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Tammo van Lessen | InnoQ
Dr. Jörg Nitzsche | T-Systems
Vorsicht Schuldenfalle –
Was die IT aus der Finanzwelt lernen kann
Wer sind wir?
Tammo van Lessen
Senior Consultant bei innoQ
SOA / BPM / Architektur / Web
Apache Member und VP Apache ODE
Dr. Jörg Nitzsche
Senior Architect bei T-Systems
EAM / SOA / BPM / Architektur
Inhalt
• Metaphern
• Arten der Schulden
• Was ist mit den Zinsen?
• Wie verschulde ich mich?
• Was muss ich über Schulden wissen?
• Was tue ich bei drohender Insolvenz?
Metaphern
• Warum?
– Helfen Dinge deutlich zu machen
• Häufig verwendete Metaphern:
– Haus = Applikation
– Bebauungsplanung = Enterprise
Architektur Management
• Heute:
– Natürliche Person = Applikation
Natürliche Person
• Spätestens seit Peter Zwegat wissen wir:
– Personen verschulden sich,
können die Schulden nicht
tilgen und die Zinsen nicht
bezahlen
• Weitere Definition:
– Schuldenlast = Kosten zur Problemlösung
– Zinsen = Kosten mit der aktuellen Situation zu
leben
Technische Schulden
• Metapher geprägt von Ward
Cunningham '92
• Diskutiert von Martin Fowler &
Steve McConnell
• In der Praxis viel zu wenig
ernst genommen
Schulden
Was für Arten von
Schulden gibt es?
Design & Architektur
• Ungeeigneter
Architekturstil
• Falsche Wahl
der Werkzeuge
• Ignorieren von
Konzernstandards
• Zu viele Kompromisse und Workarounds
• Frameworks „vergewaltigt“
Code-Qualität
• Hohe Anzahl von Ausfällen / Fehlern
• Hohe Anzahl kritischer Bugs
• Code-Metriken
• Code-Duplizierung
• Kein „clean code“ / SOLID
Testen
• Fehlende Automatisierung
• Manuelle Regressionstests
Dokumentation
• Wissen wird nicht dokumentiert.
• Wissen wird nicht geteilt.
• Wissen wird nicht verteilt.
• „Bus factor“
Umgebung
• Wackelige Infrastruktur
• Unflexibler Betrieb
• Unangemessene Konzernstandards
• Fehlerhafte Komponenten
• Unzuverlässige Umsysteme
Zinsen
Was ist mit den Zinsen?
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• Betrieb:
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machen wissen, wie hoch die
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• Es wurden Darlehen mit variablen Zinsen
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Gehen Sie nur kalkulierbare Schulden ein!
Schuldenaufnahme
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• Unvorhersehbar
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• Applikation:
– „Die strategische Ausrichtung hat sich geändert und das
Framework XY darf nicht mehr verwendet werden“
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• Natürliche Person:
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mehr mit Gas geheizt werden. Die Heizung muss erneuert
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Unachtsamkeit
• Verantwortungsloses / „Krankhaftes“ Verhalten
• Mangelnde Kompetenz
• Applikation:
– „Featuresucht“
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entsprechend unseres Mengengerüsts.“
• Natürliche Person:
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Strategisch
• Geplant
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• Applikation:
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• Natürliche Person:
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• Natürliche Person:
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• Sammlung vieler kleiner Kompromisse
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• „Ich weiß grad nicht wie viele
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• „Kreditkartenschulden“
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Karstadtpleite
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Prognose bei Verschuldung
• Rücksichtslose Verschuldung:
– Zinszahlungen werden so hoch, dass sie nicht mehr
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• Besonnene Verschuldung:
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• Mangelnde Erfahrung aller Beteiligten:
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• Sinkende Qualität
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• Natürliche Person:
– Erziehungsberechtigter / Ich selber
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• Und meine Applikation?
– Applikationseigner / Projektleiter?
– Budgetverantwortliche / Fachbereich?
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Wie vermeiden Architekt und
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• Kontinuierliches Refactoring
• Automatisierung (Testen, Deployment,…)
• Geteiltes und verteiltes Wissen
• Clean Code / SOLID
• Früh scheitern
• Auf hohes, einheitliches Niveau achten
• Pfadfinderregel
Wie können Sie unterstützt
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• Management (Projektleiter /
Applikationseigner)
– Technische Schulden erfassen und ernst
nehmen (Schuldenmonitor)
– Indizien und Kennzahlen nicht den Entwicklern
zur Last legen (Unternehmenskultur
verbessern)
• Budgetverantwortliche / Fachbereich
– Technische Schulden ernst nehmen
– Raum für Schuldenabbau geben
– Requirements klar definieren
Was passiert, wenn mich
meine Schulden erdrücken?
Was passiert bei Insolvenz?
• Natürliche Person:
– Privatinsolvenz anmelden:
• Verhandlung mit Gläubigern über Schuldenerlass
• Wenn Verhandlung nicht erfolgreich: Mehrere Jahre am
Existenzminimum
• Applikation:
– Vor der Insolvenz: Versuchen sich mit dem Gläubiger zu
einigen
• Schulden eliminieren / Vorgaben ändern lassen:
– z.B. DB2 ist strategisch einzusetzen, Oracle wird aber verwendet
– z.B. Hibernate darf nicht eingesetzt werden, wird aber eingesetzt
• Höheres Budget für Zinszahlungen (Run-Budget oder
Development-Budget)
– Wenn Verhandlung nicht erfolgreich: Es werden keine neuen
fachlichen Anforderungen umgesetzt, bis die neue
Applikation schuldenfrei aufgebaut wurde
Wann melde ich Insolvenz
an?
• Natürliche Person:
– Alle Schulden müssen auf den Tisch
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– Erst wenn man nach Ablauf der Frist auf eigenen
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Applikation?
• Wenn die Applikation am Ende ist, dann bringt es nichts,
Insolvenz der Applikation anzumelden, und eine neue
Applikation zu bauen.
• Man muss wie im echten Leben danach wieder auf die Beine
kommen können.
• Man muss also sicher sein, dass es beim nächsten Mal besser
wird. Also:
– Keine unkontrollierten unerfahrenen Entwickler, die versehentlich
Schulden machen
– Architektur basierend auf den richtigen Prinzipien
– Die fachlichen funktionalen und nicht-funktionalen Anforderungen
müssen bekannt und sinnvoll sein
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keine fachlichen Schulden mit !
Was tue ich (Entwickler/Architekt) im
Projektalltag zur Vermeidung der Insolvenz?
• Ich identifiziere technische Schulden.
• Ich muss meinem Projektmanager und den Stakeholdern
klar machen, dass wenn wir die nicht abbauen, das Ding
den Bach runter geht.
• Ich bekomme von ihm einen Tag pro Woche oder
vollständige Releases für Refactorings (Schuldenabbau)
• Ich muss überwachen, ob das auch wirklich die Schulden
verringert
• Wenn ich merke, dass ich die Schulden nicht aus eigener
Kraft abbauen kann, dann: haben wir zwei Möglichkeiten:
– 1) Insolvenz: Applikation durch Neuentwicklung ablösen
– 2) Irgendwoher billig Geld leihen: höheres Budgets für Run
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Zusammenfassung
Zusammenfassung
• Die Metapher „Technische Schulden“ macht
das Problem für Entscheider anschaulich und
sensibilisiert das Team
• Das hilft ein Umfeld zu schaffen in dem
Schulden ernst genommen werden
• Dadurch werden weniger Schulden
aufgenommen und ggf. Schulden abgebaut.
• Technische Schulden können guten Gewissens
aufgenommen werden.
– So lange man sie zurückzahlen kann!
• Offene Sammlung von Mustern zur
– Analyse
– Evaluierung
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von existierender Software
• Initiiert von Gernot Starke
• Lesen, profitieren, mitmachen.
• http://www.aim42.org/
Vielen Dank für Ihre
Aufmerksamkeit
Backup
Bildreferenzen
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https://www.flickr.com/photos/justinbaed
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Vorsicht Schuldenfalle - Was die IT aus der Finanzwelt lernen kann

  • 1. Tammo van Lessen | InnoQ Dr. Jörg Nitzsche | T-Systems Vorsicht Schuldenfalle – Was die IT aus der Finanzwelt lernen kann
  • 2. Wer sind wir? Tammo van Lessen Senior Consultant bei innoQ SOA / BPM / Architektur / Web Apache Member und VP Apache ODE Dr. Jörg Nitzsche Senior Architect bei T-Systems EAM / SOA / BPM / Architektur
  • 3. Inhalt • Metaphern • Arten der Schulden • Was ist mit den Zinsen? • Wie verschulde ich mich? • Was muss ich über Schulden wissen? • Was tue ich bei drohender Insolvenz?
  • 4. Metaphern • Warum? – Helfen Dinge deutlich zu machen • Häufig verwendete Metaphern: – Haus = Applikation – Bebauungsplanung = Enterprise Architektur Management • Heute: – Natürliche Person = Applikation
  • 5. Natürliche Person • Spätestens seit Peter Zwegat wissen wir: – Personen verschulden sich, können die Schulden nicht tilgen und die Zinsen nicht bezahlen • Weitere Definition: – Schuldenlast = Kosten zur Problemlösung – Zinsen = Kosten mit der aktuellen Situation zu leben
  • 6. Technische Schulden • Metapher geprägt von Ward Cunningham '92 • Diskutiert von Martin Fowler & Steve McConnell • In der Praxis viel zu wenig ernst genommen
  • 7. Schulden Was für Arten von Schulden gibt es?
  • 8. Design & Architektur • Ungeeigneter Architekturstil • Falsche Wahl der Werkzeuge • Ignorieren von Konzernstandards • Zu viele Kompromisse und Workarounds • Frameworks „vergewaltigt“
  • 9. Code-Qualität • Hohe Anzahl von Ausfällen / Fehlern • Hohe Anzahl kritischer Bugs • Code-Metriken • Code-Duplizierung • Kein „clean code“ / SOLID
  • 10. Testen • Fehlende Automatisierung • Manuelle Regressionstests
  • 11. Dokumentation • Wissen wird nicht dokumentiert. • Wissen wird nicht geteilt. • Wissen wird nicht verteilt. • „Bus factor“
  • 12. Umgebung • Wackelige Infrastruktur • Unflexibler Betrieb • Unangemessene Konzernstandards • Fehlerhafte Komponenten • Unzuverlässige Umsysteme
  • 13. Zinsen Was ist mit den Zinsen?
  • 14. Wie hoch sind die Zinsen? • Betrieb: – Neustart des Servers jeden Tag wegen Memory Leak • Entwicklung: – Aufgrund einer Vorgabe muss EJB 2.1 statt 3.0 verwendet werden und deswegen entsteht viel mehr aufwand – Aufgrund fehlender automatisierter Regressionstests sind aufwändige manuelle Tests notwendig
  • 15. Was muss ich bzgl. der Zinsen wissen? • Generell muss man beim Schulden machen wissen, wie hoch die Folgekosten sind: – Bsp.: USA Finanzkrise / Immobilienkrise • Es wurden Darlehen mit variablen Zinsen vergeben, d.h. die Schuldner kannten die Kosten nicht Gehen Sie nur kalkulierbare Schulden ein!
  • 17. „Pech“ • Unvorhersehbar • Unbeeinflussbar • Applikation: – „Die strategische Ausrichtung hat sich geändert und das Framework XY darf nicht mehr verwendet werden“ – „Das Produkt wurde von einem anderen Anbieter übernommen und wird nicht mehr supported / zu gänzlich anderen Konditionen (höhere Zinsen). • Natürliche Person: – „Die Gesetzgebung hat sich geändert, und es darf nicht mehr mit Gas geheizt werden. Die Heizung muss erneuert werden“
  • 18. Unachtsamkeit • Verantwortungsloses / „Krankhaftes“ Verhalten • Mangelnde Kompetenz • Applikation: – „Featuresucht“ – „Es gibt Logging-Frameworks? Das hätte uns 3 Monate Entwicklungszeit gespart.“ – „Oh, das Framework das wir ausgesucht habe skaliert ja gar nicht entsprechend unseres Mengengerüsts.“ • Natürliche Person: – „Spielsucht“ – „Kaufrausch“ – „Ach, die Reisekosten muss ich selber bezahlen…“
  • 19. Strategisch • Geplant • langfristig • Applikation: – „Wir wollen mit unserem Produkt die ersten auf dem Mark sein, koste es was es wolle.“ • Natürliche Person: – „Baudarlehen“
  • 20. Taktisch • Geplant • kurzfristig • Applikation: – „Wir brauchen das Feature im nächsten Release, können es aber bis dahin nicht sauber umsetzen. Wir fixen das später.“ – „Die Applikation unterstützt eine Aktion und muss nur 6 Monate laufen, wie ist egal“ • Natürliche Person: – „Kredit zur Weihnachtszeit, bis zur nächsten nächsten Bonuszahlung“ – „Knockin‘ on heavens door“
  • 21. Inkrementell • Sammlung vieler kleiner Kompromisse • mangelnde Übersicht • „Ich weiß grad nicht wie viele Ratenkredite ich schon habe, aber den einen werd' ich schon noch verkraften.“ • „Kreditkartenschulden“
  • 22. Kategorisierung in Quadranten rücksichtslos besonnen vorsätzlich versehentlich Baufinanzierung „Das eingesetzte Produkt wurde von einem anderen Anbieter übernommen und wird nicht mehr unterstützt.„Log4J? Nie gehört, brauch ich nicht!“ „Was ist eine Schichten- Architektur?“ „Wir nehmen einfach den Prototyp. Der funktioniert doch!“ „Wir müssen dieses Release morgen veröffentlichen damit wir den Zuschlag bekommen. Die Konsequenzen sind kalkulierbar.“ Kredithai Abofalle „Wir haben keine Zeit für einen Entwurf!“ Karstadtpleite nach: M. Fowler
  • 23. Prognose bei Verschuldung • Rücksichtslose Verschuldung: – Zinszahlungen werden so hoch, dass sie nicht mehr zurückbezahlt werden können, bis hin zur Insolvenz • Besonnene Verschuldung: – In der Regel gut geplant und überlegt, d.h. in der Regel kann der Kredit zurückbezahlt werden, nur nicht bei unvorhersehbaren Ereignissen. Treffen Sie bewusste Entscheidungen, versuchen Sie unvorhergesehene Ereignisse zu antizipieren
  • 24. Was muss ich noch über Schulden wissen?
  • 25. Ursachen für Schulden • Mangelnde Erfahrung aller Beteiligten: – Projektleiter / Applikationseigner – Architekt – Entwickler – … • Überlastung der Beteiligten: – Entwickler in Helpdesk-Aufgaben eingebunden. – Zu ambitionierte Planung • Unklare und sich ändernde Anforderungen • Oft auch Kulturprobleme: – Gegeneinander statt miteinander – Verschiedene Stakeholder mit unterschiedlichen Interessen
  • 26. Wie erkenne ich meine Schulden? Im realen Leben • Kontoauszug • Kreditkarte wird eingezogen • Schreiben vom Gerichtsvollziehers • Besuch des Gerichtsvollziehers • Haus wird zwangsversteigert
  • 27. Wie erkenne ich meine Schulden? In der IT • Sinkende Qualität • Sinkende Produktivität • Sinkende Testüberdeckung • Steigende Anzahl Defects • Steigende Testaufwände • Steigende Anzahl Hacks • Verspätete Releases • Stress vor Deadlines • Angst vor Code-Änderungen • Verwendung veralteter Bibliotheken Code- Metriken Issue Tracker Project ManagementKPIs Social Events
  • 28. Was mache ich mit meinen Schulden? • Schulden so belassen und einfach nur die Zinsen zahlen • Schulden abzahlen – Ansätze: • 10% der Teamzeit für refactorings und Aufräumarbeiten reservieren. • Aufräum-Releases planen. • Einen Schulden-Backlog pflegen – Mit Schuldenlast und Zinssatz
  • 29. Wer hält mich davon ab Schulden zu machen? • Natürliche Person: – Erziehungsberechtigter / Ich selber – Gläubiger: Banken – Schufa • Und meine Applikation? – Applikationseigner / Projektleiter? – Budgetverantwortliche / Fachbereich? – Enterprise Architekt bei QG Architecture – Architekt
  • 30. Wie vermeiden Architekt und Entwickler Schulden? • Kontinuierliches Refactoring • Automatisierung (Testen, Deployment,…) • Geteiltes und verteiltes Wissen • Clean Code / SOLID • Früh scheitern • Auf hohes, einheitliches Niveau achten • Pfadfinderregel
  • 31. Wie können Sie unterstützt werden? • Management (Projektleiter / Applikationseigner) – Technische Schulden erfassen und ernst nehmen (Schuldenmonitor) – Indizien und Kennzahlen nicht den Entwicklern zur Last legen (Unternehmenskultur verbessern) • Budgetverantwortliche / Fachbereich – Technische Schulden ernst nehmen – Raum für Schuldenabbau geben – Requirements klar definieren
  • 32. Was passiert, wenn mich meine Schulden erdrücken?
  • 33. Was passiert bei Insolvenz? • Natürliche Person: – Privatinsolvenz anmelden: • Verhandlung mit Gläubigern über Schuldenerlass • Wenn Verhandlung nicht erfolgreich: Mehrere Jahre am Existenzminimum • Applikation: – Vor der Insolvenz: Versuchen sich mit dem Gläubiger zu einigen • Schulden eliminieren / Vorgaben ändern lassen: – z.B. DB2 ist strategisch einzusetzen, Oracle wird aber verwendet – z.B. Hibernate darf nicht eingesetzt werden, wird aber eingesetzt • Höheres Budget für Zinszahlungen (Run-Budget oder Development-Budget) – Wenn Verhandlung nicht erfolgreich: Es werden keine neuen fachlichen Anforderungen umgesetzt, bis die neue Applikation schuldenfrei aufgebaut wurde
  • 34. Wann melde ich Insolvenz an? • Natürliche Person: – Alle Schulden müssen auf den Tisch – Danach dürfen keine neuen Schulden bekannt werden – Erst wenn man nach Ablauf der Frist auf eigenen Beinen stehen kann
  • 35. Was bedeutet das für meine Applikation? • Wenn die Applikation am Ende ist, dann bringt es nichts, Insolvenz der Applikation anzumelden, und eine neue Applikation zu bauen. • Man muss wie im echten Leben danach wieder auf die Beine kommen können. • Man muss also sicher sein, dass es beim nächsten Mal besser wird. Also: – Keine unkontrollierten unerfahrenen Entwickler, die versehentlich Schulden machen – Architektur basierend auf den richtigen Prinzipien – Die fachlichen funktionalen und nicht-funktionalen Anforderungen müssen bekannt und sinnvoll sein Nehmen Sie im Fall der „technischen“ Insolvenz keine fachlichen Schulden mit !
  • 36. Was tue ich (Entwickler/Architekt) im Projektalltag zur Vermeidung der Insolvenz? • Ich identifiziere technische Schulden. • Ich muss meinem Projektmanager und den Stakeholdern klar machen, dass wenn wir die nicht abbauen, das Ding den Bach runter geht. • Ich bekomme von ihm einen Tag pro Woche oder vollständige Releases für Refactorings (Schuldenabbau) • Ich muss überwachen, ob das auch wirklich die Schulden verringert • Wenn ich merke, dass ich die Schulden nicht aus eigener Kraft abbauen kann, dann: haben wir zwei Möglichkeiten: – 1) Insolvenz: Applikation durch Neuentwicklung ablösen – 2) Irgendwoher billig Geld leihen: höheres Budgets für Run und Development bekommen
  • 38. Zusammenfassung • Die Metapher „Technische Schulden“ macht das Problem für Entscheider anschaulich und sensibilisiert das Team • Das hilft ein Umfeld zu schaffen in dem Schulden ernst genommen werden • Dadurch werden weniger Schulden aufgenommen und ggf. Schulden abgebaut. • Technische Schulden können guten Gewissens aufgenommen werden. – So lange man sie zurückzahlen kann!
  • 39. • Offene Sammlung von Mustern zur – Analyse – Evaluierung – Verbesserung von existierender Software • Initiiert von Gernot Starke • Lesen, profitieren, mitmachen. • http://www.aim42.org/
  • 40. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit
  • 42. Bildreferenzen • Hammer & Schraube: https://www.flickr.com/photos/justinbaed er/5317820857/