Mehr als Open Data: 

Digitale Offenheit als Herausforderung 

und Chance für Kultureinrichtungen
Leonhard Dobusch
Juniorprofessur für Organisationstheorie
Freie Universität Berlin – Fachbereich Wirtschaftswissenschaften
Alles offen, alles frei.

Open Data in Kultureinrichtungen

12. Juni 2014, Wien Museum
Wir haben einen Wertekonflikt
zwischen dem Bundesarchivgesetz
und dem Urheberrechtsgesetz. Nach
Bundesarchivgesetz sind wir
verpflichtet, Dinge nutzbar zu machen.
Nach dem Urheberrechtsgesetz, wenn
wir das tun, haben wir ein Problem.
“
Oliver Sander, Bundesarchiv Deutschland,

https://www.youtube.com/watch?v=zLFp5kEEaCo#t=1934
#1

Probleme mit dem
Urheberrecht
1970er Jahre: Verletz mal das
Urheberrecht!
2000er Jahre: Verletz mal nicht das
Urheberrecht!
Beispiel: 

Mashups und nutzergenerierte Inhalte
Video: „Metallmix“

Geh-Wählen-Video der IG Metall:
http://youtu.be/hpYg4u18IXk
Wir haben natürlich keine
Sonderrechte. Es handelt sich um
freies YouTube-Material. Und die
YouTube-Nutzungsbedingungen
erlauben jedem Nutzer die kostenlose
Nutzung, Reproduktion und Herstellung
derivater Werke inklusive Vorführung
auf YouTube. Mehr dazu findest du hier
in den YT-Terms — Grüße aus der
Online-Redaktion
“
Beispiel: Remixkultur
Video: O Fortuna Misheard Lyrics
http://youtu.be/nIwrgAnx6Q8
Beispiel: Cover vs. Remix
Andy
Baio
Fair Use?
„Fair Use“
USA: Remix & transformativer Konsum 

teilweise legal
Freie Werknutzung: z.B. Zitatrecht, Satire,
Lehre & Forschung, Privatkopie
21 optionale Ausnahmen
28 EU-Mitgliedsstaaten
2.097.152Wege, die Richtlinie umzusetzen
Quelle: Smári McCarthy (2011): Copyright Combinatorics: http://www.smarimccarthy.is/2011/08/copyright-combinatorics/
#2

Was tun?
#2.1

Was tun? Sofort? 

Als Kultureinrichtung?
Offener
Zugang
Offene
Lizenzen
Offene
Formate
Open
Data
Creative Commons
©Automatisch: Alle
Rechte vorbehalten
Manche Rechte
vorbehalten
Normales
Urheberrecht
Creative Commons
Namensnennung Gleiche Lizenz Nicht-kommerziell Keine Bearbeitung
CREATIVE COMMONS
Teilen & nutzen ohne nachfragen müssen
Beispiel
Es hat das Archivgut des Bundes
und seiner Vorgängerinstitutionen auf
Dauer zu sichern, nutzbar zu machen
und wissenschaftlich zu verwerten.
“
aus: Seite „Bundesarchiv (Deutschland)“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.
Bearbeitungsstand: 14. März 2014, 14:39 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/
index.php?title=Bundesarchiv_(Deutschland)&oldid=128507001 

(Abgerufen: 11. Juni 2014, 13:42 UTC)
Kooperation im Jahr 2008
Bundesarchiv, B 145 Bild-047269 / Schütz, Klaus / CC-BY-SA [CC-BY-SA-3.0-de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons
158 AUFSÄTZE
ckeln, die allen Seiten Vorteile bietet. Ende 2004 wurde als erster
Schritt im Referat B 6 die Bilddatenbank DC5 der Hamburger
Firma Digital Collections in Betrieb genommen.5 Es handelt sich
dabei um eine auch in anderen Archiven der öffentlichen Hand
(Bundestag, Bundesrat, Informations- und Medienzentrale der
Der Begriff der „private public partnership“ ist zwar mittler-
weile ein geradezu abgedroschener Modebegriff, aber inhaltlich
beschreibt er korrekt, was das Bundesarchiv und Wikimedia 2008
realisiert haben: eine Partnerschaft von Bund und Bürgern, die
beiden Seiten nützt.Voraussetzungen, Realisierung und Folgen
„DER BUND MIT WIKI“ –
ERFAHRUNGEN AUS DER
KOOPERATION ZWISCHEN
DEM BUNDESARCHIV UND
WIKIMEDIA1
von Oliver Sander
Quelle: Archivar, 63(2), http://fiz1.fh-potsdam.de/volltext/archivar/11163.pdf
~100.000

Bilder unter offener Lizenz in Wikimedia
Commons bzw. Wikipedia eingestellt
MENGE ZÄHLT
1 Tag/Nacht

Entwicklung eines Tools zur
Hinzufügung einer Personennummer 

KOMPETENZEN

DRITTER
58.000 Namen

auf der Bundesarchiv-Personenliste
binnen 6 Monaten durch Wikipedia-
Community abgearbeitet
KEINE EINBAHN
~95 Prozent 

zutreffende Fehlerreports 

durch Wikipedia-Community
QUALITÄT
3.077 

neuregistrierte Nutzer binnen Jahresfrist,
davon 30 Prozent Nicht-Deutsche
INTERNATIONAL
+193 Prozent 

an Einnahmen für bestimmte
hochauflösende Nutzungsarten
MEHREINNAHMEN
Aber…
+230 Prozent 

zusätzliche schriftliche Anfragen
MEHRAUFWAND
max. 800px 

Seitenlänge der Bilder
BESCHRÄNKT?
>90 Prozent 

falsche Zitierung (z.B. keine Namen)
KONTROLLVERLUST
Unkenntnis 

über den rechtlichen Status von Werken
(ER-)KENNTNIS
#3

Fazit
Wir haben einen Wertekonflikt
zwischen dem Bundesarchivgesetz
und dem Urheberrechtsgesetz. Nach
Bundesarchivgesetz sind wir
verpflichtet, Dinge nutzbar zu machen.
Nach dem Urheberrechtsgesetz, wenn
wir das tun, haben wir ein Problem.
“
Oliver Sander, Bundesarchiv Deutschland,

https://www.youtube.com/watch?v=zLFp5kEEaCo#t=1934
# WORKAROUND CC
Namensnennung Gleiche Lizenz Nicht-kommerziell Keine Bearbeitung
# LIZENZREALISMUS
CC Zero
# BITTE:
Deutschsprachig:
• Djordjevic/Dobusch (2014): Generation Remix: Zwischen Popkultur und
Kunst. iRights.Media, online: irights-media.de/publikationen/generation-remix/
• Grassmuck (2004): Freie Software. Bundeszentrale für politische Bildung,
online: freie-software.bpb.de/
• Lutterbeck et al.: Open Source Jahrbücher 2004-2008. Lehmann Media,
online: opensourcejahrbuch.de
Englischsprachig:
• Aigrain (2012): Sharing: Culture and the Economy in the Internet Age.
Amsterdam University Press, online: sharing-thebook.com
• Benkler (2006): The Wealth of Networks. Yale University Press, online:
benkler.org/Benkler_Wealth_Of_Networks.pdf
• Lessig (2003): Free Culture. Penguin, online: 

free-culture.cc/freeculture.pdf
Weiterlesen (Online & Offline):
Kontakt
E-Mail: 

Leonhard.Dobusch@fu-berlin.de
!
Twitter:
@leonidobusch
!
Homepages:

http://wiwiss.fu-berlin.de/dobusch 

http://www.dobusch.net
!
Blog:

http://www.governancexborders.com

Mehr als Open Data: Digitale Offenheit als Herausforderung 
und Chance für Kultureinrichtungen

  • 1.
    Mehr als OpenData: 
 Digitale Offenheit als Herausforderung 
 und Chance für Kultureinrichtungen Leonhard Dobusch Juniorprofessur für Organisationstheorie Freie Universität Berlin – Fachbereich Wirtschaftswissenschaften Alles offen, alles frei.
 Open Data in Kultureinrichtungen
 12. Juni 2014, Wien Museum
  • 2.
    Wir haben einenWertekonflikt zwischen dem Bundesarchivgesetz und dem Urheberrechtsgesetz. Nach Bundesarchivgesetz sind wir verpflichtet, Dinge nutzbar zu machen. Nach dem Urheberrechtsgesetz, wenn wir das tun, haben wir ein Problem. “ Oliver Sander, Bundesarchiv Deutschland,
 https://www.youtube.com/watch?v=zLFp5kEEaCo#t=1934
  • 3.
  • 5.
    1970er Jahre: Verletzmal das Urheberrecht! 2000er Jahre: Verletz mal nicht das Urheberrecht!
  • 6.
    Beispiel: 
 Mashups undnutzergenerierte Inhalte
  • 7.
    Video: „Metallmix“
 Geh-Wählen-Video derIG Metall: http://youtu.be/hpYg4u18IXk
  • 8.
    Wir haben natürlichkeine Sonderrechte. Es handelt sich um freies YouTube-Material. Und die YouTube-Nutzungsbedingungen erlauben jedem Nutzer die kostenlose Nutzung, Reproduktion und Herstellung derivater Werke inklusive Vorführung auf YouTube. Mehr dazu findest du hier in den YT-Terms — Grüße aus der Online-Redaktion “
  • 12.
  • 13.
    Video: O FortunaMisheard Lyrics http://youtu.be/nIwrgAnx6Q8
  • 14.
  • 17.
  • 21.
  • 22.
    „Fair Use“ USA: Remix& transformativer Konsum 
 teilweise legal
  • 23.
    Freie Werknutzung: z.B.Zitatrecht, Satire, Lehre & Forschung, Privatkopie
  • 24.
    21 optionale Ausnahmen 28EU-Mitgliedsstaaten 2.097.152Wege, die Richtlinie umzusetzen Quelle: Smári McCarthy (2011): Copyright Combinatorics: http://www.smarimccarthy.is/2011/08/copyright-combinatorics/
  • 25.
  • 27.
    #2.1
 Was tun? Sofort?
 Als Kultureinrichtung?
  • 28.
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  • 30.
    ©Automatisch: Alle Rechte vorbehalten MancheRechte vorbehalten Normales Urheberrecht Creative Commons
  • 31.
    Namensnennung Gleiche LizenzNicht-kommerziell Keine Bearbeitung CREATIVE COMMONS Teilen & nutzen ohne nachfragen müssen
  • 32.
  • 34.
    Es hat dasArchivgut des Bundes und seiner Vorgängerinstitutionen auf Dauer zu sichern, nutzbar zu machen und wissenschaftlich zu verwerten. “ aus: Seite „Bundesarchiv (Deutschland)“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 14. März 2014, 14:39 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/ index.php?title=Bundesarchiv_(Deutschland)&oldid=128507001 
 (Abgerufen: 11. Juni 2014, 13:42 UTC)
  • 35.
  • 36.
    Bundesarchiv, B 145Bild-047269 / Schütz, Klaus / CC-BY-SA [CC-BY-SA-3.0-de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons
  • 37.
    158 AUFSÄTZE ckeln, dieallen Seiten Vorteile bietet. Ende 2004 wurde als erster Schritt im Referat B 6 die Bilddatenbank DC5 der Hamburger Firma Digital Collections in Betrieb genommen.5 Es handelt sich dabei um eine auch in anderen Archiven der öffentlichen Hand (Bundestag, Bundesrat, Informations- und Medienzentrale der Der Begriff der „private public partnership“ ist zwar mittler- weile ein geradezu abgedroschener Modebegriff, aber inhaltlich beschreibt er korrekt, was das Bundesarchiv und Wikimedia 2008 realisiert haben: eine Partnerschaft von Bund und Bürgern, die beiden Seiten nützt.Voraussetzungen, Realisierung und Folgen „DER BUND MIT WIKI“ – ERFAHRUNGEN AUS DER KOOPERATION ZWISCHEN DEM BUNDESARCHIV UND WIKIMEDIA1 von Oliver Sander Quelle: Archivar, 63(2), http://fiz1.fh-potsdam.de/volltext/archivar/11163.pdf
  • 38.
    ~100.000
 Bilder unter offenerLizenz in Wikimedia Commons bzw. Wikipedia eingestellt MENGE ZÄHLT
  • 39.
    1 Tag/Nacht
 Entwicklung einesTools zur Hinzufügung einer Personennummer 
 KOMPETENZEN
 DRITTER
  • 40.
    58.000 Namen
 auf derBundesarchiv-Personenliste binnen 6 Monaten durch Wikipedia- Community abgearbeitet KEINE EINBAHN
  • 41.
    ~95 Prozent 
 zutreffendeFehlerreports 
 durch Wikipedia-Community QUALITÄT
  • 42.
    3.077 
 neuregistrierte Nutzerbinnen Jahresfrist, davon 30 Prozent Nicht-Deutsche INTERNATIONAL
  • 43.
    +193 Prozent 
 anEinnahmen für bestimmte hochauflösende Nutzungsarten MEHREINNAHMEN
  • 44.
  • 45.
    +230 Prozent 
 zusätzlicheschriftliche Anfragen MEHRAUFWAND
  • 46.
    max. 800px 
 Seitenlängeder Bilder BESCHRÄNKT?
  • 47.
    >90 Prozent 
 falscheZitierung (z.B. keine Namen) KONTROLLVERLUST
  • 48.
    Unkenntnis 
 über denrechtlichen Status von Werken (ER-)KENNTNIS
  • 49.
  • 50.
    Wir haben einenWertekonflikt zwischen dem Bundesarchivgesetz und dem Urheberrechtsgesetz. Nach Bundesarchivgesetz sind wir verpflichtet, Dinge nutzbar zu machen. Nach dem Urheberrechtsgesetz, wenn wir das tun, haben wir ein Problem. “ Oliver Sander, Bundesarchiv Deutschland,
 https://www.youtube.com/watch?v=zLFp5kEEaCo#t=1934
  • 51.
  • 52.
    Namensnennung Gleiche LizenzNicht-kommerziell Keine Bearbeitung # LIZENZREALISMUS CC Zero
  • 53.
  • 54.
    Deutschsprachig: • Djordjevic/Dobusch (2014):Generation Remix: Zwischen Popkultur und Kunst. iRights.Media, online: irights-media.de/publikationen/generation-remix/ • Grassmuck (2004): Freie Software. Bundeszentrale für politische Bildung, online: freie-software.bpb.de/ • Lutterbeck et al.: Open Source Jahrbücher 2004-2008. Lehmann Media, online: opensourcejahrbuch.de Englischsprachig: • Aigrain (2012): Sharing: Culture and the Economy in the Internet Age. Amsterdam University Press, online: sharing-thebook.com • Benkler (2006): The Wealth of Networks. Yale University Press, online: benkler.org/Benkler_Wealth_Of_Networks.pdf • Lessig (2003): Free Culture. Penguin, online: 
 free-culture.cc/freeculture.pdf Weiterlesen (Online & Offline):
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