Angelo NigroWorld without Profit
Dieses Buch wurde digital nach dem neuen „book on demand“ Ver-fahren gedruckt. Für den Inhalt und die Korrektur zeichnet d...
1.AuflageDas Werk ist einschließlich aller seiner Teile urheberechtlich ge-schützt. Jede Verwertung und Vervielfältigung d...
Ein herzliches Dankeschön an alle, die an diesemBuch mitgewirkt haben, insbesondere an meine FrauVéronique.               ...
EinleitungoderDie Entstehung dieses BuchesNach einem Traum der mich lange beschäftigt undvon dem ich nicht wusste was er z...
nachgedacht, dies eines Tages zu tun, aber nie richtigdaran geglaubt.Was mich wundert ist, dass ich dabei ein für die Be-g...
VorwortIn diesem Buch möchte ich alle Nationen, Politiker,Religionen, Mediziner, Wirtschaftsbonzen und Ak-tionäre bitten, ...
von Frühlingsblumen, unbekümmert den Durst zulöschen?Also lasst uns alle miteinander etwas tun, damit diesalles für unsere...
Unter dem Druck des Klimawandels2013Angesichts der multimedialen Möglichkeiten ließsich der nun besser informierte Mensch ...
Hitze, Dürren, Überschwemmungen und Orkanewaren ein fester Bestandteil unseres Alltags gewor-den, dazu kam das Schmelzen d...
Die ErpresserMittlerweile war es März geworden. Wir, mein Kol-lege Jan, mein Schwager Guiglelmo und ich, hattenunsere Fors...
„Ja klar, der ist 294 293“, gab ich sofort weiter.„Guter Junge“, kam die Antwort, während er auchschon den Code in die Tas...
dasselbe wie damals. Jetzt hatten sie sich an meineFersen geheftet. So machte das keinen Spaß.Ein ungutes Gefühl beschlich...
bare passierte und die Türme des World Trade Centersin Schutt und Asche zerfielen. Bis heute der fünfteNahostkrieg. Israel...
dann.“„Ciao, ciao, bis gleich!“, gab ich zurück und beendetedas Gespräch, bevor ich mich noch verriet.Ach ja, die Kinder, ...
blutung von Lunge und Gehirn. Meine Forschungenbestanden auch darin, den Zusammenhang zwischenAlzheimer und dem jahrelange...
nicht seine Art.“Dem musste auch ich zustimmen und versuchte sie zuberuhigen: „Hat bestimmt jemand getroffen, er wirdsiche...
der letzten acht Jahre nur zu gut. Die Lage hatte sichbesorgniserregend zugespitzt. Weihnachten 24 Grad,ab 2.500 Meter ein...
Die EntführungDie Geschehnisse entwickelten bereits eine eigeneDynamik. Alles lief unausweichlich auf Komplikatio-nen hina...
ße, sie sind zurückgekommen, ging mir durch den Kopf,während mein Puls unerwartet in die Höhe schnell-te. Ich hatte gesehe...
mal. Wir sind am Leben und gesund. Ich mache mirernsthafte Sorgen um Guiglelmo, der heute Mittag,nachdem er Teresa und die...
und meine Jacke.“„Mach schnell! Wenn die zurückkommen und unshier zusammen antreffen, sind wir geliefert!“Jan hatte den Sa...
zu haben. Wortlos öffnete ich die Tür.„Na also“, blaffte mich der große Blonde an.„Wir hätten noch ein paar Fragen, und ve...
ger die längste Zeit dein Schwager gewesen, ist dasklar, Freundchen!“Jan musste alles mitgehört haben und wusste somit,wo ...
mir ist nicht ganz wohl.“Postwendend ging die Scheibe ein Stück runter, nuran der anderen Seite, wo der Blonde saß. „Gut s...
kreischenden Bremsen etwa fünfzig Meter weiter zumStehen kam.„Ich werde dich zermalmen, wenn wir die Schlüs-sel nicht wied...
„Herzlichen Dank, so kann ich mich jetzt auf denWeg machen. Meine Herren, ebenfalls danke für IhreHilfe. Bis vielleicht ei...
ernster Gefahr.“„Wir müssen herausfinden, mit wem wir es zu tunhaben“, schlug Jan vor.Da konnte ich ihm nur zustimmen. Doc...
„Kannst du mir Teresa bitte ans Telefon rufen? Ich er-klär’s lieber nur einmal. Sie kann dir dann alles sagen.Ich liebe di...
So, nun musste ich noch Fiona in Rom anrufen. Ohnelange zu fragen, wählte ich auch ihre Nummer.Nach langem Klingeln kam ei...
ich wissen, mit wem wir es zu tun haben. Tut mir leid,aber ich muss jetzt auflegen, da es nicht mein Handyist und unsere T...
bemerkte sofort, dass uns nicht danach zumute war.Eine halbe Stunde später waren wir an der Rezeption,wo ich höflich empfa...
Birne zermartern. Die verfügen bestimmt über fähi-ge Leute, die vielleicht in fünfzig Jahren herausfinden,wie es funktioni...
„So bekommen wir zumindest Guiglelmo frei undZeit zu verschwinden. Buch schon mal vier Tickets füruns nach Cancun und für ...
wonnene Energie an der Börse teuer wiederverkau-fen werden.“Teresa unterbrach mich: „Können wir das den Kin-dern nicht ers...
Aber zu deiner Information, wir fliegen so bald wiemöglich nach Mexiko.“„Was, Mexiko? Wie? Wieso Mexiko? Was sollen wirin ...
das sagen, Teresa!“Das Zimmertelefon klingelte.Teresa hob den Hörer ab. „Ja bitte! – Ach, du bist es,wie geht’s dir? Was? ...
hab dich sehr vermisst.“„Bin auch froh, dich wieder bei mir zu haben, meinKind.“Sie hielt mich noch eine Weile fest und me...
und ich uns an dem Wagen zu schaffen machen. Istdas okay so?“„Kein Problem, geht klar! Ihr könnt euch auf michverlassen. E...
„Jan, da steht der Van, der mich mitgenommen hat.Aber Vorsicht, dass der Alarm nicht losgeht.“Wir taten so, als wollten wi...
heute auf. Da waren einige Telefonnummern notiert.Mir fielen sofort die 0039-Nummer aus Italien undweitere Nummern aus Hol...
deiner Mutter“, schloss ich das Gespräch. „Wir neh-men noch eine Mütze voll Schlaf, können wir ehrlichgesagt gebrauchen“, ...
Mexiko, hola	Es schien alles so unheimlich und unwirklich zusein. Ich stand in Cancun mit meiner Familie, ohnedass Ferienf...
Nach einigen Minuten des Wartens kamen der Se-kretär und die Dolmetscherin, um den Vorsitzendenanzumelden. Die außerordent...
zu Schaden kommen soll. Früher oder später gelangtdie Angelegenheit an die Presse, wenn wir weiter sozögern. Nichtsdestotr...
tätig, wollte die Lage mit aller Macht wieder gera-debiegen. Aber das ging nur, wenn ein paar von derMannschaft an seiner ...
Maya-Land-Hotel. Da mir aufgefallen ist, dass eini-ge Leute mich seit zwei Wochen beobachten, hab ichmich entschieden, nac...
dem Notizblock um eine Filiale des holländischenÖlkonzerns handelte. Morgen wollte er etwas Lichtin die Sache bringen, ind...
prähistorischen Monumentalgeschichte bestand undwir es mit ziemlicher Sicherheit in nicht allzu lan-ger Zeit wissen oder s...
loch immer größer über den Polen klaffte, lag letzt-endlich nicht an irgendwelchen Sonnenaktivitätenoder -winden, sondern ...
Produkte hinweisen, wie auf den Zigarettenschach-teln. Beispielsweise: Autoreifen töten und verpesten unsereUmwelt. Die Ko...
ten hinterlassen, die uns helfen konnten, die Vorgängeder Zeit zu begreifen und eine Lösung zu finden.Die Beweise erhärtet...
so. Ich wäre auch lieber zu Hause geblieben“, meinteTeresa.Tommaso dagegen befand sich in seinem Element.In der Hotellobby...
„Jan, ich bin’s. Ist Fiona bei dir?“, fragte ich sofort.„Ja, ja, alles so weit okay. Möchtest du mit ihr spre-chen?“„Ja sp...
geschlafen.Die Kinder waren schon umgezogen und Teresaschminkte sich gerade. Draußen war es stockdunkel.„León ist mit Frau...
Zu jener Zeit hatte ich León kennengelernt.Wir spra-chen viel über den Maya-Zeitzyklus und ihr plötzli-ches Verschwinden. ...
letzt vor drei Jahren auf einer Konferenz in Chicagogesehen. Ferner trafen wir uns ohne die andere Hälftefast alle drei bi...
du ja in Chicago kennengelernt hast, geht es um Le-ben und Tod. Er wurde vor zwei Tagen entführt, undsie werden ihn erst w...
schrie der erste. „Wir schießen sofort.“Aus den Augenwinkeln sah ich, wie Tommaso lang-sam in die Knie rutschte und unter ...
fiel ich zu Boden. Meine Nase blutete.Etwas benommen hörte ich, wie er schimpfte: „Dubist auch noch arrogant, du deutscher...
„Also gut, diesmal habt ihr gewonnen, aber ab jetzthabt ihr keine ruhige Minute mehr.“In diesem Moment vernahmen wir die S...
cherheitsbrigade von L.A. und besitzt eine Waffe. Da-mit hat sie gedroht, einige zu erschießen. Das kam fürdie Gangster vö...
Der Schmerz hatte jedoch weitgehend nachgelassen.Ich durfte gar nicht daran denken, was passiert wäre,wenn die mich versch...
ist“, sagte Tommaso.„Ich bleib auch“, meinte Serena, „und beschützeuns.“Wir waren zerstritten in dieser Situation.„Ich bin...
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  1. 1. Angelo NigroWorld without Profit
  2. 2. Dieses Buch wurde digital nach dem neuen „book on demand“ Ver-fahren gedruckt. Für den Inhalt und die Korrektur zeichnet der Autorverantwortlich.Für die Bücher in der deutschen Sprache© 2009 edition nove, NeckenmarktPrinted in the European UnionISBN 978-3-85251-534-2Gedruckt auf umweltfreundlichem, chlor- und säurefrei gebleichtemPapier. www.editionnove.de
  3. 3. 1.AuflageDas Werk ist einschließlich aller seiner Teile urheberechtlich ge-schützt. Jede Verwertung und Vervielfältigung des Werkes ist ohneZustimmung des Autors unzulässig und strafbar. Alle Rechte,auch die des auszugsweisen Nachdrucks und der Übersetzungwie Verfilmung, sind vorbehalten! Ohne ausdrückliche schrift-liche Erlaubnis des Autors darf das Werk, auch nicht Teile daraus,weder reproduziert, übertragen noch kopiert werden, wie zumBeispiel manuell oder mit Hilfe elektronischer und mechani-scher Systeme inklusive Fotokopieren, Bandaufzeichnung undDatenspeicherung. Zuwiderhandlung verpflichtet zu Schaden-ersatz. Alle Personen und Namen sind frei erfunden. Der Romanist reine Fiktion. Alle im Buch enthaltenen Angaben, Ergebnisseusw. wurden vom Autor nach bestem Wissen erstellt. Sie erfolgenohne jegliche Verpflichtung oder Garantie des Autors und Verla-ges. Der Verlag übernimmt deshalb keinerlei Verantwortung undHaftung für etwa vorhandene Unrichtigkeiten. 5
  4. 4. Ein herzliches Dankeschön an alle, die an diesemBuch mitgewirkt haben, insbesondere an meine FrauVéronique. 7
  5. 5. EinleitungoderDie Entstehung dieses BuchesNach einem Traum der mich lange beschäftigt undvon dem ich nicht wusste was er zu bedeuten hatte,bin ich wie von Geisterhand geleitet zum Schreibengekommen.In dem Traum vor etwa zwei Jahren war immer wie-der die Rede vom „Salz der Erde“. Dieser Satz wurdein meinem Traum mehrmals wiederholt. Ich konntedamals nicht verstehen was es damit auf sich hatte undhabe lange in Büchern, Zeitschriften und im Internetnach Salz, Wasser, Salzkristall, Papst, ägyptische Pyra-miden, Maya und andere Hochkulturen, NA Cl undhalt alles was damit zu tun haben könnte recherchiert.Ich bin vom Himalaja Salz bis in die Weltmeere vor-gedrungen. Von Energie-Erzeugung und Elektrolysebis zur Osmose. Bis vor einigen Tagen… als das Buchpraktisch geschrieben war, mir das Motiv oder derSinn dieses Werkes bewusst wurde und wie Schuppenvon den Augen fiel.Worum es im meinem Traum ging, war schlicht undeinfach die Bedeutung und den Platz des Menschenauf unserem Planeten und im Universum zu verste-hen. Unabhängig von seinem Glauben, seiner Her-kunft und Couleur. Hier steht der Mensch im Mittel-punkt der Diskussion. Er ist „das Salz der Erde“.Dieser Traum hat mir die Möglichkeit gegeben einBuch zu schreiben. Ich habe mal früher darüber 9
  6. 6. nachgedacht, dies eines Tages zu tun, aber nie richtigdaran geglaubt.Was mich wundert ist, dass ich dabei ein für die Be-griffe einiger Leser komplett utopisches, unrealis-tisches wie illusionäres Buch geschrieben habe. Diedarin beschriebene VISION kann aber gar nicht soeinfach abgetan werden. Denn mein logisches Den-ken sagt mir und wahrscheinlich vielen von Ihnen, soabwegig ist das Ganze gar nicht, wenn die Menschheitüberhaupt eine Chance haben will in Zukunft diesenPlaneten weiter zu besiedeln.Unser Ziel darf nicht nur stur auf dem Weg des mate-riellen Glücks weiter ausgebaut werden.Dieser Weg müsste mit unserem klaren Menschenver-stand mittlerweile als der falsche Weg verstanden wer-den, egal wo er hinführen mag. Wenn jeder Einzelnesich damit auseinandersetzen würde, kommt er sehrschnell zum Entschluss, wir laufen entweder in eineSackgasse oder in unser Verderben.Wir sollten uns be-sinnen und uns selber eingestehen, so weit und nichtweiter.Wir müssen für unsere Kinder etwas tun, wennes überhaupt noch eine Zukunft für uns Menschengeben soll auf diesem wunderschönen Himmelskör-per.Was wollen wir ihnen und anderen überhaupt hinter-lassen?Lesen Sie selbst. 10
  7. 7. VorwortIn diesem Buch möchte ich alle Nationen, Politiker,Religionen, Mediziner, Wirtschaftsbonzen und Ak-tionäre bitten, sich zu mäßigen und zu besinnen, derMenschheit nicht den Weg für eine (bessere) Zukunftzu versperren mit ihren Unersättlichkeiten und Lü-gen.Die Schätze dieser Erde gehören sowohl den Men-schen als auch den Tieren und den Pflanzen. Letz-tere müssen wir wie unsere eigenen Kinder schüt-zen, denn sie können sich nicht wehren. Da unsereAtmosphäre so zerbrechlich ist wie Glas, sollten wirsie mit äußerster Vorsicht behandeln. Alle Menschenhaben das Recht, teilzuhaben am Wohlstand, egal,welchem Land, welcher Farbe oder Gesinnung sieangehören. Unsere Kinder brauchen ein Vorbild undwir müssen sie schützen vor jeglicher Ungerechtig-keit. Daher gilt es, der Armut massiv und konsequententgegenzuwirken. Wir sollten Gott dem Allmächti-gen dienen, damit die Verantwortlichen einsehen, dassdies der einzig richtige Weg ist. Dies sind keine leerenWorte, sondern die Botschaft Gottes, durch Nächs-tenliebe und Toleranz ein besseres Verständnis unterden Menschen auf diesem Planeten zu erreichen.Täglich lernen wir von der Natur oder ahmen sienach. Aber ist es nicht dennoch schön, nach allentechnischen Errungenschaften zurück zur Natur zufinden und nach einem warmen Sommerregen denDuft von Gras einzuatmen? In kalten Wintertagenmorgens beim Aufstehen die eisige klare Luft und denkalten Schnee zu fühlen? An einer Quelle, umringt 11
  8. 8. von Frühlingsblumen, unbekümmert den Durst zulöschen?Also lasst uns alle miteinander etwas tun, damit diesalles für unsere Kinder erhalten bleibt und nicht einesTages nur noch eine Gutenachtgeschichte darstellt. 12
  9. 9. Unter dem Druck des Klimawandels2013Angesichts der multimedialen Möglichkeiten ließsich der nun besser informierte Mensch nicht mehrso einfach durch die Lügenmatrix der Konzerne ein-wickeln, die sich mit billigen Tricks weiter bereichernwollten. Es kam zu einem Machtkampf mit gewissenskrupellosen Geschäftemachern, die bislang gemeinthatten, mit den Rohstoffen und Bodenschätzen unse-rer Erde alles tun und machen zu können, wie es ih-nen beliebte, weil sie das nötige Kapital besaßen.Im Zuge dieser Auseinandersetzungen war es gelun-gen, zukünftig nicht mehr alles mit Kapital oder Fusio-nen erwerben zu können, da die Regeln und Gesetzesich zum Wohle der Allgemeinheit geändert hatten,zumal eine Umweltkatastrophe, die unwiderruflichauf die Menschheit zurollte, mit allen Konsequenzendrohte. Wir mussten versuchen, sie mit all unserer In-telligenz und unserem Wissen zu verhindern, sei esdurch Fahrzeugreduzierungen, Stromeinsparungenoder Rationalisierung gewisser Rohstoffe und Pro-dukte. Wir mussten lernen, bewusster mit alldem um-zugehen und mit der Gemeinschaft zu teilen.Da die meisten fossilen Brennstoffe und Bodenschät-ze sich ihrem Ende zuneigten oder bereits erschöpftwaren, lohnten sich Kriege – zumindest deswegen– einfach nicht mehr. Die Zukunft musste sich auferneuerbare Energien, einen veränderten Lebenswan-del und neue Strukturen unseres alltäglichen Lebenskonzentrieren und sich daran orientieren. 13
  10. 10. Hitze, Dürren, Überschwemmungen und Orkanewaren ein fester Bestandteil unseres Alltags gewor-den, dazu kam das Schmelzen der Gletscher. Fast alleTiere drohten auszusterben, weil das natürliche Um-feld ohne Hemmungen zerstört worden war. Zudemmangelte es zusehends an Wasser, unserem kostbarstenGut, denn die Gletscher waren verschwunden und nurnoch im Winter auf den Nordkappen anzutreffen.Doch das schlimmste Problem stellte die Atmosphäredar, die so verunreinigt war, dass das Kohlendioxid dieOberhand übernommen hatte und der Sauerstoffan-teil in der Luft schwand. Die überforderten Wissen-schaftler wussten keine Lösungen. Vermutet wurde,dass wir das Ozonloch unterschätzt hatten und derSauerstoff ins All entwich, wobei der Sauerstoffan-teil in der Luft zurückging. Die Jagd nach Sauerstoffwar somit eröffnet. An einigen Stellen standen bereitsSauerstoffzapfsäulen, nur für besser Betuchte natür-lich, während die Bevölkerung in den höheren Lagenund in den Städten über Müdigkeit, Kopfschmerzen,Schwindelanfälle und viele andere Gesundheitsschä-den klagte. Ein Rückgang der Belastbarkeit der Men-schen machte sich bemerkbar. Großes Unheil standvor der Tür.Wenn die Politik zuließ, dass sich die Konzerne wei-terhin bereicherten und nichts dagegen unternahm,schien eine universelle Katastrophe unabwendbar zusein. Wiederum andere, die die prekäre Situation ver-harmlosten, mussten ausgeschaltet werden; jetzt galtes, der Forschung alle Mittel zur Verfügung zu stellen,damit schnell eine Lösung gefunden wurde. 14
  11. 11. Die ErpresserMittlerweile war es März geworden. Wir, mein Kol-lege Jan, mein Schwager Guiglelmo und ich, hattenunsere Forschungsarbeiten von damals weiter ausge-baut und Erstaunliches herausgefunden.Es klingelte an der Tür. Zwei Männer standen da undwollten wissen, wo die Unterlagen der Forschungs-arbeiten respektive die Untersuchungen gebliebenseien. Sie würden sich für die Organismen in denUntersuchungen interessieren und für eine Firmaarbeiten, die nicht genannt werden wolle, aber bereitsei, viel Geld dafür zu zahlen. Sie machten mir einAngebot. Mir kam das Ganze nach mehr als sechzehnJahren spanisch vor. Dabei hatte ich das Patent an dasPharmaunternehmen Medpharma für noch weiterezwei Jahre abgetreten, in dem ich leitender Laborchefwar seit meinem Abschluss vor acht Jahren.„Die habe ich bei meinem letzten Umzug verloren“,versuchte ich beide abzuwimmeln.„So, und das sollen wir glauben?“ antwortete derSchmächtige mit blonden Haaren und stieß mich zurSeite. „Mal sehen, ob du die Wahrheit sagst.“Während er eintrat, hielt mich der Dickere fest undmeinte mit ruhiger Stimme: „Mach keinen Ärger,Kumpel, ansonsten müssen wir andere Methodenanwenden.“Ich entschied mich, keinen Widerstand zu leisten, dasich ohnehin nichts im Haus befand, was die Unter-lagen betraf. Nur mein Diplom hing an der Wandmeines Büros, das sie, ohne lange zu zaudern, im Nuverwüstet hatten.„Und jetzt zu dem Code vom Safe … Den hast dudoch noch, hoffe ich“, sagte der Dickere drohend. 15
  12. 12. „Ja klar, der ist 294 293“, gab ich sofort weiter.„Guter Junge“, kam die Antwort, während er auchschon den Code in die Tastatur vom Safe eintippte,wo vorher der nun runtergeschmissene eingerahm-te Maya-Kalender gehangen hatte. Zum Glück nureine Kopie. Er holte alle Papiere heraus und stöbertesie durch, ohne fündig zu werden. Den Geldscheinenschenkten sie keine Beachtung.Der Dicke drehte sich zu mir um und meinte: „Wirkommen wieder, dann gibst du sie uns schon – frei-willig, wollen wir wetten …? Dagegen war dies nurein höflicher Besuch, mein Herr. – Komm, wir hau-en ab!“, sagte er zu seinem Kumpan und beide ver-schwanden ohne weiteren Kommentar in RichtungTür.So, Brink, jetzt hast du ein Problem am Hals, dachte ich.Du besitzt den Schlüssel zur Produktion von Sauerstoff undEnergie. Das verleiht viel Macht. Das darf niemals in falscheHände geraten.Das hatte ich immer befürchtet. Sie waren jetzt hin-ter mir her. Jemand schien ausgepackt zu haben. Werwohl? Mein Leben stand plötzlich auf dem Kopf, auchwenn es zugegebenermaßen so hatte kommen müs-sen. Eigentlich hatte ich zuerst eine Anlage errichtenwollen, bevor Profitgeier sich über mich und das Pro-jekt stürzten. Doch nun war ich gezwungen, einenanderen Weg zu nehmen. Aber welchen? Mir drehtesich der Kopf.Ich musste handeln, und zwar schnell, so wie damalsauf Spitzbergen. In jenen Tagen hatte das Wissen mei-ne Neugier entfacht, ein Feuer zum Lodern gebrachtund mich unvermittelt losgeschickt, um zu erfahren,was dahintersteckte. Einen Tag später hätte ich viel-leicht anders entschieden. Doch es war nicht mehr 16
  13. 13. dasselbe wie damals. Jetzt hatten sie sich an meineFersen geheftet. So machte das keinen Spaß.Ein ungutes Gefühl beschlich mich, als ich mir meinerLage bewusst wurde. Ich war kein Held, sie würdenmich jagen, um zu erfahren, was ich wusste. Ich muss-te etwas unternehmen, aber was? Mit wem konnteich reden, wen ins Vertrauen ziehen? Wer hatte etwasausgeplaudert? Jan, Guiglelmo, León Almeida? MeineFrau Teresa? Möglich wäre auch Fiona, meine Schwä-gerin. Fragen, Fragen und nochmals Fragen.Schließlich war es kein Geheimnis, wie es um unse-ren Planeten und die Atmosphäre stand. Die fossilenBrennstoffe gingen zur Neige, ganz zu schweigen vonden Naturkatastrophen, die uns tagtäglich über dieMedien vor Augen geführt wurden. Man hätte sichfast an die Bilder gewöhnen können, wären sie nichtso brutal. Die Unzufriedenheit führte weltweit zuvielen Unruhen unter den Völkern, und es war keineEinigung in Sicht, wobei die Amerikaner die Terror-anschläge einfach nicht mehr in den Griff bekommenkonnten. Die ungleiche Verteilung griff noch mehrum sich, sodass die Hoffnungen auf eine Besserungvöllig zu schwinden drohten.An diesem Märzabend musste ich an meine jungenJahre denken und wie alles gekommen war. Schon1996 ein Wettlauf in puncto Jobsuche. Das mobileTelefonieren und dann das Medium Internet. Bereitsdamals ein Leben voll Stress und Hektik. Die Men-schen erlebten Diktaturen und Kriege. Der Terroris-mus brach über die ganze Welt herein. Selbstmord-kommandos, die sich und unzählige Unschuldige,Kinder und Erwachsene, mit in den Tod rissen. Diewilde Jagd auf Osama Bin Laden, dem die Tat vom 11.September 2001 zugeschrieben wurde, als das Unfass- 17
  14. 14. bare passierte und die Türme des World Trade Centersin Schutt und Asche zerfielen. Bis heute der fünfteNahostkrieg. Israel und die Palästinenser hatten ein-fach keinen gleichnamigen Nenner gefunden, sogardie Sunniten und Schiiten bekriegten einander. DiePolitik war in ihren unermüdlichen Friedensbemü-hungen gescheitert, egal, wer die Macht innehatte.Wie oft hatte man Friedenstruppen gesendet. Allesvergebens. Die Araber wollten Israel als eigenständi-gen Staat nicht anerkennen und waren untereinanderzerstritten, da sich die Völker im eigenen Land zu sehrunterschieden. Die Korruption zu offensichtlich. DerGraben zwischen Arm und Reich klaffte unüberwind-bar auseinander. Jeder noch so kleine (falsche) Schrittder westlichen Welt wurde mit heftigen Demonstra-tionen und Ausschreitungen von der islamischen Weltbekämpft. Obwohl wir dringend Frieden brauchten,ließen uns der Fanatismus und der Stolz beider Seitennicht zueinanderfinden.Das Telefon klingelte. Es war Teresa.„Liebling, wir sind soeben in Köln gelandet. Wobleibst du?“„Ja, ich hab dich nicht vergessen, es ist bloß etwas da-zwischengekommen. Tut mir leid. Nimm dir ein Taxiund fahr zu meiner Mutter.Wo sind die Kinder?“, gabich mit ruhiger Stimme zurück. Ich hatte sie ganz ver-gessen und griff geistesgegenwärtig zur Notlüge. „Ichmuss nur dringend ins Labor, einige Papiere fertigstel-len, da morgen ein neuer Termin anberaumt wurde.Ich hol dich später bei meiner Mutter ab, okay?“ Ichwollte sie nicht beunruhigen. „Ich beeile mich.“„Gut, mach nicht zu spät. Ich bereite etwas bei Mut-ti zu essen vor, die Kinder lassen grüßen. Also bis 18
  15. 15. dann.“„Ciao, ciao, bis gleich!“, gab ich zurück und beendetedas Gespräch, bevor ich mich noch verriet.Ach ja, die Kinder, soweit man das so sagen konn-te. Tommaso, mein Sohn, war inzwischen mit seinensechsundzwanzig Jahren genauso erwachsen wie seinezwei Jahre jüngere Schwester Marcella. Meine FrauTeresa war Italienerin und noch sehr hübsch mit ihrensechsundvierzig Jahren. Ich dagegen hatte mit meinenachtundvierzig Jahren bereits graue Haare, und mansah auch schon ein bisschen Bauchspeck, was michjedoch in keiner Weise störte. Meine Forschungen be-deuteten mir viel, und ich war mit mir, meiner Fa-milie und meinem Job als leitender Pharmadesignerbei Medpharma in Köln sehr zufrieden. Der Aufstiegvom Laborassistenten zum Pharmadesigner verschaff-te mir sehr viel Ansehen, wobei es mich sehr stolzmachte, den Menschen mit neuen pharmazeutischeninnovativen Konzepten und Präparaten das Leben er-leichtern zu können. Vielleicht war sogar der Eintrittin den Aufsichtsrat möglich.Dennoch ließ mich das mulmige Gefühl nicht los.„Eine Lösung muss her“, stachelte ich mich selbst an.Doch mit wem konnte ich reden, ohne alles preis-zugeben oder mich zu verraten? Nur wir drei wuss-ten von unserem Geheimnis. Jan, Guiglelmo undich. Ferner hatte unser Freund León Almeida sicher-heitshalber einige Dokumente erhalten, ohne die dieForschungsarbeit nicht enträtselt werden konnte undnicht umsetzbar war.Die Lizenzvergabe an Medpharma umfasste nichtdie Produktion von Sauerstoff und Energie, sondernlediglich Sauerstofftabletten für eine bessere Durch- 19
  16. 16. blutung von Lunge und Gehirn. Meine Forschungenbestanden auch darin, den Zusammenhang zwischenAlzheimer und dem jahrelangen Verzehr von Lebens-mitteln und Getränken aus Aluminiumkonservendo-sen zu untersuchen.Ich musste Jan anrufen, um nachzufragen, ob sich je-mand bei ihm gemeldet und nach den Unterlagen ge-fragt hatte. Seit einigen Wochen hatte ich nicht mehrmit ihm gesprochen. Bereits beim Anwählen der Tele-fonnummer legte ich den Hörer wieder auf, weil ichkeinen unnötigen Wirbel auslösen wollte. Unser Ge-heimnis war bei uns sicher, da wir wussten, was pas-sieren würde, geriete es in falsche Hände. Wir trautenuns damals nicht, an die Öffentlichkeit zu gehen; esschien einfach noch zu früh zu sein. Bis zum heu-tigen Tag hatten wir noch Bedenken, ob es wirklichfunktionierte, insbesondere in großen Mengen. Mirfiel ein, dass ich Guiglelmo in Rom mit dem Vorwandanrufen könnte, mich zu erkundigen, ob Teresa unddie Kinder bereits abgereist waren.Ich nahm das Telefon und wählte die Sprechtaste:„Verbinden mit Guiglelmo jetzt.“„Pronto, con chi parlo?“, erklang die Stimme vonFiona, meiner Schwägerin, auf der anderen Seite, alshätte sie auf den Anruf gewartet.„Ich bin’s, Jeff, sono io, tuo cognato. Come va? Tut-to bene? Sind Teresa und die Kinder bereits abgeflo-gen?“„Si, si, bereits vor drei Stunden. Sie müssten in Kölnschon gelandet sein“, gab Fiona zurück. „Guiglelmohat sie zum Flughafen gebracht und ist noch nichtzurück. Ich bin etwas beunruhigt, da er nicht gesagthat, ob er noch etwas erledigen wollte. Er geht auchnicht an sein Handy“, klang Fiona etwas besorgt. „Ist 20
  17. 17. nicht seine Art.“Dem musste auch ich zustimmen und versuchte sie zuberuhigen: „Hat bestimmt jemand getroffen, er wirdsicher bald zu Hause sein! Hör mal, wenn er zurückist, soll er mich bitte zurückrufen“, sagte ich schnell,um sie nicht weiter zu nerven. „Alles Gute, Fiona, bisbald mal wieder.“„Ciao, Jeff, ciao, ich sag’s ihm. Ciao.“Ich legte auf. Obwohl ich mich zwang, ruhig zu blei-ben, fingen meine Gedanken an zu rasen. Was ist mitGuiglelmo? Meine Vermutung, dass es da einen Zu-sammenhang gab, ließ mich nicht mehr los.Das Telefon klingelte. Es war Fiona, die sagte: „Jeff,ich wollte dir noch etwas sagen. Vor ein paar Tagenhat er Teresa ein paar Mal gefragt, ob in Deutschlandalles okay sei. Er schien die letzten Tage etwas nervösgewesen zu sein. Das kam mir ehrlich gesagt ein biss-chen komisch vor, da ihr noch vor zwei Tagen mit-einander telefoniert hattet.“Ich musste Fiona die Antwort schuldig bleiben undihr recht geben. Da war irgendetwas im Busch, aberwas? „Warten wir es ab“, gab ich schnell zurück. „Fio-na, wie ist das Wetter bei euch?“„Heute waren es 28 Grad, viel zu warm“, erwidertesie.„Fiona, ich muss auflegen, da ich noch einen Anruferwarte, halt mich auf dem Laufenden, ciao.“Bevor sie noch etwas erwidern konnte, legte ich denHörer auf.Soviel ich wusste, hatte es in Italien seit drei Monatennicht geregnet und das Wasser war bereits seit einigenJahren rationiert. Lediglich in den Wintermonaten fieletwas Regen, sonst herrschte bis in den späten Herbsthinein nur Trockenheit. Ich kannte die Geschichte 21
  18. 18. der letzten acht Jahre nur zu gut. Die Lage hatte sichbesorgniserregend zugespitzt. Weihnachten 24 Grad,ab 2.500 Meter einige Schneeflocken. Aber es konnteauch passieren, dass bei einem Wetterumschwung biszu drei Meter Schnee in ein paar Tagen runterkamen,was dann zu Überschwemmungen führte. Dazu ge-sellte sich die schlechte Versorgung mit Heizöl; immerwieder kam es zu Verspätungen und zu Preisen von350 Euro pro Barrel, wenn nicht mehr, je nachdem,wie die Spekulanten an der Börse kauften oder ver-kauften. Die Konzerne scherten sich einen Dreck umkartellartige Verstrickungen und nahmen die langjäh-rigen Gerichtsverhandlungen lächelnd in Kauf, dieden Bußgeldern folgten. Die OPEC war weltweit nurauf Expandierung und den schnellen Dollar fixiert.Wie sollte so eine Politik den Verbrauchern zugute-kommen und wo sollte das hinführen? Man konnteschließlich nicht in der Kälte sitzen bleiben.Wo steckte Guiglelmo bloß? Da ich Fiona nicht wie-der beunruhigen wollte, versuchte ich es ebenfalls aufseinem Handy, wurde aber auf die Mailbox verwiesen.Das stank zum Himmel. 22
  19. 19. Die EntführungDie Geschehnisse entwickelten bereits eine eigeneDynamik. Alles lief unausweichlich auf Komplikatio-nen hinaus, was ich jetzt schon spüren konnte undmir große Sorgen bereitete. Was wussten sie, wer warensie?, lauteten meine nächsten Gedanken. Verflucht, dasscheint noch nicht das Ende zu sein, sagte mir mein Ver-stand, sondern bloß die Spitze des Eisbergs. Aber ruhig,ich musste überlegen, wie ich der momentanen Si-tuation Herr werden konnte, ohne Dummheiten zumachen. Als Erstes durfte ich kein eigenes Telefon be-nutzen; vielleicht wurde ich ja abgehört. Weiter muss-te ich unbemerkt das Haus verlassen und Kontakt mitJan oder Guiglelmo aufnehmen. Jan wohnte in Frank-furt, zu weit, um schnell einmal dort hinzufahren. Mitdem Wagen würde ich obendrein nicht unbemerkthier rauskommen. Blieb nur das Hinausschleichen,bevor ich versuchen wollte, mit der Straßenbahn zumeiner Mutter zu gelangen.Was sagte ich Teresa? „Ichbin mit der Straßenbahn hier, um dich abzuholen!“Lächerlich, ich musste bei der Vorstellung selbst lautlachen, wie sie mich alle anschauen würden. Der hateinen Sprung in der Schüssel. Unsere Abwesenheit scheintihm nicht gut bekommen zu sein, würden die denken. Ichsaß in der Falle. Sie würden wiederkommen und michauseinandernehmen. Ich war doch nicht … RAMBO.Nein, die warteten auf einen Fehler von mir.Mir blieb keine Wahl, ich musste handeln, um her-auszufinden, was mit Jan oder Guiglelmo los war. Ichdurfte auch nicht vergessen, Teresa anzurufen. Wennmöglich aus einer Telefonkabine. So, es reichte. Esmusste etwas geschehen.Im selben Augenblick klingelte es an der Tür. Schei- 23
  20. 20. ße, sie sind zurückgekommen, ging mir durch den Kopf,während mein Puls unerwartet in die Höhe schnell-te. Ich hatte gesehen, mit welchem Wagen sie vorhinweggefahren waren, und schaute vorsichtig durch dieGardinen. Aber es war nichts zu sehen. Ding dong, dingdong … Leise schlich ich zur Tür und schaute mit ra-sendem Herzschlag durch den Spion. Da stand Jan,nervös mit den Händen fuchtelnd, als wollte er sagen,mach bloß schnell auf. Ich riss die Tür auf und zog ihnam Ärmel zu mir herein.„Jeff, sie sind seit heute Morgen hinter mir her. Ichmuss mit dir reden. Sie überwachen uns und unsereTelefone. Bist du alleine? Was ist passiert, dass die hin-ter uns her sind?“„Eins nach dem anderen und immer ruhig Blut“, ver-suchte ich Jan zu beruhigen, obwohl es mir genausoging wie ihm. „Setz dich erst mal hin. Möchtest duetwas trinken?“ Ich spürte eine gewisse Erleichterung,ihn bei mir zu haben und mit ihm über alles reden zukönnen.Aber er merkte, dass bei mir ebenfalls etwas nichtstimmte, da noch nicht aufgeräumt war. Er sprang auf-geregt auf und rief: „Sie waren hier bei dir, nicht wahr,und du tust, als wäre alles in Butter!“„Beruhige dich erst mal.“ Ich drückte ihn wieder inden Sessel zurück. „Ja, mich haben vor einer gutenStunde zwei Männer aufgesucht. Sie wollten unsereForschungsarbeiten von damals, haben aber nichts ge-funden und drohten damit, wiederzukommen.“„Wie bei mir, ein dicker und ein schmächtiger Typ inAnzügen, als wären es Banker.Wer sind sie, was wollensie und für wen arbeiten sie?“„Jan, du hast eine Menge Fragen, die ich auch gernebeantwortet haben möchte. Also beruhige dich erst 24
  21. 21. mal. Wir sind am Leben und gesund. Ich mache mirernsthafte Sorgen um Guiglelmo, der heute Mittag,nachdem er Teresa und die Kinder zum Flughafen ge-fahren hat, nicht mehr nach Hause zurückgekommenist, und Fiona weiß auch nicht, wo er steckt. Er mel-det sich nicht am Telefon, ich hab’s das letzte Mal voreiner Viertelstunde probiert. – Aber was wollten dieTypen von dir?“„Sie fragten, ob ich meine Examenarbeit von damalsverkaufen wolle. Sie würden gut dafür bezahlen. Ichhab ihnen geantwortet, dass ich kein Interesse aneinem Deal hätte, woraufhin sie mir kurzerhand dieBude auseinandergenommen und mir gedroht haben,wiederzukommen.“„Also genauso wie bei mir, wie du siehst.“„Ich bin dann sofort aus dem Haus, ab in den erstbes-ten ICE und weiter mit dem Taxi zu dir. DreihundertMeter von hier entfernt bin ich dann ausgestiegen,bevor ich mich von hinten rangeschlichen habe, damitmich keiner sieht.“„Bist du sicher, dass dich keiner gesehen hat?“„Ganz sicher“, gab er überzeugt zurück.„Ja gut, und was machen wir jetzt?“„Ach ja, noch was, Jeff: Etwa fünfzig Meter von hierum die Ecke steht ein schwarzer Van mit holländi-schem Kennzeichen und zwei Leuten drin. Aber ichkonnte nicht dicht genug rangehen, um zu erkennen,ob das dieselben Typen sind, die bei mir waren. AlsoVorsicht. Ich sehe, du hast alle Gardinen vorgezogenund kein Licht vor dem Haus an.“„Am besten wir bleiben nicht länger hier, Jan.“„Aber wo sollen wir hingehen?“, fragte er.„Wir verschwinden unauffällig und beraten späterunsere nächsten Schritte. Ich hol nur ein paar Sachen 25
  22. 22. und meine Jacke.“„Mach schnell! Wenn die zurückkommen und unshier zusammen antreffen, sind wir geliefert!“Jan hatte den Satz noch nicht richtig zu Ende gespro-chen, da klingelte es erneut an der Tür.„Psst“, sagte ich und deutete an, still zu sein, währendich fieberhaft überlegte, was wir tun konnten.Vorsich-tig schlich ich zur Tür und schaute durch den Spion,der allerdings von außen zugehalten wurde.„Wenn wir abhauen, fallen wir auf“, flüsterte ich Janzu. „Vielleicht haben die auch Kanonen. Ich schlagevor, du verschwindest erst mal, ehe ich aufmache. Sohat wenigstens einer von uns die Chance, davonzu-kommen. Versteck dich im Gäste-WC und bleib solange dort, bis sie reingekommen sind. Ich werde hus-ten, wenn du raus auf die Straße kannst, nicht vorher,verstanden?! Dann nimmst du dir ein Taxi, und wirtreffen uns später im Café de Paris, sagen wir mal inein oder spätestens zwei Stunden. Solltest du bis dahinnichts von mir gehört haben, kannst du zur Polizeigehen. Teresa ist bei meiner Mutter in Bonn. Hast duverstanden?“„Alles klar!“„Ich versuche sie abzuwimmeln, ich schaff das schon.Bis dann.“„Viel Glück, Jeff!“ Jan schlug mit seiner Hand in mei-ne Handfläche, die ich ihm aufhielt, wie früher. Erverschwand im Gäste-WC.Draußen wurden die Herren ungeduldig. Sie pochtenlaut gegen das Holz.„Ja, wer ist da?“, tat ich überrascht.„Mach sofort auf oder wir machen Kleinholz ausdir!“Ich meinte die Stimme des Dicklichen wiedererkannt 26
  23. 23. zu haben. Wortlos öffnete ich die Tür.„Na also“, blaffte mich der große Blonde an.„Wir hätten noch ein paar Fragen, und versuch janicht, uns zu belügen, verstanden, wenn du nicht alsLeiche deinen schönen Teppich schmücken willst.Also, wo steckt dein Freund Bieberich? Wir möchtenauch deinen Computer checken, wenn du nichts da-gegen hast“, sagte der Dicke. „Mach schon, wir habennicht die ganze Nacht Zeit!“„Keine Bange, wir wollen dir nichts anhaben, wir sindhier, um die Unterlagen von deinem Examen abzu-holen. Allerdings bekommst du keine weitere Chan-ce mehr, bevor ich die Geduld verliere und dir eineKugel in den Kopf jage. Du kannst es dir überlegen.Entscheide du“, meinte der Blonde, als redete er übersWetter.„Ich, ich … kann jetzt nicht ins Werk, das würde auf-fallen. Am Eingang befinden sich immer mindestensdrei Posten seit diesen verdammten Terroranschlägen.Da ist kein Durchkommen.“„Mach dir mal nicht in die Hose, wir bleiben draußen,während du die Unterlagen holst, ansonsten rufen wirRom an, du weißt schon, warum.“Sie schauten mich an und warteten auf eine Reak-tion.„Wieso Rom, was hat das zu bedeuten?“, tat ich un-wissend.Der Dicke ging zur Garderobe neben dem Gäste-WCund holte meinen Mantel. Einen Moment dachteich, er wolle in der Toilette nachsehen. Mir war ganzschlecht bei dem Gedanken.Er warf mir den Mantel zu und sagte: „Die Sache mitdem Computer hat sich erledigt. Wir begleiten dichzum Werk. Keine faulen Tricks, sonst ist dein Schwa- 27
  24. 24. ger die längste Zeit dein Schwager gewesen, ist dasklar, Freundchen!“Jan musste alles mitgehört haben und wusste somit,wo ich in den nächsten Stunden sein würde.„Du brauchst die Unterlagen eh nicht mehr, du hastja den Wisch dafür bekommen.“ Er meinte mein Di-plom. „Was willst du mit den Papieren? Wir werdengut auf sie aufpassen.“„Kommt jetzt“, hetzte der Blonde, „wir wollen kei-ne Zeit verlieren.“ Ich wurde zur Tür geleitet, wo erfortfuhr: „Wenn wir die Papiere haben, kann deinSchwager heute Nacht bei seiner Frau schlafen.“In diesem Augenblick musste ich an Fiona denkenund dann an Teresa, die ganz schön böse auf mich seinmusste, dass ich so lange im Werk blieb. Doch im Au-genblick blieb mir keine andere Wahl.Der Blonde zog einen Revolver und versteckte ihnin seiner Manteltasche, bevor er ihn in meine Seitebohrte. „Das ist für den Fall, dass du draußen nichtbrav bist. So, gehen wir!“, befahl er. „Aber vorsichtig,keine übermütigen Bewegungen, ich bin nämlich einbisschen nervös.“Wir gingen auf die andere Straßenseite, wo der Blon-de nach mir in den Fond des Wagens stieg. Der Di-cke fuhr sofort los, ohne nach dem Weg zu fragen. Siewussten Bescheid und wollten ohne Verletzungen dieSache hinter sich bringen, damit beim Eingang zumWerk nichts Auffälliges zu sehen war. Ich hatte es alsomit Profis zu tun, die kein Risiko eingingen und dieSituation im Griff zu haben glaubten. Aber ich sträub-te mich, einfach aufzugeben, und suchte verzweifeltnach einem Ausweg.Ein Geistesblitz ließ mich zum Fahrer sagen: „KönnenSie die Fensterscheibe hier hinten etwas runterlassen, 28
  25. 25. mir ist nicht ganz wohl.“Postwendend ging die Scheibe ein Stück runter, nuran der anderen Seite, wo der Blonde saß. „Gut so?“,sagte er daraufhin.Die wenigen Zentimeter mussten reichen, den Schlüs-selbund hinauszuschleudern. Aber wie bekam ich ihnunauffällig aus der Manteltasche, ohne dass sie es so-fort bemerkten? Zum Glück war es dunkel genug.Vorsichtig tastete ich in meiner Manteltasche danach,schloss dann meine Hand, damit der Schlüsselbundmit dem Büroschlüssel dran nicht raschelte, und hieltihn fest umklammert. Jetzt brauchte ich nur noch aufmeine Chance zu warten. Die Straße zog dunkel undmenschenleer an uns vorbei. Ich musste warten, biswir durch die Stadt fuhren, wo mehr Verkehr herrsch-te. Aber wie lange würde er die Fensterscheibe runterlassen? Mir kam das Ganze vor wie eine Lotterie. Mei-ne Nerven waren zum Zerreißen gespannt, als wir dieStadt erreichten. Langsam füllten sich die Straßen mitMenschen und Autos. Ich witterte meine Chance. Inder nächsten Linkskurve ließ ich mich durch die Zen-trifugalkraft auf den Blonden prallen, riss im selbenMoment die linke Hand mit dem Schlüsselbund he-raus und zwängte ihn durch den geöffneten Fenster-spalt nach draußen. Zu meinem Glück kam uns genaurechtzeitig eine Straßenbahn in der Kurve entgegen,sodass der Dicke nicht bremsen konnte und auswei-chen musste. Er fluchte, während mich der Blondemit voller Wucht auf meinen Platz zurückstieß, dassmeine Schulter schmerzte.„Du, Schwein, hast die Schlüssel vom Büro rausge-schmissen. Du willst Ärger und sollst ihn haben“, wü-tete er und schlug mir voll ins Gesicht.Ich heulte vor Schmerz auf, während der Wagen mit 29
  26. 26. kreischenden Bremsen etwa fünfzig Meter weiter zumStehen kam.„Ich werde dich zermalmen, wenn wir die Schlüs-sel nicht wiederfinden, du verdammtes Schwein.“Der Dicke stieg aus. „Du kannst was erleben“, schrieer. „Ich verspreche dir, dass deine Familie dich nichtwiedererkennt, du verdammtes Arschloch.“ Er kamzur Autotür und riss sie fast aus den Scharnieren.Als er gerade losschlagen wollte, hielt der Blonde sei-nen Arm fest und meinte: „Jake, ich versprech dir, wirholen das nach, sobald wir alles hinter uns haben. EineTracht Prügel bekommt er für seine Arroganz, abernachher.“Der Dicke riss mich aus dem Wagen und befahl mir,die Schlüssel zu suchen. „Wenn wir die Schlüssel nichtfinden, fahren wir woandershin mit dir, hast du ver-standen, du Idiot. Keine weiteren Tricks, sonst geht’sdir schlecht, Mister.“Ein bisschen erschrocken war ich schon, aber meineIdee hatte funktioniert, bis jetzt zumindest. Ich gingmit dem Fahrer die kurze Strecke zurück und begannzu suchen.Die vorbeigehenden Leute machten Bemerkungenwie: „Haben Sie etwas verloren?“„Ja, meine Hausschlüssel“, erwiderte ich und wittertegleichzeitig meine Chance. „Sie können mir bei derSuche helfen.“Der Blonde kam dazu und bemerkte ganz lakonisch:„Aber gerne.“Da sagte eine Frauenstimme: „Hier sind sie.“Ich griff sofort danach und rief ganz erleichtert: „Gottsei Dank. Sie haben mir das Leben gerettet.“Meine Entführer starrten sich an, doch bevor etwaspassieren konnte, bedankte ich mich bei der Dame: 30
  27. 27. „Herzlichen Dank, so kann ich mich jetzt auf denWeg machen. Meine Herren, ebenfalls danke für IhreHilfe. Bis vielleicht ein andermal“, drehte mich umund verschwand in der Menge.Sie würden nicht schießen, mir aber auf den Fersenbleiben. Ich bemerkte, wie sie mich verfolgten, undergriff sofort meine Chance, als ich an einem Lokalvorbeikam, das ich vom Bummeln mit Teresa und denKindern her kannte. Hier genehmigten wir uns öfterein Bier. Ich betrat den ziemlich vollen Raum undging schnurstracks am Tresen vorbei zur Treppe, diezu den Toiletten führte. Anstatt die Männertoiletteaufzusuchen, stiefelte ich zu den Damen rein. Hierbefand sich ein Fenster. Ohne mich um die zwei Da-men zu kümmern, öffnete ich das Fenster und sprangin den Hinterhof. Ich kam so hart auf, dass ich mirbeinahe den Knöchel des rechten Beines verstauchthätte. Humpelnd lief ich weiter zum Lieferantentor,bog sofort in die Seitenstraße ein und tauchte in derMenge unter.Es verfolgte mich niemand. So konnte ich weiter zurFußgängerzone gelangen, wo ich ein Taxi nahm. „ZumCafé de Paris.“ Während der ganzen Fahrt schwiegich und dachte nach, was nun mit Guiglelmo passie-ren würde. Eine knappe Viertelstunde später stieg ichaus und zahlte. Es herrschte rege Betriebsamkeit, derParkplatz vor dem Laden quoll über. Jetzt musste ichzusehen, dass ich Jan erwischte. Er saß am Tresen undunterhielt sich mit zwei Damen. Beim Herumdrehenbemerkte er mich, und ich gab Zeichen, uns etwasabseits zu sprechen.„Wie hast du es geschafft?“, fragte er neugierig.Schnell erzählte ich ihm die ganze Geschichte undendete: „Wie soll es weitergehen, Guiglelmo ist in 31
  28. 28. ernster Gefahr.“„Wir müssen herausfinden, mit wem wir es zu tunhaben“, schlug Jan vor.Da konnte ich ihm nur zustimmen. Doch zuallererstmusste ich Fiona anrufen und Teresa warnen. Ich er-kundigte mich beim Kellner nach einem Telefon.„Leider nein, da jeder ein Handy hat“, lautete seineetwas amüsierte Antwort, als ob er sagen wollte, woich in Gottes Namen herkomme.Was jetzt? Ich fragte Jan, ob die beiden Damen unswohl ihr Handy ausleihen würden, woraufhin er sichprompt auf den Weg machte. Jan stellte mich wenigspäter vor, und ich musste zugeben, dass er einen gutenGeschmack hatte. Warum ist er eigentlich nicht ver-heiratet, sinnierte ich kurz. Seit mehr als fünf Jahrenhatte er zwar eine Freundin, aber sie wohnten nichtzusammen. Als Bankkauffrau jagte sie in der Welt di-versen Metallen hinterher. Ob Aluminium oder Stahl,alles konnte man für die Aktionäre gebrauchen, diesich in unermesslichem Reichtum ergötzen wollten.Aber zurück zu den Damen. Jan fragte ohne Um-schweife, ob sie ein Handy dabeihätten.„Wenn es nicht lange dauert, gerne.“Ich nahm dankend und mit einem Lächeln an. „Ichbezahle die Zeche“, sagte ich und tippte die Nummermeiner Mutter ein.Nachdem es zweimal geklingelt hatte, nahm meineMutter den Anruf an. „Hallo, hier bei Brink, wer istam Apparat?“„Mama, ich bin’s. Sind Teresa und die Kinder nochbei dir?“„Ja, aber sie konnten dich nicht erreichen und wartenjetzt auf ein Taxi.Wo steckst du, Junge?“ Ich war nochimmer der Junge. 32
  29. 29. „Kannst du mir Teresa bitte ans Telefon rufen? Ich er-klär’s lieber nur einmal. Sie kann dir dann alles sagen.Ich liebe dich, pass gut auf dich auf. Und schließeabends alles gut ab und öffne keinem Fremden dieTür“, musste ich noch loswerden.„Gut, ich ruf sie, bis bald. Ich hätte mich so gefreutund hatte auch ein Abendessen vorbereitet. Was umHimmels willen geht da vor? Ja, dann tschüss, hier, ichgeb sie dir.“„Jeff, wo steckst du?“, kam die aufgeregte Stimme vonTeresa in italienisch-deutschem Akzent, obwohl siesehr gut Deutsch sprach. „Kann man denn überhauptnoch mit dir rechnen? Was ist los? Kannst du mir dasverraten?“„Hör jetzt gut zu“, sagte ich sehr ruhig. „Du kannstnicht nach Hause, ich hatte heute Abend Besuch vonzwei Männern. Sie fragten nach meiner Examenar-beit, bevor sie alles durchwühlt haben. Zu deiner In-formation, unsere Telefone werden abgehört. Ich be-finde mich in Sicherheit. Außerdem ist Jan vor einpaar Stunden bei mir eingetroffen. Den Rest erzähleich dir, wenn ich bei Mama ankomme. Bleib auf jedenFall auf der Hut und lasst keinen bei euch rein. Es han-delt sich um Profis, die wohl genau wissen, wo sie unsfinden können. Somit auch die Adresse von Mama.Es sind sehr gefährliche Leute, die um jeden Preis dasManuskript haben wollen, und sie sind bewaffnet.Nimm dir am besten mit Mama und den Kindernein Hotel, du weißt welches, da kann ich problemlosanrufen oder euch aufsuchen. Also bis dann. Ich habejetzt keine Zeit, dir im Detail zu erzählen, was los ist.Mach schnell. In zwei Stunden ruf ich dich im Hotelwieder an. Also Küsschen, mein Schatz. Ich erkläre diralles, wenn ich da bin. Bis dann. Ciao.“ 33
  30. 30. So, nun musste ich noch Fiona in Rom anrufen. Ohnelange zu fragen, wählte ich auch ihre Nummer.Nach langem Klingeln kam eine weinerliche Stimme:„Pronto chi parla?“„Ich bin’s Jeff. Was ist los, Fiona?“„Sie haben die ganze Wohnung durchwühlt und Sa-chen mitgenommen.“„Wer … hat was?“„Zwei Männer. Ich glaube, es waren Holländer.“„Bei uns vor der Tür stand ebenfalls ein Auto mitholländischem Nummernschild, in das ich einsteigenmusste. Mensch, bist du sicher, dass es Holländer wa-ren, und was wollten sie?“„Keine Ahnung, haben sie nicht gesagt. Nur dass Gu-iglelmo zurückkäme, wenn alles wieder in Ordnungsei. Sie haben dich verflucht und gedroht, dich zu er-schießen, wenn sie dich in die Finger kriegen. Jeff,kannst du mir sagen, was los ist? Ich hab ein Rechtdazu.“„Fiona, beruhige dich. Ich kann dir im Augenblickauch nicht mehr sagen. Wir sitzen in der Klemme. Siehaben Guiglelmo entführt und wollen Dokumentevon mir erpressen.“„Welche Dokumente?“„Meine Examenarbeit von damals.“„Ach die! Gib sie ihnen, damit Guiglelmo wiederfreikommt. Ich bitte dich!“„Kann ich nicht, selbst wenn ich wollte, ich besitzesie nicht mehr. Sie ist in sicheren Händen seit Jahrenund wird auch da bleiben. Keiner hat das Recht, siezu besitzen.Wenn Guiglelmo nach Hause will, wird eres ihnen sagen, mehr vermag ich im Augenblick nichtzu unternehmen. Ich kann nur versuchen, herauszu-finden, wo sie ihn versteckt halten. Aber zuerst muss 34
  31. 31. ich wissen, mit wem wir es zu tun haben. Tut mir leid,aber ich muss jetzt auflegen, da es nicht mein Handyist und unsere Telefone seit geraumer Zeit abgehörtwerden. Ich melde mich, sobald ich kann. Kopf hochund geh zu deiner Schwester Roberta, da bist du si-cher.Versprich es mir.“Sie antwortete ganz weinerlich. „Jeff, hilf uns bitte,sie sollen ihre verdammten Papiere haben, wenn sieihnen so wichtig sind. Hauptsache, Guiglelmo kommtwieder frei.“„Ich verspreche dir, mein Menschenmöglichstes zuunternehmen, dass er bald frei kommt. Sei vorsichtig,pack dir einige Sachen ein und nimm dir ein Taxi.Also, ich melde mich, sobald es was Neues gibt. Kopfhoch, ciao Fiona. Ich hab dich lieb.“Ich legte auf und war sichtlich betroffen. Das Ganzestimmte mich traurig. Ich konnte fühlen, wie es Fionaging. Aber zuerst musste ich mit Jan überlegen, waswir als Nächstes tun konnten. Es war kurz vor Mitter-nacht, als ich auf meine Armbanduhr schaute.Bald standen wir auf der Straße. Aber wohin solltenwir nun gehen, ohne andere zu gefährden? Es warbitter, sich nicht einmal in seine eigenen vier Wändezurückziehen zu können. Ich wollte meine Frau undmeine Kinder sehen.„So, Jan, wir nehmen uns ein Taxi und fahren zumHotel.“In diesem Moment begann es zu regnen.„Auch das noch“, meinte Jan, „ist es nicht mies ge-nug?!“Etwas weiter die Straße runter warteten bereits einigeTaxis auf Kundschaft. Wir stiegen ein und gaben dasHotel an. „Bitte zum Sheraton.“ Keiner sprach einWort, auch als der Taxifahrer Witze reißen wollte. Er 35
  32. 32. bemerkte sofort, dass uns nicht danach zumute war.Eine halbe Stunde später waren wir an der Rezeption,wo ich höflich empfangen wurde.„Ihre Frau ist bereits mit den Kindern oben“, sagteder Portier.„Danke.“„Haben die Herren kein Gepäck dabei?“„Nein“, gab ich kurz zurück, ehe wir uns am Aufzugvorbei um die Ecke zur Bar begaben. Wir musstennoch einiges unter vier Augen besprechen, bevor wirnach oben gingen. „Jan, was hältst du davon, solltenwir nicht die verdammten CDs herausgeben?“„Bist du verrückt! Auf gar keinen Fall. Du weißt, wasdann passieren wird. Niemals in die Hände von Poli-tikern oder Konzernen, haben wir gesagt – und dabeibleibt es.“„Du hast recht. Und Terroristen schon gar nicht“, er-widerte ich.Wir bestellten zwei Whiskys, obwohl wir keine Whis-kytrinker waren und unsere Vorliebe eher einem gu-ten französischen Rotwein galt. Aber in diesem Mo-ment tat es gut, unsere Sorgen zu ersaufen.Ich musste Jan etwas gestehen. „Hör mir mal gut zu:Ich hab mir damals erlaubt, einige Fehler in unsereFormel einzubauen, und hab euch das bis heute ver-schwiegen, aus vielerlei Gründen. Du weißt ja, wie dasist, man weiß nie im Leben … Leonardo da Vinci istähnlich vorgegangen. Er hat bei den Aufzeichnungenseiner Erfindungen immer einen Fehler eingeschleust,damit seine Ideen nicht nachgebaut werden konnten.Ich hab bereits vorgesorgt für den Fall, dass mir etwaszustößt. Das Originalteil der Formel befindet sich insicheren Händen. Sie würden hingegen die Kopienmit den Fehlern bekommen. Sollen sie sich nur die 36
  33. 33. Birne zermartern. Die verfügen bestimmt über fähi-ge Leute, die vielleicht in fünfzig Jahren herausfinden,wie es funktioniert. Bis dahin braucht eh keiner mehreine Lösung, wenn wir mit unseren Rohstoffen unddem Klima so weitermachen. Hör mal, ich weiß sogar,wo die beiden von heute Abend abgestiegen sind. Ichhabe vorne im Wagen einen bedruckten Umschlaggesehen mit Novotel. Wir könnten versuchen, heraus-zufinden, ob in der Parkgarage das Auto der beidensteht. Irgendwann müssen die doch auch schlafen.“„Gute Idee!“, stimmte Jan mir zu.Mir ging’s darum, zu erfahren, mit wem wir es zu tunhatten. Jemand musste das Gangsterpärchen doch be-zahlt haben.Jan war sichtlich müde und wollte abschalten, aber dasging jetzt nicht. Da er morgen nach Rom reisen sollte,um dort nach Guiglelmo Ausschau zu halten, brauch-ten wir Informationen, und die bekamen wir nur imNovotel. Nachdem wir einen Plan ausgeheckt hatten,gingen wir auf unsere Zimmer.Teresa wartete bereits ungeduldig. „Ich hab mit Fionatelefoniert. Sie ist außer sich und hat nur geheult. Ihrsolltet diesen Leuten die Informationen geben, damitGuiglelmo wieder freikommt.“„Keiner kommt frei, weder Guiglelmo noch wir, wennwir nicht diese Bande ausschalten oder Hilfe von au-ßen bekommen. Wir haben jedoch keine Wahl, alsowerden wir ihnen die Informationen übergeben.“Fiona und Teresa sollten von den nicht vollständig ge-speicherten Daten noch nicht aufgeklärt werden, dasonst das Risiko bestand, dass sie, bei nicht vorherseh-baren Komplikationen oder Fragen von den Entfüh-rern bezüglich der Vollständigkeit des Materials, sichverquatschten. 37
  34. 34. „So bekommen wir zumindest Guiglelmo frei undZeit zu verschwinden. Buch schon mal vier Tickets füruns nach Cancun und für Jan eins nach Rom. Kannstdu das für uns übernehmen? Wir fliegen nach Mexikozu Jackie und León, da werden sie uns am wenigstenvermuten. Ich hab dort noch einiges aufzuklären.“Sie starrte mich an, als wäre ich ein Außerirdischer.Aber ich wusste, wovon ich sprach.„Von Cancun fliegen wir weiter nach Palenque. Ichmöchte mich dort mit León treffen.“Ich sah hierin unsere einzige Chance. León Almeidawar Maya-Experte. Wir hatten uns vor etwa zwan-zig Jahren in Mexiko kennengelernt und waren seit-dem befreundet. Nach einigem Hin und Her hatteich, ohne mich mit Jan und Guiglelmo abzusprechen,León einen wichtigen Teil meiner damaligen Arbeitübergeben und mit ihm vereinbart, dass er den Me-morystick mit den codierten Informationen zur An-lage sehr gut aufbewahren sollte, bis ich ihn brauchte.Ohne diese wichtigen Details konnten die Anlagennicht in Betrieb genommen werden. León ahntenicht, welche Informationen dieser Stick beinhaltete.Aber vielleicht konnte er uns jetzt helfen. Wir muss-ten an die Öffentlichkeit, damit wir das Projekt star-ten konnten. Die anderen brauchten mein Wissen, umnoch mehr Macht und Reichtum anzuhäufen. Denenschien jedes Mittel recht zu sein.„Es tut mir leid, dich, die Kinder und Fiona mit hi-neinziehen zu müssen. Aber was soll ich deiner Mei-nung nach tun? Klein beigeben – dann kannst dumich morgen tot aus der Gosse fischen. Lieber setzich mich zur Wehr und such nach einem Weg, dieAnlagen selbst zu bauen, anstatt es diesen Profithaienund Spekulanten zu überlassen, die doch nur die ge- 38
  35. 35. wonnene Energie an der Börse teuer wiederverkau-fen werden.“Teresa unterbrach mich: „Können wir das den Kin-dern nicht ersparen?“In diesem Augenblick kam Tommaso herein, ohne an-zuklopfen. Ich zuckte zusammen.„Pa, das ist eine ziemliche Scheißgeschichte mit On-kel Guiglelmo. Was können wir tun?“ Es überraschtemich, wie locker er ranging. „Ich will euch helfen,wenn du erlaubst, damit dieser Albtraum schnell zuEnde geht. Ich hab mir sofort gedacht, dass es um dei-ne Examenarbeit geht. Wo steckt Jan Bieberich? Ichhab gehört, er ist auch bei dir.“„Er hat ein eigenes Zimmer, wenn du erlaubst. So,und womit willst du mir helfen?“„Man könnte versuchen, ihre Identität herauszufin-den, und mit ihnen verhandeln.“„Daran hätte ich nicht gedacht, mein Junge“, entgeg-nete ich. „Diese Leute machen keine Verträge, son-dern nehmen sich, was ihnen in den Kram passt, aberdie Idee ist nicht schlecht. Doch wie willst du das an-stellen?“ Ich musste grinsen. „Etwa mit einem weißenTuch wedeln und sich ergeben?“„Pa, sei nicht albern! Wie sonst willst du Onkel Gu-iglelmo da rausholen, außer mit einem Lockvogel zuVerhandlungen zu gehen. Sie lassen Onkel Guiglelmofrei, während wir eine gefälschte Examenarbeit ab-geben.“„Das dürfte nicht so einfach sein. Sie werden zuerstsichergehen wollen, dass sie die richtigen Informa-tionen erhalten haben, und Onkel Guiglelmo nichteher freigeben, bis sie sie überprüft haben. Und wennihnen das nicht reicht, knallen sie Onkel Guiglelmoab“, fuhr ich fort. „Aber die Richtung stimmt, Junge. 39
  36. 36. Aber zu deiner Information, wir fliegen so bald wiemöglich nach Mexiko.“„Was, Mexiko? Wie? Wieso Mexiko? Was sollen wirin Mexiko?“„Ich treffe mich dort mit jemand.“„Ach so, und wer soll das sein?“„León Almeida“, antwortete ich meinem noch un-wissenden Sohn.Doch ich hatte vor, Tommaso endlich einzuweihen,damit er León warnen konnte, falls etwas passierensollte. Schließlich war er alt genug und die Zeit reif,ihm einige Vorgänge meiner Erfindung zu unterbrei-ten.„Wir haben einen Plan ausgetüftelt. Wenn der hin-haut, gewinnen wir Zeit, und dein Onkel käme viel-leicht frei. Du wirst dich aber noch etwas in Geduldüben müssen und mich in Mexiko begleiten. – Sojetzt brauch ich aber eine Mütze Schlaf. Jan und ichmüssen gegen drei, vier Uhr noch einiges erledigen,wenn diese verdammten Bastarde nicht vorher heraus-gefunden haben, wo wir uns aufhalten. Keine Gesprä-che mit Handys. Sie könnten uns vielleicht dadurchlokalisieren. Und keine Telefonate mit irgendwelchenBekannten und niemals mit Fiona. So können sie unsnicht zurückverfolgen. Schließlich wissen wir nicht,mit wem wir es zu tun haben. Ob Privatiers, Unter-nehmer oder sogar der Geheimdienst und somit dieRegierung, jeder kann dahinterstecken. Und aus wel-chem Land stammen sie?“Diese Fragen mussten geklärt werden, und das Novo-tel könnte uns weiterhelfen.„Wo ist Marcella?“„In ihrem Zimmer“, gab Teresa sofort zurück.„Sie soll mit niemandem telefonieren, kannst du ihr 40
  37. 37. das sagen, Teresa!“Das Zimmertelefon klingelte.Teresa hob den Hörer ab. „Ja bitte! – Ach, du bist es,wie geht’s dir? Was? Du willst mit Jeff sprechen? Au-genblick, ich geb ihn dir. Wir sehen uns aber nochbeim Frühstück?“ Sie reichte mir den Hörer. „Es istJan.“„Ja, hallo, was gibt’s?“„Ich glaub, das Beste wäre, sofort zuzuschlagen, Jeff“,meinte Jan.„Und wieso?“, fragte ich. „Ich dachte, du wärstmüde.“„Ich bin nach der Dusche wieder topfit und denke,wir sollten schnellstens herausfinden, mit wem wir eszu tun haben. Bis dahin hab ich ja doch keine Ruhe“,meinte Jan, womit er recht hatte.„Also los, wir treffen uns draußen vor dem Hotel. Ichlass uns ein Taxi kommen. Bis in zehn Minuten.“ Ichlegte wieder auf und wählte die Rezeption. „Bitteein Taxi in zehn Minuten. – Gut, danke“, sagte ichund drehte mich zu Teresa und Tommaso. „Ihr habtes gehört, wir wollen der Sache schon jetzt auf denGrund gehen und fahren zum Novotel. Falls ich inzwei Stunden noch nicht zurück bin, musst du dieseKette zu León bringen.“ Ich zog die Kette über mei-nen Kopf und gab sie meinem Sohn. „Herr Almeidawird dir den Memorystick nur im Austausch gegendieses Aztekenmedaillon aushändigen, so haben wires damals abgemacht, sollte ich ihn nicht persönlichabholen können. Du holst das Paket aber nur, damitOnkel Guiglelmo freikommt, gesetzt den Fall, dass esheute Nacht nicht klappen sollte.“In diesem Augenblick trat Marcella ins Zimmer, kamsofort auf mich zu und umarmte mich. „Oh Papa, ich 41
  38. 38. hab dich sehr vermisst.“„Bin auch froh, dich wieder bei mir zu haben, meinKind.“Sie hielt mich noch eine Weile fest und meinte dann:„Was wollen die von uns? Was ist mit Onkel Guiglel-mo, kommt er wieder frei? Papa, versprich mir, dassihr sehr vorsichtig seid. Kann ich vielleicht auch hel-fen?“„Ja, natürlich, du kannst deiner Mutter Gesellschaftleisten.Wir fliegen, sobald ein Flug nach Cancun geht.Es wäre lieb, wenn ihr euch darum kümmert.“Unsere Strategie beruhte jetzt auf gegenseitigem Ver-trauen, und wenn alle Bescheid wussten, waren wirein Team und konnten uns so besser durchsetzen.„Wir müssen uns nur ein Handy besorgen, ein neut-rales, was sich nicht zurückverfolgen lässt.“„Papa, ich hab eins, zwar ein altes, aber es funktioniertnoch.“„Brauchst du sicher, um deine verschiedenen Freun-dinnen anzurufen“, bemerkte ich.Tommaso grinste, ohne sich zu äußern, kramte ausseiner Jackentasche ein Handy hervor und reichte esmir.In diesem Augenblick kam auch Jan ins Zimmer. „So,ich bin so weit.Von mir aus können wir los. Wie weitseid ihr?“„Alles klar“, bestätigte ich und gab noch einige An-weisungen: „Hört mal gut zu, wir gehen die Sachenoch einmal schnell durch. Also, worum es geht: Wirversuchen herauszufinden, ohne viel Wirbel und Auf-sehen, was das für Leute sind und für wen sie arbeiten.Vielleicht finden wir in ihrem Wagen bereits, wonachwir suchen, und ziehen uns sofort zurück. Du, Tom-maso, gibst uns Rückendeckung in der Zeit, wo Jan 42
  39. 39. und ich uns an dem Wagen zu schaffen machen. Istdas okay so?“„Kein Problem, geht klar! Ihr könnt euch auf michverlassen. Es kribbelt schon.“„Falls wir durch das Hotel schleichen müssen, wird esnicht einfach, zumal wir sofort auffallen würden. Dasind bestimmt Kameras aufgestellt“, sagte Jan.„Um reinzukommen, müssten wir ein Zimmer reser-vieren. So hätten wir freie Bahn im Hotel“, fiel Tom-maso plötzlich ein.„Ja, das scheint mir das Einfachste zu sein“, gab Janzu.„Denk ich auch, gute Idee, Junge! Also los, ich sag denFrauen Bescheid. Tommaso, nimm zwei Koffer undsteck ein paar Decken rein, damit es echt wirkt – undab geht’s. Ich bin sehr gespannt, wer dahintersteckt“,sagte ich.„Es müssen Holländer sein. Die hatten einen komi-schen englischen Akzent“, bemerkte Jan.„Egal, es nutzt uns nichts, wenn wir herumraten“, er-widerte ich. „Sie scheinen nicht lockerzulassen.“Wir gingen runter, verstauten die Koffer im Koffer-raum und fuhren los Richtung Novotel.Tommaso be-trat als Erster das Hotel. Nach einigen Minuten folg-te ich mit Jan. Obwohl es bereits halb zwei in derNacht war, wurden wir freundlich empfangen. In derBar saßen noch einige Gäste, zum Glück nicht unserebeiden schrägen Vögel. Tommaso war sofort auf seinZimmer gegangen. Auch Jan und ich folgten sofortund gaben ihm Bescheid, dass es losging. Wir nahmenden Aufzug zur Tiefgarage, wo nicht allzu viele Autosparkten. Wir brauchten nicht lange zu suchen, da sahich die schwarze Limousine. 43
  40. 40. „Jan, da steht der Van, der mich mitgenommen hat.Aber Vorsicht, dass der Alarm nicht losgeht.“Wir taten so, als wollten wir einsteigen, ich an derFahrerseite und Jan als Beifahrer. Ich fummelte nachdem vermeintlichen Schlüssel, während Jan sich an-schickte, die Beifahrertür zu knacken. Es dauerte eineWeile, bis es so weit war. Sofort ging der Alarm los,als die Fensterscheibe in Stücke zersprang. Er mach-te sofort die Tür auf und lehnte sich in den Wagen,um die Fahrertür zu öffnen. Wir fackelten nicht lan-ge, steckten alles, was im Handschuhfach lag, in einePlastiktüte und fuhren mit dem Aufzug zu TommasosZimmer. Mittlerweile hatte mein Sohn sich schlau ge-macht, wie wir unauffällig aus dem Hotel verschwin-den konnten. Da alle Zimmer im Parterre lagen, wares nicht schwierig, am Ende des Ganges durch denNotausgang nach draußen zu gelangen, wobei derAlarm ausgelöst wurde. Schnell und ohne viele Worteverschwanden wir nach draußen und befanden uns imPark des Hotels. Lichter wurden angeschaltet. OhneZwischenfälle konnten wir entkommen. Als wir ineiner Nebenstraße angelangt waren, hörten wir in derFerne, wie sich Polizeisirenen näherten. Wir musstenuns trennen und zurück zum Hotel Sheraton fahren.Im Zentrum nahm jeder ein Taxi.Im Hotel trafen wir auf etwas nervös wartende Frauen,die sich aber entspannten, als wir meldeten, dass allesgut geklappt hätte. Ohne lange zu fackeln, drehte ichdie Tüte auf den Kopf und betrachtete unsere Beu-te. Autopapiere, eine Mappe, Adresskarten, Anzünder,Kugelschreiber, Brille und ein kleines Notizbuch, dasich neugierig aufschlug.„Ich glaube, wir haben Glück.“Ich blätterte darin herum und schlug das Datum von 44
  41. 41. heute auf. Da waren einige Telefonnummern notiert.Mir fielen sofort die 0039-Nummer aus Italien undweitere Nummern aus Holland mit der Vorwahl 0031auf.„Sieh mal einer an“, sagte ich. Zügig blätterte ich wei-ter und fand einen Namen, der mir sehr bekannt vor-kam, und ich wusste auch, für wen er arbeitete. „Dasist nicht möglich, ein Ölkonzern scheint an unserenUnterlagen interessiert zu sein, wenn das stimmensollte. Er selbst ist ein ziemlich bekannter Politikerund verkehrt ganz oben in der Regierung. War frühersehr lange Berater des Konzerns, was nicht heißt, dasser dies nicht mehr ist“, fügte ich hinzu.„Wenn das stimmt, Jeff, haben wir gute Arbeit geleis-tet“, freute sich Jan zurückhaltend.„Teresa, ihr bleibt im Hotel. Keiner weiß, wo wir unsbefinden. Sobald die Flugtickets beim Portier vor-liegen und die Abflugzeit bekannt ist, verschwindenwir. Du, Jan, musst in Rom in einem Hotel ausstei-gen und versuchen, Fiona unauffällig zu kontaktie-ren. Keine Handys bitte, telefonier nur aus dem Hotel.Diese Telefone können sie schwierig zurückverfolgen.Verstanden? Wir werden nur von Hotel zu Hotel inKontakt treten, ist das klar, egal, was passiert?! Oderwir hinterlassen eine Nachricht beim Portier, die duabfragen kannst.“„Ich werde alles Nötige tun. Ich bin doch nicht le-bensmüde.“„Ich werde dir die Dokumente an deine E-Mail-Ad-resse schicken. Du kannst sie dir dann im Hotel inRom auf CD brennen. Das könnte Guiglelmo mitein bisschen Glück das Leben retten. Wir müssen allesversuchen. Tommaso, wir fahren getrennt zum Flug-hafen. Das heißt, du mit deiner Schwester und ich mit 45
  42. 42. deiner Mutter“, schloss ich das Gespräch. „Wir neh-men noch eine Mütze voll Schlaf, können wir ehrlichgesagt gebrauchen“, gestand ich. „Wann gehen dieFlüge?“, fragte ich Teresa.„Morgen zum Frühstück wissen wir Bescheid“, gabsie zurück. „Ich bin jetzt auch müde, ich möchte insBett, also gute Nacht allerseits.“ Sie ging rüber zumSchlafzimmer.Marcella hatte kein Wort gesagt, aber die blanke Angststand ihr ins Gesicht geschrieben. „Ich möchte beiMama schlafen“, sagte sie etwas ängstlich.„Papa, du kannst ja in meinem Zimmer schlafen“,sagte Tommaso sofort.„Nein, ich schlafe hier auf der Couch, es geht schon.Muss noch einige Sachen erledigen und über man-ches nachdenken. Wir können uns keine Fehler er-lauben. Ruht euch gut aus. Wer weiß, was noch alleskommt.Wir können keinem trauen. Ich muss morgenfrüh auch noch im Werk anrufen.“Mittlerweile war es halb sechs in der Früh gewordenund die Augen brannten mir im Kopf. Die längsteNacht meines Lebens lag hinter mir, ohne eine Partygefeiert zu haben. 46
  43. 43. Mexiko, hola Es schien alles so unheimlich und unwirklich zusein. Ich stand in Cancun mit meiner Familie, ohnedass Ferienfreude aufgekommen wäre. Glühend heißbrannte die Sonne vom Himmel, das kannte ich sonicht vor zehn Jahren. Den Klimawandel spürte manhier sehr deutlich, genauso wie den Golfstrom, dernoch unerträglicher und heißer geworden war. Hierwaren Hurrikans an der Tagesordnung, es vergingenkeine zwei Wochen, und schon fegte der nächste Or-kan erbarmungslos über das Meer und das Land.Im zwölften Stock der Staroil in Rotterdam herrschtedicke Luft, dort verfolgte man eine andere Realität. Siewaren zusammengekommen, um die Situation mit allihren schiefgelaufenen Einzelheiten zu beurteilen. DieGesichter schauten düster drein, während sie auf denAufsichtsratsvorsitzenden des zweitgrößten Ölprodu-zenten des Globus warteten. Aber die Aktien fielenvon Minute zu Minute. Man musste sich entscheiden,ob sie von der Börse genommen werden sollten. Mitt-lerweile nichts Neues auf diesem Gebiet. Schon seitvier Jahren beherrschte das Phänomen des Auf undAb weltweit die Börsenparkette. Der einzige Druck,den die Öl- und Gaslieferanten ausüben konnten, be-stand darin, den Hahn zuzudrehen oder Lieferstoppsauszusprechen, wenn nicht innerhalb kurzer Zeit bargezahlt wurde. Alle Übernahmen hatten nicht dazubeigetragen, die Aktionäre zu sättigen. Hier lautete dasMotto: fressen oder gefressen werden. Es war nichts Neu-es, dass auch an dieser Front die Karten neu gemischtwerden mussten, um einigermaßen die Kontrolle derdurstigen Wirtschaftsbonzen zu löschen. 47
  44. 44. Nach einigen Minuten des Wartens kamen der Se-kretär und die Dolmetscherin, um den Vorsitzendenanzumelden. Die außerordentliche Konferenz sollteneue Perspektiven öffnen.„Meine Damen und Herren, sehr verehrte Freundeund Gäste: der Präsident“, wurde er von einer Dameangemeldet.Alle applaudierten und warteten gespannt, was And-reas van der Heuvel zu sagen hatte. Langsam und ziel-bewusst begab er sich ans Rednerpult.„Meine sehr verehrten Damen und Herren! Sie wis-sen, dies ist eine geschlossene Zusammenkunft. Ichmöchte nicht zu lange ihre Geduld strapazieren undgleich zum Wesentlichen kommen. Wir haben zwareinen der drei Protagonisten der Theorie, aber dasnützt uns wenig. Ich bin mir sicher, dass nach den Vor-fällen im Novotel in Köln die anderen beiden Herr-schaften bereits über unser Vorhaben Bescheid wissen.Uns nützt der Tod von Guiglelmo Vaccha wenig, an-dererseits kann er als Druckmittel verwendet werden.Was mit ihm passieren soll, wollen wir erst einmal zu-rückstellen. Da wir die beiden anderen verloren haben,können wir nur Vermutungen über ihren Aufenthalts-ort anstellen. Ich möchte, dass sie alles daransetzen,sie zu finden, andernfalls geraten wir ins Hintertreffenzur Konkurrenz. Schließlich sind wir sehr großzü-gig unseren Zahlungen gegenüber der Staroil nach-gekommen. Wollen Sie, dass wir uns nach fähigerenLeuten umsehen? Ich möchte unverzüglich Resultateund die Pläne unverfälscht auf meinem Schreibtischsehen. Ich mache keinen Hehl daraus oder ihr seid absofort arbeitslos. Möchte jemand noch etwas sagen?“Ein junger Mann namens Alex J. Scott hob die Handund meinte: „Wie sollen wir arbeiten, wenn keiner 48
  45. 45. zu Schaden kommen soll. Früher oder später gelangtdie Angelegenheit an die Presse, wenn wir weiter sozögern. Nichtsdestotrotz hatten wir alle drei bereits inunseren Händen. Doch keiner kann jemanden zwin-gen, die Aufzeichnungen herauszugeben, ohne Druckzu machen, außer wir machen ernst, bevor die Presseoder die andere Seite Wind davon bekommt. Schließ-lich sind Sie politisch geschützt und genießen Immu-nität.“„Stimmt nur zum Teil. Sie können nicht zur Polizeigehen, denn sie vertrauen niemandem, außer viel-leicht ein paar Leuten, deren Namen ich nun bekanntgeben werde, damit dies ein schnelles Ende findet.Wirwerden sie sofort aus dem Verkehr ziehen, damit Brinkund Bieberich einsehen, wie brenzlig es wird. Wirkönnen uns keine negative Presse erlauben. Aber einHintertürchen besteht: Schnappt euch León Almeidaund macht ihm klar, dass wir für gar nichts garantieren,wenn er die Brinks aufnimmt. Und Brinks vertrauterMitarbeiter Andreas Gloden bei Medpharma soll so-fort mit der Sprache herausrücken, was sie zurzeit imWerk entwickeln und wie weit sie mit der Forschungsind. Versucht an alle Informationen zu gelangen undnochmals: Ich sage euch, wann Blut vergossen wer-den soll. Denn wenn etwas schiefgeht, können wir dasGanze vergessen. Es ist für uns und unser Land vonenormer Wichtigkeit, die Theorie in unsere Hände zubekommen, ohne Aufsehen zu erregen. So, das wärealles. Ich will, dass übermorgen um dieselbe Zeit alleserledigt ist. Wie, ist mir egal. Ihr seid die Profis. Ichmuss weiter die Aktionäre und den Aufsichtsrat be-ruhigen. Also, achtundvierzig Stunden und keine Mi-nute mehr. Hab ich mich klar ausgedrückt?“Alex J. Scott, ein ziemlich rauer Bursche und gewalt- 49
  46. 46. tätig, wollte die Lage mit aller Macht wieder gera-debiegen. Aber das ging nur, wenn ein paar von derMannschaft an seiner Seite und unter seinem Kom-mando stünden. Er veranlasste ein Treffen außerhalb,um das weitere Vorgehen zu planen. Er hatte nichtsGutes, dieser Plan.Im Hotel Holiday Inn auf Cancun waren die paarHabseligkeiten schnell aufs Zimmer gebracht.Wir tra-fen uns anschließend im klimagekühlten Lunchraum.Die Uhr zeigte halb neun. Draußen war es schonstockdunkel und schwül bei 40 Grad.Ich hatte mit Jan telefoniert, der sehr vorsichtig beiFiona aufgekreuzt war, um Genaueres zu erfahren. Siehatte meinen Rat, zu ihrer Schwester zu gehen, nichtbefolgt. Daher musste sie unbedingt von zu Hauseweg und in Sicherheit gebracht werden, damit keineweiteren Familienmitglieder in Gefahr gebracht wur-den. Jan meinte, sie habe sehr mitgenommen ausgese-hen und gewollt, dass wir unser Wissen herausgaben.Er hatte sie beruhigt und ihr erklärt, dass wir alles inunserer Macht Stehende tun würden, um Guiglelmofreizubekommen, aber bis jetzt hatte sich keiner derEntführer gemeldet, um den Transfer vorzubereiten.Wir warteten alle ungeduldig auf Jans Anruf ausRom.Als das Abendessen serviert wurde, kam ein Kellnerund brachte einen Briefumschlag auf einem Tablett.Ich nahm ihn entgegen und schaute mich im Restau-rant nach verdächtigen Personen um. Alles war fried-lich. Gespannt öffnete ich den Brief und las die paarSätze.„Lieber Freund, wenn du diesen Brief in der Handhältst, bin ich entweder tot oder auf Chichen Itza im 50
  47. 47. Maya-Land-Hotel. Da mir aufgefallen ist, dass eini-ge Leute mich seit zwei Wochen beobachten, hab ichmich entschieden, nach unserem Telefonat sofort ab-zureisen, ohne auf Palenque eine Nachricht zu hin-terlassen. Bis bald, Junge. León Almeida.“„So“, sagte ich, „sie wissen Bescheid. León wurde of-fenbar bereits seit Wochen beschattet. Er ist abgereistnach Chichen Itza ins Maya-Land-Hotel. Wir fahrenmorgen in der Früh sofort dahin. Tommaso, du gehstmit mir. Die Frauen bleiben hier in einem anderenHotel. Es tut mir leid, aber es ist besser so.“„Jeff, ich werde noch verrückt, wann hört dieses Thea-ter endlich auf“, bemerkte Teresa aufgeregt.„Mama, es ist gut, Papa will ja nur, dass wir nicht auchnoch mit reingezogen werden, und er hat recht mitseiner Vorsicht“, entgegnete Marcella, und zu mir ge-richtet: „Papa, ich möchte auch mit nach ChichenItza, ich bin noch nie dort gewesen.“„Geht leider nicht, mein Kind, ein andermal viel-leicht.“„Ich bin kein Kind mehr. Hör auf damit! Ich werdeauch sehr brav sein.“„Wir brauchen einen Geländewagen, Tommaso“, ver-suchte ich abzulenken.„Eigentlich möchte ich auch dabei sein“, sagte Teresa,„warum sollen wir Frauen immer ins Wartezimmerabgeschoben werden. Jeff, wir fahren auch mit!“Ich musste ihr recht geben. Sie wie rohe Eier zu be-handeln brachte überhaupt nichts.„Also gut, wir fahren alle zusammen.“Unmittelbar nach dem Kaffee gingen wir auf unsereZimmer und gingen früh zu Bett. Da ich nicht schla-fen konnte, rief ich Jan an. Er hatte herausgefunden,dass es sich bei der italienischen Telefonnummer aus 51
  48. 48. dem Notizblock um eine Filiale des holländischenÖlkonzerns handelte. Morgen wollte er etwas Lichtin die Sache bringen, indem er ein wenig nachforsch-te. Vielleicht wurde Guiglelmo dort festgehalten. Einbilliger Trick sollte ihm dabei helfen. Wenn sich diebeiden Männer in dieser Filiale befanden, wusstenwir, dass Guiglelmo nicht weit weg sein konnte. Dasließ uns hoffen.Ich traute mich nicht, im Maya-Land-Hotel anzu-rufen und nach León zu fragen, damit niemand vonunserer Ankunft erfuhr. Irgendwann schlief ich ein.Unterwegs nach Chichen Itza überraschte uns einfürchterlicher Platzregen. Es schüttete wie aus Ei-mern, sodass wir anhalten mussten. Durch die hef-tigen Windböen und umgefallenen Bäume verlorenwir viel Zeit. Wieder wurden wir mit den unbere-chenbaren Folgen des Klimawandels konfrontiert. Amspäten Nachmittag erreichten wir eine der schönstenHinterlassenschaften der alten Mayakultur. Die Mayaverschwanden genau auf dem Höhepunkt ihres Da-seins, als hätte sie der Erdboden verschluckt. So wieUxmal, Tulum, Palenque und viele andere Kultstätten.Als Ursache ihres Verschwindens vermuteten die Wis-senschaftler eine jahrzehntelange Trockenheit, den-noch blieb es ein riesiges Geheimnis. Einige Fragenwaren zwar beantwortet worden, aber bei sehr vielenanderen stocherte man noch im Dunkeln.Der Zyklus des Maya-Kalenders endete, wenn allesstimmte, 2012 unserer Zeit, also im vorigen Jahr. DesWeiteren hatten die Pyramiden mit den acht Stufeneine symbolische Bedeutung. León und ich warendavon überzeugt, dass ein gemeinsamer Nenner zwi-schen all diesen Mythen und Hinterlassenschaften der 52
  49. 49. prähistorischen Monumentalgeschichte bestand undwir es mit ziemlicher Sicherheit in nicht allzu lan-ger Zeit wissen oder schmerzlich würden erfahrenmüssen. Weil die spanischen Konquistadoren sowohlin Mittel- als auch in Südamerika aus Habgier vielzerstört und geplündert hatten, standen wir vor kei-ner leichten Aufgabe, genaue Abläufe dieser Kulturennachzuvollziehen.Der Tzolkin-Kalender,Teil des Maya-Kalenders, stelltemeiner Theorie nach einen Erdenlauf-Zyklus von etwasechsundzwanzigtausend Jahren dar, wobei jedes derdreizehn Zahlenfelder eine Periode von zweitausendJahren darstellte. Die zwanzig äußeren Unterteilungendes kreisförmigen Kalenders, die Hieroglyphen, reprä-sentierten die bestimmenden, einschneidenden Ereig-nisse oder Merkmale einer Epoche. Nördlich auf derScheibe ist die Hieroglyphe eines Kindgesichts, die alsMenschensohn (Messias) zu verstehen ist, abgebildet.Unterhalb beginnt gleichzeitig mit der Hieroglyphedie letzte Zahl, dreizehn. Zu diesem Zeitpunkt wurdeJesus Christus geboren. Die Hieroglyphe linkerhandwird übergreifend von der Zahl dreizehn in die Zahleins (die neue Erde) dargestellt. Das war genau unse-re jetzige Zeitperiode. Dies bedeutete, dass wir, dieMenschheit, einer gewaltigen Veränderung entgegen-schauten. Wann genau dies sein würde, konnte undsollte keiner bestimmen. Meine neuen Erkenntnissediesbezüglich wollte ich León unterbreiten, der seitmehreren Jahrzehnten Maya-Experte war.Dann schweiften meine Gedanken in die Gegen-wart zurück. Die Tatsache, dass der Sauerstoffanteil inder Luft stetig zurückgegangen war und das Ozon- 53
  50. 50. loch immer größer über den Polen klaffte, lag letzt-endlich nicht an irgendwelchen Sonnenaktivitätenoder -winden, sondern an der nicht abnehmendenVerschmutzung und dem Treibhauseffekt durch denCO2-Ausstoß, den die Menschen verursacht hatten.Doch die Menschen hatten ihre Augen verschlossenoder ihnen wurde verschwiegen, dass der immense,seit 1965 ständig steigende Kohlenmonoxid-Ausstoßeines Tages seinen Preis fordern würde, wie viele Ex-perten vorausgesagt hatten, aber die Politik hatte dieAuswirkungen auf Natur und Ernährung systematischverharmlost und vertuscht. Sogar unsere Ozeane wa-ren mittlerweile hochgradig verschmutzt und leer ge-fischt, wobei vollkommen vergessen wurde, dass sieseit Millionen von Jahren ein wertvolles Element fürdas Leben und unser Klima waren. Doch wenn derletzte Wal aus dem Meer gefischt war, was dann? Zu-dem waren unsere Süßwasserreserven, auch Gletschergenannt, weltweit gänzlich verschwunden und keinerwollte etwas ändern.Alle Abläufe, die auf der Erde seit Millionen von Jah-ren als selbstverständlich galten, durften jetzt nichtdurch einige Mächtige aus Habsucht und Profitgiernach Lust und Laune zerstört werden. Jeder Menschsollte an dieser Welt teilhaben. Aber da viele Machtha-ber oder Industriepotentaten sich als alleinige Eigen-tümer der Ressourcen betrachteten, sich das Rechtherausnahmen, diese auszubeuten, und die Politik sieals Wirtschaftselite auf Kosten der Verbraucher oderMittellosen und Unwissenden hochstilisierte, hattenwir keine Zukunft.Jeder Mensch sollte täglich an seine eigene Verantwor-tung erinnert werden. Auf den Werbeplakaten und aufder Verpackung sollte man auf die Schädlichkeit der 54
  51. 51. Produkte hinweisen, wie auf den Zigarettenschach-teln. Beispielsweise: Autoreifen töten und verpesten unsereUmwelt. Die Konzerne sollten vom eigenen Personalermahnt werden, auf saubere Energien und Produkteumzurüsten.Das Kyoto-Abkommen hatte überdies kläglich ver-sagt und nicht den Hunger nach mehr Energie derwestlichen Zivilisationen und neuen kapitalistischenLänder, wie China, Indien und Russland, stillen kön-nen. Dadurch waren noch mehr CO2-Emissionen indie Atmosphäre gelangt, aber auch Milliarden vonDollar in die eigenen Taschen der Börsianer geflossen.Von Abstrafen der Industrieländer keine Rede, weilsie nach Belieben Zertifikate kaufen, verkaufen undübertragen konnten. Bis heute hatte sich niemand füreine Alternative eingesetzt. Das Ganze drohte zu kip-pen und niemand schien sich darum zu scheren, auchwenn allerorts viel geredet und dokumentiert wurde.Aber in sehr naher Zukunft sollte das ein Nachspielhaben. Die Armen konnten sich nicht verteidigen,während die Reichen keinen Anlass dazu sahen, zu-mal sie bereits Sauerstofftanks eingebunkert hatten,um eine eventuelle Krise zu überstehen. Von Wis-senschaftlern wurde prognostiziert, dass bis zum Jahr2030 auf der nördlichen Hälfte des Globus kaum nochjemand überleben könnte, während die südliche He-misphäre in Kriege verwickelt sein würde durch Dür-reperioden, Flüchtlings- und Asylprobleme, Hungerund Epidemien und nicht zuletzt wegen der unter-schiedlichen Kulturen und Religionen.Ich persönlich wollte unbedingt die Zusammenhän-ge und die Entstehung von Leben vor Millionen vonJahren verstehen. Die Mythen und Legenden der ver-gangenen Kulturen hatten uns eine Menge Botschaf- 55
  52. 52. ten hinterlassen, die uns helfen konnten, die Vorgängeder Zeit zu begreifen und eine Lösung zu finden.Die Beweise erhärteten sich, dass gewisse Leute sichmeines Wissens ermächtigen wollten, um selbst nichteines Tages mit ihren Produkten auf dem Trocknenzu stehen. Wer wollte schon zusehen, wie der anderebejubelt wurde, während man selbst aufgeben musste.Meine Theorie von der WWP, World Without Profit(Welt Ohne Profit), sollte jedem offen gelegt werden,und es sollte gemeinsam weiter geforscht und nichtfür eigene Interessen genutzt werden. Lieber ver-brannte ich meine Erkenntnisse oder nahm sie mitins Grab.Ich bemerkte erst jetzt, dass wir fast angekommenwaren. Der Tourismus schien beinahe erloschen zusein, seit ich zum letzten Mal diese Kultstätten be-sucht hatte. Immer weniger Busse waren uns begeg-net. Mir war es damals schon komisch vorgekommen,dass Menschen und Kulturen solche Bauwerke fürdie Ewigkeit bauten, obwohl sie selbst nach kurzerZeit verschwanden. Ich denke, wenn wir zum Beispiellange Jahre am Petersdom in Rom nichts reparierenwürden, wäre bereits nach zweihundert Jahren vondiesem Prunkbau nicht mehr viel übrig. Die Bausubs-tanz war eben nicht dieselbe und konnte die Jahrtau-sende nicht überdauern.Wir bogen in die Straße, die uns zum Maya-Land-Hotel führte. Das Unwetter hatte sich mittlerweileberuhigt.Marcella sagte: „Ich wäre doch lieber zu Hause ge-blieben, wenn es nicht für Onkel Guiglelmo die Ret-tung bedeuten würde.“„Du wolltest doch unbedingt mit und jetzt redest du 56
  53. 53. so. Ich wäre auch lieber zu Hause geblieben“, meinteTeresa.Tommaso dagegen befand sich in seinem Element.In der Hotellobby wurden wir bereits von den hie-sigen Mexikanern sehr freundlich empfangen. „Olàcomo va señoras e señores?“„Mui bien, mui bien“, antwortete ich. „El señor Pro-fessor Almeida està aqui?“, fragte ich sofort an der Re-zeption.„Si, esta un correro por usted señor Brink“, sagte derMann hinter der Theke, er hätte eine Nachricht vonProfessor Almeida.„Muchas gracias señor“, nahm ich den Brief entgegen.Ich drehte mich zu Teresa um und sah ihren besorgtenBlick. Ich öffnete den Brief. Die Spannung stand allenins Gesicht geschrieben.„Hallo, allerseits“, las ich laut vor. „Entschuldigt mich,ich musste mit meiner Familie zu einer Einladungvon Bekannten aus der Nähe. Ich bin so gegen Abendwieder zurück. Ich habe bereits eine Suite im erstenStock reservieren lassen. Entspannt euch inzwischenetwas von der Reise. Bis später. Grüße, León.“Erleichtert atmeten wir auf. Dann gingen wir aufunsere Zimmer, die im Kolonialstil eingerichtet wa-ren. Es handelte sich um ein altes Hotel aus der spani-schen Epoche, sehr nach meinem Geschmack. An derDecke hing ein Ventilator, der langsam seine Rundedrehte, während von draußen tropisches Vogelgeschreiund sehr sanfte mexikanische Gitarrenmusik herein-drangen. Die Sonne schien auch wieder.Marcella und Tommaso wollten im Swimmingpooleine Runde schwimmen und Teresa zog sich zu einerSiesta zurück. Somit hatte ich Zeit, Jan anzurufen undmich nach Neuigkeiten zu erkundigen. 57
  54. 54. „Jan, ich bin’s. Ist Fiona bei dir?“, fragte ich sofort.„Ja, ja, alles so weit okay. Möchtest du mit ihr spre-chen?“„Ja später, erzähl du zuerst.“„Ich hab mich heute Morgen so gegen acht Uhr zumBüro der Staroil-Filiale hier in Rom aufgemacht undbeobachtet, wer ein- und ausging. Unser nett geklei-deter Kerl ist drinnen verschwunden und später mitjemandem weggefahren. Allerdings konnte ich ihnnicht weiter verfolgen, weil ich zu einer Verabredungmit Fiona musste. Gestern Abend dagegen schienhier auf den Büroetagen mächtig was los gewesen zusein. Ich muss unbedingt herausfinden, ob Guiglelmohier festgehalten wird, dazu schleiche ich mich heuteAbend nach Feierabend ins Gebäude. Mehr konnteich noch nicht tun, zumal ich immer an die Sicherheitvon Guiglelmo zu denken habe.“„Hast recht, pass auf dich auf! Schreib dir bitte dieNummer von unserem Hotel hier auf. Also sie lau-tet: 0052 3654876823. Bis später. Gib mir Fiona.“ Ichwandte mich um. „Teresa, möchtest du mit ihr reden,es gibt nichts Neues in der Sache, aber du könntest sieetwas trösten.“Sie nahm den Hörer. „Ja gut.“  – “Hallo, Fiona, wiegeht es dir …“Ich machte mir einen Drink und verschwand auf dieVeranda, ein sehr romantischer Ort, der einen Blick aufdie berühmte Pyramide von Chichen Itza mit ihremGott Chak Mol an der anderen Seite des Platzes, einpaar hundert Meter von hier, erlaubte. Ich setzte michauf einen bequemen Sessel und schlief augenblicklichein. Teresa weckte mich zum Abendessen mit einemzärtlichen Kuss auf die Stirn. Mir war nicht sehr wohl,am liebsten hätte ich mich umgedreht und weiter- 58
  55. 55. geschlafen.Die Kinder waren schon umgezogen und Teresaschminkte sich gerade. Draußen war es stockdunkel.„León ist mit Frau und Tochter schon eingetroffen.Sie haben vor einer halben Stunde auf dem Zimmerangerufen. Wir treffen uns gegen halb neun im Foyerund essen später zusammen.“„Wie lange hab ich geschlafen?“, fragte ich.„Es ist jetzt halb sieben“, erwiderte Marcella.Tommaso war dabei, mit seinem Handy zu spielen.„Tommaso, du lässt das schön bleiben. Wie bespro-chen, es werden keine Telefone benutzt, die zurück-verfolgt werden könnten, einverstanden?“, gebot ichmit fester Stimme.„Ja, Pa, ich schau mir nur ein paar SMS an. Sie wollenalle wissen, wo ich bin, was soll ich denen antwor-ten?“„Im Moment nichts, da wir keine weiteren Problemegebrauchen können.“Er gab keine Antwort, er verstand auf Anhieb, worumes ging. Ich stand auf und ging ins Bad.Vor dem Abendessen spazierten wir eine Weile durchden Park. Es war als ob hier die Zeit stehen gebliebenwar, es hatte sich wenig geändert. Teresa hielt michganz fest, wobei sie die Erinnerungen von vor mehrals zwanzig Jahren, als wir auch hier abgestiegen wa-ren, ein bisschen melancholisch machten. Ich konntemich noch genau erinnern. Sie war damals schwangermit Marcella. Sehr heiß und schwül war es gewesen.Sie musste oft das Zimmer hüten, weil es dort eineKlimaanlage gab.Teresa und ich schwiegen zumeist und bewunder-ten die exotischen Pflanzen und Bäume, die von denStrahlern hell beleuchtet wurden. 59
  56. 56. Zu jener Zeit hatte ich León kennengelernt.Wir spra-chen viel über den Maya-Zeitzyklus und ihr plötzli-ches Verschwinden. Er machte viele Recherchen be-züglich des Maya-Kalenders und der Stelen, in riesigeSteine gehauene Inschriften und Abbildungen. Dazukamen die exakten astronomischen Kenntnisse diesesfür die damalige Zeit hoch entwickelten Volks. Dasshier auch Pyramiden gebaut worden waren, muteteschon merkwürdig an, nicht minder die gemeinsameLegende einer Sintflut, die sich in vielen Kulturen er-zählt wurde. Aber wo lag der Schlüssel zu alledem?Wir gingen langsam den Pfad hinunter und setztenuns auf die Terrasse. Sofort kamen Kellner und einigeMusikanten und bezirzten uns mit ihrer Musik, diealle unangenehmen Gedanken verdrängen konnte.Die Kinder kamen hinzu und hänselten uns.„Dürfen wir die Verliebten stören oder wollt ihr nochvon vergangenen schönen Stunden träumen?“, fragteMarcella lachend. „Tommaso, sag was!“„Ich seh, sie sind verliebt wie damals.“Teresa errötete ein bisschen, während es mich schmei-chelte. Es tat gut, alle zusammen hier an diesem Ortzu sein. Ich gab den Musikern einige Pesos und siezogen mit einem Tusch weiter.In diesem Moment kam León mit seiner Gattin undseiner Tochter an der Hand auf die Terrasse. SeineHaare waren vollends ergraut, aber seine Haut zeigteeine gesunde Farbe, und die sportliche Abendbeklei-dung ließ ihn interessant aussehen. Seine Frau Jackiestammte aus guter Familie und sah mit ihren vierund-fünfzig Jahren blendend aus. Ihre Tochter Serena hätteich nach all der Zeit niemals wiedererkannt. Sie hattedamals mit drei Jahren wochenlang mit Tommaso imPark des Hotels gespielt. León allerdings hatte ich zu- 60
  57. 57. letzt vor drei Jahren auf einer Konferenz in Chicagogesehen. Ferner trafen wir uns ohne die andere Hälftefast alle drei bis fünf Jahre. Wir waren Freunde gewor-den und telefonierten fast jeden Monat miteinander.„Wie schön, euch wiederzusehen!“ Ich stand auf, be-grüßte die Gattin mit Handkuss und gab der hüb-schen Tochter die Hand. Dann drehte ich mich umund umarmte León, so wie wir es schon seit Jahrentaten. Die Damen küssten sich auf die Wangen, wäh-rend Tommaso schüchtern allen die Hand gab. Ich sah,dass Marcella und Tommaso sich freuten.„Ich freue mich so, euch wiederzusehen nach all denJahren!“, sagte Jackie frohgemut.„Wir freuen uns auch, Jackie“, entgegnete Teresa lä-chelnd, die sich nun merklich entspannte.„Bist du gewachsen“, meinte León nach einem Blickauf Tommaso, „ein sympathischer junger Mann bistdu geworden. – So ist das, Jeff, und wir werden immerälter.“„Kommt, lasst uns Platz nehmen und uns einen Wie-dersehenstrunk genehmigen“, schlug ich vor. „Wasmöchtet ihr trinken?“ Ich hob die Hand.Sofort war die Bedienung zur Stelle und nahm dieBestellung auf.Die jungen Damen hatten sofort genügend Ge-sprächsstoff, während sich Tommaso merklich zurück-hielt und, wie mir schien, die Augen nicht von Serenalassen konnte, die er scheinbar unauffällig musterte.Es amüsierte mich. Ich hätte in jungen Jahren wahr-scheinlich dasselbe getan.„León, mein Alter“, fuhr ich fort, „gut, dass wir unssehen. Du weißt ja inzwischen, was vorgefallen ist,und wir müssen handeln. Bei meinem Schwager, den 61
  58. 58. du ja in Chicago kennengelernt hast, geht es um Le-ben und Tod. Er wurde vor zwei Tagen entführt, undsie werden ihn erst wieder freilassen, wenn sie unsereErfindung in die Hände bekommen, die sie dann pro-fitabel ausschlachten wollen.“„Ja, du hast vollkommen recht, es muss schnellstensetwas geschehen. Wir müssen sie aufhalten und Zeitgewinnen.“„Auf jeden Fall sollten sie nie wissen, wo wir uns auf-halten“, bemerkte ich.„Aus diesem Grunde haben wir auch sofort das Ho-tel gewechselt, ohne anzugeben, wo es hingeht“, gabLeón bestimmt zurück.„Wir schweben alle in Gefahr“, meinte Teresa be-sorgt.„Aber was geschehen ist, kann nicht ungeschehen ge-macht werden“, versuchte Jackie zu beschwichtigen.Sie war eine mutige Frau und hatte ihren Mann all dieJahre seiner Forschung über die Maya unterstützt.Nach dem Abendessen wollten wir noch einmal beieiner Zigarre die weiteren Schritte besprechen. Aberso weit sollte es nicht kommen.Es war so gegen halb elf, da nahm die Misere ihrenLauf – oder war es Schicksal? Vier Männer tauchtenplötzlich in dem bis auf den letzten Platz besetztenSaal auf, wobei einer laut die Musik der Musikantenmit der Frage übertönte: „Wer ist Señor Jeff Brink? Ersoll sofort aufstehen, sonst müssen andere dran glau-ben, die nichts mit der Sache zu tun haben. Keinerrührt sich, verstanden! Das ist ein Befehl und kein gutgemeinter Rat.“Die anderen drei Männer stürmten in die Menge undrissen einige Stühle um.„Alles bleibt sitzen. Keiner rührt sich vom Fleck“, 62
  59. 59. schrie der erste. „Wir schießen sofort.“Aus den Augenwinkeln sah ich, wie Tommaso lang-sam in die Knie rutschte und unter dem großen run-den Tisch verschwand. Mich wunderte es, dass kei-ner der vier Männer dies bemerkte. Ich schob seinenTeller beiseite, damit es nicht so aussah, als hätte dortjemand gesessen, und mit dem Fuß rückte ich denStuhl gegen den Tisch.Erst redeten alle durcheinander, dann brüllte der ersteMann: „Still, alle sollen die Klappe halten, hab ich ge-sagt.“Eine Salve aus einer automatischen Pistole riss fünf,sechs Löcher in die Wand. Es staubte, und das zeigteWirkung auf alle Anwesenden im Saal. Es wurde sostill, dass man eine Nadel hätte fallen hören können.„So ist es brav, aber jetzt soll Herr Brink endlich zumir kommen, und ihr könnt in aller Ruhe weiter-machen, meine Damen und Herren.“ Die Worte ausseinem Mund klangen zynisch und hämisch zugleich.Ich musste etwas unternehmen, schaute León an undnickte ihm zu.„Na also, das ging ja flott. Kommen Sie mit erhobe-nen Händen hier rüber – und keine falsche Bewe-gung. Mein Finger juckt.“Obwohl ich mir nicht vorstellen konnte, dass sie ge-schossen hätten, wollte ich niemanden weiter gefähr-den, stand mit erhobenen Händen auf und bewegtemich vorsichtig in seine Richtung.„Was wollt ihr?“, fragte ich, um sie etwas abzulenken.„Du weißt ganz genau, was wir wollen.“ Er trat anmich heran und hielt mir seine Kanone unter dasKinn.Ich musste einen Moment auf Zehenspitzen aushar-ren, bevor mich ein Kinnhaken erwischte. Rücklings 63
  60. 60. fiel ich zu Boden. Meine Nase blutete.Etwas benommen hörte ich, wie er schimpfte: „Dubist auch noch arrogant, du deutscher Bastard, ty-pisch für dein Volk.“Ich schwieg, um sie nicht noch weiter zu reizen.„So, und jetzt zu den anderen. Überlegt es euch gut,wenn ihr ihn lebend wiedersehen wollt. Haben wiruns klar ausgedrückt? Also, in genau vierundzwan-zig Stunden liegen die Akten in unseren Händen,und kommt ja nicht auf dumme Gedanken, sonstkönnt ihr ihn begraben.“Teresa sprang auf und wollte mir zu Hilfe eilen. Eineweitere Salve knatterte in die Wand hinter ihr.Sie hielt inne, rief verzweifelt: „Bitte, lasst ihn lau-fen, ihr könnt alles haben“, und fiel weinend auf dieKnie.Marcella lief zu ihr hin und kniete nieder, um siezu trösten. León hielt bewusst inne, während seineFrau wie erstarrt dasaß.Nur Serena wurde blass im Gesicht und verteidigtemich laut: „Ihr sollt Herrn Brink sofort freilassen,ansonsten knalle ich sicher zwei von euch ab.“ Siehielt mit einem Mal eine Pistole in der Hand. Aberwoher? „Mal sehen, wer hier mit wem heil heraus-kommt.“Ich konnte es nicht glauben, als Tommaso unterdem Tisch hervorkam, ebenfalls mit einer Waffe he-rumfuchtelte und drohte: „Und ich übernehme diebeiden anderen.“Der Anführer schien mit einer derart heftigen Re-aktion, geschweige denn von einer jungen Dame,nicht gerechnet zu haben, aber er begriff augen-blicklich den Ernst der Lage, zumal es niemandemnutzte, wenn hier Kugeln herumflogen. 64
  61. 61. „Also gut, diesmal habt ihr gewonnen, aber ab jetzthabt ihr keine ruhige Minute mehr.“In diesem Moment vernahmen wir die Sirene einessich schnell nähernden Polizeiwagens. Die Gangsterzogen sich postwendend zurück und verschwandenin der Dunkelheit. Als die Polizei eintraf, war die Ver-wirrung unter den Gästen noch größer.„Alle mal herhören“, meinte der Polizeichef.„Ruhe!“Weitere Polizeibeamte betraten hinter ihm den Saal.„Was ist passiert?“ Der Kommissar schaute mich an,ehe er zu mir kam und mir half, aufzustehen. „Wersind Sie?“„Mein Name ist Brink, deutscher Staatsangehörigerin Urlaub.“„Was war hier los?“, fragte er mich weiter.„Vier bewaffnete Männer wollten mich entführen.“„Warum denn das? Wer sind Sie wirklich?“„Brink, Jeff Brink. Dies sind meine Frau und meineKinder.“Tommaso hatte inzwischen die Waffe auf den Stuhlgelegt, während Serena die ihre in ihre Handtaschegesteckt hatte.Der Kommissar näherte sich dem Tisch und meintemit total veränderter Stimme: „Señor Almeida? Wasfür eine Ehre, Sie bei uns zu haben. Ich versteh zwarnicht, was vorgefallen ist, aber können Sie ein we-nig Licht in die Angelegenheit bringen“, meinte erfreundlich.„Bei den Brinks handelt es sich um Freunde ausDeutschland. Sie sollten entführt werden.“„Und dann sind die Entführer grundlos und ohneBeute abgehauen?“„Nein, meine Tochter ist, wie Sie wissen, in der Si- 65
  62. 62. cherheitsbrigade von L.A. und besitzt eine Waffe. Da-mit hat sie gedroht, einige zu erschießen. Das kam fürdie Gangster völlig unerwartet, sodass sie sich zurück-gezogen haben, wie Sie sehen.“„Ist jemand hinter diesen Gangstern her?“, wollte Ja-ckie wissen.„Machen Sie sich keine Sorgen. Die Gegend wirdbereits abgesucht. Uns wurde gemeldet, dass mehrerebewaffnete Leute das Hotel gestürmt hätten. Kanntejemand diese Leute?“ Er schaute sich um, ob jemandsich meldete. Alle schwiegen.Es war mir ein Rätsel, wie sie uns ausfindig gemachthatten, und vor allem so schnell. Nachdem einigeLeute verhört worden waren, zog sich die Polizei nacheiner Stunde ohne nennenswerte Ergebnisse wiederzurück. Wir konnten sie glauben machen, dass sie nurGeld von deutschen Touristen erpressen wollten. Denwahren Grund erfuhren sie nicht.Obwohl der Kommissar kein dummer Junge war,musste er sich einstweilen mit unserer Erklärung zu-friedengeben. Argwöhnisch sagte er, als er ging: „Esmuss noch etwas anderes dahinterstecken. Bei denGangstern hat es sich doch eindeutig um Europäergehandelt, nach verschiedenen Zeugenaussagen zuurteilen. Also mir soll’s recht sein. Ich kann Sie aberso leider nicht hundertprozentig schützen. Es liegt inIhrer Verantwortung. Meine Damen, meine Herren,einen angenehmen Abend noch.“ Dann verschwander mit seinen Leuten nach draußen.Ziemlich fertig gingen wir sofort auf Leóns Zimmer,um uns zu beraten. León bewohnte eine große Suite,somit hatten wir genügend Platz für uns alle. Ich wur-de sofort medizinisch betreut. Ein blauer Fleck wür-de mich wohl oder übel für ein paar Tage begleiten. 66
  63. 63. Der Schmerz hatte jedoch weitgehend nachgelassen.Ich durfte gar nicht daran denken, was passiert wäre,wenn die mich verschleppt hätten.Aber eins war uns deutlich geworden: Wir schienennirgendwo mehr sicher zu sein.„Wir haben Glück gehabt. Und wie kommt ihr andie Waffen?“, wollte ich wissen.„Die haben wir in unserer Sommerresidenz in Pa-lenque zu unserer eigenen Sicherheit und Verteidi-gung“, antwortete Serena. „Wir wurden vor Jahrenbereits belästigt, seitdem haben wir sie im Hause.“„Und du hast sie mitgenommen, um uns zu schüt-zen“, bemerkte ich.„Ich kann zwar nicht damit umgehen …“, sagteTommaso.„… aber du hast sie überzeugt“, unterbrach Jackieihn.Teresa saß neben mir und hielt meine Hand. Leónhatte noch kein Wort gesagt. Er schien abwesend zusein und eigene Überlegungen anzustellen.„León, es ist schlimmer, als ich dachte. Wir müssenuns entscheiden, wie wir vorgehen sollen, und vorallem die Frauen und die Kinder in Sicherheit brin-gen“, sagte ich.„Ja, denn sie haben mit dem Ganzen nichts zu tun“,antwortete León.Tommaso zeigte kein Verständnis und meinte: „Undob mich das etwas angeht, wenn man uns bedrohtund nach dem Leben trachtet. Ich schlage vor, dassMama und Jackie mit Serena und Marcella nachPalenque zurückfahren. Ich vermute, da suchen sienicht mehr.“„Das kann gut sein“, stimmte León Tommaso zu.„Ich bleib bei euch und helfe, wo Not am Mann 67
  64. 64. ist“, sagte Tommaso.„Ich bleib auch“, meinte Serena, „und beschützeuns.“Wir waren zerstritten in dieser Situation.„Ich bin dafür, dass wir alle nach Palenque abreisenund ihnen die CDs aushändigen, damit das Ganzeendlich ein Ende findet. Sollen sie doch damit ma-chen, was sie wollen“, schlug Teresa vor.„Ich möchte nicht, dass einem von uns etwas pas-siert. Ich könnte mir das nie verzeihen. Da wir mo-mentan aber keine andere Lösung haben, ist es wohldas Beste; obwohl sie uns nie in Ruhe lassen wer-den“, entschied ich.„Gut, dass Jan in Rom ist. Er kann die Übergabeorganisieren“, stellte Tommaso fest.„Ich rufe Jan an, damit er alles vorbereiten kann“,sagte ich zu León.„In Ordnung. Bis die herausgefunden haben, dass esnur bedingt klappt, können wir für unser Problemnach einer Lösung suchen“, sagte León ernst. „Alsoich denke, wir machen Schluss für heute Abend.Morgen fliegen wir mit einem Privatjet nach Pa-lenque und erledigen alles. Du, Jeff, kümmerst dichum Jan, dass alles klappt. Mit der Bande nehmen wirKontakt auf.“„Ich schlage vor, wir übergeben die ersten zwei CDsin Rom, oder wo auch immer sie sie haben wollen,und die dritte, wenn sie Guiglelmo freigelassen ha-ben“, fügte ich hinzu und begab mich zum Telefon.„Es ist jetzt Abend in Rom, ich erwisch Jan jetztsicher bei Fiona oder bei deren Familie.“ Ich tipptedie Nummer ein.„Si pronto, con chi parlo“, antwortete eine nervöseStimme. 68

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