Modul 1:
Planung der Ausbildung
VorbereitungderAusbilderfür
arbeitsplatzbezogenesLernen
Entwickelt im Rahmen des „Erasmus+“-Projektes Nr. 2018-1-RO01-KA202-049191
TOTVET – Training für Berufsbildungspersonal für ein hochwertiges,
arbeitsplatzbezogenes und duales Lernen
Diese Veröffentlichung spiegelt nur die Ansichten der Verfasser wider, und die Kommission kann
nicht für die Verwendung der darin enthaltenen Informationen verantwortlich gemacht werden.
Zusammenfassung
 Mit Hilfe dieser Lerneinheit werden Sie lernen, die relevantesten Informationen und
rechtlichen Regelungen auszuwählen, die für die Erstellung eines Lehrplans für den
Beruf und die Beschreibung der Lernergebnisse der Auszubildenden in Bezug auf
Wissen, Fähigkeiten und Einstellungen erforderlich sind. Sie werden lernen, wie man die
Regelungen auf die Bedürfnisse der Auszubildenden und die Ausbildungsziele des
jeweiligen Unternehmens anwendet und das Berufsbild der Auszubildenden den
nationalen und regionalen Vorschriften gemäß beschreibt. Sie werden in der Lage sein,
die Lernergebnisse auf der Grundlage von Bedürfnissen der Auszubildenden zu
ermitteln, psychologische und persönliche Informationen zu berücksichtigen sowie Ziele
und spezifische Rahmenbedingungen der Gesellschaft zu beachten.
Die behandelten Hauptpunkte sind:
Festlegung der Lernziele für den Auszubildenden
Allgemeine und spezifische Lernziele in der Kursgestaltung
Formulierung der spezifischen Lernziele
Vom Ziel zur Zielvereinbarung
2TOTVET – Training für Berufsbildungspersonal für ein hochwertiges, arbeitsplatzbezogenes und duales Lernen
Festlegung der Lernziele für den
Auszubildenden
Die Fähigkeit, den Lernbedarf des zukünftigen Auszubildenden zu erkennen,
bietet auch die Möglichkeit, durch die Definierung von konkreten
Lernzielen in die nächste Phase der Schaffung einer qualitativ hochwertigen
Ausbildungserfahrung einzutreten. Es wird empfohlen, diese Maßnahme
gemeinsam mit dem Auszubildenden durchzuführen, damit er ein
Verantwortungsbewusstsein, das ein Schlüsselfaktor für eine nachhaltige
Lernmotivation ist, entwickelt.
Eine bewährte Methode, die Ihnen in dieser Phase hilft, ist die sog. SMART-
Formulierung von Lernzielen.
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TOTVET – Training für Berufsbildungspersonal
für ein hochwertiges, arbeitsplatzbezogenes
und duales Lernen
Die Methode basiert auf dem klassischen SMART-Modell der Zielsetzung, das in
den Lernkontext eingebaut wird. Das englischsprachige Akronym SMART steht
für spezifisch, messbar, erreichbar (oder handlungs-orientiert), relevant und
zeitlich gebunden (engl. Specific, Measurable, Attainable, Relevant, Time-
bound).
Jedes Lernziel sollte also dabei mehrere Merkmale aufweisen, d. h.:
 spezifisch (einfach, vernünftig, signifikant),
 messbar (aussagekräftig, motivierend),
 erreichbar (vereinbart, realisierbar),
 relevant (angemessen, realistisch und mit Ressourcen ausgestattet,
ergebnisorientiert) und
 zeitlich gebunden (zeitbasiert, zeitlich begrenzt, zeit- und kostenbegrenzt,
zeitnah, zeitsensibel) sein.
Diese Ziele sollten sich auf den im vorherigen Schritt ermittelten Lernbedarf
stützen. Es ist wichtig, auch die Lernpräferenzen und die „Lerngeschwindigkeit“
der einzelnen Auszubildenden zu berücksichtigen, die durch direkte Interviews
abgebildet werden können.
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TOTVET – Training für Berufsbildungspersonal
für ein hochwertiges, arbeitsplatzbezogenes
und duales Lernen
Spezifische Lernziele nach dem SMART-Modell
Das Hauptziel dieses Tools ist es, für den zu betreuenden
Auszubildenden eine klare Vision mit Fortschritten und Leistungen auf
hohem Niveau zu formulieren. Diese Methode ist auch wichtig, um die
vom Unternehmen erwarteten Ergebnisse in die spezifischen Lernziele
in einer Übereinstimmung mit den nationalen gesetzlichen
Bestimmungen einzubetten.
Schritte zur Anwendung des Tools
Diese Methode ist anwendbar, sobald die Lernbedürfnisse des
Auszubildenden identifiziert, analysiert und in seinem (Lern-)Profil
zusammengefasst wurden. Der Ausbilder sollte den Auszubildenden zu
einem Arbeitstreffen einladen und gemeinsam mit ihm die spezifischen
Lernziele erarbeiten, die die folgenden Etappen durchlaufen:
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für ein hochwertiges, arbeitsplatzbezogenes
und duales Lernen
 Definieren Sie ein Lernziel, das spezifisch ist. Die Leitfragen
sind: Was wollen wir, dass der Auszubildende während der
Ausbildungszeit erreicht? Wo? Wie? Wann? Mit wem? Was sind
die Bedingungen und Einschränkungen?
 Definieren Sie ein Lernziel, das messbar ist, indem Sie
messbare Elemente hinzufügen.
 Definieren Sie ein Lernziel, das erreichbar ist. Es ist wichtig,
dass die Ziele, die sich der Auszubildende setzt, realistisch sind
und eine Chance haben, innerhalb der Ausbildungszeit
abgeschlossen zu werden.
 Definieren Sie ein Lernziel, das relevant ist. Die Ziele sollten
etwas sein, dass der Auszubildende im Lernen den Wert für sich
erkennt.
 Definieren Sie ein Lernziel, das zeitlich gebunden ist. Stellen
Sie zunächst sicher, dass das von Ihnen definierte Ziel etwas ist,
was der Auszubildende rechtzeitig einsetzen muss, z. Bsp.
morgen oder nächste Woche statt nächstes Jahr.
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für ein hochwertiges, arbeitsplatzbezogenes
und duales Lernen
Ein Beispiel für ein SMART-Ziel:
 Meine Fähigkeiten in der Montage von IT-Geräten zu verbessern, indem
ich meine Montagegeschwindigkeit während der zwei Monate der
Ausbildung bzw. des arbeitsplatzbezogenen Lernens verdoppelt habe.
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und duales Lernen
Nützlichkeit des Tools
 Das Tool ermöglicht den weiteren Aufbau einer partnerschaftlichen
Atmosphäre zwischen Ihnen und dem Auszubildenden.
 Das Tool bietet ein klares Bild der Ziele und daher auch Bewertungskriterien
und dient als eine funktionierende und kontinuierliche Referenzliste für Sie als
Ausbilder.
Stärken des Tools
 Mit Hilfe dieses Tools kann man die Beteiligung des Auszubildenden am
Prozess der Gestaltung der Ausbildungs- bzw. arbeitsplatzbezogenen
Lernerfahrung erkennen.
 Das Tool gewährleistet einen objektiven und transparenten Ansatz bei der
Aufgabenverteilung und Leistungsbewertung.
Einschränkungen des Tools
 Die Vorbereitung kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Es könnte eine gute
Lösung für den Ausbilder sein, mit Unterstützung anderer Mitarbeiter
zunächst eine Liste der SMART-Ziele zu erstellen und diese dann als
Ausgangspunkt für die Diskussion während des Treffens mit dem
Auszubildenden zu präsentieren. Angesichts der sich ändernden Bedingungen
in der Arbeitswelt könnte die Liste der SMART-Ziele einer kontinuierlichen
Aktualisierung bedürfen.
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für ein hochwertiges, arbeitsplatzbezogenes
und duales Lernen
Allgemeine und spezifische Lernziele in
der Kursgestaltung
Allgemeine Lernziele sind weit gefasste, allgemeine Aussagen darüber, was wir
unseren Lernenden bzw. Auszubildenden vermitteln und bieten wollen:
 die Richtung,
 den Fokus und
 die Zusammenhänge.
Das Setzen von Zielen gibt uns eine echte Roadmap, wohin wir gehen wollen.
Dasselbe gilt, wenn wir den Lernenden allgemeine Ziele vorgeben. Allgemeine
Lernziele sind das Herzstück der Ausbildungsgestaltung und müssen bereits in
der Planungsphase klargestellt werden.
Ein Ausbilder kann diese Ziele als eine Roadmap zur Vorbereitung des
arbeitsplatzbezogenen Lernens verwenden. Wir werden die Rolle von allgemeinen
und spezifischen Lernzielen bei der Ausbildungsgestaltung und die Vorbereitung
eines darauf aufbauenden Unterrichtsplans eingehend untersuchen.
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und duales Lernen
Definieren von spezifischen Lernzielen
Der beste Weg, Ziele als eine Roadmap für die Gestaltung einer
Ausbildung zu nutzen, ist es, sie durch die Festlegung spezifischer
Lernziele klarer und prägnanter zu machen.
 Spezifische Lernziele sind messbare Teilziele einer Lektion
und informieren über bestimmte Lernergebnisse.
Das Schreiben von spezifischen Lernzielen hält Sie fokussiert und hilft
Ihnen bei der Planung. Dies lässt sich leicht durch den Einsatz von
Aktionsverben erreichen, die die Fähigkeiten des Auszubildenden am
Ende der Ausbildung beschreiben.
Aus der Sicht der Auszubildenden betrachtet, helfen ihnen die
spezifischen Ziele zu verstehen, was der Ausbilder von ihnen erwartet
und was sie von sich selbst erwarten müssen.
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und duales Lernen
Worin besteht der Unterschied zwischen
allgemeinen und spezifischen Lernzielen?
Viele Menschen verwechseln die Definitionen von allgemeinen und
spezifischen Zielen und bringen oft die Begriffe durcheinander.
 Allgemeine Lernziele sind langfristig, breit angelegt und erreichbar,
aber nicht unbedingt messbar.
 Spezifische Lernziele werden auch als Lernergebnisse bezeichnet,
da sie unmittelbar mit den erwarteten Ergebnissen verknüpft sind, die
wir von den Auszubildenden am Ende der Ausbildung erwarten
können.
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Die allgemeinen Lernziele können dann in kleine Lern- oder
Bewertungsaktivitäten unterteilt werden.
Eine Änderung einer dieser drei Komponenten hat einen großen Einfluss
auf die beiden anderen.
Dieser Prozess ist also dynamisch bei der Planung von
Ausbildungsinhalten. Die nachfolgende Tabelle kann Ihnen helfen zu
verstehen, wie sich die allgemeinen Ziele von spezifischen Zielen
unterscheiden:
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Allgemeine
Ziele
Spezifische
Ziele
(Bewertungs-)
Lernaktivitäten
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Allgemeine Ziele Spezifische Ziele
ausdrücken
Ihre Hoffnungen und Werte
in Bezug auf die gesamte
Bildungserfahrung.
Ihre Entscheidungen über
Lernstrategien,
Unterrichtsmaterial und
Unterrichtsaktivitäten.
vertreten
Ihr Blickwinkel auf die
Ausbildung, der beschreibt,
was die Ausbildung
bewirken wird.
Was Ihre Auszubildenden am
Ende der Ausbildung können
werden?
beschreiben
Ihre langfristigen Ziele, die
nicht direkt messbar sind.
Die Bewertungen (Fragen,
Aufgaben), mit denen Sie Ihre
Auszubildenden beurteilen.
vermitteln
Die Art von Erfahrung, die
Sie für Ihre Auszubildenden
schaffen wollen.
Was sind Ihre Standards und
Erwartungen bezüglich der
Ausbildung?
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Warum ist es wichtig spezifische Ziele zu setzen?
Bei der Festlegung von spezifischen Lernzielen können Sie:
 das Lernmaterial angemessen organisieren, da Sie eine logische Abfolge
von Lernmeilensteinen festlegen können,
 die spezifischen Ziele direkt mit den Bewertungsmethoden abgleichen,
 die Erwartungen an Ihre Auszubildenden vermitteln, so dass Sie ihnen
helfen, sich selbst zu beurteilen,
 und schließlich können die Auszubildenden die allgemeinen Ziele der
Ausbildung miteinander verbinden.
Spezifische Ziele sagen dem Lernenden/Auszubildenden, wie er feststellen kann,
ob er die Lektion gelernt und verstanden hat oder nicht.
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Wie sollten die spezifischen Ziele formuliert
werden?
Ein sorgfältig formuliertes spezifisches Lernziel umfasst drei Teile, nämlich:
 das Endverhalten (was?),
 die Bedingungen (wie?) und
 den Maßstab (wieviel?).
Endverhalten (was?)
Die Beschreibung des von den Lernenden erwarteten Endverhaltens muss in
eindeutige Begriffe gefasst werden. Es muss ein beobachtbares Verhalten
beschrieben werden. Das Endverhalten ist das Verhalten der Lernenden nach
Abschluss des Lernprozesses. Ein Lernziel wie „Lernende entwickeln
Kompetenzen im Umgang mit WORD“ bezeichnet nicht das Endverhalten,
sondern den Prozess, nämlich die Entwicklung.
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Formulierung der spezifischen Lernziele
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Bedingungen (wie?)
Beschreibung der Bedingungen und Mittel, derer sich die Lernenden bedienen oder
nicht bedienen dürfen, oder unter denen sich das Verhalten als das erwünschte
Endverhalten erweist. Dürfen sie Handbücher benutzen oder sich unterhalten? Muss
ein bestimmter Lösungsweg, ein bestimmtes Programm verwendet werden? Müssen
auch die formalen Richtlinien eingehalten werden?
Maßstab (wieviel?)
Als letztes gilt es, einen Bewertungsmaßstab für die Qualität des Verhaltens
aufzustellen. Maßstäbe können in Bezug auf die Qualität, Quantität oder Zeit
gesetzt werden. Wie lange haben die Lernenden Zeit, um die Aufgaben zu lösen?
Müssen alle Aufgaben gelöst werden? Wie viel Abweichung oder wie viele Fehler sind
erlaubt? Wie muss das Ergebnis genau aussehen? Wann gilt ein Problem als gelöst?
Wann gilt eine Lösung als richtig?
Zum Beispiel:
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Endverhalten (was?) Bedingungen (wie?) Maßstab (wieviel?)
Sie können eine Tabelle anlegen Mit Hilfe eines Textverarbeitungsprogramms Mit vier Spalten und zehn Zeilen
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Formulierung der spezifischen Lernziele
Spezifische Lernziele können in den Bereichen Wissen, Fähigkeiten
und Einstellungen/Verhalten festgelegt werden. Allgemeine Lernziele
können mit den folgenden Sätzen formuliert werden:
 Ich werde nach dem Lernprozess etwas wissen.
 Ich werde nach dem Lernprozess etwas tun können.
 Ich werde mich nach dem Lernprozess in einer bestimmten Weise
verhalten.
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Spezifische Lernziele sollten Informationen darüber liefern, was
Lernende/Auszubildende nach dem arbeitsplatzbezogenen Lernprozess
wissen (KENNTNISSE), verstehen (FÄHIGKEITEN) und in der Lage
sind zu tun (EINSTELLUNGEN).
 Es zwingt zur Formulierung eines Endzustandes, wenn der Satz mit
„Lernende/Auszubildende können/verstehen“ oder „Lernende/
Auszubildende sind in der Lage“ beginnt.
 Aktionswörter (-verben) sollten verwendet werden, um zu
beschreiben, was der Lernende/Auszubildende tun soll. Alle in
spezifischen Lernzielen verwendeten Verben, aus denen sich eine klare
Testfrage konstruiert lässt, sind geeignet.
 Bei der Formulierung von spezifischen Lernzielen sollten Verben
verwendet werden, die in Bezug auf die Intensität auf den
Lernenden/Auszubildenden zugeschnitten sind. Die Verben (siehe
nächste Seite) bestimmen den Schwierigkeitsgrad.
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und duales Lernen
Wissen, Fähigkeiten Verständnis Anwendung
hinweisen
erklären
erfüllen
vortragen
schreiben
aufzählen
listen
ausdrücken
benennen
berichten
beschreiben
erzählen
benennen
schreiben
skizzieren
zeichnen
ableiten
bestimmen
angeben
präsentieren
definieren
demonstrieren
interpretieren
erklären
hervorheben
identifizieren
interpretieren
zeichnen
schlussfolgern
übersetzen
zusammenfassen
sich bewerben
suchen
füllen
bearbeiten
berechnen
drucken
einrichten
in die Arbeit eintreten
Format erstellen
entwickeln
finden
konfigurieren
löschen
verwenden
planen
speichern
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und duales Lernen
Einige wichtige Tipps
 Überlegen Sie sich, 2-3 spezifische Lernziele für jeden Abschnitt des
arbeitsplatzbezogenen Lernens zu entwickeln.
 Wenn es mehrere Ziele sind, organisieren Sie sie in Unterkategorien.
 Benutzen Sie eine einfache Sprache, sprechen Sie die Auszubildenden
direkt an (z. Bsp. „Du wirst es können“) und beschreiben Sie die Ziele
kurz.
 Verwenden Sie nicht mehr als einen Satz, um Ihre Ziele auszudrücken.
 Führen Sie nicht mehrere Verben in einem Ziel auf – da jede Aktion
unterschiedlich gemessen und bewertet wird, sollte jedes Verb für ein
separates Ziel stehen.
 Vermitteln Sie Ihre Ziele an die Auszubildenden.
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Arten von Lernzielen
Es lassen sich drei Arten von spezifischen Lernzielen unterscheiden:
 kognitive Lernziele,
 psychomotorische Lernziele und
 affektive Lernziele.
Kognitive Lernziele
…sind Lernziele im Bereich Wissen, Kennen, Verstehen. Sie werden im
Kopf erarbeitet. (Kognition = Erkenntnis)
 Zum Beispiel: Die Auszubildenden sind in der Lage, mit Hilfe eines
Textverarbeitungsprogramms eine Tabelle mit 4 Spalten und 10 Zeilen
zu erstellen.
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Psychomotorische Lernziele
… sind Lernziele im Bereich von Können und Handeln. Sie werden mit
den Händen geübt (Motorik = Bewegungsablauf) und bedacht
(überlegtes Handeln, deshalb psychomotorisch). Aus den
Ausbildungsabschlussprüfungen kennen wir die Überprüfung der
psychomotorischen Lernziele im praktischen Prüfungsteil. Sie erfordert
normalerweise Werkzeuge und Material.
 Zum Beispiel: Die Auszubildenden sind in der Lage, eine
Holzverbindung ohne Nägel, Klammern und Schrauben herzustellen.
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Affektive Lernziele
… sind Lernziele im Bereich der Gefühle, Einstellungen und Werte. Sie
werden über die Reflexion, den Austausch und praktische Einübung
geübt (affektiv = emotional). Affektive Lernziele stehen in den Bereichen
Erziehung, politische Bildung, aber auch soziale Kompetenzen im
Vordergrund.
In der beruflichen Weiterbildung werden affektive Ziele selten explizit
angegeben. Viel häufiger werden sie implizit verfolgt (Beispiele: Führen
zu einem kooperativen Führungsstil, Verbesserung der Überzeugungs-
kraft in Verkaufsgesprächen, Anpassungsleistung in der Team-
entwicklung, Disziplin bei jungen Erwachsenen, Leistungsbereitschaft
bei Arbeitslosen, etc.).
 Zum Beispiel: Die Auszubildenden sind in der Lage, eine
Konfliktdiskussion im Rollenspiel unter Einhaltung definierter
Gesprächsregeln durchzuführen.
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Vom Ziel zur Zielvereinbarung
Was ist zu beachten?
 Sind meine Lernziele wirklich Ziele oder ist es eine Sammlung von
Inhalten?
Inhalte sind Inhaltsbeschreibungen wie z. Bsp.: „die wichtigsten
Funktionen eines Programms kennen“ oder „einen Überblick über ein
Thema haben“ etc. Formulierungen mit „weniger, mehr, Umgang mit,
Übersicht, Einsicht…“ sind Inhalte und/oder Prozesse.
 Überprüfe ich die Erreichung der allgemeinen/spezifischen Ziele?
Wie?
 Sind die allgemeinen/spezifischen Ziele für die Auszubildenden
während der ganzen Ausbildung sichtbar?
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Allgemeine/spezifische Lernziele vereinbaren
 Präsentieren Sie Ihre Ziele den Auszubildenden.
 Fragen Sie die Auszubildenden, welche Erwartungen und Ideen sie am
Anfang des arbeitsplatzbezogenen Lehrgangs haben.
 Zeigen Sie, welche allgemeinen/spezifischen Ziele Sie erreichen wollen
und welche nicht (Wer hat ein Ziel, das mit dem Lehrgang gut
kompatibel ist? Gibt es Ziele, an denen sich niemand interessiert? Wie
wird die Zielerreichung überprüft? ...)
 Fragen Sie die Auszubildenden, ob sie mit diesen Zielen einverstanden
sind.
 Hängen Sie die vereinbarten Ziele an einer gut sichtbaren Stelle auf.
 Bleiben Sie bei den vereinbarten Zielen.
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und duales Lernen
Zusammenfassung
 Berücksichtigen Sie die Kriterien der hier gezeigten
Lernzielformulierung und gestalten Sie Ihre spezifischen
Lernziele. Gliedern Sie Ihre allgemeinen Ziele auf, um mehr
spezifische und messbare Lernziele abzuleiten. Verbinden Sie
diese Ziele mit den entsprechenden Lernabschnitten.
 Denken Sie nach: Für wen schreiben Sie Ihre spezifischen
Lernziele? Analysieren Sie Ihre Zielgruppe und ihr bereits
vorhandenes Wissen.
 Halten Sie die Zahl der spezifischen Lernziele für die ganze
Ausbildung auf nicht mehr als ein Dutzend begrenzt – so
können Sie sich auf das Wesentliche konzentrieren.
 Übertreiben Sie nicht mit dem Versuch, noch präzisere Lernziele
zu schreiben – der wichtigste Punkt ist es, sich so klar und
deutlich wie möglich auszudrücken.
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TOTVET – Training für Berufsbildungspersonal
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Weiterführende Tipps und Ressourcen
 APP & TEACH, IO2 – Training modules on management of
apprenticeship programmes for SMEs: Analysing learning needs and
training environments (https://www.appandteach.com)
 https://arbowis.ch/images/downloads/material-zu-lehren-kompakt-1-
2004/3_1_Beispiele_Ziele.pdf
 https://www.edglossary.org/learning-objectives/
 https://www.learnworlds.com/learning-goals-objectives/
 https://wb-web.de/material/methoden/lernziele-formulieren-leicht-
gemacht.html
 https://www.youtube.com/watch?v=g_Xm5IljYKQ
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Learning tool M1_T2_Set up the trainees learning outputs

  • 1.
    Modul 1: Planung derAusbildung VorbereitungderAusbilderfür arbeitsplatzbezogenesLernen Entwickelt im Rahmen des „Erasmus+“-Projektes Nr. 2018-1-RO01-KA202-049191 TOTVET – Training für Berufsbildungspersonal für ein hochwertiges, arbeitsplatzbezogenes und duales Lernen Diese Veröffentlichung spiegelt nur die Ansichten der Verfasser wider, und die Kommission kann nicht für die Verwendung der darin enthaltenen Informationen verantwortlich gemacht werden.
  • 2.
    Zusammenfassung  Mit Hilfedieser Lerneinheit werden Sie lernen, die relevantesten Informationen und rechtlichen Regelungen auszuwählen, die für die Erstellung eines Lehrplans für den Beruf und die Beschreibung der Lernergebnisse der Auszubildenden in Bezug auf Wissen, Fähigkeiten und Einstellungen erforderlich sind. Sie werden lernen, wie man die Regelungen auf die Bedürfnisse der Auszubildenden und die Ausbildungsziele des jeweiligen Unternehmens anwendet und das Berufsbild der Auszubildenden den nationalen und regionalen Vorschriften gemäß beschreibt. Sie werden in der Lage sein, die Lernergebnisse auf der Grundlage von Bedürfnissen der Auszubildenden zu ermitteln, psychologische und persönliche Informationen zu berücksichtigen sowie Ziele und spezifische Rahmenbedingungen der Gesellschaft zu beachten. Die behandelten Hauptpunkte sind: Festlegung der Lernziele für den Auszubildenden Allgemeine und spezifische Lernziele in der Kursgestaltung Formulierung der spezifischen Lernziele Vom Ziel zur Zielvereinbarung 2TOTVET – Training für Berufsbildungspersonal für ein hochwertiges, arbeitsplatzbezogenes und duales Lernen
  • 3.
    Festlegung der Lernzielefür den Auszubildenden Die Fähigkeit, den Lernbedarf des zukünftigen Auszubildenden zu erkennen, bietet auch die Möglichkeit, durch die Definierung von konkreten Lernzielen in die nächste Phase der Schaffung einer qualitativ hochwertigen Ausbildungserfahrung einzutreten. Es wird empfohlen, diese Maßnahme gemeinsam mit dem Auszubildenden durchzuführen, damit er ein Verantwortungsbewusstsein, das ein Schlüsselfaktor für eine nachhaltige Lernmotivation ist, entwickelt. Eine bewährte Methode, die Ihnen in dieser Phase hilft, ist die sog. SMART- Formulierung von Lernzielen. 3 TOTVET – Training für Berufsbildungspersonal für ein hochwertiges, arbeitsplatzbezogenes und duales Lernen
  • 4.
    Die Methode basiertauf dem klassischen SMART-Modell der Zielsetzung, das in den Lernkontext eingebaut wird. Das englischsprachige Akronym SMART steht für spezifisch, messbar, erreichbar (oder handlungs-orientiert), relevant und zeitlich gebunden (engl. Specific, Measurable, Attainable, Relevant, Time- bound). Jedes Lernziel sollte also dabei mehrere Merkmale aufweisen, d. h.:  spezifisch (einfach, vernünftig, signifikant),  messbar (aussagekräftig, motivierend),  erreichbar (vereinbart, realisierbar),  relevant (angemessen, realistisch und mit Ressourcen ausgestattet, ergebnisorientiert) und  zeitlich gebunden (zeitbasiert, zeitlich begrenzt, zeit- und kostenbegrenzt, zeitnah, zeitsensibel) sein. Diese Ziele sollten sich auf den im vorherigen Schritt ermittelten Lernbedarf stützen. Es ist wichtig, auch die Lernpräferenzen und die „Lerngeschwindigkeit“ der einzelnen Auszubildenden zu berücksichtigen, die durch direkte Interviews abgebildet werden können. 4 TOTVET – Training für Berufsbildungspersonal für ein hochwertiges, arbeitsplatzbezogenes und duales Lernen
  • 5.
    Spezifische Lernziele nachdem SMART-Modell Das Hauptziel dieses Tools ist es, für den zu betreuenden Auszubildenden eine klare Vision mit Fortschritten und Leistungen auf hohem Niveau zu formulieren. Diese Methode ist auch wichtig, um die vom Unternehmen erwarteten Ergebnisse in die spezifischen Lernziele in einer Übereinstimmung mit den nationalen gesetzlichen Bestimmungen einzubetten. Schritte zur Anwendung des Tools Diese Methode ist anwendbar, sobald die Lernbedürfnisse des Auszubildenden identifiziert, analysiert und in seinem (Lern-)Profil zusammengefasst wurden. Der Ausbilder sollte den Auszubildenden zu einem Arbeitstreffen einladen und gemeinsam mit ihm die spezifischen Lernziele erarbeiten, die die folgenden Etappen durchlaufen: 5 TOTVET – Training für Berufsbildungspersonal für ein hochwertiges, arbeitsplatzbezogenes und duales Lernen
  • 6.
     Definieren Sieein Lernziel, das spezifisch ist. Die Leitfragen sind: Was wollen wir, dass der Auszubildende während der Ausbildungszeit erreicht? Wo? Wie? Wann? Mit wem? Was sind die Bedingungen und Einschränkungen?  Definieren Sie ein Lernziel, das messbar ist, indem Sie messbare Elemente hinzufügen.  Definieren Sie ein Lernziel, das erreichbar ist. Es ist wichtig, dass die Ziele, die sich der Auszubildende setzt, realistisch sind und eine Chance haben, innerhalb der Ausbildungszeit abgeschlossen zu werden.  Definieren Sie ein Lernziel, das relevant ist. Die Ziele sollten etwas sein, dass der Auszubildende im Lernen den Wert für sich erkennt.  Definieren Sie ein Lernziel, das zeitlich gebunden ist. Stellen Sie zunächst sicher, dass das von Ihnen definierte Ziel etwas ist, was der Auszubildende rechtzeitig einsetzen muss, z. Bsp. morgen oder nächste Woche statt nächstes Jahr. 6 TOTVET – Training für Berufsbildungspersonal für ein hochwertiges, arbeitsplatzbezogenes und duales Lernen
  • 7.
    Ein Beispiel fürein SMART-Ziel:  Meine Fähigkeiten in der Montage von IT-Geräten zu verbessern, indem ich meine Montagegeschwindigkeit während der zwei Monate der Ausbildung bzw. des arbeitsplatzbezogenen Lernens verdoppelt habe. 7 TOTVET – Training für Berufsbildungspersonal für ein hochwertiges, arbeitsplatzbezogenes und duales Lernen
  • 8.
    Nützlichkeit des Tools Das Tool ermöglicht den weiteren Aufbau einer partnerschaftlichen Atmosphäre zwischen Ihnen und dem Auszubildenden.  Das Tool bietet ein klares Bild der Ziele und daher auch Bewertungskriterien und dient als eine funktionierende und kontinuierliche Referenzliste für Sie als Ausbilder. Stärken des Tools  Mit Hilfe dieses Tools kann man die Beteiligung des Auszubildenden am Prozess der Gestaltung der Ausbildungs- bzw. arbeitsplatzbezogenen Lernerfahrung erkennen.  Das Tool gewährleistet einen objektiven und transparenten Ansatz bei der Aufgabenverteilung und Leistungsbewertung. Einschränkungen des Tools  Die Vorbereitung kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Es könnte eine gute Lösung für den Ausbilder sein, mit Unterstützung anderer Mitarbeiter zunächst eine Liste der SMART-Ziele zu erstellen und diese dann als Ausgangspunkt für die Diskussion während des Treffens mit dem Auszubildenden zu präsentieren. Angesichts der sich ändernden Bedingungen in der Arbeitswelt könnte die Liste der SMART-Ziele einer kontinuierlichen Aktualisierung bedürfen. 8 TOTVET – Training für Berufsbildungspersonal für ein hochwertiges, arbeitsplatzbezogenes und duales Lernen
  • 9.
    Allgemeine und spezifischeLernziele in der Kursgestaltung Allgemeine Lernziele sind weit gefasste, allgemeine Aussagen darüber, was wir unseren Lernenden bzw. Auszubildenden vermitteln und bieten wollen:  die Richtung,  den Fokus und  die Zusammenhänge. Das Setzen von Zielen gibt uns eine echte Roadmap, wohin wir gehen wollen. Dasselbe gilt, wenn wir den Lernenden allgemeine Ziele vorgeben. Allgemeine Lernziele sind das Herzstück der Ausbildungsgestaltung und müssen bereits in der Planungsphase klargestellt werden. Ein Ausbilder kann diese Ziele als eine Roadmap zur Vorbereitung des arbeitsplatzbezogenen Lernens verwenden. Wir werden die Rolle von allgemeinen und spezifischen Lernzielen bei der Ausbildungsgestaltung und die Vorbereitung eines darauf aufbauenden Unterrichtsplans eingehend untersuchen. 9 TOTVET – Training für Berufsbildungspersonal für ein hochwertiges, arbeitsplatzbezogenes und duales Lernen
  • 10.
    Definieren von spezifischenLernzielen Der beste Weg, Ziele als eine Roadmap für die Gestaltung einer Ausbildung zu nutzen, ist es, sie durch die Festlegung spezifischer Lernziele klarer und prägnanter zu machen.  Spezifische Lernziele sind messbare Teilziele einer Lektion und informieren über bestimmte Lernergebnisse. Das Schreiben von spezifischen Lernzielen hält Sie fokussiert und hilft Ihnen bei der Planung. Dies lässt sich leicht durch den Einsatz von Aktionsverben erreichen, die die Fähigkeiten des Auszubildenden am Ende der Ausbildung beschreiben. Aus der Sicht der Auszubildenden betrachtet, helfen ihnen die spezifischen Ziele zu verstehen, was der Ausbilder von ihnen erwartet und was sie von sich selbst erwarten müssen. 10 TOTVET – Training für Berufsbildungspersonal für ein hochwertiges, arbeitsplatzbezogenes und duales Lernen
  • 11.
    Worin besteht derUnterschied zwischen allgemeinen und spezifischen Lernzielen? Viele Menschen verwechseln die Definitionen von allgemeinen und spezifischen Zielen und bringen oft die Begriffe durcheinander.  Allgemeine Lernziele sind langfristig, breit angelegt und erreichbar, aber nicht unbedingt messbar.  Spezifische Lernziele werden auch als Lernergebnisse bezeichnet, da sie unmittelbar mit den erwarteten Ergebnissen verknüpft sind, die wir von den Auszubildenden am Ende der Ausbildung erwarten können. 11 TOTVET – Training für Berufsbildungspersonal für ein hochwertiges, arbeitsplatzbezogenes und duales Lernen
  • 12.
    Die allgemeinen Lernzielekönnen dann in kleine Lern- oder Bewertungsaktivitäten unterteilt werden. Eine Änderung einer dieser drei Komponenten hat einen großen Einfluss auf die beiden anderen. Dieser Prozess ist also dynamisch bei der Planung von Ausbildungsinhalten. Die nachfolgende Tabelle kann Ihnen helfen zu verstehen, wie sich die allgemeinen Ziele von spezifischen Zielen unterscheiden: 12 Allgemeine Ziele Spezifische Ziele (Bewertungs-) Lernaktivitäten TOTVET – Training für Berufsbildungspersonal für ein hochwertiges, arbeitsplatzbezogenes und duales Lernen
  • 13.
    Allgemeine Ziele SpezifischeZiele ausdrücken Ihre Hoffnungen und Werte in Bezug auf die gesamte Bildungserfahrung. Ihre Entscheidungen über Lernstrategien, Unterrichtsmaterial und Unterrichtsaktivitäten. vertreten Ihr Blickwinkel auf die Ausbildung, der beschreibt, was die Ausbildung bewirken wird. Was Ihre Auszubildenden am Ende der Ausbildung können werden? beschreiben Ihre langfristigen Ziele, die nicht direkt messbar sind. Die Bewertungen (Fragen, Aufgaben), mit denen Sie Ihre Auszubildenden beurteilen. vermitteln Die Art von Erfahrung, die Sie für Ihre Auszubildenden schaffen wollen. Was sind Ihre Standards und Erwartungen bezüglich der Ausbildung? 13 TOTVET – Training für Berufsbildungspersonal für ein hochwertiges, arbeitsplatzbezogenes und duales Lernen
  • 14.
    Warum ist eswichtig spezifische Ziele zu setzen? Bei der Festlegung von spezifischen Lernzielen können Sie:  das Lernmaterial angemessen organisieren, da Sie eine logische Abfolge von Lernmeilensteinen festlegen können,  die spezifischen Ziele direkt mit den Bewertungsmethoden abgleichen,  die Erwartungen an Ihre Auszubildenden vermitteln, so dass Sie ihnen helfen, sich selbst zu beurteilen,  und schließlich können die Auszubildenden die allgemeinen Ziele der Ausbildung miteinander verbinden. Spezifische Ziele sagen dem Lernenden/Auszubildenden, wie er feststellen kann, ob er die Lektion gelernt und verstanden hat oder nicht. 14 TOTVET – Training für Berufsbildungspersonal für ein hochwertiges, arbeitsplatzbezogenes und duales Lernen
  • 15.
    Wie sollten diespezifischen Ziele formuliert werden? Ein sorgfältig formuliertes spezifisches Lernziel umfasst drei Teile, nämlich:  das Endverhalten (was?),  die Bedingungen (wie?) und  den Maßstab (wieviel?). Endverhalten (was?) Die Beschreibung des von den Lernenden erwarteten Endverhaltens muss in eindeutige Begriffe gefasst werden. Es muss ein beobachtbares Verhalten beschrieben werden. Das Endverhalten ist das Verhalten der Lernenden nach Abschluss des Lernprozesses. Ein Lernziel wie „Lernende entwickeln Kompetenzen im Umgang mit WORD“ bezeichnet nicht das Endverhalten, sondern den Prozess, nämlich die Entwicklung. 15 Formulierung der spezifischen Lernziele TOTVET – Training für Berufsbildungspersonal für ein hochwertiges, arbeitsplatzbezogenes und duales Lernen
  • 16.
    Bedingungen (wie?) Beschreibung derBedingungen und Mittel, derer sich die Lernenden bedienen oder nicht bedienen dürfen, oder unter denen sich das Verhalten als das erwünschte Endverhalten erweist. Dürfen sie Handbücher benutzen oder sich unterhalten? Muss ein bestimmter Lösungsweg, ein bestimmtes Programm verwendet werden? Müssen auch die formalen Richtlinien eingehalten werden? Maßstab (wieviel?) Als letztes gilt es, einen Bewertungsmaßstab für die Qualität des Verhaltens aufzustellen. Maßstäbe können in Bezug auf die Qualität, Quantität oder Zeit gesetzt werden. Wie lange haben die Lernenden Zeit, um die Aufgaben zu lösen? Müssen alle Aufgaben gelöst werden? Wie viel Abweichung oder wie viele Fehler sind erlaubt? Wie muss das Ergebnis genau aussehen? Wann gilt ein Problem als gelöst? Wann gilt eine Lösung als richtig? Zum Beispiel: 16 Endverhalten (was?) Bedingungen (wie?) Maßstab (wieviel?) Sie können eine Tabelle anlegen Mit Hilfe eines Textverarbeitungsprogramms Mit vier Spalten und zehn Zeilen TOTVET – Training für Berufsbildungspersonal für ein hochwertiges, arbeitsplatzbezogenes und duales Lernen
  • 17.
    Formulierung der spezifischenLernziele Spezifische Lernziele können in den Bereichen Wissen, Fähigkeiten und Einstellungen/Verhalten festgelegt werden. Allgemeine Lernziele können mit den folgenden Sätzen formuliert werden:  Ich werde nach dem Lernprozess etwas wissen.  Ich werde nach dem Lernprozess etwas tun können.  Ich werde mich nach dem Lernprozess in einer bestimmten Weise verhalten. 17 TOTVET – Training für Berufsbildungspersonal für ein hochwertiges, arbeitsplatzbezogenes und duales Lernen
  • 18.
    Spezifische Lernziele solltenInformationen darüber liefern, was Lernende/Auszubildende nach dem arbeitsplatzbezogenen Lernprozess wissen (KENNTNISSE), verstehen (FÄHIGKEITEN) und in der Lage sind zu tun (EINSTELLUNGEN).  Es zwingt zur Formulierung eines Endzustandes, wenn der Satz mit „Lernende/Auszubildende können/verstehen“ oder „Lernende/ Auszubildende sind in der Lage“ beginnt.  Aktionswörter (-verben) sollten verwendet werden, um zu beschreiben, was der Lernende/Auszubildende tun soll. Alle in spezifischen Lernzielen verwendeten Verben, aus denen sich eine klare Testfrage konstruiert lässt, sind geeignet.  Bei der Formulierung von spezifischen Lernzielen sollten Verben verwendet werden, die in Bezug auf die Intensität auf den Lernenden/Auszubildenden zugeschnitten sind. Die Verben (siehe nächste Seite) bestimmen den Schwierigkeitsgrad. 18 TOTVET – Training für Berufsbildungspersonal für ein hochwertiges, arbeitsplatzbezogenes und duales Lernen
  • 19.
    Wissen, Fähigkeiten VerständnisAnwendung hinweisen erklären erfüllen vortragen schreiben aufzählen listen ausdrücken benennen berichten beschreiben erzählen benennen schreiben skizzieren zeichnen ableiten bestimmen angeben präsentieren definieren demonstrieren interpretieren erklären hervorheben identifizieren interpretieren zeichnen schlussfolgern übersetzen zusammenfassen sich bewerben suchen füllen bearbeiten berechnen drucken einrichten in die Arbeit eintreten Format erstellen entwickeln finden konfigurieren löschen verwenden planen speichern 19 TOTVET – Training für Berufsbildungspersonal für ein hochwertiges, arbeitsplatzbezogenes und duales Lernen
  • 20.
    Einige wichtige Tipps Überlegen Sie sich, 2-3 spezifische Lernziele für jeden Abschnitt des arbeitsplatzbezogenen Lernens zu entwickeln.  Wenn es mehrere Ziele sind, organisieren Sie sie in Unterkategorien.  Benutzen Sie eine einfache Sprache, sprechen Sie die Auszubildenden direkt an (z. Bsp. „Du wirst es können“) und beschreiben Sie die Ziele kurz.  Verwenden Sie nicht mehr als einen Satz, um Ihre Ziele auszudrücken.  Führen Sie nicht mehrere Verben in einem Ziel auf – da jede Aktion unterschiedlich gemessen und bewertet wird, sollte jedes Verb für ein separates Ziel stehen.  Vermitteln Sie Ihre Ziele an die Auszubildenden. 20 TOTVET – Training für Berufsbildungspersonal für ein hochwertiges, arbeitsplatzbezogenes und duales Lernen
  • 21.
    Arten von Lernzielen Eslassen sich drei Arten von spezifischen Lernzielen unterscheiden:  kognitive Lernziele,  psychomotorische Lernziele und  affektive Lernziele. Kognitive Lernziele …sind Lernziele im Bereich Wissen, Kennen, Verstehen. Sie werden im Kopf erarbeitet. (Kognition = Erkenntnis)  Zum Beispiel: Die Auszubildenden sind in der Lage, mit Hilfe eines Textverarbeitungsprogramms eine Tabelle mit 4 Spalten und 10 Zeilen zu erstellen. 21 TOTVET – Training für Berufsbildungspersonal für ein hochwertiges, arbeitsplatzbezogenes und duales Lernen
  • 22.
    Psychomotorische Lernziele … sindLernziele im Bereich von Können und Handeln. Sie werden mit den Händen geübt (Motorik = Bewegungsablauf) und bedacht (überlegtes Handeln, deshalb psychomotorisch). Aus den Ausbildungsabschlussprüfungen kennen wir die Überprüfung der psychomotorischen Lernziele im praktischen Prüfungsteil. Sie erfordert normalerweise Werkzeuge und Material.  Zum Beispiel: Die Auszubildenden sind in der Lage, eine Holzverbindung ohne Nägel, Klammern und Schrauben herzustellen. 22 TOTVET – Training für Berufsbildungspersonal für ein hochwertiges, arbeitsplatzbezogenes und duales Lernen
  • 23.
    Affektive Lernziele … sindLernziele im Bereich der Gefühle, Einstellungen und Werte. Sie werden über die Reflexion, den Austausch und praktische Einübung geübt (affektiv = emotional). Affektive Lernziele stehen in den Bereichen Erziehung, politische Bildung, aber auch soziale Kompetenzen im Vordergrund. In der beruflichen Weiterbildung werden affektive Ziele selten explizit angegeben. Viel häufiger werden sie implizit verfolgt (Beispiele: Führen zu einem kooperativen Führungsstil, Verbesserung der Überzeugungs- kraft in Verkaufsgesprächen, Anpassungsleistung in der Team- entwicklung, Disziplin bei jungen Erwachsenen, Leistungsbereitschaft bei Arbeitslosen, etc.).  Zum Beispiel: Die Auszubildenden sind in der Lage, eine Konfliktdiskussion im Rollenspiel unter Einhaltung definierter Gesprächsregeln durchzuführen. 23 TOTVET – Training für Berufsbildungspersonal für ein hochwertiges, arbeitsplatzbezogenes und duales Lernen
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    Vom Ziel zurZielvereinbarung Was ist zu beachten?  Sind meine Lernziele wirklich Ziele oder ist es eine Sammlung von Inhalten? Inhalte sind Inhaltsbeschreibungen wie z. Bsp.: „die wichtigsten Funktionen eines Programms kennen“ oder „einen Überblick über ein Thema haben“ etc. Formulierungen mit „weniger, mehr, Umgang mit, Übersicht, Einsicht…“ sind Inhalte und/oder Prozesse.  Überprüfe ich die Erreichung der allgemeinen/spezifischen Ziele? Wie?  Sind die allgemeinen/spezifischen Ziele für die Auszubildenden während der ganzen Ausbildung sichtbar? 24 TOTVET – Training für Berufsbildungspersonal für ein hochwertiges, arbeitsplatzbezogenes und duales Lernen
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    Allgemeine/spezifische Lernziele vereinbaren Präsentieren Sie Ihre Ziele den Auszubildenden.  Fragen Sie die Auszubildenden, welche Erwartungen und Ideen sie am Anfang des arbeitsplatzbezogenen Lehrgangs haben.  Zeigen Sie, welche allgemeinen/spezifischen Ziele Sie erreichen wollen und welche nicht (Wer hat ein Ziel, das mit dem Lehrgang gut kompatibel ist? Gibt es Ziele, an denen sich niemand interessiert? Wie wird die Zielerreichung überprüft? ...)  Fragen Sie die Auszubildenden, ob sie mit diesen Zielen einverstanden sind.  Hängen Sie die vereinbarten Ziele an einer gut sichtbaren Stelle auf.  Bleiben Sie bei den vereinbarten Zielen. 25 TOTVET – Training für Berufsbildungspersonal für ein hochwertiges, arbeitsplatzbezogenes und duales Lernen
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    Zusammenfassung  Berücksichtigen Siedie Kriterien der hier gezeigten Lernzielformulierung und gestalten Sie Ihre spezifischen Lernziele. Gliedern Sie Ihre allgemeinen Ziele auf, um mehr spezifische und messbare Lernziele abzuleiten. Verbinden Sie diese Ziele mit den entsprechenden Lernabschnitten.  Denken Sie nach: Für wen schreiben Sie Ihre spezifischen Lernziele? Analysieren Sie Ihre Zielgruppe und ihr bereits vorhandenes Wissen.  Halten Sie die Zahl der spezifischen Lernziele für die ganze Ausbildung auf nicht mehr als ein Dutzend begrenzt – so können Sie sich auf das Wesentliche konzentrieren.  Übertreiben Sie nicht mit dem Versuch, noch präzisere Lernziele zu schreiben – der wichtigste Punkt ist es, sich so klar und deutlich wie möglich auszudrücken. 26 TOTVET – Training für Berufsbildungspersonal für ein hochwertiges, arbeitsplatzbezogenes und duales Lernen
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    Weiterführende Tipps undRessourcen  APP & TEACH, IO2 – Training modules on management of apprenticeship programmes for SMEs: Analysing learning needs and training environments (https://www.appandteach.com)  https://arbowis.ch/images/downloads/material-zu-lehren-kompakt-1- 2004/3_1_Beispiele_Ziele.pdf  https://www.edglossary.org/learning-objectives/  https://www.learnworlds.com/learning-goals-objectives/  https://wb-web.de/material/methoden/lernziele-formulieren-leicht- gemacht.html  https://www.youtube.com/watch?v=g_Xm5IljYKQ 27 TOTVET – Training für Berufsbildungspersonal für ein hochwertiges, arbeitsplatzbezogenes und duales Lernen