respect opyright!
     Die Zeitung zum Thema Urheberrecht                                                                Herausgegeben von ProLitteris, SSA, SUISA, SUISSIMAGE, SWISSPERFORM


                                                                                                                                              EDITORIAL
         «Kreativität ist nun mal kein                                                                                                   Urheberwasbittesehr?

             ‹Nine-To-Five›-Job»                                                                                                         Am Anfang steht eine Idee. Die Idee
                                                                                                                                         entsteht im Kopf eines Menschen,
                                                                                                                                         vielleicht in deinem. Du nimmst sie
                                                                                                                                         und gestaltest daraus etwas Einmali­
                                                                                                                                         ges, Kreatives, Kunstvolles, kurz: Du
                                                                                                                                         schaffst ein Werk. Und weil dieses
                                                                                                                                         Lied, dieser Text, diese Zeichnung so
                                                                                                                                         einmalig ist, gehört das Werk dir. Du
                                                                                                                                         allein bestimmst, was mit ihm ge­
                                                                                                                                         schieht. Du kannst es publizieren, vor­
                                                                                                                                         tragen, in der Schublade einschliessen
                                                                                                                                         oder zerstören. Dieses gesetzlich gere­
                                                                                                                                         gelte Privileg heisst Urheberrecht.
                                                                                                                                             Ist dein Werk einmal herausge­
                                                                                                                                         bracht, dann wird es von anderen
                                                                                                                                         Menschen gehört, gelesen, gesehen,
                                                                                                                                         berührt. Sie dürfen für ihren privaten
                                                                                                                                         Gebrauch Kopien herstellen, das Werk
                                                                                                                                         fotografieren oder zu Hause nachsin­
                                                                                                                                         gen. Auch die Schule darf – im Rah­
                                                                                                                                         men gesetzlicher Grenzen – urheber­
                                                                                                                                         rechtlich geschützte Werke nutzen.
                                                                                                                                             Als Urheber bestimmst du über
                                                                                                                                         dein Werk. Niemand darf es ohne dei­
                                                                                                                                         ne Zustimmung verändern, aufführen,
                                                                                                                                         vervielfältigen oder ausstrahlen. Wenn
Der Schweizer Rapper und                  «Das Erste und Wichtigste ist immer      beigetreten. Dabei ging es ihm nicht                  es jemand nutzt, kannst du eine Bezah­
                                          die Idee», antwortet Stress auf die      ums Geld, sondern um den Schutz sei­                  lung verhandeln. Oder du kannst dies
Schauspieler Stress kann                                                           ner künstlerischen Arbeit. Die vielen                 einer Organisation überlassen, die viele
                                          Frage, ob zuerst der Text oder die
von seiner Musik leben.                   Musik zu seinen Songs entstehe. Er       kostenlosen Downloads aus dem In­                     Künstler vertritt: einer Urheberrechts­
Er erzählt, wie seine Songs               findet das Urheberrecht für die Kul­     ternet hätten das Business verändert.                 gesellschaft. Sie sorgt dafür, dass du als
                                          turschaffenden sehr wichtig, darüber     Als Musiker in der Schweiz von der                    Urheberin fair bezahlt wirst.
entstehen und was ihm das                 werde viel zu wenig diskutiert. Der      Musik zu leben, sei entsprechend hart,                    Geistiges Eigentum, und darum
Urheberrecht bedeutet.                    Lausanner aus Estland ist der SUISA      sagt Stress. Er hat es trotzdem ge­                   geht es, braucht wie Sacheigentum
                                          schon ganz zu Beginn seiner Karriere     schafft.                    Seite 6/7                 einen angemessenen Schutz. Mit den
                                                                                                                                         Informationen in dieser Zeitung kannst
                                                                                                                                         du dir ein eigenes Bild machen. Damit
                                                                                                                                         du über deine Rechte und jene deiner
                                                                                                                                         Idole Bescheid weisst.
                                                                                                                                                          Die Herausgeberinnen


                                                                                                                                          respect ©opyright!
                                                                                                                                          Schulveranstaltung zum
                                                                                                                                          Thema Urheberrecht
                                                                                                                                          Wie kommen Kunstschaffende zu
                                                                                   ARTWORK SQUARE.CH




                                                                                                                                          ihrem Lohn? respect ©opyright!
                                                                                   © WDSMPS




                                                                                                                                          vermittelt auf lustvolle Art Informa-
Anna Luif                                 Downloaden                               Leistungsschutzrechte                                  tionen zum Thema Urheberrecht.
                                                                                                                                          Bekannte Künstler wie Greis erzäh-
Die Zürcher Filmerin weiss aus eige­      Das Herunterladen von Musik, Texten      Die Interpreten von Werken – Schau­
                                                                                                                                          len aus ihrem Alltag. Auch in eurer
ner Erfahrung, was passiert, wenn man     und Filmen aus dem Internet ist weit­    spieler, Sängerinnen und Musiker –
                                                                                                                                          Schule. Mehr dazu unter
einen bekannten Song verändern und        verbreitet. Das bleibt nicht ohne Fol­   haben keine Urheberrechte, dafür so­
                                                                                                                                          c www.respectcopyright.ch
in einen Film einbauen will. 	        	   gen für die Kulturbranche.               genannte Leistungsschutzrechte.
                                                                                                                                          c siehe auch Seite 16
	                             Seite 14                                Seite 10                                        Seiten 2, 3, 6/7
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                 Gedanken, Ideen und                                                                                      Werke
Texte, Bilder, Songs oder Filme – dahinter                                                                                                 Auguste Rodin schuf seinen
                                                                                                                                           «Denker» um 1880. Die Skulptur
steckt viel menschliche Gedankenarbeit.                                                                                                    zählt zu den wichtigsten Werken des
Ohne schöpferische Leistung gäbe es                                                                                                        französischen Bildhauers.
keine solchen Werke. Deshalb geniessen
die Urheberinnen und Urheber einen                                                                                                                                 Nutzung ihrer Leistungen oder
besonderen Schutz.                                                                                                                                                 Werke finanziell beteiligt sein.
                                                                                                                                                                   Mit anderen Worten: Schöpfe­
                                                                                                                                                                   rische Tätigkeit und geistige
                                                                                                                                                                   Leistungen sollen einen Wert
(lde) Eigentum hat in der west­         sich aber sehr vie­                                                                                                        haben.
lichen Welt einen hohen Stel­           le Gedanken macht                                                                                                              Nicht immer ist es einfach,
lenwert. Ein Haus, ein Auto,            und diese Gedanken                                                                                                         eine Trennlinie zu ziehen – zu
ein Fahrrad, ein Tisch – die            zum Beispiel als Ge­                                                                                                       entscheiden, ob es sich um ein
Jurist/innen sprechen von               schichte aufschreibt,                                                                                                      «Werk» handelt oder nicht.
Sacheigentum. Persönliches              dann entsteht etwas                                                                                                        «Drei Bedingungen muss ein
Eigentum darf einem niemand             Individuelles», sagt                                                                                                       Werk erfüllen», erklärt Sandra
ohne Grund wegnehmen. Die               Sandra Künzi. Eine                                                                                                         Künzi. Erstens müsse es sich
Bundesverfassung garantiert             Geschichte ist un­                                                                                                         um eine geistige Schöpfung
das Eigentum in der Schweiz.            trennbar mit der Person                                                                                                    handeln. Zweitens müsse ein
     Aber kann eine Person              verbunden, die sie auf­                                                                                                    Werk grundsätzlich zur Lite­
auch etwas besitzen, was man            geschrieben hat. Eine Ge­                                                                                                  ratur und Kunst zählen – doch
nicht berühren kann? «Ja und            schichte ist das Produkt einer                                                                                             das ist ein weites Feld. Der
Nein», sagt Sandra Künzi, die           geistigen Tätigkeit. Und weil                                                                                              materielle Wert des Werkes
als Fürsprecherin im Kanton             diese Person Anspruch hat                                                                                                  spielt dabei überhaupt keine
Bern tätig ist. «Luft kann nie­         auf ihren eigenen Text, spricht                                                                                            Rolle. Mehr zu reden gebe
mand nur für sich beanspru­             man von geistigem Eigentum.                                                                                                hingegen das dritte Kriterium,
chen. Das brauchen alle zum                                                                                                                                        sagt Sandra Künzi. Das Gesetz




                                                                                                                                              Foto: Beat Meister
Atmen.» Schwieriger ist es              Geistige Leistungen                                                                                                        schreibe für ein urheberrecht­
mit Ideen und Gedanken. Be­                                                                                                                                        lich geschütztes Werk nämlich
sitzt zum Beispiel ein Mensch
                                        sollen etwas wert sein                                                                                                     einen individuellen Charakter
seine eigenen Gedanken? «Je­            Einen Text schreiben, ein Bild                                                                                             vor. Man könnte auch von Ori­
der Mensch darf denken, was             malen, ein Lied komponieren,                                                                                               ginalität sprechen. Insbeson­
er will. Oft haben Menschen             einen Film drehen – das alles                                                                                              dere bei Fotografien habe das
aber auch die gleichen Gedan­           sind geistige Leistungen. Ohne          heberinnen – so werden die        dafür aber sogenannte Leis­                      in den letzten Jahren immer
ken», erläutert Sandra Künzi.           Autoren und Malerinnen, ohne            Schöpfer/innen von Werken         tungsschutzrechte [c Seite 3].                   wieder zu Diskussionen ge­
Deshalb könne auch niemand              Komponistinnen, ohne Dreh­              genannt – profitieren deshalb     Interpret/innen haben, wie                       führt [mehr zu diesem Thema
für sich beanspruchen, einen            buchautoren und Regisseu­               von einem besonderen Schutz       auch die Urheber/innen, An­                      unter c www.hep-verlag.ch].
Gedanken alleine gehabt zu              rinnen gäbe es keine solchen            durch das Urheberrecht.           recht auf eine Entschädigung,                    Ob ein individueller Charakter
haben. «Wenn ein Mensch                 Werke. Die Urheber und Ur­                  Die Urheberinnen und          wenn ihre Leistungen bzw.                        vorliege, lasse sich letztlich
                                                                                Urheber können ein paar we­       Werke genutzt werden. Sie                        nur im konkreten Fall ent­
                                                                                sentliche Rechte für sich in      sollen an der wirtschaftlichen                   scheiden.
                                                                                Anspruch nehmen. Sie allein
                                                                                dürfen beispielsweise entschei­
         Geistiges Eigentum                                                     den, ob und wann ein Werk

         (lde)Das geistige Eigentum – von den Jurist/innen auch
                                                                                zum ersten Mal veröffentlicht
                                                                                wird und wie dieses genutzt
                                                                                                                    Privilegierte
         als Immaterialgüterrecht bezeichnet – umfasst zwei Be-                 werden darf. Auch haben sie         Schulen
 reiche: das Urheberrecht und die verwandten Schutzrechte ei-                   das Recht, im Zusammenhang
 nerseits und die gewerblichen Schutzrechte andererseits.                       mit dem Werk genannt zu wer­
                                                                                den: Schöpfer/in und Werk
                                                                                                                                                                                                  Foto: iStockphoto.com, Michael Jung




 Während das Urheberrechtsgesetz Werke der Literatur und
 Kunst, Computerprogramme sowie Leistungen der ausübenden                       gehören zusammen. Ebenfalls
 Künstler/innen, Produzent/innen und Sendeunternehmen schützt,                  zu den fundamentalen Rechten
 haben die gewerblichen Schutzrechte zum Ziel, geistige Leistun-                der Urheberinnen und Urheber
 gen in Zusammenhang mit Innovation und wirtschaftlicher Tä-                    zählt, dass ihr Werk nicht ein­
 tigkeit zu schützen. Zu den gewerblichen Schutzrechten zählen                  fach zerstört werden darf.
 unter anderem Patent-, Marken- und Designrechte. Sie werden                        Musiker/innen und Schau­
 auch Registerrechte genannt, weil sie, anders als die Urheber-                 spieler/innen schaffen keine
 rechte, nur durch einen Eintrag in die entsprechenden Register                 Werke, sondern interpretieren     Lehrerinnen und Lehrer dürfen – zumindest beim Urheber- und
 entstehen.                                                                     die Werke anderer. Sie haben      Leistungsschutzrecht – Dinge tun, die anderen Personen nicht
 c Weitere Infos: Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum: www.ige.ch   deshalb keine eigenen Urhe­       erlaubt sind. Dasselbe gilt auch für Schülerinnen und Schüler.
                                                                                berrechte an ihren Leistungen,
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                                                                                   Schwieriger                                                                                                                                   Kein ewiger
                                                                                                                                                                                                                                   Schutz
                                                                                   Balanceakt
    Ein Komponist weigert sich, für das konsumierte                                                                                        (lde) Auch nach dem Tod eines
    Zuckerwasser zu bezahlen. Ein Streit mit urheber-                                                                                      Urhebers oder einer Urhebe­
    rechtlichen Folgen.                                                Das Urheberrecht muss verschiedene                                  rin bleibt das Urheberrecht an
                                                                                                                                           einem Werk bestehen. Aber
                                                                       Interessen unter einen Hut bringen –
    (lde) Die Stimmung im Pariser Café­Concert Ambassa­                                                                                    nicht für ewig. In den meis­
    deurs war entspannt. Das Orchester spielte, und die Gäste          eine äusserst schwierige und                                        ten Ländern, so auch in der
    vergnügten sich bei Speis und Trank. Unter ihnen war               konfliktreiche Aufgabe.                                             Schweiz, erlischt es siebzig
    auch Ernest Bourget, ein bekannter Chanson­Komponist.                                                                                  Jahre nach dem Tod des Urhe­
    Zusammen mit einem Kollegen trank er Zuckerwasser,                                                                                     bers oder der Urheberin.
    ein Luxusgetränk jener Zeit. Als der Kellner einkassieren                                                                                   Ursprünglich war im Rah­
    wollte, weigerte sich Bourget, die Rechnung zu beglei­             (lde) Das Urheberrecht muss            Doch die Regale der Bib­     men der «Berner Übereinkunft
    chen. Seine Begründung: Das Orchester habe wiederholt              nicht nur auf die Ansprüche        liotheken sind voll von urhe­    zum Schutz von Werken der
    – und ohne dafür zu bezahlen – seine, Bourgets, Musik              der Urheberinnen und Urhe­         berrechtlich geschützten Wer­    Literatur und Kunst» von 1886
    gespielt.                                                          ber Rücksicht nehmen, son­         ken. Haben die Urheberinnen      eine Schutzdauer von fünfzig
         Der Streit wurde vor Gericht ausgetragen. Und                 dern auch auf die Interessen       und Urheber nun Anrecht auf      Jahren vorgesehen. Die Idee
    Bourget bekam recht. Am 8. September 1847 verbot das               der Allgemeinheit. Oft besteht     eine Entschädigung, wenn ihre    dabei war, dass neben dem
    Tribunal de Commerce de la Seine dem Wirt, Stücke                  hier ein Spannungsfeld. Auch       Werke ausgeliehen werden?        Urheber oder der Urheberin
    des Komponisten ohne dessen Einwilligung zu spielen.               die Erklärung der Menschen­        Wessen Interessen sind höher     auch noch die Nachkommen
    Später erhielt Bourget auch Schadenersatz zugesprochen             rechte der UNO von 1948            zu gewichten?                    der zwei nachfolgenden Gene­
    – der Wirt musste ihm nachträglich eine Vergütung zah­             spiegelt diesen Grundkonflikt.                                      rationen vom Urheberrechts­
    len.                                                               In Artikel 27 des Dokuments        Auch das eidgenössische Par­     schutz profitieren können.
         Beflügelt durch diesen Erfolg, schlossen sich Bour­           ist festgehalten, dass jeder       lament musste eine Antwort       1993 passte die EU die Frist
    get, zwei weitere Komponisten und ein Verleger 1850                Mensch freien Zugang zu In­        auf diese Frage finden. Die      den veränderten Bedingungen
    zusammen, um die Aufführungsrechte an ihren Musik­                 formation und Kultur haben         Schweizer Parlamentarier/in­     – etwa der höheren Lebenser­
    werken gemeinsam zu verwalten. Sie legten damit den                soll, dass aber auch die geisti­   nen wählten den Kompromiss:      wartung – an und erhöhte die
    Grundstein für die «Société des Auteurs, Compositeurs et           gen und materiellen Interessen     Wenn Bücher oder DVDs ge­        minimale Frist für ihre Mit­
    Editeurs de Musique» (SACEM), die älteste Gesellschaft             der Urheber/innen zu schützen      gen Entgelt vermietet werden,    gliedsländer auf siebzig Jahre.
    der Welt für die kollektive Verwertung von Urheberrech­            sind [c www.humanrights.ch/        so haben die Urheberinnen und    Mehr zu diesem Thema unter
    ten an Musik.                                                      home/?idcat=7].                    Urheber Anspruch auf eine        c www.hep-verlag.ch
         Bereits 1777, also noch vor der Französischen Re­                  Ein gutes Beispiel für        Vergütung. Keine Entschädi­
    volution, wurde in Paris die «Société des Auteurs et               dieses Spannungsfeld sind          gung bekommen sie hingegen,
    Compositeurs Dramatiques» (SACD) gegründet, um den                 die öffentlichen Bibliotheken.     wenn der Verleih – wie in den
    Anliegen der Autoren und Dramatiker zum Durchbruch                 Über sie sollen Menschen           meisten öffentlichen Biblio­
    zu verhelfen.                                                      freien Zugang zu Kultur und        theken – kostenlos ist. Andere
                                                                       Wissen erhalten – unabhängig       Länder, so Deutschland oder
                                                                       von ihren finanziellen Mög­        Österreich, haben sich für an­
                                                                                                                                           © Succession Giacometti/2010, ProLitteris Zurich. Foto: Keystone, Sotheby’s Handout




                                                                       lichkeiten und ihrer Bildung.      dere Lösungen entschieden.
                                                                       Dank Bibliotheken sollen ins­      Dort werden die Urheberinnen
                                                                       besondere Kinder und Jugend­       und Urheber auch für die in
                                                                       liche gleiche Bildungschancen      Bibliotheken kostenlos ausge­
                                                                       haben.                             liehenen Werke entschädigt.


   Das Copyright-Zeichen
                                                                               Leistungsschutzrechte
Auf nahezu allen Büchern und Musik-CDs ist es                                  (verwandte Schutzrechte)
zu finden – das kleine ©. Aber was bedeutet das                                  (lde) Im schweizerischen Urheberrechtsgesetz (URG) sind
Copyright-Zeichen eigentlich?                                                    nicht nur die Urheberrechte geregelt, sondern auch die
                                                                        sogenannten Leistungsschutzrechte (auch verwandte Schutz-
(lde) Der Begriff «Copyright»      wie der «Berner Übereinkunft         rechte genannt). Um ein Werk hör- oder sichtbar zu machen, sind
stammt aus dem angelsächsi-        zum Schutz von Werken der Li-        neben der Person, die das Werk geschaffen hat, oft weitere Per-
schen Raum. Er steht in diesen     teratur und Kunst» von 1886 ist      sonen nötig: Interpret/innen (z. B. Sänger/innen, Musiker/innen,
Ländern für das, was wir bei uns   es in vielen Ländern zu einer An-    Schauspieler/innen), Produzent/innen von Ton- und Tonbildträ-
als Urheberrecht bezeichnen.       näherung des Rechts gekommen.        gern (z. B. Musik- und Filmproduktionsunternehmen) oder Sende-     Die Werke des bekannten
Copyright und Urheberrecht ha-     So entstehen Urheberrechte           unternehmen. Ihnen stehen Leistungsschutzrechte zu. Konkret        Bündner Künstlers Alberto
ben sich in Amerika und Europa     heute auch in Amerika grund-         erhalten sie unter anderem Entschädigungen, wenn ihre Darbie-      Giacometti, der 1966 starb und
geschichtlich anders entwickelt.   sätzlich automatisch, sobald ein     tungen, Aufnahmen und Sendungen durch Dritte genutzt werden,       dessen Porträt auf unserer
So war zum Beispiel bis 1989 in    Werk entstanden ist. In Europa       etwa wenn in einer Bar Hintergrundmusik oder der Fernseher         Hunderternote abgebildet ist,
den USA ein Copyright-Hinweis      war das Anbringen des © nie          läuft. In der Schweiz nimmt SWISSPERFORM diese Rechte wahr.        sind ab 1. Januar 2037 nicht
zwingend erforderlich. Dank        eine rechtliche Voraussetzung                                                                           mehr durch das Urheberrecht
internationalen Vereinbarungen     für urheberrechtlichen Schutz.                                                                          geschützt.
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          Musical: Einheit von Musik, Tanz und Theater
Rahel Senn hat es geschafft: Als Ab-
schlussarbeit an der Kantonsschule hat
sie ihr eigenes Musical zur Aufführung
gebracht. So kompliziert das Unterfangen
war, aus urheberrechtlicher Sicht
war es viel einfacher als die schweizer-
deutsche Version von «Grease», die
Monika Bühlmann mit ihren Tanzschülern
auf die Beine gestellt hat.



(nis) «Totaler Wahnsinn» – so     wenn sie sich diesmal bei der
der Titel des ersten eigenen      Choreografie und beim drama­
Musicals von Rahel Senn. Sie      turgischen Aufbau von Profis
war gerade mal 18 Jahre alt,      helfen liess, war auch diese
als sie im Rahmen ihrer Ma­       Produktion «totaler Wahn­
turaarbeit zusammen mit ihren     sinn».




                                                                                                                                                                                  Foto: Andreas Isenegger
Mitschülerinnen und Mitschü­          Die Urheberrechte an bei­
lern das Stück einstudierte.      den Musicals liegen bei der
Nicht nur die Musik und die       mittlerweile dreiundzwanzig­
Liedtexte stammen von Ra­         jährigen Zürcherin. Jedes Mal,
hel Senn, sie übernahm auch       wenn eines ihrer Werke auf­
gleich die Regie und die ganze    geführt wird oder jemand die          Ein fantasiereicher Mix aus «Harry Potter» und «Herr der Ringe»: In Rahel Senns zweitem Musical
Produktionsarbeit.                CD mit dem Soundtrack kauft,          «Sanskaja» müssen sich friedliche Elfen gegen eine böse Macht behaupten.
     Heute studiert Rahel Kom­    erhält sie eine kleine Entschä­
position und Klavier in Zürich    digung. Und wer weiss, viel­
und arbeitet an ihrem ersten      leicht kommt im Laufe der             Nachspielen ist nicht                  Produzent/innen, Regisseur/       Produktion, nicht zu verglei­
Roman [c Seite 5]. Auch ein       Jahre einmal so viel zusam­                                                  innen oder Lehrer/innen ein       chen mit den internationalen
zweites Musical, «Sanskaja»,      men, dass sie sagen kann, der
                                                                        immer einfacher                        bereits bestehendes Werk,         Tourneetruppen, die ganze
hat sie inzwischen getextet       Aufwand habe sich nicht nur           Dass jemand ein Musical von            das sie mit ihrer Truppe, oder    Sportstadien mit Publikum
und komponiert. Es wurde im       für ihr Selbstbewusstsein ge­         A bis Z selbst auf die Beine           eben mit ihren Schülern und       füllen.
Sommer 2009 im Volkshaus          lohnt, sondern auch finanziell.       stellt, kommt nur sehr selten          Schülerinnen, erarbeiten und           Noch vor den ersten Pro­
Zürich uraufgeführt. Selbst                                             vor. Meistens suchen sich die          aufführen können. Damit           ben ging es also darum, die
                                                                                                               hat die Tanzlehrerin Monika       Aufführungsrechte einzuho­
                                                                                                               Bühlmann schon einige Erfah­      len. Monika Bühlmann hatte
                                                                                                               rungen gesammelt. Das erste       es insofern einfach, als die
                                                            Eine Bearbeitung war beispielsweise                Musical, das sie mit ihren 10­    Firma, die die Rechte der Au­
        Cover und Bearbeitung                               die berühmte Interpretation der amerika-           bis 16­jährigen Schüler/innen     toren und Komponisten des
         (nis) 1600 Versionen des                            nischen Nationalhymne «The Star-                  einstudierte, war «Grease»,       Musicals verwaltet, auch No­
         Beatles-Songs «Yester-                                Spangled Banner» durch den Rock-                eine rockige Liebesgeschichte,    ten, Texte und eine CD mit
         day» wurden im Laufe                                  gitarristen Jimi Hendrix am Woodstock-          die vor allem in der Filmver­     dem Soundtrack ohne Gesang
 der Jahre veröffentlicht, auf                                  Festival 1969. Die verzerrten Klänge           sion von 1978 mit John Tra­       liefern konnte. Trotzdem hatte
 2600 bringt es George Gersh-                                    seiner Version erinnern an den Kampf-         volta weltberühmt wurde. Für      Monika Bühlmann noch viel
 wins «Summertime», und dabei                                    lärm auf einem Schlachtfeld. Auch             die Aufführung von «Grease»       zu tun, bis das Stück mit Ku­
 sind Ausschnitte und Bearbei-                                    eine Verfilmung oder Übersetzung             mit ihren Tanzschüler/innen,      lissen, Kostümen, Licht und
 tungen auf DJ-Samplern noch                                                 eines Romans stellt eine Be-      die auch singen und spielen       Choreografie endlich bereit
 nicht einmal eingerechnet. Erfolg                                          arbeitung dar, zu der die Au-      mussten, erarbeitete Monika       zum Proben war.
 fand schon immer viele Nachah-                                             torin oder der Autor ihr Einver-   Bühlmann eine gekürzte Fas­            Auch für die Übersetzung
 mer. Solange man sich beim Nach-                                          ständnis geben müssen.              sung auf Schweizerdeutsch,        brauchte es die Erlaubnis der
 spielen strikte an die Vorlage hält – man                                 Und selbstverständlich hat der      eine sogenannte Bearbeitung,      ursprünglichen Urheber. Dafür
 spricht dann von einer Coverversion –,                                    Urheber für die Nutzung des         deren Texte sie selbst verfasst   gilt Bühlmanns Dialektversion
 ist das auch völlig o.k. Wer das Original                                Werkes in allen Formen An-           hatte [c Box Cover und Be-        jetzt als «Werk zweiter Hand»,
 jedoch stark verändert, muss dafür die                                   spruch auf Entgelt. Wenn also        arbeitung]. Das Stück wurde       das wiederum urheberrecht­
                                                        Fotos: Keyston
 Erlaubnis des ursprünglichen Kompo-                                   e seine Komposition in einer Co-        öffentlich und gegen Eintritts­   lich geschützt ist. Sie bekäme
 nisten oder der Komponistin einholen. In solchen                        verversion auf CD gepresst oder       geld aufgeführt, also weder an    sogar Tantiemen, wenn je­
 Fällen spricht man nicht von einer Coverversion,   live aufgeführt wird, erhält er dafür Entschädi-           einer Schule noch in privatem     mand diese Fassung für eine
 sondern von einer Bearbeitung.                     gungen.                                                    Rahmen und auch nicht gratis.     eigene Adaption des Musicals
                                                                                                               Trotzdem war es eine Mini­        benutzen würde.
5


                                               Jahrelang
                                            schrieb ich wie
                                           ein wildes Tier …
                                                           von Rahel Senn

                                        «Man wird als                                     tor geboren wür­
                                        Autor geboren»,                                   de; die Autoren­


                                                                                                                Das Urheberrecht
                                        sagte mir ein­                                    krankheit lautet
                                        mal ein Autoren­                                  Schreib manie,




                                                                                                                                                                                                                   Foto: Keystone, Gaetan Bally
                                        freund, und ich                                   und sie macht ei­


                                                                                                                macht vor Clubs nicht halt
                                        habe diese Aus­                                   nen immun ge­
                                        sage nicht ver­                                   gen Rückschlä­
                                        standen, bis ich                                  ge, die einen auf
                                                                                     Foto: Schafak Ünal




                                        mich eines Tages                                  dem Weg zum
                                        gefragt habe, was                                 Beruf erwarten.
                                        eigentlich mit mir                                    Die Frage,      Mit 17 fingt sie an, Platten aufzulegen. Heute ist DJ Tatana eine der erfolgreichsten DJs der Schweiz.
                                        los sei; jahrelang                                die ich immer
                                        schrieb ich wie ein wildes Tier,   wieder zu hören bekom­
                                        verbrachte ich jeden Tag zig       me, wenn ich sage, dass ich        Zu einer anständigen Party gehört ein DJ!                              sie die Songs eintragen, die
                                        Stunden mit dem aufgeschla­        an einem umfangreicher­                                                                                   sie am Abend gespielt haben.
                                        genen Laptop in einem Café         en Text arbeite, lautet: «Und
                                                                                                              Und zu jedem DJ gehört eine anständige                                 Denn klar rechnen auch die
                                        (und ich tue es immer noch!),      wann kommt das Buch in             CD-Sammlung oder, besser noch, ein gut                                 grossen Clubs mit der SUISA
                                        ohne ein Buch hervorgebracht       die Läden?» Alle wollen das        bestückter iPod.                                                       ab. «Schliesslich sollen die
                                        zu haben.                          Buch – das Werk einer Autorin                                                                             Musiker etwas davon haben,
                                             Drei dreihundertseitige Ma­   – sehen, aber niemand würde                                                                               wenn ihre Songs beim Publi­
                                        nuskripte habe ich bereits ver­    denken, dass der Prozess vom                                                                              kum ankommen», findet Splitt.
                                        worfen – jedes Mal wars, als       Geschichtenerfinden bis zum        (nis) DJ Splitt* bringt immer     richtsstunde – da gilt die Mu­       Die Entschädigung richtet sich
                                        ob ich meinen besten Freund        verkäuflichen Exemplar Jahre       ein paar alte Vinyl­Scheiben      sik bekanntlich als Lehrmittel       nach den Eintrittspreisen und
                                        zu Grab begleitet hätte –, und     dauern kann (wenns ein Best­       mit, wenn er auflegt. Statt auf   und fällt unter den reduzierten      nach der Anzahl Gäste, die die
                                        ich bin mir nicht sicher, ob       seller werden soll, sowieso!).     dem iPod hat er seine Songs       Schultarif [c Seite 2].              Veranstaltung besucht haben.
                                        mein viertes Manuskript gut            Ein Verlag lässt sich wohl     auf einer externen Festplatte         «Eine Schülerdisco kann          So steuert der Veranstalter
                                        genug sein wird, um als Buch       suchen – bestimmt gibt es eine     gespeichert. Er sorgt min­        man mit einem Dorffest ver­          an so einem Abend für jeden
                                        auf den Markt zu kommen. Ich       Handvoll Hobbyschreiber, die       destens einmal im Monat an        gleichen, an dem ja oft Musik        Clubbesucher und jede Be­
                                        habe das Glück, in einem ge­       ihre Texte mit parfümierten        irgendeinem Fest dafür, dass      zum Tanz gespielt wird», er­         sucherin etwa einen Franken
                                        standenen Autor einen treu­        Sammelbriefen an alle Verla­       auch die Faulsten abtanzen.       klärt Splitt. «Dafür gibt es bei     zum Einkommen der Kom­
                                        en Freund gefunden zu haben,       ge schicken, die sich im Han­      «Seit man die Songs aus dem       der SUISA Pauschaltarife, die        ponist/innen und Musiker/
                                        der meine Schriftstellerkarri­     delsregister finden lassen, und    Internet herunterladen kann,      von der Website der Verwer­          innen bei. «Für den einzelnen
                                        ere mit gnadenlos kritischem       darauf warten, ihren Buchtitel     ist das DJing einfacher gewor­    tungsgesellschaft herunterge­        Musiker ist das nicht viel, aber
                                        Auge mitverfolgt und mir hilft,    auf der Bestsellerliste zu lesen   den», findet er, «ein Taschen­    laden werden können.» Auf            je mehr Leute zu seiner Musik
                                        den Weg zu finden, den man         –, aber in den wenigsten Fäl­      PC und anständige Boxen ge­       dieser Site finden die professi­     tanzen, desto mehr Geld läp­
                                        als zukünftige Buchautorin zu      len finden. Wenn ein Roman         nügen.» Trotzdem ist ihm eine     onellen DJs Listen, auf denen        pert sich zusammen.»
                                        beschreiten hat. Es ist ein ver­   oder eine Erzählung Substanz       gute Musikanlage lieber als
                                        dammt harter Weg! Und seit         hat, kommen die Verlage, die       die transportable Miniaturaus­
                                        ich ihn gegangen bin, verstehe     für gewöhnlich «keinen Platz       rüstung: «Wenn ich zwischen
                                        ich, was er damals gemeint hat,    mehr für neue Autoren haben»,      Platten, CDs und MP3­Player                 Die Künstler/innen nicht
                                        als er sagte, dass man als Au­     von selbst.                        abwechseln kann, habe ich
                                                                                                              mehr Möglichkeiten, auf die
                                                                                                                                                          vergessen
                                                                                                              Leute einzugehen.» Und das                  (nis) Ob am Turnfest, am Abschlussball, im Tanzkurs, im

                                                     Buchland Schweiz?                                        sei das Wichtigste für einen
                                                                                                              guten DJ – zu spüren, was bei
                                                                                                                                                          Shoppingcenter oder in der Disco: Überall, wo Musik zu
                                                                                                                                                   hören ist, sollten deren Urheber und die Interpret/innen für ihre
                                                                                                              den Gästen gerade ankommt.           Arbeit auch einen Lohn erhalten. Weil aber eine kommerzielle
                                                                                                              DJ Splitt nimmt es mit dem           Veranstaltung etwas anderes ist als ein Quartierfest, unter-
                                                                                                              Musikauflegen sehr genau.            scheiden sich die Entschädigungen, die an den verschiedenen
Foto: iStockphoto.com, David Franklin




                                                                                                              Schon in der Schule erkun­           Anlässen zu bezahlen sind, zum Teil beträchtlich. Auskunft über
                                                                                                              digte er sich bei der SUISA          die verschiedenen Tarife findet man auf der Website c www.
                                         Fast 500 Verlage gibt es in der Schweiz, jährlich erscheinen         nach den rechtlichen Grundla­        suisa.ch oder direkt, über Telefon, bei der Verwertungsgesell-
                                         bei uns 10 000 Titel. Erstaunlich, wenn man bedenkt, wie klein       gen. Ein Abschlussfest ist halt      schaft. Nichts bezahlen muss man, wenn man unter Freunden
                                         das Land ist. Die Schweiz – ein Paradies für die Schriftsteller/     etwas anderes als eine Unter­        Musik hört, an einem Geburtstagsfest beispielsweise oder an
                                         innen? Mehr zu diesem Thema c www.hep-verlag.ch                                                           einer Hochzeit.
                                                                                                              *Name geändert
6                                                      INTERVEW MIT STRESS



                                  «Das Erste und Wichtigste
                                     ist immer die Idee»




                                                                                                                                                                           Foto: Seb Agnetti
Schon früh wurde der Lausanner Rapper                              eingezogen wird, diese festen     den Inhalt meiner Texte ziem­      Und die Inspiration, woher
                                                                   Vorstellungen machen einen        lich explizit wiedergeben.         kommt die?
Stress (alias Andres Andrekson) Mitglied                           leicht zu einem Gefangenen,                                          Manchmal hat man sie ganz
bei einer Urheberrechtsgesellschaft.                               und neue Ideen entstehen nur      Wie viel in den Videoclips be-     allein, manchmal entsteht sie
Dabei ging es ihm nicht ums Geld.                                  in völliger Freiheit.             ruht auf deinen Ideen, und was     im Team. Es gibt Songs auf
                                                                                                     kommt vom Regisseur?               meinem Album, die länger
                                                                   Wie soll man das verstehen,       Das ist, wie vieles in mei­        als ein Jahr brauchten, bis sie
                                                                   Ideen hat man doch immer,         nem Beruf, immer ein Team­         fertig waren – und diese Zeit
(nis) Was bedeuten die Urhe-      Mal ist es eine Verszeile, zu    sogar im richtigen Gefängnis?     work – nur schon, weil ja          zahlt einem niemand. Aber
berrechte für dich?               der ich die Musik suche, dann    Ich rede hier nicht von Ge­       der Text und die Musik von         Kreativität ist nun mal kein
Das ist ein Thema, über das       wieder habe ich einen Fetzen     danken, sondern von Kre­          mir die Grundlage des Clips        «Nine­to­Five­Job». Die Idee
viel zu selten diskutiert wird.   Musik im Ohr, zu dem die         ativität: Nehmen wir zum          bilden. Wir suchen gemein­         kommt, wann sie will – darum
Aber das Urheberrecht ist sehr    Reime fehlen. Stück für Stück    Beispiel ein Albumcover. In       sam nach möglichen Umset­          muss man einer CD die Zeit
wichtig für uns Kulturschaf­      setzt sich das mit der Zeit      meinem letzten CD­Booklet         zungen. Aber danach lasse ich      geben zu wachsen.
fende. Da nervt es mich, wenn     zu einem Song zusammen –         hat es ein Foto, da liege ich     dem Regisseur freie Hand.
die Leute sich damit heraus­      manchmal auch mit der Hilfe      auf einem Berg von Patronen­
zureden versuchen, dass sie       von Freunden und Kollegen.       hülsen. Sie sehen fast weich
davon keine grosse Ahnung             Das kann auch dann und       aus, wie ein Kissen, und sind
haben. Darum geht es doch         wann heissen, dass man ak­       doch ein Symbol für brutalste
immer im Leben: Man muss          zeptieren muss, wenn keine       Gewalt. Das Bild wirkt sanft              Stress: Sein Weg zum Erfolg
sich eine eigene Meinung bil­     Ideen kommen.                    und vermittelt trotzdem eine
den. Und dazu gehört, dass                                         aggressive Aussage. Denn die               (nis) Der Rapper, Musiker und Schauspieler Stress heisst
man sich über die Dinge in­       Ohne Ideen gäbe es keinen        Idee dahinter wirkt durch den              mit bürgerlichem Namen Andres Andrekson. Er wurde am
formiert. Gedankenlosigkeit       Stress?                          Gegensatz nur umso stärker.        25. Juli 1978 in Estland geboren und kam als Zwölfjähriger mit
ging mir schon immer auf den      Das könnte man so sagen, ja.     Die Idee ist einzigartig, darum    seiner Mutter in die Schweiz, nach Lausanne, wo er zur Schule
Geist – ganz egal, um welches     Man weiss ja nicht, woher die    geht es mir.                       ging und Wirtschaft studierte. Stress ist mit der Schauspielerin
Thema es sich dreht.              Ideen kommen. Aber letztlich                                        Melanie Winiger verheiratet und lebt heute in Zürich und Lau-
                                  sind sie es doch, die den Un­    In der Deutschschweiz ver-         sanne. Er veröffentlichte fünf CDs mit der Hip-Hop-Formation
Was entsteht zuerst: Der Text     terschied zwischen den Men­      stehen allerdings viele deine      Double Pact (1995–2006) sowie vier Solo-Alben: «Billy Bear»
oder die Musik zu deinen          schen ausmachen. Heute gibt      Texte gar nicht. Ist das kein      (2003), «25.07.03» (2005), «Renaissance» (2007) und «Des rois, des
Songs?                            es oft zu viel «mise en forme»   Frust?                             pions et des fous» (2009). 2008 erhielt Stress drei, 2010 weitere
Das Erste und Wichtigste ist      – Verpackung – und zu wenig      Da kann ich nichts dagegen         zwei Swiss Music Awards.
immer die Idee. Alles Weitere     eigene Ideen. Man muss auf­      tun. Aber unter anderem des­       c www.stressmusic.com
durchdringt sich gegenseitig.     passen, dass man da nicht hin­   halb mache ich Videos, die
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Nun aber konkret: Du kom-           Stört es dich, wenn die Leu-      viel kleiner ist. Ich habe ja                      sich eine eigene Meinung bil­      nicht bezahlt. Wenn also die
ponierst, schreibst Texte und       te deine Songs in Internet-       schon lange recht viel Erfolg,                     den – genauso, wie ich das in      Musiker und Filmemacher
trittst ja auch an deinen Kon-      Tauschbörsen downloaden?          aber von meiner Musik leben                        meinen Texten mache.               immer weniger Geld für ihre
zerten auf. Heisst das, die         Es geht ums Prinzip. Es geht      kann ich erst seit etwa drei,                          Klar ist es schwierig für      Arbeit bekommen, werden
SUISA vertritt deine Rechte         darum, dass die Leute be­         vier Jahren.                                       einen Schüler, der vielleicht      sie vielleicht irgendwann halt
als Komponist und Textautor         greifen, dass sie die Künstler        Es gibt im Musikbusiness                       zwanzig Stutz Taschengeld im       etwas anderes machen müssen
und die SWISSPERFORM                nicht unterstützen, wenn sie      ja nicht nur die superreichen                      Monat hat: Soll er sich eine       und keine Zeit mehr haben für
deine Rechte als Interpret?         die Songs im Netz klauen. Am      Stars und die armen tellerwa­                      CD kaufen oder ins Kino ge­        ihre Musik oder die Filme –
Ja. Aber ehrlich gesagt, lasse      Schluss trifft es ja immer die    schenden Bohemiens, son­                           hen? Oder die CD runterladen       weil sie ja schliesslich auch
ich den ganzen Formularkram         Kleinen, die nicht mehr davon     dern auch Menschen, die ganz                       und ins Kino gehen? Oder die       was zu essen brauchen, um zu
mittlerweile von meinem Ma­         leben können. Ehrlich gesagt,     normal von ihrer Arbeit leben                      CD und den Film downloaden         überleben.
nager erledigen. Er schickt die     ist das ziemlich Scheisse mit     wollen. Aber als Musiker in                        und mit den Kollegen eins               Und ja: Was werden die
Stücke ein und trommelt alle        den Downloads. Es gibt eine       der Schweiz von der Musik                          trinken gehen?                     eifrigen Downloader sagen,
Beteiligten zusammen, damit         Veränderung im Business, die      zu leben, ist hart. Es gibt so                         Er muss sich einfach be­       wenn es irgendwann einmal
wir die Anteile, die jeder Ein­                                                                                          wusst sein, was es für Folgen      keine Musik mehr gibt, weil
zelne an so einem Song hat,                                                                                              hat, wenn er für die Musik und     die, die sie machen, sich das
untereinander aufschlüsseln                                                                                              die Filme, die er konsumiert,      nicht mehr leisten können?
können. Dann unterschreiben
wir alle die Formulare, und die
Sache ist für uns erledigt.
                                                                                                                           Vier Fragen an die SUISA
Seit wann lässt du deine Rech-
te schon von der SUISA wahr-
nehmen?                                                                                                                    (nis) Was  verdient ein Künst-   bei der SUISA melden, wenn
Ich habe schon früh beschlos­                                                                                              ler oder eine Künstlerin pro     sie es spielen?
sen, der SUISA beizutreten.                                                                                                verkaufte CD?                    Nur die ganz kleinen pri­
Dabei ging es mir nie ums                                                                                                  Wenn ein Künstler oder           vaten Radiostationen der
Geld, sondern um den Schutz                                                                          Foto: Seb Agnetti     eine Künstlerin alle Songs       Schweiz müssen kein Pro­
meiner künstlerischen Arbeit.                                                                                              auf einer CD selbst kom­         gramm der gespielten Songs
Das sind meine Songs. Ich                                                                                                  poniert hat, dann erhält er      abgeben. Das Geld, das sie
wollte nicht, dass man sie mir                                                                                             oder sie als Urheber/in pro      der SUISA überweisen,
klaut. Heute geht es mir auch                                                                                              verkaufte CD im Schnitt          wird auf die Songs verteilt,
darum, dass diese Einträge          «Kreativität ist nun mal kein ‹Nine-to-                                                etwa 1 Franken 50 für seine      die von den anderen priva­
wie ein Repertoireverzeich­                                                                                                Arbeit. Was die Interpret/in­    ten Radiostationen gespielt
nis funktionieren. Was bei der
                                    Five-Job›. Die Idee kommt, wann sie                                                    nen an einer CD verdienen,       werden. Alle anderen Ra­
SUISA erfasst ist, ist mein         will – darum muss man einer CD die Zeit                                                ist viel schwieriger zu schät­   diostationen sind jedoch
Werk. Wenn ich einen Song           geben zu wachsen.»                                                                     zen – es kommt darauf an,        verpflichtet, der SUISA ein
bei der SUISA einreiche, setze                                                                                             welche Verträge sie mit ih­      Programm zu schicken. Die
ich gewissermassen auch ei­                                                                                                rer Plattenfirma abgeschlos­     SUISA erhält und bearbeitet
nen Schlusspunkt darunter.                                                                                                 sen haben.                       jedes Jahr Programme von
                                    wir nicht kontrollieren können.   viele talentierte Leute. Und                                                          insgesamt rund 60 Radio­
Wie setzt sich dein Einkommen       Und es gibt viele Künstler, die   es stimmt, manchmal ist das                          Wer erhält wie viel, wenn        sendern. Nur so kann sie
zusammen?                           deshalb nicht mehr überleben      wirklich sehr, sehr frustrie­                        ein Song am Radio gespielt       den Komponisten, Textau­
Mehrmals im Jahr wird bei der       können und die Musik höchs­       rend.                                                wird?                            torinnen und Verlegern der
SUISA abgerechnet, und ich          tens noch nebenbei machen.                                                             Wenn ein Song auf einem          weit über 100 000 Songs,
erhalte als Urheber Geld, zum                                         Und wenn eine Band dich co-                          Privatsender wie «Radio          die in der Schweiz im Radio
Beispiel pro verkaufte CD und       Und wie steht’s mit den Han-      vert? Was sollen die tun, damit                      24» läuft, erhalten die Kom­     laufen, Geld für ihre Arbeit
wenn meine Songs am Radio           dyaufnahmen deiner Konzerte,      das nicht illegal ist?                               ponistinnen und Autoren          überweisen.
oder TV gespielt werden. Da­        die man auf YouTube findet?       Also zuallererst sollen sie sich                     jedes Mal etwa 70 Rappen.
für erhalte ich auch als Inter­     Du meine Güte, die sind der­      Mühe geben, dass es dann                             Wenn der Song auf einem          Wie läuft die Abrechnung
pret zusätzlich Geld von der        massen schlecht! Verwackelte      auch gut klingt :­) Ich habe                         SRG­Kanal (wie «Virus»           bei MTV?
SWISSPERFORM. Aber im               Bilder, kaum verständlicher       auch schon Songs von anderen                         oder DRS 3) läuft, erhalten      MTV ist kein Schweizer
Verhältnis bringt das nicht viel    Ton – das kümmert mich nicht      gecovert, das gehört doch zur                        sie dafür etwa 6 Franken 75.     Sender, deshalb gilt für
ein. Das meiste verdiene ich        gross, wenn die auf YouTube       Entwicklung jedes Musikers.                          (Bei der ersten SRG­Aus­         Clips auf MTV das auslän­
als Interpret mit Konzerten         auftauchen. Das ersetzt ja das    Aber klar, wenn jemand einen                         strahlung eines Songs in ei­     dische Gesetz. Bei MTV
und mit dem Verkauf der CDs.        richtige Erlebnis, live dabei     Song von mir veröffentlichen                         nem Halbjahr sind es sogar       Deutschland zum Beispiel
                                    gewesen zu sein, niemals. Sol­    will, braucht es die Erlaubnis                       rund 34 Franken.) Auch die       werden die Urheberrechte
Und was sind deine grössten         che Videos macht man ja nur,      der SUISA, die meine Rech­                           Interpret/innen (Musiker/in­     für die Schweizer Kom­
Ausgaben?                           um damit zu prahlen, dass man     te in diesem Bereich wahr­                           nen und Sänger/innen) erhal­     ponist/innen von unserer
Natürlich auch die Konzerte.        am Konzert war. Und letztlich     nimmt.                                               ten Geld, dies dann von der      deutschen Schwestergesell­
Wir zahlen ja alles selbst: die     ist das sogar Werbung für                                                              SWISSPERFORM. Aller­             schaft GEMA einkassiert.
Mitmusiker, die Bühnentech­         mich.                             Was rätst du den Schülern, die                       dings ist der Betrag nicht so    Die GEMA leitet dann diese
nik, den Transport. Und wenn                                          Musik und Filme im Internet                          einfach zu berechnen, weil       Gelder an die SUISA weiter.
wir eine CD aufnehmen, enga­        Kann man als Musiker in der       herunterladen?                                       viele Faktoren mitspielen.       So erhalten auch die Schwei­
giere ich jedes Mal auch Stu­       Schweiz so reich werden wie       Ich kann ihnen die Entschei­                                                          zer Urheber/innen der Songs
diomusiker, das ist nicht billig.   eine Britney Spears?              dung, was sie machen wollen                          Müssen Radiostationen je-        auf MTV Deutschland einen
Aber das ist eine Investition       Nein, reich werden kann man       und was nicht, nicht abneh­                          des Stück aufschreiben und       Lohn für ihre Arbeit.
für die Zukunft und sichert mir     hierzulande als Musiker kaum      men. Aber ich kann ihnen
meine Unabhängigkeit.               – einfach weil der Markt viel,    Denkanstösse geben, damit sie
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        Technik und Urheberrecht                                                                                              Spezialfall Computerprogramme
                                                                                                                              (lde) Computerprogramme haben im Urheberrecht eine
                                                                                                                               Sonderstellung. Im Prinzip handelt es sich dabei ja nicht
Das Urheberrecht musste immer wieder                                                 auf. Im selben Jahr fand in               um Werke, anders als bei Texten, Bildern, Songs oder Fil-
                                                                                     Deutschland die erste Rund­       men. Trotzdem sind Computerprogramme wie Werke geschützt.
an die technische Entwicklung ange-                                                  funkübertragung eines Inst­       Ein kleiner Unterschied besteht bei der Schutzdauer: Während
passt werden. Zu eigentlichen Entwick-                                               rumentalkonzertes statt. Ra­      Werke der Literatur und Kunst siebzig Jahre über den Tod des
lungssprüngen führten die Erfindung                                                  diopioniere fanden sich auch      Urhebers oder der Urheberin hinaus geschützt sind, beträgt die
                                                                                     in der Schweiz zusammen.          Schutzfrist bei Computerprogrammen nur fünfzig Jahre.
der Schallplatte, die drahtlose Kommuni-                                             1922 nahm in Lausanne der         Die grössten Unterschiede zu den literarischen und künstleri-
kation über Funk die Radio- und Fernseh-                                             dritte öffentliche Radiosender    schen Werken betreffen den Eigengebrauch.
                                                                                     Europas seinen Betrieb auf.
technik.                                                                             In Zürich entstand 1924 die
                                                                                     Radiogenossenschaft Zürich,       Fernsehen im Internet
                                                                                     die auf dem Hönggerberg den       (lde) Damit ein Sender urheberrechtlich geschützte Werke (z. B.
                                                                                     ersten Sender in der deutsch­     Filme oder Songs) senden darf, benötigt er das sogenannte Sen-
                                                                                     sprachigen Schweiz betrieb. In    derecht. Dies gilt auch fürs Schweizer Fernsehen, Radio DRS und
                                                                                     den Zwanzigerjahren wurden        für alle privaten Fernseh- und Radiosender. Firmen, die Program-
                                                                                     im ganzen Land Radiogenos­        me weiterverbreiten und den Konsumentinnen und Konsumenten
                                                                                     senschaften gegründet.            zur Verfügung stellen, müssen über das «Weitersenderecht» ver-
                                                                                          Die Politik musste diesen    fügen. Das betrifft in erster Linie die Kabelnetzbetreiber (z. B. die
                                                                                     neuen Entwicklungen Rech­         Cablecom), aber auch die Swisscom, die mit Bluewin auch Fern-
                                                                                     nung tragen. 1923 trat in der     sehangebote über das Telefonnetz verbreitet. Unter das Weiter-
                                                                                     Schweiz ein neues Urheber­        senderecht fallen ebenso Unternehmen wie Zattoo oder Wilmaa,
                                                                                     recht in Kraft. Dieses schuf      die Fernsehprogramme über das Internet anbieten. Neu kommen
                                                                                     unter anderem die Grundlage       auch drahtlose Netzbetreiber hinzu. Ein Teil der monatlichen Ge-
                                                                                     für die ersten schweizerischen    bühren kommt den Berechtigten gemäss dem schweizerischen
                                                                                     Verwertungsgesellschaften,        Urheber- und Leistungsschutzrecht zugute.
                                                                                     die sich um die Rechte von
                                                                                     Urheberinnen und Urhebern
                                                                                     kümmerten. So schloss etwa        Darf man den Kopierschutz einer DVD
                                                                                     die Gesellschaft für Auffüh­      knacken?
                                                                                     rungsrechte, eine Vorgän­
                                                                                     gerorganisation der heutigen      (lde) Umgeht eine Privatperson für das Herstellen einer gesetzlich
                                                                    Bild: Keystone




                                                                                     SUISA, bereits 1926 mit der       erlaubten Privatkopie einen technischen Kopierschutz, so kann
                                                                                     Radiogenossenschaft Zürich        sie nach schweizerischem Recht dafür nicht belangt werden.
                                                                                     einen Lizenzvertrag ab. Auch      Verboten ist aber das Anbieten und Verbreiten von Vorrichtun-
1877 erfand Thomas Alva Edison den Fonografen – Musik auf-                           gab es damals schon Verträge      gen, mit denen technische Schutzmassnahmen – also etwa der
nehmen war damals nicht ganz so einfach wie heute.                                   mit Musikvereinen, Konzert­       Kopierschutz auf einer DVD – geknackt werden können.
                                                                                     veranstaltern und Kursälen.

(lde)  «Hello» soll das ers­      wieder vor neue Herausforde­
te Wort gewesen sein, das         rungen stellte. Als Musik noch
Thomas Alva Edison aufge­         ausschliesslich im Konzertsaal
nommen und anschliessend          erklang, stellten sich ganz an­                      Der Buchdruck – eine Erfindung mit Folgen
wieder abgespielt hat. Edison     dere Fragen als in der heutigen
hat nicht nur die Glühbirne er­   Zeit mit Rundfunk, Internet                          (lde) Um 1440 revolutionier-                         Johannes
funden, sondern auch den Fo­      und MP3­Playern. Entstanden                          te Johannes Gutenberg mit                            Gutenberg                                          Bilder: iStockphoto.com (Gutenberg: nicoolay; Druck früher: Grafissimo, Druck heute: seraficus)
nografen, mit dem man Töne        ist ein Markt für die Massen­                        der Erfindung der bewegli-
auf einem Wachszylinder           nutzung von urheberrechtlich                         chen Metalllettern und der
speichern und wiedergeben         geschützten Werken.                                  Druckerpresse den Buch-                                Drucken
konnte. Nur kurze Zeit nach                                                            druck. Seine Erfindung er-                              gestern
Edisons Erfindung entwickelte     Pioniere gründen                                     möglichte die «Vervielfälti-                          und heute
der in Amerika tätige Deutsche                                                         gung» von Texten. Wer vorher
Ernst Berliner den Urahnen
                                  Radiogenossenschaften                                ein Buch kopieren wollte,
der Schallplatte. Das Abspiel­    Ende des 19. Jahrhunderts                            musste es abschreiben – eine
gerät für diese Schallplatten,    entwickelten Wissenschaftler                         mühselige      Angelegenheit.
das Grammofon, wurde 1888         in Europa und Amerika die                            Deshalb dachte auch nie-
in Philadelphia präsentiert.      Grundlagen für die drahtlo­                          mand daran, den Autor des
    Auf den ersten Blick haben    se Kommunikation und die                             Originals zu entschädigen.
diese technischen Errungen­       Radio­ und Fernsehtechnik.
schaften nicht viel mit dem Ur­   Kaum war der Grundstein
heberrecht zu tun. Bei näherer    für den Rundfunk gelegt,                             Mehr zu diesem Thema
Betrachtung zeigt sich jedoch,    nahm 1920 in den USA auch                            unter c www.hep-verlag.ch
dass die technische Entwick­      schon die erste kommerziel­
lung das Urheberrecht immer       le Radiostation ihren Betrieb
9


                          Die digitale Technik                                                                                                                                           Bereits vor mehr als zehn
                                                                                                                                                                                     Jahren hat man erkannt, dass
                                                                                                                                                                                     diese neuen digitalen Ent­

                       pflügt die Gesellschaft um                                                                                                                                    wicklungen in den nationalen
                                                                                                                                                                                     Urheberrechtsgesetzen
                                                                                                                                                                                     rücksichtigt werden müssen.
                                                                                                                                                                                                                be­

                                                                                                                                                                                     Zentral ist das sogenannte
                                                                                                                                                                                     On­Demand­Recht. Darunter
Dank Internet, CD- und DVD-Brennern,                                                                                                                                                 versteht man das Recht, der
                                                                                                                                                                                     Öffentlichkeit ein Werk in ei­
MP3-Playern und Handys lassen sich                                                                                                                                                   nem Kommunikationsnetz –
Werke heute beliebig oft und kosten-                                                                                                                                                 etwa über Internet oder Mobil­
günstig kopieren. Dies stellt das Urheber-                                                                                                                                           funknetze – zugänglich zu
                                                                                                                                                                                     machen. Online­Musikshops
recht vor neue Herausforderungen.                                                                                                                                                    beispielsweise sind auf dieses
                                                                                                                                                                                     Recht angewiesen. Sie müssen
                                                                                                                                                                                     sowohl bei den Urheber/innen
(lde) Als 1982 die erste CD      zogen werden. Letzteres kann                                                                                                                        als auch bei den Interpret/in­
mit digital gespeicherter Mu­    legal oder aber auf unerlaubte                                                                                                                      nen und Produzent/innen eine
sik auf den Markt kam, ahn­      Weise geschehen.                                                                                                                                    Lizenz einholen, um mit deren
ten nur wenige, wie rasch                                                                                                                                                            Werken ihr Geschäft betreiben
der neue Tonträger die Vinyl­    Kopieren ohne                                                                                                                                       zu können.
Schallplatte verdrängen wür­
de. Die Ablösung markiert den
                                 Qualitätsverlust
                                                                                                                                                                                     Das Internet als neue
                                                                               Foto: iStockphoto.com, Matt Jeacock




Übergang von der analogen        Gespeichert und kopiert wur­
zur digitalen Welt. Die rasan­   de zwar schon lange. Mit
                                                                                                                                                                                     Drehscheibe
te Entwicklung der digitalen     Tonbandgerät, Kassetten­ und                                                                                                                        Nicht nur Musik und Texte
Technologie und vor allem das    Videorecorder konnte man                                                                                          Eine tabellarische Übersicht      werden übers Internet unter die
Internet haben den Umgang        Musik und Filme aufnehmen                                                                                         über die technische               Leute gebracht. Immer mehr
der Gesellschaft mit Informa­    und Kopien herstellen. Aller­                                                                                     Entwicklung findet sich unter     dient das Web auch zur Ver­
tionen grundlegend verändert.    dings war das recht aufwen­                                                                                       c www.hep-verlag.ch.              breitung von Podcasts, Filmen,
Nutzer/innen und Konsument/      dig, und die Kopien erreichten                                                                                                                      Fernseh­ und Radiosendungen.
innen haben Zugang zu Inhal­     nie die Qualität des Originals.                                                 sich per Mausklick herunterla­    Ländern mit rechtlichen Mit­      Werden Sendungen zeitgleich
ten aus der ganzen Welt. Und     In dieser Hinsicht hat sich                                                     den. An die Stelle der schlech­   teln vorgegangen – und zerr­      auch im Internet angeboten,
diese Informationen können       vieles grundlegend verändert.                                                   ten Kopien von einst sind Klo­    te fehlbare Nutzer/innen vor      so spricht man von «Strea­
auf den eigenen Rechner ko­      Mit digitalen Geräten wie CD­                                                   ne von hoher Qualität getreten.   Gericht. Andererseits entwi­      ming». Wenn Inhalte hinge­
piert und gespeichert werden.    oder DVD­Brennern können                                                        Die Musik­ und Filmindustrie      ckelte sie sogenannte Digital­    gen zeitverschoben und zum
Eine Folge davon ist, dass       Kopien ohne Qualitätsverlust                                                    ist dadurch stark unter Druck     Rights­Management­Systeme         individuellen Gebrauch auf
Musik und Filme zunehmend        in beliebiger Zahl und kos­                                                     geraten. Gegen das Kopieren       (DRM) – bisher allerdings mit     einer Webseite angeboten wer­
nicht mehr im Laden gekauft,     tengünstig produziert werden.                                                   und Downloaden aus illega­        mässigem Erfolg [c www.hep-       den, handelt es sich um «On­
sondern über das Internet be­    Songs aus dem Internet lassen                                                   len Quellen ist sie in einigen    verlag.ch].                       Demand»­Dienstleistungen.




        Privatkopien sind erlaubt                                                                                                                      Im Gegenzug erhalten die
                                                                                                                                                       Urheberinnen und Urhe­
                                                                                                                                                        ber, die Interpretinnen
                                                                                                                                                                                     dern. Sie gelangten mit ihren
                                                                                                                                                                                     Anliegen sogar ans Bundesge­
                                                                                                                                                                                     richt. Das höchste Schweizer
                                                                                                                                                        und Interpreten, aber auch   Gericht gab jedoch den Urhe­
Seit 1992 dürfen Werke für den privaten                                                                                                                 die Produzent/innen und      berrechtsgesellschaften recht.
                                                                                                                                                         Sendeunternehmen eine       Seit 2007 werden auch die
Gebrauch kopiert werden. Im Gegenzug                                                                                                                     Vergütung. In den ers­      digitalen Speichermedien wie
erhalten die Urheberinnen und Urheber                                                                                                                    ten Jahren wurde diese      MP3­Player und Videorecor­
                                                         hulz




und die Inhaber/innen von Leistungs-                                                                                                                      Vergütung nur auf Leer­    der mit eingebauter Harddisc
                                                         , Volkmar Sc




                                                                                                                                                          kassetten erhoben, spä­    erfasst.
schutzrechten eine Entschädigung.                                                                                                                          ter auch auf CD­ und          Die Höhe der Vergütun­
                                                                          ne




                                                                                                                                                            DVD­Rohlingen. Die       gen wird zwischen den Urhe­
                                                             Foto: Keysto




                                                                                                                                                            weitere Anpassung ans    berrechtsgesellschaften und
                                                                                                                                                   digitale Zeitalter, das heisst    Nutzerverbänden periodisch
(lde) Das Problem entstand in    umgehen. Eigentlich war das                                                     CD oder ein Video zum Pri­        die Ausdehnung der Leerkas­       ausgehandelt und durch eine
den 1980er­Jahren: Mit der       Aufnehmen illegal, bis 1992                                                     vatgebrauch auf einen leeren      settenvergütung auf digitale      Schiedskommission geneh­
zunehmenden Verbreitung der      eine Lösung gefunden wur­                                                       Träger zu überspielen. Auch       Speichermedien, hat zu hit­       migt. Seit einiger Zeit treten an
Kassettenrecorder begannen       de: Das Kopieren zu privaten                                                    Familienangehörige und enge       zigen Diskussionen geführt.       die Stelle der MP3­Player ver­
Teenager in grossem Stil die     Zwecken ist erlaubt, aber auf                                                   Freunde dürfen diese Kopi­        Konsumentenschutz­ und Nut­       mehrt Musik­Handys. Auch
im Radio ausgestrahlte Hitpa­    dem Träger oder dem Speicher                                                    en benutzen. Unter keinen         zerorganisationen störten sich    auf diesen Geräten werden Ur­
rade auf Kassette aufzuneh­      ist dafür eine Vergütung ge­                                                    Umständen darf man sie aber       an den in ihren Augen zu ho­      heberrechtsvergütungen erho­
men. Damit konnten sie den       schuldet.                                                                       verkaufen. Wer dies tut, macht    hen Vergütungen – oder woll­      ben, der entsprechende Tarif
Kauf der aktuellen Singles           Es ist also zulässig, eine                                                  sich strafbar.                    ten diese sogar ganz verhin­      wurde 2010 genehmigt.
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                                                                                    Alle tun es – und (fast) alle
                                                                                           schämen sich dafür




                                                                                                                                                                                    Foto: iStockphoto.com, druva
Viele Jugendliche laden Musik oder                                          «In der Regel findet man      downloaden und unseren                 Freundinnen anschauen will.
                                                                        in den Tauschbörsen vor allem     Freunden vorspielen, machen            Zu Hause im trauten Kreis ist
Filme aus dem Internet auf ihren                                                                          wir ja gleichzeitig Werbung,           das kein Problem. Anders sieht
                                                                        Mainstream», meint eine der
Computer. Die Künstlerinnen und Künstler                                Befragten, «und die grossen       davon profitieren die Künstler         es aus, wenn man eine Party
sind aber darauf angewiesen, dass ihre                                  Bands und Hollywoodstu­           doch auch.»                            im Gemeindehaus veranstaltet
                                                                        dios kassieren doch schon ge­         Tatsächlich ist es erlaubt,        und dort eine Filmvorführung
CDs und DVDs gekauft werden.                                            nug ab.» Independent­Filme        eine heruntergeladene Datei            plant. Oder im Klassenlager,
                                                                        und Musikstücke unbekann­         an Freunde und Freundinnen             als Krönung des Abschluss­
                                                                        ter Bands leihe sie sich in       weiterzugeben, solange man             abends. In beiden Fällen gilt
(nis)Ein schlechtes Gewissen        bewusst sind, dass vor allem        der Videothek oder kaufe sie      vernünftige Grenzen einhält.           es, zuerst die Vorführrechte bei
haben fast alle. Eine spon­         weniger bekannte Künstler/          an Konzerten. «Man darf nicht     Und natürlich bedeutet weiter­         der Produktionsfirma einzuho­
tane Strassenumfrage zeigt,         innen auf CD­Verkäufe an­           vergessen, dass Leute in mei­     geben nicht, dass man Geld für         len. Ähnliche Fragen stellen
dass die meisten jungen Leu­        gewiesen sind. Nicht nur aus        nem Alter sich in der Regel       seine Files verlangen kann.            sich bei der Musik: Wer gerne
te glauben, sie machten sich        finanziellen Gründen, sondern       gar nicht mehr leisten können         Etwas komplizierter wird           Karriere als DJ machen möch­
strafbar, wenn sie Musik oder       auch, weil die Hitparaden­          als das, was sie bereits fürs     es, wenn man einen Film –              te, liest weiter auf c   5
                                                                                                                                                                         Seite
Filme aus dem Internet auf ih­      ranglisten aufgrund der CD­         Kino und Konzerte ausgeben»,      auch einen aus der Videothek           (Das Urheberrecht macht vor
ren Computer laden. Das liegt       Umsätze berechnet werden.           fügt sie an. «Wenn wir etwas      – zusammen mit Freunden und            Clubs nicht halt).
nicht zuletzt an der Bericht­
erstattung in den Medien, wo
immer wieder von spektaku­
lären Prozessen und Urteilen                Unterschiedliche                        Personen, die das Urheberrecht verletzen.    Einen anderen Weg hat Frankreich ge-
zu lesen ist. Dass es sich in der                                                   Der eidgenössische Datenschutzbeauf-         wählt. Im Mai 2009 verabschiedeten die
Regel um Fälle aus dem Aus­
                                            Strategien gegen die                    tragte sah in diesem Vorgehen jedoch die     Abgeordneten der Nationalversammlung
land handelt, entgeht der eili­             Internet-Piraterie                      Persönlichkeitsrechte der betroffenen Per-   ein neues Gesetz; es sieht vor, dass mit
gen Leserin beim Überfliegen                                                        sonen verletzt. Das Bundesgericht hat ihm    bis zu einem Jahr Internetsperre bestraft
der Schlagzeilen gerne.              (lde ) In zahlreichen europäischen Ländern     nun recht gegeben; es beurteilte das Vor-    werden kann, wer wiederholt illegal Musik
    In der Schweiz ist der           wird gegen die Internet-Piraterie vorge-       gehen als bedeutsamen Eingriff in die Pri-   und Filme vom Internet bezieht. Nachdem
Download für den Privatge­           gangen, weil Urheber und Kulturwirtschaft      vatsphäre der Betroffenen. Die Firma darf    der französische Verfassungsrat das Ge-
brauch tatsächlich nicht straf­      dadurch unter anderem wirtschaftliche          ihre Software also nicht mehr einsetzen.     setz gebilligt hat, steht der neuen Straf-
bar. Der Upload hingegen,            Verluste erleiden. Die getroffenen Mass-                                                    praxis nun nichts mehr im Wege. Ähnliche
also die Freigabe der eigenen        nahmen sind allerdings umstritten.                                                          Schritte hat auch die britische Regierung
Dateien für andere User, ist         Im April 2009 sorgte ein Prozess in Schwe-                                                  erwogen.
nicht erlaubt. Wer also ein          den für Aufsehen. Die Betreiber der Inter-                                                  In der Schweiz ist nach vorherrschender
«Peer to Peer»­Programm be­          net-Tauschbörse «The Pirate Bay» wurden                                                     Meinung der Experten das private Down-
nutzt, das den Computer wäh­         wegen Verletzung des Urheberrechts zu                                                       loaden erlaubt, und zwar selbst dann, wenn
rend des Downloads anderen           Gefängnisstrafen und hohen Geldbussen                                                       das Angebot illegal ist. Gerichtsurteile dazu
Usern im gleichen Netzwerk           verurteilt.                                                                                 gibt es allerdings keine. In Deutschland ist
öffnet, verletzt in der Regel        In der Schweiz hat eine Firma eine spezielle                                                das Herunterladen von «offensichtlich» il-
Urheber­ und/oder Leistungs­         Software entwickelt, mit der sie im Internet                                                legalen Angeboten verboten.
schutzrechte.                        nach Anbietern von illegalen Musik- und
    Ein schlechtes Gewissen          Filmdownloads suchen kann – oder nach                                                       Foto: iStockphoto.com, Noam Armonn
haben viele auch, weil sie sich
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           Was ist dir Musik wert?                                                                                                                                         Monty Python profitieren
                                                                                                                                                                           von YouTube
                                                                                                                                                                                                                      (nis) Die
                                                                                                                                                                                                                        Entscheidung der




                                                                                                                                       Foto: Keystone, KPA Honorar und Belege
                                                                                                                                                                                                              britischen Kult­Komiker­
                                                                                                                                                                                                              truppe Monty Python, ih­
                                                                                                                                                                                                              ren Fans über die Video­
                                                                                                                                                                                                              plattform YouTube freien
                                                                                                                                                                                                              Zugang zu den eigenen
                                                                                                                                                                                                              Werken zu verschaffen,
                                                                                                                                                                                                              hat sich bewährt. Wie
                                                                                                                                                                                                              der «Guardian» berichtet,
                                                                                                                                                                           sind die Verkaufszahlen von DVD­Boxen der fünf Komödian­
                                                                                                                                                                           ten seit dem Start des Monty­Python­Kanals auf dem Online­
                                                                                                                                                                           Portal im November 2008 rasant in die Höhe geschnellt. Für




                                                                                                          Fotos: Cyrill Haupt
                                                                                                                                                                           Google, den Betreiber der Seite, ist dies ein eindrucksvolles
                                                                                                                                                                           Beispiel dafür, wie Rechteinhaber die neuen Gegebenheiten
                                                                                                                                                                           im Internetzeitalter zum eigenen Vorteil nutzen können.
                                                                                                                                                                           Quelle: www.pressetext.ch
Samuel (19), Printmedien-          Ciro (22), Stv. Filialleiter,      Tanja (15), Mittelschülerin,
verarbeiter und nach eigener       laut eigener Charakterisierung     erzählt über sich nichts, damit
Einschätzung sehr aufge-           «immer gut drauf».                 man sie später nicht behaften
schlossen gegenüber digita-
len Medien.                        «Für Musik gebe ich kein Geld
                                                                      kann.
                                                                                                                                                                           Radiohead wollen keine
«Ich kaufe etwa 15 CDs im
                                   aus, für Filme bis zu 20 Fran­
                                   ken im Monat. Fast alles lade
                                                                      «Für Musik gebe ich gar kein
                                                                      Geld aus. Stattdessen lade ich
                                                                                                                                                                           Alben mehr veröffentlichen
Jahr, für Blu­ray­Discs und        ich aus dem Netz runter, täg­      mir ein bis zwei Alben pro
Kinobesuche gebe ich 20 bis        lich und illegal. Bei der Musik    Monat aus dem Netz herunter.
50 Franken im Monat aus.           meist albumweise, alles, was       Hip Hop, Rock, Pop – vor al­
Musik und Filme lade ich sel­      mir gefällt. Ausserdem meine       lem neue Alben, die sich auf
ten aus dem Internet herunter,     Lieblingsserie, ‹Die Simp­         der ‹Top 100›­Liste bei ‹The
und eigentlich nur, um mich        sons›, aktuelle Kinofilme und      Pirate Bay› finden, weil sie
in ein neues Album hineinzu­       auch viele PC­Games. Die           dann innert kurzer Zeit auf
hören – um herauszufinden,         Anbieter wechsle ich je nach       dem Compi sind. Dort lade
ob es mir gefällt oder nicht.      Angebot: eMule, torrents, Ra­      ich auch Filme und Serien he­                                                                             Erfolgsband konzentriert sich
Dazu nutze ich in der Regel        pidshare und wie sie alle heis­    runter, wie ‹Desperate House­                                                                             aufs Einzelsonggeschäft im Internet
                                                                                                                                                                                Foto: Keystone, J. Scott Applewhite
das ‹Gnutella›­Netzwerk. Fil­      sen …                              wives› oder ‹Gossip Girl›. Es
me und Serien lade ich grund­           Ich bin mir sicher, dass      kommt auch vor, dass ich mir                                                                         (nis)Die britische Erfolgsband Radiohead (www.radiohead.
sätzlich nicht herunter, da ich    das strafbar ist, schliesslich     Bücher oder Computerpro­                                                                             com) will in Zukunft keine CDs mehr veröffentlichen. Wie
diesbezüglich sehr qualitäts­      musste ja Geld in die Projek­      gramme auf diesem Weg be­                                                                            Thom Yorke, der Sänger der Alternative­Rocktruppe, in einem
bewusst bin und stark bezweif­     te fliessen, damit diese Musik,    schaffe, aber viel seltener.                                                                         Interview mit dem US­Literaturmagazin «The Believer» klar­
le, dass sie an Blu­ray­Qualität   Filme und Games entstehen               Ich glaube schon, dass das                                                                      stellt, müssen sich die Fans trotzdem keine Sorgen machen.
herankommen.                       konnten. Für die Firmen ist es     strafbar ist, aber ich habe das                                                                      Die Band werde auf alle Fälle weiterbestehen. Aber «niemand
     Ich denke, dass das Her­      sicher nicht rentabel, wenn ich    Geld gar nicht, mir all diese                                                                        von uns hat Lust, sich noch einmal so ein kreatives Chaos
unterladen vom Internet wohl       downloade, ergo müssen und         Filme im Kino anzuschauen                                                                            anzutun, wie es bei der Produktion eines Long­Play­Albums
nicht legal ist – und ich ver­     werden sie rechtliche Schritte     oder alle Alben zu kaufen. Im                                                                        entsteht», erklärt der Radiohead­Sänger. Da setze man lieber
stehe das auch. Ich mache          einleiten. Allerdings finde ich,   Internet ist es einfach, billig                                                                      auf alternative Konzepte im Web, deren Potenzial sich beim
mir nicht gross Gedanken da­       die Musikindustrie macht ge­       und schnell. Gerade bei gros­                                                                        letzten Album der Gruppe, «In Rainbows», deutlich gezeigt
rüber – weil ich weiss, dass       nug Kohle, da muss ich kein        sen Filmen und Bands fällt                                                                           habe. «Das hat auf mehreren unterschiedlichen Ebenen gut
ich die Musik kaufe, wenn sie      schlechtes Gewissen haben.         der Download zwar geldmäs­                                                                           geklappt: Zuerst einmal konnten wir so unsere Auffassung
mir gefällt. Ausserdem gibt        Man darf sich halt nicht erwi­     sig bestimmt ins Gewicht,                                                                            zum Wert von Musik klarstellen. Zweitens konnten wir zei­
es genug offizielle Anbieter       schen lassen.»                     aber da trifft’s ja dann die,                                                                        gen, wie sich das Netz nutzen lässt, um eine Platte zu promo­
von ‹freier Musik› (Magna­                                            die auch so noch mehr als                                                                            ten, ohne auf iTunes, Google und Co. angewiesen zu sein, und
tun, Jamendo), wo Künstler                                            genug haben. Schwierig wird                                                                          drittens hat es auch finanziell gesehen gut funktioniert», fasst
ihre Werke kostenlos veröf­                                               es eher bei Independent­                                                                         Yorke zusammen.
fentlichen. Und dann gibt es                                                         Filmen und klei­                                                                         Radiohead könnte mit der Abkehr von Albumproduktionen
noch kostenpflichtige An­                                                               neren Bands,                                                                       und dem verstärkten Fokus auf das Einzelsonggeschäft, das
bieter (zum Beispiel                                                                    die auf den                                                                        durch digitale Download­Plattformen im Internet weiter an­
Apple), bei ihnen                                                                       Umsatz ange­                                                                       getrieben wird, den Trend vorgeben. Der Verkauf von Platten
bezahlt man pro                                                                         wiesen wären.»                                                                     und CDs verliert gegenüber dem Digitalmarkt zunehmend
Lied einen Be­                                                                                                                                                             an Bedeutung. Und die jüngsten Zahlen bestätigen, dass der
                                                                                                         Foto: iStockphoto.com, Doro




trag. Diese Diens­                                                                                                                                                         digitale Markt derzeit die treibende Kraft für die Umsatzent­
te sind sicher legal                                                                                                                                                       wicklung der Musikindustrie ist: Im Jahr 2008 hat der digitale
und nicht strafbar.»                                                                                                                                                       Musikmarkt mit Einnahmen von 3,7 Milliarden Dollar welt­
                                                                                                                                                                           weit ein Wachstum von 25 Prozent hingelegt.
                                                                                                                                                                           Quelle: www.featuredartistscoalition.com
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       Vom Ölbild zum
                                                                        produziert und dafür eine Fo­
                                                                        tografie verwendet, auf der zu
                                                                        sehen war, welche Dokumente                                        Weltkulturerbe im Internet
          digitalen                                                     Wachmann Christoph Meili
                                                                        im Keller der UBS vor dem
                                                                        Schredder gerettet hatte. Eine                                     Das Internet schafft neue Möglichkeiten, Dokumen-

       Schnappschuss                                                    Journalistin hatte das Bild im
                                                                        Rahmen ihrer Recherche auf­
                                                                        genommen. Zur Klage kam es,
                                                                                                                                           te – Bilder, Texte, Karten oder Filme – einer breiten
                                                                                                                                           Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Für Schlag-
                                                                                                                                           zeilen sorgen derzeit die World Digital Library der
                                                                        weil die BBC der Journalistin                                      UNESCO und die europäische Online-Bibliothek der
                                                                        lediglich eine bescheidene                                         Europäischen Union (EU).
Bilder und Fotos sind durch das Urheber-                                Entschädigung zahlen woll­
                                                                        te. Die Richter lehnten den                                        (lde) Die europäische On­       wird eine Auswahl histo­
recht grundsätzlich geschützt. Wie aber                                 Schutz der Fotografie gemäss                                                                       risch und kulturell wichti­
                                                                                                                                           line­Bibliothek hat sich die
aktuelle Entscheide des Bundesgerichtes                                 Urheberrecht jedoch ab. Sie                                        gigantische Aufgabe ge­         ger Bücher, Manuskripte,
zeigen, ist insbesondere in der Fotografie                              argumentierten, die eingesetz­                                     stellt, die Dokumente in den    Bilder und Filme kostenlos
                                                                        ten fototechnischen Mittel sei­                                    Bibliotheken und Archiven       zur Verfügung gestellt. Bei
die rechtliche Situation kompliziert.                                   en banal; jede andere Person                                       der EU­Länder zu digitali­      den Sprachen sind die sechs
                                                                        hätte so ein Bild auch machen                                      sieren. Eine grosse Heraus­     offiziellen UNO­Sprachen
                                                                        können.                                                            forderung besteht darin, die    Arabisch, Chinesisch, Eng­
                                                                            Nach der Veröffentlichung                                      Urheberrechte zu wahren.        lisch, Französisch, Russisch
(lde) Bei Ölbildern ist der Fall   den. Und genau damit hatte           des Urteils wehrten sich die                                       Gemeinsam wird nun nach         und Spanisch sowie Portu­
klar. Der persönliche Pinsel­      sich das Bundesgericht schon         Berufsfotografinnen und ­fo­                                       Lösungen gesucht, damit         giesisch vertreten.
strich des Kunstmalers ver­        mehrere Male zu befassen.            tografen. Und auch Experten                                        auch urheberrechtlich ge­           Bei diesen beiden in­
leiht jedem Bild einen indivi­     [Fallbeispiele finden sich un-       meldeten sich zu Wort. Der                                         schützte Werke in die On­       ternationalen Projekten ist
duellen Charakter. Bei Bildern     ter c www.sbf.ch/fotografie-         ehemalige Chefredaktor des                                         line­Bibliothek aufgenom­       davon auszugehen, dass
handelt es sich somit um Wer­      urheberrecht c Fallbeispiele         «Tages­Anzeigers» und des                                          men werden können.              die Rechte der Urheberin­
ke, die durch das Urheberrecht     c Beurteilte Fälle]                  Schweizer Fernsehens, Peter                                             Die World Digital Libra­   nen und Urheber gewahrt
geschützt sind. Die Malerei             So mussten die höchs­           Studer, vertrat die Meinung,                                       ry startete ihr Portal am 21.   werden. Entweder handelt
gehört zu den klassischen Tä­      ten Richter der Schweiz be­          bei Pressefotos sollten auch                                       April 2009. An diesem Pro­      es sich um Werke, die urhe­
tigkeiten der Kunst. Wie steht     urteilen, ob eine Fotografie,        Aspekte wie Aktualität oder                                        jekt sind die UNESCO* und       berrechtlich nicht mehr ge­
es aber mit Fotografien? Im        die den Reggaemusiker Bob            der Wille, etwas dokumenta­                                        32      Partnerorganisationen   schützt sind, oder aber die
Internet gibt es digitale Bilder   Marley zeigt, urheberrechtlich       risch festzuhalten, berücksich­                                    beteiligt. Auf der Website      Rechte wurden eingeholt.
wie Sand am Meer; die Welt         geschützt ist. Geklagt wur­          tigt werden. Sonst müssten
wird mit digitalen Bildern         de gegen eine Firma, die das         Fotografen und Journalistinnen                                     *Die UNESCO ist die Organi­     Europäische Online-
überschwemmt. Sind nun Fo­         Foto für ein Poster verwendet        eine grosse Zahl wichtiger Bild­                                   sation der Vereinten Nationen   Bibliothek:
tos wie gemalte Bilder grund­      hatte – ohne den Fotografen          dokumente, die sie aufgespürt                                      für Bildung, Wissenschaft und   c www.europeana.eu.
sätzlich geschützt? Produzie­      um sein Einverständnis ge­           und präsentiert hätten, künftig                                    Kultur. Sie hat ihren Sitz in   World Digital Library:
ren unsere Kameras geschützte      fragt oder ein Honorar bezahlt       den Bildpiraten überlassen,                                        Paris.                          c www.wdl.org
Werke am Laufmeter?                zu haben. Das Bundesgericht          gibt Studer zu bedenken.
     Damit ein Werk nach dem       bejahte den Schutz dieser Fo­            Bei Fotografien ist also die
Urheberrecht geschützt ist,        tografie aufgrund ihres indivi­      rechtliche Situation kompli­
muss es einer geistigen Schöp­     duellen Charakters und des er­       ziert. Wer Fotos zum Beispiel
fung entspringen und darüber       kennbaren Gestaltungswillens         für kommerzielle Zwecke
hinaus einen individuellen         und gab damit dem Fotografen         verwenden will, etwa Bilder
Charakter aufweisen. So steht      recht.                               aus dem Internet, muss damit
es im Gesetz. Doch was ist              In einem anderen Fall ver­      rechnen, dass sie rechtlich ge­
individuell? Es ist unmöglich,     neinten die Bundesrichter hin­       schützt sind. Und wenn dies
dies für alle Fälle im Voraus      gegen den urheberrechtlichen         der Fall ist, so sind für jede
festzulegen. Die Frage der         Schutz. Der britische Sender         Verwendung ausserhalb des
Individualität muss deshalb        BBC hatte einen Film über            Eigengebrauchs die Rechte
                           wer
im Einzelfall beurteilt wer­       die Schweiz und das Nazigold         einzuholen.

                                                                        Mehr zum Thema Fotografie,
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                                                                        Rechte der Fotograf/innen u. a.
                                                                        unter c www.hep-verlag.ch


                                                              Hat laut Bundesgericht einen indivi
                                                                                           indivi-                                          In der British Library,
                                                              duellen Charakter und ist somit ein                                           der grössten Bib-
                                                                                                                                                                                                      Foto: Keystone, AP amazon.com Inc.




                                                              «Werk»: Konzertaufnahme von Bob                                               liothek der Welt,
                                                              Marley (l.).                                                                  befinden sich
                                                               Nicht als Werk anerkannt wurde                                               rund 25 Millio-
                                                               der weltbekannte Schnappschuss                                               nen Bücher. Auf einem
                                                               von Wachmann Christoph Meili (r.).                                           E-Reader wie dem Kindle
                                                                                                                                            lassen sich vorläufig «nur»
                                                                     Erschienen in der «NZZ am Sonntag» am 14.11.2004.
                                                              Mit freundlicher Genehmigung der «Neuen Zürcher Zeitung».                     etwa 3500 Bücher speichern.
                                                              Marley: Keystone, Max Messerli, Meili; Keystone, Gisela Blau
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                             Wie man sich im Internet                                                                                                                                           Korrekt
                                                                                                                                                                                                zitieren
                            die Finger NICHT verbrennt                                                                                                                                        (nis) Es gibt Sätze,
                                                                                                                                                                                              die sind schlicht per-
                                                                                                                                                                                     fekt – besser lässt sich das
                                                                                                                                                                                     nicht ausdrücken. Wenn ich
 Zuerst war es vielleicht MeinBild, dann                                                                                                                                             nun einen eigenen Text zum
                                                                                                                                                                                     Thema schreibe – zum Bei-
 NetLog oder MySpace, und heute hat                                                                                                                                                  spiel eine Vertiefungsarbeit
 wohl jede(r), die oder der etwas auf sich                                                                                                                                           oder einen Aufsatz –, darf ich
                                                                                                                                                                                     solche Passagen wörtlich in
 hält, zumindest auch noch ein Facebook-                                                                                                                                             meinen Text übernehmen,
 Profil und zwitschert bei Twitter mit.                                                                                                                                              auch wenn das fremde Werk
                                                                                                                                                                                     urheberrechtlich geschützt
                                                                                                                                                                                     ist. Allerdings nur, wenn ich
 (nis) Nicht wenige haben zudem          Songs auch herunterladen kann                                                                                                               genau angebe, woher das Zi-
 ihre eigene Internetseite, auf          und sie so vielleicht später an                                                                                                             tierte stammt. Und natürlich




                                                                                                                                                       Foto: Keystone, Adrian Wyld
 der Fotos zu sehen, Texte zu le­        Orten auftauchen, wo man sie                                                                                                                sollte man es mit dem Zitieren
 sen und Musikstücke zu hören            nicht wirklich gerne wieder                                                                                                                 auch nicht so weit treiben,
 sind. Solange es sich dabei um          antrifft. Bei einem Vorstel­                                                                                                                dass das Kopierte am Ende
 eigene Werke und Aufnahmen              lungsgespräch beispielsweise                                                                                                                zu viel Gewicht bekommt. Es
 handelt und diese Aufnahmen             oder auf dem Computer von                                                                                                                   soll die eigenen Ideen veran-
 nicht im Handel erhältlich              früheren Freunden, mit denen                                                                                                                schaulichen und ergänzen,
 sind, hat man höchstens das             man sich verkracht hat. Und                  viel Geld damit – und selbst       Fremde Federn können                                        aber nicht ersetzen. Ausser-
 Problem, dass die ganze Welt            wer weiss, vielleicht verdient               hat man nichts davon.                                                                          dem darf man beim Zitieren
                                                                                                                         teuer sein                                                  die ursprüngliche Form nicht
 sich diese Texte, Bilder oder           in ein paar Jahren eine Firma                    Längst ist es aber auch
                                                                                      gang und gäbe, Musikstücke         Das gilt nicht nur für den Up­                              verfälschen. Dazu gehört
                                                                                      seiner Lieblingsbands auf die      load, sondern natürlich auch                                auch eine genaue Quellen-
                                                                                                                                                                                     angabe und auf Nachfragen
      E-M@IL                                                                                      eigene Seite zu la­
                                                                                                  den, Fotos und Bil­
                                                                                                                         für jede weitere Nutzung:
                                                                                                                         Wer sich mit fremden Federn                                 eine plausible Begründung,
                                                                                                  der, die man nicht     schmückt, macht sich im bes­                                weshalb man das Zitat in sei-
      Von: albin.mueller@hot                                                                      selbst geschossen      ten Falle lächerlich. Und wer                               ne Arbeit eingebaut hat. Das
                                       mail.com
      Gesendet: Dienstag,                                                                         hat, oder auch Vide­   gar für das Qualifikationsver­                              Zitatrecht gilt übrigens nicht
                                   3. August 2010 10:44
      An: suisa@suisa.ch                                                                                                                                                             nur beim Wort, sondern auch
                                                                                                 os, die man auf You­    fahren oder die Maturaarbeit
      Betreff: Hintergrund                                                                                                                                                           im Film oder im Theater und
                                    musik auf eigener We                                         Tube.com entdeckt       im Internet abkupfert (also
                                                                     bsite
                                                                                                 und besonders amü­      ein c Plagiat begeht), riskiert                             in der Kunst.
     Sehr geehrte Damen
                                   und Herren
                                                                                                 sant gefunden hat.      nicht nur durchzufallen – denn
     Ich möchte bei meine                                                                        Das allerdings ist      längst gibt es Kontrollpro­
    dio Swisspop abspielen
                                  r Homepage im Hinter
                                                               grund die Musik von              urheberrechtlich be­     gramme, die in den Arbeiten
                                                                                                                                                                                     Plagiat
                                     . Wie muss ich vorgeh                          Ra-
    okay ist?                                                    en, dass das rechtlich         denklich. Wer sich       die kopierten Stellen aufspü­                               (gas) Von einem Plagiat
                                                                                                                  Fin
                                                                                                also nicht die Fin­      ren –, sondern muss unter Um­                               spricht man zum Beispiel
    Mit freundlichen Grüsse
                                    n                                                           ger verbrennen will      ständen damit rechnen, dass er                              dann, wenn man bei einem
    Albin Müller
                                                                                                und auch keinen          dem wahren Urheber Schaden­                                 – an sich erlaubten – Zitat
   ----------------------------                                                                 Wert darauf legt, den    ersatz zahlen muss. Das gilt                                das zitierte Werk nicht nennt
                                --------------------------
                                                                                                wahren Urhebern im       auch für Fotos, mit denen man                               oder wenn man ein urheber-
   Von: Rechtsdienst SU                                                                        Entdeckungsfall eine      seine eigenen Texte illustrie­                              rechtlich geschütztes Werk
                                 ISA
   Datum: 4. August 201                                                                        saftige Entschädigung     ren will. In den meisten Fällen                             abkupfert, umgestaltet oder
                                0 14:12:57 GMT+01:
   An: albin.mueller@hot                                    00
                                 mail.com                                                      zu zahlen, sollte statt   genügt ein Telefon oder eine                                bearbeitet und dann als ei-
  Betreff: AW: Hintergru
                                ndmusik auf eigener                                           des Videos oder Songs      E­Mail, um die Erlaubnis zum                                genes ausgibt. Um «Axolotl
                                                            Website
  Guten Tag Herr Müller                                                                       nur den Link zur be­ be    Abdruck oder zum Einbin­                                                      Roadkill»,
                                                                                              treffenden Homepage        den auf der eigenen Site oder                                                 den ersten
  Vielen Dank für Ihre An
                                 frage. Wenn Sie im Inte                                      setzen. Wer nicht auf      CD einzuholen. – Und ganz                                                     Roman der
  Radiosenders verbre                                           rnet Musik eines                              verzich
                                                                                              das Original verzich­      wichtig: In der Arbeit darf die                                               17-jährigen
                             iten, so machen Sie ges
 Aufnahmen zugänglich                                         chützte Werke und
                                . Grundsätzlich müsse                                        ten will, muss bei den      Quellenangabe nicht fehlen.                                                   Deutschen
 Einwilligung der Recht                                       n Sie deshalb die
                               einhaber einholen. In
                                                            der Regel wird die daf                              Rech
                                                                                             Künstlern um die Rech­          Auch Bilder, die man auf                                                  Helene
 benötigte Lizenz durch                                                            ür
                                die SUISA erteilt.                                           te bitten. Das bedeutet     Internetseiten wie flickr.com                                                 Hegemann
 Eine andere Situation
                              liegt vor, wenn der Us                                         bei einem Musikclip,        findet, sind nicht automatisch
 bar zur Website von Ra                                    er über einen Link sic                                                                                                                      (Bild), kam
                                dio Swisspop gelangt,                             ht-
 Seite in einem neuen                                         indem sich z. B. deren         dass nicht nur die Band     zur Nutzung freigegeben. Fra­                               es unlängst zu heftigen Dis-
                             Fenster öffnet. Weil in
nicht zu Ihrem eigene                                       diesem Fall die Musik           oder deren Management        gen kostet nichts – und ist in                              kussionen über Plagiate und
                            n Seiteninhalt gehört,
Rechte nicht einholen.                                     müssen Sie auch die              die Erlaubnis erteilen       jedem Fall klüger, als die Bil­                             Urheberrecht, weil die Au-
                                                                                                                Regis
                                                                                            muss – auch der Regis­       der später aus der fertigen Ar­                             torin eine ganze Reihe von
Mit freundlichen Grüsse
                               n                                                            seur des Videos sowie        beit wieder entfernen oder gar                              fremden Texten in ihr Buch
Rechtsdienst SUISA                                                                          die Plattenfirma und         eine Busse zahlen zu müssen.                                eingebaut haben soll, ohne
                                                                                                              Urheber
                                                                                           die betroffene Urheber­       c Korrekt zitieren, Spalte                                  die Quellen zu nennen.
                                                                                                                 müs
                                                                                           rechtsgesellschaft müs­       rechts, und c Privilegierte                                 Foto: Keystone, Rainer Jensen
                                                                                           sen angefragt werden.         Schulen, Seite 2
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                                                                                                                also, wenn man eine Szene         einen Song gibt es bis in alle


                                                      «Einen
                                                                                                                drehen möchte, in der sich die    Ewigkeit, und es ist letztlich
                                                                                                                Leute in den Fernsehnach-         Verhandlungssache, ob man
                                                                                                                richten einen Bericht über ein    die Rechte dafür erhält. Unser


                                                 Stones-Mitschnitt
                                                                                                                Konzert der Rolling Stones an-    Beispiel mit «Love Is In The
                                                                                                                schauen?                          Air» zeigt, wie wichtig es ist,
                                                                                                                Da müsste die Szene schon         nie aufzugeben. Es kann im­


                                                   könnte ich mir
                                                                                                                sehr, sehr wichtig für die        mer sein, dass man mit Ge­
                                                                                                                Handlung sein, dass man das       schick und etwas Glück eine
                                                                                                                auf sich nimmt. Einerseits        ursprünglich astronomische


                                                    nie leisten»
                                                                                                                müsste man bei der TV­Station     Summe auf einen zahlbaren
                                                                                                                die Rechte ergattern, anderer­    Betrag herunterhandeln kann.
                                                                                                                seits müsste man abklären, ob
                                                                                                                der Konzertausschnitt als Zitat   Und was verdient man aus den
                                                                                                                gilt. Sonst könnte man sich       Vorführungsrechten?
                                                                                                                den Stones­Mitschnitt sicher      Ich weiss nicht, wie viel ich
                                                                                                                nicht leisten.                    pro TV­Sendung bekomme,
                                                                                                                                                  aber es ist immer eine schöne
                                                                                                                Und wie steht es mit Einrich-     Überraschung, wenn die Halb­
                                                                                                                tungsgegenständen? Wenn in        jahresabrechnung von SUISS­
                                                                                                                einem Wohnzimmer ein Picas-       IMAGE ins Haus flattert. Das
                                                                                                                so an der Wand hängen soll?       sind bei mir meist gegen 500
                                                                                                                Das Prinzip ist immer das         Franken. Wenn jemand eine
                                                                                                                gleiche: Die Werke anderer        Serie geschrieben hat, die
                                                                                                                Künstler kann man nur in ei­      häufig wiederholt wird, ist es
                                                                                                                nen Film einbauen, wenn man       sicher mehr. Wenn die Filme
                                                                                                                die Rechte dafür bekommen         Erfolg haben, kommt zu den
                                                                                                                hat. Bei Freunden kann man        Vergütungen von SUISS­
Foto: Keystone, Mirjam Wanner




                                                                                                                die ja manchmal auch gratis       IMAGE meist noch das eine
                                                                                                                haben. Man muss einfach fra­      oder andere Preisgeld dazu.
                                                                                                                gen.                              Vom Schweizer Filmpreis für
                                                                                                                                                  meinen Erstling «Summer­
                                                                                                                Wenn der Film dann in die         time» und von den anderen
                                                                                                                Kinos kommt, erhalten sie ja      Auszeichnungen, die der Film
                                                                                                                trotzdem etwas, oder?             erhielt, konnte ich etwa ein
Die Zürcher Filmerin Anna Luif über die                                                                         Natürlich. Auch wenn Gölä         Jahr leben. Aber da es doch
                                                                               Was hätten Sie gemacht, wenn     mir einen seiner Songs gratis     jedes Mal rund fünf Jahre dau­
Schwierigkeiten, ein altes Lied neu zu                                         Sie die Rechte nicht bekom-      zur Verfügung stellt, bekommt     ert, bis ich wieder mit einem
verfilmen, Piraterie im Schweizer Film-                                        men hätten – oder wenn sie zu    er mit jeder Vorführung seine     Film fertig werde, brauche ich
schaffen und die wichtige Kunst, niemals                                       teuer gewesen wären?             Tantiemen. Aber das ist na­       noch andere Verdienstmög­
                                                                               Weil wir nicht länger warten     türlich viel weniger, als wenn    lichkeiten.
aufzugeben.                                                                    konnten, hatten wir die Szene    es um die Verwendungsrechte
                                                                               bereits gedreht und das Risiko   geht.                             Stört es Sie, wenn jemand Ihre
                                                                               in Kauf genommen, dass wir                                         Filme gratis runterlädt oder
                                                                               sie mit einem anderen Mu­        Von was für Beträgen reden        kopiert?
(nis)Filme bestehen aus Ge-                   Der übernimmt die finanzielle    sikstück hätten überspielen      wir da?                           Ich finde einfach, die Leute
schichten, Bildern und Tönen                  Seite. Zu den Aufgaben seiner    müssen. Das wäre allerdings      Meistens ist so ein Song er­      verpassen sehr viel, wenn sie
– wenn man sich überlegt, wie                 Firma gehört es auch abzuklä­    schwierig gewesen, weil zu       schwinglich. Und es ist ja        nicht mehr ins Kino gehen.
das alles urheberrechtlich zu-                ren, wo man anfragen muss,       dem Lied getanzt wird. Aber      nicht so wie bei einem Mö­        Das ist doch ein ganz ande­
sammenhängt, verliert man                     wenn man einen bekannten         wir haben ja noch mal Glück      bel, das man sich wünscht         res Erlebnis als in den eige­
wohl auch als Regisseurin                     Song neu vertonen und im         gehabt.                          und das dann ausverkauft ist,     nen vier Wänden, da kann der
leicht den Überblick?                         Film verwenden möchte. Das                                        wenn man das Geld dafür           Beamer oder das Soundsystem
Darum haben wir Filmer                        kann sehr aufwendig sein.        Kommen solche Sachen häufig      endlich zusammen hat. Nein,       noch so toll sein.
wahrscheinlich eine eige­                                                      vor?
ne Verwertungsgesellschaft,                   Das klingt, als hätten Sie ein   In «Little Girl Blue» kommt
SUISSIMAGE, die uns hilft,                    konkretes Beispiel im Kopf?      der Song «Blue Moon» vor,
unsere Rechte wahrzuneh­                      In meinem neusten Film,          und in «Summertime» haben
men.* Und auf der anderen                     «Madly in Love», gibt es eine    wir «Summertime» verwen­
Seite ist das neben vielem                    Bollywood­Tanzszene zu ei­       det. Diese Rechte einzuholen,            Anna Luif
anderem auch ein sehr gu­                     nem Hit aus den Siebzigerjah­    war einiges einfacher. Den               (nis) Die Zürcher Regisseurin Anna Luif studierte an
ter Grund, mit einem Produ­                   ren, «Love Is In The Air» von    «Rest» der Filmmusik hat je­             der Hochschule für Gestaltung in Zürich. Bereits für
zenten zusammenzuarbeiten.                    John Paul Young – allerdings     weils Balz Bachmann kompo­               ihren ersten Kurzfilm «Summertime» (1999) gewann
                                              interpretiert von tamilischen    niert.                            sie zahlreiche Auszeichnungen. Auch ihr erster Spielfilm
* SUISSIMAGE (Bern) ist die Urheber-          Musikern und mit tamilischem                                       «Little Girl Blue» (2003) war ein Erfolg. Im Frühsommer
rechtsgesellschaft der Filmproduzentin-
nen, Drehbuchautoren, Regisseurinnen          Text. Allein die Abklärung,      Urheberrechtlich betrachtet,      2010 kam ihr Bollywoodfilm «Madly In Love» in die Kinos.
und anderer Miturheber am Film. Auch          wer die Rechte für dieses Lied   wäre es ja kompliziert, eine      In ihrer freien Zeit spielt Anna Luif Gitarre und singt in der
die SSA mit Sitz in Lausanne vertritt Film-
autoren und -autorinnen, hauptsächlich in
                                              verwaltet, nahm einige Zeit in   Radiosendung im Original          Band Niece. c www.niece.ch
der Romandie.                                 Anspruch.                        einzubauen. Was macht man
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                                          Kreuzworträtsel Copyright
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                                                                                                                                               Impressum
                                                                                                                          3                    respect ©opyright!
                                                                                                                                               ISBN 978-3-03905-642-2
                                                 4               5        6               7


         8                                                                                                                        9
                                                                                                                                               Herausgegeben von den
                                                                                                                                               Verwertungsgesellschaften:
                                                                               10
                                                                                                                                               ProLitteris
                                                        11                                                                                     SSA
                                                                                          12
                                                                                                                                               SUISA
                                                                                                                                               SUISSIMAGE
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                                                                                                                                               SWISSPERFORM
                                                                                                                     14
                                                                                                                                               Konzept, Recherchen, Texte:
                                                                                                            15
                                                                                                                                               Nina Scheu (nis),
                                                                                                   16                                          Lukas Denzler (lde)
                                                                          17                                                                   Lektorat:
Waagrecht                                                                                                                                      Sunanda Mathis,
6.    Onlineplattform für soziale Kontakte                                                                                                     Nino Coaz,
8.    Originalgetreu nachgespielter Song                                                                                                       Rozafa Krasniqi
10.   Urheberrechtsgesellschaft für Musik
                                                                                                                                               Redaktion, Bildrecherche
12.   Vertritt die Urheberrechte des Schweizer Films
                                                                                                                                               und Projektleitung:
13.   Bücherausleihinstitution
                                                                                                                                               hep verlag (Christoph
17.   Fachbegriff für Sängerin/Musikerin                         7. Vielverkauftes Buch
                                                                                                                                               Gassmann [gas], Michael
                                                                 9. Kann ich bei einer Erfindung anmelden
                                                                                                                                               Egger, Manuel Schär)
Senkrecht                                                        10. Lausanner Rapper
1.    «Grease» ist eines                                         11. Freigabe der eigenen Dateien für andere User (englisch)                   Fachliche Begleitung:
2.    Männlicher Schöpfer einer geistigen Leistung               14. Herunterladen (englisch)                                                  hep verlag (Karl Uhr, Annlis
3.    Wenn man fremde Texte als eigene ausgibt, ist das ein …    15. Schreiberin                                                               von Steiger, Peter Egger)
4.    Urheberrecht (englisch)                                    16. Künstlername von Greg Vuilleumier
                                                                                                                                               Gestaltung:
5.    UN­Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur       Lösung c www.hep-verlag.ch
                                                                                                                                               Ludwig Thomas Zeller




       Die Urheberrechtsgesellschaften in der Schweiz

Die Aufgaben der                           Steckbrief der fünf                          führungsrechte, Senderechte, weitere          SUISSIMAGE ist die 1981 als Genossen-
                                                                                        Rechte der öffentlichen Wiedergabe so-        schaft gegründete Verwertungsgesell-
Urheberrechtsgesellschaften                Urheberrechtsgesellschaften
                                                                                        wie Vervielfältigungsrechte wahr, welche      schaft der Schweizer Film- und Audiovisi-
Die Urheberrechtsgesellschaften wer-       Die ProLitteris ist die schweizerische Ur-   ihr die Urheberinnen und Urheber über-        onsbranche. Sie wahrt die Urheberrechte
den auch Verwertungsgesellschaften         heberrechtsgesellschaft für Literatur und    tragen haben.                                 und Interessen der Drehbuchautorinnen,
genannt. Sie sind von Urhebern und         bildende Kunst. Sie wurde 1974 gegrün-       c www.ssa.ch                                  Regisseure, Produzentinnen und wei-
Inhabern verwandter Schutzrechte ge-       det. Zu den Mitgliedern der ProLitteris                                                    terer Berechtigter. Mit Nutzern wie Ka-
gründete private Gesellschaften und        gehören Schriftstellerinnen und Schrift-     Die SUISA ist die Genossenschaft der          belbetreibern, der Telekombranche und
nehmen deren Rechte kollektiv wahr,        steller, Autorinnen und Autoren wort-        Komponisten, Textautoren und Musik-           Schulen verhandelt sie Tarife (Sendung,
und zwar dort, wo eine Verwertung          dramatischer und wissenschaftlicher          verleger der Schweiz und Liechtensteins.      Weitersendung, schulische Nutzung). Die
durch die einzelnen Rechteinhaber          Werke, Journalistinnen und Journalisten,     Zu ihren rund 28 000 Mitgliedern zählen       Einnahmen werden werkbezogen an die
nicht möglich oder nicht sinnvoll wäre     bildende Künstlerinnen und Künstler, Fo-     Musikschaffende aller Sparten. In der         Berechtigten verteilt.
(z. B. Fotokopieren oder schulische        tografinnen und Fotografen, Buch-, Zei-      Schweiz und in Liechtenstein vertritt die     c www.suissimage.ch
Nutzung von geschützten Werken). Zu        tungs- und Zeitschriftenverlage, Kunst-,     SUISA das Repertoire der Musik von
diesem Zweck stellen die Verwertungs-      Bühnen- und Musikverlage.                    weltweit zwei Millionen Musikurhebern.        Die SWISSPERFORM wurde 1993 von
gesellschaften Tarife auf, über die sie    c www.prolitteris.ch                         Sie erteilt Lizenzen für die Nutzung dieses   den Verbänden der Interpreten, der Ton-
mit den Nutzerverbänden verhandeln.                                                     Weltrepertoires an über 90 000 Kundinnen      trägerproduzenten, der Filmproduzenten
Die von ihr eingezogenen Vergütungen       Die Société Suisse des Auteurs SSA ist       und Kunden. Mit rund 200 Mitarbeitenden       und von der Schweizerischen Radio- und
werden anschliessend an ihre Mitglie-      eine Genossenschaft von Urheberinnen         an den Standorten Zürich, Lausanne und        Fernsehgesellschaft (SRG SSR) gegrün-
der, die berechtigten Urheberinnen und     und Urhebern der Sparten Dramatik,           Lugano erzielt die SUISA einen Umsatz         det und ist die jüngste Verwertungsge-
Urheber, Verlage, Interpretinnen und       Musikdramatik, Choreografie, Audio-          von über 150 Millionen Franken. Als nicht     sellschaft in der Schweiz. Sie nimmt die
Interpreten, Produzentinnen und Pro-       vision und Multimedia. Die SSA wurde         gewinnorientierte Organisation verteilt       Rechte der Interpreten, Phonoproduzen-
duzenten sowie Sendeunternehmen            am 30. November 1985 von Dramatikern         sie die Einnahmen aus den Lizenzen nach       ten, Audiovisionsproduzenten und Sen-
verteilt.                                  und Filmemachern in Genf gegründet.          Abzug der Verwaltungskosten an die Mu-        deanstalten wahr.
                                           Sie vermittelt zwischen Werknutzern          sikurheber und -verleger.                     c www.swissperform.ch
                                           und Urhebern und leistet Hilfestellung       c www.suisa.ch
                                           bei Einzelverträgen. Die SSA nimmt Auf-
16


«	       (nis) Einen typischen
         ‹Tag im Leben von
Greis› gibt es nicht. Spätes­
                                            Ein Tag im Leben von                                                                           und der Verkauf von CDs keine
                                                                                                                                           verlässliche Einnahmequelle.
                                                                                                                                           Aber weil meine Songs häu­
tens seit 2003 mein erstes
Solo­Album herauskam und
ich von meiner Musik leben
                                         Greg Vuilleumier, aka Greis                                                                       fig am Radio gespielt werden,
                                                                                                                                           kommt von der SUISA und
                                                                                                                                           der SWISSPERFORM immer
kann, sieht jeder Tag anders                                                                                                               etwas dazu. Reich wird man
aus. Jetzt, wo meine neuste         Jugendlichen be­                                                               wichtig, den Leuten     als Musiker in der Schweiz
CD frisch in den Läden ist, bin     sonders beschäfti­                                                             klarzumachen, dass      nicht, aber das Klischee vom
ich fast nonstop unterwegs.         gen? Hat der Ort ei­                                                           sie eine grosse Ver­    armen Künstler, der für seine
Dazu kommen in unregelmäs­          nen speziellen Ruf,                                                            antwortung tragen:      Musik am Hungertuch nagt,
sigen Abständen die ‹respect        eine typische Ge­                                                              Sie      bestimmen,     finde ich genauso daneben.
©opyright›­Workshops, wo            schichte? So kann                                                              welche Musik am         Manchmal fragt einer, was
ich quasi als ‹Botschafter des      ich besser auf die                                                             Radio und im Fern­      für ein Auto ich fahre oder ob
Urheberrechts› auf Schul­           Kids eingehen, und                                                             sehen zu hören ist.     ich in einer Luxusvilla wohne.
besuch gehe. Wenn abends            spätestens, wenn es                                                            Downloaden kann         Es ist doch gut, wenn ich den
zuvor ein Konzert war und           darum geht, zusam­                                                             ein Weg sein, um        Unterschied zwischen mir und
die Nacht entsprechend kurz,        men einen Song zu                                                              Musik kennenzuler­      einem Grossverdiener wie 50
fällt es mir nicht leicht, früh     schreiben, lasse ich                                                           nen. Aber erst durch    Cent erklären kann: Die klei­
aufzustehen. Aber diese Ver­        solche Informatio­                                                             den Kauf einer CD       nen Künstler wurden von den
anstaltungen finden meistens        nen einfliessen.                                                               oder den Besuch         Plattenfirmen schon immer
in den Unterrichtsstunden vor            Jede Schule ist                                                           eines Konzerts kon­     über die Einnahmen der Stars
der Mittagspause statt. Da bin      anders, aber die                                                               sumiert man nicht       quersubventioniert, also in­
ich froh, wenn ich während          Unterschiede sind                                                              nur, sondern trägt      direkt unterstützt. Ein Grund
der Hinfahrt im Zug noch ein        unabhängig davon,                                                              direkt dazu bei, dass   mehr, CDs zu kaufen. Ausser­
wenig dösen kann. Bis wir           ob wir in einer länd­                                                          diese Musik weiter­     dem ist es doch einfach schön,
dann in der Schule eintreffen,      lichen oder eher                                                               hin entstehen kann.     wenn man etwas in Händen
bin ich fit.                        städtischen Umge­                                                              Man unterstützt die     halten kann, das einem gefällt;


                                                                                                             Foto: Bianca Dugaro, Greis
     Wir sind ein gut eingespiel­   bung auftreten. Am                                                             Künstler in ihrer Ar­   wenn man das CD­Booklet
tes Team, lauter engagierte         ehesten spürt man                                                              beit, sodass sie wei­   anschauen und die Songtexte
Leute, das schätze ich sehr.        den Steuersatz: In                                                             tere Alben produ­       lesen kann.
Auch wenn wir klare Kon­            den reichen Ge­                                                                zieren können und           Und ja, wenn ich alle Fra­
zepte und Abläufe haben, sind       meinden wirken die                                                             vielleicht    wieder    gen beantwortet habe, sitze ich
die Schülerinnen und Schüler        Schülerinnen und                                                               einmal für ein Kon­     an den ‹respect ©opyright›­
doch jedes Mal anders. Natür­       Schüler auf den ersten Blick       Teil, wo ich mit den Kids ein   zert in die Region kommen.          Tagen schon um 16 Uhr zu­
lich habe ich mich vorbereitet:     oft träger als beispielsweise im   eigenes Stück kreiere.              Für meine letzte CD habe        frieden im Zug und gondle in
Ich suche mir im Internet je­       Basler Gundeliquartier, wo ich         Seit wir mit diesen Work­   ich eine Auszeit von neun Mo­       den Feierabend – oder zu ei­
weils Informationen über die        wohne. Aber letztlich machen       shops unterwegs sind, hat       naten genommen, in der ich          nem Auftritt am Abend. Denn
Gemeinden zusammen, die             alle mit der gleichen Begeis­      sich der Wissensstand klar      ausschliesslich an den Texten       Erfolg haben als Musiker be­
wir besuchen. Gibt es bekann­       terung mit. Die Workshops          verbessert. Trotzdem braucht    und Melodien meiner neuen           deutet vor allem viel und harte


                                                                                                                                                  »
te oder umstrittene Persön­         machen Spass – mir übrigens        es diese Anlässe unbedingt      Songs gearbeitet habe. Kon­         Arbeit. Aber eine, die Freude
lichkeiten, Ereignisse, die die     auch: Am liebsten ist mir der      weiterhin. Ich finde es enorm   zerte zu veranstalten, ist teuer    macht.




                                                                                                                                            Impressum

Respect copyright

  • 1.
    respect opyright! Die Zeitung zum Thema Urheberrecht Herausgegeben von ProLitteris, SSA, SUISA, SUISSIMAGE, SWISSPERFORM EDITORIAL «Kreativität ist nun mal kein Urheberwasbittesehr? ‹Nine-To-Five›-Job» Am Anfang steht eine Idee. Die Idee entsteht im Kopf eines Menschen, vielleicht in deinem. Du nimmst sie und gestaltest daraus etwas Einmali­ ges, Kreatives, Kunstvolles, kurz: Du schaffst ein Werk. Und weil dieses Lied, dieser Text, diese Zeichnung so einmalig ist, gehört das Werk dir. Du allein bestimmst, was mit ihm ge­ schieht. Du kannst es publizieren, vor­ tragen, in der Schublade einschliessen oder zerstören. Dieses gesetzlich gere­ gelte Privileg heisst Urheberrecht. Ist dein Werk einmal herausge­ bracht, dann wird es von anderen Menschen gehört, gelesen, gesehen, berührt. Sie dürfen für ihren privaten Gebrauch Kopien herstellen, das Werk fotografieren oder zu Hause nachsin­ gen. Auch die Schule darf – im Rah­ men gesetzlicher Grenzen – urheber­ rechtlich geschützte Werke nutzen. Als Urheber bestimmst du über dein Werk. Niemand darf es ohne dei­ ne Zustimmung verändern, aufführen, vervielfältigen oder ausstrahlen. Wenn Der Schweizer Rapper und «Das Erste und Wichtigste ist immer beigetreten. Dabei ging es ihm nicht es jemand nutzt, kannst du eine Bezah­ die Idee», antwortet Stress auf die ums Geld, sondern um den Schutz sei­ lung verhandeln. Oder du kannst dies Schauspieler Stress kann ner künstlerischen Arbeit. Die vielen einer Organisation überlassen, die viele Frage, ob zuerst der Text oder die von seiner Musik leben. Musik zu seinen Songs entstehe. Er kostenlosen Downloads aus dem In­ Künstler vertritt: einer Urheberrechts­ Er erzählt, wie seine Songs findet das Urheberrecht für die Kul­ ternet hätten das Business verändert. gesellschaft. Sie sorgt dafür, dass du als turschaffenden sehr wichtig, darüber Als Musiker in der Schweiz von der Urheberin fair bezahlt wirst. entstehen und was ihm das werde viel zu wenig diskutiert. Der Musik zu leben, sei entsprechend hart, Geistiges Eigentum, und darum Urheberrecht bedeutet. Lausanner aus Estland ist der SUISA sagt Stress. Er hat es trotzdem ge­ geht es, braucht wie Sacheigentum schon ganz zu Beginn seiner Karriere schafft. Seite 6/7 einen angemessenen Schutz. Mit den Informationen in dieser Zeitung kannst du dir ein eigenes Bild machen. Damit du über deine Rechte und jene deiner Idole Bescheid weisst. Die Herausgeberinnen respect ©opyright! Schulveranstaltung zum Thema Urheberrecht Wie kommen Kunstschaffende zu ARTWORK SQUARE.CH ihrem Lohn? respect ©opyright! © WDSMPS vermittelt auf lustvolle Art Informa- Anna Luif Downloaden Leistungsschutzrechte tionen zum Thema Urheberrecht. Bekannte Künstler wie Greis erzäh- Die Zürcher Filmerin weiss aus eige­ Das Herunterladen von Musik, Texten Die Interpreten von Werken – Schau­ len aus ihrem Alltag. Auch in eurer ner Erfahrung, was passiert, wenn man und Filmen aus dem Internet ist weit­ spieler, Sängerinnen und Musiker – Schule. Mehr dazu unter einen bekannten Song verändern und verbreitet. Das bleibt nicht ohne Fol­ haben keine Urheberrechte, dafür so­ c www.respectcopyright.ch in einen Film einbauen will. gen für die Kulturbranche. genannte Leistungsschutzrechte. c siehe auch Seite 16 Seite 14 Seite 10 Seiten 2, 3, 6/7
  • 2.
    2 Gedanken, Ideen und Werke Texte, Bilder, Songs oder Filme – dahinter Auguste Rodin schuf seinen «Denker» um 1880. Die Skulptur steckt viel menschliche Gedankenarbeit. zählt zu den wichtigsten Werken des Ohne schöpferische Leistung gäbe es französischen Bildhauers. keine solchen Werke. Deshalb geniessen die Urheberinnen und Urheber einen Nutzung ihrer Leistungen oder besonderen Schutz. Werke finanziell beteiligt sein. Mit anderen Worten: Schöpfe­ rische Tätigkeit und geistige Leistungen sollen einen Wert (lde) Eigentum hat in der west­ sich aber sehr vie­ haben. lichen Welt einen hohen Stel­ le Gedanken macht Nicht immer ist es einfach, lenwert. Ein Haus, ein Auto, und diese Gedanken eine Trennlinie zu ziehen – zu ein Fahrrad, ein Tisch – die zum Beispiel als Ge­ entscheiden, ob es sich um ein Jurist/innen sprechen von schichte aufschreibt, «Werk» handelt oder nicht. Sacheigentum. Persönliches dann entsteht etwas «Drei Bedingungen muss ein Eigentum darf einem niemand Individuelles», sagt Werk erfüllen», erklärt Sandra ohne Grund wegnehmen. Die Sandra Künzi. Eine Künzi. Erstens müsse es sich Bundesverfassung garantiert Geschichte ist un­ um eine geistige Schöpfung das Eigentum in der Schweiz. trennbar mit der Person handeln. Zweitens müsse ein Aber kann eine Person verbunden, die sie auf­ Werk grundsätzlich zur Lite­ auch etwas besitzen, was man geschrieben hat. Eine Ge­ ratur und Kunst zählen – doch nicht berühren kann? «Ja und schichte ist das Produkt einer das ist ein weites Feld. Der Nein», sagt Sandra Künzi, die geistigen Tätigkeit. Und weil materielle Wert des Werkes als Fürsprecherin im Kanton diese Person Anspruch hat spielt dabei überhaupt keine Bern tätig ist. «Luft kann nie­ auf ihren eigenen Text, spricht Rolle. Mehr zu reden gebe mand nur für sich beanspru­ man von geistigem Eigentum. hingegen das dritte Kriterium, chen. Das brauchen alle zum sagt Sandra Künzi. Das Gesetz Foto: Beat Meister Atmen.» Schwieriger ist es Geistige Leistungen schreibe für ein urheberrecht­ mit Ideen und Gedanken. Be­ lich geschütztes Werk nämlich sitzt zum Beispiel ein Mensch sollen etwas wert sein einen individuellen Charakter seine eigenen Gedanken? «Je­ Einen Text schreiben, ein Bild vor. Man könnte auch von Ori­ der Mensch darf denken, was malen, ein Lied komponieren, ginalität sprechen. Insbeson­ er will. Oft haben Menschen einen Film drehen – das alles dere bei Fotografien habe das aber auch die gleichen Gedan­ sind geistige Leistungen. Ohne heberinnen – so werden die dafür aber sogenannte Leis­ in den letzten Jahren immer ken», erläutert Sandra Künzi. Autoren und Malerinnen, ohne Schöpfer/innen von Werken tungsschutzrechte [c Seite 3]. wieder zu Diskussionen ge­ Deshalb könne auch niemand Komponistinnen, ohne Dreh­ genannt – profitieren deshalb Interpret/innen haben, wie führt [mehr zu diesem Thema für sich beanspruchen, einen buchautoren und Regisseu­ von einem besonderen Schutz auch die Urheber/innen, An­ unter c www.hep-verlag.ch]. Gedanken alleine gehabt zu rinnen gäbe es keine solchen durch das Urheberrecht. recht auf eine Entschädigung, Ob ein individueller Charakter haben. «Wenn ein Mensch Werke. Die Urheber und Ur­ Die Urheberinnen und wenn ihre Leistungen bzw. vorliege, lasse sich letztlich Urheber können ein paar we­ Werke genutzt werden. Sie nur im konkreten Fall ent­ sentliche Rechte für sich in sollen an der wirtschaftlichen scheiden. Anspruch nehmen. Sie allein dürfen beispielsweise entschei­ Geistiges Eigentum den, ob und wann ein Werk (lde)Das geistige Eigentum – von den Jurist/innen auch zum ersten Mal veröffentlicht wird und wie dieses genutzt Privilegierte als Immaterialgüterrecht bezeichnet – umfasst zwei Be- werden darf. Auch haben sie Schulen reiche: das Urheberrecht und die verwandten Schutzrechte ei- das Recht, im Zusammenhang nerseits und die gewerblichen Schutzrechte andererseits. mit dem Werk genannt zu wer­ den: Schöpfer/in und Werk Foto: iStockphoto.com, Michael Jung Während das Urheberrechtsgesetz Werke der Literatur und Kunst, Computerprogramme sowie Leistungen der ausübenden gehören zusammen. Ebenfalls Künstler/innen, Produzent/innen und Sendeunternehmen schützt, zu den fundamentalen Rechten haben die gewerblichen Schutzrechte zum Ziel, geistige Leistun- der Urheberinnen und Urheber gen in Zusammenhang mit Innovation und wirtschaftlicher Tä- zählt, dass ihr Werk nicht ein­ tigkeit zu schützen. Zu den gewerblichen Schutzrechten zählen fach zerstört werden darf. unter anderem Patent-, Marken- und Designrechte. Sie werden Musiker/innen und Schau­ auch Registerrechte genannt, weil sie, anders als die Urheber- spieler/innen schaffen keine rechte, nur durch einen Eintrag in die entsprechenden Register Werke, sondern interpretieren Lehrerinnen und Lehrer dürfen – zumindest beim Urheber- und entstehen. die Werke anderer. Sie haben Leistungsschutzrecht – Dinge tun, die anderen Personen nicht c Weitere Infos: Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum: www.ige.ch deshalb keine eigenen Urhe­ erlaubt sind. Dasselbe gilt auch für Schülerinnen und Schüler. berrechte an ihren Leistungen,
  • 3.
    3 Schwieriger Kein ewiger Schutz Balanceakt Ein Komponist weigert sich, für das konsumierte (lde) Auch nach dem Tod eines Zuckerwasser zu bezahlen. Ein Streit mit urheber- Urhebers oder einer Urhebe­ rechtlichen Folgen. Das Urheberrecht muss verschiedene rin bleibt das Urheberrecht an einem Werk bestehen. Aber Interessen unter einen Hut bringen – (lde) Die Stimmung im Pariser Café­Concert Ambassa­ nicht für ewig. In den meis­ deurs war entspannt. Das Orchester spielte, und die Gäste eine äusserst schwierige und ten Ländern, so auch in der vergnügten sich bei Speis und Trank. Unter ihnen war konfliktreiche Aufgabe. Schweiz, erlischt es siebzig auch Ernest Bourget, ein bekannter Chanson­Komponist. Jahre nach dem Tod des Urhe­ Zusammen mit einem Kollegen trank er Zuckerwasser, bers oder der Urheberin. ein Luxusgetränk jener Zeit. Als der Kellner einkassieren Ursprünglich war im Rah­ wollte, weigerte sich Bourget, die Rechnung zu beglei­ (lde) Das Urheberrecht muss Doch die Regale der Bib­ men der «Berner Übereinkunft chen. Seine Begründung: Das Orchester habe wiederholt nicht nur auf die Ansprüche liotheken sind voll von urhe­ zum Schutz von Werken der – und ohne dafür zu bezahlen – seine, Bourgets, Musik der Urheberinnen und Urhe­ berrechtlich geschützten Wer­ Literatur und Kunst» von 1886 gespielt. ber Rücksicht nehmen, son­ ken. Haben die Urheberinnen eine Schutzdauer von fünfzig Der Streit wurde vor Gericht ausgetragen. Und dern auch auf die Interessen und Urheber nun Anrecht auf Jahren vorgesehen. Die Idee Bourget bekam recht. Am 8. September 1847 verbot das der Allgemeinheit. Oft besteht eine Entschädigung, wenn ihre dabei war, dass neben dem Tribunal de Commerce de la Seine dem Wirt, Stücke hier ein Spannungsfeld. Auch Werke ausgeliehen werden? Urheber oder der Urheberin des Komponisten ohne dessen Einwilligung zu spielen. die Erklärung der Menschen­ Wessen Interessen sind höher auch noch die Nachkommen Später erhielt Bourget auch Schadenersatz zugesprochen rechte der UNO von 1948 zu gewichten? der zwei nachfolgenden Gene­ – der Wirt musste ihm nachträglich eine Vergütung zah­ spiegelt diesen Grundkonflikt. rationen vom Urheberrechts­ len. In Artikel 27 des Dokuments Auch das eidgenössische Par­ schutz profitieren können. Beflügelt durch diesen Erfolg, schlossen sich Bour­ ist festgehalten, dass jeder lament musste eine Antwort 1993 passte die EU die Frist get, zwei weitere Komponisten und ein Verleger 1850 Mensch freien Zugang zu In­ auf diese Frage finden. Die den veränderten Bedingungen zusammen, um die Aufführungsrechte an ihren Musik­ formation und Kultur haben Schweizer Parlamentarier/in­ – etwa der höheren Lebenser­ werken gemeinsam zu verwalten. Sie legten damit den soll, dass aber auch die geisti­ nen wählten den Kompromiss: wartung – an und erhöhte die Grundstein für die «Société des Auteurs, Compositeurs et gen und materiellen Interessen Wenn Bücher oder DVDs ge­ minimale Frist für ihre Mit­ Editeurs de Musique» (SACEM), die älteste Gesellschaft der Urheber/innen zu schützen gen Entgelt vermietet werden, gliedsländer auf siebzig Jahre. der Welt für die kollektive Verwertung von Urheberrech­ sind [c www.humanrights.ch/ so haben die Urheberinnen und Mehr zu diesem Thema unter ten an Musik. home/?idcat=7]. Urheber Anspruch auf eine c www.hep-verlag.ch Bereits 1777, also noch vor der Französischen Re­ Ein gutes Beispiel für Vergütung. Keine Entschädi­ volution, wurde in Paris die «Société des Auteurs et dieses Spannungsfeld sind gung bekommen sie hingegen, Compositeurs Dramatiques» (SACD) gegründet, um den die öffentlichen Bibliotheken. wenn der Verleih – wie in den Anliegen der Autoren und Dramatiker zum Durchbruch Über sie sollen Menschen meisten öffentlichen Biblio­ zu verhelfen. freien Zugang zu Kultur und theken – kostenlos ist. Andere Wissen erhalten – unabhängig Länder, so Deutschland oder von ihren finanziellen Mög­ Österreich, haben sich für an­ © Succession Giacometti/2010, ProLitteris Zurich. Foto: Keystone, Sotheby’s Handout lichkeiten und ihrer Bildung. dere Lösungen entschieden. Dank Bibliotheken sollen ins­ Dort werden die Urheberinnen besondere Kinder und Jugend­ und Urheber auch für die in liche gleiche Bildungschancen Bibliotheken kostenlos ausge­ haben. liehenen Werke entschädigt. Das Copyright-Zeichen Leistungsschutzrechte Auf nahezu allen Büchern und Musik-CDs ist es (verwandte Schutzrechte) zu finden – das kleine ©. Aber was bedeutet das (lde) Im schweizerischen Urheberrechtsgesetz (URG) sind Copyright-Zeichen eigentlich? nicht nur die Urheberrechte geregelt, sondern auch die sogenannten Leistungsschutzrechte (auch verwandte Schutz- (lde) Der Begriff «Copyright» wie der «Berner Übereinkunft rechte genannt). Um ein Werk hör- oder sichtbar zu machen, sind stammt aus dem angelsächsi- zum Schutz von Werken der Li- neben der Person, die das Werk geschaffen hat, oft weitere Per- schen Raum. Er steht in diesen teratur und Kunst» von 1886 ist sonen nötig: Interpret/innen (z. B. Sänger/innen, Musiker/innen, Ländern für das, was wir bei uns es in vielen Ländern zu einer An- Schauspieler/innen), Produzent/innen von Ton- und Tonbildträ- als Urheberrecht bezeichnen. näherung des Rechts gekommen. gern (z. B. Musik- und Filmproduktionsunternehmen) oder Sende- Die Werke des bekannten Copyright und Urheberrecht ha- So entstehen Urheberrechte unternehmen. Ihnen stehen Leistungsschutzrechte zu. Konkret Bündner Künstlers Alberto ben sich in Amerika und Europa heute auch in Amerika grund- erhalten sie unter anderem Entschädigungen, wenn ihre Darbie- Giacometti, der 1966 starb und geschichtlich anders entwickelt. sätzlich automatisch, sobald ein tungen, Aufnahmen und Sendungen durch Dritte genutzt werden, dessen Porträt auf unserer So war zum Beispiel bis 1989 in Werk entstanden ist. In Europa etwa wenn in einer Bar Hintergrundmusik oder der Fernseher Hunderternote abgebildet ist, den USA ein Copyright-Hinweis war das Anbringen des © nie läuft. In der Schweiz nimmt SWISSPERFORM diese Rechte wahr. sind ab 1. Januar 2037 nicht zwingend erforderlich. Dank eine rechtliche Voraussetzung mehr durch das Urheberrecht internationalen Vereinbarungen für urheberrechtlichen Schutz. geschützt.
  • 4.
    4 Musical: Einheit von Musik, Tanz und Theater Rahel Senn hat es geschafft: Als Ab- schlussarbeit an der Kantonsschule hat sie ihr eigenes Musical zur Aufführung gebracht. So kompliziert das Unterfangen war, aus urheberrechtlicher Sicht war es viel einfacher als die schweizer- deutsche Version von «Grease», die Monika Bühlmann mit ihren Tanzschülern auf die Beine gestellt hat. (nis) «Totaler Wahnsinn» – so wenn sie sich diesmal bei der der Titel des ersten eigenen Choreografie und beim drama­ Musicals von Rahel Senn. Sie turgischen Aufbau von Profis war gerade mal 18 Jahre alt, helfen liess, war auch diese als sie im Rahmen ihrer Ma­ Produktion «totaler Wahn­ turaarbeit zusammen mit ihren sinn». Foto: Andreas Isenegger Mitschülerinnen und Mitschü­ Die Urheberrechte an bei­ lern das Stück einstudierte. den Musicals liegen bei der Nicht nur die Musik und die mittlerweile dreiundzwanzig­ Liedtexte stammen von Ra­ jährigen Zürcherin. Jedes Mal, hel Senn, sie übernahm auch wenn eines ihrer Werke auf­ gleich die Regie und die ganze geführt wird oder jemand die Ein fantasiereicher Mix aus «Harry Potter» und «Herr der Ringe»: In Rahel Senns zweitem Musical Produktionsarbeit. CD mit dem Soundtrack kauft, «Sanskaja» müssen sich friedliche Elfen gegen eine böse Macht behaupten. Heute studiert Rahel Kom­ erhält sie eine kleine Entschä­ position und Klavier in Zürich digung. Und wer weiss, viel­ und arbeitet an ihrem ersten leicht kommt im Laufe der Nachspielen ist nicht Produzent/innen, Regisseur/ Produktion, nicht zu verglei­ Roman [c Seite 5]. Auch ein Jahre einmal so viel zusam­ innen oder Lehrer/innen ein chen mit den internationalen zweites Musical, «Sanskaja», men, dass sie sagen kann, der immer einfacher bereits bestehendes Werk, Tourneetruppen, die ganze hat sie inzwischen getextet Aufwand habe sich nicht nur Dass jemand ein Musical von das sie mit ihrer Truppe, oder Sportstadien mit Publikum und komponiert. Es wurde im für ihr Selbstbewusstsein ge­ A bis Z selbst auf die Beine eben mit ihren Schülern und füllen. Sommer 2009 im Volkshaus lohnt, sondern auch finanziell. stellt, kommt nur sehr selten Schülerinnen, erarbeiten und Noch vor den ersten Pro­ Zürich uraufgeführt. Selbst vor. Meistens suchen sich die aufführen können. Damit ben ging es also darum, die hat die Tanzlehrerin Monika Aufführungsrechte einzuho­ Bühlmann schon einige Erfah­ len. Monika Bühlmann hatte rungen gesammelt. Das erste es insofern einfach, als die Eine Bearbeitung war beispielsweise Musical, das sie mit ihren 10­ Firma, die die Rechte der Au­ Cover und Bearbeitung die berühmte Interpretation der amerika- bis 16­jährigen Schüler/innen toren und Komponisten des (nis) 1600 Versionen des nischen Nationalhymne «The Star- einstudierte, war «Grease», Musicals verwaltet, auch No­ Beatles-Songs «Yester- Spangled Banner» durch den Rock- eine rockige Liebesgeschichte, ten, Texte und eine CD mit day» wurden im Laufe gitarristen Jimi Hendrix am Woodstock- die vor allem in der Filmver­ dem Soundtrack ohne Gesang der Jahre veröffentlicht, auf Festival 1969. Die verzerrten Klänge sion von 1978 mit John Tra­ liefern konnte. Trotzdem hatte 2600 bringt es George Gersh- seiner Version erinnern an den Kampf- volta weltberühmt wurde. Für Monika Bühlmann noch viel wins «Summertime», und dabei lärm auf einem Schlachtfeld. Auch die Aufführung von «Grease» zu tun, bis das Stück mit Ku­ sind Ausschnitte und Bearbei- eine Verfilmung oder Übersetzung mit ihren Tanzschüler/innen, lissen, Kostümen, Licht und tungen auf DJ-Samplern noch eines Romans stellt eine Be- die auch singen und spielen Choreografie endlich bereit nicht einmal eingerechnet. Erfolg arbeitung dar, zu der die Au- mussten, erarbeitete Monika zum Proben war. fand schon immer viele Nachah- torin oder der Autor ihr Einver- Bühlmann eine gekürzte Fas­ Auch für die Übersetzung mer. Solange man sich beim Nach- ständnis geben müssen. sung auf Schweizerdeutsch, brauchte es die Erlaubnis der spielen strikte an die Vorlage hält – man Und selbstverständlich hat der eine sogenannte Bearbeitung, ursprünglichen Urheber. Dafür spricht dann von einer Coverversion –, Urheber für die Nutzung des deren Texte sie selbst verfasst gilt Bühlmanns Dialektversion ist das auch völlig o.k. Wer das Original Werkes in allen Formen An- hatte [c Box Cover und Be- jetzt als «Werk zweiter Hand», jedoch stark verändert, muss dafür die spruch auf Entgelt. Wenn also arbeitung]. Das Stück wurde das wiederum urheberrecht­ Fotos: Keyston Erlaubnis des ursprünglichen Kompo- e seine Komposition in einer Co- öffentlich und gegen Eintritts­ lich geschützt ist. Sie bekäme nisten oder der Komponistin einholen. In solchen verversion auf CD gepresst oder geld aufgeführt, also weder an sogar Tantiemen, wenn je­ Fällen spricht man nicht von einer Coverversion, live aufgeführt wird, erhält er dafür Entschädi- einer Schule noch in privatem mand diese Fassung für eine sondern von einer Bearbeitung. gungen. Rahmen und auch nicht gratis. eigene Adaption des Musicals Trotzdem war es eine Mini­ benutzen würde.
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    5 Jahrelang schrieb ich wie ein wildes Tier … von Rahel Senn «Man wird als tor geboren wür­ Autor geboren», de; die Autoren­ Das Urheberrecht sagte mir ein­ krankheit lautet mal ein Autoren­ Schreib manie, Foto: Keystone, Gaetan Bally freund, und ich und sie macht ei­ macht vor Clubs nicht halt habe diese Aus­ nen immun ge­ sage nicht ver­ gen Rückschlä­ standen, bis ich ge, die einen auf Foto: Schafak Ünal mich eines Tages dem Weg zum gefragt habe, was Beruf erwarten. eigentlich mit mir Die Frage, Mit 17 fingt sie an, Platten aufzulegen. Heute ist DJ Tatana eine der erfolgreichsten DJs der Schweiz. los sei; jahrelang die ich immer schrieb ich wie ein wildes Tier, wieder zu hören bekom­ verbrachte ich jeden Tag zig me, wenn ich sage, dass ich Zu einer anständigen Party gehört ein DJ! sie die Songs eintragen, die Stunden mit dem aufgeschla­ an einem umfangreicher­ sie am Abend gespielt haben. genen Laptop in einem Café en Text arbeite, lautet: «Und Und zu jedem DJ gehört eine anständige Denn klar rechnen auch die (und ich tue es immer noch!), wann kommt das Buch in CD-Sammlung oder, besser noch, ein gut grossen Clubs mit der SUISA ohne ein Buch hervorgebracht die Läden?» Alle wollen das bestückter iPod. ab. «Schliesslich sollen die zu haben. Buch – das Werk einer Autorin Musiker etwas davon haben, Drei dreihundertseitige Ma­ – sehen, aber niemand würde wenn ihre Songs beim Publi­ nuskripte habe ich bereits ver­ denken, dass der Prozess vom kum ankommen», findet Splitt. worfen – jedes Mal wars, als Geschichtenerfinden bis zum (nis) DJ Splitt* bringt immer richtsstunde – da gilt die Mu­ Die Entschädigung richtet sich ob ich meinen besten Freund verkäuflichen Exemplar Jahre ein paar alte Vinyl­Scheiben sik bekanntlich als Lehrmittel nach den Eintrittspreisen und zu Grab begleitet hätte –, und dauern kann (wenns ein Best­ mit, wenn er auflegt. Statt auf und fällt unter den reduzierten nach der Anzahl Gäste, die die ich bin mir nicht sicher, ob seller werden soll, sowieso!). dem iPod hat er seine Songs Schultarif [c Seite 2]. Veranstaltung besucht haben. mein viertes Manuskript gut Ein Verlag lässt sich wohl auf einer externen Festplatte «Eine Schülerdisco kann So steuert der Veranstalter genug sein wird, um als Buch suchen – bestimmt gibt es eine gespeichert. Er sorgt min­ man mit einem Dorffest ver­ an so einem Abend für jeden auf den Markt zu kommen. Ich Handvoll Hobbyschreiber, die destens einmal im Monat an gleichen, an dem ja oft Musik Clubbesucher und jede Be­ habe das Glück, in einem ge­ ihre Texte mit parfümierten irgendeinem Fest dafür, dass zum Tanz gespielt wird», er­ sucherin etwa einen Franken standenen Autor einen treu­ Sammelbriefen an alle Verla­ auch die Faulsten abtanzen. klärt Splitt. «Dafür gibt es bei zum Einkommen der Kom­ en Freund gefunden zu haben, ge schicken, die sich im Han­ «Seit man die Songs aus dem der SUISA Pauschaltarife, die ponist/innen und Musiker/ der meine Schriftstellerkarri­ delsregister finden lassen, und Internet herunterladen kann, von der Website der Verwer­ innen bei. «Für den einzelnen ere mit gnadenlos kritischem darauf warten, ihren Buchtitel ist das DJing einfacher gewor­ tungsgesellschaft herunterge­ Musiker ist das nicht viel, aber Auge mitverfolgt und mir hilft, auf der Bestsellerliste zu lesen den», findet er, «ein Taschen­ laden werden können.» Auf je mehr Leute zu seiner Musik den Weg zu finden, den man –, aber in den wenigsten Fäl­ PC und anständige Boxen ge­ dieser Site finden die professi­ tanzen, desto mehr Geld läp­ als zukünftige Buchautorin zu len finden. Wenn ein Roman nügen.» Trotzdem ist ihm eine onellen DJs Listen, auf denen pert sich zusammen.» beschreiten hat. Es ist ein ver­ oder eine Erzählung Substanz gute Musikanlage lieber als dammt harter Weg! Und seit hat, kommen die Verlage, die die transportable Miniaturaus­ ich ihn gegangen bin, verstehe für gewöhnlich «keinen Platz rüstung: «Wenn ich zwischen ich, was er damals gemeint hat, mehr für neue Autoren haben», Platten, CDs und MP3­Player Die Künstler/innen nicht als er sagte, dass man als Au­ von selbst. abwechseln kann, habe ich mehr Möglichkeiten, auf die vergessen Leute einzugehen.» Und das (nis) Ob am Turnfest, am Abschlussball, im Tanzkurs, im Buchland Schweiz? sei das Wichtigste für einen guten DJ – zu spüren, was bei Shoppingcenter oder in der Disco: Überall, wo Musik zu hören ist, sollten deren Urheber und die Interpret/innen für ihre den Gästen gerade ankommt. Arbeit auch einen Lohn erhalten. Weil aber eine kommerzielle DJ Splitt nimmt es mit dem Veranstaltung etwas anderes ist als ein Quartierfest, unter- Musikauflegen sehr genau. scheiden sich die Entschädigungen, die an den verschiedenen Foto: iStockphoto.com, David Franklin Schon in der Schule erkun­ Anlässen zu bezahlen sind, zum Teil beträchtlich. Auskunft über digte er sich bei der SUISA die verschiedenen Tarife findet man auf der Website c www. Fast 500 Verlage gibt es in der Schweiz, jährlich erscheinen nach den rechtlichen Grundla­ suisa.ch oder direkt, über Telefon, bei der Verwertungsgesell- bei uns 10 000 Titel. Erstaunlich, wenn man bedenkt, wie klein gen. Ein Abschlussfest ist halt schaft. Nichts bezahlen muss man, wenn man unter Freunden das Land ist. Die Schweiz – ein Paradies für die Schriftsteller/ etwas anderes als eine Unter­ Musik hört, an einem Geburtstagsfest beispielsweise oder an innen? Mehr zu diesem Thema c www.hep-verlag.ch einer Hochzeit. *Name geändert
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    6 INTERVEW MIT STRESS «Das Erste und Wichtigste ist immer die Idee» Foto: Seb Agnetti Schon früh wurde der Lausanner Rapper eingezogen wird, diese festen den Inhalt meiner Texte ziem­ Und die Inspiration, woher Vorstellungen machen einen lich explizit wiedergeben. kommt die? Stress (alias Andres Andrekson) Mitglied leicht zu einem Gefangenen, Manchmal hat man sie ganz bei einer Urheberrechtsgesellschaft. und neue Ideen entstehen nur Wie viel in den Videoclips be- allein, manchmal entsteht sie Dabei ging es ihm nicht ums Geld. in völliger Freiheit. ruht auf deinen Ideen, und was im Team. Es gibt Songs auf kommt vom Regisseur? meinem Album, die länger Wie soll man das verstehen, Das ist, wie vieles in mei­ als ein Jahr brauchten, bis sie Ideen hat man doch immer, nem Beruf, immer ein Team­ fertig waren – und diese Zeit (nis) Was bedeuten die Urhe- Mal ist es eine Verszeile, zu sogar im richtigen Gefängnis? work – nur schon, weil ja zahlt einem niemand. Aber berrechte für dich? der ich die Musik suche, dann Ich rede hier nicht von Ge­ der Text und die Musik von Kreativität ist nun mal kein Das ist ein Thema, über das wieder habe ich einen Fetzen danken, sondern von Kre­ mir die Grundlage des Clips «Nine­to­Five­Job». Die Idee viel zu selten diskutiert wird. Musik im Ohr, zu dem die ativität: Nehmen wir zum bilden. Wir suchen gemein­ kommt, wann sie will – darum Aber das Urheberrecht ist sehr Reime fehlen. Stück für Stück Beispiel ein Albumcover. In sam nach möglichen Umset­ muss man einer CD die Zeit wichtig für uns Kulturschaf­ setzt sich das mit der Zeit meinem letzten CD­Booklet zungen. Aber danach lasse ich geben zu wachsen. fende. Da nervt es mich, wenn zu einem Song zusammen – hat es ein Foto, da liege ich dem Regisseur freie Hand. die Leute sich damit heraus­ manchmal auch mit der Hilfe auf einem Berg von Patronen­ zureden versuchen, dass sie von Freunden und Kollegen. hülsen. Sie sehen fast weich davon keine grosse Ahnung Das kann auch dann und aus, wie ein Kissen, und sind haben. Darum geht es doch wann heissen, dass man ak­ doch ein Symbol für brutalste immer im Leben: Man muss zeptieren muss, wenn keine Gewalt. Das Bild wirkt sanft Stress: Sein Weg zum Erfolg sich eine eigene Meinung bil­ Ideen kommen. und vermittelt trotzdem eine den. Und dazu gehört, dass aggressive Aussage. Denn die (nis) Der Rapper, Musiker und Schauspieler Stress heisst man sich über die Dinge in­ Ohne Ideen gäbe es keinen Idee dahinter wirkt durch den mit bürgerlichem Namen Andres Andrekson. Er wurde am formiert. Gedankenlosigkeit Stress? Gegensatz nur umso stärker. 25. Juli 1978 in Estland geboren und kam als Zwölfjähriger mit ging mir schon immer auf den Das könnte man so sagen, ja. Die Idee ist einzigartig, darum seiner Mutter in die Schweiz, nach Lausanne, wo er zur Schule Geist – ganz egal, um welches Man weiss ja nicht, woher die geht es mir. ging und Wirtschaft studierte. Stress ist mit der Schauspielerin Thema es sich dreht. Ideen kommen. Aber letztlich Melanie Winiger verheiratet und lebt heute in Zürich und Lau- sind sie es doch, die den Un­ In der Deutschschweiz ver- sanne. Er veröffentlichte fünf CDs mit der Hip-Hop-Formation Was entsteht zuerst: Der Text terschied zwischen den Men­ stehen allerdings viele deine Double Pact (1995–2006) sowie vier Solo-Alben: «Billy Bear» oder die Musik zu deinen schen ausmachen. Heute gibt Texte gar nicht. Ist das kein (2003), «25.07.03» (2005), «Renaissance» (2007) und «Des rois, des Songs? es oft zu viel «mise en forme» Frust? pions et des fous» (2009). 2008 erhielt Stress drei, 2010 weitere Das Erste und Wichtigste ist – Verpackung – und zu wenig Da kann ich nichts dagegen zwei Swiss Music Awards. immer die Idee. Alles Weitere eigene Ideen. Man muss auf­ tun. Aber unter anderem des­ c www.stressmusic.com durchdringt sich gegenseitig. passen, dass man da nicht hin­ halb mache ich Videos, die
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    7 Nun aber konkret:Du kom- Stört es dich, wenn die Leu- viel kleiner ist. Ich habe ja sich eine eigene Meinung bil­ nicht bezahlt. Wenn also die ponierst, schreibst Texte und te deine Songs in Internet- schon lange recht viel Erfolg, den – genauso, wie ich das in Musiker und Filmemacher trittst ja auch an deinen Kon- Tauschbörsen downloaden? aber von meiner Musik leben meinen Texten mache. immer weniger Geld für ihre zerten auf. Heisst das, die Es geht ums Prinzip. Es geht kann ich erst seit etwa drei, Klar ist es schwierig für Arbeit bekommen, werden SUISA vertritt deine Rechte darum, dass die Leute be­ vier Jahren. einen Schüler, der vielleicht sie vielleicht irgendwann halt als Komponist und Textautor greifen, dass sie die Künstler Es gibt im Musikbusiness zwanzig Stutz Taschengeld im etwas anderes machen müssen und die SWISSPERFORM nicht unterstützen, wenn sie ja nicht nur die superreichen Monat hat: Soll er sich eine und keine Zeit mehr haben für deine Rechte als Interpret? die Songs im Netz klauen. Am Stars und die armen tellerwa­ CD kaufen oder ins Kino ge­ ihre Musik oder die Filme – Ja. Aber ehrlich gesagt, lasse Schluss trifft es ja immer die schenden Bohemiens, son­ hen? Oder die CD runterladen weil sie ja schliesslich auch ich den ganzen Formularkram Kleinen, die nicht mehr davon dern auch Menschen, die ganz und ins Kino gehen? Oder die was zu essen brauchen, um zu mittlerweile von meinem Ma­ leben können. Ehrlich gesagt, normal von ihrer Arbeit leben CD und den Film downloaden überleben. nager erledigen. Er schickt die ist das ziemlich Scheisse mit wollen. Aber als Musiker in und mit den Kollegen eins Und ja: Was werden die Stücke ein und trommelt alle den Downloads. Es gibt eine der Schweiz von der Musik trinken gehen? eifrigen Downloader sagen, Beteiligten zusammen, damit Veränderung im Business, die zu leben, ist hart. Es gibt so Er muss sich einfach be­ wenn es irgendwann einmal wir die Anteile, die jeder Ein­ wusst sein, was es für Folgen keine Musik mehr gibt, weil zelne an so einem Song hat, hat, wenn er für die Musik und die, die sie machen, sich das untereinander aufschlüsseln die Filme, die er konsumiert, nicht mehr leisten können? können. Dann unterschreiben wir alle die Formulare, und die Sache ist für uns erledigt. Vier Fragen an die SUISA Seit wann lässt du deine Rech- te schon von der SUISA wahr- nehmen? (nis) Was verdient ein Künst- bei der SUISA melden, wenn Ich habe schon früh beschlos­ ler oder eine Künstlerin pro sie es spielen? sen, der SUISA beizutreten. verkaufte CD? Nur die ganz kleinen pri­ Dabei ging es mir nie ums Wenn ein Künstler oder vaten Radiostationen der Geld, sondern um den Schutz Foto: Seb Agnetti eine Künstlerin alle Songs Schweiz müssen kein Pro­ meiner künstlerischen Arbeit. auf einer CD selbst kom­ gramm der gespielten Songs Das sind meine Songs. Ich poniert hat, dann erhält er abgeben. Das Geld, das sie wollte nicht, dass man sie mir oder sie als Urheber/in pro der SUISA überweisen, klaut. Heute geht es mir auch verkaufte CD im Schnitt wird auf die Songs verteilt, darum, dass diese Einträge «Kreativität ist nun mal kein ‹Nine-to- etwa 1 Franken 50 für seine die von den anderen priva­ wie ein Repertoireverzeich­ Arbeit. Was die Interpret/in­ ten Radiostationen gespielt nis funktionieren. Was bei der Five-Job›. Die Idee kommt, wann sie nen an einer CD verdienen, werden. Alle anderen Ra­ SUISA erfasst ist, ist mein will – darum muss man einer CD die Zeit ist viel schwieriger zu schät­ diostationen sind jedoch Werk. Wenn ich einen Song geben zu wachsen.» zen – es kommt darauf an, verpflichtet, der SUISA ein bei der SUISA einreiche, setze welche Verträge sie mit ih­ Programm zu schicken. Die ich gewissermassen auch ei­ rer Plattenfirma abgeschlos­ SUISA erhält und bearbeitet nen Schlusspunkt darunter. sen haben. jedes Jahr Programme von wir nicht kontrollieren können. viele talentierte Leute. Und insgesamt rund 60 Radio­ Wie setzt sich dein Einkommen Und es gibt viele Künstler, die es stimmt, manchmal ist das Wer erhält wie viel, wenn sendern. Nur so kann sie zusammen? deshalb nicht mehr überleben wirklich sehr, sehr frustrie­ ein Song am Radio gespielt den Komponisten, Textau­ Mehrmals im Jahr wird bei der können und die Musik höchs­ rend. wird? torinnen und Verlegern der SUISA abgerechnet, und ich tens noch nebenbei machen. Wenn ein Song auf einem weit über 100 000 Songs, erhalte als Urheber Geld, zum Und wenn eine Band dich co- Privatsender wie «Radio die in der Schweiz im Radio Beispiel pro verkaufte CD und Und wie steht’s mit den Han- vert? Was sollen die tun, damit 24» läuft, erhalten die Kom­ laufen, Geld für ihre Arbeit wenn meine Songs am Radio dyaufnahmen deiner Konzerte, das nicht illegal ist? ponistinnen und Autoren überweisen. oder TV gespielt werden. Da­ die man auf YouTube findet? Also zuallererst sollen sie sich jedes Mal etwa 70 Rappen. für erhalte ich auch als Inter­ Du meine Güte, die sind der­ Mühe geben, dass es dann Wenn der Song auf einem Wie läuft die Abrechnung pret zusätzlich Geld von der massen schlecht! Verwackelte auch gut klingt :­) Ich habe SRG­Kanal (wie «Virus» bei MTV? SWISSPERFORM. Aber im Bilder, kaum verständlicher auch schon Songs von anderen oder DRS 3) läuft, erhalten MTV ist kein Schweizer Verhältnis bringt das nicht viel Ton – das kümmert mich nicht gecovert, das gehört doch zur sie dafür etwa 6 Franken 75. Sender, deshalb gilt für ein. Das meiste verdiene ich gross, wenn die auf YouTube Entwicklung jedes Musikers. (Bei der ersten SRG­Aus­ Clips auf MTV das auslän­ als Interpret mit Konzerten auftauchen. Das ersetzt ja das Aber klar, wenn jemand einen strahlung eines Songs in ei­ dische Gesetz. Bei MTV und mit dem Verkauf der CDs. richtige Erlebnis, live dabei Song von mir veröffentlichen nem Halbjahr sind es sogar Deutschland zum Beispiel gewesen zu sein, niemals. Sol­ will, braucht es die Erlaubnis rund 34 Franken.) Auch die werden die Urheberrechte Und was sind deine grössten che Videos macht man ja nur, der SUISA, die meine Rech­ Interpret/innen (Musiker/in­ für die Schweizer Kom­ Ausgaben? um damit zu prahlen, dass man te in diesem Bereich wahr­ nen und Sänger/innen) erhal­ ponist/innen von unserer Natürlich auch die Konzerte. am Konzert war. Und letztlich nimmt. ten Geld, dies dann von der deutschen Schwestergesell­ Wir zahlen ja alles selbst: die ist das sogar Werbung für SWISSPERFORM. Aller­ schaft GEMA einkassiert. Mitmusiker, die Bühnentech­ mich. Was rätst du den Schülern, die dings ist der Betrag nicht so Die GEMA leitet dann diese nik, den Transport. Und wenn Musik und Filme im Internet einfach zu berechnen, weil Gelder an die SUISA weiter. wir eine CD aufnehmen, enga­ Kann man als Musiker in der herunterladen? viele Faktoren mitspielen. So erhalten auch die Schwei­ giere ich jedes Mal auch Stu­ Schweiz so reich werden wie Ich kann ihnen die Entschei­ zer Urheber/innen der Songs diomusiker, das ist nicht billig. eine Britney Spears? dung, was sie machen wollen Müssen Radiostationen je- auf MTV Deutschland einen Aber das ist eine Investition Nein, reich werden kann man und was nicht, nicht abneh­ des Stück aufschreiben und Lohn für ihre Arbeit. für die Zukunft und sichert mir hierzulande als Musiker kaum men. Aber ich kann ihnen meine Unabhängigkeit. – einfach weil der Markt viel, Denkanstösse geben, damit sie
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    8 Technik und Urheberrecht Spezialfall Computerprogramme (lde) Computerprogramme haben im Urheberrecht eine Sonderstellung. Im Prinzip handelt es sich dabei ja nicht Das Urheberrecht musste immer wieder auf. Im selben Jahr fand in um Werke, anders als bei Texten, Bildern, Songs oder Fil- Deutschland die erste Rund­ men. Trotzdem sind Computerprogramme wie Werke geschützt. an die technische Entwicklung ange- funkübertragung eines Inst­ Ein kleiner Unterschied besteht bei der Schutzdauer: Während passt werden. Zu eigentlichen Entwick- rumentalkonzertes statt. Ra­ Werke der Literatur und Kunst siebzig Jahre über den Tod des lungssprüngen führten die Erfindung diopioniere fanden sich auch Urhebers oder der Urheberin hinaus geschützt sind, beträgt die in der Schweiz zusammen. Schutzfrist bei Computerprogrammen nur fünfzig Jahre. der Schallplatte, die drahtlose Kommuni- 1922 nahm in Lausanne der Die grössten Unterschiede zu den literarischen und künstleri- kation über Funk die Radio- und Fernseh- dritte öffentliche Radiosender schen Werken betreffen den Eigengebrauch. Europas seinen Betrieb auf. technik. In Zürich entstand 1924 die Radiogenossenschaft Zürich, Fernsehen im Internet die auf dem Hönggerberg den (lde) Damit ein Sender urheberrechtlich geschützte Werke (z. B. ersten Sender in der deutsch­ Filme oder Songs) senden darf, benötigt er das sogenannte Sen- sprachigen Schweiz betrieb. In derecht. Dies gilt auch fürs Schweizer Fernsehen, Radio DRS und den Zwanzigerjahren wurden für alle privaten Fernseh- und Radiosender. Firmen, die Program- im ganzen Land Radiogenos­ me weiterverbreiten und den Konsumentinnen und Konsumenten senschaften gegründet. zur Verfügung stellen, müssen über das «Weitersenderecht» ver- Die Politik musste diesen fügen. Das betrifft in erster Linie die Kabelnetzbetreiber (z. B. die neuen Entwicklungen Rech­ Cablecom), aber auch die Swisscom, die mit Bluewin auch Fern- nung tragen. 1923 trat in der sehangebote über das Telefonnetz verbreitet. Unter das Weiter- Schweiz ein neues Urheber­ senderecht fallen ebenso Unternehmen wie Zattoo oder Wilmaa, recht in Kraft. Dieses schuf die Fernsehprogramme über das Internet anbieten. Neu kommen unter anderem die Grundlage auch drahtlose Netzbetreiber hinzu. Ein Teil der monatlichen Ge- für die ersten schweizerischen bühren kommt den Berechtigten gemäss dem schweizerischen Verwertungsgesellschaften, Urheber- und Leistungsschutzrecht zugute. die sich um die Rechte von Urheberinnen und Urhebern kümmerten. So schloss etwa Darf man den Kopierschutz einer DVD die Gesellschaft für Auffüh­ knacken? rungsrechte, eine Vorgän­ gerorganisation der heutigen (lde) Umgeht eine Privatperson für das Herstellen einer gesetzlich Bild: Keystone SUISA, bereits 1926 mit der erlaubten Privatkopie einen technischen Kopierschutz, so kann Radiogenossenschaft Zürich sie nach schweizerischem Recht dafür nicht belangt werden. einen Lizenzvertrag ab. Auch Verboten ist aber das Anbieten und Verbreiten von Vorrichtun- 1877 erfand Thomas Alva Edison den Fonografen – Musik auf- gab es damals schon Verträge gen, mit denen technische Schutzmassnahmen – also etwa der nehmen war damals nicht ganz so einfach wie heute. mit Musikvereinen, Konzert­ Kopierschutz auf einer DVD – geknackt werden können. veranstaltern und Kursälen. (lde) «Hello» soll das ers­ wieder vor neue Herausforde­ te Wort gewesen sein, das rungen stellte. Als Musik noch Thomas Alva Edison aufge­ ausschliesslich im Konzertsaal nommen und anschliessend erklang, stellten sich ganz an­ Der Buchdruck – eine Erfindung mit Folgen wieder abgespielt hat. Edison dere Fragen als in der heutigen hat nicht nur die Glühbirne er­ Zeit mit Rundfunk, Internet (lde) Um 1440 revolutionier- Johannes funden, sondern auch den Fo­ und MP3­Playern. Entstanden te Johannes Gutenberg mit Gutenberg Bilder: iStockphoto.com (Gutenberg: nicoolay; Druck früher: Grafissimo, Druck heute: seraficus) nografen, mit dem man Töne ist ein Markt für die Massen­ der Erfindung der bewegli- auf einem Wachszylinder nutzung von urheberrechtlich chen Metalllettern und der speichern und wiedergeben geschützten Werken. Druckerpresse den Buch- Drucken konnte. Nur kurze Zeit nach druck. Seine Erfindung er- gestern Edisons Erfindung entwickelte Pioniere gründen möglichte die «Vervielfälti- und heute der in Amerika tätige Deutsche gung» von Texten. Wer vorher Ernst Berliner den Urahnen Radiogenossenschaften ein Buch kopieren wollte, der Schallplatte. Das Abspiel­ Ende des 19. Jahrhunderts musste es abschreiben – eine gerät für diese Schallplatten, entwickelten Wissenschaftler mühselige Angelegenheit. das Grammofon, wurde 1888 in Europa und Amerika die Deshalb dachte auch nie- in Philadelphia präsentiert. Grundlagen für die drahtlo­ mand daran, den Autor des Auf den ersten Blick haben se Kommunikation und die Originals zu entschädigen. diese technischen Errungen­ Radio­ und Fernsehtechnik. schaften nicht viel mit dem Ur­ Kaum war der Grundstein heberrecht zu tun. Bei näherer für den Rundfunk gelegt, Mehr zu diesem Thema Betrachtung zeigt sich jedoch, nahm 1920 in den USA auch unter c www.hep-verlag.ch dass die technische Entwick­ schon die erste kommerziel­ lung das Urheberrecht immer le Radiostation ihren Betrieb
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    9 Die digitale Technik Bereits vor mehr als zehn Jahren hat man erkannt, dass diese neuen digitalen Ent­ pflügt die Gesellschaft um wicklungen in den nationalen Urheberrechtsgesetzen rücksichtigt werden müssen. be­ Zentral ist das sogenannte On­Demand­Recht. Darunter Dank Internet, CD- und DVD-Brennern, versteht man das Recht, der Öffentlichkeit ein Werk in ei­ MP3-Playern und Handys lassen sich nem Kommunikationsnetz – Werke heute beliebig oft und kosten- etwa über Internet oder Mobil­ günstig kopieren. Dies stellt das Urheber- funknetze – zugänglich zu machen. Online­Musikshops recht vor neue Herausforderungen. beispielsweise sind auf dieses Recht angewiesen. Sie müssen sowohl bei den Urheber/innen (lde) Als 1982 die erste CD zogen werden. Letzteres kann als auch bei den Interpret/in­ mit digital gespeicherter Mu­ legal oder aber auf unerlaubte nen und Produzent/innen eine sik auf den Markt kam, ahn­ Weise geschehen. Lizenz einholen, um mit deren ten nur wenige, wie rasch Werken ihr Geschäft betreiben der neue Tonträger die Vinyl­ Kopieren ohne zu können. Schallplatte verdrängen wür­ de. Die Ablösung markiert den Qualitätsverlust Das Internet als neue Foto: iStockphoto.com, Matt Jeacock Übergang von der analogen Gespeichert und kopiert wur­ zur digitalen Welt. Die rasan­ de zwar schon lange. Mit Drehscheibe te Entwicklung der digitalen Tonbandgerät, Kassetten­ und Nicht nur Musik und Texte Technologie und vor allem das Videorecorder konnte man Eine tabellarische Übersicht werden übers Internet unter die Internet haben den Umgang Musik und Filme aufnehmen über die technische Leute gebracht. Immer mehr der Gesellschaft mit Informa­ und Kopien herstellen. Aller­ Entwicklung findet sich unter dient das Web auch zur Ver­ tionen grundlegend verändert. dings war das recht aufwen­ c www.hep-verlag.ch. breitung von Podcasts, Filmen, Nutzer/innen und Konsument/ dig, und die Kopien erreichten Fernseh­ und Radiosendungen. innen haben Zugang zu Inhal­ nie die Qualität des Originals. sich per Mausklick herunterla­ Ländern mit rechtlichen Mit­ Werden Sendungen zeitgleich ten aus der ganzen Welt. Und In dieser Hinsicht hat sich den. An die Stelle der schlech­ teln vorgegangen – und zerr­ auch im Internet angeboten, diese Informationen können vieles grundlegend verändert. ten Kopien von einst sind Klo­ te fehlbare Nutzer/innen vor so spricht man von «Strea­ auf den eigenen Rechner ko­ Mit digitalen Geräten wie CD­ ne von hoher Qualität getreten. Gericht. Andererseits entwi­ ming». Wenn Inhalte hinge­ piert und gespeichert werden. oder DVD­Brennern können Die Musik­ und Filmindustrie ckelte sie sogenannte Digital­ gen zeitverschoben und zum Eine Folge davon ist, dass Kopien ohne Qualitätsverlust ist dadurch stark unter Druck Rights­Management­Systeme individuellen Gebrauch auf Musik und Filme zunehmend in beliebiger Zahl und kos­ geraten. Gegen das Kopieren (DRM) – bisher allerdings mit einer Webseite angeboten wer­ nicht mehr im Laden gekauft, tengünstig produziert werden. und Downloaden aus illega­ mässigem Erfolg [c www.hep- den, handelt es sich um «On­ sondern über das Internet be­ Songs aus dem Internet lassen len Quellen ist sie in einigen verlag.ch]. Demand»­Dienstleistungen. Privatkopien sind erlaubt Im Gegenzug erhalten die Urheberinnen und Urhe­ ber, die Interpretinnen dern. Sie gelangten mit ihren Anliegen sogar ans Bundesge­ richt. Das höchste Schweizer und Interpreten, aber auch Gericht gab jedoch den Urhe­ Seit 1992 dürfen Werke für den privaten die Produzent/innen und berrechtsgesellschaften recht. Sendeunternehmen eine Seit 2007 werden auch die Gebrauch kopiert werden. Im Gegenzug Vergütung. In den ers­ digitalen Speichermedien wie erhalten die Urheberinnen und Urheber ten Jahren wurde diese MP3­Player und Videorecor­ hulz und die Inhaber/innen von Leistungs- Vergütung nur auf Leer­ der mit eingebauter Harddisc , Volkmar Sc kassetten erhoben, spä­ erfasst. schutzrechten eine Entschädigung. ter auch auf CD­ und Die Höhe der Vergütun­ ne DVD­Rohlingen. Die gen wird zwischen den Urhe­ Foto: Keysto weitere Anpassung ans berrechtsgesellschaften und digitale Zeitalter, das heisst Nutzerverbänden periodisch (lde) Das Problem entstand in umgehen. Eigentlich war das CD oder ein Video zum Pri­ die Ausdehnung der Leerkas­ ausgehandelt und durch eine den 1980er­Jahren: Mit der Aufnehmen illegal, bis 1992 vatgebrauch auf einen leeren settenvergütung auf digitale Schiedskommission geneh­ zunehmenden Verbreitung der eine Lösung gefunden wur­ Träger zu überspielen. Auch Speichermedien, hat zu hit­ migt. Seit einiger Zeit treten an Kassettenrecorder begannen de: Das Kopieren zu privaten Familienangehörige und enge zigen Diskussionen geführt. die Stelle der MP3­Player ver­ Teenager in grossem Stil die Zwecken ist erlaubt, aber auf Freunde dürfen diese Kopi­ Konsumentenschutz­ und Nut­ mehrt Musik­Handys. Auch im Radio ausgestrahlte Hitpa­ dem Träger oder dem Speicher en benutzen. Unter keinen zerorganisationen störten sich auf diesen Geräten werden Ur­ rade auf Kassette aufzuneh­ ist dafür eine Vergütung ge­ Umständen darf man sie aber an den in ihren Augen zu ho­ heberrechtsvergütungen erho­ men. Damit konnten sie den schuldet. verkaufen. Wer dies tut, macht hen Vergütungen – oder woll­ ben, der entsprechende Tarif Kauf der aktuellen Singles Es ist also zulässig, eine sich strafbar. ten diese sogar ganz verhin­ wurde 2010 genehmigt.
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    10 Alle tun es – und (fast) alle schämen sich dafür Foto: iStockphoto.com, druva Viele Jugendliche laden Musik oder «In der Regel findet man downloaden und unseren Freundinnen anschauen will. in den Tauschbörsen vor allem Freunden vorspielen, machen Zu Hause im trauten Kreis ist Filme aus dem Internet auf ihren wir ja gleichzeitig Werbung, das kein Problem. Anders sieht Mainstream», meint eine der Computer. Die Künstlerinnen und Künstler Befragten, «und die grossen davon profitieren die Künstler es aus, wenn man eine Party sind aber darauf angewiesen, dass ihre Bands und Hollywoodstu­ doch auch.» im Gemeindehaus veranstaltet dios kassieren doch schon ge­ Tatsächlich ist es erlaubt, und dort eine Filmvorführung CDs und DVDs gekauft werden. nug ab.» Independent­Filme eine heruntergeladene Datei plant. Oder im Klassenlager, und Musikstücke unbekann­ an Freunde und Freundinnen als Krönung des Abschluss­ ter Bands leihe sie sich in weiterzugeben, solange man abends. In beiden Fällen gilt (nis)Ein schlechtes Gewissen bewusst sind, dass vor allem der Videothek oder kaufe sie vernünftige Grenzen einhält. es, zuerst die Vorführrechte bei haben fast alle. Eine spon­ weniger bekannte Künstler/ an Konzerten. «Man darf nicht Und natürlich bedeutet weiter­ der Produktionsfirma einzuho­ tane Strassenumfrage zeigt, innen auf CD­Verkäufe an­ vergessen, dass Leute in mei­ geben nicht, dass man Geld für len. Ähnliche Fragen stellen dass die meisten jungen Leu­ gewiesen sind. Nicht nur aus nem Alter sich in der Regel seine Files verlangen kann. sich bei der Musik: Wer gerne te glauben, sie machten sich finanziellen Gründen, sondern gar nicht mehr leisten können Etwas komplizierter wird Karriere als DJ machen möch­ strafbar, wenn sie Musik oder auch, weil die Hitparaden­ als das, was sie bereits fürs es, wenn man einen Film – te, liest weiter auf c   5 Seite Filme aus dem Internet auf ih­ ranglisten aufgrund der CD­ Kino und Konzerte ausgeben», auch einen aus der Videothek (Das Urheberrecht macht vor ren Computer laden. Das liegt Umsätze berechnet werden. fügt sie an. «Wenn wir etwas – zusammen mit Freunden und Clubs nicht halt). nicht zuletzt an der Bericht­ erstattung in den Medien, wo immer wieder von spektaku­ lären Prozessen und Urteilen Unterschiedliche Personen, die das Urheberrecht verletzen. Einen anderen Weg hat Frankreich ge- zu lesen ist. Dass es sich in der Der eidgenössische Datenschutzbeauf- wählt. Im Mai 2009 verabschiedeten die Regel um Fälle aus dem Aus­ Strategien gegen die tragte sah in diesem Vorgehen jedoch die Abgeordneten der Nationalversammlung land handelt, entgeht der eili­ Internet-Piraterie Persönlichkeitsrechte der betroffenen Per- ein neues Gesetz; es sieht vor, dass mit gen Leserin beim Überfliegen sonen verletzt. Das Bundesgericht hat ihm bis zu einem Jahr Internetsperre bestraft der Schlagzeilen gerne. (lde ) In zahlreichen europäischen Ländern nun recht gegeben; es beurteilte das Vor- werden kann, wer wiederholt illegal Musik In der Schweiz ist der wird gegen die Internet-Piraterie vorge- gehen als bedeutsamen Eingriff in die Pri- und Filme vom Internet bezieht. Nachdem Download für den Privatge­ gangen, weil Urheber und Kulturwirtschaft vatsphäre der Betroffenen. Die Firma darf der französische Verfassungsrat das Ge- brauch tatsächlich nicht straf­ dadurch unter anderem wirtschaftliche ihre Software also nicht mehr einsetzen. setz gebilligt hat, steht der neuen Straf- bar. Der Upload hingegen, Verluste erleiden. Die getroffenen Mass- praxis nun nichts mehr im Wege. Ähnliche also die Freigabe der eigenen nahmen sind allerdings umstritten. Schritte hat auch die britische Regierung Dateien für andere User, ist Im April 2009 sorgte ein Prozess in Schwe- erwogen. nicht erlaubt. Wer also ein den für Aufsehen. Die Betreiber der Inter- In der Schweiz ist nach vorherrschender «Peer to Peer»­Programm be­ net-Tauschbörse «The Pirate Bay» wurden Meinung der Experten das private Down- nutzt, das den Computer wäh­ wegen Verletzung des Urheberrechts zu loaden erlaubt, und zwar selbst dann, wenn rend des Downloads anderen Gefängnisstrafen und hohen Geldbussen das Angebot illegal ist. Gerichtsurteile dazu Usern im gleichen Netzwerk verurteilt. gibt es allerdings keine. In Deutschland ist öffnet, verletzt in der Regel In der Schweiz hat eine Firma eine spezielle das Herunterladen von «offensichtlich» il- Urheber­ und/oder Leistungs­ Software entwickelt, mit der sie im Internet legalen Angeboten verboten. schutzrechte. nach Anbietern von illegalen Musik- und Ein schlechtes Gewissen Filmdownloads suchen kann – oder nach Foto: iStockphoto.com, Noam Armonn haben viele auch, weil sie sich
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    11 Was ist dir Musik wert? Monty Python profitieren von YouTube (nis) Die Entscheidung der Foto: Keystone, KPA Honorar und Belege britischen Kult­Komiker­ truppe Monty Python, ih­ ren Fans über die Video­ plattform YouTube freien Zugang zu den eigenen Werken zu verschaffen, hat sich bewährt. Wie der «Guardian» berichtet, sind die Verkaufszahlen von DVD­Boxen der fünf Komödian­ ten seit dem Start des Monty­Python­Kanals auf dem Online­ Portal im November 2008 rasant in die Höhe geschnellt. Für Fotos: Cyrill Haupt Google, den Betreiber der Seite, ist dies ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Rechteinhaber die neuen Gegebenheiten im Internetzeitalter zum eigenen Vorteil nutzen können. Quelle: www.pressetext.ch Samuel (19), Printmedien- Ciro (22), Stv. Filialleiter, Tanja (15), Mittelschülerin, verarbeiter und nach eigener laut eigener Charakterisierung erzählt über sich nichts, damit Einschätzung sehr aufge- «immer gut drauf». man sie später nicht behaften schlossen gegenüber digita- len Medien. «Für Musik gebe ich kein Geld kann. Radiohead wollen keine «Ich kaufe etwa 15 CDs im aus, für Filme bis zu 20 Fran­ ken im Monat. Fast alles lade «Für Musik gebe ich gar kein Geld aus. Stattdessen lade ich Alben mehr veröffentlichen Jahr, für Blu­ray­Discs und ich aus dem Netz runter, täg­ mir ein bis zwei Alben pro Kinobesuche gebe ich 20 bis lich und illegal. Bei der Musik Monat aus dem Netz herunter. 50 Franken im Monat aus. meist albumweise, alles, was Hip Hop, Rock, Pop – vor al­ Musik und Filme lade ich sel­ mir gefällt. Ausserdem meine lem neue Alben, die sich auf ten aus dem Internet herunter, Lieblingsserie, ‹Die Simp­ der ‹Top 100›­Liste bei ‹The und eigentlich nur, um mich sons›, aktuelle Kinofilme und Pirate Bay› finden, weil sie in ein neues Album hineinzu­ auch viele PC­Games. Die dann innert kurzer Zeit auf hören – um herauszufinden, Anbieter wechsle ich je nach dem Compi sind. Dort lade ob es mir gefällt oder nicht. Angebot: eMule, torrents, Ra­ ich auch Filme und Serien he­ Erfolgsband konzentriert sich Dazu nutze ich in der Regel pidshare und wie sie alle heis­ runter, wie ‹Desperate House­ aufs Einzelsonggeschäft im Internet Foto: Keystone, J. Scott Applewhite das ‹Gnutella›­Netzwerk. Fil­ sen … wives› oder ‹Gossip Girl›. Es me und Serien lade ich grund­ Ich bin mir sicher, dass kommt auch vor, dass ich mir (nis)Die britische Erfolgsband Radiohead (www.radiohead. sätzlich nicht herunter, da ich das strafbar ist, schliesslich Bücher oder Computerpro­ com) will in Zukunft keine CDs mehr veröffentlichen. Wie diesbezüglich sehr qualitäts­ musste ja Geld in die Projek­ gramme auf diesem Weg be­ Thom Yorke, der Sänger der Alternative­Rocktruppe, in einem bewusst bin und stark bezweif­ te fliessen, damit diese Musik, schaffe, aber viel seltener. Interview mit dem US­Literaturmagazin «The Believer» klar­ le, dass sie an Blu­ray­Qualität Filme und Games entstehen Ich glaube schon, dass das stellt, müssen sich die Fans trotzdem keine Sorgen machen. herankommen. konnten. Für die Firmen ist es strafbar ist, aber ich habe das Die Band werde auf alle Fälle weiterbestehen. Aber «niemand Ich denke, dass das Her­ sicher nicht rentabel, wenn ich Geld gar nicht, mir all diese von uns hat Lust, sich noch einmal so ein kreatives Chaos unterladen vom Internet wohl downloade, ergo müssen und Filme im Kino anzuschauen anzutun, wie es bei der Produktion eines Long­Play­Albums nicht legal ist – und ich ver­ werden sie rechtliche Schritte oder alle Alben zu kaufen. Im entsteht», erklärt der Radiohead­Sänger. Da setze man lieber stehe das auch. Ich mache einleiten. Allerdings finde ich, Internet ist es einfach, billig auf alternative Konzepte im Web, deren Potenzial sich beim mir nicht gross Gedanken da­ die Musikindustrie macht ge­ und schnell. Gerade bei gros­ letzten Album der Gruppe, «In Rainbows», deutlich gezeigt rüber – weil ich weiss, dass nug Kohle, da muss ich kein sen Filmen und Bands fällt habe. «Das hat auf mehreren unterschiedlichen Ebenen gut ich die Musik kaufe, wenn sie schlechtes Gewissen haben. der Download zwar geldmäs­ geklappt: Zuerst einmal konnten wir so unsere Auffassung mir gefällt. Ausserdem gibt Man darf sich halt nicht erwi­ sig bestimmt ins Gewicht, zum Wert von Musik klarstellen. Zweitens konnten wir zei­ es genug offizielle Anbieter schen lassen.» aber da trifft’s ja dann die, gen, wie sich das Netz nutzen lässt, um eine Platte zu promo­ von ‹freier Musik› (Magna­ die auch so noch mehr als ten, ohne auf iTunes, Google und Co. angewiesen zu sein, und tun, Jamendo), wo Künstler genug haben. Schwierig wird drittens hat es auch finanziell gesehen gut funktioniert», fasst ihre Werke kostenlos veröf­ es eher bei Independent­ Yorke zusammen. fentlichen. Und dann gibt es Filmen und klei­ Radiohead könnte mit der Abkehr von Albumproduktionen noch kostenpflichtige An­ neren Bands, und dem verstärkten Fokus auf das Einzelsonggeschäft, das bieter (zum Beispiel die auf den durch digitale Download­Plattformen im Internet weiter an­ Apple), bei ihnen Umsatz ange­ getrieben wird, den Trend vorgeben. Der Verkauf von Platten bezahlt man pro wiesen wären.» und CDs verliert gegenüber dem Digitalmarkt zunehmend Lied einen Be­ an Bedeutung. Und die jüngsten Zahlen bestätigen, dass der Foto: iStockphoto.com, Doro trag. Diese Diens­ digitale Markt derzeit die treibende Kraft für die Umsatzent­ te sind sicher legal wicklung der Musikindustrie ist: Im Jahr 2008 hat der digitale und nicht strafbar.» Musikmarkt mit Einnahmen von 3,7 Milliarden Dollar welt­ weit ein Wachstum von 25 Prozent hingelegt. Quelle: www.featuredartistscoalition.com
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    12 Vom Ölbild zum produziert und dafür eine Fo­ tografie verwendet, auf der zu sehen war, welche Dokumente Weltkulturerbe im Internet digitalen Wachmann Christoph Meili im Keller der UBS vor dem Schredder gerettet hatte. Eine Das Internet schafft neue Möglichkeiten, Dokumen- Schnappschuss Journalistin hatte das Bild im Rahmen ihrer Recherche auf­ genommen. Zur Klage kam es, te – Bilder, Texte, Karten oder Filme – einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Für Schlag- zeilen sorgen derzeit die World Digital Library der weil die BBC der Journalistin UNESCO und die europäische Online-Bibliothek der lediglich eine bescheidene Europäischen Union (EU). Bilder und Fotos sind durch das Urheber- Entschädigung zahlen woll­ te. Die Richter lehnten den (lde) Die europäische On­ wird eine Auswahl histo­ recht grundsätzlich geschützt. Wie aber Schutz der Fotografie gemäss risch und kulturell wichti­ line­Bibliothek hat sich die aktuelle Entscheide des Bundesgerichtes Urheberrecht jedoch ab. Sie gigantische Aufgabe ge­ ger Bücher, Manuskripte, zeigen, ist insbesondere in der Fotografie argumentierten, die eingesetz­ stellt, die Dokumente in den Bilder und Filme kostenlos ten fototechnischen Mittel sei­ Bibliotheken und Archiven zur Verfügung gestellt. Bei die rechtliche Situation kompliziert. en banal; jede andere Person der EU­Länder zu digitali­ den Sprachen sind die sechs hätte so ein Bild auch machen sieren. Eine grosse Heraus­ offiziellen UNO­Sprachen können. forderung besteht darin, die Arabisch, Chinesisch, Eng­ Nach der Veröffentlichung Urheberrechte zu wahren. lisch, Französisch, Russisch (lde) Bei Ölbildern ist der Fall den. Und genau damit hatte des Urteils wehrten sich die Gemeinsam wird nun nach und Spanisch sowie Portu­ klar. Der persönliche Pinsel­ sich das Bundesgericht schon Berufsfotografinnen und ­fo­ Lösungen gesucht, damit giesisch vertreten. strich des Kunstmalers ver­ mehrere Male zu befassen. tografen. Und auch Experten auch urheberrechtlich ge­ Bei diesen beiden in­ leiht jedem Bild einen indivi­ [Fallbeispiele finden sich un- meldeten sich zu Wort. Der schützte Werke in die On­ ternationalen Projekten ist duellen Charakter. Bei Bildern ter c www.sbf.ch/fotografie- ehemalige Chefredaktor des line­Bibliothek aufgenom­ davon auszugehen, dass handelt es sich somit um Wer­ urheberrecht c Fallbeispiele «Tages­Anzeigers» und des men werden können. die Rechte der Urheberin­ ke, die durch das Urheberrecht c Beurteilte Fälle] Schweizer Fernsehens, Peter Die World Digital Libra­ nen und Urheber gewahrt geschützt sind. Die Malerei So mussten die höchs­ Studer, vertrat die Meinung, ry startete ihr Portal am 21. werden. Entweder handelt gehört zu den klassischen Tä­ ten Richter der Schweiz be­ bei Pressefotos sollten auch April 2009. An diesem Pro­ es sich um Werke, die urhe­ tigkeiten der Kunst. Wie steht urteilen, ob eine Fotografie, Aspekte wie Aktualität oder jekt sind die UNESCO* und berrechtlich nicht mehr ge­ es aber mit Fotografien? Im die den Reggaemusiker Bob der Wille, etwas dokumenta­ 32 Partnerorganisationen schützt sind, oder aber die Internet gibt es digitale Bilder Marley zeigt, urheberrechtlich risch festzuhalten, berücksich­ beteiligt. Auf der Website Rechte wurden eingeholt. wie Sand am Meer; die Welt geschützt ist. Geklagt wur­ tigt werden. Sonst müssten wird mit digitalen Bildern de gegen eine Firma, die das Fotografen und Journalistinnen *Die UNESCO ist die Organi­ Europäische Online- überschwemmt. Sind nun Fo­ Foto für ein Poster verwendet eine grosse Zahl wichtiger Bild­ sation der Vereinten Nationen Bibliothek: tos wie gemalte Bilder grund­ hatte – ohne den Fotografen dokumente, die sie aufgespürt für Bildung, Wissenschaft und c www.europeana.eu. sätzlich geschützt? Produzie­ um sein Einverständnis ge­ und präsentiert hätten, künftig Kultur. Sie hat ihren Sitz in World Digital Library: ren unsere Kameras geschützte fragt oder ein Honorar bezahlt den Bildpiraten überlassen, Paris. c www.wdl.org Werke am Laufmeter? zu haben. Das Bundesgericht gibt Studer zu bedenken. Damit ein Werk nach dem bejahte den Schutz dieser Fo­ Bei Fotografien ist also die Urheberrecht geschützt ist, tografie aufgrund ihres indivi­ rechtliche Situation kompli­ muss es einer geistigen Schöp­ duellen Charakters und des er­ ziert. Wer Fotos zum Beispiel fung entspringen und darüber kennbaren Gestaltungswillens für kommerzielle Zwecke hinaus einen individuellen und gab damit dem Fotografen verwenden will, etwa Bilder Charakter aufweisen. So steht recht. aus dem Internet, muss damit es im Gesetz. Doch was ist In einem anderen Fall ver­ rechnen, dass sie rechtlich ge­ individuell? Es ist unmöglich, neinten die Bundesrichter hin­ schützt sind. Und wenn dies dies für alle Fälle im Voraus gegen den urheberrechtlichen der Fall ist, so sind für jede festzulegen. Die Frage der Schutz. Der britische Sender Verwendung ausserhalb des Individualität muss deshalb BBC hatte einen Film über Eigengebrauchs die Rechte wer im Einzelfall beurteilt wer­ die Schweiz und das Nazigold einzuholen. Mehr zum Thema Fotografie, Foto: Keystone, HQ Rechte der Fotograf/innen u. a. unter c www.hep-verlag.ch Hat laut Bundesgericht einen indivi indivi- In der British Library, duellen Charakter und ist somit ein der grössten Bib- Foto: Keystone, AP amazon.com Inc. «Werk»: Konzertaufnahme von Bob liothek der Welt, Marley (l.). befinden sich Nicht als Werk anerkannt wurde rund 25 Millio- der weltbekannte Schnappschuss nen Bücher. Auf einem von Wachmann Christoph Meili (r.). E-Reader wie dem Kindle lassen sich vorläufig «nur» Erschienen in der «NZZ am Sonntag» am 14.11.2004. Mit freundlicher Genehmigung der «Neuen Zürcher Zeitung». etwa 3500 Bücher speichern. Marley: Keystone, Max Messerli, Meili; Keystone, Gisela Blau
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    13 Wie man sich im Internet Korrekt zitieren die Finger NICHT verbrennt (nis) Es gibt Sätze, die sind schlicht per- fekt – besser lässt sich das nicht ausdrücken. Wenn ich Zuerst war es vielleicht MeinBild, dann nun einen eigenen Text zum Thema schreibe – zum Bei- NetLog oder MySpace, und heute hat spiel eine Vertiefungsarbeit wohl jede(r), die oder der etwas auf sich oder einen Aufsatz –, darf ich solche Passagen wörtlich in hält, zumindest auch noch ein Facebook- meinen Text übernehmen, Profil und zwitschert bei Twitter mit. auch wenn das fremde Werk urheberrechtlich geschützt ist. Allerdings nur, wenn ich (nis) Nicht wenige haben zudem Songs auch herunterladen kann genau angebe, woher das Zi- ihre eigene Internetseite, auf und sie so vielleicht später an tierte stammt. Und natürlich Foto: Keystone, Adrian Wyld der Fotos zu sehen, Texte zu le­ Orten auftauchen, wo man sie sollte man es mit dem Zitieren sen und Musikstücke zu hören nicht wirklich gerne wieder auch nicht so weit treiben, sind. Solange es sich dabei um antrifft. Bei einem Vorstel­ dass das Kopierte am Ende eigene Werke und Aufnahmen lungsgespräch beispielsweise zu viel Gewicht bekommt. Es handelt und diese Aufnahmen oder auf dem Computer von soll die eigenen Ideen veran- nicht im Handel erhältlich früheren Freunden, mit denen schaulichen und ergänzen, sind, hat man höchstens das man sich verkracht hat. Und viel Geld damit – und selbst Fremde Federn können aber nicht ersetzen. Ausser- Problem, dass die ganze Welt wer weiss, vielleicht verdient hat man nichts davon. dem darf man beim Zitieren teuer sein die ursprüngliche Form nicht sich diese Texte, Bilder oder in ein paar Jahren eine Firma Längst ist es aber auch gang und gäbe, Musikstücke Das gilt nicht nur für den Up­ verfälschen. Dazu gehört seiner Lieblingsbands auf die load, sondern natürlich auch auch eine genaue Quellen- angabe und auf Nachfragen E-M@IL eigene Seite zu la­ den, Fotos und Bil­ für jede weitere Nutzung: Wer sich mit fremden Federn eine plausible Begründung, der, die man nicht schmückt, macht sich im bes­ weshalb man das Zitat in sei- Von: albin.mueller@hot selbst geschossen ten Falle lächerlich. Und wer ne Arbeit eingebaut hat. Das mail.com Gesendet: Dienstag, hat, oder auch Vide­ gar für das Qualifikationsver­ Zitatrecht gilt übrigens nicht 3. August 2010 10:44 An: suisa@suisa.ch nur beim Wort, sondern auch os, die man auf You­ fahren oder die Maturaarbeit Betreff: Hintergrund im Film oder im Theater und musik auf eigener We Tube.com entdeckt im Internet abkupfert (also bsite und besonders amü­ ein c Plagiat begeht), riskiert in der Kunst. Sehr geehrte Damen und Herren sant gefunden hat. nicht nur durchzufallen – denn Ich möchte bei meine Das allerdings ist längst gibt es Kontrollpro­ dio Swisspop abspielen r Homepage im Hinter grund die Musik von urheberrechtlich be­ gramme, die in den Arbeiten Plagiat . Wie muss ich vorgeh Ra- okay ist? en, dass das rechtlich denklich. Wer sich die kopierten Stellen aufspü­ (gas) Von einem Plagiat Fin also nicht die Fin­ ren –, sondern muss unter Um­ spricht man zum Beispiel Mit freundlichen Grüsse n ger verbrennen will ständen damit rechnen, dass er dann, wenn man bei einem Albin Müller und auch keinen dem wahren Urheber Schaden­ – an sich erlaubten – Zitat ---------------------------- Wert darauf legt, den ersatz zahlen muss. Das gilt das zitierte Werk nicht nennt -------------------------- wahren Urhebern im auch für Fotos, mit denen man oder wenn man ein urheber- Von: Rechtsdienst SU Entdeckungsfall eine seine eigenen Texte illustrie­ rechtlich geschütztes Werk ISA Datum: 4. August 201 saftige Entschädigung ren will. In den meisten Fällen abkupfert, umgestaltet oder 0 14:12:57 GMT+01: An: albin.mueller@hot 00 mail.com zu zahlen, sollte statt genügt ein Telefon oder eine bearbeitet und dann als ei- Betreff: AW: Hintergru ndmusik auf eigener des Videos oder Songs E­Mail, um die Erlaubnis zum genes ausgibt. Um «Axolotl Website Guten Tag Herr Müller nur den Link zur be­ be Abdruck oder zum Einbin­ Roadkill», treffenden Homepage den auf der eigenen Site oder den ersten Vielen Dank für Ihre An frage. Wenn Sie im Inte setzen. Wer nicht auf CD einzuholen. – Und ganz Roman der Radiosenders verbre rnet Musik eines verzich das Original verzich­ wichtig: In der Arbeit darf die 17-jährigen iten, so machen Sie ges Aufnahmen zugänglich chützte Werke und . Grundsätzlich müsse ten will, muss bei den Quellenangabe nicht fehlen. Deutschen Einwilligung der Recht n Sie deshalb die einhaber einholen. In der Regel wird die daf Rech Künstlern um die Rech­ Auch Bilder, die man auf Helene benötigte Lizenz durch ür die SUISA erteilt. te bitten. Das bedeutet Internetseiten wie flickr.com Hegemann Eine andere Situation liegt vor, wenn der Us bei einem Musikclip, findet, sind nicht automatisch bar zur Website von Ra er über einen Link sic (Bild), kam dio Swisspop gelangt, ht- Seite in einem neuen indem sich z. B. deren dass nicht nur die Band zur Nutzung freigegeben. Fra­ es unlängst zu heftigen Dis- Fenster öffnet. Weil in nicht zu Ihrem eigene diesem Fall die Musik oder deren Management gen kostet nichts – und ist in kussionen über Plagiate und n Seiteninhalt gehört, Rechte nicht einholen. müssen Sie auch die die Erlaubnis erteilen jedem Fall klüger, als die Bil­ Urheberrecht, weil die Au- Regis muss – auch der Regis­ der später aus der fertigen Ar­ torin eine ganze Reihe von Mit freundlichen Grüsse n seur des Videos sowie beit wieder entfernen oder gar fremden Texten in ihr Buch Rechtsdienst SUISA die Plattenfirma und eine Busse zahlen zu müssen. eingebaut haben soll, ohne Urheber die betroffene Urheber­ c Korrekt zitieren, Spalte die Quellen zu nennen. müs rechtsgesellschaft müs­ rechts, und c Privilegierte Foto: Keystone, Rainer Jensen sen angefragt werden. Schulen, Seite 2
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    14 also, wenn man eine Szene einen Song gibt es bis in alle «Einen drehen möchte, in der sich die Ewigkeit, und es ist letztlich Leute in den Fernsehnach- Verhandlungssache, ob man richten einen Bericht über ein die Rechte dafür erhält. Unser Stones-Mitschnitt Konzert der Rolling Stones an- Beispiel mit «Love Is In The schauen? Air» zeigt, wie wichtig es ist, Da müsste die Szene schon nie aufzugeben. Es kann im­ könnte ich mir sehr, sehr wichtig für die mer sein, dass man mit Ge­ Handlung sein, dass man das schick und etwas Glück eine auf sich nimmt. Einerseits ursprünglich astronomische nie leisten» müsste man bei der TV­Station Summe auf einen zahlbaren die Rechte ergattern, anderer­ Betrag herunterhandeln kann. seits müsste man abklären, ob der Konzertausschnitt als Zitat Und was verdient man aus den gilt. Sonst könnte man sich Vorführungsrechten? den Stones­Mitschnitt sicher Ich weiss nicht, wie viel ich nicht leisten. pro TV­Sendung bekomme, aber es ist immer eine schöne Und wie steht es mit Einrich- Überraschung, wenn die Halb­ tungsgegenständen? Wenn in jahresabrechnung von SUISS­ einem Wohnzimmer ein Picas- IMAGE ins Haus flattert. Das so an der Wand hängen soll? sind bei mir meist gegen 500 Das Prinzip ist immer das Franken. Wenn jemand eine gleiche: Die Werke anderer Serie geschrieben hat, die Künstler kann man nur in ei­ häufig wiederholt wird, ist es nen Film einbauen, wenn man sicher mehr. Wenn die Filme die Rechte dafür bekommen Erfolg haben, kommt zu den hat. Bei Freunden kann man Vergütungen von SUISS­ Foto: Keystone, Mirjam Wanner die ja manchmal auch gratis IMAGE meist noch das eine haben. Man muss einfach fra­ oder andere Preisgeld dazu. gen. Vom Schweizer Filmpreis für meinen Erstling «Summer­ Wenn der Film dann in die time» und von den anderen Kinos kommt, erhalten sie ja Auszeichnungen, die der Film trotzdem etwas, oder? erhielt, konnte ich etwa ein Die Zürcher Filmerin Anna Luif über die Natürlich. Auch wenn Gölä Jahr leben. Aber da es doch Was hätten Sie gemacht, wenn mir einen seiner Songs gratis jedes Mal rund fünf Jahre dau­ Schwierigkeiten, ein altes Lied neu zu Sie die Rechte nicht bekom- zur Verfügung stellt, bekommt ert, bis ich wieder mit einem verfilmen, Piraterie im Schweizer Film- men hätten – oder wenn sie zu er mit jeder Vorführung seine Film fertig werde, brauche ich schaffen und die wichtige Kunst, niemals teuer gewesen wären? Tantiemen. Aber das ist na­ noch andere Verdienstmög­ Weil wir nicht länger warten türlich viel weniger, als wenn lichkeiten. aufzugeben. konnten, hatten wir die Szene es um die Verwendungsrechte bereits gedreht und das Risiko geht. Stört es Sie, wenn jemand Ihre in Kauf genommen, dass wir Filme gratis runterlädt oder sie mit einem anderen Mu­ Von was für Beträgen reden kopiert? (nis)Filme bestehen aus Ge- Der übernimmt die finanzielle sikstück hätten überspielen wir da? Ich finde einfach, die Leute schichten, Bildern und Tönen Seite. Zu den Aufgaben seiner müssen. Das wäre allerdings Meistens ist so ein Song er­ verpassen sehr viel, wenn sie – wenn man sich überlegt, wie Firma gehört es auch abzuklä­ schwierig gewesen, weil zu schwinglich. Und es ist ja nicht mehr ins Kino gehen. das alles urheberrechtlich zu- ren, wo man anfragen muss, dem Lied getanzt wird. Aber nicht so wie bei einem Mö­ Das ist doch ein ganz ande­ sammenhängt, verliert man wenn man einen bekannten wir haben ja noch mal Glück bel, das man sich wünscht res Erlebnis als in den eige­ wohl auch als Regisseurin Song neu vertonen und im gehabt. und das dann ausverkauft ist, nen vier Wänden, da kann der leicht den Überblick? Film verwenden möchte. Das wenn man das Geld dafür Beamer oder das Soundsystem Darum haben wir Filmer kann sehr aufwendig sein. Kommen solche Sachen häufig endlich zusammen hat. Nein, noch so toll sein. wahrscheinlich eine eige­ vor? ne Verwertungsgesellschaft, Das klingt, als hätten Sie ein In «Little Girl Blue» kommt SUISSIMAGE, die uns hilft, konkretes Beispiel im Kopf? der Song «Blue Moon» vor, unsere Rechte wahrzuneh­ In meinem neusten Film, und in «Summertime» haben men.* Und auf der anderen «Madly in Love», gibt es eine wir «Summertime» verwen­ Seite ist das neben vielem Bollywood­Tanzszene zu ei­ det. Diese Rechte einzuholen, Anna Luif anderem auch ein sehr gu­ nem Hit aus den Siebzigerjah­ war einiges einfacher. Den (nis) Die Zürcher Regisseurin Anna Luif studierte an ter Grund, mit einem Produ­ ren, «Love Is In The Air» von «Rest» der Filmmusik hat je­ der Hochschule für Gestaltung in Zürich. Bereits für zenten zusammenzuarbeiten. John Paul Young – allerdings weils Balz Bachmann kompo­ ihren ersten Kurzfilm «Summertime» (1999) gewann interpretiert von tamilischen niert. sie zahlreiche Auszeichnungen. Auch ihr erster Spielfilm * SUISSIMAGE (Bern) ist die Urheber- Musikern und mit tamilischem «Little Girl Blue» (2003) war ein Erfolg. Im Frühsommer rechtsgesellschaft der Filmproduzentin- nen, Drehbuchautoren, Regisseurinnen Text. Allein die Abklärung, Urheberrechtlich betrachtet, 2010 kam ihr Bollywoodfilm «Madly In Love» in die Kinos. und anderer Miturheber am Film. Auch wer die Rechte für dieses Lied wäre es ja kompliziert, eine In ihrer freien Zeit spielt Anna Luif Gitarre und singt in der die SSA mit Sitz in Lausanne vertritt Film- autoren und -autorinnen, hauptsächlich in verwaltet, nahm einige Zeit in Radiosendung im Original Band Niece. c www.niece.ch der Romandie. Anspruch. einzubauen. Was macht man
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    15 Kreuzworträtsel Copyright 1 2 Impressum 3 respect ©opyright! ISBN 978-3-03905-642-2 4 5 6 7 8 9 Herausgegeben von den Verwertungsgesellschaften: 10 ProLitteris 11 SSA 12 SUISA SUISSIMAGE 13 SWISSPERFORM 14 Konzept, Recherchen, Texte: 15 Nina Scheu (nis), 16 Lukas Denzler (lde) 17 Lektorat: Waagrecht Sunanda Mathis, 6. Onlineplattform für soziale Kontakte Nino Coaz, 8. Originalgetreu nachgespielter Song Rozafa Krasniqi 10. Urheberrechtsgesellschaft für Musik Redaktion, Bildrecherche 12. Vertritt die Urheberrechte des Schweizer Films und Projektleitung: 13. Bücherausleihinstitution hep verlag (Christoph 17. Fachbegriff für Sängerin/Musikerin 7. Vielverkauftes Buch Gassmann [gas], Michael 9. Kann ich bei einer Erfindung anmelden Egger, Manuel Schär) Senkrecht 10. Lausanner Rapper 1. «Grease» ist eines 11. Freigabe der eigenen Dateien für andere User (englisch) Fachliche Begleitung: 2. Männlicher Schöpfer einer geistigen Leistung 14. Herunterladen (englisch) hep verlag (Karl Uhr, Annlis 3. Wenn man fremde Texte als eigene ausgibt, ist das ein … 15. Schreiberin von Steiger, Peter Egger) 4. Urheberrecht (englisch) 16. Künstlername von Greg Vuilleumier Gestaltung: 5. UN­Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur Lösung c www.hep-verlag.ch Ludwig Thomas Zeller Die Urheberrechtsgesellschaften in der Schweiz Die Aufgaben der Steckbrief der fünf führungsrechte, Senderechte, weitere SUISSIMAGE ist die 1981 als Genossen- Rechte der öffentlichen Wiedergabe so- schaft gegründete Verwertungsgesell- Urheberrechtsgesellschaften Urheberrechtsgesellschaften wie Vervielfältigungsrechte wahr, welche schaft der Schweizer Film- und Audiovisi- Die Urheberrechtsgesellschaften wer- Die ProLitteris ist die schweizerische Ur- ihr die Urheberinnen und Urheber über- onsbranche. Sie wahrt die Urheberrechte den auch Verwertungsgesellschaften heberrechtsgesellschaft für Literatur und tragen haben. und Interessen der Drehbuchautorinnen, genannt. Sie sind von Urhebern und bildende Kunst. Sie wurde 1974 gegrün- c www.ssa.ch Regisseure, Produzentinnen und wei- Inhabern verwandter Schutzrechte ge- det. Zu den Mitgliedern der ProLitteris terer Berechtigter. Mit Nutzern wie Ka- gründete private Gesellschaften und gehören Schriftstellerinnen und Schrift- Die SUISA ist die Genossenschaft der belbetreibern, der Telekombranche und nehmen deren Rechte kollektiv wahr, steller, Autorinnen und Autoren wort- Komponisten, Textautoren und Musik- Schulen verhandelt sie Tarife (Sendung, und zwar dort, wo eine Verwertung dramatischer und wissenschaftlicher verleger der Schweiz und Liechtensteins. Weitersendung, schulische Nutzung). Die durch die einzelnen Rechteinhaber Werke, Journalistinnen und Journalisten, Zu ihren rund 28 000 Mitgliedern zählen Einnahmen werden werkbezogen an die nicht möglich oder nicht sinnvoll wäre bildende Künstlerinnen und Künstler, Fo- Musikschaffende aller Sparten. In der Berechtigten verteilt. (z. B. Fotokopieren oder schulische tografinnen und Fotografen, Buch-, Zei- Schweiz und in Liechtenstein vertritt die c www.suissimage.ch Nutzung von geschützten Werken). Zu tungs- und Zeitschriftenverlage, Kunst-, SUISA das Repertoire der Musik von diesem Zweck stellen die Verwertungs- Bühnen- und Musikverlage. weltweit zwei Millionen Musikurhebern. Die SWISSPERFORM wurde 1993 von gesellschaften Tarife auf, über die sie c www.prolitteris.ch Sie erteilt Lizenzen für die Nutzung dieses den Verbänden der Interpreten, der Ton- mit den Nutzerverbänden verhandeln. Weltrepertoires an über 90 000 Kundinnen trägerproduzenten, der Filmproduzenten Die von ihr eingezogenen Vergütungen Die Société Suisse des Auteurs SSA ist und Kunden. Mit rund 200 Mitarbeitenden und von der Schweizerischen Radio- und werden anschliessend an ihre Mitglie- eine Genossenschaft von Urheberinnen an den Standorten Zürich, Lausanne und Fernsehgesellschaft (SRG SSR) gegrün- der, die berechtigten Urheberinnen und und Urhebern der Sparten Dramatik, Lugano erzielt die SUISA einen Umsatz det und ist die jüngste Verwertungsge- Urheber, Verlage, Interpretinnen und Musikdramatik, Choreografie, Audio- von über 150 Millionen Franken. Als nicht sellschaft in der Schweiz. Sie nimmt die Interpreten, Produzentinnen und Pro- vision und Multimedia. Die SSA wurde gewinnorientierte Organisation verteilt Rechte der Interpreten, Phonoproduzen- duzenten sowie Sendeunternehmen am 30. November 1985 von Dramatikern sie die Einnahmen aus den Lizenzen nach ten, Audiovisionsproduzenten und Sen- verteilt. und Filmemachern in Genf gegründet. Abzug der Verwaltungskosten an die Mu- deanstalten wahr. Sie vermittelt zwischen Werknutzern sikurheber und -verleger. c www.swissperform.ch und Urhebern und leistet Hilfestellung c www.suisa.ch bei Einzelverträgen. Die SSA nimmt Auf-
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    16 « (nis) Einen typischen ‹Tag im Leben von Greis› gibt es nicht. Spätes­ Ein Tag im Leben von und der Verkauf von CDs keine verlässliche Einnahmequelle. Aber weil meine Songs häu­ tens seit 2003 mein erstes Solo­Album herauskam und ich von meiner Musik leben Greg Vuilleumier, aka Greis fig am Radio gespielt werden, kommt von der SUISA und der SWISSPERFORM immer kann, sieht jeder Tag anders etwas dazu. Reich wird man aus. Jetzt, wo meine neuste Jugendlichen be­ wichtig, den Leuten als Musiker in der Schweiz CD frisch in den Läden ist, bin sonders beschäfti­ klarzumachen, dass nicht, aber das Klischee vom ich fast nonstop unterwegs. gen? Hat der Ort ei­ sie eine grosse Ver­ armen Künstler, der für seine Dazu kommen in unregelmäs­ nen speziellen Ruf, antwortung tragen: Musik am Hungertuch nagt, sigen Abständen die ‹respect eine typische Ge­ Sie bestimmen, finde ich genauso daneben. ©opyright›­Workshops, wo schichte? So kann welche Musik am Manchmal fragt einer, was ich quasi als ‹Botschafter des ich besser auf die Radio und im Fern­ für ein Auto ich fahre oder ob Urheberrechts› auf Schul­ Kids eingehen, und sehen zu hören ist. ich in einer Luxusvilla wohne. besuch gehe. Wenn abends spätestens, wenn es Downloaden kann Es ist doch gut, wenn ich den zuvor ein Konzert war und darum geht, zusam­ ein Weg sein, um Unterschied zwischen mir und die Nacht entsprechend kurz, men einen Song zu Musik kennenzuler­ einem Grossverdiener wie 50 fällt es mir nicht leicht, früh schreiben, lasse ich nen. Aber erst durch Cent erklären kann: Die klei­ aufzustehen. Aber diese Ver­ solche Informatio­ den Kauf einer CD nen Künstler wurden von den anstaltungen finden meistens nen einfliessen. oder den Besuch Plattenfirmen schon immer in den Unterrichtsstunden vor Jede Schule ist eines Konzerts kon­ über die Einnahmen der Stars der Mittagspause statt. Da bin anders, aber die sumiert man nicht quersubventioniert, also in­ ich froh, wenn ich während Unterschiede sind nur, sondern trägt direkt unterstützt. Ein Grund der Hinfahrt im Zug noch ein unabhängig davon, direkt dazu bei, dass mehr, CDs zu kaufen. Ausser­ wenig dösen kann. Bis wir ob wir in einer länd­ diese Musik weiter­ dem ist es doch einfach schön, dann in der Schule eintreffen, lichen oder eher hin entstehen kann. wenn man etwas in Händen bin ich fit. städtischen Umge­ Man unterstützt die halten kann, das einem gefällt; Foto: Bianca Dugaro, Greis Wir sind ein gut eingespiel­ bung auftreten. Am Künstler in ihrer Ar­ wenn man das CD­Booklet tes Team, lauter engagierte ehesten spürt man beit, sodass sie wei­ anschauen und die Songtexte Leute, das schätze ich sehr. den Steuersatz: In tere Alben produ­ lesen kann. Auch wenn wir klare Kon­ den reichen Ge­ zieren können und Und ja, wenn ich alle Fra­ zepte und Abläufe haben, sind meinden wirken die vielleicht wieder gen beantwortet habe, sitze ich die Schülerinnen und Schüler Schülerinnen und einmal für ein Kon­ an den ‹respect ©opyright›­ doch jedes Mal anders. Natür­ Schüler auf den ersten Blick Teil, wo ich mit den Kids ein zert in die Region kommen. Tagen schon um 16 Uhr zu­ lich habe ich mich vorbereitet: oft träger als beispielsweise im eigenes Stück kreiere. Für meine letzte CD habe frieden im Zug und gondle in Ich suche mir im Internet je­ Basler Gundeliquartier, wo ich Seit wir mit diesen Work­ ich eine Auszeit von neun Mo­ den Feierabend – oder zu ei­ weils Informationen über die wohne. Aber letztlich machen shops unterwegs sind, hat naten genommen, in der ich nem Auftritt am Abend. Denn Gemeinden zusammen, die alle mit der gleichen Begeis­ sich der Wissensstand klar ausschliesslich an den Texten Erfolg haben als Musiker be­ wir besuchen. Gibt es bekann­ terung mit. Die Workshops verbessert. Trotzdem braucht und Melodien meiner neuen deutet vor allem viel und harte » te oder umstrittene Persön­ machen Spass – mir übrigens es diese Anlässe unbedingt Songs gearbeitet habe. Kon­ Arbeit. Aber eine, die Freude lichkeiten, Ereignisse, die die auch: Am liebsten ist mir der weiterhin. Ich finde es enorm zerte zu veranstalten, ist teuer macht. Impressum