Modellierung von Speichern im Energiesystem




Dr. Matthias Koch, Dr. Dierk Bauknecht, Christoph Heinemann und
David Ritter
Öko-Institut e.V., Freiburg.


Jahrestagung Öko-Institut e.V., 13.09.2012, Berlin.
Agenda

1. Wofür werden Flexibilität und Speicher im
   Stromsystem benötigt?

2. Wie bilden wir Flexibilität und Speicher
   modelltechnisch ab?

3. Welche Effekte treten beim Einsatz von Flexibilität
   und Speichern im Stromsystem auf?

4. Welche Schlussfolgerungen lassen sich daraus
   ableiten?




                                                         2
1. Wofür werden Flexibilität und Speicher im
          Stromsystem benötigt?




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Wofür werden Flexibilität und Speicher benötigt?

  • Ausgleich und Integration von fluktuierender
    EE-Einspeisung (Wind- und PV-Strom)
     – Prognoseunsicherheit
     – Einspeisegradienten
     – EE-Überschuss und EE-Mangel („dunkle Flaute“)



    Mehr EE-                           Mehr
     Strom                            Speicher
   Differenzierte Analyse von Flexibilitäts-
    anforderungen, Flexibilitätsoptionen und deren
    zeitlicher Entwicklung                             4
Phase 1 (2010 – 2020): Effizientere Flexibilität?

   • Bereitstellung von Flexibilität durch den
     bestehenden konventionellen Kraftwerkspark.
   • Neue Flexibilitätsoptionen haben vor allem den
     Effekt, dass der konventionelle Kraftwerkspark
     effizienter betrieben werden kann.

EE-Variabilität:      Flexibilität 
                                          Relativ geringe
                     Lastglättung für
 Einspeise-                                Kosten- und
                     konventionelle
 gradienten                              CO2-Einsparung
                       Kraftwerke


   • Viele neue Flexibilitäts- und Speicheroptionen
     sind mit hohen Anfangsinvestitionen
     verbunden  Hemmnis bzgl. Kapazitätsaufbau.
                                                       5
Phase 2 (ab 2020/2030): Mehr Flexibilität!

   • Zunehmend EE-Überschüsse
   • EE-Integration durch EE-Speicherung
   • EE-Integration durch Flexibilität, die die
     Sockellast konventioneller Kraftwerke reduziert
                                            Konventionelle
  EE-Variabilität:                         Erzeugung kann
 EE-Überschuss        EE-Speicherung         direkt ersetzt
 oder EE-Mangel                            werden  hohe
                                              Einsparung


                       Flexibilitäts-
      EE-                                 Konventionelle
                       optionen, die
  Unsicherheit:                          Erzeugung kann
                           ohne
                                           direkt ersetzt
 Vorhaltung von      Stromerzeugung
                                         werden  hohe
 Regelkapazität       Regelkapazität
                                            Einsparung
                       bereitstellen                      6
Phase 2 (ab 2020/2030): Mehr Flexibilität!

• Neue Flexibilitäts- und Speicheroptionen werden
  zunehmend attraktiver:
   – sinkende spezifische Kosten
   – steigender Systemnutzen


• Wie kann der Systemnutzen dem Anlagenbetreiber
  anteilig zugewiesen werden?
• Wie kann der Übergang gestaltet werden, damit die
  Flexibilitätsoptionen rechtzeitig zur Verfügung
  stehen?
• Wo liegt das Optimum zwischen EE-Abregelung +
  Back-up Kraftwerken und EE-Speicherung?
                                                      7
2. Wie bilden wir Flexibilität und Speicher
            modelltechnisch ab?




                                              8
Quantitative und dynamische Analyse

 • Strommarktmodell PowerFlex
    – Lineares Optimierungsmodell
    – Technische und energiewirtschaftliche Restriktionen
    – Differenzierte und dynamische Abbildung von Flexibilität und
      Speicheroptionen mit mehreren Parametern
    – Wechselwirkungen im Zeitverlauf
 • Abbildung von DSM im Modell:
                       Speicherkapazität
                             und
   Wirkungsgrad        Speicherverluste             Wirkungsgrad



Elektrische Leistung                                  Lastprofil
                                                                     9
eTelligence Modellergebnis: DSM Einsatz im
Jahr 2030




                                             10
3. Welche Effekte treten beim Einsatz von
Flexibilität und Speichern im Stromsystem auf?

          – Phase 1 (2010 – 2020) –




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eTelligence Modellergebnisse für Phase 1
               (2010 – 2020)

• These 1: Effizienzgewinne im Kraftwerkspark durch
  dezentrale Flexibilität und Speicher
   – Verringerung von An- und Abfahrvorgängen: -5% – -10%
    Kosten und CO2-Emissionen ↓

   – Höhere Auslastung von Grundlastkraftwerken: +1%
   Kosten ↓ und CO2-Emissionen ↑↓

   – Verdrängung von PSW-Kraftwerken, dadurch weniger
     Wirkungsgradverluste: -15% – -30%
   Kosten ↓ und CO2-Emissionen ↑↓


                                                        12
eTelligence Modellergebnisse für Phase 1




                                           13
3. Welche Effekte treten beim Einsatz von
Flexibilität und Speichern im Stromsystem auf?

          – Phase 2 (2020 – 2030) –




                                            14
EE-Stromeinspeisung vom 1.3. – 7.3.2030
                       (50% flukt. EE)
                            Einspeisung aus Wind-, PV- und Laufwasserenergie            Netzlast
     120


     100


      80
GW




      60
               46 GW
                       6h
      40


      20                                                                       37 GW

                                                                          9h

       0
           1                25           49           73             97           121              145
                                                           Stunden

                                                                                                         15
eTelligence Modellergebnis: EE-Überschuss
im Jahr 2030 ohne zusätzliche Flexibilität




        Option: EE-Abregelung?


            Option: EE-Export?

                  Optionen: PSW, BHKW, DSM,
                            Power-to-Gas?



                                              16
eTelligence Modellergebnis: EE-Überschuss
im Jahr 2030  Bedarf für Tagesspeicher



            15% Wind- und PV-Strom
            abgeregelt




        7% Wind- und PV-Strom
        abgeregelt




                                            17
eTelligence Modellergebnisse: nutzen von
    Flexibilität im Jahr 2030 (Phase 2)




                                           18
eTelligence: BHKW Einsatz im Jahr 2030




                                         19
These 3: Zusätzliche EE-Integration durch
   Reduktion der Sockellast (Phase 2)

   Ohne Sockellast
   könnte mehr EE
   integriert werden




   Sockellast zur
  Bereitstellung von
    Regelenergie




                                 Quelle: Öko-Institut e.V.
                                                        20
4. Welche Schlussfolgerungen lassen sich
            daraus ableiten?




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Fazit und erste Schlussfolgerungen
•   Phase 1: 2010 – 2020
    •   Flexibilität und Speicher verringern Effizienzverluste im
        konventionellen Kraftwerkspark
    •   Hohe Anfangsinvestitionen sind Hemmnis für Kapazitätsaufbau
•   Phase 2: 2020 – 2030
    •   Konventionelle Stromerzeugung wird direkt durch EE ersetzt
    •   Hoher Nutzen (Kosten- und CO2-Einsparung)
    •   Attraktivität für Flexibilität und Speicher steigt
•  PSW, BHKW und DSM eignen sich zum Ausgleich
   des PV-Einspeiseprofils (Stundenspeicher)
• Speicherwirkungsgrad ist sensitive Größe für
   dynamische Wechselwirkungen
 Systematischer Vergleich von Speicher- und
  Flexibilitätsoptionen: aktuelles BMU Projekt                       22
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!




Dr. Matthias Koch: m.koch@oeko.de

Dr. Dierk Bauknecht: d.bauknecht@oeko.de

Christoph Heinemann: c.heinemann@oeko.de

David Ritter: d.ritter@oeko.de             23

Modellierung von Speichern im Energiesystem

  • 1.
    Modellierung von Speichernim Energiesystem Dr. Matthias Koch, Dr. Dierk Bauknecht, Christoph Heinemann und David Ritter Öko-Institut e.V., Freiburg. Jahrestagung Öko-Institut e.V., 13.09.2012, Berlin.
  • 2.
    Agenda 1. Wofür werdenFlexibilität und Speicher im Stromsystem benötigt? 2. Wie bilden wir Flexibilität und Speicher modelltechnisch ab? 3. Welche Effekte treten beim Einsatz von Flexibilität und Speichern im Stromsystem auf? 4. Welche Schlussfolgerungen lassen sich daraus ableiten? 2
  • 3.
    1. Wofür werdenFlexibilität und Speicher im Stromsystem benötigt? 3
  • 4.
    Wofür werden Flexibilitätund Speicher benötigt? • Ausgleich und Integration von fluktuierender EE-Einspeisung (Wind- und PV-Strom) – Prognoseunsicherheit – Einspeisegradienten – EE-Überschuss und EE-Mangel („dunkle Flaute“) Mehr EE- Mehr Strom Speicher  Differenzierte Analyse von Flexibilitäts- anforderungen, Flexibilitätsoptionen und deren zeitlicher Entwicklung 4
  • 5.
    Phase 1 (2010– 2020): Effizientere Flexibilität? • Bereitstellung von Flexibilität durch den bestehenden konventionellen Kraftwerkspark. • Neue Flexibilitätsoptionen haben vor allem den Effekt, dass der konventionelle Kraftwerkspark effizienter betrieben werden kann. EE-Variabilität: Flexibilität  Relativ geringe Lastglättung für Einspeise- Kosten- und konventionelle gradienten CO2-Einsparung Kraftwerke • Viele neue Flexibilitäts- und Speicheroptionen sind mit hohen Anfangsinvestitionen verbunden  Hemmnis bzgl. Kapazitätsaufbau. 5
  • 6.
    Phase 2 (ab2020/2030): Mehr Flexibilität! • Zunehmend EE-Überschüsse • EE-Integration durch EE-Speicherung • EE-Integration durch Flexibilität, die die Sockellast konventioneller Kraftwerke reduziert Konventionelle EE-Variabilität: Erzeugung kann EE-Überschuss EE-Speicherung direkt ersetzt oder EE-Mangel werden  hohe Einsparung Flexibilitäts- EE- Konventionelle optionen, die Unsicherheit: Erzeugung kann ohne direkt ersetzt Vorhaltung von Stromerzeugung werden  hohe Regelkapazität Regelkapazität Einsparung bereitstellen 6
  • 7.
    Phase 2 (ab2020/2030): Mehr Flexibilität! • Neue Flexibilitäts- und Speicheroptionen werden zunehmend attraktiver: – sinkende spezifische Kosten – steigender Systemnutzen • Wie kann der Systemnutzen dem Anlagenbetreiber anteilig zugewiesen werden? • Wie kann der Übergang gestaltet werden, damit die Flexibilitätsoptionen rechtzeitig zur Verfügung stehen? • Wo liegt das Optimum zwischen EE-Abregelung + Back-up Kraftwerken und EE-Speicherung? 7
  • 8.
    2. Wie bildenwir Flexibilität und Speicher modelltechnisch ab? 8
  • 9.
    Quantitative und dynamischeAnalyse • Strommarktmodell PowerFlex – Lineares Optimierungsmodell – Technische und energiewirtschaftliche Restriktionen – Differenzierte und dynamische Abbildung von Flexibilität und Speicheroptionen mit mehreren Parametern – Wechselwirkungen im Zeitverlauf • Abbildung von DSM im Modell: Speicherkapazität und Wirkungsgrad Speicherverluste Wirkungsgrad Elektrische Leistung Lastprofil 9
  • 10.
    eTelligence Modellergebnis: DSMEinsatz im Jahr 2030 10
  • 11.
    3. Welche Effektetreten beim Einsatz von Flexibilität und Speichern im Stromsystem auf? – Phase 1 (2010 – 2020) – 11
  • 12.
    eTelligence Modellergebnisse fürPhase 1 (2010 – 2020) • These 1: Effizienzgewinne im Kraftwerkspark durch dezentrale Flexibilität und Speicher – Verringerung von An- und Abfahrvorgängen: -5% – -10%  Kosten und CO2-Emissionen ↓ – Höhere Auslastung von Grundlastkraftwerken: +1% Kosten ↓ und CO2-Emissionen ↑↓ – Verdrängung von PSW-Kraftwerken, dadurch weniger Wirkungsgradverluste: -15% – -30% Kosten ↓ und CO2-Emissionen ↑↓ 12
  • 13.
  • 14.
    3. Welche Effektetreten beim Einsatz von Flexibilität und Speichern im Stromsystem auf? – Phase 2 (2020 – 2030) – 14
  • 15.
    EE-Stromeinspeisung vom 1.3.– 7.3.2030 (50% flukt. EE) Einspeisung aus Wind-, PV- und Laufwasserenergie Netzlast 120 100 80 GW 60 46 GW 6h 40 20 37 GW 9h 0 1 25 49 73 97 121 145 Stunden 15
  • 16.
    eTelligence Modellergebnis: EE-Überschuss imJahr 2030 ohne zusätzliche Flexibilität Option: EE-Abregelung? Option: EE-Export? Optionen: PSW, BHKW, DSM, Power-to-Gas? 16
  • 17.
    eTelligence Modellergebnis: EE-Überschuss imJahr 2030  Bedarf für Tagesspeicher 15% Wind- und PV-Strom abgeregelt 7% Wind- und PV-Strom abgeregelt 17
  • 18.
    eTelligence Modellergebnisse: nutzenvon Flexibilität im Jahr 2030 (Phase 2) 18
  • 19.
  • 20.
    These 3: ZusätzlicheEE-Integration durch Reduktion der Sockellast (Phase 2) Ohne Sockellast könnte mehr EE integriert werden Sockellast zur Bereitstellung von Regelenergie Quelle: Öko-Institut e.V. 20
  • 21.
    4. Welche Schlussfolgerungenlassen sich daraus ableiten? 21
  • 22.
    Fazit und ersteSchlussfolgerungen • Phase 1: 2010 – 2020 • Flexibilität und Speicher verringern Effizienzverluste im konventionellen Kraftwerkspark • Hohe Anfangsinvestitionen sind Hemmnis für Kapazitätsaufbau • Phase 2: 2020 – 2030 • Konventionelle Stromerzeugung wird direkt durch EE ersetzt • Hoher Nutzen (Kosten- und CO2-Einsparung) • Attraktivität für Flexibilität und Speicher steigt • PSW, BHKW und DSM eignen sich zum Ausgleich des PV-Einspeiseprofils (Stundenspeicher) • Speicherwirkungsgrad ist sensitive Größe für dynamische Wechselwirkungen  Systematischer Vergleich von Speicher- und Flexibilitätsoptionen: aktuelles BMU Projekt 22
  • 23.
    Vielen Dank fürdie Aufmerksamkeit! Dr. Matthias Koch: m.koch@oeko.de Dr. Dierk Bauknecht: d.bauknecht@oeko.de Christoph Heinemann: c.heinemann@oeko.de David Ritter: d.ritter@oeko.de 23