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Neue Wege im Tennistraining

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Vortrag bei der großen Trainerfortbildung des Baytischen Tennisverbands im Oktober 2018 im Leistungszentrum in Oberhaching

Veröffentlicht in: Sport
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Neue Wege im Tennistraining

  1. 1. www.innercoaching-blog.de Neue Wege im Tennistraining Frercks Hartwig TMS Coaching
  2. 2. www.innercoaching-blog.de 1. Theoretisches ● „Top down“ Analyse ● 7 Probleme im technikorientierten Training ● Lösungen - Wissenschaftsbasierte Ansätze 2. Praxisbeispiele („Drills“)
  3. 3. www.innercoaching-blog.de
  4. 4. www.innercoaching-blog.de Tennistraining 1956
  5. 5. www.innercoaching-blog.de Lehrpläne des Deutschen Tennisbunds von 1975 bis 2018
  6. 6. www.innercoaching-blog.de Die Ausholbewegung beginnt aus der Ausgangsstellung mit leichtem Anwinkeln und gleichzeitigem Zurücknehmen des Ellenbogens entgegen der Schlagrichtung, wodurch der Unterarm parallel zum Boden angehoben wird. Der Oberkörper dreht sich unter Verlagerung des Körpergewichtes auf den linken Fuß nach rechts, während der Schläger in einem flachen oberen Bogen einer Schleife nach hinten geführt wird.. Der Schläger wird in einem kleinen Bogen herunter und dann parallel zur Hüftachse mit zunehmender Beschleunigung relativ flach vorwärts aufwärts dem ankommenden Ball entgegengeschwungen. Der optimale Treffpunkt liegt vor der linken Hüfte...Erst kurz vor dem Treffpunkt und vor allem nach diesem folgt er der Armbewegung und dreht sich in die frontale Stellung, wodurch dem Arm beim Durchziehen ein langes Schwingen des Schlägers in die Schlagrichtung ermöglicht wird. Anschließend wird der Schläger zur linken Schulter natürlich ausgeschwungen“ (DTB 1975) 20 Jahre später….
  7. 7. www.innercoaching-blog.de „Methodischer Traditionalismus
  8. 8. www.innercoaching-blog.de „Märchenstunden“ „Hol-früh-aus“ - „Obere Schleife“ - „Linkes-Bein-vor“ - „In-die-Knie“ - „Schau den Ball an“ - „Schwing über die Schulter aus“ „Methodischer Traditionalismus
  9. 9. www.innercoaching-blog.de Kennzeichen der Hauptaktion innerhalb der Schlagphase: Der Schläger wird vorwärts, leicht aufwärts geschwungen, damit der Ball etwas Vorwärtsdrall erhält. Der Schläger wird beschleunigt, um die gewünschte Ballgeschwindigkeit zu erzielen. Der Schläger wird weit in Schlagrichtung geschwungen, um größere Genauigkeit und Sicherheit zu erreichen. Der Ball wird in angepaßtem seitlichen Abstand und vor dem Körper mit senkrechter Schlagfläche getroffen, um eine optimale Energieübertragung zu erzielen. Das Handgelenk wird unmittelbar vor dem Treffen in eine der Abfluggeschwindigkeit entsprechende Position gebracht, um eine möglichst hohe Genauigkeit zu erreichen. Im Treffpunkt wird die Griffestigkeit verstärkt und das Handgelenk sehr kurz fixiert… (1995)
  10. 10. www.innercoaching-blog.de Die zur Lösung einer bestimmten Bewegungsaufgabe notwendige Hauptaktion ist festgelegt. Ein Abweichen von dieser festgelegten Bewegungsform ist fehlerhaft. (2001)
  11. 11. www.innercoaching-blog.de „Während im Schulsport und in den Hochschulen die eher spiel- und handlungsorientierten Reformkonzepte dominierten, setzte sich in der methodischen Praxis der Verbände und Vereine weiterhin die Technikorientierung durch. Und dies nicht nur im Tennis, sondern auch in den anderen Rückschlagspielen, wie die Lehrpläne dieser Zeit belegen.“ 2018 60 Jahre später….
  12. 12. www.innercoaching-blog.de 7 Probleme durch Methodischen Traditionalismus und Technikfokussierung
  13. 13. www.innercoaching-blog.de „Wenn jemand einen Hammer in der Hand hat, dann sieht jedes Problem aus wie ein Nagel.“ (Paul Watzlawick, Kybernetiker und Kommunikationsforscher) Problem Nr 1
  14. 14. www.innercoaching-blog.de "Menschen sind keine Systeme, die wie Maschinen funktionieren. Menschen verhalten sich dynamisch, nicht statisch und nicht vorhersagbar. Auch im Sport handeln sie als komplexe adaptive Systeme, als Individuen oder als Teams." Problem Nr 2
  15. 15. www.innercoaching-blog.de Paralyse durch Analyse Problem Nr 3
  16. 16. www.innercoaching-blog.de „Scheitern unter Druck“
  17. 17. www.innercoaching-blog.de “Think?! How the hell are you gonna think and hit at the same time?” (Yogi Berra, Baseballcoach) ✗ „one-degree-error“
  18. 18. www.innercoaching-blog.de „Tennis auf der Tour kriege ich meistens nicht hin. Ab und zu lasse ich mir in …… bei der …..-Academy zeigen, was ich alles falsch mache. Die sind sensationell. Leider finden sie immer was Neues…“ (Dieter Nuhr) Problem Nr 4
  19. 19. www.innercoaching-blog.de „Lassen Sie sich nicht von rigorosen Tennislehrer-Regeln beeinflussen. Entdecken Sie lieber Ihre individuellen Fähigkeiten, experimentieren Sie herum. Ich habe fast jede Lehrbuch-Regel der letzten 30 Jahre gebrochen!“ (Björn Borg, Wimbledonsieger)
  20. 20. www.innercoaching-blog.de „Wer schlecht über sich denkt, antizipiert eigenes Versagen, gerät dadurch in Stress und versagt tatsächlich!“ (Manfred Spitzer, Neurowissenschaftler)
  21. 21. www.innercoaching-blog.de Multitasking? ✗ Telefonieren im Auto Problem Nr 5
  22. 22. www.innercoaching-blog.de Problem Nr 6 „Interner Fokus“ (Lernende achten auf die Bewegungen des Körpers) „Externer Fokus“ (Lernende achten auf Effekte der Bewegung oder auf Ziele)
  23. 23. www.innercoaching-blog.de „16 Jahre wissenschaftlicher Forschung haben gezeigt, dass ein 'interner Fokus' das motorische System einschränkt, während ein 'externer Fokus' es dem motorischen System ermöglicht, sich effektiv selbst zu organisieren um die Performance zu verbessern“ (Gabriele Wulf 2012)
  24. 24. www.innercoaching-blog.de  Umwelt  Spielpartner*innen  Wetter  Platz  Bälle  Zuschauer*innen  Emotionen  ..... Es gibt keine identischen Schlagbewegungen Das Prinzip der Nichtwiederholbarkeit einer Bewegung Problem Nr 7
  25. 25. www.innercoaching-blog.de Sobald der Ball in Bewegung ist, kommt er in einer unendlichen Anzahl von Winkeln und Geschwindigkeiten auf Dich zu; mal mit mehr Topspin oder Backspin, mal flacher, mal höher. Der Unterschied mag nur gering sein, mikroskopisch, aber genau so sind die Variationen, die Dein Körper macht – Schultern, Ellbogen, Handgelenk, Hüfte, Fußgelenke, Knie – in jedem Schlag.“ (Rafael Nadal) Jeder Schlag ist anders!
  26. 26. www.innercoaching-blog.de Lösungen
  27. 27. www.innercoaching-blog.de Evidenzbasiertes Training
  28. 28. www.innercoaching-blog.de „Neue“ Wege im Tennistraining implizit spielerisch (game based) ziel- und handlungsorientiert constraints led Metaphern und Analogien trick the mind externer Fokus angewandter Unfug non-linear differenziell kontrolliertes Chaos
  29. 29. www.innercoaching-blog.de Stressresistenter Nachhaltiger Effektiver Stabiler Motivierender „Neue“ Wege im Tennistraining
  30. 30. www.innercoaching-blog.de Wie funktioniert „motorisches Lernen“? Wie motorisches Lernen tatsächlich geht Was die meisten Menschen glauben? Was manche Trainer*innen glauben
  31. 31. www.innercoaching-blog.de Gehen lernen
  32. 32. www.innercoaching-blog.de „Man kann ja mal überlegen, weshalb Kinder in den ersten beiden Lebensjahren am schnellsten und meisten lernen, obwohl Sie den Eltern nicht zuhören und auch „wenig“ Bewegungsanweisungen von ihnen erhalten. Vielleicht muss man auch das ‚obwohl‘ nur ersetzen durch ‚weil‘.“ (Wolfgang Schöllhorn)
  33. 33. www.innercoaching-blog.de Der Tausendfüssler „Wenn ich willentlich zu gehen beginne, ist meine Absicht nicht darauf gerichtet, meine Beine alternierend in einer bestimmten Weise zu bewegen; mein Wille ist darauf ausgerichtet, einen bestimmten Ort zu erreichen. Ich bin nicht in der Lage, zu beschreiben, welche Bewegungen meine Arme oder Beine dabei machen werden; aber ich vermag festzustellen, welches Ergebnis ich zu erreichen beabsichtige.“ (Woodworth 1899)
  34. 34. www.innercoaching-blog.de spielen mit unerwarteten Erfolgserlebnissen → Dopamin → Freude → Motivation → hohe Lernerfolge spielerisch, freudbetont
  35. 35. www.innercoaching-blog.de Lernen im Schlaf
  36. 36. www.innercoaching-blog.de Trick the mind Hopp - Hit The Inner Game of Tennis Timothy Gallwey 1974
  37. 37. www.innercoaching-blog.de „Die Zauberwörter sind Variabilität und Flexibilität. Je mehr verschiedene Anforderungen sich uns im Training und Wettkampf stellen, desto mehr lernen wir. Das ist entscheidend für das motorische und kognitive Lernen“ (Daniel Memmert, Professor am Sportinstitut Institut für Trainingswissenschaft und Sportinformatik an der Deutsche Sporthochschule Köln)
  38. 38. www.innercoaching-blog.de „Es weiß ja inzwischen jeder Lernpsychologe, dass ein stures Wiederholen von ein und demselben Bewegungsablauf nicht wirklich richtig weiterbringt. Im Basketball gab es mal zwei Testgruppen: Die eine hat 5000 Mal von der gleichen Stelle geworfen, die andere 5000 Mal von einer immer leicht veränderten Position. Und jetzt raten Sie mal, welche Gruppe sich nachweislich um 20 bis 30 Prozent verbessert hat? Wir halten vom repetitiven Lernen der immer gleichen Situation eher weniger.“ (Ralf Rangnick Sportdirektor RB Leipzig 2016)
  39. 39. www.innercoaching-blog.de Erst durch Tun lassen sich die motorischen Lösungsmöglichkeiten der vorliegenden Bewegungsaufgaben entwickeln. Die Absicht, den Bewegungsablauf bewusst zu kontrollieren, scheint dabei den Lernprozess eher zu stören als zu fördern. (Gabriele Wulf 1998) Implizites Lernen „Verantwortung für das Lernen und Autonomie im Lernen werden an die Lernenden zurückgegeben.“
  40. 40. www.innercoaching-blog.de
  41. 41. www.innercoaching-blog.de Quelle: Sportunterricht 58/2009 Differenzielles Lernen
  42. 42. www.innercoaching-blog.de Differenzielles Lernen Variation von ● Bewegungsgeometrie ● Bewegungsgeschwindigkeit ● Bewegungsrhythmus ● Randbedingungen der Bewegungsausführung (constraints)
  43. 43. www.innercoaching-blog.de ● Ziele ● Spielfeldbegrenzungen ● Regeln ● Spielpartner*innen/Gegner*innen ● Equipment (Netze, Schläger, Bälle,...) ● Zeit ● Information ● Emotion Veränderung des Rahmens (constraints led approach) “Let the drill do the talking and the athlete do the walking”
  44. 44. www.innercoaching-blog.de
  45. 45. www.innercoaching-blog.de Metaphern und AnalogienMetaphern und Analogien
  46. 46. www.innercoaching-blog.de “Wir müssen uns als Trainer disziplinieren und einfach mal die Klappe halten!… Hinnehmen, dass Konzentration leise ist….” (Prof. Dr. Dirk Schwarzer, DTB-A-Trainer Fortbildung 2013) Begleiter*in/Unterstützer*in im Lernprozeß Ermöglicher*in effektiven Lernens
  47. 47. www.innercoaching-blog.de Peter Hyballa, 2017 Fußballtrainer Viele Wege führen nach ...
  48. 48. www.innercoaching-blog.de „...there is no right way to do a wrong thing.“ Bain/McGown, US-Volleyball-Coaches
  49. 49. www.innercoaching-blog.de „Die spielen ja nur, das ist ja gar kein „richtiges Training“!“ „Hört auf zu spielen, lern mal was!“ „Die Trainer*innen korrigieren ja gar nicht“
  50. 50. www.innercoaching-blog.de „Neue“ Wege im Tennistraining implizit spielerisch (game based) ziel- und handlungsorientiert constraints led Metaphern und Analogien trick the mind externer Fokus angewandter Unfug non-linear differenziell kontrolliertes Chaos
  51. 51. www.innercoaching-blog.de Stressresistenter Nachhaltiger Effektiver Stabiler Motivierender „Neue“ Wege im Tennistraining
  52. 52. www.innercoaching-blog.de Stell Dir vor: „Dein Schlägergriff ist ein kleiner Vogel, den Du in der Hand hältst und dem Du nicht wehtun möchtest.“ Spiele nun mit diesem Gedanken mit Deinem Partner Ballwechsel hin und her....
  53. 53. www.innercoaching-blog.de www.innercoaching-blog.de Facebook: Inner Coaching im Sport Twitter: IC_Blog

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