Geld- und Währungspolitik der Reichsbank 1875 – 1914  Matthias Wühle Von den Zettelbanken zum Giroverkehr
Inhalt Hintergrund Gründung und Aufgabe der Reichsbank Währungspolitik Diskontpolitik Der Goldstandard Die Banking Theorie und die Real Bills Doktrin Steigt oder fällt die Zinsrate? Die Liquiditätskrise von 1907 und ihre Folgen Fazit
Zeitgenössische Geld-, Kapital- und Zinstheorien  1867 Karl Marx: Das Kapital 1884 Eugen v. Böhm-Bawerk:  Kapital und Kapitalzins 1898 Knut Wicksell: Geldzins und Güterpreise 1911 Irving Fisher:  The Purchasing Power of Money. Its Determination and Relation to Credit, Interest and Crises 1912 Ludwig v. Mises: Theorie des Geldes und der Umlaufsmittel 1. Hintergrund
Zahl der Aktiengesellschaften Vgl. Fohlin, Caroline: Finance Capitalism and Germany’s Rise to Industrial Power, New York NY 2007, S. 21 1. Hintergrund
Exponentielle Kapitalstockentwicklung vor 1871 1850 – 1876 um 2,3% 1876 – 1895 um 2,7% 1896 – 1913 um 3,4% Vgl. Steitz, Walter: Einleitung zu Quellen zur deutschen Wirtschafts- und Sozialgeschichte von der Reichsgründung bis zum Ersten Weltkrieg (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte der Neuzeit, Freiherr vom Stein Gedächtnisausgabe, Bd. 37),  Darmstadt 1985,  S. 1  1. Hintergrund
Organisatorisch-technischer Wandel   1883 Krankenversicherung 1884 Unfallversicherung 1884 Aktiengesetz 1889 Invaliden- bzw. Altersversicherung 1900 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) 1. Hintergrund
Situation vor Reichsbankgründung   „ Die Belästigung mit fremden Papiergeld reißt wieder in steigendem Maße ein. Namentlich die Banken zu Meiningen, Sondershausen und Rostock beginnen wieder, ihre 10-Reichs-Talernoten durch gewinnsüchtige Unterhändler in die Grenzprovinzen zu werfen und aus den Reichen Reuß, jüngere und ältere Linie, Waldeck, Rudolstadt, Sondershausen, Altenburg, Kurhessen etc. kommen wieder 1-Reichs-Taler und 5- Reichs-Talerscheine in Massen zum Vorschein, auf deren meist gar nicht einmal zu ersehen ist, wo man sich ihrer wieder durch Einwechselung entledigen kann“  1. Hintergrund Bericht der Handelskammer Eilenburg von 1862, Vgl.  Ruppel, Willy: Kleine Reichsbanknoten, Leipzig 1908, S. 67
Aufgaben der Reichsbank   §12 Bankgesetz:  Unter dem Namen „Reichsbank“ wird eine unter Aufsicht und Leitung des Reichs stehende Bank errichtet, welche die Eigenschaft einer juristischen Person besitzt und die Aufgabe hat, den Geldumlauf im gesammten Reichsgebiete zu regeln , die Zahlungsausgleichungen zu erleichtern und für die Nutzbarmachung verfügbaren Kapitals  zu sorgen.  2. Gründung und Aufgabe der Reichsbank Bankgesetz (Reichs-Gesetzblatt 1874, No 1 bis incl. No 32) 14.03.1875, §12, S.180
Das Grundkapital   2. Gründung und Aufgabe der Reichsbank
Die Palmer-Regel   §9 Bankgesetz:  Banken, deren Notenumlauf ihren  Baarvorrath und den ihnen nach Maßgabe der Anlage zugewiesenen Betrag übersteigt, haben vom 1. Januar 1876 ab von dem Überschusse eine Steuer von jährlich Fünf vom Hundert an die Reichskasse zu entrichten.  2. Gründung und Aufgabe der Reichsbank Bankgesetz (Reichs-Gesetzblatt 1874, No 1 bis incl. No 32) 14.03.1875, §9, S.179
§24 Bankgesetz: “ Zunächst [wird] den Antheilseignern eine ordentliche Dividende von vier und einhalb Prozent des Grundkapitals berechnet, sodann von dem Mehrbetrage eine Quote von zwanzig Prozent dem Reservefonds gutgeschrieben, […] der alsdann verbleibende Ueberrest zur Hälfte an die Antheilseigner und zur Hälfte an die Reichskasse gezahlt“  Bankgesetz (Reichs-Gesetzblatt 1874, No 1 bis incl. No 32) 14.03.1875, §24, S.183 2. Gründung und Aufgabe der Reichsbank Dreiteilung des Gewinns
Geld und Nichtgeld 3. Währungspolitik Geld Goldmünze Geldsurrogat/Geldzertifikat  Banknote Nichtgeld/Umlaufmittel Kassenschein
Problemfall Landesgeld Banknote der Bayerischen Notenbank vom 1. Januar 1900   3. Währungspolitik
§42 Bankgesetz:  „ Banken, welche sich bei Erlaß dieses Gesetzes im Besitze der Befugnis zur Notenausgabe befinden, dürfen außerhalb desjenigen Staates, welcher ihnen diese Befugnis ertheilt hat, Bankgeschäfte durch Zweiganstalten weder betreiben noch durch Agenten für ihre Rechnung betreiben lassen, noch als Gesellschafter an Bankhäusern sich betheiligen“  Bankgesetz (Reichs-Gesetzblatt 1874, No 1 bis incl. No 32) 14.03.1875, §42, S.189f. Problemfall Landesgeld 3. Währungspolitik
Reichskassenscheine (1874 bis 1906) Reichskassenschein über 5 Mark vom 11. Juli 1874   3. Währungspolitik
Staatsschuld und Reichskassenscheine „ Das Staats-Papiergeld hat eben so wie das nur sehr vereinzelt vorkommende Kommunal- Papiergeld einen ganz anderen Zweck. Es hat den Zweck, die Münze zu vertreten, es ist ein Ausfluß des Münzregals und ist das Mittel, um eine unverzinsliche Staatsschuld zu kontrahiren. Es steht also in rechtlicher Beziehung, in Bezug auf seinen Ursprung und seinen Zweck vollkommen auf einer anderen Linie, als die Banknoten“ Delbrück, Rudolf, in: O.V.: Das Münzgeld und das Papiergeld (Provinzial-Correspondenz No. 20), Berlin 14. Mai 1873, S. 2  3. Währungspolitik
Reichsbanknoten Reichsbanknote 100 Mark, vom 07. Februar 1908   3. Währungspolitik                        
„ Differenz um welche der Wert der Kapitalgüter hinter jenem ihres voraussichtlichen Produktes zurückleibt“ (Mises)  „ Pareto-Optimum zwischen investieren und sparen “ (Fisher    „Fisher-Separation“) Der Zinssatz des freien Marktes bildet sich als Gleichgewichtspreis zwischen Geldnachfrage und Geldangebot heraus  Der Zins 4. Diskontpolitik
Natürlicher und Kapitalzins Natürlicher Zins: Realkapitalien in natura Veränderung z.B. durch Innovationen Kapitalzins: Der Geldzins Veränderung z.B. durch Geldschöpfung 4. Diskontpolitik Vgl. Wicksell, Knut: Geldzins und Güterpreise (Jena 1898), Aalen 1984, S. 112
Der Zins   4. Diskontpolitik Zinsanstieg Zinssenkung Ursachen Geldmangel Geldangebotsüberschuß Steigendes Volkseinkommen Sinkendes Volkseinkommen Vermehrte Wechselankäufe Verringerte Wechselankäufe Folgen Einschränkung der Kreditnachfrage Stimulierung der Kreditnachfrage Goldzufluß Goldabfluß Kapitalimport Kapitalexport
Rudolf Havenstein über Diskontpolitik „ Die Reichsbank kann ihn [den Diskont] – das ist schon oft angesprochen wurden – nicht schaffen, sie kann ihn nur konstatiren und ihn nur innerhalb maßvoller Grenzen beeinflussen“  Havenstein, Rudolf, zitiert in: James, Harold: Die Reichsbank 1876 bis 1945 (Fünfzig Jahre Deutsche Mark), München 1998, S. 44  4. Diskontpolitik
Das Hochzins- Niedrigzinsdilemma   „ Aber wenn man es unternähme, der Industrie billiges Geld zu schaffen durch niedrigen Zinsfuß, dann kann man ihr wohl augenblicklich damit einen Gefallen thun, auf Dauer gewiß nicht. Es kommt eine Zeit, wo sich das billige Geld rächt„ Delbrück, Rudolf: Ausführung des Reichsmünz-Gesetzes. Leitende Gesichtspunkte für die Vorlage des Bankgesetzes (Provinzial-Correspondenz Nr. 46), Berlin 18.11.187 4 4. Diskontpolitik
Der Zielkonflikt der Diskontpolitik 4. Diskontpolitik Stabilität Wirtschaftsförderung Langfristziel Kurzfristziel Sicherung der Währung Nutzbarmachung des verfügbaren Kapitals Hochzinspolitik Niedrigzinspolitik
Die drei Funktionen des Diskontzinses   Kapitalflußfunktion: Zinserhöhung zieht Kapital (auch ausländisches) an Steuerungsfunktion: Verhindert Überhitzung der Konjunktur bzw. kann Konjunktur ankurbeln Indikationsfunktion: Hoher Diskontzins zeigt (im internationalen Vergleich) Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeit an  4. Diskontpolitik
Deckung der Banknote zwischen ökonomischer Nutzung und rechtlicher Einlösegarantie  5. Der Goldstandard 1. Depositum regulare 2. Depositum irregulare Die volle Verfügbarkeit ist unökonomisch:    Suche nach alternativen Werten zur Währungsdeckung
Adam Smith über Edelmetall “ Metals can not only be kept with as little loss as any other commodity, scarce anything being less perishable than they are, but they can likewise, without any loss, be divided into any number of parts, as by fusion those parts can easily be reunited again”   Smith, Adam: An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations (1776), Indianapolis IN 1993, S. 18   5. Der Goldstandard
Otto Camphausen über die Goldwährung „ Soweit die Banken Noten im Umlauf haben, für welche das baare Gold im Kasten liegt, erweisen Sie dem Gemeinwesen einen großen Dienst, dass Sie die Abnutzung des Geldes entbehrlich machen, dass Sie dem Verkehr statt des schwerfälligen Metalls ein bequemeres Zahlungsmittel Anschaffen“  C amphausen, Otto: Umlauf des Silbergeldes. Goldvorräthe des Reiches und Gold-Ausfuhr. Stellung der preußischen Finanzverwaltung zur Reichsbankfrage (Provinzial-Correspondenz Nr. 46), Berlin 18.11.1874  5. Der Goldstandard
§14 Bankgesetz:  Die Reichsbank ist verpflichtet, Barrengold zum festen Satze von 1392 Mark für das Pfund fein gegen ihre Noten umzutauschen.  9. Juli 1873: Reichsgoldstandard 5. Der Goldstandard Bankgesetz (Reichs-Gesetzblatt 1874, No 1 bis incl. No 32) 14.03.1875, §12, S.180
Wirtschaftsentwicklung und Handelsbilanz vgl.: Ruppel, Willy: Kleine Reichsbanknoten, Leipzig 1908, S. 89   5. Der Goldstandard
Steigender Wohlstand Höheres Volkseinkommen Anstieg diskontierter Wechsel Anstieg des Kapitalumlaufs Anstieg der Geldnachfrage Anstieg der Importe Handelsbilanzdefizit Überangebot an Mark Steigender Bedarf an Fremdwährung Überbewertung der Mark Fester Wechselkurs Mark – Gold – Dollar Mark kann nicht abgewertet werden Aufkauf von überbewerteter Mark gegen Devisen Einlösen der Mark gegen Gold und Export Ankauf von Gold mit überbewerteter Mark und Export Arbitragegewinn Ausgeglichene Zahlungsbilanz durch Devisen Das Problem des Goldexports 5. Der Goldstandard
Weg vom reinen Goldstandard... „ We cannot continue fanatically to defend gold as the best standard when it produces such violent and opposite fluctuations“   Vgl. Fisher, Irving: The Equation of Exchange, 1896 – 1910 (The American Economic Review, Vol. 1, No. 2), Nashville TN Juni 1911, S. 305   6. Die Banking Theorie und die Real Bills Doktrin
... Hin zur Banking Theorie 6. Die Banking Theorie und die Real Bills Doktrin
Der Handelswechsel (Real Bill)  Bill of Exchange, to pay Captain Dewis Spicer forty pounds sterling, 26 December 1899 6. Die Banking Theorie und die Real Bills Doktrin
Zeitperiode, die der Produktionsprozeß in Anspruch nimmt Differenz zwischen Forderung und Fälligkeit Einreichung bei der Bank vor Ablauf der Fälligkeit Überlassung der Wechselsumme gegen Leihgebühr Beschleunigung des Kapitalumschlages Diskontzins  Vom Handelswechsel zum Diskontzins Vgl.  Sombart, Werner: Banken in Deutschland (1913), in: Quellen zur deutschen Wirtschafts- und Sozialgeschichte von der Reichsgründung bis zum Ersten Weltkrieg (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte der Neuzeit, Freiherr vom Stein Gedächtnisausgabe, Bd. 37),  Darmstadt 1985, S. 461  6. Die Banking Theorie und die Real Bills Doktrin
Nominalzinsentwicklung Vgl. Deutsche Bundesbank: Deutsches Geld- und Bankwesen in Zahlen 1876 – 1975, Frankfurt 1976, S. 278  7. Steigt oder fällt die Zinsrate?
Bis 1896 Sinkende Preise Fallender Zins Abnehmender Geldbestand Kapitalexport Auswanderung Kolonialpolitik 1896 – Die Zinswende  7. Steigt oder fällt die Zinsrate? Nach 1896 Steigende Preise Steigender Zins Wachsender Geldbestand Vermehrte Investitionen Auswanderung geht zurück Spekulation    Krise Verfall des Goldpreises (Goldfunde, effektivere Verfahren) zunehmende Buchgeldvermehrung Vgl. Eichengreen, Barry: Vom Goldstandard zum Euro, Berlin 2000, S. 65
MV+M’V‘=PT   M: Im Umlauf befindliche Geldmenge V: Umlaufgeschwindigkeit M‘: Umfang der Bankeinlagen V‘: Aktivität der Bankeinlagen (=Umlaufgeschwindigkeit der Bankeinlagen) P: Preisniveau T: Handelsvolumen Daraus folgt: r = i - π   Die Quantitätsgleichung  Vgl. Fisher, Irving: The Equation of Exchange, 1896 – 1910 (The American Economic Review, Vol. 1, No. 2), Nashville TN Juni 1911, S. 296   7. Steigt oder fällt die Zinsrate?
Preisentwicklung Vgl. Statistisches Bundesamt: Bevölkerung und Statistik 1872 – 1972, Stuttgart 1972, S. 250 7. Steigt oder fällt die Zinsrate?
Anstieg der Goldproduktion (M) Wachsende Urbanisierung (V‘) M V+M’ V‘ =PT Gründe für den Preisanstieg  Fisher, Irving. : The Equation of Exchange, 1896 – 1910 (The American Economic Review, Vol. 1, No. 2), Nashville TN Juni 1911, S. 302   7. Steigt oder fällt die Zinsrate?
„ Damit die Beziehungen zwischen Gläubiger und Schuldner während des Steigens der Preise die gleichen bleiben wie vorher und nachher, verlangen steigende Preise einen höheren Geldzins als ihn  gleichbleibende Preise erfordern“  Der Fishersche Preiserwartungseffekt  Fisher, Irving: Die Kaufkraft des Geldes, Berlin 1916, S. 46 7. Steigt oder fällt die Zinsrate?
Lohnentwicklung vgl. Grabas, Margrit: Konjunktur und Wachstum in Deutschland von 1895 bis 1914 (Schriften zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Bd. 39), Berlin 1992, S. 502 7. Steigt oder fällt die Zinsrate?
Wohlstand und Nominalzinsanstieg Überproportionale Zunahme Der Bankeinlagen (M‘) im Verhältnis zur im Umlauf Befindlichen Geldmenge (M), da die Unternehmer, die auf Zinsgewinne bedacht sind, ihre Anleihen stets über den Ursprünglichen Punkt  ausdehnen. Wohlstand und Zins  7. Steigt oder fällt die Zinsrate? Fisher, Irving: Die Kaufkraft des Geldes, Berlin 1916, S. 49 Wohlstand und Realzinsanstieg Ein Individuum, das über ein größeres Einkommen verfügt, sorgt besser für die Zukunft als ein solches mit Geringerem Einkommen. Je Geringer das Einkommen  Eines Individuums ist, desto größer ist seine Überschätzung gegenwärtiger Güter im Verhältnis zu künftigen Gütern. Mises, Ludwig v.: Theorie des Geldes und der Umlaufsmittel, Berlin 1924, S. 133
Die Liquiditätskrise von 1907 und ihre Folgen   „ Ich halte unseren Aufschwung, wie den jetzigen […] für ungesund, weil zu rapid und stark – zu Gunsten des Großkapitals. Auch nicht einmal für Arbeiter ein bleibender Gewinn, für die Mittelklassen ruinös“  Wagner, Adolph, zitiert in Ruppel: Kleine Reichsbanknoten, Leipzig 1908, S. 159  8. Die Liquiditätskrise von 1907 und ihre Folgen
Metallvorräte der Reichsbank (in Mio Mark) vgl. Grabas, Margrit: Konjunktur und Wachstum in Deutschland von 1895 bis 1914 (Schriften zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Bd. 39), Berlin 1992, S. 423  8. Die Liquiditätskrise von 1907 und ihre Folgen
Immobilienkrise Vgl. Carthaus, Vilma: Zur Geschichte und Theorie der Grundstückskrisen in deutschen Großstädten, Jena 1917, S.139  8. Die Liquiditätskrise von 1907 und ihre Folgen
Das Ende der klassischen Diskontpolitik   „ Die gegenwärtige ungewöhnlich starke Inanspruchnahme der Reichsbank beruht ausschließlich auf dem Geldbedarf des Inlands und diesem kann nur durch eine entsprechende Steigerung der Diskontsätze begegnet werden“  Koch, Richard, zitiert in: Ruppel, Willy: Kleine Reichsbanknoten, Leipzig 1908, S. 111  8. Die Liquiditätskrise von 1907 und ihre Folgen
Emission von Staatsanleihen Emission von 20 und 50 Mark Noten  Förderung des bargeldlosen  Zahlungsverkehrs (Scheckgesetz vom 1. März 1908)  Der Weg aus der Krise: 8. Die Liquiditätskrise von 1907 und ihre Folgen
Emission von Staatsanleihen vgl. Carthaus, Vilma: Zur Geschichte und Theorie der Grundstückskrisen in deutschen Großstädten, Jena 1917, S.234  8. Die Liquiditätskrise von 1907 und ihre Folgen
Emission von Reichsbanknoten in Höhe von 20 und 50 Mark Reichsbanknote 20 Mark, vom 10. März 1906   8. Die Liquiditätskrise von 1907 und ihre Folgen
„ Wir haben das Problem, daß die Kronen länger vom Verkehr festgehalten werden und die Banknotendeckung bei der Reichsbank vermindern, was das Land unter Umständen mit erhöhtem Diskont bezahlen muß“ Emission von 20 und 50 Mark Noten 8. Die Liquiditätskrise von 1907 und ihre Folgen Koch, Richard, zitiert in: Ruppel, Willy: Kleine Reichsbanknoten, Leipzig 1908, S. 151
Scheckformular nach dem Scheckgesetz von 1908   Die Entstehung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs   8. Die Liquiditätskrise von 1907 und ihre Folgen
„ The establishment of a great public bank has a tendency to promote the institution of private banks“ Das Entstehen von Großbanken  8. Die Liquiditätskrise von 1907 und ihre Folgen Thornton, Henry: An Enquiry Into The nature And Effects Of The Paper Credit Of Great Britain, London 1802, S. 38
Reichsbank und Privatbanken 1903  8. Die Liquiditätskrise von 1907 und ihre Folgen Vgl. Huber, Franz Carl: Fünfzig Jahre Deutschen Wirtschaftslebens (1906), in: Quellen zur deutschen Wirtschafts- und Sozialgeschichte von der Reichsgründung bis zum Ersten Weltkrieg (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte der Neuzeit, Freiherr vom Stein Gedächtnisausgabe, Bd. 37),  Darmstadt 1985, S. 373

Reichsbank

  • 1.
    Geld- und Währungspolitikder Reichsbank 1875 – 1914 Matthias Wühle Von den Zettelbanken zum Giroverkehr
  • 2.
    Inhalt Hintergrund Gründungund Aufgabe der Reichsbank Währungspolitik Diskontpolitik Der Goldstandard Die Banking Theorie und die Real Bills Doktrin Steigt oder fällt die Zinsrate? Die Liquiditätskrise von 1907 und ihre Folgen Fazit
  • 3.
    Zeitgenössische Geld-, Kapital-und Zinstheorien 1867 Karl Marx: Das Kapital 1884 Eugen v. Böhm-Bawerk: Kapital und Kapitalzins 1898 Knut Wicksell: Geldzins und Güterpreise 1911 Irving Fisher: The Purchasing Power of Money. Its Determination and Relation to Credit, Interest and Crises 1912 Ludwig v. Mises: Theorie des Geldes und der Umlaufsmittel 1. Hintergrund
  • 4.
    Zahl der AktiengesellschaftenVgl. Fohlin, Caroline: Finance Capitalism and Germany’s Rise to Industrial Power, New York NY 2007, S. 21 1. Hintergrund
  • 5.
    Exponentielle Kapitalstockentwicklung vor1871 1850 – 1876 um 2,3% 1876 – 1895 um 2,7% 1896 – 1913 um 3,4% Vgl. Steitz, Walter: Einleitung zu Quellen zur deutschen Wirtschafts- und Sozialgeschichte von der Reichsgründung bis zum Ersten Weltkrieg (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte der Neuzeit, Freiherr vom Stein Gedächtnisausgabe, Bd. 37), Darmstadt 1985, S. 1 1. Hintergrund
  • 6.
    Organisatorisch-technischer Wandel 1883 Krankenversicherung 1884 Unfallversicherung 1884 Aktiengesetz 1889 Invaliden- bzw. Altersversicherung 1900 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) 1. Hintergrund
  • 7.
    Situation vor Reichsbankgründung „ Die Belästigung mit fremden Papiergeld reißt wieder in steigendem Maße ein. Namentlich die Banken zu Meiningen, Sondershausen und Rostock beginnen wieder, ihre 10-Reichs-Talernoten durch gewinnsüchtige Unterhändler in die Grenzprovinzen zu werfen und aus den Reichen Reuß, jüngere und ältere Linie, Waldeck, Rudolstadt, Sondershausen, Altenburg, Kurhessen etc. kommen wieder 1-Reichs-Taler und 5- Reichs-Talerscheine in Massen zum Vorschein, auf deren meist gar nicht einmal zu ersehen ist, wo man sich ihrer wieder durch Einwechselung entledigen kann“ 1. Hintergrund Bericht der Handelskammer Eilenburg von 1862, Vgl. Ruppel, Willy: Kleine Reichsbanknoten, Leipzig 1908, S. 67
  • 8.
    Aufgaben der Reichsbank §12 Bankgesetz: Unter dem Namen „Reichsbank“ wird eine unter Aufsicht und Leitung des Reichs stehende Bank errichtet, welche die Eigenschaft einer juristischen Person besitzt und die Aufgabe hat, den Geldumlauf im gesammten Reichsgebiete zu regeln , die Zahlungsausgleichungen zu erleichtern und für die Nutzbarmachung verfügbaren Kapitals zu sorgen. 2. Gründung und Aufgabe der Reichsbank Bankgesetz (Reichs-Gesetzblatt 1874, No 1 bis incl. No 32) 14.03.1875, §12, S.180
  • 9.
    Das Grundkapital 2. Gründung und Aufgabe der Reichsbank
  • 10.
    Die Palmer-Regel §9 Bankgesetz: Banken, deren Notenumlauf ihren Baarvorrath und den ihnen nach Maßgabe der Anlage zugewiesenen Betrag übersteigt, haben vom 1. Januar 1876 ab von dem Überschusse eine Steuer von jährlich Fünf vom Hundert an die Reichskasse zu entrichten. 2. Gründung und Aufgabe der Reichsbank Bankgesetz (Reichs-Gesetzblatt 1874, No 1 bis incl. No 32) 14.03.1875, §9, S.179
  • 11.
    §24 Bankgesetz: “Zunächst [wird] den Antheilseignern eine ordentliche Dividende von vier und einhalb Prozent des Grundkapitals berechnet, sodann von dem Mehrbetrage eine Quote von zwanzig Prozent dem Reservefonds gutgeschrieben, […] der alsdann verbleibende Ueberrest zur Hälfte an die Antheilseigner und zur Hälfte an die Reichskasse gezahlt“ Bankgesetz (Reichs-Gesetzblatt 1874, No 1 bis incl. No 32) 14.03.1875, §24, S.183 2. Gründung und Aufgabe der Reichsbank Dreiteilung des Gewinns
  • 12.
    Geld und Nichtgeld3. Währungspolitik Geld Goldmünze Geldsurrogat/Geldzertifikat Banknote Nichtgeld/Umlaufmittel Kassenschein
  • 13.
    Problemfall Landesgeld Banknoteder Bayerischen Notenbank vom 1. Januar 1900 3. Währungspolitik
  • 14.
    §42 Bankgesetz: „ Banken, welche sich bei Erlaß dieses Gesetzes im Besitze der Befugnis zur Notenausgabe befinden, dürfen außerhalb desjenigen Staates, welcher ihnen diese Befugnis ertheilt hat, Bankgeschäfte durch Zweiganstalten weder betreiben noch durch Agenten für ihre Rechnung betreiben lassen, noch als Gesellschafter an Bankhäusern sich betheiligen“ Bankgesetz (Reichs-Gesetzblatt 1874, No 1 bis incl. No 32) 14.03.1875, §42, S.189f. Problemfall Landesgeld 3. Währungspolitik
  • 15.
    Reichskassenscheine (1874 bis1906) Reichskassenschein über 5 Mark vom 11. Juli 1874 3. Währungspolitik
  • 16.
    Staatsschuld und Reichskassenscheine„ Das Staats-Papiergeld hat eben so wie das nur sehr vereinzelt vorkommende Kommunal- Papiergeld einen ganz anderen Zweck. Es hat den Zweck, die Münze zu vertreten, es ist ein Ausfluß des Münzregals und ist das Mittel, um eine unverzinsliche Staatsschuld zu kontrahiren. Es steht also in rechtlicher Beziehung, in Bezug auf seinen Ursprung und seinen Zweck vollkommen auf einer anderen Linie, als die Banknoten“ Delbrück, Rudolf, in: O.V.: Das Münzgeld und das Papiergeld (Provinzial-Correspondenz No. 20), Berlin 14. Mai 1873, S. 2 3. Währungspolitik
  • 17.
    Reichsbanknoten Reichsbanknote 100Mark, vom 07. Februar 1908 3. Währungspolitik                        
  • 18.
    „ Differenz umwelche der Wert der Kapitalgüter hinter jenem ihres voraussichtlichen Produktes zurückleibt“ (Mises) „ Pareto-Optimum zwischen investieren und sparen “ (Fisher  „Fisher-Separation“) Der Zinssatz des freien Marktes bildet sich als Gleichgewichtspreis zwischen Geldnachfrage und Geldangebot heraus Der Zins 4. Diskontpolitik
  • 19.
    Natürlicher und KapitalzinsNatürlicher Zins: Realkapitalien in natura Veränderung z.B. durch Innovationen Kapitalzins: Der Geldzins Veränderung z.B. durch Geldschöpfung 4. Diskontpolitik Vgl. Wicksell, Knut: Geldzins und Güterpreise (Jena 1898), Aalen 1984, S. 112
  • 20.
    Der Zins 4. Diskontpolitik Zinsanstieg Zinssenkung Ursachen Geldmangel Geldangebotsüberschuß Steigendes Volkseinkommen Sinkendes Volkseinkommen Vermehrte Wechselankäufe Verringerte Wechselankäufe Folgen Einschränkung der Kreditnachfrage Stimulierung der Kreditnachfrage Goldzufluß Goldabfluß Kapitalimport Kapitalexport
  • 21.
    Rudolf Havenstein überDiskontpolitik „ Die Reichsbank kann ihn [den Diskont] – das ist schon oft angesprochen wurden – nicht schaffen, sie kann ihn nur konstatiren und ihn nur innerhalb maßvoller Grenzen beeinflussen“ Havenstein, Rudolf, zitiert in: James, Harold: Die Reichsbank 1876 bis 1945 (Fünfzig Jahre Deutsche Mark), München 1998, S. 44 4. Diskontpolitik
  • 22.
    Das Hochzins- Niedrigzinsdilemma „ Aber wenn man es unternähme, der Industrie billiges Geld zu schaffen durch niedrigen Zinsfuß, dann kann man ihr wohl augenblicklich damit einen Gefallen thun, auf Dauer gewiß nicht. Es kommt eine Zeit, wo sich das billige Geld rächt„ Delbrück, Rudolf: Ausführung des Reichsmünz-Gesetzes. Leitende Gesichtspunkte für die Vorlage des Bankgesetzes (Provinzial-Correspondenz Nr. 46), Berlin 18.11.187 4 4. Diskontpolitik
  • 23.
    Der Zielkonflikt derDiskontpolitik 4. Diskontpolitik Stabilität Wirtschaftsförderung Langfristziel Kurzfristziel Sicherung der Währung Nutzbarmachung des verfügbaren Kapitals Hochzinspolitik Niedrigzinspolitik
  • 24.
    Die drei Funktionendes Diskontzinses Kapitalflußfunktion: Zinserhöhung zieht Kapital (auch ausländisches) an Steuerungsfunktion: Verhindert Überhitzung der Konjunktur bzw. kann Konjunktur ankurbeln Indikationsfunktion: Hoher Diskontzins zeigt (im internationalen Vergleich) Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeit an 4. Diskontpolitik
  • 25.
    Deckung der Banknotezwischen ökonomischer Nutzung und rechtlicher Einlösegarantie 5. Der Goldstandard 1. Depositum regulare 2. Depositum irregulare Die volle Verfügbarkeit ist unökonomisch:  Suche nach alternativen Werten zur Währungsdeckung
  • 26.
    Adam Smith überEdelmetall “ Metals can not only be kept with as little loss as any other commodity, scarce anything being less perishable than they are, but they can likewise, without any loss, be divided into any number of parts, as by fusion those parts can easily be reunited again” Smith, Adam: An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations (1776), Indianapolis IN 1993, S. 18 5. Der Goldstandard
  • 27.
    Otto Camphausen überdie Goldwährung „ Soweit die Banken Noten im Umlauf haben, für welche das baare Gold im Kasten liegt, erweisen Sie dem Gemeinwesen einen großen Dienst, dass Sie die Abnutzung des Geldes entbehrlich machen, dass Sie dem Verkehr statt des schwerfälligen Metalls ein bequemeres Zahlungsmittel Anschaffen“ C amphausen, Otto: Umlauf des Silbergeldes. Goldvorräthe des Reiches und Gold-Ausfuhr. Stellung der preußischen Finanzverwaltung zur Reichsbankfrage (Provinzial-Correspondenz Nr. 46), Berlin 18.11.1874 5. Der Goldstandard
  • 28.
    §14 Bankgesetz: Die Reichsbank ist verpflichtet, Barrengold zum festen Satze von 1392 Mark für das Pfund fein gegen ihre Noten umzutauschen. 9. Juli 1873: Reichsgoldstandard 5. Der Goldstandard Bankgesetz (Reichs-Gesetzblatt 1874, No 1 bis incl. No 32) 14.03.1875, §12, S.180
  • 29.
    Wirtschaftsentwicklung und Handelsbilanzvgl.: Ruppel, Willy: Kleine Reichsbanknoten, Leipzig 1908, S. 89 5. Der Goldstandard
  • 30.
    Steigender Wohlstand HöheresVolkseinkommen Anstieg diskontierter Wechsel Anstieg des Kapitalumlaufs Anstieg der Geldnachfrage Anstieg der Importe Handelsbilanzdefizit Überangebot an Mark Steigender Bedarf an Fremdwährung Überbewertung der Mark Fester Wechselkurs Mark – Gold – Dollar Mark kann nicht abgewertet werden Aufkauf von überbewerteter Mark gegen Devisen Einlösen der Mark gegen Gold und Export Ankauf von Gold mit überbewerteter Mark und Export Arbitragegewinn Ausgeglichene Zahlungsbilanz durch Devisen Das Problem des Goldexports 5. Der Goldstandard
  • 31.
    Weg vom reinenGoldstandard... „ We cannot continue fanatically to defend gold as the best standard when it produces such violent and opposite fluctuations“ Vgl. Fisher, Irving: The Equation of Exchange, 1896 – 1910 (The American Economic Review, Vol. 1, No. 2), Nashville TN Juni 1911, S. 305 6. Die Banking Theorie und die Real Bills Doktrin
  • 32.
    ... Hin zurBanking Theorie 6. Die Banking Theorie und die Real Bills Doktrin
  • 33.
    Der Handelswechsel (RealBill) Bill of Exchange, to pay Captain Dewis Spicer forty pounds sterling, 26 December 1899 6. Die Banking Theorie und die Real Bills Doktrin
  • 34.
    Zeitperiode, die derProduktionsprozeß in Anspruch nimmt Differenz zwischen Forderung und Fälligkeit Einreichung bei der Bank vor Ablauf der Fälligkeit Überlassung der Wechselsumme gegen Leihgebühr Beschleunigung des Kapitalumschlages Diskontzins Vom Handelswechsel zum Diskontzins Vgl. Sombart, Werner: Banken in Deutschland (1913), in: Quellen zur deutschen Wirtschafts- und Sozialgeschichte von der Reichsgründung bis zum Ersten Weltkrieg (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte der Neuzeit, Freiherr vom Stein Gedächtnisausgabe, Bd. 37), Darmstadt 1985, S. 461 6. Die Banking Theorie und die Real Bills Doktrin
  • 35.
    Nominalzinsentwicklung Vgl. DeutscheBundesbank: Deutsches Geld- und Bankwesen in Zahlen 1876 – 1975, Frankfurt 1976, S. 278 7. Steigt oder fällt die Zinsrate?
  • 36.
    Bis 1896 SinkendePreise Fallender Zins Abnehmender Geldbestand Kapitalexport Auswanderung Kolonialpolitik 1896 – Die Zinswende 7. Steigt oder fällt die Zinsrate? Nach 1896 Steigende Preise Steigender Zins Wachsender Geldbestand Vermehrte Investitionen Auswanderung geht zurück Spekulation  Krise Verfall des Goldpreises (Goldfunde, effektivere Verfahren) zunehmende Buchgeldvermehrung Vgl. Eichengreen, Barry: Vom Goldstandard zum Euro, Berlin 2000, S. 65
  • 37.
    MV+M’V‘=PT M: Im Umlauf befindliche Geldmenge V: Umlaufgeschwindigkeit M‘: Umfang der Bankeinlagen V‘: Aktivität der Bankeinlagen (=Umlaufgeschwindigkeit der Bankeinlagen) P: Preisniveau T: Handelsvolumen Daraus folgt: r = i - π Die Quantitätsgleichung Vgl. Fisher, Irving: The Equation of Exchange, 1896 – 1910 (The American Economic Review, Vol. 1, No. 2), Nashville TN Juni 1911, S. 296 7. Steigt oder fällt die Zinsrate?
  • 38.
    Preisentwicklung Vgl. StatistischesBundesamt: Bevölkerung und Statistik 1872 – 1972, Stuttgart 1972, S. 250 7. Steigt oder fällt die Zinsrate?
  • 39.
    Anstieg der Goldproduktion(M) Wachsende Urbanisierung (V‘) M V+M’ V‘ =PT Gründe für den Preisanstieg Fisher, Irving. : The Equation of Exchange, 1896 – 1910 (The American Economic Review, Vol. 1, No. 2), Nashville TN Juni 1911, S. 302 7. Steigt oder fällt die Zinsrate?
  • 40.
    „ Damit dieBeziehungen zwischen Gläubiger und Schuldner während des Steigens der Preise die gleichen bleiben wie vorher und nachher, verlangen steigende Preise einen höheren Geldzins als ihn gleichbleibende Preise erfordern“ Der Fishersche Preiserwartungseffekt Fisher, Irving: Die Kaufkraft des Geldes, Berlin 1916, S. 46 7. Steigt oder fällt die Zinsrate?
  • 41.
    Lohnentwicklung vgl. Grabas,Margrit: Konjunktur und Wachstum in Deutschland von 1895 bis 1914 (Schriften zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Bd. 39), Berlin 1992, S. 502 7. Steigt oder fällt die Zinsrate?
  • 42.
    Wohlstand und NominalzinsanstiegÜberproportionale Zunahme Der Bankeinlagen (M‘) im Verhältnis zur im Umlauf Befindlichen Geldmenge (M), da die Unternehmer, die auf Zinsgewinne bedacht sind, ihre Anleihen stets über den Ursprünglichen Punkt ausdehnen. Wohlstand und Zins 7. Steigt oder fällt die Zinsrate? Fisher, Irving: Die Kaufkraft des Geldes, Berlin 1916, S. 49 Wohlstand und Realzinsanstieg Ein Individuum, das über ein größeres Einkommen verfügt, sorgt besser für die Zukunft als ein solches mit Geringerem Einkommen. Je Geringer das Einkommen Eines Individuums ist, desto größer ist seine Überschätzung gegenwärtiger Güter im Verhältnis zu künftigen Gütern. Mises, Ludwig v.: Theorie des Geldes und der Umlaufsmittel, Berlin 1924, S. 133
  • 43.
    Die Liquiditätskrise von1907 und ihre Folgen „ Ich halte unseren Aufschwung, wie den jetzigen […] für ungesund, weil zu rapid und stark – zu Gunsten des Großkapitals. Auch nicht einmal für Arbeiter ein bleibender Gewinn, für die Mittelklassen ruinös“ Wagner, Adolph, zitiert in Ruppel: Kleine Reichsbanknoten, Leipzig 1908, S. 159 8. Die Liquiditätskrise von 1907 und ihre Folgen
  • 44.
    Metallvorräte der Reichsbank(in Mio Mark) vgl. Grabas, Margrit: Konjunktur und Wachstum in Deutschland von 1895 bis 1914 (Schriften zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Bd. 39), Berlin 1992, S. 423 8. Die Liquiditätskrise von 1907 und ihre Folgen
  • 45.
    Immobilienkrise Vgl. Carthaus,Vilma: Zur Geschichte und Theorie der Grundstückskrisen in deutschen Großstädten, Jena 1917, S.139 8. Die Liquiditätskrise von 1907 und ihre Folgen
  • 46.
    Das Ende derklassischen Diskontpolitik „ Die gegenwärtige ungewöhnlich starke Inanspruchnahme der Reichsbank beruht ausschließlich auf dem Geldbedarf des Inlands und diesem kann nur durch eine entsprechende Steigerung der Diskontsätze begegnet werden“ Koch, Richard, zitiert in: Ruppel, Willy: Kleine Reichsbanknoten, Leipzig 1908, S. 111 8. Die Liquiditätskrise von 1907 und ihre Folgen
  • 47.
    Emission von StaatsanleihenEmission von 20 und 50 Mark Noten Förderung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs (Scheckgesetz vom 1. März 1908) Der Weg aus der Krise: 8. Die Liquiditätskrise von 1907 und ihre Folgen
  • 48.
    Emission von Staatsanleihenvgl. Carthaus, Vilma: Zur Geschichte und Theorie der Grundstückskrisen in deutschen Großstädten, Jena 1917, S.234 8. Die Liquiditätskrise von 1907 und ihre Folgen
  • 49.
    Emission von Reichsbanknotenin Höhe von 20 und 50 Mark Reichsbanknote 20 Mark, vom 10. März 1906 8. Die Liquiditätskrise von 1907 und ihre Folgen
  • 50.
    „ Wir habendas Problem, daß die Kronen länger vom Verkehr festgehalten werden und die Banknotendeckung bei der Reichsbank vermindern, was das Land unter Umständen mit erhöhtem Diskont bezahlen muß“ Emission von 20 und 50 Mark Noten 8. Die Liquiditätskrise von 1907 und ihre Folgen Koch, Richard, zitiert in: Ruppel, Willy: Kleine Reichsbanknoten, Leipzig 1908, S. 151
  • 51.
    Scheckformular nach demScheckgesetz von 1908 Die Entstehung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs 8. Die Liquiditätskrise von 1907 und ihre Folgen
  • 52.
    „ The establishmentof a great public bank has a tendency to promote the institution of private banks“ Das Entstehen von Großbanken 8. Die Liquiditätskrise von 1907 und ihre Folgen Thornton, Henry: An Enquiry Into The nature And Effects Of The Paper Credit Of Great Britain, London 1802, S. 38
  • 53.
    Reichsbank und Privatbanken1903 8. Die Liquiditätskrise von 1907 und ihre Folgen Vgl. Huber, Franz Carl: Fünfzig Jahre Deutschen Wirtschaftslebens (1906), in: Quellen zur deutschen Wirtschafts- und Sozialgeschichte von der Reichsgründung bis zum Ersten Weltkrieg (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte der Neuzeit, Freiherr vom Stein Gedächtnisausgabe, Bd. 37), Darmstadt 1985, S. 373