6. Zusammenbau des Motors




6.11 STEUERKETTENSPANNER MONTIEREN

Der Spannmechanismus wurde während            während man gleichzeitig mit einer Fin-
der Serienfertigung geändert, so dass         gerkuppe das Ende des Stiftes berührt.
es – soweit es das Kontern des Bolzens        Wenn der Stift noch leicht pulsiert, ist
betrifft – verschiedene Ausführungen          die Steuerkette richtig gespannt.
des Spannmechanismus gibt, wobei die          Insbesondere eine zu straff gespannte
Funktionsweise jedoch die gleiche ist. Es     Steuerkette kann Schäden verursachen.
ist auch nicht auszuschließen, dass z.B.      Im Zweifel sollte man sich hier eher auf
eine vorgesehene Dämpferscheibe nicht         das Gefühl verlassen, als die Steuerket-
verbaut wurde, oder dass sich die Feder       te zu straff zu spannen.
mit der Zeit gesetzt hat. Die Beschrei-
                                              Zum Einstellen der Spannung am Sechs-
bung im originalen Werkstatthandbuch,
                                              kant sollte man einen kurzen Maulschlüs-
nach der der Stift innerhalb des Spann-
                                              sel verwenden oder den Sechskant von
mechanismus bündig mit der Stirnflä-
                                              Hand drehen. Mit einem langen Ring-
che des Sechskantes sein soll, wie in
                                              schlüssel hat man zuwenig Gefühl und
der Kreismarkierung auf Bild 6-146 zu
                                              läuft Gefahr, die Steuerkette zu straff zu
sehen, kann daher nur ein Anhaltswert
                                              spannen.
sein. Besser ist es, die Steuerkette durch
Hineindrehen des Bolzens zu spannen,




  Abb. 6-144: Steuerkettenspanner montieren    Abb. 6-143: Steuerkettenspanner montieren




  Abb. 6-145: Steuerkettenspanner montieren    Abb. 6-146: Steuerkette spannen




                                                                                                      125
6. Zusammenbau des Motors




           6.12 ANZIEHMOMENTE

           Diese Tabelle enthält die Anziehmomen-        selweite 12 und 13 mm finden. Auch bei
           te, Gewindeabmessungen und Schlüs-            den M 10 x 1,25 Schrauben sind Schlüs-
           selweiten für die Verschraubungen des         selweiten von 14 und 17 mm möglich.
           Motors und die wichtigsten Verschrau-         Die Anziehmomente dürfen teilweise
           bungen des Fahrwerks .                        nicht unterschritten werden, um die im
           Die Schlüsselweiten sind Richtwerte,          Betrieb auftretenden Kräfte übertragen
           da werksseitig teilweise Schrauben und        zu können, teilweise dürfen diese nicht
           Muttern mit von der Norm abweichen-           überschritten werden, um Gewindesack-
           den Schlüsselweiten verwandt wurden.          löcher im Motorgehäuse nicht zu beschä-
           So wird man M 8 Schrauben mit Schlüs-         digen.



           Motor
                                         Art              Schlüssel-   Gewinde        Anziehmo-
                                                          weite                       ment [Nm]
            Zylinderkopf                 Hutmutter                     M 10 x 1,25          37
            Zylinderkopfdeckel           Schraube                      M8                   21
            Zylinderkopf                 Schraube                      M6                     9
            Zylinderkopf Seitendeckel    Hutmutter                     M6                     9
                                         Hutmutter                     M8                   13
            Zündkerze                                                  M 14 x 1,25          20
            Lichtmaschine, Rotor         Mutter                        M 12 x 1,25          38
            Mutter, Statorwicklung       Zylinderkopf-    Kreuzschl.   M6                     9
                                         schraube
            Ventilspiel-Einstellmutter   Mutter           12 od.13     M 8 x 1,00           27
            Deckel Steuerkettenspanner   Hutmutter                     M 18 x 1,5           21
            Ölpumpendeckel               Zylinderkopf-    Kreuschl.    M6                   10
                                         schraube
            Ölfiltersiebdeckel           Schraube                      M6                   10
            Ölablaßschrauben             Schraube                      M 30 x 1,5           42
            Ölfilter                     Schraube                      M 16 x 1,5             9




126
6. Zusammenbau des Motors




                              Art              Schlüssel-   Gewinde          Anziehmo-
                                               weite                         ment [Nm]
 Ölsteigleitung               Rohrverschrau-                M 10 x1,25              21
                              bung
 Auspuffflansch               Hutmutter        14 od. 17    M 10 x 1,25             13
 Kickstarterklemmschraube     Schraube                      M8                      20
 Primärabtriebsrad            Mutter                        M 14 x 1                90
 Kupplungsnabe                Mutter                        M 18 x 1,00             80
 Antriebskettenrad            Mutter                        M 22 x 1,5         100-120
 Schalthebel                  Schraube                      M6                      10
 Leerlaufschalter             12 mm                         M 22 x 1,5              13
 obere Motorbefestigung       Schraube und                  M8                      18
                              Mutter
                                                            M 10 x 1,25             30
 vordere Motorbefestigung     Schraube und                  M 10 x 1,25             46
                              Mutter
 hintere Motorbefestigung     Schraube und                  M 10 x 1,25             41
                              Mutter
 hintere untere Motorbefes-   Schraube und                  M 10 x 1,25             46
 tigung                       Mutter




Fahrgestell
                              Art              Schlüssel-   Gewinde          Anziehmo-
                                               weite                         ment [Nm]
 untere Motorbefestigung      Schraube und                  M 10 x 1,25             52
                              Mutter
 Vorderad (Steckachse)        Kronenmutter                  M 14 x 1,5             107
 Vorderradgabel und Achs-     Sicherungsmut-                M8                      14
 klemmschale                  ter
 obere Gabelbrücke und        Mutter           12 od. 13    M8                      10
 Standrohr
 Stoßdämpfer, oben            Hutmutter                     M 10 x 1,25             52
 Stoßdämpfer, unten           Schraube                      M 10 x 1,25             52
 Hinterrad (Steckachse)       Kronenmutter                  M 18 x 1,5             190




                                                                                               127
7. Typische Schäden




           7. TYPISCHE SCHÄDEN


              chäden an Motor und Getriebe tre-                      Kolben und Laufbuchsen einem gewis-
           S  ten durch normalen Verschleiß im
           Betrieb ein, durch mangelnde Wartung
                                                                     sem Verschleiß, der auch bei regelmäßi-
                                                                     ger Wartung nicht zu verhindern ist.
           oder durch Fehlbedienung.                                 Bis auf verschlissene Getriebezahnräder,
           Alle Wälzlager, wie die Lager der Kurbel-                 die durch – nicht unbegrenzt zur Ver-
           welle, der Nockenwelle und die der Ge-                    fügung stehende – Originalteile ersetzt
           triebewellen unterliegen so wie auch die                  werden müssen, lässt sich der XS 650-
           Zahnflanken der Getriebezahnräder, die                    Motor mehrfach aufarbeiten.




              Abb. 7-1: Gleitflächen der Steuerkettenspannschienen




              Abb. 7-2: vergrößerte Darstellung der Gleitflächen      Abb. 7-3: Kugelkalotte der Druckstange
                                                                               des Steuerkettenspanners




128
7. Typische Schäden




7.1 MOTOR

7.1.1 KURBELWELLE                                      7.1.2 KOLBEN
Die Haupt- und Pleuellager der Kurbel-                 Auch auf die Beschreibung von Schä-
welle unterliegen im normalen Betrieb                  den, wie diese an den Kolben auftreten
einem ständigen Verschleiß. Übersteigt                 können, wird an dieser Stelle verzichtet,
der Verschleiß die im originalen Werk-                 da es keine ausschließlich beim XS 650-
statthandbuch angegebenen Grenzwerte,                  Motor auftretende, für diesen Motor ty-
sind die Lager auszutauschen. Im origi-                pische Schäden gibt. Verschlissene oder
nalen Werkstatthandbuch (Seiten 155 u.                 zerstörte Kolben sollten nicht einfach
156) ist auch beschrieben, wie der Ver-                gegen Übermaßkolben ausgetauscht wer-
schleiß zu messen ist. Da die Kurbelwelle              den. Man sollte zunächst nach der Scha-
aus Einzelteilen zusammengepresst ist,                 denursache suchen, für die es neben
können sich diese, wie die Hubzapfen                   normalem Verschleiß mehrere Ursachen
und die Kurbelwangen, gegeneinander                    geben kann. Werden die Ursachen nicht
verdrehen.                                             abgestellt, wird der gleiche Schaden
Die Kurbelwelle kann nur mit Mitteln                   kurzfristig auch an den Übermaßkolben
repariert werden, wie diese üblicherwei-               auftreten.
se in Motoren-Instandsetzungsbetrieben                 Informationen mit Abbildungen typi-
zu Verfügung stehen. In den Kapiteln, in               scher Kolbenschäden und der Beschrei-
denen die Demontage und Montage des                    bung von deren Ursachen findet man auf
Motors dargestellt wird, beschränkt sich               den Websites und in Druckschriften von
die Beschreibung daher auf den Aus- und                Kolbenherstellern.
Einbau der Kurbelwelle.




 Abb. 7-4: Verschleißbild der Gleitflächen im Detail    Abb. 7-5: Verschleißbild der Gleitflächen im Detail




                                                                                                                        129
7. Typische Schäden




           7.1.3 VENTILTRIEB,                            7.1.4 NOCKENWELLE
                 STEUERKETTE,                            Schäden an der Nockenwelle entstehen
                 SPANNSCHIENEN                           durch Ölmangel oder durch ein zu groß
                                                         eingestelltes Ventilspiel, wobei sich letz-
           Auf der Abbildung 7-1 sind die vordere        teres durch übermäßige Geräuschent-
           und hintere Kettengleitschiene in stark       wicklung bemerkbar macht und es in der
           verschlissenem Zustand abgebildet.            Regel korrekt eingestellt wird, bevor ein
           Die Abbildungen 7-2 und 7-3 zeigen das        Schaden eintritt.
           Verschleißbild im Detail. Die Abbildung       Auf den Abbildungen 7-6 bis 7-9 ist eine
           7-3 zeigt die auf der Rückseite der hin-      Nockenwelle zu sehen, deren Nocken
           teren Steuerkettenspannschiene vor-           wegen Ölmangels unter übermäßiger
           handene Kugelkalotte, in die der Steu-        Wärmeentwicklung eingelaufen sind.
           erkettenspanner eingreift. Übermäßiger        Die dazugehörigen Gleitflächen eines
           Verschleiß an den Steuerkettenspann-          Kipphebels ist auf den Abbildungen 7-10
           schienen und an der Steuerkette selbst        und 7-11 abgebildet.
           tritt sowohl bei zu lose als auch bei zu
           fest gespannter Steuerkette auf.
           Eine zu lose gespannte Steuerkette neigt
           zum Schlagen, während eine zu sehr ge-
           spannte Steuerkette zu große Kräfte auf
           die Gleitflächen der Spannschienen und
           die Kugelkalotte ausübt, was zu ähnli-
           chen Schadensbildern führt, wie auf den
           Abbildungen 7-1 bis 7-5 zu sehen.




              Abb. 7-6: Nockenwelle mit wegen Ölmangel    Abb. 7-7: Nockenwelle mit wegen Ölmangel
                       verschlissenen Nocken.                      verschlissenen Nocken




130
7. Typische Schäden




7.1.5 VENTILE                                            Geräuschentwicklung bemerkbar, wäh-
                                                         rend man ein zu kleines Ventilspiel erst
Schäden an Ventilen entstehen durch                      bemerkt, wenn ein Schaden eingetreten
ein zu großes oder zu kleines Ventilspiel.               ist.
Arbeitet sich das Ventil in den Ventilsitz               Nachteil eines zu großen Ventilspiels ist,
ein, wird das Ventilspiel kleiner und                    neben einem geringen Leistungsverlust
das Ventil schließt nicht mehr richtig.                  (weil das Ventil nicht mehr weit genug
Der Ventilsitz „verbrennt“ durch die am                  öffnet), dass der Kipphebel mit der Ein-
nicht mehr schliessenden Ventil vorbei-                  stellschraube später nach einem größe-
strömenden heißen Verbrennungsgase.                      ren Leerhub – und damit auch schneller
Zunächst weniger problematisch ist ein                   – auf die Stirnfläche des Ventilschaftes
zu großes Ventilspiel, weshalb das Ven-                  trifft. Dabei arbeitet sich die Einstell-
tilspiel auch oft etwas größer als der                   schraube (Abbildung 7-13) in die Stirnflä-
vorgegebene Wert eingestellt wird. Ein                   che des Ventilschaftes (Abbildung 7-12)
zu großes Ventilspiel macht sich durch                   ein.




  Abb. 7-8: Verschlissene Nocken im Detail                Abb. 7-9: Verschlissene Nocken im Detail




  Abb. 7-10: Dazugehörige Gleitfläche eines Kipphebels    Abb. 7-11: Dazugehörige Gleitfläche eines Kipphebels




                                                                                                                       131
7. Typische Schäden




              Abb. 7-12: Stirnfläche des Ventilschaftes             Abb. 7-13: Dazugehörige Fläche der Einstellschraube


                                                                   und sich bei Entlastung wieder ausdeh-
           7.2 KUPPLUNG                                            nen. Sowohl die Federn als auch deren
                                                                   Auflagen im Kupplungskorb sind für
           Um die Vibrationen des Motors von den                   diese Belastung zu schwach ausgelegt, so
           Zahnflanken der Getrieberäder zu iso-                   dass die Federn brechen und sich in den
           lieren, wird das Drehmoment des Mo-                     Kupplungskorb einarbeiten.
           tors nicht durch eine starre Verbindung                 Abbildung 7-14 zeigt das Innenteil des
           auf die Kupplung übertragen, sondern                    Kupplungskorbs mit angebauten Zahn-
           über sechs auf der Rückseite des Kupp-                  rad des Primärtriebs und die Abbildung
           lungskorbes angeordnete „Ruckdämpfer-                   7-15 das Außenteil des Kupplungskorbs
           federn“, die das Sekundärrad des Primär-                von der Rückseite mit abgebauten Ruck-
           triebs mit dem äußeren Kupplungskorb                    dämpferfedern. Auf den Abbildungen
           verbinden. Das bedeutet, dass diese Fe-                 7-16 und 7-17 sind eine gebrochene
           dern unter Last – bei steigendem Dreh-                  Ruckdämpferfeder und die dazugehörige
           moment – zusammengedrückt werden

               Niete                                               Niete
                                                                   ausgebohrt




              Abb. 7-14: mit angebauten Zahnrad des Primärtriebs    Abb. 7-15: Rückseite des Kupplungskorbs mit
                                                                               abgebauten Ruckdämpferfedern




132
7. Typische Schäden




  Abb. 7-16: Gebrochene Ruckdämpferfeder      Abb. 7-17: Vertiefung für Ruckdämpferfeder
                                                         mit Einlaufspuren

Vertiefung des Außenteils im Kupplungs-      Auf den Abbildungen 7-20 und 7-21 sind
korb, in die sich die Feder bereits einge-   die Nuten des Außenteils des Kupplungs-
arbeitet hat, dargestellt.                   korbs mit den Abdrücken der Kanten der
Federn mit größerem Drahtdurchmesser         Kupplungsreibscheiben dargestellt. Ab-
bringen Abhilfe, allerdings haben ver-       bildung 7-22 zeigt eine Detailvergröße-
stärkte Ruckdämpferfedern auch eine ge-      rung der Abdrücke.
ringere Schutzwirkung für das Getriebe.      Ein Nacharbeiten ist normalerweise nicht
Sowohl die Kupplungsreibscheiben als         notwendig, da die Kupplung trotz der Ab-
auch die dazwischen angeordneten Blech-      drücke noch trennt, was lediglich etwas
scheiben arbeiten sich mit deren Kanten      langsamer geschieht, da die Zapfen der
in die jeweiligen Nuten des Innen- und       Kupplungsscheiben über die Abdrücke
Außenteils des Kupplungskorbs ein. Die       hinwegrutschen müssen. Man sollte je-
Abbildungen 7-18 und 7-19 zeigen die         doch bewusst langsamer schalten, damit
Abdrücke der Blechscheiben in den Nu-        die Kupplung beim Gangwechsel auch
ten des Innenteils des Kupplungskorbs.       vollständig getrennt ist, da sonst Bautei-
                                             le des Getriebes beschädigt werden.




 Abb. 7-18: Innerer Kupplungskorb mit         Abb. 7-19: Innerer Kupplungskorb mit Abdrücken der
            Abdrücken der Blechscheiben                  Blechscheiben (Detailvergrößerung)




                                                                                                          133

127 pdfsam unlock-buchauszug

  • 1.
    6. Zusammenbau desMotors 6.11 STEUERKETTENSPANNER MONTIEREN Der Spannmechanismus wurde während während man gleichzeitig mit einer Fin- der Serienfertigung geändert, so dass gerkuppe das Ende des Stiftes berührt. es – soweit es das Kontern des Bolzens Wenn der Stift noch leicht pulsiert, ist betrifft – verschiedene Ausführungen die Steuerkette richtig gespannt. des Spannmechanismus gibt, wobei die Insbesondere eine zu straff gespannte Funktionsweise jedoch die gleiche ist. Es Steuerkette kann Schäden verursachen. ist auch nicht auszuschließen, dass z.B. Im Zweifel sollte man sich hier eher auf eine vorgesehene Dämpferscheibe nicht das Gefühl verlassen, als die Steuerket- verbaut wurde, oder dass sich die Feder te zu straff zu spannen. mit der Zeit gesetzt hat. Die Beschrei- Zum Einstellen der Spannung am Sechs- bung im originalen Werkstatthandbuch, kant sollte man einen kurzen Maulschlüs- nach der der Stift innerhalb des Spann- sel verwenden oder den Sechskant von mechanismus bündig mit der Stirnflä- Hand drehen. Mit einem langen Ring- che des Sechskantes sein soll, wie in schlüssel hat man zuwenig Gefühl und der Kreismarkierung auf Bild 6-146 zu läuft Gefahr, die Steuerkette zu straff zu sehen, kann daher nur ein Anhaltswert spannen. sein. Besser ist es, die Steuerkette durch Hineindrehen des Bolzens zu spannen, Abb. 6-144: Steuerkettenspanner montieren Abb. 6-143: Steuerkettenspanner montieren Abb. 6-145: Steuerkettenspanner montieren Abb. 6-146: Steuerkette spannen 125
  • 2.
    6. Zusammenbau desMotors 6.12 ANZIEHMOMENTE Diese Tabelle enthält die Anziehmomen- selweite 12 und 13 mm finden. Auch bei te, Gewindeabmessungen und Schlüs- den M 10 x 1,25 Schrauben sind Schlüs- selweiten für die Verschraubungen des selweiten von 14 und 17 mm möglich. Motors und die wichtigsten Verschrau- Die Anziehmomente dürfen teilweise bungen des Fahrwerks . nicht unterschritten werden, um die im Die Schlüsselweiten sind Richtwerte, Betrieb auftretenden Kräfte übertragen da werksseitig teilweise Schrauben und zu können, teilweise dürfen diese nicht Muttern mit von der Norm abweichen- überschritten werden, um Gewindesack- den Schlüsselweiten verwandt wurden. löcher im Motorgehäuse nicht zu beschä- So wird man M 8 Schrauben mit Schlüs- digen. Motor Art Schlüssel- Gewinde Anziehmo- weite ment [Nm] Zylinderkopf Hutmutter M 10 x 1,25 37 Zylinderkopfdeckel Schraube M8 21 Zylinderkopf Schraube M6 9 Zylinderkopf Seitendeckel Hutmutter M6 9 Hutmutter M8 13 Zündkerze M 14 x 1,25 20 Lichtmaschine, Rotor Mutter M 12 x 1,25 38 Mutter, Statorwicklung Zylinderkopf- Kreuzschl. M6 9 schraube Ventilspiel-Einstellmutter Mutter 12 od.13 M 8 x 1,00 27 Deckel Steuerkettenspanner Hutmutter M 18 x 1,5 21 Ölpumpendeckel Zylinderkopf- Kreuschl. M6 10 schraube Ölfiltersiebdeckel Schraube M6 10 Ölablaßschrauben Schraube M 30 x 1,5 42 Ölfilter Schraube M 16 x 1,5 9 126
  • 3.
    6. Zusammenbau desMotors Art Schlüssel- Gewinde Anziehmo- weite ment [Nm] Ölsteigleitung Rohrverschrau- M 10 x1,25 21 bung Auspuffflansch Hutmutter 14 od. 17 M 10 x 1,25 13 Kickstarterklemmschraube Schraube M8 20 Primärabtriebsrad Mutter M 14 x 1 90 Kupplungsnabe Mutter M 18 x 1,00 80 Antriebskettenrad Mutter M 22 x 1,5 100-120 Schalthebel Schraube M6 10 Leerlaufschalter 12 mm M 22 x 1,5 13 obere Motorbefestigung Schraube und M8 18 Mutter M 10 x 1,25 30 vordere Motorbefestigung Schraube und M 10 x 1,25 46 Mutter hintere Motorbefestigung Schraube und M 10 x 1,25 41 Mutter hintere untere Motorbefes- Schraube und M 10 x 1,25 46 tigung Mutter Fahrgestell Art Schlüssel- Gewinde Anziehmo- weite ment [Nm] untere Motorbefestigung Schraube und M 10 x 1,25 52 Mutter Vorderad (Steckachse) Kronenmutter M 14 x 1,5 107 Vorderradgabel und Achs- Sicherungsmut- M8 14 klemmschale ter obere Gabelbrücke und Mutter 12 od. 13 M8 10 Standrohr Stoßdämpfer, oben Hutmutter M 10 x 1,25 52 Stoßdämpfer, unten Schraube M 10 x 1,25 52 Hinterrad (Steckachse) Kronenmutter M 18 x 1,5 190 127
  • 4.
    7. Typische Schäden 7. TYPISCHE SCHÄDEN chäden an Motor und Getriebe tre- Kolben und Laufbuchsen einem gewis- S ten durch normalen Verschleiß im Betrieb ein, durch mangelnde Wartung sem Verschleiß, der auch bei regelmäßi- ger Wartung nicht zu verhindern ist. oder durch Fehlbedienung. Bis auf verschlissene Getriebezahnräder, Alle Wälzlager, wie die Lager der Kurbel- die durch – nicht unbegrenzt zur Ver- welle, der Nockenwelle und die der Ge- fügung stehende – Originalteile ersetzt triebewellen unterliegen so wie auch die werden müssen, lässt sich der XS 650- Zahnflanken der Getriebezahnräder, die Motor mehrfach aufarbeiten. Abb. 7-1: Gleitflächen der Steuerkettenspannschienen Abb. 7-2: vergrößerte Darstellung der Gleitflächen Abb. 7-3: Kugelkalotte der Druckstange des Steuerkettenspanners 128
  • 5.
    7. Typische Schäden 7.1MOTOR 7.1.1 KURBELWELLE 7.1.2 KOLBEN Die Haupt- und Pleuellager der Kurbel- Auch auf die Beschreibung von Schä- welle unterliegen im normalen Betrieb den, wie diese an den Kolben auftreten einem ständigen Verschleiß. Übersteigt können, wird an dieser Stelle verzichtet, der Verschleiß die im originalen Werk- da es keine ausschließlich beim XS 650- statthandbuch angegebenen Grenzwerte, Motor auftretende, für diesen Motor ty- sind die Lager auszutauschen. Im origi- pische Schäden gibt. Verschlissene oder nalen Werkstatthandbuch (Seiten 155 u. zerstörte Kolben sollten nicht einfach 156) ist auch beschrieben, wie der Ver- gegen Übermaßkolben ausgetauscht wer- schleiß zu messen ist. Da die Kurbelwelle den. Man sollte zunächst nach der Scha- aus Einzelteilen zusammengepresst ist, denursache suchen, für die es neben können sich diese, wie die Hubzapfen normalem Verschleiß mehrere Ursachen und die Kurbelwangen, gegeneinander geben kann. Werden die Ursachen nicht verdrehen. abgestellt, wird der gleiche Schaden Die Kurbelwelle kann nur mit Mitteln kurzfristig auch an den Übermaßkolben repariert werden, wie diese üblicherwei- auftreten. se in Motoren-Instandsetzungsbetrieben Informationen mit Abbildungen typi- zu Verfügung stehen. In den Kapiteln, in scher Kolbenschäden und der Beschrei- denen die Demontage und Montage des bung von deren Ursachen findet man auf Motors dargestellt wird, beschränkt sich den Websites und in Druckschriften von die Beschreibung daher auf den Aus- und Kolbenherstellern. Einbau der Kurbelwelle. Abb. 7-4: Verschleißbild der Gleitflächen im Detail Abb. 7-5: Verschleißbild der Gleitflächen im Detail 129
  • 6.
    7. Typische Schäden 7.1.3 VENTILTRIEB, 7.1.4 NOCKENWELLE STEUERKETTE, Schäden an der Nockenwelle entstehen SPANNSCHIENEN durch Ölmangel oder durch ein zu groß eingestelltes Ventilspiel, wobei sich letz- Auf der Abbildung 7-1 sind die vordere teres durch übermäßige Geräuschent- und hintere Kettengleitschiene in stark wicklung bemerkbar macht und es in der verschlissenem Zustand abgebildet. Regel korrekt eingestellt wird, bevor ein Die Abbildungen 7-2 und 7-3 zeigen das Schaden eintritt. Verschleißbild im Detail. Die Abbildung Auf den Abbildungen 7-6 bis 7-9 ist eine 7-3 zeigt die auf der Rückseite der hin- Nockenwelle zu sehen, deren Nocken teren Steuerkettenspannschiene vor- wegen Ölmangels unter übermäßiger handene Kugelkalotte, in die der Steu- Wärmeentwicklung eingelaufen sind. erkettenspanner eingreift. Übermäßiger Die dazugehörigen Gleitflächen eines Verschleiß an den Steuerkettenspann- Kipphebels ist auf den Abbildungen 7-10 schienen und an der Steuerkette selbst und 7-11 abgebildet. tritt sowohl bei zu lose als auch bei zu fest gespannter Steuerkette auf. Eine zu lose gespannte Steuerkette neigt zum Schlagen, während eine zu sehr ge- spannte Steuerkette zu große Kräfte auf die Gleitflächen der Spannschienen und die Kugelkalotte ausübt, was zu ähnli- chen Schadensbildern führt, wie auf den Abbildungen 7-1 bis 7-5 zu sehen. Abb. 7-6: Nockenwelle mit wegen Ölmangel Abb. 7-7: Nockenwelle mit wegen Ölmangel verschlissenen Nocken. verschlissenen Nocken 130
  • 7.
    7. Typische Schäden 7.1.5VENTILE Geräuschentwicklung bemerkbar, wäh- rend man ein zu kleines Ventilspiel erst Schäden an Ventilen entstehen durch bemerkt, wenn ein Schaden eingetreten ein zu großes oder zu kleines Ventilspiel. ist. Arbeitet sich das Ventil in den Ventilsitz Nachteil eines zu großen Ventilspiels ist, ein, wird das Ventilspiel kleiner und neben einem geringen Leistungsverlust das Ventil schließt nicht mehr richtig. (weil das Ventil nicht mehr weit genug Der Ventilsitz „verbrennt“ durch die am öffnet), dass der Kipphebel mit der Ein- nicht mehr schliessenden Ventil vorbei- stellschraube später nach einem größe- strömenden heißen Verbrennungsgase. ren Leerhub – und damit auch schneller Zunächst weniger problematisch ist ein – auf die Stirnfläche des Ventilschaftes zu großes Ventilspiel, weshalb das Ven- trifft. Dabei arbeitet sich die Einstell- tilspiel auch oft etwas größer als der schraube (Abbildung 7-13) in die Stirnflä- vorgegebene Wert eingestellt wird. Ein che des Ventilschaftes (Abbildung 7-12) zu großes Ventilspiel macht sich durch ein. Abb. 7-8: Verschlissene Nocken im Detail Abb. 7-9: Verschlissene Nocken im Detail Abb. 7-10: Dazugehörige Gleitfläche eines Kipphebels Abb. 7-11: Dazugehörige Gleitfläche eines Kipphebels 131
  • 8.
    7. Typische Schäden Abb. 7-12: Stirnfläche des Ventilschaftes Abb. 7-13: Dazugehörige Fläche der Einstellschraube und sich bei Entlastung wieder ausdeh- 7.2 KUPPLUNG nen. Sowohl die Federn als auch deren Auflagen im Kupplungskorb sind für Um die Vibrationen des Motors von den diese Belastung zu schwach ausgelegt, so Zahnflanken der Getrieberäder zu iso- dass die Federn brechen und sich in den lieren, wird das Drehmoment des Mo- Kupplungskorb einarbeiten. tors nicht durch eine starre Verbindung Abbildung 7-14 zeigt das Innenteil des auf die Kupplung übertragen, sondern Kupplungskorbs mit angebauten Zahn- über sechs auf der Rückseite des Kupp- rad des Primärtriebs und die Abbildung lungskorbes angeordnete „Ruckdämpfer- 7-15 das Außenteil des Kupplungskorbs federn“, die das Sekundärrad des Primär- von der Rückseite mit abgebauten Ruck- triebs mit dem äußeren Kupplungskorb dämpferfedern. Auf den Abbildungen verbinden. Das bedeutet, dass diese Fe- 7-16 und 7-17 sind eine gebrochene dern unter Last – bei steigendem Dreh- Ruckdämpferfeder und die dazugehörige moment – zusammengedrückt werden Niete Niete ausgebohrt Abb. 7-14: mit angebauten Zahnrad des Primärtriebs Abb. 7-15: Rückseite des Kupplungskorbs mit abgebauten Ruckdämpferfedern 132
  • 9.
    7. Typische Schäden Abb. 7-16: Gebrochene Ruckdämpferfeder Abb. 7-17: Vertiefung für Ruckdämpferfeder mit Einlaufspuren Vertiefung des Außenteils im Kupplungs- Auf den Abbildungen 7-20 und 7-21 sind korb, in die sich die Feder bereits einge- die Nuten des Außenteils des Kupplungs- arbeitet hat, dargestellt. korbs mit den Abdrücken der Kanten der Federn mit größerem Drahtdurchmesser Kupplungsreibscheiben dargestellt. Ab- bringen Abhilfe, allerdings haben ver- bildung 7-22 zeigt eine Detailvergröße- stärkte Ruckdämpferfedern auch eine ge- rung der Abdrücke. ringere Schutzwirkung für das Getriebe. Ein Nacharbeiten ist normalerweise nicht Sowohl die Kupplungsreibscheiben als notwendig, da die Kupplung trotz der Ab- auch die dazwischen angeordneten Blech- drücke noch trennt, was lediglich etwas scheiben arbeiten sich mit deren Kanten langsamer geschieht, da die Zapfen der in die jeweiligen Nuten des Innen- und Kupplungsscheiben über die Abdrücke Außenteils des Kupplungskorbs ein. Die hinwegrutschen müssen. Man sollte je- Abbildungen 7-18 und 7-19 zeigen die doch bewusst langsamer schalten, damit Abdrücke der Blechscheiben in den Nu- die Kupplung beim Gangwechsel auch ten des Innenteils des Kupplungskorbs. vollständig getrennt ist, da sonst Bautei- le des Getriebes beschädigt werden. Abb. 7-18: Innerer Kupplungskorb mit Abb. 7-19: Innerer Kupplungskorb mit Abdrücken der Abdrücken der Blechscheiben Blechscheiben (Detailvergrößerung) 133