Bildungsinländer 2011
Daten und Fakten zur Situa on von ausländischen Studierenden
                mit deutscher Hochschulzugangsberech gung
Bildungsinländer 2011
Daten und Fakten zur Situa on von ausländischen Studierenden
                mit deutscher Hochschulzugangsberech gung
Herausgeber                                                 Redak on, Herausgeber und Herstellung haben sich bemüht, die in dieser
DAAD                                                        Veröffentlichung enthaltenen Angaben mit größter Sorgfalt zusammenzu-
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Kennedyallee 50, D-53175 Bonn                               und Ha ung für die Rich gkeit und Vollständigkeit der Angaben übernom-
                                                            men werden.

Konzep on und Redak on
Dr. Simone Burkhart, DAAD
Dr. Ulrich Heublein, HIS
Johanna Wank, HIS


Gestaltung und Satz
Nora Barr, Medienproduk on und -dienstleistungen, Leipzig
Bildungsinländer 2011 | Inhalt




Inhalt

   Seite    Kapitel

      5     Vorwort
      6     Wesentliche Befunde zum Studium von Bildungsinländern
    8|9     Einführung


Angaben zu ausländischen Schülern und deren Studierneigung

  10|11     Ausländische Schüler an deutschen Schulen
  12|13     Hochschulzugang und Studierneigung


Sta s sche Grunddaten zum Studium von Bildungsinländern

  14|15     Entwicklung der Studierendenzahlen in Deutschland
  16|17     Bildungsinländer in anderen Staaten
     18     Entwicklung der Studienanfängerzahlen
     19     Entwicklung der Absolventenzahlen
  20|21     Bundesländer: Studierende
     22     Bundesländer: Studienanfänger
     23     Bundesländer: Absolventen
  24|25     Hochschulart: Studierende
     26     Hochschulart: Studienanfänger
     27     Hochschulart: Absolventen
  28|29     Wich gste Hochschulen für Bildungsinländer
  30|31     Regionale Herkun : Studierende
  32|33     Wich gste Herkun sländer: Studierende
     34     Regionale Herkun : Studienanfänger
     35     Regionale Herkun : Absolventen
  36|37     Fächergruppen: Studierende
  38|39     Studienbereiche: Studierende
     40     Fächergruppen: Studienanfänger
     41     Fächergruppen: Absolventen
  42|43     Studien- und Abschlussarten: Studierende
     44     Studien- und Abschlussarten: Studienanfänger
     45     Studien- und Abschlussarten: Absolventen


Angaben zur Studien- und Lebenssitua on der Bildungsinländer

  46|47     Mobilität
  48|49     Studienvoraussetzungen und Studiensitua on
 50 – 55    Studienerfolg und Studiendauer
  56|57     Soziale Herkun und finanzielle Situa on
Bildungsinländer 2011 | Vorwort




Vorwort

Über 63.500 ausländische Studierende, die in Deutschland ihre     den vergangenen Jahren verbessert hat. Noch deutlicher ist die-
Hochschulzugangsberech gung erworben haben, studierten im         se posi ve Entwicklung bei den ausländischen Studierenden zu
Jahr 2010 an deutschen Hochschulen. Diese Gruppe der soge-        beobachten, die für das Studium aus dem Ausland nach Deutsch-
nannten Bildungsinländer erfährt in den vergangenen Jahren als    land gekommen sind (Bildungsausländer). Diese erfreuliche Ten-
ein Teil der Studierenden mit Migra onshintergrund vermehrte      denz ist aus Sicht des DAAD auch das Ergebnis einer verbesserten
Aufmerksamkeit. Poli k, Gesellscha und die Hochschulen sind       Integra on ausländischer Studierender an deutschen Hochschu-
sich in dem Ziel einig, die Integra on und die Zukun schancen     len, die der DAAD seit mehreren Jahren mit Betreuungs- und
dieser jungen Menschen zu verbessern, wobei der Bildung ein       Integra onsprogrammen unterstützt. Gleichwohl muss sich die-
zentraler Stellenwert zukommt.                                    ser Aufgabe auch in Zukun mit Nachdruck gewidmet werden, da
Der DAAD legt vor diesem Hintergrund mit dem „Datenreport         sowohl die Bildungsinländer wie auch die Bildungsausländer im
Bildungsinländer“ erstmals eine umfassende Zusammenstellung       Vergleich zu ihren deutschen Kommilitonen noch deutlich häufi-
verschiedenster Kennzahlen und Befunde zur Studiensitua on        ger das Studium ohne Abschluss abbrechen.
von Bildungsinländern vor. Neben der ausführlichen Darstellung    Der Dank des DAAD gilt Herrn Dr. Ulrich Heublein und Frau Johan-
des bereits in unterschiedlichen Quellen vorliegenden Daten-      na Wank von HIS, in deren Händen die Konzep on und Redak on
materials zu Bildungsinländern wurde für diesen Report auch       der Studie lag, Frau Nora Barr für die grafische Umsetzung sowie
erstmals der Studienerfolg von ausländischen Studierenden (Bil-   dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, durch deren
dungsinländer und Bildungsausländer) berechnet. Die Ergebnis-     Zuwendung diese Publika on erst möglich wurde.
se zeigen, dass sich der Studienerfolg von Bildungsinländern in

                                                                                                            Dr. Dorothea Rüland
                                                                                                     Generalsekretärin des DAAD




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Wesentliche Befunde zum Studium von
Bildungsinländern an deutschen Hochschulen –
ein erstes Resümee

An den deutschen Hochschulen studieren derzeit rund 175.000         auch hinsichtlich der Studienorien erung und der Studienmo -
Studierende mit Migra onshintergrund. Mehr als ein Dri el von       va on.
ihnen sind Bildungsinländer, sie erwarben zwar ihre Hochschul-      Diese vergleichweise ungüns ge Ausgangslage für studierende
reife in Deutschland, verfügen aber über keinen deutschen Pass.     Bildungsinländer ist nur durch eine gezielte, z. T. auch studien-
Für diese Studierenden stellt sich die Frage nach Integra on und    begleitende Förderung zu kompensieren. Gerade daran scheint
gesellscha licher Teilhabe in ganz besonderer Weise. In Deutsch-    es aber noch an vielen Hochschulen zu mangeln. Die wenigen
land aufgewachsen, haben sie bislang nicht den Schri getan, die     mehr oder minder repräsenta ven Aussagen, die zur Studiensi-
deutsche Staatsbürgerscha zu erwerben und damit auf den             tua on von Bildungsinländern vorliegen, weisen darau in, dass
Pass des Herkun slandes ihrer Eltern zu verzichten. Ohne Zweifel    sie vor eine Reihe von Herausforderungen gestellt sind, die in
stellt gerade ein Hochschulstudium eine große Chance dar, diese     dieser Weise für ihre deutschen Kommilitonen nicht bestehen.
talen erten Jugendlichen auf Dauer an Deutschland zu binden.        Nach eigener Einschätzung sind sowohl fachlicher Vorbereitungs-
Mit dem Studienabschluss eröffnen sich ihnen vielfäl ge Mög-         stand wie auch Beherrschung bes mmter Studienkompetenzen
lichkeiten zu beruflichem Aufs eg und Übernahme von Verant-          nicht immer hinreichend. Auffällige Defizite werden vor allem in
wortung.                                                            Bezug auf die selbstständige Studiengestaltung konsta ert. Hin-
Diesen Weg beschreitet bislang noch eine zu geringe Zahl von        zu kommen, eher überraschend, erhebliche sprachliche Schwie-
Bildungsinländern. Die entscheidende Hürde ist dabei nicht der      rigkeiten. Zu viele Bildungsinländer bekunden Probleme mit der
Übergang von den weiterführenden Schulen an die Hochschulen,        Beherrschung der deutschen Sprache in wissenscha lichem Kon-
sondern der Zugang zu den studienvorbereitenden Schulen. Der        text. Ebenfalls unbefriedigend ist die Integra onssitua on, regel-
Anteil der ausländischen Kinder an den Schülern in den Gymna-       mäßige Gesprächskontakte zu deutschen Studierenden scheinen
sien ist seit zwanzig Jahren auf dem Niveau von 4 % verblieben.     nicht selbstverständlich zu sein. Jeder vierte studierende Bil-
Von allen ausländischen Schulabgängern erwarben 2009 ledig-         dungsinländer ist stark beunruhigt, weil er sich in Deutschland
lich 13 % die Hochschulreife. Bei den deutschen Schulabgängern      fremd fühlt.
fällt dieser Wert dagegen fast dreimal so hoch aus. Angesichts      Herkun s- und Studiensitua on dür en dazu beitragen, dass der
dieser Zahlen kann es kaum verwundern, dass auch der Anteil         Studienerfolg der Bildungsinländer unter dem ihrer deutschen
der Bildungsinländer an allen Studierenden in Deutschland seit      Kommilitonen liegt. Während – unter Bezug auf die Absolventen
vielen Jahren bei 3 % liegt. Dabei ist die absolute Zahl der Bil-   2008 – von den deutschen Studierenden eines Jahrgangs 24 %
dungsinländer-Studierenden in den letzten zehn Jahren kon -         ihr Studium abbrechen, liegt dieser Wert bei den Bildungsinlän-
nuierlich ges egen und liegt 2010 bei 63.526. Als sehr posi ves     dern bei 41 %. Dabei gilt es hervorzuheben, dass sich eine posi -
Zeichen ist insbesondere die hohe Studierneigung der Bildungs-      ve Tendenz abzeichnet, denn der Abbrecheranteil, der sich unter
inländer unter den Studienberech gten hervorzuheben. Sie fällt      Bezugnahme auf die Absolventen 2005 ergibt, beträgt noch 45 %.
deutlich höher als der entsprechende Anteil bei den deutschen       Dennoch kann gerade angesichts der hohen Bedeutung, die ei-
Schulabgängern mit Hochschulreife aus.                              nem Hochschulstudium als Weg zu Integra on und gesellscha -
So erfreulich diese Aufs egs- und Bildungsambi onen derjeni-        licher Teilhabe zukommt, die Studienerfolgsquote der studieren-
gen, die eine Studienberech gung gescha haben, auch sind,           den Bildungsinländer nicht befriedigen.
so dür en sich doch die schulischen Zugangsschwierigkeiten          Was die Herkun der studierenden Bildungsinländer angeht,
auf die Erhöhung der Zahl studierender Bildungsinländer nach        lässt sich festhalten, dass die überwiegende Mehrzahl aus euro-
wie vor hemmend auswirken. Dies kommt nicht von ungefähr:           päischen Ländern stammt. Die Türkei ist dabei das mit Abstand
Viele Bildungsinländer haben einen familiären Hintergrund, der      wich gste Herkun sland. Im Studienjahr 2010 sind 17.535 tür-
nicht akademisch geprägt ist. Entsprechend stammen auch von         kische Bildungsinländer an den deutschen Hochschulen immatri-
den betreffenden Studierenden überdurchschni lich viele aus          kuliert. Sie stellen fast 30 % aller Bildungsinländer. Weitere wich-
bildungsfernen und einkommensschwachen Elternhäusern. Im              ge Herkun sländer sind Kroa en, Italien und Griechenland,
Studienjahr 2009 sind 44 % aller studierenden Bildungsinländer,     gefolgt von Russland, Polen und der Ukraine.
aber nur 13 % der deutschen Studierenden der Herkun sgruppe         Zwischen den Studierenden verschiedener Staatsbürgerscha
„niedrig“ zuzuordnen. Zur Herkun sgruppe „hoch“ gehören von         gibt es zum Teil beträchtliche Differenzen. So schließen Bildungs-
den Bildungsinländern 17 %, von den deutschen Kommilitonen          inländer aus Griechenland, Italien und Kroa en ihr Studium an-
dagegen 37 %. Viele der betreffenden Eltern können deshalb           nähernd so zahlreich ab wie ihre deutschen Kommilitonen, bei
ihren studierenden Kindern nicht nur finanziell weniger Unter-       Abbruchsquoten zwischen 24 % und 30 %. Vergleichsweise häu-
stützung angedeihen lassen, sondern mangels eigener Erfahrung       fig brechen dagegen u. a. Bildungsinländer aus Serbien, China




10
Bildungsinländer 2011 | Wesentliche Befunde zum Studium von Bildungsinländern an deutschen Hochschulen




und der Ukraine ihr Studium ab. Auch für die betreffenden Stu-        Wirtscha . Auffällig ist, dass rela v wenige Bildungsinländer in
dierenden mit türkischer Staatsbürgerscha beträgt die Studie-        einem Lehramtsstudiengang immatrikuliert sind. Für die weitere
nabbruchquote auf Basis des Absolventenjahrgangs 2008 rela v         Integra on von ausländischen Schülern und ihre Förderung sind
hohe 44 %. Die Ursachen für diese starken Differenzen sind ge-        aber Lehrer mit Migra onshintergrund sehr wich g. Sie kennen
wiss vielgestal g. Eine wich ge Rolle dür en Unterschiede im fa-     nicht nur die Nöte dieser Schüler, wissen um die Sorgen und Tra-
miliären Hintergrund und in den Bildungstradi onen, aber auch        di onsbezüge der Eltern, sie sind selbst lebendige Beispiele für
in der Akzeptanz seitens der deutschen Gesellscha spielen.           einen gelungenen Bildungsaufs eg und eine gelungene Integra-
Die vorliegenden Erkenntnisse zum Studienerfolg weisen da-             on in die Gesellscha .
rau in, dass die Hochschulen gut beraten sein dür en, diese
Unterschiede in der Betreuung der Studierenden zu beachten.
Allerdings stellen sich diese Anforderungen an Förderung und
Betreuung nicht allen Hochschulen gleichermaßen. Die höchs-
ten Anteile an Bildungsinländern finden sich in Hessen und
Nordrhein-Wes alen. Diese beiden Bundesländer stellen allein
fast die Häl e aller Bildungsinländer. Auch in den Stadtstaaten
studieren überdurchschni lich viele Bildungsinländer. Bezogen
auf einzelne Hochschulen sind es vor allem die Universitäten in
Frankfurt am Main, Wuppertal und Hamburg sowie die Fach-
hochschulen in Frankfurt am Main, Bochum, Stu gart und Düs-
seldorf, die auf vergleichsweise hohe Anteile an Bildungsinlän-
dern verweisen können.
Gerade den Fachhochschulen kommt bei allen die Bildungsinlän-
der betreffenden Fragen eine besondere Bedeutung zu. An die-
sen Hochschulen ist die Zahl der Bildungsinländer seit Jahren ste-
  g gewachsen. Mi lerweile studieren 38 % der Bildungsinländer
an Fachhochschulen, bei ihren deutschen Kommilitonen beträgt
dieser Anteil lediglich 32 %. Der Zuwachs scheint sich auch wei-
ter fortzusetzen. Die Fachhochschulen bieten Bildungsinländern
offensichtlich in besonderem Maße die Chance, den Bildungsauf-
s eg von einer nichtakademischen in eine akademisch gebildete
Bevölkerungsschicht zu schaffen. Diese Funk on eines erleichter-
ten Zugangs zu akademischer Bildung wird auch darin sichtbar,
dass von den Bildungsinländern unter den Studienanfängern
2008 rund ein Dri el ihr Studium mit einer Fachhochschulreife
antrat, von den deutschen Studienanfängern mit ihrem anderen
Herkun sprofil betraf dies noch nicht einmal ein Fün el.
Auch in Bezug auf die Studienfächer lassen sich für die Bildungs-
inländer bes mmte Konzentra onen feststellen. Neben den
Wirtscha swissenscha en finden sie sich sehr stark in ingenieur-
wissenscha lichen Studiengängen. Gerade die türkischen Ju-
gendlichen interessieren sich besonders für Informa k und
Maschinenbau. Jeder fün e von ihnen hat sich in einem dieser
beiden Fächer eingeschrieben. Diese Fokussierung verdeutlicht
noch einmal, welche Bedeutung ein erfolgreiches Studium von
Bildungsinländern haben kann. Gelingt es den Hochschulen,
diese Studierenden angemessen zu unterstützen und zum Stu-
dienabschluss zu führen, dann leisten sie einen nicht zu unter-
schätzenden Beitrag zur Deckung des Fachkrä ebedarfs der




                                                                                                                                  11
Einführung

Die Integra on von Zuwanderern stellt eine wich ge poli sche           etabliert, die auch im vorliegenden Datenreport zur Anwendung
und gesellscha liche Aufgabe für Deutschland dar. Sie kann nur         kommt.3 Zu den Studierenden mit Migra onshintergrund zählen
gelingen, wenn die Migran nnen und Migranten gleichwer ge              dabei:
Bildungschancen erhalten und dadurch alle Möglichkeiten zur            • Studierende mit ausländischer Staatsangehörigkeit (oder
Teilhabe am sozialen und wirtscha lichen Erfolg der Gesamtge-             Staatenlose), die ihre Hochschulzugangsberech gung an ei-
sellscha haben. Bildung bleibt damit ein entscheidender Schlüs-           ner deutschen Schule erworben haben. Sie werden als Bil-
sel zur sozialen, aber auch kulturellen und wirtscha lichen Inte-         dungsinländer bezeichnet.
gra on.                                                                • Deutsche Studierende, bei denen mindestens ein Elternteil
Der Na onale Bildungsbericht von 2006 hat in einer Analyse zu             über eine ausländische Staatsangehörigkeit verfügt.
Bildung und Migra on aufgezeigt, dass über ein Viertel der Kin-        • Eingebürgerte Studierende – d. h. Studierende, die ihre ur-
der und Jugendlichen in Deutschland im bildungsrelevanten Al-             sprüngliche Staatsangehörigkeit zugunsten der deutschen
ter bis 25 Jahre über einen Migra onshintergrund verfügt.1 Die            aufgegeben haben und
Fähigkeiten und Talente dieser Kinder und Jugendlichen dürfen          • Studierende mit doppelter Staatsbürgerscha , die neben der
nicht vernachlässigt werden, denn ihr Bildungserfolg birgt enor-          deutschen Staatsangehörigkeit eine weitere besitzen.
me Entwicklungspotenziale für die deutsche Gesellscha und
stellt somit auch eine gewinnbringende Inves on dar. Dies ma-          Im Mi elpunkt des vorliegenden Berichts stehen Grunddaten
chen solche Bestrebungen wie beispielsweise die Aufstellung ei-        der amtlichen Sta s k zu Bildungsinländern an den deutschen
nes na onalen Integra onsplans seitens der Bundesregierung im          Hochschulen. Die Gesamtheit der Studierenden mit Migra ons-
Jahre 2007 deutlich. Die Analysen im Na onalen Bildungsbericht         hintergrund kann allerdings nicht erfasst werden, da die amtli-
zeigen aber auch, dass trotz formaler Gleichstellung nach wie vor      che Sta s k ausschließlich Aussagen über die Gruppe der Bil-
zwischen Kindern und Jugendlichen deutscher und nichtdeut-             dungsinländer erlaubt. Deutsche Studierende mit ausländischen
scher Herkun ein beträchtliches Gefälle beim Zugang zu höhe-           Eltern, eingebürgerte Studierende sowie Studierende mit dop-
ren Bildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten besteht. Erklär-         pelter Staatsangehörigkeit werden in der Sta s k nicht als ge-
tes Ziel der Integra on durch Bildung muss es daher sein, dass         sonderte Gruppen ausgewiesen. Entweder ihre Zuordnung in der
Kinder von Migranten ähnliche Bildungsabschlüsse und Kompe-            amtlichen Sta s k lässt sich nicht vollends au lären (doppelte
tenzen erwerben wie gleichaltrige Deutsche.                            Staatsbürgerscha ) oder ihre Daten gehen in die der deutschen
Vor diesem Hintergrund ist es wich g, ausreichende Informa o-          Studierenden mit ein (Studierende mit ausländischem Elternteil/
nen über die Bildungsbeteiligung von Zuwanderern zu erlangen.          Eingebürgerte). Es besteht daher von Seiten der amtlichen Sta s-
Bisher liegen jedoch gerade über die Beteiligung der Migran-             k keine Kenntnis darüber, wie groß der Anteil der Studierenden
  nnen und Migranten an der Hochschulbildung in Deutschland            mit Migra onshintergrund ausfällt. Dementsprechend lässt sich
nur geringe Erkenntnisse vor. Zwar liefert die im dreijährigen         auch das Verhältnis von Bildungsinländern zu Studierenden mit
Rhythmus durchgeführte Sozialerhebung des Deutschen Stu-               Migra onshintergrund nicht sta s sch fundiert berechnen. Le-
dentenwerks in der aktuellen Publika on zum zweiten Mal auch           diglich die Sozialerhebung ermi elt anhand der Befragungsdaten
Informa onen zu den Studierenden mit Migra onshintergrund.             der Studierenden in Deutschland Anteilswerte der Studierenden
Und auch der Mikrozensus, die größte Bevölkerungsumfrage in            mit Migra onshintergrund. So ha en im Sommersemester 2009
Deutschland, hält seit dem Jahr 2005 ausgewählte Daten zu die-         laut der 19. Sozialerhebung 11 % aller Studierenden (ohne Bil-
ser Studierendengruppe bereit. Dennoch mangelt es in Deutsch-          dungsausländer) einen Migra onshintergrund. Entsprechend
land bislang an repräsenta ven Bildungsstudien, die sich mit der       der obigen Defini on sind jeweils rund 3 % der Immatrikulierten
Gesamtheit der Studierenden mit Migra onshintergrund befas-            in Deutschland Bildungsinländer bzw. deutsche Studierende mit
sen.                                                                   mindestens einem ausländischen Elternteil, 4 % Eingebürgerte
Migra on ist kein einheitliches soziales Merkmal, sondern birgt        und 1 % Studierende mit doppelter Staatsangehörigkeit. Damit
vielfäl ge Zuwanderungskonstella onen und kulturelle Iden tä-          waren im Jahr 2009 rund 175.000 Studierende mit Migra ons-
ten in sich. So lässt sich beispielsweise nach der individuellen und   hintergrund an den deutschen Hochschulen eingeschrieben, dar-
familialen Migra onserfahrung (Einwanderer der 1., 2. oder 3.          unter etwa 58.000 Bildungsinländer, 46.000 deutsche Studieren-
Genera on) und dem rechtlichen Status der Staatsangehörigkeit          de mit ausländischen Eltern, 17.000 Studierende mit doppelter
(deutsch vs. nichtdeutsch) unterscheiden.2 In der Sozialerhebung       Staatsbürgerscha und fast 60.000 eingebürgerte Studierende.
des Deutschen Studentenwerks hat sich bezogen auf die Stu-             Aufgrund der zur Verfügung stehenden Daten konzentriert sich
dierenden mit Migra onshintergrund folgende Differenzierung             der vorliegende Report ausschließlich auf die Entwicklung des




12
Bildungsinländer 2011 | Einführung




Studiums von Bildungsinländern an den deutschen Hochschulen.        lisches Bildungsverhalten von Bildungsinländern umfassender als
Zu weiteren Gruppen von Studierenden sind derzeit keine detail-     bisher beleuchtet, sondern auch auf Forschungsdesiderate und
lierten Informa onen verfügbar. Dies schränkt zwar die Aussage-     offene Fragen hingewiesen.
kra dieses Berichtes ein, aber gleichzei g werden zum ersten        Für die Darstellung der strukturellen Merkmale des Studiums
Mal wesentliche Merkmale des Studiums von Bildungsinländern         von Bildungsinländern werden als Vergleichsgruppe sowohl die
in einer Publika on versammelt. Damit steht eine besondere          deutschen Studierenden als auch die Bildungsausländer heran-
Gruppe von Studierenden im Mi elpunkt, deren wesentlichstes         gezogen. Bildungsausländer sind ausländische Studierende, die
Charakteris kum darin besteht, dass sie zwar in Deutschland ihre    erst für das Studium nach Deutschland kommen und – im Gegen-
Hochschulzugangsberech gung erworben haben – und damit in           satz zu Bildungsinländern – ihre Hochschulzugangsberech gung
der Regel auch schon seit längerem hier leben – sich jedoch bis-    an einer ausländischen Schule erworben haben. Sie eignen sich
her nicht entschließen konnten, auch die deutsche Staatsbürger-     deshalb als Vergleichsgruppe für die Bildungsinländer, weil sie
scha anzunehmen, obwohl davon auszugehen ist, dass für die          zum einen ebenfalls ausländischer Herkun sind und kulturelle
Mehrzahl von ihnen die Möglichkeit dazu besteht. Zweifelsohne       Prägungen aus anderen Regionen erfahren haben. Zum anderen
gilt für sie daher das Integra onsangebot durch Bildung in be-      stellen sich ihnen mit dem Streben nach Integra on ähnliche Stu-
sonderem Maße.                                                      dienprobleme. Der Vergleich mit den deutschen Studierenden
Die Beschränkung auf die Gruppe der Bildungsinländer innerhalb      gründet sich vor allem auf ihre gleichen Schulwege und schuli-
der Studierenden mit Migra onshintergrund führt aber auch           schen Erfahrungen. Deutsche Studierende und Bildungsinländer
dazu, dass Entwicklungen, die sich im Studium von Bildungsin-       haben deutsche Schulen besucht und eine deutsche Hochschul-
ländern zeigen, nur mit Vorsicht interpre ert werden können.        zugangsberech gung erworben. Aus dem Vergleich der beiden
Es ist nicht bekannt, wie viele Bildungsinländer im Laufe des       Gruppen werden die Lebensumstände und der Einfluss von Mi-
Studiums eine Einbürgerung vornehmen und damit in eine an-          gra onsaspekten auf die Bildungssitua on der Bildungsinlän-
dere Studierendengruppe mit Migra onsbezug übergehen. Aus           der besonders deutlich. In der Präsenta on der Ergebnisse wird
diesem Grund kann es im Verhältnis von Bildungsinländern und        nicht immer der gleichzei ge Vergleich mit Bildungsausländern
eingebürgerten Studierenden zu sta s sch nicht kontrollierba-       und deutschen Studierenden gesucht, sondern die Wahl der Ver-
ren Verschiebungen zugunsten der Eingebürgerten kommen.             gleichsgruppen ergibt sich aus den jeweils behandelten Aspekten
So ist beispielsweise bei sinkenden Studierenden- bzw. Absol-       und den konkreten Befunden.
ventenzahlen der Bildungsinländer nicht nur davon auszugehen,
dass ein Teil der Bildungsinländer das Studium vorzei g aufgibt,
sondern dahinter könnten sich auch Einbürgerungsprozesse ver-
bergen. Dieser Umstand ist bei der Interpreta on der folgenden
Darstellungen notwendigerweise zu bedenken.
Die verwendeten Daten für das vorliegende Datenkompendium
zur Entwicklung des Studiums von Bildungsinländern an den
deutschen Hochschulen stammen vor allem aus zwei Quellen.
Zum einen vom Sta s schen Bundesamt und zum anderen aus
der 19. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks aus dem
Jahre 2009. Daneben wurde noch vereizelt auf weitere bundes-
weit repräsenta ve HIS-Untersuchungen wie beispielsweise den
Studienanfänger- und Studienberech gtenbefragungen und den
HIS-Studienabbruchberechnungen zurückgegriffen. Zwar sind die
Ergebnisse dieser Untersuchungen wie auch die Daten des Sta-
  s schen Bundesamtes veröffentlicht und allgemein zugänglich,
doch exis ert bislang keine eigenständige Zusammenstellung so-       1                                            3
                                                                     Konsor um Bildungsberichtersta ung:          BMBF (Hg.): Die wirtscha liche und soziale
zialempirischer Befunde zur Studiensitua on der Bildungsinlän-
                                                                     Bildung in Deutschland. Bielefeld 2006,      Lage der Studierenden in der Bundesrepu-
der. Aus seiner Konzentra on auf diese besondere Gruppe von          S. 143.                                      blik Deutschland 2009. 19. Sozialerhebung
Studierenden mit Migra onshintergrund und dem Zusammen-                                                           des Deutschen Studentenwerks, durchge-
                                                                     2                                            führt durch HIS Hochschul-Informa ons-
tragen des verfügbaren sozialempirischen Datenmaterials resul-
                                                                     ebd. S. 139                                  System. Bonn, Berlin 2010. S. 501
  ert deshalb sein Wert. Auf diese Weise wird nicht nur hochschu-




                                                                                                                                                          13
Ausländer an den Gymnasien unterrepräsen ert,
zweiter Bildungsweg eröffnet Bildungsaufs eg

AUSLÄNDISCHE SCHÜLER AN DEUTSCHEN HOCHSCHULEN                       Hochschulreife besuchen, gilt nicht für alle Herkun sgruppen.
Im Schuljahr 2009 besuchen 766.121 ausländische Schüler deut-       Zwischen den verschiedenen Na onalitäten bestehen beträcht-
sche Schulen. Insgesamt stellen sie 8,6 % aller Schüler. In den     liche Unterschiede. Im Durchschni lernen 14,4 % der ausländi-
verschiedenen Schularten sind sie allerdings unterschiedlich ver-   schen Schüler am Gymnasium, 19,6 % sind an der Hauptschule.
treten. Während jeder fün e Schüler an Hauptschulen ein Aus-        Während unter den Schülern aus der Türkei, aus Italien und Ser-
länder ist (19,6 %), tri dies an den Gymnasien nur auf jeden        bien der Anteil des Gymnasiums noch niedriger ausfällt, errei-
Zwanzigsten zu (4,5 %). An den Grund- und Realschulen fällt ihr     chen z. B. die Schüler aus Bosnien, Kroa en und vor allem aus
Anteil dagegen dem Durchschni entsprechend aus. Diese Ten-          Vietnam einen überdurchschni lichen Anteil. Mit einer Gymna-
denz eines hohen Ausländeranteils an Schulen mit niedrigem Bil-     sialquote von 43,3 % besucht ein höherer Anteil der vietnamesi-
dungsabschluss und eines geringen Ausländeranteils an Schulen,      schen Schüler diese Schulform als von den deutschen Schülern.
die zur Studienberech gung führen, besteht unverändert seit         Bei ihnen besuchen 29,1 % ein Gymnasium und 7,6 % die Haupt-
zwanzig Jahren. Sie scheint nur durch den überdurchschni lichen     schule.
Anteil ausländischer Schüler an den Integrierten Gesamtschulen      Welche Auswirkungen diese Tendenzen bei der Wahl der Schul-
durchbrochen zu werden. 2009 stellen sie dort 13,4 % aller Schü-    form haben, wird insbesondere deutlich, wenn in die Analyse
ler und im Sekundarbereich II dieser Schulform immerhin noch        der erreichte Schulabschluss einbezogen wird. Von den deut-
10,8 %. Bei diesen Werten darf allerdings nicht übersehen wer-      schen Schulabgängern können 32 % die allgemeine und 1,5 %
den, dass Integrierte Gesamtschulen vor allem in Bundesländern      die Fachhochschulreife vorweisen. Von den ausländischen Schul-
mit einer starken ausländischen Bevölkerungszahl eine wich ge       abgängern betri dies 11,4 % und 1,5 %. Zwar kann seit 1992
Rolle bei der schulischen Bildung spielen. Neben diesen Befun-      ein wachsender Anteil an ausländischen Abgängern mit Hoch-
den fällt auch auf, dass mit einem Anteil von 13,3 % rela v viele   schulreife beobachtet werden, aber es ist noch keinesfalls zu ei-
ausländische Staatsbürger ein Abendgymnasium besuchen. Der          ner entscheidenden Annäherung an den betreffenden Wert der
zweite Bildungsweg scheint demnach für nicht wenige Jugend-         deutschen Schüler gekommen. Dies ist insofern bedenklich, weil
liche ausländischer Herkun in Deutschland ein möglicher und         eine höhere Zahl an Bildungsinländern unter den Studierenden
wich ger Weg zu sein, um zur Studienberech gung zu gelangen.        und Studienanfängern nur auf dem Weg des Erwerbs der Hoch-
Der allgemeine Trend, dass vergleichsweise wenige ausländische      schulzugangsberech gung zu erreichen ist.
Schüler das Gymnasium als wich gsten Weg zum Erwerb der


                                                                     Quelle Abb. 1 – 3
1|   Anteil ausländischer Schüler an allen Schülern ausgewählter     Schulsta s k Sta s sches Bundesamt;
     Schularten in %                                                 HIS-Berechnungen



Schulart                                1992             1995           2003                  2005          2007          2009
Grundschule                             9,2 %           10,1 %         11,7 %                11,5 %         9,8 %         8,0 %
Hauptschule                            20,0 %           18,8 %         18,6 %                18,9 %        19,4 %        19,6 %
Realschule                              7,0 %            6,6 %          7,0 %                 7,5 %         7,9 %         8,4 %
Gymnasium                               4,1 %            3,9 %          4,0 %                 4,2 %         4,3 %         4,4 %
    Gymnasium Sekundarbereich II        4,7 %            4,3 %          4,0 %                 4,0 %         4,2 %         4,5 %
Integrierte Gesamtschule               11,2 %           11,7 %         12,8 %                13,5 %        14,2 %        13,4 %
    Integr. Ges. Sekundarbereich II    13,3 %           12,2 %         10,1 %                10,7 %        11,1 %        10,8 %
Abendgymnasium                          6,5 %           12,3 %         14,2 %                13,0 %        12,5 %        13,3 %
Kolleg                                  3,0 %            3,9 %          6,1 %                 5,5 %         5,8 %         6,3 %
Insgesamt                               9,0 %            9,2 %          9,4 %                 9,8 %         9,3 %         8,6 %




14
Bildungsinländer 2011 | Ausländische Schüler




2|    Ausländische Schüler unterschiedlicher Staatsangehörigkeit im
      Schuljahr 2009/10 nach ausgewählten Schularten in %



                 Grundschule             Hauptschule             Realschule         Integrierte Gesamtschule            Gymnasium            sons ge



 12                     12                   18                   11                10                12                   10                10

 11                                                               16                17                18                   23                43
                        11
                                              9
                         8                    6                                     7
 11                                                                8
                                                                                                       8                    5
                                             10
                        15                                        12                15
 16
                                                                                                      15
                                                                                                                           19                 5
                                             22                   16
                        23                                                          21                                                       10
                                                                                                      17                   15
 23                                                                                                                                           5



 27                     31                   35                   37                30                30                   28                27
        Türkei                 Italien            Serbien                   Polen    Griechenland          Bosnien              Kroa en            Vietnam



                               ausländische Schüler insgesamt                                                   deutsche Schüler




            31                    20         13        9    14         13                 33                   8   14      5 29               11




3|    Ausländische und deutsche Schulabgänger der Abschlussjahr-
      gänge 1992, 1999 und 2009 nach Art des Schulabschlusses in %


1992                                 ohne Hauptschulabschluss     Hauptschulabschluss    Realschulabschluss        Fachhochschulreife     Allg. Hochschulreife
ausländische Schulabgänger                    20,9                       44,4                   26,3                      0,6                      7,8
deutsche Schulabgänger                         6,7                       25,1                   41,6                      0,8                     25,8

1999                                 ohne Hauptschulabschluss     Hauptschulabschluss    Realschulabschluss        Fachhochschulreife     Allg. Hochschulreife
ausländische Schulabgänger                    19,3                       41,0                   28,9                      1,1                      9,8
deutsche Schulabgänger                         8,0                       24,1                   41,0                      1,0                     25,5

2009                                 ohne Hauptschulabschluss     Hauptschulabschluss    Realschulabschluss        Fachhochschulreife     Allg. Hochschulreife
ausländische Schulabgänger                    13,8                       38,9                   34,4                      1,5                     11,4
deutsche Schulabgänger                         5,8                       19,7                   41,1                      1,5                     32,0




                                                                                                                                                             15
Acht von zehn studienberech gten
Bildungsinländern nehmen ein Studium auf

HOCHSCHULZUGANG UND STUDIERNEIGUNG                                                         Trotz ihrer hohen Studienmo va on schätzen studienberech gte
Die meisten ausländischen Schüler haben ein halbes Jahr nach                               Bildungsinländer ihre Chance, ein Hochschulstudium erfolgreich
Erwerb der Hochschulreife ein Studium aufgenommen oder pla-                                zu bewäl gen, etwas schlechter ein als die entsprechenden deut-
nen dies zumindest fest. Die Bru o-Studierquote1 der Bildungs-                             schen Schulabgänger. So haben rund drei Viertel der deutschen
inländer hat sich innerhalb der letzten vier Jahre von 73 % auf                            Hochschulzugangsberech gten, aber nur 68 % der betreffenden
84 % für den Studienberech gtenjahrgang 2008 erhöht. Die Stu-                              Bildungsinländer keine oder nur geringe Zweifel an ihrer Studien-
dierneigung der Bildungsinländer fällt damit mi lerweile deut-                             eignung. Begründet ist diese vorsich gere Selbsteinschätzung
lich höher aus als bei den deutschen Studienberech gten, von                               unter anderem dadurch, dass die Bildungsinländer ihr Hoch-
denen knapp drei Viertel nach Schulabgang ein Studium aufneh-                              schulstudium in Bezug auf ihr schulisches Leistungsniveau mit
men bzw. aufnehmen wollen. Die überdurchschni liche Studien-                               etwas ungüns geren Voraussetzungen als ihre deutschen Kom-
bereitscha der Bildungsinländer könnte unter anderem daraus                                militonen aufnehmen. Während die Bildungsinländer, die sich an
resul eren, dass der Anteil der Schüler mit ausländischer Staats-                          einer Hochschule einschreiben, bei Erwerb der Hochschulreife im
bürgerscha , die eine weiterführende Schule besuchen und dort                              Durchschni die Note 2,5 erreichen, so erlangen die deutschen
einen Abschluss erwerben, eher unterdurchschni lich ausfällt.                              Studienanfänger im Durchschni den Notenwert 2,3.
Zum gegenwär gen Zeitpunkt ist davon auszugehen, dass schon                                Dabei stellt eine Berufsausbildung vor Studienaufnahme für Bil-
beim Übergang zu den studienvorbereitenden Schulen eine „Vor-                              dungsinländer seltener eine Op on dar. Vor Studienbeginn ha-
selek on“ sta indet, die eine rela v kleine, aber leistungsberei-                          ben lediglich 18 % der Bildungsinländer eine Berufsausbildung
te Gruppe an studienwilligen Bildungsinländern hervorbringt.2                              absolviert, unter den deutschen Studienanfängern liegt der ent-
47 % der Studienanfänger im Wintersemester 2009/10 unter den                               sprechende Anteil bei einem Viertel und damit um sieben Pro-
Bildungsinländern haben ihre Hochschulreife an einem Gymna-                                zentpunkte höher.
sium erworben, unter den deutschen Studienanfängern sind es                                Bildungsinländer orien eren sich bei der Wahl ihrer Hochschule
hingegen 69 %. Dementsprechend fällt der Anteil an Bildungsin-                             offensichtlich stärker als ihre deutschen Mitstudierenden an der
ländern, die einen Abschluss an einer Fachoberschule vorweisen                             Reputa on der Hochschule. Für ihre Entscheidung spielen der
können mit 27 % höher aus als unter den deutschen Ers mmat-                                gute Ruf der Hochschule, der gute Ruf der Lehrenden im Haupt-
rikulierten (13 %). Daneben haben 3 % der Bildungsinländer ein                             fach, die Bewertung des Studienfachs im Hochschulranking so-
Abendgymnasium bzw. Kolleg besucht und 12 % haben an einer                                 wie Informa onen der Studienberatung eine überdurchschni -
sons gen Schulform ihre Hochschulzugangsberech gung erwor-                                 lich große Rolle. Auch eine gute Aussta ung der Hochschule und
ben. Diesem Befund entsprechend erlangen Bildungsinländer                                  ein vielfäl ges Lehrangebot sind ihnen zumindest etwas wich -
häufiger als deutsche Studienanfänger die Fachhochschulreife                                ger. Neben diesen hochschulinternen Kriterien geben Bildungsin-
oder eine fachgebundene Hochschulreife (41 % vs. 21 %), wäh-                               länder ähnlich häufig wie deutsche Studienanfänger an, dass sie
rend sie seltener über die allgemeine Hochschulreife verfügen                              sich für ihre Hochschule entschieden haben, weil sie nicht fern
(56 % vs. 78 %).                                                                           vom Elternhaus studieren können bzw. wollen.


4|   Studienanfänger unter Bildungsinländern und deutschen Studie-
     renden nach Art der besuchten Schule, an der die Hochschulreife                       5|    Studienanfänger unter Bildungsinländern und deutschen Studie-
     erworben wurde in %                                                                         renden nach Art der erworbenen Hochschulreife in %

Schulart bei Erwerb der HS-Reife      Bildungsinländer      Deutsche Studienanfänger        Art der Hochschulreife                Bildungsinländer      Deutsche Studienanfänger
Gymnasium                             47                    69                              Allgemeine Hochschulreife             56                    78
Abendgymnasium/Kolleg                 3                     2                               Fachgebundene Hochschulreife          8                     4
Fachgymnasium                         11                    9                               Fachhochschulreife                    33                    17
Fachoberschule                        27                    13                              andere Hochschulreifeart              3                     1
Sons ge Schulen                       12                    7



 1                                                                                                                                      2
 Die Bru o-Studierquote gibt den Anteil       aufgenommen haben bzw. dies „sicher“         besuchen wollen. Vgl. C. Heine, H. Quast,    Siehe dazu ebd. S. 29
 der Hochschulzugangsberech gten eines        planen. Nicht in die Bru o-Studierquote      M. Beuße: Studienberech gte 2008 ein
 Jahrgangs wieder, die bis zum Befragungs-    einbezogen sind die Anteile der Studienbe-   halbes Jahr nach Schulabschluss. Hannover    Quelle Abb. 4 – 9
 zeitpunkt (hier: ein halbes Jahr nach        rech gten, die eine Verwaltungsfachhoch-     2010. S. 11                                  HIS-Befragung Studienberech gte 2008 und
 Schulabgang) bereits ein Studium an einer    schule, eine Hochschule der Bundeswehr                                                    Studienanfänger Wintersemesters 2009/10
 Universität oder an einer Fachhochschule     oder eine Berufsakademie besuchen bzw.




16
Bildungsinländer 2011 | Studienberech gten- und Studienanfängeruntersuchung




Die Wahl des Studienfachs ist bei den deutschen Studienanfän-                                            guter Verdienstmöglichkeiten sowie einer sicheren Berufsposi -
gern nach eigenen Angaben stärker intrinsisch mo viert als bei                                           on verknüp . Auch die Chancen auf dem Arbeitsmarkt und das
den Bildungsinländern. So lassen sich die deutschen Studienan-                                           Erreichen eines angesehenen Berufs spielen für die Fachwahl der
fänger vergleichsweise häufig von ihrem fachspezifischen Inter-                                            Bildungsinländer eine deutlich größere Rolle. Zudem erhoffen sie
esse und ihren persönlichen Neigungen und Begabungen leiten.                                             sich von ihrer Studienwahl häufiger als ihre deutschen Kommili-
Bildungsinländer legen ihrer Studienwahl demgegenüber deut-                                              tonen vielfäl gere berufliche Möglichkeiten.
lich häufiger extrinsische Mo ve zu Grunde und orien eren sich
stärker an der späteren Berufstä gkeit. Die Wahl des Studien-
fachs ist bei ihnen überdurchschni lich häufig mit der Erwartung

                                                                                                         7|     Selbsteinschätzung der studienberech gten Bildungsinländer
6|    Bru o-Studierquote1 der studienberech gten Bildungsinländer                                               und deutschen Hochschulzugangsberech gten in Bezug auf die
      und der deutschen Hochschulzugangsberech gten in %                                                        Chance, ein Hochschulstudium erfolgreich zu bewäl gen in %
                                                                       Bildungs-
                                     Bildungs-                         inländer                                 Angaben auf einer Skala von 1 = „sehr hoch“ bis 5 = „sehr gering“
      Bildungs-
                                     inländer                             84
      inländer Deutsche                                                             Deutsche
                                       76        Deutsche                 27
         73          71                                                                 72
                                       21             68                                                                Bildungs-
         27          33                                                                 28                               inländer      26         42                 28                   4
                                                      27

                                                                                                                       Deutsche        26         47                      23              31
                                                                                                              Studienberech gte


                                                                                                                                             sehr hoch
         46          38                 55            41                  57            44                                                   hoch
              2004                           2006                              2008                                                          teils-teils
        xx                                                                                                                                   eher gering
                Bru o-Studierquote1                                                                                                          sehr gering
                Studienaufnahme bereits erfolgt
                Studienaufnahme sicher geplant


8|    Ausgewählte Mo ve der Hochschulwahl bei Studienanfängern                                           9|     Ausgewählte Mo ve der Studienwahl bei Studienanfängern un-
      unter Bildungsinländern und deutschen Studienanfängern in %                                               ter Bildungsinländern und deutschen Studienanfängern in %

Angaben auf einer Skala von 1 = „sehr wich g“ bis 5 = „unwich g“,                                        Angaben auf einer Skala von 1 = „sehr wich g“ bis 5 = „unwich g“,
Posi on 1+2 in %                                                                                         Posi on 1+2 in %
                       guter Ruf                                                   73                                      fachspezifisches                                          79
                  der Hochschule                                         60                                                      Interesse                                                    91
         guter Ruf der Lehrenden                                46                                               entsprechende Neigungen                                       76
           in meinem Haup ach                          35                                                                und Begabungen                                                  85
                       vielfäl ges                                         64                                               persönliche                             63
                     Lehrangebot                                 48                                              En altungsmöglichkeiten                             65
                 gute Aussta ung                                              65                                                  anderen              33
                  der Hochschule                                         60                                                         helfen              35
                     Atmosphäre                                 44                                                                   viele                                     74
                 am Hochschulort                                  48                                                   Berufsmöglichkeiten                               66
                           Nähe                                               66                                             angesehener                                  69
                   zum Heimatort                                              65                                                   Beruf                       53
     güns ge Lebensbedingungen                             38                                                                   gesicherte                                     76
                am Hochschulort                                   49                                                        Berufsposi on                                 70
gute Bewertung des Studienfachs                                   50                                                                 gute                                           80
           im Hochschulranking                         35                                                                Verdienstchancen                                67
                    Informa onen                       34                                                                        güns ge                            61
              der Studienberatung                22                                                                  Arbeitsmarktchancen                       54
     aufgrund finanzieller Gründe                       34
     nah am Elternhaus studieren                 22                                                      Abb. 8 – 9:              Bildungsinländer           Deutsche Studienanfänger


                                                                                                                                                                                                   17
Konstanter Anteil der Bildungsinländer an den
deutschen Hochschulen

ENTWICKLUNG DER STUDIERENDENZAHLEN IN DEUTSCHLAND                      Entwicklung des Frauenanteils bei den Bildungsinländern noch
Im Studienjahr 2010 sind 63.526 Bildungsinländer an den deut-          nicht zu Ende ist.
schen Hochschulen eingeschrieben. Die Anzahl der Bildungs-             Bei den deutschen Studierenden stellt sich das Verhältnis Män-
ausländer fällt hingegen mit 181.249 deutlich höher aus.1 Dem-         ner zu Frauen ganz ähnlich dar. Der Anteil der Frauen liegt hier bei
entsprechend stellen die Bildungsinländer etwa ein Viertel aller       knapp 48 %, im Jahr 2000 betrug er allerdings auch schon 46 %.
ausländischen Studierenden. Bezogen auf alle Studierenden in           Die Steigerung der Frauenquote setzte unter den deutschen Stu-
Deutschland beläu sich ihr Anteil auf 3,0 %. Dieser Anteilswert        dierenden zwar früher ein, vollzog sich aber auch langsamer als
ist im Laufe der vergangenen zehn Jahre nahezu konstant geblie-        bei den Bildungsinländern.
ben, obwohl die Zahl der Bildungsinländer in diesem Zeitraum           Bei den Bildungsausländern fällt der Frauenanteil mit 51 % so-
nicht unerheblichen Schwankungen unterlag. So s eg ihre Zahl           wohl höher als bei den Bildungsinländern als auch bei den deut-
von 1997 bis 2004 zunächst nahezu kon nuierlich von 51.837 auf         schen Studierenden aus. Dieser Wert liegt drei Prozentpunkte
65.830 Studierende an, verringerte sich dann aber bis 2008 wie-        über der entsprechenden Quote im Jahre 2000.
der um 15 % auf 55.754 Studierende. 2009 und 2010 ist es dann
im Vergleich zum Vorjahr wieder zu deutlichen Zuwächsen ge-
kommen. Die Zahl der Bildungsinländer s eg in diesem Zeitraum          10| Bildungsinländer, Bildungsausländer und deutsche Studierende
wieder um 14 %.
Diese Entwicklungen der Studierendenzahl bei den Bildungsin-             2.000.000
ländern finden in den Anteilswerten – bezogen auf alle Studie-
renden – jedoch keine sichtbare Entsprechung. Die Gesamtzahl
aller an deutschen Hochschulen Studierenden hat eine ähnliche            1.500.000
Entwicklung genommen, sie ist zu ähnlichen Zeitpunkten wie
bei den Bildungsinländern ges egen und auch zum gleichen                 1.000.000
Zeitpunkt gefallen. Offensichtlich folgt die Entwicklung der Ein-                       '97 '98 '99 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 '10
schreibung von Bildungsinländern den Immatrikula onszahlen                              Studienjahr
ihrer deutschen Kommilitonen. Das weist darau in, dass keine                                                              Deutsche Studierende
zusätzlichen Anteile an Bildungsinländern für ein Studium an ei-           200.000
ner deutschen Hochschule gewonnen werden konnten.
Dieser Befund korrespondiert mit den rela v niedrigen Anteilen
an Schülern mit ausländischer Staatsbürgerscha an den hoch-                150.000
schulvorbereitenden Schulen. Eine höhere Bildungsinländer-
quote an den deutschen Hochschulen ist nur zu erzielen, wenn
ausländische Jugendliche in einem größeren Umfang als bisher               100.000
Schulen besuchen, an denen sie eine Hochschulzugangsberech-
  gung erwerben.
                                                                             50.000
Im Vergleich zu den Bildungsinländern hat sich bei den Bildungs-
ausländern seit Ende der neunziger Jahre ein wesentlich stär-
kerer Ans eg der Studierendenzahl ergeben. Insgesamt waren                         0
2010 zwei Dri el mehr Bildungsausländer an den deutschen Uni-                          '97 '98 '99 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 '10
versitäten und Fachhochschulen immatrikuliert als noch 1999.                            Studienjahr
                                                                                                                             Bildungsausländer
Ihr Anteil hat sich dementsprechend von rund 6 % auf etwa 9 %
                                                                                                                             Bildungsinländer
erhöht. Diese Steigerung vollzog sich auch bei den Bildungsaus-
ländern nicht ohne Schwankungen. So ging deren Zahl von 2007
auf 2008 deutlich zurück und steigt seitdem wieder langsam an.
Als eine erfreuliche Entwicklung ist die Erhöhung des Frauenan-
teils bei den Bildungsinländern in den letzten zehn Jahren zu wer-
ten. Im Studienjahr 2000 lag ihr Anteil noch bei 40 %. Derzeit stel-
                                                                        11                                        Quelle Abb. 10 – 12
                                                                                                                    Quelle Abb. 10 – 12
len sie aber schon 47 % aller Bildungsinländer an den deutschen         Die Angaben zuzu den ausländischen
                                                                          Die Angaben den ausländischen           Schul- und Studentensta s s Sta s s sches
                                                                                                                    Schul- und Studentensta k k Sta sches
Hochschulen. Auch wenn dieser Anteilswert seit 2008 stagniert,          Studierenden für das Studienjahr 2009
                                                                          Studierenden für das Studienjahr 2009   Bundesamt; HIS-Berechnungen
                                                                                                                    Bundesamt; HIS-Berechnungen
                                                                        entstammen der amtlichen Sta s s k
                                                                          entstammen der amtlichen Sta k
so erweckt doch der parallele Ans eg der Frauen- wie der Män-
                                                                        für das Wintersemester 2008/09.
                                                                          für das Wintersemester 2008/09.
nerzahlen in diesem Zeitraum den Eindruck, dass die dynamische



18
Bildungsinländer 2011 | Sta s sche Grunddaten




11| Bildungsinländer und Bildungsausländer in % aller Studierenden

           Ausländische
                                                                                                  12,2    12,5    12,5      12,4
           Studierende insgesamt                                                       11,7                                        12,1     11,8
                                                                                                           9,5        9,5   9,5                        11,5
                                                                               11,0               8,9                              9,2
           Bildungsausländer                                            10,4            8,4                                                  8,9       8,5
                                                           9,9                 7,6
           Bildungsinländer                          9,2                7,0
                                         8,7               6,4
                               8,3
                                                     6,0
                               5,5       5,7




                               2,8       3,0         3,2   3,5          3,4    3,4      3,3       3,3      3,0        3,0   2,9     2,9      2,9       3,0
                               '97       '98         '99   '00          '01    '02      '03       '04      '05        '06   '07     '08      '09        '10
                                Studienjahr



12| Bildungsinländer, Bildungsausländer und deutsche Studierende
    nach Geschlecht


            Bildungsinländer                                                                      Bildungsausländer
  40.000                                                                               100.000


                                                                                        80.000
  30.000

                                                                                        60.000
  20.000

                                                                                        40.000

  10.000
                                                                                        20.000


       0                                                                                      0
            '97 '98 '99 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 '10                               '97 '98 '99 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 '10
             Studienjahr                                                                           Studienjahr


            Entwicklung des Frauenanteils unter den Bildungsinländern                             Deutsche Studierende
                                                                                      1.000.000
            in %

                                                                                       800.000
                        37                      42                      47

                                                                                       600.000
                                                                                                  '97 '98 '99 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 '10
                 1997                    2002                    2010                              Studienjahr

                                                                                                                                                   männlich
                                                                                                                                                   weiblich




                                                                                                                                                         19
Hohe Anteile an Bildungsinländern in Neuseeland
und Kanada

BILDUNGSINLÄNDER IN ANDEREN STAATEN                                                         gerscha gemacht werden, die schon vor Studienbeginn in dem
Das Studium von Bildungsinländern ist keineswegs ein Phäno-                                 betreffenden Land wohnha waren. Für Länder, die hier nicht
men, das sich auf deutsche Hochschulen beschränkt. Vielmehr                                 dargestellt werden, liegen keine Werte vor. Die jeweiligen Anga-
handelt es sich um eine Erscheinung, die sich auch in vielen                                ben können nicht einfach als Ausdruck einer bes mmten Mobili-
anderen Ländern entwickelt hat. Allerdings werden Bildungsin-                               tät gelesen werden, also der eines dauerha en Niederlassens in
länder- und Bildungsausländer-Studierende in der hier verwen-                               einem Land, ohne dessen Staatsbürgerscha zu erwerben, son-
deten Defini on durch keine interna onale Sta s k erfasst. Die                               dern es sind bei der Interpreta on der länderspezifischen Daten
Mehrzahl der interna onal vergleichenden Angaben bezieht sich                               immer auch die na onalen Gesetzgebungen und Regelungen zu
ausschließlich auf ausländische Studierende, also jene, die über                            berücksich gen.
eine ausländische Staatsbürgerscha verfügen. Eine wich ge                                   Ähnlich wie in Deutschland bewegen sich auch in anderen Län-
Ausnahme stellen die entsprechenden Sta s ken der OECD dar.                                 dern die Anteile der Bildungsinländer an allen Studierenden im
Ausländische Studierende werden in ihnen zum einen über ihre                                einstelligen Bereich. Eine Ausnahme lässt sich nur für Neusee-
ausländische Staatsbürgerscha erfasst (Non-ci zen students of                               land feststellen, hier liegt der Anteil der betreffenden Studieren-
repor ng country), zum anderen aber auch als Studierende, die                               den bei 11,5 %. Auch Kanada weist mit einem Wert von 6,6 %
vor Studienaufnahme nicht im jeweiligen Land wohnten1 (Non-                                 noch einen vergleichsweise hohen Anteil aus. Bei beiden Ländern
resident students of repor ng country)2. Die erstgenannte Stu-                              handelt es sich um tradi onelle Einwanderungsstaaten, die eine
dierendengruppe entspricht in der deutschen Hochschulsta s k                                bes mmte Zuwanderung befördern und – bei entsprechenden
völlig den ausländischen Studierenden. Die zweite Gruppe dage-                              Voraussetzungen – nach einer bes mmten Dauer den Erwerb
gen korrespondiert im starken Maße mit den Bildungsausländern.                              der Staatsbürgerscha ermöglichen. Dementsprechend ist davon
Für sie ist zutreffend, dass sie vor Studienbeginn in aller Regel                            auszugehen, dass sich nicht wenige Kinder von Zuwanderern im
keinen Wohnsitz in dem jeweiligen Land ha en. Vielmehr er-                                  Studienalter gerade im Status von Bildungsinländern befinden.
warben sie vor ihrer Immatrikula on eine Hochschulzugangsbe-                                Rela v geringe Anteile an Bildungsinländern sind in Japan, Un-
rech gung oder einen ersten Studienabschluss zumeist in ihrem                               garn, Island und Finnland zu beobachten, die betreffenden Werte
Heimatland. Allerdings ist nicht völlig auszuschließen, dass einige                         liegen unter 1 %.
von ihnen schon längere Zeit vor Studienaufnahme in ihrem Stu-                              Ein anderes Bild zeigt sich beim Blick auf die Anteile der Bildungs-
dienland lebten. Die Übereins mmung zwischen der Gruppe der                                 inländer an allen ausländischen Studierenden. Hohe Werte von
„Non-resident students“ und der Bildungsausländer dür e je-                                 rund 50 % und mehr Bildungsinländern sind dabei in Norwegen,
doch so stark sein, dass man aus der Differenz zwischen der Zahl                             Dänemark, Portugal, Kanada, Neuseeland und Spanien festzu-
der ausländischen Studierenden insgesamt und derjenigen, die                                stellen. Dabei handelt es sich zum einen um rela v kleine Län-
vor Studienbeginn nicht in dem jeweiligen Land wohnha wa-                                   der und zum anderen um „klassische Einwanderungsstaaten“.
ren, auf die ungefähre Zahl der Bildungsinländer schließen kann.                            Niedrige Anteile finden sich dagegen in Japan, Island, Australien,
Ein solches Vorgehen beweist sich auch an den OECD-Zahlen für                               Ungarn, Finnland und Österreich. Deutschland liegt mit einem
Deutschland. Die Zahl der auf diese Art und Weise ermi elten                                Anteil von 27,6 % Bildungsinländern an allen ausländischen Stu-
Bildungsinländer entspricht dem tatsächlichen sta s schen                                   dierenden im Mi elfeld.
Wert. Schwache Abweichungen ergeben sich weniger aus den                                    Für einige Länder lassen sich die wich gsten Herkun sstaaten
Unschärfen bei der Erfassung von Bildungsausländern und -in-                                der Bildungsinländer bes mmen. Dabei ist auffällig, dass häufig
ländern mit Hilfe der OECD-Angaben, sondern vielmehr aus der                                Studierende, die aus benachbarten Ländern kommen, eine große
definitorischen Abgrenzung der Gruppe der Studierenden, so wie                               Rolle spielen. Auch Zuwanderer aus ehemaligen Kolonien bzw.
sie von der OECD vorgenommen wird.3                                                         Länder, die der gleichen Sprachgemeinscha angehören, sind in
Unter den genannten Voraussetzungen können für bes mmte                                     diesem Zusammenhang von Bedeutung. Bei Kanada zeigt es sich,
Länder anhand der OECD-Sta s ken Angaben zur Zahl der Bil-                                  dass es offensichtlich zu einer verstärkten Zuwanderung aus dem
dungsinländer bzw. jener Studierenden ausländischer Staatsbür-                              asia schen Raum kommt. Viele Bildungsinländer haben hier ihre


 1                                             2                                            3
 „A dis nc on is made between resident         In den entsprechenden OECD-Sta stken ist     Den OECD-Daten zu Studierenden liegt die       Klassifika onen ab, so dass – wie auch
 and non-resident foreign (non-ci zen) stu-    auch die Kategorie „Non-ci zen and per-      „Interna onal Standard Classifika on of         im Falle Deutschlands – die OECD- und
 dents in order to measure student mobility.   manent resident students in the repor ng     Educa on – ISCED 1997“ zugrunde, mit de-       na onalen Angaben nicht vollends über-
 The criterion used is whether or not the      country“ enthalten. Allerdings fehlen für    ren Hilfe die Vergleichbarkeit der na onalen   eins mmen.
 student moved to the country solely for the   den Jahrgang 2008 zu dieser Kategorie noch   Daten hergestellt wird. Diese Systema k
 purpose of pursuing their educa on.” OECD     alle Daten.                                  weicht teilweise von den na onalen
 Educa on Database, h p://stats.oecd.org




20
Bildungsinländer 2011 | Sta s sche Grunddaten




na onalen Wurzeln. Deutschland kommt insofern eine Sonder-                                                                                           noch nicht die deutsche Staatsbürgerscha erworben haben, ist
rolle zu, weil die Bildungsinländer-Studierenden sehr häufig die                                                                                      deren gesellscha liche Integra on offensichtlich auch noch nicht
Staatsbürgerscha der ehemaligen Gastarbeiterländer haben.                                                                                            abgeschlossen.
Da schon lange keine Gastarbeiter mehr angeworben werden,
die entsprechenden Zuwanderer und ihre Kinder aber immer


13| Ausländische Studierende, Bildungsinländer und Bildungsaus-                                                                                       Quelle Abb. 13 – 15
                                                                                                                                                      OECD Educa on Database, h p://stats.
    länder, in ausgewählten Ländern in %
                                                                                                                                                      oecd.org


       24                   24
                        3                                                                                                                                                                                                             Ausländische
                                              19                                                                                                                                                                                      Studierende insgesamt
                                         3                                                                                                                                                                                            Bildungsinländer
  11                                                              13                                                                                                                                                                  Bildungsausländer
                                                                                      11                     11
                                                                                 3                       3                   8              8
                                                                                                                                                            7
                                                            7                                                                                                                5             5
                                                                                                                                                      2                                                  4               4              4
                                                                                                                       5                                                1                                                                             3
                                                                                                                                      6                                              3              1            1                2
  13                  21                 16                 6                    8                       8             3              2               5                 4            2              3            3                2              3
       Neuseeland




                                              Österreich




                                                                                      Deutschland




                                                                                                                           Dänemark



                                                                                                                                          Norwegen
                            Australien




                                                                  Kanada




                                                                                                             Belgien




                                                                                                                                                          Niederlande



                                                                                                                                                                            Island



                                                                                                                                                                                         Portugal



                                                                                                                                                                                                        Ungarn




                                                                                                                                                                                                                                       Spanien



                                                                                                                                                                                                                                                     Japan
                                                                                                                                                                                                                       Finnland



14| Anteil Bildungsinländer an allen ausländischen Studierenden in                                                                                   15| Wich gste Herkun sländer der Bildungsinländer in ausgewähl-
    ausgewählten Ländern in %                                                                                                                            ten Ländern


                    Norwegen                                                                        72                                                       Belgien                                                 Kanada
                                                                                                                                                             Frankreich                                              China
                    Dänemark                                                                  67                                                             Italien                                                 Indien
                                                                                                                                                             Marokko                                                 Iran
                     Portugal                                                        56
                                                                                                                                                             Demokra sche Republik Kongo                             Pakistan
                      Kanada                                                    50
                                                                                                                                                             Dänemark                                                Deutschland
           Neuseeland                                                       47
                                                                                                                                                             Deutschland                                             Türkei
                      Spanien                                              43                                                                                Norwegen                                                Kroa en
                                                                                                                                                             China                                                   Italien
                      Belgien                                30                                                                                              Schweden                                                Griechenland

        Deutschland                                         28
                                                                                                                                                             Niederlande                                             Neuseeland
          Niederlande                                       26                                                                                               Deutschland                                             China
                                                                                                                                                             China                                                   Großbritannien
                    Österreich                         17                                                                                                    Belgien                                                 Indien
                                                                                                                                                             Indonesien                                              Südafrika
                     Finnland                      15

                      Ungarn                      14                                                                                                         Portugal                                                Spanien
                                                                                                                                                             Angola                                                  Marokko
                    Australien                    13                                                                                                         Kap Verde                                               Peru
                                                                                                                                                             Brasilien                                               Argen nien
                        Island                12
                                                                                                                                                             Mozambique                                              Ecuador
                        Japan                 9




                                                                                                                                                                                                                                                             21
Steigende Studienanfänger- und Absolventenzahlen
bei Bildungsinländern

ENTWICKLUNG DER STUDIENANFÄNGERZAHLEN                                Die Zahl der Studienanfängerinnen unter den Bildungsinländern
Die Zahl der ers mmatrikulierten Bildungsinländer beläu sich         liegt bei 49 % und entspricht etwa dem Frauenanteil unter den
2009 auf 13.114 Studienanfänger. Damit übersteigt diese Zahl         deutschen Ers mmatrikulierten. Zehn Jahre zuvor fiel die Quo-
den Höchstwert von 2003. Das sind 14 % mehr als noch im Jahr         te der Bildungsinländerinnen noch fünf Prozentpunkte niedriger
zuvor und 35 % mehr als im Studienjahr 2000.1                        aus. Bei den Bildungsausländern stellen die Frauen mit 54 % nach
Dieser Ans eg ist das Ergebnis einer posi ven Entwicklung so-        wie vor die Mehrheit der Ers mmatrikulierten.
wohl bei den Studienanfängerinnen als auch bei ihren männ-           Der Anteil der ausländischen Studienanfänger an allen Ers m-
lichen Kommilitonen. So hat sich seit dem Vorjahr die Studienan-     matrikulierten beträgt 17,5 %; die Bildungsinländer stellen dabei
fängerzahl bei den männlichen Bildungsinländern um 11 % und          3,1 %, die Bildungsausländer 14,4 %. Zehn Jahre früher nahmen
bei den weiblichen Bildungsinländern um 18 % erhöht. Eine ähn-       die betreffenden Studierendengruppen die gleichen Anteile ein.
liche Entwicklung zeigt sich auch bei den Bildungsausländern und     Gegenüber dem Vorjahr sind die Anteile der Bildungsinländer
den deutschen Studierenden, deren Studienanfängerzahlen im           und Bildungsausländer an allen Studienanfängern nahezu kons-
Vergleich zu 2008 um 4 % bzw. 7 % anges egen sind. Im Studien-       tant geblieben, da sich in diesem Zeitraum bei allen drei Studi-
jahr 2009 haben sich 60.910 Bildungsausländer und 350.249            enanfängergruppen gleichermaßen ein Zuwachs eingestellt hat.
deutsche Studienberech gte erstmals an einer Hochschule in
Deutschland eingeschrieben.


16| Studienanfänger unter Bildungsinländern, Bildungsausländern      17| Bildungsinländer und Bildungsausländer in % aller Studienan-
    und deutschen Studierenden                                           fänger

     400.000
                                                                                         16,3    15,9    16,2   15,7
                                                                                 15,4                                  15,5
     350.000                                                             14,4                                                  14,9   14,7    14,4

     300.000

     250.000

     200.000
               '97 '98 '99 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09
               Studienjahr
                                          Deutsche Studienanfänger

      70.000                                                             3,1     3,0     2,8     2,9     2,8    2,8    2,9     2,8     2,9     3,1

      60.000                                                             '00    '01   '02        '03      '04   '05    '06     '07     '08     '09
                                                                          Studienjahr
      50.000                                                                                       Bildungsinländer           Bildungsausländer

      40.000

      30.000
                                                                      1                                         Quelle Abb. 16 – 17
      20.000                                                          Die Angaben zu den Studienanfängern für   Studentensta s k Sta s sches Bundes-
                                                                      das Jahr 2009 entstammen der amtlichen    amt; HIS-Berechnungen
      10.000                                                          Sta s k für das Sommersemester 2009
                                                                      und das Wintersemester 2009/10.
           0
               '97 '98 '99 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09
               Studienjahr
                                                 Bildungsausländer
                                                 Bildungsinländer




22
Bildungsinländer 2011 | Sta s sche Grunddaten




ENTWICKLUNG DER ABSOLVENTENZAHLEN                                      Insgesamt kommt jeder zehnte Absolvent an den deutschen
Im Jahr 2009 haben 6.616 Bildungsinländer an den deutschen             Hochschulen aus dem Ausland. Der Anteil der Bildungsinländer
Hochschulen einen Abschluss erworben.1 Die Zahl der Absolven-          an allen Studierenden, die 2009 erfolgreich ihr Studium abge-
ten hat sich dabei seit 2000 kon nuierlich um 63 % erhöht. Auch        schlossenen haben, beträgt 2,0 %, die Quote bei den Bildungs-
gegenüber dem Vorjahr ist ein nicht unwesentlicher Ans eg um           ausländern 8,0 %. Im Vergleich zum Vorjahr ist damit nur der An-
8 % zu registrieren. Angesichts rela v konstanter Studienanfän-        teil der betreffenden Bildungsausländer leicht zurückgegangen.
ger- und Studierendenzahlen ist deshalb davon auszugehen,
dass es einem zunehmend größeren Anteil an Bildungsinländern
eines Jahrgangs gelingt, ihr Studium erfolgreich abzuschließen.        19| Absolventen unter Bildungsinländern, Bildungsausländern und
Eine noch größere Steigerung der Absolventenzahl um 210 % ist              deutschen Studierenden nach Geschlecht
bei den Bildungsausländern festzustellen. Allerdings hat sich bei
ihnen auch die Zahl der Studienanfänger im ähnlichen Umfang                14.000
erhöht.
                                                                           12.000
Einen besonders hohen Zuwachs an Absolventen haben die Bil-
dungsinländerinnen zu verzeichnen, so dass der Frauenanteil un-            10.000
ter den Bildungsinländern mit Studienabschluss mi lerweile bei
fast 50 % liegt. Bei den Bildungsausländern ist die Zahl der weibli-         8.000
chen Absolventen in den letzten acht Jahren sogar noch schneller
                                                                             6.000
anges egen. Ihr Anteil hat sich von ehemals 42 % im Jahr 2000
auf derzeit 52 % erhöht.                                                     4.000

                                                                             2.000

18| Absolventen unter Bildungsinländern, Bildungsausländern und                   0
    deutschen Studierenden                                                              '00 '01 '02       '03      '04     '05    '06   '07    '08    '09
                                                                                         Studienjahr
    350.000                                                                                                          Bildungsinländer, weiblich
                                                                                                                     Bildungsinländer, männlich
    300.000                                                                                                          Bildungsausländer, weiblich
                                                                                                                     Bildungsausländer, männlich
    250.000

    200.000
                                                                       20| Bildungsinländer und Bildungsausländer in % aller Absolventen
    150.000
              '00 '01 '02    '03   '04   '05   '06   '07   '08   '09                                                                     8,3    8,3
                                                                                                                                 7,7                        8,0
               Studienjahr                                                                                               7,2
                                           Deutsche Absolventen
                                                                                                            6,3
                                                                                                    5,4
     30.000                                                                                 5,1
                                                                                      4,5
                                                                            4,1
     25.000

     20.000

     15.000                                                                 1,9       2,1   2,2     2,3     2,2          2,2     2,1     2,0    2,0         2,0
                                                                            '00   '01   '02         '03     '04          '05     '06     '07    '08         '09
     10.000
                                                                            Studienjahr
                                                                                                      Bildungsinländer                  Bildungsausländer
      5.000

          0                                                             1                                                Quelle Abb. 18 – 20
              '00 '01 '02    '03   '04   '05   '06   '07   '08   '09    Die Angaben zu den Absolventen für               Prüfungssta s k Sta s sches Bundesamt;
                                                                        das Prüfungsjahr 2009 entstammen der             HIS-Berechnungen
               Studienjahr
                                                Bildungsausländer       amtlichen Sta s k für das Wintersemester
                                                                        2008/09 und das Sommersemester 2009.
                                                Bildungsinländer



                                                                                                                                                                  23
Über die Häl e der Bildungsinländer in Hessen,
Nordrhein-Wes alen und Baden-Wür emberg

BUNDESLÄNDER: STUDIERENDE                                                  Saarland gekommen.
Die höchsten Anteile an Bildungsinländern weisen mit 4,7 %                 Nur sehr wenige Bildungsinländer studieren in den neuen Län-
bzw. 3,9 % die Länder Hessen und Nordrhein-Wes alen auf. Sie               dern. Dadurch fallen die Anteile der Bildungsinländer in den zu-
stellen allein fast die Häl e aller Bildungsinländer. Auch in den          gehörigen Ländern nach wie vor sehr gering aus. Ihre Quote liegt
Stadtstaaten Hamburg, Bremen und Berlin studieren überdurch-               zwischen 0,7 % in Mecklenburg-Vorpommern und 1,9 % in Bran-
schni lich viele Bildungsinländer. Ihre Quoten liegen zwischen             denburg. Auch bei den Bildungsausländern nehmen diese Länder
3,3 % und 3,7 %. Bei den Bildungsausländern steht das Saarland             die unteren Plätze der Rangliste ein, so dass in den neuen Bun-
anteilsmäßig an erster Stelle als Studienland. Aufgrund seiner             desländern nur geringe Anteile an ausländischen Studierenden
Lage im Länderdreieck fällt hier der Zulauf an Studienberech g-            zu verzeichnen sind.
ten aus dem Ausland besonders hoch aus. Im Studienjahr 2010                Die einzelnen Bundesländer weisen zum Teil deutliche Unter-
waren im Saarland 14,5 % der Studierenden Bildungsausländer.               schiede in Bezug auf die Herkun sländer der Bildungsinländer an
Die höchste Zahl an Bildungsinländern findet sich in Nordrhein-             den jeweiligen Hochschulen auf. Während in den alten Ländern,
Wes alen. Im Wintersemester 2009/10 waren 19.855 Bildungs-                 außer dem Saarland, die türkischen Bildungsinländer die jeweils
inländer an nordrhein-wes älischen Hochschulen immatrikuliert.             größte Gruppe darstellen, nehmen in den neuen Ländern vietna-
Das sind 8 % mehr als im Jahr zuvor. In allen anderen Bundeslän-           mesische (Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) oder polni-
dern liegt die Zahl der Bildungsinländer deutlich niedriger, jedoch        sche Studierende (Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern)
verweisen auch diese Länder auf ges egene Bildungsinländer-                diesen Platz ein. In den neuen Ländern folgen dann osteuropäi-
zahlen. Starke Zunahmen verzeichnen dabei die neuen Länder –               sche Bildungsinländer, in einigen alten Ländern spielen dagegen
hier haben sich die Zahlen der Bildungsinländer verdreifacht. Bei          u. a. auch italienische, griechische und kroa sche Studierende
den Bildungsausländern können nur die Länder Hessen, Berlin,               eine wich ge Rolle. Im Saarland steht Italien als Herkun sland
Thüringen und Sachsen steigende Immatrikula onen vermelden.                der Bildungsinländer sogar an der Spitze.
In den anderen Bundesländern gab es im Wesentlichen keine
gravierenden Veränderungen. Zu stärkeren Rückgängen in der
Zahl der Bildungsausländer ist es nur in Rheinland-Pfalz und im


                                                                             Quelle Abb. 21 – 22
21| Bildungsinländer, Bildungsausländer und deutsche Studierende             Studentensta s k Sta s sches Bundes-
    in den verschiedenen Bundesländern im Studienjahr 2010 in %              amt; HIS-Berechnungen



                                         Bildungsinländer                                   Bildungsausländer                    Deutsche Studierende
Länder in Deutschland   Anzahl '10                    Anteil an allen Studierenden 2010 je Land                     Anzahl '10       Anzahl 2010
Hessen                  8.826        4,7 %                                                                 8,7 %    16.111             161.059
Nordrhein-Wes alen      19.855       3,9 %                                                                 7,9 %    39.955             448.724
Hamburg                 2.797        3,7 %                                                                 7,8 %    5.881               66.825
Bremen                  1.103        3,5 %                                                                12,6 %    3.926               26.131
Berlin                  4.640        3,3 %                                                                12,7 %    17.726             117.704
Baden-Wür emberg        8.510        3,1 %                                                                 9,6 %    26.546             242.311
Länder insgesamt        63.526       3,0 %                                                                 8,5 %    181.249           1.876.403
Rheinland-Pfalz         3.037        2,8 %                                                                 8,2 %    8.939               97.502
Saarland                604          2,6 %                                                                14,5 %    3.300               18.917
Bayern                  7.105        2,6 %                                                                 7,5 %    20.426             245.135
Niedersachsen           2.930        2,0 %                                                                 8,4 %    12.050             128.947
Brandenburg             960          1,9 %                                                                 9,4 %    4.676               43.997
Schleswig-Holstein      924          1,8 %                                                                 5,7 %    2.883               46.500
Thüringen               509          1,0 %                                                                 6,2 %    3.240               48.773
Sachsen-Anhalt          481          0,9 %                                                                 7,8 %    4.123               48.320
Sachsen                 961          0,9 %                                                                 8,7 %    9.545               98.857
Mecklenburg-Vorp.       284          0,7 %                                                                 4,9 %    1.922               36.701




24
Bildungsinländer 2011 | Sta s sche Grunddaten




22| Bildungsinländer und Bildungsausländer in den verschiedenen
    Bundesländern

        Länder insgesamt
  300                                         wich gste Herkun sländer (HKL):
  200                                         1. Türkei
  100                                         2. Kroa en
                                                                                                                                             Schleswig-Holstein
   0                                          3. Italien                                                                           300                                                   wich gste HKL:
    '00    '02   '04   '06   '08     '10
     Studienjahr
                                                                                                                                   200                                                   1. Türkei
                                                                                                                                   100                                                   2. Polen
                                                                                                                                         0                                               3. Süd-Korea
        Index:                                                                                                                           '00    '02   '04        '06     '08       '10
        Studienjahr 2000 = 100 %                                                                                                          Studienjahr
                                                                                                                                                                                                                                     Mecklenburg-Vorp.
                                                                                                                    Hamburg                                                                                                 300                                               wich gste HKL:
        Entwicklung der Anzahl                                                                                300                                                 wich gste HKL:                                            200                                               1. Polen
        der Bildungsinländer                                                                                  200                                                 1. Türkei                                                                                                   2. Russland
                                                                                                                                                                                                                            100
                                                                                                              100                                                 2. Polen                                                                                                    3. Ukraine
        Entwicklung der Anzahl                               Niedersachsen                                                                                                                                                       0
                                                    300                                                         0                                                 3. Afghanistan                                                 '00    '02   '04       '06   '08       '10
        der Bildungsausländer                       200                                                          '00    '02   '04            '06     '08   '10                                                                    Studienjahr
                                                                                                                  Studienjahr
                                                    100
                                                         0
                                                         '00    '02   '04     '06    '08    '10                              Bremen
                                                                                                                       400
                                                          Studienjahr                                                                                                                                                                                                   Berlin
                                                             wich gste HKL:
                                                                                                                       300                                                                                                                                     300                                                         wich gste HKL:
                                                             1. Türkei
                                                                                                                       200                                                                                                                                     200                                                         1. Türkei
                                                             2. Ukraine
                                                                                                                       100                                                                                                                                     100                                                         2. Polen
                                                             3. Russland
                                                                                                                          0                                                                      Sachsen-Anhalt                                                     0                                                      3. Russland
                                                                                                                          '00    '02   '04           '06   '08     '10                    300
                                                                                                                                                                                                                                                                    '00    '02   '04         '06       '08         '10
                                                                                                                           Studienjahr
                                                                                                                                                                                          200                                                                        Studienjahr
                                                                                                                                              wich gste HKL:
                                                                                                                                              1. Türkei                                   100
                                                                                                                                                                                                                                                                                     Brandenburg
                                                                                                                                              2. Russland                                   0                                                                                 300                                                    wich gste HKL:
                                                                                                                                                                                                '00    '02   '04           '06       '08   '10
                                                                                                                                              3. Polen                                                                                                                        200                                                    1. Polen
                                                             Nordrhein-Wes alen                                                                                                                  Studienjahr
                                                    300                                                                                                                                                                                                                       100                                                    2. Türkei
                                                                                                                                                                                                 wich gste HKL:
                                                    200                                                                                                                                                                                                                         0                                                    3. Ukraine
                                                                                                                                                                                                 1. Vietnam
                                                                                                                                                                                                                                                                                    '00    '02   '04         '06         '08   '10
                                                    100                                                                                                                                          2. Russland                                                                         Studienjahr
                                                         0                                                                                                                                       3. Ukraine
                                                         '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09
                                                          Studienjahr

                                                             wich gste HKL:                                                                                            Thüringen
                                                                                                                                                                 300                                                                                    Sachsen
                                                             1. Türkei                                                                                           200
                                                                                                                                                                                                                                                 300

                                                             2. Griechenland                                                                                                                                                                     200
                                                                                                                                                                 100
                                                             3. Italien
                                                                                                       Hessen                                                     0                                                                              100
                                                                                              300
                                                                                                                                                                   '00    '02   '04       '06      '08         '10                                  0
                                                                                              200                                                                   Studienjahr                                                                     '00    '02   '04          '06      '08    '10
                                                                                                                                                                                                                                                     Studienjahr
                                                                                              100                                                                      wich gste HKL:
                                                                                                   0                                                                   1. Vietnam                                                                       wich gste HKL:
                                             Rheinland-Pfalz                                        '00    '02   '04      '06      '08        '10                      2. Ukraine                                                                       1. Vietnam
                                    300                                                              Studienjahr
                                                                                                                                                                       3. Russland                                                                      2. Ukraine
                                    200                                                                wich gste HKL:                                                                                                                                   3. Russland
                                    100                                                                1. Türkei
                                         0                                                             2. Kroa en
                                         '00    '02   '04       '06    '08    '10                      3. Italien
                                          Studienjahr
                                                                 wich gste HKL:
                                                                 1. Türkei
                  Saarland                                       2. Italien                                                                                                        Bayern
            300                                                                                                                                                            300
                                                                 3. Kroa en
            200                                                                                                                                                            200

            100                                                                                                                                                            100
              0                                                                                            Baden-Wür emberg                                                    0
                                                                                                   300
              '00    '02   '04     '06       '08   '10                                                                                                                         '00    '02   '04          '06         '08   '10
               Studienjahr                                                                         200                                                                          Studienjahr

                  wich gste HKL:                                                                   100                                                                             wich gste HKL:
                  1. Italien                                                                           0                                                                           1. Türkei
                  2. Türkei                                                                            '00    '02   '04      '06    '08        '10                                 2. Kroa en
                                                                                                        Studienjahr
                  3. Frankreich                                                                                                                                                    3. Österreich
                                                                                                           wich gste HKL:
                                                                                                           1. Türkei
                                                                                                           2. Italien
                                                                                                           3. Kroa en                                                                                                                                         Karte: Anzahl an Bildungsinländern 2010
                                                                                                                                                                                                                                                                                             200 – 499
                                                                                                                                                                                                                                                                                             500 – 999
                                                                                                                                                                                                                                                                                             1.000 – 2.999
                                                                                                                                                                                                                                                                                             3.000 – 9.999
                                                                                                                                                                                                                                                                                             10.000 – 20.000



                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                25
Unterschiedliche Entwicklungen in verschiedenen
Bundesländern bei Bildungsinländern

BUNDESLÄNDER: STUDIENANFÄNGER                                                          der registriert werden. Daneben gehen die Bildungsausländer
Die Zahl der ers mmatrikulierten Bildungsinländer ist in den                           besonders häufig nach Baden-Wür emberg, Bayern und Berlin.
meisten Bundesländern gegenüber dem Vorjahr anges egen. Be-                            Ausländische und deutsche Studienanfänger unterscheiden sich
sonders hohe Zuwächse an Neueinschreibungen sind vor allem in                          nicht wesentlich in der Wahl des Studienlandes.
Nordrhein-Wes alen und Baden-Wür emberg zu verzeichnen.                                Überdurchschni lich hohe Anteile an ersteingeschriebenen Bil-
Nur an den Hochschulen in Brandenburg haben sich 2009 weni-                            dungsinländern lassen sich in Hessen, Nordrhein-Wes alen,
ger studienberech gte Bildungsinländer eingeschrieben als noch                         Hamburg und Bremen ausmachen. Sie liegen zwischen 3,4 %
im Jahr zuvor. In Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und                           und 4,7 %. Bei den Bildungsausländern steht anteilsmäßig Berlin
Schleswig-Holstein fällt die Zahl der Neueinschreibungen am ge-                        an erster Stelle. Über ein Viertel der Studienanfänger in Berlin
ringsten aus. Die meisten Studienanfänger vermeldet hingegen                           kommt aus dem Ausland. Auch das Saarland (17,5 %) und Baden-
Nordrhein-Wes alen mit einer Anzahl von 3.885 Ersteinschrei-                           Wür emberg (15,9 %) haben hohe Anteile an ers mmatrikulier-
bungen. Vergleichsweise hohe Studienanfängerzahlen zeigen                              ten Bildungsausländern zu vermelden, während die Anteile bei
sich zudem in Baden-Wür emberg, Bayern und Hessen. In den                              den Bildungsinländern hier lediglich 2,9 % bzw. 3,2 % betragen.
anderen Ländern liegen die Neueinschreibungen der Bildungsin-                          Der Anteil an Studienanfängern unter Bildungsinländern, der
länder deutlich niedriger.                                                             sich an Fachhochschulen einschreibt, fällt in Sachsen-Anhalt, im
Wie bei den Bildungsinländern stellt auch Nordrhein-Wes alen                           Saarland und in Baden-Wür emberg besonders hoch aus. Rela v
die größte Zahl der ersteingeschriebenen Bildungsausländer.                            gering fällt dieser Wert in Brandenburg aus. Die Bildungsauslän-
2009 konnten dort 10.924 ers mmatrikulierte Bildungsauslän-                            der verzeichnen hingegen in Thüringen und im Saarland die nied-
                                                                                       rigsten Anteile an Fachhochschul-Studienanfängern, während
23| Anteil der Fachhochschul-Studienanfänger bei Bildungsinlän-                        die Fachhochschulen in Bremen und Sachsen-Anhalt überdurch-
    dern und Bildungsausländern an allen Studienanfängern nach                         schni lich großes Interesse vermelden können.
    Bundesländern im Studienjahr 2009 in %
                                                                                               Bildungsinländer             Bildungsausländer

                                                                                                                       53                 54
     49                                             50
               45                              44                  44                              46
                         42                                                             42                   40
                                                         39                  39                                                                 38   38
                                                                                                                                                          33
                                                                                  29                              30              28 27
          25        23                                                  22                                                                                     24
                                   20 19                      19                             19         20
                              17                                                                                            17                                      17


      BW        BY        BE           BB       HB        HH        HE        MV          NI        NW         RP         SL       SN       SA        SH        TH


                                                                                        Quelle Abb. 23 – 24
24| Studienanfänger unter Bildungsinländern und Bildungsauslän-                         Studentensta s k Sta s sches Bundes-
    dern in den verschiedenen Bundesländern im Studienjahr 2009                         amt; HIS-Berechnungen


                                                   Bildungsinländer                                                     Bildungsausländer
Länder in Deutschland         Anzahl        Anteil an allen Studienanfängern je Land      Anzahl         Anteil an allen Studienanfängern je Land
Hessen                        1.664         4,7 %                                         4.534          12,7 %
Nordrhein-Wes alen            3.885         4,3 %                                         10.924         12,0 %
Hamburg                       609           4,0 %                                         1.667          10,9 %
Bremen                        199           3,4 %                                         913            15,6 %
Baden-Wür emberg              2.081         3,2 %                                         10.405         15,9 %
Länder insgesamt              13.114        3,1 %                                         60.910         14,4 %
Saarland                      150           2,9 %                                         896            17,5 %
Berlin                        738           2,8 %                                         7.328          27,8 %
Rheinland-Pfalz               579           2,8 %                                         2.517          12,1 %
Bayern                        1.625         2,8 %                                         7.760          13,1 %
Brandenburg                   228           2,3 %                                         1.592          15,8 %
Niedersachsen                 580           2,0 %                                         3.845          13,2 %
Schleswig-Holstein            170           1,8 %                                         826            8,7 %
Thüringen                     180           1,6 %                                         1.540          13,7 %
Sachsen                       246           1,1 %                                         3.859          17,9 %
Sachsen-Anhalt                105           1,0 %                                         1.515          14,8 %
Mecklenburg-Vorp.             75            1,0 %                                         789            10,3 %


26
Bildungsinländer 2011 | Sta s sche Grunddaten




BUNDESLÄNDER: ABSOLVENTEN                                                               liche Tendenzen zeigen sich auch bei den Bildungsausländern,
Die meisten Bildungsinländer, die im Prüfungsjahr 2009 ein Exa-                         während die Steigerungsraten bei den deutschen Studierenden
men erworben haben, studierten an Hochschulen in Nordrhein-                             vergleichsweise moderater ausfallen. Allerdings ist es auch bei
Wes alen und Baden-Wür emberg. Die höchsten Anteile an er-                              ihnen in allen Ländern über die Jahre hinweg zu einem Ans eg
folgreichen Bildungsinländern sind allerdings in Hessen; Bremen                         gekommen. Im Vergleich zum Vorjahr können bei den Bildungs-
und Berlin mit 3,5 % bzw. 3,0 % zu verzeichnen. In den neuen                            inländern zwar ebenfalls in den meisten Ländern steigende Ab-
Ländern gibt es bislang nur sehr wenige Bildungsinländer-Absol-                         solventenzahlen vermeldet werden, in Baden-Wür emberg und
venten. Dementsprechend fällt in diesen Ländern auch ihr Anteil                         im Saarland hat sich allerdings ein leichter Rückgang eingestellt.
an allen Absolventen des Jahrgangs 2009 äußerst gering aus.                             In Rheinland-Pfalz und in Baden-Wür emberg hat jeder zwei-
Auch bei den deutschen Studierenden und den Bildungsauslän-                             te Bildungsinländer-Absolvent an einer Fachhochschule seinen
dern haben die meisten Absolventen nach wie vor ihr Examen in                           Abschluss erworben, während ihr Anteil an den hamburgischen
Nordrhein-Wes alen, Baden-Wür emberg und Bayern abgelegt.                               Fachhochschulen nur rund einem Viertel entspricht. Die Bildungs-
Die höchsten Anteile an Bildungsausländern unter den Absolven-                          ausländer schließen vergleichsweise selten ihr Studium an einer
ten 2008 finden sich aber an den saarländischen (24,7 %) und                             Fachhochschule in Brandenburg und in Thüringen ab. Rund die
Bremer Hochschulen (18,5 %).                                                            Häl e der Bildungsausländer unter den erfolgreichen Hochschul-
Die Absolventenzahlen der Bildungsinländer sind in allen Bun-                           abgängern waren hingegen an Fachhochschulen im Saarland, in
desländern seit dem Prüfungsjahr 2000 stark anges egen. Ähn-                            Schleswig-Holstein und in Sachsen-Anhalt eingeschrieben.


25| Anteil der Fachhochschul-Absolventen bei Bildungsinländern                           Quelle Abb. 25 – 26
                                                                                         Prüfungssta s k Sta s sches Bundesamt;
    und Bildungsausländern nach Bundesländern an allen Absolven-
                                                                                         HIS-Berechnungen
    ten im Prüfungsjahr 2009 in %


     51                                                                                                       50             50
                                                46                 47        46                                         45                       46          47
                                                                                                                                  43
               40                                                                  39                                                       39
                         37                                                              37         37                                 35
                                                                        31                                         33
          28                                         28                                                  27                                             29        29
                                   26
                                                          23 21                               23
                    17        18
                                                                                                                                                                       14
                                        11
      BW        BY        BE           BB        HB        HH       HE        MV           NI        NW         RP        SL       SN           SA        SH       TH


                                                                                                                        Bildungsinländer              Bildungsausländer
26| Anteil der Bildungsinländer und -ausländer an allen Absolventen
    in den verschiedenen Bundesländern im Prüfungsjahr 2009

                                                    Bildungsinländer                                                     Bildungsausländer
Länder in Deutschland         Anzahl         Anteil an allen Absolventen je Land           Anzahl         Anteil an allen Absolventen je Land
Hessen                        793            3,5 %                                         1.896          8,5 %
Bremen                        140            3,0 %                                         851            18,5 %
Berlin                        599            3,0 %                                         2.384          11,9 %
Hamburg                       251            2,8 %                                         926            10,3 %
Nordrhein-Wes alen            1.862          2,8 %                                         5.393          8,1 %
Saarland                      60             2,6 %                                         568            24,7 %
Länder insgesamt              6.616          2,2 %                                         27.095         8,9 %
Baden-Wür emberg              999            2,1 %                                         4.600          9,8 %
Bayern                        805            1,9 %                                         3.398          8,1 %
Rheinland-Pfalz               255            1,8 %                                         1.039          7,2 %
Schleswig-Holstein            105            1,6 %                                         375            5,9 %
Niedersachsen                 416            1,6 %                                         2.001          7,5 %
Brandenburg                   96             1,5 %                                         658            10,4 %
Sachsen-Anhalt                57             0,7 %                                         670            8,7 %
Thüringen                     55             0,7 %                                         470            5,6 %
Sachsen                       99             0,6 %                                         1.611          9,9 %
Mecklenburg-Vorp.             24             0,5 %                                         255            5,2 %


                                                                                                                                                                        27
Über ein Dri el der Bildungsinländer an
Fachhochschulen immatrikuliert

HOCHSCHULART: STUDIERENDE                                                                Trotz dieses Rückgangs lässt sich an den Kunsthochschulen ein
Die Zahl der Bildungsinländer an den Fachhochschulen hat über                            überdurchschni lich hoher Anteil an Bildungsinländern feststel-
die Jahre hinweg ste g zugenommen – gegenüber dem Vorjahr                                len. Im Wintersemester 2009/10 sind 7,2 % der an Kunsthoch-
sogar um 12 %. Damit beläu sie sich mi lerweile auf 23.960.                              schulen immatrikulierten Studierenden Bildungsinländer.2 Der
Dies führt dazu, dass inzwischen 38 % der Bildungsinländer an                            Anteil der Bildungsausländer beläu sich sogar auf 20,7 %. Im
den Fachhochschulen immatrikuliert sind. Bei den Bildungsaus-                            Vergleich dazu sind die entsprechenden Quoten an den anderen
ländern tri dies hingegen nur auf rund jeden Vierten zu, von                             Hochschularten deutlich niedriger. So stellen die Bildungsinlän-
den deutschen Studierenden sind 32 % an einer Fachhochschule                             der an den Fachhochschulen 3,6 %, an den Universitäten 2,6 %,
eingeschrieben. Auch an den Universitäten hat die Zahl der Bil-                          die Bildungsausländer 6,2 % bzw. 9,4 %.
dungsinländer im Vergleich zu 2009 einen leichten Zuwachs um                             Die Frauen unter den Bildungsinländern besuchen vergleichs-
6 % erfahren. Nach den rückläufigen Zahlen zwischen 2005 und                              weise häufig Universitäten und Kunsthochschulen, während ihre
2008 scheint sich damit wieder ein posi ver Trend durchzuset-                            männlichen Kommilitonen überdurchschni lich o an Fachhoch-
zen. Insgesamt studieren an den deutschen Universitäten aber                             schulen zu finden sind. Fast jeder zweite männliche Bildungsin-
mit einer Anzahl von 37.239 immer noch rund ein Siebtel weni-                            länder ist an einer Fachhochschule eingeschrieben, unter den
ger Bildungsinländer als 2004. Die Kunsthochschulen spielen für                          Frauen tri dies nur auf rund ein Dri el zu. Das ist unter anderem
Bildungsin- wie -ausländer ebenfalls eine wich ge Rolle. Im Stu-                         das Ergebnis einer geschlechtsspezifischen Fächerwahl sowie der
dienjahr 2010 haben sich an ihnen 2.327 Bildungsinländer und                             unterschiedlichen Studienangebote an Universitäten, Kunst- und
mehr als doppelt so viele Bildungsausländer eingeschrieben. Al-                          Fachhochschulen. Diese Tendenzen sind auch bei Deutschen und
lerdings hat sich hier die Zahl der Bildungsinländer seit 2004 um                        Bildungsausländern anzutreffen. Dennoch studieren bei den Bil-
mehr als ein Viertel verringert, während im gleichen Zeitraum die                        dungsinländern deutlich mehr Frauen an Fachhochschulen als
Zahl der Bildungsausländer um nahezu denselben Wert s eg.                                bei den deutschen Studierenden und den Bildungsausländern.


27| Bildungsinländer, Bildungsausländer und deutsche Studierende                         28| Anteil der Bildungsinländer und Bildungsausländer an allen Stu-
    nach Hochschulart1                                                                       dierenden der verschiedenen Hochschularten im Studienjahr
                                                                                             2010 in %1
Universitäten                          2006              2008              2010
Bildungsinländer                     36.826            33.812            37.239
                                                                                                      Fachhoch-
Bildungsausländer                    146.612           133.867           133.110                                     3,6      6,2
                                                                                                        schulen
Deutsche Studierende                1.203.346         1.170.877         1.246.030

Kunsthochschulen                       2006              2008              2010
                                                                                                         Univer-
Bildungsinländer                      2.872             2.492             2.327                                  2,6          9,4
                                                                                                         sitäten
Bildungsausländer                     5.509             5.872             6.677
Deutsche Studierende                  23.212            22.155            23.233
                                                                                                     Kunsthoch-
Fachhochschulen                       2006              2008              2010                                          7,2                20,7
                                                                                                        schulen
Bildungsinländer                     19.209            19.450            23.960
Bildungsausländer                    37.329            38.113            41.462
Deutsche Studierende                 510.850           514.767           607.140                                           Bildungsinländer          Bildungsausländer




 1                                             2                                                                                     Quelle Abb. 27 – 30
 Werte für die Universitäten einschließ-       An einigen Musik- und Kunsthochschulen    hat aber nur einen geringen Einfluss auf     Studentensta s k Sta s sches Bundesamt;
 lich Pädagogischer sowie Theologischer        werden Bildungsausländer aufgrund der     die Gesamtquote der Bildungsinländer an     HIS-Berechnungen
 Hochschulen. Werte für Fachhochschulen        bestandenen Eignungs- und Aufnahmeprü-    Musik- und Kunsthochschulen.
 einschließlich Verwaltungsfachhochschulen.    fung als Bildungsinländer geführt. Dies




28
Bildungsinländer 2011 | Sta s sche Grunddaten




29| Bildungsinländer und Bildungsausländer nach Hochschulart1


          Bildungsinländer                                          Anzahl 2010             Bildungsausländer                                         Anzahl 2010
 50.000                                                                           150.000
                                                                                                                                                      133.110
 40.000
                                                                    37.239
                                                                                  100.000
 30.000
                                                                    23.960
 20.000
                                                                                   50.000
                                                                                                                                                      41.462
 10.000


      0                                                             2.327              0                                                              6.667
          '97 '98 '99 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 '10                           '97 '98 '99 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 '10
           Studienjahr                                                                       Studienjahr
                                                                                                                                  Universität
                                                                                                                                  Fachhochschule
                                                                                                                                  Kunsthochschule

30| Bildungsinländer, Bildungsausländer und deutsche Studierende
    nach Hochschulart und Geschlecht im Studienjahr 2010 in %1


                                         Bildungsinländer                         Bildungsausländer                           Deutsche Studierende
                                   männlich            weiblich               männlich          weiblich                   männlich           weiblich
 Universitäten




                                        53 %                 64 %                   70 %                  77 %                  62 %                   72 %

 Kunsthochschulen


                                         3 %                  5 %                    3 %                   4 %                   1 %                    1 %

 Fachhochschulen




                                        44 %                  31 %                  27 %                   19 %                 37 %                   27 %




                                                                                                                                                                29
Größter Zuwachs bei den Studienanfängern
und Absolventen an Fachhochschulen

HOCHSCHULART: STUDIENANFÄNGER                                              An den Kunsthochschulen haben im Studienjahr 2008 nur weni-
Über die Häl e der Bildungsinländer, die sich im Studienjahr               ge Bildungsinländer ein Studium aufgenommen. Gezählt wurden
2009 erstmals an einer deutschen Hochschule eingeschrieben                 503 Studienanfänger, das sind zwar etwas mehr als noch im Jahr
haben, entschieden sich für ein Universitätsstudium. 6.866 erst-           zuvor, aber immer noch ein Viertel weniger als 2004 – während
immatrikulierte Bildungsinländer konnten an den Universitäten              sich die Zahl der Neueinschreibungen bei den Bilungsausländern
verzeichnet werden. Gegenüber dem Vorjahr ist ihre Zahl um                 im gleichen Zeitraum etwa um fast die Häl e erhöhte.
13 % ges egen. Der bisherige Höchstwert von 2003 wurde damit               Insgesamt schreiben sich die Bildungsinländer häufiger an Fach-
überschri en. Ähnliche Entwicklungen lassen sich auch für die              hochschulen ein (44 %) als Bildungsausländer (23 %) und auch
universitären Studienanfängerzahlen der Bildungsausländer und              als deutsche Studienanfänger (42 %). Angesichts dieser Entwick-
deutschen Studierenden feststellen.                                        lungen bei den Studienanfängern ist davon auszugehen, dass die
Auch wenn sich nach wie vor noch die Mehrheit der Bildungsin-              Fachhochschulen für das Studium von Bildungsinländern weiter
länder an den Universitäten einschreibt, können die Fachhoch-              an Bedeutung gewinnen.
schulen einen deutlich höheren Zuwachs an Studienanfängern
vermelden. Die Zahl der neu eingeschriebenen Bildungsinländer              32| Studienanfänger unter Bildungsinländern, Bildungsausländern
an den Fachhochschulen ist kon nuierlich anges egen – im Ver-                  und deutschen Studierenden nach Hochschulart1
gleich zum Vorjahr um 17 %, innerhalb der letzten acht Jahre so-
gar um mehr als die Häl e. Auch bei den Bildungsausländern hat             Universitäten                         2005              2007              2009
sich an den Fachhochschulen die Zahl der Ers mmatrikulierten               Bildungsinländer                      5.804             5.740             6.866
ste g erhöht. Die Steigerungsrate gegenüber dem Vorjahr liegt              Bildungsausländer                    43.461            40.314            45.123
bei 4 %.                                                                   Deutsche Studienanfänger             184.658           183.165           200.982

                                                                           Fachhochschulen                       2005              2007              2009
31| Studienanfänger unter Bildungsinländern und Bildungsauslän-
                                                                           Bildungsinländer                      3.644             4.088             5.745
    dern nach Hochschulart1                                                Bildungsausländer                    11.037            11.875            13.887
                                                                           Deutsche Studienanfänger             103.018           111.177           146.158
         Bildungsinländer                          Anzahl 2010
 7.000                                             Universitäten: 6.866    Kunsthochschulen                      2005               2007             2009
 6.000                                                                     Bildungsinländer                       548                441              503
                                                   Fachhochsch.: 5.745
                                                                           Bildungsausländer                     1.275              1.570            1.900
 5.000
                                                                           Deutsche Studienanfänger              2.516              2.990            3.109
 4.000
 3.000                                                                     33| Studienanfänger unter Bildungsinländern, Bildungsausländern
 2.000                                                                         und deutschen Studierenden nach Hochschulart im Studienjahr
                                                                               2009 in %1
 1.000
                                                   Kunsthochsch.: 503
     0                                                                                                                                       Fachhochschulen
                                                                                        44             23               42
         '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09
          Studienjahr                                                                                                                        Kunsthochschulen
                                                                                                        3
                                                                                                                                             Universitäten
                                                                                         4                              1
         Bildungsausländer                         Anzahl 2010
50.000
                                                   Universitäten: 45.123
40.000

30.000
                                                                                        52             74               57
20.000                                                                               Bildungs-      Bildungs-         Deutsche
                                                                                     inländer       ausländer         Studienanfänger
                                                   Fachhochsch.: 13.887
10.000
                                                   Kunsthochsch.: 6.201     1                                            Quelle Abb. 31 – 33
                                                                            Die Angaben zu den Studienanfängern für      Studentensta s k Sta s sches Bundes-
     0
                                                                            das Jahr 2009 entstammen der amtlichen       amt; HIS-Berechnungen
         '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09
                                                                            Sta s k für das Sommersemester 2009
          Studienjahr                                                       und das Wintersemester 2009/10.




30
Bildungsinländer 2011 | Sta s sche Grunddaten




HOCHSCHULART: ABSOLVENTEN                                                  inländern. So erreichten im Prüfungsjahr 2009 3.368 Bildungsin-
Der Ans eg der Bildungsinländer, die an den deutschen Hoch-                länder an den Universitäten ihren Abschluss, das sind 46 % mehr
schulen ein Examen erworben haben, ist sowohl den erhöhten                 als noch neun Jahre zuvor; bei den Bildungsausländern liegt die
Absolventenzahlen an den Fachhochschulen als auch an den                   entsprechende Steigerungsquote hingegen sogar bei 200 %.
Universitäten zuzuschreiben. Allerdings verzeichneten die Fach-            Überdurchschni lich hoch fällt bei den Bildungsinländern der
hochschulen in den letzten Jahren durchgängig Steigerungsraten,            Anteil an Kunsthochschulabsolventen aus (8 %). Die Anzahl an
während es an den Universitäten auch zu Rückgängen gekom-                  erfolgreichen Bildungsinländern an Kunsthochschulen hat sich
men ist. Mi lerweile stellen die Fachhochschulen zwei Fün el al-           zwar zunächst von 2006 bis 2007 stark verringert, steigt seit dem
ler Bildungsinländer mit Studienabschluss, das sind 2.686 Absol-           aber wieder an, auf derzeit 562 Absolventen.
venten. Im Jahr 2000 belief sich deren Anteil noch auf ein Dri el.
Auch bei den Bildungsausländern können die Fachhochschulen
auf einen schnellen Ans eg der Absolventen verweisen. Hier                 35| Bildungsinländer, Bildungsausländer und deutsche Absolventen
schließt ein Viertel der erfolgreichen Bildungsausländer das Stu-              nach Hochschulart1
dium ab. Nach wie vor kommt aber die Mehrheit der Absolven-
ten bei den Bildungsinländern wie bei den Bildungsausländern               Universitäten                         2005             2007              2009
von den Universitäten (51 % bzw. 68 %).                                    Bildungsinländer                      2.865            2.994             3.368
Trotz ähnlicher Entwicklungen der Absolventenzahlen von Bil-               Bildungsausländer                    13.196           16.699            18.388
dungsin- und -ausländern, zeigt sich, dass die Steigerungsraten            Deutsche Absolventen                 143.982          164.156           192.587
seit dem Jahr 2000 an allen drei Hochschularten bei den Bil-
                                                                           Kunsthochschulen                      2005              2007             2009
dungsausländern deutlich höher ausfallen als bei den Bildungs-             Bildungsinländer                       530               493              562
                                                                           Bildungsausländer                     1.127             1.403            1.545
                                                                           Deutsche Absolventen                  3.619             3.675            3.936
34| Absolventen unter Bildungsinländern und Bildungsausländern
    nach Hochschulart1                                                     Fachhochschulen                        2005             2007             2009
                                                                           Bildungsinländer                      2.035            2.307             2.686
                                                                           Bildungsausländer                     3.957            5.666             7.146
         Bildungsinländer                          Anzahl 2010
 3.500                                                                     Deutsche Absolventen                  80.857           88.818           108.224
                                                   Universitäten: 3.368
 3.000                                             Fachhochsch.: 2.686
 2.500
                                                                           36| Absolventen unter Bildungsinländern, Bildungsausländern und
 2.000
                                                                               deutschen Studierenden an den Hochschularten im Prüfungsjahr
 1.500                                                                         2009 in %1
 1.000
                                                                                        41             26              36                   Fachhochschulen
  500
                                                   Kunsthochsch.: 562                                                                       Kunsthochschulen
    0
         '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09                                                        6                                   Universitäten
                                                                                                                       1
          Studienjahr
                                                                                         8

         Bildungsausländer                         Anzahl 2010
20.000
                                                   Universitäten: 18.388

15.000                                                                                  51             68            63
                                                                                     Bildungs-      Bildungs-      Deutsche
                                                                                     inländer       ausländer      Absolventen
10.000

                                                                            1                                           Quelle Abb. 34 – 36
 5.000                                             Fachhochsch.: 7.164
                                                                            Die Angaben zu den Absolventen für          Prüfungssta s k Sta s sches Bundesamt;
                                                                            das Prüfungsjahr 2008 entstammen der        HIS-Berechnungen
                                                   Kunsthochsch.: 1.545
                                                                            amtlichen Sta s k für das Wintersemester
    0                                                                       2007/08 und das Sommersemester 2008.
         '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09
          Studienjahr


                                                                                                                                                             31
Konzentra on von Bildungsinländern an den
Hochschulen in Frankfurt am Main

WICHTIGSTE HOCHSCHULEN FÜR BILDUNGSINLÄNDER                           Neben der FH Frankfurt am Main können auch die Fachhoch-
Entsprechend der Differenzen zwischen den verschiedenen Bun-           schule Bochum, die Fachhochschule für Technik in Stu gart und
desländern kommt es auch zu Konzentra onen der Bildungsin-            die Fachhochschule Düsseldorf auf verhältnismäßig hohe Anteile
länder an bes mmten Hochschulen. Besonders viele Bildungsin-          an studierenden Bildungsinländern verweisen. Rund 9 von 100
länder, jeweils über 1.600, sind an den großen Universitäten in       Studierenden an diesen Hochschulen sind Bildungsinländer. Die
Frankfurt am Main, in Duisburg-Essen und in Bochum zu finden.          größte Anzahl an Bildungsinländern findet sich neben Frankfurt
Aber auch an den Universitäten in Hamburg, Köln, München,             am Main an den Fachhochschulen in Köln und München.
Mainz, Aachen und an der Technischen Universität Berlin studie-       Bei den Bildungsausländern gehört die FH Frankfurt am Main hin-
ren vergleichsweise viele Bildungsinländer. Ihre Zahl liegt an die-   gegen nicht zu den fünfzehn wich gsten Fachhochschulen. Die
sen Hochschulen zwischen 1.102 und 1.381 Studierenden. Wird           höchsten Anteile an Bildungsausländern finden sich an der Hoch-
der Rangfolge nicht die Anzahl der Bildungsinländer, sondern          schule Mi weida sowie an den Fachhochschulen in Worms und
ihr Anteil an allen Studierenden an den einzelnen Hochschulen         Reutlingen. Sie liegen zwischen 17,1 % und 24,2 %. Die höchste
zugrunde gelegt, nehmen neben den genannten auch die Uni-             Zahl an Bildungsausländern ist allerdings an den Fachhochschu-
versitäten in Wuppertal, Düsseldorf, Darmstadt, Frankfurt/Oder,       len in Köln, Mi weida, Aachen und Darmstadt zu registrieren.
Stu gart und Hohenheim vordere Plätze ein. Die Anteile liegen         Die hohe Zahl der Bildungsinländer an den Hochschulen des
zwischen 4,1 % und 6,2 %.                                             Rhein-Main-Gebietes erklärt auch die große Bedeutung von
Die entsprechende Rangliste der wich gsten Universitäten für          Hessen und Nordrhein-Wes alen als wich gste Studienländer
Bildungsausländer zeichnet sich durch eine andere Reihenfolge         der Bildungsinländer. Diese beiden Länder stellen allein fast die
aus. Bei ihr steht das Interna onale Hochschulins tut Zi au an        Häl e der Bildungsinländer an deutschen Hochschulen. Auch
erster Stelle. Daneben spielen für Bildungsausländer – sowohl in      darüber hinaus zeigen sich klare Korrespondenzen zwischen den
Bezug auf die Zahl der Studierenden als auch deren Anteil – die       Hochschulen mit hohem Anteil an Bildungsinländern und jenen
Technischen Universitäten eine größere Rolle als für Bildungsin-      Städten und Regionen, wie den größeren Städten in den alten
länder. Daneben sind für die Bildungsausländer auch die Univer-       Ländern sowie Berlin, mit einer starken ausländischen Bevölke-
sität Heidelberg, die Universität Freiburg, die Freie Universität     rung.
und die Humboldt-Universität in Berlin besonders a rak v.             Bei den Kunsthochschulen verzeichnen vor allem die Musikhoch-
Unter den Fachhochschulen erreicht mit 15,3 % die FH Frankfurt        schulen hohe Anteile an Bildungsinländern. Gleiches tri für
am Main den höchsten Anteil an Bildungsinländern. Dieser Wert         die Bildungsausländer zu. Besonders hohe Anteile an Bildungs-
übersteigt deutlich die entsprechenden Werte an den Universi-         inländern zeigen sich dabei vor allem an den Musikhochschulen
täten und anderen Hochschulen. Gleichzei g weist dieser Anteil        in Köln, Weimar und Würzburg mit Quoten zwischen 15,5 % und
auf die überragende Bedeutung des Hochschulstandorts Frank-           18,7 %. Allerdings können dabei die Musikhochschulen in Lübeck
furt am Main für das Studium der Bildungsinländer hin. Hier ist       und Berlin nicht berücksich gt werden, weil an ihnen keine si-
sowohl die nach Anteil und Zahl der Bildungsinländer wich gste        chere Trennung von Bildungsinländern und -ausländern erfolgt.
Universität als auch Fachhochschule zu finden. Insgesamt sind an
den staatlichen Hochschulen in Frankfurt am Main rund 3.700            Quelle Abb. 37
                                                                       Studentensta s k Sta s sches Bundes-
Bildungsinländer immatrikuliert.                                       amt; HIS-Berechnungen




32
Bildungsinländer 2011 | Sta s sche Grunddaten




37| Staatliche Universitäten, Fachhochschulen und Kunsthochschu-
    len nach dem Anteil an Bildungsinländern und Bildungsauslän-
    dern im Studienjahr 2010 in %


                                    Bildungsinländer                                                         Bildungsausländer
  Universitäten                                 Anzahl    Anteil a. allen Studierenden   Universitäten                             Anzahl   Anteil
  Universität Frankfurt a. M.                   2.219     6,2 %                          Internat. Hochschulins tut Zi au          119      55,3 %
  Universität Wuppertal                         839       6,1 %                          TU Clausthal                              1.061    33,4 %
  Hafencity Universität Hamburg                 102       5,4 %                          Europa-Universität Frankfurt/O.           1.191    19,3 %
  Universität Düsseldorf                        891       5,3 %                          Universität Stu gart                      3.307    17,0 %
  TU Darmstadt                                  1.068     5,3 %                          TU Berlin                                 4.602    16,3 %
  Universität Duisburg-Essen                    1.686     5,3 %                          TU Hamburg-Harburg                        787      15,7 %
  Europa-Universität Frankfurt/O.               320       5,2 %                          Universität Heidelberg                    4.068    15,2 %
  Universität Bochum                            1.602     5,0 %                          FU Berlin                                 4.725    14,9 %
  Universität Stu gart                          948       4,9 %                          Universität Freiburg i.Br.                3.057    14,8 %
  Universität Hohenheim                         315       4,1 %                          TU München                                3.542    14,7 %
  TU Hamburg-Harburg                            198       4,0 %                          Bauhaus-Universität Weimar                535      14,5 %
  TU Berlin                                     1.102     3,9 %                          Karlsruher Ins tut f. Technologie (KIT)   2.705    14,2 %
  Universität Mannheim                          375       3,8 %                          Humboldt-Universität Berlin               3.785    13,9 %
  Universität Hamburg                           1.381     3,8 %                          Brandenburgische TU Co bus                839      13,0 %
  Universität Siegen                            497       3,8 %                          Universität des Saarland. Saarbrücken     1.966    12,5 %

  Kunsthochschulen                               Anzahl   Anteil a. allen Studierenden   Kunsthochschulen                          Anzahl   Anteil
  HS für Musik Köln                              266      18,7 %                         HS f. Bildende Künste Frankfurt a. M.     83       60,1 %
  HS für Musik Weimar                            141      15,7 %                         Staatl. HS für Musik Trossingen           227      51,4 %
  HS für Musik Würzburg                          92       15,5 %                         Staatl. HS für Musik Freiburg i. Br.      228      46,2 %
  HS für Musik und Theater Hamburg               127      14,8 %                         HS für Musik Detmold                      242      38,4 %
  HS für Musik Nürnberg                          60       14,7 %                         HS des Saarl. für Musik Saarbrücken       136      37,3 %
  Robert-Schumann-HS Düsseldorf                  111      13,3 %                         Staatl. HS f. M. u. Darst. K. Mannheim    225      36,1 %
  HS für Schauspielkunst Berlin                  29       13,2 %                         Staatl. HS für Musik Karlsruhe            204      35,6 %
  HS für Musik und Theater München               111      11,7 %                         Staatl. HS f. M. u. Darst. K. Stu gart    247      34,4 %
  Staatl. HS f. Musik u. Darst. Kunst Mannheim   58       9,3 %                          HS für Musik und Theater Hannover         435      34,2 %
  Akademie der Bildenden Künste München          49       8,0 %                          HS für Musik u. Theater Leipzig           263      31,3 %
  HS für Musik und Theater Rostock               36       6,8 %                          HS für Musik Dresden                      177      29,9 %
  Staatl. HS für Musik Freiburg i. Br.           32       6,5 %                          Folkwang-HS Essen                         380      29,0 %
  HS für Künste Bremen                           49       6,1 %                          HS f. M. u. Darst. K. Frankfurt a. M.     236      28,7 %
  Staatl. Akademie d. Bild. Künste Karlsruhe     19       6,1 %                          HS für Künste Bremen                      225      28,2 %
  Staatl. HS für Musik Trossingen                22       5,0 %                          HS für Musik und Theater Rostock          137      26,0 %

  Fachhochschulen                                Anzahl   Anteil a. allen Studierenden   Fachhochschulen                           Anzahl   Anteil
  FH Frankfurt a.M.                              1.462    15,3 %                         HS Mi weida                               1.401    24,2 %
  FH Bochum                                      415      9,1 %                          FH Worms                                  502      18,3 %
  FH Düsseldorf                                  694      9,0 %                          FH f. Technik u. Wirtsch. Reutlingen      740      17,1 %
  HS für Technik Stu gart                        249      8,6 %                          FH Aachen                                 1.270    14,0 %
  HS Darmstadt                                   752      6,8 %                          HS Anhalt                                 940      13,8 %
  FH Köln                                        1.051    6,7 %                          HS f. Technik u. Wirtsch. Saarbrücken     576      13,6 %
  FH München                                     972      6,7 %                          HS Mannheim                               578      12,7 %
  HS Rhein-Main                                  606      6,5 %                          FH Fulda                                  605      12,0 %
  FH Gelsenkirchen                               441      6,3 %                          HS Bremen                                 945      11,4 %
  HS für Technik Berlin                          602      6,3 %                          FH Köln                                   1.697    10,8 %
  FH Dortmund                                    496      6,1 %                          FH Hannover                               693      10,4 %
  HS Nür ngen                                    229      6,0 %                          HS Technik u. Wirtsch. Karlsruhe          645      10,3 %
  FH Gießen/Friedberg                            673      5,9 %                          HS Darmstadt                              1.143    10,3 %
  HS Esslingen                                   724      5,7 %                          FH Kaiserslautern                         547      10,1 %
  FH Heilbronn                                   326      5,6 %                          FH Düsseldorf                             725      9,4 %




                                                                                                                                                     33
Überwiegende Mehrheit der Bildungsinländer
stammt aus Ost- und Westeuropa

REGIONALE HERKUNFT: STUIDERENDE                                     Anteile an afrikanischen und amerikanischen Bildungsinländern
Über drei Viertel der Bildungsinländer stammen aus Ost- und         aus. Im Wintersemester 2009/10 waren 1.855 Bildungsinländer
Westeuropa.1 Nach einem jahrelangen Rückgang des Anteils eu-        aus Afrika und 1.127 aus Amerika an den deutschen Hochschulen
ropäischer Studierender ist ihre Zahl wie schon im vergangenen      immatrikuliert. Kaum Bedeutung kommt den Studierenden aus
Jahr weiter deutlich um 8 % ges egen. Dieser Trend ist das Er-      Australien und Ozeanien zu, deren Zahl bei lediglich 65 Bildungs-
gebnis vor allem der erhöhten Zahl an Bildungsinländern aus den     inländern liegt.
osteuropäischen Ländern. Im Wintersemester 2009/10 studier-         Auch bei den Bildungsausländern kommen die meisten Studie-
ten insgesamt 39.400 Bildungsinländer aus Ost- und 10.772 aus       renden aus den europäischen Ländern. Ihr Anteil beläu sich auf
Westeuropa an den deutschen Hochschulen. Etwa jeder sechste         knapp die Häl e. Dabei stellen allein die osteuropäischen Studie-
Bildungsinländer ist zudem asia scher Herkun . Im Vergleich         renden ein Dri el aller Bildungsausländer dar. Aus Asien stammt
zum Jahr 2009 hat sich ihre Zahl um 5 % erhöht. Die größte Grup-    ebenfalls ein Dri el aller Bildungsausländer. Damit haben die
pe unter den asia schen Bildungsinländern stellen die Studieren-    Bildungsausländer einen deutlich höheren Anteil an asia schen
den aus Ostasien, deren Anteil an allen asia schen Bildungsinlän-   Studierenden zu verzeichnen als die Bildungsinländer.
dern mi lerweile rund ein Dri el beträgt. Im Jahr 2000 kam die
Mehrheit noch aus Vorderasien. Deren Zahl ist jedoch über die
                                                                     1                                       2
Jahre hinweg zurückgegangen. Vergleichsweise gering fallen die       Die Zusammenfassung der Herkun s-       Aufgrund geringer Fallzahlen kann die Ent-
                                                                     länder folgt im Wesentlichen dem        wicklung der Zahl australischer Bildungsin-
                                                                     Regionalschlüssel der DFG. In Abkehr    länder nicht wiedergegeben werden.
                                                                     davon werden die Türkei und Griechen-   2009 studierten 65 australische Bildungs-
38| Bildungsinländer aus den wich gsten Herkun sstaaten im           land der Region Osteuropa und nicht     inländer an den deutschen Hochschulen.
    Studienjahr 20101,2                                              Westeuropa zugeordnet.




          Anzahl Bildungsinländer 2010

     1      Türkei                       17.535
     2      Kroa en                      3.498
     3      Italien                      3.493
                                                                                                                            5
     4      Griechenland                 3.092
     5      Russische Fördera on         2.858
     6      Polen                        2.888
     7      Ukraine                      2.492                                               6

     8      Bosnien-Herzegowina          2.027                                  11
                                                                                                               7                                                10
     9      Serbien                      1.635
     10     China                        1.648                                       2
                                                                                                 9
     11     Österreich                   1.561                                           8
     12     Vietnam                      1.294                              3


      Bildungsinländer insgesamt: 63.526                                                             4               1
                                                                                                                                                           12




                 Karte: Anzahl Bildungsinländer 2010
                       1.000 – 1.999
                       2.000 – 2.999
                         3.000 – 3.999
                         4.000 – 4.999
                         > 5.000


34
Bildungsinländer 2011 | Sta s sche Grunddaten




39| Bildungsinländer von den verschiedenen Kon nenten und Re-
    gionen1,2


             Europa                                                         Anzahl 2010       Amerika                                                         Anzahl 2010
    40.000                                                                  39.400      1.000

                                                                                           800
    30.000
                                                                                           600
                                                                                                                                                              529
    20.000                                                                                                                                                    478
                                                                                           400
    10.000                                                                  10.772
                                                                                           200
                                                                                                                                                              120
         0                                                                                     0
              '98      '00         '02       '04     '06      '08     '10                           '98      '00        '02      '04     '06    '08      '10
               Studienjahr                                                                           Studienjahr
                                         Westeuropa            Osteuropa                                                  Nordamerika          Südamerika
                                                                                                                          Mi elamerika einschließl. Karibik


             Afrika                                                         Anzahl 2010            Asien                                                      Anzahl 2010
     2.000                                                                                5.000

                                                                                          4.000
     1.500
                                                                                          3.000                                                               3.135
     1.000                                                                  1.037                                                                             2.544
                                                                                          2.000
                                                                                                                                                              1.670
       500                                                                  489                                                                               1.422
                                                                            329           1.000
                                                                                                                                                              763
         0                                                                                     0
              '98      '00         '02       '04     '06      '08     '10                           '98      '00        '02      '04     '06    '08      '10
               Studienjahr                                                                           Studienjahr
                                                   Nordafrika                                                                 Ostasien         Vorderasien
                       Ost- und Westafrika         Zentral- und Südafrika                              Südostasien            Südasien         Zentralasien




                                                                                          Quelle Abb. 38 – 40
40| Bildungsinländer und Bildungsausländer von den verschiedenen                          Studentensta s k Sta s sches Bundes-
    Kon nenten im Studienjahr 2010 in %1                                                  amt; HIS-Berechnungen




                             15

                   3                                                                                                                                32
                                                                                     Osteuropa                     33
               2
                                                                                     Westeuropa
                                                                                     Amerika
                                                                                     Afrika
              17
                                                                                     Asien
                                                      63

                                                                                                                         11
                                                                                                                                               17
                                                                                                                                   7

     Bildungsinländer                                                                               Bildungsausländer


                                                                                                                                                                       35
Rund 17.500 türkische Bildungsinländer 2010
an den deutschen Hochschulen

WICHTIGSTE HERKUNFTSLÄNDER: STUDIERENDE                                und Italien reihen sich in der Länderliste erst weiter hinten ein.
Zu den zehn wich gsten Herkun sstaaten der Bildungsinländer            Zu den zehn wich gsten Staaten der Bildungsausländer gehören
zählen fast ausschließlich europäische Länder. Die meisten Stu-        auch zwei afrikanische Länder, Marokko und Kamerun. Bei den
dierenden kommen aus der Türkei, das mit großem Abstand an             Bildungsinländern spielen diese Herkun sländer hingegen eine
der Spitze der Rangliste steht. Im Studienjahr 2010 sind 17.535        deutlich geringere Rolle.
türkische Bildungsinländer an den deutschen Hochschulen im-            Die asia schen Bildungsinländer sind überdurchschni lich häufig
matrikuliert; sie stellen allein über ein Viertel dieser Studieren-    in Studiengängen der Fächergruppen Kunst/Kunstwissenscha ,
dengruppe. Kroa en, Italien und Griechenland folgen auf den            Medizin, Mathema k und Naturwissenscha en sowie Ingeni-
Plätzen danach. Nach einem Rückgang sind in den letzten bei-           eurwissenscha en eingeschrieben. Gleiches tri auch auf die
den Jahren wieder steigende Zahlen von Bildungsinländern aus           asia schen Bildungsausländer zu. Die osteuropäischen Bildungs-
diesen Ländern zu registrieren. Den höchsten Zuwachs erreichen         inländer finden sich überdurchschni lich häufig in den Rechts-,
mit 12 % im Vergleich zum Vorjahr die türkischen Studierenden.         Wirtscha s- und Sozialwissenscha en, in Mathema k und Na-
Diese Entwicklungen führen dazu, dass auch die Reihenfolge der         turwissenscha en sowie in den Ingenieurwissenscha en, wäh-
wich gsten Herkun sländer in den letzten Jahren nahezu gleich          rend die Westeuropäer vergleichsweise o Veterinärmedizin,
geblieben ist. Längerfris g betrachtet haben vor allem Iran,           Agrar-, Forst und Ernährungswissenscha en sowie sprach- und
Spanien, Österreich, die Niederlande und Marokko unter den             kulturwissenscha liche Fächer studieren. Das Herkun sprofil
Bildungsinländern einen starken Bedeutungsverlust erfahren.            der Bildungsinländer in den einzelnen Fächergruppen fällt insge-
Besonders hohe Steigerungsraten lassen sich hingegen für die           samt weniger unterschiedlich aus als das der Bildungsausländer.
russischen und ukrainischen Studierenden feststellen.                  So zeigen die afrikanischen Bildungsausländer ein weit über-
Bei den Bildungsausländern steht unverändert China mit Abstand         durchschni liches Interesse an den ingenieurwissenscha lichen
an der Spitze der Herkun sländer. Russland ist mi lerweile an          und den mathema sch-naturwissenscha lichen Fächern, die
die zweite Stelle gerückt, gefolgt von den osteuropäischen Län-        Bildungsausländer aus Osteuropa sind dagegen vergleichsweise
dern Polen, Bulgarien und der Türkei, die schon seit mehreren          o in den Sprach- und Kulturwissenscha en sowie den Rechts-,
Jahren zu den wich gsten Heimatländern zählen. Von den west-           Wirtscha s- und Sozialwissenscha en immatrikuliert.
europäischen Staaten sind Österreich und Frankreich unter den
ersten zehn Plätzen der Bildungsausländer zu finden. Spanien              1                                              Quelle Abb. 41 – 42
                                                                         Aufgrund geringer Fallzahlen werden            Studentensta s k Sta s sches Bundes-
                                                                         Studierende aus Australien/Ozeanien            amt; HIS-Berechnungen
                                                                         nicht berücksich gt. Sie stellen lediglich
41| Bildungsinländer und Bildungsausländer aus den wich gsten            0,1 % der Bildungsinländer und 0,2 % der
    Herkun sländern                                                      Bildungsausländer.



Bildungsinländer
               Studienjahr 1998                               Studienjahr 2006                                       Studienjahr 2010
Herkun sland              Anzahl     Anteil*   Herkun sland              Anzahl         Anteil*       Herkun sland              Anzahl                  Anteil*
Türkei                    16.617     30,4 %    Türkei                    15.342         26,0 %        Türkei                    17.535                  27,6 %
Griechenland               3.873      7,1 %    Kroa en                    3.705          4,3 %        Kroa en                    3.498                   5,5 %
Iran                       3.534      6,5 %    Griechenland               3.303          5,6 %        Italien                    3.493                   5,5 %
Österreich                 2.921      5,3 %    Italien                    3.184          5,4 %        Griechenland               3.092                   4,9 %
Kroa en                    2.918      5,3 %    Polen                      2.882          4,9 %        Russland                   2.888                   4,5 %
Italien                    2.889      5,3 %    Russland                   2.127          3,6 %        Polen                      2.858                   4,5 %
Serbien/Montenegro         2.377      4,3 %    Serbien/Montenegro         1.857          3,2 %        Ukraine                    2.492                   3,9 %
Spanien                    1.769      3,2 %    Ukraine                    1.743          3,0 %        Bosnien-Herzegowina        2.027                   3,2 %
Niederlande                1.253      2,3 %    Österreich                 1.705          2,9 %        Serbien                    1.648                   2,6 %
Portugal                    977       1,8 %    Bosnien-Herzegowina        1.654          2,8 %        China                      1.635                   2,6 %
Vietnam                     947       1,7 %    Iran                       1.586          2,7 %        Österreich                 1.561                   2,5 %
Polen                       945       1,7 %    China                      1.329          2,3 %        Vietnam                    1.294                   2,0 %
Süd-Korea                   942       1,7 %    Süd-Korea                  1.221          2,1 %        Iran                       1.284                   2,0 %
Marokko                     837       1,5 %    Spanien                    1.176          2,0 %        Spanien                    1.047                   1,6 %
USA                         832       1,5 %    Marokko                    1.023          1,7 %        Süd-Korea                  1.026                   1,6 %
                                                                                                    * Anteil an allen Bildungsausländern des jeweiligen Studienjahres




36
Bildungsinländer 2011 | Sta s sche Grunddaten




Bildungsausländer
               Studienjahr 1998                                 Studienjahr 2006                                          Studienjahr 2010
Herkun sland              Anzahl        Anteil   Herkun sland              Anzahl         Anteil       Herkun sland                  Anzahl            Anteil
Türkei                     6.414        4,2 %    China                     26.061         13,8 %       China                         22.779            12,6 %
Frankreich                 5.410        5,2 %    Bulgarien                 12.423          6,7 %       Russland                       9.764            5,4 %
Polen                      5.020        4,8 %    Polen                     12.301          6,5 %       Polen                          8.467             4,7 %
Iran                       4.918        4,7 %    Russland                   9.826         5,2 %        Bulgarien                      8.266             4,6 %
China                      4.773        4,6 %    Marokko                    7.190          3,8 %       Türkei                         6.635             3,7 %
Griechenland               4.125        4,0 %    Türkei                     7.077          3,7 %       Ukraine                        6.326             3,5 %
Marokko                    4.109        4,0 %    Ukraine                    6.928          3,7 %       Österreich                     6.209             3,4 %
Süd-Korea                  3.926        3,8 %    Kamerun                    5.389          2,8 %       Marokko                        5.533             3,1 %
Russland                   3.761        3,6 %    Frankreich                 5.293          2,8 %       Kamerun                        5.383             3,0 %
Österreich                 3.377        3,3 %    Österreich                 4.225          2,2 %       Frankreich                     5.324             2,9 %
Italien                    3.203        3,1 %    Spanien                    3.976         2,1 %        Süd-Korea                      4.193            2,3 %
Spanien                    3.122        3,0 %    Süd-Korea                  3.875         2,0 %        Italien                        3.976            2,2 %
USA                        3.094        3,0 %    Rumänien                   3.781         2,0 %        Spanien                        3.946            2,2 %
Kamerun                    2.164        2,1 %    Indien                     3.583         1,9 %        Indien                         3.821            2,1 %
Großbritannien             1.862        1,8 %    Italien                    3.517         1,9 %        USA                            3.378             1,9 %



42| Bildungsinländer und Bildungsausländer verschiedener Fächer-            2
                                                                            Die Zusammenfassung der Herkun s-           davon werden lediglich Türkei und Grie-
    gruppen nach Herkun sregionen im Studienjahr 2010 in % 1, 2
                                                                            länder folgt im Wesentlichen dem            chenland der Region Osteuropa und nicht
                                                                            Regionalschlüssel der DFG. In Abkehr        Westeuropa zugeordnet.
          Bildungsinländer

           9                  13                 17               18                    11                     17                    33
           2                   2                                                         3
           3                   3                  3                3                     3                      5
                                                  1                2                                            1
                              16                 14                                                            12                      1
          27                                                                                                                           5
                                                                  22                    29

                                                                                                                                     22




          59                  66                 65               55                    54                     65                    39
          Sprach-, Kultur-    Rechts-, Wirt-     Mathema k,       Humanmedizin,        Veterinärmed.,            Ingenieur-            Kunst, Kunst-
          wissenscha en,       scha s- und       Naturwissen-      Gesundheits-       Agrar-, Forst- und       wissenscha en           wissenscha
               Sport            Sozialwiss.        scha en        wissenscha en       Ernährungswiss.


                                                 Osteuropa             Westeuropa              Amerika                 Afrika              Asien
          Bildungsausländer

          22                  24                 40               40                    38                     44                    43

           5                  7
           9                  8
                                                 14               10                    13                                             1
                                                                                                               21                      8
          22                  19                                   4
                                                 6                                      11
                                                 12               17                                               6                 22
                                                                                        16
                                                                                                               12

          42                  42                 28               29                    22                     17                    26
          Sprach-, Kultur-    Rechts-, Wirt-     Mathema k,       Humanmedizin,        Veterinärmed.,            Ingenieur-            Kunst, Kunst-
          wissenscha en,       scha s- und       Naturwissen-      Gesundheits-       Agrar-, Forst- und       wissenscha en           wissenscha
               Sport            Sozialwiss.        scha en        wissenscha en       Ernährungswiss.




                                                                                                                                                                37
Hohe Steigerungsraten für osteuropäische
Absolventen bei Bildungsinländern

REGIONALE HERKUNFT: STUDIENANFÄNGER                                                     der Länderliste der Studienanfänger ein, gefolgt von Kroa en,
Nach wie vor ist die Türkei das mit Abstand wich gste Herkun s-                         der Ukraine und Griechenland. Die jeweilige Zahl der Studienan-
land der Bildungsinländer im ersten Hochschulsemester. Die Zahl                         fänger, die aus diesen Ländern kommen, hat sich im Vergleich
der türkischen Studienanfänger ist gegenüber dem Studienjahr                            zu 2008 durchweg erhöht. Von den außereuropäischen Ländern
2008 sogar um weitere 23 % gewachsen und beläu sich mi -                                sind vor allem China und Vietnam von Bedeutung.
lerweile auf 4.092 Ers mmatrikulierte. Damit haben 31 % aller                           Die größten Anteile an Studienanfängern unter den Bildungs-
Studienanfänger unter den Bildungsinländern eine türkische                              inländern kommen unverändert aus Osteuropa. Im Studien-
Staatsbürgerscha und es ist davon auszugehen, dass türkische                            jahr 2009 stellen sie fast zwei Dri el der neu immatrikulierten
Studierende eine wachsende Rolle an den deutschen Hochschu-                             Bildungsinländer. Bei den Bildungsausländern sind West- und
len spielen. Auch die italienischen Studienanfänger verzeichnen                         Osteuropäer dagegen gleichermaßen vertreten. Insgesamt stam-
einen nicht unerheblichen Ans eg, allerdings stellt Italien deut-                       men unter den Bildungsausländern 56 % der Studienanfänger
lich weniger neu beginnende Bildungsinländer. Mit 792 Neuein-                           aus Europa. Ein Viertel hat hingegen asia sche Heimatländer.
schreibungen steht es in der Rangliste der wich gsten Herkun s-
staaten auf dem zweiten Platz. Russland nimmt den dri en Platz

 1                                                                                      45| Studienanfänger unter Bildungsinländern von den verschiede-
 Aufgrund geringer Fallzahlen kann die        Australien/Ozeanien ein Studium aufge-
                                                                                            nen Kon nenten und Regionen1
 Entwicklung der Zahl australischer           nommen.
 Bildungsinländer im ersten Hochschulse-
 mester nicht wiedergegeben werden. Im        Quelle Abb. 43 – 45                                  Europa                                        Amerika
                                                                                          10.000                                          200
 Jahr 2009 haben an den deutschen Hoch-       Studentensta s k Sta s sches Bundes-
 schulen nur 13 Bildungsinländer aus          amt; HIS-Berechnungen                        8.000
                                                                                                                                          150
                                                                                           6.000
                                                                                                                                          100
                                                                                           4.000
43| Studienanfänger unter Bildungsinländern und -ausländern von
                                                                                                                                           50
    den verschiedenen Kon nenten im Studienjahr 2009 in %1                                 2.000
                                                                                              0                                             0
                                                                                                    '01    '03   '05     '07    '09               '01    '03   '05    '07    '09
              Bildungsinländer                     Bildungsausländer                                 Studienjahr                                   Studienjahr

                                                                                                       Westeuropa                                    Nordamerika
                13                                                                                     Osteuropa                                     Südamerika
          2                                        26                   27                                                                           Mi elamerika einschl. Karibik
     4
                                                                                                   Afrika                                        Asien
                                                                                            300                                          1.000
     17                                       5                                                                                           800
                                 64                                                         200
                                                   13                                                                                     600
                                                                   29
                                                                                                                                          400
                                                                                            100
                                                                                                                                          200
                     Osteuropa             Amerika            Asien                           0                                             0
                                                                                                    '01    '03   '05     '07    '09               '01    '03   '05    '07    '09
                     Westeuropa            Afrika                                                    Studienjahr                                   Studienjahr

                                                                                                       Nordafrika                                   Vorderasien        Südasien
44| Studienanfänger unter Bildungsinländern aus den wich gsten                                         West- und Ostafrika                          Ostasien           Zentralasien
    Herkun sländern                                                                                    Zentral- und Südafrika                       Südostasien


Herkun sland                     2008      2009      Steigerung 2008 – 2009 in %       Herkun sland                    2008       2009     Steigerung 2008 – 2009 in %
Türkei                           3.332     4.092     23                                China                           253        230      -9
Italien                           685       792      16                                Spanien                         170        229      35
Russland                          563       616      9                                 Portugal                        171        211      23
Kroa en                           551       592      7                                 Iran                            183        192      5
Ukraine                           512       570      11                                Afghanistan                     186        190      2
Griechenland                      441       529      20                                Frankreich                      146        189      30
Polen                             506       470      -7                                Süd-Korea                       169        152      -10
Bosnien-Herzegowina               415       426      3                                 Großbritannien                  128        132      3
Serbien                           301       316      5                                 Niederlande                     125        123      -2
Vietnam                           246       279      13                                Schweiz                          82        108      32
Österreich                        243       252      4                                 USA                              76        104      37


38
Bildungsinländer 2011 | Sta s sche Grunddaten




REGIONALE HERKUNFT: ABSOLVENTEN                                                           Österreich. China ordnet sich als einziges asia sches Land in die-
Mehr als die Häl e der Bildungsinländer, die im Prüfungsjahr                              se Spitzengruppe ein. Bei den Bildungsausländern steht die Tür-
2009 ihren Abschluss in Deutschland erworben haben, stammt                                kei erst an siebter Stelle der Rangliste. Die meisten Hochschulab-
aus osteuropäischen Ländern. Westeuropa stellt rund ein Fün el                            solventen sind hingegen Chinesen. Sie stellen mi lerweile 17 %
und Asien 16 % der Absolventen. Aus Afrika, Amerika und Aus-                              aller Bildungsausländer mit deutschem Studienabschluss.
tralien kommen dagegen nur sehr wenige Hochschulabsolven-
ten. Bei den Bildungsausländern sind die meisten Absolventen
in den asia schen – insbesondere den ostasia schen – und den                              47| Absolventen unter Bildungsinländern und Bildungsausländern
osteuropäischen Regionen beheimatet. Über zwei Dri el stam-                                   von den verschiedenen Kon nenten im Prüfungsjahr 2009 in %1
men aus den zugehörigen Ländern. Ein Sechstel der Bildungsaus-
länder mit Hochschulabschluss hat zudem Westeuropa als Her-                                               Bildungsinländer
kun sregion.
                                                                                                                                                 Osteuropa
Bei den Bildungsinländern hat sich seit dem Prüfungsjahr 2000                                              16
                                                                                                                                                 Westeuropa
– entsprechend den Entwicklungen bei den Studierenden – die
                                                                                                      2                                          Amerika
Zahl der Absolventen aus Osteuropa und Asien am stärksten er-                                        2
                                                                                                                                                 Afrika
höht. Auch gegenüber dem Vorjahr lassen sich für diese Regio-
                                                                                                                                                 Asien
nen Steigerungsraten von einem Zehntel und mehr feststellen.
Auch bei den Bildungsinländer-Absolventen ist die Türkei das                                         21
                                                                                                                                 59
wich gste Herkun sland. 1.416 türkische Bildungsinländer ha-
ben im Jahr 2009 ein deutsches Hochschulexamen erworben.
Dies entspricht einem Anteil von 21 % an allen Bildungsinländern.
Die anderen Länder stellen weitaus weniger Absolventen. Zu den
zehn wich gsten Herkun sstaaten zählen neben der Türkei auch                                              Bildungsausländer
Kroa en, Polen, Griechenland, Russland, die Ukraine und Bosni-
en-Herzegowina aus Osteuropa und aus Westeuropa Italien und


 1                                            Quelle Abb. 46 – 47
                                                                                                     36                          35
 Aufgrund geringer Fallzahlen werden          Prüfungssta s k Sta s sches Bundesamt;
 Studierende aus Australien/Ozeanien          HIS-Berechnungen
 nicht berücksich gt. Sie stellen lediglich
 0,1 % der Bildungsinländer- und Bildungs-
 ausländer-Absolventen.
                                                                                                           8             15
                                                                                                                  6

46| Absolventen unter Bildungsinländern und Bildungsausländern
    aus den wich gsten Herkun sländern

Bildungsinländer                     Anzahl an Absolventen im Studienjahr                                                    Bildungsausländer
Herkun sland                          2001           2006          2009            Steigerung 2001 – 2009 in %    6          Herkun sland             2009
Türkei                                1.131         1.298         1.416            25,2                                      China                    4.489
Kroa en                                286            413           456            59,4                                      Bulgarien                1.557
Italien                                253            338           426            68,4                                      Russland                 1.444
Polen                                   84            238           356            323,8                                     Polen                    1.431
Griechenland                           338            319           354            4,7                                       Ukraine                   983
Russland                               50            191           275             450,0                                     Frankreich                925
Ukraine                                 16            106           233            1.356,3                                   Türkei                    920
Österreich                             246            181           223            -9,3                                      Österreich                910
China                                  24             111           214            791,7                                     Indien                    728
Bosnien-Herzegowina                     33            160           205            521,2                                     Süd-Korea                 727




                                                                                                                                                              39
Rechts-, Wirtscha s- und Sozialwissenscha en von
besonderer Bedeutung für Bildungsinländer

FÄCHERGRUPPEN: STUDIERENDE                                             Sozialwissenscha en (41 %). Dies entspricht ihren deutschen
Ein Dri el der Bildungsinländer an Universitäten sind in den           Kommilitonen. Überdurchschni lich häufig aber sind sie in ma-
Rechts-, Wirtscha s- und Sozialwissenscha en eingeschrieben,           thema sch-naturwissenscha lichen und ingenieurwissenscha -
ein Viertel in den Sprach- und Kulturwissenscha en. Auch bei           lichen Fächern immatrikuliert. Jeder zweite Bildungsinländer an
den deutschen Studierenden dominieren diese Fächer mit einem           Fachhochschulen studiert in entsprechenden Studiengängen.
Gesamtanteil von 57 % der Einschreibungen, allerdings ist bei ih-      Noch höher als bei den Bildungsinländern liegt allerdings der An-
nen die Rangfolge genau umgekehrt. Darüber hinaus zeigen sich          teil an Ingenieurwissenscha lern unter den Bildungsausländern.
zwischen diesen beiden Studierendengruppen keine wesentli-             Im Vergleich zum Studienjahr 2000 lässt sich an den Universitä-
chen Unterschiede in der Wahl der Fächergruppe. Bildungsaus-           ten in nahezu allen Fächergruppen nach einem deutlichen Rück-
länder sind hingegen vergleichsweise häufig in ingenieurwissen-         gang wieder ein Ans eg der Bildungsinländer feststellen. Insbe-
scha lichen Studiengängen immatrikuliert. Ihr Anteil liegt hier        sondere tri dies auf die Ingenieurwissenscha en zu. Die Zahl
bei 18 %, bei den Bildungsinländern bei 14 % und bei den deut-         der immatrikulierten Bildungsinländer steigt hier im Vergleich
schen Studierenden bei 11 %.                                           zum Vorjahr um 22 %. Die gleichen Tendenzen sind auch an den
An den Fachhochschulen studiert zwar die größte Zahl der Bil-          Fachhochschulen zu finden. Der Ans eg in den ingenieurwissen-
dungsinländer in der Fächergruppe Rechts-, Wirtscha s- und             scha lichen Fächern fällt mit 18 % ähnlich stark aus.


48| Bildungsinländer an Universitäten in ausgewählten Fächergrup-           Quelle Abb. 48 – 51
                                                                            Studentensta s k Sta s sches Bundes-
    pen                                                                     amt; HIS-Berechnungen


                                                                                                            Anzahl 2010
     20.000


     15.000
                                                                                                               12.246     Legende
     10.000                                                                                                               Abb. 48 – 49
                                                                                                               9.263
                                                                                                               7.636
      5.000                                                                                                    5.123      Rechts-, Wirtscha s-
                                                                                                                          und Sozialwiss.
                                                                                                               2.017
          0                                                                                                    617        Sprach-, Kulturwissen-
              '97    '98    '99   '00   '01   '02   '03   '04   '05   '06       '07      '08     '09     '10              scha en, Sport
                Studienjahr
                                                                                                                          Mathema k, Naturwis-
                                                                                                                          senscha en


49| Bildungsinländer an Fachhochschulen in ausgewählten Fächer-                                                           Ingenieur-
    gruppen                                                                                                               wissenscha en

                                                                                                            Anzahl 2010
     10.000                                                                                                  9.800        Humanmedizin,
                                                                                                             9.178        Gesundheitswiss.
      8.000
                                                                                                                          Kunst, Kunst-
                                                                                                                          wissenscha
      6.000

      4.000
                                                                                                               3.487

      2.000
                                                                                                               681
          0                                                                                                    285
              '97    '98    '99   '00   '01   '02   '03   '04   '05   '06       '07      '08     '09     '10
                Studienjahr




40
Bildungsinländer 2011 | Sta s sche Grunddaten




50| Anteil der Bildungsinländer und Bildungsausländer an allen Stu-
    dierenden in den verschiedenen Fächergruppen an Universitä-
    ten und Fachhochschulen im Studienjahr 2010 in %


                  Bildungsinländer                                                                                    Bildungsausländer
     Universitäten             Fachhochschulen                                                            Universitäten             Fachhochschulen
   Anteil an allen Studierenden je Fächergruppe                      Fächergruppe                       Anteil an allen Studierenden je Fächergruppe
2,2                        2,3                           Sprach-, Kulturwissenscha en, Sport         8,3                        6,7
3,4                        3,2                            Rechts-, Wirtscha s- und Sozialwiss.       8,7                        5,3
2,6                        4,6                             Mathema k, Naturwissenscha en             8,7                        6,4
2,0                        1,9                       Humanmedizin, Gesundheitswissenscha en          9,0                        4,8
0,9                        0,9                     Veterinärmed., Agrar-, Forst- und Ernährungswiss. 9,9                        3,8
3,2                        4,1                                 Ingenieurwissenscha en                15,0                       7,6
2,0                        3,3                                 Kunst, Kunstwissenscha                8,4                        5,3




51| Bildungsinländer, Bildungsausländer und deutsche Studierende
    nach Hochschulart und Fächergruppen im Studienjahr 2010 in %

                                Bildungsinländer                           Bildungsausländer                          Deutsche Studierende
                        Universitäten       Fachhochschulen        Universitäten       Fachhochschulen         Universitäten        Fachhochschulen

                      25 %                  1 %                  27 %                   2 %                   31 %                   2 %
Sprach-, Kultur-
wissenscha en,
Sport


                      33 %                  41 %                 24 %                   39 %                  26 %                   46 %
Rechts-, Wirt-
scha s- und
Sozialwiss.


                      20 %                  15 %                 20 %                   12 %                  21 %                   11 %
Mathema k,
Naturwiss.



Humanmedizin,         5 %                   1 %                  7 %                    2 %                   7 %                    3 %
Gesundheits-
wissenscha en

Veterinärmed.,        1 %                   1 %                  2 %                    2 %                   2 %                    3 %
Agrar-, Forst- und
Ernährungswiss.

                      14 %                  38 %                 18 %                   41 %                  11 %                   32 %
Ingenieur-
wissenscha en


                      2 %                   3 %                  2 %                    2 %                   2 %                    3 %
Kunst, Kunst-
wissenscha




                                                                                                                                                       41
Türkische Bildungsinländer interessieren sich vor
allem für ingenieurwissenscha liche Fächer

STUDIENBEREICHE: STUDIERENDE                                                          fig Musik und Musikwissenscha . Bei den Studierenden aus Kro-
Die Wirtscha swissenscha en sind mit einem Anteil von 15,5 %                          a en nimmt Maschinenbau den zweiten Platz der Rangliste ein.
nach wie vor der wich gste Studienbereich für Bildungsinländer                        Die italienischen Bildungsinländer entscheiden sich dagegen ver-
an Universitäten. An zweiter und dri er Stelle folgen die Rechts-                     gleichsweise o für Romanis k, während bei den griechischen
wissenscha en und Informa k. An den Fachhochschulen stehen                            und polnischen Studierenden den Rechtswissenscha en unter
ebenfalls die Wirtscha swissenscha en an der Spitze. Über ein                         anderem hohe Bedeutung zukommt. Auch Slawis k, Bal s k und
Viertel der Bildungsinländer ist in diesem Studienbereich imma-                       Finno-Ugris k zählen zu den wich gsten zehn Studienbereichen
trikuliert. Daneben zählen Maschinenbau und Informa k zu den                          der Bildungsinländer aus Polen.
beliebtesten Studienbereichen.                                                        Insgesamt finden sich überdurchschni lich hohe Anteile an Bil-
Auch bei den deutschen Studierenden und den Bildungsauslän-                           dungsinländern vor allem in Romanis k und den Wirtscha s-
dern dominieren die Wirtscha swissenscha en an den Univer-                            und Rechtswissenscha en an Universitäten sowie in Architektur
sitäten und Fachhochschulen. Die Bildungsinländer an Univer-                          und Bauingenieurwesen an Fachhochschulen.
sitäten interessieren sich allerdings stärker als ihre deutschen                      In Maschinenbau an Universitäten waren im Studienjahr 2010
Kommilitonen auch für Informa k, Mathema k und Romanis k,                             14 % mehr Bildungsinländer eingeschrieben als noch im Jahr
während sie seltener Germanis k und Medizin belegen. Für die                          zuvor. Auch in den anderen wich gen Studienbereichen lassen
Bildungsausländer spielen dagegen die universitären Studienbe-                        sich gegenüber dem Vorjahr steigende Immatrikula onszahlen
reiche Elektrotechnik, Biologie und Chemie eine bedeutendere                          registrieren. Nur Medizin verzeichnet einen weiteren Rückgang.
Rolle. An den Fachhochschulen gehen Bildungsinländer ver-                             Im Vergleich zum Jahr 2000 fällt allerdings die Zahl der Bildungs-
gleichsweise häufig in den Studienbereich Architektur, während                         inländer in vielen wich gen Studienbereichen noch geringer aus.
die deutschen Studierenden stärker in Sozialwesen sowie Ge-                           Eine Ausnahme stellen Mathema k und Maschinenbau dar, die
sundheitswissenscha en und die Bildungsausländer häufiger in                           Wachstumsquoten von 46 % und 105 % vorweisen können. An
Elektrotechnik vertreten sind.                                                        den Fachhochschulen hat seit dem Jahr 2000 von den wich gs-
Die Wirtscha swissenscha en stehen bei den sechs wich gsten                           ten Studienbereichen nur Elektrotechnik einen Rückgang der
Herkun sstaaten der Bildungsinländer an erster Stelle der Stu-                        Bildungsinländer zu vermelden. Gegenüber dem Vorjahr sind in
dienbereiche. In der Rangordnung zeigen sich aber auch unter-                         fast allen Studienbereichen Steigerungsraten von bis zu 16 % zu
schiedliche Studienpräferenzen. So interessieren sich türkische                       verzeichnen.
Bildungsinländer vorrangig für mathema sche und ingenieur-
wissenscha liche Fächer. Gleiches tri auch auf die russischen                          Quelle Abb. 52 – 55
                                                                                       Studentensta s k Sta s sches Bundes-
Bildungsinländer zu; im Vergleich zu ihren Kommilitonen aus an-                        amt; HIS-Berechnungen
deren Ländern studieren sie aber auch überdurchschni lich häu-


52| Bildungsinländer an Universitäten in den wich gsten Studienbe-                    53| Bildungsinländer an Fachhochschulen in den wich gsten Stu-
    reichen                                                                               dienbereichen

          Universitäten                                                                          Fachhochschulen
                                                                        Anzahl 2010                                                                       Anzahl 2010
  8.000                                                                                 8.000

                                                                                                                                                             6.452
  6.000                                                                  5.763          6.000


  4.000                                                                                 4.000
                                                                         3.406                                                                               3.304
                                                                                                                                                             2.940
                                                                         2.314
  2.000                                                                  1.919          2.000                                                                1.615
                                                                         1.806                                                                               1.359

      0                                                                                      0
            '98      '00     '02       '04        '06     '08      '10                             '98      '00     '02       '04    '06      '08      '10
             Studienjahr                                                                            Studienjahr

                Wirtscha swissenscha en           Rechtswissenscha en                                 Wirtscha swissenscha en        Wirtscha singenieurwesen

                Informa k          Maschinenbau           Mathema k                                   Informa k           Maschinenbau          Elektrotechnik



42
Bildungsinländer 2011 | Sta s sche Grunddaten




54| Bildungsinländer, Bildungsausländer und deutsche Studierende
    an Universitäten und Fachhochschulen im Studienjahr 2010 in
    den wich gsten Studienbereichen

Universitäten
                    Bildungsinländer                                          Bildungsausländer                                         Deutsche Studierende
Studienbereich                          Anzahl   Anteil   Studienbereich                         Anzahl   Anteil     Studienbereich                         Anzahl    Anteil
Wirtscha swiss.                         5.763    15,5 %   Wirtscha swiss.                        15.378   11,6 %     Wirtscha swiss.                        136.652   11,0 %
Rechtswiss.                             3.406    9,1 %    Germanis k (Deutsch, germ. Sprachen)   10.573   7,9 %      Rechtswiss.                            82.867    6,7 %
Informa k                               2.314    6,2 %    Informa k                               9.223   6,9 %      Germanis k (Deutsch, germ. Sprachen)   73.230    5,9 %
Maschinenbau, Verfahrenstechnik         1.919    5,2 %    Maschinenbau, Verfahrenstechnik         8.578   6,4 %      Humanmedizin                           71.074    5,7 %
Mathema k                               1.806    4,8 %    Humanmedizin                            7.340   5,5 %      Maschinenbau, Verfahrenstechnik        57.397    4,6 %
Humanmedizin                            1.515    4,1 %    Elektrotechnik                          7.027   5,3 %      Informa k                              54.676    4,4 %
Germanis k (Deutsch, germ. Sprachen)    1.372    3,7 %    Rechtswiss.                             6.209   4,7 %      Mathema k                              52.636    4,2 %
Anglis k, Amerikanis k                  1.164    3,1 %    Biologie                                3.925   2,9 %      Erziehungswiss.                        51.771    4,2 %
Romanis k                               1.079    2,9 %    Chemie                                  3.624   2,7 %      Biologie                               47.093    3,8 %
Erziehungswiss.                         1.073    2,9 %    Erziehungswiss.                         3.354   2,5 %      Anglis k, Amerikanis k                 43.266    3,5 %

Fachhochschulen
               Bildungsinländer                                               Bildungsausländer                                         Deutsche Studierende
Studienbereich                          Anzahl   Anteil   Studienbereich                         Anzahl   Anteil     Studienbereich                         Anzahl    Anteil
Wirtscha swiss.                         6.452    26,9 %   Wirtscha swiss.                        11.256   27,1 %     Wirtscha swiss.                        147.147   24,2 %
Maschinenbau, Verfahrenstechnik         3.304    13,8 %   Maschinenbau, Verfahrenstechnik         6.119   14,8 %     Maschinenbau, Verfahrenstechnik        83.954    13,8 %
Informa k                               2.940    12,3 %   Elektrotechnik                          5.135   12,4 %     Informa k                              56.819    9,4 %
Elektrotechnik                          1.615    6,7 %    Informa k                               4.005   9,7 %      Sozialwesen                            48.126    7,9 %
Wirtscha sing.-wesen (Wirtsch.-wiss.)   1.359    5,7 %    Wirtscha singenieurwesen                2.334   5,6 %      Elektrotechnik                         33.804    5,6 %
Bauingenieurwesen                       1.200    5,0 %    Ingenieurwesen allgemein                1.615   3,9 %      Verwaltungswiss.                       33.249    5,5 %
Architektur, Innenarchitektur           1.169    4,9 %    Sozialwesen                             1.583   3,8 %      Wirtscha singenieurwesen               30.913    5,1 %
Sozialwesen                             1.033    4,3 %    Architektur, Innenarchitektur           1.290   3,1 %      Bauingenieurwesen                      18.305    3,0 %
Ingenieurwesen allgemein                 655     2,7 %    Bauingenieurwesen                       1.263   3,0 %      Gesundheitswiss. allgemein             17.715    2,9 %
Wirtscha sing.-wesen (Ingenieurwiss.)    620     2,6 %    Gestaltung                              960     2,3 %      Ingenieurwesen allgemein               16.513    2,7 %



55| Bildungsinländer aus verschiedenen Herkun sländern in den
    wich gsten Studienbereichen im Studienjahr 2010

Türkei                                                    Kroa en                                                    Italien
Studienbereich                          Anzahl   Anteil   Studienbereich                         Anzahl   Anteil     Studienbereich                         Anzahl    Anteil
Wirtscha swiss.                         3.363    19,2 %   Wirtscha swiss.                         791     22,6 %     Wirtscha swiss.                         677      19,4 %
Informa k                               1.849    10,5 %   Maschinenbau, Verfahrenstechnik         293     8,4 %      Romanis k                               349      10,0 %
Maschinenbau, Verfahrenstechnik         1.715    9,8 %    Rechtswiss.                             211     6,0 %      Rechtswiss.                             227       6,5 %
Rechtswiss.                             1.246    7,1 %    Informa k                               207     5,9 %      Maschinenbau, Verfahrenstechnik         221       6,3 %
Wirtscha sing.-wesen (Wirtsch.-wiss.)    778      4,4 %   Bauingenieurwesen                       127     3,6 %      Informa k                               191       5,5 %
Mathema k                                766      4,4 %   Elektrotechnik                          110     3,1 %      Germanis k (Deutsch, germ. Sprachen)    97       2,8 %
Bauingenieurwesen                        749      4,3 %   Germanis k (Deutsch, germ. Sprachen)    109     3,1 %      Bauingenieurwesen                       89       2,5 %
Elektrotechnik                           735      4,2 %   Wirtscha singenieurwesen                107     3,1 %      Wirtscha singenieurwesen                88       2,5 %
Architektur, Innenarchitektur            703      4,0 %   Architektur, Innenarchitektur           97      2,8 %      Anglis k, Amerikanis k                  85       2,4 %
Wirtscha sing.-wesen (Ingenieurwiss.)    450      2,6 %   Anglis k, Amerikanis k                  90      2,6 %      Humanmedizin                            82       2,3 %

Griechenland                                              Russland                                                   Polen
Studienbereich                          Anzahl   Anteil   Studienbereich                         Anzahl   Anteil     Studienbereich                         Anzahl    Anteil
Wirtscha swiss.                          565     18,3 %   Wirtscha swiss.                         583     20,2 %     Wirtscha swiss.                         468      16,4 %
Rechtswiss.                              264     8,5 %    Informa k                               241     8,3 %      Rechtswiss.                             293      10,3 %
Maschinenbau, Verfahrenstechnik          222     7,2 %    Maschinenbau, Verfahrenstechnik         201     7,0 %      Informa k                               208       7,3 %
Informa k                                207     6,7 %    Rechtswiss.                             159     5,5 %      Maschinenbau, Verfahrenstechnik         183       6,4 %
Germanis k (Deutsch, germ. Sprachen)     143     4,6 %    Musik, Musikwiss.                       159     5,5 %      Architektur, Innenarchitektur           88       3,1 %
Humanmedizin                             114     3,7 %    Mathema k                               127     4,4 %      Germanis k (Deutsch, germ. Sprachen)    84       2,9 %
Elektrotechnik                           107     3,5 %    Elektrotechnik                          88      3,0 %      Slawis k, Bal s k, Finno-Ugris k        82       2,9 %
Architektur, Innenarchitektur            107     3,5 %    Gestaltung                              88      3,0 %      Humanmedizin                            76       2,7 %
Anglis k, Amerikanis k                   106     3,4 %    Wirtscha singenieurwesen                82      2,8 %      Sprach- und Kulturwiss. allg.           74       2,6 %
Mathema k                                93      3,0 %    Slawis k, Bal s k, Finno-Ugris k        80      2,8 %      Sozialwesen                             68       2,4 %



                                                                                                                                                                           43
Naturwissenscha en mit höchstem Anteil an
Bildungsinländern bei Studienanfängern

FÄCHERGRUPPEN: STUDIENANFÄNGER                                                          besondere in den mathema sch-naturwissenscha lichen, aber
Es ist davon auszugehen, dass die beschriebenen Tendenzen in                            auch in den sprach- und kulturwissenscha lichen Fächern an
der Entwicklung der Studienfächer unter den Bildungsinländern                           Universitäten hat sich der Zulauf an Bildungsinländern deutlich
weiter anhalten werden. Das Fächerprofil der Studienanfänger                             erhöht.
offenbart ganz ähnliche Trends. So schreiben sich an den Univer-                         An Fachhochschulen entscheiden sich die betreffenden Bildungs-
sitäten die ers mmatrikulierten Bildungsinländer am häufigsten                           inländer mehrheitlich für ein rechts-, wirtscha s- und sozialwis-
in den Rechts-, Wirtscha s- und Sozialwissenscha en ein. Rund                           senscha liches oder ein ingenieurwissenscha liches Studium.
ein Dri el entscheidet sich für diese Fächergruppe, während                             Insgesamt 79 % der Studienanfänger immatrikulieren sich in die-
dies bei den deutschen Studienanfängern und den Bildungsaus-                            sen beiden Fächergruppen. Ähnliches gilt auch für deutsche Stu-
ländern nur auf etwa ein Viertel zutri . Jeweils ein Fün el der                         dienanfänger sowie Bildungsausländer. Daneben en allen 15 %
Bildungsinländer wählt ein sprach- bzw. kulturwissenscha liches                         der Neueinschreibungen der Bildungsinländer auf Mathema k
oder mathema sch-naturwissenscha liches Studienfach und                                 und Naturwissenscha en. Alle Fächergruppen an Fachhochschu-
17 % der Studienanfänger gehen in die Ingenieurwissenscha en.                           len haben deutliche Zuwächse an Bildungsinländern zu verzeich-
Bei der letztgenannten Fächergruppe erreichen die deutschen                             nen.
Studienanfänger lediglich einen Anteil von 12 %.                                        An den Universitäten liegen die Anteile der Bildungsinländer
Häufiger als Bildungsinländer interessieren sich die deutschen                           in den einzelnen Fächergruppen durchgängig niedriger als an
Ers mmatrikulierten demgegenüber für die Fächergruppe Medi-                             den Fachhochschulen. Der höchste Anteil an Bildungsinländer-
zin. Im Vergleich zu 2008 verzeichnen alle Fächergruppen einen                          Studienanfängern findet sich mit rund 5 % in der Fächergruppe
Zuwachs an Studienanfängern unter den Bildungsinländern. Ins-                           Mathema k und Naturwissenscha en an Fachhochschulen.


56| Studienanfänger unter Bildungsinländern an Universitäten in                         57| Studienanfänger unter Bildungsinländern an Fachhochschulen in
    ausgewählten Fächergruppen                                                              ausgewählten Fächergruppen

                                                                          Anzahl 2009                                                                                Anzahl 2009
  2.500                                                                                   2.500                                                                       2.407
                                                                              2.143                                                                                      2.120
  2.000                                                                                   2.000

                                                                              1.569
  1.500                                                                       1.561       1.500
                                                                              1.197
  1.000                                                                                   1.000
                                                                                                                                                                         837
     500                                                                                    500
                                                                              233
                                                                                                                                                                         121
      0                                                                                       0
       '00 '01 '02         '03    '04   '05    '06        '07     '08   '09                    '00 '01 '02                '03     '04    '05    '06   '07   '08    '09
        Studienjahr                                                                             Studienjahr


58| Studienanfänger unter Bildungsinländern nach Hochschulart                                     Legende
                                                                                                  Abb. 56 – 58
    und Fächergruppen im Studienjahr 2009 in %

     Universitäten                            Fachhochschulen                                     Rechts-, Wirtscha s-          Ingenieur-            Mathema k,
                                                                                                  und Sozialwiss.               wissenscha en         Naturwiss.
                     4 2                                        12 3
                                                     15
           17
                                  31                                                              Sprach-, Kulturwiss.,     Humanmedizin,             Sons ge
                                                                                                  Sport                     Gesundheitswiss.
                                                                                 42



           23
                                                                                         Quelle Abb. 56 – 58
                                                          37                             Studentensta s k Sta s sches Bundes-
                             23
                                                                                         amt; HIS-Berechnungen




44
Bildungsinländer 2011 | Sta s sche Grunddaten




FÄCHERGRUPPEN: ABSOLVENTEN                                                Studiengängen der Medizin ist es zu keinem Zuwachs gekommen.
Die große Bedeutung der Rechts-, Wirtscha s- und Sozialwissen-            An den Fachhochschulen kommt ebenfalls den Rechts-, Wirt-
scha en für die Bildungsinländer ist keine neue Tendenz unter             scha s- und Sozialwissenscha en sowie in ähnlicher Weise den
den Studierenden. Sie besteht schon seit längerer Zeit und wirkt          Ingenieurwissenscha en die größte Bedeutung zu. Über drei
sich dementsprechend auf das Fächerprofil der Absolventen                  Viertel der Bildungsinländer verlassen die Hochschule mit ei-
unter den Bildungsinländern aus. So erwerben sie an den Uni-              nem entsprechenden Examen. 14 % aller erfolgreichen Examina
versitäten – wie deutsche Absolventen und Bildungsausländer               werden zudem in den mathema sch-naturwissenscha lichen
– mehrheitlich einen Abschluss in Rechts-, Wirtscha s- und Sozi-          Fächern erreicht. Auch an den Fachhochschulen lassen sich in
alwissenscha en oder in Sprach- und Kulturwissenscha en. Ein              fast allen Fächergruppen steigende Absolventenzahlen unter den
Dri el bzw. ein Viertel der Bildungsinländer-Absolventen gelangt          Bildungsinländern feststellen.
im Prüfungsjahr 2009 in diesen Fächergruppen zum Examen. Eine             Überdurchschni lich hohe Anteile an Bildungsinländern sind vor
wich ge Rolle spielen bei den Bildungsinländern auch Abschlüs-            allem unter den Absolventen in Mathema k und Naturwissen-
se in Mathema k und Naturwissenscha en mit einem Anteil von               scha en an Fachhochschulen zu finden. Bei den Bildungsaus-
rund einem Fün el. Zudem hat ein Zehntel der Bildungsinländer             ländern tri dies vor allem auf die Ingenieurwissenscha en an
im Jahr 2009 sein Examen in den Ingenieurwissenscha en abge-              Universitäten zu. Der Anteil an Bildungsausländern unter allen
legt. In allen Fächergruppen können erhöhte Absolventenzahlen             Absolventen dieser Fächergruppe beträgt fast ein Fün el.
unter den Bildungsinländern registriert werden. Lediglich in den

                                                                          61| Anteil der Bildungsinländer und Bildungsausländer an allen Ab-
59| Absolventen unter Bildungsinländern an Universitäten in ausge-            solventen der Universitäten und Fachhochschulen nach Fächer-
    wählten Fächergruppen                                                     gruppen im Prüfungsjahr 2009 in %

                                                            Anzahl 2009
  1.200                                                      1.168        Universitäten
                                                                          Fächergruppe                                         Anteil an allen Absolventen in %
  1.000                                                                   Sprach-, Kulturwissenscha en, Sport                  1,4                                 6,3
                                                                884       Rechts-, Wirtscha s- und Sozialwiss.                 2,1                                 8,8
    800                                                                   Mathema k, Naturwissenscha en                        1,4                                 8,8
                                                                645       Humanmedizin, Gesundheitswissenscha en               1,3                                 5,8
    600
                                                                          Veterinärmed., Agrar-, Forst- und Ernährungswiss.    0,5                                10,5
                                                                          Ingenieurwissenscha en                               1,9                                18,5
    400
                                                                334       Kunst, Kunstwissenscha                               1,0                                 5,6
                                                                266
    200
                                                                          Fachhochschulen
      0                                                                   Fächergruppe                                         Anteil an allen Absolventen in %
       '00 '01 '02    '03   '04   '05   '06   '07   '08   '09             Sprach-, Kulturwissenscha en, Sport                  1,8                                 5,0
       Studienjahr                                                        Rechts-, Wirtscha s- und Sozialwiss.                 2,0                                 5,2
                                                                          Mathema k, Naturwissenscha en                        3,1                                 6,9
60| Absolventen unter Bildungsinländern an Fachhochschulen in             Humanmedizin, Gesundheitswissenscha en               1,1                                 7,0
    ausgewählten Fächergruppen                                            Veterinärmed., Agrar-, Forst- und Ernährungswiss.    0,5                                 3,3
                                                                          Ingenieurwissenscha en                               2,7                                 7,5
                                                                          Kunst, Kunstwissenscha                               2,8                                 5,2
                                                            Anzahl 2009
  1.200                                                      1.173
                                                                                                                 Bildungsinländer               Bildungsausländer
  1.000
                                                                939
    800                                                                   Legende
                                                                          Abb. 59 – 60             Rechts-, Wirtscha s-    Ingenieur-            Mathema k,
    600                                                                                            und Sozialwiss.         wissenscha en         Naturwiss.


    400                                                         371                                Sprach-, Kulturwiss.,   Humanmedizin,
                                                                                                   Sport                   Gesundheitswiss.
    200

      0                                                         43
                                                                           Quelle Abb. 59 – 61
       '00 '01 '02    '03   '04   '05   '06   '07   '08   '09              Prüfungssta s k Sta s sches Bundesamt;
       Studienjahr                                                         HIS-Berechnungen




                                                                                                                                                                   45
Ein Zehntel der Bildungsinländer in Promo ons-
und weiterführenden Studiengängen

STUDIEN- UND ABSCHLUSSARTEN: STUDIERENDE                                     Die deutschen Studierenden unterscheiden sich hinsichtlich der
Neun von zehn Bildungsinländern sind an den deutschen Hoch-                  gewählten Studienart hingegen kaum von den Bildungsinländern.
schulen in einem Erststudium eingeschrieben. An Universitäten                Während die herkömmlichen Studiengänge bei allen Studieren-
verzeichnet das Erststudium gegenwär g leicht fallende Studie-               den zunehmend an Bedeutung verlieren, verzeichnen die Bache-
rendenzahlen gegenüber dem Jahr 2000, während die Promo -                    lorstudiengänge aufgrund der vorangeschri enen Umstellung
onsstudiengänge an Bedeutung gewonnen haben. Mi lerweile                     auf die neuen Studienstrukturen stark wachsende Studierenden-
strebt ein Dri el mehr Bildungsinländer eine Promo on an als                 zahlen. Mi lerweile möchten rund zwei Fün el der Bildungsin-
noch vor neun Jahren. Insgesamt beträgt der Anteil an Bildungs-              länder im Erststudium an den Universitäten einen Bachelor-Ab-
inländern im Promo onsstudium an Universitäten aber nur 4 %.                 schluss erwerben, an den Fachhochschulen sind es sogar 74 %.
In weiterführenden Studiengängen sind derzeit 10 % der Bil-                  Noch ein Jahr zuvor lagen diese Anteile bei 34 % an Universitäten
dungsinländer immatrikuliert.                                                und bei 62 % an Fachhochschulen. In den Masterstudiengängen
Noch häufiger als an Universitäten sind die Bildungsinländer an               ist die Zahl der Bildungsinländer zwar ebenfalls deutlich ges e-
Fachhochschulen im Erststudium eingeschrieben. Ihr Anteil be-                gen, der Anteil an Studierenden in dieser Abschlussart fällt aber
läu sich hier auf 95 %. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der            nach wie vor rela v gering aus.
betreffenden Studierenden im Erststudium um ein Zehntel und in                Die gleichen Entwicklungen zeigen sich auch bei den deutschen
den weiterführenden Studiengängen um ein Dri el anges egen.                  Studierenden und den Bildungsausländern. Bei den Bildungsaus-
Bei den Bildungsausländern spielen die weiterführenden und die               ländern fällt allerdings die vergleichsweise hohe Bedeutung der
Promo onsstudiengänge eine deutlich wich gere Rolle als bei                  Masterstudiengänge auf. Lehramtsstudiengänge spielen dabei
den Bildungsinländer. 24 % der Bildungsausländer studieren an                für Bildungsinländer eine geringere Rolle als für deutsche Stu-
den deutschen Hochschulen in einem weiterführenden Studium,                  dierende. So streben rund 16 von 100 deutschen Studierenden,
eine Promo on streben 14 % der Universitätsstudierenden an.                  aber nur jeder zehnte Bildungsinländer das Staatsexamen an.


62| Bildungsinländer an Universitäten nach Studienart                        63| Bildungsinländer an Fachhochschulen nach Studienart


                                                               Anzahl 2010                                                                       Anzahl 2010
 40.000                                                                       25.000
                                                                                                                                                 22.632
                                                                32.641        20.000
 30.000

                                                                              15.000
 20.000
                                                                              10.000

 10.000
                                                                               5.000
                                                                2.996                                                           1.319
      0                                                         1.576               0
       '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 '10                                   '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 '10
       Studienjahr                                                                   Studienjahr
                                     Erststudium                                                                       Erststudium
                                     weiterführendes Studium                                                           weiterführendes Studium
                                     Promo onsstudium




                                                                              1                                      Quelle Abb. 62 – 66
                                                                              Die Kategorie „Sons ge Abschlüsse“     Studentensta s k Sta s sches Bundes-
                                                                              enthält auch Studierende, die keinen   amt; HIS-Berechnungen
                                                                              Abschluss anstreben.




46
Bildungsinländer 2011 | Sta s sche Grunddaten




64| Bildungsinländer, Bildungsausländer und deutsche Studierende
    an Universitäten und Fachhochschulen im Studienjahr 2010 nach
    Studienart in %

       Bildungs-         Bildungs-    Deutsche                           Bildungs-     Bildungs-    Deutsche                           Bildungs-       Bildungs-   Deutsche
       inländer          ausländer     Stud.                             inländer      ausländer     Stud.                             inländer        ausländer    Stud.
   3                 5                4                              4                 6           6                               5                  2            7
   8                                 10                             10
                    11                                                                             11
                                                                                     14
                                                                                                                                                     22

                    24
                                                                                     25




  89            60           86                                     86               55            83                            95                  76          93
            Hochschulen insgesamt                                                    Universitäten                                                 Fachhochschulen


                Erststudium               weiterführendes Studium               Promo onsstudium               kein Abschluss angestrebt


65| Bildungsinländer im Erst- und Masterstudium an Universitäten
    nach angestrebter Abschlussart1

                                                                                                                           Anzahl im Studienjahr 2010
    40.000
                                                                                                                              Abschlüsse insg. 34.331
    30.000


    20.000
                                                                                                                              Diplom 14.545
                                                                                                                              Bachelor 14.361
    10.000

                                                                                                                              Lehramt 3.663
            0                                                                                                                 Master 1.690
                '00       '01         '02        '03     '04        '05          '06       '07          '08    '09      '10
                 Studienjahr


66| Bildungsinländer im Erst- und Masterstudium an Fachhochschu-
    len nach angestrebter Abschlussart1


                                                                                                                           Anzahl im Studienjahr 2010
    25.000
                                                                                                                            Abschlüsse insg. 23.709

    20.000
                                                                                                                              Bachelor 17.619
    15.000

    10.000

       5.000                                                                                                                  Diplom 5.002

            0                                                                                                                 Master 1.077
                '00       '01         '02        '03     '04        '05          '06       '07          '08    '09      '10
                 Studienjahr


                                                                                                                                                                              47
Bildungsinländer mit unterdurchschni lichem Anteil
an Lehramts-Absolventen

STUDIEN- UND ABSCHLUSSARTEN: STUDIENANFÄNGER                                  versitären Studienanfängern in einem Bachelor-Studiengang
Es ist eigentlich selbstredend, dass der Studienanfang in einem               mit 3,3 % eher überdurchschni lich hoch ausfällt, bleibt dieser
Erststudium erfolgt. Nur ein sehr geringer Anteil von 1 bis 2 %               in den Studiengängen des Lehramts eher unterdurchschni lich.
der Bildungsinländer beginnt sein Studium in einem weiter-                    Lediglich 2,4 % aller Studienanfänger in einem Lehramtsstudium
führenden Studiengang oder gleich mit der Promo on. Diese                     sind Bildungsinländer. Der entsprechende Anteil der Bildungs-
Studierenden haben z. B. vor ihrer Studienaufnahme an einer                   ausländer ist zwar sogar nur halb so groß, doch kann das kaum
deutschen Hochschule schon im Ausland einen ersten Studien-                   verwunderlich sein, da es sich hierbei um den Erwerb eines
abschluss erworben, der sie berech gt, mit einem Master- oder                 Staatsexamens handelt, das zum Einsatz im deutschen Schul-
Promo onsstudium fortzufahren. In dieser Hinsicht gibt es zwi-                dienst berech gt. Während dies nur für sehr wenige Studierende
schen Bildungsinländern und ihren deutschen Kommilitonen kei-                 aus dem Ausland eine berufliche Op on darstellen kann, ist die
ne Unterschiede.                                                              entsprechende Studienrichtung für Bildungsinländer nicht nur
Eine andere Situa on besteht allerdings in Bezug auf die Bil-                 möglich, sondern auch erwünscht. Angesichts der steigenden
dungsausländer. Während Bildungsinländer und deutsche                         Anteile von Schülern mit Migra onshintergrund an den deut-
Studienanfänger nur ausnahmsweise schon einen Hochschul-                      schen Schulen ist davon auszugehen, dass Lehrer, die ebenfalls
abschluss im Ausland erworben oder sich anderwei g für ein                    einen Migra onshintergrund haben, diesen Schülern besser hel-
weiterführendes Studium qualifiziert haben, ist das bei den                    fen können, die schulischen Anforderungen zu bewäl gen und
Bildungsausländern weit verbreitet. Da in Deutschland als Stu-                sich in Schule wie Gesellscha zu integrieren.
dienanfänger jene Studierende gelten, die sich in das erste                   Während an den Universitäten (dazu zählen in diesem Fall auch
Hochschulsemester an einer deutschen Hochschule einschrei-                    die Kunst- und Musikhochschulen) die Bildungsinländer mit
ben, sind unter den Bildungsausländer viele Studienanfänger,                  2,9 % noch einen vergleichsweise beachtlichen Anteil unter den
die ihr Studium in Deutschland in einem weiterführenden Stu-                  Studienanfängern in herkömmlichen Studiengängen stellen, fällt
diengang oder sogar mit der Promo on beginnen. Nur jeder                      ihr Interesse an einem Diplomabschluss an den Fachhochschulen
zweite Studienanfänger unter den Bildungsausländern studiert                  sehr gering aus. Überdurchschni lich viele Studienanfänger stel-
im Erststudium. Jeweils ein Fün el von ihnen hat sich in einem                len sie dagegen im Bachelorstudium. 3,8 % aller Studienanfänger
weiterführenden Studiengang eingeschrieben oder strebt (als                   in den betreffenden Studiengängen an Fachhochschulen sind Bil-
ERASMUS-Studierender) überhaupt keinen Abschluss in Deutsch-                  dungsinländer. Der entsprechende Anteil der Bildungsausländer
land an. 5 % der Bildungsausländer unter den Studienanfängern                 beträgt 5,1 %. Es kann dabei nicht ausgeschlossen werden, dass
sind im Promo onsstudium.                                                     für das momentan geringere Interesse der Bildungsinländer an
In Bezug auf die unterschiedlichen Abschlussarten zeigen sich                 einem Lehramtsstudium die fehlende Möglichkeit einer Verbe-
durchaus Differenzen zwischen den verschiedenen Studienan-                     amtung bei Lehrern, die nicht die Staatsbürgerscha eines EU-
fängern. Während der Anteil der Bildungsinländer an allen uni-                Landes haben, eine gewisse Rolle spielt.


67| Anteil der Bildungsinländer, Bildungsausländer und deutschen                Quelle Abb. 67
                                                                                Studentensta s k Sta s sches Bundes-
    Studierenden an allen Studienanfängern nach Hochschul- und
                                                                                amt; HIS-Berechnungen
    Abschlussart im Studienjahr 2009 in %

Abschlussart               Bildungsinländer-Studienanfänger            Bildungsausländer-Studienanfänger                   Deutsche Studienanfänger
Universitäten     Anzahl        Anteil in %                   Anzahl         Anteil in %                         Anzahl      Anteil in %
Insgesamt         6.866         2,7 %                         45.123         17,8 %                              200.982     79,5 %
Diplom            1.014         2,9 %                         2.860          8,2 %                               31.105      88,9 %
Lehramt           811           2,4 %                         403            1,3 %                               31.959      96,3 %
Bachelor          4.848         3,3 %                         8.528          5,7 %                               135.505     91,0 %


Fachhochschulen   Anzahl        Anteil in %                   Anzahl         Anteil in %                         Anzahl      Anteil in %
Insgesamt         5.745         3,5 %                         13.887         8,4 %                               146.158     88,1 %
Diplom            199           1,4 %                         1.064          7,3 %                               13.334      91,3 %
Bachelor          5.477         3,8 %                         7.276          5,1 %                               131.004     91,1 %




48
Bildungsinländer 2011 | Sta s sche Grunddaten




STUDIEN- UND ABSCHLUSSARTEN: ABSOLVENTEN                                                                    tung. Dennoch dominieren noch nach wie vor die tradi onellen
Sowohl an den Universitäten als auch an den Fachhochschulen                                                 Studienabschlüsse. So erwarben im Prüfungsjahr 2009 an den
legt die überwiegende Mehrheit der erfolgreichen Bildungsinlän-                                             Universitäten acht von zehn und an den Fachhochschulen sie-
der ihr Examen in einem Erststudium ab. Nur 7 % der betreffen-                                               ben von zehn Bildungsinländern ein Diplom. Der Anteil an Lehr-
den Absolventen schließen ein weiterführendes Studium ab. Der                                               amtsabsolventen liegt bei den Bildungsinländern bei rund einem
Anteil der Promovierten beträgt an den Universitäten lediglich                                              Zehntel, während er bei den deutschen Absolventen doppelt so
3 % und hat gegenüber den Vorjahren sogar noch weiter an Be-                                                hoch ausfällt.
deutung verloren. Bei den Bildungsausländern spielen weiterfüh-                                             Eine geringe Zahl der Absolventen unter den Bildungsinländern
rende und Promo onsstudiengänge hingegen eine deutlich grö-                                                 schließt das Studium mit einem Masterabschluss ab. Ihr Anteil
ßere Rolle. Fast ein Dri el der Bildungsausländer war vor Erwerb                                            beläu sich an den Universitäten auf 5 % und an den Fachhoch-
des Abschlusses in einem weiterführenden und ein Fün el in                                                  schulen auf 7 %. Ein gleiches Bild zeigt sich bei den deutschen
einem Promo onsstudium an einer Universität oder Fachhoch-                                                  Absolventen. Nur bei den Bildungsausländern fällt der Anteil der
schule immatrikuliert.                                                                                      Masterabschlüsse mit einem Zehntel an den Fachhochschulen
Unter den Bildungsinländer-Absolventen im Erststudium gewin-                                                und einem Fün el an den Universitäten überdurchschni lich
nen die Bachelor- und Masterabschlüsse zunehmend an Bedeu-                                                  hoch aus.


68| Absolventen unter Bildungsinländern im Erststudium an Univer-                                           69| Absolventen unter Bildungsinländern im Erststudium an Fach-
    sitäten nach angestrebter Abschlussart                                                                      hochschulen nach angestrebter Abschlussart

                                                                                    Anzahl 2009                                                                                      Anzahl 2009
 2.500                                                                                                          2.000

                                                                                        Diplom 2.053                                                                                      Diplom 1.686
 2.000
                                                                                                                1.500

 1.500
                                                                                                                1.000
 1.000                                                                                                                                                                                    Bachelor 769
                                                                                        Bachelor 666               500
   500
                                                                                        Lehramt 293
                                                                                        Master 166                                                                                        Master 192
     0                                                                                                                  0
      '00       '01      '02     '03       '04        '05   '06   '07   '08       '09                                    '00      '01   '02   '03   '04    '05   '06   '07   '08    '09
      Studienjahr                                                                                                        Studienjahr


70| Absolventen unter Bildungsinländern, Bildungsausländern und                                                 Quelle Abb. 68 – 70
                                                                                                                Prüfungssta s k Sta s sches Bundesamt;
    deutschen Studierenden nach Hochschul- und Studienart im
                                                                                                                HIS-Berechnungen
    Prüfungsjahr 2009 in %



             Bildungs-         Bildungs-             Deutsche                     Bildungs-         Bildungs-          Deutsche
             inländer          ausländer              Stud.                       inländer          ausländer           Stud.
         3                19                 11                               9                27                  7                                      Promo onsstudium
         7
                                                 8                                                                                                        weiterführendes Studium
                                                                                                                                                          Erststudium

                          29




      90                 52            81                                 91                    73          93
                         Universitäten                                                        Fachhochschulen



                                                                                                                                                                                                   49
Bildungsinländer ähnlich häufig im Ausland
wie deutsche Kommilitonen

MOBILITÄT                                                            Auslandsaufenthalte vorbereitet. Sie beherrschen zu einem weit-
Der Anteil an Bildungsinländern mit studienbezogenen Auslands-       aus höheren Anteil Fremdsprachen über Englisch, Französisch,
aufenthalten unterscheidet sich nur unwesentlich von dem der         Spanisch hinaus. Es dür e sich dabei vor allem um die Sprache
deutschen Studierenden. Nach den Ergebnissen der 19. Sozial-         ihrer Herkun sregionen handeln, deshalb kann auch davon aus-
erhebung waren im Jahr 2009 von 100 Bildungsinländern an             gegangen werden, dass in den betreffenden Regionen nicht we-
deutschen Hochschulen 13 studienbezogen im Ausland. Unter            nige Bildungsinländer auch einen studienbezogenen Auslands-
ihren deutschen Kommilitonen tri dies auf 15 Studierende zu.         aufenthalt realisieren. Allerdings ist die Kenntnis des Englischen
Auch in Bezug auf die einzelnen Aufenthaltsarten gibt es keine       bei Bildungsinländern geringer ausgeprägt als bei deutschen Stu-
gravierenden Differenzen. Die auslandsmobilen Bildungsinländer        dierenden.
waren etwas häufiger für ein oder zwei Semester an einer aus-
ländischen Hochschule eingeschrieben und absolvierten eben-
falls häufiger Sprachkurse. Die deutschen Studierenden dagegen        71| Bildungsinländer und deutsche Studierende mit studienbezoge-
absolvierten zu einem höheren Anteil ein Prak kum im Ausland.            nen Auslandsaufenthalten im Studienjahr 2009 in %, (Mehrfach-
Diese vergleichsweise geringfügigen Unterschiede ergeben sich            nennungen möglich)
nicht zwangsläufig aus der jeweiligen Studien- und Lebenssitu-
a on von Bildungsinländern und deutschen Studierenden; es ist
                                                                          Auslandsaufenthalte                                          15
nicht auszuschließen, dass diese einen fächerspezifischen Hinter-
                                                                                        insg.                                     13
grund haben.
Das gleiche Mobilitätsverhalten zeigt sich auch bei der Planung
von Auslandsaufenthalten. 17% der auslandsunerfahrenen Bil-                                                                8
                                                                               Auslandsstudium
dungsinländer und 20% der betreffenden deutschen Studieren-                                                             7
den sind sich sicher, dass sie während ihres Studiums noch einen
Auslandsaufenthalt absolvieren werden. Jeweils jeder zweite                                                            7
                                                                              Auslandsprak kum
schließt das für sich aus oder sieht keine Chancen dafür.                                                          5
Deutlichere Differenzen sind allerdings in Bezug auf den Einfluss
bes mmter Aspekte auf die Mobilitätsbereitscha zu beobach-                                                     3
                                                                                     Sprachkurs
ten. Während für Bildungsinländer all jene Faktoren, die einen                                                 3
finanziellen Hintergrund haben, von größerer Bedeutung sind,
beachten ihre deutschen Kommilitonen stärker die Trennung von                                              2
                                                                                        Sons ge                                 Deutsche Studierende
der Familie und sprachliche Probleme. In sprachlicher Hinsicht                                         1
erweisen sich die Bildungsinländer sogar tendenziell besser auf                                                                 Bildungsinländer



72| Bildungsinländer und deutsche Studierende mit studienbezo-        Quelle Abb. 71 – 75
                                                                      19. Sozialerhebung des DSW/HIS
    genen Auslandsaufenthalten im Studienjahr 2009 nach Aufent-
    haltsart in %, (Mehrfachnennungen möglich)


                                                           Bildungsinländer                                        Deutsche Studierende
Auslandsstudium                                                   59                                                        52
Auslandsprak kum                                                  43                                                        48
Sprachkurs                                                        25                                                        19
Sons ge                                                           10                                                        14




50
Bildungsinländer 2011 | Sta s sche Grunddaten




73| Planung von studienbezogenen Auslandsaufenthalten bei Bil-
    dungsinländern und deutschen Studierenden ohne Auslandser-
    fahrung im Studienjahr 2009 in %


                                           16         30                11         26            12         5

                        Bildungsinländer



                                           17         30                12          21         13       7

                   Deutsche Studierende




                 kein Interesse        keine Chance        weiß nicht        eventuell        bes mmt             schon in Vorbereitung



74| Einfluss bes mmter Aspekte auf die Mobilitätsbereitscha bei
    Bildungsinländern und deutschen Studierenden ohne Ausland-
    serfahrung; Anteil der Studierenden, die dem jeweiligen Aspekt
    einen starken Einfluss einräumen in %


                                                                Bildungsinländer                                 Deutsche Studierende
finanzielle Mehrbelastung                                               76                                                 65
Leistungswegfall                                                       55                                                 40
Studienzeitverlust                                                     49                                                 46
Trennung von Familie/Partner                                           36                                                 44
Anerkennungsprobleme                                                   33                                                 30
geringer Nutzen                                                        27                                                 30
Wohnungsprobleme                                                       26                                                 18
Sprachkenntnisse                                                       19                                                 24



75| Sprachkenntnisse von Bildungsinländern und deutschen Studie-
    renden im Studienjahr 2009 in %


Englisch                                         Kenntnisse vorhanden              sehr gut             teilweise                 mangelha
Bildungsinländer                                          100                         64                    26                       10
Deutsche Studierende                                      100                         70                    26                        4
Französisch
Bildungsinländer                                           65                           20                  24                          56
Deutsche Studierende                                       71                           13                  27                          60
Spanisch
Bildungsinländer                                           39                           23                  14                          63
Deutsche Studierende                                       35                           16                  21                          63
sons ge Sprachen
Bildungsinländer                                           71                           77                  12                          11
Deutsche Studierende                                       33                           27                  28                          45




                                                                                                                                             51
Unterstützung der Bildungsinländer bei
Verbesserung sprachlicher Fähigkeiten

STUDIENVORAUSSETZUNGEN UND STUDIENSITUATION                         den Bildungsausländern sind nur zwei Dri el von ihnen in eine
Repräsenta ve Befunde zur Studiensitua on der Bildungsinlän-        intensive Kommunika on mit ihren deutschen Kommilitonen
der liegen bislang nicht vor. Allerdings wurden im Rahmen von       eingebunden. Dies hat Folgen für das Gefühl von Einbezogen-
hochschulspezifischen Erhebungen unter ausländischen Studie-         und Angenommensein an den Hochschulen. Ein hoher Anteil
renden auch Daten von Bildungsinländern erfasst. Die verschie-      der Bildungsinländer macht sich starke Sorgen um den geringen
denen Befragungen zeichnen sich in Bezug auf diese Studie-          Kontakt mit deutschen Studierenden, aber auch mit den Lehren-
rendengruppe durch hohe Konsistenz aus. Die entsprechenden          den. Nicht weniger problema sch dür e sein, dass sich in diesem
Angaben belegen vor allem, dass Bildungsinländer sich bei eini-     Zusammenhang ein Viertel der Bildungsinländer in Deutschland
gen Studienaspekten mit ähnlichen Problemen auseinanderset-         fremd fühlt. Nur über eine Intensivierung der Kommunika on
zen müssen wie Bildungsausländer. So nehmen sie ihr Studium         mit den deutschen Studierenden wird sich deren Integra on ver-
mit ähnlichen Defiziten in den Studienvoraussetzungen auf. Ihre      bessern.
Selbstständigkeit in der Studiengestaltung und das grundlegende
Methodenwissen zu Studienbeginn schätzen sie sogar niedriger
ein als ihre Kommilitonen, die ihre Hochschulreife im Ausland er-   76| Bildungsinländer und Bildungsausländer mit ausreichenden Stu-
worben haben. Auch wenn es an entsprechenden Vergleichswer-             dienvoraussetzungen in %
ten mangelt, so ist durchaus davon auszugehen, dass auch bei
deutschen Studierenden die Studienvoraussetzungen erhebliche                  Bildungsinländer
Defizite aufweisen.                                                            Bildungsausländer                                     71
Angesichts einer deutschen Hochschulzugangsberech gung ist
                                                                                                                                          59
allerdings der hohe Anteil von 29% Bildungsinländern, deren
                                                                                   51
Deutschkenntnisse zu Studienbeginn nur teilweise oder über-                  48                        48
haupt nicht ausreichen, als besonders problema sch einzuschät-
                                                                                                  37                  38
zen. Diese sprachlichen Defizite sind im Studium nicht einfach
                                                                                                                 31
auszugleichen. Nur jeweils zwei Dri el aller Bildungsinländer
sind in der Lage, die Seminardiskussion mitzugestalten oder
Fachtexte zu verfassen. Offensichtlich ist die Betreuung dieser
Studierenden bislang noch ungenügend darauf ausgerichtet, die
notwendigen sprachlichen Fähigkeiten zu vermi eln. Entspre-                  Fachl.           Selbstständ.      Kenntnisse        Deutsche
chend schwer fällt es einem zu großen Teil der Bildungsinländer,             Grund-            Planung u.         wiss.            Sprach-
Referate zu halten, Lernergebnisse schri lich darzustellen oder              wissen           Organisa on       Arbeitens        kenntnisse
in Gruppen zu arbeiten.
Für die Verbesserung nicht nur der Deutschkenntnisse, sondern
der gesamten Studiensitua on ist dabei auch eine verstärkte so-
ziale Integra on der Bildungsinländer notwendig. Ähnlich wie bei
                                                                     Quelle Abb. 76 – 80
                                                                     HIS-Untersuchungen ausländischer Studie-
77| Studienbezogene deutsche Sprachfähigkeiten von Bildungsinlän-    render 2005 – 2008

    dern und Bildungsausländern in %


Verstehen der Vorlesungen                                  gut                           teilweise                         unzureichend
Bildungsinländer                                           88                                9                                  3
Bildungsausländer                                          75                                15                                 10
Teilnahme an Seminardiskussionen
Bildungsinländer                                           69                                16                                15
Bildungsausländer                                          54                                26                                20
Verfassen von Fachtexten
Bildungsinländer                                           67                                18                                15
Bildungsausländer                                          49                                31                                20




52
Bildungsinländer 2011 | Sta s sche Grunddaten




78| Beherrschung studienbezogener Grundfähigkeiten bei Bildungs-
    inländern und Bildungsausländern in %

                                                            Bildungsinländer                          Deutsche Studierende
Referate halten                                                    49                                          48
Lernergebnisse schri lich festhalten                               47                                          60
zusammenarbeit in Gruppen                                          59                                          62
eigenständiges Aneignen von Fachwissen                             71                                          73




79| Gesprächskontakte von Bildungsinländern und Bildungsauslän-
    dern mit deutschen Studierenden in %

        Bildungsinländer
        Bildungsausländer




                                      35                                       30                                 35

                                            43                         21                                          36

              täglich                                   mehrmals wöchentlich               selten




80| Starke Sorgen von Bildungsinländern und Bildungsausländern
    in %

        Bildungsinländer
        Bildungsausländer




                                     34                                        35                           25

                                           40                                   38                               33

              zu wenig Kontakt mit dt. Studierenden   zu wenig Kontakt mit Lehrenden       Fremdfühlen in Deutschland




                                                                                                                                 53
Lediglich drei Fün el der Bildungsinländer eines
Jahrgangs erwerben ersten Hochschulabschluss

STUDIENERFOLG UND STUDIENDAUER                                     einer deutlichen Minderung der Studienabbruchquote auszu-
Nicht alle Bildungsinländer, die an einer deutschen Hochschule     gehen wäre.2 Eine Umfrage unter zehn Hochschulen mit einer
ein Studium aufgenommen haben, gelangen auch zum Examen.           hohen Zahl von Bildungsinländern hat ergeben, dass der Anteil
Vier von zehn Studienanfängern unter jenen Bildungsinländern,      der Einbürgerungen unter den betreffenden Studierenden im
die in der Mehrzahl zwischen 2002 und 2004 ihr Studium auf-        Bereich von 1 % – 3 % liegt. Auf 100 Bildungsinländer-Studieren-
genommen haben (Bezugsgruppe: Absolventen 2008), verlassen         de kommen ein bis drei Einbürgerungen im Jahr. Es kann davon
derzeit die Hochschule ohne ersten Studienabschluss.1 Damit ist    ausgegangen werden, dass diese Rate auch unmi elbar auf ei-
der Umfang des Studienabbruchs unter den Bildungsinländern im      nen Studienanfängerjahrgang bezogen werden kann. Das würde
Vergleich zu den Studienanfängern, die hauptsächlich zwischen      bedeuten, dass die Abbruchquoten der Bildungsinländer durch
1999 und 2001 ihr Studium begonnen haben (Bezugsgruppe: Ab-        Einbürgerung um ein bis drei Prozentpunkte zu mindern wären.
solventen 2006), deutlich um fünf Prozentpunkte zurückgegan-       Bei der Bewertung des Studienabbruchs muss dieser Aspekt in
gen; er liegt aber immer noch auf einem sehr hohen Niveau.         jedem Fall gewürdigt werden, es wird aber darauf verzichtet, ent-
Allerdings ist nicht auszuschließen, dass einige Bildungsinlän-    sprechende pauschale Minderungen der berechneten Abbruch-
der während ihrer Studienzeit die deutsche Staatsbürgerscha        quoten vorzunehmen. Seine Ursachen hat dies zum einen darin,
annehmen. Ein solcher Übergang in die Gruppe der deutschen         dass der Umfang der Minderung nicht genau berechnet werden
Studierenden würde dazu führen, dass die Betreffenden als Stu-      kann, zum anderen aber bestehen in Bezug auf die Einbürge-
dienabbrecher bei den Bildungsinländern registriert werden.        rung zwischen den Bildungsinländern verschiedener Na ona-
Allerdings ist die ausgewiesene Zahl der Annahme der deut-         lität durchaus Unterschiede. Diese Differenzen konnten bislang
schen Staatsbürgerscha unter ausländischen Jugendlichen der        nicht exakter geschätzt werden, so dass sie bei der Angabe der
entsprechenden Na onalitäten nicht so beträchtlich, dass von       Studienabbruchquoten bei Bildungsinländern unterschiedlicher


81| Studienabbruchquoten bei Bildungsinländern, Bildungsauslän-
    dern und deutschen Studierenden an deutschen Hochschulen
    nach Geschlecht in %

            Studienabbruchquote Bezugsgruppe Absolventen 2005               Studienabbruchquote Bezugsgruppe Absolventen 2007
            Studienabbruchquote Bezugsgruppe Absolventen 2006               Studienabbruchquote Bezugsgruppe Absolventen 2008

                                                                       Bildungsausländer

     Bildungsinländer                                                   65 62              62 62              67 63
                                                                                55                 56 53              55
                                                                                      50                                   48
      45 45 43                45 46 45 42     45 45
               41                                        41 39




        Insgesamt                Männer             Frauen                Insgesamt           Männer              Frauen




      Deutsche Studierende

            25           24    25 27 25 26          23
                                                                            Studienabbruchquote Bezugsgruppe Absolventen 1999
       23        22 21
                                               20                           Studienabbruchquote Bezugsgruppe Absolventen 2002
                                                         18
                                                              15            Studienabbruchquote Bezugsgruppe Absolventen 2004
                                                                            Studienabbruchquote Bezugsgruppe Absolventen 2006
                                                                            Studienabbruchquote Bezugsgruppe Absolventen 2008
            Insgesamt            Männer             Frauen




54
Bildungsinländer 2011 | Studienabbruchberechnungen




82| Studienabbruchquote bei Bildungsinländern und Bildungsaus-                               Quelle Abb. 81 – 82
                                                                                             HIS-Studienabbruchberechnungen 2010
    ländern an deutschen Hochschulen nach regionaler Herkun in
    %4


Bildungsinländer                             Bezugsgruppe Absolventen 2005                                                Bezugsgruppe Absolventen 2006
Herkun sregion                   Insgesamt              Männer             Frauen                             Insgesamt              Männer             Frauen
Westeuropa                           36                   36                 37                                   40                   40                 40
Osteuropa                            48                   47                 48                                   47                   47                 46
Afrika                               55                   52                 60                                   55                   55                 54
Asien                                46                   48                 44                                   43                   43                 42
Amerika                              36                   44                 29                                   52                   50                 55
                                             Bezugsgruppe Absolventen 2007                                                Bezugsgruppe Absolventen 2008
Herkun sregion                   Insgesamt              Männer             Frauen                             Insgesamt              Männer             Frauen
Westeuropa                           35                   37                 34                                   28                   29                 28
Osteuropa                            44                   45                 42                                   41                   43                 40
Afrika                               56                   57                 55                                   54                   57                 48
Asien                                47                   52                 42                                   49                   50                 48
Amerika                              30                   29                 31                                   44                   54                 36



Bildungsausländer                            Bezugsgruppe Absolventen 2005                                                Bezugsgruppe Absolventen 2006
Herkun sregion                   Insgesamt              Männer             Frauen                             Insgesamt              Männer             Frauen
Westeuropa                           76                   70                 80                                   75                    71                79
Osteuropa                            56                   61                 54                                   54                   61                 51
Afrika                               52                   52                 52                                   54                   54                 51
Asien (ohne Ostasien)                49                   44                 57                                   49                   45                 56
Lateinamerika                        56                   57                 56                                   58                   63                 53
                                             Bezugsgruppe Absolventen 2007                                                Bezugsgruppe Absolventen 2008
Herkun sregion                   Insgesamt              Männer             Frauen                             Insgesamt              Männer             Frauen
Westeuropa                           73                   67                 77                                   72                   67                 76
Osteuropa                            49                   56                 46                                   45                   55                 40
Afrika                               51                   51                 51                                   48                   50                 40
Asien (ohne Ostasien)                45                   41                 52                                   40                   44                 33
Lateinamerika                        56                   58                 53                                   56                   61                 50




Herkun sländer nicht berücksich gt werden können. Eine nur                                 te für die gleichen Studienanfängerjahrgänge zwischen 2002 und
teilweise Berücksich gung der Einbürgerung würde zu einer in-                              2004 (Bezugsgruppe: Absolventen 2008) mit 24 % nur etwa halb
konsistenten Berechnung des Studienabbruchs führen.                                        so hoch aus.3 Besondere Beachtung gebührt dabei zum einen der
Auch bei Beachtung der posi ven Entwicklung des Studie-                                    Tatsache, dass der vergleichsweise hohe Studienabbruch der Bil-
nabbruchwertes und seiner möglichen Unschärfe kann der Um-                                 dungsinländer vor dem Hintergrund einer niedrigen Bildungsbe-
fang des Studienerfolgs von Bildungsinländern nicht befriedigen.                           teiligung der Bevölkerung mit Migra onshintergrund sta indet,
Unter den deutschen Studierenden fällt die Studienabbruchquo-                              er verschließt somit für nicht wenige ambi onierte Bildungsin-



 1                                                                                                                                  3
 Als Studienabbrecher werden ehemalige       Abbruchquote ein. Das Verfahren zur Be-       auf der Basis des Absolventenjahrgangs   Konsor um Bildungsberichtersta ung:
 Studierende verstanden, die zwar durch      rechnung der Studienabbruchraten basiert      2006. Hannover 2008                      Bildung in Deutschland 2010. Bielefeld 2010
 Immatrikula on ein Erststudium an einer     auf einem Kohortenvergleich von einem
 deutschen Hochschule aufgenommen            Absolventenjahrgang mit den korrespondie-     2                                        4
 haben, dann aber das Hochschulsystem        renden Studienanfängerjahrgängen. Siehe       Sta s sches Bundesamt: Einbürgerungen    Aufgrund fehlender sta s scher Daten
 ohne (erstes) Abschlussexamen verlassen.    dazu: U. Heublein, R. Schmelzer, D. Sommer,   2008. Fachserie 1 Reihe 2.1. Wiesbaden   können für Bildungsausländer aus
 Fachwechsler, Hochschulwechsler wie auch    J. Wank: Die Entwicklung der Schwund- und     2009                                     Nordamerika und Ostasien auf Basis der
 erfolglose Studierende in einem Zweitstu-   Studienabbruchquoten an den deutschen                                                  Absolventenjahrgänge 2007 und 2008 keine
 dium gehen nicht in die Berechnung der      Hochschulen. Sta s sche Berechnungen                                                   Studienabbruchquoten berechnet werden.




                                                                                                                                                                             55
länder eine wich ge Aufs egs- und Integra onsmöglichkeit. Zum         dungsinländern als auch bei den Bildungsausländern im Zusam-
anderen scheitern hier Studierende, die durch den Erwerb der          menhang mit erhöhten Betreuungsanstrengungen zu sehen ist.
deutschen Hochschulzugangsberech gung im Grunde im glei-              Die zunehmende Aufmerksamkeit an den Hochschulen für die
chen Maße wie ihre deutschen Kommilitonen für ein Studium             Probleme ausländischer Studierender hat ohne Zweifel zu einer
an einer deutschen Hochschule prädes niert sein müssten. Die          Verbesserung ihrer Lehr- und Studiensitua on geführt. Auch die
Abiturnoten der Studienanfänger künden eigentlich von keinen          Förderprogramme des DAAD zur Erhöhung des Studienerfolgs
gravierenden Wissens- und Fähigkeitsdifferenzen. Dies legt die         und zur Ver efung der Integra on haben sich nicht nur posi v
Schlussfolgerung nahe, dass zumindest zum Teil für den Studie-        auf die Studienbedingungen der Bildungsausländer ausgewirkt,
nabbruch der Bildungsinländer Faktoren geltend zu machen sind,        sondern ebenso zu einer Sensibilisierung für die Situa on aller
die für deutsche Studierende in dem Maße nicht bestehen.              ausländischen Studierenden, der Bildungsausländer wie der Bil-
Bei den Bildungsausländern fällt die Abbruchrate noch höher als       dungsinländer beigetragen.
bei den Bildungsinländern aus. Von den betreffenden Studien-           Die dennoch überdurchschni lich hohe Studienabbruchquote
anfängerjahrgängen zwischen 2002 und 2004 (Bezugsgruppe:              sowohl bei den Bildungsausländern als auch bei den Bildungs-
Absolventen 2008) erreicht nur jeder zweite Bildungsausländer         inländern lässt vermuten, dass von deutschen Studierenden ab-
einen Studienabschluss. Allerdings hat sich auch bei ihnen in         weichende Herkun sbedingungen, wie zum Beispiel bes mmte
den vergangenen Jahren ein deutlicher Rückgang der Studie-            Bildungstradi onen oder fehlende familiäre Unterstützungsmög-
nabbruchquote eingestellt. Von den Studienanfängerjahrgängen          lichkeiten, den Studienerfolg beeinflussen. Auffällig sind vor
um das Jahr 2000 haben noch 65 % der Bildungsausländer ihr            allem auch Defizite in den Deutschkenntnissen, die bei den Bil-
Studium vorzei g aufgegeben.                                          dungsinländern zu Schwierigkeiten mit den Leistungsanforde-
Für eine genaue Analyse der Ursachen fehlt es zwar an entspre-        rungen führen dür en. Eine ungenügende Kommunika on mit
chenden Untersuchungen, aber es ist davon auszugehen, dass            den deutschen Kommilitonen erschwert noch den Abbau der
der beträchtliche Rückgang des Studienabbruchs sowohl bei Bil-        Sprachprobleme. Die Hochschulen sind offensichtlich noch zu


83| Studienabbruchquote bei Bildungsinländern und Bildungsaus-         Quelle Abb. 83
                                                                       HIS-Studienabbruchberechnungen 2010
    ländern an deutschen Hochschulen nach den wich gsten Her-
    kun sländern in %5


Bildungsinländer                    Bezugsgruppe Absolventen 2005                                 Bezugsgruppe Absolventen 2006
Herkun sland            Insgesamt              Männer             Frauen              Insgesamt              Männer             Frauen
Türkei                      50                   48                 53                    50                   50                 51
Kroa en                     44                   44                 43                    35                   35                 35
Italien                     40                   38                 42                    38                   39                 36
Griechenland                30                   32                 26                    41                   46                 34
Polen                       46                   49                 44                    47                   52                 42
Russland                    50                   56                 45                    47                   41                 52
Ukraine                     55                   56                 54                    56                   57                 55
Bosnien-Herzegowina         41                   39                 44                    35                   33                 38
Serbien                     60                   60                 60                    46                   49                 42
China                       36                   35                 37                    54                   59                 49
                                    Bezugsgruppe Absolventen 2007                                 Bezugsgruppe Absolventen 2008
Herkun sland            Insgesamt              Männer             Frauen              Insgesamt              Männer             Frauen
Türkei                      47                   45                 48                    44                   44                 45
Kroa en                     36                   41                 30                    30                   34                 25
Italien                     37                   38                 35                    27                   26                 29
Griechenland                35                   39                 30                    24                   26                 21
Polen                       45                   53                 38                    35                   41                 30
Russland                    46                   51                 40                    42                   42                 42
Ukraine                     53                   57                 48                    48                   49                 48
Bosnien-Herzegowina         32                   35                 14                    42                   46                 36
Serbien                     40                   39                 42                    60                   63                 54
China                       33                   25                 42                    49                   55                 43




56
Bildungsinländer 2011 | Studienabbruchberechnungen




Bildungsausländer                    Bezugsgruppe Absolventen 2005                                  Bezugsgruppe Absolventen 2006
Herkun sregion           Insgesamt              Männer             Frauen               Insgesamt              Männer             Frauen
Russland                     57                   56                 58                     51                   57                 49
Polen                        61                   71                 56                     55                   71                 47
Bulgarien                    46                   52                 41                     48                   49                 47
Türkei                       32                   34                 29                     38                   42                 29
Ukraine                      54                   57                 52                     49                   53                 47
Marokko                      43                   43                 41                     51                   51                 55
Österreich                   48                   39                 62                     51                   45                 59
Kamerun                      46                   46                 46                     45                   46                 45
Frankreich                   71                   67                 73                     66                   62                 68
Süd-Korea                    40                   34                 43                     46                   53                 42
                                     Bezugsgruppe Absolventen 2007                                  Bezugsgruppe Absolventen 2008
Herkun sregion           Insgesamt              Männer             Frauen               Insgesamt              Männer             Frauen
Russland                     48                   53                 47                     44                   56                 40
Polen                        54                   65                 49                     52                   71                 44
Bulgarien                    43                   48                 39                     34                   45                 27
Türkei                       33                   34                 31                     39                   43                 30
Ukraine                      41                   47                 38                     34                   42                 30
Marokko                      57                   57                 56                     48                   51                 27
Österreich                   37                   32                 46                     42                   42                 42
Kamerun                      37                   31                 49                     35                   36                 32
Frankreich                   63                   59                 66                     65                   59                 69
Süd-Korea                    32                   49                 22                     36                   38                 34


wenig in der Lage, auf die unterschiedlichen Voraussetzungen,          Hypothe sch kann davon ausgegangen werden, dass vor allem
Erwartungen, Mo ve, Bildungsvorstellungen und den sich daraus          die jeweiligen Studienvoraussetzungen und die konkrete Integ-
ergebenden Integra onsproblemen zu reagieren.                          ra onssitua on eine große Rolle für den Studienerfolg spielen.
Dabei erweisen sich die Frauen bei den Bildungsinländern wie           In Bezug auf die einzelnen Herkun sregionen der Bildungsinlän-
auch den Bildungsausländern als erfolgreicher im Studium. Sie          der sind vor allem bei den amerikanischen Studierenden Unter-
erreichen häufiger ein Examen als ihre männlichen Kommilito-            schiede in den Studienabbruchquoten zwischen Männern und
nen. So liegt die Studienabbruchquote der Frauen bei den Bil-          Frauen festzustellen. Bei den amerikanischen Bildungsinländern
dungsinländern um drei und bei den Bildungsausländern um fünf          schließen nur 46 % der männlichen, aber 64 % der weiblichen
Prozentpunkte niedriger als bei den Männern. Hinter diesen Dif-        Studienanfänger der Jahrgänge 2002 bis 2004 (Bezugsgruppe:
ferenzen können aber auch geschlechtsspezifische Unterschiede           Absolventen 2008) ihr Studium erfolgreich ab.
in der Studienfachwahl stehen. Auch wenn mit den gegenwär g            Die größte Gruppe der Bildungsinländer, die türkischen Studie-
zur Verfügung stehenden Daten noch keine Abbruchwerte für Bil-         renden, weisen derzeit einen Studienabbruchwert von 44 % auf.
dungsinländer und Bildungsausländer getrennt nach Fächergrup-          In Bezugnahme auf den Absolventenjahrgang 2006 verließ sogar
pen oder Studienbereiche berechnet werden können, so ist doch          noch jeder zweite Bildungsinländer aus der Türkei die Hochschu-
mit Sicherheit davon auszugehen, dass hierbei beträchtliche Un-        le ohne Examen. Auch wenn die Abbruchrate damit um mehr als
terschiede bestehen. Dementsprechend können sich die von den           ein Zehntel zurückgegangen ist, fällt der Studienerfolg der türki-
Männern abweichenden Studieninteressen der Frauen auch auf             schen Bildungsinländer nach wie vor rela v gering aus. Zwischen
die Gesamtquote des Studienabbruchs auswirken.                         den Geschlechtern gibt es dabei kaum Unterschiede. Für die
Besonders hoch fällt der Studienabbruch bei den afrikanischen          türkischen Bildungsinländer ist allerdings nicht auszuschließen,
Bildungsinländern aus. Ihre Quote liegt bei 54 %. Allerdings sollte    dass sich die Einbürgerungen in einem größeren Umfang als bei
berücksich gt werden, dass sie nur einen geringen Anteil der Bil-      anderen Na onalitäten auf die Studienabbruchwerte auswirken.
dungsinländer stellen. Aber auch die asia schen Bildungsinländer       Auch wenn es dazu an detaillierten Angaben mangelt, so ist doch
haben hohe Verluste an Studienanfängern zu verzeichnen (49 %).
Ein ähnlich hoher Wert ist auf der Basis des Absolventenjahr-
gangs 2008 mit 41 % bei den Bildungsinländern aus Osteuropa             5
festzustellen. Demgegenüber sind Westeuropäer mit einer Stu-            Für Bildungsausländer aus China können    werden, da die sta s sche Datenlage nicht
                                                                        auf Basis des Absolventenjahrgangs 2008   ausreichend valide ist.
dienabbruchrate von 28 % offensichtlich erfolgreicher. Die Ursa-         keine Studienabbruchquoten berechnet
chen für diese Differenzen wurden bislang noch nicht untersucht.



                                                                                                                                                         57
auffällig, dass die Einbürgerung bei Türken rela v häufig im stu-       Im Vergleich der ausgewählten Herkun sländer weisen die fran-
dienrelevanten Lebensalter zwischen 20 und 35 vorgenommen             zösischen, polnischen und marokkanischen Bildungsausländer
wird.                                                                 die höchsten Abbruchraten auf. Ihre Quoten liegen zwischen
Im Vergleich der wich gsten Herkun sländer lassen sich neben          48 % und 65 %. Vergleichsweise niedrige Abbruchwerte sind
der Türkei auch für Serbien, China, Bosnien-Herzegowina und           derzeit bei den bulgarischen, türkischen, ukrainischen, süd-kore-
Russland hohe Verluste an Studienanfängern konsta eren. Unter         anischen und kamerunischen Studierenden zu beobachten. Die
den serbischen Bildungsinländern brechen derzeit sogar 60 von         Unterschiede im Studienerfolg zwischen Frauen und Männern
100 Studienanfängern ihr Studium vorzei g ab. Verhältnismäßig         fallen auf der Ebene der einzelnen Länder häufig noch größer
geringe Abbruchwerte zeigen sich hingegen bei den Bildungsin-         aus als auf regionaler Ebene. In der Regel – mit der Ausnahme
ländern aus Griechenland, Italien und Kroa en. Die entsprechen-       der westeuropäischen Länder – schließen die Frauen ihr Studium
den Quoten liegen zwischen 24 % und 30 %.                             häufiger erfolgreich ab. Besonders große Differenzen von über
Auffällig große Differenzen zwischen Frauen und Männern sind            zwanzig Prozentpunkten zeigen sich in dieser Hinsicht bei den
dabei unter den kroa schen, polnischen, serbischen, chinesi-          Studierenden aus Polen und Marokko.
schen sowie unter den Bildungsinländern aus Bosnien-Herzego-          Die Bildungsinländer sind durchschni lich 12,4 Semester an einer
wina festzustellen. In all diesen Fällen erreichen die Frauen einen   Hochschule eingeschrieben, bis sie ihren Abschluss erreichen. Da-
höheren Studienerfolg.                                                mit benö gen sie zur Erlangung ihres Examens im Durchschni ein
Bei den Bildungsausländern können aufgrund unzureichender             Semester länger als die deutschen Studierenden (11,5 Semester).
sta s scher Grundlagen für Studienanfänger aus China bzw. Ost-        Dies gilt für Universitäten und Fachhochschulen gleichermaßen.
asien und Nordamerika auf Basis der Absolventenjahrgänge 2007         An Kunsthochschulen kommen demgegenüber die Bildungsinlän-
und 2008 keine gesonderten Studienabbruchquoten berechnet             der schneller zum Abschluss als ihre deutschen Kommilitonen.
werden. Trotz dieser Einschränkungen zeigen sich unter den Bil-       Differenziert nach Fächergruppen weisen die Bildungsinländer in
dungsausländern die höchsten Abbruchquoten bei den Studien-           den Sprach- und Kulturwissenscha en, in den Ingenieurwissen-
anfängern aus Westeuropa mit 72 % und Lateinamerika mit 56 %.         scha en und insbesondere in Medizin überdurchschni lich lan-
Dabei scheint es vor allem bei den westeuropäischen Studieren-        ge Studienzeiten auf. In Medizin sind sie durchschni lich sogar
den möglich zu sein, dass sich eine nicht abschätzbare Zahl von       15 Semester eingeschrieben bevor sie ihren Abschluss erwerben,
ihnen als Studierende mit Abschlussabsicht eingeschrieben hat,        während die deutschen Studierenden 13,5 Semester benö gen.
obwohl sie von vornherein nur einen zeitweiligen Aufenthalt ge-       Die kürzesten Studienzeiten zeigen sich im Vergleich bei den Bil-
plant haben. Noch wahrscheinlicher ist es aber, dass gerade Stu-      dungsausländern mit durchschni lich 9,7 Hochschulsemestern.
dierende aus Westeuropa bei nicht erfüllten Studienerwartungen        Allerdings ist zu berücksich gen, dass sich ein hoher Anteil der
an den deutschen Hochschulen sich rela v schnell dazu entschei-       Bildungsausländer in weiterführenden und Masterstudiengän-
den, ihr Studium hier abzubrechen und es an einer Hochschule          gen einschreibt, die mit deutlich kürzeren Studienzeiten einher-
in ihrem Heimatland fortzuführen. Dafür spricht, dass zwischen        gehen.
Deutschland und den anderen westeuropäischen Ländern keine            Trotz etwas längerer Studienzeiten sind Bildungsinländer bei Stu-
prinzipiellen Unterschiede in der Qualität und Anerkennung des        dienabschluss genauso alt wie deutsche Studierende. Im Durch-
Hochschulstudiums bestehen. Auch der Bonus eines Auslands-            schni verlassen Bildungsinländer und deutsche Studierende mit
studiums dür e auf den Arbeitsmärkten Westeuropas nicht von           28 Jahren die Hochschule, Bildungsausländer mit 29 Jahren.
entscheidender Bedeutung sein.
Für die Bildungsausländer aus Osteuropa, Afrika und den asia -
schen Staaten außerhalb Ostasiens, die zwischen 2002 und 2004         84| Durchschni salter Absolventen unter Bildungsinländern, Bil-
(Bezugsgruppe: Absolventen 2008) ihr Studium aufgenommen                  dungsausländern und deutschen Studierenden in Jahren
haben, sind Studienabbruchquoten zwischen 40 % und 50 %
festzustellen. Diese Werte fallen für die betreffenden Studien-
                                                                                                                    27,7
anfänger von Anfang 2000 (Bezugsgruppe: Absolventen 2006)                           Bildungsinländer
etwa zehn Prozentpunkte höher aus. Für alle Herkun sregionen
sind beträchtliche Differenzen zwischen Frauen und Männern zu
                                                                                                                     28,8
konsta eren. Während die Studen nnen aus Osteuropa, Afrika,                       Bildungsausländer
Lateinamerika und asia schen Ländern, die nicht zu Ostasien
gehören, einen niedrigeren Studienabbruch als ihre männlichen
                                                                                                                    27,6
Kommilitonen aufweisen, sind unter den Studierenden aus West-                  Deutsche Absolventen
europa umgekehrte Tendenzen anzutreffen.



58
Bildungsinländer 2011 | Studienabbruchberechnungen




85| Durchschni liche Studiendauer der Bildungsinländer, Bildungs-       Quelle Abb. 84 – 85
                                                                        HIS-Studienabbruchberechnungen 2010
    ausländer und deutschen Absolventen nach Hochschulart und
    Fächergruppen in Semestern im Absolventenjahrgang 2008


Studienzeit in Semestern                             Bildungsinländer                Bildungsausländer         Deutsche Absolventen
Insgesamt                                                  12,4                             9,7                        11,5

Hochschulart
Universitäten                                             13,8                               10,1                      12,6
Kunsthochschulen                                           9,8                               8,6                       13,4
Fachhochschulen                                           11,3                               9,0                       13,4

Fächergruppe
Sprach- und Kulturwissenscha en, Sport                    13,6                               11,6                      12,4
Rechts-, Wirtscha s- und Sozialwissenscha en              11,9                                9,1                      10,7
Mathema k, Naturwissenscha en                             12,8                                9,8                      11,9
Humanmedizin, Gesundheitswissenscha en                    15,2                               12,7                      13,5
Veterinärmed., Agrar-, Forst- und Ernährungswiss.         12,4                                7,8                      10,9
Ingenieurwissenscha en                                    12,7                                9,1                      11,1
Kunst, Kunstwissenscha                                    10,2                                9,2                      12,1




                                                                                                                                      59
Bildungsinländer stärker auf eigenen Verdienst zur
Finanzierung des Lebensunterhaltes angewiesen

SOZIALE HERKUNFT UND FINANZIELLE SITUATION                                                Bevölkerungsgruppen. Während der Anteil der Deutschen mit
Die Bildungsinländer unterscheiden sich in ihrer sozialen Her-                            Hochschulabschluss in der Elterngenera on der 45- bis 65-Jäh-
kun erheblich von den deutschen Studierenden. Im Studienjahr                              rigen bei 16 % liegt, fällt dieser in der gleichen Elterngruppe mit
2009 sind 44 % aller studierenden Bildungsinländer, aber nur                              Migra onshintergrund nur halb so hoch aus.2 Der vergleichs-
13 % der Studierenden mit deutscher Staatsangehörigkeit der                               weise hohe Anteil an Studierenden aus bildungsfernen und ein-
Herkun sgruppe „niedrig“ zuzuordnen. Die Eltern dieser Studie-                            kommensschwächeren Familien unter den Bildungsinländern
renden haben keinen Hochschulabschluss und arbeiten in einfa-                             verdeutlicht damit nachdrücklich, welche Bedeutung dem Hoch-
chen beruflichen Stellungen.1 Dementsprechend stammen die                                  schulstudium als Möglichkeit für Bildungsaufs eg und bessere
Bildungsinländer auch deutlich seltener als die deutschen Studie-                         Teilhabe an allen gesellscha lichen Bereichen zukommt.
renden aus der mi leren oder der höheren Schicht. Der Befund                              Den Befunden zur sozialen Herkun entsprechend hat nur ein
tri auf alle Studierenden mit Migra onshintergrund zu, also                               Dri el der studierenden Bildungsinländer Eltern, von denen zu-
auch auf jene, die mi lerweile die deutsche Staatsangehörigkeit                           mindest ein Elternteil einen akademischen Abschluss vorweisen
besitzen und somit als Eingebürgerte zu bezeichnen sind. Bei den                          kann. Deutsche Studierende stammen hingegen wesentlich häu-
Bildungsinländern kommen lediglich 17 %, bei den Eingebürger-                             figer aus bildungsnahen Elternhäusern. So kommt jeder zweite
ten sogar nur 15 % aus Familien, die der Herkun sgruppe „hoch“                            deutsche Studierende aus einem Elternhaus mit Hochschulab-
zuzuordnen sind. Von den deutschen Studierenden stammen                                   schluss. Es ist demnach insgesamt davon auszugehen, dass die
dagegen mit einem Anteil von knapp zwei Fün el mehr als dop-                              deutschen Studierenden mit güns geren Voraussetzungen ihr
pelt so viele aus dieser Herkun sgruppe. Für diese Gruppe ist be-                         Studium in Deutschland aufnehmen als die Gruppe der Bildungs-
zeichnend, dass wenigstens ein Elternteil über einen Hochschul-                           inländer.
abschluss verfügt und in verantwortlichen Posi onen tä g ist.                             Für die Bildungsausländer gilt, dass bei ihnen der Anteil an Stu-
Die Unterschiede zwischen deutschen Studierenden und studie-                              dierenden mit mindestens einem Elternteil, das über einen Hoch-
renden Bildungsinländern hinsichtlich ihrer sozialen Herkun                               schulabschluss verfügt, vergleichsweise hoch ausfällt. Insgesamt
korrespondieren mit der sozialen Situa on in den jeweiligen                               können 63 % der Bildungsausländer auf ein solches Elternhaus

86| Studierende mit Migra onshintergrund nach sozialer Herkun                             87| Anteil der Bildungsinländer und der deutschen Studierenden,
    in %                                                                                      bei denen mindestens ein Elternteil einen Hochschulabschluss
                                                                                              erworben hat in %
      soziale Herkun sgruppe
            niedrig              mi el             gehoben              hoch                      Bildungs-
                                                                                                                                            33
                                                                                                   inländer
 17                 15                36               40                37

                                                                                                  Deutsche
                                                                                                                                                             51
 18                 19                                                                         Studierende


 21                 21                                                                            Bildungs-
                                      24               21                24                                                                                             63
                                                                                                  ausländer

                                      25               22                27
 44                 46                15               17                13
      Bildungs-           Einge-       Elternteil m.     doppelte          Deutsche
      inländer           bürgerte      ausl. Staats-      Staats-         Studierende
                                         angehör.        angehör.

 1
 Die Darstellung der sozialen Herkun s-       Stellung der Eltern. Diese drei Merkmale    erhebung des Deutschen Studentenwerks,      Migra onshintergrund – Ergebnisse des
 gruppen folgt den Angaben der 19.            werden miteinander kombiniert, so dass      durchgeführt durch HIS Hochschul-Informa-   Mikrozensus 2008. Fachserie 1, Reihe 2.2.
 Sozialerhebungen des DSW. Dabei ergibt       sich vier Ausprägungen – hoch, gehoben,      ons-System. Bonn, Berlin 2010. S. 128      Wiesbaden 2010
 sich der Indikator soziale Herkun aus drei   mi el und niedrig – ergeben.
 Merkmalen des Elternhauses: höchster         Vgl. BMBF (Hg.): Die wirtscha liche und     2                                           Quelle Abb. 86 – 87
 allgemeinbildender Abschluss, höchster       soziale Lage der Studierenden in der Bun-   Sta s sches Bundesamt: Bevölkerung          19. Sozialerhebung; DSW/HIS
 berufsbildender Abschluss, berufliche         desrepublik Deutschland 2009. 19. Sozial-   und Erwerbstä gkeit. Bevölkerung mit




60
Bildungsinländer 2011 | 19. Sozialerhebung des DSW




verweisen. Auch wenn sich die verschiedenen Herkun sbedin-                                und den Bildungsinländern. Während die deutschen Studieren-
gungen nur eingeschränkt miteinander vergleichen lassen, so                               den ihren Lebensunterhalt zur Häl e mit finanzieller Unterstüt-
zeigt sich doch, dass besonders die mo va onalen, aber auch die                           zung durch ihre Eltern und zu einem Viertel durch Jobben be-
finanziellen Voraussetzungen für ein Auslandsstudium vor allem                             streiten, sind die Bildungsinländer stärker auf BAföG (21 %) und
in akademisch gebildeten Familien zu finden sind, die um den                               eigenen Verdienst (35 %) angewiesen. Damit sind sie in der Lage,
Wert von Auslandserfahrungen und Sprachkenntnissen wissen.3                               den deutlich geringeren Elternbeitrag (31 %) zu kompensieren.
Die finanzielle Situa on der Bildungsinländer gleicht der ihrer                            Der Großteil der Studierenden in Deutschland geht während des
deutschen Kommilitonen. Im Durchschni belaufen sich die mo-                               Semesters zumindest gelegentlich einer Tä gkeit nach, um Geld
natlichen Einnahmen der Bildungsinländer im Jahr 2009 auf 822                             zu verdienen. So waren im Jahr 2009 zwei Dri el der Bildungsin-
Euro. Die deutschen Studierenden verfügen im gleichen Zeitraum                            länder und 65 % der deutschen Studierenden neben dem Studi-
über durchschni lich 810 Euro. Allerdings beziehen sich diese                             um erwerbstä g. Damit nehmen Bildungsinländer ähnlich häufig
Daten ausschließlich auf „Normalstudierende“, d. h. Studierende                           einen Nebenjob an wie ihre deutschen Kommilitonen. Allerdings
in einem Erststudium, die nicht zu Hause bei ihren Eltern woh-                            liegt der Anteil der Bildungsinländer, die während der Vorle-
nen, nicht verheiratet sind und auch keine Kinder haben.                                  sungszeit laufend erwerbstä g sind, mit 41 % höher als bei den
Bei der Zusammensetzung der Finanzierungsquellen zeigen sich                              deutschen Studierenden (37 %). Von den Bildungsausländern
deutliche Unterschiede zwischen den deutschen Studierenden                                sind zwischen 52 % und 59 % während des Semesters erwerbstä-
                                                                                            g, rund ein Viertel hat in dieser Zeit laufend gearbeitet.

88| Höhe der monatlichen Einnahmen der Bildungsinländer und
    deutschen Studierenden4                                                               89| Zusammensetzung der monatlichen Einnahmen bei Bildungsin-
                                                                                              ländern und deutschen Studierenden in %1
             Bildungs-
                            822 €                                                              Finanzierungsquelle
              inländer
                                                                                                    Sons ge          BAföG/S pendien
                                                                                                    Verdienst        Eltern
             Deutsche
          Studierende       810 €


                                                                                                       13            12             19
            Bildungs-
                            725 €
            ausländer
                                                                                                                     25
                                                                                                       35            14             34
 3                                           4
 BMBF (Hg.): Interna onalisierung des Stu-   Aktuelle Vergleichswerte für Bildungsaus-                 21                           15
 diums. Ergebnisse der 19. Sozialerhebung    länder werden Anfang 2011 vorliegen.
 des Deutschen Studentenwerks durchge-
 führt durch HIS Hochschul-Informa ons-      Quelle Abb. 88 – 90
 System. Bonn, Berlin 2011, S. 28            19. Sozialerhebung; DSW/HIS                               31            49             32
                                                                                                         Bildungs-    Deutsche        Bildungs-
                                                                                                         inländer    Studierende      ausländer

90| Erwerbstä gkeit der Bildungsinländer und deutschen Studieren-
    den in %4

Erwerbstä gkeit in der Vorlesungszeit                                            Bildungsinländer                             Deutsche Studierende
laufend gearbeitet                                                                     41 %                                          37 %
häufig gearbeitet                                                                       10 %                                          10 %
gelegentlich gearbeitet                                                                14 %                                          18 %
ohne Erfolg Job gesucht                                                                6 %                                            3 %
wegen Studienbelastung nicht möglich                                                   19 %                                          21 %
nicht erforderlich                                                                     10 %                                          10 %




                                                                                                                                                        61
bildungsinlaender_2011.pdf
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  • 1.
    Bildungsinländer 2011 Daten undFakten zur Situa on von ausländischen Studierenden mit deutscher Hochschulzugangsberech gung
  • 3.
    Bildungsinländer 2011 Daten undFakten zur Situa on von ausländischen Studierenden mit deutscher Hochschulzugangsberech gung
  • 4.
    Herausgeber Redak on, Herausgeber und Herstellung haben sich bemüht, die in dieser DAAD Veröffentlichung enthaltenen Angaben mit größter Sorgfalt zusammenzu- Deutscher Akademischer Austauschdienst stellen. Sie können jedoch nicht ausschließen, dass die eine oder andere German Academic Exchange Service Informa on auf irrtümlichen Angaben beruht oder bei der Drucklegung bereits Änderungen eingetreten sind. Aus diesem Grund kann keine Gewähr Kennedyallee 50, D-53175 Bonn und Ha ung für die Rich gkeit und Vollständigkeit der Angaben übernom- men werden. Konzep on und Redak on Dr. Simone Burkhart, DAAD Dr. Ulrich Heublein, HIS Johanna Wank, HIS Gestaltung und Satz Nora Barr, Medienproduk on und -dienstleistungen, Leipzig
  • 5.
    Bildungsinländer 2011 |Inhalt Inhalt Seite Kapitel 5 Vorwort 6 Wesentliche Befunde zum Studium von Bildungsinländern 8|9 Einführung Angaben zu ausländischen Schülern und deren Studierneigung 10|11 Ausländische Schüler an deutschen Schulen 12|13 Hochschulzugang und Studierneigung Sta s sche Grunddaten zum Studium von Bildungsinländern 14|15 Entwicklung der Studierendenzahlen in Deutschland 16|17 Bildungsinländer in anderen Staaten 18 Entwicklung der Studienanfängerzahlen 19 Entwicklung der Absolventenzahlen 20|21 Bundesländer: Studierende 22 Bundesländer: Studienanfänger 23 Bundesländer: Absolventen 24|25 Hochschulart: Studierende 26 Hochschulart: Studienanfänger 27 Hochschulart: Absolventen 28|29 Wich gste Hochschulen für Bildungsinländer 30|31 Regionale Herkun : Studierende 32|33 Wich gste Herkun sländer: Studierende 34 Regionale Herkun : Studienanfänger 35 Regionale Herkun : Absolventen 36|37 Fächergruppen: Studierende 38|39 Studienbereiche: Studierende 40 Fächergruppen: Studienanfänger 41 Fächergruppen: Absolventen 42|43 Studien- und Abschlussarten: Studierende 44 Studien- und Abschlussarten: Studienanfänger 45 Studien- und Abschlussarten: Absolventen Angaben zur Studien- und Lebenssitua on der Bildungsinländer 46|47 Mobilität 48|49 Studienvoraussetzungen und Studiensitua on 50 – 55 Studienerfolg und Studiendauer 56|57 Soziale Herkun und finanzielle Situa on
  • 7.
    Bildungsinländer 2011 |Vorwort Vorwort Über 63.500 ausländische Studierende, die in Deutschland ihre den vergangenen Jahren verbessert hat. Noch deutlicher ist die- Hochschulzugangsberech gung erworben haben, studierten im se posi ve Entwicklung bei den ausländischen Studierenden zu Jahr 2010 an deutschen Hochschulen. Diese Gruppe der soge- beobachten, die für das Studium aus dem Ausland nach Deutsch- nannten Bildungsinländer erfährt in den vergangenen Jahren als land gekommen sind (Bildungsausländer). Diese erfreuliche Ten- ein Teil der Studierenden mit Migra onshintergrund vermehrte denz ist aus Sicht des DAAD auch das Ergebnis einer verbesserten Aufmerksamkeit. Poli k, Gesellscha und die Hochschulen sind Integra on ausländischer Studierender an deutschen Hochschu- sich in dem Ziel einig, die Integra on und die Zukun schancen len, die der DAAD seit mehreren Jahren mit Betreuungs- und dieser jungen Menschen zu verbessern, wobei der Bildung ein Integra onsprogrammen unterstützt. Gleichwohl muss sich die- zentraler Stellenwert zukommt. ser Aufgabe auch in Zukun mit Nachdruck gewidmet werden, da Der DAAD legt vor diesem Hintergrund mit dem „Datenreport sowohl die Bildungsinländer wie auch die Bildungsausländer im Bildungsinländer“ erstmals eine umfassende Zusammenstellung Vergleich zu ihren deutschen Kommilitonen noch deutlich häufi- verschiedenster Kennzahlen und Befunde zur Studiensitua on ger das Studium ohne Abschluss abbrechen. von Bildungsinländern vor. Neben der ausführlichen Darstellung Der Dank des DAAD gilt Herrn Dr. Ulrich Heublein und Frau Johan- des bereits in unterschiedlichen Quellen vorliegenden Daten- na Wank von HIS, in deren Händen die Konzep on und Redak on materials zu Bildungsinländern wurde für diesen Report auch der Studie lag, Frau Nora Barr für die grafische Umsetzung sowie erstmals der Studienerfolg von ausländischen Studierenden (Bil- dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, durch deren dungsinländer und Bildungsausländer) berechnet. Die Ergebnis- Zuwendung diese Publika on erst möglich wurde. se zeigen, dass sich der Studienerfolg von Bildungsinländern in Dr. Dorothea Rüland Generalsekretärin des DAAD 9
  • 8.
    Wesentliche Befunde zumStudium von Bildungsinländern an deutschen Hochschulen – ein erstes Resümee An den deutschen Hochschulen studieren derzeit rund 175.000 auch hinsichtlich der Studienorien erung und der Studienmo - Studierende mit Migra onshintergrund. Mehr als ein Dri el von va on. ihnen sind Bildungsinländer, sie erwarben zwar ihre Hochschul- Diese vergleichweise ungüns ge Ausgangslage für studierende reife in Deutschland, verfügen aber über keinen deutschen Pass. Bildungsinländer ist nur durch eine gezielte, z. T. auch studien- Für diese Studierenden stellt sich die Frage nach Integra on und begleitende Förderung zu kompensieren. Gerade daran scheint gesellscha licher Teilhabe in ganz besonderer Weise. In Deutsch- es aber noch an vielen Hochschulen zu mangeln. Die wenigen land aufgewachsen, haben sie bislang nicht den Schri getan, die mehr oder minder repräsenta ven Aussagen, die zur Studiensi- deutsche Staatsbürgerscha zu erwerben und damit auf den tua on von Bildungsinländern vorliegen, weisen darau in, dass Pass des Herkun slandes ihrer Eltern zu verzichten. Ohne Zweifel sie vor eine Reihe von Herausforderungen gestellt sind, die in stellt gerade ein Hochschulstudium eine große Chance dar, diese dieser Weise für ihre deutschen Kommilitonen nicht bestehen. talen erten Jugendlichen auf Dauer an Deutschland zu binden. Nach eigener Einschätzung sind sowohl fachlicher Vorbereitungs- Mit dem Studienabschluss eröffnen sich ihnen vielfäl ge Mög- stand wie auch Beherrschung bes mmter Studienkompetenzen lichkeiten zu beruflichem Aufs eg und Übernahme von Verant- nicht immer hinreichend. Auffällige Defizite werden vor allem in wortung. Bezug auf die selbstständige Studiengestaltung konsta ert. Hin- Diesen Weg beschreitet bislang noch eine zu geringe Zahl von zu kommen, eher überraschend, erhebliche sprachliche Schwie- Bildungsinländern. Die entscheidende Hürde ist dabei nicht der rigkeiten. Zu viele Bildungsinländer bekunden Probleme mit der Übergang von den weiterführenden Schulen an die Hochschulen, Beherrschung der deutschen Sprache in wissenscha lichem Kon- sondern der Zugang zu den studienvorbereitenden Schulen. Der text. Ebenfalls unbefriedigend ist die Integra onssitua on, regel- Anteil der ausländischen Kinder an den Schülern in den Gymna- mäßige Gesprächskontakte zu deutschen Studierenden scheinen sien ist seit zwanzig Jahren auf dem Niveau von 4 % verblieben. nicht selbstverständlich zu sein. Jeder vierte studierende Bil- Von allen ausländischen Schulabgängern erwarben 2009 ledig- dungsinländer ist stark beunruhigt, weil er sich in Deutschland lich 13 % die Hochschulreife. Bei den deutschen Schulabgängern fremd fühlt. fällt dieser Wert dagegen fast dreimal so hoch aus. Angesichts Herkun s- und Studiensitua on dür en dazu beitragen, dass der dieser Zahlen kann es kaum verwundern, dass auch der Anteil Studienerfolg der Bildungsinländer unter dem ihrer deutschen der Bildungsinländer an allen Studierenden in Deutschland seit Kommilitonen liegt. Während – unter Bezug auf die Absolventen vielen Jahren bei 3 % liegt. Dabei ist die absolute Zahl der Bil- 2008 – von den deutschen Studierenden eines Jahrgangs 24 % dungsinländer-Studierenden in den letzten zehn Jahren kon - ihr Studium abbrechen, liegt dieser Wert bei den Bildungsinlän- nuierlich ges egen und liegt 2010 bei 63.526. Als sehr posi ves dern bei 41 %. Dabei gilt es hervorzuheben, dass sich eine posi - Zeichen ist insbesondere die hohe Studierneigung der Bildungs- ve Tendenz abzeichnet, denn der Abbrecheranteil, der sich unter inländer unter den Studienberech gten hervorzuheben. Sie fällt Bezugnahme auf die Absolventen 2005 ergibt, beträgt noch 45 %. deutlich höher als der entsprechende Anteil bei den deutschen Dennoch kann gerade angesichts der hohen Bedeutung, die ei- Schulabgängern mit Hochschulreife aus. nem Hochschulstudium als Weg zu Integra on und gesellscha - So erfreulich diese Aufs egs- und Bildungsambi onen derjeni- licher Teilhabe zukommt, die Studienerfolgsquote der studieren- gen, die eine Studienberech gung gescha haben, auch sind, den Bildungsinländer nicht befriedigen. so dür en sich doch die schulischen Zugangsschwierigkeiten Was die Herkun der studierenden Bildungsinländer angeht, auf die Erhöhung der Zahl studierender Bildungsinländer nach lässt sich festhalten, dass die überwiegende Mehrzahl aus euro- wie vor hemmend auswirken. Dies kommt nicht von ungefähr: päischen Ländern stammt. Die Türkei ist dabei das mit Abstand Viele Bildungsinländer haben einen familiären Hintergrund, der wich gste Herkun sland. Im Studienjahr 2010 sind 17.535 tür- nicht akademisch geprägt ist. Entsprechend stammen auch von kische Bildungsinländer an den deutschen Hochschulen immatri- den betreffenden Studierenden überdurchschni lich viele aus kuliert. Sie stellen fast 30 % aller Bildungsinländer. Weitere wich- bildungsfernen und einkommensschwachen Elternhäusern. Im ge Herkun sländer sind Kroa en, Italien und Griechenland, Studienjahr 2009 sind 44 % aller studierenden Bildungsinländer, gefolgt von Russland, Polen und der Ukraine. aber nur 13 % der deutschen Studierenden der Herkun sgruppe Zwischen den Studierenden verschiedener Staatsbürgerscha „niedrig“ zuzuordnen. Zur Herkun sgruppe „hoch“ gehören von gibt es zum Teil beträchtliche Differenzen. So schließen Bildungs- den Bildungsinländern 17 %, von den deutschen Kommilitonen inländer aus Griechenland, Italien und Kroa en ihr Studium an- dagegen 37 %. Viele der betreffenden Eltern können deshalb nähernd so zahlreich ab wie ihre deutschen Kommilitonen, bei ihren studierenden Kindern nicht nur finanziell weniger Unter- Abbruchsquoten zwischen 24 % und 30 %. Vergleichsweise häu- stützung angedeihen lassen, sondern mangels eigener Erfahrung fig brechen dagegen u. a. Bildungsinländer aus Serbien, China 10
  • 9.
    Bildungsinländer 2011 |Wesentliche Befunde zum Studium von Bildungsinländern an deutschen Hochschulen und der Ukraine ihr Studium ab. Auch für die betreffenden Stu- Wirtscha . Auffällig ist, dass rela v wenige Bildungsinländer in dierenden mit türkischer Staatsbürgerscha beträgt die Studie- einem Lehramtsstudiengang immatrikuliert sind. Für die weitere nabbruchquote auf Basis des Absolventenjahrgangs 2008 rela v Integra on von ausländischen Schülern und ihre Förderung sind hohe 44 %. Die Ursachen für diese starken Differenzen sind ge- aber Lehrer mit Migra onshintergrund sehr wich g. Sie kennen wiss vielgestal g. Eine wich ge Rolle dür en Unterschiede im fa- nicht nur die Nöte dieser Schüler, wissen um die Sorgen und Tra- miliären Hintergrund und in den Bildungstradi onen, aber auch di onsbezüge der Eltern, sie sind selbst lebendige Beispiele für in der Akzeptanz seitens der deutschen Gesellscha spielen. einen gelungenen Bildungsaufs eg und eine gelungene Integra- Die vorliegenden Erkenntnisse zum Studienerfolg weisen da- on in die Gesellscha . rau in, dass die Hochschulen gut beraten sein dür en, diese Unterschiede in der Betreuung der Studierenden zu beachten. Allerdings stellen sich diese Anforderungen an Förderung und Betreuung nicht allen Hochschulen gleichermaßen. Die höchs- ten Anteile an Bildungsinländern finden sich in Hessen und Nordrhein-Wes alen. Diese beiden Bundesländer stellen allein fast die Häl e aller Bildungsinländer. Auch in den Stadtstaaten studieren überdurchschni lich viele Bildungsinländer. Bezogen auf einzelne Hochschulen sind es vor allem die Universitäten in Frankfurt am Main, Wuppertal und Hamburg sowie die Fach- hochschulen in Frankfurt am Main, Bochum, Stu gart und Düs- seldorf, die auf vergleichsweise hohe Anteile an Bildungsinlän- dern verweisen können. Gerade den Fachhochschulen kommt bei allen die Bildungsinlän- der betreffenden Fragen eine besondere Bedeutung zu. An die- sen Hochschulen ist die Zahl der Bildungsinländer seit Jahren ste- g gewachsen. Mi lerweile studieren 38 % der Bildungsinländer an Fachhochschulen, bei ihren deutschen Kommilitonen beträgt dieser Anteil lediglich 32 %. Der Zuwachs scheint sich auch wei- ter fortzusetzen. Die Fachhochschulen bieten Bildungsinländern offensichtlich in besonderem Maße die Chance, den Bildungsauf- s eg von einer nichtakademischen in eine akademisch gebildete Bevölkerungsschicht zu schaffen. Diese Funk on eines erleichter- ten Zugangs zu akademischer Bildung wird auch darin sichtbar, dass von den Bildungsinländern unter den Studienanfängern 2008 rund ein Dri el ihr Studium mit einer Fachhochschulreife antrat, von den deutschen Studienanfängern mit ihrem anderen Herkun sprofil betraf dies noch nicht einmal ein Fün el. Auch in Bezug auf die Studienfächer lassen sich für die Bildungs- inländer bes mmte Konzentra onen feststellen. Neben den Wirtscha swissenscha en finden sie sich sehr stark in ingenieur- wissenscha lichen Studiengängen. Gerade die türkischen Ju- gendlichen interessieren sich besonders für Informa k und Maschinenbau. Jeder fün e von ihnen hat sich in einem dieser beiden Fächer eingeschrieben. Diese Fokussierung verdeutlicht noch einmal, welche Bedeutung ein erfolgreiches Studium von Bildungsinländern haben kann. Gelingt es den Hochschulen, diese Studierenden angemessen zu unterstützen und zum Stu- dienabschluss zu führen, dann leisten sie einen nicht zu unter- schätzenden Beitrag zur Deckung des Fachkrä ebedarfs der 11
  • 10.
    Einführung Die Integra onvon Zuwanderern stellt eine wich ge poli sche etabliert, die auch im vorliegenden Datenreport zur Anwendung und gesellscha liche Aufgabe für Deutschland dar. Sie kann nur kommt.3 Zu den Studierenden mit Migra onshintergrund zählen gelingen, wenn die Migran nnen und Migranten gleichwer ge dabei: Bildungschancen erhalten und dadurch alle Möglichkeiten zur • Studierende mit ausländischer Staatsangehörigkeit (oder Teilhabe am sozialen und wirtscha lichen Erfolg der Gesamtge- Staatenlose), die ihre Hochschulzugangsberech gung an ei- sellscha haben. Bildung bleibt damit ein entscheidender Schlüs- ner deutschen Schule erworben haben. Sie werden als Bil- sel zur sozialen, aber auch kulturellen und wirtscha lichen Inte- dungsinländer bezeichnet. gra on. • Deutsche Studierende, bei denen mindestens ein Elternteil Der Na onale Bildungsbericht von 2006 hat in einer Analyse zu über eine ausländische Staatsangehörigkeit verfügt. Bildung und Migra on aufgezeigt, dass über ein Viertel der Kin- • Eingebürgerte Studierende – d. h. Studierende, die ihre ur- der und Jugendlichen in Deutschland im bildungsrelevanten Al- sprüngliche Staatsangehörigkeit zugunsten der deutschen ter bis 25 Jahre über einen Migra onshintergrund verfügt.1 Die aufgegeben haben und Fähigkeiten und Talente dieser Kinder und Jugendlichen dürfen • Studierende mit doppelter Staatsbürgerscha , die neben der nicht vernachlässigt werden, denn ihr Bildungserfolg birgt enor- deutschen Staatsangehörigkeit eine weitere besitzen. me Entwicklungspotenziale für die deutsche Gesellscha und stellt somit auch eine gewinnbringende Inves on dar. Dies ma- Im Mi elpunkt des vorliegenden Berichts stehen Grunddaten chen solche Bestrebungen wie beispielsweise die Aufstellung ei- der amtlichen Sta s k zu Bildungsinländern an den deutschen nes na onalen Integra onsplans seitens der Bundesregierung im Hochschulen. Die Gesamtheit der Studierenden mit Migra ons- Jahre 2007 deutlich. Die Analysen im Na onalen Bildungsbericht hintergrund kann allerdings nicht erfasst werden, da die amtli- zeigen aber auch, dass trotz formaler Gleichstellung nach wie vor che Sta s k ausschließlich Aussagen über die Gruppe der Bil- zwischen Kindern und Jugendlichen deutscher und nichtdeut- dungsinländer erlaubt. Deutsche Studierende mit ausländischen scher Herkun ein beträchtliches Gefälle beim Zugang zu höhe- Eltern, eingebürgerte Studierende sowie Studierende mit dop- ren Bildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten besteht. Erklär- pelter Staatsangehörigkeit werden in der Sta s k nicht als ge- tes Ziel der Integra on durch Bildung muss es daher sein, dass sonderte Gruppen ausgewiesen. Entweder ihre Zuordnung in der Kinder von Migranten ähnliche Bildungsabschlüsse und Kompe- amtlichen Sta s k lässt sich nicht vollends au lären (doppelte tenzen erwerben wie gleichaltrige Deutsche. Staatsbürgerscha ) oder ihre Daten gehen in die der deutschen Vor diesem Hintergrund ist es wich g, ausreichende Informa o- Studierenden mit ein (Studierende mit ausländischem Elternteil/ nen über die Bildungsbeteiligung von Zuwanderern zu erlangen. Eingebürgerte). Es besteht daher von Seiten der amtlichen Sta s- Bisher liegen jedoch gerade über die Beteiligung der Migran- k keine Kenntnis darüber, wie groß der Anteil der Studierenden nnen und Migranten an der Hochschulbildung in Deutschland mit Migra onshintergrund ausfällt. Dementsprechend lässt sich nur geringe Erkenntnisse vor. Zwar liefert die im dreijährigen auch das Verhältnis von Bildungsinländern zu Studierenden mit Rhythmus durchgeführte Sozialerhebung des Deutschen Stu- Migra onshintergrund nicht sta s sch fundiert berechnen. Le- dentenwerks in der aktuellen Publika on zum zweiten Mal auch diglich die Sozialerhebung ermi elt anhand der Befragungsdaten Informa onen zu den Studierenden mit Migra onshintergrund. der Studierenden in Deutschland Anteilswerte der Studierenden Und auch der Mikrozensus, die größte Bevölkerungsumfrage in mit Migra onshintergrund. So ha en im Sommersemester 2009 Deutschland, hält seit dem Jahr 2005 ausgewählte Daten zu die- laut der 19. Sozialerhebung 11 % aller Studierenden (ohne Bil- ser Studierendengruppe bereit. Dennoch mangelt es in Deutsch- dungsausländer) einen Migra onshintergrund. Entsprechend land bislang an repräsenta ven Bildungsstudien, die sich mit der der obigen Defini on sind jeweils rund 3 % der Immatrikulierten Gesamtheit der Studierenden mit Migra onshintergrund befas- in Deutschland Bildungsinländer bzw. deutsche Studierende mit sen. mindestens einem ausländischen Elternteil, 4 % Eingebürgerte Migra on ist kein einheitliches soziales Merkmal, sondern birgt und 1 % Studierende mit doppelter Staatsangehörigkeit. Damit vielfäl ge Zuwanderungskonstella onen und kulturelle Iden tä- waren im Jahr 2009 rund 175.000 Studierende mit Migra ons- ten in sich. So lässt sich beispielsweise nach der individuellen und hintergrund an den deutschen Hochschulen eingeschrieben, dar- familialen Migra onserfahrung (Einwanderer der 1., 2. oder 3. unter etwa 58.000 Bildungsinländer, 46.000 deutsche Studieren- Genera on) und dem rechtlichen Status der Staatsangehörigkeit de mit ausländischen Eltern, 17.000 Studierende mit doppelter (deutsch vs. nichtdeutsch) unterscheiden.2 In der Sozialerhebung Staatsbürgerscha und fast 60.000 eingebürgerte Studierende. des Deutschen Studentenwerks hat sich bezogen auf die Stu- Aufgrund der zur Verfügung stehenden Daten konzentriert sich dierenden mit Migra onshintergrund folgende Differenzierung der vorliegende Report ausschließlich auf die Entwicklung des 12
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    Bildungsinländer 2011 |Einführung Studiums von Bildungsinländern an den deutschen Hochschulen. lisches Bildungsverhalten von Bildungsinländern umfassender als Zu weiteren Gruppen von Studierenden sind derzeit keine detail- bisher beleuchtet, sondern auch auf Forschungsdesiderate und lierten Informa onen verfügbar. Dies schränkt zwar die Aussage- offene Fragen hingewiesen. kra dieses Berichtes ein, aber gleichzei g werden zum ersten Für die Darstellung der strukturellen Merkmale des Studiums Mal wesentliche Merkmale des Studiums von Bildungsinländern von Bildungsinländern werden als Vergleichsgruppe sowohl die in einer Publika on versammelt. Damit steht eine besondere deutschen Studierenden als auch die Bildungsausländer heran- Gruppe von Studierenden im Mi elpunkt, deren wesentlichstes gezogen. Bildungsausländer sind ausländische Studierende, die Charakteris kum darin besteht, dass sie zwar in Deutschland ihre erst für das Studium nach Deutschland kommen und – im Gegen- Hochschulzugangsberech gung erworben haben – und damit in satz zu Bildungsinländern – ihre Hochschulzugangsberech gung der Regel auch schon seit längerem hier leben – sich jedoch bis- an einer ausländischen Schule erworben haben. Sie eignen sich her nicht entschließen konnten, auch die deutsche Staatsbürger- deshalb als Vergleichsgruppe für die Bildungsinländer, weil sie scha anzunehmen, obwohl davon auszugehen ist, dass für die zum einen ebenfalls ausländischer Herkun sind und kulturelle Mehrzahl von ihnen die Möglichkeit dazu besteht. Zweifelsohne Prägungen aus anderen Regionen erfahren haben. Zum anderen gilt für sie daher das Integra onsangebot durch Bildung in be- stellen sich ihnen mit dem Streben nach Integra on ähnliche Stu- sonderem Maße. dienprobleme. Der Vergleich mit den deutschen Studierenden Die Beschränkung auf die Gruppe der Bildungsinländer innerhalb gründet sich vor allem auf ihre gleichen Schulwege und schuli- der Studierenden mit Migra onshintergrund führt aber auch schen Erfahrungen. Deutsche Studierende und Bildungsinländer dazu, dass Entwicklungen, die sich im Studium von Bildungsin- haben deutsche Schulen besucht und eine deutsche Hochschul- ländern zeigen, nur mit Vorsicht interpre ert werden können. zugangsberech gung erworben. Aus dem Vergleich der beiden Es ist nicht bekannt, wie viele Bildungsinländer im Laufe des Gruppen werden die Lebensumstände und der Einfluss von Mi- Studiums eine Einbürgerung vornehmen und damit in eine an- gra onsaspekten auf die Bildungssitua on der Bildungsinlän- dere Studierendengruppe mit Migra onsbezug übergehen. Aus der besonders deutlich. In der Präsenta on der Ergebnisse wird diesem Grund kann es im Verhältnis von Bildungsinländern und nicht immer der gleichzei ge Vergleich mit Bildungsausländern eingebürgerten Studierenden zu sta s sch nicht kontrollierba- und deutschen Studierenden gesucht, sondern die Wahl der Ver- ren Verschiebungen zugunsten der Eingebürgerten kommen. gleichsgruppen ergibt sich aus den jeweils behandelten Aspekten So ist beispielsweise bei sinkenden Studierenden- bzw. Absol- und den konkreten Befunden. ventenzahlen der Bildungsinländer nicht nur davon auszugehen, dass ein Teil der Bildungsinländer das Studium vorzei g aufgibt, sondern dahinter könnten sich auch Einbürgerungsprozesse ver- bergen. Dieser Umstand ist bei der Interpreta on der folgenden Darstellungen notwendigerweise zu bedenken. Die verwendeten Daten für das vorliegende Datenkompendium zur Entwicklung des Studiums von Bildungsinländern an den deutschen Hochschulen stammen vor allem aus zwei Quellen. Zum einen vom Sta s schen Bundesamt und zum anderen aus der 19. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks aus dem Jahre 2009. Daneben wurde noch vereizelt auf weitere bundes- weit repräsenta ve HIS-Untersuchungen wie beispielsweise den Studienanfänger- und Studienberech gtenbefragungen und den HIS-Studienabbruchberechnungen zurückgegriffen. Zwar sind die Ergebnisse dieser Untersuchungen wie auch die Daten des Sta- s schen Bundesamtes veröffentlicht und allgemein zugänglich, doch exis ert bislang keine eigenständige Zusammenstellung so- 1 3 Konsor um Bildungsberichtersta ung: BMBF (Hg.): Die wirtscha liche und soziale zialempirischer Befunde zur Studiensitua on der Bildungsinlän- Bildung in Deutschland. Bielefeld 2006, Lage der Studierenden in der Bundesrepu- der. Aus seiner Konzentra on auf diese besondere Gruppe von S. 143. blik Deutschland 2009. 19. Sozialerhebung Studierenden mit Migra onshintergrund und dem Zusammen- des Deutschen Studentenwerks, durchge- 2 führt durch HIS Hochschul-Informa ons- tragen des verfügbaren sozialempirischen Datenmaterials resul- ebd. S. 139 System. Bonn, Berlin 2010. S. 501 ert deshalb sein Wert. Auf diese Weise wird nicht nur hochschu- 13
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    Ausländer an denGymnasien unterrepräsen ert, zweiter Bildungsweg eröffnet Bildungsaufs eg AUSLÄNDISCHE SCHÜLER AN DEUTSCHEN HOCHSCHULEN Hochschulreife besuchen, gilt nicht für alle Herkun sgruppen. Im Schuljahr 2009 besuchen 766.121 ausländische Schüler deut- Zwischen den verschiedenen Na onalitäten bestehen beträcht- sche Schulen. Insgesamt stellen sie 8,6 % aller Schüler. In den liche Unterschiede. Im Durchschni lernen 14,4 % der ausländi- verschiedenen Schularten sind sie allerdings unterschiedlich ver- schen Schüler am Gymnasium, 19,6 % sind an der Hauptschule. treten. Während jeder fün e Schüler an Hauptschulen ein Aus- Während unter den Schülern aus der Türkei, aus Italien und Ser- länder ist (19,6 %), tri dies an den Gymnasien nur auf jeden bien der Anteil des Gymnasiums noch niedriger ausfällt, errei- Zwanzigsten zu (4,5 %). An den Grund- und Realschulen fällt ihr chen z. B. die Schüler aus Bosnien, Kroa en und vor allem aus Anteil dagegen dem Durchschni entsprechend aus. Diese Ten- Vietnam einen überdurchschni lichen Anteil. Mit einer Gymna- denz eines hohen Ausländeranteils an Schulen mit niedrigem Bil- sialquote von 43,3 % besucht ein höherer Anteil der vietnamesi- dungsabschluss und eines geringen Ausländeranteils an Schulen, schen Schüler diese Schulform als von den deutschen Schülern. die zur Studienberech gung führen, besteht unverändert seit Bei ihnen besuchen 29,1 % ein Gymnasium und 7,6 % die Haupt- zwanzig Jahren. Sie scheint nur durch den überdurchschni lichen schule. Anteil ausländischer Schüler an den Integrierten Gesamtschulen Welche Auswirkungen diese Tendenzen bei der Wahl der Schul- durchbrochen zu werden. 2009 stellen sie dort 13,4 % aller Schü- form haben, wird insbesondere deutlich, wenn in die Analyse ler und im Sekundarbereich II dieser Schulform immerhin noch der erreichte Schulabschluss einbezogen wird. Von den deut- 10,8 %. Bei diesen Werten darf allerdings nicht übersehen wer- schen Schulabgängern können 32 % die allgemeine und 1,5 % den, dass Integrierte Gesamtschulen vor allem in Bundesländern die Fachhochschulreife vorweisen. Von den ausländischen Schul- mit einer starken ausländischen Bevölkerungszahl eine wich ge abgängern betri dies 11,4 % und 1,5 %. Zwar kann seit 1992 Rolle bei der schulischen Bildung spielen. Neben diesen Befun- ein wachsender Anteil an ausländischen Abgängern mit Hoch- den fällt auch auf, dass mit einem Anteil von 13,3 % rela v viele schulreife beobachtet werden, aber es ist noch keinesfalls zu ei- ausländische Staatsbürger ein Abendgymnasium besuchen. Der ner entscheidenden Annäherung an den betreffenden Wert der zweite Bildungsweg scheint demnach für nicht wenige Jugend- deutschen Schüler gekommen. Dies ist insofern bedenklich, weil liche ausländischer Herkun in Deutschland ein möglicher und eine höhere Zahl an Bildungsinländern unter den Studierenden wich ger Weg zu sein, um zur Studienberech gung zu gelangen. und Studienanfängern nur auf dem Weg des Erwerbs der Hoch- Der allgemeine Trend, dass vergleichsweise wenige ausländische schulzugangsberech gung zu erreichen ist. Schüler das Gymnasium als wich gsten Weg zum Erwerb der Quelle Abb. 1 – 3 1| Anteil ausländischer Schüler an allen Schülern ausgewählter Schulsta s k Sta s sches Bundesamt; Schularten in % HIS-Berechnungen Schulart 1992 1995 2003 2005 2007 2009 Grundschule 9,2 % 10,1 % 11,7 % 11,5 % 9,8 % 8,0 % Hauptschule 20,0 % 18,8 % 18,6 % 18,9 % 19,4 % 19,6 % Realschule 7,0 % 6,6 % 7,0 % 7,5 % 7,9 % 8,4 % Gymnasium 4,1 % 3,9 % 4,0 % 4,2 % 4,3 % 4,4 % Gymnasium Sekundarbereich II 4,7 % 4,3 % 4,0 % 4,0 % 4,2 % 4,5 % Integrierte Gesamtschule 11,2 % 11,7 % 12,8 % 13,5 % 14,2 % 13,4 % Integr. Ges. Sekundarbereich II 13,3 % 12,2 % 10,1 % 10,7 % 11,1 % 10,8 % Abendgymnasium 6,5 % 12,3 % 14,2 % 13,0 % 12,5 % 13,3 % Kolleg 3,0 % 3,9 % 6,1 % 5,5 % 5,8 % 6,3 % Insgesamt 9,0 % 9,2 % 9,4 % 9,8 % 9,3 % 8,6 % 14
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    Bildungsinländer 2011 |Ausländische Schüler 2| Ausländische Schüler unterschiedlicher Staatsangehörigkeit im Schuljahr 2009/10 nach ausgewählten Schularten in % Grundschule Hauptschule Realschule Integrierte Gesamtschule Gymnasium sons ge 12 12 18 11 10 12 10 10 11 16 17 18 23 43 11 9 8 6 7 11 8 8 5 10 15 12 15 16 15 19 5 22 16 23 21 10 17 15 23 5 27 31 35 37 30 30 28 27 Türkei Italien Serbien Polen Griechenland Bosnien Kroa en Vietnam ausländische Schüler insgesamt deutsche Schüler 31 20 13 9 14 13 33 8 14 5 29 11 3| Ausländische und deutsche Schulabgänger der Abschlussjahr- gänge 1992, 1999 und 2009 nach Art des Schulabschlusses in % 1992 ohne Hauptschulabschluss Hauptschulabschluss Realschulabschluss Fachhochschulreife Allg. Hochschulreife ausländische Schulabgänger 20,9 44,4 26,3 0,6 7,8 deutsche Schulabgänger 6,7 25,1 41,6 0,8 25,8 1999 ohne Hauptschulabschluss Hauptschulabschluss Realschulabschluss Fachhochschulreife Allg. Hochschulreife ausländische Schulabgänger 19,3 41,0 28,9 1,1 9,8 deutsche Schulabgänger 8,0 24,1 41,0 1,0 25,5 2009 ohne Hauptschulabschluss Hauptschulabschluss Realschulabschluss Fachhochschulreife Allg. Hochschulreife ausländische Schulabgänger 13,8 38,9 34,4 1,5 11,4 deutsche Schulabgänger 5,8 19,7 41,1 1,5 32,0 15
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    Acht von zehnstudienberech gten Bildungsinländern nehmen ein Studium auf HOCHSCHULZUGANG UND STUDIERNEIGUNG Trotz ihrer hohen Studienmo va on schätzen studienberech gte Die meisten ausländischen Schüler haben ein halbes Jahr nach Bildungsinländer ihre Chance, ein Hochschulstudium erfolgreich Erwerb der Hochschulreife ein Studium aufgenommen oder pla- zu bewäl gen, etwas schlechter ein als die entsprechenden deut- nen dies zumindest fest. Die Bru o-Studierquote1 der Bildungs- schen Schulabgänger. So haben rund drei Viertel der deutschen inländer hat sich innerhalb der letzten vier Jahre von 73 % auf Hochschulzugangsberech gten, aber nur 68 % der betreffenden 84 % für den Studienberech gtenjahrgang 2008 erhöht. Die Stu- Bildungsinländer keine oder nur geringe Zweifel an ihrer Studien- dierneigung der Bildungsinländer fällt damit mi lerweile deut- eignung. Begründet ist diese vorsich gere Selbsteinschätzung lich höher aus als bei den deutschen Studienberech gten, von unter anderem dadurch, dass die Bildungsinländer ihr Hoch- denen knapp drei Viertel nach Schulabgang ein Studium aufneh- schulstudium in Bezug auf ihr schulisches Leistungsniveau mit men bzw. aufnehmen wollen. Die überdurchschni liche Studien- etwas ungüns geren Voraussetzungen als ihre deutschen Kom- bereitscha der Bildungsinländer könnte unter anderem daraus militonen aufnehmen. Während die Bildungsinländer, die sich an resul eren, dass der Anteil der Schüler mit ausländischer Staats- einer Hochschule einschreiben, bei Erwerb der Hochschulreife im bürgerscha , die eine weiterführende Schule besuchen und dort Durchschni die Note 2,5 erreichen, so erlangen die deutschen einen Abschluss erwerben, eher unterdurchschni lich ausfällt. Studienanfänger im Durchschni den Notenwert 2,3. Zum gegenwär gen Zeitpunkt ist davon auszugehen, dass schon Dabei stellt eine Berufsausbildung vor Studienaufnahme für Bil- beim Übergang zu den studienvorbereitenden Schulen eine „Vor- dungsinländer seltener eine Op on dar. Vor Studienbeginn ha- selek on“ sta indet, die eine rela v kleine, aber leistungsberei- ben lediglich 18 % der Bildungsinländer eine Berufsausbildung te Gruppe an studienwilligen Bildungsinländern hervorbringt.2 absolviert, unter den deutschen Studienanfängern liegt der ent- 47 % der Studienanfänger im Wintersemester 2009/10 unter den sprechende Anteil bei einem Viertel und damit um sieben Pro- Bildungsinländern haben ihre Hochschulreife an einem Gymna- zentpunkte höher. sium erworben, unter den deutschen Studienanfängern sind es Bildungsinländer orien eren sich bei der Wahl ihrer Hochschule hingegen 69 %. Dementsprechend fällt der Anteil an Bildungsin- offensichtlich stärker als ihre deutschen Mitstudierenden an der ländern, die einen Abschluss an einer Fachoberschule vorweisen Reputa on der Hochschule. Für ihre Entscheidung spielen der können mit 27 % höher aus als unter den deutschen Ers mmat- gute Ruf der Hochschule, der gute Ruf der Lehrenden im Haupt- rikulierten (13 %). Daneben haben 3 % der Bildungsinländer ein fach, die Bewertung des Studienfachs im Hochschulranking so- Abendgymnasium bzw. Kolleg besucht und 12 % haben an einer wie Informa onen der Studienberatung eine überdurchschni - sons gen Schulform ihre Hochschulzugangsberech gung erwor- lich große Rolle. Auch eine gute Aussta ung der Hochschule und ben. Diesem Befund entsprechend erlangen Bildungsinländer ein vielfäl ges Lehrangebot sind ihnen zumindest etwas wich - häufiger als deutsche Studienanfänger die Fachhochschulreife ger. Neben diesen hochschulinternen Kriterien geben Bildungsin- oder eine fachgebundene Hochschulreife (41 % vs. 21 %), wäh- länder ähnlich häufig wie deutsche Studienanfänger an, dass sie rend sie seltener über die allgemeine Hochschulreife verfügen sich für ihre Hochschule entschieden haben, weil sie nicht fern (56 % vs. 78 %). vom Elternhaus studieren können bzw. wollen. 4| Studienanfänger unter Bildungsinländern und deutschen Studie- renden nach Art der besuchten Schule, an der die Hochschulreife 5| Studienanfänger unter Bildungsinländern und deutschen Studie- erworben wurde in % renden nach Art der erworbenen Hochschulreife in % Schulart bei Erwerb der HS-Reife Bildungsinländer Deutsche Studienanfänger Art der Hochschulreife Bildungsinländer Deutsche Studienanfänger Gymnasium 47 69 Allgemeine Hochschulreife 56 78 Abendgymnasium/Kolleg 3 2 Fachgebundene Hochschulreife 8 4 Fachgymnasium 11 9 Fachhochschulreife 33 17 Fachoberschule 27 13 andere Hochschulreifeart 3 1 Sons ge Schulen 12 7 1 2 Die Bru o-Studierquote gibt den Anteil aufgenommen haben bzw. dies „sicher“ besuchen wollen. Vgl. C. Heine, H. Quast, Siehe dazu ebd. S. 29 der Hochschulzugangsberech gten eines planen. Nicht in die Bru o-Studierquote M. Beuße: Studienberech gte 2008 ein Jahrgangs wieder, die bis zum Befragungs- einbezogen sind die Anteile der Studienbe- halbes Jahr nach Schulabschluss. Hannover Quelle Abb. 4 – 9 zeitpunkt (hier: ein halbes Jahr nach rech gten, die eine Verwaltungsfachhoch- 2010. S. 11 HIS-Befragung Studienberech gte 2008 und Schulabgang) bereits ein Studium an einer schule, eine Hochschule der Bundeswehr Studienanfänger Wintersemesters 2009/10 Universität oder an einer Fachhochschule oder eine Berufsakademie besuchen bzw. 16
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    Bildungsinländer 2011 |Studienberech gten- und Studienanfängeruntersuchung Die Wahl des Studienfachs ist bei den deutschen Studienanfän- guter Verdienstmöglichkeiten sowie einer sicheren Berufsposi - gern nach eigenen Angaben stärker intrinsisch mo viert als bei on verknüp . Auch die Chancen auf dem Arbeitsmarkt und das den Bildungsinländern. So lassen sich die deutschen Studienan- Erreichen eines angesehenen Berufs spielen für die Fachwahl der fänger vergleichsweise häufig von ihrem fachspezifischen Inter- Bildungsinländer eine deutlich größere Rolle. Zudem erhoffen sie esse und ihren persönlichen Neigungen und Begabungen leiten. sich von ihrer Studienwahl häufiger als ihre deutschen Kommili- Bildungsinländer legen ihrer Studienwahl demgegenüber deut- tonen vielfäl gere berufliche Möglichkeiten. lich häufiger extrinsische Mo ve zu Grunde und orien eren sich stärker an der späteren Berufstä gkeit. Die Wahl des Studien- fachs ist bei ihnen überdurchschni lich häufig mit der Erwartung 7| Selbsteinschätzung der studienberech gten Bildungsinländer 6| Bru o-Studierquote1 der studienberech gten Bildungsinländer und deutschen Hochschulzugangsberech gten in Bezug auf die und der deutschen Hochschulzugangsberech gten in % Chance, ein Hochschulstudium erfolgreich zu bewäl gen in % Bildungs- Bildungs- inländer Angaben auf einer Skala von 1 = „sehr hoch“ bis 5 = „sehr gering“ Bildungs- inländer 84 inländer Deutsche Deutsche 76 Deutsche 27 73 71 72 21 68 Bildungs- 27 33 28 inländer 26 42 28 4 27 Deutsche 26 47 23 31 Studienberech gte sehr hoch 46 38 55 41 57 44 hoch 2004 2006 2008 teils-teils xx eher gering Bru o-Studierquote1 sehr gering Studienaufnahme bereits erfolgt Studienaufnahme sicher geplant 8| Ausgewählte Mo ve der Hochschulwahl bei Studienanfängern 9| Ausgewählte Mo ve der Studienwahl bei Studienanfängern un- unter Bildungsinländern und deutschen Studienanfängern in % ter Bildungsinländern und deutschen Studienanfängern in % Angaben auf einer Skala von 1 = „sehr wich g“ bis 5 = „unwich g“, Angaben auf einer Skala von 1 = „sehr wich g“ bis 5 = „unwich g“, Posi on 1+2 in % Posi on 1+2 in % guter Ruf 73 fachspezifisches 79 der Hochschule 60 Interesse 91 guter Ruf der Lehrenden 46 entsprechende Neigungen 76 in meinem Haup ach 35 und Begabungen 85 vielfäl ges 64 persönliche 63 Lehrangebot 48 En altungsmöglichkeiten 65 gute Aussta ung 65 anderen 33 der Hochschule 60 helfen 35 Atmosphäre 44 viele 74 am Hochschulort 48 Berufsmöglichkeiten 66 Nähe 66 angesehener 69 zum Heimatort 65 Beruf 53 güns ge Lebensbedingungen 38 gesicherte 76 am Hochschulort 49 Berufsposi on 70 gute Bewertung des Studienfachs 50 gute 80 im Hochschulranking 35 Verdienstchancen 67 Informa onen 34 güns ge 61 der Studienberatung 22 Arbeitsmarktchancen 54 aufgrund finanzieller Gründe 34 nah am Elternhaus studieren 22 Abb. 8 – 9: Bildungsinländer Deutsche Studienanfänger 17
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    Konstanter Anteil derBildungsinländer an den deutschen Hochschulen ENTWICKLUNG DER STUDIERENDENZAHLEN IN DEUTSCHLAND Entwicklung des Frauenanteils bei den Bildungsinländern noch Im Studienjahr 2010 sind 63.526 Bildungsinländer an den deut- nicht zu Ende ist. schen Hochschulen eingeschrieben. Die Anzahl der Bildungs- Bei den deutschen Studierenden stellt sich das Verhältnis Män- ausländer fällt hingegen mit 181.249 deutlich höher aus.1 Dem- ner zu Frauen ganz ähnlich dar. Der Anteil der Frauen liegt hier bei entsprechend stellen die Bildungsinländer etwa ein Viertel aller knapp 48 %, im Jahr 2000 betrug er allerdings auch schon 46 %. ausländischen Studierenden. Bezogen auf alle Studierenden in Die Steigerung der Frauenquote setzte unter den deutschen Stu- Deutschland beläu sich ihr Anteil auf 3,0 %. Dieser Anteilswert dierenden zwar früher ein, vollzog sich aber auch langsamer als ist im Laufe der vergangenen zehn Jahre nahezu konstant geblie- bei den Bildungsinländern. ben, obwohl die Zahl der Bildungsinländer in diesem Zeitraum Bei den Bildungsausländern fällt der Frauenanteil mit 51 % so- nicht unerheblichen Schwankungen unterlag. So s eg ihre Zahl wohl höher als bei den Bildungsinländern als auch bei den deut- von 1997 bis 2004 zunächst nahezu kon nuierlich von 51.837 auf schen Studierenden aus. Dieser Wert liegt drei Prozentpunkte 65.830 Studierende an, verringerte sich dann aber bis 2008 wie- über der entsprechenden Quote im Jahre 2000. der um 15 % auf 55.754 Studierende. 2009 und 2010 ist es dann im Vergleich zum Vorjahr wieder zu deutlichen Zuwächsen ge- kommen. Die Zahl der Bildungsinländer s eg in diesem Zeitraum 10| Bildungsinländer, Bildungsausländer und deutsche Studierende wieder um 14 %. Diese Entwicklungen der Studierendenzahl bei den Bildungsin- 2.000.000 ländern finden in den Anteilswerten – bezogen auf alle Studie- renden – jedoch keine sichtbare Entsprechung. Die Gesamtzahl aller an deutschen Hochschulen Studierenden hat eine ähnliche 1.500.000 Entwicklung genommen, sie ist zu ähnlichen Zeitpunkten wie bei den Bildungsinländern ges egen und auch zum gleichen 1.000.000 Zeitpunkt gefallen. Offensichtlich folgt die Entwicklung der Ein- '97 '98 '99 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 '10 schreibung von Bildungsinländern den Immatrikula onszahlen Studienjahr ihrer deutschen Kommilitonen. Das weist darau in, dass keine Deutsche Studierende zusätzlichen Anteile an Bildungsinländern für ein Studium an ei- 200.000 ner deutschen Hochschule gewonnen werden konnten. Dieser Befund korrespondiert mit den rela v niedrigen Anteilen an Schülern mit ausländischer Staatsbürgerscha an den hoch- 150.000 schulvorbereitenden Schulen. Eine höhere Bildungsinländer- quote an den deutschen Hochschulen ist nur zu erzielen, wenn ausländische Jugendliche in einem größeren Umfang als bisher 100.000 Schulen besuchen, an denen sie eine Hochschulzugangsberech- gung erwerben. 50.000 Im Vergleich zu den Bildungsinländern hat sich bei den Bildungs- ausländern seit Ende der neunziger Jahre ein wesentlich stär- kerer Ans eg der Studierendenzahl ergeben. Insgesamt waren 0 2010 zwei Dri el mehr Bildungsausländer an den deutschen Uni- '97 '98 '99 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 '10 versitäten und Fachhochschulen immatrikuliert als noch 1999. Studienjahr Bildungsausländer Ihr Anteil hat sich dementsprechend von rund 6 % auf etwa 9 % Bildungsinländer erhöht. Diese Steigerung vollzog sich auch bei den Bildungsaus- ländern nicht ohne Schwankungen. So ging deren Zahl von 2007 auf 2008 deutlich zurück und steigt seitdem wieder langsam an. Als eine erfreuliche Entwicklung ist die Erhöhung des Frauenan- teils bei den Bildungsinländern in den letzten zehn Jahren zu wer- ten. Im Studienjahr 2000 lag ihr Anteil noch bei 40 %. Derzeit stel- 11 Quelle Abb. 10 – 12 Quelle Abb. 10 – 12 len sie aber schon 47 % aller Bildungsinländer an den deutschen Die Angaben zuzu den ausländischen Die Angaben den ausländischen Schul- und Studentensta s s Sta s s sches Schul- und Studentensta k k Sta sches Hochschulen. Auch wenn dieser Anteilswert seit 2008 stagniert, Studierenden für das Studienjahr 2009 Studierenden für das Studienjahr 2009 Bundesamt; HIS-Berechnungen Bundesamt; HIS-Berechnungen entstammen der amtlichen Sta s s k entstammen der amtlichen Sta k so erweckt doch der parallele Ans eg der Frauen- wie der Män- für das Wintersemester 2008/09. für das Wintersemester 2008/09. nerzahlen in diesem Zeitraum den Eindruck, dass die dynamische 18
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    Bildungsinländer 2011 |Sta s sche Grunddaten 11| Bildungsinländer und Bildungsausländer in % aller Studierenden Ausländische 12,2 12,5 12,5 12,4 Studierende insgesamt 11,7 12,1 11,8 9,5 9,5 9,5 11,5 11,0 8,9 9,2 Bildungsausländer 10,4 8,4 8,9 8,5 9,9 7,6 Bildungsinländer 9,2 7,0 8,7 6,4 8,3 6,0 5,5 5,7 2,8 3,0 3,2 3,5 3,4 3,4 3,3 3,3 3,0 3,0 2,9 2,9 2,9 3,0 '97 '98 '99 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 '10 Studienjahr 12| Bildungsinländer, Bildungsausländer und deutsche Studierende nach Geschlecht Bildungsinländer Bildungsausländer 40.000 100.000 80.000 30.000 60.000 20.000 40.000 10.000 20.000 0 0 '97 '98 '99 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 '10 '97 '98 '99 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 '10 Studienjahr Studienjahr Entwicklung des Frauenanteils unter den Bildungsinländern Deutsche Studierende 1.000.000 in % 800.000 37 42 47 600.000 '97 '98 '99 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 '10 1997 2002 2010 Studienjahr männlich weiblich 19
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    Hohe Anteile anBildungsinländern in Neuseeland und Kanada BILDUNGSINLÄNDER IN ANDEREN STAATEN gerscha gemacht werden, die schon vor Studienbeginn in dem Das Studium von Bildungsinländern ist keineswegs ein Phäno- betreffenden Land wohnha waren. Für Länder, die hier nicht men, das sich auf deutsche Hochschulen beschränkt. Vielmehr dargestellt werden, liegen keine Werte vor. Die jeweiligen Anga- handelt es sich um eine Erscheinung, die sich auch in vielen ben können nicht einfach als Ausdruck einer bes mmten Mobili- anderen Ländern entwickelt hat. Allerdings werden Bildungsin- tät gelesen werden, also der eines dauerha en Niederlassens in länder- und Bildungsausländer-Studierende in der hier verwen- einem Land, ohne dessen Staatsbürgerscha zu erwerben, son- deten Defini on durch keine interna onale Sta s k erfasst. Die dern es sind bei der Interpreta on der länderspezifischen Daten Mehrzahl der interna onal vergleichenden Angaben bezieht sich immer auch die na onalen Gesetzgebungen und Regelungen zu ausschließlich auf ausländische Studierende, also jene, die über berücksich gen. eine ausländische Staatsbürgerscha verfügen. Eine wich ge Ähnlich wie in Deutschland bewegen sich auch in anderen Län- Ausnahme stellen die entsprechenden Sta s ken der OECD dar. dern die Anteile der Bildungsinländer an allen Studierenden im Ausländische Studierende werden in ihnen zum einen über ihre einstelligen Bereich. Eine Ausnahme lässt sich nur für Neusee- ausländische Staatsbürgerscha erfasst (Non-ci zen students of land feststellen, hier liegt der Anteil der betreffenden Studieren- repor ng country), zum anderen aber auch als Studierende, die den bei 11,5 %. Auch Kanada weist mit einem Wert von 6,6 % vor Studienaufnahme nicht im jeweiligen Land wohnten1 (Non- noch einen vergleichsweise hohen Anteil aus. Bei beiden Ländern resident students of repor ng country)2. Die erstgenannte Stu- handelt es sich um tradi onelle Einwanderungsstaaten, die eine dierendengruppe entspricht in der deutschen Hochschulsta s k bes mmte Zuwanderung befördern und – bei entsprechenden völlig den ausländischen Studierenden. Die zweite Gruppe dage- Voraussetzungen – nach einer bes mmten Dauer den Erwerb gen korrespondiert im starken Maße mit den Bildungsausländern. der Staatsbürgerscha ermöglichen. Dementsprechend ist davon Für sie ist zutreffend, dass sie vor Studienbeginn in aller Regel auszugehen, dass sich nicht wenige Kinder von Zuwanderern im keinen Wohnsitz in dem jeweiligen Land ha en. Vielmehr er- Studienalter gerade im Status von Bildungsinländern befinden. warben sie vor ihrer Immatrikula on eine Hochschulzugangsbe- Rela v geringe Anteile an Bildungsinländern sind in Japan, Un- rech gung oder einen ersten Studienabschluss zumeist in ihrem garn, Island und Finnland zu beobachten, die betreffenden Werte Heimatland. Allerdings ist nicht völlig auszuschließen, dass einige liegen unter 1 %. von ihnen schon längere Zeit vor Studienaufnahme in ihrem Stu- Ein anderes Bild zeigt sich beim Blick auf die Anteile der Bildungs- dienland lebten. Die Übereins mmung zwischen der Gruppe der inländer an allen ausländischen Studierenden. Hohe Werte von „Non-resident students“ und der Bildungsausländer dür e je- rund 50 % und mehr Bildungsinländern sind dabei in Norwegen, doch so stark sein, dass man aus der Differenz zwischen der Zahl Dänemark, Portugal, Kanada, Neuseeland und Spanien festzu- der ausländischen Studierenden insgesamt und derjenigen, die stellen. Dabei handelt es sich zum einen um rela v kleine Län- vor Studienbeginn nicht in dem jeweiligen Land wohnha wa- der und zum anderen um „klassische Einwanderungsstaaten“. ren, auf die ungefähre Zahl der Bildungsinländer schließen kann. Niedrige Anteile finden sich dagegen in Japan, Island, Australien, Ein solches Vorgehen beweist sich auch an den OECD-Zahlen für Ungarn, Finnland und Österreich. Deutschland liegt mit einem Deutschland. Die Zahl der auf diese Art und Weise ermi elten Anteil von 27,6 % Bildungsinländern an allen ausländischen Stu- Bildungsinländer entspricht dem tatsächlichen sta s schen dierenden im Mi elfeld. Wert. Schwache Abweichungen ergeben sich weniger aus den Für einige Länder lassen sich die wich gsten Herkun sstaaten Unschärfen bei der Erfassung von Bildungsausländern und -in- der Bildungsinländer bes mmen. Dabei ist auffällig, dass häufig ländern mit Hilfe der OECD-Angaben, sondern vielmehr aus der Studierende, die aus benachbarten Ländern kommen, eine große definitorischen Abgrenzung der Gruppe der Studierenden, so wie Rolle spielen. Auch Zuwanderer aus ehemaligen Kolonien bzw. sie von der OECD vorgenommen wird.3 Länder, die der gleichen Sprachgemeinscha angehören, sind in Unter den genannten Voraussetzungen können für bes mmte diesem Zusammenhang von Bedeutung. Bei Kanada zeigt es sich, Länder anhand der OECD-Sta s ken Angaben zur Zahl der Bil- dass es offensichtlich zu einer verstärkten Zuwanderung aus dem dungsinländer bzw. jener Studierenden ausländischer Staatsbür- asia schen Raum kommt. Viele Bildungsinländer haben hier ihre 1 2 3 „A dis nc on is made between resident In den entsprechenden OECD-Sta stken ist Den OECD-Daten zu Studierenden liegt die Klassifika onen ab, so dass – wie auch and non-resident foreign (non-ci zen) stu- auch die Kategorie „Non-ci zen and per- „Interna onal Standard Classifika on of im Falle Deutschlands – die OECD- und dents in order to measure student mobility. manent resident students in the repor ng Educa on – ISCED 1997“ zugrunde, mit de- na onalen Angaben nicht vollends über- The criterion used is whether or not the country“ enthalten. Allerdings fehlen für ren Hilfe die Vergleichbarkeit der na onalen eins mmen. student moved to the country solely for the den Jahrgang 2008 zu dieser Kategorie noch Daten hergestellt wird. Diese Systema k purpose of pursuing their educa on.” OECD alle Daten. weicht teilweise von den na onalen Educa on Database, h p://stats.oecd.org 20
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    Bildungsinländer 2011 |Sta s sche Grunddaten na onalen Wurzeln. Deutschland kommt insofern eine Sonder- noch nicht die deutsche Staatsbürgerscha erworben haben, ist rolle zu, weil die Bildungsinländer-Studierenden sehr häufig die deren gesellscha liche Integra on offensichtlich auch noch nicht Staatsbürgerscha der ehemaligen Gastarbeiterländer haben. abgeschlossen. Da schon lange keine Gastarbeiter mehr angeworben werden, die entsprechenden Zuwanderer und ihre Kinder aber immer 13| Ausländische Studierende, Bildungsinländer und Bildungsaus- Quelle Abb. 13 – 15 OECD Educa on Database, h p://stats. länder, in ausgewählten Ländern in % oecd.org 24 24 3 Ausländische 19 Studierende insgesamt 3 Bildungsinländer 11 13 Bildungsausländer 11 11 3 3 8 8 7 7 5 5 2 4 4 4 5 1 3 6 3 1 1 2 13 21 16 6 8 8 3 2 5 4 2 3 3 2 3 Neuseeland Österreich Deutschland Dänemark Norwegen Australien Kanada Belgien Niederlande Island Portugal Ungarn Spanien Japan Finnland 14| Anteil Bildungsinländer an allen ausländischen Studierenden in 15| Wich gste Herkun sländer der Bildungsinländer in ausgewähl- ausgewählten Ländern in % ten Ländern Norwegen 72 Belgien Kanada Frankreich China Dänemark 67 Italien Indien Marokko Iran Portugal 56 Demokra sche Republik Kongo Pakistan Kanada 50 Dänemark Deutschland Neuseeland 47 Deutschland Türkei Spanien 43 Norwegen Kroa en China Italien Belgien 30 Schweden Griechenland Deutschland 28 Niederlande Neuseeland Niederlande 26 Deutschland China China Großbritannien Österreich 17 Belgien Indien Indonesien Südafrika Finnland 15 Ungarn 14 Portugal Spanien Angola Marokko Australien 13 Kap Verde Peru Brasilien Argen nien Island 12 Mozambique Ecuador Japan 9 21
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    Steigende Studienanfänger- undAbsolventenzahlen bei Bildungsinländern ENTWICKLUNG DER STUDIENANFÄNGERZAHLEN Die Zahl der Studienanfängerinnen unter den Bildungsinländern Die Zahl der ers mmatrikulierten Bildungsinländer beläu sich liegt bei 49 % und entspricht etwa dem Frauenanteil unter den 2009 auf 13.114 Studienanfänger. Damit übersteigt diese Zahl deutschen Ers mmatrikulierten. Zehn Jahre zuvor fiel die Quo- den Höchstwert von 2003. Das sind 14 % mehr als noch im Jahr te der Bildungsinländerinnen noch fünf Prozentpunkte niedriger zuvor und 35 % mehr als im Studienjahr 2000.1 aus. Bei den Bildungsausländern stellen die Frauen mit 54 % nach Dieser Ans eg ist das Ergebnis einer posi ven Entwicklung so- wie vor die Mehrheit der Ers mmatrikulierten. wohl bei den Studienanfängerinnen als auch bei ihren männ- Der Anteil der ausländischen Studienanfänger an allen Ers m- lichen Kommilitonen. So hat sich seit dem Vorjahr die Studienan- matrikulierten beträgt 17,5 %; die Bildungsinländer stellen dabei fängerzahl bei den männlichen Bildungsinländern um 11 % und 3,1 %, die Bildungsausländer 14,4 %. Zehn Jahre früher nahmen bei den weiblichen Bildungsinländern um 18 % erhöht. Eine ähn- die betreffenden Studierendengruppen die gleichen Anteile ein. liche Entwicklung zeigt sich auch bei den Bildungsausländern und Gegenüber dem Vorjahr sind die Anteile der Bildungsinländer den deutschen Studierenden, deren Studienanfängerzahlen im und Bildungsausländer an allen Studienanfängern nahezu kons- Vergleich zu 2008 um 4 % bzw. 7 % anges egen sind. Im Studien- tant geblieben, da sich in diesem Zeitraum bei allen drei Studi- jahr 2009 haben sich 60.910 Bildungsausländer und 350.249 enanfängergruppen gleichermaßen ein Zuwachs eingestellt hat. deutsche Studienberech gte erstmals an einer Hochschule in Deutschland eingeschrieben. 16| Studienanfänger unter Bildungsinländern, Bildungsausländern 17| Bildungsinländer und Bildungsausländer in % aller Studienan- und deutschen Studierenden fänger 400.000 16,3 15,9 16,2 15,7 15,4 15,5 350.000 14,4 14,9 14,7 14,4 300.000 250.000 200.000 '97 '98 '99 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 Studienjahr Deutsche Studienanfänger 70.000 3,1 3,0 2,8 2,9 2,8 2,8 2,9 2,8 2,9 3,1 60.000 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 Studienjahr 50.000 Bildungsinländer Bildungsausländer 40.000 30.000 1 Quelle Abb. 16 – 17 20.000 Die Angaben zu den Studienanfängern für Studentensta s k Sta s sches Bundes- das Jahr 2009 entstammen der amtlichen amt; HIS-Berechnungen 10.000 Sta s k für das Sommersemester 2009 und das Wintersemester 2009/10. 0 '97 '98 '99 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 Studienjahr Bildungsausländer Bildungsinländer 22
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    Bildungsinländer 2011 |Sta s sche Grunddaten ENTWICKLUNG DER ABSOLVENTENZAHLEN Insgesamt kommt jeder zehnte Absolvent an den deutschen Im Jahr 2009 haben 6.616 Bildungsinländer an den deutschen Hochschulen aus dem Ausland. Der Anteil der Bildungsinländer Hochschulen einen Abschluss erworben.1 Die Zahl der Absolven- an allen Studierenden, die 2009 erfolgreich ihr Studium abge- ten hat sich dabei seit 2000 kon nuierlich um 63 % erhöht. Auch schlossenen haben, beträgt 2,0 %, die Quote bei den Bildungs- gegenüber dem Vorjahr ist ein nicht unwesentlicher Ans eg um ausländern 8,0 %. Im Vergleich zum Vorjahr ist damit nur der An- 8 % zu registrieren. Angesichts rela v konstanter Studienanfän- teil der betreffenden Bildungsausländer leicht zurückgegangen. ger- und Studierendenzahlen ist deshalb davon auszugehen, dass es einem zunehmend größeren Anteil an Bildungsinländern eines Jahrgangs gelingt, ihr Studium erfolgreich abzuschließen. 19| Absolventen unter Bildungsinländern, Bildungsausländern und Eine noch größere Steigerung der Absolventenzahl um 210 % ist deutschen Studierenden nach Geschlecht bei den Bildungsausländern festzustellen. Allerdings hat sich bei ihnen auch die Zahl der Studienanfänger im ähnlichen Umfang 14.000 erhöht. 12.000 Einen besonders hohen Zuwachs an Absolventen haben die Bil- dungsinländerinnen zu verzeichnen, so dass der Frauenanteil un- 10.000 ter den Bildungsinländern mit Studienabschluss mi lerweile bei fast 50 % liegt. Bei den Bildungsausländern ist die Zahl der weibli- 8.000 chen Absolventen in den letzten acht Jahren sogar noch schneller 6.000 anges egen. Ihr Anteil hat sich von ehemals 42 % im Jahr 2000 auf derzeit 52 % erhöht. 4.000 2.000 18| Absolventen unter Bildungsinländern, Bildungsausländern und 0 deutschen Studierenden '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 Studienjahr 350.000 Bildungsinländer, weiblich Bildungsinländer, männlich 300.000 Bildungsausländer, weiblich Bildungsausländer, männlich 250.000 200.000 20| Bildungsinländer und Bildungsausländer in % aller Absolventen 150.000 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 8,3 8,3 7,7 8,0 Studienjahr 7,2 Deutsche Absolventen 6,3 5,4 30.000 5,1 4,5 4,1 25.000 20.000 15.000 1,9 2,1 2,2 2,3 2,2 2,2 2,1 2,0 2,0 2,0 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 10.000 Studienjahr Bildungsinländer Bildungsausländer 5.000 0 1 Quelle Abb. 18 – 20 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 Die Angaben zu den Absolventen für Prüfungssta s k Sta s sches Bundesamt; das Prüfungsjahr 2009 entstammen der HIS-Berechnungen Studienjahr Bildungsausländer amtlichen Sta s k für das Wintersemester 2008/09 und das Sommersemester 2009. Bildungsinländer 23
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    Über die Häle der Bildungsinländer in Hessen, Nordrhein-Wes alen und Baden-Wür emberg BUNDESLÄNDER: STUDIERENDE Saarland gekommen. Die höchsten Anteile an Bildungsinländern weisen mit 4,7 % Nur sehr wenige Bildungsinländer studieren in den neuen Län- bzw. 3,9 % die Länder Hessen und Nordrhein-Wes alen auf. Sie dern. Dadurch fallen die Anteile der Bildungsinländer in den zu- stellen allein fast die Häl e aller Bildungsinländer. Auch in den gehörigen Ländern nach wie vor sehr gering aus. Ihre Quote liegt Stadtstaaten Hamburg, Bremen und Berlin studieren überdurch- zwischen 0,7 % in Mecklenburg-Vorpommern und 1,9 % in Bran- schni lich viele Bildungsinländer. Ihre Quoten liegen zwischen denburg. Auch bei den Bildungsausländern nehmen diese Länder 3,3 % und 3,7 %. Bei den Bildungsausländern steht das Saarland die unteren Plätze der Rangliste ein, so dass in den neuen Bun- anteilsmäßig an erster Stelle als Studienland. Aufgrund seiner desländern nur geringe Anteile an ausländischen Studierenden Lage im Länderdreieck fällt hier der Zulauf an Studienberech g- zu verzeichnen sind. ten aus dem Ausland besonders hoch aus. Im Studienjahr 2010 Die einzelnen Bundesländer weisen zum Teil deutliche Unter- waren im Saarland 14,5 % der Studierenden Bildungsausländer. schiede in Bezug auf die Herkun sländer der Bildungsinländer an Die höchste Zahl an Bildungsinländern findet sich in Nordrhein- den jeweiligen Hochschulen auf. Während in den alten Ländern, Wes alen. Im Wintersemester 2009/10 waren 19.855 Bildungs- außer dem Saarland, die türkischen Bildungsinländer die jeweils inländer an nordrhein-wes älischen Hochschulen immatrikuliert. größte Gruppe darstellen, nehmen in den neuen Ländern vietna- Das sind 8 % mehr als im Jahr zuvor. In allen anderen Bundeslän- mesische (Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) oder polni- dern liegt die Zahl der Bildungsinländer deutlich niedriger, jedoch sche Studierende (Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern) verweisen auch diese Länder auf ges egene Bildungsinländer- diesen Platz ein. In den neuen Ländern folgen dann osteuropäi- zahlen. Starke Zunahmen verzeichnen dabei die neuen Länder – sche Bildungsinländer, in einigen alten Ländern spielen dagegen hier haben sich die Zahlen der Bildungsinländer verdreifacht. Bei u. a. auch italienische, griechische und kroa sche Studierende den Bildungsausländern können nur die Länder Hessen, Berlin, eine wich ge Rolle. Im Saarland steht Italien als Herkun sland Thüringen und Sachsen steigende Immatrikula onen vermelden. der Bildungsinländer sogar an der Spitze. In den anderen Bundesländern gab es im Wesentlichen keine gravierenden Veränderungen. Zu stärkeren Rückgängen in der Zahl der Bildungsausländer ist es nur in Rheinland-Pfalz und im Quelle Abb. 21 – 22 21| Bildungsinländer, Bildungsausländer und deutsche Studierende Studentensta s k Sta s sches Bundes- in den verschiedenen Bundesländern im Studienjahr 2010 in % amt; HIS-Berechnungen Bildungsinländer Bildungsausländer Deutsche Studierende Länder in Deutschland Anzahl '10 Anteil an allen Studierenden 2010 je Land Anzahl '10 Anzahl 2010 Hessen 8.826 4,7 % 8,7 % 16.111 161.059 Nordrhein-Wes alen 19.855 3,9 % 7,9 % 39.955 448.724 Hamburg 2.797 3,7 % 7,8 % 5.881 66.825 Bremen 1.103 3,5 % 12,6 % 3.926 26.131 Berlin 4.640 3,3 % 12,7 % 17.726 117.704 Baden-Wür emberg 8.510 3,1 % 9,6 % 26.546 242.311 Länder insgesamt 63.526 3,0 % 8,5 % 181.249 1.876.403 Rheinland-Pfalz 3.037 2,8 % 8,2 % 8.939 97.502 Saarland 604 2,6 % 14,5 % 3.300 18.917 Bayern 7.105 2,6 % 7,5 % 20.426 245.135 Niedersachsen 2.930 2,0 % 8,4 % 12.050 128.947 Brandenburg 960 1,9 % 9,4 % 4.676 43.997 Schleswig-Holstein 924 1,8 % 5,7 % 2.883 46.500 Thüringen 509 1,0 % 6,2 % 3.240 48.773 Sachsen-Anhalt 481 0,9 % 7,8 % 4.123 48.320 Sachsen 961 0,9 % 8,7 % 9.545 98.857 Mecklenburg-Vorp. 284 0,7 % 4,9 % 1.922 36.701 24
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    Bildungsinländer 2011 |Sta s sche Grunddaten 22| Bildungsinländer und Bildungsausländer in den verschiedenen Bundesländern Länder insgesamt 300 wich gste Herkun sländer (HKL): 200 1. Türkei 100 2. Kroa en Schleswig-Holstein 0 3. Italien 300 wich gste HKL: '00 '02 '04 '06 '08 '10 Studienjahr 200 1. Türkei 100 2. Polen 0 3. Süd-Korea Index: '00 '02 '04 '06 '08 '10 Studienjahr 2000 = 100 % Studienjahr Mecklenburg-Vorp. Hamburg 300 wich gste HKL: Entwicklung der Anzahl 300 wich gste HKL: 200 1. Polen der Bildungsinländer 200 1. Türkei 2. Russland 100 100 2. Polen 3. Ukraine Entwicklung der Anzahl Niedersachsen 0 300 0 3. Afghanistan '00 '02 '04 '06 '08 '10 der Bildungsausländer 200 '00 '02 '04 '06 '08 '10 Studienjahr Studienjahr 100 0 '00 '02 '04 '06 '08 '10 Bremen 400 Studienjahr Berlin wich gste HKL: 300 300 wich gste HKL: 1. Türkei 200 200 1. Türkei 2. Ukraine 100 100 2. Polen 3. Russland 0 Sachsen-Anhalt 0 3. Russland '00 '02 '04 '06 '08 '10 300 '00 '02 '04 '06 '08 '10 Studienjahr 200 Studienjahr wich gste HKL: 1. Türkei 100 Brandenburg 2. Russland 0 300 wich gste HKL: '00 '02 '04 '06 '08 '10 3. Polen 200 1. Polen Nordrhein-Wes alen Studienjahr 300 100 2. Türkei wich gste HKL: 200 0 3. Ukraine 1. Vietnam '00 '02 '04 '06 '08 '10 100 2. Russland Studienjahr 0 3. Ukraine '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 Studienjahr wich gste HKL: Thüringen 300 Sachsen 1. Türkei 200 300 2. Griechenland 200 100 3. Italien Hessen 0 100 300 '00 '02 '04 '06 '08 '10 0 200 Studienjahr '00 '02 '04 '06 '08 '10 Studienjahr 100 wich gste HKL: 0 1. Vietnam wich gste HKL: Rheinland-Pfalz '00 '02 '04 '06 '08 '10 2. Ukraine 1. Vietnam 300 Studienjahr 3. Russland 2. Ukraine 200 wich gste HKL: 3. Russland 100 1. Türkei 0 2. Kroa en '00 '02 '04 '06 '08 '10 3. Italien Studienjahr wich gste HKL: 1. Türkei Saarland 2. Italien Bayern 300 300 3. Kroa en 200 200 100 100 0 Baden-Wür emberg 0 300 '00 '02 '04 '06 '08 '10 '00 '02 '04 '06 '08 '10 Studienjahr 200 Studienjahr wich gste HKL: 100 wich gste HKL: 1. Italien 0 1. Türkei 2. Türkei '00 '02 '04 '06 '08 '10 2. Kroa en Studienjahr 3. Frankreich 3. Österreich wich gste HKL: 1. Türkei 2. Italien 3. Kroa en Karte: Anzahl an Bildungsinländern 2010 200 – 499 500 – 999 1.000 – 2.999 3.000 – 9.999 10.000 – 20.000 25
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    Unterschiedliche Entwicklungen inverschiedenen Bundesländern bei Bildungsinländern BUNDESLÄNDER: STUDIENANFÄNGER der registriert werden. Daneben gehen die Bildungsausländer Die Zahl der ers mmatrikulierten Bildungsinländer ist in den besonders häufig nach Baden-Wür emberg, Bayern und Berlin. meisten Bundesländern gegenüber dem Vorjahr anges egen. Be- Ausländische und deutsche Studienanfänger unterscheiden sich sonders hohe Zuwächse an Neueinschreibungen sind vor allem in nicht wesentlich in der Wahl des Studienlandes. Nordrhein-Wes alen und Baden-Wür emberg zu verzeichnen. Überdurchschni lich hohe Anteile an ersteingeschriebenen Bil- Nur an den Hochschulen in Brandenburg haben sich 2009 weni- dungsinländern lassen sich in Hessen, Nordrhein-Wes alen, ger studienberech gte Bildungsinländer eingeschrieben als noch Hamburg und Bremen ausmachen. Sie liegen zwischen 3,4 % im Jahr zuvor. In Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und und 4,7 %. Bei den Bildungsausländern steht anteilsmäßig Berlin Schleswig-Holstein fällt die Zahl der Neueinschreibungen am ge- an erster Stelle. Über ein Viertel der Studienanfänger in Berlin ringsten aus. Die meisten Studienanfänger vermeldet hingegen kommt aus dem Ausland. Auch das Saarland (17,5 %) und Baden- Nordrhein-Wes alen mit einer Anzahl von 3.885 Ersteinschrei- Wür emberg (15,9 %) haben hohe Anteile an ers mmatrikulier- bungen. Vergleichsweise hohe Studienanfängerzahlen zeigen ten Bildungsausländern zu vermelden, während die Anteile bei sich zudem in Baden-Wür emberg, Bayern und Hessen. In den den Bildungsinländern hier lediglich 2,9 % bzw. 3,2 % betragen. anderen Ländern liegen die Neueinschreibungen der Bildungsin- Der Anteil an Studienanfängern unter Bildungsinländern, der länder deutlich niedriger. sich an Fachhochschulen einschreibt, fällt in Sachsen-Anhalt, im Wie bei den Bildungsinländern stellt auch Nordrhein-Wes alen Saarland und in Baden-Wür emberg besonders hoch aus. Rela v die größte Zahl der ersteingeschriebenen Bildungsausländer. gering fällt dieser Wert in Brandenburg aus. Die Bildungsauslän- 2009 konnten dort 10.924 ers mmatrikulierte Bildungsauslän- der verzeichnen hingegen in Thüringen und im Saarland die nied- rigsten Anteile an Fachhochschul-Studienanfängern, während 23| Anteil der Fachhochschul-Studienanfänger bei Bildungsinlän- die Fachhochschulen in Bremen und Sachsen-Anhalt überdurch- dern und Bildungsausländern an allen Studienanfängern nach schni lich großes Interesse vermelden können. Bundesländern im Studienjahr 2009 in % Bildungsinländer Bildungsausländer 53 54 49 50 45 44 44 46 42 42 40 39 39 38 38 33 29 30 28 27 25 23 22 24 20 19 19 19 20 17 17 17 BW BY BE BB HB HH HE MV NI NW RP SL SN SA SH TH Quelle Abb. 23 – 24 24| Studienanfänger unter Bildungsinländern und Bildungsauslän- Studentensta s k Sta s sches Bundes- dern in den verschiedenen Bundesländern im Studienjahr 2009 amt; HIS-Berechnungen Bildungsinländer Bildungsausländer Länder in Deutschland Anzahl Anteil an allen Studienanfängern je Land Anzahl Anteil an allen Studienanfängern je Land Hessen 1.664 4,7 % 4.534 12,7 % Nordrhein-Wes alen 3.885 4,3 % 10.924 12,0 % Hamburg 609 4,0 % 1.667 10,9 % Bremen 199 3,4 % 913 15,6 % Baden-Wür emberg 2.081 3,2 % 10.405 15,9 % Länder insgesamt 13.114 3,1 % 60.910 14,4 % Saarland 150 2,9 % 896 17,5 % Berlin 738 2,8 % 7.328 27,8 % Rheinland-Pfalz 579 2,8 % 2.517 12,1 % Bayern 1.625 2,8 % 7.760 13,1 % Brandenburg 228 2,3 % 1.592 15,8 % Niedersachsen 580 2,0 % 3.845 13,2 % Schleswig-Holstein 170 1,8 % 826 8,7 % Thüringen 180 1,6 % 1.540 13,7 % Sachsen 246 1,1 % 3.859 17,9 % Sachsen-Anhalt 105 1,0 % 1.515 14,8 % Mecklenburg-Vorp. 75 1,0 % 789 10,3 % 26
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    Bildungsinländer 2011 |Sta s sche Grunddaten BUNDESLÄNDER: ABSOLVENTEN liche Tendenzen zeigen sich auch bei den Bildungsausländern, Die meisten Bildungsinländer, die im Prüfungsjahr 2009 ein Exa- während die Steigerungsraten bei den deutschen Studierenden men erworben haben, studierten an Hochschulen in Nordrhein- vergleichsweise moderater ausfallen. Allerdings ist es auch bei Wes alen und Baden-Wür emberg. Die höchsten Anteile an er- ihnen in allen Ländern über die Jahre hinweg zu einem Ans eg folgreichen Bildungsinländern sind allerdings in Hessen; Bremen gekommen. Im Vergleich zum Vorjahr können bei den Bildungs- und Berlin mit 3,5 % bzw. 3,0 % zu verzeichnen. In den neuen inländern zwar ebenfalls in den meisten Ländern steigende Ab- Ländern gibt es bislang nur sehr wenige Bildungsinländer-Absol- solventenzahlen vermeldet werden, in Baden-Wür emberg und venten. Dementsprechend fällt in diesen Ländern auch ihr Anteil im Saarland hat sich allerdings ein leichter Rückgang eingestellt. an allen Absolventen des Jahrgangs 2009 äußerst gering aus. In Rheinland-Pfalz und in Baden-Wür emberg hat jeder zwei- Auch bei den deutschen Studierenden und den Bildungsauslän- te Bildungsinländer-Absolvent an einer Fachhochschule seinen dern haben die meisten Absolventen nach wie vor ihr Examen in Abschluss erworben, während ihr Anteil an den hamburgischen Nordrhein-Wes alen, Baden-Wür emberg und Bayern abgelegt. Fachhochschulen nur rund einem Viertel entspricht. Die Bildungs- Die höchsten Anteile an Bildungsausländern unter den Absolven- ausländer schließen vergleichsweise selten ihr Studium an einer ten 2008 finden sich aber an den saarländischen (24,7 %) und Fachhochschule in Brandenburg und in Thüringen ab. Rund die Bremer Hochschulen (18,5 %). Häl e der Bildungsausländer unter den erfolgreichen Hochschul- Die Absolventenzahlen der Bildungsinländer sind in allen Bun- abgängern waren hingegen an Fachhochschulen im Saarland, in desländern seit dem Prüfungsjahr 2000 stark anges egen. Ähn- Schleswig-Holstein und in Sachsen-Anhalt eingeschrieben. 25| Anteil der Fachhochschul-Absolventen bei Bildungsinländern Quelle Abb. 25 – 26 Prüfungssta s k Sta s sches Bundesamt; und Bildungsausländern nach Bundesländern an allen Absolven- HIS-Berechnungen ten im Prüfungsjahr 2009 in % 51 50 50 46 47 46 45 46 47 43 40 39 39 37 37 37 35 31 33 28 28 27 29 29 26 23 21 23 17 18 14 11 BW BY BE BB HB HH HE MV NI NW RP SL SN SA SH TH Bildungsinländer Bildungsausländer 26| Anteil der Bildungsinländer und -ausländer an allen Absolventen in den verschiedenen Bundesländern im Prüfungsjahr 2009 Bildungsinländer Bildungsausländer Länder in Deutschland Anzahl Anteil an allen Absolventen je Land Anzahl Anteil an allen Absolventen je Land Hessen 793 3,5 % 1.896 8,5 % Bremen 140 3,0 % 851 18,5 % Berlin 599 3,0 % 2.384 11,9 % Hamburg 251 2,8 % 926 10,3 % Nordrhein-Wes alen 1.862 2,8 % 5.393 8,1 % Saarland 60 2,6 % 568 24,7 % Länder insgesamt 6.616 2,2 % 27.095 8,9 % Baden-Wür emberg 999 2,1 % 4.600 9,8 % Bayern 805 1,9 % 3.398 8,1 % Rheinland-Pfalz 255 1,8 % 1.039 7,2 % Schleswig-Holstein 105 1,6 % 375 5,9 % Niedersachsen 416 1,6 % 2.001 7,5 % Brandenburg 96 1,5 % 658 10,4 % Sachsen-Anhalt 57 0,7 % 670 8,7 % Thüringen 55 0,7 % 470 5,6 % Sachsen 99 0,6 % 1.611 9,9 % Mecklenburg-Vorp. 24 0,5 % 255 5,2 % 27
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    Über ein Driel der Bildungsinländer an Fachhochschulen immatrikuliert HOCHSCHULART: STUDIERENDE Trotz dieses Rückgangs lässt sich an den Kunsthochschulen ein Die Zahl der Bildungsinländer an den Fachhochschulen hat über überdurchschni lich hoher Anteil an Bildungsinländern feststel- die Jahre hinweg ste g zugenommen – gegenüber dem Vorjahr len. Im Wintersemester 2009/10 sind 7,2 % der an Kunsthoch- sogar um 12 %. Damit beläu sie sich mi lerweile auf 23.960. schulen immatrikulierten Studierenden Bildungsinländer.2 Der Dies führt dazu, dass inzwischen 38 % der Bildungsinländer an Anteil der Bildungsausländer beläu sich sogar auf 20,7 %. Im den Fachhochschulen immatrikuliert sind. Bei den Bildungsaus- Vergleich dazu sind die entsprechenden Quoten an den anderen ländern tri dies hingegen nur auf rund jeden Vierten zu, von Hochschularten deutlich niedriger. So stellen die Bildungsinlän- den deutschen Studierenden sind 32 % an einer Fachhochschule der an den Fachhochschulen 3,6 %, an den Universitäten 2,6 %, eingeschrieben. Auch an den Universitäten hat die Zahl der Bil- die Bildungsausländer 6,2 % bzw. 9,4 %. dungsinländer im Vergleich zu 2009 einen leichten Zuwachs um Die Frauen unter den Bildungsinländern besuchen vergleichs- 6 % erfahren. Nach den rückläufigen Zahlen zwischen 2005 und weise häufig Universitäten und Kunsthochschulen, während ihre 2008 scheint sich damit wieder ein posi ver Trend durchzuset- männlichen Kommilitonen überdurchschni lich o an Fachhoch- zen. Insgesamt studieren an den deutschen Universitäten aber schulen zu finden sind. Fast jeder zweite männliche Bildungsin- mit einer Anzahl von 37.239 immer noch rund ein Siebtel weni- länder ist an einer Fachhochschule eingeschrieben, unter den ger Bildungsinländer als 2004. Die Kunsthochschulen spielen für Frauen tri dies nur auf rund ein Dri el zu. Das ist unter anderem Bildungsin- wie -ausländer ebenfalls eine wich ge Rolle. Im Stu- das Ergebnis einer geschlechtsspezifischen Fächerwahl sowie der dienjahr 2010 haben sich an ihnen 2.327 Bildungsinländer und unterschiedlichen Studienangebote an Universitäten, Kunst- und mehr als doppelt so viele Bildungsausländer eingeschrieben. Al- Fachhochschulen. Diese Tendenzen sind auch bei Deutschen und lerdings hat sich hier die Zahl der Bildungsinländer seit 2004 um Bildungsausländern anzutreffen. Dennoch studieren bei den Bil- mehr als ein Viertel verringert, während im gleichen Zeitraum die dungsinländern deutlich mehr Frauen an Fachhochschulen als Zahl der Bildungsausländer um nahezu denselben Wert s eg. bei den deutschen Studierenden und den Bildungsausländern. 27| Bildungsinländer, Bildungsausländer und deutsche Studierende 28| Anteil der Bildungsinländer und Bildungsausländer an allen Stu- nach Hochschulart1 dierenden der verschiedenen Hochschularten im Studienjahr 2010 in %1 Universitäten 2006 2008 2010 Bildungsinländer 36.826 33.812 37.239 Fachhoch- Bildungsausländer 146.612 133.867 133.110 3,6 6,2 schulen Deutsche Studierende 1.203.346 1.170.877 1.246.030 Kunsthochschulen 2006 2008 2010 Univer- Bildungsinländer 2.872 2.492 2.327 2,6 9,4 sitäten Bildungsausländer 5.509 5.872 6.677 Deutsche Studierende 23.212 22.155 23.233 Kunsthoch- Fachhochschulen 2006 2008 2010 7,2 20,7 schulen Bildungsinländer 19.209 19.450 23.960 Bildungsausländer 37.329 38.113 41.462 Deutsche Studierende 510.850 514.767 607.140 Bildungsinländer Bildungsausländer 1 2 Quelle Abb. 27 – 30 Werte für die Universitäten einschließ- An einigen Musik- und Kunsthochschulen hat aber nur einen geringen Einfluss auf Studentensta s k Sta s sches Bundesamt; lich Pädagogischer sowie Theologischer werden Bildungsausländer aufgrund der die Gesamtquote der Bildungsinländer an HIS-Berechnungen Hochschulen. Werte für Fachhochschulen bestandenen Eignungs- und Aufnahmeprü- Musik- und Kunsthochschulen. einschließlich Verwaltungsfachhochschulen. fung als Bildungsinländer geführt. Dies 28
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    Bildungsinländer 2011 |Sta s sche Grunddaten 29| Bildungsinländer und Bildungsausländer nach Hochschulart1 Bildungsinländer Anzahl 2010 Bildungsausländer Anzahl 2010 50.000 150.000 133.110 40.000 37.239 100.000 30.000 23.960 20.000 50.000 41.462 10.000 0 2.327 0 6.667 '97 '98 '99 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 '10 '97 '98 '99 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 '10 Studienjahr Studienjahr Universität Fachhochschule Kunsthochschule 30| Bildungsinländer, Bildungsausländer und deutsche Studierende nach Hochschulart und Geschlecht im Studienjahr 2010 in %1 Bildungsinländer Bildungsausländer Deutsche Studierende männlich weiblich männlich weiblich männlich weiblich Universitäten 53 % 64 % 70 % 77 % 62 % 72 % Kunsthochschulen 3 % 5 % 3 % 4 % 1 % 1 % Fachhochschulen 44 % 31 % 27 % 19 % 37 % 27 % 29
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    Größter Zuwachs beiden Studienanfängern und Absolventen an Fachhochschulen HOCHSCHULART: STUDIENANFÄNGER An den Kunsthochschulen haben im Studienjahr 2008 nur weni- Über die Häl e der Bildungsinländer, die sich im Studienjahr ge Bildungsinländer ein Studium aufgenommen. Gezählt wurden 2009 erstmals an einer deutschen Hochschule eingeschrieben 503 Studienanfänger, das sind zwar etwas mehr als noch im Jahr haben, entschieden sich für ein Universitätsstudium. 6.866 erst- zuvor, aber immer noch ein Viertel weniger als 2004 – während immatrikulierte Bildungsinländer konnten an den Universitäten sich die Zahl der Neueinschreibungen bei den Bilungsausländern verzeichnet werden. Gegenüber dem Vorjahr ist ihre Zahl um im gleichen Zeitraum etwa um fast die Häl e erhöhte. 13 % ges egen. Der bisherige Höchstwert von 2003 wurde damit Insgesamt schreiben sich die Bildungsinländer häufiger an Fach- überschri en. Ähnliche Entwicklungen lassen sich auch für die hochschulen ein (44 %) als Bildungsausländer (23 %) und auch universitären Studienanfängerzahlen der Bildungsausländer und als deutsche Studienanfänger (42 %). Angesichts dieser Entwick- deutschen Studierenden feststellen. lungen bei den Studienanfängern ist davon auszugehen, dass die Auch wenn sich nach wie vor noch die Mehrheit der Bildungsin- Fachhochschulen für das Studium von Bildungsinländern weiter länder an den Universitäten einschreibt, können die Fachhoch- an Bedeutung gewinnen. schulen einen deutlich höheren Zuwachs an Studienanfängern vermelden. Die Zahl der neu eingeschriebenen Bildungsinländer 32| Studienanfänger unter Bildungsinländern, Bildungsausländern an den Fachhochschulen ist kon nuierlich anges egen – im Ver- und deutschen Studierenden nach Hochschulart1 gleich zum Vorjahr um 17 %, innerhalb der letzten acht Jahre so- gar um mehr als die Häl e. Auch bei den Bildungsausländern hat Universitäten 2005 2007 2009 sich an den Fachhochschulen die Zahl der Ers mmatrikulierten Bildungsinländer 5.804 5.740 6.866 ste g erhöht. Die Steigerungsrate gegenüber dem Vorjahr liegt Bildungsausländer 43.461 40.314 45.123 bei 4 %. Deutsche Studienanfänger 184.658 183.165 200.982 Fachhochschulen 2005 2007 2009 31| Studienanfänger unter Bildungsinländern und Bildungsauslän- Bildungsinländer 3.644 4.088 5.745 dern nach Hochschulart1 Bildungsausländer 11.037 11.875 13.887 Deutsche Studienanfänger 103.018 111.177 146.158 Bildungsinländer Anzahl 2010 7.000 Universitäten: 6.866 Kunsthochschulen 2005 2007 2009 6.000 Bildungsinländer 548 441 503 Fachhochsch.: 5.745 Bildungsausländer 1.275 1.570 1.900 5.000 Deutsche Studienanfänger 2.516 2.990 3.109 4.000 3.000 33| Studienanfänger unter Bildungsinländern, Bildungsausländern 2.000 und deutschen Studierenden nach Hochschulart im Studienjahr 2009 in %1 1.000 Kunsthochsch.: 503 0 Fachhochschulen 44 23 42 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 Studienjahr Kunsthochschulen 3 Universitäten 4 1 Bildungsausländer Anzahl 2010 50.000 Universitäten: 45.123 40.000 30.000 52 74 57 20.000 Bildungs- Bildungs- Deutsche inländer ausländer Studienanfänger Fachhochsch.: 13.887 10.000 Kunsthochsch.: 6.201 1 Quelle Abb. 31 – 33 Die Angaben zu den Studienanfängern für Studentensta s k Sta s sches Bundes- 0 das Jahr 2009 entstammen der amtlichen amt; HIS-Berechnungen '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 Sta s k für das Sommersemester 2009 Studienjahr und das Wintersemester 2009/10. 30
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    Bildungsinländer 2011 |Sta s sche Grunddaten HOCHSCHULART: ABSOLVENTEN inländern. So erreichten im Prüfungsjahr 2009 3.368 Bildungsin- Der Ans eg der Bildungsinländer, die an den deutschen Hoch- länder an den Universitäten ihren Abschluss, das sind 46 % mehr schulen ein Examen erworben haben, ist sowohl den erhöhten als noch neun Jahre zuvor; bei den Bildungsausländern liegt die Absolventenzahlen an den Fachhochschulen als auch an den entsprechende Steigerungsquote hingegen sogar bei 200 %. Universitäten zuzuschreiben. Allerdings verzeichneten die Fach- Überdurchschni lich hoch fällt bei den Bildungsinländern der hochschulen in den letzten Jahren durchgängig Steigerungsraten, Anteil an Kunsthochschulabsolventen aus (8 %). Die Anzahl an während es an den Universitäten auch zu Rückgängen gekom- erfolgreichen Bildungsinländern an Kunsthochschulen hat sich men ist. Mi lerweile stellen die Fachhochschulen zwei Fün el al- zwar zunächst von 2006 bis 2007 stark verringert, steigt seit dem ler Bildungsinländer mit Studienabschluss, das sind 2.686 Absol- aber wieder an, auf derzeit 562 Absolventen. venten. Im Jahr 2000 belief sich deren Anteil noch auf ein Dri el. Auch bei den Bildungsausländern können die Fachhochschulen auf einen schnellen Ans eg der Absolventen verweisen. Hier 35| Bildungsinländer, Bildungsausländer und deutsche Absolventen schließt ein Viertel der erfolgreichen Bildungsausländer das Stu- nach Hochschulart1 dium ab. Nach wie vor kommt aber die Mehrheit der Absolven- ten bei den Bildungsinländern wie bei den Bildungsausländern Universitäten 2005 2007 2009 von den Universitäten (51 % bzw. 68 %). Bildungsinländer 2.865 2.994 3.368 Trotz ähnlicher Entwicklungen der Absolventenzahlen von Bil- Bildungsausländer 13.196 16.699 18.388 dungsin- und -ausländern, zeigt sich, dass die Steigerungsraten Deutsche Absolventen 143.982 164.156 192.587 seit dem Jahr 2000 an allen drei Hochschularten bei den Bil- Kunsthochschulen 2005 2007 2009 dungsausländern deutlich höher ausfallen als bei den Bildungs- Bildungsinländer 530 493 562 Bildungsausländer 1.127 1.403 1.545 Deutsche Absolventen 3.619 3.675 3.936 34| Absolventen unter Bildungsinländern und Bildungsausländern nach Hochschulart1 Fachhochschulen 2005 2007 2009 Bildungsinländer 2.035 2.307 2.686 Bildungsausländer 3.957 5.666 7.146 Bildungsinländer Anzahl 2010 3.500 Deutsche Absolventen 80.857 88.818 108.224 Universitäten: 3.368 3.000 Fachhochsch.: 2.686 2.500 36| Absolventen unter Bildungsinländern, Bildungsausländern und 2.000 deutschen Studierenden an den Hochschularten im Prüfungsjahr 1.500 2009 in %1 1.000 41 26 36 Fachhochschulen 500 Kunsthochsch.: 562 Kunsthochschulen 0 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 6 Universitäten 1 Studienjahr 8 Bildungsausländer Anzahl 2010 20.000 Universitäten: 18.388 15.000 51 68 63 Bildungs- Bildungs- Deutsche inländer ausländer Absolventen 10.000 1 Quelle Abb. 34 – 36 5.000 Fachhochsch.: 7.164 Die Angaben zu den Absolventen für Prüfungssta s k Sta s sches Bundesamt; das Prüfungsjahr 2008 entstammen der HIS-Berechnungen Kunsthochsch.: 1.545 amtlichen Sta s k für das Wintersemester 0 2007/08 und das Sommersemester 2008. '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 Studienjahr 31
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    Konzentra on vonBildungsinländern an den Hochschulen in Frankfurt am Main WICHTIGSTE HOCHSCHULEN FÜR BILDUNGSINLÄNDER Neben der FH Frankfurt am Main können auch die Fachhoch- Entsprechend der Differenzen zwischen den verschiedenen Bun- schule Bochum, die Fachhochschule für Technik in Stu gart und desländern kommt es auch zu Konzentra onen der Bildungsin- die Fachhochschule Düsseldorf auf verhältnismäßig hohe Anteile länder an bes mmten Hochschulen. Besonders viele Bildungsin- an studierenden Bildungsinländern verweisen. Rund 9 von 100 länder, jeweils über 1.600, sind an den großen Universitäten in Studierenden an diesen Hochschulen sind Bildungsinländer. Die Frankfurt am Main, in Duisburg-Essen und in Bochum zu finden. größte Anzahl an Bildungsinländern findet sich neben Frankfurt Aber auch an den Universitäten in Hamburg, Köln, München, am Main an den Fachhochschulen in Köln und München. Mainz, Aachen und an der Technischen Universität Berlin studie- Bei den Bildungsausländern gehört die FH Frankfurt am Main hin- ren vergleichsweise viele Bildungsinländer. Ihre Zahl liegt an die- gegen nicht zu den fünfzehn wich gsten Fachhochschulen. Die sen Hochschulen zwischen 1.102 und 1.381 Studierenden. Wird höchsten Anteile an Bildungsausländern finden sich an der Hoch- der Rangfolge nicht die Anzahl der Bildungsinländer, sondern schule Mi weida sowie an den Fachhochschulen in Worms und ihr Anteil an allen Studierenden an den einzelnen Hochschulen Reutlingen. Sie liegen zwischen 17,1 % und 24,2 %. Die höchste zugrunde gelegt, nehmen neben den genannten auch die Uni- Zahl an Bildungsausländern ist allerdings an den Fachhochschu- versitäten in Wuppertal, Düsseldorf, Darmstadt, Frankfurt/Oder, len in Köln, Mi weida, Aachen und Darmstadt zu registrieren. Stu gart und Hohenheim vordere Plätze ein. Die Anteile liegen Die hohe Zahl der Bildungsinländer an den Hochschulen des zwischen 4,1 % und 6,2 %. Rhein-Main-Gebietes erklärt auch die große Bedeutung von Die entsprechende Rangliste der wich gsten Universitäten für Hessen und Nordrhein-Wes alen als wich gste Studienländer Bildungsausländer zeichnet sich durch eine andere Reihenfolge der Bildungsinländer. Diese beiden Länder stellen allein fast die aus. Bei ihr steht das Interna onale Hochschulins tut Zi au an Häl e der Bildungsinländer an deutschen Hochschulen. Auch erster Stelle. Daneben spielen für Bildungsausländer – sowohl in darüber hinaus zeigen sich klare Korrespondenzen zwischen den Bezug auf die Zahl der Studierenden als auch deren Anteil – die Hochschulen mit hohem Anteil an Bildungsinländern und jenen Technischen Universitäten eine größere Rolle als für Bildungsin- Städten und Regionen, wie den größeren Städten in den alten länder. Daneben sind für die Bildungsausländer auch die Univer- Ländern sowie Berlin, mit einer starken ausländischen Bevölke- sität Heidelberg, die Universität Freiburg, die Freie Universität rung. und die Humboldt-Universität in Berlin besonders a rak v. Bei den Kunsthochschulen verzeichnen vor allem die Musikhoch- Unter den Fachhochschulen erreicht mit 15,3 % die FH Frankfurt schulen hohe Anteile an Bildungsinländern. Gleiches tri für am Main den höchsten Anteil an Bildungsinländern. Dieser Wert die Bildungsausländer zu. Besonders hohe Anteile an Bildungs- übersteigt deutlich die entsprechenden Werte an den Universi- inländern zeigen sich dabei vor allem an den Musikhochschulen täten und anderen Hochschulen. Gleichzei g weist dieser Anteil in Köln, Weimar und Würzburg mit Quoten zwischen 15,5 % und auf die überragende Bedeutung des Hochschulstandorts Frank- 18,7 %. Allerdings können dabei die Musikhochschulen in Lübeck furt am Main für das Studium der Bildungsinländer hin. Hier ist und Berlin nicht berücksich gt werden, weil an ihnen keine si- sowohl die nach Anteil und Zahl der Bildungsinländer wich gste chere Trennung von Bildungsinländern und -ausländern erfolgt. Universität als auch Fachhochschule zu finden. Insgesamt sind an den staatlichen Hochschulen in Frankfurt am Main rund 3.700 Quelle Abb. 37 Studentensta s k Sta s sches Bundes- Bildungsinländer immatrikuliert. amt; HIS-Berechnungen 32
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    Bildungsinländer 2011 |Sta s sche Grunddaten 37| Staatliche Universitäten, Fachhochschulen und Kunsthochschu- len nach dem Anteil an Bildungsinländern und Bildungsauslän- dern im Studienjahr 2010 in % Bildungsinländer Bildungsausländer Universitäten Anzahl Anteil a. allen Studierenden Universitäten Anzahl Anteil Universität Frankfurt a. M. 2.219 6,2 % Internat. Hochschulins tut Zi au 119 55,3 % Universität Wuppertal 839 6,1 % TU Clausthal 1.061 33,4 % Hafencity Universität Hamburg 102 5,4 % Europa-Universität Frankfurt/O. 1.191 19,3 % Universität Düsseldorf 891 5,3 % Universität Stu gart 3.307 17,0 % TU Darmstadt 1.068 5,3 % TU Berlin 4.602 16,3 % Universität Duisburg-Essen 1.686 5,3 % TU Hamburg-Harburg 787 15,7 % Europa-Universität Frankfurt/O. 320 5,2 % Universität Heidelberg 4.068 15,2 % Universität Bochum 1.602 5,0 % FU Berlin 4.725 14,9 % Universität Stu gart 948 4,9 % Universität Freiburg i.Br. 3.057 14,8 % Universität Hohenheim 315 4,1 % TU München 3.542 14,7 % TU Hamburg-Harburg 198 4,0 % Bauhaus-Universität Weimar 535 14,5 % TU Berlin 1.102 3,9 % Karlsruher Ins tut f. Technologie (KIT) 2.705 14,2 % Universität Mannheim 375 3,8 % Humboldt-Universität Berlin 3.785 13,9 % Universität Hamburg 1.381 3,8 % Brandenburgische TU Co bus 839 13,0 % Universität Siegen 497 3,8 % Universität des Saarland. Saarbrücken 1.966 12,5 % Kunsthochschulen Anzahl Anteil a. allen Studierenden Kunsthochschulen Anzahl Anteil HS für Musik Köln 266 18,7 % HS f. Bildende Künste Frankfurt a. M. 83 60,1 % HS für Musik Weimar 141 15,7 % Staatl. HS für Musik Trossingen 227 51,4 % HS für Musik Würzburg 92 15,5 % Staatl. HS für Musik Freiburg i. Br. 228 46,2 % HS für Musik und Theater Hamburg 127 14,8 % HS für Musik Detmold 242 38,4 % HS für Musik Nürnberg 60 14,7 % HS des Saarl. für Musik Saarbrücken 136 37,3 % Robert-Schumann-HS Düsseldorf 111 13,3 % Staatl. HS f. M. u. Darst. K. Mannheim 225 36,1 % HS für Schauspielkunst Berlin 29 13,2 % Staatl. HS für Musik Karlsruhe 204 35,6 % HS für Musik und Theater München 111 11,7 % Staatl. HS f. M. u. Darst. K. Stu gart 247 34,4 % Staatl. HS f. Musik u. Darst. Kunst Mannheim 58 9,3 % HS für Musik und Theater Hannover 435 34,2 % Akademie der Bildenden Künste München 49 8,0 % HS für Musik u. Theater Leipzig 263 31,3 % HS für Musik und Theater Rostock 36 6,8 % HS für Musik Dresden 177 29,9 % Staatl. HS für Musik Freiburg i. Br. 32 6,5 % Folkwang-HS Essen 380 29,0 % HS für Künste Bremen 49 6,1 % HS f. M. u. Darst. K. Frankfurt a. M. 236 28,7 % Staatl. Akademie d. Bild. Künste Karlsruhe 19 6,1 % HS für Künste Bremen 225 28,2 % Staatl. HS für Musik Trossingen 22 5,0 % HS für Musik und Theater Rostock 137 26,0 % Fachhochschulen Anzahl Anteil a. allen Studierenden Fachhochschulen Anzahl Anteil FH Frankfurt a.M. 1.462 15,3 % HS Mi weida 1.401 24,2 % FH Bochum 415 9,1 % FH Worms 502 18,3 % FH Düsseldorf 694 9,0 % FH f. Technik u. Wirtsch. Reutlingen 740 17,1 % HS für Technik Stu gart 249 8,6 % FH Aachen 1.270 14,0 % HS Darmstadt 752 6,8 % HS Anhalt 940 13,8 % FH Köln 1.051 6,7 % HS f. Technik u. Wirtsch. Saarbrücken 576 13,6 % FH München 972 6,7 % HS Mannheim 578 12,7 % HS Rhein-Main 606 6,5 % FH Fulda 605 12,0 % FH Gelsenkirchen 441 6,3 % HS Bremen 945 11,4 % HS für Technik Berlin 602 6,3 % FH Köln 1.697 10,8 % FH Dortmund 496 6,1 % FH Hannover 693 10,4 % HS Nür ngen 229 6,0 % HS Technik u. Wirtsch. Karlsruhe 645 10,3 % FH Gießen/Friedberg 673 5,9 % HS Darmstadt 1.143 10,3 % HS Esslingen 724 5,7 % FH Kaiserslautern 547 10,1 % FH Heilbronn 326 5,6 % FH Düsseldorf 725 9,4 % 33
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    Überwiegende Mehrheit derBildungsinländer stammt aus Ost- und Westeuropa REGIONALE HERKUNFT: STUIDERENDE Anteile an afrikanischen und amerikanischen Bildungsinländern Über drei Viertel der Bildungsinländer stammen aus Ost- und aus. Im Wintersemester 2009/10 waren 1.855 Bildungsinländer Westeuropa.1 Nach einem jahrelangen Rückgang des Anteils eu- aus Afrika und 1.127 aus Amerika an den deutschen Hochschulen ropäischer Studierender ist ihre Zahl wie schon im vergangenen immatrikuliert. Kaum Bedeutung kommt den Studierenden aus Jahr weiter deutlich um 8 % ges egen. Dieser Trend ist das Er- Australien und Ozeanien zu, deren Zahl bei lediglich 65 Bildungs- gebnis vor allem der erhöhten Zahl an Bildungsinländern aus den inländern liegt. osteuropäischen Ländern. Im Wintersemester 2009/10 studier- Auch bei den Bildungsausländern kommen die meisten Studie- ten insgesamt 39.400 Bildungsinländer aus Ost- und 10.772 aus renden aus den europäischen Ländern. Ihr Anteil beläu sich auf Westeuropa an den deutschen Hochschulen. Etwa jeder sechste knapp die Häl e. Dabei stellen allein die osteuropäischen Studie- Bildungsinländer ist zudem asia scher Herkun . Im Vergleich renden ein Dri el aller Bildungsausländer dar. Aus Asien stammt zum Jahr 2009 hat sich ihre Zahl um 5 % erhöht. Die größte Grup- ebenfalls ein Dri el aller Bildungsausländer. Damit haben die pe unter den asia schen Bildungsinländern stellen die Studieren- Bildungsausländer einen deutlich höheren Anteil an asia schen den aus Ostasien, deren Anteil an allen asia schen Bildungsinlän- Studierenden zu verzeichnen als die Bildungsinländer. dern mi lerweile rund ein Dri el beträgt. Im Jahr 2000 kam die Mehrheit noch aus Vorderasien. Deren Zahl ist jedoch über die 1 2 Jahre hinweg zurückgegangen. Vergleichsweise gering fallen die Die Zusammenfassung der Herkun s- Aufgrund geringer Fallzahlen kann die Ent- länder folgt im Wesentlichen dem wicklung der Zahl australischer Bildungsin- Regionalschlüssel der DFG. In Abkehr länder nicht wiedergegeben werden. davon werden die Türkei und Griechen- 2009 studierten 65 australische Bildungs- 38| Bildungsinländer aus den wich gsten Herkun sstaaten im land der Region Osteuropa und nicht inländer an den deutschen Hochschulen. Studienjahr 20101,2 Westeuropa zugeordnet. Anzahl Bildungsinländer 2010 1 Türkei 17.535 2 Kroa en 3.498 3 Italien 3.493 5 4 Griechenland 3.092 5 Russische Fördera on 2.858 6 Polen 2.888 7 Ukraine 2.492 6 8 Bosnien-Herzegowina 2.027 11 7 10 9 Serbien 1.635 10 China 1.648 2 9 11 Österreich 1.561 8 12 Vietnam 1.294 3 Bildungsinländer insgesamt: 63.526 4 1 12 Karte: Anzahl Bildungsinländer 2010 1.000 – 1.999 2.000 – 2.999 3.000 – 3.999 4.000 – 4.999 > 5.000 34
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    Bildungsinländer 2011 |Sta s sche Grunddaten 39| Bildungsinländer von den verschiedenen Kon nenten und Re- gionen1,2 Europa Anzahl 2010 Amerika Anzahl 2010 40.000 39.400 1.000 800 30.000 600 529 20.000 478 400 10.000 10.772 200 120 0 0 '98 '00 '02 '04 '06 '08 '10 '98 '00 '02 '04 '06 '08 '10 Studienjahr Studienjahr Westeuropa Osteuropa Nordamerika Südamerika Mi elamerika einschließl. Karibik Afrika Anzahl 2010 Asien Anzahl 2010 2.000 5.000 4.000 1.500 3.000 3.135 1.000 1.037 2.544 2.000 1.670 500 489 1.422 329 1.000 763 0 0 '98 '00 '02 '04 '06 '08 '10 '98 '00 '02 '04 '06 '08 '10 Studienjahr Studienjahr Nordafrika Ostasien Vorderasien Ost- und Westafrika Zentral- und Südafrika Südostasien Südasien Zentralasien Quelle Abb. 38 – 40 40| Bildungsinländer und Bildungsausländer von den verschiedenen Studentensta s k Sta s sches Bundes- Kon nenten im Studienjahr 2010 in %1 amt; HIS-Berechnungen 15 3 32 Osteuropa 33 2 Westeuropa Amerika Afrika 17 Asien 63 11 17 7 Bildungsinländer Bildungsausländer 35
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    Rund 17.500 türkischeBildungsinländer 2010 an den deutschen Hochschulen WICHTIGSTE HERKUNFTSLÄNDER: STUDIERENDE und Italien reihen sich in der Länderliste erst weiter hinten ein. Zu den zehn wich gsten Herkun sstaaten der Bildungsinländer Zu den zehn wich gsten Staaten der Bildungsausländer gehören zählen fast ausschließlich europäische Länder. Die meisten Stu- auch zwei afrikanische Länder, Marokko und Kamerun. Bei den dierenden kommen aus der Türkei, das mit großem Abstand an Bildungsinländern spielen diese Herkun sländer hingegen eine der Spitze der Rangliste steht. Im Studienjahr 2010 sind 17.535 deutlich geringere Rolle. türkische Bildungsinländer an den deutschen Hochschulen im- Die asia schen Bildungsinländer sind überdurchschni lich häufig matrikuliert; sie stellen allein über ein Viertel dieser Studieren- in Studiengängen der Fächergruppen Kunst/Kunstwissenscha , dengruppe. Kroa en, Italien und Griechenland folgen auf den Medizin, Mathema k und Naturwissenscha en sowie Ingeni- Plätzen danach. Nach einem Rückgang sind in den letzten bei- eurwissenscha en eingeschrieben. Gleiches tri auch auf die den Jahren wieder steigende Zahlen von Bildungsinländern aus asia schen Bildungsausländer zu. Die osteuropäischen Bildungs- diesen Ländern zu registrieren. Den höchsten Zuwachs erreichen inländer finden sich überdurchschni lich häufig in den Rechts-, mit 12 % im Vergleich zum Vorjahr die türkischen Studierenden. Wirtscha s- und Sozialwissenscha en, in Mathema k und Na- Diese Entwicklungen führen dazu, dass auch die Reihenfolge der turwissenscha en sowie in den Ingenieurwissenscha en, wäh- wich gsten Herkun sländer in den letzten Jahren nahezu gleich rend die Westeuropäer vergleichsweise o Veterinärmedizin, geblieben ist. Längerfris g betrachtet haben vor allem Iran, Agrar-, Forst und Ernährungswissenscha en sowie sprach- und Spanien, Österreich, die Niederlande und Marokko unter den kulturwissenscha liche Fächer studieren. Das Herkun sprofil Bildungsinländern einen starken Bedeutungsverlust erfahren. der Bildungsinländer in den einzelnen Fächergruppen fällt insge- Besonders hohe Steigerungsraten lassen sich hingegen für die samt weniger unterschiedlich aus als das der Bildungsausländer. russischen und ukrainischen Studierenden feststellen. So zeigen die afrikanischen Bildungsausländer ein weit über- Bei den Bildungsausländern steht unverändert China mit Abstand durchschni liches Interesse an den ingenieurwissenscha lichen an der Spitze der Herkun sländer. Russland ist mi lerweile an und den mathema sch-naturwissenscha lichen Fächern, die die zweite Stelle gerückt, gefolgt von den osteuropäischen Län- Bildungsausländer aus Osteuropa sind dagegen vergleichsweise dern Polen, Bulgarien und der Türkei, die schon seit mehreren o in den Sprach- und Kulturwissenscha en sowie den Rechts-, Jahren zu den wich gsten Heimatländern zählen. Von den west- Wirtscha s- und Sozialwissenscha en immatrikuliert. europäischen Staaten sind Österreich und Frankreich unter den ersten zehn Plätzen der Bildungsausländer zu finden. Spanien 1 Quelle Abb. 41 – 42 Aufgrund geringer Fallzahlen werden Studentensta s k Sta s sches Bundes- Studierende aus Australien/Ozeanien amt; HIS-Berechnungen nicht berücksich gt. Sie stellen lediglich 41| Bildungsinländer und Bildungsausländer aus den wich gsten 0,1 % der Bildungsinländer und 0,2 % der Herkun sländern Bildungsausländer. Bildungsinländer Studienjahr 1998 Studienjahr 2006 Studienjahr 2010 Herkun sland Anzahl Anteil* Herkun sland Anzahl Anteil* Herkun sland Anzahl Anteil* Türkei 16.617 30,4 % Türkei 15.342 26,0 % Türkei 17.535 27,6 % Griechenland 3.873 7,1 % Kroa en 3.705 4,3 % Kroa en 3.498 5,5 % Iran 3.534 6,5 % Griechenland 3.303 5,6 % Italien 3.493 5,5 % Österreich 2.921 5,3 % Italien 3.184 5,4 % Griechenland 3.092 4,9 % Kroa en 2.918 5,3 % Polen 2.882 4,9 % Russland 2.888 4,5 % Italien 2.889 5,3 % Russland 2.127 3,6 % Polen 2.858 4,5 % Serbien/Montenegro 2.377 4,3 % Serbien/Montenegro 1.857 3,2 % Ukraine 2.492 3,9 % Spanien 1.769 3,2 % Ukraine 1.743 3,0 % Bosnien-Herzegowina 2.027 3,2 % Niederlande 1.253 2,3 % Österreich 1.705 2,9 % Serbien 1.648 2,6 % Portugal 977 1,8 % Bosnien-Herzegowina 1.654 2,8 % China 1.635 2,6 % Vietnam 947 1,7 % Iran 1.586 2,7 % Österreich 1.561 2,5 % Polen 945 1,7 % China 1.329 2,3 % Vietnam 1.294 2,0 % Süd-Korea 942 1,7 % Süd-Korea 1.221 2,1 % Iran 1.284 2,0 % Marokko 837 1,5 % Spanien 1.176 2,0 % Spanien 1.047 1,6 % USA 832 1,5 % Marokko 1.023 1,7 % Süd-Korea 1.026 1,6 % * Anteil an allen Bildungsausländern des jeweiligen Studienjahres 36
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    Bildungsinländer 2011 |Sta s sche Grunddaten Bildungsausländer Studienjahr 1998 Studienjahr 2006 Studienjahr 2010 Herkun sland Anzahl Anteil Herkun sland Anzahl Anteil Herkun sland Anzahl Anteil Türkei 6.414 4,2 % China 26.061 13,8 % China 22.779 12,6 % Frankreich 5.410 5,2 % Bulgarien 12.423 6,7 % Russland 9.764 5,4 % Polen 5.020 4,8 % Polen 12.301 6,5 % Polen 8.467 4,7 % Iran 4.918 4,7 % Russland 9.826 5,2 % Bulgarien 8.266 4,6 % China 4.773 4,6 % Marokko 7.190 3,8 % Türkei 6.635 3,7 % Griechenland 4.125 4,0 % Türkei 7.077 3,7 % Ukraine 6.326 3,5 % Marokko 4.109 4,0 % Ukraine 6.928 3,7 % Österreich 6.209 3,4 % Süd-Korea 3.926 3,8 % Kamerun 5.389 2,8 % Marokko 5.533 3,1 % Russland 3.761 3,6 % Frankreich 5.293 2,8 % Kamerun 5.383 3,0 % Österreich 3.377 3,3 % Österreich 4.225 2,2 % Frankreich 5.324 2,9 % Italien 3.203 3,1 % Spanien 3.976 2,1 % Süd-Korea 4.193 2,3 % Spanien 3.122 3,0 % Süd-Korea 3.875 2,0 % Italien 3.976 2,2 % USA 3.094 3,0 % Rumänien 3.781 2,0 % Spanien 3.946 2,2 % Kamerun 2.164 2,1 % Indien 3.583 1,9 % Indien 3.821 2,1 % Großbritannien 1.862 1,8 % Italien 3.517 1,9 % USA 3.378 1,9 % 42| Bildungsinländer und Bildungsausländer verschiedener Fächer- 2 Die Zusammenfassung der Herkun s- davon werden lediglich Türkei und Grie- gruppen nach Herkun sregionen im Studienjahr 2010 in % 1, 2 länder folgt im Wesentlichen dem chenland der Region Osteuropa und nicht Regionalschlüssel der DFG. In Abkehr Westeuropa zugeordnet. Bildungsinländer 9 13 17 18 11 17 33 2 2 3 3 3 3 3 3 5 1 2 1 16 14 12 1 27 5 22 29 22 59 66 65 55 54 65 39 Sprach-, Kultur- Rechts-, Wirt- Mathema k, Humanmedizin, Veterinärmed., Ingenieur- Kunst, Kunst- wissenscha en, scha s- und Naturwissen- Gesundheits- Agrar-, Forst- und wissenscha en wissenscha Sport Sozialwiss. scha en wissenscha en Ernährungswiss. Osteuropa Westeuropa Amerika Afrika Asien Bildungsausländer 22 24 40 40 38 44 43 5 7 9 8 14 10 13 1 21 8 22 19 4 6 11 12 17 6 22 16 12 42 42 28 29 22 17 26 Sprach-, Kultur- Rechts-, Wirt- Mathema k, Humanmedizin, Veterinärmed., Ingenieur- Kunst, Kunst- wissenscha en, scha s- und Naturwissen- Gesundheits- Agrar-, Forst- und wissenscha en wissenscha Sport Sozialwiss. scha en wissenscha en Ernährungswiss. 37
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    Hohe Steigerungsraten fürosteuropäische Absolventen bei Bildungsinländern REGIONALE HERKUNFT: STUDIENANFÄNGER der Länderliste der Studienanfänger ein, gefolgt von Kroa en, Nach wie vor ist die Türkei das mit Abstand wich gste Herkun s- der Ukraine und Griechenland. Die jeweilige Zahl der Studienan- land der Bildungsinländer im ersten Hochschulsemester. Die Zahl fänger, die aus diesen Ländern kommen, hat sich im Vergleich der türkischen Studienanfänger ist gegenüber dem Studienjahr zu 2008 durchweg erhöht. Von den außereuropäischen Ländern 2008 sogar um weitere 23 % gewachsen und beläu sich mi - sind vor allem China und Vietnam von Bedeutung. lerweile auf 4.092 Ers mmatrikulierte. Damit haben 31 % aller Die größten Anteile an Studienanfängern unter den Bildungs- Studienanfänger unter den Bildungsinländern eine türkische inländern kommen unverändert aus Osteuropa. Im Studien- Staatsbürgerscha und es ist davon auszugehen, dass türkische jahr 2009 stellen sie fast zwei Dri el der neu immatrikulierten Studierende eine wachsende Rolle an den deutschen Hochschu- Bildungsinländer. Bei den Bildungsausländern sind West- und len spielen. Auch die italienischen Studienanfänger verzeichnen Osteuropäer dagegen gleichermaßen vertreten. Insgesamt stam- einen nicht unerheblichen Ans eg, allerdings stellt Italien deut- men unter den Bildungsausländern 56 % der Studienanfänger lich weniger neu beginnende Bildungsinländer. Mit 792 Neuein- aus Europa. Ein Viertel hat hingegen asia sche Heimatländer. schreibungen steht es in der Rangliste der wich gsten Herkun s- staaten auf dem zweiten Platz. Russland nimmt den dri en Platz 1 45| Studienanfänger unter Bildungsinländern von den verschiede- Aufgrund geringer Fallzahlen kann die Australien/Ozeanien ein Studium aufge- nen Kon nenten und Regionen1 Entwicklung der Zahl australischer nommen. Bildungsinländer im ersten Hochschulse- mester nicht wiedergegeben werden. Im Quelle Abb. 43 – 45 Europa Amerika 10.000 200 Jahr 2009 haben an den deutschen Hoch- Studentensta s k Sta s sches Bundes- schulen nur 13 Bildungsinländer aus amt; HIS-Berechnungen 8.000 150 6.000 100 4.000 43| Studienanfänger unter Bildungsinländern und -ausländern von 50 den verschiedenen Kon nenten im Studienjahr 2009 in %1 2.000 0 0 '01 '03 '05 '07 '09 '01 '03 '05 '07 '09 Bildungsinländer Bildungsausländer Studienjahr Studienjahr Westeuropa Nordamerika 13 Osteuropa Südamerika 2 26 27 Mi elamerika einschl. Karibik 4 Afrika Asien 300 1.000 17 5 800 64 200 13 600 29 400 100 200 Osteuropa Amerika Asien 0 0 '01 '03 '05 '07 '09 '01 '03 '05 '07 '09 Westeuropa Afrika Studienjahr Studienjahr Nordafrika Vorderasien Südasien 44| Studienanfänger unter Bildungsinländern aus den wich gsten West- und Ostafrika Ostasien Zentralasien Herkun sländern Zentral- und Südafrika Südostasien Herkun sland 2008 2009 Steigerung 2008 – 2009 in % Herkun sland 2008 2009 Steigerung 2008 – 2009 in % Türkei 3.332 4.092 23  China 253 230 -9 Italien 685 792 16 Spanien 170 229 35 Russland 563 616 9 Portugal 171 211 23 Kroa en 551 592 7 Iran 183 192 5 Ukraine 512 570 11 Afghanistan 186 190 2 Griechenland 441 529 20 Frankreich 146 189 30 Polen 506 470 -7 Süd-Korea 169 152 -10 Bosnien-Herzegowina 415 426 3 Großbritannien 128 132 3 Serbien 301 316 5 Niederlande 125 123 -2 Vietnam 246 279 13 Schweiz 82 108 32 Österreich 243 252 4 USA 76 104 37 38
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    Bildungsinländer 2011 |Sta s sche Grunddaten REGIONALE HERKUNFT: ABSOLVENTEN Österreich. China ordnet sich als einziges asia sches Land in die- Mehr als die Häl e der Bildungsinländer, die im Prüfungsjahr se Spitzengruppe ein. Bei den Bildungsausländern steht die Tür- 2009 ihren Abschluss in Deutschland erworben haben, stammt kei erst an siebter Stelle der Rangliste. Die meisten Hochschulab- aus osteuropäischen Ländern. Westeuropa stellt rund ein Fün el solventen sind hingegen Chinesen. Sie stellen mi lerweile 17 % und Asien 16 % der Absolventen. Aus Afrika, Amerika und Aus- aller Bildungsausländer mit deutschem Studienabschluss. tralien kommen dagegen nur sehr wenige Hochschulabsolven- ten. Bei den Bildungsausländern sind die meisten Absolventen in den asia schen – insbesondere den ostasia schen – und den 47| Absolventen unter Bildungsinländern und Bildungsausländern osteuropäischen Regionen beheimatet. Über zwei Dri el stam- von den verschiedenen Kon nenten im Prüfungsjahr 2009 in %1 men aus den zugehörigen Ländern. Ein Sechstel der Bildungsaus- länder mit Hochschulabschluss hat zudem Westeuropa als Her- Bildungsinländer kun sregion. Osteuropa Bei den Bildungsinländern hat sich seit dem Prüfungsjahr 2000 16 Westeuropa – entsprechend den Entwicklungen bei den Studierenden – die 2 Amerika Zahl der Absolventen aus Osteuropa und Asien am stärksten er- 2 Afrika höht. Auch gegenüber dem Vorjahr lassen sich für diese Regio- Asien nen Steigerungsraten von einem Zehntel und mehr feststellen. Auch bei den Bildungsinländer-Absolventen ist die Türkei das 21 59 wich gste Herkun sland. 1.416 türkische Bildungsinländer ha- ben im Jahr 2009 ein deutsches Hochschulexamen erworben. Dies entspricht einem Anteil von 21 % an allen Bildungsinländern. Die anderen Länder stellen weitaus weniger Absolventen. Zu den zehn wich gsten Herkun sstaaten zählen neben der Türkei auch Bildungsausländer Kroa en, Polen, Griechenland, Russland, die Ukraine und Bosni- en-Herzegowina aus Osteuropa und aus Westeuropa Italien und 1 Quelle Abb. 46 – 47 36 35 Aufgrund geringer Fallzahlen werden Prüfungssta s k Sta s sches Bundesamt; Studierende aus Australien/Ozeanien HIS-Berechnungen nicht berücksich gt. Sie stellen lediglich 0,1 % der Bildungsinländer- und Bildungs- ausländer-Absolventen. 8 15 6 46| Absolventen unter Bildungsinländern und Bildungsausländern aus den wich gsten Herkun sländern Bildungsinländer Anzahl an Absolventen im Studienjahr Bildungsausländer Herkun sland 2001 2006 2009 Steigerung 2001 – 2009 in % 6 Herkun sland 2009 Türkei 1.131 1.298 1.416 25,2 China 4.489 Kroa en 286 413 456 59,4 Bulgarien 1.557 Italien 253 338 426 68,4 Russland 1.444 Polen 84 238 356 323,8 Polen 1.431 Griechenland 338 319 354 4,7 Ukraine 983 Russland 50 191 275 450,0 Frankreich 925 Ukraine 16 106 233 1.356,3 Türkei 920 Österreich 246 181 223 -9,3 Österreich 910 China 24 111 214 791,7 Indien 728 Bosnien-Herzegowina 33 160 205 521,2 Süd-Korea 727 39
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    Rechts-, Wirtscha s-und Sozialwissenscha en von besonderer Bedeutung für Bildungsinländer FÄCHERGRUPPEN: STUDIERENDE Sozialwissenscha en (41 %). Dies entspricht ihren deutschen Ein Dri el der Bildungsinländer an Universitäten sind in den Kommilitonen. Überdurchschni lich häufig aber sind sie in ma- Rechts-, Wirtscha s- und Sozialwissenscha en eingeschrieben, thema sch-naturwissenscha lichen und ingenieurwissenscha - ein Viertel in den Sprach- und Kulturwissenscha en. Auch bei lichen Fächern immatrikuliert. Jeder zweite Bildungsinländer an den deutschen Studierenden dominieren diese Fächer mit einem Fachhochschulen studiert in entsprechenden Studiengängen. Gesamtanteil von 57 % der Einschreibungen, allerdings ist bei ih- Noch höher als bei den Bildungsinländern liegt allerdings der An- nen die Rangfolge genau umgekehrt. Darüber hinaus zeigen sich teil an Ingenieurwissenscha lern unter den Bildungsausländern. zwischen diesen beiden Studierendengruppen keine wesentli- Im Vergleich zum Studienjahr 2000 lässt sich an den Universitä- chen Unterschiede in der Wahl der Fächergruppe. Bildungsaus- ten in nahezu allen Fächergruppen nach einem deutlichen Rück- länder sind hingegen vergleichsweise häufig in ingenieurwissen- gang wieder ein Ans eg der Bildungsinländer feststellen. Insbe- scha lichen Studiengängen immatrikuliert. Ihr Anteil liegt hier sondere tri dies auf die Ingenieurwissenscha en zu. Die Zahl bei 18 %, bei den Bildungsinländern bei 14 % und bei den deut- der immatrikulierten Bildungsinländer steigt hier im Vergleich schen Studierenden bei 11 %. zum Vorjahr um 22 %. Die gleichen Tendenzen sind auch an den An den Fachhochschulen studiert zwar die größte Zahl der Bil- Fachhochschulen zu finden. Der Ans eg in den ingenieurwissen- dungsinländer in der Fächergruppe Rechts-, Wirtscha s- und scha lichen Fächern fällt mit 18 % ähnlich stark aus. 48| Bildungsinländer an Universitäten in ausgewählten Fächergrup- Quelle Abb. 48 – 51 Studentensta s k Sta s sches Bundes- pen amt; HIS-Berechnungen Anzahl 2010 20.000 15.000 12.246 Legende 10.000 Abb. 48 – 49 9.263 7.636 5.000 5.123 Rechts-, Wirtscha s- und Sozialwiss. 2.017 0 617 Sprach-, Kulturwissen- '97 '98 '99 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 '10 scha en, Sport Studienjahr Mathema k, Naturwis- senscha en 49| Bildungsinländer an Fachhochschulen in ausgewählten Fächer- Ingenieur- gruppen wissenscha en Anzahl 2010 10.000 9.800 Humanmedizin, 9.178 Gesundheitswiss. 8.000 Kunst, Kunst- wissenscha 6.000 4.000 3.487 2.000 681 0 285 '97 '98 '99 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 '10 Studienjahr 40
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    Bildungsinländer 2011 |Sta s sche Grunddaten 50| Anteil der Bildungsinländer und Bildungsausländer an allen Stu- dierenden in den verschiedenen Fächergruppen an Universitä- ten und Fachhochschulen im Studienjahr 2010 in % Bildungsinländer Bildungsausländer Universitäten Fachhochschulen Universitäten Fachhochschulen Anteil an allen Studierenden je Fächergruppe Fächergruppe Anteil an allen Studierenden je Fächergruppe 2,2 2,3 Sprach-, Kulturwissenscha en, Sport 8,3 6,7 3,4 3,2 Rechts-, Wirtscha s- und Sozialwiss. 8,7 5,3 2,6 4,6 Mathema k, Naturwissenscha en 8,7 6,4 2,0 1,9 Humanmedizin, Gesundheitswissenscha en 9,0 4,8 0,9 0,9 Veterinärmed., Agrar-, Forst- und Ernährungswiss. 9,9 3,8 3,2 4,1 Ingenieurwissenscha en 15,0 7,6 2,0 3,3 Kunst, Kunstwissenscha 8,4 5,3 51| Bildungsinländer, Bildungsausländer und deutsche Studierende nach Hochschulart und Fächergruppen im Studienjahr 2010 in % Bildungsinländer Bildungsausländer Deutsche Studierende Universitäten Fachhochschulen Universitäten Fachhochschulen Universitäten Fachhochschulen 25 % 1 % 27 % 2 % 31 % 2 % Sprach-, Kultur- wissenscha en, Sport 33 % 41 % 24 % 39 % 26 % 46 % Rechts-, Wirt- scha s- und Sozialwiss. 20 % 15 % 20 % 12 % 21 % 11 % Mathema k, Naturwiss. Humanmedizin, 5 % 1 % 7 % 2 % 7 % 3 % Gesundheits- wissenscha en Veterinärmed., 1 % 1 % 2 % 2 % 2 % 3 % Agrar-, Forst- und Ernährungswiss. 14 % 38 % 18 % 41 % 11 % 32 % Ingenieur- wissenscha en 2 % 3 % 2 % 2 % 2 % 3 % Kunst, Kunst- wissenscha 41
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    Türkische Bildungsinländer interessierensich vor allem für ingenieurwissenscha liche Fächer STUDIENBEREICHE: STUDIERENDE fig Musik und Musikwissenscha . Bei den Studierenden aus Kro- Die Wirtscha swissenscha en sind mit einem Anteil von 15,5 % a en nimmt Maschinenbau den zweiten Platz der Rangliste ein. nach wie vor der wich gste Studienbereich für Bildungsinländer Die italienischen Bildungsinländer entscheiden sich dagegen ver- an Universitäten. An zweiter und dri er Stelle folgen die Rechts- gleichsweise o für Romanis k, während bei den griechischen wissenscha en und Informa k. An den Fachhochschulen stehen und polnischen Studierenden den Rechtswissenscha en unter ebenfalls die Wirtscha swissenscha en an der Spitze. Über ein anderem hohe Bedeutung zukommt. Auch Slawis k, Bal s k und Viertel der Bildungsinländer ist in diesem Studienbereich imma- Finno-Ugris k zählen zu den wich gsten zehn Studienbereichen trikuliert. Daneben zählen Maschinenbau und Informa k zu den der Bildungsinländer aus Polen. beliebtesten Studienbereichen. Insgesamt finden sich überdurchschni lich hohe Anteile an Bil- Auch bei den deutschen Studierenden und den Bildungsauslän- dungsinländern vor allem in Romanis k und den Wirtscha s- dern dominieren die Wirtscha swissenscha en an den Univer- und Rechtswissenscha en an Universitäten sowie in Architektur sitäten und Fachhochschulen. Die Bildungsinländer an Univer- und Bauingenieurwesen an Fachhochschulen. sitäten interessieren sich allerdings stärker als ihre deutschen In Maschinenbau an Universitäten waren im Studienjahr 2010 Kommilitonen auch für Informa k, Mathema k und Romanis k, 14 % mehr Bildungsinländer eingeschrieben als noch im Jahr während sie seltener Germanis k und Medizin belegen. Für die zuvor. Auch in den anderen wich gen Studienbereichen lassen Bildungsausländer spielen dagegen die universitären Studienbe- sich gegenüber dem Vorjahr steigende Immatrikula onszahlen reiche Elektrotechnik, Biologie und Chemie eine bedeutendere registrieren. Nur Medizin verzeichnet einen weiteren Rückgang. Rolle. An den Fachhochschulen gehen Bildungsinländer ver- Im Vergleich zum Jahr 2000 fällt allerdings die Zahl der Bildungs- gleichsweise häufig in den Studienbereich Architektur, während inländer in vielen wich gen Studienbereichen noch geringer aus. die deutschen Studierenden stärker in Sozialwesen sowie Ge- Eine Ausnahme stellen Mathema k und Maschinenbau dar, die sundheitswissenscha en und die Bildungsausländer häufiger in Wachstumsquoten von 46 % und 105 % vorweisen können. An Elektrotechnik vertreten sind. den Fachhochschulen hat seit dem Jahr 2000 von den wich gs- Die Wirtscha swissenscha en stehen bei den sechs wich gsten ten Studienbereichen nur Elektrotechnik einen Rückgang der Herkun sstaaten der Bildungsinländer an erster Stelle der Stu- Bildungsinländer zu vermelden. Gegenüber dem Vorjahr sind in dienbereiche. In der Rangordnung zeigen sich aber auch unter- fast allen Studienbereichen Steigerungsraten von bis zu 16 % zu schiedliche Studienpräferenzen. So interessieren sich türkische verzeichnen. Bildungsinländer vorrangig für mathema sche und ingenieur- wissenscha liche Fächer. Gleiches tri auch auf die russischen Quelle Abb. 52 – 55 Studentensta s k Sta s sches Bundes- Bildungsinländer zu; im Vergleich zu ihren Kommilitonen aus an- amt; HIS-Berechnungen deren Ländern studieren sie aber auch überdurchschni lich häu- 52| Bildungsinländer an Universitäten in den wich gsten Studienbe- 53| Bildungsinländer an Fachhochschulen in den wich gsten Stu- reichen dienbereichen Universitäten Fachhochschulen Anzahl 2010 Anzahl 2010 8.000 8.000 6.452 6.000 5.763 6.000 4.000 4.000 3.406 3.304 2.940 2.314 2.000 1.919 2.000 1.615 1.806 1.359 0 0 '98 '00 '02 '04 '06 '08 '10 '98 '00 '02 '04 '06 '08 '10 Studienjahr Studienjahr Wirtscha swissenscha en Rechtswissenscha en Wirtscha swissenscha en Wirtscha singenieurwesen Informa k Maschinenbau Mathema k Informa k Maschinenbau Elektrotechnik 42
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    Bildungsinländer 2011 |Sta s sche Grunddaten 54| Bildungsinländer, Bildungsausländer und deutsche Studierende an Universitäten und Fachhochschulen im Studienjahr 2010 in den wich gsten Studienbereichen Universitäten Bildungsinländer Bildungsausländer Deutsche Studierende Studienbereich Anzahl Anteil Studienbereich Anzahl Anteil Studienbereich Anzahl Anteil Wirtscha swiss. 5.763 15,5 % Wirtscha swiss. 15.378 11,6 % Wirtscha swiss. 136.652 11,0 % Rechtswiss. 3.406 9,1 % Germanis k (Deutsch, germ. Sprachen) 10.573 7,9 % Rechtswiss. 82.867 6,7 % Informa k 2.314 6,2 % Informa k 9.223 6,9 % Germanis k (Deutsch, germ. Sprachen) 73.230 5,9 % Maschinenbau, Verfahrenstechnik 1.919 5,2 % Maschinenbau, Verfahrenstechnik 8.578 6,4 % Humanmedizin 71.074 5,7 % Mathema k 1.806 4,8 % Humanmedizin 7.340 5,5 % Maschinenbau, Verfahrenstechnik 57.397 4,6 % Humanmedizin 1.515 4,1 % Elektrotechnik 7.027 5,3 % Informa k 54.676 4,4 % Germanis k (Deutsch, germ. Sprachen) 1.372 3,7 % Rechtswiss. 6.209 4,7 % Mathema k 52.636 4,2 % Anglis k, Amerikanis k 1.164 3,1 % Biologie 3.925 2,9 % Erziehungswiss. 51.771 4,2 % Romanis k 1.079 2,9 % Chemie 3.624 2,7 % Biologie 47.093 3,8 % Erziehungswiss. 1.073 2,9 % Erziehungswiss. 3.354 2,5 % Anglis k, Amerikanis k 43.266 3,5 % Fachhochschulen Bildungsinländer Bildungsausländer Deutsche Studierende Studienbereich Anzahl Anteil Studienbereich Anzahl Anteil Studienbereich Anzahl Anteil Wirtscha swiss. 6.452 26,9 % Wirtscha swiss. 11.256 27,1 % Wirtscha swiss. 147.147 24,2 % Maschinenbau, Verfahrenstechnik 3.304 13,8 % Maschinenbau, Verfahrenstechnik 6.119 14,8 % Maschinenbau, Verfahrenstechnik 83.954 13,8 % Informa k 2.940 12,3 % Elektrotechnik 5.135 12,4 % Informa k 56.819 9,4 % Elektrotechnik 1.615 6,7 % Informa k 4.005 9,7 % Sozialwesen 48.126 7,9 % Wirtscha sing.-wesen (Wirtsch.-wiss.) 1.359 5,7 % Wirtscha singenieurwesen 2.334 5,6 % Elektrotechnik 33.804 5,6 % Bauingenieurwesen 1.200 5,0 % Ingenieurwesen allgemein 1.615 3,9 % Verwaltungswiss. 33.249 5,5 % Architektur, Innenarchitektur 1.169 4,9 % Sozialwesen 1.583 3,8 % Wirtscha singenieurwesen 30.913 5,1 % Sozialwesen 1.033 4,3 % Architektur, Innenarchitektur 1.290 3,1 % Bauingenieurwesen 18.305 3,0 % Ingenieurwesen allgemein 655 2,7 % Bauingenieurwesen 1.263 3,0 % Gesundheitswiss. allgemein 17.715 2,9 % Wirtscha sing.-wesen (Ingenieurwiss.) 620 2,6 % Gestaltung 960 2,3 % Ingenieurwesen allgemein 16.513 2,7 % 55| Bildungsinländer aus verschiedenen Herkun sländern in den wich gsten Studienbereichen im Studienjahr 2010 Türkei Kroa en Italien Studienbereich Anzahl Anteil Studienbereich Anzahl Anteil Studienbereich Anzahl Anteil Wirtscha swiss. 3.363 19,2 % Wirtscha swiss. 791 22,6 % Wirtscha swiss. 677 19,4 % Informa k 1.849 10,5 % Maschinenbau, Verfahrenstechnik 293 8,4 % Romanis k 349 10,0 % Maschinenbau, Verfahrenstechnik 1.715 9,8 % Rechtswiss. 211 6,0 % Rechtswiss. 227 6,5 % Rechtswiss. 1.246 7,1 % Informa k 207 5,9 % Maschinenbau, Verfahrenstechnik 221 6,3 % Wirtscha sing.-wesen (Wirtsch.-wiss.) 778 4,4 % Bauingenieurwesen 127 3,6 % Informa k 191 5,5 % Mathema k 766 4,4 % Elektrotechnik 110 3,1 % Germanis k (Deutsch, germ. Sprachen) 97 2,8 % Bauingenieurwesen 749 4,3 % Germanis k (Deutsch, germ. Sprachen) 109 3,1 % Bauingenieurwesen 89 2,5 % Elektrotechnik 735 4,2 % Wirtscha singenieurwesen 107 3,1 % Wirtscha singenieurwesen 88 2,5 % Architektur, Innenarchitektur 703 4,0 % Architektur, Innenarchitektur 97 2,8 % Anglis k, Amerikanis k 85 2,4 % Wirtscha sing.-wesen (Ingenieurwiss.) 450 2,6 % Anglis k, Amerikanis k 90 2,6 % Humanmedizin 82 2,3 % Griechenland Russland Polen Studienbereich Anzahl Anteil Studienbereich Anzahl Anteil Studienbereich Anzahl Anteil Wirtscha swiss. 565 18,3 % Wirtscha swiss. 583 20,2 % Wirtscha swiss. 468 16,4 % Rechtswiss. 264 8,5 % Informa k 241 8,3 % Rechtswiss. 293 10,3 % Maschinenbau, Verfahrenstechnik 222 7,2 % Maschinenbau, Verfahrenstechnik 201 7,0 % Informa k 208 7,3 % Informa k 207 6,7 % Rechtswiss. 159 5,5 % Maschinenbau, Verfahrenstechnik 183 6,4 % Germanis k (Deutsch, germ. Sprachen) 143 4,6 % Musik, Musikwiss. 159 5,5 % Architektur, Innenarchitektur 88 3,1 % Humanmedizin 114 3,7 % Mathema k 127 4,4 % Germanis k (Deutsch, germ. Sprachen) 84 2,9 % Elektrotechnik 107 3,5 % Elektrotechnik 88 3,0 % Slawis k, Bal s k, Finno-Ugris k 82 2,9 % Architektur, Innenarchitektur 107 3,5 % Gestaltung 88 3,0 % Humanmedizin 76 2,7 % Anglis k, Amerikanis k 106 3,4 % Wirtscha singenieurwesen 82 2,8 % Sprach- und Kulturwiss. allg. 74 2,6 % Mathema k 93 3,0 % Slawis k, Bal s k, Finno-Ugris k 80 2,8 % Sozialwesen 68 2,4 % 43
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    Naturwissenscha en mithöchstem Anteil an Bildungsinländern bei Studienanfängern FÄCHERGRUPPEN: STUDIENANFÄNGER besondere in den mathema sch-naturwissenscha lichen, aber Es ist davon auszugehen, dass die beschriebenen Tendenzen in auch in den sprach- und kulturwissenscha lichen Fächern an der Entwicklung der Studienfächer unter den Bildungsinländern Universitäten hat sich der Zulauf an Bildungsinländern deutlich weiter anhalten werden. Das Fächerprofil der Studienanfänger erhöht. offenbart ganz ähnliche Trends. So schreiben sich an den Univer- An Fachhochschulen entscheiden sich die betreffenden Bildungs- sitäten die ers mmatrikulierten Bildungsinländer am häufigsten inländer mehrheitlich für ein rechts-, wirtscha s- und sozialwis- in den Rechts-, Wirtscha s- und Sozialwissenscha en ein. Rund senscha liches oder ein ingenieurwissenscha liches Studium. ein Dri el entscheidet sich für diese Fächergruppe, während Insgesamt 79 % der Studienanfänger immatrikulieren sich in die- dies bei den deutschen Studienanfängern und den Bildungsaus- sen beiden Fächergruppen. Ähnliches gilt auch für deutsche Stu- ländern nur auf etwa ein Viertel zutri . Jeweils ein Fün el der dienanfänger sowie Bildungsausländer. Daneben en allen 15 % Bildungsinländer wählt ein sprach- bzw. kulturwissenscha liches der Neueinschreibungen der Bildungsinländer auf Mathema k oder mathema sch-naturwissenscha liches Studienfach und und Naturwissenscha en. Alle Fächergruppen an Fachhochschu- 17 % der Studienanfänger gehen in die Ingenieurwissenscha en. len haben deutliche Zuwächse an Bildungsinländern zu verzeich- Bei der letztgenannten Fächergruppe erreichen die deutschen nen. Studienanfänger lediglich einen Anteil von 12 %. An den Universitäten liegen die Anteile der Bildungsinländer Häufiger als Bildungsinländer interessieren sich die deutschen in den einzelnen Fächergruppen durchgängig niedriger als an Ers mmatrikulierten demgegenüber für die Fächergruppe Medi- den Fachhochschulen. Der höchste Anteil an Bildungsinländer- zin. Im Vergleich zu 2008 verzeichnen alle Fächergruppen einen Studienanfängern findet sich mit rund 5 % in der Fächergruppe Zuwachs an Studienanfängern unter den Bildungsinländern. Ins- Mathema k und Naturwissenscha en an Fachhochschulen. 56| Studienanfänger unter Bildungsinländern an Universitäten in 57| Studienanfänger unter Bildungsinländern an Fachhochschulen in ausgewählten Fächergruppen ausgewählten Fächergruppen Anzahl 2009 Anzahl 2009 2.500 2.500 2.407 2.143 2.120 2.000 2.000 1.569 1.500 1.561 1.500 1.197 1.000 1.000 837 500 500 233 121 0 0 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 Studienjahr Studienjahr 58| Studienanfänger unter Bildungsinländern nach Hochschulart Legende Abb. 56 – 58 und Fächergruppen im Studienjahr 2009 in % Universitäten Fachhochschulen Rechts-, Wirtscha s- Ingenieur- Mathema k, und Sozialwiss. wissenscha en Naturwiss. 4 2 12 3 15 17 31 Sprach-, Kulturwiss., Humanmedizin, Sons ge Sport Gesundheitswiss. 42 23 Quelle Abb. 56 – 58 37 Studentensta s k Sta s sches Bundes- 23 amt; HIS-Berechnungen 44
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    Bildungsinländer 2011 |Sta s sche Grunddaten FÄCHERGRUPPEN: ABSOLVENTEN Studiengängen der Medizin ist es zu keinem Zuwachs gekommen. Die große Bedeutung der Rechts-, Wirtscha s- und Sozialwissen- An den Fachhochschulen kommt ebenfalls den Rechts-, Wirt- scha en für die Bildungsinländer ist keine neue Tendenz unter scha s- und Sozialwissenscha en sowie in ähnlicher Weise den den Studierenden. Sie besteht schon seit längerer Zeit und wirkt Ingenieurwissenscha en die größte Bedeutung zu. Über drei sich dementsprechend auf das Fächerprofil der Absolventen Viertel der Bildungsinländer verlassen die Hochschule mit ei- unter den Bildungsinländern aus. So erwerben sie an den Uni- nem entsprechenden Examen. 14 % aller erfolgreichen Examina versitäten – wie deutsche Absolventen und Bildungsausländer werden zudem in den mathema sch-naturwissenscha lichen – mehrheitlich einen Abschluss in Rechts-, Wirtscha s- und Sozi- Fächern erreicht. Auch an den Fachhochschulen lassen sich in alwissenscha en oder in Sprach- und Kulturwissenscha en. Ein fast allen Fächergruppen steigende Absolventenzahlen unter den Dri el bzw. ein Viertel der Bildungsinländer-Absolventen gelangt Bildungsinländern feststellen. im Prüfungsjahr 2009 in diesen Fächergruppen zum Examen. Eine Überdurchschni lich hohe Anteile an Bildungsinländern sind vor wich ge Rolle spielen bei den Bildungsinländern auch Abschlüs- allem unter den Absolventen in Mathema k und Naturwissen- se in Mathema k und Naturwissenscha en mit einem Anteil von scha en an Fachhochschulen zu finden. Bei den Bildungsaus- rund einem Fün el. Zudem hat ein Zehntel der Bildungsinländer ländern tri dies vor allem auf die Ingenieurwissenscha en an im Jahr 2009 sein Examen in den Ingenieurwissenscha en abge- Universitäten zu. Der Anteil an Bildungsausländern unter allen legt. In allen Fächergruppen können erhöhte Absolventenzahlen Absolventen dieser Fächergruppe beträgt fast ein Fün el. unter den Bildungsinländern registriert werden. Lediglich in den 61| Anteil der Bildungsinländer und Bildungsausländer an allen Ab- 59| Absolventen unter Bildungsinländern an Universitäten in ausge- solventen der Universitäten und Fachhochschulen nach Fächer- wählten Fächergruppen gruppen im Prüfungsjahr 2009 in % Anzahl 2009 1.200 1.168 Universitäten Fächergruppe Anteil an allen Absolventen in % 1.000 Sprach-, Kulturwissenscha en, Sport 1,4 6,3 884 Rechts-, Wirtscha s- und Sozialwiss. 2,1 8,8 800 Mathema k, Naturwissenscha en 1,4 8,8 645 Humanmedizin, Gesundheitswissenscha en 1,3 5,8 600 Veterinärmed., Agrar-, Forst- und Ernährungswiss. 0,5 10,5 Ingenieurwissenscha en 1,9 18,5 400 334 Kunst, Kunstwissenscha 1,0 5,6 266 200 Fachhochschulen 0 Fächergruppe Anteil an allen Absolventen in % '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 Sprach-, Kulturwissenscha en, Sport 1,8 5,0 Studienjahr Rechts-, Wirtscha s- und Sozialwiss. 2,0 5,2 Mathema k, Naturwissenscha en 3,1 6,9 60| Absolventen unter Bildungsinländern an Fachhochschulen in Humanmedizin, Gesundheitswissenscha en 1,1 7,0 ausgewählten Fächergruppen Veterinärmed., Agrar-, Forst- und Ernährungswiss. 0,5 3,3 Ingenieurwissenscha en 2,7 7,5 Kunst, Kunstwissenscha 2,8 5,2 Anzahl 2009 1.200 1.173 Bildungsinländer Bildungsausländer 1.000 939 800 Legende Abb. 59 – 60 Rechts-, Wirtscha s- Ingenieur- Mathema k, 600 und Sozialwiss. wissenscha en Naturwiss. 400 371 Sprach-, Kulturwiss., Humanmedizin, Sport Gesundheitswiss. 200 0 43 Quelle Abb. 59 – 61 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 Prüfungssta s k Sta s sches Bundesamt; Studienjahr HIS-Berechnungen 45
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    Ein Zehntel derBildungsinländer in Promo ons- und weiterführenden Studiengängen STUDIEN- UND ABSCHLUSSARTEN: STUDIERENDE Die deutschen Studierenden unterscheiden sich hinsichtlich der Neun von zehn Bildungsinländern sind an den deutschen Hoch- gewählten Studienart hingegen kaum von den Bildungsinländern. schulen in einem Erststudium eingeschrieben. An Universitäten Während die herkömmlichen Studiengänge bei allen Studieren- verzeichnet das Erststudium gegenwär g leicht fallende Studie- den zunehmend an Bedeutung verlieren, verzeichnen die Bache- rendenzahlen gegenüber dem Jahr 2000, während die Promo - lorstudiengänge aufgrund der vorangeschri enen Umstellung onsstudiengänge an Bedeutung gewonnen haben. Mi lerweile auf die neuen Studienstrukturen stark wachsende Studierenden- strebt ein Dri el mehr Bildungsinländer eine Promo on an als zahlen. Mi lerweile möchten rund zwei Fün el der Bildungsin- noch vor neun Jahren. Insgesamt beträgt der Anteil an Bildungs- länder im Erststudium an den Universitäten einen Bachelor-Ab- inländern im Promo onsstudium an Universitäten aber nur 4 %. schluss erwerben, an den Fachhochschulen sind es sogar 74 %. In weiterführenden Studiengängen sind derzeit 10 % der Bil- Noch ein Jahr zuvor lagen diese Anteile bei 34 % an Universitäten dungsinländer immatrikuliert. und bei 62 % an Fachhochschulen. In den Masterstudiengängen Noch häufiger als an Universitäten sind die Bildungsinländer an ist die Zahl der Bildungsinländer zwar ebenfalls deutlich ges e- Fachhochschulen im Erststudium eingeschrieben. Ihr Anteil be- gen, der Anteil an Studierenden in dieser Abschlussart fällt aber läu sich hier auf 95 %. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der nach wie vor rela v gering aus. betreffenden Studierenden im Erststudium um ein Zehntel und in Die gleichen Entwicklungen zeigen sich auch bei den deutschen den weiterführenden Studiengängen um ein Dri el anges egen. Studierenden und den Bildungsausländern. Bei den Bildungsaus- Bei den Bildungsausländern spielen die weiterführenden und die ländern fällt allerdings die vergleichsweise hohe Bedeutung der Promo onsstudiengänge eine deutlich wich gere Rolle als bei Masterstudiengänge auf. Lehramtsstudiengänge spielen dabei den Bildungsinländer. 24 % der Bildungsausländer studieren an für Bildungsinländer eine geringere Rolle als für deutsche Stu- den deutschen Hochschulen in einem weiterführenden Studium, dierende. So streben rund 16 von 100 deutschen Studierenden, eine Promo on streben 14 % der Universitätsstudierenden an. aber nur jeder zehnte Bildungsinländer das Staatsexamen an. 62| Bildungsinländer an Universitäten nach Studienart 63| Bildungsinländer an Fachhochschulen nach Studienart Anzahl 2010 Anzahl 2010 40.000 25.000 22.632 32.641 20.000 30.000 15.000 20.000 10.000 10.000 5.000 2.996 1.319 0 1.576 0 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 '10 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 '10 Studienjahr Studienjahr Erststudium Erststudium weiterführendes Studium weiterführendes Studium Promo onsstudium 1 Quelle Abb. 62 – 66 Die Kategorie „Sons ge Abschlüsse“ Studentensta s k Sta s sches Bundes- enthält auch Studierende, die keinen amt; HIS-Berechnungen Abschluss anstreben. 46
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    Bildungsinländer 2011 |Sta s sche Grunddaten 64| Bildungsinländer, Bildungsausländer und deutsche Studierende an Universitäten und Fachhochschulen im Studienjahr 2010 nach Studienart in % Bildungs- Bildungs- Deutsche Bildungs- Bildungs- Deutsche Bildungs- Bildungs- Deutsche inländer ausländer Stud. inländer ausländer Stud. inländer ausländer Stud. 3 5 4 4 6 6 5 2 7 8 10 10 11 11 14 22 24 25 89 60 86 86 55 83 95 76 93 Hochschulen insgesamt Universitäten Fachhochschulen Erststudium weiterführendes Studium Promo onsstudium kein Abschluss angestrebt 65| Bildungsinländer im Erst- und Masterstudium an Universitäten nach angestrebter Abschlussart1 Anzahl im Studienjahr 2010 40.000 Abschlüsse insg. 34.331 30.000 20.000 Diplom 14.545 Bachelor 14.361 10.000 Lehramt 3.663 0 Master 1.690 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 '10 Studienjahr 66| Bildungsinländer im Erst- und Masterstudium an Fachhochschu- len nach angestrebter Abschlussart1 Anzahl im Studienjahr 2010 25.000 Abschlüsse insg. 23.709 20.000 Bachelor 17.619 15.000 10.000 5.000 Diplom 5.002 0 Master 1.077 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 '10 Studienjahr 47
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    Bildungsinländer mit unterdurchschnilichem Anteil an Lehramts-Absolventen STUDIEN- UND ABSCHLUSSARTEN: STUDIENANFÄNGER versitären Studienanfängern in einem Bachelor-Studiengang Es ist eigentlich selbstredend, dass der Studienanfang in einem mit 3,3 % eher überdurchschni lich hoch ausfällt, bleibt dieser Erststudium erfolgt. Nur ein sehr geringer Anteil von 1 bis 2 % in den Studiengängen des Lehramts eher unterdurchschni lich. der Bildungsinländer beginnt sein Studium in einem weiter- Lediglich 2,4 % aller Studienanfänger in einem Lehramtsstudium führenden Studiengang oder gleich mit der Promo on. Diese sind Bildungsinländer. Der entsprechende Anteil der Bildungs- Studierenden haben z. B. vor ihrer Studienaufnahme an einer ausländer ist zwar sogar nur halb so groß, doch kann das kaum deutschen Hochschule schon im Ausland einen ersten Studien- verwunderlich sein, da es sich hierbei um den Erwerb eines abschluss erworben, der sie berech gt, mit einem Master- oder Staatsexamens handelt, das zum Einsatz im deutschen Schul- Promo onsstudium fortzufahren. In dieser Hinsicht gibt es zwi- dienst berech gt. Während dies nur für sehr wenige Studierende schen Bildungsinländern und ihren deutschen Kommilitonen kei- aus dem Ausland eine berufliche Op on darstellen kann, ist die ne Unterschiede. entsprechende Studienrichtung für Bildungsinländer nicht nur Eine andere Situa on besteht allerdings in Bezug auf die Bil- möglich, sondern auch erwünscht. Angesichts der steigenden dungsausländer. Während Bildungsinländer und deutsche Anteile von Schülern mit Migra onshintergrund an den deut- Studienanfänger nur ausnahmsweise schon einen Hochschul- schen Schulen ist davon auszugehen, dass Lehrer, die ebenfalls abschluss im Ausland erworben oder sich anderwei g für ein einen Migra onshintergrund haben, diesen Schülern besser hel- weiterführendes Studium qualifiziert haben, ist das bei den fen können, die schulischen Anforderungen zu bewäl gen und Bildungsausländern weit verbreitet. Da in Deutschland als Stu- sich in Schule wie Gesellscha zu integrieren. dienanfänger jene Studierende gelten, die sich in das erste Während an den Universitäten (dazu zählen in diesem Fall auch Hochschulsemester an einer deutschen Hochschule einschrei- die Kunst- und Musikhochschulen) die Bildungsinländer mit ben, sind unter den Bildungsausländer viele Studienanfänger, 2,9 % noch einen vergleichsweise beachtlichen Anteil unter den die ihr Studium in Deutschland in einem weiterführenden Stu- Studienanfängern in herkömmlichen Studiengängen stellen, fällt diengang oder sogar mit der Promo on beginnen. Nur jeder ihr Interesse an einem Diplomabschluss an den Fachhochschulen zweite Studienanfänger unter den Bildungsausländern studiert sehr gering aus. Überdurchschni lich viele Studienanfänger stel- im Erststudium. Jeweils ein Fün el von ihnen hat sich in einem len sie dagegen im Bachelorstudium. 3,8 % aller Studienanfänger weiterführenden Studiengang eingeschrieben oder strebt (als in den betreffenden Studiengängen an Fachhochschulen sind Bil- ERASMUS-Studierender) überhaupt keinen Abschluss in Deutsch- dungsinländer. Der entsprechende Anteil der Bildungsausländer land an. 5 % der Bildungsausländer unter den Studienanfängern beträgt 5,1 %. Es kann dabei nicht ausgeschlossen werden, dass sind im Promo onsstudium. für das momentan geringere Interesse der Bildungsinländer an In Bezug auf die unterschiedlichen Abschlussarten zeigen sich einem Lehramtsstudium die fehlende Möglichkeit einer Verbe- durchaus Differenzen zwischen den verschiedenen Studienan- amtung bei Lehrern, die nicht die Staatsbürgerscha eines EU- fängern. Während der Anteil der Bildungsinländer an allen uni- Landes haben, eine gewisse Rolle spielt. 67| Anteil der Bildungsinländer, Bildungsausländer und deutschen Quelle Abb. 67 Studentensta s k Sta s sches Bundes- Studierenden an allen Studienanfängern nach Hochschul- und amt; HIS-Berechnungen Abschlussart im Studienjahr 2009 in % Abschlussart Bildungsinländer-Studienanfänger Bildungsausländer-Studienanfänger Deutsche Studienanfänger Universitäten Anzahl Anteil in % Anzahl Anteil in % Anzahl Anteil in % Insgesamt 6.866 2,7 % 45.123 17,8 % 200.982 79,5 % Diplom 1.014 2,9 % 2.860 8,2 % 31.105 88,9 % Lehramt 811 2,4 % 403 1,3 % 31.959 96,3 % Bachelor 4.848 3,3 % 8.528 5,7 % 135.505 91,0 % Fachhochschulen Anzahl Anteil in % Anzahl Anteil in % Anzahl Anteil in % Insgesamt 5.745 3,5 % 13.887 8,4 % 146.158 88,1 % Diplom 199 1,4 % 1.064 7,3 % 13.334 91,3 % Bachelor 5.477 3,8 % 7.276 5,1 % 131.004 91,1 % 48
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    Bildungsinländer 2011 |Sta s sche Grunddaten STUDIEN- UND ABSCHLUSSARTEN: ABSOLVENTEN tung. Dennoch dominieren noch nach wie vor die tradi onellen Sowohl an den Universitäten als auch an den Fachhochschulen Studienabschlüsse. So erwarben im Prüfungsjahr 2009 an den legt die überwiegende Mehrheit der erfolgreichen Bildungsinlän- Universitäten acht von zehn und an den Fachhochschulen sie- der ihr Examen in einem Erststudium ab. Nur 7 % der betreffen- ben von zehn Bildungsinländern ein Diplom. Der Anteil an Lehr- den Absolventen schließen ein weiterführendes Studium ab. Der amtsabsolventen liegt bei den Bildungsinländern bei rund einem Anteil der Promovierten beträgt an den Universitäten lediglich Zehntel, während er bei den deutschen Absolventen doppelt so 3 % und hat gegenüber den Vorjahren sogar noch weiter an Be- hoch ausfällt. deutung verloren. Bei den Bildungsausländern spielen weiterfüh- Eine geringe Zahl der Absolventen unter den Bildungsinländern rende und Promo onsstudiengänge hingegen eine deutlich grö- schließt das Studium mit einem Masterabschluss ab. Ihr Anteil ßere Rolle. Fast ein Dri el der Bildungsausländer war vor Erwerb beläu sich an den Universitäten auf 5 % und an den Fachhoch- des Abschlusses in einem weiterführenden und ein Fün el in schulen auf 7 %. Ein gleiches Bild zeigt sich bei den deutschen einem Promo onsstudium an einer Universität oder Fachhoch- Absolventen. Nur bei den Bildungsausländern fällt der Anteil der schule immatrikuliert. Masterabschlüsse mit einem Zehntel an den Fachhochschulen Unter den Bildungsinländer-Absolventen im Erststudium gewin- und einem Fün el an den Universitäten überdurchschni lich nen die Bachelor- und Masterabschlüsse zunehmend an Bedeu- hoch aus. 68| Absolventen unter Bildungsinländern im Erststudium an Univer- 69| Absolventen unter Bildungsinländern im Erststudium an Fach- sitäten nach angestrebter Abschlussart hochschulen nach angestrebter Abschlussart Anzahl 2009 Anzahl 2009 2.500 2.000 Diplom 2.053 Diplom 1.686 2.000 1.500 1.500 1.000 1.000 Bachelor 769 Bachelor 666 500 500 Lehramt 293 Master 166 Master 192 0 0 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 '00 '01 '02 '03 '04 '05 '06 '07 '08 '09 Studienjahr Studienjahr 70| Absolventen unter Bildungsinländern, Bildungsausländern und Quelle Abb. 68 – 70 Prüfungssta s k Sta s sches Bundesamt; deutschen Studierenden nach Hochschul- und Studienart im HIS-Berechnungen Prüfungsjahr 2009 in % Bildungs- Bildungs- Deutsche Bildungs- Bildungs- Deutsche inländer ausländer Stud. inländer ausländer Stud. 3 19 11 9 27 7 Promo onsstudium 7 8 weiterführendes Studium Erststudium 29 90 52 81 91 73 93 Universitäten Fachhochschulen 49
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    Bildungsinländer ähnlich häufigim Ausland wie deutsche Kommilitonen MOBILITÄT Auslandsaufenthalte vorbereitet. Sie beherrschen zu einem weit- Der Anteil an Bildungsinländern mit studienbezogenen Auslands- aus höheren Anteil Fremdsprachen über Englisch, Französisch, aufenthalten unterscheidet sich nur unwesentlich von dem der Spanisch hinaus. Es dür e sich dabei vor allem um die Sprache deutschen Studierenden. Nach den Ergebnissen der 19. Sozial- ihrer Herkun sregionen handeln, deshalb kann auch davon aus- erhebung waren im Jahr 2009 von 100 Bildungsinländern an gegangen werden, dass in den betreffenden Regionen nicht we- deutschen Hochschulen 13 studienbezogen im Ausland. Unter nige Bildungsinländer auch einen studienbezogenen Auslands- ihren deutschen Kommilitonen tri dies auf 15 Studierende zu. aufenthalt realisieren. Allerdings ist die Kenntnis des Englischen Auch in Bezug auf die einzelnen Aufenthaltsarten gibt es keine bei Bildungsinländern geringer ausgeprägt als bei deutschen Stu- gravierenden Differenzen. Die auslandsmobilen Bildungsinländer dierenden. waren etwas häufiger für ein oder zwei Semester an einer aus- ländischen Hochschule eingeschrieben und absolvierten eben- falls häufiger Sprachkurse. Die deutschen Studierenden dagegen 71| Bildungsinländer und deutsche Studierende mit studienbezoge- absolvierten zu einem höheren Anteil ein Prak kum im Ausland. nen Auslandsaufenthalten im Studienjahr 2009 in %, (Mehrfach- Diese vergleichsweise geringfügigen Unterschiede ergeben sich nennungen möglich) nicht zwangsläufig aus der jeweiligen Studien- und Lebenssitu- a on von Bildungsinländern und deutschen Studierenden; es ist Auslandsaufenthalte 15 nicht auszuschließen, dass diese einen fächerspezifischen Hinter- insg. 13 grund haben. Das gleiche Mobilitätsverhalten zeigt sich auch bei der Planung von Auslandsaufenthalten. 17% der auslandsunerfahrenen Bil- 8 Auslandsstudium dungsinländer und 20% der betreffenden deutschen Studieren- 7 den sind sich sicher, dass sie während ihres Studiums noch einen Auslandsaufenthalt absolvieren werden. Jeweils jeder zweite 7 Auslandsprak kum schließt das für sich aus oder sieht keine Chancen dafür. 5 Deutlichere Differenzen sind allerdings in Bezug auf den Einfluss bes mmter Aspekte auf die Mobilitätsbereitscha zu beobach- 3 Sprachkurs ten. Während für Bildungsinländer all jene Faktoren, die einen 3 finanziellen Hintergrund haben, von größerer Bedeutung sind, beachten ihre deutschen Kommilitonen stärker die Trennung von 2 Sons ge Deutsche Studierende der Familie und sprachliche Probleme. In sprachlicher Hinsicht 1 erweisen sich die Bildungsinländer sogar tendenziell besser auf Bildungsinländer 72| Bildungsinländer und deutsche Studierende mit studienbezo- Quelle Abb. 71 – 75 19. Sozialerhebung des DSW/HIS genen Auslandsaufenthalten im Studienjahr 2009 nach Aufent- haltsart in %, (Mehrfachnennungen möglich) Bildungsinländer Deutsche Studierende Auslandsstudium 59 52 Auslandsprak kum 43 48 Sprachkurs 25 19 Sons ge 10 14 50
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    Bildungsinländer 2011 |Sta s sche Grunddaten 73| Planung von studienbezogenen Auslandsaufenthalten bei Bil- dungsinländern und deutschen Studierenden ohne Auslandser- fahrung im Studienjahr 2009 in % 16 30 11 26 12 5 Bildungsinländer 17 30 12 21 13 7 Deutsche Studierende kein Interesse keine Chance weiß nicht eventuell bes mmt schon in Vorbereitung 74| Einfluss bes mmter Aspekte auf die Mobilitätsbereitscha bei Bildungsinländern und deutschen Studierenden ohne Ausland- serfahrung; Anteil der Studierenden, die dem jeweiligen Aspekt einen starken Einfluss einräumen in % Bildungsinländer Deutsche Studierende finanzielle Mehrbelastung 76 65 Leistungswegfall 55 40 Studienzeitverlust 49 46 Trennung von Familie/Partner 36 44 Anerkennungsprobleme 33 30 geringer Nutzen 27 30 Wohnungsprobleme 26 18 Sprachkenntnisse 19 24 75| Sprachkenntnisse von Bildungsinländern und deutschen Studie- renden im Studienjahr 2009 in % Englisch Kenntnisse vorhanden sehr gut teilweise mangelha Bildungsinländer 100 64 26 10 Deutsche Studierende 100 70 26 4 Französisch Bildungsinländer 65 20 24 56 Deutsche Studierende 71 13 27 60 Spanisch Bildungsinländer 39 23 14 63 Deutsche Studierende 35 16 21 63 sons ge Sprachen Bildungsinländer 71 77 12 11 Deutsche Studierende 33 27 28 45 51
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    Unterstützung der Bildungsinländerbei Verbesserung sprachlicher Fähigkeiten STUDIENVORAUSSETZUNGEN UND STUDIENSITUATION den Bildungsausländern sind nur zwei Dri el von ihnen in eine Repräsenta ve Befunde zur Studiensitua on der Bildungsinlän- intensive Kommunika on mit ihren deutschen Kommilitonen der liegen bislang nicht vor. Allerdings wurden im Rahmen von eingebunden. Dies hat Folgen für das Gefühl von Einbezogen- hochschulspezifischen Erhebungen unter ausländischen Studie- und Angenommensein an den Hochschulen. Ein hoher Anteil renden auch Daten von Bildungsinländern erfasst. Die verschie- der Bildungsinländer macht sich starke Sorgen um den geringen denen Befragungen zeichnen sich in Bezug auf diese Studie- Kontakt mit deutschen Studierenden, aber auch mit den Lehren- rendengruppe durch hohe Konsistenz aus. Die entsprechenden den. Nicht weniger problema sch dür e sein, dass sich in diesem Angaben belegen vor allem, dass Bildungsinländer sich bei eini- Zusammenhang ein Viertel der Bildungsinländer in Deutschland gen Studienaspekten mit ähnlichen Problemen auseinanderset- fremd fühlt. Nur über eine Intensivierung der Kommunika on zen müssen wie Bildungsausländer. So nehmen sie ihr Studium mit den deutschen Studierenden wird sich deren Integra on ver- mit ähnlichen Defiziten in den Studienvoraussetzungen auf. Ihre bessern. Selbstständigkeit in der Studiengestaltung und das grundlegende Methodenwissen zu Studienbeginn schätzen sie sogar niedriger ein als ihre Kommilitonen, die ihre Hochschulreife im Ausland er- 76| Bildungsinländer und Bildungsausländer mit ausreichenden Stu- worben haben. Auch wenn es an entsprechenden Vergleichswer- dienvoraussetzungen in % ten mangelt, so ist durchaus davon auszugehen, dass auch bei deutschen Studierenden die Studienvoraussetzungen erhebliche Bildungsinländer Defizite aufweisen. Bildungsausländer 71 Angesichts einer deutschen Hochschulzugangsberech gung ist 59 allerdings der hohe Anteil von 29% Bildungsinländern, deren 51 Deutschkenntnisse zu Studienbeginn nur teilweise oder über- 48 48 haupt nicht ausreichen, als besonders problema sch einzuschät- 37 38 zen. Diese sprachlichen Defizite sind im Studium nicht einfach 31 auszugleichen. Nur jeweils zwei Dri el aller Bildungsinländer sind in der Lage, die Seminardiskussion mitzugestalten oder Fachtexte zu verfassen. Offensichtlich ist die Betreuung dieser Studierenden bislang noch ungenügend darauf ausgerichtet, die notwendigen sprachlichen Fähigkeiten zu vermi eln. Entspre- Fachl. Selbstständ. Kenntnisse Deutsche chend schwer fällt es einem zu großen Teil der Bildungsinländer, Grund- Planung u. wiss. Sprach- Referate zu halten, Lernergebnisse schri lich darzustellen oder wissen Organisa on Arbeitens kenntnisse in Gruppen zu arbeiten. Für die Verbesserung nicht nur der Deutschkenntnisse, sondern der gesamten Studiensitua on ist dabei auch eine verstärkte so- ziale Integra on der Bildungsinländer notwendig. Ähnlich wie bei Quelle Abb. 76 – 80 HIS-Untersuchungen ausländischer Studie- 77| Studienbezogene deutsche Sprachfähigkeiten von Bildungsinlän- render 2005 – 2008 dern und Bildungsausländern in % Verstehen der Vorlesungen gut teilweise unzureichend Bildungsinländer 88 9 3 Bildungsausländer 75 15 10 Teilnahme an Seminardiskussionen Bildungsinländer 69 16 15 Bildungsausländer 54 26 20 Verfassen von Fachtexten Bildungsinländer 67 18 15 Bildungsausländer 49 31 20 52
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    Bildungsinländer 2011 |Sta s sche Grunddaten 78| Beherrschung studienbezogener Grundfähigkeiten bei Bildungs- inländern und Bildungsausländern in % Bildungsinländer Deutsche Studierende Referate halten 49 48 Lernergebnisse schri lich festhalten 47 60 zusammenarbeit in Gruppen 59 62 eigenständiges Aneignen von Fachwissen 71 73 79| Gesprächskontakte von Bildungsinländern und Bildungsauslän- dern mit deutschen Studierenden in % Bildungsinländer Bildungsausländer 35 30 35 43 21 36 täglich mehrmals wöchentlich selten 80| Starke Sorgen von Bildungsinländern und Bildungsausländern in % Bildungsinländer Bildungsausländer 34 35 25 40 38 33 zu wenig Kontakt mit dt. Studierenden zu wenig Kontakt mit Lehrenden Fremdfühlen in Deutschland 53
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    Lediglich drei Fünel der Bildungsinländer eines Jahrgangs erwerben ersten Hochschulabschluss STUDIENERFOLG UND STUDIENDAUER einer deutlichen Minderung der Studienabbruchquote auszu- Nicht alle Bildungsinländer, die an einer deutschen Hochschule gehen wäre.2 Eine Umfrage unter zehn Hochschulen mit einer ein Studium aufgenommen haben, gelangen auch zum Examen. hohen Zahl von Bildungsinländern hat ergeben, dass der Anteil Vier von zehn Studienanfängern unter jenen Bildungsinländern, der Einbürgerungen unter den betreffenden Studierenden im die in der Mehrzahl zwischen 2002 und 2004 ihr Studium auf- Bereich von 1 % – 3 % liegt. Auf 100 Bildungsinländer-Studieren- genommen haben (Bezugsgruppe: Absolventen 2008), verlassen de kommen ein bis drei Einbürgerungen im Jahr. Es kann davon derzeit die Hochschule ohne ersten Studienabschluss.1 Damit ist ausgegangen werden, dass diese Rate auch unmi elbar auf ei- der Umfang des Studienabbruchs unter den Bildungsinländern im nen Studienanfängerjahrgang bezogen werden kann. Das würde Vergleich zu den Studienanfängern, die hauptsächlich zwischen bedeuten, dass die Abbruchquoten der Bildungsinländer durch 1999 und 2001 ihr Studium begonnen haben (Bezugsgruppe: Ab- Einbürgerung um ein bis drei Prozentpunkte zu mindern wären. solventen 2006), deutlich um fünf Prozentpunkte zurückgegan- Bei der Bewertung des Studienabbruchs muss dieser Aspekt in gen; er liegt aber immer noch auf einem sehr hohen Niveau. jedem Fall gewürdigt werden, es wird aber darauf verzichtet, ent- Allerdings ist nicht auszuschließen, dass einige Bildungsinlän- sprechende pauschale Minderungen der berechneten Abbruch- der während ihrer Studienzeit die deutsche Staatsbürgerscha quoten vorzunehmen. Seine Ursachen hat dies zum einen darin, annehmen. Ein solcher Übergang in die Gruppe der deutschen dass der Umfang der Minderung nicht genau berechnet werden Studierenden würde dazu führen, dass die Betreffenden als Stu- kann, zum anderen aber bestehen in Bezug auf die Einbürge- dienabbrecher bei den Bildungsinländern registriert werden. rung zwischen den Bildungsinländern verschiedener Na ona- Allerdings ist die ausgewiesene Zahl der Annahme der deut- lität durchaus Unterschiede. Diese Differenzen konnten bislang schen Staatsbürgerscha unter ausländischen Jugendlichen der nicht exakter geschätzt werden, so dass sie bei der Angabe der entsprechenden Na onalitäten nicht so beträchtlich, dass von Studienabbruchquoten bei Bildungsinländern unterschiedlicher 81| Studienabbruchquoten bei Bildungsinländern, Bildungsauslän- dern und deutschen Studierenden an deutschen Hochschulen nach Geschlecht in % Studienabbruchquote Bezugsgruppe Absolventen 2005 Studienabbruchquote Bezugsgruppe Absolventen 2007 Studienabbruchquote Bezugsgruppe Absolventen 2006 Studienabbruchquote Bezugsgruppe Absolventen 2008 Bildungsausländer Bildungsinländer 65 62 62 62 67 63 55 56 53 55 50 48 45 45 43 45 46 45 42 45 45 41 41 39 Insgesamt Männer Frauen Insgesamt Männer Frauen Deutsche Studierende 25 24 25 27 25 26 23 Studienabbruchquote Bezugsgruppe Absolventen 1999 23 22 21 20 Studienabbruchquote Bezugsgruppe Absolventen 2002 18 15 Studienabbruchquote Bezugsgruppe Absolventen 2004 Studienabbruchquote Bezugsgruppe Absolventen 2006 Studienabbruchquote Bezugsgruppe Absolventen 2008 Insgesamt Männer Frauen 54
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    Bildungsinländer 2011 |Studienabbruchberechnungen 82| Studienabbruchquote bei Bildungsinländern und Bildungsaus- Quelle Abb. 81 – 82 HIS-Studienabbruchberechnungen 2010 ländern an deutschen Hochschulen nach regionaler Herkun in %4 Bildungsinländer Bezugsgruppe Absolventen 2005 Bezugsgruppe Absolventen 2006 Herkun sregion Insgesamt Männer Frauen Insgesamt Männer Frauen Westeuropa 36 36 37 40 40 40 Osteuropa 48 47 48 47 47 46 Afrika 55 52 60 55 55 54 Asien 46 48 44 43 43 42 Amerika 36 44 29 52 50 55 Bezugsgruppe Absolventen 2007 Bezugsgruppe Absolventen 2008 Herkun sregion Insgesamt Männer Frauen Insgesamt Männer Frauen Westeuropa 35 37 34 28 29 28 Osteuropa 44 45 42 41 43 40 Afrika 56 57 55 54 57 48 Asien 47 52 42 49 50 48 Amerika 30 29 31 44 54 36 Bildungsausländer Bezugsgruppe Absolventen 2005 Bezugsgruppe Absolventen 2006 Herkun sregion Insgesamt Männer Frauen Insgesamt Männer Frauen Westeuropa 76 70 80 75 71 79 Osteuropa 56 61 54 54 61 51 Afrika 52 52 52 54 54 51 Asien (ohne Ostasien) 49 44 57 49 45 56 Lateinamerika 56 57 56 58 63 53 Bezugsgruppe Absolventen 2007 Bezugsgruppe Absolventen 2008 Herkun sregion Insgesamt Männer Frauen Insgesamt Männer Frauen Westeuropa 73 67 77 72 67 76 Osteuropa 49 56 46 45 55 40 Afrika 51 51 51 48 50 40 Asien (ohne Ostasien) 45 41 52 40 44 33 Lateinamerika 56 58 53 56 61 50 Herkun sländer nicht berücksich gt werden können. Eine nur te für die gleichen Studienanfängerjahrgänge zwischen 2002 und teilweise Berücksich gung der Einbürgerung würde zu einer in- 2004 (Bezugsgruppe: Absolventen 2008) mit 24 % nur etwa halb konsistenten Berechnung des Studienabbruchs führen. so hoch aus.3 Besondere Beachtung gebührt dabei zum einen der Auch bei Beachtung der posi ven Entwicklung des Studie- Tatsache, dass der vergleichsweise hohe Studienabbruch der Bil- nabbruchwertes und seiner möglichen Unschärfe kann der Um- dungsinländer vor dem Hintergrund einer niedrigen Bildungsbe- fang des Studienerfolgs von Bildungsinländern nicht befriedigen. teiligung der Bevölkerung mit Migra onshintergrund sta indet, Unter den deutschen Studierenden fällt die Studienabbruchquo- er verschließt somit für nicht wenige ambi onierte Bildungsin- 1 3 Als Studienabbrecher werden ehemalige Abbruchquote ein. Das Verfahren zur Be- auf der Basis des Absolventenjahrgangs Konsor um Bildungsberichtersta ung: Studierende verstanden, die zwar durch rechnung der Studienabbruchraten basiert 2006. Hannover 2008 Bildung in Deutschland 2010. Bielefeld 2010 Immatrikula on ein Erststudium an einer auf einem Kohortenvergleich von einem deutschen Hochschule aufgenommen Absolventenjahrgang mit den korrespondie- 2 4 haben, dann aber das Hochschulsystem renden Studienanfängerjahrgängen. Siehe Sta s sches Bundesamt: Einbürgerungen Aufgrund fehlender sta s scher Daten ohne (erstes) Abschlussexamen verlassen. dazu: U. Heublein, R. Schmelzer, D. Sommer, 2008. Fachserie 1 Reihe 2.1. Wiesbaden können für Bildungsausländer aus Fachwechsler, Hochschulwechsler wie auch J. Wank: Die Entwicklung der Schwund- und 2009 Nordamerika und Ostasien auf Basis der erfolglose Studierende in einem Zweitstu- Studienabbruchquoten an den deutschen Absolventenjahrgänge 2007 und 2008 keine dium gehen nicht in die Berechnung der Hochschulen. Sta s sche Berechnungen Studienabbruchquoten berechnet werden. 55
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    länder eine wichge Aufs egs- und Integra onsmöglichkeit. Zum dungsinländern als auch bei den Bildungsausländern im Zusam- anderen scheitern hier Studierende, die durch den Erwerb der menhang mit erhöhten Betreuungsanstrengungen zu sehen ist. deutschen Hochschulzugangsberech gung im Grunde im glei- Die zunehmende Aufmerksamkeit an den Hochschulen für die chen Maße wie ihre deutschen Kommilitonen für ein Studium Probleme ausländischer Studierender hat ohne Zweifel zu einer an einer deutschen Hochschule prädes niert sein müssten. Die Verbesserung ihrer Lehr- und Studiensitua on geführt. Auch die Abiturnoten der Studienanfänger künden eigentlich von keinen Förderprogramme des DAAD zur Erhöhung des Studienerfolgs gravierenden Wissens- und Fähigkeitsdifferenzen. Dies legt die und zur Ver efung der Integra on haben sich nicht nur posi v Schlussfolgerung nahe, dass zumindest zum Teil für den Studie- auf die Studienbedingungen der Bildungsausländer ausgewirkt, nabbruch der Bildungsinländer Faktoren geltend zu machen sind, sondern ebenso zu einer Sensibilisierung für die Situa on aller die für deutsche Studierende in dem Maße nicht bestehen. ausländischen Studierenden, der Bildungsausländer wie der Bil- Bei den Bildungsausländern fällt die Abbruchrate noch höher als dungsinländer beigetragen. bei den Bildungsinländern aus. Von den betreffenden Studien- Die dennoch überdurchschni lich hohe Studienabbruchquote anfängerjahrgängen zwischen 2002 und 2004 (Bezugsgruppe: sowohl bei den Bildungsausländern als auch bei den Bildungs- Absolventen 2008) erreicht nur jeder zweite Bildungsausländer inländern lässt vermuten, dass von deutschen Studierenden ab- einen Studienabschluss. Allerdings hat sich auch bei ihnen in weichende Herkun sbedingungen, wie zum Beispiel bes mmte den vergangenen Jahren ein deutlicher Rückgang der Studie- Bildungstradi onen oder fehlende familiäre Unterstützungsmög- nabbruchquote eingestellt. Von den Studienanfängerjahrgängen lichkeiten, den Studienerfolg beeinflussen. Auffällig sind vor um das Jahr 2000 haben noch 65 % der Bildungsausländer ihr allem auch Defizite in den Deutschkenntnissen, die bei den Bil- Studium vorzei g aufgegeben. dungsinländern zu Schwierigkeiten mit den Leistungsanforde- Für eine genaue Analyse der Ursachen fehlt es zwar an entspre- rungen führen dür en. Eine ungenügende Kommunika on mit chenden Untersuchungen, aber es ist davon auszugehen, dass den deutschen Kommilitonen erschwert noch den Abbau der der beträchtliche Rückgang des Studienabbruchs sowohl bei Bil- Sprachprobleme. Die Hochschulen sind offensichtlich noch zu 83| Studienabbruchquote bei Bildungsinländern und Bildungsaus- Quelle Abb. 83 HIS-Studienabbruchberechnungen 2010 ländern an deutschen Hochschulen nach den wich gsten Her- kun sländern in %5 Bildungsinländer Bezugsgruppe Absolventen 2005 Bezugsgruppe Absolventen 2006 Herkun sland Insgesamt Männer Frauen Insgesamt Männer Frauen Türkei 50 48 53 50 50 51 Kroa en 44 44 43 35 35 35 Italien 40 38 42 38 39 36 Griechenland 30 32 26 41 46 34 Polen 46 49 44 47 52 42 Russland 50 56 45 47 41 52 Ukraine 55 56 54 56 57 55 Bosnien-Herzegowina 41 39 44 35 33 38 Serbien 60 60 60 46 49 42 China 36 35 37 54 59 49 Bezugsgruppe Absolventen 2007 Bezugsgruppe Absolventen 2008 Herkun sland Insgesamt Männer Frauen Insgesamt Männer Frauen Türkei 47 45 48 44 44 45 Kroa en 36 41 30 30 34 25 Italien 37 38 35 27 26 29 Griechenland 35 39 30 24 26 21 Polen 45 53 38 35 41 30 Russland 46 51 40 42 42 42 Ukraine 53 57 48 48 49 48 Bosnien-Herzegowina 32 35 14 42 46 36 Serbien 40 39 42 60 63 54 China 33 25 42 49 55 43 56
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    Bildungsinländer 2011 |Studienabbruchberechnungen Bildungsausländer Bezugsgruppe Absolventen 2005 Bezugsgruppe Absolventen 2006 Herkun sregion Insgesamt Männer Frauen Insgesamt Männer Frauen Russland 57 56 58 51 57 49 Polen 61 71 56 55 71 47 Bulgarien 46 52 41 48 49 47 Türkei 32 34 29 38 42 29 Ukraine 54 57 52 49 53 47 Marokko 43 43 41 51 51 55 Österreich 48 39 62 51 45 59 Kamerun 46 46 46 45 46 45 Frankreich 71 67 73 66 62 68 Süd-Korea 40 34 43 46 53 42 Bezugsgruppe Absolventen 2007 Bezugsgruppe Absolventen 2008 Herkun sregion Insgesamt Männer Frauen Insgesamt Männer Frauen Russland 48 53 47 44 56 40 Polen 54 65 49 52 71 44 Bulgarien 43 48 39 34 45 27 Türkei 33 34 31 39 43 30 Ukraine 41 47 38 34 42 30 Marokko 57 57 56 48 51 27 Österreich 37 32 46 42 42 42 Kamerun 37 31 49 35 36 32 Frankreich 63 59 66 65 59 69 Süd-Korea 32 49 22 36 38 34 wenig in der Lage, auf die unterschiedlichen Voraussetzungen, Hypothe sch kann davon ausgegangen werden, dass vor allem Erwartungen, Mo ve, Bildungsvorstellungen und den sich daraus die jeweiligen Studienvoraussetzungen und die konkrete Integ- ergebenden Integra onsproblemen zu reagieren. ra onssitua on eine große Rolle für den Studienerfolg spielen. Dabei erweisen sich die Frauen bei den Bildungsinländern wie In Bezug auf die einzelnen Herkun sregionen der Bildungsinlän- auch den Bildungsausländern als erfolgreicher im Studium. Sie der sind vor allem bei den amerikanischen Studierenden Unter- erreichen häufiger ein Examen als ihre männlichen Kommilito- schiede in den Studienabbruchquoten zwischen Männern und nen. So liegt die Studienabbruchquote der Frauen bei den Bil- Frauen festzustellen. Bei den amerikanischen Bildungsinländern dungsinländern um drei und bei den Bildungsausländern um fünf schließen nur 46 % der männlichen, aber 64 % der weiblichen Prozentpunkte niedriger als bei den Männern. Hinter diesen Dif- Studienanfänger der Jahrgänge 2002 bis 2004 (Bezugsgruppe: ferenzen können aber auch geschlechtsspezifische Unterschiede Absolventen 2008) ihr Studium erfolgreich ab. in der Studienfachwahl stehen. Auch wenn mit den gegenwär g Die größte Gruppe der Bildungsinländer, die türkischen Studie- zur Verfügung stehenden Daten noch keine Abbruchwerte für Bil- renden, weisen derzeit einen Studienabbruchwert von 44 % auf. dungsinländer und Bildungsausländer getrennt nach Fächergrup- In Bezugnahme auf den Absolventenjahrgang 2006 verließ sogar pen oder Studienbereiche berechnet werden können, so ist doch noch jeder zweite Bildungsinländer aus der Türkei die Hochschu- mit Sicherheit davon auszugehen, dass hierbei beträchtliche Un- le ohne Examen. Auch wenn die Abbruchrate damit um mehr als terschiede bestehen. Dementsprechend können sich die von den ein Zehntel zurückgegangen ist, fällt der Studienerfolg der türki- Männern abweichenden Studieninteressen der Frauen auch auf schen Bildungsinländer nach wie vor rela v gering aus. Zwischen die Gesamtquote des Studienabbruchs auswirken. den Geschlechtern gibt es dabei kaum Unterschiede. Für die Besonders hoch fällt der Studienabbruch bei den afrikanischen türkischen Bildungsinländer ist allerdings nicht auszuschließen, Bildungsinländern aus. Ihre Quote liegt bei 54 %. Allerdings sollte dass sich die Einbürgerungen in einem größeren Umfang als bei berücksich gt werden, dass sie nur einen geringen Anteil der Bil- anderen Na onalitäten auf die Studienabbruchwerte auswirken. dungsinländer stellen. Aber auch die asia schen Bildungsinländer Auch wenn es dazu an detaillierten Angaben mangelt, so ist doch haben hohe Verluste an Studienanfängern zu verzeichnen (49 %). Ein ähnlich hoher Wert ist auf der Basis des Absolventenjahr- gangs 2008 mit 41 % bei den Bildungsinländern aus Osteuropa 5 festzustellen. Demgegenüber sind Westeuropäer mit einer Stu- Für Bildungsausländer aus China können werden, da die sta s sche Datenlage nicht auf Basis des Absolventenjahrgangs 2008 ausreichend valide ist. dienabbruchrate von 28 % offensichtlich erfolgreicher. Die Ursa- keine Studienabbruchquoten berechnet chen für diese Differenzen wurden bislang noch nicht untersucht. 57
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    auffällig, dass dieEinbürgerung bei Türken rela v häufig im stu- Im Vergleich der ausgewählten Herkun sländer weisen die fran- dienrelevanten Lebensalter zwischen 20 und 35 vorgenommen zösischen, polnischen und marokkanischen Bildungsausländer wird. die höchsten Abbruchraten auf. Ihre Quoten liegen zwischen Im Vergleich der wich gsten Herkun sländer lassen sich neben 48 % und 65 %. Vergleichsweise niedrige Abbruchwerte sind der Türkei auch für Serbien, China, Bosnien-Herzegowina und derzeit bei den bulgarischen, türkischen, ukrainischen, süd-kore- Russland hohe Verluste an Studienanfängern konsta eren. Unter anischen und kamerunischen Studierenden zu beobachten. Die den serbischen Bildungsinländern brechen derzeit sogar 60 von Unterschiede im Studienerfolg zwischen Frauen und Männern 100 Studienanfängern ihr Studium vorzei g ab. Verhältnismäßig fallen auf der Ebene der einzelnen Länder häufig noch größer geringe Abbruchwerte zeigen sich hingegen bei den Bildungsin- aus als auf regionaler Ebene. In der Regel – mit der Ausnahme ländern aus Griechenland, Italien und Kroa en. Die entsprechen- der westeuropäischen Länder – schließen die Frauen ihr Studium den Quoten liegen zwischen 24 % und 30 %. häufiger erfolgreich ab. Besonders große Differenzen von über Auffällig große Differenzen zwischen Frauen und Männern sind zwanzig Prozentpunkten zeigen sich in dieser Hinsicht bei den dabei unter den kroa schen, polnischen, serbischen, chinesi- Studierenden aus Polen und Marokko. schen sowie unter den Bildungsinländern aus Bosnien-Herzego- Die Bildungsinländer sind durchschni lich 12,4 Semester an einer wina festzustellen. In all diesen Fällen erreichen die Frauen einen Hochschule eingeschrieben, bis sie ihren Abschluss erreichen. Da- höheren Studienerfolg. mit benö gen sie zur Erlangung ihres Examens im Durchschni ein Bei den Bildungsausländern können aufgrund unzureichender Semester länger als die deutschen Studierenden (11,5 Semester). sta s scher Grundlagen für Studienanfänger aus China bzw. Ost- Dies gilt für Universitäten und Fachhochschulen gleichermaßen. asien und Nordamerika auf Basis der Absolventenjahrgänge 2007 An Kunsthochschulen kommen demgegenüber die Bildungsinlän- und 2008 keine gesonderten Studienabbruchquoten berechnet der schneller zum Abschluss als ihre deutschen Kommilitonen. werden. Trotz dieser Einschränkungen zeigen sich unter den Bil- Differenziert nach Fächergruppen weisen die Bildungsinländer in dungsausländern die höchsten Abbruchquoten bei den Studien- den Sprach- und Kulturwissenscha en, in den Ingenieurwissen- anfängern aus Westeuropa mit 72 % und Lateinamerika mit 56 %. scha en und insbesondere in Medizin überdurchschni lich lan- Dabei scheint es vor allem bei den westeuropäischen Studieren- ge Studienzeiten auf. In Medizin sind sie durchschni lich sogar den möglich zu sein, dass sich eine nicht abschätzbare Zahl von 15 Semester eingeschrieben bevor sie ihren Abschluss erwerben, ihnen als Studierende mit Abschlussabsicht eingeschrieben hat, während die deutschen Studierenden 13,5 Semester benö gen. obwohl sie von vornherein nur einen zeitweiligen Aufenthalt ge- Die kürzesten Studienzeiten zeigen sich im Vergleich bei den Bil- plant haben. Noch wahrscheinlicher ist es aber, dass gerade Stu- dungsausländern mit durchschni lich 9,7 Hochschulsemestern. dierende aus Westeuropa bei nicht erfüllten Studienerwartungen Allerdings ist zu berücksich gen, dass sich ein hoher Anteil der an den deutschen Hochschulen sich rela v schnell dazu entschei- Bildungsausländer in weiterführenden und Masterstudiengän- den, ihr Studium hier abzubrechen und es an einer Hochschule gen einschreibt, die mit deutlich kürzeren Studienzeiten einher- in ihrem Heimatland fortzuführen. Dafür spricht, dass zwischen gehen. Deutschland und den anderen westeuropäischen Ländern keine Trotz etwas längerer Studienzeiten sind Bildungsinländer bei Stu- prinzipiellen Unterschiede in der Qualität und Anerkennung des dienabschluss genauso alt wie deutsche Studierende. Im Durch- Hochschulstudiums bestehen. Auch der Bonus eines Auslands- schni verlassen Bildungsinländer und deutsche Studierende mit studiums dür e auf den Arbeitsmärkten Westeuropas nicht von 28 Jahren die Hochschule, Bildungsausländer mit 29 Jahren. entscheidender Bedeutung sein. Für die Bildungsausländer aus Osteuropa, Afrika und den asia - schen Staaten außerhalb Ostasiens, die zwischen 2002 und 2004 84| Durchschni salter Absolventen unter Bildungsinländern, Bil- (Bezugsgruppe: Absolventen 2008) ihr Studium aufgenommen dungsausländern und deutschen Studierenden in Jahren haben, sind Studienabbruchquoten zwischen 40 % und 50 % festzustellen. Diese Werte fallen für die betreffenden Studien- 27,7 anfänger von Anfang 2000 (Bezugsgruppe: Absolventen 2006) Bildungsinländer etwa zehn Prozentpunkte höher aus. Für alle Herkun sregionen sind beträchtliche Differenzen zwischen Frauen und Männern zu 28,8 konsta eren. Während die Studen nnen aus Osteuropa, Afrika, Bildungsausländer Lateinamerika und asia schen Ländern, die nicht zu Ostasien gehören, einen niedrigeren Studienabbruch als ihre männlichen 27,6 Kommilitonen aufweisen, sind unter den Studierenden aus West- Deutsche Absolventen europa umgekehrte Tendenzen anzutreffen. 58
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    Bildungsinländer 2011 |Studienabbruchberechnungen 85| Durchschni liche Studiendauer der Bildungsinländer, Bildungs- Quelle Abb. 84 – 85 HIS-Studienabbruchberechnungen 2010 ausländer und deutschen Absolventen nach Hochschulart und Fächergruppen in Semestern im Absolventenjahrgang 2008 Studienzeit in Semestern Bildungsinländer Bildungsausländer Deutsche Absolventen Insgesamt 12,4 9,7 11,5 Hochschulart Universitäten 13,8 10,1 12,6 Kunsthochschulen 9,8 8,6 13,4 Fachhochschulen 11,3 9,0 13,4 Fächergruppe Sprach- und Kulturwissenscha en, Sport 13,6 11,6 12,4 Rechts-, Wirtscha s- und Sozialwissenscha en 11,9 9,1 10,7 Mathema k, Naturwissenscha en 12,8 9,8 11,9 Humanmedizin, Gesundheitswissenscha en 15,2 12,7 13,5 Veterinärmed., Agrar-, Forst- und Ernährungswiss. 12,4 7,8 10,9 Ingenieurwissenscha en 12,7 9,1 11,1 Kunst, Kunstwissenscha 10,2 9,2 12,1 59
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    Bildungsinländer stärker aufeigenen Verdienst zur Finanzierung des Lebensunterhaltes angewiesen SOZIALE HERKUNFT UND FINANZIELLE SITUATION Bevölkerungsgruppen. Während der Anteil der Deutschen mit Die Bildungsinländer unterscheiden sich in ihrer sozialen Her- Hochschulabschluss in der Elterngenera on der 45- bis 65-Jäh- kun erheblich von den deutschen Studierenden. Im Studienjahr rigen bei 16 % liegt, fällt dieser in der gleichen Elterngruppe mit 2009 sind 44 % aller studierenden Bildungsinländer, aber nur Migra onshintergrund nur halb so hoch aus.2 Der vergleichs- 13 % der Studierenden mit deutscher Staatsangehörigkeit der weise hohe Anteil an Studierenden aus bildungsfernen und ein- Herkun sgruppe „niedrig“ zuzuordnen. Die Eltern dieser Studie- kommensschwächeren Familien unter den Bildungsinländern renden haben keinen Hochschulabschluss und arbeiten in einfa- verdeutlicht damit nachdrücklich, welche Bedeutung dem Hoch- chen beruflichen Stellungen.1 Dementsprechend stammen die schulstudium als Möglichkeit für Bildungsaufs eg und bessere Bildungsinländer auch deutlich seltener als die deutschen Studie- Teilhabe an allen gesellscha lichen Bereichen zukommt. renden aus der mi leren oder der höheren Schicht. Der Befund Den Befunden zur sozialen Herkun entsprechend hat nur ein tri auf alle Studierenden mit Migra onshintergrund zu, also Dri el der studierenden Bildungsinländer Eltern, von denen zu- auch auf jene, die mi lerweile die deutsche Staatsangehörigkeit mindest ein Elternteil einen akademischen Abschluss vorweisen besitzen und somit als Eingebürgerte zu bezeichnen sind. Bei den kann. Deutsche Studierende stammen hingegen wesentlich häu- Bildungsinländern kommen lediglich 17 %, bei den Eingebürger- figer aus bildungsnahen Elternhäusern. So kommt jeder zweite ten sogar nur 15 % aus Familien, die der Herkun sgruppe „hoch“ deutsche Studierende aus einem Elternhaus mit Hochschulab- zuzuordnen sind. Von den deutschen Studierenden stammen schluss. Es ist demnach insgesamt davon auszugehen, dass die dagegen mit einem Anteil von knapp zwei Fün el mehr als dop- deutschen Studierenden mit güns geren Voraussetzungen ihr pelt so viele aus dieser Herkun sgruppe. Für diese Gruppe ist be- Studium in Deutschland aufnehmen als die Gruppe der Bildungs- zeichnend, dass wenigstens ein Elternteil über einen Hochschul- inländer. abschluss verfügt und in verantwortlichen Posi onen tä g ist. Für die Bildungsausländer gilt, dass bei ihnen der Anteil an Stu- Die Unterschiede zwischen deutschen Studierenden und studie- dierenden mit mindestens einem Elternteil, das über einen Hoch- renden Bildungsinländern hinsichtlich ihrer sozialen Herkun schulabschluss verfügt, vergleichsweise hoch ausfällt. Insgesamt korrespondieren mit der sozialen Situa on in den jeweiligen können 63 % der Bildungsausländer auf ein solches Elternhaus 86| Studierende mit Migra onshintergrund nach sozialer Herkun 87| Anteil der Bildungsinländer und der deutschen Studierenden, in % bei denen mindestens ein Elternteil einen Hochschulabschluss erworben hat in % soziale Herkun sgruppe niedrig mi el gehoben hoch Bildungs- 33 inländer 17 15 36 40 37 Deutsche 51 18 19 Studierende 21 21 Bildungs- 24 21 24 63 ausländer 25 22 27 44 46 15 17 13 Bildungs- Einge- Elternteil m. doppelte Deutsche inländer bürgerte ausl. Staats- Staats- Studierende angehör. angehör. 1 Die Darstellung der sozialen Herkun s- Stellung der Eltern. Diese drei Merkmale erhebung des Deutschen Studentenwerks, Migra onshintergrund – Ergebnisse des gruppen folgt den Angaben der 19. werden miteinander kombiniert, so dass durchgeführt durch HIS Hochschul-Informa- Mikrozensus 2008. Fachserie 1, Reihe 2.2. Sozialerhebungen des DSW. Dabei ergibt sich vier Ausprägungen – hoch, gehoben, ons-System. Bonn, Berlin 2010. S. 128 Wiesbaden 2010 sich der Indikator soziale Herkun aus drei mi el und niedrig – ergeben. Merkmalen des Elternhauses: höchster Vgl. BMBF (Hg.): Die wirtscha liche und 2 Quelle Abb. 86 – 87 allgemeinbildender Abschluss, höchster soziale Lage der Studierenden in der Bun- Sta s sches Bundesamt: Bevölkerung 19. Sozialerhebung; DSW/HIS berufsbildender Abschluss, berufliche desrepublik Deutschland 2009. 19. Sozial- und Erwerbstä gkeit. Bevölkerung mit 60
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    Bildungsinländer 2011 |19. Sozialerhebung des DSW verweisen. Auch wenn sich die verschiedenen Herkun sbedin- und den Bildungsinländern. Während die deutschen Studieren- gungen nur eingeschränkt miteinander vergleichen lassen, so den ihren Lebensunterhalt zur Häl e mit finanzieller Unterstüt- zeigt sich doch, dass besonders die mo va onalen, aber auch die zung durch ihre Eltern und zu einem Viertel durch Jobben be- finanziellen Voraussetzungen für ein Auslandsstudium vor allem streiten, sind die Bildungsinländer stärker auf BAföG (21 %) und in akademisch gebildeten Familien zu finden sind, die um den eigenen Verdienst (35 %) angewiesen. Damit sind sie in der Lage, Wert von Auslandserfahrungen und Sprachkenntnissen wissen.3 den deutlich geringeren Elternbeitrag (31 %) zu kompensieren. Die finanzielle Situa on der Bildungsinländer gleicht der ihrer Der Großteil der Studierenden in Deutschland geht während des deutschen Kommilitonen. Im Durchschni belaufen sich die mo- Semesters zumindest gelegentlich einer Tä gkeit nach, um Geld natlichen Einnahmen der Bildungsinländer im Jahr 2009 auf 822 zu verdienen. So waren im Jahr 2009 zwei Dri el der Bildungsin- Euro. Die deutschen Studierenden verfügen im gleichen Zeitraum länder und 65 % der deutschen Studierenden neben dem Studi- über durchschni lich 810 Euro. Allerdings beziehen sich diese um erwerbstä g. Damit nehmen Bildungsinländer ähnlich häufig Daten ausschließlich auf „Normalstudierende“, d. h. Studierende einen Nebenjob an wie ihre deutschen Kommilitonen. Allerdings in einem Erststudium, die nicht zu Hause bei ihren Eltern woh- liegt der Anteil der Bildungsinländer, die während der Vorle- nen, nicht verheiratet sind und auch keine Kinder haben. sungszeit laufend erwerbstä g sind, mit 41 % höher als bei den Bei der Zusammensetzung der Finanzierungsquellen zeigen sich deutschen Studierenden (37 %). Von den Bildungsausländern deutliche Unterschiede zwischen den deutschen Studierenden sind zwischen 52 % und 59 % während des Semesters erwerbstä- g, rund ein Viertel hat in dieser Zeit laufend gearbeitet. 88| Höhe der monatlichen Einnahmen der Bildungsinländer und deutschen Studierenden4 89| Zusammensetzung der monatlichen Einnahmen bei Bildungsin- ländern und deutschen Studierenden in %1 Bildungs- 822 € Finanzierungsquelle inländer Sons ge BAföG/S pendien Verdienst Eltern Deutsche Studierende 810 € 13 12 19 Bildungs- 725 € ausländer 25 35 14 34 3 4 BMBF (Hg.): Interna onalisierung des Stu- Aktuelle Vergleichswerte für Bildungsaus- 21 15 diums. Ergebnisse der 19. Sozialerhebung länder werden Anfang 2011 vorliegen. des Deutschen Studentenwerks durchge- führt durch HIS Hochschul-Informa ons- Quelle Abb. 88 – 90 System. Bonn, Berlin 2011, S. 28 19. Sozialerhebung; DSW/HIS 31 49 32 Bildungs- Deutsche Bildungs- inländer Studierende ausländer 90| Erwerbstä gkeit der Bildungsinländer und deutschen Studieren- den in %4 Erwerbstä gkeit in der Vorlesungszeit Bildungsinländer Deutsche Studierende laufend gearbeitet 41 % 37 % häufig gearbeitet 10 % 10 % gelegentlich gearbeitet 14 % 18 % ohne Erfolg Job gesucht 6 % 3 % wegen Studienbelastung nicht möglich 19 % 21 % nicht erforderlich 10 % 10 % 61