Fachtagung: Rechte Szene als Jugendkultur? Erkennen und Handeln! „ Prävention in Schule und außerschulischer Jugendarbeit mit Beispielen aus dem Saarpfalzkreis“ Dr.Thomas Döring, Adolf-Bender-Zentrum
Prävention und Intervention Prävention  (Caplan 1964) Primär:  Vorbeugende Maßnahmen Sekundär:  Korrektive Maßnahmen =  Intervention Tertiär:  weiterführende Maßnahmen gegen Folgestörungen Verhältnis Prävention und Intervention?
Abhängig von: Ideologie Gruppenbindung Gewaltbereitschaft Erscheinungsbild, Auftreten -  unterschiedliche Einstiegsmuster -  Veränderungen, Tendenzen in der rechten Szene  Danach richten sich auch Möglichkeiten und Grenzen der  jeweiligen Prävention Rechte Jugendliche
Hindernisse für die Prävention Berührungsängste mit der Thematik „rechte Jugendliche“ „ Probleme haben wir nicht, bei uns ist alles in Ordnung“ „ Die Probleme lösen wir allein“ „ Durch präventive Maßnahmen bekommt Thematik eine unverdiente Aufwertung“ „ Was hat das mit unserem Bildungsauftrag zu tun?“ Angst vor schlechtem Ruf in den Medien, bei anderen Einrichtungen
Für Schüler und Jugendliche ab 14 J.  Für Lehrer und Fachkräfte im Bereich Jugendhilfe Kurzfristig bis langfristig  Angebote: Thementage, Projektwochen, Projektarbeit, Film-AGs, Spurensuche, Beratung, Ausstellungen, Vorträge, Zeitzeugenveranstaltungen Prävention und Intervention Aktuelle Bundesprogramme: Vielfalt tut gut.  Kompetent. Für Demokratie. Bildungsprogramm des Adolf-Bender-Zentrums
  Ausstellung  „Hass ist ihre Attitüde“ Über Symbole, Codes, Marken,  Strategien in der rechten Szene Führungen,  Diskussionsrunden Vorträge -> Ziel:  Verknüpfung mit weiterer  Präventionsarbeit
Rechtlicher Handlungsrahmen Strafgesetzbuch: Volksverhetzung (§ 130 StGB) Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener (189 StGB) Verbreitung von Propagandamitteln (§ 86 StGB) Verwenden von Kennzeichen  verfassungswidriger Organisationen ( 86a StGB) Hausordnung, Disziplinarmaßnahmen, Vereinssatzungen Verbote, Verweise, Ausschluss
Anforderungen an Schulen PISA-Studie Lebenslanges Lernen Orientierung an  Schlüsselkompetenzen   (offen, anwendungsbezogen, innovativ) Frage nach Selbstverständnis, Leitbild und Kooperation mit externen Partnern
Prävention (Schule):  Beispiel 1  Projekte jeweils über ganzes Schuljahr, seit 6 Jahren Läuft freiwillig, nach Unterricht, 8-11 Schüler/innen Zeitzeugengespräche, Spurensuche in die NS-Zeit Besuch Alex Deutsch, Briefe Besuch „Zug der Erinnerung“, „Neue Bremm“ Besuch anderer Schulprojekte, Austausch Ausbildung zum Videojournalisten, Internet-und Filmbeiträge, z.B. über Menschenrechte Möglichkeit der Benotung der Arbeit
Jugendhilfe, Jugendarbeit Kinder- und Jugendarbeit:  Ergänzender Bildungsbereich zu Elternhaus, Schule, Ausbildung  Allgemeines Ziel: Persönlichkeitsentwicklung Jugendsozialarbeit: konkretes Ziel: sozialpädagogische Hilfen als Ausgleich für Benachteiligungen
Offene Jugendarbeit Was heißt „offen“? Handlungsbedingungen bei der Prävention
Intervention (Jugendsozialarbeit):  Beispiel 2  Maßnahmenbündel: Workshops „Rechte Jugendliche. Was tun?“ und „Toleranz und ihre Grenzen“  - Analyse Situation, Handlungsbedarf (in unterschiedlichen  Arbeitsfeldern) - Erfassung Verständnis von Rechtsextremismus - Erstellung eines Handlungsplans Ausstellung, Veranstaltungen „Hass ist ihre Attitüde“ Selbst Projekt über rechte Szene gestartet
Verhältnis Schule und Jugendarbeit Haben sie einen gemeinsamen Bildungsauftrag? Ja, auf jeden Fall, selbstverständlich! Ja, aber! Nein, sie haben überhaupt nichts gemeinsam! Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht!
Schoolworker Im Saarland insgesamt 32 Schoolworker Saarpfalzkreis: 8 Regelmäßig an Schulen präsent Aufgaben: Ansprechpartner/in, Beratung  und Unterstützung von Schülern,  Eltern, Lehrern, Vermittlung zu externen Einrichtungen    Wichtiger Ansprechpartner für Planung und Umsetzung von Präventionsangeboten
Intervention (Schule): Beispiel 3  Anlass: Hakenkreuze auf Handy Polizei, Anzeige über Schulleiter Treffen Schulleiter,  Schoolworker , Fachkraft Beratung Gespräch mit Mutter des Jugendlichen Gesamtlehrerkonferenz: Jugend und Rechtsextremismus, Vortrag  Für alle Klassen 8-10 ,Workshop über rechte Musik Aussteiger: Mathias Adrian (Klasse 8,9) Weitere Termine geplant, Ausstellung „Hass…“z.B., Argumentationstraining, Elternabend )
Idealvorstellungen gelungener Prävention Langfristig Koordiniert Unterschiedliche Ebenen (personal, strukturell) Unterschiedliche Einrichtungen Kooperationsstruktur (offener Informationsaustausch, Klärung Verantwortlichkeiten und Vorgehen, Selbstverständnis, Leitbild) Arbeitsklima (gegenseitige Anerkennung, Wertschätzung, Klärung der Positionen, Frustrationstoleranz) Ausreichende Finanzierung

Prävention_adolf-bender-zentrum

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    Fachtagung: Rechte Szeneals Jugendkultur? Erkennen und Handeln! „ Prävention in Schule und außerschulischer Jugendarbeit mit Beispielen aus dem Saarpfalzkreis“ Dr.Thomas Döring, Adolf-Bender-Zentrum
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    Prävention und InterventionPrävention (Caplan 1964) Primär: Vorbeugende Maßnahmen Sekundär: Korrektive Maßnahmen = Intervention Tertiär: weiterführende Maßnahmen gegen Folgestörungen Verhältnis Prävention und Intervention?
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    Abhängig von: IdeologieGruppenbindung Gewaltbereitschaft Erscheinungsbild, Auftreten - unterschiedliche Einstiegsmuster - Veränderungen, Tendenzen in der rechten Szene  Danach richten sich auch Möglichkeiten und Grenzen der jeweiligen Prävention Rechte Jugendliche
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    Hindernisse für diePrävention Berührungsängste mit der Thematik „rechte Jugendliche“ „ Probleme haben wir nicht, bei uns ist alles in Ordnung“ „ Die Probleme lösen wir allein“ „ Durch präventive Maßnahmen bekommt Thematik eine unverdiente Aufwertung“ „ Was hat das mit unserem Bildungsauftrag zu tun?“ Angst vor schlechtem Ruf in den Medien, bei anderen Einrichtungen
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    Für Schüler undJugendliche ab 14 J. Für Lehrer und Fachkräfte im Bereich Jugendhilfe Kurzfristig bis langfristig Angebote: Thementage, Projektwochen, Projektarbeit, Film-AGs, Spurensuche, Beratung, Ausstellungen, Vorträge, Zeitzeugenveranstaltungen Prävention und Intervention Aktuelle Bundesprogramme: Vielfalt tut gut. Kompetent. Für Demokratie. Bildungsprogramm des Adolf-Bender-Zentrums
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    Ausstellung „Hass ist ihre Attitüde“ Über Symbole, Codes, Marken, Strategien in der rechten Szene Führungen, Diskussionsrunden Vorträge -> Ziel: Verknüpfung mit weiterer Präventionsarbeit
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    Rechtlicher Handlungsrahmen Strafgesetzbuch:Volksverhetzung (§ 130 StGB) Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener (189 StGB) Verbreitung von Propagandamitteln (§ 86 StGB) Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ( 86a StGB) Hausordnung, Disziplinarmaßnahmen, Vereinssatzungen Verbote, Verweise, Ausschluss
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    Anforderungen an SchulenPISA-Studie Lebenslanges Lernen Orientierung an Schlüsselkompetenzen (offen, anwendungsbezogen, innovativ) Frage nach Selbstverständnis, Leitbild und Kooperation mit externen Partnern
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    Prävention (Schule): Beispiel 1 Projekte jeweils über ganzes Schuljahr, seit 6 Jahren Läuft freiwillig, nach Unterricht, 8-11 Schüler/innen Zeitzeugengespräche, Spurensuche in die NS-Zeit Besuch Alex Deutsch, Briefe Besuch „Zug der Erinnerung“, „Neue Bremm“ Besuch anderer Schulprojekte, Austausch Ausbildung zum Videojournalisten, Internet-und Filmbeiträge, z.B. über Menschenrechte Möglichkeit der Benotung der Arbeit
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    Jugendhilfe, Jugendarbeit Kinder-und Jugendarbeit: Ergänzender Bildungsbereich zu Elternhaus, Schule, Ausbildung Allgemeines Ziel: Persönlichkeitsentwicklung Jugendsozialarbeit: konkretes Ziel: sozialpädagogische Hilfen als Ausgleich für Benachteiligungen
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    Offene Jugendarbeit Washeißt „offen“? Handlungsbedingungen bei der Prävention
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    Intervention (Jugendsozialarbeit): Beispiel 2 Maßnahmenbündel: Workshops „Rechte Jugendliche. Was tun?“ und „Toleranz und ihre Grenzen“ - Analyse Situation, Handlungsbedarf (in unterschiedlichen Arbeitsfeldern) - Erfassung Verständnis von Rechtsextremismus - Erstellung eines Handlungsplans Ausstellung, Veranstaltungen „Hass ist ihre Attitüde“ Selbst Projekt über rechte Szene gestartet
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    Verhältnis Schule undJugendarbeit Haben sie einen gemeinsamen Bildungsauftrag? Ja, auf jeden Fall, selbstverständlich! Ja, aber! Nein, sie haben überhaupt nichts gemeinsam! Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht!
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    Schoolworker Im Saarlandinsgesamt 32 Schoolworker Saarpfalzkreis: 8 Regelmäßig an Schulen präsent Aufgaben: Ansprechpartner/in, Beratung und Unterstützung von Schülern, Eltern, Lehrern, Vermittlung zu externen Einrichtungen  Wichtiger Ansprechpartner für Planung und Umsetzung von Präventionsangeboten
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    Intervention (Schule): Beispiel3 Anlass: Hakenkreuze auf Handy Polizei, Anzeige über Schulleiter Treffen Schulleiter, Schoolworker , Fachkraft Beratung Gespräch mit Mutter des Jugendlichen Gesamtlehrerkonferenz: Jugend und Rechtsextremismus, Vortrag Für alle Klassen 8-10 ,Workshop über rechte Musik Aussteiger: Mathias Adrian (Klasse 8,9) Weitere Termine geplant, Ausstellung „Hass…“z.B., Argumentationstraining, Elternabend )
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    Idealvorstellungen gelungener PräventionLangfristig Koordiniert Unterschiedliche Ebenen (personal, strukturell) Unterschiedliche Einrichtungen Kooperationsstruktur (offener Informationsaustausch, Klärung Verantwortlichkeiten und Vorgehen, Selbstverständnis, Leitbild) Arbeitsklima (gegenseitige Anerkennung, Wertschätzung, Klärung der Positionen, Frustrationstoleranz) Ausreichende Finanzierung