Die neue
Emotionale
Intelligenz
für Männer
Mit Empathie,
Gefühl und
einem neuen
Selbstvertrauen
innere Stärke
entwickeln
BusinessVillage
Frank Rechsteiner
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BusinessVillage
Frank Rechsteiner
Die neue emotionale
Intelligenz für Männer
Mit Empathie, Gefühl und einem neuen Selbstvertrauen
innere Stärke entwickeln
Impressum
Frank Rechsteiner
Die neue emotionale Intelligenz für Männer
Mit Empathie, Gefühl und einem neuen Selbstvertrauen innere Stärke entwickeln
1. Auflage 2025
©BusinessVillage GmbH, Göttingen
Bestellnummern
ISBN 978-3-86980-798-0 (Druckausgabe)
ISBN 978-3-86980-799-7 (E-Book, PDF)
ISBN 978-3-86980-800-0 (E-Book, EPUB)
Direktbezug unter www.BusinessVillage.de/1207.html
Bezugs- und Verlagsanschrift
BusinessVillage GmbH
Reinhäuser Landstraße 22
37083 Göttingen
Telefon: +49 (0)551 2099-100
E-Mail: info@businessvillage.de
Web: www.businessvillage.de
Layout und Satz
Sabine Kempke
Autorenfoto
www.zartbitter-design.com
Druck und Bindung
ScandinavianBook, Neustadt an der Aisch
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Werk berechtigt auch ohne besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, dass solche Namen
im Sinne der Warenzeichen- und Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu betrachten wären und
daher von jedermann benutzt werden dürfen.
Inhalt
Über den Autor ................................................................................ 7
Vorwort von Yasmin Floria Kreß ......................................................... 9
Prolog: Die Handgranate ................................................................. 13
I. Die neue emotionale Intelligenz (EQ) ............................................. 21
1. Was bedeutet emotionale Intelligenz? ......................................... 23
2. Was ist die neue emotionale Intelligenz? ..................................... 28
3. Warum ist die neue emotionale Intelligenz für Männer so wichtig? .... 32
4. Warum die neue emotionale Intelligenz unsere Beziehungen
maßgeblich beeinflusst ........................................................... 37
II. Beziehungen, die sich im Außen zeigen ......................................... 41
5. Was bedeutet es, in Beziehung zu gehen? .................................... 42
6. Das große Dilemma ................................................................. 47
7. Welche Beziehungsdynamik wurde uns vorgelebt? ......................... 53
8. Gehen wir Kompromisse ein? ..................................................... 63
9. Haben wir Angst vor Veränderung? ............................................. 72
10. Die Erkenntnis ........................................................................ 81
III. Unsere Beziehung zu uns selbst .................................................. 85
11. Wie gehen wir mit uns in Beziehung? .......................................... 87
12.Können wir Stille ertragen? ....................................................... 97
13.Welche Kraft führt uns in unserem Leben? .................................. 104
14. Können wir unsere Emotionen managen? ................................... 113
15.Wie sieht unser inneres Gefängnis aus? ..................................... 120
16. Wir und unser inneres Kind ..................................................... 128
17. Haben wir unsere innere Karriere schon gestartet? ...................... 136
IV. Wie wir unsere neue emotionale Intelligenz selbst stärken ............ 141
18.Wie verbindlich sind wir uns selbst gegenüber? ........................... 142
19.Wie können wir authentisch unsere Werte leben? ......................... 150
20.Wie erlangen wir mehr Mut und Vertrauen? ................................ 159
21. Auf diese Art kommen wir in unsere persönliche Kraft .................. 166
22.So werden wir als reifer Mann mit einem hohen Grad
an emotionaler Intelligenz wahrgenommen................................ 170
Epilog: Kapstadt ........................................................................... 175
Literaturverzeichnis ..................................................................... 179
Über den Autor | 7
Über den Autor
Frank Rechsteiner ist Potenzialaktivierer und Persönlichkeitsentwickler. Mit
seiner neuen emotionalen Intelligenz für Männer und seinem Männer-Podcast
»Kannst du dich fühlen?« sowie als Speaker setzt er neue Maßstäbe und gibt
nachhaltige Denkanstöße. Getrieben von persönlichen Schicksalsschlägen und
einem eigenen intensiven Transformationsprozess ist die Begeisterung und Ak-
tivierung der neuen emotionalen Intelligenz für Männer sein Herzensthema.
Kontakt
E-Mail: frank@frankrechsteiner.de
Web: frankrechsteiner.de
»
«
Das Leben eines
Entwurzelten erschien ihm
weit weniger verächtlich als
das Leben eines Menschen,
der sich mit der Tyrannei des
Durchschnitts abfindet, weil
es angeblich zu teuer ist, aus
der Reihe zu tanzen.
James Joyce
Vorwort von
Yasmin Floria Kreß
10 |Vorwort von Yasmin Floria Kreß
Lieber Leser, lieber Mann,
ich erinnere mich an einen dieser leisen, kostbaren Momente, die einen nicht
mehr loslassen. Ein Mann saß mir gegenüber, die Schultern aufrecht, der Blick
ruhig – und dann sagte er, fast flüsternd: »Da ist etwas in mir. Etwas, das ich
lange weggeschoben habe. Ich weiß nicht genau, was es ist. Aber ich glaube,
es ist wichtig und möchte endlich gesehen werden. Und das macht mir, ehrlich
gesagt, Angst.«
In diesem Satz lag neben der Angst so viel Mut. So viel Sehnsucht. Er war kein
schwacher Mann. Im Gegenteil – er trug viel, hielt viel aus, war für andere da,
stand mitten im Leben. Und doch spürte ich in diesem Moment: Da ist ein Teil
in ihm, der nie Raum bekommen hat. Der immer funktioniert hat, aber nie ge-
fragt wurde, wie es ihm wirklich geht. Und er selbst hat sich auch nicht gefragt.
Diese Begegnung hat mich tief bewegt. Nicht, weil sie außergewöhnlich war,
sondern weil sie so ehrlich war. Und weil ich spürte: Er spricht aus, was wohl
so einige Männer fühlen, aber selten aussprechen. Er ist vermutlich nicht allein
mit diesem Gefühl. Genau hier beginnt etwas Neues.
Ich schreibe dieses Vorwort ganz sicher nicht als Expertin, die alles weiß – son-
dernalsFrau,diezuhört,mitjahrelangerErfahrungineinermännerdominierten
Branche. Als Co-Autorin möchte ich mit diesem Buch einen Raum mitgestalten,
in dem Männer sich wieder näherkommen dürfen. In dem Gefühle kein Risiko
sind, sondern eine Ressource. Und in dem die neue emotionale Intelligenz nicht
als etwas Zusätzliches betrachtet wird – sondern als das, was unsere Mensch-
lichkeit überhaupt erst vollständig macht. Dieses Buch ist eine Einladung. Eine
Einladung, dich selbst neu kennenzulernen – jenseits von alten Rollenbildern,
jenseits von Erwartungen, jenseits von dem, was Mannsein für lange Zeit be-
deuten musste. Es ist eine Einladung, nicht zu jemand anderem zu werden, son-
dern du selbst zu sein. Vielleicht zum ersten Mal wirklich. Ich habe viele Männer
Vorwort von Yasmin Floria Kreß | 11
im privaten und vor allem beruflichen Kontext erlebt, die sich nach mehr Tiefe
sehnten, nach echter Verbindung – zu sich selbst und zu anderen. Männer, die
stark sein wollten, ohne hart zu werden. Die sich nach einem Leben sehnten,
das sie nicht mehr nur meistern, sondern wirklich spüren dürfen.
Die neue emotionale Intelligenz ist kein Soft Skill. Sie ist gelebte Verbindung
– zu dir selbst, zu den Menschen, die dir wichtig sind, zur Welt um dich herum.
Sie bedeutet nicht, alles unter Kontrolle zu haben, sondern dich in dir selbst zu
Hause zu fühlen – auch wenn es mal stürmt. Die neue emotionale Intelligenz
macht dich nicht schwächer, sondern freier. Nicht weniger Mann, sondern mehr
du.
Ich bin Teil dieses Buches geworden, weil ich glaube, dass genau hier ein neuer
Weg beginnt – für uns alle. Ich wünsche mir eine Welt, in der Männer nicht funk-
tionieren müssen, sondern fühlen dürfen. In der ihr Herz genauso viel Platz
hat wie ihr Verstand. In der sie sich nicht verbiegen, sondern vertrauen – sich
selbst und anderen. Dieses Buch ist weder ein klassischer Ratgeber noch eine
Anleitung zum optimierten Funktionieren, sondern ein Wegweiser zur inneren
Stärke und Verbundenheit. Mit Empathie, mit Gefühl und einem neuen Selbst-
vertrauen.
Es ist ein stiller Ruf an dich – deinen eigenen Weg zu gehen. Mit allem, was dich
ausmacht. Und allem, was in dir darauf wartet, gelebt zu werden.
Danke, dass du da bist. Und danke, dass du dich auf diese Reise einlässt.
Mein besonderer Dank gilt dir, lieber Frank, für deinen Mut, dich auf diese Reise
einzulassen, und für die Offenheit, sie mit der Welt zu teilen. Dein Vertrauen,
deine Klarheit und deine Bereitschaft, dich in deiner ganzen Tiefe zu zeigen,
sind nicht nur inspirierend – sie sind ein leuchtendes Beispiel dafür, wie innere
Stärke heute aussehen kann.
12 |Vorwort von Yasmin Floria Kreß
Danke, Frank, dass du diesen Raum geschaffen hast. Und dass du den Weg nicht
nur gehst, sondern auch anderen Männern den Mut gibst, ihren eigenen zu fin-
den.
In tiefer Wertschätzung,
Yasmin Floria Kreß
Prolog: Die Handgranate
14 |Prolog: Die Handgranate
Freitagmorgen um 8:21 Uhr an einem wunderschönen Julitag in München. Das
Thermometer zeigt schon dreiundzwanzig Grad an und alle Zeichen stehen auf
Grün für ein wunderschönes Wochenende. Alles könnte fantastisch sein, doch
plötzlich fliegt mir eine Obstschale nur knapp am rechten Ohr vorbei, gefolgt
von einer Salve an wüsten Beleidigungen und üblen Beschimpfungen. Sie prü-
gelt wild und außer sich auf mich ein. Und als wäre das alles nicht schon genug,
findet sich in kürzester Zeit mein halber Kleiderschrank im Treppenhaus wie-
der. Ja, du hast richtig gelesen, meine zum damaligen Zeitpunkt noch zweite
Ehefrau flippt völlig aus und mein Leben ändert sich von einem Moment auf den
anderen radikal. Heute weiß ich: Das alles geschah zu Recht.
Damals wusste ich noch nicht, dass wir uns achtzehn Monate später in der
Pacellistraße am Münchner Amtsgericht live und in Farbe wiedersehen werden,
um geschieden zu werden. An diesem Donnerstagvormittag geht es mir so mit-
telprächtig, da ich genau weiß, was jetzt auf mich zukommt. Die Anwältin der
Gegenseite wird versuchen, mir die Hölle heiß zu machen und mich bluten zu
lassen, vor allem finanziell. Und als wäre das nicht genug, wird unser Schei-
dungsverfahren von einer Richterin geleitet. Ja, klasse, da habe ich ja richtig
gute Chancen, als Mann voll auf die Zwölf zu bekommen. So fühlt es sich für
mich in dem Moment an. Und ich stelle mich dieser emotionalen Hürde und
übernehme Verantwortung – für mich und mein neues Leben und um trotz aller
Emotionen einen fairen, sauberen Abschluss zu finden.
Doch jetzt noch einmal langsam. Was genau ist passiert und was hat das ganze
Thema mit dir zu tun? Warum teile ich so Persönliches mit dir?
Es geht in diesem Buch um die neue emotionale Intelligenz und somit zwangs-
läufig um Beziehungen – zwei, wenn nicht sogar die wichtigsten Themen in
unserem Leben. Wir stehen stets und ständig mit Menschen in Beziehung und
in Verbindung. Unsere Kinder, unsere Ehefrau oder unser Ehemann, Freunde,
Geschwister, Eltern, Vorgesetzte, Mitarbeiter, Nachbarn, die Kassiererin beim
Prolog: Die Handgranate | 15
Supermarkt um die Ecke – es gibt so viele Formen von Beziehung und es ist
gar nicht möglich, dass wir nicht in Beziehung sind. Egal, wo und mit wem wir
sind, diese Beziehungen und deren Dynamik haben einen direkten Einfluss auf
uns und unser Leben. Vielleicht können wir uns einigen unguten Verbindungen
entziehen, jemanden meiden oder sogar ghosten, wenn es uns zu viel wird oder
wir genervt sind, doch dieser Bumerang kommt meist aus einer anderen Ecke
wieder auf uns zurückgeschossen – mit oftmals gleicher Thematik. Energie geht
nicht verloren, auch Karma nicht. Wir können uns unserer Beziehungen so nicht
entledigen. Selbst als Einsiedler sind wir noch in Beziehung, nämlich immer
mit uns selbst. Übrigens, die intensivste Beziehung, die mit uns selbst. Darauf
gehe ich später noch detaillierter ein. Wir können festhalten, je emotionaler
und näher uns ein Mensch steht, umso herausfordernder ist erfahrungsgemäß
unsere gemeinsame Beziehung und die Interaktion. Ich sage nur: Weihnachten
oder Urlaub mit unserer (Ursprungs-)Familie und Verwandtschaft. Ich kenne
wirklich niemanden, der nicht diverse stressige Passagen erzählen kann. Wir
lieben sie und doch fühlen wir uns oftmals getriggert. Durch ihr Verhalten, ihre
Worte, ihr Schweigen – und sicherlich auch andersherum.
An diesem besagten Trennungsfreitag hat sich mein bisheriges Leben also
schlagartig und radikal verändert, und ich habe das unbewusst schon vor ei-
nigen Wochen eingeleitet, wenn ich ganz ehrlich zu mir bin. Als siebenund-
vierzigjähriger Mann, der das zweite Mal verheiratet war, habe ich mir selbst
einen immensen Druck gemacht. Ich wollte auf Teufel komm raus, dass diese
Ehe funktioniert. Es kann doch nicht sein, dass es wieder zu einem Scheitern
kommt, dachte ich mir. Ich konnte mir die ganzen Jahre bis zu diesem Zeit-
punkt nicht wirklich eingestehen, dass ich selbst viele Red Flags übersehen
habe. Nein, ich schiebe den schwarzen Peter nicht auf die andere Seite – ich
spreche nur von und über mich. Ich habe all diese Alarmsignale, für mich in
unserer Beziehung ignoriert, war hochgradig beschäftigt, abgelenkt und an-
gestrengt. Es gab keine andere Sicht auf die Dinge für mich, weil ich das Ge-
lingen dieser Ehe unbedingt wollte. Bitte nicht noch mal versagen – das war
16 |Prolog: Die Handgranate
mein antreibender Gedanke und ich habe mir selbst diesen unendlich inneren
Druck gemacht. Heute ist mir das klar und auch die Muster, die dahinterstehen.
Von außen betrachtet war alles gigantisch gut: Penthouse in bester Lage in der
Münchner City, ein eigenes erfolgreiches Unternehmen, eine wunderschöne,
intelligente Ehefrau, ich ein sportlich sehr aktiver Typ, kommunikativ und kon-
taktfreudig, Party und Urlaube überall auf der Welt – summa summarum alles
klasse, oder?
Doch beim genaueren Hinschauen liefen meine Beziehungen eher, sagen wir
mal holprig. Ich hatte nahezu keinen Kontakt zu meinem Bruder, phasenweise
wenig bis keine Verbindung zu meinen Eltern, mein Freundeskreis war klein bis
nicht existent und meine Geschäftsbeziehungen kamen und gingen, da ging es
eher unstet zu wie im Taubenschlag. So läuft das im Business eben – das war
meine Ausrede für die instabilen Verbindungen.
Die Probleme mit meiner zweiten Ehefrau wurden größer und größer, doch im
Ignorieren von Schwierigkeiten war ich die #1. Mein Mantra lautete: »Solange
ich das will, bekommen wir das alles hin!« Schlechte Stimmung, viele Strei-
tereien, Einsamkeit hin oder her. In guten wie in schlechten Zeiten, das wird
wieder.
Auch körperlich habe ich alle Warnsignale schlichtweg falsch gedeutet und
zum großen Teil weggedrückt. Herzinfarkt mit zweiundvierzig Jahren und ein
schwerer Bandscheibenvorfall mit fünfundvierzig sind nur die Highlights mei-
ner Karriere. Klar, ein so früher Herzinfarkt ist genetisch bedingt. Schaue dir
die Familiengeschichte an, bei uns hatten faktisch alle Männer schon früh Herz-
probleme. Mein Stresslevel ist auch viel zu hoch. Blablabla, schlichtweg alles
Ausreden. Faktisch gesehen bin ich vor meinem Herzinfarkt zweimal gigantisch
vom Rennrad gestürzt, inklusive Rettungshubschraubereinsatz und Kranken-
hausaufenthalten. All das waren bereits Warnsignale. Sie waren alle da, doch
Prolog: Die Handgranate | 17
ich in meiner großzügigen Art hatte immer passable und wohlklingende Aus-
reden, warum mir alles so passiert ist. Schließlich bin ich doch reflektiert, hin-
terfrage mich, gehe zur Therapie, besuche Workshops und Seminare. Ich tue
alles, um mich weiterzuentwickeln. Ich habe so einiges im Außen verändert,
jedoch ohne großen Effekt. Und warum? Weil ich mich in Wahrheit vor meiner
größten Herausforderung gedrückt habe, nämlich vor der wahrlichen Ausein-
andersetzung mit mir selbst. Ich wollte mich rückwirkend betrachtet eigentlich
gar nicht verändern. Nein, ich wollte mich mir und meinen wahren inneren Her-
ausforderungen nicht konsequent stellen. Wir können auch eine Therapie- oder
eine Coaching-Ausbildung machen und uns trotzdem in der Tiefe gar nicht än-
dern wollen, uns und unseren Kernthemen nicht konsequent stellen. Ich kann
euch sagen, das geht, auch wenn es ambivalent wirkt oder seltsam klingt.
Wenn unsere Herausforderungen und Probleme mit uns selbst jedoch trotz Se-
minaren und Innenschau immer größer werden und wir in Wahrheit weiterhin
alle Warnsignale ignorieren, getreu auch meinem verwendeten Motto »solange
ich das will, bekommen wir das hin«, kommt eines Tages der dicke Hammer. Er
kommt, ob wir wollen oder nicht.
Ein paar Wochen vor der Trennung wachte ich eines Morgens um 6:01 Uhr auf
und mir war plötzlich klar, ich will diese Ehe nicht mehr! Das fühlte sich sehr
ruhig, eindeutig und bestimmt in mir an. Möchte ich dieses Lebensmodell
wirklich noch weitere dreißig oder vierzig Jahre leben, habe ich mich gefragt.
Glasklare Antwort: Nein, es reicht! Scheiße, dieser klare und gefühlt unaus-
weichliche Gedanke machte mir echt Angst. Mir wurde schlecht und ich musste
mich übergeben. Doch wenn es so klar aus mir herausbricht – im wahrsten Sin-
ne des Wortes –, muss ich endlich ehrlich sein und akzeptieren, dass es so nicht
weitergehen kann. Um es auf den Punkt zu bringen: Als Mann war ich innerlich
schwach und hilflos, während ich im Außen so stark erschien, selbstbestimmt
und erfolgreich, jedoch mit dem Ergebnis, dass ich einfach lange davongerannt
bin! Das durfte ich mir eingestehen – schmerzhaft.
18 |Prolog: Die Handgranate
Aus heutiger Sicht kann ich sagen, dass ich mein Kopfwunschszenario einfach
nicht mehr halten konnte. »Solange ich das will, bekommen wir das hin« –
plötzlich war dieser krampfige Vorsatz Geschichte. Es fühlte sich bis hierhin
alles wie ein Kampf an, und jetzt konnte ich es nicht mehr unterdrücken und
wollte es auch nicht mehr.
In meiner emotionalen Ohnmacht und Not war Flucht größtenteils mein Aus-
weg, bis ich aus absoluter Verzweiflung bildlich eine Handgranate in mein
bisheriges Leben geworfen und meine wichtigste Beziehung unwiderruflich
beendet habe. Von einer Minute auf die andere hat sich mein Leben um ein-
hundertachtzig Grad gedreht, das und auch die Konsequenzen waren mir zu
diesem Zeitpunkt noch nicht klar. Als ich meine Ehefrau verlassen habe, habe
ich nicht nur meine Partnerin, sondern auch automatisch meine beste Freundin
und Vertraute verloren, zudem auch ungefähr fünfundachtzig Prozent unseres
Freundeskreises. Es war so ziemlich alles auf null gesetzt. Ja, und zugleich habe
ich mir damit selbst die Chance gegeben, noch mal völlig neu anzufangen.
Es geht in diesem Buch nicht explizit um Ehekrisen und Chancen des Neube-
ginns, das ist eine Ebene. Es geht letztlich um unterschiedliche Arten von Be-
ziehungen, die du aktiv oder passiv in deiner Außenwelt, beruflich wie privat,
eingehst und lebst. Was guten und gelingenden Beziehungen im Weg steht,
was sie tief erblühen lässt und weshalb es dir auch dienlich ist, mache Bezie-
hungen eben nicht einzugehen. Und weshalb Entscheidungen aus dem Herzen
eine so tragende Rolle spielen.
Es geht im Kern dieses Buches um die neue emotionale Intelligenz für Män-
ner. Damit unsere Beziehungen im Außen und Innen funktionieren, dürfen
wir lernen, mit unseren Emotionen umzugehen. Wir können als Männer unse-
re Gefühle nicht ignorieren, wegdrücken, aussitzen. Ja, wir können es natür-
lich versuchen, aber das Ergebnis ist uns allen bekannt – schauen wir uns um.
Als reife Männer können wir es anders machen. Wir können uns entschieden
Prolog: Die Handgranate | 19
unseren Gefühlen stellen, uns ihrer immensen Kraft bedienen und für uns per-
sönliche Vorteile daraus ziehen. Wachsen und reifen. Ja, uns unseren Gefühlen
aktiv zu stellen, ist eine Bereicherung im Leben. Die neue emotionale Intelli-
genz ist nicht ein weiteres Tool, sondern eine Lebenseinstellung, welche uns
mehr fühlen und somit authentisch und erfolgreicher werden lässt.
Es gibt, meiner Erfahrung nach, eine wesentliche Voraussetzung für gelin-
gende Beziehungen – und zwar die Beziehung zu uns selbst. Sie ist essenziell
wichtig. Wenn wir keine gute, ehrliche und nährende Beziehung mit uns selbst
eingehen und pflegen können, werden wir auch keine hochwertigen, wohltu-
enden Beziehungen im Außen haben können. Unsere Verbindungen mit unse-
rer Umwelt, privat und beruflich, werden automatisch durch unseren inneren
angehäuften Müll, den wir selbst produziert haben und unbewusst am Leben
halten, geprägt sein. Wir nehmen uns dadurch selbst die Chance, offene und
ehrliche Beziehungen zu führen. Wir nehmen uns die Chance auf erfüllenden
beruflichen Erfolg, eine gelingende, liebevolle Ehe auf Augenhöhe, ein befrie-
digendes, lebendiges Sexualleben, finanziellen Wohlstand und die Erfahrung,
eine echte und bedingungslose Liebesbeziehung zu uns und unseren Liebsten
zu haben.
Wir können nur echt, authentisch und unsere persönliche Wahrheit leben,
wenn wir mit uns in Einklang sind – fernab von Selbstbetrug, Ignoranz für uns
und unsere Bedürfnisse und Ausreden in Endlosschleifen, was man darf, tut,
schon immer getan hat oder muss. Was uns auf unserer intensiven Reise dort-
hin dienlich sein kann, teile ich in diesem Buch. Lasst euch überraschen, wie
mächtig ihr selbst seid, wenn ihr nur fühlen wollt.
Lasst uns gemeinsam loslegen mit einem neuen persönlichen Motto, das ich
gerne mit euch teilen möchte:
Wenn ich das kann, könnt ihr das auch!
I.
Die neue emotionale Intelligenz (EQ)
22 |Die neue emotionale Intelligenz (EQ)
Im Kapitel I dreht sich alles um die emotionale Intelligenz im bekannten,
herkömmlichen Sinne. Von der Entwicklung der emotionalen Intelligenz,
beschrieben im gleichnamigen Buch »EQ. Emotionale Intelligenz« des Wis-
senschaftsjournalisten Daniel Goleman (1995), bis hin zum Modell von
Peter Salovey und John Mayer im Jahr 2004, die den Umfang und das Ver-
ständnis von emotionaler Intelligenz noch erweitert haben. Salovey und
Mayer (2004) entwickelten das Trait-Modell, um die emotionale Intelligenz
sowohl weiterentwickeln als auch messen zu können. Alle drei weisen auf
die große Bedeutung des EQ für Führungskräfte im Arbeitsumfeld hin und
sehen den EQ als ein weiteres Tool im Koffer von verschiedenen Softskills.
Die neue emotionale Intelligenz für Männer schafft den Turnaround aus
dem Arbeitsumfeld in unser privates und persönliches Umfeld. Nur wenn
wir den Umgang mit unseren persönlichen Emotionen lernen und zugleich
unsere Wahrnehmung anheben, gehen wir mit uns selbst in Beziehung.
Wenn wir mit uns selbst eine wertschätzende und erfüllende Beziehung
führen, haben wir die Chance, erfolgreiche und nährende Beziehungen mit
anderen Menschen zu führen.
Als emotional intelligente und reife Männer haben wir verstanden, dass
unsere Beziehungen im Außen nur ein Spiegel unserer persönlichen Be-
ziehung zu uns selbst sind. Es geht also nicht um ein Tool, das wir nur bei
Bedarf aus der Trickkiste holen, beispielsweise für ein Teammeeting, es
geht um eine Lebenshaltung. Um eine gesunde Beziehung mit uns selbst zu
führen, werden wir die neue emotionale Intelligenz als unser neues Lebens-
modell begreifen und voll in unser Leben integrieren.
Die neue emotionale Intelligenz (EQ) | 23
1. Was bedeutet emotionale Intelligenz?
Lasst uns kurz gemeinsam die Geschichte der emotionalen Intelligenz betrach-
ten, wie sie beschrieben und entwickelt wurde und welche Bedeutung sie in den
letzten fünfunddreißig Jahren im Arbeitsumfeld und speziell für Führungskräf-
te und Unternehmer eingenommen hat.
Emotionale Intelligenz beschreibt die Fähigkeit, Emotionen zu erkennen, zu re-
gulieren und zu verstehen – sowohl die eigenen als auch die der Mitmenschen.
Ein hoher EQ hilft uns also, mit anderen in Verbindung zu treten, empathische
Beziehungen aufzubauen, effektiv zu kommunizieren, Konflikte zu bewältigen
und unsere eigenen Gefühle auszudrücken. Bestimmt habt ihr auch schon den
Begriff der emotionalen Intelligenz gehört, vielleicht sogar die Abkürzung EQ
(Emotionaler Quotient). Möglicherweise wendet ihr sie sogar im beruflichen
Kontext an.
Oft wird angenommen, dass emotionale Intelligenz etwas ist, das man hat oder
eben nicht. Aber genau wie beim Intelligenzquotienten (IQ), ist auch der EQ
eine Art Muskel, den wir trainieren können. Nach der Lektüre dieses Buches
werdet ihr fest davon überzeugt sein, dass ihr diesen Muskel trainieren wollt,
und zwar ausschließlich für euch und euer persönliches Umfeld. Wir wollen da-
mit beginnen, unsere Gefühle wahrzunehmen, lernen, mit ihnen umzugehen
und sie auch wieder gehen lassen. Wir werden beginnen, uns gestärkt zu fühlen
– das ist das erste Ziel.
Woher kommt die klassische emotionale Intelligenz?
Seit der US-amerikanische Psychologe Edward Lee Thorndike im Jahr 1920 das
Konzept der sozialen Intelligenz eingeführt hat, haben sich die Psychologen
Athanasios Drigas und Chara Papoutsi (2018) mit der emotionalen Intelligenz
beschäftigt. Howard Gardner hat diese Theorie später um die Idee erweitert,
dass die kognitive Fähigkeit mehrere Arten von Intelligenz umfasst. In seinem
24 |Die neue emotionale Intelligenz (EQ)
Buch »Abschied vom IQ: Die Rahmen-Theorie der vielfachen Intelligenzen« aus
dem Jahr 1991 stellte Gardner sein Konzept der inter- und intrapersonellen In-
telligenzen vor.
Wie in der Einleitung schon angerissen, haben der Sozialpsychologe Peter Sa-
lovey und der Psychologe John Mayer 1990 den Terminus der emotionalen In-
telligenz eingeführt und im Jahr 2004 den Umfang und das Verständnis von
emotionaler Intelligenz noch erweitert. Sie entwickelten das Trait-Modell, um
die emotionale Intelligenz sowohl weiterentwickeln als auch messen zu kön-
nen. Dies war die Basis für den ersten EQ-Test, den Mayer-Salovey-Caruso Emo-
tional Intelligence Test (MSCEIT).
Wie schon erwähnt, erlangte der Begriff »emotionale Intelligenz« erstmals
1995 durch das Buch »EQ. Emotionale Intelligenz« des Wissenschaftsjourna-
listen Daniel Goleman größere Bekanntheit. In diesem Buch definiert Goleman
emotionale Intelligenz und weist auf die große Bedeutung des EQ für Führungs-
kräfte hin. Spannend, dass dieses Konzept seinen Ursprung im Arbeitsumfeld
gefunden hat und da auch lange verhaftet blieb.
Bis heute untersuchen viele Psychologen die emotionale Intelligenz, um die
verschiedenen emotionalen Kompetenzen zu verstehen und zu klären, welche
interpersonellen Fähigkeiten zur emotionalen Intelligenz beitragen und wo
genau der Unterschied zwischen EQ und IQ liegt. Während sich die Psychologen
bei den genauen Details zur emotionalen Intelligenz nach wie vor uneinig sind,
stimmen die meisten in einem Punkt jedoch überein. Nämlich darin, dass es
sich bei der emotionalen Intelligenz um eine Fähigkeit handelt, die man mit
Übung und Training ausbauen kann.
Aus wissenschaftlicher Sicht ergeben sich einige Vorteile für Menschen mit
einem hohen EQ. Studien haben gezeigt, dass emotionale Intelligenz gleich-
bedeutend, wenn nicht manchmal sogar wichtiger als traditionelle Intelligenz
Die neue emotionale Intelligenz (EQ) | 25
ist. Laut der 2016 durchgeführten Studie »Emotional versus Cognitive Intelli-
gence: Which is the better predictor of Efficacy for Working in Teams?« (Coetzer
2016) sorgt emotionale Intelligenz eher für effektive Zusammenarbeit im Team
als ein hoher IQ. Andere Studien haben ergeben, dass eine hohe emotionale
Intelligenz zu einer besseren beruflichen (O'Boyle et al. 2011) Leistungs- und
Führungsfähigkeit (Harms und Credé 2010) führt. Was bedeutet das konkret für
uns und welche Vorteile ergeben sich für uns daraus?
Bei der emotionalen Intelligenz geht es also darum, unsere eigenen Emotionen
und die anderer Menschen zu verstehen. Über eine hohe emotionale Intelli-
genz zu verfügen, unterstützt uns in folgenden Aspekten:
• Wir sind in der Lage, effektiv und wertschätzend mit unseren
Teammitgliedern, Kollegen und Vorgesetzten zusammenzuarbeiten und
konstruktiv zu kommunizieren. Gleiches gilt im persönlichen Umfeld mit
unserer Familie, mit Freunden et cetera.
• Sie befähigt uns, innezuhalten und nachzudenken, bevor wir agieren
beziehungsweise reagieren.
• Wir nehmen unsere Emotionen wahr und können diese klar benennen.
• Wir können gefühlsmäßige Reaktionen oder Impulse reduzieren und
steuern.
• Es ist uns möglich, uns in andere Menschen hineinzuversetzen, mitzufühlen
und ihre Sicht der Dinge leichter nachzuvollziehen.
• Sie lässt uns emotionale Herausforderungen und Konflikte stabil meistern
und bewältigen – sowohl zu Hause als auch am Arbeitsplatz.
• Wir können tiefe und verbindliche Beziehungen aufbauen.
Natürlich sind wir Männer nicht nur im Job, sondern auch in verschiedenen
privaten Rollen (Vater, Sohn, Ehemann, Partner, Bruder et cetera) ständig in
Kontakt mit anderen Menschen und damit auch automatisch mit unseren Emo-
tionen und Gefühlen. Sobald wir mit anderen Menschen interagieren, lösen
26 |Die neue emotionale Intelligenz (EQ)
sie Gefühle unterschiedlicher Art in uns aus. Positive wie negative, welche in
der Regel durch Trigger aktiviert werden. Diesen Prozess können wir nicht ak-
tiv steuern. Ihr kennt das doch auch: Jemand sagt irgendeinen Satz, der noch
nicht mal wirklich etwas mit uns direkt zu tun haben muss – und zack, sind wir
wütend. Oftmals wissen wir nicht, warum wir genau wütend sind, aber wir sind
es. An dieser Stelle geht es nicht darum, die Emotion Wut als gut oder schlecht
zu bewerten. Wir nehmen die Wut einfach neutral wahr. Wir Menschen neigen
dazu, alles in Schubladen zu stecken, doch bitte lasst uns gleich hier darauf
einigen, kein Gefühl mehr zu bewerten beziehungsweise abzuwerten. Ich gehe
später genauer auf den Sinn und Zweck dieser Übung ein und warum es für uns
keine Rolle mehr spielen sollte, ob, wie in diesem Beispiel beschrieben, unser
Gegenüber uns zu Recht oder zu Unrecht wütend gemacht hat. Lasst uns bitte
ab sofort folgenden Umgang mit Emotionen jeglicher Art vereinbaren:
• Wir nehmen das hochkommende Gefühl wahr.
• Wir bewerten das Gefühl nicht, sondern betrachten es neutral und
benennen es klar für uns.
• Wir belassen das Gefühl in uns, ohne uns in einem Wortgefecht oder
Schlagabtausch zu verfangen.
Kommt ihr damit klar? Wir möchten ab jetzt unsere Emotionen eigenmächtig
steuern und uns nicht ablenken lassen. Die Wortgefechte im Außen bringen
uns nichts, ganz im Gegenteil. Überschießende und ziellos ausagierte Gefühle
wie Wut führen nur zu noch mehr Streit und Wut, Spaltung, endlosen Diskus-
sionen und recht häufig zu verletzenden Aussagen, die nicht mehr zurückge-
nommen werden können. Die Konflikte schaukeln sich in Wortgefechten immer
weiter hoch. Ein Blick in die Kommentarspalten in Social Media genügt völlig.
Diese Spirale werden wir jetzt als Männer, die sich wie erwachsene Männer ver-
halten, durchbrechen. Wir bleiben mit unseren Emotionen erst mal bei uns und
kommen in die innere Ruhe.
Die neue Gewaltfreie Kommunikation
Warum kommen viele Botschaften nicht an oder werden missverstanden?
Wie führen wir Gespräche klar und mitfühlend, aber ohne
Selbstzensur und falsche Rücksichtnahme? Welche Rolle spielt die
Persönlichkeitsentwicklung in der Kommunikation?
Fischers Buch reflektiert zwei Jahrzehnte Praxiserfahrung mit der
Gewaltfreien Kommunikation. Dabei zeigt es nicht nur die Schattenseiten
und Missverständnisse von Rosenbergs Ansatz auf. Vielmehr liefert es
einen auf nachhaltiger Persönlichkeitsentwicklung basierenden Ansatz
einer neuen Gewaltfreien Kommunikation – ohne Selbstzensur und
Dogmatik.
Es beleuchtet die Abgründe des Kommunikationstheaters und zeigt
Möglichkeiten, wie sich gelingende Beziehungen in Berufs- und
Privatleben gestalten lassen.
Ein lesenswertes Buch – für Kenner und Einsteiger der Gewaltfreien
Kommunikation und alle, die Selbstreflexion und innere Entwicklung
anstreben.
Markus Fischer
Die neue Gewaltfreie Kommunikation
Empathie und Eigenverantwortung ohne
Selbstzensur
5. Auflage 2024
216 Seiten; Broschur; 24,95 Euro
ISBN 978-3-86980-468-2; Art.-Nr.: 1076
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Streiten mit System
Nie wieder sprachlos und der Manipulation anderer ausgeliefert sein!
In einer immer dünnhäutiger werdenden Gesellschaft wird
Konfliktfähigkeit zu einem Überlebensfaktor im privaten und beruflichen
Umfeld. Tagtäglich sind wir kleinen und größeren Konflikten ausgesetzt.
Meist versuchen wir, dem Streit gezielt aus dem Wege zu gehen. Wir
kneifen – auf den ersten Blick der Weg mit dem geringsten Aufwand. Doch
so schwelen Konflikte weiter und nagen an uns. Früher oder später tritt
der Unmut – meist ausgelöst durch Nichtigkeiten – offen zutage und wir
müssen uns stellen.
Also, warum warten? Warum nicht den Konflikt gleich angehen? Weil wir
es nicht gelernt haben, solche Situationen souverän zu meistern. Denn
viele Tipps zur Konfliktführung setzen dabei auf ein aufwendiges Setup,
Wohlfühlatmosphäre und Vorbereitung. Eine Illusion im Alltag – Konflikte
erwischen uns eiskalt.
Genau hier setzt Christoph Maria Michalskis Buch an. Anschaulich zeigt es
ein System, wie wir Konflikte an Ort und Stelle führen. Es ist eine Anleitung
für gutes Streiten. In nur sechs Schritten lassen sich so Konfliktsituationen
meistern – ohne Schuldgefühle und ohne Verlierer. Michalskis Buch lädt
ein, in die wunderbare Welt der Konflikte einzutauchen und die darin
steckenden Chancen zu erkennen und zu nutzen.
Christoph Maria Michalski
Streiten mit System
Wie du lernst, Konflikte zu lieben
1. Auflage 2025
240 Seiten; Broschur; 26,95 Euro
ISBN 978-3-86980-771-3; Art.-Nr.: 1195
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Positiv führt!
Gute Führung spürt man kaum – schlechte umso mehr. Wem sind
Formulierungen wie »einnorden« oder »in die Spur stellen« nicht
geläufig? Sie sind Synonyme für eine anachronistische Autorität und
fehlende positive Visionen.
Genau hier setzt Positive Leadership an und lenkt die Aufmerksamkeit
auf die positive Abweichung, also auf das Gelingende und positiv
Herausragende. Der Ansatz kommt aus der Positiven Psychologie und
verspricht nicht weniger als eine (R)Evolution von Führung: Er befähigt
Führungskräfte, ihre Teams und Organisationen durch authentisches,
empathisches und inspirierendes Handeln zu stärken.
Dieses Buch zeigt offen und klar, welches Führungsverhalten heute
zeitgemäß ist und wie wir Führung ganz konkret besser machen können.
Es versteht sich als eine Anleitung, um eine zukunftsfähige, resiliente und
positive Führungs- und Unternehmenskultur zu gestalten.
Elke Katharina Meyer, Thomas Achim Werner,
Frank Nesemann
Positiv führt!
Mit Positive Leadership Teams
und Organisationen empowern
1. Auflage 2024
294 Seiten; Broschur; 34,95 Euro
ISBN 978-3-86980-753-9; Art.-Nr.: 1192
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BewusstseinsIntelligenz
Manchmal scheint uns das Leben in den immer gleichen Situationen
festzuhalten. Wir spüren, dass etwas nicht stimmt, doch irgendwie bleiben
wir gefangen in alten Mustern und Reaktionen.
Was wäre, wenn Du die Fähigkeit hättest, all das zu verändern? Wenn Du in
die Tiefe blicken und den Ursprung Deiner Reaktionen verstehen könntest?
Holger Fuchs’ neues Buch »Bewusstseinsintelligenz« zeigt Dir genau
diesen Weg. Es hilft Dir, die Mechanismen zu durchschauen, die Dich oft
unbewusst steuern. Du lernst, wie Du alte Blockaden und Denkfallen
erkennst und auflöst, um Dein Leben neu und bewusster zu gestalten. Du
wirst nicht nur verstehen, warum Du auf bestimmte Situationen immer
gleich reagierst – Du wirst lernen, bewusster, freier und klarer zu agieren.
Mit diesem Buch wirst du nicht nur Dein Denken sondern Deine gesamte
Wahrnehmung verändern. Denn Bewusstseinsintelligenz ist die Fähigkeit,
Deine Realität bewusst zu formen, innere Klarheit zu erlangen und echte
Freiheit zu erleben. Bewusstseinsintelligenz ist keine Theorie, sondern
Deine größte Ressource, um Dein Leben aktiv zu gestalten und Dein volles
Potenzial zu leben. Bist Du bereit? Die ersten Schritte sind ganz einfach:
Erkenne Deine inneren Muster. Entwickle innere Gelassenheit und Klarheit.
Gestalte deine Realität bewusst.
Holger Fuchs
BewusstseinsIntelligenz
Entdecke die Wirklichkeit hinter
Deiner Realität!
1. Auflage 2025
240 Seiten; Broschur; 29,95 Euro
ISBN 978-3-86980-777-5; Art.-Nr.: 1190
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Die neue emotionale Intelligenz für Männer

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    Die neue Emotionale Intelligenz für Männer MitEmpathie, Gefühl und einem neuen Selbstvertrauen innere Stärke entwickeln BusinessVillage Frank Rechsteiner L e s e p r o b e
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    BusinessVillage Frank Rechsteiner Die neueemotionale Intelligenz für Männer Mit Empathie, Gefühl und einem neuen Selbstvertrauen innere Stärke entwickeln
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    Impressum Frank Rechsteiner Die neueemotionale Intelligenz für Männer Mit Empathie, Gefühl und einem neuen Selbstvertrauen innere Stärke entwickeln 1. Auflage 2025 ©BusinessVillage GmbH, Göttingen Bestellnummern ISBN 978-3-86980-798-0 (Druckausgabe) ISBN 978-3-86980-799-7 (E-Book, PDF) ISBN 978-3-86980-800-0 (E-Book, EPUB) Direktbezug unter www.BusinessVillage.de/1207.html Bezugs- und Verlagsanschrift BusinessVillage GmbH Reinhäuser Landstraße 22 37083 Göttingen Telefon: +49 (0)551 2099-100 E-Mail: info@businessvillage.de Web: www.businessvillage.de Layout und Satz Sabine Kempke Autorenfoto www.zartbitter-design.com Druck und Bindung ScandinavianBook, Neustadt an der Aisch Copyrightvermerk Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigung, Übersetzung, Mikroverfilmung und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Alle in diesem Buch enthaltenen Angaben, Ergebnisse usw. wurden von dem Autor nach bestem Wissen erstellt. Sie erfolgen ohne jegliche Verpflichtung oder Garantie des Verlages. Er übernimmt deshalb keinerlei Verantwortung und Haftung für etwa vorhandene Unrichtigkeiten. Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen usw. in diesem Werk berechtigt auch ohne besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, dass solche Namen im Sinne der Warenzeichen- und Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu betrachten wären und daher von jedermann benutzt werden dürfen.
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    Inhalt Über den Autor................................................................................ 7 Vorwort von Yasmin Floria Kreß ......................................................... 9 Prolog: Die Handgranate ................................................................. 13 I. Die neue emotionale Intelligenz (EQ) ............................................. 21 1. Was bedeutet emotionale Intelligenz? ......................................... 23 2. Was ist die neue emotionale Intelligenz? ..................................... 28 3. Warum ist die neue emotionale Intelligenz für Männer so wichtig? .... 32 4. Warum die neue emotionale Intelligenz unsere Beziehungen maßgeblich beeinflusst ........................................................... 37 II. Beziehungen, die sich im Außen zeigen ......................................... 41 5. Was bedeutet es, in Beziehung zu gehen? .................................... 42 6. Das große Dilemma ................................................................. 47 7. Welche Beziehungsdynamik wurde uns vorgelebt? ......................... 53 8. Gehen wir Kompromisse ein? ..................................................... 63 9. Haben wir Angst vor Veränderung? ............................................. 72 10. Die Erkenntnis ........................................................................ 81 III. Unsere Beziehung zu uns selbst .................................................. 85 11. Wie gehen wir mit uns in Beziehung? .......................................... 87 12.Können wir Stille ertragen? ....................................................... 97 13.Welche Kraft führt uns in unserem Leben? .................................. 104 14. Können wir unsere Emotionen managen? ................................... 113 15.Wie sieht unser inneres Gefängnis aus? ..................................... 120 16. Wir und unser inneres Kind ..................................................... 128 17. Haben wir unsere innere Karriere schon gestartet? ...................... 136
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    IV. Wie wirunsere neue emotionale Intelligenz selbst stärken ............ 141 18.Wie verbindlich sind wir uns selbst gegenüber? ........................... 142 19.Wie können wir authentisch unsere Werte leben? ......................... 150 20.Wie erlangen wir mehr Mut und Vertrauen? ................................ 159 21. Auf diese Art kommen wir in unsere persönliche Kraft .................. 166 22.So werden wir als reifer Mann mit einem hohen Grad an emotionaler Intelligenz wahrgenommen................................ 170 Epilog: Kapstadt ........................................................................... 175 Literaturverzeichnis ..................................................................... 179
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    Über den Autor| 7 Über den Autor Frank Rechsteiner ist Potenzialaktivierer und Persönlichkeitsentwickler. Mit seiner neuen emotionalen Intelligenz für Männer und seinem Männer-Podcast »Kannst du dich fühlen?« sowie als Speaker setzt er neue Maßstäbe und gibt nachhaltige Denkanstöße. Getrieben von persönlichen Schicksalsschlägen und einem eigenen intensiven Transformationsprozess ist die Begeisterung und Ak- tivierung der neuen emotionalen Intelligenz für Männer sein Herzensthema. Kontakt E-Mail: frank@frankrechsteiner.de Web: frankrechsteiner.de
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    » « Das Leben eines Entwurzeltenerschien ihm weit weniger verächtlich als das Leben eines Menschen, der sich mit der Tyrannei des Durchschnitts abfindet, weil es angeblich zu teuer ist, aus der Reihe zu tanzen. James Joyce
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    10 |Vorwort vonYasmin Floria Kreß Lieber Leser, lieber Mann, ich erinnere mich an einen dieser leisen, kostbaren Momente, die einen nicht mehr loslassen. Ein Mann saß mir gegenüber, die Schultern aufrecht, der Blick ruhig – und dann sagte er, fast flüsternd: »Da ist etwas in mir. Etwas, das ich lange weggeschoben habe. Ich weiß nicht genau, was es ist. Aber ich glaube, es ist wichtig und möchte endlich gesehen werden. Und das macht mir, ehrlich gesagt, Angst.« In diesem Satz lag neben der Angst so viel Mut. So viel Sehnsucht. Er war kein schwacher Mann. Im Gegenteil – er trug viel, hielt viel aus, war für andere da, stand mitten im Leben. Und doch spürte ich in diesem Moment: Da ist ein Teil in ihm, der nie Raum bekommen hat. Der immer funktioniert hat, aber nie ge- fragt wurde, wie es ihm wirklich geht. Und er selbst hat sich auch nicht gefragt. Diese Begegnung hat mich tief bewegt. Nicht, weil sie außergewöhnlich war, sondern weil sie so ehrlich war. Und weil ich spürte: Er spricht aus, was wohl so einige Männer fühlen, aber selten aussprechen. Er ist vermutlich nicht allein mit diesem Gefühl. Genau hier beginnt etwas Neues. Ich schreibe dieses Vorwort ganz sicher nicht als Expertin, die alles weiß – son- dernalsFrau,diezuhört,mitjahrelangerErfahrungineinermännerdominierten Branche. Als Co-Autorin möchte ich mit diesem Buch einen Raum mitgestalten, in dem Männer sich wieder näherkommen dürfen. In dem Gefühle kein Risiko sind, sondern eine Ressource. Und in dem die neue emotionale Intelligenz nicht als etwas Zusätzliches betrachtet wird – sondern als das, was unsere Mensch- lichkeit überhaupt erst vollständig macht. Dieses Buch ist eine Einladung. Eine Einladung, dich selbst neu kennenzulernen – jenseits von alten Rollenbildern, jenseits von Erwartungen, jenseits von dem, was Mannsein für lange Zeit be- deuten musste. Es ist eine Einladung, nicht zu jemand anderem zu werden, son- dern du selbst zu sein. Vielleicht zum ersten Mal wirklich. Ich habe viele Männer
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    Vorwort von YasminFloria Kreß | 11 im privaten und vor allem beruflichen Kontext erlebt, die sich nach mehr Tiefe sehnten, nach echter Verbindung – zu sich selbst und zu anderen. Männer, die stark sein wollten, ohne hart zu werden. Die sich nach einem Leben sehnten, das sie nicht mehr nur meistern, sondern wirklich spüren dürfen. Die neue emotionale Intelligenz ist kein Soft Skill. Sie ist gelebte Verbindung – zu dir selbst, zu den Menschen, die dir wichtig sind, zur Welt um dich herum. Sie bedeutet nicht, alles unter Kontrolle zu haben, sondern dich in dir selbst zu Hause zu fühlen – auch wenn es mal stürmt. Die neue emotionale Intelligenz macht dich nicht schwächer, sondern freier. Nicht weniger Mann, sondern mehr du. Ich bin Teil dieses Buches geworden, weil ich glaube, dass genau hier ein neuer Weg beginnt – für uns alle. Ich wünsche mir eine Welt, in der Männer nicht funk- tionieren müssen, sondern fühlen dürfen. In der ihr Herz genauso viel Platz hat wie ihr Verstand. In der sie sich nicht verbiegen, sondern vertrauen – sich selbst und anderen. Dieses Buch ist weder ein klassischer Ratgeber noch eine Anleitung zum optimierten Funktionieren, sondern ein Wegweiser zur inneren Stärke und Verbundenheit. Mit Empathie, mit Gefühl und einem neuen Selbst- vertrauen. Es ist ein stiller Ruf an dich – deinen eigenen Weg zu gehen. Mit allem, was dich ausmacht. Und allem, was in dir darauf wartet, gelebt zu werden. Danke, dass du da bist. Und danke, dass du dich auf diese Reise einlässt. Mein besonderer Dank gilt dir, lieber Frank, für deinen Mut, dich auf diese Reise einzulassen, und für die Offenheit, sie mit der Welt zu teilen. Dein Vertrauen, deine Klarheit und deine Bereitschaft, dich in deiner ganzen Tiefe zu zeigen, sind nicht nur inspirierend – sie sind ein leuchtendes Beispiel dafür, wie innere Stärke heute aussehen kann.
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    12 |Vorwort vonYasmin Floria Kreß Danke, Frank, dass du diesen Raum geschaffen hast. Und dass du den Weg nicht nur gehst, sondern auch anderen Männern den Mut gibst, ihren eigenen zu fin- den. In tiefer Wertschätzung, Yasmin Floria Kreß
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    14 |Prolog: DieHandgranate Freitagmorgen um 8:21 Uhr an einem wunderschönen Julitag in München. Das Thermometer zeigt schon dreiundzwanzig Grad an und alle Zeichen stehen auf Grün für ein wunderschönes Wochenende. Alles könnte fantastisch sein, doch plötzlich fliegt mir eine Obstschale nur knapp am rechten Ohr vorbei, gefolgt von einer Salve an wüsten Beleidigungen und üblen Beschimpfungen. Sie prü- gelt wild und außer sich auf mich ein. Und als wäre das alles nicht schon genug, findet sich in kürzester Zeit mein halber Kleiderschrank im Treppenhaus wie- der. Ja, du hast richtig gelesen, meine zum damaligen Zeitpunkt noch zweite Ehefrau flippt völlig aus und mein Leben ändert sich von einem Moment auf den anderen radikal. Heute weiß ich: Das alles geschah zu Recht. Damals wusste ich noch nicht, dass wir uns achtzehn Monate später in der Pacellistraße am Münchner Amtsgericht live und in Farbe wiedersehen werden, um geschieden zu werden. An diesem Donnerstagvormittag geht es mir so mit- telprächtig, da ich genau weiß, was jetzt auf mich zukommt. Die Anwältin der Gegenseite wird versuchen, mir die Hölle heiß zu machen und mich bluten zu lassen, vor allem finanziell. Und als wäre das nicht genug, wird unser Schei- dungsverfahren von einer Richterin geleitet. Ja, klasse, da habe ich ja richtig gute Chancen, als Mann voll auf die Zwölf zu bekommen. So fühlt es sich für mich in dem Moment an. Und ich stelle mich dieser emotionalen Hürde und übernehme Verantwortung – für mich und mein neues Leben und um trotz aller Emotionen einen fairen, sauberen Abschluss zu finden. Doch jetzt noch einmal langsam. Was genau ist passiert und was hat das ganze Thema mit dir zu tun? Warum teile ich so Persönliches mit dir? Es geht in diesem Buch um die neue emotionale Intelligenz und somit zwangs- läufig um Beziehungen – zwei, wenn nicht sogar die wichtigsten Themen in unserem Leben. Wir stehen stets und ständig mit Menschen in Beziehung und in Verbindung. Unsere Kinder, unsere Ehefrau oder unser Ehemann, Freunde, Geschwister, Eltern, Vorgesetzte, Mitarbeiter, Nachbarn, die Kassiererin beim
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    Prolog: Die Handgranate| 15 Supermarkt um die Ecke – es gibt so viele Formen von Beziehung und es ist gar nicht möglich, dass wir nicht in Beziehung sind. Egal, wo und mit wem wir sind, diese Beziehungen und deren Dynamik haben einen direkten Einfluss auf uns und unser Leben. Vielleicht können wir uns einigen unguten Verbindungen entziehen, jemanden meiden oder sogar ghosten, wenn es uns zu viel wird oder wir genervt sind, doch dieser Bumerang kommt meist aus einer anderen Ecke wieder auf uns zurückgeschossen – mit oftmals gleicher Thematik. Energie geht nicht verloren, auch Karma nicht. Wir können uns unserer Beziehungen so nicht entledigen. Selbst als Einsiedler sind wir noch in Beziehung, nämlich immer mit uns selbst. Übrigens, die intensivste Beziehung, die mit uns selbst. Darauf gehe ich später noch detaillierter ein. Wir können festhalten, je emotionaler und näher uns ein Mensch steht, umso herausfordernder ist erfahrungsgemäß unsere gemeinsame Beziehung und die Interaktion. Ich sage nur: Weihnachten oder Urlaub mit unserer (Ursprungs-)Familie und Verwandtschaft. Ich kenne wirklich niemanden, der nicht diverse stressige Passagen erzählen kann. Wir lieben sie und doch fühlen wir uns oftmals getriggert. Durch ihr Verhalten, ihre Worte, ihr Schweigen – und sicherlich auch andersherum. An diesem besagten Trennungsfreitag hat sich mein bisheriges Leben also schlagartig und radikal verändert, und ich habe das unbewusst schon vor ei- nigen Wochen eingeleitet, wenn ich ganz ehrlich zu mir bin. Als siebenund- vierzigjähriger Mann, der das zweite Mal verheiratet war, habe ich mir selbst einen immensen Druck gemacht. Ich wollte auf Teufel komm raus, dass diese Ehe funktioniert. Es kann doch nicht sein, dass es wieder zu einem Scheitern kommt, dachte ich mir. Ich konnte mir die ganzen Jahre bis zu diesem Zeit- punkt nicht wirklich eingestehen, dass ich selbst viele Red Flags übersehen habe. Nein, ich schiebe den schwarzen Peter nicht auf die andere Seite – ich spreche nur von und über mich. Ich habe all diese Alarmsignale, für mich in unserer Beziehung ignoriert, war hochgradig beschäftigt, abgelenkt und an- gestrengt. Es gab keine andere Sicht auf die Dinge für mich, weil ich das Ge- lingen dieser Ehe unbedingt wollte. Bitte nicht noch mal versagen – das war
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    16 |Prolog: DieHandgranate mein antreibender Gedanke und ich habe mir selbst diesen unendlich inneren Druck gemacht. Heute ist mir das klar und auch die Muster, die dahinterstehen. Von außen betrachtet war alles gigantisch gut: Penthouse in bester Lage in der Münchner City, ein eigenes erfolgreiches Unternehmen, eine wunderschöne, intelligente Ehefrau, ich ein sportlich sehr aktiver Typ, kommunikativ und kon- taktfreudig, Party und Urlaube überall auf der Welt – summa summarum alles klasse, oder? Doch beim genaueren Hinschauen liefen meine Beziehungen eher, sagen wir mal holprig. Ich hatte nahezu keinen Kontakt zu meinem Bruder, phasenweise wenig bis keine Verbindung zu meinen Eltern, mein Freundeskreis war klein bis nicht existent und meine Geschäftsbeziehungen kamen und gingen, da ging es eher unstet zu wie im Taubenschlag. So läuft das im Business eben – das war meine Ausrede für die instabilen Verbindungen. Die Probleme mit meiner zweiten Ehefrau wurden größer und größer, doch im Ignorieren von Schwierigkeiten war ich die #1. Mein Mantra lautete: »Solange ich das will, bekommen wir das alles hin!« Schlechte Stimmung, viele Strei- tereien, Einsamkeit hin oder her. In guten wie in schlechten Zeiten, das wird wieder. Auch körperlich habe ich alle Warnsignale schlichtweg falsch gedeutet und zum großen Teil weggedrückt. Herzinfarkt mit zweiundvierzig Jahren und ein schwerer Bandscheibenvorfall mit fünfundvierzig sind nur die Highlights mei- ner Karriere. Klar, ein so früher Herzinfarkt ist genetisch bedingt. Schaue dir die Familiengeschichte an, bei uns hatten faktisch alle Männer schon früh Herz- probleme. Mein Stresslevel ist auch viel zu hoch. Blablabla, schlichtweg alles Ausreden. Faktisch gesehen bin ich vor meinem Herzinfarkt zweimal gigantisch vom Rennrad gestürzt, inklusive Rettungshubschraubereinsatz und Kranken- hausaufenthalten. All das waren bereits Warnsignale. Sie waren alle da, doch
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    Prolog: Die Handgranate| 17 ich in meiner großzügigen Art hatte immer passable und wohlklingende Aus- reden, warum mir alles so passiert ist. Schließlich bin ich doch reflektiert, hin- terfrage mich, gehe zur Therapie, besuche Workshops und Seminare. Ich tue alles, um mich weiterzuentwickeln. Ich habe so einiges im Außen verändert, jedoch ohne großen Effekt. Und warum? Weil ich mich in Wahrheit vor meiner größten Herausforderung gedrückt habe, nämlich vor der wahrlichen Ausein- andersetzung mit mir selbst. Ich wollte mich rückwirkend betrachtet eigentlich gar nicht verändern. Nein, ich wollte mich mir und meinen wahren inneren Her- ausforderungen nicht konsequent stellen. Wir können auch eine Therapie- oder eine Coaching-Ausbildung machen und uns trotzdem in der Tiefe gar nicht än- dern wollen, uns und unseren Kernthemen nicht konsequent stellen. Ich kann euch sagen, das geht, auch wenn es ambivalent wirkt oder seltsam klingt. Wenn unsere Herausforderungen und Probleme mit uns selbst jedoch trotz Se- minaren und Innenschau immer größer werden und wir in Wahrheit weiterhin alle Warnsignale ignorieren, getreu auch meinem verwendeten Motto »solange ich das will, bekommen wir das hin«, kommt eines Tages der dicke Hammer. Er kommt, ob wir wollen oder nicht. Ein paar Wochen vor der Trennung wachte ich eines Morgens um 6:01 Uhr auf und mir war plötzlich klar, ich will diese Ehe nicht mehr! Das fühlte sich sehr ruhig, eindeutig und bestimmt in mir an. Möchte ich dieses Lebensmodell wirklich noch weitere dreißig oder vierzig Jahre leben, habe ich mich gefragt. Glasklare Antwort: Nein, es reicht! Scheiße, dieser klare und gefühlt unaus- weichliche Gedanke machte mir echt Angst. Mir wurde schlecht und ich musste mich übergeben. Doch wenn es so klar aus mir herausbricht – im wahrsten Sin- ne des Wortes –, muss ich endlich ehrlich sein und akzeptieren, dass es so nicht weitergehen kann. Um es auf den Punkt zu bringen: Als Mann war ich innerlich schwach und hilflos, während ich im Außen so stark erschien, selbstbestimmt und erfolgreich, jedoch mit dem Ergebnis, dass ich einfach lange davongerannt bin! Das durfte ich mir eingestehen – schmerzhaft.
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    18 |Prolog: DieHandgranate Aus heutiger Sicht kann ich sagen, dass ich mein Kopfwunschszenario einfach nicht mehr halten konnte. »Solange ich das will, bekommen wir das hin« – plötzlich war dieser krampfige Vorsatz Geschichte. Es fühlte sich bis hierhin alles wie ein Kampf an, und jetzt konnte ich es nicht mehr unterdrücken und wollte es auch nicht mehr. In meiner emotionalen Ohnmacht und Not war Flucht größtenteils mein Aus- weg, bis ich aus absoluter Verzweiflung bildlich eine Handgranate in mein bisheriges Leben geworfen und meine wichtigste Beziehung unwiderruflich beendet habe. Von einer Minute auf die andere hat sich mein Leben um ein- hundertachtzig Grad gedreht, das und auch die Konsequenzen waren mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar. Als ich meine Ehefrau verlassen habe, habe ich nicht nur meine Partnerin, sondern auch automatisch meine beste Freundin und Vertraute verloren, zudem auch ungefähr fünfundachtzig Prozent unseres Freundeskreises. Es war so ziemlich alles auf null gesetzt. Ja, und zugleich habe ich mir damit selbst die Chance gegeben, noch mal völlig neu anzufangen. Es geht in diesem Buch nicht explizit um Ehekrisen und Chancen des Neube- ginns, das ist eine Ebene. Es geht letztlich um unterschiedliche Arten von Be- ziehungen, die du aktiv oder passiv in deiner Außenwelt, beruflich wie privat, eingehst und lebst. Was guten und gelingenden Beziehungen im Weg steht, was sie tief erblühen lässt und weshalb es dir auch dienlich ist, mache Bezie- hungen eben nicht einzugehen. Und weshalb Entscheidungen aus dem Herzen eine so tragende Rolle spielen. Es geht im Kern dieses Buches um die neue emotionale Intelligenz für Män- ner. Damit unsere Beziehungen im Außen und Innen funktionieren, dürfen wir lernen, mit unseren Emotionen umzugehen. Wir können als Männer unse- re Gefühle nicht ignorieren, wegdrücken, aussitzen. Ja, wir können es natür- lich versuchen, aber das Ergebnis ist uns allen bekannt – schauen wir uns um. Als reife Männer können wir es anders machen. Wir können uns entschieden
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    Prolog: Die Handgranate| 19 unseren Gefühlen stellen, uns ihrer immensen Kraft bedienen und für uns per- sönliche Vorteile daraus ziehen. Wachsen und reifen. Ja, uns unseren Gefühlen aktiv zu stellen, ist eine Bereicherung im Leben. Die neue emotionale Intelli- genz ist nicht ein weiteres Tool, sondern eine Lebenseinstellung, welche uns mehr fühlen und somit authentisch und erfolgreicher werden lässt. Es gibt, meiner Erfahrung nach, eine wesentliche Voraussetzung für gelin- gende Beziehungen – und zwar die Beziehung zu uns selbst. Sie ist essenziell wichtig. Wenn wir keine gute, ehrliche und nährende Beziehung mit uns selbst eingehen und pflegen können, werden wir auch keine hochwertigen, wohltu- enden Beziehungen im Außen haben können. Unsere Verbindungen mit unse- rer Umwelt, privat und beruflich, werden automatisch durch unseren inneren angehäuften Müll, den wir selbst produziert haben und unbewusst am Leben halten, geprägt sein. Wir nehmen uns dadurch selbst die Chance, offene und ehrliche Beziehungen zu führen. Wir nehmen uns die Chance auf erfüllenden beruflichen Erfolg, eine gelingende, liebevolle Ehe auf Augenhöhe, ein befrie- digendes, lebendiges Sexualleben, finanziellen Wohlstand und die Erfahrung, eine echte und bedingungslose Liebesbeziehung zu uns und unseren Liebsten zu haben. Wir können nur echt, authentisch und unsere persönliche Wahrheit leben, wenn wir mit uns in Einklang sind – fernab von Selbstbetrug, Ignoranz für uns und unsere Bedürfnisse und Ausreden in Endlosschleifen, was man darf, tut, schon immer getan hat oder muss. Was uns auf unserer intensiven Reise dort- hin dienlich sein kann, teile ich in diesem Buch. Lasst euch überraschen, wie mächtig ihr selbst seid, wenn ihr nur fühlen wollt. Lasst uns gemeinsam loslegen mit einem neuen persönlichen Motto, das ich gerne mit euch teilen möchte: Wenn ich das kann, könnt ihr das auch!
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    I. Die neue emotionaleIntelligenz (EQ)
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    22 |Die neueemotionale Intelligenz (EQ) Im Kapitel I dreht sich alles um die emotionale Intelligenz im bekannten, herkömmlichen Sinne. Von der Entwicklung der emotionalen Intelligenz, beschrieben im gleichnamigen Buch »EQ. Emotionale Intelligenz« des Wis- senschaftsjournalisten Daniel Goleman (1995), bis hin zum Modell von Peter Salovey und John Mayer im Jahr 2004, die den Umfang und das Ver- ständnis von emotionaler Intelligenz noch erweitert haben. Salovey und Mayer (2004) entwickelten das Trait-Modell, um die emotionale Intelligenz sowohl weiterentwickeln als auch messen zu können. Alle drei weisen auf die große Bedeutung des EQ für Führungskräfte im Arbeitsumfeld hin und sehen den EQ als ein weiteres Tool im Koffer von verschiedenen Softskills. Die neue emotionale Intelligenz für Männer schafft den Turnaround aus dem Arbeitsumfeld in unser privates und persönliches Umfeld. Nur wenn wir den Umgang mit unseren persönlichen Emotionen lernen und zugleich unsere Wahrnehmung anheben, gehen wir mit uns selbst in Beziehung. Wenn wir mit uns selbst eine wertschätzende und erfüllende Beziehung führen, haben wir die Chance, erfolgreiche und nährende Beziehungen mit anderen Menschen zu führen. Als emotional intelligente und reife Männer haben wir verstanden, dass unsere Beziehungen im Außen nur ein Spiegel unserer persönlichen Be- ziehung zu uns selbst sind. Es geht also nicht um ein Tool, das wir nur bei Bedarf aus der Trickkiste holen, beispielsweise für ein Teammeeting, es geht um eine Lebenshaltung. Um eine gesunde Beziehung mit uns selbst zu führen, werden wir die neue emotionale Intelligenz als unser neues Lebens- modell begreifen und voll in unser Leben integrieren.
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    Die neue emotionaleIntelligenz (EQ) | 23 1. Was bedeutet emotionale Intelligenz? Lasst uns kurz gemeinsam die Geschichte der emotionalen Intelligenz betrach- ten, wie sie beschrieben und entwickelt wurde und welche Bedeutung sie in den letzten fünfunddreißig Jahren im Arbeitsumfeld und speziell für Führungskräf- te und Unternehmer eingenommen hat. Emotionale Intelligenz beschreibt die Fähigkeit, Emotionen zu erkennen, zu re- gulieren und zu verstehen – sowohl die eigenen als auch die der Mitmenschen. Ein hoher EQ hilft uns also, mit anderen in Verbindung zu treten, empathische Beziehungen aufzubauen, effektiv zu kommunizieren, Konflikte zu bewältigen und unsere eigenen Gefühle auszudrücken. Bestimmt habt ihr auch schon den Begriff der emotionalen Intelligenz gehört, vielleicht sogar die Abkürzung EQ (Emotionaler Quotient). Möglicherweise wendet ihr sie sogar im beruflichen Kontext an. Oft wird angenommen, dass emotionale Intelligenz etwas ist, das man hat oder eben nicht. Aber genau wie beim Intelligenzquotienten (IQ), ist auch der EQ eine Art Muskel, den wir trainieren können. Nach der Lektüre dieses Buches werdet ihr fest davon überzeugt sein, dass ihr diesen Muskel trainieren wollt, und zwar ausschließlich für euch und euer persönliches Umfeld. Wir wollen da- mit beginnen, unsere Gefühle wahrzunehmen, lernen, mit ihnen umzugehen und sie auch wieder gehen lassen. Wir werden beginnen, uns gestärkt zu fühlen – das ist das erste Ziel. Woher kommt die klassische emotionale Intelligenz? Seit der US-amerikanische Psychologe Edward Lee Thorndike im Jahr 1920 das Konzept der sozialen Intelligenz eingeführt hat, haben sich die Psychologen Athanasios Drigas und Chara Papoutsi (2018) mit der emotionalen Intelligenz beschäftigt. Howard Gardner hat diese Theorie später um die Idee erweitert, dass die kognitive Fähigkeit mehrere Arten von Intelligenz umfasst. In seinem
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    24 |Die neueemotionale Intelligenz (EQ) Buch »Abschied vom IQ: Die Rahmen-Theorie der vielfachen Intelligenzen« aus dem Jahr 1991 stellte Gardner sein Konzept der inter- und intrapersonellen In- telligenzen vor. Wie in der Einleitung schon angerissen, haben der Sozialpsychologe Peter Sa- lovey und der Psychologe John Mayer 1990 den Terminus der emotionalen In- telligenz eingeführt und im Jahr 2004 den Umfang und das Verständnis von emotionaler Intelligenz noch erweitert. Sie entwickelten das Trait-Modell, um die emotionale Intelligenz sowohl weiterentwickeln als auch messen zu kön- nen. Dies war die Basis für den ersten EQ-Test, den Mayer-Salovey-Caruso Emo- tional Intelligence Test (MSCEIT). Wie schon erwähnt, erlangte der Begriff »emotionale Intelligenz« erstmals 1995 durch das Buch »EQ. Emotionale Intelligenz« des Wissenschaftsjourna- listen Daniel Goleman größere Bekanntheit. In diesem Buch definiert Goleman emotionale Intelligenz und weist auf die große Bedeutung des EQ für Führungs- kräfte hin. Spannend, dass dieses Konzept seinen Ursprung im Arbeitsumfeld gefunden hat und da auch lange verhaftet blieb. Bis heute untersuchen viele Psychologen die emotionale Intelligenz, um die verschiedenen emotionalen Kompetenzen zu verstehen und zu klären, welche interpersonellen Fähigkeiten zur emotionalen Intelligenz beitragen und wo genau der Unterschied zwischen EQ und IQ liegt. Während sich die Psychologen bei den genauen Details zur emotionalen Intelligenz nach wie vor uneinig sind, stimmen die meisten in einem Punkt jedoch überein. Nämlich darin, dass es sich bei der emotionalen Intelligenz um eine Fähigkeit handelt, die man mit Übung und Training ausbauen kann. Aus wissenschaftlicher Sicht ergeben sich einige Vorteile für Menschen mit einem hohen EQ. Studien haben gezeigt, dass emotionale Intelligenz gleich- bedeutend, wenn nicht manchmal sogar wichtiger als traditionelle Intelligenz
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    Die neue emotionaleIntelligenz (EQ) | 25 ist. Laut der 2016 durchgeführten Studie »Emotional versus Cognitive Intelli- gence: Which is the better predictor of Efficacy for Working in Teams?« (Coetzer 2016) sorgt emotionale Intelligenz eher für effektive Zusammenarbeit im Team als ein hoher IQ. Andere Studien haben ergeben, dass eine hohe emotionale Intelligenz zu einer besseren beruflichen (O'Boyle et al. 2011) Leistungs- und Führungsfähigkeit (Harms und Credé 2010) führt. Was bedeutet das konkret für uns und welche Vorteile ergeben sich für uns daraus? Bei der emotionalen Intelligenz geht es also darum, unsere eigenen Emotionen und die anderer Menschen zu verstehen. Über eine hohe emotionale Intelli- genz zu verfügen, unterstützt uns in folgenden Aspekten: • Wir sind in der Lage, effektiv und wertschätzend mit unseren Teammitgliedern, Kollegen und Vorgesetzten zusammenzuarbeiten und konstruktiv zu kommunizieren. Gleiches gilt im persönlichen Umfeld mit unserer Familie, mit Freunden et cetera. • Sie befähigt uns, innezuhalten und nachzudenken, bevor wir agieren beziehungsweise reagieren. • Wir nehmen unsere Emotionen wahr und können diese klar benennen. • Wir können gefühlsmäßige Reaktionen oder Impulse reduzieren und steuern. • Es ist uns möglich, uns in andere Menschen hineinzuversetzen, mitzufühlen und ihre Sicht der Dinge leichter nachzuvollziehen. • Sie lässt uns emotionale Herausforderungen und Konflikte stabil meistern und bewältigen – sowohl zu Hause als auch am Arbeitsplatz. • Wir können tiefe und verbindliche Beziehungen aufbauen. Natürlich sind wir Männer nicht nur im Job, sondern auch in verschiedenen privaten Rollen (Vater, Sohn, Ehemann, Partner, Bruder et cetera) ständig in Kontakt mit anderen Menschen und damit auch automatisch mit unseren Emo- tionen und Gefühlen. Sobald wir mit anderen Menschen interagieren, lösen
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    26 |Die neueemotionale Intelligenz (EQ) sie Gefühle unterschiedlicher Art in uns aus. Positive wie negative, welche in der Regel durch Trigger aktiviert werden. Diesen Prozess können wir nicht ak- tiv steuern. Ihr kennt das doch auch: Jemand sagt irgendeinen Satz, der noch nicht mal wirklich etwas mit uns direkt zu tun haben muss – und zack, sind wir wütend. Oftmals wissen wir nicht, warum wir genau wütend sind, aber wir sind es. An dieser Stelle geht es nicht darum, die Emotion Wut als gut oder schlecht zu bewerten. Wir nehmen die Wut einfach neutral wahr. Wir Menschen neigen dazu, alles in Schubladen zu stecken, doch bitte lasst uns gleich hier darauf einigen, kein Gefühl mehr zu bewerten beziehungsweise abzuwerten. Ich gehe später genauer auf den Sinn und Zweck dieser Übung ein und warum es für uns keine Rolle mehr spielen sollte, ob, wie in diesem Beispiel beschrieben, unser Gegenüber uns zu Recht oder zu Unrecht wütend gemacht hat. Lasst uns bitte ab sofort folgenden Umgang mit Emotionen jeglicher Art vereinbaren: • Wir nehmen das hochkommende Gefühl wahr. • Wir bewerten das Gefühl nicht, sondern betrachten es neutral und benennen es klar für uns. • Wir belassen das Gefühl in uns, ohne uns in einem Wortgefecht oder Schlagabtausch zu verfangen. Kommt ihr damit klar? Wir möchten ab jetzt unsere Emotionen eigenmächtig steuern und uns nicht ablenken lassen. Die Wortgefechte im Außen bringen uns nichts, ganz im Gegenteil. Überschießende und ziellos ausagierte Gefühle wie Wut führen nur zu noch mehr Streit und Wut, Spaltung, endlosen Diskus- sionen und recht häufig zu verletzenden Aussagen, die nicht mehr zurückge- nommen werden können. Die Konflikte schaukeln sich in Wortgefechten immer weiter hoch. Ein Blick in die Kommentarspalten in Social Media genügt völlig. Diese Spirale werden wir jetzt als Männer, die sich wie erwachsene Männer ver- halten, durchbrechen. Wir bleiben mit unseren Emotionen erst mal bei uns und kommen in die innere Ruhe.
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    Die neue GewaltfreieKommunikation Warum kommen viele Botschaften nicht an oder werden missverstanden? Wie führen wir Gespräche klar und mitfühlend, aber ohne Selbstzensur und falsche Rücksichtnahme? Welche Rolle spielt die Persönlichkeitsentwicklung in der Kommunikation? Fischers Buch reflektiert zwei Jahrzehnte Praxiserfahrung mit der Gewaltfreien Kommunikation. Dabei zeigt es nicht nur die Schattenseiten und Missverständnisse von Rosenbergs Ansatz auf. Vielmehr liefert es einen auf nachhaltiger Persönlichkeitsentwicklung basierenden Ansatz einer neuen Gewaltfreien Kommunikation – ohne Selbstzensur und Dogmatik. Es beleuchtet die Abgründe des Kommunikationstheaters und zeigt Möglichkeiten, wie sich gelingende Beziehungen in Berufs- und Privatleben gestalten lassen. Ein lesenswertes Buch – für Kenner und Einsteiger der Gewaltfreien Kommunikation und alle, die Selbstreflexion und innere Entwicklung anstreben. Markus Fischer Die neue Gewaltfreie Kommunikation Empathie und Eigenverantwortung ohne Selbstzensur 5. Auflage 2024 216 Seiten; Broschur; 24,95 Euro ISBN 978-3-86980-468-2; Art.-Nr.: 1076 www.BusinessVillage.de
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    Streiten mit System Niewieder sprachlos und der Manipulation anderer ausgeliefert sein! In einer immer dünnhäutiger werdenden Gesellschaft wird Konfliktfähigkeit zu einem Überlebensfaktor im privaten und beruflichen Umfeld. Tagtäglich sind wir kleinen und größeren Konflikten ausgesetzt. Meist versuchen wir, dem Streit gezielt aus dem Wege zu gehen. Wir kneifen – auf den ersten Blick der Weg mit dem geringsten Aufwand. Doch so schwelen Konflikte weiter und nagen an uns. Früher oder später tritt der Unmut – meist ausgelöst durch Nichtigkeiten – offen zutage und wir müssen uns stellen. Also, warum warten? Warum nicht den Konflikt gleich angehen? Weil wir es nicht gelernt haben, solche Situationen souverän zu meistern. Denn viele Tipps zur Konfliktführung setzen dabei auf ein aufwendiges Setup, Wohlfühlatmosphäre und Vorbereitung. Eine Illusion im Alltag – Konflikte erwischen uns eiskalt. Genau hier setzt Christoph Maria Michalskis Buch an. Anschaulich zeigt es ein System, wie wir Konflikte an Ort und Stelle führen. Es ist eine Anleitung für gutes Streiten. In nur sechs Schritten lassen sich so Konfliktsituationen meistern – ohne Schuldgefühle und ohne Verlierer. Michalskis Buch lädt ein, in die wunderbare Welt der Konflikte einzutauchen und die darin steckenden Chancen zu erkennen und zu nutzen. Christoph Maria Michalski Streiten mit System Wie du lernst, Konflikte zu lieben 1. Auflage 2025 240 Seiten; Broschur; 26,95 Euro ISBN 978-3-86980-771-3; Art.-Nr.: 1195 www.BusinessVillage.de
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    Positiv führt! Gute Führungspürt man kaum – schlechte umso mehr. Wem sind Formulierungen wie »einnorden« oder »in die Spur stellen« nicht geläufig? Sie sind Synonyme für eine anachronistische Autorität und fehlende positive Visionen. Genau hier setzt Positive Leadership an und lenkt die Aufmerksamkeit auf die positive Abweichung, also auf das Gelingende und positiv Herausragende. Der Ansatz kommt aus der Positiven Psychologie und verspricht nicht weniger als eine (R)Evolution von Führung: Er befähigt Führungskräfte, ihre Teams und Organisationen durch authentisches, empathisches und inspirierendes Handeln zu stärken. Dieses Buch zeigt offen und klar, welches Führungsverhalten heute zeitgemäß ist und wie wir Führung ganz konkret besser machen können. Es versteht sich als eine Anleitung, um eine zukunftsfähige, resiliente und positive Führungs- und Unternehmenskultur zu gestalten. Elke Katharina Meyer, Thomas Achim Werner, Frank Nesemann Positiv führt! Mit Positive Leadership Teams und Organisationen empowern 1. Auflage 2024 294 Seiten; Broschur; 34,95 Euro ISBN 978-3-86980-753-9; Art.-Nr.: 1192 www.BusinessVillage.de
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    BewusstseinsIntelligenz Manchmal scheint unsdas Leben in den immer gleichen Situationen festzuhalten. Wir spüren, dass etwas nicht stimmt, doch irgendwie bleiben wir gefangen in alten Mustern und Reaktionen. Was wäre, wenn Du die Fähigkeit hättest, all das zu verändern? Wenn Du in die Tiefe blicken und den Ursprung Deiner Reaktionen verstehen könntest? Holger Fuchs’ neues Buch »Bewusstseinsintelligenz« zeigt Dir genau diesen Weg. Es hilft Dir, die Mechanismen zu durchschauen, die Dich oft unbewusst steuern. Du lernst, wie Du alte Blockaden und Denkfallen erkennst und auflöst, um Dein Leben neu und bewusster zu gestalten. Du wirst nicht nur verstehen, warum Du auf bestimmte Situationen immer gleich reagierst – Du wirst lernen, bewusster, freier und klarer zu agieren. Mit diesem Buch wirst du nicht nur Dein Denken sondern Deine gesamte Wahrnehmung verändern. Denn Bewusstseinsintelligenz ist die Fähigkeit, Deine Realität bewusst zu formen, innere Klarheit zu erlangen und echte Freiheit zu erleben. Bewusstseinsintelligenz ist keine Theorie, sondern Deine größte Ressource, um Dein Leben aktiv zu gestalten und Dein volles Potenzial zu leben. Bist Du bereit? Die ersten Schritte sind ganz einfach: Erkenne Deine inneren Muster. Entwickle innere Gelassenheit und Klarheit. Gestalte deine Realität bewusst. Holger Fuchs BewusstseinsIntelligenz Entdecke die Wirklichkeit hinter Deiner Realität! 1. Auflage 2025 240 Seiten; Broschur; 29,95 Euro ISBN 978-3-86980-777-5; Art.-Nr.: 1190 www.BusinessVillage.de