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Samstag, 31. Juli 2021
Annik Hosmann
und Thomas Wyss
Und plötzlich ist Zürich der
Champion. Vom letzten auf den
ersten Platz in der landesweiten
Impfquoten-Hitparade.
Verkündet wurde die frohe
Botschaft am Mittwoch. Das war
zufälligerweise auch der Stich-
tag, den wir den Werberinnen
und Werbern gesetzt hatten, um
uns Ideen zu schicken, mit de-
nen der impfskeptische Teil der
Bevölkerung von einem «Piks»
überzeugt werden könnte.
So in etwa lautete die unver-
blümteAufgabe, die wir achtVer-
treterinnen und Vertretern der
Zürcher Kreativwirtschaft stell-
ten. Der Task war nicht entstan-
den,weil der Kanton Zürich mo-
natelang eher Sorgenkind denn
Musterschüler war. Nein, Auslö-
ser waren die teils eigenartigen
Anreize, mit denen Regierungen,
Institutionen und vermögende
Wohltäter die Bürgerinnen und
Bürger ihrer Länder zur Covid-
Impfung motivieren wollten.
In Grossbritannien zum Beispiel
konnten vakzinierte Mitglieder
von Datingplattformen wie Ba-
doo oder Tinder ihren Liebes-
hunger plötzlich mit Bonusfunk-
tionen stillen. Eine indische
Stadt beschenkte frisch Geimpfte
mit einem goldenen Nasenring
oder einem Stabmixer. In China
gab es zwei Schachteln Eier. In
Russland wurden Autos und
Wohnungen verlost. Kanadas
Impf-Tombola zielte auf die Jun-
gen ab, sie konnten Bargeld oder
Stipendien gewinnen, derweil
die von Medienpionier Roger
Schawinski letzte Woche hier­
zulande lancierte Lotterie allen
Altersgruppen offensteht.
Kreative Originalität
Wir fanden: Das geht doch auch
anders – nämlich mit kreativer
Originalität. Um möglichst ver-
schiedeneAnsätze zu generieren,
sind wir kleine und grosse, klas-
sische und eher digital orientier-
te Agenturen angegangen.
Der vorgegebene Zeitrahmen
war mit knapp einer Woche sehr
eng bemessen – und das noch
mitten in der Ferienzeit. Umso
grösser nun die Freude, dass vier
der acht Angefragten einen Bei-
trag eingereicht haben.Die Ideen
präsentieren wir auf dieser Dop-
pelseite.Werweiss,vielleichtwer-
den die fiktiven Kampagnen tat-
sächlich mithelfen, dem Ziel
dieserAktion – eine vierte Anste-
ckungswelle zu verhindern oder
zumindest abzuschwächen –,
einen Schritt näher zu kommen.
Neue Ideen braucht die Stadt – und das Land
Fiktive Kampagnen Wie könnte man die Impfskepsis zerstreuen, um noch mehr Menschen zu einem Piks zu motivieren und damit eine vierte Corona-Welle zu verhindern?
Das haben wir Zürcher Werbeagenturen gefragt. Vier von ihnen präsentieren hier ihre unkonventionellen Vorschläge.
Eine indische Stadt
beschenkte frisch
Geimpfte mit
einem goldenen
Nasenring oder
einem Stabmixer.
Für die Wirtschaft wäre ein er-
neuter Lockdown aufgrund ei-
nervierten Corona-Welleverhee-
rend. Die Kosten immens. Ent-
sprechend könnten sich Firmen
im Rahmen einer Kampagne zur
Steigerung der Impfquote enga-
gieren. Wir setzen bei der Kon-
zeption einer nationalen Impf-
kampagne auf die Unterstützung
durch die Wirtschaft. Wir ma-
chen den Impfpass zum «Vor-
zugs-Pass», mit dem jede ge-
impfte Person sich ein Goodie
abholen kann. Die attraktiven
Prämien werden von Unterneh-
men zurVerfügung gestellt. Die-
se sind als Sponsoren sichtbar.
Wer lieber anderen als sich sel-
ber etwas Gutes tut, hat die Mög-
lichkeit, seinen Vorzugs-Pass
dafür einzusetzen, eine Impfung
für ein anderes Land zu spenden,
wo Impfstoffe noch rar sind.
Xeit: www.impfen-ist-geil.ch
Ein Restaurantgutschein für eine Impfung. Visualisierung: Xeit
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Den impfskeptischen Teil der Be-
völkerung dazu zu bewegen, sich
impfen zu lassen, ist eine Her-
ausforderung, die nur in enger
Zusammenarbeit von staatlichen
Behörden, öffentlichen und pri-
vaten Institutionen und mit Un-
terstützung von überzeugender
Kommunikation gelingen kann.
Auf kommunikativemWeg allein
ist eine solche Aufgabe natürlich
nicht zu bewältigen. Trotzdem
gibt es vielversprechende Mög-
lichkeiten, wie in der impfskep-
tischen Bevölkerung ein Momen-
tum für mehr Impfbereitschaft
geschaffen werden kann.
53 Prozent der Schweizer Be-
völkerung sind aktuell mindes-
tens einmal geimpft. Gemäss
einer Umfrage von SRG im Juli
2021 werden sich rund 25 Pro-
zent der Schweizerinnen und
Schweizer nicht impfen lassen.
Bleiben 22 Prozent Unschlüssige.
Diese Personen sind informiert,
wissen, was die Vorteile einer
Impfung und die Risiken einer
Erkrankung sind, aber haben es
bisher noch nicht getan. Die
Gründe dafür sind vielfältig.
Durch den Einsatz verschie-
dener Cognitive Biases kann ge-
prüft werden, ob diese Personen
– ohne Zwang oder Druck – zu
einerVerhaltensänderung moti-
viert werden können. Der Cogni-
tive Bias «Social Proof» bezeich-
net die Tatsache, dass wir uns in
Situationen der Unsicherheit
gerne daran orientieren,was an-
dere und vor allem unsere Be-
zugsgruppen tun.
Wirnutzen den «Social Proof»,
indem wir den Fokus auf die
beeindruckende Masse an Men-
schen, die sich bereits mit einer
Impfung geschützt haben, legen.
Wir werten aus, wie viele Perso-
nen in bestimmten Referenz-
gruppen bereits geimpft sind.
ZSC-Fans als Vorbilder
Durch das detaillierte Clustern
in spezifische Referenzgruppen
schaffen wir es, dass sich jede
Schweizerin und jeder Schwei-
zer zu mindestens einer dieser
Gruppen zugehörig fühlt. Seien
das ZSC-, Schrebergarten- und
Jung von Matt Limmat: Cognitive Biases
Sind unsere Bezugsgruppe und das Umfeld, in dem wir uns bewegen, geimpft? Visualisierung: Jung von Matt Limmat
Noch scheint es, als sei ein Teil der Salsa-Szene skeptisch gegenüber der Covid-Impfung. Visualisierung: Jung von Matt Limmat
19
Zürich
Neue Ideen braucht die Stadt – und das Land
Fiktive Kampagnen Wie könnte man die Impfskepsis zerstreuen, um noch mehr Menschen zu einem Piks zu motivieren und damit eine vierte Corona-Welle zu verhindern?
Die Kampagne soll die Betrach-
terinnen und Betrachter ohne er-
hobenen Zeigefinger und ohne
Druck auf die Vorteile einer Imp-
fung hinweisen. Im Tropfen, der
aus der Spritze kommt, sind Bil-
der der früheren Normalität
abgebildet, die uns mittlerweile
bizarr erscheinen: volle Konzert-
hallen, Menschenmassen an
Demonstrationen undVeranstal-
tungen wie ein Schwingfest.
Wir sind nicht mehr gewohnt,
Menschenmengen zu sehen, ob-
wohl Events im kulturellen, po-
litischen und sportlichen Bereich
zu unserer Kultur gehören.Wäre
die gesamte Bevölkerung ge-
impft, wäre ein solches Zusam-
menkommen wieder «einfach
normal». Die Plakate und Inse-
rate können sich der Umgebung,
sprich dem gewünschten The-
mengebiet anpassen.
Weicher Umbruch: Einfach normal
Wieder maskenlose Demos? Visualisierung: Weicher Umbruch, Foto: Keystone
Dicht an dicht am Schwingfest. Visualisierung: Weicher Umbruch, Foto: Keystone
Gölä-Fans, Salsatänzer oder
Hundehalterinnen.
Fürviele Ortschaften sind sol-
che Daten verfügbar. Für andere
Referenzgruppen lassen sich auf
anonymer Basis die Anteile an
Covid-Zertifikaten und Schnell-
test-Attesten auswerten. So
schafft man es, kleinteilige Aus-
sagen über den Impffortschritt
zu treffen – und diese online
odervor Ort passend auszuspie-
len. So erfahre ich zum Beispiel,
wie viele Gölä-Fans geimpft sind,
wenn ich aufYoutube einen Song
des Sängers schaue, oder ich er-
fahre,wie viele Personen in mei-
nem Wohnort bereits geimpft
sind. Und zwar an der Bushalte-
stelle vor meinem Haus.
— Ein Trostpflaster
Im Zusammenhang mit Covid
bedeutet ein Pflaster auf dem
Arm vor allem eines: Solidarität.
Es beweist, dass die Person, die
es trägt, ihren Teil dazu beigetra-
gen hat, dass wir diese Pandemie
schnellstmöglich hinter uns las-
sen und zu unserem gewohnten
Leben zurückkehren können.
Denn jede geimpfte Person
bringt uns einen Schritt näher zu
all den schmerzlich vermissten
und einmaligen Momenten, die
unsere Stadt zu dem machen,
was sie ist. Ergänzend zur Kam-
pagne können die Pflastersujets
natürlich auch als tatsächliche
Pflaster produziert werden.
Wenn man möchte, kann man
sich nach der zweiten Impfung
dann ein solch einmaliges Züri-
Pflaster-Set mitnehmen – als
Dankeschön.
— «Ich ha chli de Hueschte»
Die Corona-Krise hatte nicht viel
Gutes an sich. Ausser vielleicht,
dass man sich mit einem simp-
len «Ich ha chli de Hueschte»
mühelos und unangefochten so
ziemlich allen gemachten Plä-
nen, sozialen Verpflichtungen, ja
sogar Arbeitstagen entziehen
konnte. Diese faulen Ausreden
ziehen nicht mehr, wenn man
sich impfen lässt. Das ist natür-
lich ein Seich. Damit das aber für
potenziell Impfbereite kein Hin-
derungsgrund ist, sich auf den
Stuhl zu setzen und sich piksen
zu lassen, versorgen wir diese
Personen mit mindestens genau-
so guten Ausreden.
Ausreden, die sie nach der Imp-
fung benutzen können, um un-
beliebte Sachen trotzdem nicht
tun zu müssen oder zu jener
Veranstaltung trotzdem nicht zu
gehen. Denn seien wir ehrlich:
Eine gute Ausrede, um irgendwo
nicht auftauchen zu müssen, ist
manchmal Gold wert.
— Impfung mit
Nebenwirkungen
In den vergangenen Monaten ha-
ben im Zusammenhang mit der
Covid-Impfung vor allem die Ne-
benwirkungen immerwieder für
Bedenken unter potenziell Impf-
bereiten gesorgt. Um diese Be-
denken abzufedern, muss man
sie in Relation zu den positiven
Aspekten der Impfung setzen.
Und zwar möglichst direkt.
Inhalt und Form: Geh impfen
Ein Oberarm mit Haltung. Visualisierung: Inhalt und Form
Ein Handbuch für alle (Covid-)Fälle. Visualisierung: Inhalt und Form
Nebenwirkungen der anderen Art. Visualisierung: Inhalt und Form
Seien wir ehrlich:
Eine gute Ausrede,
um irgendwo
nicht auftauchen
zu müssen, ist
manchmal Gold
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In Grossbritannien zum Beispiel konnten vakzinierte Mitglieder von Datingplattformen wie Ba- doo oder Tinder ihren Liebes- hunger plötzlich mit Bonusfunk- tionen stillen. Eine indische Stadt beschenkte frisch Geimpfte mit einem goldenen Nasenring oder einem Stabmixer. In China gab es zwei Schachteln Eier. In Russland wurden Autos und Wohnungen verlost. Kanadas Impf-Tombola zielte auf die Jun- gen ab, sie konnten Bargeld oder Stipendien gewinnen, derweil die von Medienpionier Roger Schawinski letzte Woche hier­ zulande lancierte Lotterie allen Altersgruppen offensteht. Kreative Originalität Wir fanden: Das geht doch auch anders – nämlich mit kreativer Originalität. Um möglichst ver- schiedeneAnsätze zu generieren, sind wir kleine und grosse, klas- sische und eher digital orientier- te Agenturen angegangen. Der vorgegebene Zeitrahmen war mit knapp einer Woche sehr eng bemessen – und das noch mitten in der Ferienzeit. Umso grösser nun die Freude, dass vier der acht Angefragten einen Bei- trag eingereicht haben.Die Ideen präsentieren wir auf dieser Dop- pelseite.Werweiss,vielleichtwer- den die fiktiven Kampagnen tat- sächlich mithelfen, dem Ziel dieserAktion – eine vierte Anste- ckungswelle zu verhindern oder zumindest abzuschwächen –, einen Schritt näher zu kommen. Neue Ideen braucht die Stadt – und das Land Fiktive Kampagnen Wie könnte man die Impfskepsis zerstreuen, um noch mehr Menschen zu einem Piks zu motivieren und damit eine vierte Corona-Welle zu verhindern? Das haben wir Zürcher Werbeagenturen gefragt. Vier von ihnen präsentieren hier ihre unkonventionellen Vorschläge. Eine indische Stadt beschenkte frisch Geimpfte mit einem goldenen Nasenring oder einem Stabmixer. Für die Wirtschaft wäre ein er- neuter Lockdown aufgrund ei- nervierten Corona-Welleverhee- rend. Die Kosten immens. Ent- sprechend könnten sich Firmen im Rahmen einer Kampagne zur Steigerung der Impfquote enga- gieren. Wir setzen bei der Kon- zeption einer nationalen Impf- kampagne auf die Unterstützung durch die Wirtschaft. Wir ma- chen den Impfpass zum «Vor- zugs-Pass», mit dem jede ge- impfte Person sich ein Goodie abholen kann. Die attraktiven Prämien werden von Unterneh- men zurVerfügung gestellt. Die- se sind als Sponsoren sichtbar. Wer lieber anderen als sich sel- ber etwas Gutes tut, hat die Mög- lichkeit, seinen Vorzugs-Pass dafür einzusetzen, eine Impfung für ein anderes Land zu spenden, wo Impfstoffe noch rar sind. Xeit: www.impfen-ist-geil.ch Ein Restaurantgutschein für eine Impfung. Visualisierung: Xeit Wer geimpft ist, verreist günstiger – oder sogar gratis? Visualisierung: Xeit Den impfskeptischen Teil der Be- völkerung dazu zu bewegen, sich impfen zu lassen, ist eine Her- ausforderung, die nur in enger Zusammenarbeit von staatlichen Behörden, öffentlichen und pri- vaten Institutionen und mit Un- terstützung von überzeugender Kommunikation gelingen kann. Auf kommunikativemWeg allein ist eine solche Aufgabe natürlich nicht zu bewältigen. Trotzdem gibt es vielversprechende Mög- lichkeiten, wie in der impfskep- tischen Bevölkerung ein Momen- tum für mehr Impfbereitschaft geschaffen werden kann. 53 Prozent der Schweizer Be- völkerung sind aktuell mindes- tens einmal geimpft. Gemäss einer Umfrage von SRG im Juli 2021 werden sich rund 25 Pro- zent der Schweizerinnen und Schweizer nicht impfen lassen. Bleiben 22 Prozent Unschlüssige. Diese Personen sind informiert, wissen, was die Vorteile einer Impfung und die Risiken einer Erkrankung sind, aber haben es bisher noch nicht getan. Die Gründe dafür sind vielfältig. Durch den Einsatz verschie- dener Cognitive Biases kann ge- prüft werden, ob diese Personen – ohne Zwang oder Druck – zu einerVerhaltensänderung moti- viert werden können. Der Cogni- tive Bias «Social Proof» bezeich- net die Tatsache, dass wir uns in Situationen der Unsicherheit gerne daran orientieren,was an- dere und vor allem unsere Be- zugsgruppen tun. Wirnutzen den «Social Proof», indem wir den Fokus auf die beeindruckende Masse an Men- schen, die sich bereits mit einer Impfung geschützt haben, legen. Wir werten aus, wie viele Perso- nen in bestimmten Referenz- gruppen bereits geimpft sind. ZSC-Fans als Vorbilder Durch das detaillierte Clustern in spezifische Referenzgruppen schaffen wir es, dass sich jede Schweizerin und jeder Schwei- zer zu mindestens einer dieser Gruppen zugehörig fühlt. Seien das ZSC-, Schrebergarten- und Jung von Matt Limmat: Cognitive Biases Sind unsere Bezugsgruppe und das Umfeld, in dem wir uns bewegen, geimpft? Visualisierung: Jung von Matt Limmat Noch scheint es, als sei ein Teil der Salsa-Szene skeptisch gegenüber der Covid-Impfung. Visualisierung: Jung von Matt Limmat 19 Zürich Neue Ideen braucht die Stadt – und das Land Fiktive Kampagnen Wie könnte man die Impfskepsis zerstreuen, um noch mehr Menschen zu einem Piks zu motivieren und damit eine vierte Corona-Welle zu verhindern? Die Kampagne soll die Betrach- terinnen und Betrachter ohne er- hobenen Zeigefinger und ohne Druck auf die Vorteile einer Imp- fung hinweisen. Im Tropfen, der aus der Spritze kommt, sind Bil- der der früheren Normalität abgebildet, die uns mittlerweile bizarr erscheinen: volle Konzert- hallen, Menschenmassen an Demonstrationen undVeranstal- tungen wie ein Schwingfest. Wir sind nicht mehr gewohnt, Menschenmengen zu sehen, ob- wohl Events im kulturellen, po- litischen und sportlichen Bereich zu unserer Kultur gehören.Wäre die gesamte Bevölkerung ge- impft, wäre ein solches Zusam- menkommen wieder «einfach normal». Die Plakate und Inse- rate können sich der Umgebung, sprich dem gewünschten The- mengebiet anpassen. Weicher Umbruch: Einfach normal Wieder maskenlose Demos? Visualisierung: Weicher Umbruch, Foto: Keystone Dicht an dicht am Schwingfest. Visualisierung: Weicher Umbruch, Foto: Keystone Gölä-Fans, Salsatänzer oder Hundehalterinnen. Fürviele Ortschaften sind sol- che Daten verfügbar. Für andere Referenzgruppen lassen sich auf anonymer Basis die Anteile an Covid-Zertifikaten und Schnell- test-Attesten auswerten. So schafft man es, kleinteilige Aus- sagen über den Impffortschritt zu treffen – und diese online odervor Ort passend auszuspie- len. So erfahre ich zum Beispiel, wie viele Gölä-Fans geimpft sind, wenn ich aufYoutube einen Song des Sängers schaue, oder ich er- fahre,wie viele Personen in mei- nem Wohnort bereits geimpft sind. Und zwar an der Bushalte- stelle vor meinem Haus. — Ein Trostpflaster Im Zusammenhang mit Covid bedeutet ein Pflaster auf dem Arm vor allem eines: Solidarität. Es beweist, dass die Person, die es trägt, ihren Teil dazu beigetra- gen hat, dass wir diese Pandemie schnellstmöglich hinter uns las- sen und zu unserem gewohnten Leben zurückkehren können. Denn jede geimpfte Person bringt uns einen Schritt näher zu all den schmerzlich vermissten und einmaligen Momenten, die unsere Stadt zu dem machen, was sie ist. Ergänzend zur Kam- pagne können die Pflastersujets natürlich auch als tatsächliche Pflaster produziert werden. Wenn man möchte, kann man sich nach der zweiten Impfung dann ein solch einmaliges Züri- Pflaster-Set mitnehmen – als Dankeschön. — «Ich ha chli de Hueschte» Die Corona-Krise hatte nicht viel Gutes an sich. Ausser vielleicht, dass man sich mit einem simp- len «Ich ha chli de Hueschte» mühelos und unangefochten so ziemlich allen gemachten Plä- nen, sozialen Verpflichtungen, ja sogar Arbeitstagen entziehen konnte. Diese faulen Ausreden ziehen nicht mehr, wenn man sich impfen lässt. Das ist natür- lich ein Seich. Damit das aber für potenziell Impfbereite kein Hin- derungsgrund ist, sich auf den Stuhl zu setzen und sich piksen zu lassen, versorgen wir diese Personen mit mindestens genau- so guten Ausreden. Ausreden, die sie nach der Imp- fung benutzen können, um un- beliebte Sachen trotzdem nicht tun zu müssen oder zu jener Veranstaltung trotzdem nicht zu gehen. Denn seien wir ehrlich: Eine gute Ausrede, um irgendwo nicht auftauchen zu müssen, ist manchmal Gold wert. — Impfung mit Nebenwirkungen In den vergangenen Monaten ha- ben im Zusammenhang mit der Covid-Impfung vor allem die Ne- benwirkungen immerwieder für Bedenken unter potenziell Impf- bereiten gesorgt. Um diese Be- denken abzufedern, muss man sie in Relation zu den positiven Aspekten der Impfung setzen. Und zwar möglichst direkt. Inhalt und Form: Geh impfen Ein Oberarm mit Haltung. Visualisierung: Inhalt und Form Ein Handbuch für alle (Covid-)Fälle. Visualisierung: Inhalt und Form Nebenwirkungen der anderen Art. Visualisierung: Inhalt und Form Seien wir ehrlich: Eine gute Ausrede, um irgendwo nicht auftauchen zu müssen, ist manchmal Gold wert.