10. Jahrgang
                                                                                         Heft 2
                                                                                         März 2005
Deutsche Arachnologische Gesellschaft e.V.




                                             in dieser Ausgabe:
                                             • Die Vogelspinnen aus Französisch Guyana

                                             • Eine Einführung in die Etymologie von Gattungs- und
                                              Artnamen bei Vogelspinnen (Araneae: Theraphosidae)
                                             • Kokonbau ohne Kopulation Teil II

                                             • Die Spinne des Jahres 2005

                                             • Einige Natur- und Terrarienbeobachtungen zur indischen
                                              Vogelspinne Chilobrachys fimbriatus POCOCK, 1899
                                             • Auffälligkeiten bei der Nachzucht von Ephebopus rufes-
                                              cens WEST & MARSHALL, 2000
                                                                                         ISSN 1613-2688
ARACHNE 10(2), 2005                                                                                                                                                                                                 ARACHNE 10(2), 2005
                                               Impressum                                                                                                                     Inhalt
Redaktion                                                      reicht werden. Bevorzugt werden Manuskripte in elek-                                                                                                            Seite:
Volker von Wirth                Martin Huber                   tronischer Form (WinWord, StarOffice Writer, Rich-
Lilienstr. 1                    Dorfstr. 5                     Text Format oder *.txt) per E-Mail, 3,5" Diskette oder
71723 Großbottwar               82395 Obersöchering            CD-R. Gattungs- und Artnamen sind kursiv zu schrei-
! von-wirth@dearge.de           ! huber@dearge.de              ben, Überschriften sollen hervorgehoben werden, wei-         Die Vogelspinnen aus Französisch Guyana . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 - 13
                                                               tere Formatierungen sind zu unterlassen.                     von Rick C. West
Tobias Dörr                     Marcus Löffler                 Mit der Abgabe des Manuskripts versichern die Auto-
Falkenstr. 24                   A. d. Ronnenheide 6a           ren, dass sie allein befugt sind, über die urheberrechtli-
30449 Hannover                  45731 Waltrop                  chen Nutzungsrechte an ihren Beiträgen, einschließlich       Eine Einführung in die Etymologie von Gattungs- und
! doerr@dearge.de               ! loeffler@dearge.de           eventueller Bild- und anderer Reproduktionsvorlagen          Artnamen bei Vogelspinnen (Araneae: Theraphosidae) . . . . . . 13 - 19
                                                               zu verfügen und dass der Beitrag keine Rechte Dritter        von Tobias Wagner
Redaktionsmitarbeiter                                          verletzt.
Kristin Finke, Höchst i. Odw.                                  Eingereichte Manuskripte werden ggf. an die Formatie-
Timo Raab, Höchst i. Odw.                                      rung und den Stil des Journals angepasst. Rechtsschrei-      Kokonbau ohne Kopulation Teil II . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20 - 21
Ingo Wendt, Schorndorf                                         bung und Grammatik werden überprüft und gegebe-              von Mario Wilfert
                                                               nenfalls geändert.
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                                                                                                                            Die Spinne des Jahres 2005 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22 - 23
www.dear ge.de/anzeigen/anzeigen.php veröffentlicht            Die Vervielfältigung jedweder Art (auch auszugsweise)        von John Osmani
werden.                                                        bedarf der schriftlichen Genehmigung durch die
Wir veröffentlichen auch Termine zu spinnenrelevanten          DeArGe e.V. Sofern nicht anders angegeben, stammen           Einige Natur- und Terrarienbeobachtungen zur indischen
Börsen und Ausstellungen. Diese bitte per E-Mail,              die Bilder von der Redaktion. ISSN 1613-2688
maschienengeschrieben bzw. in Druckbuchstaben an                                                                            Vogelspinne Chilobrachys fimbriatus POCOCK, 1899 (Ara-
die Leserbriefannahme schicken!                                Titelfoto: Chilobrachys fimbriatus, Weibchen                 neae: Therphosidae: Selenocosmiinae) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24 - 29
                                                               Foto: Martin Huber                                           von Jean Michel Verdez & Frédéric Cléton
Leserbriefannahme
Michaela Biese                                                 Redaktionsschluss ist jeweils der letzte Werktag eines
Düsterbeck 51                                                  ungeraden Monats.                                            Auffälligkeiten bei der Nachzucht von Ephebopus rufes-
45731 Waltrop                                                                                                               cens WEST & MARSHALL, 2000 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30 - 31
! leserbriefe@dearge.de                                        Fachbeiräte
                                                               * für Systematik und Taxonomie                               von Hans Werner Auer
Nachbestellservice                                             Dipl. Biol. Boris Striffler
Fehlende Ausgaben der »ARACHNE« (ehem. »Mittei-                Zoologisches Forschungsinstitut                              kürzlich publiziert
lungen«) können schriftlich bei der Redaktion nachbe-          und Museum A. Koenig
stellt werden (sofern noch vorhanden). Die Kosten              53113 Bonn                                                               Zwei Revisionen zur afrikanischen Vogelspinnenfauna . . . . . . . .                  32 - 37
betragen pro Heft 5 EUR.
                                                               * für Vogelspinnenökologie und -ethologie                    Presse & Medien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37 - 38
Artikel                                                        Dipl. Biol. Dirk Weinmann
Berichte über Haltung, Reisen oder sonstige interessan-        70734 Fellbach
te Themen über Spinnentiere werden gerne entgegen-                                                                          Leserbriefe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
genommen und in der Reihenfolge des Eingangs veröf-            * für Spinnentoxikologie und -biochemie
fentlicht. Wir setzen die Einhaltung unseres Ethikkode-        Dr. Volker Herzig                                            Vereinsnachrichten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39 - 41
xes und ebenso auch die Einhaltung der gesetzlichen            Zoologisches Institut der Fakultät für
Bestimmungen voraus. Mit Verfassernamen gekenn-                Biologie der Universität Tübingen
zeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung           Abteilung Neuropharmakologie                                 Kleinanzeigen & Kontakte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41
der Redaktion und der DeArGe e.V. wieder. Für Berich-          72076 Tübingen
te und auch für die Anzeigen sind die jeweiligen Verfas-
ser verantwortlich. Für unverlangt eingesandtes Redak-         Druck                                                        zum Schmunzeln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42
tionsmaterial (Manuskripte, Fotos, Bücher, etc.) kann          Druck + Papier Meyer GmbH
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Beiträge können in handschriftlicher, maschinenge-             Internet: http://www.dearge.de                               Stammtische . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44 - 46
schriebener oder computerbearbeiteter Form einge-

                                                           2                                                                                                                     3
ARACHNE 10(2), 2005                                                                                                                                                                                      ARACHNE 10(2), 2005




Die Vogelspinnen aus Französisch Guyana                                                               che Tiere außerhalb des kleinen, diffusen
                                                                                                      Lichtkreises rund um die Lodge herumkro-
von Rick C. West
                                                                                                      chen. Ich wusste genau: würde ich das nicht
                                                                                                      machen, könnte ich heute Nacht nicht ruhig
Es war ein langer Tag an Bord der einzigen               Groben Schätzungen zufolge starben           schlafen.
Fluggesellschaft, die von den USA nach               90% der 70.000 im Exil lebenden Gefange-             Auf den Balken der Lodge und den na-
Französisch Guyana fliegt. Viele Passagiere          nen an Malaria, Gelbfieber oder während          hen Bromelien fand ich sowohl Männchen
nennen diesen Air France-Flug den »French            Fluchtversuchen. Die berühmtesten Gefan-         wie auch Weibchen einer Vogelspinnenart,
Hopper«, da er in den frühen Morgenstun-             genen waren ALFRED DREYFUS und HENRI             die im Allgemeinen als »Avicularia metallica
den Miami verlässt und lange Zwischen-               »PAPILLON« CHARRIÈRE.                            AUSSERER, 1875« bezeichnet wird. So lange
stopps in den französisch-sprachigen Flug-               Die Hauptstadt Cayenne ist klein und         die »rot-füßigen« Arten der Gattung Avicula-
häfen von Haiti, Guadeloupe und Martini-             ziemlich heruntergekommen. Der Großteil          ria keine taxonomische Revision erfahren,
que macht, bevor er schließlich über der             der Gebäude stammt noch aus der alten            können wir nur annehmen, dass diese Tiere                        Ephebopus murinus vor ihrer Wohnröhre sitzend
alten französischen Strafkolonie Iles de Salut       französischen Kolonialzeit, mit rostiger und     zu dieser Art gehören. Der lebhaft blaue                         Foto: Rick C. West

of St. Joseph (Salvation Islands), Royale und        abblätternder Farbe, zerfurchten Blechdä-        Schimmer dieser Vogelspinnen ist ein über-                      sität. Es dauerte nicht lange bis ich an den
Devil's Island Höhe verliert und bei Son-            chern und vergitterten Fensterläden. Die         wältigender Anblick im Kontrast zu der grü-                     Wegrändern Ephebopus murinus (WALCKENA-
nenuntergang am Rochambeau Airport lan-              komplette Stadt zu Fuß zu durchqueren            nen Vegetation und den braunen Balken.                          ER , 1837) in den seidenen Eingängen ihrer
det. Ich habe diese Reise bereits fünfmal            dauert nur etwa 20 Minuten! Obwohl es in-        Während ich in den Wald hinein ging, nah-                       Erdbauten erblicken konnte. Dies ist eine
gemacht und all dies ist für mich so vertraut        teressant ist, die Stadt zu erkunden, sollte     men die Geräusche und Laute von Frö-                            der auffälligsten Vogelspinnen Französisch
wie der tägliche Weg zur Arbeit.                     man bedenken, dass illegaler Drogenhandel        schen, Grillen und anderen nicht identifi-                      Guyanas mit ihren stroh-farbenen, skelett-
    Französisch Guyana ist einzigartig. Es ist       und andere Verbrechen ständig zunehmen.          zierbaren Nachtschwärmern beständig zu                          ähnlichen, parallelen Streifen, welche auf
ein kleines Departement Frankreichs, eines           Außerhalb der Stadt wird die Strafverfol-        und erreichten eine beinahe schaurige Inten-                    der Oberseite der schwarzen Beine ent-
von nur zweien außerhalb Frankreichs. Die            gung noch immer durch die französische                                                                           langlaufen.
Landessprache ist Französisch, die Währung           Fremdenlegion ausgeübt, Überwachungs-                                                                                 Die Vegetation in der unmittelbaren
Euro – dennoch ist man in Südamerika. Die            stellen am Straßenrand sind allgegenwärtig.                                                                      Umgebung der Lodge ist eine Mischung aus
Bevölkerung besteht aktuell aus etwa                 Was trotz allem an Französisch Guyana                                                                            Savanne und Sekundärwald, Palmen und
190.000 Menschen, davon ca. 70% creolisch,           großartig ist, ist die Tatsache, dass noch gut                                                                   Laubbäumen, die auf lehmhaltigem, mit vie-
10% europäisch, 8% asiatisch, 8% brasilia-           90% des ursprünglichen Regenwaldes völlig                                                                        len Blättern bedecktem Untergrund wach-
nisch und 4% Ur-Einwohner (Karib und                 intakt sind, obwohl diese Zahl leider durch                                                                      sen. Dieser Untergrund absorbiert nur we-
Arawak).                                             zunehmende Holzfällerei und Bergbau zu                                                                           nig Wasser und sorgt dafür, dass sich Regen-
    Das Land ist gezeichnet von seiner alten         sinken beginnt.                                                                                                  wasser schnell sammelt und Savannen, Wäl-
Geschichte, hauptsächlich durch Piraterie                Nach Erledigung der Zollformalitäten                                                                         der und die Bauten bodenbewohnender Vo-
und die Strafkolonien. Um die Gefängnisko-           empfing mich ein langjähriger Freund, der                                                                        gelspinnen flutet. Die Tag- und Nachttem-
sten in Frankreich zu senken und einen Bei-          mich gerade zur rechten Zeit für ein herrli-                                                                     peraturen schwanken zwischen 21°C und
trag zur Entwicklung der französischen Ko-           ches Abendessen und ein kaltes Bier zu sei-                                                                      31°C, die Luftfeuchte liegt zwischen 71%
lonien zu leisten, wurden zwischen 1852              ner Lodge brachte. Die Hitze, hohe Luft-                                                                         und 96%. Es war September und wir befan-
und 1940 Gefangene nach Französisch                  feuchtigkeit und Übermüdung brachen über                                                                         den uns in der »Trockenzeit«. Die Laubbäu-
Guyana ins Exil geschickt.                           mich herein. Der Schweiß begann an mir                                                                           me warfen ihre Blätter ab, um besser Wasser
    Sie lebten auf der Iles du Salut und wur-        herunterzutropfen, meine Reisekleidung                                                                           speichern zu können. Das Laufen auf den
den als Sklavenarbeiter auf dem Festland             klebte an mir, aber nach einem guten                                                                             am Boden angehäuften lockeren Blättern
zum Bau von Straßen oder zur Arbeit auf              Abendessen, einer netten Unterhaltung und                                                                        machte es nicht gerade einfach, für vernünf-
großen Zuckerrohr- oder Kokosnuss-Plan-              mit frischer Kleidung machte ich mich mit         ein »Avicularia metallica« Weibchen vor ihrem Bromelien-       tige Bilder unbemerkt an Ephebopus murinus
                                                                                                       Versteck sitzend
tagen benutzt.                                       einer Taschenlampe auf, um zu sehen, wel-         Foto: Rick C. West                                             heranzukommen. Während der Regenzeit
                                                 4                                                                                                                5
ARACHNE 10(2), 2005                                                                                                                                                                          ARACHNE 10(2), 2005



zerfallen die Blätter und verschwinden teil-        tetieren aufzulauern, die sich tagsüber im       und adulte Tiere findet man hauptsächlich                    renden Welt hatte, die ich heute Nacht noch
weise, sie werden dann Nahrungsgrundlage            Schutz des Bodenbelages aufhalten und zur        in den oberen Regionen, wobei es keinen                      erkundet hatte. Als ich heruntergefallene
für unzählige Organismen und machen neu-            nächtlichen Futtersuche in das blättrige         Unterschied macht ob die Bäume nun 5 m                       und verrottende Äste mit einer kleinen,
en Pflanzen Platz, die ans Licht streben.           Schutzdach der Bäume bewegen. Beide Tapi-        oder 30 m hoch sind. Vermutlich basieren                     handlichen Hacke herumdrehte, entdeckte
    Ich war überrascht, adulte Männchen             nauchenius-Arten ließen sich durch das Licht     die Unterschiede bei der regionalen Verbrei-                 ich Ephebopus rufescens W EST & M ARSHALL ,
und Weibchen sowie jüngere Stadien von E.           der Taschenlampe nicht beirren, reagierten       tung der verschiedenen Stadien auf Größe,                    2000 und eine kleine, bisher unbeschriebene,
murinus zu finden. Sie alle hockten an den          aber extrem empfindlich auf Vibrationen          Art und Verfügbarkeit der Beutetiere, wel-                   braune Holothele-Art in ein und demselben
Eingängen ihrer Bauten und warteten auf             wenn man beispielsweise an den Ast klopfte.      che in der Regel in den oberen Regionen ei-                  Ast. Heruntergefallene Äste bilden ein her-
vorüberlaufende Beute. Ich dachte darüber           Sie zogen sich dann sehr schnell in den          nes Baumes zahlreicher und konzentrierter                    vorragendes Mikrohabitat für bodenbewoh-
nach, ab wann ein adultes Männchen »weiß«,          Schutz ihrer Bauten zwischen den Palmwe-         vorkommen.                                                   nende Theraphosiden und sind eine gute
dass es tatsächlich adult ist und was es dann       deln oder Blattachseln zurück. Wenn man              Ganz allmählich ging ich zurück Rich-                    Quelle für Beute wie Würmer, Salamander,
veranlasst, nach einem Weibchen zur Paa-            einen Baum empor klettert um ein Exem-           tung Lodge und konnte nun beruhigt und                       Frösche, kleine Eidechsen, Schaben, Grillen,
rung zu suchen? Ich würde vermuten, dass            plar von Tapinauchenius, Avicularia oder Psal-   gut schlafen.                                                Käfer und Käferlarven sowie Termiten.
sich ein adultes Männchen unmittelbar nach          mopoeus zu sammeln, quetschen sich die Tie-          Am nächsten Morgen wurde ich um                          Diese Äste beherbergen aber auch Feinde
seiner Reifehäutung zunächst weiterhin so           re immer tiefer in die Ritzen und Spalten,       7 Uhr durch den »Frühstücks-Gong« ge-                        der Vogelspinnen wie etwa fleischfressende
verhält wie vorher und erst bestimmte Hor-          die an den Ansatzstellen der Blätter am          weckt. Frühstück und Abendessen gab es zu                    Nager, Kröten, grabende, gliedertierfressen-
mone das in den Genen einprogrammierte              Baumstamm entstehen. Ich habe dieses Ver-        festen Zeiten, 7 Uhr morgens und 19 Uhr                      de Schlangen, größere Eidechsen, größere
Sexualverhalten auslösen. (Anmerkung: Bei           halten bei vielen Gelegenheiten beobachten       abends. Hastig schlang ich das Frühstück                     Spinnentiere und sonstige Arthropoden
der Ausgrabung in zwei separaten Bauten             können. Leider wird das Einfangen der Tie-       herunter und machte mich wieder auf den                      (Spinnen, Skorpione, Hundertfüßer und
die von Männchen bewohnt waren, wurde in            re dadurch nicht gerade einfacher. Oftmals       Weg in den Wald, der jetzt keinerlei Ähnlich-                Geißelspinnen).
jeder Höhle eine Haut gefunden. Diese               sind die eng anliegenden, nach oben gerich-      keiten mehr mit der schattigen und faszinie-                     Ephebopus rufescens legt seine seidenen,
Häute konnten nach einer Untersuchung als           teten Ritzen und Spalten am Blattansatz                                                                       röhrenförmigen Bauten in heruntergefalle-
die jenigen, die während der Reifehäutung           einer Palme oder einer Bromelie mit Wasser                                                                    nen, feuchten und verrottenden Ästen, unter
abgestreift wurden, identifiziert werden.)          gefüllt. Diese gefüllten Bereiche liegen in                                                                   Steinen oder aber auch am Fuß lebender
Binnen zwei Wochen besuchte ich die Bau-            der Regel unterhalb der seidenen Bauten der                                                                   Bäume oder toter Baumstümpfe an. Kleine
ten der Männchen mehrfach, fand diese aber          Theraphosiden. Sowohl baum- als auch bo-                                                                      Stückchen Moos, Dreck oder Blattstücke
nach und nach verlassen vor. Dies bestärkte         denbewohnende Theraphosiden verschwin-                                                                        werden häufig zur besseren Tarnung in das
die Vermutung, dass die adulten Tiere ihre          den bei Störungen oder wenn sie gejagt wer-                                                                   Gespinst eingearbeitet. Einige Tiere kann
sicheren Höhlen für immer verlassen hatten,         den manchmal für längere Zeit in diesen                                                                       man auch in Bauten finden, die ähnlich de-
um geschlechtsreife Weibchen zur Paarung            Wasseransammlungen.                                                                                           nen der baumbewohnenden Vogelspinnen
zu suchen, allerdings habe ich an den Bau-              Während vieler Jahre der Beobachtung                                                                      etwas erhöht an älteren und größeren Bäu-
ten der adulten Weibchen niemals werbende           von baumbewohnenden Vogelspinnen habe                                                                         men, in Astgabeln oder unter bemooster
Männchen feststellen können.                        ich festgestellt, dass es anscheinend tatsäch-                                                                Borke angelegt sind (siehe Abbildung näch-
    Während ich weiterging, beleuchtete ich         lich einen Zusammenhang zwischen den                                                                          ste Seite).
die oberen Äste und Kronen der größeren             Stadien der Jungtiere und deren bevorzugten                                                                       Im Gegensatz hierzu findet man jüngere
Palmen und erblickte hin und wieder Tapin-          Lebensräumen in unterschiedlichen Berei-                                                                      Entwicklungsstadien von Ephebopus murinus
auchenius gigas CAPORIACCO 1954 und Tapin-          chen auf dem »mütterlichen« Baum bzw.                                                                         nach dem Verlassen des mütterlichen Ge-
auchenius purpureus SCHMIDT, 1995. Ich kann-        den umliegenden Bäumen gibt. Die kleine-                                                                      spinstes ausschließlich »baumbewohnend« in
te diese Arten bereits von früheren Reisen.         ren Jungtiere scheinen die unteren Bereiche                                                                   kleinen seidenen Röhren auf kleinwüchsiger
Wie die meisten echten baumbewohnenden              der Bäume oder nahstehende, kleinwüchsige                                                                     Vegetation, hauptsächlich auf Bromelien
Theraphosiden hocken sie mit dem Vorder-            Vegetation zu bevorzugen, während man                                                                         (siehe nebenstehende Abbildung). Diese
körper Richtung Boden weisend auf den               etwas größere Jungtiere eher in den mittle-       frühes Entwicklungsstadium von Ephebopus murinus eine
                                                                                                      Bromelie bewohnend
                                                                                                                                                                  Tatsache unterstützt die Einordnung der
Bäumen. Ich vermute sie tun dies, um Beu-           ren Bereichen der Bäume findet. Subadulte         Foto: Rick C. West                                          Gattung in die Unterfamilie der Aviculari-
                                                6                                                                                                             7
ARACHNE 10(2), 2005                                                                                                                                                 ARACHNE 10(2), 2005



                                                               inae. Wenn E. murinus adult werden, legen                       gelegene Gebiete für meine Untersuchungen
                                                               sie diese baumbewohnende Lebensweise                            zu suchen. Also mietete ich mir ein Auto
                                                               jedoch vollständig ab und gehen ebenso                          und nutzte die Gelegenheit, um mir Cayen-
                                                               konsequent zur bodenbewohnenden Le-                             ne, diese alte Stadt aus der Kolonialzeit, an-
                                                               bensweise über. Ich würde vermuten, dass                        zuschauen. Es gibt dort aber nicht wirklich
                                                               Größe und Verfügbarkeit der Beute im Lau-                       viel zu sehen. Die meisten Shops sind klein
                                                               fe der Evolutionsgeschichte dazu geführt                        und mit ihren kitschigen Souvenirs wohl
                                                               haben, dass E. murinus diese strikt getrennte,                  hauptsächlich auf europäische Touristen
                                                               »zweigleisige« Lebensweise als Überlebens-                      ausgerichtet. Für mich gehören diese hun-
                                                               strategie entwickelt hat.                                       derte (insgesamt vermutlich eher tausen-
                                                                   Große Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit                       de) von getrockneten und eingerahmten
                                                               können häufig sehr an den Kräften zehren.                       Schmetterlinge, Käfer und Vogelspinnen zu
                                                               Aus diesem Grunde esse ich nicht sehr                           den Souvenirs, über die ich mich am meisten
                                                               reichhaltig und belastend zu Mittag. Statt-                     aufregen könnte. Schmetterlinge der Art
                                                               dessen begnüge ich mich mit Powerriegeln                        Morpho und die Vogelspinnenart Theraphosa
                                                               und Energydrinks. Tagsüber wandere ich,                         blondi gehören zu den am häufigsten ange-
                                                               mache Bilder und führe wissenschaftliche                        botenen Arten. Unter anderem werden auch
                                                               Feldarbeiten durch. Meist kehre ich dann                        Avicularia metallica und Ephebopus murinus
                                                               erst spätnachmittags zur Lodge zurück, sor-                     »gerahmt« angeboten. Die Samaracas (um-
                                                               tiere meine Notizen und gönne mir irgend-                       gangssprachlich für »Afrikanische Nach-
                                                               ein alkoholisches Getränk. Ich war glücklich                    kommen, die im Busch leben«) fangen große
                                                               darüber, bei dieser Reise die komplette Lod-                    Mengen all dieser Tiere, indem sie Benzin in
                                                               ge allein für mich zu haben. Es ist für mich                    die Bauten der Vogelspinnen spritzen. Der
                                                               das größte Ärgernis, während meiner Reisen                      Geruch treibt die Tiere dann ans Tageslicht,
                                                               Gäste in den Lodges zu haben, die mir laut-                     wo sie hastig gefangen und in kleinen Pla-
                                                               stark überall hin folgen, als wäre ich ihr per-                 stikbeuteln »verstaut« werden. Zurück bei
                                                               sönlicher »Dschungel«-Reiseführer. Nach                         ihren Unterkünften werden die Beutel mit
                                                               etwa zwei Tagen kannte ich auf dem                              den Tieren in die Sonne gelegt und dort
                                                               Grundstück der Lodge und dem umliegen-                          sterben sie dann den Hitzetod, bevor sie
                                                               den Gebiet beinahe jeden Baum und                               ausgeweidet, ausgestopft, getrocknet und in
                                                               Strauch. Es war daher nötig, neue und höher                     die Bilderrahmen eingesetzt werden. Diese




 Habitat und arboreales Versteck von Ephebopus rufescens        In vielen Läden werden getrocknete Vogelspinnen, Skorpione, Schmetterlinge und Käfer als Souvenirs für Touristen angeboten.
 Foto: Rick C. West                                             Fotos: Rick C. West

                                                           8                                                               9
ARACHNE 10(2), 2005                                                                                                                                                                                                  ARACHNE 10(2), 2005



                                                                                     völlig alleine in den dichten        Reizung mit einem flexiblen Stöckchen
                                                                                     Regenwald, aber ich hatte            sprang der Bewohner der Höhle hervor. Es
                                                                                     leider keine Wahl. Ich mar-          war die größte Vogelspinne der Welt: ein
                                                                                     kierte meinen Weg mit flu-           wunderschönes Weibchen von Theraphosa
                                                                                     oreszierendem Maßband                blondi (LATREILLE, 1804). Im Laufe des Ta-
                                                                                     und hatte vor meinem Aus-            ges fand ich weitere Exemplare von T. blondi
                                                                                     flug mit meinem Bekannten            in unterschiedlichen Größen. Jüngere Exem-
                                                                                     vereinbart, dass wohl etwas          plare von T. blondi fand ich hauptsächlich in
                                                                                     passiert sei, wenn ich nicht         natürlichen, nicht mit Seide ausgekleideten
                                                                                     zum Abendbrot wieder zu-             Höhlen unter abgefallenen Ästen, großen
                                                                                     rück an der Lodge wäre. In           Felsen und in verlassenen Löchern anderer
                                                                                     diesem Fall würde jemand             bodenbewohnender Lebewesen. Ich be-
                                                                                     vorbeikommen und nach                merkte, dass die jüngeren Altersstadien bei
                                                                                     mir suchen.                          der Wahl ihrer Behausungen eher opportu-
                                                                                         Nach kurzer Zeit er-             nistisch waren und sich nicht, wie die adul-
                                                                                     blickte ich ein typisches,           ten Weibchen, Höhlen bauten. Subadulte
  eine Theraphosa blondi mit ca. 25 cm Spannweite vor ihrem Bau auf Beute lauernd    baumwoll-weißes Gewebe:              und adulte T. blondi wurden hauptsächlich in
  Foto: Rick C. West
                                                                                     der Eingang zu einem Erd-            den üblichen, im Boden angelegten Bauten
Vorgehensweise wird hauptsächlich auf- bau. Der Größe nach zu urteilen musste es                                          entdeckt. Vor den meisten dieser Höhlen
grund der extrem aggressiven Reizhaare des eine wahrlich riesige Vogelspinne sein. Der                                    findet man die oben beschriebenen, gesäu-
Typs III bei T. blondi gewählt – alles in allem Bereich vor dem Eingang der Höhle war                                     berten seidenen Bereiche. Wenn dieser
ein entsetzlicher Handel.                                       sehr sorgfältig von Blättern und heranwach-               Bereich zerfleddert aussieht oder Blätter
     Während ich zum Kaw-Gebirgszug hin- senden Pflanzen befreit. Diese Zone oder                                         und Stöckchen darauf herumliegen, kann
auf fuhr, flitzten hin und wieder Gruppen die »Arena«, wie ich diesen Bereich in der                                      man davon ausgehen, dass der Bau verlassen
von Saguinus midas midas (kleinwüchsige, Regel nenne, war mit Seide bedeckt, die                                          ist. Umweltbedingungen wie wenig verfüg-
schwarze Tamarin-Äffchen mit gelben Fü- wohl von dieser großen Spinne ausgelegt                                           bares Futter, Trockenheit oder häufige
ßen) über die Straße. Wenn man den »Screa- wurde, um vorbeilaufende Beute schneller                                       Störungen führen dazu, dass T. blondi ihren             vorkolumbianischen Felszeichnungen u.a. mit Spinnen-
                                                                                                                                                                                  motiven
ming Piha« (Lipaugus vociferans – ein Vogel, und einfacher zu erkennen. Nach kurzer                                       Bau verlassen und nach einem besseren                   Foto: Rick C. West

ungefähr so groß wie ein Star) schreien hört,                                                                             Platz suchen. Ein weiterer Grund kann aber
weiß man, dass man im ursprünglichen                                                                                      auch die vollzogene Reifehäutung der                   nen Pfade. Einer dieser Pfade führte mich
Hochlandwald angekommen ist. Ich stellte                                                                                  Männchen und die damit einhergehende                   zu vorkolumbianischen Felszeichnungen
den Wagen am Straßenrand ab, packte mei-                                                                                  Suche nach einem paarungsbereiten Weib-                unbekannten Alters und Herkunft. Obwohl
ne Ausrüstung zusammen und ging hinein                                                                                    chen sein. Die üblichen Beutetiere von T.              gut vorbereitet, freute ich mich sehr über
in den Regenwald. Die Bäume und Baum-                                                                                     blondi sind kleine Frösche und Eidechsen               diese große Felszeichnung mit Riesenschlan-
kronen waren hier wesentlich höher und                                                                                    (auch Skinke und Geckos). Obwohl ich in                gen und Spinnen als Motive. Da sich diese
ausladender als in den Wäldern der Niede-                                                                                 diesem Gebiet hin und wieder auch den                  Zeichnung inmitten des T. blondi-Habitats
rungen. Die Temperatur betrug zwischen                                                                                    Pfeilgiftfrosch Dendrobates tinctorius entdeck-        befindet, glaube ich, dass die frühen Ur-Ein-
20°C und 27°C, die relative Luftfeuchte lag                                                                               te, wurde bisher noch nie davon berichtet,             wohner in Ehrfurcht vor diesen großen
zwischen 79% und 96%. Das Gelände hier                                                                                    dass Frösche dieser Gattung von Vogelspin-             Spinnen und vermutlich den in Flussnähe
war eine Mischung aus steilen, lehmigen                                                                                   nen gefressen wurden.                                  anzutreffenden Anacondas und Buschmei-
Hängen, felsigen, lava-ähnlichen Formatio-                                                                                     In den verbleibenden zwei Wochen                  stern lebten. Ich überlegte, welche spirituelle
nen und einigen Höhlen. Ich brach im übri-                       ein Jungtier von Theraphosa blondi mit ca. 10 cm Bein-   kehrte ich öfters zum Kaw-Gebirgszug zu-               Rolle diese Lebewesen für die altertümlichen
                                                                 spannweite
gen gerade eine der Grundregeln – ich ging                       Foto: Rick C. West                                       rück und untersuchte die vielen vorhande-              Handwerker gespielt haben mögen, als sie
                                                         10                                                                                                                 11
ARACHNE 10(2), 2005                                                                                                                                                                                    ARACHNE 10(2), 2005



damals hier an dieser Stelle standen und sie          auszog, lief etwa ein halber Liter Blut aus                   sich aufbäumende und fauchende Schlank-               SUMMARY
im Quarzit verewigten.                                dem Stiefel. Die Socke war voll von geron-                    natter (Leptophis ahaetulla). Obwohl diese
    Ich habe noch viele andere Vogelspin-             nenem Blut, das in den Gummistiefel ge-                       Schlange nicht giftig ist, war ich doch ziem-         The author describes one of his trips to
nenarten gefunden, deren Beschreibung                 steckte Hosenbein scharlachrot. Offenbar                      lich schockiert über diesen Vorfall. Hätte sie        French Guiana, South America.
würde aber leider den Rahmen dieses Arti-             hatte die Hacke eine Vene verletzt, die durch                 mich getroffen und sich um mich gewickelt,               A general overview of the country is
kels sprengen. Unnötig zu sagen, dass Fran-           das Schienbein verläuft und so konnte das                     hätte ich entweder netten Dünger für den              provided along with some natural history
zösisch Guyana aufgrund der hohen Arten-              Blut den ganzen Tag lang in meinen Stiefel                    Waldboden abgegeben oder mir einen schö-              notes on some of the theraphosid diversity
vielfalt auf einem so kleinen Gebiet, nicht           laufen. Nach ein wenig erster Hilfe und viel                  nen Gürtel aus dem Tier gemacht. Nachdem              found in both lowland and highland forest
nur bezüglich Vogelspinnen, sondern allge-            Bier (natürlich nur um die verlorene Flüssig-                 ich alle Sinne wieder beisammen hatte,                habitats.
mein in Flora und Fauna, eines meiner Lieb-           keit zu ersetzen) fühlte ich mich schnell wie-                nahm ich meinen Rucksack, um die Kamera
lingsländer ist.                                      der kerngesund – ein bisschen jedenfalls.                     herauszuholen und ein paar Bilder von die-               Adresse des Autors:
    Während ich alleine durch den Regen-                  Während ich allein im Regenwald her-                      ser unheimlich schönen Schlange zu ma-                   Royal British Museum
wald ging, wurde ich zweimal hart auf die             umstreife, bin ich nervlich immer etwas an-                   chen, bevor sie im Grün des Regenwaldes                  Rick C. West
Probe gestellt. Obwohl es nichts mit Vogel-           gespannt, weil ich ständig nach giftigen                      verschwand.                                              c/o 3436 Blue sky Place
spinnen zu tun hat, verdienen diese beiden            Schlangen, Jaguaren oder illegalen bzw. be-                       Als ich meiner Frau diese beiden Ge-                 Victoria BC
Begebenheiten schon aufgrund ihrer Komik              trunkenen Jägern Ausschau halte. Als ich                      schichten erzählte, sagte sie nur »Wie ich               Canada V9C 3N5
erwähnt zu werden, bevor ich den Artikel              irgendwann einmal stehen geblieben bin, um                    schon sagte, Liebling… Du wirst älter!«.
beschließe.                                           dem Gesang des »Screaming Piha« zu lau-
    Meine Frau zieht mich jedes Mal damit             schen, zischte plötzlich irgendetwas aus ei-
auf, dass ich zu alt bin um alleine in Regen-         ner Baumkrone fallend an mir vorbei, ver-
wäldern nach Vogelspinnen zu suchen.                  passte meinen Kopf nur ganz knapp und                         Eine Einführung in die Etymologie von Gattungs- und
LYNN hat durchaus Recht, wenn sie sich be-            landete wenige Zentimeter entfernt auf dem
schwert, denn wann immer ich verreise pas-            Waldboden. Herunterfallende tote Äste oder
                                                                                                                    Artnamen bei Vogelspinnen (Araneae: Theraphosidae)
siert mir irgendetwas Schlimmes oder ich              große Blätter sind für den Regenwald durch-                   von Tobias Wagner
verletze mich sehr schwer. Vielleicht bin ich         aus nicht ungewöhnlich. Als ich mich um-
irgendwie verflucht oder es ist »Murphy's             drehte, um zu sehen was da heruntergefallen
Law«. Was immer es ist, irgendwie scheine             war, lief mir ein eiskalter Schauer über den                  EINLEITUNG                                            WAS IST ETYMOLOGIE?
ich vom Pech verfolgt zu werden. Diese Rei-           Rücken. Vor mir lag eine etwa 180 cm lange,
se machte da keinen Unterschied.                                                                                    Sicherlich hat sich jeder Spinnenhalter schon         Unter Etymologie versteht man die Wissen-
    Während ich mit meiner kleinen Hacke                                                                            einmal gefragt, was sich eigentlich hinter            schaft von der Herkunft der Wörter. Dieses
versuchte einen Stein herumzudrehen,                                                                                den oft schwer verständlichen bzw. auszu-             Fremdwort leitet sich aus dem Altgriechi-
rutschte ich ab und traf mein Schienbein                                                                            sprechenden Gattungs- und Artnamen sei-               schen ab: von étymos für »wirklich, wahr,
knapp über den Gummistiefeln. Es tat sehr                                                                           ner Pfleglinge an Bedeutung verbirgt. Für             gewiss« und lógos für »Rede, Darlegung,
weh, aber ich untersuchte die Wunde nicht,                                                                          viele bleibt es beim berüchtigten »lateini-           Lehre«. Etymologie ist also wortgetreu über-
weil ich davon ausging, dass es nur eine klei-                                                                      schen Namen«, eine Bezeichnung jedoch,                setzt »die Lehre des Wahren« oder auch »die
ne Schramme war. Während ich den Rest                                                                               die, wie später verdeutlicht wird, inkorrekt          Darlegung des tatsächlichen Ursprungs«.
des Tages ganz normal weiterwanderte,                                                                               ist. Dass jedoch das Beherrschen der wis-
fühlte sich mein Fuß irgendwie feucht an.                                                                           senschaftlichen Artnamen auf Grund der                B EZUG   DER   E TYMOLOGIE ZUR       WISSEN -
Das war aber nichts ungewöhnliches, weil                                                                            internationalen Gültigkeit der binominalen            SCHAFTLICHEN     NOMENKLATUR
sich im Laufe des Tages jede Menge an den                                                                           Nomenklatur (= in Gattungs- und Artna-
Beinen herunter laufender Schweiß in den                                                                            men aufgeteilt) gerade im Bereich der Terra-          Seit der Einführung der binominalen No-
Gummistiefeln sammelt. Als ich abends zur                                                                           ristik außerordentlich wichtig ist, dürfte            menklatur durch CARL VON LINNÉ im Jahre
                                                       eine etwa 180 cm lange Schlanknatter (Leptophis ahaetulla)
Lodge zurückkehrte und die Gummistiefel                Fotos: Rick C. West                                          jedem erfahreneren Halter einleuchten.                1751 mit seinem Werk »Philosophia botani-
                                                 12                                                                                                                  13
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ca« verfügt jedes wissenschaftlich erfasste (=          Wenn jemand eine Erstbeschreibung durch-          Der griechische Buchstabe Kappa (»k«) in              son(en) entsprechend] angehängt, wie z.B.
beschriebene) Lebewesen über einen Gat-                 führt obliegt es ihm nun, dem neuen Objekt        kéras wird in der latinisierten Form zum              bei Euathlus pulcherrimaklaasi (Patronym für
tungsnamen und ein oder, im Falle von                   einen passenden und unfehlbaren Namen zu          Buchstaben »c«, die griechische Endung                PETER KLAAS), Aphonopelma mooreae (Patro-
Unterarten, mehrere sog. Artepitheton(e)                erteilen, der noch nicht existieren darf. Zu-     »-os« von gýros (Nominativ Singular; Mas-             nym für BARBARA MOORE) oder Chaetopelma
(gr. epíthetos = hinzugefügt). Darauf basie-            dem ist vorher zu klären, ob das Lebewesen        kulinum) zum lateinischen »-us«.                      webborum (Patronym für A NN und F RANK
rend existieren heute detaillierte und kom-             einer bereits vorhandenen Gattung zuge-               Die Ortsbezeichnung »Bechuana« wird               WEBB).
plexe Regelwerke (s. a. KRAUS et al. 2000).             hörig ist, oder ob anhand der neuen Art           als Artepitheton wie ein Adjektiv gehand-                 In vielen Erstbeschreibungen ist unter
     Der Anfangsbuchstabe des Gattungsna-               auch eine neue Gattung aufgestellt werden         habt und muss somit dem Gattungsnamen                 dem Punkt Derivatio nominis in wenigen
mens wird nach diesen Regeln stets groß,                muss, weil sie sich keiner vorhandenen zu-        in Kasus (»Fall«), Numerus (Singular-Plural)          Worten angegeben, wie es zu der Entschei-
der des Artepitheton klein geschrieben. Bei-            ordnen lässt.                                     und Genus (Geschlecht) angepasst werden               dung kam, der neuen Art/Gattung den je-
de werden kursiv gedruckt. Dieses Binomen                   Die Namen stammen zum Großteil aus            (Anm.: Die Verwendung des Plurals findet              weiligen Namen zu verleihen.
ist der Artname, auch wenn es in der Zoolo-             dem Lateinischen und Altgriechischen, aber        jedoch nur noch als personenbezogener Ge-                 Im folgenden Teil sind gängige Vogel-
gie oft üblich ist, allein das Epitheton als            auch aus dem Wortschatz anderer Sprachen          nitiv Verwendung). Da im gegebenen Bei-               spinnengattungen und -arten mit der Ety-
»Artnamen« zu bezeichnen (vgl. SUDHAUS &                und beziehen sich auf Eigenschaften, Ei-          spiel Ceratogyrus männlich ist, wird aus dem          mologie ihres Namens aufgelistet. Die Aus-
REHFELD 1992).                                          gennamen und weitere Dinge. Sie nehmen            Ortsnamen bechuanicus.                                wahl erfolgte primär nach in der Terrarien-
     Zur vollständigen wissenschaftlichen Be-           in den meisten Fällen Bezug auf besondere                                                               haltung verbreiteten Arten. Bei weiterem
zeichnung einer Art gehören daneben noch                Merkmale des beschriebenen Organsimus,            [2] Brachypelma albopilosum VALERIO, 1980             Interesse sind sämtliche Etymologien für die
der Name der Person, welche die Erstbe-                 sind zu Ehren einer Person (oft des Ent-              Brachypelma < (gr.) brachýs = kurz + tò           Familie Theraphosidae im Internet unter
schreibung durchgeführt hat (auch mehrere               deckers oder einer Person, die sich in beson-         pélma = die Sohle, der Fuß                        http://etymologie.dearge.de abrufbar.
Personen), sowie das Jahr, in dem diese ver-            derer Weise verdient gemacht hat) bezeich-            albopilosum < (lat.) albus = weiß + pilo-
öffentlicht wurde.                                      net oder geben Rückschlüsse auf das Her-              sus = haarig                                      H INWEIS : Die Etymologien basieren auf
     Stehen Personenname und Jahr in Klam-              kunftsland bzw. den Fundort der beschrie-         Hier ist allein »albopilosum« die korrekte Be-        fundierten Kenntnissen des Lateinischen,
mern, so deutet dies darauf hin, dass die Art           benen Art. Vor allem in Hinsicht auf die          zeichnung des Epithetons. »pélma« ist im              Altgriechischen und anderer Sprachen und
zuvor einer anderen Gattung zugehörig be-               Eigenschaften sind diese Namen häufig rein        Altgriechischen ein Neutrum, also sächlich.           anatomischer Strukturen im Körperbau der
schrieben wurde.                                        subjektiv gewählt. Dies ist aber nebensäch-       Das Adjektiv »pilosus« besitzt im Lateini-            Vogelspinnen und auf Wissen bezüglich der
                                                        lich, da das Ziel in erster Linie nur darin be-   schen die drei Endungen -us (für männlich),           Regeln der internationalen Nomenklatur.
Beispiele:                                              steht, der neuen Gattung/Art einen Namen          -a (für weiblich) und -um (für sächlich). Da,         Dennoch kann keine Garantie auf Richtig-
                                                        zu geben, um eine internationale und un-          wie oben beschrieben, das Epitheton dem               keit und Vollständigkeit gegeben werden.
[1] Ephebopus uatuman LUCAS, SILVA & BER-               fehlbare Bezeichnung gemäß den Nomen-             Gattungsnamen angepasst werden muss,                      Die Zuordnung der wissenschaftlichen
    TANI, 1992                                          klaturregeln zu gewährleisten.                    muss es korrekterweise albopilosum lauten.            Gattungs- und Artnamen richtet sich zum
    Ephebopus uatuman wurde somit in der                    Gemäß den Regeln der Nomenklatur                  Bezieht sich das Artepitheton auf eine            gegenwärtigen Zeitpunkt nach »The World
    Gattung Ephebopus von LUCAS, SILVA und              sind alle Namen latinisiert, d.h. in Form und     Person (sog. Patronym), so wird i.A. dem              Spider Catalog, Version 5.0« (P LATNICK ,
    BERTANI im Jahre 1992 wissenschaftlich              Grammatik der lateinischen Sprache ange-          Namen die lateinische Genitivendung [dem              2004).
    beschrieben.                                        passt, selbst wenn es sich um Wörter bei-         Geschlecht und dem Numerus der Per-
                                                        spielsweise altgriechischen Ursprungs handelt.
[2] Acanthoscurria geniculata (C. L. KOCH, 1841)
    Da Name und Jahreszahl in Klammern                  Beispiel:                                                        GÄNGIGE VOGELSPINNEN MIT HERLEITUNG IHRER NAMEN
    stehen, wurde Acanthoscurria geniculata
    von C. L. KOCH 1841 zum damaligen                   [1] Ceratogyrus bechuanicus PURCELL, 1902         Glossar: PN = Patronym/Personenname, ON = Ortsname (Ortsangabe)
    Zeitpunkt also in einer anderen Gattung                 Ceratogyrus < (gr.) tò kéras = das Horn +
    beschrieben. Wie so viele früh beschrie-                ho gýros = der Kreis                          Acanthoscurria
    bene Vogelspinnenarten war A. geniculata                bechuanicus < Adjektiv zum Eigennamen         < (gr.) he ákantha = die Distel + (lat.) currere = laufen (?)
    anfangs der Gattung Mygale zugehörig.                   eines Ortes (Bechuanaland)                    => »auf spitzen Beinen laufend«/»auf Zehenspitzen laufend« ?
                                                   14                                                                                                      15
ARACHNE 10(2), 2005                                                                                                                                                                 ARACHNE 10(2), 2005




Epitheton             Herleitung                                      Bedeutung                   Chromatopelma
brocklehursti         Eigenname PN
geniculata            < (lat.) geniculatus = knotig                   »knotig«                    < (gr). tò chróma = die Farbe + tò pélma = der Fuß, die Sohle
                                                                                                  => »farbige Sohle«

Avicularia                                                                                        Epitheton         Herleitung                                    Bedeutung
                                                                                                  cyaneopubescens   < (gr.) kyáneos = schwarzblau + (lat.) pubes- »beim Heranwachsen
< (lat.) avicularis = Vogel- (avis = Vogel)                                                                         cere = mannbar werden, heranwachsen           schwarzblau werdend«
=> »Vogel(spinne)« [CARL VON LINNÉ beschrieb die erste Vogelspinne als Aranea (= lat. die
Spinne) avicularia]
                                                                                                  Grammostola
Epitheton             Herleitung                                      Bedeutung
aurantiaca            < (lat.) aurantiacus = orangefarbig             »orangefarbig«              < (gr.) tò grámma = die Schrift, Zeichnung + hé stolé = die Stola, das Gewand
avicularia            < (lat.) avicularis = Vogel... (avis = Vogel)   Vogel(spinne)               => »beschriebenes/bemaltes Kleid«
geroldi               Eigenname PN
laeta                 < (lat.) laetus = fröhlich                      »fröhlich«                  Epitheton         Herleitung                                       Bedeutung
metallica             < (lat.) metallum = das Metall < metallicus     »metallen (schimmernd)«     actaeon           Eigenname PN (Actaeon, Jäger in der grie-
                      (Adj.)                                                                                        chischen Mythologie?)
minatrix              < (lat.) minari = drohen + -trix (fem. nomen    »drohend«                   aureostriata      < (lat.) aureus = golden + striatus = gerieft,   »goldgestreift«
                      agentis)                                                                                      gerippt
purpurea              < (lat.) purpura = das Purpur < purpureus       »purpurn, purpurfarbig«     grossa            < (lat.) grossus = groß, fett                    »groß, fett«
                      (Adj.)                                                                      iheringi          Eigenname PN
urticans              < (lat.) urtica = die Brennnessel; das Jucken»brennend, juckend« (vgl. a.   mollicoma         < (lat.) mollis = weich, locker + coma =         »weichhaarig, flauschig«
                      < urticans (Adv.)                            'urticating hairs' im engli-                     (Haupt-)Haar
                                                                   schen Sprachgebrauch!)         pulchra           < (lat.) pulcher = schön                         »schön«
versicolor            < (lat.) vertere = wenden, wandeln + color = »Farbe wandelnd; sich farb-    rosea             < (lat.) roseus = rosenfarbig, rosig, rosa       »rosafarbig«
                      Farbe                                        lich verändernd«
                                                                                                  Haplopelma
Brachypelma
                                                                                                  < (gr.) haplóos = einfach + tò pélma = der Fuß, die Sohle
< (gr.) brachýs = kurz + tò pélma = die Sohle, der Fuß                                            => »einfache Sohle«
=> »kurze Sohle«
                                                                                                  Epitheton         Herleitung                                       Bedeutung
Epitheton             Herleitung                                      Bedeutung                   albostriatum      < (lat.) albus = weiß + striatus = gerieft,      »weiß gestreift«
albopilosum           < (lat.) albus = weiß + pilosus = haarig        »weißhaarig«                                  gerippt
auratum               < (lat.) aur(e)atus = vergoldet                 »vergoldet«                 lividum           < (lat.) lividus = bläulich                      »bläulich (schimmernd)«
boehmei               Eigenname PN                                                                minax             < (lat.) minari = drohen < minatrix < minax      »drohend«
emilia                Eigenname PN                                                                                  = drohend
klaasi                Eigenname PN                                                                schmidti          Eigenname PN
ruhnaui               Eigenname PN
smithi                Eigenname PN
vagans                < (lat.) vagare = umherschweifen, umherzie-     »umherschweifend«
                      hen
                                                  16                                                                                            17
ARACHNE 10(2), 2005                                                                                                                                                                  ARACHNE 10(2), 2005



Lasiodora                                                                                           Pterinochilus

< (gr.) lásios = zottig, wollig + tò dóron = das Geschenk                                           < (gr.) ptérinos = von Feder gemacht + tò cheílos = die Lippe
=> »zottiges Geschenk (Bezug?)«                                                                     => »gefiederte Lippe«

Epitheton             Herleitung                                       Bedeutung                    Epitheton        Herleitung                                 Bedeutung
difficilis            < (lat.) difficilis = schwer, schwierig          »schwierig« (bzgl. Bestim-   murinus          < (lat.) mus = die Maus < murinus = mäuse- »mäuseartig«
                                                                       mung?)                                        artig, Mäuse-
klugi                 Eigenname PN
parahybana            Eigenname ON: Parahyba do Norte                                               SUMMARY                                                 chisch. 6. Aufl., Langenscheidt KG, Berlin,
                                                                                                                                                            München.
                                                                                                    The etymology of tarantula species names is          P ERTSCH , E. & L ANGE -K OWAL , E. E.
Pamphobeteus                                                                                        described. On the basis of two examples                 (1992): Langenscheidts Schulwörterbuch
                                                                                                    TOBIAS WAGNER points out the meaning of                 Latein. Lateinisch-Deutsch. Deutsch-
< (gr.) pás = voll, ganz + ho phobeteús = der Erschrecker                                           the scientific names and the correct process            Lateinisch. 21. Aufl., Langenscheidt KG,
=> »Alleserschrecker«                                                                               of »composing« a scientific species name.               Berlin, München.
                                                                                                                                                         PLATNICK, N. I. (2004): The World Spider
Epitheton             Herleitung                                       Bedeutung                    DANKSAGUNG                                              Catalog, Version 5.0. online at
antinous              < (gr.) antínoos = gegensinnend                  »gegensinnend, feindlich«                                                            http://research.amnh.org/entomolo
ornatus               < (lat.) ornatus = geschmückt                    »geschmückt«                 Mein Dank gilt allen bisherigen und zukünf-             gy/spiders/catalog81-87/INTRO1.html.
                                                                                                    tigen Kritikern, Beteiligten und Interessen-            The American Museum of Natural History,
Poecilotheria                                                                                       ten für »etymologie.dearge.de« sowie MAR-               New York
                                                                                                    TIN H UBER (Untersöchering) für die Anre-            SCHMIDT, G. (1993): Vogelspinnen. Lebens-
< (gr.) poikílos = bunt, vielfältig, listig + tò theríon = das wilde Tier                           gung zu diesem Artikel.                                 weise – Bestimmungsschlüssel – Haltung
=> »buntes, wildes Tier«                                                                                Zu weitaus größerem Dank allerdings                 – Zucht. 4. erw. Aufl., Landbuch-Verlag,
                                                                                                    bin ich meinem langjährigen Freund THO-                 Hannover.
Epitheton             Herleitung                                       Bedeutung                    MAS STEER (Ingolstadt) verpflichtet, der mir         STRIFFLER, B. F. (2003): Literatur Recher-
fasciata              < (lat.) fasciatus = gebändert                   »gebändert«                  mit seinen außerordentlich umfassenden                  che – was hat das mit Vogelspinnen zu
formosa               < (lat.) formosus = wohlgestaltet, schön         »schön«                      Sprachkenntnissen stets interessiert und tat-           tun?? DeArGe-Mitteilungen 8(1): 14-18.
ornata                < (lat.) ornatus = geschmückt                    »geschmückt«                 kräftig zur Seite steht.                             SUDHAUS , W. & K. REHFELD (1992): Ein-
regalis               < (lat.) regalis = königlich                     »königlich«                                                                          führung in die Phylogenetik und Syste-
rufilata              < (lat.) rufus = rothaarig + latus = die Seite   »rot behaarte Seite«         LITERATUR                                               matik. Gustav Fischer Verlag, Stuttgart,
                                                                                                                                                            Jena, New York.
                                                                                                    KLAAS, P. (2003): Vogelspinnen. Herkunft –           WERNER, F. C. (1967): Wortelemente latei-
Psalmopoeus                                                                                            Pflege – Arten. 2., völlig neu bearb.                nisch-griechischer Fachausdrücke in den
                                                                                                       Aufl., Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart.                biologischen Wissenschaften. 3. Aufl.,
< (gr.) ho psalmós = das Lied, der Psalm + poieín = dichten, singen                                 K RAUS , O. ET AL . (2000): Internationale              Suhrkamp Taschenbuch Verlag, Halle.
=> »Psalmensänger«                                                                                     Regeln für die Zoologische Nomenkla-
                                                                                                       tur. Offizieller Deutscher Text. 4. Aufl.,           Adresse des Autors:
Epitheton             Herleitung                                  Bedeutung                            Goecke & Evers, Keltern-Weiler.                      Tobias Wagner
cambridgei            Eigenname PN                                                                  MENGE, H. ET AL. (1996): Langenscheidts                 Zum Salm 7
irminia               Eigenname PN (nach IRMI OBERHUBER, der                                           Taschenwörterbuch Altgriechisch. Alt-                88662 Überlingen
                      Lebensgefährtin des Beschreibers F. SAAGER)                                      griechisch-Deutsch. Deutsch-Altgrie-                 ! spideretymology@gmx.net
                                                    18                                                                                              19
ARACHNE 10(2), 2005                                                                                                                                                                              ARACHNE 10(2), 2005




Kokonbau ohne Kopulation Teil II
von Mario Wilfert

Das schon im ersten Teil erwähnte Gram-              instinktiv, dass mit ihren Kokons etwas nicht
mostola grossa Weibchen (WILFERT 2003), wel-         in Ordnung war, denn andere Gründe die
ches ich im Jahre 1996 als Nymphe bekam,             für einen Kokonverzehr verantwortlich sein
hat inzwischen eine Größe von 7,5 cm und             könnten, wie z.B. eine Störung bei der Brut-
ein Gewicht von 28 g erreicht. Nach der Er-          pflege oder eine klimatische Veränderung im
langung ihrer Geschlechtsreife stellte sie am        Terrarium, lagen nicht vor. Es kann aber
25.06.2001 einen Kokon her. Die Besonder-            auch vorkommen, dass ein Weibchen seinen
heit an diesem Kokonbau war die Tatsache,            Kokon einfach nur ablegt und ihn nicht wei-
dass ihm keine Kopulation voraus ging und            ter beachtet. Bei diesem regelmäßig auftre-
es sich demnach dabei um einen sogenann-             tenden Phänomen stellt sich nun die Frage           geöffneter Scheinkokon von Grammostola grossa
                                                                                                         Foto: Mario Wilfert
                                                                                                                                                               Nahaufnahme der unbefruchteten Eier
                                                                                                                                                               Foto: Mario Wilfert
ten »Scheinkokon« handeln musste. Ihrem              nach den möglichen Ursachen, die einen
ersten Scheinkokon sollten bis heute noch            Scheinkokonbau unter Terrarienbedingun-            reinstimmung, dass bei einem Scheinkokon-             SUMMARY
drei weitere folgen, die am 27.06.2002,              gen auslösen könnten. Für den Kokonbau in          bau wohl optimale Haltungsbedingungen
26.06.2003 und am 28.06.2004 gebaut wur-             ihrem natürlichen Habitat spielen verschie-        vorgeherrscht haben müssen, gab es für die-           M ARIO W ILFERT owns an unmated, eight
den. Da ich ihr diese ersten drei Kokons             dene Faktoren eine Rolle, wie z.B. die Kli-        ses Verhalten keine plausible Erklärung,              years old female of Grammostola grossa that
überlassen hatte, wurden sie von ihr inner-          mabedingungen, die Jahreszeit oder der             sondern nur Vermutungen. Einige der ge-               produces »phantom eggsacs« since 2001.
halb der ersten Woche erwartungsgemäß                Ernährungs- bzw. Gesundheitszustand.               nannten Erklärungen sehen die mögliche                The data of the phantom eggsacs are pre-
wieder verzehrt. Möglicherweise spürte sie           Nach meinen bisherigen Beobachtungen               Ursache in einer Fehlsteuerung des Zentra-            sented and some suggestions concerning the
                                                     und dem Erfahrungsaustausch mit einigen            len Nervensystems und einer damit verbun-             reasons for this behaviour are given.
                                                     Kollegen, beginnt das Grammostola grossa           denen Impulsstörung, die einen Kokonbau
                                                     Weibchen nach einer erfolgreichen Kopula-          auslösen würde. Weitere Vermutungen brin-             LITERATUR
                                                     tion ca.12 bis 14 Wochen später mit der            gen dieses Verhalten mit einer Überfütte-
                                                     Kokonherstellung und der Eiablage von ca.          rung oder den jahreszeitlich typischen Be-            MEINHART, M. (2000): Kurze Einführung
                                                     500-600 Stück. Die Größe des Kokons                dingungen in Zusammenhang. Was aber                      in die Vogelspinnenkunde. Buthus-Fach-
                                                     beträgt dabei in der Regel ca. 6-8 cm und          wiederum die Frage aufwirft, warum nicht                 verlag,
                                                     hat ein Gewicht von ca. 8-10 g. Bei den bis-       alle geschlechtsreifen, unbefruchteten und            STADLER, G. (2000): Ihr Hobby Vogelspin-
                                                     her angefertigten Scheinkokons gab es ge-          überernährten Weibchen zu einer ganz                     nen. bede Verlag, Ruhmannsfelden.
                                                     genüber dem Normalfall erhebliche Ab-              bestimmten Zeit einen Scheinkokon bauen.              VON WIRTH, V. (1996): Vogelspinnen richtig
                                                     weichungen, denn ihr zuletzt gebauter              Da der Scheinkokonbau nicht nur auf einige               pflegen und verstehen. GU Verlag, Mün-
                                                     Scheinkokon hatte ein Gewicht von 6 g und          Gattungen beschränkt ist, wäre es interes-               chen.
                                                     einen Durchmesser von 5 cm und beinhalte-          sant zu erfahren, bei welchen Arten ähnliche          WILFERT, M. (2003): Kokonbau ohne Ko-
                                                     te 114 Eier die zwischen 2 mm und 4 mm             Beobachtungen gemacht wurden und ob                      pulation. DeArGe Mitteilungen 8(1): 19.
                                                     groß waren. Bei Gesprächen und schriftli-          das regelmäßige Scheinkokonbauverhalten
                                                     chem Erfahrungssaustausch mit einigen              durch eine inzwischen stattgefundene Ko-                 Adresse des Autors:
                                                     Kollegen berichteten mir diese über ihre Be-       pulation beendet wurde. Weil es aber in der              Mario Wilfert
                                                     obachtungen beim Scheinkokonbau, der               Natur keine grundlosen Vorgänge gibt, wird               Burgweg 19
                                                     übrigens auch bei anderen Gattungen wie            hier noch einiges an Ursachen- bzw. Verhal-              35619 Braunfels
                                                     z.B. Acanthoscurria, Chilobrachys oder Haplopel-   tensforschung nötig sein.
 Grammostola grossa mit »Scheinkokon«
 Foto: Mario Wilfert                                 ma vorkommt. Außer der allgemeinen Übe-
                                                20                                                                                                       21
ARACHNE 10(2), 2005                                                                                                                                                                                  ARACHNE 10(2), 2005




Die Spinne des Jahres 2005                                                                               gen und Mücken, die sich natürlich gerne im             bestimmte Art legen und dadurch auch
                                                                                                         menschlichen Siedlungsbereich aufhalten.                mehr Informationen über ihre Gefährdung,
von John Osmani
                                                                                                              Bei kühler Witterung zieht sich die Ze-            ihre Haltung und Zucht berichten und aus-
                                                                                                         braspringspinne allerdings in ihren Wohnge-             tauschen. Darüber hinaus könnte dies auch
Wie jedes Jahr wurde auch in diesem Januar                                                               spinnstsack, den sie irgendwo zwischen den              einen Werbeeffekt für das Hobby »Vogel-
wieder die Spinne des Jahres durch die                                                                   Mauerfugen anlegt, zurück und wartet auf                spinnen im Terrarium« darstellen, denn auch
Arachnologische Gesellschaft e.V. (AraGes) pro-                                                          besseres Wetter.                                        dieses Thema ist vielen unkundigen Mit-
klamiert – dieses Jahr zum ersten mal in                                                                      Ziel und Sinn der Proklamierung der
Kooperation mit der Belgischen Arachnologi-                                                              »Spinne des Jahres«, des »Vogel des Jahres«
schen Vereniging (ARABEL).                                                                               oder eines anderen Tieres, ist es, die Bevöl-
     Die Arachnologische Gesellschaft e.V. be-                                                           kerung auf eine Tierart aufmerksam zu ma-
schäftigt sich vor allem mit der Erforschung                                                             chen und Verständnis und Neugier auf die
von einheimischen Spinnentieren. Vielleicht                                                              Natur zu wecken. Bei der Spinne des Jahres
wäre es ja auch mal eine Idee für die Deutsche                                                           ist nun für dieses Jahr eine Spinnenart
Arachnologische Gesellschaft e.V. eine Vogel-                                                            gewählt worden, die aufgrund ihrer Häufig-
spinne des Jahres zu proklamieren, um auch                                                               keit in ihrem Bestand sicher nicht gefährdet
dieser Tiergruppe ein Diskussionsforum zu                                                                ist. Dies sollte aber dennoch auch zum An-
bieten? Aber dazu später mehr.                           Salticus scenicus
                                                         Foto: John Osmani
                                                                                                         lass genommen werden daran zu erinnern,
     Für das Jahr 2005 haben sich die Kura-                                                              dass viele andere Arten in ihrem Bestand
toren der beiden oben genannten Gesell-                 vollführen im Frühjahr ausgeprägte Kom-          gefährdet sind – auch bei unseren einheimi-              Philaeus chrysops, eine vom Aussterben bedrohte Spring-
schaften nun für die Zebraspringspinne Sal-             mentkämpfe, indem sie sich mit weit ges-         schen Spinnen. Um bei den Salticiden zu                  spinnenart
                                                                                                                                                                  Foto: John Osmani
ticus scenicus entschieden. Neben der Be-               preizten Chelizeren gegenseitig androhen.        bleiben, denke ich dabei zum Beispiel an die
zeichnung Zebraspringspinne für diese Art                   Aufgrund ihrer Lebensweise ist die Ze-       in unseren Breiten so gut wie ausgestorbene,            menschen sicher noch unbekannt und mit
findet man in älterer Literatur übrigens auch           braspringspinne den meisten Menschen             wunderschöne Springspinne Philaeus chrysops.            entsprechenden Vorurteilen belastet.
noch die Namen Harlekinspringspinne und                 sicher schon mal über den Weg gelaufen,                    Und wenn wir schon einmal beim                     Wer sich weiter über die »Spinne des Jah-
Mauer-Hüpfspinne.                                       denn man kann sie durchaus als Kulturfol-               Artenschutz sind, sollte natürlich dar-          res« informieren will, der sollte den folgen-
     Salticus scenicus ist wohl eine der häufig-        ger bezeichnen, da sie bevorzugt an Haus-                an erinnert werden, dass auch sehr              den Bereich auf der Webseite der Arachnolo-
sten Spinnen überhaupt und sicher eine der              wänden lebt. Daneben kann man sie aber                    viele Vogelspinnenarten in ihrem               gischen Gesellschaft e.V. besuchen:
bekanntesten Vertreter der rund 80 ver-                 auch an Zäunen und Felsen finden. Im Ge-                      Bestand gefährdet sind. Die Ur-            http://www.arages.de/sdj/sdj_05.php
schiedenen Arten von Salticiden (Spring-                gensatz zu den beiden verwandten Arten                            sachen dafür sind sicher viel-
spinnen), die in Mitteleuropa vorkommen.                meidet sie allerdings Baumstämme.                                    fältig. Vielleicht wäre es          SUMMARY
     Durch ihr typisches »Zebraoutfit« ist sie              In typischer Springspinnenmanier lauert                               ja auch einmal sinn-
fast unverwechselbar, auch wenn es noch 2               die Harlekinspringspinne an sonnenbeschie-                                   voll eine »Vogel-           The Arachnologische Gesellschaft e.V. (AraGes)
weitere Arten der Gattung in unserer Hei-               nenen Hauswänden auf Fluginsekten, die                                         spinne des Jah-           and the belgian Arachnologische Vereniging
mat gibt die ähnlich gefärbt sind (S. cingula-          sich dort zum Aufwärmen oder zur Rast                                           res« zu prokla-          (ARABEL) have proclaimed the »spider of
tus, S. zebraneus). Diese sind aber im Gegen-           niederlassen. Sie schleicht sich dann an ihre                                    mieren? Mit der         the year 2005«. Salticus scenicus, a small jum-
satz zu S. scenicus nicht so häufig im Sied-            Beute an, befestigt einen Sicherheitsfaden an                                     intensiven Be-         ping spider with zebra-like black and white
lungsbereich anzutreffen, sondern leben vor             den Untergrund und springt ihre Mahlzeit                                          schäftigung            striped patterns has been elected.
allem an und auch unter Baumrinde.                      zielsicher an. Dabei ist erstaunlich, dass sie                                  einer Art für die
     Mit einer Größe von bis zu 7 mm bei                durchaus Beute macht, die doppelt so groß                                       Dauer eines Jah-            Adresse des Autors:
den Weibchen ist S. scenicus zugleich die               sein kann wie sie selbst. Darüber hinaus ist                                    res könnte man              John Osmani
größte Art der Gattung. Die Männchen blei-              sie für den Menschen ein wirklicher Nütz-                                  sicher sehr viel Auf-            Dürerstr. 1
ben mit bis zu 5 mm etwas kleiner. Diese                ling, denn sie fängt große Mengen an Flie-                               merksamkeit auf eine               50226 Frechen
                                                   22                                                                                                       23
ARACHNE 10(2), 2005                                                                                                                                                                      ARACHNE 10(2), 2005




Einige Natur- und Terrarienbeobachtungen zur indi-                                               • Chilobrachys huahini SCHMIDT & HUBER,             BIOTOP
                                                                                                   1996
schen Vogelspinne Chilobrachys fimbriatus POCOCK,                                                  Thailand                                          Chilobrachys fimbriatus lebt in Bauten an Ab-
1899 (Araneae: Therphosidae: Selenocosmiinae)                                                    • Chilobrachys hubei SONG & ZHAO, 1988              hängen und Böschungen, in Höhen zwi-
von Jean-Michel Verdez & Frédéric Cléton                                                           China                                             schen 50 cm und 2 Metern. Ein einzelnes
                                                                                                 • Chilobrachys jingzhao Z HU, S ONG & L I ,         Exemplar ist unter einem großen Stein ge-
                                                                                                   2001                                              funden worden. Die Erdbauten haben eine
Die Gattung Chilobrachys KARSCH, 1891 zählt        • Chilobrachys dyscolus (SIMON, 1886)           China                                             maximale Tiefe von 30 cm. Sie sind auf-
aktuell 23 Arten (PLATNICK 2005):                    Vietnam                                     • Chilobrachys nitelinus KARSCH, 1891               grund der gut sichtbaren Eingänge sehr
                                                   • Chilobrachys femoralis POCOCK, 1900           Sri Lanka
  • Chilobrachys andersoni (POCOCK, 1895)            Indien                                      • Chilobrachys oculatus (THORELL, 1895)
    Myanmar, Malaysia                              • Chilobrachys fimbriatus POCOCK, 1899          Myanmar
  • Chilobrachys annandalei SIMON, 1901              Indien                                      • Chilobrachys paviei (SIMON, 1886)
    Myanmar, Malaysia                              • Chilobrachys flavopilosus (SIMON, 1884)       Thailand
  • Chilobrachys assamensis HIRST, 1909              Indien, Myanmar                             • Chilobrachys pococki (THORELL, 1897)
    Indien                                         • Chilobrachys fumosus (POCOCK, 1895)           Myanmar
  • Chilobrachys bicolor (POCOCK, 1895)              Indien                                      • Chilobrachys sericeus (THORELL, 1895)
    Myanmar                                        • Chilobrachys hardwicki (POCOCK, 1895)         Myanmar
  • Chilobrachys brevipes (THORELL, 1897)            Indien                                      • Chilobrachys soricinus (THORELL, 1887)
    Myanmar                                                                                        Myanmar
                                                                                                 • Chilobrachys stridulans (W OOD M ASON ,
                                                                                                   1877)
                                                                                                   Indien
                                                                                                 • Chilobrachys thorelli POCOCK, 1900
                                                                                                   Indien
                                                                                                 • Chilobrachys tschankoensis SCHENKEL, 1963          Abb. 2: Das Typusmaterial, nach dem POCOCK die Art Chi-
                                                                                                   China                                              lobrachys fimbriatus 1899 beschrieben hat, wurde im We-
                                                                                                                                                      sten Indiens in der Region um Goa gefunden.


                                                                                               HERKUNFT                                              leicht auszumachen. Die Bauten sind tubus-
                                                                                                                                                     förmig, relativ breit und mit Laub und ver-
                                                                                               Chilobrachys fimbriatus stammt aus Westindien         schiedenen Pflanzenresten ausgekleidet. Die
                                                                                               aus der Region um Goa. Es handelt sich um             Eingänge sind stark mit dichter Spinnseide
                                                                                               eine Art mit einer Spannweite von ca. 12-14           ausgewebt. Im Februar, während der Trock-
                                                                                               cm bei den Weibchen. Die Größe der adul-              enzeit, herrschte eine wenig feuchte Atmos-
                                                                                               ten Männchen variiert stark. Sie können bis           phäre im Inneren der Bauten. Die Außen-
                                                                                               zu drei mal kleiner als die Weibchen sein.            temperatur überstieg zu diesem Zeitpunkt
                                                                                                   Das Männchen sieht dem Weibchen sehr              nie 28°C im Schatten. Es war uns nicht
                                                                                               ähnlich, besitzt allerdings längere und feine-        möglich, sie innerhalb der Bauten zu mes-
                                                                                               re Gliedmaßen. Zeichnung und Färbung der              sen. Es wurden in den Biotopen nur wenig
                                                                                               beiden Geschlechter sind annähernd iden-              Beutetiere (Insekten und andere) gesichtet.
                                                                                               tisch, jedoch ist das Blau der Femora bei den         Diese Knappheit an Futter lag möglicher-
                                                                                               Männchen sehr schwach ausgeprägt und                  weise in der unbarmherzigen Trockenheit
 Abb. 1: Chilobrachys fimbriatus, Weibchen
 Foto: Frédéric Cléton                                                                         kaum zu sehen.                                        der Jahreszeit begründet.
                                              24                                                                                                25
ARACHNE 10(2), 2005                                                                                                                                                                                                                     ARACHNE 10(2), 2005



HALTUNG IN GEFANGEN-
SCHAFT


Die kleineren Weibchen wur-
den in Plastikdosen unterge-
bracht, die 20 cm x 20 cm x
10 cm (Breite x Tiefe x Höhe)
messen. Für die größeren
Weibchen wählten wir Glaster-
rarien mit den Maßen 25 cm x
15 cm x 20 cm (Tiefe x Breite x
Höhe). In beiden Fällen be-
stand der Bodengrund aus              Abb. 3: geschlechtsreifes Männchen von Chilobrachys fimbriatus                           Abb. 6: Chilobrachys fimbriatus, Stridulationsorgan auf der         Abb. 7: Chilobrachys fimbriatus, Stridulationsorgan auf der
mäßig feuchter Torferde von           Foto: Frédéric Cléton                                                                    Chelizerenaussenseite; Foto: Volker von Wirth                       Tastercoxainnenseite; Foto: Volker von Wirth

5 cm Höhe. Ein Stück Eichen-
kork wurde hinzugefügt, um den Höhlenbau nach ihren Bedürfnissen bauten, wurden sie                                                Darüber hinaus sind sie in der Lage sich                       seite liegt (vgl. Abb. 6 & 7). Der Aufbau die-
zu ermöglichen; ebenso eine Trinkwasser- nicht gestört.                                                                       herumzudrehen, ohne dass zuvor auch nur                             ses Stridulationsorganes ist typisch für die
schale ebenfalls. Die Tiere wurden bei Tem-                 Es war uns empfohlen worden die Tiere                             die geringste Bewegung angedeutet worden                            ganze Gattung. Mit diesem Stridulationsor-
peraturen zwischen durchschnittlich 28°C in sehr hohen Terrarien unterzubringen, um                                           ist. Sie haben die Tendenz, sehr schnell zu-                        gan sind die Angehörigen dieser Art in der
am Tage und 22°C bei Nacht und einer mit sehr viel Bodengrund die Möglichkeit zu                                              zubeißen, verbeißen sich aber nicht, sondern                        Lage, bei entsprechender Reizung ein deut-
Luftfeuchte von 70% gehalten. Wir stellten tiefem Höhlenbau zu geben, doch wir be-                                            lassen nach dem Biss sofort wieder los um                           lich hörbares knisterndes Stridulationsge-
uns auf Temperaturschwankungen ein, die vorzugen die oben beschriebene Methode.                                               schnell zu flüchten.                                                räusch zur Feindabwehr von sich zu geben.
im Minimum nachts bei 16°C (die Heizung                                                                                                                                                               Bemerkenswert sind die Größenunter-
ist während einiger Wochen im Winter VERHALTEN                                                                                BEOBACHTUNG                                                         schiede, die Exemplare des gleichen Ge-
nachts ganz aus, nicht jedoch am Tag) und                                                                                                                                                         schlechts haben können. Männchen können
im Sommer, während einer Hitzewelle, im Die Angehörigen dieser Art verteidigen sich                                           Diese Art besitzt ein großes Stridulationsor-                       bis zu drei mal kleiner bleiben als die Weib-
Maximum bei 32°C liegen.                               durch den Giftbiß und reagieren dabei un-                              gan, welches zwischen der Chelizerenaußen-                          chen. Ein Umstand übrigens, der für viele
    In der Zeit, in der die Tiere ihre Höhlen glaublich schnell.                                                              seite basal/ventral und der Tastercoxainnen-                        Arten der Gattung Chilobrachys gilt. Auch
                                                                                                                                                                                                  können die Männchen untereinander starke
                                                                                                                                                                                                  Größenunterschiede aufweisen.
                                                                                                                                                                                                      Derartige Größenunterschiede finden
                                                                                                                                                                                                  sich ebenso bei den Weibchen, denn wir ent-
                                                                                                                                                                                                  deckten Exemplare, die bei einer Körperlän-
                                                                                                                                                                                                  ge von lediglich 2,5 cm einen Kokon bei
                                                                                                                                                                                                  sich trugen, wohingegen andere kokontra-
                                                                                                                                                                                                  gende Weibchen eine Körperlänge von bis
                                                                                                                                                                                                  zu 6 cm aufwiesen.
                                                                                                                                                                                                      Auch besitzen die Weibchen durch ihre
                                                                                                                                                                                                  einlappig ungeteilte Spermathek eine für die
                                                                                                                                                                                                  Gattung Chilobrachys eher untypische Form
                                                                                                                                                                                                  des Geschlechtsorgans (vgl. Abb. 8).
 Abb. 4: Chilobrachys fimbriatus in Verteidigungsstellung        Abb. 5: C. fimbriatus droht einem vermeintlichen Angreifer    Abb. 8: Chilobrachys fimbriatus, Spermathek
 Foto: Frédéric Cléton                                           Foto: Martin Huber                                            Foto: Volker von Wirth

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ARACHNE 10(2), 2005                                                                                                                                                                            ARACHNE 10(2), 2005



REPRODUKTION                                                                                                    wenig feuchtem Bodengrund aus-
                                                                                                                gelegt waren.
Die Nachzucht dieser Art gelingt in der Re-
gel ohne größere Probleme, obgleich bei                                                                         ZUSAMMENFASSUNG
einige Züchtern die Kokons scheinbar syste-
matisch gefressen wurden.                                                                                       Obwohl es sich bei Chilobrachys
     Die Fortpflanzung findet in der Zeit von                                                                   fimbriatus um eine sehr schöne Art
Juli bis November statt. Es ist notwendig,                                                                      handelt, kann sie aufgrund ihrer
mehrere Verpaarungen (bis zu 4) mit einem                                                                       Aggressivität und Reaktionsge-
Weibchen zu vollführen. Wenn es möglich                                                                         schwindigkeit nicht für Anfänger
ist, sollte man dafür verschiedene Männchen                                                                     empfohlen werden.
benutzen.                                                                                                           Unter der Voraussetzung, dass
     Die Kopulationsdauer ist ebenfalls be-          Abb. 9: Verpaarung
                                                                                                                nicht versucht wird, sie anzufassen
merkenswert, denn sie liegt zwischen einer           Foto: Martin Huber                                         (was meiner Meinung nach zum             Abb. 12: Chilobrachys fimbriatus, Weibchen
und zwei Stunden. Das Männchen führt                                                                            einen durch ihre Aggressivität           Foto: Frédéric Cléton

beim Liebesspiel abwechselnd die Bulben                                                                         nicht möglich, und zum anderen
bis zu mehreren dutzend Male ein.                                                                               auch gänzlich dumm wäre), ist diese Art KOVARIK, F. (1998): Sklipkani, Nakladatelstvi,
     Wenn auch die Weibchen gegenüber den                                                                       relativ zurückhaltend in ihrer Lebensweise,               Madagaskar.
größeren Männchen nicht aggressiv sind, so                                                                      lässt sich leicht halten und stellt keine P LATNICK , N. (2005): http://research.
verhalten sie sich bei den kleineren Männ-                                                                      Gefahr dar, solange sie nicht gestört wird.               amnh.org/entomology/spiders/catalog
chen anders. Wir haben festgestellt, dass                                                                                                                                 /INTRO1.html.
kleine Männchen bei den Paarungsversu-                                                                          DANKSAGUNG                                                (Stand 23.01.2005)
chen häufig zu Tode kamen. So tötete ein                                                                                                                            S CHMIDT, G. (2003): Die Vogelspinnen.
Weibchen während den aufeinander folgen-                                                                        Wir wollen H ERVÉ D UQUENNE für seine                     Westarp Wissenschaften, Hohenwarsleben
den Verpaarungen alle vier Sexualpartner.                                                                       Hilfe beim Schreiben dieses Artikels danken. Š EJNA , V. (2003): Tarantula Chilobrachys
     Die Weibchen haben einen enormen                                                                           Unser Dank geht weiterhin an MILA OULD                    fimbriatus. Sklípkan 8(3): 87-88.
Appetit und greifen alles an, was sich ihnen         Abb. 10: Wenn das Männchen seinen Embolus in die Re-       YAHOUI, die diesen Artikel aus dem Franzö- VERDEZ, J.M. & F. CLÉTON (2001): Myga-
bietet. Vor dem Kokonbau können sie also,            ceptacula seminis des Weibchens einführt, streckt das
                                                     Weibchen ihr Abdomen steil nach oben. Foto: Martin Huber
                                                                                                                sischen übersetzt hat.                                    les – Découverte & Élevage. Bornemann -
durch die verstärkte Nahrungsaufnahme, ein                                                                                                                                Philippe Gérard Éditions, Paris.
recht großes Abdomen aufweisen. Die Ko-                                                                         SUMMARY
kons werden bei Temperaturen von 22°C                                                                                                                                     Adressen der Autoren:
bis 28°C von Januar bis März gebaut. Die                                                                        JEAN MICHEL VERDEZ and FRÉDÉRIC CLÉ-                      Jean Michel Verdez
Prälarven schlüpfen nach etwa drei Mona-                                                                        TON introduces the asian species Chilobrachys             6 rue Jean Couzy
ten. Nicht selten befinden sich bis zu 250                                                                      fimbriatus POCOCK, 1899. Habitat and beha-                62800 Lievin
Eier in einem Kokon. Die Nymphen haben                                                                          viour of this relatively aggressive tarantula             Frankreich
eine Körperlänge von ca. 10 mm und neh-                                                                         are described. Clues concerning breeding
men sehr gut kleine Grillen an. Nach 2-3                                                                        and keeping of C. fimbriatus are given.                   Frédéric Cléton
Jahren werden sie geschlechtsreif.                                                                                                                                        1 rue Jules Siegfried
     Die Zeitigung der Kokons durch die                                                                         LITERATUR                                                 02100 Saint-Quentin
Mütter gelang ebenso gut wie die künstliche                                                                                                                               Frankreich
Zeitigung in Dosen von 20 cm x 20 cm x                                                                          KLAAS , P. (2003): Vogelspinnen: Herkunft,
10 cm (Tiefe x Breite x Höhe), die mit 5 cm                                                                         Pflege, Arten. Eugen Ulmer Verlag, Stutt-
                                                     Abb. 11: Während der Eiablage fällt das Abdomen des
                                                     Weibchens stark ein. Foto: Martin Huber                        gart.
                                                28                                                                                                             29
ARACHNE 10(2), 2005                                                                                                                                                                         ARACHNE 10(2), 2005




Auffälligkeiten bei der Nachzucht von Ephebopus                                                      Wie ersichtlich ist, lag Weibchen 1 noch un-               vermessen und unter Zuhilfenahme einer
                                                                                                     gefähr im Rahmen der oben genannten Lite-                  Pinzette und einer Nagelschere einen Spalt
rufescens WEST & MARSHALL, 2000                                                                      raturangaben. Weibchen 2 lag mit 4 Wochen                  geöffnet. Die Innenseite des Kokons war
von Hans Werner Auer                                                                                 von der Paarung bis zum Kokonbau schon                     leicht feucht. Der Inhalt wurde zunächst auf
                                                                                                     deutlich darunter. Weibchen 3 benötigte nur                Haushaltspapier ausgeleert und die Anzahl
                                                                                                     wenige Tage.                                               der Larven dokumentiert (106 Larven).
In der einschlägigen Literatur wird für die          Tiefe x Höhe) der Firma Fürst-Plast gehalten.       Offensichtlich waren die klimatischen                  Unentwickelte Eier oder abgestorbene Prä-
meisten Vogelspinnenarten als Faustformel            Die Dosen stehen in meiner Zuchtanlage          Begebenheiten am Anfang des Jahres für                     larven/Larven konnten nicht festgestellt
für den Abstand zwischen Paarung und                 nebeneinander auf der gleichen Regalebene.      die Ephebopus rufescens Weibchen so optimal,               werden. Die Larven wurden zur weiteren
Herstellung des Kokons ein Zeitraum von              Die Substrathöhe aus einem Blumenerde-          dass ein Kokonbau fast zwingend war. In                    Zeitigung in eine kleine, mit Haushaltspapier
ca. 8-12 Wochen angegeben (s. KLAAS 1989,            Pinienrinde-Gemisch beträgt ca. 13 cm.          diesem Zeitraum lag die Raumtemperatur                     gepolsterte Plastikdose, überführt und in
SCHMIDT 2003). Natürlich sind diese Anga-            Tiere dieser Gattung graben tiefe Röhren in     bei maximal 22°C am Tag und bei ca. 18°C                   eine dunkle Styroporbox gestellt.
ben nicht zwingend. Arten, die sich zum              das Substrat. Der Eingang wird trichterför-     in der Nacht. In den Tagen zuvor lag die                       Bei der Kontrolle der restlichen Kokons
Beispiel im Herbst verpaaren, bauen ihre             mig ausgebaut. Alle drei Weibchen bauten        Raumtemperatur um 2-3°C darunter. Der                      wurde festgestellt, dass Weibchen 1 ihren
Kokons in der Regel im Frühjahr. Mitunter            ihren Kokon direkt auf dem Boden der Do-        Anstieg der Raumtemperatur resultierte aus                 Kokon gefressen hatte.
                                                     sen. Dadurch konnte durch Hochheben der         einem Anstieg der Außentemperatur zu die-                      Bei Weibchen 3 wurde der Kokon am
                                                     Dosen von unten der Zustand des Kokons          sem Zeitpunkt. Das Substrat zum Zeitpunkt                  09.01.2005 geöffnet. Die Innenseite des Ko-
                                                     einfach kontrolliert werden.                    der Kokonherstellung der drei Weibchen                     kons war im Gegensatz zu der des Kokon
                                                                                                     war sehr feucht. Während der Kokonphase                    von Weibchen 2 recht trocken. Die Anzahl
                                                     Die Daten zu den Kokons der drei Weib-          wurde keine weitere Feuchtigkeit hinzuge-                  der Larven betrug 124. Auch hier konnten
                                                     chen:                                           führt, so dass die oberste Schicht des Sub-                keine abgestorbenen Prälarven/Larven oder
                                                                                                     strates in den folgenden Wochen langsam                    unentwickelte Eier festgestellt werden.
                                                     WEIBCHEN 1:                                     austrocknete. Trotzdem war bei der Koko-                       Die relativ kurze Zeit von der Paarung
                                                     Paarung am 13.11.2004 – Kokonbau am             nentnahme (nach exakt 35 Tagen) die Erde                   bis hin zum Kokonbau hat sich also keines-
                                                     06.01.2005 – Abstand Paarung bis Kokon-         im unteren Bereich der Plastikdosen noch                   wegs negativ auf die Qualität und Quantität
                                                     bau: 54 Tage – Kokon wurde am 08.02.2005        sehr feucht.                                               der Nachzucht ausgewirkt.
                                                     gefressen.                                          Die erste Kokonentnahme (Weibchen 2)
                                                                                                     fand am 08.01.2005 statt. Der Kokon wurde                  LITERATUR
 Abb. 1: Ephebopus rufescens, Weibchen
 Foto: Steffen Haller                                WEIBCHEN 2:
                                                     Paarung am 07.12.2004 – Kokonbau am                                                                        KLAAS, P. (1989): Vogelspinnen im Terrari-
dauert es auch mehrere Monate bis hin zu             04.01.2005 – Abstand Paarung bis Kokon-                                                                       um. Ulmer Verlag, Stuttgart.
über einem Jahr bis zur Herstellung des Ko-          bau: 28 Tage – Kokonentnahme am                                                                            S CHMIDT, G. (2003): Die Vogelspinnen.
kons – im Extremfall aber auch nur wenige            08.02.2005 (35 Tage nach Herstellung) –                                                                       Westarp Wissenschaften, Hohenwarsleben.
Tage.                                                Größe des Kokons: ca. 27 mm – Resultat:                                                                    SCHMIDT, G. (1989): Vogelspinnen - 3. Auf-
    Eine Auffälligkeit gab es bei der Paarung        106 Larven.                                                                                                   lage. Blüchel & Philler Verlag, Minden.
bzw. dem Kokonbau von Ephebopus rufescens.                                                                                                                      WEBB, A. (1993): Vogelspinnen. Hesselhaus
    Drei in meinem Besitz befindliche Weib-          WEIBCHEN 3:                                                                                                   und Schmidt Verlag, Münster.
chen dieser Art wurden zu unterschiedlich-           Paarung am 25.12.2004 – Kokonbau am
sten Zeiten verpaart. Die Kokonherstellung           07.01.2005 – Abstand Paarung bis zum                                                                          Adresse des Autors:
fand allerdings zu einem fast identischen            Kokonbau: 13 Tage – Kokonentnahme am                                                                          Hans-Werner Auer
Zeitpunkt statt.                                     09.02.2005 (33 Tage nach Herstellung) –                                                                       Auf ’m Möhnert 42
    Alle drei Weibchen werden in Plastikdo-          Größe des Kokons: ca. 32 mm (siehe                                                                            59755 Arnsberg
                                                                                                      Abb. 2: Kokon von Weibchen 3 mit 32 mm Durchmesser
sen von ca. 20 cm x 20 cm x 20 cm (Breite x          Abb. 2) – Resultat: 124 Larven.                  Foto: Hans-Werner Auer                                       ! h.-w.auer@t-online.de
                                                30                                                                                                         31
ARACHNE 10(2), 2005                                                                                                                                                                             ARACHNE 10(2), 2005
                                      kürzlich publiziert                                                                                      kürzlich publiziert

Zwei Revisionen zur afrikanischen Vogelspinnenfauna                                                           schreibung einer Art angefertigt wurde und           Liste, ich führe die Merkmale auf, die für die
                                                                                                              die gewöhnlich in einem Naturkundemuse-              meisten Gattungen der Unterfamilie gelten):
von Tobias Dörr
                                                                                                              um hinterlegt sind. Es kann z.B. sein, dass
                                                                                                              der Erstbeschreiber ein wichtiges Merkmal            1. Scopula (Feld von dicht stehenden Haa-
G ALLON , R. C. (2001): Revision of the                  Wiedererkennung sind, sprich: Einheiten              übersehen hat, das den Artstatus des Tieres             ren) auf der Außenseite der Chelizeren.
   Ceratogyrus spp. formerly included in                 wie Arten oder Gattungen mit Merkmalen               in Frage stellt. Eine solche Untersuchung               (Ausnahme: Harpactirella), wichtigstes Er-
   Coelogenium (Araneae: Theraphosidae,                  zu beschreiben, die 1. den natürlichen Bege-         und Neubewertung einer bestimmten Grup-                 kennungsmerkmal! (Kann nur mit den
   Harpactirinae). Mygalomorph 2(1): 1-20.               benheiten (= Verwandtschaftsbeziehungen)             pe bezeichnet man als Revision. Bei schlecht            asiatischen Ornithoctoninae verwechselt
G ALLON , R. C. (2002): Revision of the                  möglichst nahe kommen und 2. diese Ein-              bearbeiteten Gruppen wie den Spinnentie-                werden, unterscheidet sich von diesen
   African genera Pterinochilus and Eucra-               heiten so verlässlich wie möglich gegen an-          ren ist eine solche Untersuchung in der                 allerdings durch die Struktur des Stridula-
   toscelus (Araneae, Theraphosidae, Har-                dere derartige Einheiten abzugrenzen, um             Regel deutlich sinnvoller als eine einzelne             tionsorgans)
   pactirinae) with description of two new               die Wiedererkennung möglichst verlässlich            Artbeschreibung, da man zunächst durch               2. Endsegment der vorderen Spinnwarzen
   genera. Bull. Br. Arachnol. Soc. 12(5): 201-          werden zu lassen.                                    eine Revision die vorliegenden Arten in                 fingerförmig (Ausnahme Idiothele, dort
   232.                                                       Diese beiden Grundgedanken wurden in            einer Gruppe vernünftig ordnen sollte, be-              leicht kegelförmig)
                                                         der Vergangenheit bei der Systematik der             vor in einer unnatürlichen, chaotischen              3. Rückengrube (= Fovea) gerade oder leicht
WAS IST EINE REVISION?                                   Vogelspinnen jedoch vielfach vernachlässigt;         Gruppe neue Namen hinzugefügt werden.                   prokurv (= U-förmig mit den Schenkeln
                                                         es wurden Arten aufgrund von Merkmalen                   Die hier vorgestellten Revisionen befas-            in Richtung Augen zeigend), nur bei Cera-
Zoologische Systematik ist kein überflüssi- beschrieben, die häufig nur innerartliche                         sen sich mit einigen Gattungen der afrikani-            togyrus stark prokurv, dort teilweise mit
ges Hobby von Tierliebhabern, die zu viel Variationen wiederspiegelten oder Arten                             schen Vogelspinnenunterfamilie Harpac-                  Höcker.
Zeit haben.                                              wurden aufgrund instabiler Merkmale, wie             tirinae, zu der einige in unseren Terrarien          4. Sternum mit 3 Paar randnahen Sigillen,
    Es gibt einen sehr konkreten Nutzen der der Färbung, beschrieben. Noch schwieriger                        anzutreffende Arten gehören.                            die in Richtung Vorderrand des Prosoma
Einteilung von Organismen nach einem als bei der Trennung von Arten sieht es bei                                                                                      in ihrer Größe abnehmen.
Schema, das die Wie-                                                               der Trennung von Gat-      DIE AFRIKANISCHE VOGELSPINNENFAUNA                   5. Alle Tarsen voll scopuliert.
dererkennung und                                                                    tungen aus. Denn im                                                            6. Metatarsen von Bein I - III voll scopuliert,
Benennung von soge-                                                                Gegensatz zum Artbe-       Der afrikanische Kontinent ist Heimat von               Metatarsus des vierten Beinpaares durch
nannten Familien, Gat-                                                           griff (für den wenigstens,   fünf Unterfamilien der Therphosidae:                    starre Borsten geteilt.
tungen oder Arten erlaubt:                                                    wenn auch mehrere, klare                                                             7. Stacheln auf Metatarsen von Bein III und
Erstens will der Tierhalter                                                Definitionen bestehen) ist die        a) Eumenophorinae (z.B. Gattungen                    IV sowie auf dem distalen (= dem Tarsus
natürlich spätestens für eine                                           Aufstellung einer Gattung mehr              Hysterocrates, Citharischius)                     zugewandten) Ende der Tibien vorhan-
Nachzucht wissen, ob zwei                                               oder weniger der Willkür eines           b) Harpactirinae. Auf diese wird im Fol-             den.
Geschlechtspartner wirklich zu                                           Systematikers überlassen.                  genden näher eingegangen.                      8. Erstes Beinpaar des Männchens häufig
einer Art gehören, zweitens                                                  Aus diesen Gründen ist es           c) Ischnocolinae (z.B. Gattungen Chaeto-             mit Tibiaapophyse, bestehend aus einzel-
spielt der Naturschutz                                                          manchmal unerlässlich,              pelma, Ischnocolus)                               nem, mit Enddorn versehenem Fortsatz.
eine Rolle bzw. die                                                                bestehende Gruppen            d) Selenogyrinae (Gattungen Selenogyrus,          9. Spermathek bestehend aus zwei Recepta-
diesen beein-                                                                          (im vorliegenden             Euphrictus)                                       cula seminis (Samentaschen), teilweise mit
flussende Poli-                                                                            Fall eine Un-         e) Stromatopelminae (Stromatopelma,                  einem außenseitig apikalen ovalen Lobus
tik. Um zu               Die orangerote Farbform von Pterinochilus murinus wird
                                                                                            terfamilie) er-         Heteroscodra, Xenodendrophila)                    (lappenförmige Struktur).
schützen, be-            im Zoohandel teilweise immer noch unter ihrem Synonym              neut anzusehen
                         Pterinochilus mamillatus angeboten. Foto: Martin Huber
nötigt man eine                                                                    und zu überprüfen, ob      DIE UNTERFAMILIE HARPACTIRINAE, PO-                  Folgende 8 Gattungen sind derzeit in der
Inventurliste dessen, was man schützen will.             die beschriebenen Arten heute geltenden              COCK,1897                                            Unterfamilie aufgeführt:
    Aus diesen Gründen ist es Aufgabe der Standards genügen. Hierzu untersuchen Sys-
Systematiker, natürliche Einheiten zu ent- tematiker das so genannte Typusmaterial,                           Die Unterfamilie Harpactirinae ist durch fol-           1. Augacephalus GALLON, 2002
decken, die besonders verlässlich in ihrer also jene Tiere, anhand derer die Erstbe-                          gende Merkmale definiert (unvollständige                2. Ceratogyrus POCOCK, 1897
                                                    32                                                                                                        33
ARACHNE 10(2), 2005                                                                                                                                                                          ARACHNE 10(2), 2005
                                  kürzlich publiziert                                                                                      kürzlich publiziert
    3. Eucratoscelus POCOCK, 1898                      Die Gattung Ceratogyrus besteht somit mo-              Die Arten P. widenmanni STRAND, 1906,             DIE NEUEN UND WIEDERBELEBTEN GAT-
    4. Harpactira AUSSERER, 1871                       mentan aus den folgenden 10 Arten:                P. raptor STRAND, 1906, P. affinis TULLGREN,           TUNGEN
    5. Harpactirella PURCELL, 1902                      • Ceratogyrus hillyardi (SMITH, 1990)            1910, P. sjostedti T ULLGREN , 1910, P. carni-
    6. Idiothele HEWITT, 1919                           • Ceratogyrus pillansi (PURCELL, 1902)           vorus STRAND, 1917, P. brunellii Caporiacco,           Die Gattung Augacephalus wird für die Arten
    7. Pterinochilus POCOCK, 1897                       • Ceratogyrus ezendami GALLON, 2001              1940, Coelogenium raveni S MITH , 1990 sind            Pterinochilus breyeri HEWITT, 1919 und P. jun-
    8. Trichognathella GALLON, 2002                     • Ceratogyrus dolichocephalus HEWITT, 1919       Synonyme von Pterinochilus chordatus (GER-             odi SIMON 1904 aufgestellt, da die Arten zu
                                                        • Ceratogyrus meridionalis (HIRST, 1907)         STÄCKER, 1873) und existieren folglich nicht           sehr von der Gattungsdefinition für Pterino-
Die Gattung Brachionopus, von einigen Syste-            • Ceratogyrus sanderi (STRAND, 1906)             mehr.                                                  chilus abweichen.
matikern früher als Theraphosidae betrach-              • Ceratogyrus marshalli POCOCK, 1897                  P. mamillatus STRAND, 1906 und P. hindei               Die Art Coelogenium nigrifemur SCHMIDT,
tet, wird in die Familie Barychelidae transfe-          • Ceratogyrus brachycephalus HEWITT, 1919        HIRST, 1907 werden als Synonyme von Pteri-             1995 ist synonym mit Augacephalus junodi
riert, hier jedoch »incertae sedis« (= »unsi-           • Ceratogyrus bechuanicus PURCELL, 1902          nochilus murinus P OCOCK , 1897 angesehen.             (SIMON, 1904)
cheren Sitzes« = vorläufige Einteilung in               • Ceratogyrus darlingi POCOCK, 1897              Damit dürfte der alte Streit um diese Art
Ermangelung von Alternativen).                                                                           endgültig beigelegt sein. Bei den im Zoo-              Folgende Arten sind demnach in dieser Gat-
                                                       2. Eucratoscelus                                  handel angebotenen roten »Pterinochilus spec.          tung enthalten:
Wichtige Synonymisierungen (Synonyme =                                                                   Usambara«, die von Herrn Dr. S CHMIDT                    • Augacephalus breyeri (HEWITT, 1919)
verschiedene Namen für die gleiche Art,                Pterinochilus constrictus G ERSTÄCKER , 1873      seinerzeit als Pterinochilus mamillatus erkannt          • Augacephalus junodi (SIMON, 1904)
welche nach Erkennung eines Synonyms                   wird in diese Gattung verschoben und heißt        worden sind, handelt es sich also lediglich
durch das Prioritätsprinzip nach dem Na-               folglich Eucratoscelus constrictus (GERSTÄCKER,   um eine Farbvariante von Pterinochilus muri-           Die Gattung Trichognatha wurde für die Art
men in der ältesten Beschreibung benannt               1873); E. longiceps POCOCK, 1898 wird eben-       nus.                                                   Pterinochilus schoenlandi aus oben genannten
wird):                                                 so wie Pterinochilus spinifer POCOCK, 1898 als                                                           Gründen aufgestellt. Da dieser Name schon
                                                       Synonym von E. constrictus (G ERSTÄCKER ,         Die Gattung Pterinochilus besteht demnach              für eine Laufkäfer-Gattung besteht, wurde
1. Ceratogyrus                                         1873) angesehen.                                  aus folgenden Arten:                                   Trichognatha 2004 von GALLON in Trichogna-
                                                           Eucratoscelus tenuitibialis SCHMIDT & GEL-      • Pterinochilus vorax POCOCK, 1897                   thella umbenannt.
Pterinochilus meridionalis HIRST 1907 wird in          LING , 2000 existiert nicht mehr sondern            • Pterinochilus alluaudi BERLAND, 1914
diese Gattung transferiert und heißt nun               wird als Synonym von Pterinochilus lugardi          • Pterinochilus chordatus (GERSTÄCKER, 1873)         Einzige Art demnach:
folglich Ceratogyrus meridionalis (HIRST 1907).        POCOCK, 1900 angesehen.                             • Pterinochilus lugardi POCOCK, 1900                   • Trichognathella schoenlandi (POCOCK, 1900)
Die Klammern um den Erstbeschreiber und                                                                    • Pterinochilus murinus POCOCK, 1897
das Jahr der Erstbeschreibung deuten an,               Die Gattung Eucratoscelus besteht folglich          • Pterinochilus simoni BERLAND, 1917                 Die Gattung Idiothele wird wiederhergestellt
dass das Tier ursprünglich unter anderem               aus 2 Arten:                                        • Pterinochilus leetzi* SCHMIDt 2002                 und die Art Pterinochilus crassisipina PURCELL,
Namen, also in einer anderen Gattung, be-                • Eucratoscelus constrictus (G ERSTÄCKER            *) Diese Art wurde nach der Revision               1902 mit Idiothele nigrofulva (POCOCK, 1898)
schrieben wurde (in diesem Fall wäre das                   1873)                                             beschrieben und ist vorerst mit Vorsicht           synonymisiert.
also der Name »Pterinochilus«).                          • Eucratoscelus pachypus S CHMIDT & VON             zu behandeln, da es sich um eine »vor-
     Ceratogyrus cornuatus DE WET & DIPPEN-                WIRTH, 1990                                       läufige Beschreibung« anhand von fünf              IDENTIFIKATION DER GATTUNGEN
AAR -S CHOEMAN 1991 existiert nicht mehr,                                                                    Exuvien zweier Tiere handelt. Obwohl               (Es werden die prägnantesten, aber nicht
da sich die Art als identisch mit der früher           3. Pterinochilus                                      die Art eine Spermathek sehr ähnlich der           alle Merkmale genannt.)
beschriebenen C. marshalli P OCOCK 1897                                                                      von P.murinus aufweist, wurde P. leetzi –
erwiesen hat.                                          In dieser Gattung hat sich am meisten ver-            bis auf die Spermathek – offenbar nicht            Kennzeichen Ceratogyrus:
     Die Gattung Coelogenium wird aufgelöst,           ändert. Von ehemals 23 Arten sind 6 übrig             mit dieser Art verglichen. RICHARD GAL-
zwei Arten (C. hillyardi, C. pillansi) in die          geblieben. Des weiteren wurden aus ehema-             LOn arbeitet im Moment an einer Publi-             1. Stark prokurve Fovea (=Rückengrube),
Gattung Ceratogyrus transferiert, eine weitere         ligen Pterinochilus-Arten 2 neue Gattungen            kation zur Identität dieser Art                       häufig mit Höcker.
in Augacephalus (C. nigrifemur) und eine in die        aufgestellt: Augacephalus und Trichognathella.                                                           2. Blassgelbes Band im vorderen Bauchbe-
Gattung Pterinochilus (C. raveni) gestellt (De-        Die ehemals in Pterinochilus aufgelöste Gat-                                                                reich (Bereich der Epigastralfurche). Als
tails siehe unter »3. Pterinochilus«).                 tung Idiothele wird wieder aufgestellt.                                                                     einzige weitere Harpactirinae besitzt Auga-
                                                  34                                                                                                       35
ARACHNE 10(2), 2005                                                                                                                                                                           ARACHNE 10(2), 2005
                                 kürzlich publiziert                                                                                       kürzlich publiziert
  cephalus junodi ein solches Band; im Gegen-        3. Die einzige Gattung der Harpactirinae, die          Coelogenium (Araneae: Theraphosidae,                   gnatha Gallon, 2002 (Araneae, Thera-
  satz zu Ceratogyrus besitzt diese Gattung             Wohnröhren baut, deren Eingang mit ei-              Harpactirinae). Mygalomorph 2(1): 1-20.                phosidae, Harpactirinae). Bull. Br. Arach-
  jedoch dichte Fransenhaare auf der Fe-                ner »Falltür« verschlossen ist.                  G ALLON , R. C. (2002): Revision of the                   nol. Soc. 13(2): 62.
  moraunterseite der Palpen und Bein I und                                                                  African genera Pterinochilus and Eucra-
  II und eine gerade Fovea.                          Für mehr Details sind Bestimmungsschlüs-               toscelus (Araneae, Theraphosidae, Har-                 Adresse des Autors:
                                                     sel für die Gattungen der Unterfamilie sowie           pactirinae) with description of two new                Tobias Dörr
Kennzeichen Eucratoscelus:                           für die Arten aller Gattungen außer Harpac-            genera. Bull. Br. Arachnol. Soc. 12(5): 201-           derzeit:
                                                     tira und Harpactirella in der zitierten Literatur      232.                                                   101 Lamartine St. #1
1. Weibchen mit stark verdickter Tibia an            angegeben.                                          G ALLON , R. C. (2004): Trichognathella,                  MA 02130 Jamaica Plain
   Bein IV.                                                                                                 replacement name for the genus Tricho-                 ! doerr@dearge.de
2. Männchen mit proventralem (= an der               SUMMARY
   Unterseite des in Richtung Tarsus gelege-
   nen Endes), verdicktem Vorsprung in der           T OBIAS D ÖRR presents a summary of the
   metatarsalen Scopula des ersten Beinpaa-          well known revisions of RICHARD GALLON
   res.                                              concerning the african genera Ceratogyrus,
                                                     Pterinochilus and Eucratoscelus.
Kennzeichen Pterinochilus:
                                                     LITERATUR                                                                              Presse & Medien
1. Lange, abstehende Haare auf den Chelize-
   ren.                                              G ALLON , R. C. (2001): Revision of the                                                25.11.2004               Spinnenseiden bestehen aus langen, über
2. Tibiaapophyse des Männchens stark aus-               Ceratogyrus spp. formerly included in                                                                   Jahrmillionen optimierten Eiweißketten, die
   geprägt.                                                                                                   Spinnenseide gentechnologisch                     die Spinne zu einem festen Faden verarbei-
                                                                                                                        erzeugbar                               tet. Durch die spezielle molekulare Anord-
Kennzeichen Augacephalus:                                                                                                                                       nung wird das Material sehr dehnbar, extrem
                                                                                                         Dünner wie menschliches Haar, aber reißfe-             belastbar und enorm zugfest – und dennoch
1. Tibiaapophyse bei Männchen fehlend                                                                    ster als ein Stahlfaden: Spinnenfäden halten           ist es viel elastischer als zum Beispiel Kevlar.
   oder mit reduziertem Enddorn.                                                                         hohen Belastungen stand. Erstmals kann                 Spinnenseide ist leicht und wasserfest, hat
2. Kurze, samtige Haare auf den Chelizeren.                                                              dieses außergewöhnliche Naturprodukt auf               aber dennoch ein hohes Wasseraufnahme-
                                                                                                         künstlichem Weg hergestellt werden.                    vermögen, vergleichbar dem von Wolle. Sie
Kennzeichen Trichognathella:                                                                                 Naturmaterialien sind meist wider-                 widersteht mikrobiologischen Angriffen und
                                                                                                         standsfähiger als ihre Imitationen – Spin-             ist doch biologisch abbaubar. Spinnenseiden
1. Scopula auch auf der Innenseite der Che-                                                              nenseide im Besonderen ist eines der stabil-           können stärker als Stahl und elastischer als
   lizeren vorhanden. (Dieses Merkmal auch                                                               sten Materialien überhaupt. Während die                Gummi sein. Nur so kann das Spinnennetz
   bei Harpactira, dort bestehen die Scopulae                                                            meisten Gliedertiere nur eingeschränkt von             die Wucht abfangen, mit der etwa ein Käfer
   der Chelizeren jedoch aus Fiederhaaren.)                                                              der Fähigkeit Gebrauch machen, Seiden zu               aus vollem Flug aufprallt.
                                                                                                         produzieren, haben sich Spinnen in einer                    Naturseide wird seit Jahrtausenden in
Kennzeichen Idiothele:                                                                                   über 300 Millionen Jahre dauernden Evolu-              traditionellen, landwirtschaftlichen Produkti-
                                                                                                         tion zu Seidenspezialisten entwickelt. Die             onsverfahren von den Kokons des Schmet-
1. Scopula auf der Aussenseite der Chelize-                                                              Arbeitsgruppe um Dr. T HOMAS S CHEIBEL                 terlings gewonnen. Wegen des kannibali-
   ren nur schwach ausgeprägt.                                                                           am Lehrstuhl für Biotechnologie (Prof. JOHAN-          schen Verhaltens von Spinnen ist es jedoch
2. Endsegment der hinteren Spinnwarzen                                                                   NES BUCHNER ) der Technischen Universität in           nicht möglich, diese Tiere in großem Maß-
   leicht kegelförmig (bei anderen Harpac-                                                               Garching versucht erfolgreich, von den Tie-            stab zu züchten und Seide zu produzieren.
                                                      Pterinochilus chordatus
   tirinae fingerförmig).                             Foto: Ingo Wendt                                   ren zu lernen.                                         Spinnenseide ist daher ein äußerst wertvoller
                                                36                                                                                                         37
ARACHNE 10(2), 2005                                                                                                                                                               ARACHNE 10(2), 2005
                                  Presse & Medien                                                                                       Leserbriefe
Naturstoff. Könnte man sie im Labor pro-             Bayern Patent meldeten die TUM-Wissen-          Leserbriefannahme:                                Es sind keine Leserbriefe für diese Ausgabe
duzieren, wäre dies der Anfang einer voll-           schaftler ihre beiden Verfahren zum Patent        Michaela Biese                                  eingegangen.
kommen neuen Generation umweltverträgli-             an. Für die wissenschaftlichen Leistungen,        Düsterbeck 51
cher, energiesparend herzustellender Werk-           die zu diesem Erfolg führten, wurde THO-          45731 Waltrop
stoffe.                                              MAS SCHEIBEL im September 2004 mit dem            ! leserbriefe@dearge.de
    Die Forschungsarbeiten des Teams um              1. Rang des Junior Scientist Awards der Werk-
T HOMAS S CHEIBEL – Entwicklung rekom-               stoffwoche 2004 ausgezeichnet. Das eta-         Die Leserbriefe spiegeln nicht die Meinung
binanter Produktionsverfahren für Spinnen-           blierte Produktionssystem lässt große Erfol-    der Redaktion oder der DeArGe e. V. wider.
seidenproteine – ist daher ein großer Schritt        ge erwarten – schon mehrere Industrieun-        Die Redaktion behält sich das Recht auf
auf dem Weg zur industriellen Herstellung            ternehmen zeigten Interesse an den Seiden-      Kürzungen vor.
dieses begehrten Materials. Die Wissen-              fäden made by TUM. So wurde bereits ein
schaftler konnten gleich zwei neue Metho-            Materialübernahmevertrag mit einem inter-
den etablieren, die auf traditionellen, kos-         national agierenden Chemieunternehmen
tengünstigen Fermentationsprozessen basie-           geschlossen.
ren. So wurde eine Grundlage geschaffen,
Spinnenseidenfäden »im Reagenzglas« und                 Quelle: »Informationsdienst Wissen-                                        Vereinsnachrichten
für die industrielle Nutzung herzustellen.              schaft« - idw - Pressemitteilung, Techni-
Eine Methode basiert auf Zelllinien von                 sche Universität München, Dieter Hein-                   Neue Mitglieder                         • Jens Fischer
Schmetterlingen. Mittels Viren schleusten               richsen M.A.                                                                                       99986 Oberdorla
die TUM-Biotechnologen die originalen                   Gefunden von: Dr. Fabian Haas                  • Daniel Bauer                                    • Stephan Fothke
Gene für Spinnenseiden in Schmetterlings-                                                                97074 Würzburg                                    55597 Wöllstein
zellen ein, die daraufhin strukturierte Spin-                                                          • Aik B. Baumgärtner                              • Mario Freudenschuss
nenseide bildeten. So gelang es, naturgetreue                                          23.08.2004        67817 Imsbach                                     A - 4300 St. Valentin
Spinnenseidenproteine in ausreichender                                                                 • Daniel Blawidt                                  • Timo Grüssi
Menge zu produzieren und erste Fäden zu                  6000 Skorpione als Mitbewohner                  73257 Köngen                                      CH - 3145 Niederscherli
erzeugen.                                                                                              • Rudi Blendl                                     • Marco Göttig
    Grundlage des zweiten Verfahrens ist ein         Kuala Lumpur – (dpa) Die als Skorpion-              82290 Landsberied                                 35274 Betziesdorf
Bakterienwirtssystem, in dem sich Gene               Königin bereits bekannte N UR M ALENA             • Frank Bongartz                                  • Pius Heinz
sehr leicht manipulieren lassen. Dieses Sys-         HASSAN (27), unerschrockene Tierfreundin,           88048 Friedrichshafen                             53913 Swisttal - Odendorf
tem erlaubt es, Gene und somit Proteine              will 36 Tage in einem Glaskasten zusammen         • Maik Bräuer                                     • Lennard Hemme
maßzuschneidern oder auch gezielt neu zu             mit 6000 lebenden Skorpione verbringen.             99974 Mühlhausen                                  49134 Wallenhorst
konstruieren, um so Fäden mit definierten            Die junge Frau habe in der Küstenstadt            • Petra Buchner                                   • Iris Hoffmann
Eigenschaften zu generieren. In einem Klo-           Kuantan ihr unheimliches Quartier in einer          35329 Nieder - Gemünden                           44147 Dortmund
nierungssystem werden Fragmente von Sei-             Einkaufspassage bezogen, meldete das Blatt        • Jean-Paul Burion                                • Daniela Höll
dengenen beliebig zusammengesetzt. So ent-           Mingguan Malaysia. 15 Minuten am Tag dürfe          53840 Troisdorf                                   40477 Düsseldorf
stehen Proteine, die sich von natürlichen            sie ihr Gefängnis verlassen. Der Rekord liegt     • Hendrik Cornehl                                 • Michael Jacobi
Spinnenseiden ableiten, aber für veränderte          bisher bei 32 Tagen gemeinsam mit mehr als          21465 Reinbek                                     USA - 37206 Nashville, TN
Produktanforderungen modifiziert und                 3000 der giftigen Spinnentiere.                   • Reha Siomna Csatlos                             • Arndt Jalowy
»umgebaut« werden können. Mit diesem                                                                     CH - 2540 Grenchen                                42275 Wuppertal
Verfahren lässt sich eine Grundlage für                 Quelle: »Ludwigsburger Kreiszeitung«           • Paul Dridger                                    • Sascha Kuchenbaur
Fäden mit definierten Eigenschaften bilden.             Gefunden von: Svenja von Wirth                   33102 Paderborn                                   82140 Olching
    Mit Unterstützung des Erfinderbüros                                                                • Daniel Fischer                                  • Klaus Neier
der TUM und der Hochschulpatentinitiative                                                                52539 Birgden                                     A - 6800 Feldkirch
                                                38                                                                                                39
ARACHNE 10(2), 2005                                                                                                                                                      ARACHNE 10(2), 2005
                             Vereinsnachrichten                                                                         Vereinsnachrichten
  • Johannes Nigl                           • David Vorscheln                             scheinungsbild einen weiteren positiven            Sollte es mehr Anmeldungen als Plätze ge-
    A - 4030 Linz                             52538 Gangelt                               Fortschritt gemacht hat und würden uns             ben, entscheidet der Zeitpunkt des Eingangs
  • Stefan Olbrich                          • Hans Zbinden                                sehr freuen, wenn Ihr Eure Meinung zu die-         der Anmeldung. Die Möglichkeit, sich auf
    42107 Wuppertal                           CH - 3665 Walterswil BE                     ser Veränderung unter »leserbriefe@dear-           eigene Kosten und Organisation in der
  • Wolfgang Petrick                                                                      ge.de« oder in unserem Diskussionsforum            Nähe selbst unterzubringen, ist in gewissem
    86567 Tandern                                   Allen neuen Mitgliedern               auf der Homepage der DeArGe e.V.                   Maße (ungefähr 25 weitere Plätze) gegeben.
  • Sascha Pollinger                              ein herzliches Willkommen!              (www.dearge.de/forum) dazu mitteilen wür-          Wir stellen dafür gerne unsere Informatio-
    CH - 8424 Embrach                                                                     det.                                               nen zur Verfügung.
  • Othilie Pors                                                                          Die Redaktion
    51645 Gummersbach                                   Zugangsdaten                                                                         ZUM PROGRAMM
  • Marianne Quack                                                                        »ARACHNO-WEEKEND« DER DEARGE E.V.
    52531 Übach - Palenberg               Nachfolgend die neuen Zugangsdaten für          VOM 16.9.-18.9.2005                                Wir planen eine bunte Mischung aus Theo-
  • Sabine Quadt                          den Mitgliederbereich auf unserer Home-                                                            rie und Praxis mit Vorträgen aus allen Berei-
    53842 Troidorf                        page www.dearge.de (Groß- und Klein-            Die DeArGe e.V. plant in diesem Herbst für         chen der Arachnologie von Futtertierzucht
  • Uwe Rieger                            schreibung beachten):                           die Mitglieder ein großes Treffen zum The-         über Berichte von Vogelspinnenreisen bis zu
    01169 Dresden                                                                         ma (Vogel-)Spinnen. Wir wollen an diesem           Bestimmungskursen und Terrarieneinrich-
  • Lucien Ross                                 Benutzername: XXXXXXXXXXX                 Wochenende gemeinsam verschiedene Vor-             tung. Da noch nicht alle Zusagen der Vor-
    USA - 48210 Detroit, MI                     Kennwort: XXXXXXXXXXX                     träge und Workshops abhalten und uns über          tragenden eingegangen sind, wird das voll-
  • Karin Schmidt                                                                         alles was mit Spinnen, deren Biologie und          ständige Programm sowie die Anmeldemo-
    72663 Großbettlingen                                                                  Umwelt zu tun hat, ausführlich austauschen.        dalitäten, sobald vollständig, auf der Home-
  • Mario Schmidt                           Liebe Mitglieder der »Deutschen                                                                  page der DeArGe e.V. (www.dearge.de) bzw.
    26427 Stedesdorf                      Arachnologischen Gesellschaft e.V.«             ORT UND ZEIT                                       in Heft Nr. 3 der ARACHNE in 2005 veröf-
  • Pascal Schmidt                                                                                                                           fentlicht. Neuigkeiten und Informationen
    79591 Eimeldingen                     Anläßlich des 10. Jährigen Jubiläums unserer    Das »Arachno-Weekend« wird in Schries-             diesbezüglich können auch im Diskussions-
  • Oliver Schmitz                        Gesellschaft hat der Vereinsausschuss be-       heim, zwischen Mannheim und Heidelberg,            forum der DeArGe e.V. auf der DeArGe-
    47269 Duisburg                        schlossen, zwei besondere Projekte in die-      im Haus der evangelischen Jugend stattfin-         Homepage (www.dearge.de/forum) eingese-
  • Dennis Schroeder                      sem Jahr durchzuführen:                         den. Wir können dort bis zu 60 Menschen            hen werden.
    66640 Namborn                                                                         unterbringen, und das sehr kostengünstig.          Oliver Krautter, 2. Vorsitzender
  • Sascha Schulz                         LAYOUTVERÄNDERUNG DER ARACHNE
    25524 Itzehoe
  • Alexander Settari                     Wie Ihr ersehen könnt, ist diese Euch vorlie-
    A - 9020 Klagenfurt                   gende Ausgabe der ARACHNE erstmalig
  • Lucas Steindorfer                     komplett in Farbe gedruckt worden. Da-                                    Kleinanzeigen & Kontakte
    A - 1140 Wien                         durch entfallen die Farbtafeln im Mittelteil
  • Alexander Strenger                    der ARACHNE, denn die Bilder können             Da die Rubrik »Kleinanzeigen & Kontakte«               Wer Spinnentiere sucht oder abgeben
    50321 Brühl                           nun unmittelbar in die zugehörigen Artikel      in den letzten Monaten nur noch vereinzelt         möchte, kann dies weiterhin im »Anzeigen-
  • Falko Valery Gordon Thelen            platziert und dennoch bunt abgedruckt wer-      genutzt wurde, bedingt durch ihren Aufbau          ring« auf unserer Homepage tun:
    22119 Hamburg                         den. Auch können dadurch Grafiken und           aber trotzdem immer eine ganze Seite Platz         www.dearge.de/anzeigen/anzeigen.shtml
  • Gerd Trefzer                          sonstige Zeichnungen in Farbe gedruckt          beansprucht, haben wir von der Redaktion
    79589 Binzen                          werden, was deren Aussagekraft sicherlich       uns dazu entschlossen, diese Rubrik einzu-
  • Pascal Verhasselt                     noch einmal erhöht. Wir denken, dass die        stellen um den frei werdenden Platz zukünf-
    59067 Hamm                            ARACHNE durch die nun entstehenden              tig für Artikel und Informationen nutzen zu
                                          neuen Layoutmöglichkeiten in Ihrem Er-          können.
                                     40                                                                                                 41
ARACHNE 10(2), 2005                                                                                                    ARACHNE 10(2), 2005
                      zum Schmunzeln                                           Termine
                                       Terraristika Hamm                                   Hohenzollernplatz), Berlin.
                                                                                           Info: ℡ 030-29666015, Fax: 030/29666014,
                                       Wann: Samstag 12.03.2005                            ! info@reptilienboerse-berlin.de
                                       Einlass für Besucher ab 10:00 Uhr.                  www.reptilienboerse-berlin.de
                                       Wo: Zentralhallen, Fritz-Reuter-Str., 59063
                                       Hamm                                                Terrarienbörse Karlsruhe
                                       Info: Frank Izaber, ℡ 02361-498112,
                                       ! office@terraristikahamm.de                        Wann: Samstag 02.04.2005
                                       www.terraristikahamm.de                             Einlass für Besucher von 10:00-16:00 Uhr.
                                                                                           Wo: in der Badnerlandhalle, Rubensstr. 21,
                                       Internationale Vogelspinnenbörse                    76149 Karlsruhe, Stadtteil Neureut.
                                       Karlsruhe - Knielingen                              Info: Klaus Baumgärtner, ℡ 07255-726550
                                                                                           oder 0171-7530830
                                       Wann: Samstag, den 19.03.2005                       ! info@terrarienboerse-ka.de
                                       Einlass für Besucher 10.00 Uhr, für Ausstel-        www.terrarienboerse-ka.de
                                       ler ab 8.30 Uhr.
                                       Wo: Sängerhalle, Untere Str. 44a                    Terrarienbörse Hannover
                                       76187 Karlsruhe - Knielingen
                                       Info: Roland Ockert, ℡ 07258-925591 oder            Wann: Samstag 09.04.2005
                                       0172-4839696, ! BoersenInfoKA@aol.com               Einlass für Besucher von 10:00-16:00 Uhr,
                                                                                           für Anbieter ab 8:00 Uhr.
                                       Vogelspinnen- und Reptilienbörse                    Wo: Bisonhalle, Springe am Deister, Bison-
                                       Mainz                                               straße
                                                                                           Info: ℡ 05101-84353 oder 0173-6813438,
                                       Wann: Samstag 19.03.2005                            Fax: 05101-916747,
                                       Einlass für Besucher 10:00-16:00 Uhr,               ! ReptileHannover@htp-tel.de
                                       für Aussteller ab 8:00 Uhr.                         www.terrarienboerse-hannover.de
                                       Wo: »Haus Haifa« (Mombach-Saal 1. Stock)
                                       Weiherstraße Ecke Zeystraße in 55120                Reptilienbörse Augsburg
                                       Mainz-Mombach.
                                       Info: Klaus Straka, ℡ 06131-686304 oder             Wann: Sonntag 10.04.2005
                                       ℡ 0179-5437621, Fax: 06131-686304,                  Einlass für Besucher 10:00, für Anbieter ab
                                       ! brachypelmaklaus@aol. com                         7:00 Uhr. Ende 15:00 Uhr.
                                       www.brachypelmaklaus.beep.de                        Wo: Vereinshalle TSV Haunstetten, Lands-
                                                                                           berger Str. 3, 86179 Augsburg
                                       Reptilienbörse Berlin                               Info: Zankl J. ℡ 09942/905611,
                                                                                           Fax: 09942/905612, Mobil: 0171/3847197
                                       Wann: Samstag 19.03.2005                            www.zoo-zankl.de
                                       Einlass für Besucher 10:00-16:00 Uhr, für
                                       Aussteller ab 6:00 Uhr.
                                       Wo: Hohenzollern-Saal am Hohenzollern-
                                       damm 202-203 (Kirchengemeinde Am

                            42                                                        43
ARACHNE 10(2), 2005                                                                                                                                                        ARACHNE 10(2), 2005
                                      Termine                                                                                   Stammtische
»R-A-B«-Frühjahrs-Terrarienbörse                Rosenheimer Reptilien-Börse                  Vogelspinnen Stammtisch Kiel                       Vogelspinnen IG Franken
in Cham (Schweiz)
                                                Wann: Samstag 23.04.2005                     Wann: jeden letzten Sonntag im Monat               Wann: jeden ersten Samstag im Monat
Wann: Sonntag 10.04.2005                        Einlass für Besucher von 09:00-15:00 Uhr,    ab 17:00 Uhr                                       ab 19:00 Uhr
Einlass für Besucher von 10:00-16:00 Uhr        für Aussteller ab 7:30 Uhr                   Wo: »Westsight«, Westring/Ecke Ahlmann-            Wo: Gaststätte »Eichenwald«, Effeltricher
Wo: Pfarreiheim, Cham (Schweiz) (bei der        Wo: Gasthof Höhensteiger, Westerndorfer      str. 24, 24118 Kiel                                Str. 93, 90411 Nürnberg
kath. Kirche und beim Bahnhof)                  Str.101, 83024 Rosenheim, (Ortsteil          Kontakt:                                           Kontakt:
Info: H. Gürber, ℡ 0041-17105894 oder           Westerndorf/St. Peter)                       Philipp Samadi                                     Michael Breitschwerdt
0041-17181878 oder 0041-786401229               Info: Reptilien-Oase Rosenheim,              ℡ 0431-8885197                                     ℡ 0911-4187678 oder 0171-4940150
! rabguerber@hotmail.ch                         ℡ 0174/5227231, Fax: 08031/3040413           ! kumalo@gmx.de                                    ! Michael.Breitschwerdt@web.de
                                                www.reptilien-rosenheim.de.vu                Info: www.vogelspinnen-kiel.de                     Info: www.vsig-franken.de
2. Vogelspinnenbörse Bad Kreuz-
nach                                            Terrarienbörse Mannheim                      Vogelspinnenstammtisch Hamburg                     Vogelspinnen IG Stuttgart

Wann: Sonntag 17.04.2005                        Wann: Samstag 07.05.2005                     Wann: jeden zweiten Samstag im Monat               Wann: jeden vierten Freitag im Monat
Einlass für Besucher 10:00-15:00 Uhr,           Einlass für Besucher von 10:00-16:00 Uhr,    ab 19:00 Uhr                                       ab 20:00 Uhr
für Aussteller ab 8:00 Uhr.                     Wo: Multihalle im Herzogenriedpark,          Wo: »Bavaria Bräu Stübel«, Walddörfer-             Wo: SKV-Heim Eglosheim, Tammerstraße
Wo: »Rosengartenhalle«, in Rüdesheim            68165 Mannheim am Messplatz                  straße 163, 22047 Hamburg                          30, 71634 Ludwigsburg, Stadteil Eglosheim
(einem Vorort von 55545 Bad Kreuznach)          Info: Ralf Heinrich, ℡ 0621-797331,          Kontakt:                                           Kontakt:
Info: E. Schramm, ℡ 0671-36357                  ! info@ralf-futtertiershop.de                Claus Priebusch                                    Michael Lang
! Terminator02@gmx.net                          www.terrarienboerse-mannheim.de              ℡ 0179-7591408                                     ℡ 07146-891529
                                                                                             ! Vogelspinne-hamburg@gmx.de                       ! nuschel123@aol.com
                                                                                             Info: www.vogelspinne-hamburg.de                   Info: www.vogelspinnen-ig.de

                                                                                             Vogelspinnenstammtisch                             Vogelspinnen Stammtisch OWL
                                                                                             Waltershausen
                                                                                                                                                Wann: jeden ersten Samstag im Monat
                                                                                             Wann: jeden letzten Sonntag im Monat               ab 19:00 Uhr
                                  Stammtische                                                ab 18:00 Uhr                                       Wo: im »Kegelcenter«, Triftenstr. 88, 32791
                                                                                             Wo: in der Clara-Zetkin-Str. 46, 99880 Wal-        Lage
Stammtisch der Arachnologen in                  BerlinSpinnen – Vogel-Spinnen AG             tershausen                                         Kontakt:
Bonn und Umgebung                               Berlin-Brandenburg                           Bitte vorher kontaktieren!                         Stephen Keeling
                                                                                             Kontakt:                                           ℡ 05232-702879
Wann: jeden ersten Dienstag im Monat            Wann: jeden zweiten Samstag im Monat
                                                                                             Stephan Martini                                    ! stephen@keeling.de
um 20:00 Uhr                                    ab 15:00 Uhr
                                                                                             ℡ 03622/208686                                     Info: www.vogelspinnen-stammtisch-owl.de
Wo: im Hoppegarten in 53115 Bonn-Pop-           Wo: Enzian Stuben, Enzianstr. 5,
pelsdorf.                                       12203 Berlin-Lichterfelde, (S-Bahn Station   ! VSStammtisch@aol.com
Kontakt:                                        Botanischer Garten)
Thorsten Gurzan                                 Kontakt:
℡ 0179-5106228                                  Martin Schmidt
! spider@itsy-bitsy.de                          ℡ 030-70175633
Info: www.arachnologen-bonn.de                  ! info@berlinspinnen.de
                                                Info: www.berlinspinnen.de
                                           44                                                                                              45
ARACHNE 10(2), 2005                                                                                                                                                                                      ARACHNE 10(2), 2005
                                  Stammtische                                                                                                         Impressum
Vogelspinnen-Stammtisch-Weser-                    Vogelspinnenstammtisch Osna-                 Die »ARACHNE« wird herausgegeben von der Deut-                                Kontaktadresse Arachnida-Schweiz
                                                                                               schen Arachnologischen Gessellschaft e.V. Sie ist das offizielle,
Ems                                               brück                                                                                                                 Arachnida Schweiz
                                                                                               zweimonatlich erscheinende Publikationsorgan von
                                                                                               DeArGe. e.V. und Arachnida-Schweiz. Sie befasst sich mit                 Postfach 31
Wann: jeden ersten Samstag im Monat ab            Wann: jeden dritten Samstag im Monat         Themen rund um Spinnentiere.                                             CH-6213 Knutwil
17:00 Uhr                                         Wo: siehe Webseite                                                                                                    ! info@arachnida.ch
Wo: Oldenburg (genauen Treffpunkt bei             Kontakt:                                             Vereinsausschuß der DeArGe e.V.                                  Thomas Märklin (Präsident)
Michael Wortmeyer erfragen)                       Thomas Merte                                                                                                          Wiesenstr. 4
Kontakt:                                                                                       1. Vorsitzende                       2. Vorsitzender
                                                  ℡ 0174-3621349                               Dipl. Biol. Marion Heller-Dohmen     Oliver Krautter
                                                                                                                                                                        CH - 8580 Amriswil
Michael Wortmeyer                                 ! tmerten79@hotmail.com                      Goldtäleweg 11                       Niklastorstraße 4
                                                                                                                                                                        ℡ 0041(0)71-4110634
                                                                                                                                                                        ! thomas.maerklin@arachnida.ch
℡ 04421-771616 oder 0171-3480280                  Info: www.vogelspinnen-osnabrück.de          70327 Stuttgart                      71642 Marbach
                                                                                                                                                                        Info: www.arachnida.ch
! diana.itis@ewetel.net                                                                        ℡ 0711-8829557                       ! krautter@dearge.de
                                                                                               ! heller-dohmen@dearge.de
Info: www.vogelspinnen-weser-ems.de               Vogelspinnen-Interessen-
                                                  Gemeinschaft- Salzburg                       Kassenwart                           Schriftführer
Vogelspinnen- und Terrarienstamm-                                                              Markus Strauß                        Dr. Marcus Heller
                                                  Wann: jeden ersten Mittwoch im Monat ab      Speckendamm 1                        Goldtäleweg 11
tisch Mainz
                                                                                               28865 Lilienthal                     70327 Stuttgart
                                                  20:00 Uhr                                    ! strauss@dearge.de                  ! heller@dearge.de
Wann: jeden dritten Freitag im Monat              Wo: Landgasthof Allerberger, Doktorstraße
um 19:00 Uhr                                      49, A-5072 Siezenheim (Salzburg/Öster-       Hauptschriftleiter
                                                                                               Volker von Wirth
Wo: Gaststätte »Zur Turnhalle« Turner-            reich)
                                                                                               Lilienstr. 1
straße 31, 55120 Mainz - Mombach                  Kontakt:                                     71723 Großbottwar
Gäste sind herzlich willkommen!                   Alexander Helminger                          ! von-wirth@dearge.de
Kontakt:                                          ℡ 0043-(0)650-8791080
Klaus Straka                                      ! spiderlex@gmx.at                                            Homepage-Redaktion
℡ 06131-686304
! brachypelmaklaus@aol.com                        Vogelspinnenstammtisch Wien &                Mandy Raasch                         Thorsten Gurzan
                                                                                               Schmollerstr. 10                     Römerstraße 136
                                                  Umgebung                                     74074 Heilbronn                      56073 Koblenz
Vogelspinne e.V.                                                                               ! raasch@dearge.de                   ! gurzan@dearge.de
                                                  Wann: alle 14 Tage am Freitag ab 19:00 Uhr
Wann: Stammtisch jeden zweiten Sonntag            Wo: Mautner´s Gasthof Simmeringer            Info: www.dearge.de
im Monat ab 16 Uhr                                Hauptstr. 101, A-1110 Wien
Wo: in der VFL-Sportgaststätte »Sportanla-        Kontakt:                                                         Bankverbindung
ge«, Am Moritzwinkel 12 in Hannover-Her-          Philipp Milan
                                                                                               Deutsche Arachnologische Gesellschaft e.V.
renhausen                                         ℡ 0043-0664-5250121                          Raiffeisenbank Frechen+Hürth eG
Kontakt:                                          ! pmilan@vogelspinnen-wien.at                Kontonummer: 701493010
Marc Voßkämper (1. Vorsitzender)                  Info: www.vogelspinnen-wien.at               BLZ: 37062365
℡ 0511-2151311                                                                                 IBAN-Nr.: DE 72370623650701493010
                                                                                               Swift/BIC-Code: GENODED1FHH
! vossk77@aol.com
Info: www.vogelspinne-ev.de




                                             46                                                                                                                    47
Der neue GU-T ierratgeber
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»Vogelspinnen – faszinierend und exotisch«
       von Volker von Wirth ist da!



                    Auf 66 Seiten und zahlreichen
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Leseprobe: ARACHNE 2/2005

  • 1.
    10. Jahrgang Heft 2 März 2005 Deutsche Arachnologische Gesellschaft e.V. in dieser Ausgabe: • Die Vogelspinnen aus Französisch Guyana • Eine Einführung in die Etymologie von Gattungs- und Artnamen bei Vogelspinnen (Araneae: Theraphosidae) • Kokonbau ohne Kopulation Teil II • Die Spinne des Jahres 2005 • Einige Natur- und Terrarienbeobachtungen zur indischen Vogelspinne Chilobrachys fimbriatus POCOCK, 1899 • Auffälligkeiten bei der Nachzucht von Ephebopus rufes- cens WEST & MARSHALL, 2000 ISSN 1613-2688
  • 2.
    ARACHNE 10(2), 2005 ARACHNE 10(2), 2005 Impressum Inhalt Redaktion reicht werden. Bevorzugt werden Manuskripte in elek- Seite: Volker von Wirth Martin Huber tronischer Form (WinWord, StarOffice Writer, Rich- Lilienstr. 1 Dorfstr. 5 Text Format oder *.txt) per E-Mail, 3,5" Diskette oder 71723 Großbottwar 82395 Obersöchering CD-R. Gattungs- und Artnamen sind kursiv zu schrei- ! von-wirth@dearge.de ! huber@dearge.de ben, Überschriften sollen hervorgehoben werden, wei- Die Vogelspinnen aus Französisch Guyana . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 - 13 tere Formatierungen sind zu unterlassen. von Rick C. West Tobias Dörr Marcus Löffler Mit der Abgabe des Manuskripts versichern die Auto- Falkenstr. 24 A. d. Ronnenheide 6a ren, dass sie allein befugt sind, über die urheberrechtli- 30449 Hannover 45731 Waltrop chen Nutzungsrechte an ihren Beiträgen, einschließlich Eine Einführung in die Etymologie von Gattungs- und ! doerr@dearge.de ! loeffler@dearge.de eventueller Bild- und anderer Reproduktionsvorlagen Artnamen bei Vogelspinnen (Araneae: Theraphosidae) . . . . . . 13 - 19 zu verfügen und dass der Beitrag keine Rechte Dritter von Tobias Wagner Redaktionsmitarbeiter verletzt. Kristin Finke, Höchst i. Odw. Eingereichte Manuskripte werden ggf. an die Formatie- Timo Raab, Höchst i. Odw. rung und den Stil des Journals angepasst. Rechtsschrei- Kokonbau ohne Kopulation Teil II . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20 - 21 Ingo Wendt, Schorndorf bung und Grammatik werden überprüft und gegebe- von Mario Wilfert nenfalls geändert. Kleinanzeigen, Kontakte & Leserbriefe Kleinanzeigen können auf unserer Hompage unter Copyright 2005 Die Spinne des Jahres 2005 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22 - 23 www.dear ge.de/anzeigen/anzeigen.php veröffentlicht Die Vervielfältigung jedweder Art (auch auszugsweise) von John Osmani werden. bedarf der schriftlichen Genehmigung durch die Wir veröffentlichen auch Termine zu spinnenrelevanten DeArGe e.V. Sofern nicht anders angegeben, stammen Einige Natur- und Terrarienbeobachtungen zur indischen Börsen und Ausstellungen. Diese bitte per E-Mail, die Bilder von der Redaktion. ISSN 1613-2688 maschienengeschrieben bzw. in Druckbuchstaben an Vogelspinne Chilobrachys fimbriatus POCOCK, 1899 (Ara- die Leserbriefannahme schicken! Titelfoto: Chilobrachys fimbriatus, Weibchen neae: Therphosidae: Selenocosmiinae) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24 - 29 Foto: Martin Huber von Jean Michel Verdez & Frédéric Cléton Leserbriefannahme Michaela Biese Redaktionsschluss ist jeweils der letzte Werktag eines Düsterbeck 51 ungeraden Monats. Auffälligkeiten bei der Nachzucht von Ephebopus rufes- 45731 Waltrop cens WEST & MARSHALL, 2000 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30 - 31 ! leserbriefe@dearge.de Fachbeiräte * für Systematik und Taxonomie von Hans Werner Auer Nachbestellservice Dipl. Biol. Boris Striffler Fehlende Ausgaben der »ARACHNE« (ehem. »Mittei- Zoologisches Forschungsinstitut kürzlich publiziert lungen«) können schriftlich bei der Redaktion nachbe- und Museum A. Koenig stellt werden (sofern noch vorhanden). Die Kosten 53113 Bonn Zwei Revisionen zur afrikanischen Vogelspinnenfauna . . . . . . . . 32 - 37 betragen pro Heft 5 EUR. * für Vogelspinnenökologie und -ethologie Presse & Medien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37 - 38 Artikel Dipl. Biol. Dirk Weinmann Berichte über Haltung, Reisen oder sonstige interessan- 70734 Fellbach te Themen über Spinnentiere werden gerne entgegen- Leserbriefe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39 genommen und in der Reihenfolge des Eingangs veröf- * für Spinnentoxikologie und -biochemie fentlicht. Wir setzen die Einhaltung unseres Ethikkode- Dr. Volker Herzig Vereinsnachrichten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39 - 41 xes und ebenso auch die Einhaltung der gesetzlichen Zoologisches Institut der Fakultät für Bestimmungen voraus. Mit Verfassernamen gekenn- Biologie der Universität Tübingen zeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung Abteilung Neuropharmakologie Kleinanzeigen & Kontakte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41 der Redaktion und der DeArGe e.V. wieder. Für Berich- 72076 Tübingen te und auch für die Anzeigen sind die jeweiligen Verfas- ser verantwortlich. Für unverlangt eingesandtes Redak- Druck zum Schmunzeln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42 tionsmaterial (Manuskripte, Fotos, Bücher, etc.) kann Druck + Papier Meyer GmbH keine Haftung übernommen werden. 91443 Scheinfeld ℡ 09162-9298-0 Termine . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43 - 44 Hinweise für Autoren Beiträge können in handschriftlicher, maschinenge- Internet: http://www.dearge.de Stammtische . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44 - 46 schriebener oder computerbearbeiteter Form einge- 2 3
  • 3.
    ARACHNE 10(2), 2005 ARACHNE 10(2), 2005 Die Vogelspinnen aus Französisch Guyana che Tiere außerhalb des kleinen, diffusen Lichtkreises rund um die Lodge herumkro- von Rick C. West chen. Ich wusste genau: würde ich das nicht machen, könnte ich heute Nacht nicht ruhig Es war ein langer Tag an Bord der einzigen Groben Schätzungen zufolge starben schlafen. Fluggesellschaft, die von den USA nach 90% der 70.000 im Exil lebenden Gefange- Auf den Balken der Lodge und den na- Französisch Guyana fliegt. Viele Passagiere nen an Malaria, Gelbfieber oder während hen Bromelien fand ich sowohl Männchen nennen diesen Air France-Flug den »French Fluchtversuchen. Die berühmtesten Gefan- wie auch Weibchen einer Vogelspinnenart, Hopper«, da er in den frühen Morgenstun- genen waren ALFRED DREYFUS und HENRI die im Allgemeinen als »Avicularia metallica den Miami verlässt und lange Zwischen- »PAPILLON« CHARRIÈRE. AUSSERER, 1875« bezeichnet wird. So lange stopps in den französisch-sprachigen Flug- Die Hauptstadt Cayenne ist klein und die »rot-füßigen« Arten der Gattung Avicula- häfen von Haiti, Guadeloupe und Martini- ziemlich heruntergekommen. Der Großteil ria keine taxonomische Revision erfahren, que macht, bevor er schließlich über der der Gebäude stammt noch aus der alten können wir nur annehmen, dass diese Tiere Ephebopus murinus vor ihrer Wohnröhre sitzend alten französischen Strafkolonie Iles de Salut französischen Kolonialzeit, mit rostiger und zu dieser Art gehören. Der lebhaft blaue Foto: Rick C. West of St. Joseph (Salvation Islands), Royale und abblätternder Farbe, zerfurchten Blechdä- Schimmer dieser Vogelspinnen ist ein über- sität. Es dauerte nicht lange bis ich an den Devil's Island Höhe verliert und bei Son- chern und vergitterten Fensterläden. Die wältigender Anblick im Kontrast zu der grü- Wegrändern Ephebopus murinus (WALCKENA- nenuntergang am Rochambeau Airport lan- komplette Stadt zu Fuß zu durchqueren nen Vegetation und den braunen Balken. ER , 1837) in den seidenen Eingängen ihrer det. Ich habe diese Reise bereits fünfmal dauert nur etwa 20 Minuten! Obwohl es in- Während ich in den Wald hinein ging, nah- Erdbauten erblicken konnte. Dies ist eine gemacht und all dies ist für mich so vertraut teressant ist, die Stadt zu erkunden, sollte men die Geräusche und Laute von Frö- der auffälligsten Vogelspinnen Französisch wie der tägliche Weg zur Arbeit. man bedenken, dass illegaler Drogenhandel schen, Grillen und anderen nicht identifi- Guyanas mit ihren stroh-farbenen, skelett- Französisch Guyana ist einzigartig. Es ist und andere Verbrechen ständig zunehmen. zierbaren Nachtschwärmern beständig zu ähnlichen, parallelen Streifen, welche auf ein kleines Departement Frankreichs, eines Außerhalb der Stadt wird die Strafverfol- und erreichten eine beinahe schaurige Inten- der Oberseite der schwarzen Beine ent- von nur zweien außerhalb Frankreichs. Die gung noch immer durch die französische langlaufen. Landessprache ist Französisch, die Währung Fremdenlegion ausgeübt, Überwachungs- Die Vegetation in der unmittelbaren Euro – dennoch ist man in Südamerika. Die stellen am Straßenrand sind allgegenwärtig. Umgebung der Lodge ist eine Mischung aus Bevölkerung besteht aktuell aus etwa Was trotz allem an Französisch Guyana Savanne und Sekundärwald, Palmen und 190.000 Menschen, davon ca. 70% creolisch, großartig ist, ist die Tatsache, dass noch gut Laubbäumen, die auf lehmhaltigem, mit vie- 10% europäisch, 8% asiatisch, 8% brasilia- 90% des ursprünglichen Regenwaldes völlig len Blättern bedecktem Untergrund wach- nisch und 4% Ur-Einwohner (Karib und intakt sind, obwohl diese Zahl leider durch sen. Dieser Untergrund absorbiert nur we- Arawak). zunehmende Holzfällerei und Bergbau zu nig Wasser und sorgt dafür, dass sich Regen- Das Land ist gezeichnet von seiner alten sinken beginnt. wasser schnell sammelt und Savannen, Wäl- Geschichte, hauptsächlich durch Piraterie Nach Erledigung der Zollformalitäten der und die Bauten bodenbewohnender Vo- und die Strafkolonien. Um die Gefängnisko- empfing mich ein langjähriger Freund, der gelspinnen flutet. Die Tag- und Nachttem- sten in Frankreich zu senken und einen Bei- mich gerade zur rechten Zeit für ein herrli- peraturen schwanken zwischen 21°C und trag zur Entwicklung der französischen Ko- ches Abendessen und ein kaltes Bier zu sei- 31°C, die Luftfeuchte liegt zwischen 71% lonien zu leisten, wurden zwischen 1852 ner Lodge brachte. Die Hitze, hohe Luft- und 96%. Es war September und wir befan- und 1940 Gefangene nach Französisch feuchtigkeit und Übermüdung brachen über den uns in der »Trockenzeit«. Die Laubbäu- Guyana ins Exil geschickt. mich herein. Der Schweiß begann an mir me warfen ihre Blätter ab, um besser Wasser Sie lebten auf der Iles du Salut und wur- herunterzutropfen, meine Reisekleidung speichern zu können. Das Laufen auf den den als Sklavenarbeiter auf dem Festland klebte an mir, aber nach einem guten am Boden angehäuften lockeren Blättern zum Bau von Straßen oder zur Arbeit auf Abendessen, einer netten Unterhaltung und machte es nicht gerade einfach, für vernünf- großen Zuckerrohr- oder Kokosnuss-Plan- mit frischer Kleidung machte ich mich mit ein »Avicularia metallica« Weibchen vor ihrem Bromelien- tige Bilder unbemerkt an Ephebopus murinus Versteck sitzend tagen benutzt. einer Taschenlampe auf, um zu sehen, wel- Foto: Rick C. West heranzukommen. Während der Regenzeit 4 5
  • 4.
    ARACHNE 10(2), 2005 ARACHNE 10(2), 2005 zerfallen die Blätter und verschwinden teil- tetieren aufzulauern, die sich tagsüber im und adulte Tiere findet man hauptsächlich renden Welt hatte, die ich heute Nacht noch weise, sie werden dann Nahrungsgrundlage Schutz des Bodenbelages aufhalten und zur in den oberen Regionen, wobei es keinen erkundet hatte. Als ich heruntergefallene für unzählige Organismen und machen neu- nächtlichen Futtersuche in das blättrige Unterschied macht ob die Bäume nun 5 m und verrottende Äste mit einer kleinen, en Pflanzen Platz, die ans Licht streben. Schutzdach der Bäume bewegen. Beide Tapi- oder 30 m hoch sind. Vermutlich basieren handlichen Hacke herumdrehte, entdeckte Ich war überrascht, adulte Männchen nauchenius-Arten ließen sich durch das Licht die Unterschiede bei der regionalen Verbrei- ich Ephebopus rufescens W EST & M ARSHALL , und Weibchen sowie jüngere Stadien von E. der Taschenlampe nicht beirren, reagierten tung der verschiedenen Stadien auf Größe, 2000 und eine kleine, bisher unbeschriebene, murinus zu finden. Sie alle hockten an den aber extrem empfindlich auf Vibrationen Art und Verfügbarkeit der Beutetiere, wel- braune Holothele-Art in ein und demselben Eingängen ihrer Bauten und warteten auf wenn man beispielsweise an den Ast klopfte. che in der Regel in den oberen Regionen ei- Ast. Heruntergefallene Äste bilden ein her- vorüberlaufende Beute. Ich dachte darüber Sie zogen sich dann sehr schnell in den nes Baumes zahlreicher und konzentrierter vorragendes Mikrohabitat für bodenbewoh- nach, ab wann ein adultes Männchen »weiß«, Schutz ihrer Bauten zwischen den Palmwe- vorkommen. nende Theraphosiden und sind eine gute dass es tatsächlich adult ist und was es dann deln oder Blattachseln zurück. Wenn man Ganz allmählich ging ich zurück Rich- Quelle für Beute wie Würmer, Salamander, veranlasst, nach einem Weibchen zur Paa- einen Baum empor klettert um ein Exem- tung Lodge und konnte nun beruhigt und Frösche, kleine Eidechsen, Schaben, Grillen, rung zu suchen? Ich würde vermuten, dass plar von Tapinauchenius, Avicularia oder Psal- gut schlafen. Käfer und Käferlarven sowie Termiten. sich ein adultes Männchen unmittelbar nach mopoeus zu sammeln, quetschen sich die Tie- Am nächsten Morgen wurde ich um Diese Äste beherbergen aber auch Feinde seiner Reifehäutung zunächst weiterhin so re immer tiefer in die Ritzen und Spalten, 7 Uhr durch den »Frühstücks-Gong« ge- der Vogelspinnen wie etwa fleischfressende verhält wie vorher und erst bestimmte Hor- die an den Ansatzstellen der Blätter am weckt. Frühstück und Abendessen gab es zu Nager, Kröten, grabende, gliedertierfressen- mone das in den Genen einprogrammierte Baumstamm entstehen. Ich habe dieses Ver- festen Zeiten, 7 Uhr morgens und 19 Uhr de Schlangen, größere Eidechsen, größere Sexualverhalten auslösen. (Anmerkung: Bei halten bei vielen Gelegenheiten beobachten abends. Hastig schlang ich das Frühstück Spinnentiere und sonstige Arthropoden der Ausgrabung in zwei separaten Bauten können. Leider wird das Einfangen der Tie- herunter und machte mich wieder auf den (Spinnen, Skorpione, Hundertfüßer und die von Männchen bewohnt waren, wurde in re dadurch nicht gerade einfacher. Oftmals Weg in den Wald, der jetzt keinerlei Ähnlich- Geißelspinnen). jeder Höhle eine Haut gefunden. Diese sind die eng anliegenden, nach oben gerich- keiten mehr mit der schattigen und faszinie- Ephebopus rufescens legt seine seidenen, Häute konnten nach einer Untersuchung als teten Ritzen und Spalten am Blattansatz röhrenförmigen Bauten in heruntergefalle- die jenigen, die während der Reifehäutung einer Palme oder einer Bromelie mit Wasser nen, feuchten und verrottenden Ästen, unter abgestreift wurden, identifiziert werden.) gefüllt. Diese gefüllten Bereiche liegen in Steinen oder aber auch am Fuß lebender Binnen zwei Wochen besuchte ich die Bau- der Regel unterhalb der seidenen Bauten der Bäume oder toter Baumstümpfe an. Kleine ten der Männchen mehrfach, fand diese aber Theraphosiden. Sowohl baum- als auch bo- Stückchen Moos, Dreck oder Blattstücke nach und nach verlassen vor. Dies bestärkte denbewohnende Theraphosiden verschwin- werden häufig zur besseren Tarnung in das die Vermutung, dass die adulten Tiere ihre den bei Störungen oder wenn sie gejagt wer- Gespinst eingearbeitet. Einige Tiere kann sicheren Höhlen für immer verlassen hatten, den manchmal für längere Zeit in diesen man auch in Bauten finden, die ähnlich de- um geschlechtsreife Weibchen zur Paarung Wasseransammlungen. nen der baumbewohnenden Vogelspinnen zu suchen, allerdings habe ich an den Bau- Während vieler Jahre der Beobachtung etwas erhöht an älteren und größeren Bäu- ten der adulten Weibchen niemals werbende von baumbewohnenden Vogelspinnen habe men, in Astgabeln oder unter bemooster Männchen feststellen können. ich festgestellt, dass es anscheinend tatsäch- Borke angelegt sind (siehe Abbildung näch- Während ich weiterging, beleuchtete ich lich einen Zusammenhang zwischen den ste Seite). die oberen Äste und Kronen der größeren Stadien der Jungtiere und deren bevorzugten Im Gegensatz hierzu findet man jüngere Palmen und erblickte hin und wieder Tapin- Lebensräumen in unterschiedlichen Berei- Entwicklungsstadien von Ephebopus murinus auchenius gigas CAPORIACCO 1954 und Tapin- chen auf dem »mütterlichen« Baum bzw. nach dem Verlassen des mütterlichen Ge- auchenius purpureus SCHMIDT, 1995. Ich kann- den umliegenden Bäumen gibt. Die kleine- spinstes ausschließlich »baumbewohnend« in te diese Arten bereits von früheren Reisen. ren Jungtiere scheinen die unteren Bereiche kleinen seidenen Röhren auf kleinwüchsiger Wie die meisten echten baumbewohnenden der Bäume oder nahstehende, kleinwüchsige Vegetation, hauptsächlich auf Bromelien Theraphosiden hocken sie mit dem Vorder- Vegetation zu bevorzugen, während man (siehe nebenstehende Abbildung). Diese körper Richtung Boden weisend auf den etwas größere Jungtiere eher in den mittle- frühes Entwicklungsstadium von Ephebopus murinus eine Bromelie bewohnend Tatsache unterstützt die Einordnung der Bäumen. Ich vermute sie tun dies, um Beu- ren Bereichen der Bäume findet. Subadulte Foto: Rick C. West Gattung in die Unterfamilie der Aviculari- 6 7
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    ARACHNE 10(2), 2005 ARACHNE 10(2), 2005 inae. Wenn E. murinus adult werden, legen gelegene Gebiete für meine Untersuchungen sie diese baumbewohnende Lebensweise zu suchen. Also mietete ich mir ein Auto jedoch vollständig ab und gehen ebenso und nutzte die Gelegenheit, um mir Cayen- konsequent zur bodenbewohnenden Le- ne, diese alte Stadt aus der Kolonialzeit, an- bensweise über. Ich würde vermuten, dass zuschauen. Es gibt dort aber nicht wirklich Größe und Verfügbarkeit der Beute im Lau- viel zu sehen. Die meisten Shops sind klein fe der Evolutionsgeschichte dazu geführt und mit ihren kitschigen Souvenirs wohl haben, dass E. murinus diese strikt getrennte, hauptsächlich auf europäische Touristen »zweigleisige« Lebensweise als Überlebens- ausgerichtet. Für mich gehören diese hun- strategie entwickelt hat. derte (insgesamt vermutlich eher tausen- Große Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit de) von getrockneten und eingerahmten können häufig sehr an den Kräften zehren. Schmetterlinge, Käfer und Vogelspinnen zu Aus diesem Grunde esse ich nicht sehr den Souvenirs, über die ich mich am meisten reichhaltig und belastend zu Mittag. Statt- aufregen könnte. Schmetterlinge der Art dessen begnüge ich mich mit Powerriegeln Morpho und die Vogelspinnenart Theraphosa und Energydrinks. Tagsüber wandere ich, blondi gehören zu den am häufigsten ange- mache Bilder und führe wissenschaftliche botenen Arten. Unter anderem werden auch Feldarbeiten durch. Meist kehre ich dann Avicularia metallica und Ephebopus murinus erst spätnachmittags zur Lodge zurück, sor- »gerahmt« angeboten. Die Samaracas (um- tiere meine Notizen und gönne mir irgend- gangssprachlich für »Afrikanische Nach- ein alkoholisches Getränk. Ich war glücklich kommen, die im Busch leben«) fangen große darüber, bei dieser Reise die komplette Lod- Mengen all dieser Tiere, indem sie Benzin in ge allein für mich zu haben. Es ist für mich die Bauten der Vogelspinnen spritzen. Der das größte Ärgernis, während meiner Reisen Geruch treibt die Tiere dann ans Tageslicht, Gäste in den Lodges zu haben, die mir laut- wo sie hastig gefangen und in kleinen Pla- stark überall hin folgen, als wäre ich ihr per- stikbeuteln »verstaut« werden. Zurück bei sönlicher »Dschungel«-Reiseführer. Nach ihren Unterkünften werden die Beutel mit etwa zwei Tagen kannte ich auf dem den Tieren in die Sonne gelegt und dort Grundstück der Lodge und dem umliegen- sterben sie dann den Hitzetod, bevor sie den Gebiet beinahe jeden Baum und ausgeweidet, ausgestopft, getrocknet und in Strauch. Es war daher nötig, neue und höher die Bilderrahmen eingesetzt werden. Diese Habitat und arboreales Versteck von Ephebopus rufescens In vielen Läden werden getrocknete Vogelspinnen, Skorpione, Schmetterlinge und Käfer als Souvenirs für Touristen angeboten. Foto: Rick C. West Fotos: Rick C. West 8 9
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    ARACHNE 10(2), 2005 ARACHNE 10(2), 2005 völlig alleine in den dichten Reizung mit einem flexiblen Stöckchen Regenwald, aber ich hatte sprang der Bewohner der Höhle hervor. Es leider keine Wahl. Ich mar- war die größte Vogelspinne der Welt: ein kierte meinen Weg mit flu- wunderschönes Weibchen von Theraphosa oreszierendem Maßband blondi (LATREILLE, 1804). Im Laufe des Ta- und hatte vor meinem Aus- ges fand ich weitere Exemplare von T. blondi flug mit meinem Bekannten in unterschiedlichen Größen. Jüngere Exem- vereinbart, dass wohl etwas plare von T. blondi fand ich hauptsächlich in passiert sei, wenn ich nicht natürlichen, nicht mit Seide ausgekleideten zum Abendbrot wieder zu- Höhlen unter abgefallenen Ästen, großen rück an der Lodge wäre. In Felsen und in verlassenen Löchern anderer diesem Fall würde jemand bodenbewohnender Lebewesen. Ich be- vorbeikommen und nach merkte, dass die jüngeren Altersstadien bei mir suchen. der Wahl ihrer Behausungen eher opportu- Nach kurzer Zeit er- nistisch waren und sich nicht, wie die adul- blickte ich ein typisches, ten Weibchen, Höhlen bauten. Subadulte eine Theraphosa blondi mit ca. 25 cm Spannweite vor ihrem Bau auf Beute lauernd baumwoll-weißes Gewebe: und adulte T. blondi wurden hauptsächlich in Foto: Rick C. West der Eingang zu einem Erd- den üblichen, im Boden angelegten Bauten Vorgehensweise wird hauptsächlich auf- bau. Der Größe nach zu urteilen musste es entdeckt. Vor den meisten dieser Höhlen grund der extrem aggressiven Reizhaare des eine wahrlich riesige Vogelspinne sein. Der findet man die oben beschriebenen, gesäu- Typs III bei T. blondi gewählt – alles in allem Bereich vor dem Eingang der Höhle war berten seidenen Bereiche. Wenn dieser ein entsetzlicher Handel. sehr sorgfältig von Blättern und heranwach- Bereich zerfleddert aussieht oder Blätter Während ich zum Kaw-Gebirgszug hin- senden Pflanzen befreit. Diese Zone oder und Stöckchen darauf herumliegen, kann auf fuhr, flitzten hin und wieder Gruppen die »Arena«, wie ich diesen Bereich in der man davon ausgehen, dass der Bau verlassen von Saguinus midas midas (kleinwüchsige, Regel nenne, war mit Seide bedeckt, die ist. Umweltbedingungen wie wenig verfüg- schwarze Tamarin-Äffchen mit gelben Fü- wohl von dieser großen Spinne ausgelegt bares Futter, Trockenheit oder häufige ßen) über die Straße. Wenn man den »Screa- wurde, um vorbeilaufende Beute schneller Störungen führen dazu, dass T. blondi ihren vorkolumbianischen Felszeichnungen u.a. mit Spinnen- motiven ming Piha« (Lipaugus vociferans – ein Vogel, und einfacher zu erkennen. Nach kurzer Bau verlassen und nach einem besseren Foto: Rick C. West ungefähr so groß wie ein Star) schreien hört, Platz suchen. Ein weiterer Grund kann aber weiß man, dass man im ursprünglichen auch die vollzogene Reifehäutung der nen Pfade. Einer dieser Pfade führte mich Hochlandwald angekommen ist. Ich stellte Männchen und die damit einhergehende zu vorkolumbianischen Felszeichnungen den Wagen am Straßenrand ab, packte mei- Suche nach einem paarungsbereiten Weib- unbekannten Alters und Herkunft. Obwohl ne Ausrüstung zusammen und ging hinein chen sein. Die üblichen Beutetiere von T. gut vorbereitet, freute ich mich sehr über in den Regenwald. Die Bäume und Baum- blondi sind kleine Frösche und Eidechsen diese große Felszeichnung mit Riesenschlan- kronen waren hier wesentlich höher und (auch Skinke und Geckos). Obwohl ich in gen und Spinnen als Motive. Da sich diese ausladender als in den Wäldern der Niede- diesem Gebiet hin und wieder auch den Zeichnung inmitten des T. blondi-Habitats rungen. Die Temperatur betrug zwischen Pfeilgiftfrosch Dendrobates tinctorius entdeck- befindet, glaube ich, dass die frühen Ur-Ein- 20°C und 27°C, die relative Luftfeuchte lag te, wurde bisher noch nie davon berichtet, wohner in Ehrfurcht vor diesen großen zwischen 79% und 96%. Das Gelände hier dass Frösche dieser Gattung von Vogelspin- Spinnen und vermutlich den in Flussnähe war eine Mischung aus steilen, lehmigen nen gefressen wurden. anzutreffenden Anacondas und Buschmei- Hängen, felsigen, lava-ähnlichen Formatio- In den verbleibenden zwei Wochen stern lebten. Ich überlegte, welche spirituelle nen und einigen Höhlen. Ich brach im übri- ein Jungtier von Theraphosa blondi mit ca. 10 cm Bein- kehrte ich öfters zum Kaw-Gebirgszug zu- Rolle diese Lebewesen für die altertümlichen spannweite gen gerade eine der Grundregeln – ich ging Foto: Rick C. West rück und untersuchte die vielen vorhande- Handwerker gespielt haben mögen, als sie 10 11
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    ARACHNE 10(2), 2005 ARACHNE 10(2), 2005 damals hier an dieser Stelle standen und sie auszog, lief etwa ein halber Liter Blut aus sich aufbäumende und fauchende Schlank- SUMMARY im Quarzit verewigten. dem Stiefel. Die Socke war voll von geron- natter (Leptophis ahaetulla). Obwohl diese Ich habe noch viele andere Vogelspin- nenem Blut, das in den Gummistiefel ge- Schlange nicht giftig ist, war ich doch ziem- The author describes one of his trips to nenarten gefunden, deren Beschreibung steckte Hosenbein scharlachrot. Offenbar lich schockiert über diesen Vorfall. Hätte sie French Guiana, South America. würde aber leider den Rahmen dieses Arti- hatte die Hacke eine Vene verletzt, die durch mich getroffen und sich um mich gewickelt, A general overview of the country is kels sprengen. Unnötig zu sagen, dass Fran- das Schienbein verläuft und so konnte das hätte ich entweder netten Dünger für den provided along with some natural history zösisch Guyana aufgrund der hohen Arten- Blut den ganzen Tag lang in meinen Stiefel Waldboden abgegeben oder mir einen schö- notes on some of the theraphosid diversity vielfalt auf einem so kleinen Gebiet, nicht laufen. Nach ein wenig erster Hilfe und viel nen Gürtel aus dem Tier gemacht. Nachdem found in both lowland and highland forest nur bezüglich Vogelspinnen, sondern allge- Bier (natürlich nur um die verlorene Flüssig- ich alle Sinne wieder beisammen hatte, habitats. mein in Flora und Fauna, eines meiner Lieb- keit zu ersetzen) fühlte ich mich schnell wie- nahm ich meinen Rucksack, um die Kamera lingsländer ist. der kerngesund – ein bisschen jedenfalls. herauszuholen und ein paar Bilder von die- Adresse des Autors: Während ich alleine durch den Regen- Während ich allein im Regenwald her- ser unheimlich schönen Schlange zu ma- Royal British Museum wald ging, wurde ich zweimal hart auf die umstreife, bin ich nervlich immer etwas an- chen, bevor sie im Grün des Regenwaldes Rick C. West Probe gestellt. Obwohl es nichts mit Vogel- gespannt, weil ich ständig nach giftigen verschwand. c/o 3436 Blue sky Place spinnen zu tun hat, verdienen diese beiden Schlangen, Jaguaren oder illegalen bzw. be- Als ich meiner Frau diese beiden Ge- Victoria BC Begebenheiten schon aufgrund ihrer Komik trunkenen Jägern Ausschau halte. Als ich schichten erzählte, sagte sie nur »Wie ich Canada V9C 3N5 erwähnt zu werden, bevor ich den Artikel irgendwann einmal stehen geblieben bin, um schon sagte, Liebling… Du wirst älter!«. beschließe. dem Gesang des »Screaming Piha« zu lau- Meine Frau zieht mich jedes Mal damit schen, zischte plötzlich irgendetwas aus ei- auf, dass ich zu alt bin um alleine in Regen- ner Baumkrone fallend an mir vorbei, ver- wäldern nach Vogelspinnen zu suchen. passte meinen Kopf nur ganz knapp und Eine Einführung in die Etymologie von Gattungs- und LYNN hat durchaus Recht, wenn sie sich be- landete wenige Zentimeter entfernt auf dem schwert, denn wann immer ich verreise pas- Waldboden. Herunterfallende tote Äste oder Artnamen bei Vogelspinnen (Araneae: Theraphosidae) siert mir irgendetwas Schlimmes oder ich große Blätter sind für den Regenwald durch- von Tobias Wagner verletze mich sehr schwer. Vielleicht bin ich aus nicht ungewöhnlich. Als ich mich um- irgendwie verflucht oder es ist »Murphy's drehte, um zu sehen was da heruntergefallen Law«. Was immer es ist, irgendwie scheine war, lief mir ein eiskalter Schauer über den EINLEITUNG WAS IST ETYMOLOGIE? ich vom Pech verfolgt zu werden. Diese Rei- Rücken. Vor mir lag eine etwa 180 cm lange, se machte da keinen Unterschied. Sicherlich hat sich jeder Spinnenhalter schon Unter Etymologie versteht man die Wissen- Während ich mit meiner kleinen Hacke einmal gefragt, was sich eigentlich hinter schaft von der Herkunft der Wörter. Dieses versuchte einen Stein herumzudrehen, den oft schwer verständlichen bzw. auszu- Fremdwort leitet sich aus dem Altgriechi- rutschte ich ab und traf mein Schienbein sprechenden Gattungs- und Artnamen sei- schen ab: von étymos für »wirklich, wahr, knapp über den Gummistiefeln. Es tat sehr ner Pfleglinge an Bedeutung verbirgt. Für gewiss« und lógos für »Rede, Darlegung, weh, aber ich untersuchte die Wunde nicht, viele bleibt es beim berüchtigten »lateini- Lehre«. Etymologie ist also wortgetreu über- weil ich davon ausging, dass es nur eine klei- schen Namen«, eine Bezeichnung jedoch, setzt »die Lehre des Wahren« oder auch »die ne Schramme war. Während ich den Rest die, wie später verdeutlicht wird, inkorrekt Darlegung des tatsächlichen Ursprungs«. des Tages ganz normal weiterwanderte, ist. Dass jedoch das Beherrschen der wis- fühlte sich mein Fuß irgendwie feucht an. senschaftlichen Artnamen auf Grund der B EZUG DER E TYMOLOGIE ZUR WISSEN - Das war aber nichts ungewöhnliches, weil internationalen Gültigkeit der binominalen SCHAFTLICHEN NOMENKLATUR sich im Laufe des Tages jede Menge an den Nomenklatur (= in Gattungs- und Artna- Beinen herunter laufender Schweiß in den men aufgeteilt) gerade im Bereich der Terra- Seit der Einführung der binominalen No- Gummistiefeln sammelt. Als ich abends zur ristik außerordentlich wichtig ist, dürfte menklatur durch CARL VON LINNÉ im Jahre eine etwa 180 cm lange Schlanknatter (Leptophis ahaetulla) Lodge zurückkehrte und die Gummistiefel Fotos: Rick C. West jedem erfahreneren Halter einleuchten. 1751 mit seinem Werk »Philosophia botani- 12 13
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    ARACHNE 10(2), 2005 ARACHNE 10(2), 2005 ca« verfügt jedes wissenschaftlich erfasste (= Wenn jemand eine Erstbeschreibung durch- Der griechische Buchstabe Kappa (»k«) in son(en) entsprechend] angehängt, wie z.B. beschriebene) Lebewesen über einen Gat- führt obliegt es ihm nun, dem neuen Objekt kéras wird in der latinisierten Form zum bei Euathlus pulcherrimaklaasi (Patronym für tungsnamen und ein oder, im Falle von einen passenden und unfehlbaren Namen zu Buchstaben »c«, die griechische Endung PETER KLAAS), Aphonopelma mooreae (Patro- Unterarten, mehrere sog. Artepitheton(e) erteilen, der noch nicht existieren darf. Zu- »-os« von gýros (Nominativ Singular; Mas- nym für BARBARA MOORE) oder Chaetopelma (gr. epíthetos = hinzugefügt). Darauf basie- dem ist vorher zu klären, ob das Lebewesen kulinum) zum lateinischen »-us«. webborum (Patronym für A NN und F RANK rend existieren heute detaillierte und kom- einer bereits vorhandenen Gattung zuge- Die Ortsbezeichnung »Bechuana« wird WEBB). plexe Regelwerke (s. a. KRAUS et al. 2000). hörig ist, oder ob anhand der neuen Art als Artepitheton wie ein Adjektiv gehand- In vielen Erstbeschreibungen ist unter Der Anfangsbuchstabe des Gattungsna- auch eine neue Gattung aufgestellt werden habt und muss somit dem Gattungsnamen dem Punkt Derivatio nominis in wenigen mens wird nach diesen Regeln stets groß, muss, weil sie sich keiner vorhandenen zu- in Kasus (»Fall«), Numerus (Singular-Plural) Worten angegeben, wie es zu der Entschei- der des Artepitheton klein geschrieben. Bei- ordnen lässt. und Genus (Geschlecht) angepasst werden dung kam, der neuen Art/Gattung den je- de werden kursiv gedruckt. Dieses Binomen Die Namen stammen zum Großteil aus (Anm.: Die Verwendung des Plurals findet weiligen Namen zu verleihen. ist der Artname, auch wenn es in der Zoolo- dem Lateinischen und Altgriechischen, aber jedoch nur noch als personenbezogener Ge- Im folgenden Teil sind gängige Vogel- gie oft üblich ist, allein das Epitheton als auch aus dem Wortschatz anderer Sprachen nitiv Verwendung). Da im gegebenen Bei- spinnengattungen und -arten mit der Ety- »Artnamen« zu bezeichnen (vgl. SUDHAUS & und beziehen sich auf Eigenschaften, Ei- spiel Ceratogyrus männlich ist, wird aus dem mologie ihres Namens aufgelistet. Die Aus- REHFELD 1992). gennamen und weitere Dinge. Sie nehmen Ortsnamen bechuanicus. wahl erfolgte primär nach in der Terrarien- Zur vollständigen wissenschaftlichen Be- in den meisten Fällen Bezug auf besondere haltung verbreiteten Arten. Bei weiterem zeichnung einer Art gehören daneben noch Merkmale des beschriebenen Organsimus, [2] Brachypelma albopilosum VALERIO, 1980 Interesse sind sämtliche Etymologien für die der Name der Person, welche die Erstbe- sind zu Ehren einer Person (oft des Ent- Brachypelma < (gr.) brachýs = kurz + tò Familie Theraphosidae im Internet unter schreibung durchgeführt hat (auch mehrere deckers oder einer Person, die sich in beson- pélma = die Sohle, der Fuß http://etymologie.dearge.de abrufbar. Personen), sowie das Jahr, in dem diese ver- derer Weise verdient gemacht hat) bezeich- albopilosum < (lat.) albus = weiß + pilo- öffentlicht wurde. net oder geben Rückschlüsse auf das Her- sus = haarig H INWEIS : Die Etymologien basieren auf Stehen Personenname und Jahr in Klam- kunftsland bzw. den Fundort der beschrie- Hier ist allein »albopilosum« die korrekte Be- fundierten Kenntnissen des Lateinischen, mern, so deutet dies darauf hin, dass die Art benen Art. Vor allem in Hinsicht auf die zeichnung des Epithetons. »pélma« ist im Altgriechischen und anderer Sprachen und zuvor einer anderen Gattung zugehörig be- Eigenschaften sind diese Namen häufig rein Altgriechischen ein Neutrum, also sächlich. anatomischer Strukturen im Körperbau der schrieben wurde. subjektiv gewählt. Dies ist aber nebensäch- Das Adjektiv »pilosus« besitzt im Lateini- Vogelspinnen und auf Wissen bezüglich der lich, da das Ziel in erster Linie nur darin be- schen die drei Endungen -us (für männlich), Regeln der internationalen Nomenklatur. Beispiele: steht, der neuen Gattung/Art einen Namen -a (für weiblich) und -um (für sächlich). Da, Dennoch kann keine Garantie auf Richtig- zu geben, um eine internationale und un- wie oben beschrieben, das Epitheton dem keit und Vollständigkeit gegeben werden. [1] Ephebopus uatuman LUCAS, SILVA & BER- fehlbare Bezeichnung gemäß den Nomen- Gattungsnamen angepasst werden muss, Die Zuordnung der wissenschaftlichen TANI, 1992 klaturregeln zu gewährleisten. muss es korrekterweise albopilosum lauten. Gattungs- und Artnamen richtet sich zum Ephebopus uatuman wurde somit in der Gemäß den Regeln der Nomenklatur Bezieht sich das Artepitheton auf eine gegenwärtigen Zeitpunkt nach »The World Gattung Ephebopus von LUCAS, SILVA und sind alle Namen latinisiert, d.h. in Form und Person (sog. Patronym), so wird i.A. dem Spider Catalog, Version 5.0« (P LATNICK , BERTANI im Jahre 1992 wissenschaftlich Grammatik der lateinischen Sprache ange- Namen die lateinische Genitivendung [dem 2004). beschrieben. passt, selbst wenn es sich um Wörter bei- Geschlecht und dem Numerus der Per- spielsweise altgriechischen Ursprungs handelt. [2] Acanthoscurria geniculata (C. L. KOCH, 1841) Da Name und Jahreszahl in Klammern Beispiel: GÄNGIGE VOGELSPINNEN MIT HERLEITUNG IHRER NAMEN stehen, wurde Acanthoscurria geniculata von C. L. KOCH 1841 zum damaligen [1] Ceratogyrus bechuanicus PURCELL, 1902 Glossar: PN = Patronym/Personenname, ON = Ortsname (Ortsangabe) Zeitpunkt also in einer anderen Gattung Ceratogyrus < (gr.) tò kéras = das Horn + beschrieben. Wie so viele früh beschrie- ho gýros = der Kreis Acanthoscurria bene Vogelspinnenarten war A. geniculata bechuanicus < Adjektiv zum Eigennamen < (gr.) he ákantha = die Distel + (lat.) currere = laufen (?) anfangs der Gattung Mygale zugehörig. eines Ortes (Bechuanaland) => »auf spitzen Beinen laufend«/»auf Zehenspitzen laufend« ? 14 15
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    ARACHNE 10(2), 2005 ARACHNE 10(2), 2005 Epitheton Herleitung Bedeutung Chromatopelma brocklehursti Eigenname PN geniculata < (lat.) geniculatus = knotig »knotig« < (gr). tò chróma = die Farbe + tò pélma = der Fuß, die Sohle => »farbige Sohle« Avicularia Epitheton Herleitung Bedeutung cyaneopubescens < (gr.) kyáneos = schwarzblau + (lat.) pubes- »beim Heranwachsen < (lat.) avicularis = Vogel- (avis = Vogel) cere = mannbar werden, heranwachsen schwarzblau werdend« => »Vogel(spinne)« [CARL VON LINNÉ beschrieb die erste Vogelspinne als Aranea (= lat. die Spinne) avicularia] Grammostola Epitheton Herleitung Bedeutung aurantiaca < (lat.) aurantiacus = orangefarbig »orangefarbig« < (gr.) tò grámma = die Schrift, Zeichnung + hé stolé = die Stola, das Gewand avicularia < (lat.) avicularis = Vogel... (avis = Vogel) Vogel(spinne) => »beschriebenes/bemaltes Kleid« geroldi Eigenname PN laeta < (lat.) laetus = fröhlich »fröhlich« Epitheton Herleitung Bedeutung metallica < (lat.) metallum = das Metall < metallicus »metallen (schimmernd)« actaeon Eigenname PN (Actaeon, Jäger in der grie- (Adj.) chischen Mythologie?) minatrix < (lat.) minari = drohen + -trix (fem. nomen »drohend« aureostriata < (lat.) aureus = golden + striatus = gerieft, »goldgestreift« agentis) gerippt purpurea < (lat.) purpura = das Purpur < purpureus »purpurn, purpurfarbig« grossa < (lat.) grossus = groß, fett »groß, fett« (Adj.) iheringi Eigenname PN urticans < (lat.) urtica = die Brennnessel; das Jucken»brennend, juckend« (vgl. a. mollicoma < (lat.) mollis = weich, locker + coma = »weichhaarig, flauschig« < urticans (Adv.) 'urticating hairs' im engli- (Haupt-)Haar schen Sprachgebrauch!) pulchra < (lat.) pulcher = schön »schön« versicolor < (lat.) vertere = wenden, wandeln + color = »Farbe wandelnd; sich farb- rosea < (lat.) roseus = rosenfarbig, rosig, rosa »rosafarbig« Farbe lich verändernd« Haplopelma Brachypelma < (gr.) haplóos = einfach + tò pélma = der Fuß, die Sohle < (gr.) brachýs = kurz + tò pélma = die Sohle, der Fuß => »einfache Sohle« => »kurze Sohle« Epitheton Herleitung Bedeutung Epitheton Herleitung Bedeutung albostriatum < (lat.) albus = weiß + striatus = gerieft, »weiß gestreift« albopilosum < (lat.) albus = weiß + pilosus = haarig »weißhaarig« gerippt auratum < (lat.) aur(e)atus = vergoldet »vergoldet« lividum < (lat.) lividus = bläulich »bläulich (schimmernd)« boehmei Eigenname PN minax < (lat.) minari = drohen < minatrix < minax »drohend« emilia Eigenname PN = drohend klaasi Eigenname PN schmidti Eigenname PN ruhnaui Eigenname PN smithi Eigenname PN vagans < (lat.) vagare = umherschweifen, umherzie- »umherschweifend« hen 16 17
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    ARACHNE 10(2), 2005 ARACHNE 10(2), 2005 Lasiodora Pterinochilus < (gr.) lásios = zottig, wollig + tò dóron = das Geschenk < (gr.) ptérinos = von Feder gemacht + tò cheílos = die Lippe => »zottiges Geschenk (Bezug?)« => »gefiederte Lippe« Epitheton Herleitung Bedeutung Epitheton Herleitung Bedeutung difficilis < (lat.) difficilis = schwer, schwierig »schwierig« (bzgl. Bestim- murinus < (lat.) mus = die Maus < murinus = mäuse- »mäuseartig« mung?) artig, Mäuse- klugi Eigenname PN parahybana Eigenname ON: Parahyba do Norte SUMMARY chisch. 6. Aufl., Langenscheidt KG, Berlin, München. The etymology of tarantula species names is P ERTSCH , E. & L ANGE -K OWAL , E. E. Pamphobeteus described. On the basis of two examples (1992): Langenscheidts Schulwörterbuch TOBIAS WAGNER points out the meaning of Latein. Lateinisch-Deutsch. Deutsch- < (gr.) pás = voll, ganz + ho phobeteús = der Erschrecker the scientific names and the correct process Lateinisch. 21. Aufl., Langenscheidt KG, => »Alleserschrecker« of »composing« a scientific species name. Berlin, München. PLATNICK, N. I. (2004): The World Spider Epitheton Herleitung Bedeutung DANKSAGUNG Catalog, Version 5.0. online at antinous < (gr.) antínoos = gegensinnend »gegensinnend, feindlich« http://research.amnh.org/entomolo ornatus < (lat.) ornatus = geschmückt »geschmückt« Mein Dank gilt allen bisherigen und zukünf- gy/spiders/catalog81-87/INTRO1.html. tigen Kritikern, Beteiligten und Interessen- The American Museum of Natural History, Poecilotheria ten für »etymologie.dearge.de« sowie MAR- New York TIN H UBER (Untersöchering) für die Anre- SCHMIDT, G. (1993): Vogelspinnen. Lebens- < (gr.) poikílos = bunt, vielfältig, listig + tò theríon = das wilde Tier gung zu diesem Artikel. weise – Bestimmungsschlüssel – Haltung => »buntes, wildes Tier« Zu weitaus größerem Dank allerdings – Zucht. 4. erw. Aufl., Landbuch-Verlag, bin ich meinem langjährigen Freund THO- Hannover. Epitheton Herleitung Bedeutung MAS STEER (Ingolstadt) verpflichtet, der mir STRIFFLER, B. F. (2003): Literatur Recher- fasciata < (lat.) fasciatus = gebändert »gebändert« mit seinen außerordentlich umfassenden che – was hat das mit Vogelspinnen zu formosa < (lat.) formosus = wohlgestaltet, schön »schön« Sprachkenntnissen stets interessiert und tat- tun?? DeArGe-Mitteilungen 8(1): 14-18. ornata < (lat.) ornatus = geschmückt »geschmückt« kräftig zur Seite steht. SUDHAUS , W. & K. REHFELD (1992): Ein- regalis < (lat.) regalis = königlich »königlich« führung in die Phylogenetik und Syste- rufilata < (lat.) rufus = rothaarig + latus = die Seite »rot behaarte Seite« LITERATUR matik. Gustav Fischer Verlag, Stuttgart, Jena, New York. KLAAS, P. (2003): Vogelspinnen. Herkunft – WERNER, F. C. (1967): Wortelemente latei- Psalmopoeus Pflege – Arten. 2., völlig neu bearb. nisch-griechischer Fachausdrücke in den Aufl., Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart. biologischen Wissenschaften. 3. Aufl., < (gr.) ho psalmós = das Lied, der Psalm + poieín = dichten, singen K RAUS , O. ET AL . (2000): Internationale Suhrkamp Taschenbuch Verlag, Halle. => »Psalmensänger« Regeln für die Zoologische Nomenkla- tur. Offizieller Deutscher Text. 4. Aufl., Adresse des Autors: Epitheton Herleitung Bedeutung Goecke & Evers, Keltern-Weiler. Tobias Wagner cambridgei Eigenname PN MENGE, H. ET AL. (1996): Langenscheidts Zum Salm 7 irminia Eigenname PN (nach IRMI OBERHUBER, der Taschenwörterbuch Altgriechisch. Alt- 88662 Überlingen Lebensgefährtin des Beschreibers F. SAAGER) griechisch-Deutsch. Deutsch-Altgrie- ! spideretymology@gmx.net 18 19
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    ARACHNE 10(2), 2005 ARACHNE 10(2), 2005 Kokonbau ohne Kopulation Teil II von Mario Wilfert Das schon im ersten Teil erwähnte Gram- instinktiv, dass mit ihren Kokons etwas nicht mostola grossa Weibchen (WILFERT 2003), wel- in Ordnung war, denn andere Gründe die ches ich im Jahre 1996 als Nymphe bekam, für einen Kokonverzehr verantwortlich sein hat inzwischen eine Größe von 7,5 cm und könnten, wie z.B. eine Störung bei der Brut- ein Gewicht von 28 g erreicht. Nach der Er- pflege oder eine klimatische Veränderung im langung ihrer Geschlechtsreife stellte sie am Terrarium, lagen nicht vor. Es kann aber 25.06.2001 einen Kokon her. Die Besonder- auch vorkommen, dass ein Weibchen seinen heit an diesem Kokonbau war die Tatsache, Kokon einfach nur ablegt und ihn nicht wei- dass ihm keine Kopulation voraus ging und ter beachtet. Bei diesem regelmäßig auftre- es sich demnach dabei um einen sogenann- tenden Phänomen stellt sich nun die Frage geöffneter Scheinkokon von Grammostola grossa Foto: Mario Wilfert Nahaufnahme der unbefruchteten Eier Foto: Mario Wilfert ten »Scheinkokon« handeln musste. Ihrem nach den möglichen Ursachen, die einen ersten Scheinkokon sollten bis heute noch Scheinkokonbau unter Terrarienbedingun- reinstimmung, dass bei einem Scheinkokon- SUMMARY drei weitere folgen, die am 27.06.2002, gen auslösen könnten. Für den Kokonbau in bau wohl optimale Haltungsbedingungen 26.06.2003 und am 28.06.2004 gebaut wur- ihrem natürlichen Habitat spielen verschie- vorgeherrscht haben müssen, gab es für die- M ARIO W ILFERT owns an unmated, eight den. Da ich ihr diese ersten drei Kokons dene Faktoren eine Rolle, wie z.B. die Kli- ses Verhalten keine plausible Erklärung, years old female of Grammostola grossa that überlassen hatte, wurden sie von ihr inner- mabedingungen, die Jahreszeit oder der sondern nur Vermutungen. Einige der ge- produces »phantom eggsacs« since 2001. halb der ersten Woche erwartungsgemäß Ernährungs- bzw. Gesundheitszustand. nannten Erklärungen sehen die mögliche The data of the phantom eggsacs are pre- wieder verzehrt. Möglicherweise spürte sie Nach meinen bisherigen Beobachtungen Ursache in einer Fehlsteuerung des Zentra- sented and some suggestions concerning the und dem Erfahrungsaustausch mit einigen len Nervensystems und einer damit verbun- reasons for this behaviour are given. Kollegen, beginnt das Grammostola grossa denen Impulsstörung, die einen Kokonbau Weibchen nach einer erfolgreichen Kopula- auslösen würde. Weitere Vermutungen brin- LITERATUR tion ca.12 bis 14 Wochen später mit der gen dieses Verhalten mit einer Überfütte- Kokonherstellung und der Eiablage von ca. rung oder den jahreszeitlich typischen Be- MEINHART, M. (2000): Kurze Einführung 500-600 Stück. Die Größe des Kokons dingungen in Zusammenhang. Was aber in die Vogelspinnenkunde. Buthus-Fach- beträgt dabei in der Regel ca. 6-8 cm und wiederum die Frage aufwirft, warum nicht verlag, hat ein Gewicht von ca. 8-10 g. Bei den bis- alle geschlechtsreifen, unbefruchteten und STADLER, G. (2000): Ihr Hobby Vogelspin- her angefertigten Scheinkokons gab es ge- überernährten Weibchen zu einer ganz nen. bede Verlag, Ruhmannsfelden. genüber dem Normalfall erhebliche Ab- bestimmten Zeit einen Scheinkokon bauen. VON WIRTH, V. (1996): Vogelspinnen richtig weichungen, denn ihr zuletzt gebauter Da der Scheinkokonbau nicht nur auf einige pflegen und verstehen. GU Verlag, Mün- Scheinkokon hatte ein Gewicht von 6 g und Gattungen beschränkt ist, wäre es interes- chen. einen Durchmesser von 5 cm und beinhalte- sant zu erfahren, bei welchen Arten ähnliche WILFERT, M. (2003): Kokonbau ohne Ko- te 114 Eier die zwischen 2 mm und 4 mm Beobachtungen gemacht wurden und ob pulation. DeArGe Mitteilungen 8(1): 19. groß waren. Bei Gesprächen und schriftli- das regelmäßige Scheinkokonbauverhalten chem Erfahrungssaustausch mit einigen durch eine inzwischen stattgefundene Ko- Adresse des Autors: Kollegen berichteten mir diese über ihre Be- pulation beendet wurde. Weil es aber in der Mario Wilfert obachtungen beim Scheinkokonbau, der Natur keine grundlosen Vorgänge gibt, wird Burgweg 19 übrigens auch bei anderen Gattungen wie hier noch einiges an Ursachen- bzw. Verhal- 35619 Braunfels z.B. Acanthoscurria, Chilobrachys oder Haplopel- tensforschung nötig sein. Grammostola grossa mit »Scheinkokon« Foto: Mario Wilfert ma vorkommt. Außer der allgemeinen Übe- 20 21
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    ARACHNE 10(2), 2005 ARACHNE 10(2), 2005 Die Spinne des Jahres 2005 gen und Mücken, die sich natürlich gerne im bestimmte Art legen und dadurch auch menschlichen Siedlungsbereich aufhalten. mehr Informationen über ihre Gefährdung, von John Osmani Bei kühler Witterung zieht sich die Ze- ihre Haltung und Zucht berichten und aus- braspringspinne allerdings in ihren Wohnge- tauschen. Darüber hinaus könnte dies auch Wie jedes Jahr wurde auch in diesem Januar spinnstsack, den sie irgendwo zwischen den einen Werbeeffekt für das Hobby »Vogel- wieder die Spinne des Jahres durch die Mauerfugen anlegt, zurück und wartet auf spinnen im Terrarium« darstellen, denn auch Arachnologische Gesellschaft e.V. (AraGes) pro- besseres Wetter. dieses Thema ist vielen unkundigen Mit- klamiert – dieses Jahr zum ersten mal in Ziel und Sinn der Proklamierung der Kooperation mit der Belgischen Arachnologi- »Spinne des Jahres«, des »Vogel des Jahres« schen Vereniging (ARABEL). oder eines anderen Tieres, ist es, die Bevöl- Die Arachnologische Gesellschaft e.V. be- kerung auf eine Tierart aufmerksam zu ma- schäftigt sich vor allem mit der Erforschung chen und Verständnis und Neugier auf die von einheimischen Spinnentieren. Vielleicht Natur zu wecken. Bei der Spinne des Jahres wäre es ja auch mal eine Idee für die Deutsche ist nun für dieses Jahr eine Spinnenart Arachnologische Gesellschaft e.V. eine Vogel- gewählt worden, die aufgrund ihrer Häufig- spinne des Jahres zu proklamieren, um auch keit in ihrem Bestand sicher nicht gefährdet dieser Tiergruppe ein Diskussionsforum zu ist. Dies sollte aber dennoch auch zum An- bieten? Aber dazu später mehr. Salticus scenicus Foto: John Osmani lass genommen werden daran zu erinnern, Für das Jahr 2005 haben sich die Kura- dass viele andere Arten in ihrem Bestand toren der beiden oben genannten Gesell- vollführen im Frühjahr ausgeprägte Kom- gefährdet sind – auch bei unseren einheimi- Philaeus chrysops, eine vom Aussterben bedrohte Spring- schaften nun für die Zebraspringspinne Sal- mentkämpfe, indem sie sich mit weit ges- schen Spinnen. Um bei den Salticiden zu spinnenart Foto: John Osmani ticus scenicus entschieden. Neben der Be- preizten Chelizeren gegenseitig androhen. bleiben, denke ich dabei zum Beispiel an die zeichnung Zebraspringspinne für diese Art Aufgrund ihrer Lebensweise ist die Ze- in unseren Breiten so gut wie ausgestorbene, menschen sicher noch unbekannt und mit findet man in älterer Literatur übrigens auch braspringspinne den meisten Menschen wunderschöne Springspinne Philaeus chrysops. entsprechenden Vorurteilen belastet. noch die Namen Harlekinspringspinne und sicher schon mal über den Weg gelaufen, Und wenn wir schon einmal beim Wer sich weiter über die »Spinne des Jah- Mauer-Hüpfspinne. denn man kann sie durchaus als Kulturfol- Artenschutz sind, sollte natürlich dar- res« informieren will, der sollte den folgen- Salticus scenicus ist wohl eine der häufig- ger bezeichnen, da sie bevorzugt an Haus- an erinnert werden, dass auch sehr den Bereich auf der Webseite der Arachnolo- sten Spinnen überhaupt und sicher eine der wänden lebt. Daneben kann man sie aber viele Vogelspinnenarten in ihrem gischen Gesellschaft e.V. besuchen: bekanntesten Vertreter der rund 80 ver- auch an Zäunen und Felsen finden. Im Ge- Bestand gefährdet sind. Die Ur- http://www.arages.de/sdj/sdj_05.php schiedenen Arten von Salticiden (Spring- gensatz zu den beiden verwandten Arten sachen dafür sind sicher viel- spinnen), die in Mitteleuropa vorkommen. meidet sie allerdings Baumstämme. fältig. Vielleicht wäre es SUMMARY Durch ihr typisches »Zebraoutfit« ist sie In typischer Springspinnenmanier lauert ja auch einmal sinn- fast unverwechselbar, auch wenn es noch 2 die Harlekinspringspinne an sonnenbeschie- voll eine »Vogel- The Arachnologische Gesellschaft e.V. (AraGes) weitere Arten der Gattung in unserer Hei- nenen Hauswänden auf Fluginsekten, die spinne des Jah- and the belgian Arachnologische Vereniging mat gibt die ähnlich gefärbt sind (S. cingula- sich dort zum Aufwärmen oder zur Rast res« zu prokla- (ARABEL) have proclaimed the »spider of tus, S. zebraneus). Diese sind aber im Gegen- niederlassen. Sie schleicht sich dann an ihre mieren? Mit der the year 2005«. Salticus scenicus, a small jum- satz zu S. scenicus nicht so häufig im Sied- Beute an, befestigt einen Sicherheitsfaden an intensiven Be- ping spider with zebra-like black and white lungsbereich anzutreffen, sondern leben vor den Untergrund und springt ihre Mahlzeit schäftigung striped patterns has been elected. allem an und auch unter Baumrinde. zielsicher an. Dabei ist erstaunlich, dass sie einer Art für die Mit einer Größe von bis zu 7 mm bei durchaus Beute macht, die doppelt so groß Dauer eines Jah- Adresse des Autors: den Weibchen ist S. scenicus zugleich die sein kann wie sie selbst. Darüber hinaus ist res könnte man John Osmani größte Art der Gattung. Die Männchen blei- sie für den Menschen ein wirklicher Nütz- sicher sehr viel Auf- Dürerstr. 1 ben mit bis zu 5 mm etwas kleiner. Diese ling, denn sie fängt große Mengen an Flie- merksamkeit auf eine 50226 Frechen 22 23
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    ARACHNE 10(2), 2005 ARACHNE 10(2), 2005 Einige Natur- und Terrarienbeobachtungen zur indi- • Chilobrachys huahini SCHMIDT & HUBER, BIOTOP 1996 schen Vogelspinne Chilobrachys fimbriatus POCOCK, Thailand Chilobrachys fimbriatus lebt in Bauten an Ab- 1899 (Araneae: Therphosidae: Selenocosmiinae) • Chilobrachys hubei SONG & ZHAO, 1988 hängen und Böschungen, in Höhen zwi- von Jean-Michel Verdez & Frédéric Cléton China schen 50 cm und 2 Metern. Ein einzelnes • Chilobrachys jingzhao Z HU, S ONG & L I , Exemplar ist unter einem großen Stein ge- 2001 funden worden. Die Erdbauten haben eine Die Gattung Chilobrachys KARSCH, 1891 zählt • Chilobrachys dyscolus (SIMON, 1886) China maximale Tiefe von 30 cm. Sie sind auf- aktuell 23 Arten (PLATNICK 2005): Vietnam • Chilobrachys nitelinus KARSCH, 1891 grund der gut sichtbaren Eingänge sehr • Chilobrachys femoralis POCOCK, 1900 Sri Lanka • Chilobrachys andersoni (POCOCK, 1895) Indien • Chilobrachys oculatus (THORELL, 1895) Myanmar, Malaysia • Chilobrachys fimbriatus POCOCK, 1899 Myanmar • Chilobrachys annandalei SIMON, 1901 Indien • Chilobrachys paviei (SIMON, 1886) Myanmar, Malaysia • Chilobrachys flavopilosus (SIMON, 1884) Thailand • Chilobrachys assamensis HIRST, 1909 Indien, Myanmar • Chilobrachys pococki (THORELL, 1897) Indien • Chilobrachys fumosus (POCOCK, 1895) Myanmar • Chilobrachys bicolor (POCOCK, 1895) Indien • Chilobrachys sericeus (THORELL, 1895) Myanmar • Chilobrachys hardwicki (POCOCK, 1895) Myanmar • Chilobrachys brevipes (THORELL, 1897) Indien • Chilobrachys soricinus (THORELL, 1887) Myanmar Myanmar • Chilobrachys stridulans (W OOD M ASON , 1877) Indien • Chilobrachys thorelli POCOCK, 1900 Indien • Chilobrachys tschankoensis SCHENKEL, 1963 Abb. 2: Das Typusmaterial, nach dem POCOCK die Art Chi- China lobrachys fimbriatus 1899 beschrieben hat, wurde im We- sten Indiens in der Region um Goa gefunden. HERKUNFT leicht auszumachen. Die Bauten sind tubus- förmig, relativ breit und mit Laub und ver- Chilobrachys fimbriatus stammt aus Westindien schiedenen Pflanzenresten ausgekleidet. Die aus der Region um Goa. Es handelt sich um Eingänge sind stark mit dichter Spinnseide eine Art mit einer Spannweite von ca. 12-14 ausgewebt. Im Februar, während der Trock- cm bei den Weibchen. Die Größe der adul- enzeit, herrschte eine wenig feuchte Atmos- ten Männchen variiert stark. Sie können bis phäre im Inneren der Bauten. Die Außen- zu drei mal kleiner als die Weibchen sein. temperatur überstieg zu diesem Zeitpunkt Das Männchen sieht dem Weibchen sehr nie 28°C im Schatten. Es war uns nicht ähnlich, besitzt allerdings längere und feine- möglich, sie innerhalb der Bauten zu mes- re Gliedmaßen. Zeichnung und Färbung der sen. Es wurden in den Biotopen nur wenig beiden Geschlechter sind annähernd iden- Beutetiere (Insekten und andere) gesichtet. tisch, jedoch ist das Blau der Femora bei den Diese Knappheit an Futter lag möglicher- Männchen sehr schwach ausgeprägt und weise in der unbarmherzigen Trockenheit Abb. 1: Chilobrachys fimbriatus, Weibchen Foto: Frédéric Cléton kaum zu sehen. der Jahreszeit begründet. 24 25
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    ARACHNE 10(2), 2005 ARACHNE 10(2), 2005 HALTUNG IN GEFANGEN- SCHAFT Die kleineren Weibchen wur- den in Plastikdosen unterge- bracht, die 20 cm x 20 cm x 10 cm (Breite x Tiefe x Höhe) messen. Für die größeren Weibchen wählten wir Glaster- rarien mit den Maßen 25 cm x 15 cm x 20 cm (Tiefe x Breite x Höhe). In beiden Fällen be- stand der Bodengrund aus Abb. 3: geschlechtsreifes Männchen von Chilobrachys fimbriatus Abb. 6: Chilobrachys fimbriatus, Stridulationsorgan auf der Abb. 7: Chilobrachys fimbriatus, Stridulationsorgan auf der mäßig feuchter Torferde von Foto: Frédéric Cléton Chelizerenaussenseite; Foto: Volker von Wirth Tastercoxainnenseite; Foto: Volker von Wirth 5 cm Höhe. Ein Stück Eichen- kork wurde hinzugefügt, um den Höhlenbau nach ihren Bedürfnissen bauten, wurden sie Darüber hinaus sind sie in der Lage sich seite liegt (vgl. Abb. 6 & 7). Der Aufbau die- zu ermöglichen; ebenso eine Trinkwasser- nicht gestört. herumzudrehen, ohne dass zuvor auch nur ses Stridulationsorganes ist typisch für die schale ebenfalls. Die Tiere wurden bei Tem- Es war uns empfohlen worden die Tiere die geringste Bewegung angedeutet worden ganze Gattung. Mit diesem Stridulationsor- peraturen zwischen durchschnittlich 28°C in sehr hohen Terrarien unterzubringen, um ist. Sie haben die Tendenz, sehr schnell zu- gan sind die Angehörigen dieser Art in der am Tage und 22°C bei Nacht und einer mit sehr viel Bodengrund die Möglichkeit zu zubeißen, verbeißen sich aber nicht, sondern Lage, bei entsprechender Reizung ein deut- Luftfeuchte von 70% gehalten. Wir stellten tiefem Höhlenbau zu geben, doch wir be- lassen nach dem Biss sofort wieder los um lich hörbares knisterndes Stridulationsge- uns auf Temperaturschwankungen ein, die vorzugen die oben beschriebene Methode. schnell zu flüchten. räusch zur Feindabwehr von sich zu geben. im Minimum nachts bei 16°C (die Heizung Bemerkenswert sind die Größenunter- ist während einiger Wochen im Winter VERHALTEN BEOBACHTUNG schiede, die Exemplare des gleichen Ge- nachts ganz aus, nicht jedoch am Tag) und schlechts haben können. Männchen können im Sommer, während einer Hitzewelle, im Die Angehörigen dieser Art verteidigen sich Diese Art besitzt ein großes Stridulationsor- bis zu drei mal kleiner bleiben als die Weib- Maximum bei 32°C liegen. durch den Giftbiß und reagieren dabei un- gan, welches zwischen der Chelizerenaußen- chen. Ein Umstand übrigens, der für viele In der Zeit, in der die Tiere ihre Höhlen glaublich schnell. seite basal/ventral und der Tastercoxainnen- Arten der Gattung Chilobrachys gilt. Auch können die Männchen untereinander starke Größenunterschiede aufweisen. Derartige Größenunterschiede finden sich ebenso bei den Weibchen, denn wir ent- deckten Exemplare, die bei einer Körperlän- ge von lediglich 2,5 cm einen Kokon bei sich trugen, wohingegen andere kokontra- gende Weibchen eine Körperlänge von bis zu 6 cm aufwiesen. Auch besitzen die Weibchen durch ihre einlappig ungeteilte Spermathek eine für die Gattung Chilobrachys eher untypische Form des Geschlechtsorgans (vgl. Abb. 8). Abb. 4: Chilobrachys fimbriatus in Verteidigungsstellung Abb. 5: C. fimbriatus droht einem vermeintlichen Angreifer Abb. 8: Chilobrachys fimbriatus, Spermathek Foto: Frédéric Cléton Foto: Martin Huber Foto: Volker von Wirth 26 27
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    ARACHNE 10(2), 2005 ARACHNE 10(2), 2005 REPRODUKTION wenig feuchtem Bodengrund aus- gelegt waren. Die Nachzucht dieser Art gelingt in der Re- gel ohne größere Probleme, obgleich bei ZUSAMMENFASSUNG einige Züchtern die Kokons scheinbar syste- matisch gefressen wurden. Obwohl es sich bei Chilobrachys Die Fortpflanzung findet in der Zeit von fimbriatus um eine sehr schöne Art Juli bis November statt. Es ist notwendig, handelt, kann sie aufgrund ihrer mehrere Verpaarungen (bis zu 4) mit einem Aggressivität und Reaktionsge- Weibchen zu vollführen. Wenn es möglich schwindigkeit nicht für Anfänger ist, sollte man dafür verschiedene Männchen empfohlen werden. benutzen. Unter der Voraussetzung, dass Die Kopulationsdauer ist ebenfalls be- Abb. 9: Verpaarung nicht versucht wird, sie anzufassen merkenswert, denn sie liegt zwischen einer Foto: Martin Huber (was meiner Meinung nach zum Abb. 12: Chilobrachys fimbriatus, Weibchen und zwei Stunden. Das Männchen führt einen durch ihre Aggressivität Foto: Frédéric Cléton beim Liebesspiel abwechselnd die Bulben nicht möglich, und zum anderen bis zu mehreren dutzend Male ein. auch gänzlich dumm wäre), ist diese Art KOVARIK, F. (1998): Sklipkani, Nakladatelstvi, Wenn auch die Weibchen gegenüber den relativ zurückhaltend in ihrer Lebensweise, Madagaskar. größeren Männchen nicht aggressiv sind, so lässt sich leicht halten und stellt keine P LATNICK , N. (2005): http://research. verhalten sie sich bei den kleineren Männ- Gefahr dar, solange sie nicht gestört wird. amnh.org/entomology/spiders/catalog chen anders. Wir haben festgestellt, dass /INTRO1.html. kleine Männchen bei den Paarungsversu- DANKSAGUNG (Stand 23.01.2005) chen häufig zu Tode kamen. So tötete ein S CHMIDT, G. (2003): Die Vogelspinnen. Weibchen während den aufeinander folgen- Wir wollen H ERVÉ D UQUENNE für seine Westarp Wissenschaften, Hohenwarsleben den Verpaarungen alle vier Sexualpartner. Hilfe beim Schreiben dieses Artikels danken. Š EJNA , V. (2003): Tarantula Chilobrachys Die Weibchen haben einen enormen Unser Dank geht weiterhin an MILA OULD fimbriatus. Sklípkan 8(3): 87-88. Appetit und greifen alles an, was sich ihnen Abb. 10: Wenn das Männchen seinen Embolus in die Re- YAHOUI, die diesen Artikel aus dem Franzö- VERDEZ, J.M. & F. CLÉTON (2001): Myga- bietet. Vor dem Kokonbau können sie also, ceptacula seminis des Weibchens einführt, streckt das Weibchen ihr Abdomen steil nach oben. Foto: Martin Huber sischen übersetzt hat. les – Découverte & Élevage. Bornemann - durch die verstärkte Nahrungsaufnahme, ein Philippe Gérard Éditions, Paris. recht großes Abdomen aufweisen. Die Ko- SUMMARY kons werden bei Temperaturen von 22°C Adressen der Autoren: bis 28°C von Januar bis März gebaut. Die JEAN MICHEL VERDEZ and FRÉDÉRIC CLÉ- Jean Michel Verdez Prälarven schlüpfen nach etwa drei Mona- TON introduces the asian species Chilobrachys 6 rue Jean Couzy ten. Nicht selten befinden sich bis zu 250 fimbriatus POCOCK, 1899. Habitat and beha- 62800 Lievin Eier in einem Kokon. Die Nymphen haben viour of this relatively aggressive tarantula Frankreich eine Körperlänge von ca. 10 mm und neh- are described. Clues concerning breeding men sehr gut kleine Grillen an. Nach 2-3 and keeping of C. fimbriatus are given. Frédéric Cléton Jahren werden sie geschlechtsreif. 1 rue Jules Siegfried Die Zeitigung der Kokons durch die LITERATUR 02100 Saint-Quentin Mütter gelang ebenso gut wie die künstliche Frankreich Zeitigung in Dosen von 20 cm x 20 cm x KLAAS , P. (2003): Vogelspinnen: Herkunft, 10 cm (Tiefe x Breite x Höhe), die mit 5 cm Pflege, Arten. Eugen Ulmer Verlag, Stutt- Abb. 11: Während der Eiablage fällt das Abdomen des Weibchens stark ein. Foto: Martin Huber gart. 28 29
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    ARACHNE 10(2), 2005 ARACHNE 10(2), 2005 Auffälligkeiten bei der Nachzucht von Ephebopus Wie ersichtlich ist, lag Weibchen 1 noch un- vermessen und unter Zuhilfenahme einer gefähr im Rahmen der oben genannten Lite- Pinzette und einer Nagelschere einen Spalt rufescens WEST & MARSHALL, 2000 raturangaben. Weibchen 2 lag mit 4 Wochen geöffnet. Die Innenseite des Kokons war von Hans Werner Auer von der Paarung bis zum Kokonbau schon leicht feucht. Der Inhalt wurde zunächst auf deutlich darunter. Weibchen 3 benötigte nur Haushaltspapier ausgeleert und die Anzahl wenige Tage. der Larven dokumentiert (106 Larven). In der einschlägigen Literatur wird für die Tiefe x Höhe) der Firma Fürst-Plast gehalten. Offensichtlich waren die klimatischen Unentwickelte Eier oder abgestorbene Prä- meisten Vogelspinnenarten als Faustformel Die Dosen stehen in meiner Zuchtanlage Begebenheiten am Anfang des Jahres für larven/Larven konnten nicht festgestellt für den Abstand zwischen Paarung und nebeneinander auf der gleichen Regalebene. die Ephebopus rufescens Weibchen so optimal, werden. Die Larven wurden zur weiteren Herstellung des Kokons ein Zeitraum von Die Substrathöhe aus einem Blumenerde- dass ein Kokonbau fast zwingend war. In Zeitigung in eine kleine, mit Haushaltspapier ca. 8-12 Wochen angegeben (s. KLAAS 1989, Pinienrinde-Gemisch beträgt ca. 13 cm. diesem Zeitraum lag die Raumtemperatur gepolsterte Plastikdose, überführt und in SCHMIDT 2003). Natürlich sind diese Anga- Tiere dieser Gattung graben tiefe Röhren in bei maximal 22°C am Tag und bei ca. 18°C eine dunkle Styroporbox gestellt. ben nicht zwingend. Arten, die sich zum das Substrat. Der Eingang wird trichterför- in der Nacht. In den Tagen zuvor lag die Bei der Kontrolle der restlichen Kokons Beispiel im Herbst verpaaren, bauen ihre mig ausgebaut. Alle drei Weibchen bauten Raumtemperatur um 2-3°C darunter. Der wurde festgestellt, dass Weibchen 1 ihren Kokons in der Regel im Frühjahr. Mitunter ihren Kokon direkt auf dem Boden der Do- Anstieg der Raumtemperatur resultierte aus Kokon gefressen hatte. sen. Dadurch konnte durch Hochheben der einem Anstieg der Außentemperatur zu die- Bei Weibchen 3 wurde der Kokon am Dosen von unten der Zustand des Kokons sem Zeitpunkt. Das Substrat zum Zeitpunkt 09.01.2005 geöffnet. Die Innenseite des Ko- einfach kontrolliert werden. der Kokonherstellung der drei Weibchen kons war im Gegensatz zu der des Kokon war sehr feucht. Während der Kokonphase von Weibchen 2 recht trocken. Die Anzahl Die Daten zu den Kokons der drei Weib- wurde keine weitere Feuchtigkeit hinzuge- der Larven betrug 124. Auch hier konnten chen: führt, so dass die oberste Schicht des Sub- keine abgestorbenen Prälarven/Larven oder strates in den folgenden Wochen langsam unentwickelte Eier festgestellt werden. WEIBCHEN 1: austrocknete. Trotzdem war bei der Koko- Die relativ kurze Zeit von der Paarung Paarung am 13.11.2004 – Kokonbau am nentnahme (nach exakt 35 Tagen) die Erde bis hin zum Kokonbau hat sich also keines- 06.01.2005 – Abstand Paarung bis Kokon- im unteren Bereich der Plastikdosen noch wegs negativ auf die Qualität und Quantität bau: 54 Tage – Kokon wurde am 08.02.2005 sehr feucht. der Nachzucht ausgewirkt. gefressen. Die erste Kokonentnahme (Weibchen 2) fand am 08.01.2005 statt. Der Kokon wurde LITERATUR Abb. 1: Ephebopus rufescens, Weibchen Foto: Steffen Haller WEIBCHEN 2: Paarung am 07.12.2004 – Kokonbau am KLAAS, P. (1989): Vogelspinnen im Terrari- dauert es auch mehrere Monate bis hin zu 04.01.2005 – Abstand Paarung bis Kokon- um. Ulmer Verlag, Stuttgart. über einem Jahr bis zur Herstellung des Ko- bau: 28 Tage – Kokonentnahme am S CHMIDT, G. (2003): Die Vogelspinnen. kons – im Extremfall aber auch nur wenige 08.02.2005 (35 Tage nach Herstellung) – Westarp Wissenschaften, Hohenwarsleben. Tage. Größe des Kokons: ca. 27 mm – Resultat: SCHMIDT, G. (1989): Vogelspinnen - 3. Auf- Eine Auffälligkeit gab es bei der Paarung 106 Larven. lage. Blüchel & Philler Verlag, Minden. bzw. dem Kokonbau von Ephebopus rufescens. WEBB, A. (1993): Vogelspinnen. Hesselhaus Drei in meinem Besitz befindliche Weib- WEIBCHEN 3: und Schmidt Verlag, Münster. chen dieser Art wurden zu unterschiedlich- Paarung am 25.12.2004 – Kokonbau am sten Zeiten verpaart. Die Kokonherstellung 07.01.2005 – Abstand Paarung bis zum Adresse des Autors: fand allerdings zu einem fast identischen Kokonbau: 13 Tage – Kokonentnahme am Hans-Werner Auer Zeitpunkt statt. 09.02.2005 (33 Tage nach Herstellung) – Auf ’m Möhnert 42 Alle drei Weibchen werden in Plastikdo- Größe des Kokons: ca. 32 mm (siehe 59755 Arnsberg Abb. 2: Kokon von Weibchen 3 mit 32 mm Durchmesser sen von ca. 20 cm x 20 cm x 20 cm (Breite x Abb. 2) – Resultat: 124 Larven. Foto: Hans-Werner Auer ! h.-w.auer@t-online.de 30 31
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    ARACHNE 10(2), 2005 ARACHNE 10(2), 2005 kürzlich publiziert kürzlich publiziert Zwei Revisionen zur afrikanischen Vogelspinnenfauna schreibung einer Art angefertigt wurde und Liste, ich führe die Merkmale auf, die für die die gewöhnlich in einem Naturkundemuse- meisten Gattungen der Unterfamilie gelten): von Tobias Dörr um hinterlegt sind. Es kann z.B. sein, dass der Erstbeschreiber ein wichtiges Merkmal 1. Scopula (Feld von dicht stehenden Haa- G ALLON , R. C. (2001): Revision of the Wiedererkennung sind, sprich: Einheiten übersehen hat, das den Artstatus des Tieres ren) auf der Außenseite der Chelizeren. Ceratogyrus spp. formerly included in wie Arten oder Gattungen mit Merkmalen in Frage stellt. Eine solche Untersuchung (Ausnahme: Harpactirella), wichtigstes Er- Coelogenium (Araneae: Theraphosidae, zu beschreiben, die 1. den natürlichen Bege- und Neubewertung einer bestimmten Grup- kennungsmerkmal! (Kann nur mit den Harpactirinae). Mygalomorph 2(1): 1-20. benheiten (= Verwandtschaftsbeziehungen) pe bezeichnet man als Revision. Bei schlecht asiatischen Ornithoctoninae verwechselt G ALLON , R. C. (2002): Revision of the möglichst nahe kommen und 2. diese Ein- bearbeiteten Gruppen wie den Spinnentie- werden, unterscheidet sich von diesen African genera Pterinochilus and Eucra- heiten so verlässlich wie möglich gegen an- ren ist eine solche Untersuchung in der allerdings durch die Struktur des Stridula- toscelus (Araneae, Theraphosidae, Har- dere derartige Einheiten abzugrenzen, um Regel deutlich sinnvoller als eine einzelne tionsorgans) pactirinae) with description of two new die Wiedererkennung möglichst verlässlich Artbeschreibung, da man zunächst durch 2. Endsegment der vorderen Spinnwarzen genera. Bull. Br. Arachnol. Soc. 12(5): 201- werden zu lassen. eine Revision die vorliegenden Arten in fingerförmig (Ausnahme Idiothele, dort 232. Diese beiden Grundgedanken wurden in einer Gruppe vernünftig ordnen sollte, be- leicht kegelförmig) der Vergangenheit bei der Systematik der vor in einer unnatürlichen, chaotischen 3. Rückengrube (= Fovea) gerade oder leicht WAS IST EINE REVISION? Vogelspinnen jedoch vielfach vernachlässigt; Gruppe neue Namen hinzugefügt werden. prokurv (= U-förmig mit den Schenkeln es wurden Arten aufgrund von Merkmalen Die hier vorgestellten Revisionen befas- in Richtung Augen zeigend), nur bei Cera- Zoologische Systematik ist kein überflüssi- beschrieben, die häufig nur innerartliche sen sich mit einigen Gattungen der afrikani- togyrus stark prokurv, dort teilweise mit ges Hobby von Tierliebhabern, die zu viel Variationen wiederspiegelten oder Arten schen Vogelspinnenunterfamilie Harpac- Höcker. Zeit haben. wurden aufgrund instabiler Merkmale, wie tirinae, zu der einige in unseren Terrarien 4. Sternum mit 3 Paar randnahen Sigillen, Es gibt einen sehr konkreten Nutzen der der Färbung, beschrieben. Noch schwieriger anzutreffende Arten gehören. die in Richtung Vorderrand des Prosoma Einteilung von Organismen nach einem als bei der Trennung von Arten sieht es bei in ihrer Größe abnehmen. Schema, das die Wie- der Trennung von Gat- DIE AFRIKANISCHE VOGELSPINNENFAUNA 5. Alle Tarsen voll scopuliert. dererkennung und tungen aus. Denn im 6. Metatarsen von Bein I - III voll scopuliert, Benennung von soge- Gegensatz zum Artbe- Der afrikanische Kontinent ist Heimat von Metatarsus des vierten Beinpaares durch nannten Familien, Gat- griff (für den wenigstens, fünf Unterfamilien der Therphosidae: starre Borsten geteilt. tungen oder Arten erlaubt: wenn auch mehrere, klare 7. Stacheln auf Metatarsen von Bein III und Erstens will der Tierhalter Definitionen bestehen) ist die a) Eumenophorinae (z.B. Gattungen IV sowie auf dem distalen (= dem Tarsus natürlich spätestens für eine Aufstellung einer Gattung mehr Hysterocrates, Citharischius) zugewandten) Ende der Tibien vorhan- Nachzucht wissen, ob zwei oder weniger der Willkür eines b) Harpactirinae. Auf diese wird im Fol- den. Geschlechtspartner wirklich zu Systematikers überlassen. genden näher eingegangen. 8. Erstes Beinpaar des Männchens häufig einer Art gehören, zweitens Aus diesen Gründen ist es c) Ischnocolinae (z.B. Gattungen Chaeto- mit Tibiaapophyse, bestehend aus einzel- spielt der Naturschutz manchmal unerlässlich, pelma, Ischnocolus) nem, mit Enddorn versehenem Fortsatz. eine Rolle bzw. die bestehende Gruppen d) Selenogyrinae (Gattungen Selenogyrus, 9. Spermathek bestehend aus zwei Recepta- diesen beein- (im vorliegenden Euphrictus) cula seminis (Samentaschen), teilweise mit flussende Poli- Fall eine Un- e) Stromatopelminae (Stromatopelma, einem außenseitig apikalen ovalen Lobus tik. Um zu Die orangerote Farbform von Pterinochilus murinus wird terfamilie) er- Heteroscodra, Xenodendrophila) (lappenförmige Struktur). schützen, be- im Zoohandel teilweise immer noch unter ihrem Synonym neut anzusehen Pterinochilus mamillatus angeboten. Foto: Martin Huber nötigt man eine und zu überprüfen, ob DIE UNTERFAMILIE HARPACTIRINAE, PO- Folgende 8 Gattungen sind derzeit in der Inventurliste dessen, was man schützen will. die beschriebenen Arten heute geltenden COCK,1897 Unterfamilie aufgeführt: Aus diesen Gründen ist es Aufgabe der Standards genügen. Hierzu untersuchen Sys- Systematiker, natürliche Einheiten zu ent- tematiker das so genannte Typusmaterial, Die Unterfamilie Harpactirinae ist durch fol- 1. Augacephalus GALLON, 2002 decken, die besonders verlässlich in ihrer also jene Tiere, anhand derer die Erstbe- gende Merkmale definiert (unvollständige 2. Ceratogyrus POCOCK, 1897 32 33
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    ARACHNE 10(2), 2005 ARACHNE 10(2), 2005 kürzlich publiziert kürzlich publiziert 3. Eucratoscelus POCOCK, 1898 Die Gattung Ceratogyrus besteht somit mo- Die Arten P. widenmanni STRAND, 1906, DIE NEUEN UND WIEDERBELEBTEN GAT- 4. Harpactira AUSSERER, 1871 mentan aus den folgenden 10 Arten: P. raptor STRAND, 1906, P. affinis TULLGREN, TUNGEN 5. Harpactirella PURCELL, 1902 • Ceratogyrus hillyardi (SMITH, 1990) 1910, P. sjostedti T ULLGREN , 1910, P. carni- 6. Idiothele HEWITT, 1919 • Ceratogyrus pillansi (PURCELL, 1902) vorus STRAND, 1917, P. brunellii Caporiacco, Die Gattung Augacephalus wird für die Arten 7. Pterinochilus POCOCK, 1897 • Ceratogyrus ezendami GALLON, 2001 1940, Coelogenium raveni S MITH , 1990 sind Pterinochilus breyeri HEWITT, 1919 und P. jun- 8. Trichognathella GALLON, 2002 • Ceratogyrus dolichocephalus HEWITT, 1919 Synonyme von Pterinochilus chordatus (GER- odi SIMON 1904 aufgestellt, da die Arten zu • Ceratogyrus meridionalis (HIRST, 1907) STÄCKER, 1873) und existieren folglich nicht sehr von der Gattungsdefinition für Pterino- Die Gattung Brachionopus, von einigen Syste- • Ceratogyrus sanderi (STRAND, 1906) mehr. chilus abweichen. matikern früher als Theraphosidae betrach- • Ceratogyrus marshalli POCOCK, 1897 P. mamillatus STRAND, 1906 und P. hindei Die Art Coelogenium nigrifemur SCHMIDT, tet, wird in die Familie Barychelidae transfe- • Ceratogyrus brachycephalus HEWITT, 1919 HIRST, 1907 werden als Synonyme von Pteri- 1995 ist synonym mit Augacephalus junodi riert, hier jedoch »incertae sedis« (= »unsi- • Ceratogyrus bechuanicus PURCELL, 1902 nochilus murinus P OCOCK , 1897 angesehen. (SIMON, 1904) cheren Sitzes« = vorläufige Einteilung in • Ceratogyrus darlingi POCOCK, 1897 Damit dürfte der alte Streit um diese Art Ermangelung von Alternativen). endgültig beigelegt sein. Bei den im Zoo- Folgende Arten sind demnach in dieser Gat- 2. Eucratoscelus handel angebotenen roten »Pterinochilus spec. tung enthalten: Wichtige Synonymisierungen (Synonyme = Usambara«, die von Herrn Dr. S CHMIDT • Augacephalus breyeri (HEWITT, 1919) verschiedene Namen für die gleiche Art, Pterinochilus constrictus G ERSTÄCKER , 1873 seinerzeit als Pterinochilus mamillatus erkannt • Augacephalus junodi (SIMON, 1904) welche nach Erkennung eines Synonyms wird in diese Gattung verschoben und heißt worden sind, handelt es sich also lediglich durch das Prioritätsprinzip nach dem Na- folglich Eucratoscelus constrictus (GERSTÄCKER, um eine Farbvariante von Pterinochilus muri- Die Gattung Trichognatha wurde für die Art men in der ältesten Beschreibung benannt 1873); E. longiceps POCOCK, 1898 wird eben- nus. Pterinochilus schoenlandi aus oben genannten wird): so wie Pterinochilus spinifer POCOCK, 1898 als Gründen aufgestellt. Da dieser Name schon Synonym von E. constrictus (G ERSTÄCKER , Die Gattung Pterinochilus besteht demnach für eine Laufkäfer-Gattung besteht, wurde 1. Ceratogyrus 1873) angesehen. aus folgenden Arten: Trichognatha 2004 von GALLON in Trichogna- Eucratoscelus tenuitibialis SCHMIDT & GEL- • Pterinochilus vorax POCOCK, 1897 thella umbenannt. Pterinochilus meridionalis HIRST 1907 wird in LING , 2000 existiert nicht mehr sondern • Pterinochilus alluaudi BERLAND, 1914 diese Gattung transferiert und heißt nun wird als Synonym von Pterinochilus lugardi • Pterinochilus chordatus (GERSTÄCKER, 1873) Einzige Art demnach: folglich Ceratogyrus meridionalis (HIRST 1907). POCOCK, 1900 angesehen. • Pterinochilus lugardi POCOCK, 1900 • Trichognathella schoenlandi (POCOCK, 1900) Die Klammern um den Erstbeschreiber und • Pterinochilus murinus POCOCK, 1897 das Jahr der Erstbeschreibung deuten an, Die Gattung Eucratoscelus besteht folglich • Pterinochilus simoni BERLAND, 1917 Die Gattung Idiothele wird wiederhergestellt dass das Tier ursprünglich unter anderem aus 2 Arten: • Pterinochilus leetzi* SCHMIDt 2002 und die Art Pterinochilus crassisipina PURCELL, Namen, also in einer anderen Gattung, be- • Eucratoscelus constrictus (G ERSTÄCKER *) Diese Art wurde nach der Revision 1902 mit Idiothele nigrofulva (POCOCK, 1898) schrieben wurde (in diesem Fall wäre das 1873) beschrieben und ist vorerst mit Vorsicht synonymisiert. also der Name »Pterinochilus«). • Eucratoscelus pachypus S CHMIDT & VON zu behandeln, da es sich um eine »vor- Ceratogyrus cornuatus DE WET & DIPPEN- WIRTH, 1990 läufige Beschreibung« anhand von fünf IDENTIFIKATION DER GATTUNGEN AAR -S CHOEMAN 1991 existiert nicht mehr, Exuvien zweier Tiere handelt. Obwohl (Es werden die prägnantesten, aber nicht da sich die Art als identisch mit der früher 3. Pterinochilus die Art eine Spermathek sehr ähnlich der alle Merkmale genannt.) beschriebenen C. marshalli P OCOCK 1897 von P.murinus aufweist, wurde P. leetzi – erwiesen hat. In dieser Gattung hat sich am meisten ver- bis auf die Spermathek – offenbar nicht Kennzeichen Ceratogyrus: Die Gattung Coelogenium wird aufgelöst, ändert. Von ehemals 23 Arten sind 6 übrig mit dieser Art verglichen. RICHARD GAL- zwei Arten (C. hillyardi, C. pillansi) in die geblieben. Des weiteren wurden aus ehema- LOn arbeitet im Moment an einer Publi- 1. Stark prokurve Fovea (=Rückengrube), Gattung Ceratogyrus transferiert, eine weitere ligen Pterinochilus-Arten 2 neue Gattungen kation zur Identität dieser Art häufig mit Höcker. in Augacephalus (C. nigrifemur) und eine in die aufgestellt: Augacephalus und Trichognathella. 2. Blassgelbes Band im vorderen Bauchbe- Gattung Pterinochilus (C. raveni) gestellt (De- Die ehemals in Pterinochilus aufgelöste Gat- reich (Bereich der Epigastralfurche). Als tails siehe unter »3. Pterinochilus«). tung Idiothele wird wieder aufgestellt. einzige weitere Harpactirinae besitzt Auga- 34 35
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    ARACHNE 10(2), 2005 ARACHNE 10(2), 2005 kürzlich publiziert kürzlich publiziert cephalus junodi ein solches Band; im Gegen- 3. Die einzige Gattung der Harpactirinae, die Coelogenium (Araneae: Theraphosidae, gnatha Gallon, 2002 (Araneae, Thera- satz zu Ceratogyrus besitzt diese Gattung Wohnröhren baut, deren Eingang mit ei- Harpactirinae). Mygalomorph 2(1): 1-20. phosidae, Harpactirinae). Bull. Br. Arach- jedoch dichte Fransenhaare auf der Fe- ner »Falltür« verschlossen ist. G ALLON , R. C. (2002): Revision of the nol. Soc. 13(2): 62. moraunterseite der Palpen und Bein I und African genera Pterinochilus and Eucra- II und eine gerade Fovea. Für mehr Details sind Bestimmungsschlüs- toscelus (Araneae, Theraphosidae, Har- Adresse des Autors: sel für die Gattungen der Unterfamilie sowie pactirinae) with description of two new Tobias Dörr Kennzeichen Eucratoscelus: für die Arten aller Gattungen außer Harpac- genera. Bull. Br. Arachnol. Soc. 12(5): 201- derzeit: tira und Harpactirella in der zitierten Literatur 232. 101 Lamartine St. #1 1. Weibchen mit stark verdickter Tibia an angegeben. G ALLON , R. C. (2004): Trichognathella, MA 02130 Jamaica Plain Bein IV. replacement name for the genus Tricho- ! doerr@dearge.de 2. Männchen mit proventralem (= an der SUMMARY Unterseite des in Richtung Tarsus gelege- nen Endes), verdicktem Vorsprung in der T OBIAS D ÖRR presents a summary of the metatarsalen Scopula des ersten Beinpaa- well known revisions of RICHARD GALLON res. concerning the african genera Ceratogyrus, Pterinochilus and Eucratoscelus. Kennzeichen Pterinochilus: LITERATUR Presse & Medien 1. Lange, abstehende Haare auf den Chelize- ren. G ALLON , R. C. (2001): Revision of the 25.11.2004 Spinnenseiden bestehen aus langen, über 2. Tibiaapophyse des Männchens stark aus- Ceratogyrus spp. formerly included in Jahrmillionen optimierten Eiweißketten, die geprägt. Spinnenseide gentechnologisch die Spinne zu einem festen Faden verarbei- erzeugbar tet. Durch die spezielle molekulare Anord- Kennzeichen Augacephalus: nung wird das Material sehr dehnbar, extrem Dünner wie menschliches Haar, aber reißfe- belastbar und enorm zugfest – und dennoch 1. Tibiaapophyse bei Männchen fehlend ster als ein Stahlfaden: Spinnenfäden halten ist es viel elastischer als zum Beispiel Kevlar. oder mit reduziertem Enddorn. hohen Belastungen stand. Erstmals kann Spinnenseide ist leicht und wasserfest, hat 2. Kurze, samtige Haare auf den Chelizeren. dieses außergewöhnliche Naturprodukt auf aber dennoch ein hohes Wasseraufnahme- künstlichem Weg hergestellt werden. vermögen, vergleichbar dem von Wolle. Sie Kennzeichen Trichognathella: Naturmaterialien sind meist wider- widersteht mikrobiologischen Angriffen und standsfähiger als ihre Imitationen – Spin- ist doch biologisch abbaubar. Spinnenseiden 1. Scopula auch auf der Innenseite der Che- nenseide im Besonderen ist eines der stabil- können stärker als Stahl und elastischer als lizeren vorhanden. (Dieses Merkmal auch sten Materialien überhaupt. Während die Gummi sein. Nur so kann das Spinnennetz bei Harpactira, dort bestehen die Scopulae meisten Gliedertiere nur eingeschränkt von die Wucht abfangen, mit der etwa ein Käfer der Chelizeren jedoch aus Fiederhaaren.) der Fähigkeit Gebrauch machen, Seiden zu aus vollem Flug aufprallt. produzieren, haben sich Spinnen in einer Naturseide wird seit Jahrtausenden in Kennzeichen Idiothele: über 300 Millionen Jahre dauernden Evolu- traditionellen, landwirtschaftlichen Produkti- tion zu Seidenspezialisten entwickelt. Die onsverfahren von den Kokons des Schmet- 1. Scopula auf der Aussenseite der Chelize- Arbeitsgruppe um Dr. T HOMAS S CHEIBEL terlings gewonnen. Wegen des kannibali- ren nur schwach ausgeprägt. am Lehrstuhl für Biotechnologie (Prof. JOHAN- schen Verhaltens von Spinnen ist es jedoch 2. Endsegment der hinteren Spinnwarzen NES BUCHNER ) der Technischen Universität in nicht möglich, diese Tiere in großem Maß- leicht kegelförmig (bei anderen Harpac- Garching versucht erfolgreich, von den Tie- stab zu züchten und Seide zu produzieren. Pterinochilus chordatus tirinae fingerförmig). Foto: Ingo Wendt ren zu lernen. Spinnenseide ist daher ein äußerst wertvoller 36 37
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    ARACHNE 10(2), 2005 ARACHNE 10(2), 2005 Presse & Medien Leserbriefe Naturstoff. Könnte man sie im Labor pro- Bayern Patent meldeten die TUM-Wissen- Leserbriefannahme: Es sind keine Leserbriefe für diese Ausgabe duzieren, wäre dies der Anfang einer voll- schaftler ihre beiden Verfahren zum Patent Michaela Biese eingegangen. kommen neuen Generation umweltverträgli- an. Für die wissenschaftlichen Leistungen, Düsterbeck 51 cher, energiesparend herzustellender Werk- die zu diesem Erfolg führten, wurde THO- 45731 Waltrop stoffe. MAS SCHEIBEL im September 2004 mit dem ! leserbriefe@dearge.de Die Forschungsarbeiten des Teams um 1. Rang des Junior Scientist Awards der Werk- T HOMAS S CHEIBEL – Entwicklung rekom- stoffwoche 2004 ausgezeichnet. Das eta- Die Leserbriefe spiegeln nicht die Meinung binanter Produktionsverfahren für Spinnen- blierte Produktionssystem lässt große Erfol- der Redaktion oder der DeArGe e. V. wider. seidenproteine – ist daher ein großer Schritt ge erwarten – schon mehrere Industrieun- Die Redaktion behält sich das Recht auf auf dem Weg zur industriellen Herstellung ternehmen zeigten Interesse an den Seiden- Kürzungen vor. dieses begehrten Materials. Die Wissen- fäden made by TUM. So wurde bereits ein schaftler konnten gleich zwei neue Metho- Materialübernahmevertrag mit einem inter- den etablieren, die auf traditionellen, kos- national agierenden Chemieunternehmen tengünstigen Fermentationsprozessen basie- geschlossen. ren. So wurde eine Grundlage geschaffen, Spinnenseidenfäden »im Reagenzglas« und Quelle: »Informationsdienst Wissen- Vereinsnachrichten für die industrielle Nutzung herzustellen. schaft« - idw - Pressemitteilung, Techni- Eine Methode basiert auf Zelllinien von sche Universität München, Dieter Hein- Neue Mitglieder • Jens Fischer Schmetterlingen. Mittels Viren schleusten richsen M.A. 99986 Oberdorla die TUM-Biotechnologen die originalen Gefunden von: Dr. Fabian Haas • Daniel Bauer • Stephan Fothke Gene für Spinnenseiden in Schmetterlings- 97074 Würzburg 55597 Wöllstein zellen ein, die daraufhin strukturierte Spin- • Aik B. Baumgärtner • Mario Freudenschuss nenseide bildeten. So gelang es, naturgetreue 23.08.2004 67817 Imsbach A - 4300 St. Valentin Spinnenseidenproteine in ausreichender • Daniel Blawidt • Timo Grüssi Menge zu produzieren und erste Fäden zu 6000 Skorpione als Mitbewohner 73257 Köngen CH - 3145 Niederscherli erzeugen. • Rudi Blendl • Marco Göttig Grundlage des zweiten Verfahrens ist ein Kuala Lumpur – (dpa) Die als Skorpion- 82290 Landsberied 35274 Betziesdorf Bakterienwirtssystem, in dem sich Gene Königin bereits bekannte N UR M ALENA • Frank Bongartz • Pius Heinz sehr leicht manipulieren lassen. Dieses Sys- HASSAN (27), unerschrockene Tierfreundin, 88048 Friedrichshafen 53913 Swisttal - Odendorf tem erlaubt es, Gene und somit Proteine will 36 Tage in einem Glaskasten zusammen • Maik Bräuer • Lennard Hemme maßzuschneidern oder auch gezielt neu zu mit 6000 lebenden Skorpione verbringen. 99974 Mühlhausen 49134 Wallenhorst konstruieren, um so Fäden mit definierten Die junge Frau habe in der Küstenstadt • Petra Buchner • Iris Hoffmann Eigenschaften zu generieren. In einem Klo- Kuantan ihr unheimliches Quartier in einer 35329 Nieder - Gemünden 44147 Dortmund nierungssystem werden Fragmente von Sei- Einkaufspassage bezogen, meldete das Blatt • Jean-Paul Burion • Daniela Höll dengenen beliebig zusammengesetzt. So ent- Mingguan Malaysia. 15 Minuten am Tag dürfe 53840 Troisdorf 40477 Düsseldorf stehen Proteine, die sich von natürlichen sie ihr Gefängnis verlassen. Der Rekord liegt • Hendrik Cornehl • Michael Jacobi Spinnenseiden ableiten, aber für veränderte bisher bei 32 Tagen gemeinsam mit mehr als 21465 Reinbek USA - 37206 Nashville, TN Produktanforderungen modifiziert und 3000 der giftigen Spinnentiere. • Reha Siomna Csatlos • Arndt Jalowy »umgebaut« werden können. Mit diesem CH - 2540 Grenchen 42275 Wuppertal Verfahren lässt sich eine Grundlage für Quelle: »Ludwigsburger Kreiszeitung« • Paul Dridger • Sascha Kuchenbaur Fäden mit definierten Eigenschaften bilden. Gefunden von: Svenja von Wirth 33102 Paderborn 82140 Olching Mit Unterstützung des Erfinderbüros • Daniel Fischer • Klaus Neier der TUM und der Hochschulpatentinitiative 52539 Birgden A - 6800 Feldkirch 38 39
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    ARACHNE 10(2), 2005 ARACHNE 10(2), 2005 Vereinsnachrichten Vereinsnachrichten • Johannes Nigl • David Vorscheln scheinungsbild einen weiteren positiven Sollte es mehr Anmeldungen als Plätze ge- A - 4030 Linz 52538 Gangelt Fortschritt gemacht hat und würden uns ben, entscheidet der Zeitpunkt des Eingangs • Stefan Olbrich • Hans Zbinden sehr freuen, wenn Ihr Eure Meinung zu die- der Anmeldung. Die Möglichkeit, sich auf 42107 Wuppertal CH - 3665 Walterswil BE ser Veränderung unter »leserbriefe@dear- eigene Kosten und Organisation in der • Wolfgang Petrick ge.de« oder in unserem Diskussionsforum Nähe selbst unterzubringen, ist in gewissem 86567 Tandern Allen neuen Mitgliedern auf der Homepage der DeArGe e.V. Maße (ungefähr 25 weitere Plätze) gegeben. • Sascha Pollinger ein herzliches Willkommen! (www.dearge.de/forum) dazu mitteilen wür- Wir stellen dafür gerne unsere Informatio- CH - 8424 Embrach det. nen zur Verfügung. • Othilie Pors Die Redaktion 51645 Gummersbach Zugangsdaten ZUM PROGRAMM • Marianne Quack »ARACHNO-WEEKEND« DER DEARGE E.V. 52531 Übach - Palenberg Nachfolgend die neuen Zugangsdaten für VOM 16.9.-18.9.2005 Wir planen eine bunte Mischung aus Theo- • Sabine Quadt den Mitgliederbereich auf unserer Home- rie und Praxis mit Vorträgen aus allen Berei- 53842 Troidorf page www.dearge.de (Groß- und Klein- Die DeArGe e.V. plant in diesem Herbst für chen der Arachnologie von Futtertierzucht • Uwe Rieger schreibung beachten): die Mitglieder ein großes Treffen zum The- über Berichte von Vogelspinnenreisen bis zu 01169 Dresden ma (Vogel-)Spinnen. Wir wollen an diesem Bestimmungskursen und Terrarieneinrich- • Lucien Ross Benutzername: XXXXXXXXXXX Wochenende gemeinsam verschiedene Vor- tung. Da noch nicht alle Zusagen der Vor- USA - 48210 Detroit, MI Kennwort: XXXXXXXXXXX träge und Workshops abhalten und uns über tragenden eingegangen sind, wird das voll- • Karin Schmidt alles was mit Spinnen, deren Biologie und ständige Programm sowie die Anmeldemo- 72663 Großbettlingen Umwelt zu tun hat, ausführlich austauschen. dalitäten, sobald vollständig, auf der Home- • Mario Schmidt Liebe Mitglieder der »Deutschen page der DeArGe e.V. (www.dearge.de) bzw. 26427 Stedesdorf Arachnologischen Gesellschaft e.V.« ORT UND ZEIT in Heft Nr. 3 der ARACHNE in 2005 veröf- • Pascal Schmidt fentlicht. Neuigkeiten und Informationen 79591 Eimeldingen Anläßlich des 10. Jährigen Jubiläums unserer Das »Arachno-Weekend« wird in Schries- diesbezüglich können auch im Diskussions- • Oliver Schmitz Gesellschaft hat der Vereinsausschuss be- heim, zwischen Mannheim und Heidelberg, forum der DeArGe e.V. auf der DeArGe- 47269 Duisburg schlossen, zwei besondere Projekte in die- im Haus der evangelischen Jugend stattfin- Homepage (www.dearge.de/forum) eingese- • Dennis Schroeder sem Jahr durchzuführen: den. Wir können dort bis zu 60 Menschen hen werden. 66640 Namborn unterbringen, und das sehr kostengünstig. Oliver Krautter, 2. Vorsitzender • Sascha Schulz LAYOUTVERÄNDERUNG DER ARACHNE 25524 Itzehoe • Alexander Settari Wie Ihr ersehen könnt, ist diese Euch vorlie- A - 9020 Klagenfurt gende Ausgabe der ARACHNE erstmalig • Lucas Steindorfer komplett in Farbe gedruckt worden. Da- Kleinanzeigen & Kontakte A - 1140 Wien durch entfallen die Farbtafeln im Mittelteil • Alexander Strenger der ARACHNE, denn die Bilder können Da die Rubrik »Kleinanzeigen & Kontakte« Wer Spinnentiere sucht oder abgeben 50321 Brühl nun unmittelbar in die zugehörigen Artikel in den letzten Monaten nur noch vereinzelt möchte, kann dies weiterhin im »Anzeigen- • Falko Valery Gordon Thelen platziert und dennoch bunt abgedruckt wer- genutzt wurde, bedingt durch ihren Aufbau ring« auf unserer Homepage tun: 22119 Hamburg den. Auch können dadurch Grafiken und aber trotzdem immer eine ganze Seite Platz www.dearge.de/anzeigen/anzeigen.shtml • Gerd Trefzer sonstige Zeichnungen in Farbe gedruckt beansprucht, haben wir von der Redaktion 79589 Binzen werden, was deren Aussagekraft sicherlich uns dazu entschlossen, diese Rubrik einzu- • Pascal Verhasselt noch einmal erhöht. Wir denken, dass die stellen um den frei werdenden Platz zukünf- 59067 Hamm ARACHNE durch die nun entstehenden tig für Artikel und Informationen nutzen zu neuen Layoutmöglichkeiten in Ihrem Er- können. 40 41
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    ARACHNE 10(2), 2005 ARACHNE 10(2), 2005 zum Schmunzeln Termine Terraristika Hamm Hohenzollernplatz), Berlin. Info: ℡ 030-29666015, Fax: 030/29666014, Wann: Samstag 12.03.2005 ! info@reptilienboerse-berlin.de Einlass für Besucher ab 10:00 Uhr. www.reptilienboerse-berlin.de Wo: Zentralhallen, Fritz-Reuter-Str., 59063 Hamm Terrarienbörse Karlsruhe Info: Frank Izaber, ℡ 02361-498112, ! office@terraristikahamm.de Wann: Samstag 02.04.2005 www.terraristikahamm.de Einlass für Besucher von 10:00-16:00 Uhr. Wo: in der Badnerlandhalle, Rubensstr. 21, Internationale Vogelspinnenbörse 76149 Karlsruhe, Stadtteil Neureut. Karlsruhe - Knielingen Info: Klaus Baumgärtner, ℡ 07255-726550 oder 0171-7530830 Wann: Samstag, den 19.03.2005 ! info@terrarienboerse-ka.de Einlass für Besucher 10.00 Uhr, für Ausstel- www.terrarienboerse-ka.de ler ab 8.30 Uhr. Wo: Sängerhalle, Untere Str. 44a Terrarienbörse Hannover 76187 Karlsruhe - Knielingen Info: Roland Ockert, ℡ 07258-925591 oder Wann: Samstag 09.04.2005 0172-4839696, ! BoersenInfoKA@aol.com Einlass für Besucher von 10:00-16:00 Uhr, für Anbieter ab 8:00 Uhr. Vogelspinnen- und Reptilienbörse Wo: Bisonhalle, Springe am Deister, Bison- Mainz straße Info: ℡ 05101-84353 oder 0173-6813438, Wann: Samstag 19.03.2005 Fax: 05101-916747, Einlass für Besucher 10:00-16:00 Uhr, ! ReptileHannover@htp-tel.de für Aussteller ab 8:00 Uhr. www.terrarienboerse-hannover.de Wo: »Haus Haifa« (Mombach-Saal 1. Stock) Weiherstraße Ecke Zeystraße in 55120 Reptilienbörse Augsburg Mainz-Mombach. Info: Klaus Straka, ℡ 06131-686304 oder Wann: Sonntag 10.04.2005 ℡ 0179-5437621, Fax: 06131-686304, Einlass für Besucher 10:00, für Anbieter ab ! brachypelmaklaus@aol. com 7:00 Uhr. Ende 15:00 Uhr. www.brachypelmaklaus.beep.de Wo: Vereinshalle TSV Haunstetten, Lands- berger Str. 3, 86179 Augsburg Reptilienbörse Berlin Info: Zankl J. ℡ 09942/905611, Fax: 09942/905612, Mobil: 0171/3847197 Wann: Samstag 19.03.2005 www.zoo-zankl.de Einlass für Besucher 10:00-16:00 Uhr, für Aussteller ab 6:00 Uhr. Wo: Hohenzollern-Saal am Hohenzollern- damm 202-203 (Kirchengemeinde Am 42 43
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    ARACHNE 10(2), 2005 ARACHNE 10(2), 2005 Termine Stammtische »R-A-B«-Frühjahrs-Terrarienbörse Rosenheimer Reptilien-Börse Vogelspinnen Stammtisch Kiel Vogelspinnen IG Franken in Cham (Schweiz) Wann: Samstag 23.04.2005 Wann: jeden letzten Sonntag im Monat Wann: jeden ersten Samstag im Monat Wann: Sonntag 10.04.2005 Einlass für Besucher von 09:00-15:00 Uhr, ab 17:00 Uhr ab 19:00 Uhr Einlass für Besucher von 10:00-16:00 Uhr für Aussteller ab 7:30 Uhr Wo: »Westsight«, Westring/Ecke Ahlmann- Wo: Gaststätte »Eichenwald«, Effeltricher Wo: Pfarreiheim, Cham (Schweiz) (bei der Wo: Gasthof Höhensteiger, Westerndorfer str. 24, 24118 Kiel Str. 93, 90411 Nürnberg kath. Kirche und beim Bahnhof) Str.101, 83024 Rosenheim, (Ortsteil Kontakt: Kontakt: Info: H. Gürber, ℡ 0041-17105894 oder Westerndorf/St. Peter) Philipp Samadi Michael Breitschwerdt 0041-17181878 oder 0041-786401229 Info: Reptilien-Oase Rosenheim, ℡ 0431-8885197 ℡ 0911-4187678 oder 0171-4940150 ! rabguerber@hotmail.ch ℡ 0174/5227231, Fax: 08031/3040413 ! kumalo@gmx.de ! Michael.Breitschwerdt@web.de www.reptilien-rosenheim.de.vu Info: www.vogelspinnen-kiel.de Info: www.vsig-franken.de 2. Vogelspinnenbörse Bad Kreuz- nach Terrarienbörse Mannheim Vogelspinnenstammtisch Hamburg Vogelspinnen IG Stuttgart Wann: Sonntag 17.04.2005 Wann: Samstag 07.05.2005 Wann: jeden zweiten Samstag im Monat Wann: jeden vierten Freitag im Monat Einlass für Besucher 10:00-15:00 Uhr, Einlass für Besucher von 10:00-16:00 Uhr, ab 19:00 Uhr ab 20:00 Uhr für Aussteller ab 8:00 Uhr. Wo: Multihalle im Herzogenriedpark, Wo: »Bavaria Bräu Stübel«, Walddörfer- Wo: SKV-Heim Eglosheim, Tammerstraße Wo: »Rosengartenhalle«, in Rüdesheim 68165 Mannheim am Messplatz straße 163, 22047 Hamburg 30, 71634 Ludwigsburg, Stadteil Eglosheim (einem Vorort von 55545 Bad Kreuznach) Info: Ralf Heinrich, ℡ 0621-797331, Kontakt: Kontakt: Info: E. Schramm, ℡ 0671-36357 ! info@ralf-futtertiershop.de Claus Priebusch Michael Lang ! Terminator02@gmx.net www.terrarienboerse-mannheim.de ℡ 0179-7591408 ℡ 07146-891529 ! Vogelspinne-hamburg@gmx.de ! nuschel123@aol.com Info: www.vogelspinne-hamburg.de Info: www.vogelspinnen-ig.de Vogelspinnenstammtisch Vogelspinnen Stammtisch OWL Waltershausen Wann: jeden ersten Samstag im Monat Wann: jeden letzten Sonntag im Monat ab 19:00 Uhr Stammtische ab 18:00 Uhr Wo: im »Kegelcenter«, Triftenstr. 88, 32791 Wo: in der Clara-Zetkin-Str. 46, 99880 Wal- Lage Stammtisch der Arachnologen in BerlinSpinnen – Vogel-Spinnen AG tershausen Kontakt: Bonn und Umgebung Berlin-Brandenburg Bitte vorher kontaktieren! Stephen Keeling Kontakt: ℡ 05232-702879 Wann: jeden ersten Dienstag im Monat Wann: jeden zweiten Samstag im Monat Stephan Martini ! stephen@keeling.de um 20:00 Uhr ab 15:00 Uhr ℡ 03622/208686 Info: www.vogelspinnen-stammtisch-owl.de Wo: im Hoppegarten in 53115 Bonn-Pop- Wo: Enzian Stuben, Enzianstr. 5, pelsdorf. 12203 Berlin-Lichterfelde, (S-Bahn Station ! VSStammtisch@aol.com Kontakt: Botanischer Garten) Thorsten Gurzan Kontakt: ℡ 0179-5106228 Martin Schmidt ! spider@itsy-bitsy.de ℡ 030-70175633 Info: www.arachnologen-bonn.de ! info@berlinspinnen.de Info: www.berlinspinnen.de 44 45
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    ARACHNE 10(2), 2005 ARACHNE 10(2), 2005 Stammtische Impressum Vogelspinnen-Stammtisch-Weser- Vogelspinnenstammtisch Osna- Die »ARACHNE« wird herausgegeben von der Deut- Kontaktadresse Arachnida-Schweiz schen Arachnologischen Gessellschaft e.V. Sie ist das offizielle, Ems brück Arachnida Schweiz zweimonatlich erscheinende Publikationsorgan von DeArGe. e.V. und Arachnida-Schweiz. Sie befasst sich mit Postfach 31 Wann: jeden ersten Samstag im Monat ab Wann: jeden dritten Samstag im Monat Themen rund um Spinnentiere. CH-6213 Knutwil 17:00 Uhr Wo: siehe Webseite ! info@arachnida.ch Wo: Oldenburg (genauen Treffpunkt bei Kontakt: Vereinsausschuß der DeArGe e.V. Thomas Märklin (Präsident) Michael Wortmeyer erfragen) Thomas Merte Wiesenstr. 4 Kontakt: 1. Vorsitzende 2. Vorsitzender ℡ 0174-3621349 Dipl. Biol. Marion Heller-Dohmen Oliver Krautter CH - 8580 Amriswil Michael Wortmeyer ! tmerten79@hotmail.com Goldtäleweg 11 Niklastorstraße 4 ℡ 0041(0)71-4110634 ! thomas.maerklin@arachnida.ch ℡ 04421-771616 oder 0171-3480280 Info: www.vogelspinnen-osnabrück.de 70327 Stuttgart 71642 Marbach Info: www.arachnida.ch ! diana.itis@ewetel.net ℡ 0711-8829557 ! krautter@dearge.de ! heller-dohmen@dearge.de Info: www.vogelspinnen-weser-ems.de Vogelspinnen-Interessen- Gemeinschaft- Salzburg Kassenwart Schriftführer Vogelspinnen- und Terrarienstamm- Markus Strauß Dr. Marcus Heller Wann: jeden ersten Mittwoch im Monat ab Speckendamm 1 Goldtäleweg 11 tisch Mainz 28865 Lilienthal 70327 Stuttgart 20:00 Uhr ! strauss@dearge.de ! heller@dearge.de Wann: jeden dritten Freitag im Monat Wo: Landgasthof Allerberger, Doktorstraße um 19:00 Uhr 49, A-5072 Siezenheim (Salzburg/Öster- Hauptschriftleiter Volker von Wirth Wo: Gaststätte »Zur Turnhalle« Turner- reich) Lilienstr. 1 straße 31, 55120 Mainz - Mombach Kontakt: 71723 Großbottwar Gäste sind herzlich willkommen! Alexander Helminger ! von-wirth@dearge.de Kontakt: ℡ 0043-(0)650-8791080 Klaus Straka ! spiderlex@gmx.at Homepage-Redaktion ℡ 06131-686304 ! brachypelmaklaus@aol.com Vogelspinnenstammtisch Wien & Mandy Raasch Thorsten Gurzan Schmollerstr. 10 Römerstraße 136 Umgebung 74074 Heilbronn 56073 Koblenz Vogelspinne e.V. ! raasch@dearge.de ! gurzan@dearge.de Wann: alle 14 Tage am Freitag ab 19:00 Uhr Wann: Stammtisch jeden zweiten Sonntag Wo: Mautner´s Gasthof Simmeringer Info: www.dearge.de im Monat ab 16 Uhr Hauptstr. 101, A-1110 Wien Wo: in der VFL-Sportgaststätte »Sportanla- Kontakt: Bankverbindung ge«, Am Moritzwinkel 12 in Hannover-Her- Philipp Milan Deutsche Arachnologische Gesellschaft e.V. renhausen ℡ 0043-0664-5250121 Raiffeisenbank Frechen+Hürth eG Kontakt: ! pmilan@vogelspinnen-wien.at Kontonummer: 701493010 Marc Voßkämper (1. Vorsitzender) Info: www.vogelspinnen-wien.at BLZ: 37062365 ℡ 0511-2151311 IBAN-Nr.: DE 72370623650701493010 Swift/BIC-Code: GENODED1FHH ! vossk77@aol.com Info: www.vogelspinne-ev.de 46 47
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    Der neue GU-Tierratgeber T »Vogelspinnen – faszinierend und exotisch« von Volker von Wirth ist da! Auf 66 Seiten und zahlreichen Abbildungen erfährt man alles was man zur Vogelspinnenhaltung wis- sen muss! Erhältlich in je- dem gut sortier- ten Buch- und Zoofachhandel!