund “ ist der Hersteller? Kann ich davon ausgehen, dass die Firma auch nächstes Jahr noch existiert?
Terminologie erarbeiten
Prozesse Folgende Prozesse müssen definiert werden: Erstellung Terminologieextraktion Terminologiebereinigung Terminologie neues Projekt Pflege Übersetzungsprozess Neuer Term
Prozesse – Terminologiegewinnung  Terminologieextraktion Fachbegriffe aus einem Dokument gefiltert, analysiert, geprüft und freigeben, bzw. sperren lassen. Manuell:  Durchlesen und Markieren der Term-Kandidaten Kostenloses Term-Mining mit Bordmitteln von MS Office:  http://www.tecom.ch/455/ Automatisch: Tools wie TermiDOG, SDL PhraseFinder etc. Terminologiebereinigung Die bestehende deutsche Terminologie wird analysiert, geprüft und freigegeben bzw. gesperrt und entsprechend in der Terminologie-Datenbank aufbereitet. Terminologie neues Projekt Sicherstellen, dass von Anfang an in einem neuen Projekt konsistente und valide Terminologie für Produkte und Funktionen verwendet wird bzw. bei Bedarf neue Terminologie entsprechend festgelegt, geprüft und erfasst wird. -> Taufschein
Prozesse – Terminologiepflege  Übersetzungsprozess Im Übersetzungsprozess muss vorgängig die Terminologie in die Zielsprache übersetzt werden. Wer tut dies und wie funktioniert die Qualitätssicherung? Was passiert bei Terminologie-Fragen oder bei Fehlern in der vorhandenen Terminologie?  Neuer Term Mit der verantwortlichen Fachstelle/Person klären, ob neuer Term zum Begriff passt und welcher Term (Bezeichnung) nun zu verwenden ist. Änderung Wie werden gemeldete Fehler aufbereitet? Wer gibt die Freigabe?
Terminologie erfassen Nehmen Sie sich den ersten Text und extrahieren Sie die Terminologie oder  Sie haben ein bestehendes Glossar und bauen sich dieses zuerst Begriffsdefiniert um. Prinzipien: Wortklassen: Substantiv, Verb, Adjektiv Grundform, Einzahl -> Regeln Kein Umgangswortschatz (ausser Term wird falsch verwendet) Bei unklarer Schreibweise kann „googeln “ auch schon mal helfen
Tools
Umsetzungen Irgendwann sollte die Terminologie dann auch für andere verfügbar sein. Deshalb ist eine ganz klare Anforderung ein Webportal für die firmenweite Anzeige der Terminologie. Eine persönliche Auswahl für jedes Budget: Der Benchmark:  SDL Trados MultiTerm Das Preiswerte:  ITL iMatch Die Freeware:  AXitd XMLglossar Natürlich gibt es noch weitere Anbieter. Aber entweder kann ich diese nicht empfehlen oder ich kenne diese zu wenig.
SDL MultiTerm Kosten: 5 gleichzeitige Benutzer / 1 Admin ~20 ‘000 Euro DER Standard bei Übersetzungsdienstleistern Weltweite Verbreitung (Freelancer) Frei definierbare Erfassungsstruktur Architektur ist für hohe Performance ausgerichtet Hat Schnittstellen/Integration zu anderen Tools von SDL Das Rundum-Sorglos-Paket; damit spielen Sie in der höchsten Liga. Bezahlen aber auch den Preis dafür!
SDL MultiTerm
ITL iMatch Kosten: 1 Client 2350 Euro (inkl. Webportal und Such-Engine) Bidirektionale TMX Schnittstelle zu Trados Webbasierter Zugriff auf die Terminologie (kein User-Limit!) Als „Nebenprodukt “: Vollintegrierte Autorenunterstützung in FrameMaker und Word und XML-Editoren. Dem Autor werden bei Tippen bereits geschriebene Sätze aus der Datenbank vorgeschlagen -> Konsistenz, tiefere Übersetzungskosten.
ITL iMatch
XMLglossary – Die kostenlose Alternative Entwickelt durch René Feuchtinger Version 2.1 – Oktober 2005 Benötigt Excel 2003, 2007 (Makros) und JAVA Kostenlos Gute Dokumentation Achtung : Benennungsorientierte Terminologie Output HTML (Webseite) PDF (Druck) TMX 1.1 / 1.4 (XML)
XMLglossary – Excel ist Basis Manuelles Erfassen (Grafiken als Link) Anlegen neuer Spalten = Änderung der Stylesheets FOP/XSL Nur ein Term pro Sprache
XMLglossary – HTML / PDF
XMLglossary – Status Zur Zeit entwickelt René Feuchtinger aus beruflichen Gründen XMLglossary nicht weiter. Open Source -> SIE können es für Ihre Bedürfnisse anpassen Webseite wurde Mitte 2009 ausgeschaltet, neue Webseite wird kommen. Download hier möglich: http://axitd.doc-x.org/
Haben Sie das Zeug dazu?
Terminologie in 10 Wochen Definieren Sie Ihre Terminologieregeln Definieren Sie die Verantwortlichkeiten Prozesse Definieren Entscheiden mit welchem Tool/Budget man arbeiten will Excel mit Ihrer Eintragsstruktur anlegen Terminologie erarbeiten -> 1000 Einträge in 8 Wochen  -> pro Tag 25 Einträge -> pro Eintrag ca. 20 Minuten Sobald Tool installiert/konfiguriert ist, Excel importieren und publizieren 2 Wochen
Nützliche Links E-Learning Terminologie  www.iim.fh-koeln.de/dtp/eLearning/00_inhalt.html Leitfaden zur sprachlichen Gleichbehandlung  http://www.bk.admin.ch/dokumentation/publikationen/00292/01215/index.html# Localisation Industry Standards Association  www.lisa.org
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Wir machen Terminologie

  • 1.  
  • 2. Wir machen Terminologie… … oder von 0 auf 1000 Einträgen in 10 Wochen Pascal Kesselmark, Leiter Technische Dokumentation
  • 3. Ziel Zeigen, wie innert kurzer Zeit eine firmenweite Terminologie aufgebaut werden kann Nicht in Schönheit zu sterben, sondern ein brauchbares, praktisches Ergebnis zu liefern Eine gute Basis zu schaffen, um später alle Optionen offen zu haben Hilfestellung bei: Erfassungsstruktur Definitionen Prozessen Tools Kein Argumentationshilfen für Terminologie Keine ROI-Berechnung
  • 4. Pascal Kesselmark Leiter Technische Dokumentation Verantwortlich für die TD sowie für das firmenweite Terminologie- und Übersetzungsmanagement. Technische Grundausbildung Journalist (Fachredaktor) Technischer Redaktor (Eidg. dipl. TR) Ing. EurEta Informatik Leiter TD / Prüfungsleiter Tecom Einführung neuer Redaktionssysteme Einführung Terminologie- und Übersetzungstools und -Prozesse Prozessoptimierung Standardisierung, Konformität Werdegang Projekte
  • 5. Klingelnberg – Maschinen und Anwendungen
  • 7. Aufbau Definition Basics Eintragsstruktur definieren Regeln / Verantwortlichkeiten Notwendige Mittel / Anforderungen definieren Terminologie erarbeiten Tools Abschluss
  • 8. Was ist überhaupt Terminologie? …und was nicht? Als Terminologie wird die Gesamtheit aller Terme oder Termini , also die Begriffe , Bezeichnungen (Benennungen), Fachwörter (lateinisch: Terminus technicus) usw. einer Fachsprache bezeichnet. Fachsprachen selbst werden in neuerer Zeit nicht mehr als reine Terminologien angesehen, da sie auch über andere charakteristische Merkmale, etwa Phraseologie oder Grammatik, verfügen. Mit der Untersuchung und Aufstellung von Terminologien beschäftigt sich die Terminologielehre. Terminologien können beispielsweise in einem Wörterbuch , einem Glossar oder einem Thesaurus formuliert sein. Viele Terminologien bilden ein kontrolliertes Vokabular . Maschinell lassen sich Terminologien in terminologischen Datenbanken verwalten, die unter anderem zur Übersetzung verwandt werden. Die DIN 2342 trifft nähere Festlegungen zur Terminologie. Mit der Darstellung von Einträgen in Fachwörterbüchern und Terminologie-Datenbanken beschäftigt sich die DIN 2336 . Darin werden unter anderem Hinweise zur Gestaltung und Anordnung der Einträge bei Wörterbüchern gegeben mit dem Ziel, die Verwendung von typographischen Zeichen und Konventionen einheitlich zu gestalten. (Quelle: Wikipedia – 21.8.2009)
  • 9. Was ist überhaupt Terminologie? …und was nicht? Gesamtbestand der Begriffe und ihrer Benennungen in einem Fachgebiet Jedes Ding hat eine Benennung (Name, Bezeichnung, Term) Die Zielgruppe versteht die Benennung NICHT: Ungenormte, mehrsprachige Sammlung aller verwendeten Benennungen
  • 11. Einfache Sprachenlehre Synonym Verschiedene Benennungen in derselben Sprache, die denselben Begriff repräsentieren Innen-Sechskantschraube, Inbus™ etc. Wien, Hauptstadt von Österreich, Mozartstadt, Walzermetropole, Donaustadt etc. Homonym Identischen Benennungen in derselben Sprache für unterschiedliche Begriffe Maus, Schloss, Leitung, Bank, modern, Spielende, Tau etc.
  • 12. Benennungs- vs. Begriffsorientiert Benennungsorientierte Terminologie Benennung bestimmt „Eintrag “ Einfach (Excel) Schnell Problem bei Homonymen Beispiel: Leitung -> Cable, Pipe Beispiel: Stromführendes Kupferkabel -> Leitung -> Cable Begriffsorientierte Terminologie Begriff bestimmt „Eintrag “ Denkeinheit Sauberer Komplexer, da abstrakt Keine Probleme mit Homonymen
  • 14. Eintragsstruktur definieren Unterschiedliche Bedürfnisse an die Struktur Übersetzer will „nur “ wissen wie korrekte Benennung lautet Intern müssen Sie viel mehr Informationen haben: Quelle des Terms Kontext und Quelle Abgestimmt mit/Freigabe durch Falls Sie ein Budget dafür kriegen, nehmen Sie sich einen auf Terminologie spezialisierten Dienstleister zu Hilfe, um Ihre eigene Struktur zu definieren.
  • 15. Die Standard Eintragsstruktur Begriff Fachgebiet Maschinen-/Produktfamilie Definition DE Quelle Definition DE Definition EN Quelle Definition EN Sprachabhängigkeit Abbildung Status (des Begriffes) Benennung (pro Term) Term Quelle des Terms Kontext Quelle des Kontext Termtyp Status (des Terms) Abgestimmt mit Anmerkungen Wortklasse Numerus Verwendung Benennung n Benennung 2 Benennung 1 Begriff
  • 16. Die Standard Eintragsstruktur – Begriff Fachgebiet Für welches Fachgebiet ist der Begriff gültig -> Filter, Qualitätsmerkmal Maschinen-/Produktfamilie Erstverwendung des Begriffes -> Filter Definition / Quelle Definition DE / EN Deutsch als Master und Englisch als Brückensprache -> ich setze voraus, dass man eine der Sprachen kann Sprachabhängigkeit Darf der Begriff überhaupt übersetzt werden? Z.B. Produktnamen Abbildung Ja, gerne. Status (des Begriffes) Neu, In Prüfung, Freigegeben
  • 17. Die Standard Eintragsstruktur – Benennung Term / Quelle des Terms Quelle muss angegeben werden, damit Ursprung nachvollzogen werden kann, darf auch Name von Personen/Personengruppen enthalten Kontext / Quelle des Kontext Kontext: Ganzer Satz / Quelle: Nachvollziehbarkeit Termtyp Vollform, Kurzform, Abkürzung, Akronym (z.B. ADAC, EDV) Status (des Terms) Neu, In Prüfung, Definiert Abgestimmt mit Wer hat den Term und dessen Verwendung bestimmt? Anmerkungen Kann Anmerkungen zum Abstimmungsprozess (Begründung) oder auch Zusatzinformationen zum Term aufnehmen Wortklasse Substantiv, Verb, Adjektiv Genus/Numerus m, f, n, pl, mpl, fpl, npl Verwendung Erlaubt, abgelehnt
  • 19. Regeln – Benennungsgrundsätze Schreibregeln? Eigennamen von Produkten und Marken Genauigkeit Wiederholungen Bildung von Komposita Länge der Komposita Bindestrichregelung Geschlechtsneutralität
  • 20. Regeln – Bildung von neuen Benennungen Auslöser Keine eingebürgerte Benennung Existierende Benennung verstösst gegen einen oder mehrere der Benennungsgrundsätze Existierende Benennung führt häufig zu Missverständnissen Viele Synonyme und eine Benennung muss bevorzugt werden Kriterien Sprachlich-logische Korrektheit Wertneutralität Einprägsamkeit Vermeidung von Anglizismen Vermeidung von Metaphern Erfassung Substantiv: Nominativ Verb: Infinitiv / Präsens / Indikativ
  • 21. Regeln – Formulierung von Definitionen Inhaltsdefinition Definition durch Angabe des Oberbegriffs und der einschränkenden Merkmale, die den zu definierenden Begriff kennzeichnen und ihn von anderen Begriffen derselben Begriffsreihe (Kohyponyme) unterscheiden. Bsp.: Schraube = Verbindungselement, mit dem man Werkstücke befestigen kann. Umfangsdefinition Definition bei der alle auf derselben Ebene stehenden Unterbegriffe des zu definierenden Begriffs (=Kohyponyme) aufgezählt werden. Bsp.: Obst = Oberbegriff für Tafeltraube, Apfel und Birne. Bestandsdefinition Definition bei der alle unter dem zu definierenden Begriff subsumierten Gegenstände (Bestandteile) aufgezählt werden. Bsp.: Schraube = Zylindrischer oder kegelförmig zugespitzter Stift oder Bolzen, auf dem ein Gewinde angebracht ist, und der zudem an seinem oberen Ende einen geometrisch verschieden ausgeführten Kopf aufweist. Kontextdefinition Satz der die Benennung enthält und etwas über den Begriff aussagt. Bsp.: Schrauben können sich durch die Richtung unterscheiden, in welcher sie eingeschraubt werden. Nominaldefinition Definition durch Angabe eines Synonyms bzw einer synonymen Wendung. Bsp.: Linguistik = Sprachwissenschaft Es ist nicht immer möglich bzw. sinnvoll, für alle Begriffe die gleiche Art von Definition aufzunehmen. Die durch die obige Aufzählung gegebene Priorisierung sollte diesbezüglich beachtet werden.
  • 22. Verantwortlichkeiten Welche Rollen gibt es? Terminologe, Fachverantwortliche, Marktvertreter, Übersetzer Wichtig: Lassen Sie nur Personen/Fachstellen mitreden, die auch „Liefern “. Wie können „Problemfälle “ gelöst werden? Terminologiezirkel Entscheid von „oben “ Wer hat die Fachverantwortung und das letzte Wort? Durch GF definieren lassen. Gute Möglichkeit das wichtige Thema Terminologie zu platzieren.
  • 23. Notwendige Mittel / Anforderungen definieren
  • 24. Notwendige Mittel Leider muss man zuerst beweisen, was Terminologie bringt, bevor man die gewünschten Mittel bekommt. Meine Empfehlung: Lieber kein Tool kaufen, als das falsche/billigste! Somit sind vor allem Sie gefragt. Am Anfang ist Ihre Eigenleistung in den meisten Fällen das Einzige, was Sie haben… Falls Sie in der glücklichen Lage sind und Ihr Arbeitgeber noch investieren kann, dann sollten Sie anhand Ihres Pflichtenheftes die Tool-Hersteller um ein Angebot bitten. Für eine Top-Lösung mit genug Benutzerlizenzen (für ca. 500 Mitarbeiter) sollten Sie mit ca. 20 ‘000 Euro rechnen. Die Preise können aber je nach bevorstehendem Quartalsabschluss noch verhandelt werden!
  • 25. Anforderungen definieren Auf dem Papier können alle Profitools alles. Wichtig sind aber auch die Dinge rundherum und deshalb müssen Sie bei den Anforderungen auf folgende wichtigen Punkte achten: Kann ich zu 100% meine eigene Eintragsstruktur verwenden oder bin ich an die Struktur des SW-Herstellers gebunden? Was ist Ihr langfristiges Ziel? Kann der Hersteller weitere Bereiche abdecken? Viele Hersteller = viele Schnittstellen = viele Probleme! Ist alles im Preis dabei oder müssen alle Zusatzmodule nochmals bezahlt werden? Wie ist die Lizenzpolitik? Lizenzen müssen unpersönlich sein (concurrent-user)! Ist das Tool auch in exotischen Märkten vertreten oder kennt man es nur im deutschsprachigen Raum? Was erwarte ich vom Support? Bestehende Kunden als Referenz verlangen und Internet-Foren konsultieren. Wie „gesund “ ist der Hersteller? Kann ich davon ausgehen, dass die Firma auch nächstes Jahr noch existiert?
  • 27. Prozesse Folgende Prozesse müssen definiert werden: Erstellung Terminologieextraktion Terminologiebereinigung Terminologie neues Projekt Pflege Übersetzungsprozess Neuer Term
  • 28. Prozesse – Terminologiegewinnung Terminologieextraktion Fachbegriffe aus einem Dokument gefiltert, analysiert, geprüft und freigeben, bzw. sperren lassen. Manuell: Durchlesen und Markieren der Term-Kandidaten Kostenloses Term-Mining mit Bordmitteln von MS Office: http://www.tecom.ch/455/ Automatisch: Tools wie TermiDOG, SDL PhraseFinder etc. Terminologiebereinigung Die bestehende deutsche Terminologie wird analysiert, geprüft und freigegeben bzw. gesperrt und entsprechend in der Terminologie-Datenbank aufbereitet. Terminologie neues Projekt Sicherstellen, dass von Anfang an in einem neuen Projekt konsistente und valide Terminologie für Produkte und Funktionen verwendet wird bzw. bei Bedarf neue Terminologie entsprechend festgelegt, geprüft und erfasst wird. -> Taufschein
  • 29. Prozesse – Terminologiepflege Übersetzungsprozess Im Übersetzungsprozess muss vorgängig die Terminologie in die Zielsprache übersetzt werden. Wer tut dies und wie funktioniert die Qualitätssicherung? Was passiert bei Terminologie-Fragen oder bei Fehlern in der vorhandenen Terminologie? Neuer Term Mit der verantwortlichen Fachstelle/Person klären, ob neuer Term zum Begriff passt und welcher Term (Bezeichnung) nun zu verwenden ist. Änderung Wie werden gemeldete Fehler aufbereitet? Wer gibt die Freigabe?
  • 30. Terminologie erfassen Nehmen Sie sich den ersten Text und extrahieren Sie die Terminologie oder Sie haben ein bestehendes Glossar und bauen sich dieses zuerst Begriffsdefiniert um. Prinzipien: Wortklassen: Substantiv, Verb, Adjektiv Grundform, Einzahl -> Regeln Kein Umgangswortschatz (ausser Term wird falsch verwendet) Bei unklarer Schreibweise kann „googeln “ auch schon mal helfen
  • 31. Tools
  • 32. Umsetzungen Irgendwann sollte die Terminologie dann auch für andere verfügbar sein. Deshalb ist eine ganz klare Anforderung ein Webportal für die firmenweite Anzeige der Terminologie. Eine persönliche Auswahl für jedes Budget: Der Benchmark: SDL Trados MultiTerm Das Preiswerte: ITL iMatch Die Freeware: AXitd XMLglossar Natürlich gibt es noch weitere Anbieter. Aber entweder kann ich diese nicht empfehlen oder ich kenne diese zu wenig.
  • 33. SDL MultiTerm Kosten: 5 gleichzeitige Benutzer / 1 Admin ~20 ‘000 Euro DER Standard bei Übersetzungsdienstleistern Weltweite Verbreitung (Freelancer) Frei definierbare Erfassungsstruktur Architektur ist für hohe Performance ausgerichtet Hat Schnittstellen/Integration zu anderen Tools von SDL Das Rundum-Sorglos-Paket; damit spielen Sie in der höchsten Liga. Bezahlen aber auch den Preis dafür!
  • 35. ITL iMatch Kosten: 1 Client 2350 Euro (inkl. Webportal und Such-Engine) Bidirektionale TMX Schnittstelle zu Trados Webbasierter Zugriff auf die Terminologie (kein User-Limit!) Als „Nebenprodukt “: Vollintegrierte Autorenunterstützung in FrameMaker und Word und XML-Editoren. Dem Autor werden bei Tippen bereits geschriebene Sätze aus der Datenbank vorgeschlagen -> Konsistenz, tiefere Übersetzungskosten.
  • 37. XMLglossary – Die kostenlose Alternative Entwickelt durch René Feuchtinger Version 2.1 – Oktober 2005 Benötigt Excel 2003, 2007 (Makros) und JAVA Kostenlos Gute Dokumentation Achtung : Benennungsorientierte Terminologie Output HTML (Webseite) PDF (Druck) TMX 1.1 / 1.4 (XML)
  • 38. XMLglossary – Excel ist Basis Manuelles Erfassen (Grafiken als Link) Anlegen neuer Spalten = Änderung der Stylesheets FOP/XSL Nur ein Term pro Sprache
  • 40. XMLglossary – Status Zur Zeit entwickelt René Feuchtinger aus beruflichen Gründen XMLglossary nicht weiter. Open Source -> SIE können es für Ihre Bedürfnisse anpassen Webseite wurde Mitte 2009 ausgeschaltet, neue Webseite wird kommen. Download hier möglich: http://axitd.doc-x.org/
  • 41. Haben Sie das Zeug dazu?
  • 42. Terminologie in 10 Wochen Definieren Sie Ihre Terminologieregeln Definieren Sie die Verantwortlichkeiten Prozesse Definieren Entscheiden mit welchem Tool/Budget man arbeiten will Excel mit Ihrer Eintragsstruktur anlegen Terminologie erarbeiten -> 1000 Einträge in 8 Wochen -> pro Tag 25 Einträge -> pro Eintrag ca. 20 Minuten Sobald Tool installiert/konfiguriert ist, Excel importieren und publizieren 2 Wochen
  • 43. Nützliche Links E-Learning Terminologie www.iim.fh-koeln.de/dtp/eLearning/00_inhalt.html Leitfaden zur sprachlichen Gleichbehandlung http://www.bk.admin.ch/dokumentation/publikationen/00292/01215/index.html# Localisation Industry Standards Association www.lisa.org
  • 44. Fragen? Falls Ihnen später noch was einfällt: [email_address]

Hinweis der Redaktion

  1. Im Normalfall ist die Ausgangslage bei der Firmenterminologie immer die Gleiche: Entweder es gibt gar keine Terminologie oder man denkt man hätte eine; hat aber in Wirklichkeit nur ein Glossar, also ein besseres Wörterbuch. Heute ist wohl jedem bekannt, dass man Terminologiearbeit leisten muss, nur stellt sich die Frage, wie kann man dies und wenn, dann bitte schon gestern. Pascal Kesselmark hat nun schon bei zwei seiner Arbeitgeber bewiesen, wie man dies in kurzer Zeit erfolgreich machen kann und lässt Sie an seinen nicht immer positiven Erfahrungen teilhaben.
  2. Weltmarktführer in der Entwicklung, Fertigung und Lieferung von Maschinen und Messgeräten zur Herstellung von spiralverzahnten Kegelrädern und verwandten Produkten. Marken: Klingelnberg und Oerlikon Über 1000 Mitarbeiter in der Klingelnberg Gruppe Gegründet 1814 in Remscheid Familienbesitz, 7. Generation 1993 Übernahme der Zürcher Oerlikon Geartec AG Umsatz der Gruppe: 120 Mio € Niederlassungen in IT, FR, ES, BE und JP.
  3. Wertneutralität Vermeiden Sie Benennungen mit negativen Konnotationen (Nebenbedeutungen). Solche negativen Konnotationen können sich sowohl auf kulturelle Nebenbedeutungen als auch auf Qualitätsmerkmale beziehen. Falsch: Flexibler Anschlussschlauch Richtig: Panzerschlauch Hier kann selbst durch einen wertneutralen Begriff ein negatives Qualitätsmerkmal entstehen. Falsch: Plastikhaube Richtig: Kunststoffhaube Plastik suggeriert eine negative Konnotation im Sinne von billig, während Kunststoff eher hochwertig suggeriert Einprägsamkeit Benennungen, die schwer auszusprechen oder einzuprägen sind setzen sich im Sprachgebrauch eher selten durch. Daher sind gegebenenfalls Synonyme vorzuziehen, die sich leichter aussprechen und behalten lassen. Vermeidung von Anglizismen Keine Wortzusammensetzungen aus deutschen und englischen Wortteilen Falsch: Kunststoffbox; Control Unit Richtig: Kunststoffgehäuse; Steuereinheit Vermeidung von Metaphern Metaphern bieten Raum für kreative Interpretationen und führen oft zu Missverständnissen und sind daher nicht geeignet für die Verwendung als Vorzugsbenennung. Falsch: Krokodil Richtig: Flexibler Abgangsbogen für horizontale Abgangsleitung Erfassung Substantiv Nominativ: Grundform des Substantivs Verb Infinitiv: Verbform, in der Numerus und (normalerweise) Person nicht ausgedrückt werden. (-en) Präsens: Gegenwartsform Indikativ: Der Indikativ wird für die Darstellung der Wirklichkeit benutzt. (Er läuft die Strasse entlang.)
  4. 1-5 Clients je 2350 Euro 6-10 Clients je 1850 Euro