Moderne Geschäftsbriefe
und E-Mails mit Wirkung
Susanne Siekmeier
BusinessVillage
Professionelle
Korrespondenz
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BusinessVillage
Moderne Geschäftsbriefe
und E-Mails mit Wirkung
Professionelle
Korrespondenz
Susanne Siekmeier
BusinessVillage
Susanne Siekmeier
Professionelle Korrespondenz
Moderne Geschäftsbriefe und E-Mails mit Wirkung
6., überarbeitete und erweiterte Auflage 2025
©BusinessVillage GmbH, Göttingen
Bestellnummern
ISBN 978-3-86980-774-4 (Druckausgabe)
ISBN 978-3-86980-775-1 (E-Book, PDF)
ISBN 978-3-86980-776-8 (E-Book, epub)
Direktbezug www.BusinessVillage.de, PB-1202
Bezugs- und Verlagsanschrift
BusinessVillage GmbH
Reinhäuser Landstraße 22
37083 Göttingen
Telefon: +49 551 2099-100
E-Mail: info@businessvillage.de
Web: www.businessvillage.de
Layout und Satz
Sabine Kempke
Coverillustration
alexdndz, de.vecteezy.com/membros/alexdndz
Autorenfoto
Michael Claushallmann, Köln (www.claushallmann.de)
Druck und Bindung
www.booksfactory.de
Copyrightvermerk
Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung
außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages
unzulässig und strafbar.
Das gilt insbesondere für Vervielfältigung, Übersetzung, Mikroverfilmung und die Einspei-
cherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Alle in diesem Buch enthaltenen Angaben, Ergebnisse usw. wurden von dem Autor nach bestem
Wissen erstellt. Sie erfolgen ohne jegliche Verpflichtung oder Garantie des Verlages. Er über-
nimmt deshalb keinerlei Verantwortung und Haftung für etwa vorhandene Unrichtigkeiten.
Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen usw. in diesem
Werk berechtigt auch ohne besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, dass solche Na-
men im Sinne der Warenzeichen- und Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu betrachten wären
und daher von jedermann benutzt werden dürfen.
Inhalt
Über die Autorin................................................................................. 7
Einleitung ......................................................................................... 9
1. Wie schreibe ich leserorientierte Briefe? ......................................... 13
An wen schreibe ich? ................................................................... 15
Aus welchem Anlass schreibe ich? ................................................... 16
Welche Form wähle ich? ................................................................ 18
Was möchte ich erreichen? ............................................................ 19
Brief oder E-Mail? ....................................................................... 22
2. Der Brief als Visitenkarte............................................................... 25
Der Name .................................................................................. 26
Die Anrede ................................................................................ 29
Positiv und verständlich formulieren ............................................... 34
Klare Struktur ............................................................................ 40
Einige Stilregeln ......................................................................... 43
Floskeln, Füllsel und andere Sünden ................................................ 47
Der Umgang mit Fremdwörtern und Fachbegriffen ............................. 55
Künstliche Intelligenz ................................................................. 62
3. Angemessene Sprache .................................................................. 69
Die Sprache der Zielgruppe ........................................................... 71
Respektvolles Schreiben ............................................................... 73
4. Die äußere Form des Geschäftsbriefes nach DIN 5008 ........................ 89
Die Bestandteile eines Briefes ....................................................... 90
Die Gestaltung eines Briefes ........................................................ 101
Was die DIN 5008 noch regelt ....................................................... 105
5. Geschäftsbriefe per E-Mail ............................................................ 113
DIN 5008 auch bei E-Mails .......................................................... 114
Die äußere Form ....................................................................... 117
Die Signatur ............................................................................ 118
Knigge und Netiquette ............................................................... 120
Die Abwesenheitsmeldung .......................................................... 127
Die E-Mail als Marketing-Instrument ............................................. 129
Kurznachrichtendienste ............................................................. 131
6. Unangenehme Korrespondenz ....................................................... 135
Die Reklamation ........................................................................ 138
Die Beschwerde ......................................................................... 143
Der angemessene Ton ................................................................. 149
Nachdruck verleihen ................................................................... 158
7. Schreiben zu besonderen Anlässen ................................................. 167
Einladungen, Zusagen und Absagen............................................... 169
Glückwünsche ........................................................................... 180
Kondolenzschreiben ................................................................... 191
8. Musterbriefe .............................................................................. 195
Geburtstage ............................................................................. 196
Kondolenzschreiben ................................................................... 208
Anhang .......................................................................................... 217
Danke … ........................................................................................ 219
7
Über die Autorin
Susanne Siekmeier absolvierte nach dem
Abitur eine Ausbildung zur Fremdspra-
chensekretärin. Anschließend arbeitete
sie mehr als fünfundzwanzig Jahre als
Vorstandssekretärin in verschiedenen
Konzernen und als Assistentin der Ge-
schäftsführung in mittelständischen Un-
ternehmen unterschiedlicher Branchen.
Nachdem sie erfolgreich einen Wirtschaftsklub mit aufgebaut und aus-
gebaut hatte, machte sie sich 2008 in den Bereichen Büroorganisation
und Veranstaltungsmanagement selbstständig. Sie ist spezialisiert auf
Arbeitsplatz- und Büroorganisation sowie die Optimierung von Arbeits-
abläufen. Heute berät Susanne Siekmeier Unternehmen bei der Opti-
mierung ihrer Büroprozesse. Als systemischer Business-Coach (SHB)
unterstützt sie Menschen, die in ihrem (Berufs-)Leben Veränderungen
suchen und anstreben. Sie hält Fachvorträge und arbeitet als Referen-
tin und Dozentin für verschiedene Weiterbildungsinstitute.
Ihre Seminarthemen sind rund um das Thema Organisation, Kommuni-
kation und Kooperation angesiedelt. Einer ihrer Schwerpunkte ist das
Thema Korrespondenz. Sie weiß, wo der Schuh drückt und vermittelt
ihren Seminarteilnehmern durch ihre frische Art – sozusagen aus der
Praxis für die Praxis – wie zeitgemäße Korrespondenz empfänger- und
leserfreundlich verfasst wird.
8 | 
Im Jahr 2012 ist der Ratgeber Professionelle Korrespondenz – Moderne
Geschäftsbriefe und E-Mails mit Wirkung im BusinessVillage Verlag er-
schienen. Dieser Ratgeber ist nun in einer überarbeiteten Fassung er-
schienen.
Kontakt:
E-Mail: Susanne@Siekmeier.koeln
Internet: www.susanne-siekmeier.de
Hinweis: Aus didaktischen Gründen setze ich nicht im ganzen Buch
geschlechtergerechte Sprache ein. Die Leserinnen mögen es mir ver-
zeihen. Das Thema wird gleichwohl in einem neu aufgenommenen Teil
ausführlich in Bezug auf professionelle Korrespondenz behandelt. Wo
immer es den Lesefluss nicht beeinträchtigt, habe ich darauf geachtet,
Sachverhalte auf beide Geschlechter anzupassen.
Einleitung
10 | Einleitung
Professionelle Korrespondenz: In der ersten Auflage 2012 stellte ich
dazu die Frage: »Warum ist ein weiterer Ratgeber zu diesem Thema sinn-
voll?« Die Antwort: Unternehmer fühlen sich in ihrer Korrespondenz
überraschend unsicher. Selbst Menschen mit akademischem Abschluss
ringen mit Formulierungen, mit Rechtschreibung und Form.
Seither hat sich Vieles verändert: Rechtschreibprüfungen sind nicht nur
in textverarbeitenden, sondern längst auch in Mailprogrammen verfüg-
bar. Künstliche Intelligenz textet uns sogar ganze Briefe vor, wenn wir
das wünschen. Und der Brief ist von der wesentlich informelleren Mail
schon vor einiger Zeit abgelöst worden. Selbst das geschäftliche »Sie«
scheint bald auszusterben.
Und doch ist guter Rat teurer denn je. Denn überall, wo sich scheinbare
Vereinfachungen zeigen, wird Neuland betreten, das in vielerlei Hin-
sicht wieder neue Unsicherheiten aufreißt. Zugleich halten sich Stan-
dards und Formvorschriften. Und auch eine Mail ist ein Geschäftsbrief,
nur eben ein elektronischer. Als ob dies alles nicht genug ist, erwarten
die Angeschriebenen heute viel mehr vom Inhalt der Korrespondenz als
früher: Sie haben ein Gespür dafür entwickelt, wie sie angesprochen
werden, stellen diesbezüglich hohe Ansprüche und haben eine feine
Antenne. Man denke nur an die Diskussion um Gendern und inklusive
Sprache.
Wir müssen also mehr berücksichtigen als früher: die Form und den In-
halt, die Intention und die Haltung dahinter. Neue Werkzeuge wollen
ordentlich genutzt werden. Mit der Textnachricht geht alles schneller
– und obwohl man ständig das Gegenteil hört, lesen die Menschen im-
mer mehr statt weniger. Wenn ich Auszubildende in meinen Seminaren
Einleitung 11
habe, sagen diese mir oft, dass sie das Telefon kaum noch zum Spre-
chen, aber sehr häufig zum Texten nutzen. Und auch eine SMS oder eine
WhatsApp-Nachricht kann als geschäftliche Korrespondenz gelten.
Auf all diese Themen gehe ich in der neuen Auflage ein – und so ist das
Buch umfangreicher geworden. Denn es soll Ihnen eine inspirierende,
unterhaltsame, aber vor allem verlässliche Anleitung zum eigenständi-
gen Texten von Korrespondenz sein. Leicht zu lesen und zu verstehen
ist es trotzdem. Ich hoffe, dass es für Sie nicht nur Rat- sondern auch
Ideengeber ist.
Herzlichst Ihre
Susanne Siekmeier
Wie schreibe ich
leserorientierte Briefe?
1
14 | Wie schreibe ich leserorientierte Briefe?
»Schreibe, wie du redest, so schreibst du schön!« Diesen zutreffenden
Satz sagte der Dichter Gotthold Ephraim Lessing schon im achtzehnten
Jahrhundert. Ich stelle immer wieder fest, dass sich sehr viele Men-
schen, die Briefe verfassen, überhaupt nicht an diesen klugen Rat hal-
ten.
Dabei sind sie nicht selten wortgewaltige Manager, die in Ansprachen
oder Konferenzen auf den Punkt genau formulieren, ihre Zuhörer in den
Bann ziehen und überzeugen können. Macher oder Entertainer, Visio-
näre oder Gremienfüchse – in ihnen allen geht zuweilen eine sonderba-
re psychische Veränderung vor, sobald sie vor einem Rechner sitzen und
einen Brief schreiben sollen. Aus lauter Angst, sich mit Formfehlern zu
entblößen, mutieren sie zu Langweilern und Phrasendreschern, schrei-
ben hölzern, gespreizt oder gar unverständlich.
Die heutige Korrespondenz strotzt denn auch nur so von Überbleibseln
aus den vergangenen Jahrzehnten. In vielen Büros werden Briefvor-
lagen von 1980 oder noch früher verwendet. Getreu dem Motto: Das
haben wir schon immer so gemacht! Da stelle ich mir natürlich sofort
die Frage: Wird es dann nicht mal Zeit, dies zu ändern? Und überhaupt:
Warum ist die Angst, seine Leser zu langweilen, nicht viel ausgeprägter
als die Angst vor Formfehlern?
Denn was nützt die Formtreue, wenn der Brief gleich in den Papierkorb
wandert, die Mail ungelesen im Postfach versauert und der nächsten
Massenlöschung anheimfällt? Ein Anschreiben ist immer auch eine
Verbeugung vor dem, der es liest – und eine deutliche Aussage über
sich selbst, den Verfasser. Professionelle Korrespondenz zu schreiben,
heißt also zunächst einmal seinen Leser ernst zu nehmen. Sie ist höf-
Wie schreibe ich leserorientierte Briefe? 15
lich, formal korrekt, orthografisch einwandfrei, aber sie ist vor allem
eins: leserorientiert.
Doch was bedeutet »leserorientiert«? Um diesem Geheimnis auf die
Spur zu kommen, muss man als Autor zunächst in sich selbst suchen.
Vier wichtige Fragen sind zu beantworten:
1. An wen schreibe ich?
2. Aus welchem Anlass schreibe ich?
3. Welche Form wähle ich?
4. Was möchte ich mit meinem Schreiben erreichen?
An wen schreibe ich?
Diese erste Frage muss ich erst einmal beantworten und mir in Gedan-
ken vorstellen, wer der Empfänger meines Schreibens ist. Leserorien-
tiert bedeutet, dass ich den Empfänger von Anfang an einbeziehe.
Wer wird mein Anschreiben lesen? Schreibe ich an einen Menschen,
den ich kenne? Ist es ein alter Geschäftsfreund oder ein neuer Kunden-
kontakt? Schreibe ich an einen Lieferanten oder an eine Kollegin? Ist
es eine Vorgesetzte oder ein Mitarbeiter? Ein junger oder ein älterer
Mensch? Diese Fragen muss ich mir vorher stellen. Die Beantwortung
benötigt in der Regel nur wenige Augenblicke. Und dann kann es mit
dem Formulieren auch schon losgehen.
16 | Wie schreibe ich leserorientierte Briefe?
Versetzen Sie sich also in die Lage des Empfängers hinein. Was ist für
ihn wichtig und interessant? Auch in der Korrespondenz gilt: Für den
ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance. Wenn Ihr Brief schon lang-
weilig beginnt, werden Sie es schwer schaffen, beim Leser Begeisterung
zu wecken. Überlegen Sie daher im Voraus: Wie wirken meine Worte?
Hier kommt das eben beschriebene Dilemma ins Spiel: die Verwen-
dung von Schablonen zulasten guten Stils. Dies gleicht dem berühmten
Selbstmord aus Angst vor dem Tod: Veraltete Begriffe und hölzerne Re-
dewendungen sind nämlich keine Versicherung gegen Fehler, sondern
wirken skurril oder gar lächerlich. Der Leser wird immer vom Stil des
Briefes auf Ihr Unternehmen schließen. Wenn Sie verstaubtes Deutsch
schreiben, dann vermitteln Sie ein negatives Image von Ihrem Unter-
nehmen.
Umgekehrt gilt zwar auch: Schreiben Sie zu flippig, dann wird Ihr Kor-
respondenzpartner Ihr Unternehmen eventuell nicht für seriös halten.
Selbstverständlich ist es ein Unterschied, ob Sie für eine gediegene
Steuerberatungs- oder Rechtsanwaltskanzlei oder für eine innovative
und moderne Eventagentur arbeiten. Doch es bleibt dabei: Der Empfän-
ger will nicht gelangweilt werden.
Aus welchem Anlass schreibe ich?
Warum schreibe ich den Leser überhaupt an? Was soll der Inhalt sein?
Auch diese Frage beantworten Sie bitte für sich selbst, bevor Sie sich
ans Werk machen. Diese Vorgehensweise ist vor allem dann wichtig und
hilfreich, wenn Sie ein Schreiben versenden, das nicht angefordert ist.
Wie schreibe ich leserorientierte Briefe? 17
Denn dann ist die Gefahr, den Leser zu langweilen oder gar zu verär-
gern, am größten.
Ein Brief, auf den der Empfänger wartet, ist diesbezüglich die einfachs-
te Übung. Ist er ohnehin neugierig auf Ihr Angebot, Ihre Antwort auf
ein Schreiben oder Ihre schriftliche Bestätigung, dann liest er Ihren
Brief mit Interesse. Erwartet der Adressat kein Anschreiben, kommt es
sehr auf den Anlass an. Mit Sicherheit freut er sich über eine unerwarte-
te positive Nachricht. Aber auch Dankschreiben, Geburtstagswünsche,
Weihnachtskarten und Einladungen verfehlen ihre Wirkung nicht. Die-
se Schreiben werden oft mit großer Neugier geöffnet und gelesen. Bei
Wünschen zu Standardanlässen können Sie sich zudem gut vom »Rest
der Gratulanten« abheben, indem Sie auch einmal ungewöhnlich for-
mulieren.
Aber die meiste Korrespondenz fällt nicht in diese Kategorien. Je we-
niger der Adressat Anlass zu Freudensprüngen hat, desto wichtiger ist
die Ansprache. Es gilt den Leser abzuholen, ihm also jede mühsame Ge-
dankenarbeit abzunehmen. Sie beginnen ohne Umschweife und rufen
idealerweise einen Gedächtnisanker bei ihm auf. Zügig führen Sie ihn zu
Ihrem Kernanliegen und schildern ihm in knappen, aber aussagekräf-
tigen Sätzen den Sachverhalt. Danach leiten Sie in der Regel zu einer
Bitte oder Aufforderung über. Gerade wenn der Empfänger etwas für Sie
tun soll, sollten Sie ihm nicht auch noch seine Zeit rauben.
Die Königsklasse schließlich ist die Werbepost oder das Vertriebsmai-
ling. Beides trifft ohne jeden Anlass ein. Hier wartet der Adressat nicht,
Sie haben keine frohe Botschaft und Sie können auch nicht an einen
Sachverhalt anknüpfen. Im Gegenteil: Sie fordern seine Zeit und hoffen
18 | Wie schreibe ich leserorientierte Briefe?
anschließend auf sein Geld. Kein Wunder, dass hier nur echte Meister
ihres Fachs den Spannungsbogen so aufbauen können, dass überhaupt
jemand das Schreiben zu Ende liest.
Einen Rat, den ich den Teilnehmern in meinen Seminaren ans Herz lege:
Überlegen Sie sich den Sachverhalt, den Sie Ihrem Korrespondenzpartner
vermitteln möchten, schreiben Sie ihn so auf, wie Sie sprechen, und ver-
schönern Sie dann noch die ein oder andere Formulierung. Mithilfe dieses
kleinen Tricks gelingt es Ihnen auch leichter, komplizierte Sachverhalte zu
vermitteln. Nutzen Sie die Salamitaktik, sprich: Vereinfachen Sie komplexe
Dinge, indem Sie auch Briefinhalte in kleine Schritte aufteilen.
Welche Form wähle ich?
In der Regel schreibe ich heute eine E-Mail, wenn ich jemanden er-
reichen will. Sie hat den Brief in der alltäglichen Korrespondenz ab-
gelöst und zeichnet sich durch viele Vorteile aus. Selbstverständlich
gelten auch für E-Mails Regeln und – wenn auch in geringerem Ausmaß
– Formvorschriften. Vorteil der E-Mail ist nicht nur, dass sie schneller
ankommt, sondern auch, dass sie garantiert ankommt.
Der Brief hat seine Berechtigung aber nicht deswegen verloren. Im
Gegenteil: Man kann mit ihm besondere Wertschätzung demonstrieren
oder einen wichtigen Sachverhalt unterstreichen. Auch beim Versand
von Ware ist ein Begleitbrief immer noch Usus. In manchen wichtigen
Fällen ist der klassische Brief zudem immer noch das Mittel der Wahl
– unter anderem, weil er im Streitfall ein höheres Gewicht hat. Auf die
Frage »Brief oder E-Mail?« gehe ich im Anschluss noch gesondert ein.
TIPP
Wie schreibe ich leserorientierte Briefe? 19
Was möchte ich erreichen?
Zunächst einmal: dass mein Text gelesen wird. Was hilft die ganze Mühe,
wenn das Anschreiben im virtuellen oder richtigen Papierkorb landet?
Leider weiß ich nicht in allen Fällen, ob die Briefe auch gelesen werden.
Ich kann aber dafür sorgen, dass die Chancen recht gut stehen.
Geben Sie Ihren Briefen einen zeitgemäßen Stil und eine persönliche
Note. Der Geschäftsführer einer mir bekannten Werbeagentur schreibt
grundsätzlich »Dear Sirs«, auch wenn der Brief dann natürlich auf
Deutsch verfasst ist. Das ist sozusagen sein Markenzeichen – seine
persönliche Note. Und ganz nebenbei: Es passt auch zu ihm. Weil seine
Klientel diese skurrile Eigenheit schätzt, kommt diese auch sehr gut an.
Natürlich ist dies ein Beispiel aus der Werbebranche; hier werden Ver-
rücktheiten nicht nur geduldet, sondern geradezu erwartet. Aber auch
für normale Büromenschen gilt: Vermeiden Sie Langeweile und schreiben
Sie ruhig einmal peppig. Das zeugt von mehr Persönlichkeit. Mit einem
frischen Schreibstil wecken Sie mehr Aufmerksamkeit. Trauen Sie sich!
Die Werbebranche ist ein Vorbild in vielerlei Hinsicht: Nirgendwo sonst
wird so um die Aufmerksamkeit der Zielgruppe gerungen. Aber auch
Rhetoriker wie zum Beispiel Politiker, Moderatoren und sogar Come-
dians können Ihnen als Vorbild dienen. Sie alle schaffen vor allem eins:
das Kopfkino in Gang zu setzen. Denn sie arbeiten mit Bildern.
Neulich hörte ich im Radio den Spruch »Wir legen schon mal das Hand-
tuch für Sie auf die besten Plätze«. Es war von einer Verlosung die Rede,
bei der die Hörer zwei Eintrittskarten für ein Konzert gewinnen konn-
20 | Wie schreibe ich leserorientierte Briefe?
ten. Durch die lockere Formulierung der Moderatorin konnte sich nicht
nur jeder Hörer vorstellen, was gemeint war. Es war vor allem die un-
gewöhnliche, unverbrauchte Metapher und der Bezug zu einer positiv
aufgeladenen Bildwelt, nämlich der des Sommerurlaubs, die hier für
gute Stimmung sorgten.
Die bildhafte Sprache eignet sich entgegen vieler Bedenken selbst-
verständlich auch für das Schreiben Ihrer Korrespondenz. Verwenden
Sie bildhafte Beschreibungen, unter denen sich jeder etwas vorstellen
kann. Gerade in der Werbung, aber auch im Journalismus und der Poli-
tik wird mit dieser gestalterischen Art sehr oft gearbeitet.
Nehmen wir uns doch einmal die großen Bundestagsdebatten aus den
Siebzigern vor, als sich die damaligen Titanen der Rhetorik gegensei-
tig den Schneid abzukaufen suchten. »Das alles wollen Sie uns jetzt wie
Juckpulver in die Halskrause schieben! Das kennen wir noch aus der Schu-
le, nicht wahr?«, rief ein Herbert Wehner, offenbar in Topform, der da-
maligen Opposition zu. Franz-Josef Strauß, der gerne den klassischen
Bildungskanon bemühte, schleuderte dem damaligen Kanzler Helmut
Schmidt zwar schon mal ein bemühtes »Bei Philippi sehen wir uns wie-
der!« entgegen, lobte ihn aber auch einmal für den »Rumpelstilzchen-
Preis« aus. Genüsslich schloss er in unverkennbarem bayrischem Idiom:
»Dann kann der Bundeskanzler sagen: Ach wie gut, dass niemand weiß,
dass ich Rumpelstilzchen heiß.« Schmidt selbst liebte es, den Opposi-
tionsführer Kohl dumm dastehen zu lassen: »Wenn Sie dann so mit stolz-
geschwellter Brust nach Hause kommen, da lachen doch die Hühner in
Mainz!«
Wie schreibe ich leserorientierte Briefe? 21
Solche Metaphern sind natürlich keine Vorbilder für Geschäftsbriefe,
aber sie knipsen sofort Bilder im Kopf an. Was ich damit herüberbringen
möchte: Schreiben Sie plastisch und hin und wieder auch mal drastisch,
um die Aufmerksamkeit Ihrer Leser zu wecken. Am leichtesten fällt es
Ihnen vielleicht, bildhafte Beschreibungen, die zu Ihrer Branche passen
und mit denen Sie Ihre Aussagen untermauern können, zu verwenden.
Beispiel
In der Kabelbranche ist eine unzureichende Hausverkabelung immer wie-
der ein Ärgernis. Wenn in den oberen Etagen das TV-Signal schwächelt,
wissen die Betreiber: Hier wurde »ein Lasso durch das Haus geworfen«,
das Signal wird von unten nach oben »durchgeschleift«. Insbesondere
das Verb »durchschleifen« untermalt bildlich, wie durch serielle Verkabe-
lung die Signalqualität nach jeder Wohnung abnimmt. Das »Lasso« ist
nur im mündlichen Gebrauch verbreitet, das »Durchschleifen« hat sich
jedoch zum brancheninternen Begriff entwickelt.
Natürlich fällt auch hier kein Meister vom Himmel und die ersten Briefe
werden Ihnen nicht so locker aus der Feder fließen. Lassen Sie es ein-
fach einmal darauf ankommen und bauen Sie Bilder und Formulierun-
gen ein, die Ihnen im Kopf herumspuken. Sei es, weil Sie sie kürzlich
aufgeschnappt haben, sei es, weil sie Sie seit Langem beschäftigen.
Häufig ergibt sich ein ansprechender Text, an dem Sie nur noch ein we-
nig herumfeilen müssen.
Lesen Sie sich Ihre Texte laut vor. Wenn Ihnen etwas auffällt, das künstlich
oder altmodisch klingt, dann ändern Sie die Formulierung sofort.
TIPP
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Professionelle Korrespondenz – Moderne Geschäftsbriefe und E-Mails mit Wirkung

  • 1.
    Moderne Geschäftsbriefe und E-Mailsmit Wirkung Susanne Siekmeier BusinessVillage Professionelle Korrespondenz L e s e p r o b e
  • 2.
  • 3.
    Moderne Geschäftsbriefe und E-Mailsmit Wirkung Professionelle Korrespondenz Susanne Siekmeier BusinessVillage
  • 4.
    Susanne Siekmeier Professionelle Korrespondenz ModerneGeschäftsbriefe und E-Mails mit Wirkung 6., überarbeitete und erweiterte Auflage 2025 ©BusinessVillage GmbH, Göttingen Bestellnummern ISBN 978-3-86980-774-4 (Druckausgabe) ISBN 978-3-86980-775-1 (E-Book, PDF) ISBN 978-3-86980-776-8 (E-Book, epub) Direktbezug www.BusinessVillage.de, PB-1202 Bezugs- und Verlagsanschrift BusinessVillage GmbH Reinhäuser Landstraße 22 37083 Göttingen Telefon: +49 551 2099-100 E-Mail: info@businessvillage.de Web: www.businessvillage.de Layout und Satz Sabine Kempke Coverillustration alexdndz, de.vecteezy.com/membros/alexdndz Autorenfoto Michael Claushallmann, Köln (www.claushallmann.de) Druck und Bindung www.booksfactory.de Copyrightvermerk Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigung, Übersetzung, Mikroverfilmung und die Einspei- cherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Alle in diesem Buch enthaltenen Angaben, Ergebnisse usw. wurden von dem Autor nach bestem Wissen erstellt. Sie erfolgen ohne jegliche Verpflichtung oder Garantie des Verlages. Er über- nimmt deshalb keinerlei Verantwortung und Haftung für etwa vorhandene Unrichtigkeiten. Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen usw. in diesem Werk berechtigt auch ohne besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, dass solche Na- men im Sinne der Warenzeichen- und Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu betrachten wären und daher von jedermann benutzt werden dürfen.
  • 5.
    Inhalt Über die Autorin.................................................................................7 Einleitung ......................................................................................... 9 1. Wie schreibe ich leserorientierte Briefe? ......................................... 13 An wen schreibe ich? ................................................................... 15 Aus welchem Anlass schreibe ich? ................................................... 16 Welche Form wähle ich? ................................................................ 18 Was möchte ich erreichen? ............................................................ 19 Brief oder E-Mail? ....................................................................... 22 2. Der Brief als Visitenkarte............................................................... 25 Der Name .................................................................................. 26 Die Anrede ................................................................................ 29 Positiv und verständlich formulieren ............................................... 34 Klare Struktur ............................................................................ 40 Einige Stilregeln ......................................................................... 43 Floskeln, Füllsel und andere Sünden ................................................ 47 Der Umgang mit Fremdwörtern und Fachbegriffen ............................. 55 Künstliche Intelligenz ................................................................. 62 3. Angemessene Sprache .................................................................. 69 Die Sprache der Zielgruppe ........................................................... 71 Respektvolles Schreiben ............................................................... 73 4. Die äußere Form des Geschäftsbriefes nach DIN 5008 ........................ 89 Die Bestandteile eines Briefes ....................................................... 90 Die Gestaltung eines Briefes ........................................................ 101 Was die DIN 5008 noch regelt ....................................................... 105 5. Geschäftsbriefe per E-Mail ............................................................ 113 DIN 5008 auch bei E-Mails .......................................................... 114 Die äußere Form ....................................................................... 117 Die Signatur ............................................................................ 118 Knigge und Netiquette ............................................................... 120 Die Abwesenheitsmeldung .......................................................... 127 Die E-Mail als Marketing-Instrument ............................................. 129 Kurznachrichtendienste ............................................................. 131
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    6. Unangenehme Korrespondenz....................................................... 135 Die Reklamation ........................................................................ 138 Die Beschwerde ......................................................................... 143 Der angemessene Ton ................................................................. 149 Nachdruck verleihen ................................................................... 158 7. Schreiben zu besonderen Anlässen ................................................. 167 Einladungen, Zusagen und Absagen............................................... 169 Glückwünsche ........................................................................... 180 Kondolenzschreiben ................................................................... 191 8. Musterbriefe .............................................................................. 195 Geburtstage ............................................................................. 196 Kondolenzschreiben ................................................................... 208 Anhang .......................................................................................... 217 Danke … ........................................................................................ 219
  • 7.
    7 Über die Autorin SusanneSiekmeier absolvierte nach dem Abitur eine Ausbildung zur Fremdspra- chensekretärin. Anschließend arbeitete sie mehr als fünfundzwanzig Jahre als Vorstandssekretärin in verschiedenen Konzernen und als Assistentin der Ge- schäftsführung in mittelständischen Un- ternehmen unterschiedlicher Branchen. Nachdem sie erfolgreich einen Wirtschaftsklub mit aufgebaut und aus- gebaut hatte, machte sie sich 2008 in den Bereichen Büroorganisation und Veranstaltungsmanagement selbstständig. Sie ist spezialisiert auf Arbeitsplatz- und Büroorganisation sowie die Optimierung von Arbeits- abläufen. Heute berät Susanne Siekmeier Unternehmen bei der Opti- mierung ihrer Büroprozesse. Als systemischer Business-Coach (SHB) unterstützt sie Menschen, die in ihrem (Berufs-)Leben Veränderungen suchen und anstreben. Sie hält Fachvorträge und arbeitet als Referen- tin und Dozentin für verschiedene Weiterbildungsinstitute. Ihre Seminarthemen sind rund um das Thema Organisation, Kommuni- kation und Kooperation angesiedelt. Einer ihrer Schwerpunkte ist das Thema Korrespondenz. Sie weiß, wo der Schuh drückt und vermittelt ihren Seminarteilnehmern durch ihre frische Art – sozusagen aus der Praxis für die Praxis – wie zeitgemäße Korrespondenz empfänger- und leserfreundlich verfasst wird.
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    8 |  ImJahr 2012 ist der Ratgeber Professionelle Korrespondenz – Moderne Geschäftsbriefe und E-Mails mit Wirkung im BusinessVillage Verlag er- schienen. Dieser Ratgeber ist nun in einer überarbeiteten Fassung er- schienen. Kontakt: E-Mail: Susanne@Siekmeier.koeln Internet: www.susanne-siekmeier.de Hinweis: Aus didaktischen Gründen setze ich nicht im ganzen Buch geschlechtergerechte Sprache ein. Die Leserinnen mögen es mir ver- zeihen. Das Thema wird gleichwohl in einem neu aufgenommenen Teil ausführlich in Bezug auf professionelle Korrespondenz behandelt. Wo immer es den Lesefluss nicht beeinträchtigt, habe ich darauf geachtet, Sachverhalte auf beide Geschlechter anzupassen.
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    10 | Einleitung ProfessionelleKorrespondenz: In der ersten Auflage 2012 stellte ich dazu die Frage: »Warum ist ein weiterer Ratgeber zu diesem Thema sinn- voll?« Die Antwort: Unternehmer fühlen sich in ihrer Korrespondenz überraschend unsicher. Selbst Menschen mit akademischem Abschluss ringen mit Formulierungen, mit Rechtschreibung und Form. Seither hat sich Vieles verändert: Rechtschreibprüfungen sind nicht nur in textverarbeitenden, sondern längst auch in Mailprogrammen verfüg- bar. Künstliche Intelligenz textet uns sogar ganze Briefe vor, wenn wir das wünschen. Und der Brief ist von der wesentlich informelleren Mail schon vor einiger Zeit abgelöst worden. Selbst das geschäftliche »Sie« scheint bald auszusterben. Und doch ist guter Rat teurer denn je. Denn überall, wo sich scheinbare Vereinfachungen zeigen, wird Neuland betreten, das in vielerlei Hin- sicht wieder neue Unsicherheiten aufreißt. Zugleich halten sich Stan- dards und Formvorschriften. Und auch eine Mail ist ein Geschäftsbrief, nur eben ein elektronischer. Als ob dies alles nicht genug ist, erwarten die Angeschriebenen heute viel mehr vom Inhalt der Korrespondenz als früher: Sie haben ein Gespür dafür entwickelt, wie sie angesprochen werden, stellen diesbezüglich hohe Ansprüche und haben eine feine Antenne. Man denke nur an die Diskussion um Gendern und inklusive Sprache. Wir müssen also mehr berücksichtigen als früher: die Form und den In- halt, die Intention und die Haltung dahinter. Neue Werkzeuge wollen ordentlich genutzt werden. Mit der Textnachricht geht alles schneller – und obwohl man ständig das Gegenteil hört, lesen die Menschen im- mer mehr statt weniger. Wenn ich Auszubildende in meinen Seminaren
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    Einleitung 11 habe, sagendiese mir oft, dass sie das Telefon kaum noch zum Spre- chen, aber sehr häufig zum Texten nutzen. Und auch eine SMS oder eine WhatsApp-Nachricht kann als geschäftliche Korrespondenz gelten. Auf all diese Themen gehe ich in der neuen Auflage ein – und so ist das Buch umfangreicher geworden. Denn es soll Ihnen eine inspirierende, unterhaltsame, aber vor allem verlässliche Anleitung zum eigenständi- gen Texten von Korrespondenz sein. Leicht zu lesen und zu verstehen ist es trotzdem. Ich hoffe, dass es für Sie nicht nur Rat- sondern auch Ideengeber ist. Herzlichst Ihre Susanne Siekmeier
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    14 | Wieschreibe ich leserorientierte Briefe? »Schreibe, wie du redest, so schreibst du schön!« Diesen zutreffenden Satz sagte der Dichter Gotthold Ephraim Lessing schon im achtzehnten Jahrhundert. Ich stelle immer wieder fest, dass sich sehr viele Men- schen, die Briefe verfassen, überhaupt nicht an diesen klugen Rat hal- ten. Dabei sind sie nicht selten wortgewaltige Manager, die in Ansprachen oder Konferenzen auf den Punkt genau formulieren, ihre Zuhörer in den Bann ziehen und überzeugen können. Macher oder Entertainer, Visio- näre oder Gremienfüchse – in ihnen allen geht zuweilen eine sonderba- re psychische Veränderung vor, sobald sie vor einem Rechner sitzen und einen Brief schreiben sollen. Aus lauter Angst, sich mit Formfehlern zu entblößen, mutieren sie zu Langweilern und Phrasendreschern, schrei- ben hölzern, gespreizt oder gar unverständlich. Die heutige Korrespondenz strotzt denn auch nur so von Überbleibseln aus den vergangenen Jahrzehnten. In vielen Büros werden Briefvor- lagen von 1980 oder noch früher verwendet. Getreu dem Motto: Das haben wir schon immer so gemacht! Da stelle ich mir natürlich sofort die Frage: Wird es dann nicht mal Zeit, dies zu ändern? Und überhaupt: Warum ist die Angst, seine Leser zu langweilen, nicht viel ausgeprägter als die Angst vor Formfehlern? Denn was nützt die Formtreue, wenn der Brief gleich in den Papierkorb wandert, die Mail ungelesen im Postfach versauert und der nächsten Massenlöschung anheimfällt? Ein Anschreiben ist immer auch eine Verbeugung vor dem, der es liest – und eine deutliche Aussage über sich selbst, den Verfasser. Professionelle Korrespondenz zu schreiben, heißt also zunächst einmal seinen Leser ernst zu nehmen. Sie ist höf-
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    Wie schreibe ichleserorientierte Briefe? 15 lich, formal korrekt, orthografisch einwandfrei, aber sie ist vor allem eins: leserorientiert. Doch was bedeutet »leserorientiert«? Um diesem Geheimnis auf die Spur zu kommen, muss man als Autor zunächst in sich selbst suchen. Vier wichtige Fragen sind zu beantworten: 1. An wen schreibe ich? 2. Aus welchem Anlass schreibe ich? 3. Welche Form wähle ich? 4. Was möchte ich mit meinem Schreiben erreichen? An wen schreibe ich? Diese erste Frage muss ich erst einmal beantworten und mir in Gedan- ken vorstellen, wer der Empfänger meines Schreibens ist. Leserorien- tiert bedeutet, dass ich den Empfänger von Anfang an einbeziehe. Wer wird mein Anschreiben lesen? Schreibe ich an einen Menschen, den ich kenne? Ist es ein alter Geschäftsfreund oder ein neuer Kunden- kontakt? Schreibe ich an einen Lieferanten oder an eine Kollegin? Ist es eine Vorgesetzte oder ein Mitarbeiter? Ein junger oder ein älterer Mensch? Diese Fragen muss ich mir vorher stellen. Die Beantwortung benötigt in der Regel nur wenige Augenblicke. Und dann kann es mit dem Formulieren auch schon losgehen.
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    16 | Wieschreibe ich leserorientierte Briefe? Versetzen Sie sich also in die Lage des Empfängers hinein. Was ist für ihn wichtig und interessant? Auch in der Korrespondenz gilt: Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance. Wenn Ihr Brief schon lang- weilig beginnt, werden Sie es schwer schaffen, beim Leser Begeisterung zu wecken. Überlegen Sie daher im Voraus: Wie wirken meine Worte? Hier kommt das eben beschriebene Dilemma ins Spiel: die Verwen- dung von Schablonen zulasten guten Stils. Dies gleicht dem berühmten Selbstmord aus Angst vor dem Tod: Veraltete Begriffe und hölzerne Re- dewendungen sind nämlich keine Versicherung gegen Fehler, sondern wirken skurril oder gar lächerlich. Der Leser wird immer vom Stil des Briefes auf Ihr Unternehmen schließen. Wenn Sie verstaubtes Deutsch schreiben, dann vermitteln Sie ein negatives Image von Ihrem Unter- nehmen. Umgekehrt gilt zwar auch: Schreiben Sie zu flippig, dann wird Ihr Kor- respondenzpartner Ihr Unternehmen eventuell nicht für seriös halten. Selbstverständlich ist es ein Unterschied, ob Sie für eine gediegene Steuerberatungs- oder Rechtsanwaltskanzlei oder für eine innovative und moderne Eventagentur arbeiten. Doch es bleibt dabei: Der Empfän- ger will nicht gelangweilt werden. Aus welchem Anlass schreibe ich? Warum schreibe ich den Leser überhaupt an? Was soll der Inhalt sein? Auch diese Frage beantworten Sie bitte für sich selbst, bevor Sie sich ans Werk machen. Diese Vorgehensweise ist vor allem dann wichtig und hilfreich, wenn Sie ein Schreiben versenden, das nicht angefordert ist.
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    Wie schreibe ichleserorientierte Briefe? 17 Denn dann ist die Gefahr, den Leser zu langweilen oder gar zu verär- gern, am größten. Ein Brief, auf den der Empfänger wartet, ist diesbezüglich die einfachs- te Übung. Ist er ohnehin neugierig auf Ihr Angebot, Ihre Antwort auf ein Schreiben oder Ihre schriftliche Bestätigung, dann liest er Ihren Brief mit Interesse. Erwartet der Adressat kein Anschreiben, kommt es sehr auf den Anlass an. Mit Sicherheit freut er sich über eine unerwarte- te positive Nachricht. Aber auch Dankschreiben, Geburtstagswünsche, Weihnachtskarten und Einladungen verfehlen ihre Wirkung nicht. Die- se Schreiben werden oft mit großer Neugier geöffnet und gelesen. Bei Wünschen zu Standardanlässen können Sie sich zudem gut vom »Rest der Gratulanten« abheben, indem Sie auch einmal ungewöhnlich for- mulieren. Aber die meiste Korrespondenz fällt nicht in diese Kategorien. Je we- niger der Adressat Anlass zu Freudensprüngen hat, desto wichtiger ist die Ansprache. Es gilt den Leser abzuholen, ihm also jede mühsame Ge- dankenarbeit abzunehmen. Sie beginnen ohne Umschweife und rufen idealerweise einen Gedächtnisanker bei ihm auf. Zügig führen Sie ihn zu Ihrem Kernanliegen und schildern ihm in knappen, aber aussagekräf- tigen Sätzen den Sachverhalt. Danach leiten Sie in der Regel zu einer Bitte oder Aufforderung über. Gerade wenn der Empfänger etwas für Sie tun soll, sollten Sie ihm nicht auch noch seine Zeit rauben. Die Königsklasse schließlich ist die Werbepost oder das Vertriebsmai- ling. Beides trifft ohne jeden Anlass ein. Hier wartet der Adressat nicht, Sie haben keine frohe Botschaft und Sie können auch nicht an einen Sachverhalt anknüpfen. Im Gegenteil: Sie fordern seine Zeit und hoffen
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    18 | Wieschreibe ich leserorientierte Briefe? anschließend auf sein Geld. Kein Wunder, dass hier nur echte Meister ihres Fachs den Spannungsbogen so aufbauen können, dass überhaupt jemand das Schreiben zu Ende liest. Einen Rat, den ich den Teilnehmern in meinen Seminaren ans Herz lege: Überlegen Sie sich den Sachverhalt, den Sie Ihrem Korrespondenzpartner vermitteln möchten, schreiben Sie ihn so auf, wie Sie sprechen, und ver- schönern Sie dann noch die ein oder andere Formulierung. Mithilfe dieses kleinen Tricks gelingt es Ihnen auch leichter, komplizierte Sachverhalte zu vermitteln. Nutzen Sie die Salamitaktik, sprich: Vereinfachen Sie komplexe Dinge, indem Sie auch Briefinhalte in kleine Schritte aufteilen. Welche Form wähle ich? In der Regel schreibe ich heute eine E-Mail, wenn ich jemanden er- reichen will. Sie hat den Brief in der alltäglichen Korrespondenz ab- gelöst und zeichnet sich durch viele Vorteile aus. Selbstverständlich gelten auch für E-Mails Regeln und – wenn auch in geringerem Ausmaß – Formvorschriften. Vorteil der E-Mail ist nicht nur, dass sie schneller ankommt, sondern auch, dass sie garantiert ankommt. Der Brief hat seine Berechtigung aber nicht deswegen verloren. Im Gegenteil: Man kann mit ihm besondere Wertschätzung demonstrieren oder einen wichtigen Sachverhalt unterstreichen. Auch beim Versand von Ware ist ein Begleitbrief immer noch Usus. In manchen wichtigen Fällen ist der klassische Brief zudem immer noch das Mittel der Wahl – unter anderem, weil er im Streitfall ein höheres Gewicht hat. Auf die Frage »Brief oder E-Mail?« gehe ich im Anschluss noch gesondert ein. TIPP
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    Wie schreibe ichleserorientierte Briefe? 19 Was möchte ich erreichen? Zunächst einmal: dass mein Text gelesen wird. Was hilft die ganze Mühe, wenn das Anschreiben im virtuellen oder richtigen Papierkorb landet? Leider weiß ich nicht in allen Fällen, ob die Briefe auch gelesen werden. Ich kann aber dafür sorgen, dass die Chancen recht gut stehen. Geben Sie Ihren Briefen einen zeitgemäßen Stil und eine persönliche Note. Der Geschäftsführer einer mir bekannten Werbeagentur schreibt grundsätzlich »Dear Sirs«, auch wenn der Brief dann natürlich auf Deutsch verfasst ist. Das ist sozusagen sein Markenzeichen – seine persönliche Note. Und ganz nebenbei: Es passt auch zu ihm. Weil seine Klientel diese skurrile Eigenheit schätzt, kommt diese auch sehr gut an. Natürlich ist dies ein Beispiel aus der Werbebranche; hier werden Ver- rücktheiten nicht nur geduldet, sondern geradezu erwartet. Aber auch für normale Büromenschen gilt: Vermeiden Sie Langeweile und schreiben Sie ruhig einmal peppig. Das zeugt von mehr Persönlichkeit. Mit einem frischen Schreibstil wecken Sie mehr Aufmerksamkeit. Trauen Sie sich! Die Werbebranche ist ein Vorbild in vielerlei Hinsicht: Nirgendwo sonst wird so um die Aufmerksamkeit der Zielgruppe gerungen. Aber auch Rhetoriker wie zum Beispiel Politiker, Moderatoren und sogar Come- dians können Ihnen als Vorbild dienen. Sie alle schaffen vor allem eins: das Kopfkino in Gang zu setzen. Denn sie arbeiten mit Bildern. Neulich hörte ich im Radio den Spruch »Wir legen schon mal das Hand- tuch für Sie auf die besten Plätze«. Es war von einer Verlosung die Rede, bei der die Hörer zwei Eintrittskarten für ein Konzert gewinnen konn-
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    20 | Wieschreibe ich leserorientierte Briefe? ten. Durch die lockere Formulierung der Moderatorin konnte sich nicht nur jeder Hörer vorstellen, was gemeint war. Es war vor allem die un- gewöhnliche, unverbrauchte Metapher und der Bezug zu einer positiv aufgeladenen Bildwelt, nämlich der des Sommerurlaubs, die hier für gute Stimmung sorgten. Die bildhafte Sprache eignet sich entgegen vieler Bedenken selbst- verständlich auch für das Schreiben Ihrer Korrespondenz. Verwenden Sie bildhafte Beschreibungen, unter denen sich jeder etwas vorstellen kann. Gerade in der Werbung, aber auch im Journalismus und der Poli- tik wird mit dieser gestalterischen Art sehr oft gearbeitet. Nehmen wir uns doch einmal die großen Bundestagsdebatten aus den Siebzigern vor, als sich die damaligen Titanen der Rhetorik gegensei- tig den Schneid abzukaufen suchten. »Das alles wollen Sie uns jetzt wie Juckpulver in die Halskrause schieben! Das kennen wir noch aus der Schu- le, nicht wahr?«, rief ein Herbert Wehner, offenbar in Topform, der da- maligen Opposition zu. Franz-Josef Strauß, der gerne den klassischen Bildungskanon bemühte, schleuderte dem damaligen Kanzler Helmut Schmidt zwar schon mal ein bemühtes »Bei Philippi sehen wir uns wie- der!« entgegen, lobte ihn aber auch einmal für den »Rumpelstilzchen- Preis« aus. Genüsslich schloss er in unverkennbarem bayrischem Idiom: »Dann kann der Bundeskanzler sagen: Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß.« Schmidt selbst liebte es, den Opposi- tionsführer Kohl dumm dastehen zu lassen: »Wenn Sie dann so mit stolz- geschwellter Brust nach Hause kommen, da lachen doch die Hühner in Mainz!«
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    Wie schreibe ichleserorientierte Briefe? 21 Solche Metaphern sind natürlich keine Vorbilder für Geschäftsbriefe, aber sie knipsen sofort Bilder im Kopf an. Was ich damit herüberbringen möchte: Schreiben Sie plastisch und hin und wieder auch mal drastisch, um die Aufmerksamkeit Ihrer Leser zu wecken. Am leichtesten fällt es Ihnen vielleicht, bildhafte Beschreibungen, die zu Ihrer Branche passen und mit denen Sie Ihre Aussagen untermauern können, zu verwenden. Beispiel In der Kabelbranche ist eine unzureichende Hausverkabelung immer wie- der ein Ärgernis. Wenn in den oberen Etagen das TV-Signal schwächelt, wissen die Betreiber: Hier wurde »ein Lasso durch das Haus geworfen«, das Signal wird von unten nach oben »durchgeschleift«. Insbesondere das Verb »durchschleifen« untermalt bildlich, wie durch serielle Verkabe- lung die Signalqualität nach jeder Wohnung abnimmt. Das »Lasso« ist nur im mündlichen Gebrauch verbreitet, das »Durchschleifen« hat sich jedoch zum brancheninternen Begriff entwickelt. Natürlich fällt auch hier kein Meister vom Himmel und die ersten Briefe werden Ihnen nicht so locker aus der Feder fließen. Lassen Sie es ein- fach einmal darauf ankommen und bauen Sie Bilder und Formulierun- gen ein, die Ihnen im Kopf herumspuken. Sei es, weil Sie sie kürzlich aufgeschnappt haben, sei es, weil sie Sie seit Langem beschäftigen. Häufig ergibt sich ein ansprechender Text, an dem Sie nur noch ein we- nig herumfeilen müssen. Lesen Sie sich Ihre Texte laut vor. Wenn Ihnen etwas auffällt, das künstlich oder altmodisch klingt, dann ändern Sie die Formulierung sofort. TIPP
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    Professionelles Eventmanagement Die Organisationvon Veranstaltungen ist eine logistische Herausforderung. Ob interne Firmenveranstaltungen oder Kundenveranstaltungen mit Außenwirkung – die professionelle Vorbereitung ist das A und O für ein rundum gelungenes Event. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in einer guten Vorbereitung mit Liebe zum Detail. Aber gute Planung, reibungslose Durchführung und sorgfältige Nachbereitung erhalten in der Praxis oft nicht den ihnen gebührenden Stellenwert. Dabei geht es doch um so wichtige Menschen wie Kunden und Mitarbeiter. Dieser Ratgeber hilft Ihnen Events optimal zu organisieren und liefert Ihnen praktische Hinweise, damit die Veranstaltung für Sie und Ihre Gäste einzigartig wird. Susanne Siekmeier, IHK-geprüfte Eventmanagerin, liefert Ihnen – aus der Praxis für die Praxis – Tipps zu Themen wie Bewirtung, Logistik, Programm, Location und rechtlichen Vorschriften. Darüber hinaus erhalten Sie praktische Checklisten sowie nützliche Adressen. www.BusinessVillage.de Susanne Siekmeier Professionelles Eventmanagement Planen • organisieren • durchführen 4. überarbeitete und erweiterte Auflage 2024 222 Seiten; Broschur; 24,95 Euro ISBN 978-3-86980-734-8; Art.-Nr.: 1178
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    Positiv führt! Gute Führungspürt man kaum – schlechte umso mehr. Wem sind Formulierungen wie »einnorden« oder »in die Spur stellen« nicht geläufig? Sie sind Synonyme für eine anachronistische Autorität und fehlende positive Visionen. Genau hier setzt Positive Leadership an und lenkt die Aufmerksamkeit auf die positive Abweichung, also auf das Gelingende und positiv Herausragende. Der Ansatz kommt aus der Positiven Psychologie und verspricht nicht weniger als eine (R)Evolution von Führung: Er befähigt Führungskräfte, ihre Teams und Organisationen durch authentisches, empathisches und inspirierendes Handeln zu stärken. Dieses Buch zeigt offen und klar, welches Führungsverhalten heute zeitgemäß ist und wie wir Führung ganz konkret besser machen können. Es versteht sich als eine Anleitung, um eine zukunftsfähige, resiliente und positive Führungs- und Unternehmenskultur zu gestalten. www.BusinessVillage.de Elke Katharina Meyer, Thomas Achim Werner, Frank Nesemann Positiv führt! Mit Positive Leadership Teams und Organisationen empowern 1. Auflage 2024 294 Seiten; Broschur; 34,95 Euro ISBN 978-3-86980-753-9; Art.-Nr.: 1192